Kategorie: Geburt

  • Gewalt unter der Geburt – Ein sehr bewegender Bericht

    Gewalt unter der Geburt – Ein sehr bewegender Bericht

    Am eigenen Leib habe ich erfahren, wie sich Gewalt unter der Geburt anfühlt und möchte diese Erfahrung zum heutigen Roses Revolution Day mit Euch teilen.

    Ich war bereits im Zimmer indem das CTG geschrieben wurde, als sich die neue Hebamme nach dem Schichtwechsel vorstellte. Es war genau die Hebamme, der ich Wochen zuvor meine Vorstellungen meiner Geburt erläutert hatte.

    Sie wusste also Bescheid über meine sanfte Hypnobirthing Geburtsvorstellung ohne Hebamme, ganz für mich alleine, in Ruhe mit meinem Partner.

    Die ersten Stunden waren entspannt

    Ich konnte die Wellen gut veratmen und hatte kaum Schmerzen. Ich wurde in Ruhe gelassen und konnte mit meinem Partner alleine im Kreissaal entspannen. Die Wellen wurden von Stunde zu Stunde intensiver und ich fühlte mich immer wieder durch das Eintreffen der Hebamme sichtlich unwohler.

    Ich hatte schon extreme Schmerzen und gab mich den Wellen vollkommen hin. Immer wieder wurde nach dem Muttermund getastet und immer und immer wieder betonte sie, dass sich nicht wirklich was getan hat. Sehr motivierend nach 15 Stunden Schmerzen.

    Ich saß auf der Toilette und konnte aufgrund der heftigen Wellen nicht mehr ohne Hilfe aufstehen. Die Hebamme kam in die Toilette und fand mich weinend vor. Sie half mir beim Aufstehen. Das Blut lief mir an den Beinen hinunter und ich war einfach nur entkräftet.

    Sie sah mich an und sagte: „Da haben Sie jetzt ihre tolle, schmerzfreie Geburt, die die immer davon reden, wie schön das ist, sollten sich mal einen Tag hier zu uns stellen.“ Dies war die erste Erfahrung der Gewalt unter der Geburt für mich. Ich bejahte, damit ich sie nicht noch genervter machte als sie eh schon war und brach erneut in Tränen aus. Sie brachte mich zum Bett.

    Trotz Schmerzen war ich noch voller Vorfreude

    Nun hatten wir wieder mehr Ruhe. Ich genoss diese Stunden sehr, obwohl ich extreme Schmerzen hatte. Die Momente als Paar, voller Vorfreude auf unsren Sonnenschein. Ich bat meinen Partner mir den Gymnastikball zu geben, damit ich das Becken leichter kreisen konnte.

    Als plötzlich die Ärztin rein kam und ganz empört war, was ich den hier mache. Das sieht wackelig aus und ich sollte mich sofort hinlegen und den Ball weglegen. Ich war schockiert. Konnte aber aufgrund der Schmerzen keinen klaren Gedanken fassen und tat was sie verlangte.

    Wieder wurde nach dem Muttermund geschaut. Ich fühlte mich so hilflos und allein. So unverstanden und klein. Ich hielt noch 5 Stunden durch. Danach merkte ich wie nervös die Ärztin wurde- sie hatte den OP Kittel bereits an und flüsterte der Hebamme zu ob sie schon mit mir gesprochen hätte.

    Sie verneinte, klopfte mir auf den Rücken und lachte,,: ach die schafft das schon! Ich wusste, sie wollte mit Absicht, dass ich noch etwas länger was von meiner ,,schmerzhaften,, Geburt hatte. Ich war am Boden zerstört.

    So hatte ich mir die Geburt nicht vorgestellt

    So hatte ich mir das alles auf keinen Fall vorgestellt. Wieder ließen sie uns alleine im Zimmer und ich konnte verschnaufen. Nach 24 h Leid kam plötzlich die Ärztin herein und forderte mich auf, mich zu melden, wenn die nächste Wehe käme.

    Ich lag im Vierfüßlerstand da und dachte, sie wolle einfach nur schauen, wie ich mit den Wellen fertig wurde. Als die nächste Welle kam, führte sie ohne jegliche Warnung ihre ganze Hand in mich und tastete nach dem Muttermund. Egal ob es notwendig war oder nicht, ohne über ihr tun zu kommunizieren, fühlt es sich für mich wieder an, wie Gewalt unter der Geburt. Ich schrie vor Schmerzen und bat sie sofort aufzuhören.

    Drehte mich um und schrie, dass ich nicht mehr kann. Ich fühlte mich, als hätte ich all meinen Stolz verloren, nackt und um mein Frau sein beraubt. Vergewaltigt und bloßgestellt.

    Sie sah mich an und meinte: „Es wäre Zeit für einen Kaiserschnitt, aber die 24 Stunden Schmerzen waren halt jetzt umsonst, der Kleine rutscht einfach nicht ins Becken.“

    Mich der Gewalt „gebeugt“ – als Mama versagt

    Ich war schockiert! Wie eiskalt sie mir erklärte, dass ich jetzt als Mama versagt hätte. Ich wollte einfach nur meinen Sohn haben und in diesem schmerzhaften Moment war es mir egal wie. Ich unterschrieb den Zettel für den Kaiserschnitt und ließ mich in den OP fahren.

    Als ich da so auf dem OP Tisch lag, konnte ich einfach keinen klaren Gedanken mehr fassen und wollte einfach nur, dass dieser Tag eine Ende hat und ich endlich mein Kind in den Armen halten kann. Ich bekam die Betäubung und sie erklärte mir, was sie jetzt genau machen.

    Dann begann die Gewalt unter der Geburt

    Plötzlich passierte das, wovor wohl alle Mamas vor einem ungeplanten Kaiserschnitt Angst haben. Ich schrie drei Mal AUA, denn ich spürte, wie sie meine Bauchdecke aufschnitten. Es tat höllisch weh, aber niemand interessierte sich dafür. Und da war es wieder das Gefühl der Gewalt unter der Geburt.

    Sie sagte nur: Ich kann jetzt nicht mit dem Schneiden aufhören und machte weiter. Gott sein dank wurde ich dann in Narkose gelegt. Das für mich so unvorstellbare war, dass im Geburtsbericht angeführt wurde, dass ich so aufgebracht war und deshalb in Narkose gelegt wurde.

    Ich bin heute noch extrem verletzt über diese falsche Behauptung. Nach dem Aufwachen konnte ich nur kurz meinen Sonnenschein sehen, bevor ich 3 Stunden auf der Intensivstation lag.  Wieso, weiß ich bis heute nicht.

    In der Zwischenzeit hatte mein Lebensgefährte unseren Sohn alleine und niemand erklärte ihm, was mit mir los sei oder wo ich bin. Als ich dann ins Zimmer kam und endlich meine Sohn und Lebensgefährten sah, vergas ich alles, was in den letzten Stunden passiert war.

    Bis zu diesem Niederschreiben, hatte ich diesen Schmerz verdrängt

    Erst jetzt keimt sie auf – die Traurigkeit über diese Geburtserfahrung. Ich habe die Gefühle anfangs verdrängt. War so überglücklich diesen Sonnenschein zu haben – dass ich vergaß, wie schlimm diese Geburt für mich war.

    Ich bin traurig und wütend. Traurig, weil ich mein Kind nicht ohne Hilfe auf die Welt bringen konnte. Wütend, dass ich nicht Frau genug war in diesen Stunden klar meine Wünsche zu äußern.

    Dieser Tag sollte der schönste in meinem Leben werden und er wurde der schlimmste.

    Jede Frau hat das Recht auf eine schöne Geburt statt Gewalt unter der Geburt erfahren zu müssen. Was wir bei der Geburt leisten sollte mit Respekt behandelt werden.

    Eine Geburt ist ein Prozess, in dem wir uns vollkommen hingeben – alle unsere Hülle fallen lassen müssen und in die Tiefen des Schmerzes hinabsteigen, um danach das Glück auf Erden zu sehen.

    Mir wurde der schönste Moment genommen und ich werde diesen nie nachholen können. Ich werden lernen müssen nicht nur mit der äußerlichen Narbe, sondern auch mit der innerlichen leben zu müssen.

    Liebe Grüße Eure Christina Watzinger (Babytalk – Leserin)

    Unter diesem Link findet ihr eine weiteren Bericht zu Gewalt unter der Geburt. Und mit unserem Weltrekord für Hebammen wollen wir Mithelfen die „Umstände“  bei Geburten von wirtschaftlichen Aspekten zu befreien. Damit Frauen Gewalt unter der Geburt erspart bleibt. Auch wenn wir wissen, dass der Personalmangel nicht die alleinige Ursache ist, halten wir ihn doch für maßgeblich (Hinweis der Redaktion).

    Beitragsfoto: links Tyler Olson & rechts N1_5.6 / shutterstock
    Pinterest: Tyler Olson & Steve Lovegrove / shutterstock
  • Warum brauche ich eine Hebamme – Aktuelles zum Berufsstand

    Warum brauche ich eine Hebamme – Aktuelles zum Berufsstand

    Hebammensuche: Wir freuen uns, Euch einen Beitrag von Katharina (natuerlich-geliebt.blog) über ihre Suche und Wahl nach einer Hebamme, vorstellen zu können. Sie gibt Euch zudem ein paar Ratschläge an die Hand, wie ihr die für Euch passende Hebamme findet.


    Hebammen gibt es seit der frühen Menschheitsgeschichte. Zu Beginn wurde die Geburtshilfe als solidarische Hilfe geleistet, die Frauen untereinander gaben, um sich unter der Geburt zu unterstützen. Nach und nach entwickelte sich der Begriff der professionellen Hebamme, die durch ihr Wissen den Geburtsverlauf unterstützen konnte und der Gebärenden Hilfe leistete.

    Kein Berufsstand steht aktuell präsenter im Rampenlicht als der der Hebamme. Warum ist das so? Warum ist eine Hebamme so unverzichtbar und ihr Dasein derzeit doch so gefährdet? Hier findest du alle aktuellen Informationen und Herausforderungen rund um diesen alten und wichtigen Beruf.

    Hurra, ich bin schwanger! Und nun?

    Gerade hältst du mit zitternden Fingern deinen Schwangerschaftstest fest, auf dem sich langsam zwei rosa Linien abzeichnen: Positiv! Endlich hat es geklappt. Du bist schwanger! Die Freude ist groß und gleichzeitig tauchen erstmals so viele Fragen in deinem Kopf auf.

    Was darf ich essen und was sollte ich meiden? Darf ich jetzt noch Sport machen, mit dem Hund Gassi gehen, in meinem Beruf weiter arbeiten? Für die Beantwortung vieler Fragen steht dir schon in der Schwangerschaft eine Hebamme zu.

    Hebammensuche: Die Wahl der richtigen Hebamme

    Sobald du weißt, dass du schwanger bist, solltest du dich mit der Hebammensuche und um Termine mit verschiedenen Hebammen bemühen. Dabei geht es beim ersten gemeinsamen Treffen vor allem darum, sich kennen zu lernen und zu überprüfen, ob man zusammen passt. Denn deine Hebamme soll dich einen langen und sehr wichtigen Weg begleiten:

    In der Schwangerschaft, möglicherweise unter der Geburt und im Wochenbett. Dabei ist es wichtig, dass ihr euch sympathisch seid und euch ein tiefes Vertrauensverhältnis vorstellen könnt. Denn einerseits wirst du ihr möglicherweise Fragen stellen wollen, die dir vor anderen Menschen unangenehm wären und andererseits wird Du ihr Vertrauen müssen, wenn sie dir während der Geburt Anweisungen gibt, die du dir gerade nicht vorstellen kannst.

    Fragen, die Euch die Wahl erleichtern

    Bei der Auswahl einer für dich geeigneten Hebamme kannst du dir anfangs folgende Fragen stellen: Möchte ich eine Hebamme, die mich bei der Geburt begleitet? Will ich eine Hausgeburt oder eine Geburtshaus-Geburt?

    Wenn du weißt, wo du entbinden möchtest, musst du gezielt nach Hebammen suchen, die dies unterstützen. Nur noch wenige Hebammen bieten die Betreuung von Hausgeburten an, sodass du dich sehr zeitig um eine bemühen solltest.

    Wenn du im Geburtshaus entbinden möchtest, werden dir hierüber Hebammen für eine intensive Betreuung zur Seite gestellt. Wenn du weißt, dass du im Krankenhaus entbinden möchtest, aber deine eigene Hebamme mitnehmen möchtest, so schau dich nach einer Beleghebamme um und erfrage, mit welchem Krankenhaus sie zusammenarbeitet.

    Viele Hebammen bieten zudem homöopathische Behandlungen und Akupunktur an. Auch nach diesen Kriterien kannst du die Wahl bei deiner Hebammensuche einschränken.

    Schwangerschaftsvorsorge und Geburtsvorbereitung

    Die Betreuung durch eine Hebamme steht dir schon während der Schwangerschaft zu. Die meisten Schwangeren sehen ihre Hebamme erst im Geburtsvorbereitungskurs regelmäßig, doch es kann sich für die Einzelne lohnen, auch die generelle Schwangerschaftsvorsorge bei der eigenen Hebamme machen zu lassen.

    Was die Wenigsten wissen: Bis auf die drei regulären Ultraschall-Untersuchungen darf auch die Hebamme die Schwangerschaftsvorsorge übernehmen.  Ein Vorteil kann dabei sein, dass deine Hebamme dich besser kennenlernt, du eventuell mehr Vertrauen zu ihr hast als zu deinem Arzt/deiner Ärztin oder dass sie sich für deine Fragen mehr Zeit nimmt.

    Geburtsvorbereitung

    Jeder Schwangeren steht die Teilnahme an einem Geburtsvorbereitungskurs zu. Häufig findet ein solcher Kurs abendlich statt und beinhaltet Informationen rund um die Schwangerschaft und mögliche Schwangerschaftsbeschwerden.

    Außerdem wird die Schwangere durch die leitende Hebamme auf die Geburt und mögliche Komplikationen sowie Interventionen aufgeklärt. Ebenfalls werden Entspannungs- und Atemtechniken vermittelt, um die Wehen erträglicher zu machen und den Geburtsverlauf durch eine tiefere Entspannung positiv zu beeinflussen.

    Schließlich werden noch wichtige Fragen bezüglich des Wochenbetts und der ersten, aufregenden Zeit mit Baby geklärt. Oftmals gibt es einen oder mehrere Partnersitzungen, an denen der Partner aktiv in den Geburtsvorbereitungskurs einbezogen wird.

    Anders als bei der Schwangeren trägt die Krankenkasse nicht grundsätzlich die Kosten für die Begleitung durch den Partner. Nachfragen kann sich aber trotzdem lohnen, besonders wenn beide Partner Mitglied derselben Krankenkasse sind.

    Hebammenbetreuung während der Geburt

    Wenn du dich entschieden hast, dein Kind in einem Krankenhaus zur Welt zu bringen, wird dir im Kreißsaal eine Hebamme zugeteilt, die dich bei der Geburt unterstützen soll. Nicht immer behältst du über die gesamte Geburt die gleiche Hebamme, denn es kann zum Beispiel zu Schichtwechseln kommen.

    Solltest du im Geburtshaus oder Zuhause dein Kind bekommen, so ist dir die Hebamme schon sehr vertraut und sie weiß bereits, was dir guttut und hilft.

    Während der Geburt wird die Hebamme dich eventuell dazu ermutigen, deine Position zu ändern oder andere Atemtechniken auszuprobieren, um den Geburtsverlauf positiv zu beeinflussen. Vielleicht zeigt sie deinem Partner, wie er dich unterstützen kann oder sie bietet dir Schmerzmittel an.

    Die Hebamme ist die Fachkraft für Geburten und kann dich bei Bedarf in vielerlei Hinsicht unterstützen. Wichtig ist hier eine offene Kommunikation über das, was du brauchst und was dir gut tut. Es gilt als bewiesen, dass eine gute Unterstützung bei der Geburt die Komplikationen und damit notwendige Interventionen verringern kann.

    Was die Wenigsten wissen: Auch wenn du eine Fehlgeburt oder eine stille Geburt hast, hast du ein Anrecht auf Hebammenbetreuung, unabhängig davon, in welcher Schwangerschaftswoche du dein Kind verloren hast. Deine Hebamme kann dich bei der ersten Trauerarbeit unterstützen und dir weitere Hilfe vermitteln.

    Die Wochenbettbetreuung

    Nach der Entbindung steht dir und deinem Baby die Betreuung durch eine Hebamme zu. Im sogenannten Wochenbett darf die Hebamme dann in den ersten zehn Tagen täglich einmal oder in besonderen Fällen sogar zweimal zu dir kommen. Sie unterstützt dich bei der Pflege deines Säuglings, bei Stillproblemen und beim Bindungsaufbau zu deinem Baby.

    Außerdem ist sie die erste Ansprechpartnerin für das körperliche und seelische Wohlbefinden von Mutter und Kind. Nach den ersten zehn Tagen kann die Hebamme im Laufe der ersten 8 Wochen nach der Geburt noch weitere 16 Termine mit dir vereinbaren. Für Still- und Abstillfragen steht dir ihre Unterstützung außerdem noch bis zu viermal zu.

    Nach dem Wochenbett findet die Rückbildungsgymnastik statt, die meist von der eigenen Hebamme angeboten wird. Die Rückbildung ist wichtig, damit der gesamte Körper der Frau sich von den Anstrengungen von Schwangerschaft und Geburt erholen kann und alle Muskelgruppen neu trainiert werden.

    Besonders wichtig ist ein intensives Training für die Stärkung des Beckenbodens, der durch Schwangerschaft und Geburt sehr weich geworden ist. Anerkannte Rückbildungskurse werden komplett von deiner Krankenkasse übernommen.

    Hebammensuche Hebamme berät eine Mutter, die ihrem Baby die Flasche gibt

    Aktuelles zum Hebammen-Beruf

    Zur Mitte des 20. Jahrhunderts wandelte sich die Geburtshilfe und verlagerte sich zunehmend in die Kliniken. Die Geburt wurde von medizinischer Sicht aus als riskantes Ereignis eingeschätzt, deren Risiken es zu minimieren galt. Daraus resultierte eine technisierte Geburtsmedizin sowie ein engmaschiges Risikokonzept.

    Mittlerweile werden nur noch wenige Kreißsäle durch Hebammen geleitet, die Leitung übernehmen meist die Ärzte. Deren Sicht auf den Geburtsprozess ist aber, im Gegensatz zur Sicht der Hebamme, eher auf die Vermeidung von Komplikationen gerichtet. Hebammen hingegen betrachten die Geburt als natürlichen Prozess, den es mit Ruhe und Wissen zu unterstützen gilt.

    Außerdem steigen in Deutschland seit einigen Jahren die Prämien für die Berufshaftpflicht der Hebammen, was bereits viele freiberuflich tätige Hebammen dazu gebracht hat, ihren Beruf aufzugeben oder auf die Schwangerschafts- und Wochenbettbetreuung zu reduzieren. In einigen Regionen Deutschlands ist eine erfolgreiche Hebammensuche besonders schwierig. Und vor allem, wenn es darum geht eine Hebamme für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbettbetreuung zu finden.

    Fazit zur Hebammensuche in Deutschland

    Eine Hebamme kann dich in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett optimal betreuen. Sie ist die Fachfrau und Expertin für Geburten, deshalb ist ihr Beruf so wichtig und schützenswert. Setze dich früh in der Schwangerschaft mit der Hebammensuche und vor allem nach einer für dich passenden Hebamme auseinander und du findest eine vertrauensvolle Unterstützung für die erste und häufig auch wichtigste Zeit mit deinem Baby.

    Eure Katharina (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Kzenon / shutterstock
    Foto 2: Monkey Business Images / shutterstock
    
    
  • Natürliche Geburtseinleitung – Expertenrat

    Natürliche Geburtseinleitung – Expertenrat

    Geburtseinleitung: Wie mühsam ist es doch, wenn der Geburtstermin überschritten wurde. Wenn die Wehen nicht bald von alleine starten, „muss“ bzw. wird nachgeholfen.

    Eine Einleitung der Wehen nach dem errechneten Geburtstermin wird häufig mit chemischen Mitteln vorgenommen.

    Betachte: Jeder Eingriff in den natürlichen Verlauf kann zu Komplikationen führen.

    Weil medikamentös ausgelöste Wehen unangenehmer sein können als natürliche, probieren viele Frauen alternative Methoden der Geburtseinleitung. Hier noch einige natürliche Tipps die evtl. vorher oder als Ersatz benutzt werden können.

    Alle diese Maßnahmen sollten jedoch frühestens angewendet werden, wenn die vierzigste Schwangerschaftswoche erreicht wurde oder die Hebamme bzw. der Arzt es empfohlen hat. Denn eine Schwangerschaft dauert bis zu 42 SSW und jede Frau und jede Schwangerschaft hat ihre individuelle Tragzeit. Nicht zuletzt werden nur 3% aller Kinder am berechneten Geburtstermin geboren.

    Alternative Methoden der Geburtseinleitung

    Bewegung

    Geburtseinleitung Spazieren gehen

    Zu Hause sitzen und auf Wehen warten, hilft wahrscheinlich nicht viel. Spaziergänge oder generell mehr Bewegung können Wehen auslösen. Mehrmals die Treppe rauf und runter steigen, vielleicht mal einen steilen Hügel hinauf gehen oder ein bisschen Powerwalken.

    Weit verbreitete Geburtseinleitung – Stimulieren der Brustwarzen

    Geburtseinleitung Belastungs CTG nach Brustwarzenstimmulation

    „Natürliches“ Belastungsctg am ETPlus3. Morgens um 9.00 Uhr ist eine Gebärmutter nämlich eigentlich ruhig.

    Es lohnt sich aber nicht, den ganzen Tag auf den Beinen zu sein – auch Ruhe ist angesagt. Wenn eure Wehen wirklich einsetzen, solltet ihr nicht bereits erschöpft sein. Das Stimulieren beziehungsweise Massieren der Brustwarzen kann auch zu Wehen führen. Dies sollte jedoch über einige Tage praktiziert werden.

    Die Methode ist einfach: Massiert euch die Brustwarzen sanft während einer Minute. Nach einer kurzen Pause ca. zwei bis fünf Minuten weiter massieren. Die Brustmassage löst im Körper die Ausschüttung des Wehenhormons Oxytocin aus. Die werdenden Papis sind meistens recht motiviert, behilflich zu sein.

    Liebe machen

    «All you need is love!» – das sangen bereits die Beatles. Eines der effektivsten Dinge ist, Liebe zu machen. Obschon dies mit einem großen und schweren Bauch zugegeben nicht immer einfach ist. Es gibt mehrere Gründe, die dafür sprechen.

    Der Spassfaktor sollte natürlich weit oben stehen. Alles was Spass macht, macht glücklich und entspannt. Bereits der mechanische Reiz vom Penis im Muttermund kann Wehen auslösen. Der Druck auf den Muttermund führt zum sogenannten Ferguson-Reflex, welcher eine Oxytocin-Ausschüttung im mütterlichen Körper bewirkt. Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Sperma.

    Im Sperma sind Prostaglandine drin, die dafür zuständig sind, den Gebärmutterhals weich zu machen und ihn zu verkürzen. Bei der medikamentösen Einleitung werden genau diese Prostaglandine eingesetzt. Die Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur beim Orgasmus der Frau fördert ebenfalls die Wehen. Sanfter, liebevoller Sex mit der schwangeren Frau ist ein Akt der Liebe und fördert die Wehen und unterstützt somit die Geburtseinleitung.

    Geburtseinleitung: Bauchmassage und Bad

    Eine Bauchmassage oder ein warmes Bad kann helfen ebenfalls, die Wehen auszulösen – vor allem, wenn schon ein bisschen Vorwehen da sind. Es ist ratsam, als Hochschwangere nur dann ein Bad zu nehmen, wenn jemand zu Hause ist.

    Die Bauchmassage sollte immer im Uhrzeigersinn gemacht werden. Mit einer Massage im oberen Drittel der Gebärmutter können die Wehen verstärkt werden. Dies wird bei Wehenschwächen auch unter der Geburt von vielen Hebammen so gemacht.

    Manchmal genügt auch schon ein Einlauf, um eine Geburt einzuleiten. Dies ist vor allem dann wirksam, wenn eine Frau verstopft ist. Der Darm und die Gebärmutter liegen aneinander und sind von der gleichen Muskulatur beschaffen. Wenn der Darm arbeitet, arbeitet die Gebärmutter mit.

    Wehencocktail

    Ein sehr effektives und alternatives Mittel, um eine Geburt einzuleiten, ist der sogenannte «Wehencocktail». Er birgt jedoch auch einige Risiken und sollte daher nur unter medizinischer Kontrolle angewendet werden.

    Beim Cocktail werden Aprikosensaft, Rizinusöl und Sekt zusammengemischt und getrunken. Diese Mischung bewirkt eine gesteigerte Darmaktivität (meistens Durchfall) und eine leichte lokale Entzündung im Darm.

    Die lokale Entzündung bewirkt, dass Prostaglandine ausgeschieden werden. Prostaglandine werden wie oben beschrieben auch bei der medikamentösen Geburtseinleitung verwendet. Dies erklärt, warum der Wehencocktail so erfolgreich ist.

    Aber wie bereits erwähnt: immer nur in Rücksprache mit einer medizinischen Fachperson anwenden und nicht mit anderen anregenden Methoden mischen.

    Nelkenöltampons

    Mischung:

    Hierbei werden 50 Tropfen Nelkenblätteröl mit 30ml Mandelöl gemischt, wovon 5 Tropfen auf ein handelsübliches Tampon gegeben werden. Liegedauer: eine Stunde. Wiederholung der Anwendung nach sechs Stunden.

    Indikation:

    Bei Terminüberschreitung oder kurz vor der geplanten Einleitung z.B. insulinpflichtiger Schwangerschaftsdiabetes.

    Anwendung:

    Die Anwendung von Nelkenöltampons löst bei ca. 32% aller Frauen Wehen aus. (Dörken et al. Geburtseinleitung mit Nelkenöltampons – erste Studienergebnisse – aus: „Die Hebamme“ 2004/1)

    Datteln essen zur Geburtseinleitung

    In Irbid an der jordanischen University of Science and Technology wurde der Effekt des Verzehrs von Datteln auf den Verlauf der Geburt untersucht. In dieser prospektiven Studie aßen 69 Frauen ab der 36. Schwangerschaftswoche sechs Datteln pro Tag bis zu ihrem errechneten Geburtsdatum.

    Zusammenfassend lässt sich ein regelmäßiger Konsum von Datteln in den letzten vier Wochen vor der Geburt empfehlen.

    Geburtseinleitung mit Akupunktur

    Erkundigt euch bei euer Hebamme oder im Krankenhaus, ob sie Akupunktur zur Geburtseinleitung anbieten. Ich selber habe schon viele positive Erfahrungen damit gemacht und konnte so bei vielen Frauen die Geburt einleiten.

    Wehen-Tagesprogramm

    Bei so vielen Methoden könnte man sich fast schon ein Tagesprogramm zusammenstellen. Ich nenne es den «Wehen-Tag». Ein mögliches Programm kann so aussehen:

    • Starte den Tag damit, Liebe mit eurem Partner zu machen. Massiert euch anschließend unter der Dusche sanft und gleichmässig den Bauch. Danach gönnt euch ein gutes Frühstück. Dann ab zum Spazieren gehen und Treppensteigen.
    • Zum Mittagessen etwas Scharfes essen und einen Schweppes Tonic trinken (enthält Chinin, eine wehenanregende Substanz). Nach dem Essen hilft ein Powernap, um Energie für einen weiteren Spaziergang zu finden. Mitten im Nachmittag wieder einmal so richtig gründlich Staubsaugen und dabei so oft wie möglich in die Hocke gehen.
    Geburtseinleitung Hochschwangere beim Staubsaugen
    • Am Abend mit dem Schatz fein essen gehen. Nach Hause spazieren und dann noch mal Lieben machen.

    Hmmmh, ich finde, das hört sich gar nicht so schlecht an. Ganz unter uns: Wenn es nicht gleich auf Anhieb hilft, dann habt ihr wenigsten vor der Geburt noch einen schönen Abend mit eurem Schatz verbracht.

    Ich kann aus Erfahrung sagen, dass es nach der Geburt wahrscheinlich einen Moment dauern wird, bis ihr wieder einen schönen Abend zu zweit genießen könnt. Und daher nenne ich das eine Win-Win-Situation.

    Viel Erfolg und gutes Gebären! Eure Dayo (Hebamme)

    Beitragsfoto: Halfpoint / shutterstock
    1 Foto: Tatiana Chekryzhova / shutterstock
    2 Foto: karelnoppe / shutterstock
    
  • Hypnobirthing, die sanfte Geburt – Expertenrat

    Hypnobirthing, die sanfte Geburt – Expertenrat

    Hypnobirthing ist eine sogenannte „sanfte“ Geburt. Die Frau lernt, sich in Hypnose bzw. Tiefenentspannung zu versetzen – diese löst Ängste und somit körperliche Anspannungen auf.

    Somit kann die Frau deutlich besser mit Wehen und Schmerzen umgehen und sich voll auf die «Arbeit» ihres Körpers und auf die Geburt konzentrieren bzw. einlassen.

    Sie ist auf diese Weise nicht von Ängsten blockiert, und der natürliche Geburtsvorgang kann ohne mentale Blockaden ablaufen. Die Frauen machen dies mit Visualisierungen, Affirmationsübungen, Mantras und aktiver Kontaktaufnahme mit dem ungeborenen Kind.

    HypnoBirthing: Tiefenentspannt gebären

    Manche bezeichnen das ganze als «Hokus Pokus», als unmöglich oder unrealistisch. Ich habe bislang viele Frauen während der Geburt betreut, die es geschafft haben mittels Tiefenentspannung die Geburtsschmerzen zu minimieren. Hypnobirthing beruht auf altbekannte Ratschläge und Erfahrungen, bloß etwas neu verpackt und zusammengeführt.

    Zugegeben: Es ist schwierig, sich im sterilen Klinikalltag und in der instrumentalisierten Geburtshilfe auf diese Werte zu besinnen. Daher besuchen die meisten Frauen Kurse, um sich auf die Geburt einzustimmen. Es gibt auch lesenswerte Bücher dazu. Die «erfolgreichen» Hypno-Geburten, die ich erlebt habe, waren vorwiegend mit Frauen, die einen Kurs besucht hatten.

    Übung macht den Meister

    Mein Fazit: Je früher die Frauen in der Schwangerschaft mit dem Training begannen, desto besser konnten sie es während der Geburt umsetzen.

    Eine meiner eindrücklichsten Erfahrungen war die Wassergeburt einer zweitgebärenden Frau. Sie hat mit kurzen Unterbrüchen ca. vier Stunden in der Wanne gesessen und war während der Wehen wirklich komplett bei sich, wie in einer Art Trance (Tiefenentspannung).

    In den Wehenpausen hat sie wenn nötig kommuniziert. Außer der hörbaren Atemgeräusche der Gebärenden war es still im Gebärsaal. Sie hat während den Wehen ein Mantra stetig wiederholt und sich dadurch entspannt.

    Als es zu den Presswehen kam, ist sie kurz unruhig und nervös geworden. Ihr Mann hat ihr dann unter Blickkontakt das Mantra immer wieder laut vorgesagt bis sie ihren Entspannungszustand wieder erreichte.

    Schließlich hat sie das Kind in drei sanften Presswehen herausgeatmet und geboren. Diese Geburt war geradezu spirituell und war auch für mich ein sehr schönes Erlebnis.

    HypnoBirthing – Mentaltraining hilft zu entspannen

    Aus meiner Erfahrung braucht es gewisse Grundvoraussetzungen, damit ein HypnoBirthing funktioniert. Es ist sicher hilfreich, wenn die Frau bereits Erfahrung mit Mentaltraining hat.

    Sie ist entweder erfahren in der Meditation oder war vielleicht im Leistungssport aktiv, wo sie Erfahrungen mit Mentaltraining gemacht hat.

    Auch sollten die Frauen wissen, was mit ihrem Körper während der Geburt passiert. Denn das Unwissen über die konkreten Abläufe und die starken Schmerzen machen den Frauen viel Angst. Wenn man etwas versteht, kann man es nachvollziehen und sich viel besser darauf einlassen.

    Eins-zu-Eins-Betreuung während der Geburt

    Eine weitere wichtige Grundvoraussetzung ist, dass sich die Gebärende an ihrem Geburtsort mit ihrer Hebamme wohl fühlt. Studien belegen, dass Frauen, die bei ihrer Geburt eine Eins-zu-Eins-Betreuung hatten, tendenziell ein besseres Geburtserlebnis erleben. Leider ist dies in den meisten Kliniken nicht möglich, was auch für uns Hebammen sehr enttäuschend ist.

    Es gibt nichts frustrierendes, als wenn eine von mir betreute Frau eine Periduralanästhesie (PDA) bekommt, weil ich ungenügend Zeit hatte, sie durch die Wehen zu begleiten. Nicht, dass ich generell etwas gegen die PDA habe.

    Sie kann auch ein absoluter Segen sein. Jedoch ist der wichtigste Teil meiner Arbeit als Hebamme, die Frau bei ihren Wehenschmerzen zu unterstützen und ihr das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln.

    Im Prinzip ist das Gebären eine Situation, der man sich einfach «hingeben» muss. Dieses Hingeben und Akzeptieren scheint den Frauen, die sich mittels HypnoBirthing auf die Geburt vorbereitet haben, gut zu gelingen.

    In diesem Video findet ihr weitere Informationen zu HypnoBirthing.

    Eure Dayo (Babytalk)

    Foto: Jacob Lund / shutterstock
    
    
  • Wenn das Baby als Frühchen geboren wird

    Wenn das Baby als Frühchen geboren wird

    „Herzlichen Glückwunsch, Ihr Kind ist ein Frühchen!“

    Mein Kind ist ein Frühchen. Was das konkret bedeutet, wissen Eltern im vorab nicht. Schließlich setzt man sich in der Schwangerschaft ungern mit „Problemthemen“ oder möglichen Krankheiten auseinander.

    Alles soll perfekt ablaufen und die Geburt soll möglichst eine Bilderbuchgeburt werden.

    Bei vielen Schwangeren, einschließlich mir selbst, lief es allerdings nicht so perfekt, plötzlich heißt es „Herzlichen Glückwunsch, Sie sind eine Frühchen Mama!“.

    Und dann steht man völlig überfordert mit der Situation da, dass das Kind, früher als geplant gekommen ist.

    Die meisten Kinder müssen um ihr Überleben kämpfen, viele schaffen es nicht, oder haben später bleibende Schäden. Das muss aber nicht immer so sein. Wir sind zum Glück mit einem mehr als blauen Auge davon gekommen.

    Es ist aber nicht nur für die kleinen Helden ein Kampf, sondern auch von den Eltern erfordert dies schwere Schritte, die gemeistert werden müssen.

    Als Mutter genießt du kaum, oder gar kein Wochenbett. Viele Eltern haben längere Fahrtzeiten zur Klinik und im allgemeinen bist du als Elternteil mit der Materie völlig überfordert.

    Man hat Sorgen, Ängste, aber auch Hoffnung. Man wird vom Glück umarmt, aber auch von der Trauer überwältigt.

    Die Gefühle auf der Frühchen-Station

    Als ich auf der Intensivstation ankam, hatte ich zitternde Knie. Es war beunruhigend. All die lauten Maschinen. Überall Menschen in blauen Kitteln. Teilweise hinter einem Mundschutz versteckt.

    Es roch nach Desinfektionsmitteln. Trotz der piependen Geräusche herrschte Stille, anders als auf der Station mit all den Mamis und ihren weinenden Babys im Beistellbett.

    Es war einfach nur beängstigend still. Und da lag er, im Inkubator, kaum sichtbar hinter den vielen Kabeln. Ich war schockiert, das sollte also mein Kind sein? Ich soll Mama sein? Kaum zu glauben…

    Ich tat mir anfangs unwahrscheinlich schwer ein direktes Muttergefühl zu empfinden. Es ist nun mal einfach anders. Schließlich bekommen viele Mütter, gerade bei Notfall- OP’s ihr Kinder im OP nicht zu Gesicht.

    Nach der OP in getrennten Zimmern, wartet man auf den Moment endlich laufen zu können. Meist vergehen dabei Tage.

    Im Vergleich dazu, haben normal gebärende ihre Kinder direkt nach der Geburt, auf der Brust liegen. Deshalb ist es umso wichtiger für Frühgeborene Eltern eine Bindung aufzubauen!

    Was dabei hilft, eine Bindung zu seinem Kind aufzubauen

    Habt keine Scheu eure Babys anzufassen. Mit Hilfe des Personals schafft ihr das! Die Versorgung des Babys ist auch eure Aufgabe und sie ist wichtig. Denn hier, wirst du Schritt für Schritt zur Mutter.

    Anfangs war ich überfordert, nervös und sehr ängstlich. Ich konnte doch nicht so ein kleines Wesen an Kabeln angeschlossen wickeln, geschweige denn anziehen.

    Doch, ich konnte! Ich wuchs über mich hinaus und war stolz. „Ich war Mama und konnte mein Baby selbst versorgen“. Ein tolles Gefühl und aus meiner völlig überforderten Hilflosigkeit, entwickelte ich immer mehr ein Selbstbewusstsein, welches ich definitiv dringend nötig hatte.

    Für meine anfangs nicht vorhandenen Muttergefühle, hat mir das Känguruhen, dass Kuscheln mit dem Früchten auf der Brust, sehr geholfen. Es stärkte die Bindung zwischen mir und meinem Kind.

    Mir selbst gab es jedes mal aufs Neue Kraft und meinem Kleinen tat es ebenfalls gut.

    Es ist die Zeit, in der du die ganzen Monitore um dich herum vergisst, es gibt dann nur dein Baby und dich.

    Und wenn ihr am Abend wieder nach Hause fahren müsst, ohne Kind…seid nicht traurig! Eure Frühchen sind die kleinsten, aber auch größten Kämpfer, die es gibt. Und ein bisschen Loslassen und Vertrauen in eure Babys müsst ihr haben.

    Sie schaffen es und mit diesem Gefühl fahrt ihr jeden Abend nach Hause und am nächsten Morgen seid ihr wieder einen Schritt näher an der Entlassung. Diese Einstellung half mir ungemein die Zeit zu überstehen. Mit ihr fuhr ich fast zwei Monate lang, jeden Tag 60 km.

    Natürlich gab es auch bei uns in dieser Zeit viele schwere Momente, Rückschläge und sehr viele Tränen. Ich glaube, dass Wichtigste ist, Kraft aus seinen kleinen Helden zu schöpfen.

    Heute ist der Räuber über ein Jahr alt und Mama kann ihn kaum aufhalten, so auf Zack ist der kleine Mann. Ein richtiges Schlitzohr 😉

    Yvonne

    Beitragsbild: Maesse Photography / shutterstock
    Pinterest: Yobro10 / Getty Images Pro
  • Schwierige Hebammensuche – und wo ihr Hilfe bekommt

    Schwierige Hebammensuche – und wo ihr Hilfe bekommt

    In diesem Beitrag schildert unsere Gastautorin Yasmin ihre problematische Hebammensuche. Dies ist ja leider für viele werdenden Eltern ein großes Problem, doch wie ihr hier lesen könnt, gibt es Anlaufstellen, die Euch helfen:


    Hebammensuche: Was ich anders gemacht habe!

    Aktuell wird in meiner FB-Mummy-Gruppe folgende Frage immer und immer wieder gestellt: Ab wann habt ihr eure Hebamme gesucht? Beziehungsweise Ab wann sollte man die Hebamme suchen?

    Für beide Fragen kenne ich nur eine gute Antwort: Sobald man von der Schwangerschaft erfährt.Bei mir war das dann quasi in Woche 6. Bestätigt vom Arzt war die SSW eine Woche später.

    Sofort habe ich bei verschiedenen Hebammen-Praxen angerufen bzw. sie angemailt, weil ich unbedingt eine Beleghebamme wollte. Leider hatte ich damit keinen Erfolg, weswegen ich mich an die „Hebammenzentrum Rhein-Sieg/Bonn e.V.“ gewandt habe.

    Diese Stelle hat einen Überblick über alle freien Hebamme aus der Region. Ich habe angerufen und meine Daten hinterlassen – ebenso meinen Wunsch, nach einer Beleghebamme.

    Das Hebammen-Zentrum Bonn unterstützt bei der Suche

    Das Zentrum hat sich dann für mich auf die Suche gemacht und bei verschiedenen Hebammen angefragt. Diese haben sich dann auch zurückgemeldet. Allerdings waren es „nur“ normale Hebammen.

    Also keine Beleghebamme, die mich in der Schwangerschaft, der Geburt und danach begleiten würde. Das war ziemlich niederschmetternd für mich, da ich sehr große Angst vor der Geburt habe und mir so sehr eine Hebamme in den Kreissaal wünsche, der ich vertrauen kann…

    Daher habe ich die ersten Rückmeldungen auch abgesagt und darauf verwiesen, dass ich aufgrund eines Geburtstrauma unbedingt eine Beleghebamme möchte.

    Diese Hoffnung wurde mir dann genommen. Dafür sei es einfach zu spät. Tatsächlichen arbeiten hier manche Hebammen nur monatsweise als Beleghebamme.

    So wie Tina (*), für die ich mich letztlich entschieden habe. Sie bietet Beleggeburten nur bis Mai an. Zu blöd für mich… Aber da ich Angst hatte bei meiner Hebammensuche zu scheitern, wollte ich zugreifen.

    Auch, weil Tina sehr sympathisch herüberkam. Ein Eindruck der sich beim Kennenlernen bestätigt hatte.

    Das Kennenlernen nach der Hebammensuche

    Bevor ich zu meiner neuen Hebamme komme, möchte ich euch schnell über meine ehemalige Hebamme berichten. Ich habe sie quasi gewählt, weil sie damals direkt neben meiner Frauenarztpraxis gearbeitet hatte.

    Das hat einfach gut gepasst. Ich wurde direkt von der Frauenärztin in die Hebammenpraxis geschickt und hatte Glück. Mir ging es bei meiner Hebammensuche nicht um Sympathie oder Vertrauen, sondern schlicht weg um die Nachsorge und ein paar Geburtsvorbereitende Maßnahmen.

    Dementsprechend kühl war unsere Verbindung zueinander. Es war nicht unbedingt unangenehm, aber eben distanziert-professionell.

    Nie wurde über mich gesprochen

    Womöglich ein Grund weswegen meine Wochenbettdepression nie zur Sprache kam – wir haben nie von mir gesprochen, sondern einfach immer nur über das Baby.

    Diesmal wollte ich das nicht. Und ich habe das Gefühl, dass es nicht wieder so werden muss: Tina nahm sich gut anderthalb Stunden Zeit für unser Erstgespräch. Sie hat meine Daten aufgenommen, aber auch Fragen zu mir und die erste Geburt gestellt.

    Sie hat sich die gesamte Geschichte angehört. Dann haben wir über meine Wunschvorstellung der Geburt gesprochen: Der hebammenbegleitete Kreißsaal in Bonn.

    Das ist ein Kreissaal in dem die Hebammen „das Sagen“ haben und Ärzte nur im Notfall dazu stoßen. Es gibt in ganz Deutschland nicht mal zehn solcher Kreißsäle. Und hier in Bonn haben wir einen!

    Ich war happy und hatte Hoffnung, dass die selbstbestimmte Geburt – wenn schon nicht mit Beleghebamme – so klappen würde.

    Meine Hebamme herzlich und ehrlich

    Leider nahm mir Tina diese Hoffnung. So herzlich wie sie zu sein scheint, so ehrlich ist sie:

    „Mit deiner Vorgeschichte und der daraus resultierenden Risikoschwangerschaft, wird es wohl nichts werden, leider“.

    Mittlerweile sollte ich daran gewöhnt sein, dass meine Träume verpuffen. Aber irgendwie war das dennoch ziemlich belastend…

    Bei meiner ersten Schwangerschaft war ich 10 Tage drüber, wurde 3 Tage eingeleitet und erhielt einen Kaiserschnitt nach Geburtsstop. Dieses Risiko würde der Kreißsaal nicht eingehen, um sich „die Quoten“ nicht zu versauen.

    Irgendwie einleuchtend, wenn auch ziemlich wirtschaftlich und unmenschlich. Tina hat mich ermutigt, es dennoch zu versuchen. Sie wollte mich nur darauf vorbereiten, dass mein Wunsch wahrscheinlich eine herbe Enttäuschung erfahren würde.

    Verstanden werden ist sehr wichtig

    Ich bin ihr sehr dankbar für ihre Offenheit. Tina versucht nichts zu umschreiben, sie ist sehr direkt und ehrlich. Etwas, was ich an einem Menschen schätze. Sie sagt, was sie denkt – wie ich.

    Das macht sie sehr sympathisch für mich. Sobald es so weit ist, werde ich mich um einen Termin bemühen, werde aber auch nach Alternativen suchen.

    Beispielsweise auch, wo man einen geplanten Kaiserschnitt machen kann. Tina meinte ganz klar: „Nach deiner Geschichte kann ich deinen Wunsch total nachvollziehen, einen geplanten Kaiserschnitt zu machen.

    Ich stehe da voll hinter dir – egal wofür du dich entscheidest.“ Ich hatte das Gefühl sie meint es ernst. Das war mir sehr wichtig und ich wusste: Die nimmste, die ist cool und akzeptiert dich.

    Regelmäßiges Durchchecken

    Tja und nun komme ich also bei Tina unter und lasse mich im Wechsel zum Frauenarzt alle 4 Wochen von ihr durchchecken. So habe ich alle 2 Wochen eine Vorsorge für´s Baby, was mir nochmal mehr Sicherheit gibt. Das ist ja sehr wichtig für mich.

    Sie weiß auch von meiner Depression und daher bin ich zuversichtlich, dass sie mich bei den ersten Anzeichen zur Brust nimmt und mir den Kopf zurechtrücken wird. Das nimmt mir auch die Angst nochmal in so ein Loch zu stürzen wie nach Claires Geburt.

    Liebe Schwangere: Die Hebammen-Situation – gerade bei Beleghebammen – ist sehr angespannt. Immer wieder lese ich von Frauen, die gar keine Hebamme mehr gefunden haben. Daher mein Rat an euch:

    Sucht frühzeitig, am Besten mit Bekanntwerden der Schwangerschaft nach einer Hebamme und nehmt nicht die Erstbeste, die euch über den Weg läuft. Hört auf euer Gefühl, immerhin erlebt sie viele intime Momente und Gedanken mit euch.

    Was ist mit euch? Seid ihr noch auf Hebammensuche oder habt ihr eine bekommen oder bewusst darauf verzichtet? Gibt es bei euch in der Region auch einen akuten HebammenMangel?

    Kennt ihr übrigens schon unsere Hebammenschülerin Kati? Sie berichtet Euch von ihrer Ausbildung.

    Übrigens engagiert sich das Babytalk-Team mit dem Weltrekord für Hebammen für eine von der Wirtschaftlichkeit entkoppelten Geburtshilfe in Deutschland. Wenn ihr uns dabei unterstützen wollt, findet ihr nähere Informationen unter dem Link Strochenfonds.org, Hinweise der Redaktion.

    Eure Yasmin  (Babytalk – Autorin)

    *Name geändert

    Beitragsfoto: Siegi /shutterstock
  • Geburtsbericht: Ein Kaiserschnitt, der nicht optimal verlief, aber ein gutes Ende nahm

    Geburtsbericht: Ein Kaiserschnitt, der nicht optimal verlief, aber ein gutes Ende nahm

    Ein Geburtsbericht von Mira zu ihrem Kaiserschnitt. Er zeigt, dass ein akuter Personalmangel bzw. Stress in der Belegschaft direkte Auswirkungen auf das Geburtserlebnis haben kann. Auch bzw. gerade bei einem Kaiserschnitt.


    Wir dachten, wir hätten noch 5 Tage bis zur geplanten Entbindung, doch Püppilotta sah das wohl nicht so und wie es nun mal so ist, kommt es im Leben gerne anders als man denkt.

    Herztöne zu schnell

    Am Morgen eines lange geplanten Kontrolltermins erhielten wir beim CTG die unschöne Nachricht „Die Herztöne sind zu schnell“. Die kleine Viktoria hatte Stress!

    Zur Sicherheit sollte das CTG nach mehreren Stunden nochmals wiederholt werden, aber auch da war es nicht besser, und damit die Einweisung ins Krankenhaus unausweichlich.

    Einweisung ins Krankenhaus

    Aber doch nur zu Beobachtung, damit man im Notfall schnell eingreifen kann, dachten wir zumindest. Also packten wir die Taschen, und fuhren ein wenig scherzend in die Klinik unserer Wahl.

    Dort angekommen kam dann CTG Nummer 3 an diesem Tag. Und zwar fast eine Stunde lang. Viktorias Papa und ich machten uns ständig drüber lustig, was wohl wäre, wenn sie jetzt entschieden, Viktoria direkt zu holen.

    Doch das nur, WEIL WIR TOTAL SICHER WAREN, dass wir bis zum ET auf der Station bleiben würden.

    Nach dem CTG wurde ich dann in ein Zimmer gebracht. Und plötzlich kam meine Hebamme mit THROMBOSESTRÜMPFEN. „Also, doch sofort ein Kaiserschnitt?“

    Aber die Frage konnte sie nicht eindeutig beantworten, sie sollte nur vorsichtshalber schon einmal alles vorbereiten. Kurze Zeit danach kam der Narkosearzt. Und machte sich über mich lustig.

    Er fragte mich spöttisch, wie gefährlich eine PDA ist. „Na, zählen Sie doch mal die Nebenwirkungen auf.“ Ok, ich realisierte: Jetzt geht es los! Wir wurden runter in den OP Bereich gebracht. Der Kaiserschnitt war nun leider für mich unausweichlich.

    Kaiserschnitt: Verlegung in den OP

    Und der arme Papa musste erst mal warten und sich OP tauglich anziehen. Ich wurde auf den OP Tisch gesetzt und den Katheter gelegt bekommen.

    Alle waren ziemlich wortlos und etwas genervt, da es bereits die elfte Geburt an diesem Tag war. Und zeitgleich ein EM-Deutschland Fußballspiel lief. Das machte es mir nicht gerade leichter.

    Und dann kam der Narkosearzt in den OP-Saal. Derselbe, der so unfreundlich beim Aufklärungsgespräch war. Aber siehe da: Auf einmal war er richtig nett. Und die OP-Pfleger waren auch sehr nett. So konnte ich mich vor dem bevorstehenden Kaiserschnitt erstmal wieder etwas entspannen.

    Die PDA selber hab ich kaum gemerkt. Und davor hatte ich doch sooo Angst gehabt. Anschließend ist erst mal mein Kreislauf weg gekippt. Auch völlig normal, sagte der Narkosearzt.

    Ich dachte wirklich ich speie gleich neben den OP-Tisch, was ziemlich schwierig geworden wäre, denn ich war wie auf einem Kreuz festgebunden und konnte mich nicht bewegen.

    Aber er sollte Recht behalten: Es wurde besser. Und dann kam auch endlich der umgezogene und aufgeregte Papa von unserer Kleinen.

    PDA wirkte nicht

    Er streichelte während der gesamten Kaiserschnitt – OP meinen Kopf. Als die Ärzte anfingen, an meinem Bauch zu hantieren, fühlte ich unglaubliche Schmerzen. Mir wurde gesagt, das könne gar nicht sein, ich sei einfach zu sensibel.

    Mir wurde wieder total schlecht und schwarz vor Augen. Ich bekam noch alles mit, die PDA wirkte scheinbar noch nicht richtig.

    Aber dann auf einmal, nach einer gefühlten Minute, meinte Viktorias Papa, sie ist wäre raus! Aber ich hatte gar nichts gehört! Da kam Panik hoch: Warum schreit sie nicht?

    Die Hebamme lief flott mit Viktoria zur Babystation, und dann nach einer gefühlten Ewigkeit: endlich ein „Wuuuääääh“.

    DA WAR UNSER BABY!

    Dann wurde sie mir ganz kurz vors Gesicht gehalten, aber ich konnte kaum was sehen, weil ich schon wieder mit dem Kreislauf zu kämpfen hatte.

    Und dann war Viktoria weg. Einfach fort. Sie sollte an das EKG, nur zur Sicherheit. Und ich musste zurück auf die Wöchnerinnenstation. Doch ich muss doch mein Baby in den Arm nehmen!!!

    Ich war nur noch am weinen. Nach einer halben Stunde im Aufwachraum, in der der Narkosearzt sich wirklich lieb mit mir unterhalten hatte, wurde ich dann mit Viktorias Papa in den Kreisssaal gefahren.

    Irgendwie sau ironisch, denn ohne Baby war es dort so schrecklich einsam. Und ich musste wieder weinen.

    Um 1 Uhr morgens kamen wir dann aufs Zimmer zurück. Man hätte uns im Kreißsaal vergessen, erzählte uns die Nachtschwester, die mich bereits gesucht hatte. Ich kam in ein Dreibettzimmer.

    Obwohl uns in den Informationsstunden immer erzählt wurde, dass es das nicht gäbe. Hier war es extrem eng.

    Und Viktorias Papa konnte als frischgebackener Papa und total müde nach Haus fahren.

    Schmerzen wurden wieder stärker

    Natürlich ließ so langsam die Wirkung der PDA nach. Und ich klingelte, um nach Schmerzmittel zu fragen. Die Schwestern kamen mit einem Zäpfchen, und ich sollte mich zur Seite drehen.

    Das ging aber nicht, es tat so schrecklich weh, und ich hatte keine Idee, wie ich mich bewegen sollte. Irgendwie waren die Verbindungen zu den Muskeln weg.

    Also nahmen die Schwestern das Laken vom Bett und warfen mich auf die Seite. Es tat soo weh. Und ich war erst mal kurz weggetreten. Und das Paracetamolzäpfchen hätten sie sich sparen können. Selbst das Atmen gelang mir nicht ohne extreme Schmerzen:(((

    Erste Kontakt mit meinem Baby

    Viktoria bekam ich übrigens erst am nächsten Morgen um 8 Uhr. Und sie hatte bis dahin schon 4 Flaschen Fertigmilch getrunken, obwohl man mir versprochen hatte, sie fürs erste Anlegen zu bringen, sobald sie Hunger hat.

    Ich sollte sie anlegen. Die Schwesternschülerin legte Püppilatta in meinen Arm, und ging. Und ich lag da, mit meinem Würmchen und war total überfordert. Wie geht denn das überhaupt?

    Also wie sollte ich sie ohne Bauchmuskeln von dem Bett zu meiner Brust hochbekommen, und wie bekomme ich sie angedockt? Zudem wusste sie dank der Flaschen gar mehr, was sie mit meiner Brust anfangen sollte.

    Letztlich schrie mich eine Kinderkrankenschwester an, ich sein ja wohl bekloppt dem Baby nicht seine Mahlzeit zu gewähren. Und der Papa von Püppilotta sollte schleunigst eine Flasche besorgen.

    Erklärt wurde mir erst zu Hause im Wochenbett, wie das Stillen geht. Im Krankenhaus hatte keiner Zeit dafür. Und meine Hebamme kam in den 5 Tagen genau einmal für genau eine Minute zu mir.

    Hab ich zu viel Hilfe erwartet?

    Ist es immer so schrecklich kaltherzig, wenn man ein Kind bekommt?

    Also ich werde nie wieder in dieses Krankenhaus gehen, aber bei der nächsten Geburt wird mich neben der Hebamme auch eine Doula begleiten. Da weiß ich wenigstens, dass auf jeden Fall jemand da ist, der auf der Wochenstation hilft, und Ratschläge hat:)

    Übrigens ging es Viktoria von Anfang an sehr gut. Ich möchte den Bericht gerne damit beenden, dass dies alles mental eine ganz schöne Tour war, aber letztlich zählt, dass die Maus gesund ist und rechtzeitig geholt wurde.

    Und nun ist sie eine wunderbare, lebensfrohe siebenjährige Supermaus!:)

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

    Foto: SweetLeMontea / shutterstock

    Anzeige:

     
  • Bericht einer Hausgeburt

    Bericht einer Hausgeburt

    In Anbetracht der immer weniger vorhandenen Hebammen wird eine Hausgeburt leider für immer weniger Eltern eine Option sein, deshalb ist es uns ganz besonders wichtig, Euch diese wunderbare Erfahrung lesen zu lassen!

    Denn nur, wenn wir Eltern in Zukunft weiterhin unsere Hebammen unterstützen, können wir erreichen, dass dieser Job nicht ausstirbt.

    DANKE Kerstin (Blog: fraumama.de) für diese wunderschöne Aufzeichnung!


    05.03.2015 – 20:00 Uhr:

    alle Kinder sind im Bett, ich merke hier und da einen hart werdenden Bauch, genau wie die letzten Wochen auch schon. A., meine Hebamme hat mir schon mehrere Mittelchen gegeben, die das Baby vielleicht aus seiner Höhle locken könnten, aber es zeigt sich durchgehend unbeeindruckt von meinen Bemühungen.

    Ich bin bereits 8 Tage über den Entbindungstermin, A. darf mich höchstens bis zum 10. Tag begleiten. Für den nächsten morgen habe ich einen Termin beim Frauenarzt.

    A. möchte, dass er noch einen Ultraschall macht, um zu sehen, dass es dem Baby noch gut geht. Mir ist das recht, langsam werde ich ja selbst nervös. Bis jetzt hatte ich eine Klinikgeburt immer verdrängt.

    Stefan unterbricht meine Gedanken: „wir sollten uns langsam mal unterhalten, was wir machen, wenn das Baby noch länger auf sich warten lässt. Wo gehen wir dann hin?“

    Also schaue ich mir online Bilder von den Krankenhäusern und deren Kreißsälen in der Umgebung an. Es gibt insgesamt 4, die in Frage kommen würden. Ne, denke ich mir wütend – ich will da nicht hin!

    Ich will da nicht die sterilen Gänge auf und ab tigern und mich mit den Krankenhaus-Routinen rumärgern. Ich bin empört. Ich WILL da nicht hin!

    Ich gehe in mein Gebärzimmer, schaue sehnsüchtig auf den Pool, der seit Tagen aufgeblasen da steht und seufze tief.

    21:00 Uhr:

    Zu dem hart werden kommt ein leichtes ziehen hinzu, fühlt sich relativ regelmäßig an. Ich denke mir: na? Willst du mich mal wieder veralbern? Und schaue nebenbei auf die Uhr: Alle 5 Minuten, ziemlich genau.

    22:00 Uhr:

    Ich sage Stefan, dass ich mal in die Wanne gehe, wahrscheinlich ist der Spuk dann eh wieder vorbei, aber dann ist wenigstens Ruhe.

    22:30 Uhr:

    In der Wanne kommen die Wellen weiterhin, werden nicht stärker, aber auch nicht schwächer. Na gut, mal sehen, was draus wird.

    23:00 Uhr:

    Ich gehe wieder aus der Wanne raus und merke schon, wie mir ziemlich viel „Badewasser“ die Beine runterläuft. Sicher Urin, denke ich mir, meine Blase fühlt sich die letzten Tage ständig voll an.

    Ich gehe auf die Toilette, entleere meine Blase, es tröpfelt noch immer leicht aus meiner Scheide.

    Ich fasse in mich hinein – nein das riecht nicht süßlich, riecht nach nichts. Vielleicht doch Badewasser? Ich mache schon wieder viel Lärm um nichts denke ich mir.

    Ziehe meine Schlafanzughose hoch, beim Bücken kommt nun doch einiges aus mir heraus. Das kann nun doch nicht mehr vom Baden sein – mein Herz macht einen Hüpfer – darauf hab ich soooo sehnsüchtig gewartet!

    Ich rufe A. an, sie kommt und freut sich!

    23:30 Uhr:

    A. bestätigt, dass es FW ist. Da ich noch keine starken Wehen habe, schicke ich sie wieder nach Hause. Ich möchte nicht beobachtet werden. Sie geht.

    Dann rufe ich meine Mutter und meine Schwester an, sie haben 1 Stunde Anfahrtsweg. Sie kommen. Meine Mama soll sich während der Geburt um die 4 Kinder kümmern, meine Schwester soll Fotos machen und filmen.

    06.03.2015: 00:30 Uhr:

    Meine Mama und E. kommen, freuen sich. Die Wehen sind minimal stärker, aber ich spüre: das dauert noch.

    Wir sitzen im Wohnzimmer und quatschen, nach und nach werden alle müde, die Augen werden schwerer. Da ich merke, dass es diese Nacht nichts mit dem Entbinden wird, beschließe ich, die Kinder doch am nächsten morgen in Schule und KiGa zu schicken.

    Ich möchte nicht auch noch 4 ungeduldige Kinder herumsausen haben. Außerdem haben wir kaum geschlafen und können alle etwas Ruhe gebrauchen.

    Die Wehen kommen weiterhin unregelmäßig stark, mal recht leicht, dann wieder eine stärkere – was wird das werden, denke ich mir.

    08:00 Uhr:

    A. kommt, hört die Herztöne ab, alles ok da drinnen. Ich schicke sie wieder. Sie hat viele Termine und ich spüre: ich brauche sie noch nicht.

    Sie vergewissert sich mehrmals, ob sie wirklich fahren soll, spricht mit mir ihre Termine in der Umgebung durch und möchte gegen Mittag wieder mit mir telefonieren.

    Es tut sich nicht besonders viel, ich döse vor mich hin, hab keine Lust auf Bewegung, will einfach meine Ruhe.
    Die ganze Zeit über habe ich Schleimabgang.

    Na wenigstens zeigt mir das, dass ich tatsächlich in der Geburt stecke, denke ich mir.

    14:00 Uhr:

    A. kommt erneut, sie wirkt etwas besorgt, wir sprechen es beide nicht aus, aber ich weiß, dass sie sich Gedanken um den Zeitfaktor macht, denn nach Blasensprung darf sie mich nur 24 Stunden betreuen.

    Ich schicke sie wieder weg, die Herztöne sind gut, dem Baby geht es gut, das ist das Wichtigste.

    20:00 Uhr:

    die Kinder sind im Bett, den ganzen Tag bin ich durchs Haus getingelt, hab hier und da Wehen veratmet und nun sind sie so gut wie weg. Nichts lässt auf eine baldige Geburt schließen, mir kommen die abstoßenden Bilder der Kreißsäle in den Sinn.

    Ich gehe da nicht hin! Basta! Dann bleib ich lieber alleine ohne Hebamme daheim. Ich bin leicht verzweifelt und irgendwie trotzdem innerlich ruhig. Etwas sagt mir: es wird schon alles gut.

    21:00 Uhr:

    A. kommt. Sie möchte mir einen Einlauf machen. Ich willige ein – alles, Hauptsache daheim.

    Sie verabschiedet sich – gegen 22.30 Uhr will sie wieder anrufen, sollte ich mich nicht vorher melden. Ich gehe auf die Toilette, fühle mich gut, dann kann ich mich später wenigstens hemmungslos gehen lassen, denke ich mir.

    Ich schicke Stefan ins Bett, er soll schlafen. Hat sich den ganzen Tag um alles gekümmert und ist todmüde, das sehe ich ihm an.

    21:30 Uhr:

    Puh, wo kam das denn jetzt her? Ich hänge gebückt über der Küchentheke und schnaufe richtig fest. Schon die zweite so starke Wehe innerhalb von 5 Minuten.

    Und gleich wieder eine. In meinem Unterleib hallt der Schmerz noch nach. Ich will Wärme! Schnell lasse ich in der Pause Wasser in den Pool laufen. Hoffentlich dauert es nicht so lange.

    Und wieder eine! Ich drücke E., meiner Schwester mein Handy in die Hand und sag ihr, sie soll die Abstände messen.

    Meine Mutter meint aus dem Hintergrund: „jetzt geht aber was weiter, oder?“ Ich antworte etwas genervt: „sieht danach aus, oder?“

    22:00 Uhr:

    Der Pool ist voll, ich kann es kaum erwarten endlich Wärme um mich rum zu haben. Ziehe mich aus und steige schnell rein. Die Wehen kommen alle 2 Minuten und sind so schmerzhaft dass ich bereits richtig tief atme, stöhne, töne.

    Ich weise E. an, Stefan zu wecken. Stefan kommt, total verpennt, kann gar nicht glauben was hier los ist, eben war doch alles ruhig. Ich sage ihm, er soll A. anrufen und dann den Ofen anmachen. Mir ist kalt trotz des warmen Wassers.

    22:30 Uhr:

    A. kommt. Sie tastet nach dem Muttermund 4-5 cm – schöne Scheiße denke ich mir, das kann ja noch heiter werden, wenn das noch lange so weiter geht.

    Ich bin nicht mehr in der Lage zu sprechen, Stefan streichelt mir den Kopf, ich bin bei mir, bei den Wehen, versuche, so gut wie es geht, mit ihnen mitzugehen.

    23:00 Uhr:

    Ich spüre, wie das Köpfchen tiefer kommt, fühle in meine Scheide, spüre etwas festes weiches. Komm Baby, komm raus, ich fange dich auf, ich hab dir das so oft versprochen in den letzten Wochen.

    A. lässt mich ganz in Ruhe. Ich bin so froh, bin daheim in meinem Wohnzimmer und kann endlich mein Baby auffangen.
    Der Kopf kommt, ich spüre es. Ich lehne mich kniend an den Rand des Pools.

    Eine Hand halte ich gegen meine Scheide, dehne vorsichtig nach allen Seiten, möchte etwas Platz schaffen. Das Köpfchen kommt, ich halte vorsichtig dagegen und drücke mit meinem Atem leicht mit. Es brennt und drückt.

    Ich weiß: nur noch ein bisschen und wir haben es geschafft. Ich merke, wie die Panik in mir aufsteigt, kann mich aber gut beruhigen. Ich spüre gar keine Wehen mehr, konzentriere mich auf nichts, lass es einfach kommen.

    Der Kopf ist geboren, ich bin so glücklich! A. meldet sich hinter mir: „wenn das Köpfen kommt, dann geh einfach mit. „Häh? Ich erwidere: „der Kopf ist schon da…“.

    …Verwunderung. Meine Mutter kommt näher.

    Ich wechsle die Position, setze mich wieder in Rückenlage. A. möchte an mich hingreifen, aber ich sage ihr, dass ich es selbst auffangen will. Und das tue ich. Ich drücke noch einmal nach und fange mein Baby auf.

    23.16 Uhr:

    Geschafft, ich hab’s ganz alleine geschafft!

    Die Nabelschnur ist etwas kurz, ich bekomme das Baby gerade bis zum Bauchnabel. Ich versuche ihm zwischen die Beine zu sehen.

    Es ist ein Mädchen, so wie ich es mir gedacht habe. Meine 5. Tochter, Matilda Anna, ist da! Um mich herum kullern die Tränen, ich kann’s noch gar nicht begreifen!

    Da die Nabelschnur so kurz ist, und bereis auspulsiert, nabeln Stefan und A. sie noch im Pool ab. Jetzt können wir kuscheln. Matilda schreit kräftig, es geht ihr gut. Sie fängt sofort an zu saugen.

    Die Plazenta kommt ein paar Minuten später nach. Gegen 24 Uhr steigen wir aus dem Pool, mir ist kalt geworden, und ich möchte nicht, dass Matilda friert.

    Wir ziehen um aufs Sofa, ich habe nur einen kleinen Riss an der Klitoris, wir entscheiden nicht zu nähen. A. erledigt den Papierkram, während wir staunen und kuscheln. Meine Mama und E. verabschieden sich bald, wollen uns unsere Ruhe lassen.

    Die Kinder hab ich letztlich nicht dazu geholt, weil ich mich in dem Moment nicht dabei wohl gefühlt hätte. Am nächsten Morgen wachen sie aber schon früh durch Matilda’s Weckrufe auf und kommen alle zum Begrüßen in unser Bett.

    Ich sehe mich um – 5 Töchter und den besten Mann der Welt – das ist das pure Glück!

    Eure Kerstin (Babytalk – Autorin)

    Foto: Tomsickova Tatyana / shutterstock
  • Einfluss der Geburt auf die Persönlichkeit des Babys

    Einfluss der Geburt auf die Persönlichkeit des Babys

    Und welchen Einfluss hat unsere Geburt auf unser späteres Leben? Allen Eltern geht es darum ihren Kindern eine sanfte und sichere Geburt und somit einen schönen Start ins Leben zu ermöglichen.

    Nachfolgend findet ihr meine Erfahrungen und Kenntnisse aus meiner Arbeit als Therapeut, Persönlichkeitsentwickler und Vater zu diesem Thema. Früher dachte man, Neugeborene wären wie ein ungeschriebenes Blatt und somit absolut gefühllos.

    Wenn kleine Eingriffe vorgenommen wurden, wurden diese in der Regel ohne Betäubung durchgeführt. Schreien und Weinen wurden als Reflexe abgetan, so als ob sie noch kein Schmerzempfinden hätten.

    Heute weiß man, dass sie bereits im Mutterleib ganz viel mitbekommen, und diese Erfahrungen häufig ihr späteres Leben beeinflussen.

    Schwangerschaft – Vorbereitung auf die bevorstehende Geburt

    Im Mutterleib nimmt der Embryo alle Gefühle der Mutter wahr, ob Angst, Trauer, Freude oder Schmerz. Die Gedanken zu den Gefühlen bleiben den Embryos/Föten dagegen verborgen. Dies ist vor allem in den ersten Lebensjahren so extrem, da Babys in dieser Zeit, alles was um sie herum geschieht als von ihnen bewirkt wahrnehmen. Sie sind der Mittelpunkt allen Lebens um sie herum. Sie fühlen sich verantwortlich, wenn Mama oder Papa lacht oder weint.

    Wenn eine werdende Mutter, durch einen Todesfall im engeren Verwanden- oder Bekanntenkreis sehr viel Traurigkeit während der Schwangerschaft fühlt, was vollkommen verständlich ist, wird das heranwachsende Kind später das Leben sehr wahrscheinlich mit viel Trauer und Schmerz verbinden und dies somit immer wieder in sein Leben ziehen.

    Es sei denn, viele positive Ressourcen, wie z.B. eine enge und liebevolle Bindung zur Mutter (und Vater) nach der Geburt, überlagern die traurigen Gefühle.

    Wir können uns wie eine Festplatte vorstellen, die während der Schwangerschaft/Geburt mit viel schmerzhaften Erfahrungen beschrieben wird. Die spätere Liebe überschreibt nun die Festplatte mit ganz viel positiven Gefühlen und daraus entstehenden Überzeugungen, wie „ich bin liebenswert“. Dies hebt mit der Zeit immer mehr die Chance, dass der Lesekopf der Festplatte immer häufiger auf ein positives Gefühl/Überzeugung trifft als zuvor.

    Geburt im Kreissaal vs. natürliche Klinikgeburt

    Die Geburt sollte, sofern nichts Medizinisches dagegen spricht in einer aufrechten Haltung von statten gehen, denn generell wirkt beim „Hocken“ die Schwerkraft unterstützend bei der Geburt mit. In der aufrechten Haltung der Gebärenden hat ihr Becken zudem den größtmöglichen Raum, so dass dem Kind beim Stehen und Knien der Mutter viel Platz im Becken geboten wird.

    Und den meisten Frauen geht es besser, wenn sie dazu zwischendurch immer wieder umher laufen. Wenn es medizinisch nicht zu riskant ist, sollte das Neugeborene nach der Geburt erstmal auf dem Bauch oder in dem Arm der Mutter liegen.

    Gott sei Dank ist dies mittlerweile in den allermeisten Geburtskliniken unterstützt. Unsere Geburt ist eines der traumatischsten Erlebnisse in unserem Leben.

    Wir werden aus einem geborgenen Heim, der Gebärmutter, in der wir uns sicher fühlen, in der wir die Geräusche (Herztöne, Atem, Organe…), Gerüche und die Stimme der Mutter/Eltern kennen, „herausgerissen“. Und in eine schier „grenzenlose“ und fremde Welt mit unzähligen neuen Eindrücken geboren. Dies macht jedem Neugeborenen Angst.

    Es ist wie eine Art „Sterben“, ein Eintritt in eine unbekannte Welt. Aus diesem Grund brauchen diese neuen Erdenbürger in den darauffolgenden Wochen/Monaten noch viel Nähe und nicht zu viele fremde Eindrücke.

    Geburt Baby wird bei Kaiserschnitt geholt

    Intuitiv legt man sie zum Schlafen in ein kleines Bettchen oder macht ein größeres durch „Decken oder andere kuschelige Dinge“ die nicht die Atmung des Babys gefährden kleiner.

    Kaiserschnitt

    Bei einem Kaiserschnitt geht es besonders darum, die eher negativen Rahmenbedingungen der Geburt, viel Licht und häufig auch Zeitnot durch eine möglichst RUHIGE Geburtsatmosphäre auszugleichen. Und der „hilflosen“ Mutter und dem Ungeborenen mit viel Wertschätzung zu begegnen.

    Verständnisvolle Frauenärzte klopfen, sofern es die Zeit zulässt, nach dem Aufriss der Bauchdecke an der Gebärmutter an. Und kündigt die Kontaktaufnahme an, um dem Fötus auf den bevorstehenden „Gewaltakt“ vorzubereiten.

    Geburtsvorbereitung Schwangere liegt auf einem Ball

    „Hallo du Kleines, gleich wird jemand mit seinen Händen zu dir durchdringen und dich aus deinem schönen Heim herausheben und deiner Mutter auf die Brust legen. Sie ist gerade etwas aufgeregt, doch mach dir keine Sorgen, es geht ihr gut und sie freut sich auf Dich.“

    Hausgeburt und Geburt in einem Geburtshaus

    Bei Geburten in der heimischen Wohnung oder in einem Geburtshaus wird, wenn möglich, häufig der Raum abgedunkelt und nur Kerzen- bzw. sanftes Licht verwendet.

    Ruhige oder entspannende Musik kann dem neuen Erdenbürger, zudem den Schritt in die neue Welt erleichtern. Allen Anwesenden ist in einem solchen Fall bewusst, dass eine entspannte Atmosphäre sehr wichtig und vor allem sehr hilfreich ist. In so einer ruhigen Atmosphäre kann die Gebärende, sich leichter entspannen. Nicht selten wird der werdenden Mutter vorgeschlagen noch ein kurzes warmes Bad zu nehmen.

    Viele Mütter genießen das Ritual zu einer ähnlichen Tageszeit bei entspannter Musik mit dem Ungeborenen in Kontakt zu gehen. Sie erzählen ihm über ihren Tag, ihre Wünsche und ggf. auch Ängste, sofern diese nicht zu extreme Emotionen hervorrufen.

    Wassergeburt Gebärende in einer Wanne

    Diese Musik kann dann auch während der Schwangerschaft abgespielt werden.

    Wassergeburt

    Eine Wassergeburt kann zu Hause, in einem Geburtshaus und in den meisten Kliniken vorgenommen werden. Dabei hockt die Gebärende in einer körperwarmen „Wanne“ und wird bestenfalls mit dem Atem unterstützt sich zu entspannen.

    Dabei wird darauf geachtet, dass der Aufenthalt nicht zu lange ist, da er sonst zu einer Belastung für Mutter und Kind werden kann. Hockt sich die Frau hin, kann der kindliche Kopf leichter in den engen Beckenausgang hineinrutschen.

    Je entspannter die Gebärende ist, desto leichter und schmerzfreier wird die Geburt. Es gibt auch Mütter, die so im vertrauen sind, dass sogar das erste Kind leicht und zügig zur Welt kommt. Hier sind es vor allem die eigenen mit der Geburt verbundenen Gedanken und Überzeugungen der Mutter, die die Geburt ihres Babys beeinflussen.

    Häufig sind diese, u.a. durch erzählte Horrorgeburten, mit sehr viel Angst besetzt. Dies lässt die Mutter nicht zuletzt im Beckenbereich verspannen. Was es der Gebärmutter schwerer macht sich zu öffnen. Hier wirkt das warme Wasser entkrampfend und der Beckenboden wird elastischer und gibt leichter nach.

    Das Wasser ist außerdem das Element, wo sich das Neugeborene am heimischsten und wohlsten fühlt. Es hat ja nun einmal sein bisheriges Leben in solchem verbracht. Übrigens: sobald das Kind geboren ist, macht es durch Paddelbewegungen von sich aus deutlich, wann es aus dem Wasser gehoben werden muss, um seinen ersten Atemzug zu tun. Die meisten Babys paddeln sogar selbst an die Oberfläche.

    Bei der Geburt im körperwarmen Wasser ist die „neue Welt“ nicht mehr ganz so fremd.

    Alle der hier aufgeführten Geburtsarten haben ihren spezifischen Einfluss auf das kommende Leben des neuen Menschen.
    (Weitergehende Informationen über die Geburt im warmen Wasser findet ihr hier.)

    Überzeugungen über das Leben

    Nachfolgend habe ich einige typische Überzeugungen aufgeführt, die bei der Geburt entstehen und unser zukünftiges Leben beeinflussen können. Warum? Weil wir alle ersten Erfahrungen, die wir als Mensch auf dieser Welt machen, erstmal als absolute Wahrheit annehmen.

    Ob Babys in diesen Situationen, diese Überzeugungen übernehmen, hängt nicht zuletzt von den vertrauensstärkenden Erfahrungen und vor allem von der liebevollen Zuwendung ihrer Eltern und weiteren unterstützenden Überzeugungen über das Leben ab.

    • Wenn das Neugeborene nach der Geburt, aus welchem Grund auch immer, nicht bei der Mutter liegen und auch nicht beim Vater auf den Arm kann, fördert dies die Angst des Verlassen Werdens und/oder „ich bin nicht liebenswert“.
    • Falls das Baby geholt werden muss, verstärkt es die Überzeugung, „Ich habe versagt, ich schaffe es nicht allein“.
    • Eine eingeleitete Geburt, kann die Überzeugung fördern, „Ich habe keine Zeit“.
    Geburt Mutter liegt mit Baby auf dem Bauch im Bett und wird von ihrem Mann geküsst

    Fazit zur perfekten Geburt

    Nichtsdestotrotz bin ich der festen Überzeugung, dass wir als Eltern, Hebamme und Ärzte nur unser Bestes geben können. Und wenn es dann doch eine eher traumatische Schwangerschaft oder Geburt wird, dann ist es so.

    Mehr als sein Bestes geben kann man nicht! Die daraus resultierenden Erfahrungen und Überzeugungen, so wenig Lebensfreude sie auch ausdrücken mögen, werden dann für das Kind wichtig sein. Sie werden ihm helfen seine Persönlichkeit zu entwickeln und seinen Platz im Leben zu finden.

    Und so kann z.B. die Geburtsüberzeugung „Ich schaffe es nicht“ gerade dazu führen, dass dieser Mensch in seinem Leben alles daran setzt „Alles zu schaffen, was er sich vornimmt und Großes vollbringen“.

    Werdende Mütter sollten bei der Wahl der Geburtsart vor allem auf ihr Gefühl hören und schauen, wem sie am meisten vertrauen. Vertrauen ist absolut notwendig, um während der Geburt entspannen zu können. Wenn sie sich sicher fühlt, fühlt sich auch ihr Ungeborenes sicher.

    Sie sollte zudem für sich überlegen, wem sie dabei haben möchte, wobei Gedanken, dies kann ich jenem oder jener nicht antun, nicht hilfreich sind. Gespräche mit dem ungeborenen Baby fördern die Entspannung sowohl der Mutter als auch des Babys.

    Nach der Geburt ist es vor allem wichtig, dass die frischgebackene Mutter ihr Baby in ihren Armen oder auf ihrer Brust halten kann. Dies gewährleistet für beide, dass die während der Schwangerschaft aufgebaute Bindung nicht unterbrochen wird. Und der nicht immer schmerzfreie Prozess der Geburt, gut verarbeitet werden kann.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)


    Nachfolgend findet ihr einen Kommentar einer Leserin, die eine traumatische Geburt hatte und was sie danach beobachten konnte:

    Also ich habe durch die Schwangerschaft eine seltene Krankheit namens ppcm (= peripartum cardiomyopathy; zu Deutsch: schwangerschaftsbedingte Herzinsuffizienz) bekommen.

    Hatte in der 39. SSW noch ein extremes hellp (HELLP ergibt sich aus den englischen Begriffen für den Abbau der roten Blutkörperchen (haemolysis), für erhöhte Leberwerte (elevated liver enzymes) und für die erniedrigte Zahl von Thrombozyten (low platelets), weshalb ein Notkaiserschnitt bei mir vorgenommen werden musste, bei dem ich und meine Maus fast gestorben wären.

    Das ist jetzt 8 Monate her und ich habe eine posttraumatische Belastungsstörung zurückbehalten. Jedes Mal, wenn ich (vor allem kurz nach der Geburt) mit meiner Psychologin darüber gesprochen habe, war die Kleine auch dabei und begann immer wieder zeitgleich extrem zu weinen und zuschreien an.

    Wenn ich mit dem „Erzählen“ fertig war, hörte sie auch auf.

    Meine Psychologin hat dann immer gesagt, dass die Kleine das genauso fühlt bzw. gefühlt hat und das Ganze mit mir gemeinsam verarbeitet.

    Ich bin mittlerweile der Meinung, dass die Geburt sich sehr wohl im Unterbewusstsein manifestiert. Sie bleibt (nach meiner Vorstellung) als Bilder verankert und prägt uns alle individuell.

    Wie so oft ist es so, dass wir Menschen Dinge nicht glauben und verstehen, die wir nicht greifen oder sehen können.

    Menschen die eine ganz normale unkomplizierte Geburt erlebt haben, tun sich wahrscheinlich noch schwerer, sowas nachzuvollziehen.

    Sabrina (Babytalk-Leserin)


    Kaiserschnitt Filmbild mit Schwangeren im Krankenhaus

    Übrigens wurde am 19.06.2017 im ARD ein Beitrag gesendet, welcher aufzeigt, warum immer öfter unnötige Kaiserschnitte gemacht werden (ca. 5_Minuten):

    Beitragsfoto: zlikovec / shutterstock
    2 Foto: jomphong / shutterstock
    3 Foto: Kazenon / shutterstock
    4 Foto: ChameleonsEye/ shutterstock
    5 Foto: nata-lunata / shutterstock 
    Pinterestfoto: gorodenkoff von Getty Images (über Canva)
  • Geburt: Tipps für einen Kaiserschnitt

    Geburt: Tipps für einen Kaiserschnitt

    An dieser Stelle möchten wir werdenden Eltern ein paar Ratschläge geben, wie man eine Kaiserschnitt – Geburt für sich persönlich optimieren kann:

    Vergesst die üble Nachrede zu diesem Thema: „Eine Geburt ist nur dann eine richtige Geburt, wenn vaginal entbunden wurde!“

    Irgendwie haben alle, die so etwas behaupten noch nie eine Geburt erlebt. Denn das wesentliche am so umstrittenen Kaiserschnitt, so denken wir, ist doch folgendes: Es kommt ein Baby zur Welt! Ein Wunder geschieht!

    Der neue Erdenbürger kommt raus aus dem kuscheligen, warmen Bauch in die kuscheligen, warmen Arme seiner Eltern.

    Das Baby kommt aus dem bisherigen, geschützten Universum in diese aufregende Welt. Es nabelt sich das erste mal in seiner Lebensgeschichte ab.

    Veränderungen stehen an

    Die Mutter ist nicht mehr länger schwanger, sondern wird zusammen mit dem Vater in Zukunft einen Menschen Hand in Hand durch das Leben begleiten.

    Für das Baby ist dieser Moment, ganz egal wie es passiert, aufregend und nicht selten traumatisch: Entweder es wird durch einen wahnsinnig engen Tunnel gedrückt oder von fremden Händen aus der bisherigen Umgebung herausgerissen.

    Die Folge beider Wege:

    Es muss von jetzt auf gleich atmen, sich an Luft gewöhnen, Temperaturwechsel aushalten, Geräusche hören, die ganz anders sind, wie bisher, und wenn es die Augen aufmacht: Sehen, wie noch nie bisher… Wahnsinnig viel, nicht wahr?

    Warum wird so viel darum gestritten, welches denn nun eine richtige Geburt ist? Wenn man mal diese Perspektive betrachtet, ist diese Diskussion völlig sinnlos.

    Dazu sollte man vielleicht erwähnen: Ein Kaiserschnitt erspart keinesfalls die Schmerzen. Zwar sind die Schmerzen nicht direkt während der Geburt vorhanden, dafür kommen sie im Nachhinein.

    Was heute auch in den meisten Kliniken normal ist: Das Bonding fehlt keineswegs, nur weil per Kaiserschnitt entbunden wird.

    Kaiserschnittgeburt versus Bonding

    Viele Ärzte ermöglichen einem sogar inzwischen die sogenannte „Kaisergeburt“, bei der die Gebärende in dem Moment, in dem das Baby herausgehoben wird, zusehen kann (und keine Angst: Dank des Bauches sieht man nichts ekliges).

    Direkt im Anschluss wird das Baby unter normalen Umständen direkt auf die Brust der Mutter gelegt. Das ist natürlich genau, wie bei der vaginalen Geburt vom Zustand des Babys und der Mutter abhängig.

    Auch, wenn wir nicht unbedingt glauben, das Geburtspläne funktionieren (wie kann man wissen, was man während der Geburt wirklich möchte?), sprecht diese Themen im Vornherein mit eurem Entbindungsteam ab.

    Im Nachhinein ist dieser Moment nicht mehr zu ändern. Und nur, weil man seine Wünsche nicht äußert, soll ein Kaiserschnitt nicht zur Enttäuschung werden!

    Zur Operation

    Wenn ihr Mütter das Gefühl habt, dass ihr gleich vom OP-Tisch fallt, weil man so sehr an euch ruckelt, dann ist es bis zur Geburt nur noch wenige Sekunden weit! Die machen das tatsächlich mit Absicht, und es heißt nicht, dass das Baby feststeckt.

    Dies gehört zu der Methode, den Bauch so schonend wie möglich zu öffnen. Dadurch wird dafür gesorgt, dass das Gewebe besser wieder zueinander findet.

    Geburt Baby wird per Kaiserschnitt geholt

    Nach dem Kaiserschnitt

    Ist der Kaiserschnitt vollendet, kommen Mutter und Kind auf die Station. Hier nun ein paar Tipps, die das Leben mit einer Kaiserschnittnarbe ungemein erleichtern.

    Lasst euch nicht von einem nicht selten überlasteten Personal aus dem Bett „jagen“! Wir sagen nicht, dass es nicht gut ist, sich zu bewegen.

    Das ist sogar sehr wichtig für den Kreislauf und den Heilungsprozess. Aber: Ihr habt das Recht, in Eurem eigenen Tempo aus dem Bett zu steigen.

    Und wenn es eine Stunde dauern sollte, dann ist es halt so. Und nichts ist schlimmer, als eine gestresste Krankenschwester, der es in diesem Moment zu langsam geht und die euch dann einfach herauszieht. Nichtzuletzt weil immer mehr Geburtsstationen geschlossen werden und die noch bestehenden nicht selten überfordert werden.

    Also: Ihr bestimmt das Tempo, und sollte es noch nicht gehen, dann lasst es eben, ihr müsst nicht zusammenklappen, nur weil es „immer“ so gemacht wird. Und da die meisten Krankenhäuser über elektrisch verstellbare Betten verfügen:

    Sollte man zuerst die Lehne in die senkrechte bringen, dann das Bett nach ganz unten (damit die Füße auf den Boden kommen), und anschließend so weit hoch fahren lassen, bis Mama steht, erspart sich die frischgebackene Mutter, die ersten Tage den Kampf beim Aufstehen.

    Hier ein Kommentar einer Kaiserschnitt – Mama zu ihrer Narbe:

    „Ich hatte mir da unten übrigens alles ganz anders ausgemalt, als es echt ist, da die ersten Tage nach dem Kaiserschnitt alles seltsam vom Jod verfärbt ist, und das ist ein sehr seltsamer Anblick.

    Nach dem ersten Duschen ist dies zum Großteil weg, und was kam zum Vorschein: Ein glatter schöner Schnitt, mit nur wenigen Stichen vernäht.“

    Also: Kopf hoch, wenn euer Baby diesen Weg wählt. Und keine Angst, wenn ihr euch selber dazu entschließt. Wenn man auf die eigenen Grenzen achtet, kann man sich vieles erleichtern.

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

    Im Artikel „Ein Kaiserschnitt, der nicht gut verlief, aber ein gutes Ende nahm„, könnt ihr Miras persönliche Kaiserschnitt – Erfahrung nachlesen.

    Beitragsfoto: jomphong / shutterstock  
    Foto 2: Steve Lovegrove / shutterstock