Ein „Blessingway“ ist eine spirituelle und kulturelle Feier, die ursprünglich von den Navajo-Indianern stammt, aber auch von anderen indigenen Gemeinschaften übernommen wurde. In der modernen westlichen Kultur wird der Begriff „Blessingway“ jedoch oft verwendet, um eine alternative Form des Babyshowers oder eine spirituelle Segnungszeremonie für werdende Mütter zu beschreiben.
Im traditionellen Kontext der Navajo-Indianer ist ein Blessingway eine Zeremonie, die dazu dient, positive Energie zu fördern, Schutz zu gewähren und Segnungen für eine Frau während ihrer Schwangerschaft und Geburt zu erhalten. Die Zeremonie kann Lieder, Gebete, Rituale und Geschenke umfassen, die darauf abzielen, die werdende Mutter zu stärken und zu unterstützen.
In der modernen Interpretation wird der Begriff Blessingway oft verwendet, um eine Feier für werdende Mütter zu beschreiben, die sich von traditionellen Babyshowern unterscheidet. Statt sich nur auf Geschenke und Spiele zu konzentrieren, betont der Blessingway die spirituelle und emotionale Unterstützung für die Mutter. Es können Elemente wie Meditation, Rituale, Segnungen und das Teilen von Geschichten und Weisheit eingebunden werden, um eine positive und unterstützende Atmosphäre zu schaffen.
Wer bietet Blessingway Rituale an?
Blessingway-Rituale werden oft von spirituellen Führern, Geburtsbegleitern, Doula-Praktizierenden, Hebamme oder auch von Frauen in der Gemeinschaft angeboten, die sich auf diese Art von Zeremonie spezialisiert haben. Es gibt auch professionelle Blessingway-Organisatoren oder Zeremonienleiterinnen, die solche Feierlichkeiten für werdende Mütter und ihre Gemeinschaft planen und durchführen.
Es kann hilfreich sein, lokale spirituelle Gemeinschaften, Geburtszentren, Hebammen-Praxen oder Doula-Dienstleister nach Empfehlungen zu fragen. Es gibt auch Online-Ressourcen und Plattformen, auf denen Sie nach Experten suchen können, die Blessingway-Rituale anbieten. Es ist wichtig, jemanden zu finden, der mit den kulturellen und spirituellen Aspekten vertraut ist und die Bedürfnisse und Wünsche der werdenden Mutter respektiert.
Wenn Sie daran interessiert sind, ein Blessingway-Ritual zu organisieren, können Sie auch in Erwägung ziehen, dies selbst zu tun, indem Sie Informationen über die traditionellen Elemente sammeln und kreative Wege finden, um eine unterstützende und bedeutungsvolle Zeremonie für die werdende Mutter zu gestalten.
Wie kann ich selber Blessingway Ritualleiterin werden?
Zertifizierung zur Ritualleiterin (optional):
– Einige Ausbilder bieten Zertifizierungen zur Blessingway Ritualleiterin an. Dies ist optional, kann jedoch Ihre Glaubwürdigkeit und Fachkenntnisse stärken.
Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass die Arbeit als Blessingway-Ritualleiterin oft mit tiefen emotionalen und spirituellen Aspekten verbunden ist. Eine respektvolle und einfühlsame Herangehensweise ist entscheidend, um Frauen und ihre Gemeinschaften während dieser bedeutenden Lebensphasen zu unterstützen.
Der Begriff „Trauma“ kommt aus dem Griechischen und heißt soviel wie „Wunde“, genau genommen seelische Wunde bzw. Verletzung. Von einer traumatischen Erfahrung spricht man, wenn sich ein Mensch in einer lebensbedrohlichen Situation befindet bzw. empfindet, in der er keinen Ausweg mehr sieht durch Kampf oder Flucht zu entkommen. Dabei kann es zu einer extremen Belastung des Gefühlsleben kommen. Nicht selten endet diese in einer Überforderung, da das Gehirn alles daransetzt, die verletzende Erfahrung zu verarbeiten. Daraufhin fällt das Gehirn in eine Art „Starre“.
Unser inneres Kind – dieser ursprüngliche unschuldige und schutzlose Teil von uns bleibt, erstarrt, sprachlos und verletzt tief verborgen in uns zurück.
Alle Lebendigkeit und Fähigkeit zu fühlen und uns mitzuteilen scheint verloren gegangen. Unser Nervenenden arbeiten stehen in Flammen auf Hochtouren.
Wir funktionieren nur noch im Automodus.
Geburtstrauma entstehen in den seltensten Fällen allein durch starke körperliche Schmerzen unter der Geburt. In der großen Mehrzahl entsteht ein Trauma, wenn es während der Geburt zu einer Situation kommt, in der die Gebärende sich ausgeliefert und nicht in der Lage fühlt die „Kontrolle“ über den Prozess zurückzugewinnen. Dabei spielen fast immer andere Menschen, in aller Regel unbeabsichtigt, eine maßgebliche Rolle. Wobei in vielen Fällen eine Überforderung des Klinikpersonals eine Rolle spielt.
Ursachen eines Geburtstrauma
Der Rahmen bzw. die Atmosphäre in der die Geburt von statten geht, trägt entscheidend zur der Verletzlichkeit der Gebärenden bei. Und so fühlen sich sehr viele Frauen vor allem bei einem weiterfortgeschrittenen Geburtsprozess und der damit verbundenen „Nacktheit“ in diesem fremden Rahmen extrem verletzlich.
Typische Auslöser sind nicht klar kommunizierte Interventionen, wie zum Beispiel das Setzen einer Injektion/Tropfs, eine nicht selten unter Stress unsanft ausgeführte vaginale Untersichungen oder fehlerhaft ausgeführte Kristeller-Handgriffe, etc.
Sich unter der Geburt einem „schmerzhaften“ Angst verursachendem Geschehen hilflos ausgeliefert zu fühlen.
Auch wenn sich womöglich viele dieser betroffenen Frauen bei durch mangelnde Kommunikation in einer weniger von Hormonen beeinflussten Situation nicht so ausgeliefert gefühlt hätten, fühlen sie sich unter der Geburt häufig schneller hilflos.
Angst ist das prägende Gefühl. Diese kann durch Unwissenheit, Schmerz oder Hilflosigkeit bedingt sein. Angst bedeutet für unser Stammhirn, welches auf unsere tierischen Vorfahren zurückgeht, immer gleich Todesangst.
Die typischen Verhaltensmuster bei Angst bestehen in Weglaufen, Angreifen und Erstarrung, wobei unter der Geburt aufgrund der Umstände vor allem die Erstarrung auftritt. Hauptkennzeichen der Erstarrung ist ein stockender Atem. Die Hilflosigkeit ohne eine Idee, wie man sich aus dieser Situation „befreien“ kann, lässt einen Verzweifeln und die Luft anhalten. Dabei werden unsere Muskeln mit weniger Sauerstoff versorgt, die daraufhin immer mehr fest werden.
„Die Zeit heilt alle Wunden“, auch wenn der Spruch sehr populär ist, entspricht er nicht der Wahrheit. Die Zeit lässt die Wunden bestenfalls „vergessen“, doch nichtsdestotrotz schlummert sie weiterhin im Verborgenen unserer Seele und können durch verschiede Vorkommnisse wieder „erweckt“ werden.
Phasen nach einem Geburtstrauma
Auch wenn das Erleben nach einem traumatischen Erlebnis recht individuell ist, lassen sich bei den meisten traumatisierten Müttern folgende drei Phasen beobachten:
Die betroffene Mutter ist häufig verwirrt, vergesslich und wirkt benommen. Diese sogenannte Schockphase dauert bei vielen traumatisierenden Erlebnissen bis zu einer Woche. Durch die Besonderheit, dass eine traumatisierte Mutter sich in dieser Zeit nicht allein um sich kümmern kann, sondern sich noch für ihr hilfloses Baby sorgen muss, durch welches sie zudem immer wieder an das traumatisierende Erlebnis erinnert wird, kann diese Phase auch bis zu mehreren Wochen andauern. Hierdurch verschieben sich die folgenden Phasen nach hinten.
In der darauffolgenden Einwirkungsphase, welche sich bis zu 2 Wochen hinzieht, haben viele Betroffene das Verlangen, immer wieder über das traumatische Geburtserlebnis zu sprechen. Häufig wird dieses Verhalten von Selbstzweifeln und -vorwürfen, Hoffnungslosigkeit, Ohnmachtsgefühlen und Depressionen begleitet. Zudem leiden viele unter Einschlaf- und Gedächtnisstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Albträume.
Auf die Einwirkungsphase folgt die Erholungsphase, die typischerweise vier bis acht Wochen nach der Geburt beginnt. In dieser Phase beginnt die Mutter wiederInteresse am normalen Leben und ihren Mitmenschen zurückzugewinnen. Die Mutter beginnt wieder an eine positivere an Zukunft zu glauben.
Folgestörungen eines Traumas bzw. Geburtstraumas
Die Folgestörungen eines Geburtstraumas können sehr verschieden und auch unterschiedlich belastend sein. Nachfolgend findet ihr die am häufigsten auftretenden Störungen aufgelistet:
Reizbarkeit, Unruhe, Schlafstörungen, Nervosität, Konzentrationsstörungen, Schreckhaftigkeit, verbunden mit erhöhter Wachsamkeit, Alpträume, Flashbacks (wiederkehrende traumatische Bilder); Ängstlichkeit bis hin zu Panikzustände, extreme Wut sowohl auf sich, wie auch auf andere; Anflüge von Depressionen, bzw. von Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit bis hin zu Lebensmüdigkeit.
Schwerwiegende posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) in Folge von besonders schweren Traumatisierungen schränken das Erleben, Fühlen, Denken sowie das Zusammenleben mit anderen Menschen ein.
Der schwierige Umgang mit den eigenen unangenehmen Gefühlen, vor allem mit Wut und Trauer *, kann sowohl zu starken Wutausbrüchen, sowie zu Selbstverletzungen und / oder Drogenkonsum führen, mit dem Ziel sich „wegzubeamen“, den Schmerz nicht mehr fühlen zu müssen.
Aufgrund von Schuld- und Schamgefühlen kann es aber auch ebenso in einem Einigeln bzw. Rückzug von der „Welt“ enden.
Da die Verantwortung in den meisten Fällen nicht nur einem selber zugeschrieben wird, bringt es in vielen Fällen ein Misstrauen gegenüber (fremden) Menschen mit sich, welches unter Umständen ein lebenslang anhält. Wie bei vielen psychisch nicht behandelten „Erkrankungen“ kann auch ein nicht bearbeitetes Geburtstrauma körperliche Beschwerden nach sich ziehen, für die es keine organischen Erklärungen gibt. Hierzu zählen z.B. Schwindel, Erschöpfung, Herz- und Atembeschwerden.
Geburtstrauma heilen
Wenn die „Heilung“ eines Geburtstraumas erst spät angegangen wird, kann es sein, dass sich die Folgestörungen so stark ausgeprägt haben, dass sie auch „therapiert“ werden müssen.
Ohne professionelle Hilfe zurück ins Leben zu finden
Viel Ruhe, Verständnis und Zeit ermöglicht es vielen Betroffenen ins Leben zurück zu finden, doch das Trauma bleibt weiter im Verborgenen. Sobald der Körper der Mutter es zulässt, kann Bewegung, insbesondere in der Natur, helfen aus der Starre und / oder depressiven Stimmung herauszukommen. Auch Yoga, Meditation und Sport können je nach persönlicher Vorliebe den „Heilungsprozess“ unterstützen. Viele Betroffene von traumatischen Erlebnissen finden Entspannung im Aufschreiben ihrer Erfahrungen und aktuellen Empfindungen.
Doch gerade Mütter mit einer traumatischen Geburt fällt dies besonders schwer. Sie fühlen sich nach der Geburt ihres Kindes nicht in der Lage ihrem Kind, neben der Versorgung, die Liebe zu schenken, die vom Trauma überdeckt in ihnen schlummert. Auch wenn sie nichts dafür können, verurteilen sie sich dafür. Deshalb ist es wichtig, dass sie vor allem in der Zeit des Wochenbetts viel Unterstützung im Haushalt und rund um das Baby erhält.
Die durch das Trauma verursachte Wunde vernarbt zwar mit der Zeit, bleibt aber immer „sichtbar“, zumindest für die Traumatisierten. Ähnlich einer schlecht verheilten Narbe ist es auch bei einem nicht geheilten Trauma notwendig es wieder „aufzureißen“, damit es heilen kann. Dies sollte, wie bei einer körperlichen Narbe, von einer dafür ausgebildeten Person vorgenommen werden, sobald die Mutter sich dazu in der Lage fühlt.
Auch wenn manche betroffene Mütter und ihre Kinder mit einem Geburtstrauma später ein glückliches Leben führen können, erschwert ihnen diese besonders prägende Zeit einen guten Start in ihre lebenslange Beziehung.
Geburtserfahrung aufschreiben
Wenn die betroffene Mutter den „Mut“ hat sich ihren Ängsten zu stellen, zeigt es sich als heilsam, ihre schmerzhafte Erfahrung aufzuschreiben. Verstärkt wird dieses Heilung, wenn im Anschluss die Geburt, so aufgeschrieben wird, wie sie sich die Geburt ihres Kindes gewünscht hätte. Dies ist in vielen professionellen Heilungsmethoden ein essenzieller Bestandteil.
Vielen betroffenen Müttern gelingt es ihr Trauma zu überwinden, indem sie sich während einer folgenden Schwangerschaft bewusst umfassend auf die bevorstehende Geburt vorbereiten und mit klaren Vorstellungen in diese hineingehen. Nicht wenige finden anschließend ihre Berufung darin andere Mütter eine vor einer traumatischen Geburt zu bewahren und bilden sich zur Doula (Geburtsbegleiterin) aus oder werden sogar Hebamme.
Bearbeitung mit professioneller Hilfe
Bei stärkeren Traumata ist die Chance ohne professionelle Hilfe das Trauma zu heilen, eher gering und die Unterstützung eines Psychotherapeuten angeraten. In der Behandlung eines Geburtstraumas geht es vornehmlich darum der Betroffenen ihre „Selbstwirksamkeit“ zurückzuerstatten. Das bedeutet, das sie die Sicherheit zurückgewinnt, dass sie nicht machtlos, sondern in der Lage ist, für ihre Grenzen, sowie Bedürfnisse und Wünsche einzustehen.
Eine sehr wirkungsvolle professionelle Traumabearbeitung besteht darin, die traumatisierte Mutter über einen verbundenen Atem in die Geburtssituation zurück zu begleiten. Um zu schauen, worin die Hilflosigkeit begründet lag und zu schauen, wen oder was sie gebraucht hätte, um sich nicht hilflos zu fühlen. Der verbundene Atem unterstützt die Mutter dabei nicht in den auftretenden „Schmerz“ feststecken zu bleiben. Und anschließend den Geburtsprozess anschließend mit dem, was die Mutter gebraucht hätte, noch einmal „neu“ und selbstbestimmt zu erleben. Diese Unterstützung liegt z.B. in Mut, im Vertrauen in sich, einer vertrauensvollen Person, den Geburtsprozess oder das Leben. Da diese Ressourcen unter der Geburt nicht „greifbar“ waren, wird in der Sitzung geschaut, in welcher Lebenssituation sie vorhanden waren oder von wem sie sie erhalten können.
Um innerhalb dieser Rückerinnerung nicht in Schmerz zu verharren, ist es wichtig die gesamte Zeit über, so gut es geht, immer wieder bewusst einzuatmen.
Die schmerzhafte Erinnerung verschwindet danach zwar nicht, doch es gibt neben ihr nun eine positive Geburtserinnerung. Wann immer das traumatische Geburtserlebnis erinnert wird, hat es durch die Verarbeitung seine Kraft verloren, die betroffene Mutter in Schmerz, Trauer, Wut und Hilflosigkeit gefangen zu halten.
Telefonseelsorge
Wer in einer akuten Krise steckt, kann und sollte sich bei der bundesweiten Telefonseelsorge (0800 111 oder 0800 222) rund um die Uhr von kompetenten Ansprechpartnern Rat holen. Dieser Anruf ist kostenlos. Unter www.telefonseelsorge.de besteht die Möglichkeit seine Sorgen auch anonym per E-Mail zu beschreiben und erhält zeitnah eine Antwort.
Beiträge unserer Leserinnen zur Gewalt unter der Geburt:
Euer Deva (Persönlichkeitsentwickler und Atemtherapeut)
Erklärung
* Die Gefühle Wut und Trauer treten bei Schmerz im Allgemeinen auf. Meistens besteht ein Urteil auf eines dieser Gefühle, so dass nur eines zugelassen wird. Wut wird häufig eher gezeigt, da es mit körperlicher „Stärke“ einhergeht, wobei Trauer eher mit Hilflosigkeit und „Schwäche“ assoziiert wird.
Für die, die es noch nicht wussten, was die typischen Herausforderungen einer Mutterschaft sind, ein Blick in einen ganz normalen Tag einer Mutter.
Eine Textnachricht am Handy, das Baby schreit und der Postbote klingelt an der Tür. Wofür soll sie sich entscheiden? Wie auch immer sie sich entscheidet, sie bekommt diese Aufgaben gut auf der Reihe. Vermutlich wird sie sich das Baby schnappen, zur Tür eilen und die Textnachricht erstmal ignorieren. – „Der ganz normale Wahnsinn halt.“
Doch wie soll eine Frau, die schon genug damit zu tun, dass ihr Körper und ihr Körpergefühl sich dermaßen verändern, sowie mit der Menge an aufkommenden Gefühle zurecht zu kommen. Welche in der Schwangerschaft wie aus dem nichts heraus plötzlich auftauchen?
Erfahrene Mütter und Väter wissen, dass man sich nicht wirklich gut auf eine Elternschaft vorbereitet kann. Da kann man und bzw. frau Bücher über Bücher lesen oder das Internet bis zum letzten Tropfen ausquetschen. Denn Elternschaft hat viel mehr mit dem Kennenlernen des eigenen Ich´s und den damit verbundenen Glaubenssätzen und Emotionen zu tun, als mit der Frage, wie man ein Baby wickelt.
Was den meisten bisher nicht bekannt ist, das die Natur sich etwas geniales ausgedacht hat, um dem neuen Menschenkind eine möglichst sichere und geborgene Kindheit zu gewährleisten. Das Gehirn der werdenden Mutter wird durch eine fortschreitende Weiterentwicklung ihres Gehirns auf die Herausforderungen ihrer bevorstehenden Mutterschaft und den damit verbundenen Aufgaben vorbereitet.
Studie über die Entwicklung des Gehirns einer werdenden Mutter
Eine Studie von Forscher des Institute of Mental Health* sollte und hat es geschafft Licht ins Dunkle zu bringen. Um die Veränderungen des Gehirns von Frauen nach der Geburt aufzuspüren, wurden Gehirnscans von zahlreichen Müttern auf diese Veränderungen hin untersucht.
Es zeigte sich eine Zunahme der grauen Hirnsubstanz in einigen Arealen der untersuchten Gehirne. Betroffen sind vor allem die Teile des Gehirns, welche für das frühzeitige Erkennen von Gefahren, die Regulation von Gefühlen sowie für die Lösung von Problemen und den damit verbunden Entscheidungen zuständig sind. Diese Veränderungen ermöglichen es den Müttern ihr Baby besser zu verstehen und zu erkennen, was es in jeder Situation braucht.
Eine Zunahme der Produktion körpereigener Glückshormone sorgt dabei bereits während der Schwangerschaft für eine tiefe Zufriedenheit der schwangeren Frauen. Ein Cocktail aus Endorphinen und dem Kuschelhormon Oxytocin rundet diese Zufriedenheit mit dem Hervorbringen des ganz besonderen Mutterschaftsgefühl ab.
Wir freuen uns, wenn dieser Beitrag unseren schwangeren Leserinnen zumindest etwas mehr Gelassenheit und Vertrauen in Hinblick auf die Geburt und ihr Muttersein verleiht.
Euer Babytalk-Team
*Pilyoung Kim, National Institute of Health, 9000 Rockville Pike, Bethesda, MD 20892‐2670, USA
Kaum hält man den positiven Schwangerschaftstest in der Hand stellt sich vor allem eine Frage: Wann wird das Baby auf die Welt kommen? Diese Frage stellt sich nicht nur aus Neugierde, denn auch der Beginn des Mutterschutzes richtet sich nach dem zu erwartenden Geburtstermin.
Wie bekommt man nun den Termin heraus, zum Beispiel auch bevor man den voraussichtlichen Geburtstermin von seiner Hebamme oder seinem Frauenarzt erfährt?
Die formelle Berechnung dieses Termins ist diesen Berufsgruppen vorbehalten, dennoch kann man, sofern die Frau den Tag ihrer letzten Periode kennt, mit einer Formel den ungefähren Termin berechnen:
Wichtig ist, dass die werdende Mutter weiß, wann ihr letzter Menstruationstag war.
Mit der Naegele-Regel den Geburtstermin berechnen
Die gängigste Methode zur Berechnung des Geburtstermins ist die Naegele-Regel.
Ab dem Datum der letzten Menstruationsblutung subtrahiert man drei Monate und addiert anschließend sieben Tage dazu. Somit erhält man den voraussichtlichen Geburtstermin (ein Jahr später).
Was bedeutet dieser Termin nun genau?
Genau ist eigentlich bereits in der Frage das falsche Wort. Denn weder lässt sich ein Baby mit seiner Entwicklung in einen festen Zeitraum drücken noch ist der Zyklus einer Frau immer gleich lang. Es gibt Babys, die sind ein paar Tage oder Wochen eher geburtsbereit, andere Babys lassen sich deutlich mehr Zeit als die typischen 40 Schwangerschaftswochen.
Deswegen sollte man den errechneten Termin auch nicht als Termin sehen, sondern als Zeitspanne in der die Geburt beginnen kann.
Von dem errechneten Termin zieht man 14 Tage ab und addiert außerdem 14 Tage drauf. So erhält man den Zeitraum, in dem das Baby sehr wahrscheinlich geboren wird, wenn die Schwangerschaft nicht durch einen pathologischen Grund eher beendet werden muss.
Nur 10% der Babys kommen an dem vorab berechneten Termin zur Welt.
Viele Schwangere und „junge“ Mütter machen sich Gedanken, wie ihr Körper nach der Geburt ihres Kindes wieder genauso aussieht und anfühlt wie vor der Schwangerschaft. In diesem Kontext hat die Rückbildung des Beckenbodens vor allem die Aufgabe die durch die Belastungen der Schwangerschaft „ausgeleierte“ Beckenbodenmuskulatur wieder zu kräftigen.
Er setzt sich aus einem dreischichtigen Gewebe aus Muskeln, Bändern und Bindegewebe zusammen, das wie eine „Hängematter“ unter dem Becken gespannt ist. Die Muskulatur des Beckenbodens hat vor allem die Funktionen, die Organe zu stützen und den Schließmuskel von Darm und Blase zu überwachen.
Eine gut trainierte Beckenbodenmuskulatur erleichtert es der Schwangeren das Gewicht des Babys und der Gebärmutter zu tragen.
Der Beckenboden in der Schwangerschaft
Über die Dauer der Schwangerschaft wird das Bindegewebe der Beckenbodenmuskulatur immer schwächer und so profitieren vor allem Schwangere von einem gut trainierten und elastischen Beckenboden. Denn je kräftiger er ist, umso sicherer und leichter wird die Gebärmutter und das heranwachsende Kind durch die Schwangerschaft getragen.
Die Beckenbodenmuskulatur kann jede Schwangere einerseits durch ein ausgewogenes Training wie auch durch einfache Übungen zuhause positiv beeinflussen, in dem sie beispielsweise immer wieder die Beckenbodenmuskulatur zusammenzieht und kurz hält. So als ob man Pipi oder einen Stuhlgang zurückhalten möchte.
Der Beckenboden bei der Geburt
Auch bei der Geburt hat der Beckenboden eine wichtige Funktion. Frauen mit einer starken und dehnbaren Beckenbodenmuskulatur tun sich unter den Wehen leichter und tragen ein geringeres Risiko für einen Dammriss oder -schnitt.
Woran merke ich, dass ich einen schwachen Beckenboden habe?
Es gibt ein paar deutliche Anzeichen, an denen du erkennen kannst, dass deine Beckenbodenmuskulatur geschwächt ist und du deinen Beckenboden trainieren solltest.
Anzeichen für einen schwachen Beckenboden
Beim Hüpfen, Husten oder Niesen spritzen ein paar Tropfen Urin ins Höschen.
Der Harndrang kann nicht mehr solange zurückgehalten werden.
Häufige Rückenschmerzen, besonders im Lendenwirbel Bereich.
Kaum noch Lust auf Sex.
Die Gebärmutter sinkt immer tiefer Richtung Scheide (Gebärmuttersenkung).
Wie jeder andere Muskel kann auch die Beckenbodenmuskulatur trainiert und so wieder stark werden. Durch regelmäßiges Beckenbodentraining kann eine Ermüdung des Beckenbodens abgemildert werden oder auch ganz vermieden werden. Ein kontinuierliches Beckenbodentraining ist auf jeden Fall eine gute Investition in die Funktionsfähigkeit deines Körpers, vor allem für die Schwangerschaft und Geburt!
Rückbildung der Beckenbodenmuskulatur
Durch gezielte Übungen kann die Rückbildung der Beckenbodenmuskulatur effektiv und ohne großen Aufwand beschleunigt werden, so dass er die wichtigen Organe nach der Geburt wieder an Ort und Stelle halten kann. Dies zeigt sich vor allem am Darm und der Blase indem es Inkontinenz verhindert.
Solange wie die Schwangerschaft den Beckenboden belastet hat, sollte man diesem auch zugestehen, mit Rückbildungstraining wieder in Form zu kommen. Also keine Panik, wenn sich nicht direkt Resultate zeigen. Eine bekannte Aussage von Hebammen, der Körper braucht solange bzw. 9 Monate sich wieder zurückzubilden, wie er sich zuvor verändert hat.
Drei einfache Rückbildungsübungen für zuhause
Mit diesen drei einfachen Übungen kann der Beckenboden auch zuhause trainiert werden – unabhängig davon, ob in der Schwangerschaft oder als Rückbildung nach der Geburt.
Übung: Der Katzenbuckel
Gehe in den Vierfüßlerstand und achte dabei vor allem auf einen stabilen Stand. Strecke den Rücken rund zu einem Katzenbuckel und lege dabei das Kinn soweit wie möglich auf die Brust. Danach lasse deinen Rücken langsam Wirbel für Wirbel durchhängen. Gleichzeitig sollte dein Blick leicht nach oben wandern. Diese Übung kannst du, sofern es dein Atem zulässt gut im Tempo deines Atemrhythmus wiederholen.
Übung: Der Po-Heber
Lege dich flach auf den Boden und deine Arme bequem neben deinem Körper ab. Stelle deine Füße parallel auf und spanne deine Gesäßmuskulatur an und strecke dabei deinen Po und Oberkörper nach oben. Achte darauf, dass deine Schultern auf dem Boden liegen bleiben. Deine Gesäßmuskulatur sollte während der Übung immer gut angespannt bleiben. Deine Knie sollten nicht nach innen kippen. Anschließend lege deinen Po und Oberkörper wieder ab. Anschließend wiederhole die Übung.
Übung: Der Rückenstrecker
Knie dich auf den Boden und spreize deine Beine leicht nach außen. Nun lehne dich soweit es geht nach vorne und strecke deine Arme aus. Ziehe oder schiebe nun noch deinen Po soweit wie möglich nach oben ohne dein Gleichgewicht zu verlieren.
Fazit zur Rückbildung der Beckenbodenmuskulatur
Denkt bitte daran, dass es sich bei der Rückbildung nicht um Hochleistungssport handelt. Wir empfehlen euch dabei immer gut „in Kontakt mit eurem Körper“ zu bleiben und seine bzw. eure Belastungsgrenzen einzuhalten. Vor allem, wenn ihr einen Rückbildungskurs besucht.
Wenn ihr mit dem Training bereits während der Schwangerschaft beginnt, hilft es euch bei der Geburt gut auf euren Körper und Bedürfnisse zu achten und umso schneller fühlt sich zumindest die Vagina beim Geschlechtsverkehr wieder wie gewohnt an. Doch dies hat nur einen geringeren Einfluss auf das Aufkommen an sexuelle Lust. In diesem Zusammenhang spielt die nicht selten extreme Nähe der Mutter zu ihrem Baby und der damit verbundenen Rolle als Mutter eine vorrangige Rolle.
Das Muttersein ist eine sehr spannende, herausfordernde und glücklicherweise häufig auch sehr erfüllende Rolle, das viele Mütter in dieser Zeit vorübergehend den Kontakt zu ihrer sexuellen Seite und ihrer Rolle als Partnerin verlieren. Dabei hilft es, wenn der Vater bzw. Partner dafür Verständnis aufbringen kann. Je verständnisvoller er ist, umso weniger fühlt sich seine Partnerin gedrängt und so leichter findet sie den Kontakt zu dieser Seite wieder.
Wenn es dazu kommt, hat es nichts mit mangelndem Interesse an ihm als Sexualpartner zu tun. Das Muttersein will erstmal gelernt und ausgekostet werden. Die Kinder werden so schnell groß und man bzw. frau möchte diese für sich und ihr Baby bewusst erleben. Mehr dazu findet ihr in unserem Beitrag „Eine kleine Auszeit vom Elternsein„.
Die Vorfreude auf das unbekannte und doch seltsam vertraute neue Familienmitglied ist groß und doch wird diese nicht selten von Ängsten vor der Geburt und möglichen Geburtsverletzungen getrübt.
Doch keine Sorge mit den passenden Verhaltensweisen und einigen sanften Maßnahmen können die allermeisten Geburtsverletzungen wie Dammschnitt oder Dammriss auf einfache und natürliche Weise in der Heilung unterstützt werden.
Geburtsverletzungen bei einer vaginalen Geburt
Auf dem Weg des Babys durch den Geburtskanal kann zu Verletzungen im Bereich der Schamlippen, der Klitoris, des Muttermundes, des Schießmuskels und in der tieferliegenden Beckenmuskulatur kommen.
Häufig auftretende aber weniger schmerzhafte Verletzungen sind kleine Risse und Schürfungen, die von der Gebärenden in den allermeisten Fällen gar nicht wahrgenommen werden auch schnell wieder abheilen. Am häufigsten treten Geburtsverletzungen im Damm- und Scheidenbereich auf.
Mögliche Geburtsverletzungen:
Hämatome
Hämatome entstehen, wenn das durch kleine Risse freiwerdende Blut nicht nach außen dringen kann und sich so im Gewebe anreichert. Diese Risse entstehen durch das starke Pressen unter der Geburt. Diese Hämatome heilen in der Regel von selbst ab. Falls diese doch mal von extremen Schmerzen begleitet werden sollten, kann auch eine Operation unvermeidbar sein.
Dammriss
Der Damm befindet sich zwischen Scheide und Darmausgang und besteht aus Muskelgewebe, dass während der Geburt extrem gedehnt wird. Zum Riss kommt es, wenn das Gewebe zwischen Scheide und After diesen Druck nicht mehr aushält und reißt. Der Dammriss zählt zu den am häufigsten vorkommenden Geburtsverletzung. Typische Ursachen sind ein zu frühes und zu starkes Pressen sowie die Größe und Gewicht des Babys. Größere Dammrisse werden meistens genäht, kleine oberflächlichere Risse verheilen von allein.
Dammrisse werden je nach Ausdehnung in vier Grade unterteilt:
1. Grad. Bei einem Dammriss ersten Grades sind nicht das Dammgewebe selbst, sondern „nur“ die Haut von Scheide und Damm leicht verletzt.
2. Grad. Wenn die Muskulatur des Damms bis höchstens zum äußeren Schließmuskel reißt, spricht man von einem Dammriss zweiten Grades. In diesem Fall bleibt der Schließmuskel unversehrt.
3. Grad. Reißt auch der äußere Schließmuskel des Darmausgangs, spricht vom dritten Grad.
4. Grad. Bei einem Dammriss vierten Grades ist sowohl die Darmschleimhaut und die vordere Wand des Enddarms gerissen.
Dammschnitt
Bei Komplikationen unter der Geburt kann es nötig werden den Geburtskanal zu vergrößern, um die Gebärende und das Baby durch einen ggf. kürzeren Geburtsverlauf zu entlasten. Dies vor allem, wenn Geburtszange und Saugglocke zum Einsatz gekommen sind. Bei einem Dammschnitt wird der Damm von einem Geburtshelfer mit einer Dammschere eingeschnitten. Der Dammschnitt wird heutzutage allerdings nur noch sehr selten vorgenommen, da er wesentlich schlechter verheilt als ein von „allein“ auftretender Dammriss. Sowohl der Dammriss wie auch der Dammschnitt werden ggf. mit einer selbstlösenden Naht versehen.
Der Dammschnitt wird auf dem Höhepunkt einer Wehe, wenn der Spannungsschmerz am größten ist, ausgeführt. In der Regel bekommen die Frauen ihn gar nicht mit.
Analfissur
Eine Analfissur kann im Gegensatz zu den anderen Geburtsverletzungen sowohl vor als auch nach einer Geburt in der frühen Stillzeit auftreten. In diesem Fall vor allem durch die veränderten Stuhlgewohnheiten und dadurch auftretenden Hämorrhoiden. Unter der Geburt ist der Grund häufig ein zu starkes Pressen oder ein schwaches Bindegewebe, wodurch die Haut am After einreißt. Bei einer Analfissur reißt die Darmschleimhaut im Bereich des Enddarms ein. Die in diesem Bereich häufig vertretenden Keime und Bakterien können eine Heilung extrem erschweren.
Zur Behandlung bzw. Linderung werden von Ärzten oft Zäpfchen, Cremes oder Salben verschrieben. Bei Hämorrhoiden helfen häufig auch Nasensprays, bei Schwangeren und stillenden Müttern sollte aber auf jeden Fall ein Arzt zu Rate gezogen werden.
Scheidenriss
Vom Scheidenriss oder Labienriss redet man, wenn die Schamlippen und/oder die Vagina eingerissen sind. Ein Scheidenriss tritt vor allem nach Gebrauch einer Geburtszange oder Saugglocke auf und wird von Blutungen begleitet. Kleine Scheidenrisse treten bei fast jeder vaginalen Geburt auf. Glücklicherweise werden sie von den Gebärenden selten bemerkt. Ein längerer oder tieferer Scheidenriss wird im Normalfall genäht.
Der Scheidenriss wird nicht selten erst bei einer nachgeburtlichen Untersuchung erkannt. Er kann einerseits extrem als auch weniger schmerzhaft sein. Ein Riss der Schamlippen ist dagegen fast immer sehr schmerzhaft. Dies liegt vor allem an den vielen Nervenenden, die sich in den Schamlippen befinden. Wenn ein Scheidenriss beim Kopfaustritts des Babys entsteht, ist im Nacken des Neugeborenen häufig ein sogenannten Blutkragen sichtbar.
Zervixriss
Bei einem Zervixriss kommt es zu einem Riss des Gebärmutterhalses. In der Regel sind diese sehr klein und zu dem eher weniger schmerzhaft. Ebenso wie ein kleiner Dammriss heilen sie meistens von allein. Bei einem großen Zervixriss wird die Gebärmutterarterie (Arteria uterina) verletzt, die anschließend sofort genäht werden muss, um größere Blutverluste zu vermeiden. Ein größeres Risiko, dass es bei einer weiteren Geburt zu einem erneuten Zervixriss kommt, soll nicht bestehen.
Uterusruptur
Als Uterusruptur bzw. der Gebärmutterriss wird ein Riss bzw. ein Zerreißen der Gebärmutterwand bezeichnet. Dabei wird zwischen einem kompletten Riss durch alle Schichten, einschließlich der glatten Auskleidung der Bauchhöhle und einem kleinen Riss in der glatten Muskulatur der Gebärmutterwand unterschieden.
Sollte es zu einem Gebärmutterriss kommen, machen sich sofort starke Schmerzen bemerkbar, die sich über die Gebärmutter hinaus auf den gesamten Bauch ausweiten. Gebärende haben oft das Gefühl, von innen zu zerreißen. Ein Gebärmutterriss führt zu starken Blutungen und kann nur durch einen Kaiserschnitt genäht werden.
Die typischen Ursachen sind eine Vorschädigung der Gebärmutter, eine überdehnte Muskulatur, ein enges bzw. eine wenig dehnbare Beckenmuskulatur sowie die Querlage des Babys.
Eine Uterusruptur kündigt sich häufig bereits während der Schwangerschaft an. Betroffene äußern sich häufig sehr besorgt und klagen über starke Schmerzen an der Gebärmutter. Insbesondere der so genannte Wehensturm weist auf Komplikationen bei der Geburt hin. Die Frequenz der Wehen erhöht sich dann im Vorfeld der Geburt ständig.
Eine Spontanruptur kann dagegen durch eine Endometriose oder einem Blutschwamm (Hämangiom) verursacht werden.
Die Uterusruptur zählt zu den schwerwiegendsten Geburtsverletzungen, die bei einer Geburt auftreten können. Glücklicherweise treten sie nur sehr selten auf.
Wie kann man Geburtsverletzungen vorbeugen?
Himbeerblättertee
Dem Himbeerblättertee wird nachgesagt, dass er eine Geburt sowohl erleichtern und auch verkürzen kann, indem er den Dammbereich und die Muskulatur des Beckenbodens entspannt und elastischer macht. Wegen seiner wehenfördernden Wirkung sollte er allerdings nicht vor der 34. Schwangerschaftswoche getrunken werden.
Die Dosierung sollte immer mit der eigenen Hebamme besprochen werden. Vor allem weil Himbeerblättertee bei schwachem Bindegewebe sich sogar schädlich auswirken kann. Mehr dazu in unserem Artikel „Himbeerblättertee, der Alleskönner vor, unter und nach der Geburt“
Dammmassage
Regelmäßige Dammmassage in der Schwangerschaft und vor allem tägliche in den letzten 6 Wochen vor der Geburt verringern die Notwendigkeit eines Dammschnitts und das Risiko anderer Geburtsverletzungen. Die Dammmassage dehnt das Dammgewebe und bereitet es so auf das Dehnungsgefühl bei der Geburt vor.
Selbst ein späterer Beginn kann sich noch positiv auf den Geburtsverlauf auswirken.
Weil eine Dammmassage eine ziemlich intime Angelegenheit ist und sich manche Frauen dabei besonders am Anfang unwohl fühlen, ist es wichtig es sich so gemütlich wie möglich zu machen.
Ganz wichtig: sich vor Beginn die Hände und Fingernägel gründlich zu reinigen.
Ein angenehm duftendes Massage-Öl erleichtert es vielen Schwangeren sich auf die Massage einzulassen und zu entspannen.
Eine halbsitzende Position wird von vielen Schwangeren bevorzugt, am besten mit einem dicken Kissen im Rücken. Alternativ im Stehen, mit einem Bein erhöht.
Durchführung der Massage
Das Öl sanft zwischen den Fingerspitzen verreiben, bis es sich angenehm warm anfühlt. Anschließend einen Daumen in die Scheide einführen und den Zeigefinger auf den Damm legen. Mit kreisenden Bewegungen massiert der Daumen die Scheidewände, der Zeigefinger unterstützt ihn von außen.
Wenn ihr euch euren Intimbereich als Uhr vorstellt, kommt es vor allem auf den Bereich unterhalb von 3 und 9 Uhr an.
Alternativ kann man auch einen oder mehrere Finger in die Scheide einführen und den Damm langsam Richtung After dehnen.
Heublumen-Dampfbäder
Ein Heublumenbad ist ein einfacher und unkomplizierter Weg, sich auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten. Neben einer Auflockerung der Muskulatur kann ein Sitzbad mit Heublumen die Durchblutung anregen und mögliche Verspannungen lösen.
Ab der 38. Schwangerschaftswoche und selbst während der Wehen können Heublumen noch helfen den Beckenboden weich und geschmeidig zu machen.
Um den Beckenboden elastischer zu machen, die Durchblutung anzuregen und mögliche Verspannungen zu lösen, empfehlen viele Hebammen ein Heublumenbad. Entweder als Dampfbad oder Sitzbad durchgeführt. Ab der 38. Schwangerschaftswoche kann mit ein- bis zwei Sitzungen pro Woche begonnen werden.
Für ein Heublumen-Sitzbad gibt man einen Esslöffel getrocknete Heublumen in eine Schüssel und übergießt sie mit einem Liter heißem Wasser, alternativ kann man auch ein Heublumenextrakt nehmen. Die Schüssel stellt man anschließend in die Toilette, klappt den Klodeckel herunter und lässt das Heublumenbad etwas ziehen. Vorsicht! Sich erst daraufsetzen, wenn die Hitze gut auszuhalten ist, dies kann von Tag zu Tag unterschiedlich sein. Am besten legt man sich dabei ein Handtuch über die Beine. Als Richtwert kann man 10 Minuten pro Sitzung ansetzen ansonsten bleibt man solange sitzen, wie die Wärme guttut. Ein schönes Buch kann die entspannende Wirkung des Sitzbades verstärken.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ein Heublumen-Sitzbad in einer Badewanne zu machen. Ein Vollbad mit könnte zu belastend für den Kreislauf sein. Um die Heublumen anschließend nicht aus dem Wasser sammeln zu müssen, kann man sie zuvor in eine Musselintuch knoten. Alternativ kann man die getrockneten Heublumen auch in einem passenden Sieb in die Wanne legen.
Das Wasser darf zum Aufgießen ruhig heiß sein und der Sud ruhig eine Weile ziehen ohne dass das Sitzbad zu kalt wird. Vor dem Einsteigen in die Wanne unbedingt die Temperatur prüfen.
Beckenbodentraining
Gezielte Übungen des Beckenboden können dazu beitragen seine Muskulatur zu stärken und elastischer zu machen. Dies verringert das Risiko einer Geburtsverletzung vor allem die eines Dammrisses bzw. -schnittes. Nähere Informationen zu den Übungen findet ihr hier.
Die richtige Geburtsposition
Die richtige Geburtsposition hilft einer Geburtsverletzung vorzubeugen, in dem die Schwerkraft genutzt wird, das Baby aus dem Geburtskanal zu bringen. Die Position auf dem Rücken liegend mit auf dem Rücken mit angewinkelten Beinen ist für den Damm belastend und nutzt die Schwerkraft nicht ausreichend. Das kann eine Geburtsverletzung begünstigen.
Kalte Kompressen zwischen den Wehen auf dem Dammbereich kühlen und entspannen das Gewebe und wirken durchblutungsfördernd.
Die richtige Einstellung
Während des Geburtsverlaufs ist es extrem hilfreich seinem Körper und dem Baby zu vertrauen. Sie wissen wie Geburten „funktionieren“. Dies hilft entspannt zu bleiben und sich von seinem Körper führen zu lassen. Sorgenvolle oder ängstliche Gedanken lassen den Körper, vor allem den Kiefer und den Beckenboden verkrampfen. Diese Verkrampfungen fördern die Risiken einer Verkrampfung.
Auch wenn Geburtsverletzungen sich generell nicht verhindern lassen, so sich die Schwangere auch auf die Geburt vorbereitet, hilft eine gute Vorbereitung sein Vertrauen in den natürlichen Geburtsprozess zu stärken.
Weitere Informationen dazu findet ihr bei familienplanung.de einer unabhängigen und wissenschaftlichen Informationsseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Wie werden Geburtsverletzungen behandelt?
Die am häufigsten auftretenden Geburtsverletzungen sollten kein Grund sein, sich das Mutterglück und die vielleicht wichtigste und kostbarste Zeit mit dem neuen Familienmitglied trüben zu lassen.
Die meisten Verletzungen müssen nicht von einem Arzt behandelt werden und können mit recht einfachen und sanften Maßnahmen unterstützt werden. Sie können mit Schonung, Cremes und Kühlpads behandelt werden. Schwerere Verletzungen müssen dagegen in der Regel von einer Hebamme oder einem Arzt genäht werden.
Frauen die eine PDA (Periduralanästhesie) erhalten haben, können direkt genäht werden, die Frauen ohne PDA erhalten eine örtliche Betäubung.
Bei schwerwiegenden Geburtsverletzungen kann gegebenenfalls eine Operation unter Vollnarkose nötig werden. Dies kann trifft zum Beispiel bei einem Dammriss 4. Grades zu (siehe oben).
Behandlung eines Dammschnitts und -risses
Sehr häufig wird der „jungen“ Mutter nach einem Dammschnitt eine schmerzstillende Creme verschrieben. Die vor allem die Schmerzen abmildern. Bei geringeren Schmerzen wird von Hebammen die homöopathische Traumeel Salbe oder gleichnamige Tabletten empfohlen. Diese sollen den Heilungsverlauf positiv beeinflussen. Zudem ist es sowohl hilfreich auch als wohltuend den geschwollenen Damm ausreichend und regelmäßig zu kühlen. Dazu bieten sich Kühlkompressen, Quark- oder Topfenwickel an.
Diese Kompressen oder Wickel alle 4 bis 6 Stunden für etwas 5 Minuten in ein Handtuch oder Waschlappen auf die Wunde legen. Eine zu häufige Verwendung und zu kalte Kompressen kann die Heilung verzögern, da dies die Stoffwechselprozesse verlangsamen kann.
Alternativ können zur sanften Unterstützung des Heilungsprozesses Kompressen mit Hamamelis-Extrakt verwendet werden. Das Hamamelis-Extrakt wirkt nicht nur schmerzlindernd, sondern auch kühlend, reinigend und entzündungshemmend. Zur Anwendung nimmt man einen Teelöffel des Extrakts und verrührt diese in 100 ml handwarmen Wasser. Anschließend wird ein Tuch ins Wasser hineingelegt und dieses bis zu 3-mal täglich 20 Minuten lang auf die Naht und den Schambereich gelegt.
Sitzbäder zur Behandlung von Geburtsverletzungen
Auch Sitzbäder mitArnika, Calendula und Kamille helfen beim Abschwellen von Blutergüssen. Die Sitzbäder sollten täglich für ca. 15 Minuten bei einer Wassertemperatur von 35° C angewendet werden.
Ein schonendes, antibakterielles Öl eignet sich gut. Am besten fragst du hier deinen Arzt, deine Hebamme oder eine Apothekerin. Eine Massage solltest du nur an verheilten Stellen anwenden – es geht hier um die Narbenpflege!
Ein mildes und rein pflanzliches Öl kann sehr hilfreich bei der Pflege und zum Schutz eines Hämatoms, eines Dammrisses oder -schnitts sein. Dies gilt insbesondere für die Verwendung im empfindlichen Anal- bzw. Intimbereich. Aus diesem Grund sollte es am besten mit einem Arzt oder Hebamme abgeklärt werden. Unser Ansicht nach gehört es in jede Kliniktasche und kann zudem während der Geburt zur Massage verwenden werden.
Weil viele Frauen nach einem Dammschnitt bzw. -riss befürchten, dass sich die Naht durch den Druck beim Stuhlgang aufreißen könnte, ist es wichtig nach der Geburt und insbesondere nach einer Geburtsverletzung viel Wasser zu trinken. Durch das viele Trinken und eine gut verdauliche Ernährung kann die Konsistenz des Stuhlgang positiv beeinflusst werden.
Ruhe und Sauberkeit beschleunigen die Heilung
Auch wenn in den Medien gerne suggeriert wird, dass ein perfekter After-Baby-Body schon wenige Wochen nach der Geburt normal oder zumindest möglich ist, sollten die ersten Tagen und am besten Wochen nach der Geburt im Zeichen von Ruhe, Schonung und Bonding mit dem Baby stehen.
Dies wirkt entlastend auf jedwede Verletzung im Dammbereich. Deshalb empfehlen wir in den ersten Wochen auch viel zu liegen und möglichst wenig zu laufen, sitzen oder zu stehen. Nicht umsonst heißt diese Zeit „Wochenbett“.
Am besten setzt man sich mit Geburtsverletzungen auf eine weiche Unterlage. Ebenso kann das Tragen einer Miederhose in den ersten Tagen und Wochen schmerzlindernd wirken.
Den gleichen Stellenwert sollte die richtige Hygiene im Intimbereich haben. Dazu gehört, dass vermeiden von „scharfen“ Produkten, wie handelsübliche Feuchtigkeitstücher. Lauwarmes oder kaltes Wasser ist in diesem Fall die bessere Alternative. Häufig beschleunigt die Zugabe von Calendula-Essenzen (1 bis 2 Teelöffel auf ca. ¼ Liter Wasser) denn Heilungsprozess.
Bei Geburtsverletzungen ist der Dammbereich nach dem Stuhlgang vorsichtig von vorn nach hinten zu gereinigen. Alternativ kann für eine gründlichere Hygiene auch eine Intimdusche und/oder ein Reinigungsmittel für den Intimbereich verwendet werden.
Der Kreißsaal ist ein Ort, den die meisten Frauen (und ihre Partner) höchstens ein-, zwei- oder dreimal im Leben betreten. Doch wie verhält man sich in einem Kreißsaal?
Was darf man und was nicht?
Die Schwangere und ihre Begleitung sind Kunden des Dienstleisters Geburtsklinik und „Die Kundin ist Königin“ und so sollten sie auch behandelt werden. Leider fühlen sich Schwangere in vielen Kreißsälen heutzutage immer noch als eine Art „Bittsteller“. Doch so sollte es auf keinen Fall sein!
Viele Gebärende sind zum Ende der Schwangerschaft durch die ungewohnte Dosis an Hormonen häufig viel emotionaler als sonst. Mit dem Beginn der Geburt kommt neben der Vorfreude zusätzlich noch eine große Portion Unsicherheit dazu. Dies ist zum Glück der Mehrzahl aller in der Geburtshilfe arbeitenden Personen bekannt und es besteht eine große Toleranz gegenüber dem Verhalten und Äußerungen der Gebärenden.
Die Gebärende sollte sich keine Gedanken darüber machen, falls sie verbal etwas über die Stränge schlagen sollte. Es ist absolut ok, wenn sie unter der Geburt ihren Partner beschimpft oder gar vor die Tür schickt. Vor allem, wenn er eher selber hilfebedürftig ist, als das er hilfreich zur Seite steht. Entschuldigen kann sie sich immer noch, wenn das Baby da ist.
Wenn der Partner merkt, dass ihm die Geburt doch mehr zu schaffen macht, als gedacht, darf und sollte er den Kreißsaal kurz verlassen. In diesem Fall ist sogar hilfreich, wenn er ihn dann zumindest zwischendurch verlässt, um wieder zur „Ruhe“ zu kommen. Denn seine Sorgen und Ängste übertragen sich sehr schnell auf die Gebärende. Und es macht es ihr noch schwerer „Loszulassen“ und zu entspannen. Es ist absolut nicht hilfreich, wenn die werdende Mutter sich in dieser Situation mehr Gedanken über ihren Mann macht, als sich auf den Geburtsprozess einzulassen.
Es empfiehlt sich durchaus, sich vor der Geburt mal auf der Geburtsstation vorzustellen. Dies erleichtert das „Ankommen“ am Tag der Geburt und bietet die Chance, sich alle auf dem Herzen liegende Fragen beantworten zu lassen.
Was anziehen im Kreißsaal?
Alles ist erlaubt, doch vor allem sollte die werdende Mutter die Kleidung leicht ablegen und im Verlauf der Geburt anpassen können. Ein schönes langes Nachthemd mit Knopfleiste ist da z.B. sehr praktisch.
Da sie während der Geburt häufig über einen längeren Zeitraum leichtbekleidet ist und sich immer wieder intimen Untersuchungen aussetzen muss, ist es wichtig, dass sie sich zumindest in ihrer „Kleidung“ wohl und selbstbewusst fühlt.
Schöne große Tücher sind auch sehr sinnvoll, da sie einerseits bei Bedarf wärmen und auch die Blöße bedecken können.
Wie spricht man das Klinikpersonal an?
Das ist vor allem abhängig von dem Gebaren bzw. der Etikette des jeweiligen Kreißsaals und dem dort tätigen Personal. Unabhängig davon, liegt es auch an den werdenden Eltern. Es spricht aber auch absolut nichts dagegen, wenn diese abwarten. Und wenn sie sich sympathisch werden, können sie ihnen gerne das „Du“ anbieten. Vielen Gebärenden fällt dies vor allem bei Jüngeren und Gleichaltrigen leichter.
Was tun, wenn man Durst oder Hunger bekommt?
In den allermeisten Kreißsälen ist es heutzutage keine Frage mehr, wenn die Schwangere im Verlauf des Geburtsprozesses etwas Trinken oder eine leichte Mahlzeit zu sich nehmen will. Früher hatte man Bedenken, dass es der Schwangeren die notwendige Kraft rauben könnte. Oder das sie bei einem notwendigen Kaiserschnitt unter der Narkose an ihrem Erbrochenen ersticken könnte. Dies konnte aber mittlerweile durch Studien widerlegt werden.
Begleitung durch eine Doula im Kreißsaal
Glücklicherweise lassen sich immer mehr Kreißsäle darauf ein, dass die Schwangere bzw. die werdenden Eltern sich während der Geburt durch eine ausgebildete Doula betreuen lassen. Diese durchgehende Betreuung ist vor allem heutzutage nur noch bei einer von der Schwangeren „gebuchten“ Beleghebamme gewährleistet. Allerdings haben nicht alle Geburtskliniken Verträge mit Beleghebammen.
Geburtsplan erstellen
Wir empfehlen euch werdenden Eltern auf jeden Fall einen Geburtsplan zu erstellen, indem ihr genau festhaltet, wie ihr euch eure Geburt vorstellt. Wie ihr zum Beispiel einer Einleitung oder der Verabreichung einer PDA gegenübersteht etc. und diesen mit der zuständigen Hebamme besprecht. Da eine Geburt nicht selten über einen Schichtwechsel hinausgeht, ist es sinnvoll diesen Geburtsplan im Kreißsaal abzugeben.
Es ist eure Geburt, die es kein zweites Mal gibt.
Wenn ihr euch eine eins zu eins – Betreuung wünscht und keine Beleghebamme gefunden habt, überlegt euch, ob ihr nicht vielleicht eine Doula zur Unterstützung während der Geburt buchen möchtet. Nähere Informationen über die Arbeit einer Doula findet ihr in dem entsprechenden Beitrag „Die Doula – helfende Elfe unter der Geburt„.
Spätestens mit dem fortschreiten eurer Schwangerschaft stellt ihr euch die Frage nach dem Geburtsort für eine sichere Geburt. Dabei ist es vor allem wichtig, dass ihr Eltern euch wohl fühlt und was ihr denkt, wo euer Baby am liebsten die Welt erblicken würde? Diese beiden Fragen können euch werdenden Eltern und insbesondere euch werdenden Müttern helfen, eine Antwort auf die Frage zu finden, wo ihr euch am sichersten fühlt.
Nachfolgend stellen wir euch die verschiedenen Geburtsorte mit ihren Eigenheiten, sowie Vor- und Nachteilen vor.
Geburtsort: Klinik
Vor allem Erstgebärende wünschen sich eine Klinik als Geburtsort, da die Unsicherheit groß ist, wie eine Geburt abläuft und was dabei auf sie zu kommt. Dort fühlen sie sich sicher. Nicht zuletzt spricht die schnelle Bereitschaft der Ärzte bei größeren Schwierigkeiten während der Geburt sowie beim Neugeborenen dafür.
Nachteilig bei länger dauernden schichtübergreifenden Geburten ist es, dass die werdenden Eltern gegebenenfalls von mehreren Geburtshelfern begleitet werden. Einige Kliniken haben Verträge mit sogenannten Beleghebammen, so dass die Eltern über die gesamte Dauer der Geburt von einer von ihnen persönlich ausgewählten Hebamme begleiten werden können.
Bei einer Steiß- oder Querlage des Babys oder schwerwiegenden Erkrankungen bei Mutter oder Kind ist eine Klinikgeburt nahezu unausweichlich bzw. angezeigt.
Mittlerweile bieten viele Geburtskliniken Alternativen neben den konventionellen Methoden der Geburtsintervention, wie Wehentropf oder PDA (Periduralanästhesie) an.
Betreuung durch eine Doula
Eine Doula ist eine mit dem Verlauf einer Geburt vertrauten Person, die die werdende Mutter bzw. Eltern während der Geburt durchgehend im Kreißsaal betreut.
Sie kümmert sich um das Wohlergehen Eltern und hilft der Mutter mit Massagegriffen zu entspannen. Auf Wunsch übernimmt sie auch die Kommunikation mit den Geburtshelfern des Krankenhauses, z.B. um den Eltern, den von ihnen gewünschten Geburtsverlauf soweit es die Gesundheit von Mutter und Kind zulässt, zu gewährleisten.
Ist ein einladender Geburtsraum vorhanden?
Bei der Auswahl der Geburtsklinik, sofern eine Auswahl überhaupt zur Verfügung steht, sollte die Ausstattung der Kreißsäle berücksichtigt werden. Handelt es sich um kalte sterile Klinikräume oder sind sie eher „gemütlich“ eingerichtete Gebärzimmer.
Wie sieht das Bett aus, ist es ein typisches Kranken Bett oder schon ein rundes Bett, welches zum „Verweilen“ einlädt. Möglicherweise ist es schon mit einem flexibel „aufstellbaren“ für alle Geburtspositionen geeigneten Bett ausgestattet.
Gibt es einen großen Sitzball, Gebärschemel oder ein Seil bzw. Tuch, an denen sich die Gebärende während der Wehen festhalten kann?
Ist eine Wanne zur Entspannung oder Wassergeburt vorhanden?
Nicht zu vergessen ist die Einrichtung der Wochenbettstation. Ist das Bad direkt angegliedert und für wie viele Mütter ist es vorgesehen.
Um all diese Punkte zu beachten, ist es wichtig, sich frühzeitig nach einer passenden Klinik umzuschauen und vorzustellen. Wenn die Kreißsäle und Arbeitsweise zusagen, ist es sinnvoll sich voran anzumelden, damit dies, wenn es soweit ist, weniger Zeit in Anspruch nimmt.
Geburtsort: Die ambulante Geburt im Krankenhaus
Eltern, die nicht auf die Sicherheit einer Geburtsklinik verzichten und nach einer natürlichen Geburt so schnell wie möglich wieder nach Hause wollen, können dies nach einer ambulanten Geburt nach 24 Stunden. Vorausgesetzt Mutter und Kind geht es gut und die Geburt verlief ohne größere Komplikationen.
Für die Betreuung nach einer ambulanten Geburt muss für eine Hebamme organisiert werden. Für die U2 Untersuchung nach dem dritten Lebenstag muss in diesem Fall ein Kinderarzt aufgesucht werden. Der Termin sollte soweit möglich bereits vor der Geburt ausgemacht werden.
Geburtsort: Geburtshaus
Geburtshäuser verzichten im Gegensatz zu Kliniken ganz auf den Einsatz von der PDA als von außen einwirkende Hilfe. Sie stehen für einen natürlichen Geburtsprozess, der so nicht in jeder Geburtsklinik umsetzbar ist oder verfolgt wird. Dies liegt nicht zuletzt an der Unrentabilität einer länger dauernden natürlichen Geburt.
Die hier tätigen Hebammen setzen mehr auf ganzheitliche Mittel wie Homöopathie, Bachblüten-Essenzen, Aromatherapie sowie Akupressur oder Akupunktur. Als von außenwirkenden Geburtshilfen schwören viele Geburtshäuser auf Anwendungen in warmen Wasser.
Leider werden die Betriebskostenpauschalen in der Höhe von ca. 300 Euro nicht von den Krankenkassen übernommen Unserer Ansicht nach eine sehr sinnvolle Investition. Auch wenn man für die anschließende Betreuung durch eine Hebamme und der U2 durch einen Kinderarzt, wie bei einer Hausgeburt selber verantwortlich ist. Die U1 wird in der Regen noch von der Hebamme übernommen.
Der Kontakt zur Hebamme
In einem Geburtshaus beginnt der Kontakt zur Hebamme häufig bereits in den von ihnen angebotenen Geburtsvorbereitungskursen. Und da die Anzahl der dort tätigen Hebammen sehr überschaubar ist, ist die Voraussetzung für einen vertrauensvollen Kontakt gegeben.
Ausstattung der Geburtsräume
Nach der Gesundheit von Mutter und Kind sind Entspannung und Vertrauen die wichtigsten Voraussetzungen für eine schöne Geburt. Dementsprechend sind die Räume heimelig eingerichtet. Damit es nicht zu größeren Schwierigkeiten kommt, sind Geburtshäuser mit Herzwehen-Schreiber und Notfall-Sauerstoffgeräten ausgestattet. Falls es während der Geburt zu größeren Schwierigkeiten kommt, kann die werdende Mutter zeitnah in eine Klinik verlegt werden. Denn Geburtshäuser müssen immer in der Nähe einer Klinik angesiedelt sein.
Wer kümmert sich um Mutter und Kind nach der Geburt?
Wünschenswert wäre in den meisten Fällen bestimmt die liebevolle Versorgung der jungen Mutter und ggf. der älteren Geschwister durch den Vater. Sofern dieser sich freinehmen kann. Des weiteren könnte die eigene Mutter, Schwester und oder Freundin die Familie in den ersten Tagen nach der Geburt beim Einkaufen, Essen kochen, Putzen etc. unterstützten.
Zudem besteht die Möglichkeit eine Familienhelferin bzw. Mütterpflegerin zu beauftragen. Die Kosten werden größtenteils von der Krankenkasse übernommen.
Geburtsort: Zu Hause
Für die Mütter bzw. Eltern, die sich in der eher sterilen Umgebung einer Klinik nicht wohl fühlen und für die auch das Geburtshaus nicht in Frage kommt, besteht ggf. die Möglichkeit das Kind zu Hause zur Welt zu bringen. Gegebenenfalls unter anderem deshalb weil kaum noch Hebammen Hausgeburten begleiten. Was neben an den hohen Versicherungsbeiträgen vermutlich vor allem an dem gestiegenen Risiko bei Komplikationen verklagt zu werden, liegt.
Bevor eine Hausgeburt angegangen werden kann, muss am besten direkt nach Bekanntwerden der Schwangerschaft eine Hebamme gesucht werden. Später ist die Chance eine hausgeburtbegleitende Hebamme zu finden schon fast aussichtslos.
Die Zahl der Hausgeburten ist in den letzten Jahrzehnten extrem gesunken und so kommen derzeit in Deutschland gerade noch zwei Prozent aller Kinder nicht in einer Klinik zur Welt. Nach Abzug der Geburten in einem Geburtshaus bleiben vermutlich weniger als ein Prozent der Babys, die zu Hause zur Welt kommen.
Hebammen, die eine Hausgeburt begleiten setzen eine Rufbereitschaftspauschale in Rechnung. Diese wird derzeit je nach Krankenkasse in Höhe von ca. 250 Euro übernommen.
Die Voraussetzungen für eine Hausgeburt sind überschaubar. So muss im Notfall der Zugang des Geburtsraumes mit einer Trage sowie die Anfahrt durch einen Krankenwagen ans Haus bzw. eine zeitnahe Erreichbarkeit einer Geburtsklinik gewährleistet sein. Eine Wärmelampe ist wünschenswert.
In der Mehrheit handelt es sich bei Hausgeburten nicht um Erstgebärende. Diese Eltern wünschen sich häufig eine selbstbestimmte Geburt innerhalb des familiären Umfelds. Diese Eltern haben sich in der Regel sehr gut über die Geburt und deren Risiken informiert. Zudem haben sie ein großes Vertrauen in den natürlichen Geburtsprozess und in das Können der sie begleitenden Hebamme. Diese haben sie in der Regel bereits im Geburtsvorbereitungskurs näher kennengelernt.
Inwieweit ist eine Notfallversorgung bei einer Hausgeburt gewährleistet?
Viele Mediziner haben eher kein Verständnis bei dem Wunsch von werdenden Eltern zu Hause zu gebären. Nichtsdestotrotz sind Hausgeburts-Hebammen heutzutage auch notfalltechnisch besser ausgerüstet. Sie haben sie ein mobiles Überwachungsgerät und ein Notfall-Sauerstoffgerät dabei.
Zu beachten ist, dass die werdenden Eltern sich vor der Geburt bei einer Klinik zwecks der Versorgung und Erreichbarkeit im Notfall melden sollten. Dies erspart im Ernstfall das zeitraubende und nervtötende Klären von Formalitäten.
Fazit
Wir empfehlen euch werdenden Eltern, euch genau über den Geburtsverlauf sowie über die in fragekommenden Geburtsorte und Geburtspositionen zu informieren. Am besten solltet ihr diese zuvor besichtigen und euch nicht mit der erstbesten Lösung zufrieden geben! Die Geburt ist häufig nicht nur für die Neugeborenen eine traumatische Erfahrung. Sie beeinflusst vor allem deren Überzeugungen über die Welt, in die sie hineingeboren werden. Egal was eure eigenen oder Schwiegereltern sagen, vor allem die werdende Mutter muss sich sicher und gut in dem ausgewählten Geburtsort fühlen.
Euer Deva (Babytalk – Redaktion)
Beitragsfoto: SimpleFoto / Canva Pro
Foto2: Science Photo Library / Canva Pro
Foto3: Kzenon / Canva Pro
Der Wochenfluss und die Rückbildung der Gebärmutter
Nach dem das Kind und die Nachgeburt geboren wurden, bleibt in der Gebärmutter eine im Durchmesser ca. 12 cm große Wunde zurück, wo die Plazenta sich abgelöst hat. Diese Fläche muss langsam wieder heilen. Der anschließend beginnende Wochenfluss wird durchs Stillen und das dabei ausgeschüttete Hormon Oxytocin in Gang gesetzt, welches die Nachwehen, Heilung und die Rückbildung fördert.
Diese Nachwehen sind wichtig. Sie sorgen für das Zusammenziehen der Muskelfasern der Gebärmutter und kurbeln so den Wochenfluss an. Die Muskelkontraktionen der Gebärmutter sorgen dafür, dass Blutreste, Wundsekret, Gewebe und Eihäute abgestoßen und vaginal ausgeschieden werden.
Er hält so lange an, bis die Wunde vollständig verheilt ist, wobei dieser stetig abnimmt. Der Wochenfluss wird auch Lochien genannt, was von dem altgriechischen Wort lóchos = Geburt herstammt.
Der Wochenfluss hält ca. 4 bis 6 Wochen an, während dessen die Gebärmutter auf ihren Ursprungszustand zurück schrumpft.
Bei aufkommendem Fieber, Schmerzen oder einem beißenden Geruch sollte auf jeden Fall der Frauenarzt oder die Hebamme kontaktiert werden.
Entwicklung des Wochenflusses
Am ersten Tag: Direkt nach der Geburt ist der rein blutige Wochenfluss am stärksten und kann bis zu 500 Milliliter betragen. Zudem können außer dem Wundsekret noch Reste der Gebärmutterschleimhaut, sowie Zervix und Vaginalschleim ausgeschieden werden.
Zwischen dem 2. und 3. Tag nimmt der Wochenfluss merkbar ab und beträgt dann nur noch ca. 100 Milliliter. Allerdings ist der immer noch blutige Wochenfluss nun erheblich wässriger. Neben dem Blut werden noch immer Schleim, Blutgerinsel und Gewebereste sowie Bakterien ausgeschwemmt.
Zum Ende der 1. Woche: Da die Wunde bereits etwas verheilt ist, blutet die Wunde an der Gebärmutter nur noch gering und beträgt nur noch zwischen 10 bis 30 Milliliter. Die Farbe des Wochenflusses hat nun seine Farbe verändert. Sie kann wässriges rosa oder auch rot bräunlich sein.
Zum Ende der 2. Woche: kann sich die Farbe des Ausflusses noch einmal verändern. Er kann nun weiterhin rot bräunlich oder aber gelblich sein. Üblich sind zu diesem Zeitpunkt zwischen bis 5 bis 10 Milliliter.
Zum Ende der 3. Woche: ist der Wochenfluss schon fast vollständig versiegt. Die Farbe ist jetzt weißlich bis klar. Die Gebärmutter sollte nun nach drei Wochen gut verheilt sein und die Schleimhaut sich wieder im Aufbau befinden.
Zwischen der 4. und 6. Woche Nun sollte die Gebärmutter vollständig verheilt sein und auch eine neue Schleimhaut ausgebildet haben. Der Beginn der ersten Periode nach der Geburt ist sehr individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Sowohl das Stillen als auch das Aufstehen nach längerer Zeit hat einen Einfluss auf den Wochenfluss. Das Stillen regt die Kontraktion (Zusammenziehen) der Gebärmutter an, wodurch eine größere Menge Blut abgestoßen wird. Zudem sammelt sich das Wundblut beim Liegen und fließt erst dann ab, wenn die Mutter aufsteht, sich bewegt oder auf Toilette muss.
Wochenfluss nach einer Kaiserschnitt-Geburt
Der Verlauf des Wochenflusses hängt unteranderen davon ab, ob das Kind auf natürlichem Weg oder per Kaiserschnitt geboren wurde.
Nach einer Kaiserschnittgeburt fällt der Wochenfluss häufig etwas schwächer und kürzer aus. Dennoch hinterlässt auch die chirurgische Trennung der Plazenta von der Gebärmutter eine offene Wunde.
Hygiene im Wochenbett bzw. beim Wochenfluss
In den ersten Wochen nach der Geburt ist es unabdingbar auf ausreichende Hygiene zu achten. Während der Wundheilung der Gebärmutter besteht ein erhöhtes Risiko das Keime und Bakterie in die Vagina oder auch in die Gebärmutter eindringen. Deshalb ist Händewaschen nach der Hygiene im Genitalbereich unverzichtbar.
Hygienetipps beim Wochenfluss
Verzichtet zumindest in den ersten Wochen auf Tampons, da sich bei deren Nutzung der Ausfluss stauen und dies weitere Komplikationen nach sich ziehen kann. Vlieseinlagen oder Wegwerfslips haben sich dagegen bewährt.
Einlage oder Binden sollten regelmäßig in Abhängigkeit des Ausflusses alle 2-4 Stunden gewechselt werden. Unbedingt vor- und nachher Händewaschen nicht vergessen.
Getrocknete Blutreste sollten am besten direkt nach dem Besuch der Toilette abgewaschen werden. Je nach Wohlbefinden in der Wanne abspülen, kurz Duschen oder auf der Toilette mit einem feuchtwarmen Waschlappen säubern. Alternative kann eine ph-neutrale Reinigungslotion verwendet werden. Auf parfümierte Duschgels oder spezielle Intimpflegeprodukte sollte verzichtet werden.
Eine flüssigkeitsundurchlässige Unterlage schützt während der Wochen des Wochenflusses dein Sofa und Bett.
Wenn das Bedürfnis nach Sex hochkommt, ist es ratsam seine Hebamme dazu zu befragen. Üblicherweise sollte 4-6 Wochen nach der Entbindung auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden, da die Möglichkeit besteht, dass der Wochenfluss infektiös ist. Von manchen Hebammen wird ein geschützter Geschlechtsverkehr (mit Kondom) als Option gesehen, solange die Frau dabei ein gutes Gefühl hat.
Neben dem Sex gibt es auch in Bezug aufs Baden unterschiedliche Meinungen. Ein Bad in der Wanne nehmen wird von manchen als durchaus verantwortbar eingeschätzt. Doch auch dieses Vorhaben sollte am besten , vor ab mit eurer Hebamme besprochen werden.
Wie infektiös ist der Wochenfluss?
Die Meinung zur Infektiösität des Wochenflusses ist gespalten. Manche halten ihn für keimhaltiger und infektiöser als andere Wundsekrete und andere nicht. Nichtsdestotrotz kann es im schlimmsten Fall zu Kindbettfieber führen, wenn von außen infektiöse Keime in die Gebärmutterwunder geraten. Aus diesem Grund ist es äußerst wichtig auf Sauberkeit und Hygiene im Umgang mit dem Wochenfluss zu achten.
Wann kommt es zu einem Wochenflussstau?
Wenn der Wochenfluss auf einmal deutlich erkennbar nachlässt oder gar über Stunden ganz versiegt, sollte probiert werden, ob sanfte Massagen und ein Sitzbad mit Meer- oder Kochsalz den Ausfluss wieder in Gang bringen. Es könnte sein, dass sich der Muttermund verschlossen hat und der Ausfluss nicht abfließen kann. Dann sammelt sich das Wundsekret in der Gebärmutter.
Sollte der Wochenfluss nicht wieder von selbst anfangen zu fließen und zusätzlich durchdringend und streng riecht, sollte unbedingt ein Arzt oder Hebamme aufgesucht werden. Im schlimmsten Fall kann es durch die Entzündung zum Kindbettfieber kommen. Durch sorgfältige Hygiene kommt es aber heutzutage nur noch selten zu einer solch starken Infektion.
Wochenfluss und Wundheilung fördern
Nach der Geburt ist es extrem hilfreich, wenn die frischgebackene Mutter sich schont und viel liegt. Deshalb heißt diese Zeit ja auch Wochenbett. Das Ruhen hilft dem Kreislauf, sich wieder zu stabilisieren.
Viele Hebammen empfehlen den Intimbereich nach dem jedem Toilettengang von außen mit laufwarmen Wasser zu reinigen. Frische Luft tut, wie bei den meisten Wunden, auch gut. Das heißt, solange die Frau sich dabei wohl fühlt, kann sie sich „untenrum“ frei machen und auf eine wasserundurchlässige Unterlage legen. Gegebenenfalls wartet man damit bis der Wochenfluss etwas abgeklungen ist.
Für die Rückbildung des Körpers und insbesondere für die Gebärmutter, kann es hilfreich sein, wenn die Mutter sich regelmäßig für einige Minuten auf den Bauch legt. Dies sollte am Besten mit der Hebamme abgesprochen werden. Falls der Druck zu groß ist, kann man probieren ein Kissen darunter zu legen.Vor allem für Mütter die per Kaiserschnitt entbunden haben, ist die Bauchlage unangenehm.
In den letzten 200 Jahren hat die liegende Geburtsposition, die aufrechte Position immer mehr verdrängt. Die liegende Gebärposition ist für den Geburtsprozess ungünstiger und für die Frau oft schmerzhafter.
Es gibt eine unbestätigte Geschichte, dass der Ausgangspunkt der liegenden Geburt mit dem französischen Sonnenkönig Ludwig des 14. zusammenhängt. Der soll den Fabel gehabt haben, Frauen bei der Geburt zu beobachten. Damit er dies würdevoll im Sitzen tun konnte, mussten die Schwangeren vor ihm auf einen Tisch liegend gebären. Diese Geschichte hat sich in dem Begriff „Kaiserschnitt“ verewigt.
Bis ins 19. Jahrhundert besaßen viele Haushalte einen Gebärhocker, da das Hocken eine sehr verbreitete Geburtsposition war. Der Stuhl wurde häufig als Mitgift mit in die Ehe gebracht. Es ist bzw. war ein kleiner Stuhl ohne Lehne mit einer Aussparung für das Baby. Eine in der damaligen Zeit typische Gebärposition war zudem im Stehen.
Die Rapide Abnahme der Hebammen, die auch Hausgeburten begleiten haben dazu geführt, dass ca. zweidrittel aller Geburten in einem Kreißsaal stattfinden und auch die Kaiserschnittrate rapide gestiegen ist.
Rückbesinnung zu aufrechten Geburtspositionen
In der jüngeren Vergangenheit hat eine Rückbesinnung, in die für die Frau günstigeren aufrechten Geburtspositionen begonnen. Dabei gebären die meisten halbsitzend auf dem flexiblen Bett im Kreißsaal. Das Ergebnis einer Umfrage auf www.eltern.de besagte, dass gut 60 Prozent der 1700 aller teilgenommenen Leser im Kreißsaalbett gebären, 10 Prozent in der Hocke und ebenso viele auf allen vieren. 14 Prozent entbinden in einer anderen Position.
Die beste Geburtsposition ist die, in der sich die Gebärende am wohlsten fühlt.
Es ist empfehlenswert, vor der entscheidenden Phase im Geburtsprozess, so viele Geburtspositionen wie möglich auszuprobieren. In den letzten 30 Minuten fehlt einer Gebärenden dafür vermutlich die „Muse“ und die Zeit.
Dafür sind vor allem Hebammen ausbildende Geburtskliniken geeignet, da die Hebammenschülerinnen mehr Zeit haben und motivierter sind, einer Frau dabei zu begleiten.
Geburtspositionen
In der Hocke
Sobald die Austreibungsphase beginnt, geht die Gebärende mit jeder Wehe in die Hocke. Warum ist das hilfreich? Immer wenn die Schwangere in die Hocke geht, kippt ihr Becken nach vorne und die Schwerkraft senkt das Gewicht des Babys nach unten Richtung Gebärmuttermund.
Vorteile: Die Schwerkraft schiebt das Baby mit nach unten und unterstützt so die Frau beim „Pressen“ und weist ihr zugleich die Richtung, wohin.
Ein nicht zu vernachlässigender Vorteil besteht darin, dass der Mann eine aktive Rolle während der Geburt einnehmen kann, indem er seine Frau von hinten stützt. Zudem sollte er seine Partnerin während des gesamten Geburtsprozesses, sofern sie es mag, sanft massieren.
Nachteile: Diese Geburtshaltung ist für die Gebärende wie für die Hebamme und Arzt eine sehr anstrengende und unbequeme Haltung.
Im Liegen
Trotz der Vorteile der anderen Gebärpositionen entbinden die meisten Schwangeren in Deutschland noch immer im Liegen, wenn auch häufig mit halbangestellter Rückenlehne. Dies liegt vermutlich mit an den Geburtsbildern, wie sie in allen Arten von Filmen mit Geburten gezeigt werden.
Vorteile: Diese Gebärposition ist vor allem für die Geburtshelfer bequem, zudem haben sie so einen guten Blick auf das Geburtsgeschehen.
Nachteile: Der Druck des Schwangerschaftsbauches kippt das Steißbein nach vorne und verengt so den Eingang in den Gebärmuttermund. Zudem fühlen sich viele Entbindende in dieser Gebärposition dem Prozess und Helfern ausgeliefert. Dies und die liegende Haltung lassen sie in eine Passivität fallen, worunter häufig die Stärke der Wehen leidet.
Nicht zuletzt drückt die Vena cava, eine Hohlvene, die für die Sauerstoffversorgung von Mutter und Kind verantwortlich ist.
Auf allen vieren
Die Schwangere hockt sich auf alle viere und verteilt ihr Gewicht gleichmäßig auf Beine und Arme. Dies kann auf dem Boden, auf dem Bett oder in einer Wanne sein. Auf dem Bett kann sich die Gebärende bei aufrechtgestellter Rückenlehne mit ihrem Oberkörper und Armen dort abstützen.
Vorteile: Die Schwangere hat mehr Bewegungsspielraum und kann u.a auch ihr Becken kreisen lassen. Dies schafft dem Baby Platz und unterstützt es, seinen Weg durch den Geburtskanal zu finden. Dadurch, dass das Becken dem Baby einen größeren Raum bietet, kommt es im Vierfüßlerstand nur sehr selten zu Dammrissen bzw. Dammschnitte.
Nachteile gibt es nicht und wenn dann eher für die Geburtsbegleiter.
Im Endeffekt muss die Schwangere schauen, wann unter der Geburt ihr welche Position zusagt. Denn jeder Schmerz ist ein Zeichen, dass die aktuelle Position in diesem Moment nicht geburtsfördernd ist.
Wir vom Babytalk-Team wünschen allen Schwangeren eine sichere Geburt.
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