Kategorie: Geburt

  • Wassergeburt – Ein Trend unserer Zeit?

    Wassergeburt – Ein Trend unserer Zeit?

    Wassergeburt: Kinder kommen an vielen verschiedenen Orten auf viele verschiedene Arten zur Welt. Einer davon ist im Wasser. Man könnte meinen, dies sei ein moderner Trend unserer Zeit. Aber wenn man ein bisschen Recherche betreibt, gibt es Hinweise, dass es schon im alten Ägypten und in der Antike Wassergeburten gab. Bei den Griechen hat es anscheinend sogar Tempel mit Wasserbecken gegeben, wo die Frauen zum Gebären hingingen.

    Weiter wird angenommen, dass auf den Hawaii-Inseln hunderte von Generationen im Wasser geboren wurden. Historisch gesehen, erscheint also die Wassergeburt als keine innovative Praxis, sondern eher als eine traditionelle. Das Aufkommen der modernen Medizin brachte einen Tiefpunkt in die Geschichte der Wassergeburten. Erst seit den 70er Jahren geniesst die Wassergeburt in der westlichen Welt wieder an Ansehen.

    Wanne in der Eröffnungsphase des Geburtsprozesses

    Es gibt Frauen die nutzen die Wanne nur in der Eröffnungsphase des Geburtsprozesses und gehen dann für die eigentliche Geburt wieder an „Land“. Andere Frauen möchten auch die Austreibungsphase und die eigentliche Geburt im Wasser erleben. Wenn ein Kind tatsächlich im Wasser geboren wird, spricht man von einer Wassergeburt. Aber warum überhaupt soll man im Wasser gebären oder ein Teil der Geburt im Wasser verbringen? Es gibt mehrere Gründe die dafür sprechen.

    Das warme Wasser scheint wie ein Schmerzmittel zu wirken. Es gibt bereits viele Studien, die deutlich aufzeigen, dass Frauen die in der Eröffnungsphase in der Badewanne sind, deutlich weniger Schmerzmittel benötigen. Vor allem bei den Erst-Gebärenden zeigt sich ein großer Unterschied bezüglich des Einsatzes von Schmerzmitteln.

    Das Gleiten durch das Element Wasser ist für die meisten Menschen etwas Entspannendes, manchmal schon fast etwas Spirituelles. Während der Geburt scheinen für viele Frauen genau diese Attribute des Wassers wichtig zu sein.

    Wegen des entspannenden Effekts des Wassers ist es für sie einfacher die Ruhe zwischen den Wehen zu finden. Zudem hat man im Wasser eine deutlich größere Bewegungsfreiheit. Die Gebärende kann fließend von einer Geburtsposition in die nächste wechseln. Auch dies hilft der Entspannung und fördert den Geburtsfortschritt.

    Geringeres Dammschnitt-/riss – Risiko bei Wassergeburt

    Ein weiterer Grund für eine Wassergeburt ist die deutlich niedrigere Rate an Dammschnitten und -rissen. Das warme Wasser fördert die Elastizität des Dammes und senkt somit das Risiko einer Geburtsverletzung.

    Auch für das Kind scheint die Wassergeburt sanfter zu sein. Das Baby hat im Geburtskanal einen starken Druck auf den Kopf. Kinder die im Wasser geboren werden, haben durch das Gewicht des Wassers einen deutlich schonenderen Druckabbau. Zudem werden Licht und Geräusche zu Beginn nur gedämpft wahrgenommen.

    Das Kind wird ganz langsam aus dem Wasser gehoben. Dies kann bis zu einer Minute dauern. Da das Kind noch via Nabelschnur mit Sauerstoff angereichertem Blut versorgt ist, besteht keine Erstickungsgefahr für das Neugeborene.

    Und Dank des Tauch-Reflexes bekommt das Neugeborene erst dann den Impuls Luft zu holen, wenn das Gesicht mit der Luft in Kontakt kommt. Aufgrund all dieser Gründe spricht meiner Meinung nach sehr viel für eine Wassergeburt oder ein Entspannungsbad. Ich gehöre selber auch zu den Hebammen die sehr gerne Wassergeburten betreuen.

    Eure Dayo (Hebamme)

    Beitragsfoto:  Vladimir Mucibabic / shutterstock
  • Osteopathie beim Baby – Folgen einer Geburt und deren Behandlungsmöglichkeiten

    Osteopathie beim Baby – Folgen einer Geburt und deren Behandlungsmöglichkeiten

    Osteopathie beim Baby: Jede Zelle des Körpers hat ihre eigene Bewegung. Osteopathen erspüren diese Bewegungen. Überprüfen sie auf Einschränkungen und korrigieren sie, wenn nötig gezielt mit den speziellen Techniken der Osteopathie. Diese sanfte, manuelle Behandlungsmethode arbeitet ausschließlich mit dem leichten Druck der Hände.

    Begründet wurde die Osteopathie von Dr. Andrew Taylor Still bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Der amerikanische Arzt forschte lange Zeit, um seine für die heutige Osteopathie grundlegenden Einsichten über Gesundheit und Krankheit und den menschlichen Körper, aufzuschreiben.

    Ich selbst bin mit dieser naturheilkundlichen Heilungsmethode erst nach meiner zweiten Geburt in Berührung gekommen.

    Heute denke ich, dass meine erste Geburt viel sanfter hätte verlaufen können, wenn ich bereits in der Schwangerschaft so behandelt worden wäre. Mein Kind hätte vermutlich weniger schreien müssen und seine Ruhe und seine Balance nach einer schweren Geburt früher wiedergefunden.

    Der weibliche Körper ist während der Schwangerschaft enormen Veränderungen ausgesetzt

    „In der Schwangerschaft ist der weibliche Körper enormen Veränderungen  ausgesetzt, wie z.B. einer veränderten Statik und hormonell bedingt weicherem Gewebe.“

    „Das kann zu vielfältigen Beschwerden führen.“ erklärt die Osteopathin Annette Wöhler. „In diesen Fällen ist eine osteopathische Behandlung gut geeignet, die Anpassungsvorgänge zu unterstützen.“

    In der Praxis der Expertin, die auf ganzheitliche Physiotherapie und Osteopathie spezialisiert ist, sind speziell ausgebildete Experten für die Behandlung von Kindern zuständig.

    Sie rät Schwangeren, sich bereits mit dem Thema Unterstützung durch Osteopathie und ganzheitliche Behandlungsformen auseinanderzusetzen:

    Für die Geburt ist es notwendig, dass sich die Beckenknochen frei zueinander bewegen können. Gibt es Spannungen in diesem Bereich, ist es sinnvoll schon vor der Geburt eine Osteopathin aufzusuchen.“

    Diese Verspannungen sind häufig den traumatischen Erfahrungen und den damit verbundenen Ängsten in Bezug auf Geburten und dem Thema Loslassen und Vertrauen geschuldet. Hinweis der Baby-Redaktion.

    Wann sollte man zum Osteopathen?

    Meine erste Geburt hatte mich mehr geschlaucht, als ich mir das damals eingestanden hatte. Alles ist so euphorisch, so aufregend nach einer Geburt.

    Wer denkt da an die junge Mutter? Wohl am allerwenigsten sie selbst. Vor lauter Glück, vor lauter Baby gucken und Baby streicheln, Baby beruhigen und füttern, vergisst sie schnell sich selbst.

    Erst einige Wochen nach der Geburt habe ich bemerkt, dass sich nichts so von allein wieder eingerenkt hatte. Zumindest nicht so wie das Omas, Tanten und andere Mütter beruhigend behauptet hatten.

    Ich fühlte mich total abgespannt, verbogen und verzerrt. Ja, verzerrt! Meine Körpermitte hatte sich verschoben, meine Leisten taten weh, das Kreuzbein war verspannt. Eigentlich tat mir einfach alles vom Bauchnabel abwärts furchtbar weh.

    Dabei bin ich brav zur Rückbildung getigert und habe gewissenhaft, die dort von der Hebamme gezeigten Übungen, auch zuhause durchgeführt. In der Schwangerschaft hatte ich sogar mit Yoga begonnen und viel in meinen Körper hineingehört.

    Wo war nur mein harmonisches Körpergefühl hin?

    Osteopathie beim Baby und am Kopf einer Frau

    Früher musste ich nie über meinen Körper nachdenke. Er machte keine Probleme, war einfach ok so wie er war.

    Als das Ganze begann sich bei der zweiten Schwangerschaft zu wiederholen, hatte ich mehr Glück. Klar renkt sich das auch ohne Osteopathie irgendwie wieder ein. Dies hat ja auch nach der ersten Geburt funktioniert. Doch wieso sich das Leben schwerer machen als nötig?

    Durch Zufall bekam ich nach der Geburt der Zwillinge die Visitenkarte einer Osteopathin in die Hand gedrückt. Eigentlich für die Babys, die mit einem Kaiserschnitt zur Welt gekommen waren.

    Spontan beschloss ich auch einen Termin für mich selbst auszumachen – aus dem reinen Bauchgefühl heraus, dass mir das gut tun könnte.

    Und es war ein erhebendes Erlebnis. Ich konnte regelrecht spüren wie mein Körper wieder ins Lot gerückt wurde. Daraufhin habe ich für alle drei Kinder Termine ausgemacht.

    Annette Wöhler hält eine osteopathische Behandlung nicht prinzipiell nach jeder Geburt für notwendig. „War die Geburt schwer, ist auch eine Behandlung für die Mutter empfohlen.“ Ansonsten gilt es wie beim Kind, dem Körper Zeit zu geben. Und die körpereigenen Selbstheilungskräfte wirken zu lassen. Typische Beschwerden der Mutter nach der Geburt sind Rückenschmerzen im Lenden- und Brustwirbelbereich sowie Beckenschmerzen.“

    Osteopathie bei Säuglingen - Die 5 häufigsten Gründe mit Säuglingen zu einem Osteopathen zu gehen

    Osteopathie beim Baby

    Was verstehen Spezialisten überhaupt unter einer schweren Geburt? „Eine osteopathische Behandlung von Neugeborenen ist vor allem dann sinnvoll: wenn es zum Einsatz von Hilfsmitteln wie Saugglocke oder PDA gekommen ist, oder ein Kaiserschnitt stattgefunden hat“.

    Klar ist jede Geburt anstrengend und Säuglinge wie Gebärende sind erst einmal erschöpft und ruhebedürftig. Das ist ganz normal und es braucht Zeit und Ruhe, um wieder zu sich zu kommen und zurück zu seiner Mitte zu finden.

    Sie rät ihren Patientinnen zudem zu Osteopathie, wenn ihre Geburt zwar natürlich, aber besonders schwer, lang oder auch extrem kurz war.

    Dennoch empfiehlt sie erst einmal abzuwarten und dem Neugeborenen Zeit und Ruhe zuhause zu geben. Vor allem wenn beim Kind alles gut läuft und die Geburt problemlos abgelaufen ist. In diesen Fällen ist es gut, das Baby erstmal in seiner neuen Umgebung ankommen zu lassen.

    Falls die Eltern aber den Wunsch verspüren, das Kind einmal anschauen zu lassen, genüge es, das Baby der Osteopathin ab vier bis sechs Wochen nach der Geburt vorzustellen.

    Das Kind arbeitet sich während der Geburt mit Hilfe der mütterlichen Wehen durch den Geburtskanal. Auf das Baby wirken dabei enorme Kräfte ein.

    Anpassungen nach der Geburt stellen riesige Herausforderungen dar

    Osteopathie beim Baby: Nach der Geburt stellt die Anpassung an die neue Umgebung eine riesige Herausforderung dar. So kommt es immer wieder vor, dass bei Kindern Spannungen im Gewebe zurückbleiben. Diese sind häufig auf den Geburtsvorgang oder die Lage im Mutterleib zurückzuführen.

    Die Osteopathin unterstützt diesen Anpassungsvorgang, indem sie Spannungen im Gewebe löst.

    „Schon Neugeborene können Symptome aufweisen wie Bauchweh und Verdauungsprobleme, häufiges Schreien, Vorzugshaltungen, vermehrte oder verminderte Körperspannung oder Schwierigkeiten beim Stillen“.

    Häufig entstünden diese Symptome durch Anpassungsschwierigkeiten des kindlichen Organismus oder persistierende Spannungen im Gewebe. Wenn dies der Fall ist, kann eine osteopathische Behandlung sehr gut helfen.

    „Auch bei Kleinkindern können typische Symptome wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Haltungsabweichungen oder motorische Unruhe durch Spannungen im Gewebe ausgelöst sein“. Hier kann eine osteopathische Behandlung Verbesserungen erreichen.

    Immer mehr Krankenkassen beteiligen sich übrigens an den Kosten für eine osteopathische Behandlung.

    Eure Verena Wagner (Babytalk-Autorin)

    Nachfolgend findet ihr einen Bericht einer „betroffenen“ Mutter zu Osteopathie beim Baby, Hinweis der Redaktion.

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  • Ultraschalluntersuchungen: Der gläserne Bauch – Der Palast des Kindes

    Ultraschalluntersuchungen: Der gläserne Bauch – Der Palast des Kindes

    Ultraschalluntersuchungen: In der Traditionell Chinesischen Medizin wird die Gebärmutter auch Palast des Kindes (Bao Gang) und das Kind der Kaiser genannt. Mit diesen Bezeichnungen wird das Mystische, heilige und wertvolle um das werdende Leben deutlich.

    Übertrage ich das nun in die westliche Sichtweise muss ich mich fragen, was ist das besondere an so einem Palast in dem ein Kaiser wohnt?! Es ist ein geschützter Ort, mit mystischen Geschichten, ein Rückzugsort und ab und an erhalten bestimmte Menschen eine Audienz und dürfen in das innerste vordringen.

    Ich kenne keinen Palast, der mit einem gläsernen Dach oder einer gläsernen Aussenwand versehen ist und transparent und durchsichtig für alle ist. Ebenso wie das Leben des Kaisers. Welcher Kaiser würde das auch wollen?

    Was machen wir aber genau mit unserem Palast, der Gebärmutter und ihrem Bewohner, dem Kaiser, dem Kind in der Schwangerschaft? Wir durchleuchten, untersuchen, schallen – wir versuchen einen gläsernen Bauch entstehen zu lassen in dem wir alles krankhafte, pathologische finden wollen, um es dann zu behandelt und gesund zu machen.

    Zunahme der Ultraschalluntersuchungen

    Aber ist es das, was ein Kaiser in seinem Palast braucht und sich wünscht? Aus einem Ultraschall am Ende einer Schwangerschaft mit niedriger Frequenz der Schallwellen wurde über nur wenige Jahre eine Ultraschallmanie. Aus festgeschriebenen (Mutterschaftrichtlinien) 3 Ultraschallen in der Schwangerschaft werden nun gefühlte 100.

    Es gab auch eine Veränderung der Frequenz der Schallwellen. Hier werden nun deutlich stärkere Frequenzen in den letzten Jahren eingesetzt ohne das es ein Risiko-Nutzen-Abwägung gibt.

    Tragbare Ultraschalleinheiten, Herztonüberwachungsgeräte für Zuhause komplimentieren das System der Überwachung, das nun auch 24 h zu Hause stattfinden kann. Die Gebärmutter ist der Palast des Kindes und gehört geschützt.

    Bis heute sind die Folgen der Ultraschalluntersuchungen nicht hinreichend erforscht. Die Forschungsergebnisse die es gibt, zeigen eine deutliche Beeinträchtigung des Ungeborenen und seiner Umgebung bei einer Ultraschallsitzung. Zu beobachten in der Praxis sind Kinder die sich die Hände vor das Gesicht halten und Anzeichen von Stress (heftige Bewegungen) deutlich zeigen.

    Weil die Bedenken nicht ausgeschlossen werden konnten, sind nach Ende 2020  3D Ultraschalluntersuchungen nicht mehr erlaubt. Sofern keine medizinische Notwendigkeit besteht.

    Absolute Sicherheit gibt es nicht

    Als Hebamme muss ich auf diese Risiken aufmerksam machen. Wir haben die Natur nicht im Griff. Auch eine völlige Überwachung bringt uns nicht mehr gesunde oder lebende Kinder. Im Gegenteil – Bindung heißt das Zauberwort.

    Wir müssen Vertrauen aufbauen und ja wir müssen auch unser Schicksal annehmen. Kaum ein Frauenarzt macht bei einer Vorsorge noch die Leopoldschen Handgriffe zur Lagebestimmung des Ungeborenen im Mutterleib. Er/sie benutzen lieber den Ultraschall. Wozu?

    Ist es nicht wunderbar mit dem Ungeborenen über die Bauchdecke zu kommunizieren? Diese kleinen Antworttritte auf meinen Kontakt. Dieses innehalten, welche Hände da nun auf dem Bauch liegen. Dieses sich in die Hand des werdenden Papas schmiegen.

    Nein, das reicht heute anscheinend kaum noch aus!

    Und ich verstehe die verunsicherten werdenden Mütter. Es wird suggeriert, dass es eine völlige Sicherheit mit Ultraschallvertrag, IGEL – Leistungen, Pränataldiagnostik, Schwangerschaftsvorsorge, CTG Kontrollen usw. gibt. Dabei weiß jeder – es gibt keine Garantie auf ein lebendes, gesundes Kind.

    Also versucht doch den Palast, Palast sein zu lassen. Ein Ort der Ruhe, der Mystik und der Geborgenheit und kommt in Euer Vertrauen. Der Lebensplan ist schon längst geschrieben und ändern kann ihn auch kein Ultraschall mehr.

    Ein Beitrag von Anja Lehnertz (Babytalk-Hebamme)

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  • Warum ich mir so sehr eine Hausgeburt gewünscht hätte

    Warum ich mir so sehr eine Hausgeburt gewünscht hätte

    Für mich waren meine Krankenhausgeburten traumatisch. Vor allem die erste war ganz anders als ich mir das vorgestellt habe. Ich hätte gerne eine Hausgeburt gehabt.

    Das haben wir uns aber nicht getraut, da wir zu der Zeit 30 km vom Krankenhaus entfernt in den Bergen lebten.

    Ich kaufte mir also die Hebammensprechstunde von der Allgäuer Hebamme Ingeborg Stadelmann und bereitete mich voller Freude und Zuversicht auf die Geburt vor.

    Die Schwangerschaft war super und als ich im Krankenhaus ankam, war der Muttermund schon 3 cm weit geöffnet. Ich hatte schon die ganze einstündige Fahrt ins Krankenhaus auf dem Land Wehen. Anders als gedacht befanden wir uns nämlich doch nicht in in der Großstadt am alten Wohnort. Alle im Krankenhaus Anwesenden gingen sofort von einer Blitzgeburt aus.

    Entbindung im Krankenhaus

    Zuerst war alles gut. Ich ging in die Gebärwanne, bekam Musik und Duftlampe. Als mir aber an den Schultern kalt wurde, wollte ich aus der Wanne raus.

    Nicht wissend, das ich damit mein Los beschieden hatte und damit den normalen Krankenhaus-Geburt-Rhythmus wählte. Ich wurde zu diesem (Gynäkologen-) Stuhl geführt und kam mir vor wie ein Lamm das zur Schlachtbank geführt wird.

    Ich hatte das Gefühl totaler Ohnmacht, mein Freund war ebenso hilflos und aufgeregt. Als die recht junge Hebamme meinte, die Fruchtblase würde jetzt zum Platzen gebracht werden, wagte ich zu widersprechen.

    Alles was ich darüber gelesen hatte, war negativ. Sie ging zur Ärztin und die sagte dasselbe. Ich wusste nicht, wie ich mich wehren sollte.

    Ich dachte, dass man der Gebärenden Zeit lassen sollte, wie lange sie eben braucht. Nachdem die Fruchtblase nun geplatzt war, wurde nichts besser. Mein Sohn, der einen großen Kopf hat, stieß nun ohne Puffer wieder und wieder auf mein Schambein.

    So schmerzhaft, dass ich um eine PDA bettelte. Aber liebe Frau x, sie haben es doch bald geschafft. Irgendwann kapierten auch Hebamme und Ärztin, dass es sich „bloß noch um Stunden handeln“ konnte und gaben mir die PDA.

    Das Trauma

    Angekommen waren wir im Krankenhaus um 1.30 nachts und geboren wurde unser liebes Kind gegen 11 Uhr vormittags. Mehrere Stunden war es ohne Fruchtblase, bis es mir irgendwann doch gelangen ihn – mit Dammriss – herauszupressen.

    Nach einigen Stunden wurde er mir weggenommen – Neugeboreneninfektion. War daran wohl die Zeit ohne Fruchtblase schuld? Das ist zumindest meine Meinung.

    Die folgende Woche in der Klinik war richtig schlimm. Da wir auf der Intensivstation waren wegen der Antibiotika und der Infektion mussten wir uns auch deren Gepflogenheiten und Regeln unterwerfen.

    Das Kind musste vor und nach jedem Stillen gewogen werden, auch wenn es dann wieder aufwachte. Sicher wichtig bei Frühchen und Babys die zu wenig trinken.

    Mein Wonneproppen wog von Anfang an 3.700 g und schmatzte beim Trinken an der Brust, weil er die viele Milch gar nicht schnell genug wegschlucken konnte.

    Erst nach Tagen hatten die Schwestern erbarmen und erließen mir die Wiegepflicht, die angesichts dieses gut genährten Kerlchens geradezu wie pure Ironie anmutete. Endlich durften wir heim und alles wurde besser.

    Dennoch blieb unser Schatz für 3 Monate lang ein Schreikind. Tagsüber war er glücklich und zufrieden bis es 18 Uhr wurde. Dann weinte er drei Stunden lang und nichts konnte ihn vom Schreien abhalten.

    Ich lasse diesen 1. Teil meiner Geburtserfahrung jetzt einfach so offen stehen. Sie enthält meine Meinung und meine persönlichen Empfindungen. Ich beschreibe darin das, was ich bei meiner ersten Geburt gefühlt habe.

    Das mich diese Erfahrung traumatisiert hat, habe ich erst in den Wochen nach der Geburt gemerkt.

    Erneut verarbeitet und reflektiert habe ich das Erlebte, als ich dann nur 10 Monate später wieder schwanger war und mich auf eine Zwillingsgeburt vorbereitete. 16 Monate nach unserem starken Erstgeborenen haben wir unsere Zwillinge per Kaiserschnitt begrüßen dürfen.

    Teil 2: Die Geburt der Zwillinge

    Ich wünschte mir nichts sehnlicher, als einmal eine Hausgeburt erleben zu dürfen. Das ging jetzt wieder nicht. Zumindest in Österreich sind Hausgeburten bei Zwillingen nicht erlaubt.

    Deutsche Hebammen gibt es auch nicht viele, die das übernehmen.

    Wir zogen zwar gerade wieder an den Chiemsee, aber bald schon kam die Nachricht, das eines der Kinder verkehrt herum lag. (Sorry, dass ich die ganzen Fachausdrücke nicht mehr weiß.)

    Wie sich zeigte, war es jetzt nicht mal mehr leicht, eine Klinik zu finden, die nicht von vornherein eine normale Geburt ausschloss!

    Das ärgert mich maßlos. Kein Wunder, wenn das Wissen darüber, wie es geht, ein Kind normal auf die Welt zu bringen, weniger und weniger wird.

    Wenn Ärzte ihrer Chance beraubt werden, ihren medizinischen Erfahrungsschatz bei natürlichen Geburten zu erweitern/bereichern, die Hebammen in der Ausübung ihres Berufs geradezu staatlich sabotiert werden, was bleibt dann noch für Deutschland? Der Kaiserschnitt.

    Kaiserschnitt verordnet

    Ich wehrte mich dagegen, als das erste Krankenhaus sagte, Beckenendlage bei Zwillingen macht nur noch der Chefarzt und der ist im August in Urlaub! Na dankeschön: Diesen Satz bekam ich in Rosenheim und in München Großhadern zu hören!

    Das Kind schlug übrigens während der gesamten Schwangerschaft Purzelbäume. Verkehrt herum in der 14. SSW heißt ja keineswegs, dass es immer so bleiben muss.

    Ich wollte aber unbedingt natürlich entbinden und fand schließlich ein kleines privates Krankenhaus.

    Ich hatte Glück, denn meine damalige Frauenärztin war dort Belegärztin.

    So fühlte ich mich diesmal viel sicherer. Ich vertraute ihr und hatte das, was ich schon bei der ersten Geburt gebraucht hätte und mir nach der ersten Erfahrung jetzt sehr wünschte.

    Eine Fachkraft, von der ich wusste, die kommt ins Krankenhaus, wenn es los geht und ist bei mir.

    Dass es dann doch ein Kaiserschnitt wurde, war für mich übrigens überhaupt nicht schlimm. Ich musste zwei Wochen vor Entbindungstermin in die Klinik – es sollte losgehen.

    Für eine Zwillingsschwangerschaft ist zwei Wochen vor ET geradezu grandios und ich hatte einen megagalaktischen Bauch. Es war Sommer, es war heiß, ich freute mich, dass es losgehen sollte.

    Ernst genommen fühlen

    Die Ärztin gab mir Globuli und wir versuchten allerlei, um die Geburt natürlich einzuleiten. Bei einem entspannenden Bad drehte sich der Purzelbaumkandidat schwupps noch mit dem Kopf nach unten.

    Alles schien zu passen. Ich bekam wehenfördernde Mittel. Es ging los. Doch plötzlich hatten die Kinder keine Lust mehr. Das Baby, das sich seit Wochen in der Pole Position befand, schwamm wieder nach oben. Jeder schien abzuwarten und „Bitte nach Dir!“ zum anderen zu sagen.

    Wir brachen ab.

    Die Ärztin sagte mir eine Yogaübung, die ich bis nächsten Vormittag praktizieren sollte. Manchmal würden die Kinder dann wieder in die richtige Position rutschen. Als sich nichts getan hatte bis zum nächsten Mittag, entschieden wir uns gemeinsam für einen Kaiserschnitt.

    Versteht ihr, warum ich mit dieser Entscheidung gut leben konnte? Ich wurde von Anfang bis Ende in die Entwicklung der Geburt mit einbezogen. So fühlte ich mich ernst genommen, mit all meinen Wünschen und Ängsten.

    Auch hier musste ich eine Woche in der Klinik bleiben. Auch hier durfte ich nicht von Anfang an permanent bei den Kleinen sein.

    Ein Kind brauchte Sauerstoff und den zweiten ließ man aus Solidarität beim Geschwisterchen. Immerhin kam man auf die Idee, den Kindern ein gebrauchtes T-Shirt ins Bettchen zu legen, damit sie den Mama-Geruch bei sich hatten.

    Ein Kind durfte ich von Anfang an stillen, das zweite ab dem zweiten Tag. Immerhin. Manchmal kommt eben nicht alles so, wie man es sich wünscht. Ich durfte auf einem Sessel in der Neugeborenenstation sitzen und konnte mit Hautkontakt kuscheln.

    Schade, fand ich auch, dass bei einem Kaiserschnitt, das Kind nicht gleich trinken darf. Ich wollte dem ersten gleich die Brust geben, aber da wurde mir das Kind weggenommen, um es zu versorgen. Ist das wegen der sterilen Umgebung? Ich habe keine Ahnung, aber ich empfand es damals als gemein.

    Aber wie gesagt, ich bin sehr dankbar, dass diese zweite Geburt so verlaufen ist. Sie hat mich ein wenig zumindest mit meinen Geburtserlebnissen versöhnt.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: In The Light Photography / shutterstock
  • Geburt: Krankenhaus versus Geburtshaus und Hausgeburt

    Geburt: Krankenhaus versus Geburtshaus und Hausgeburt

    Für die meisten Frauen ist es von Anfang an klar, dass sie ihr Kind im Spital gebären möchten. Es gibt jedoch einen kleinen Anteil an Frauen, die sich einen anderen Geburtsort für die Geburt ihres Kindes wünschen. Wie kommt es zu dieser Entscheidung? Ist es überhaupt sicher zu Hause oder im Geburtshaus zu gebären?

    Es haben sich schon viele Studien mit der Sicherheit der Hausgeburt befasst. Eine britische Studie mit über 60.000 Gebärenden kam sogar zum Schluss, dass eine Zweitgebärende nach komplikationsloser erster Geburt weniger Risiken ausgesetzt ist, wenn sie zu Hause oder im Geburtshaus entbindet.

    Für eine Erstgebärende ist die Geburt im Krankenhaus jedoch am sichersten. Die Studie mit dem Titel «The Birthplace cohort study» (dt. «Kohortenstudie Geburtsort») war sehr aussagekräftig bzw. vergleichbar, da effektiv nur die Geburten von gesunden Frauen ausgewertet wurden.

    Alle Frauen in der Studie hatten ein geringes Risiko:

    • sie trugen ein einziges Kind aus,
    • hatten keine genetischen Krankheiten, es gab keine Komplikationen in der Schwangerschaft und
    • sie hatten keine vorherigen Kaiserschnitte gehabt.

    Insgesamt war die Geburt für diese Frauen überall sicher. Es gab bei lediglich 250 von 60.000 Geburten Komplikationen.

    Vertrauen in den Geburtsprozess

    Aber warum ist das so? Laut der weit verbreiteten Meinung müsste ja das Gegenteil der Fall sein und viel häufiger Komplikationen eintreten. Für mich gibt es eine ziemlich einfache Erklärung dafür:

    Die Frauen, die sich für eine Hausgeburt oder eine Geburt im Geburtshaus entscheiden, haben Vertrauen in den natürlichen Geburtsprozess und sind eher positiv eingestellt. Sie sind davon überzeugt, dass ihr Körper ohne medizinische Interventionen den Geburtsprozess bewältigen kann und sie ein gesundes Kind gebären.

    Diese Einstellung zum Geburtsprozess wird durch die gehörten Geschichten/Berichte über Geburten und nicht zuletzt durch die eigene Geburts- und andere Krankenhauserfahrungen beeinflusst.

    Die meisten Frauen, die sich für einen anderen Geburtsort als das Krankenhaus entschieden haben, können sich nicht vorstellen, dass sie sich im Krankenhaus gleich gut entspannen können. Vor allem diese Grundeinstellung unterstützt meiner Meinung nach einen guten Geburtsverlauf.

    Das Krankenhaus als Ort der Geburt wird als der Sicherste propagiert

    Die Geburt im Krankenhaus wird als sicherste Variante propagiert. Im Krankenhaus werden die Frauen oft dauerhaft überwacht, um ihnen das Gefühl von Sicherheit zu geben. Diese Dauerüberwachung bedeutet aber auch, dass sofort reagiert werden muss, wenn ein Kind Stress unter der Geburt erfährt.

    Die meisten Kinder haben zu einem gewissen Zeitpunkt während der Geburt einmal Stress. Dies bedeutet aber nicht, dass eine Geburt pathologisch sein muss und regelmäßige Interventionen braucht. Denn diese wiederholten Interventionen verunsichern die Frauen in den meisten Fällen und geben ihr das Gefühl, ihr Geburtsprozess sei nicht normal und riskant für das Kind.

    Dadurch haben sie mehr Angst. Die Angst führt zu mehr Anspannung. Und die Anspannung führt dazu, dass die Frauen den Geburtsschmerz als intensiver erleben, was wiederum zu mehr Unsicherheit führt.

    Dieser Angst-Spannungs-Schmerz-Kreislauf ist ganz schwer zu durchbrechen und führt oft dazu, dass die Frauen eine PDA oder manchmal sogar einen Kaiserschnitt verlangen. Persönlich finde ich, dass jede Frau ein Recht auf eine sichere Geburt und wenn gewünscht auf eine adäquate Schmerztherapie hat.

    Die Moderne Medizin hat bei der Geburt nicht nur Vorteile

    Aber ich glaube auch, dass die moderne Medizin mit all ihren Überwachungsmöglichkeiten nicht nur Vorteile birgt. Manchmal ist es hinderlich, wenn man zu viel Angst verbreitet.

    Ideal fände ich es, wenn bei uns in den Spitälern integrierte Geburtshäuser geführt würden. So könnten alle physiologischen Geburten von den Hebammen geführt und bei Pathologien der Arzt hinzugezogen werden.

    Ich glaube dieser Aufbau von integrierten Geburtshäusern in den Spitälern würde vielen Frauen auch die Sicherheit geben, die sie brauchen, um «entspannt» zu gebären. Gesellschaftlich würde es sicher dazu beitragen die Geburt wieder vermehr als einen natürlichen Prozess anzuschauen und nicht als eine Risikosituation.

    Wenn sich diese Einstellung wieder verbreitet, würden manche Frau mit einem besseren Gefühl in die Geburt gehen. Darum sage ich: Frauen, vertraut auf euren Körper! Er kann den Prozess einer Geburt auf natürliche Weise schaffen.

    Versteht mich bitte nicht falsch. Ich möchte nicht dafür werben, dass alle Frauen von jetzt an zu Hause oder in Geburtshäusern gebären sollen. Aber ich wünsche mir, dass die Geburt wieder als ein natürlicher Prozess angeschaut wird, der in den aller meisten Fällen gut geht.

    Und für die Fälle, wo das nicht der Fall ist, bin ich sehr dankbar um die Ärzte und die Möglichkeiten zu intervenieren. Und dadurch die Gesundheit von Mutter und Kind zu gewährleisten.

    Jede Frau, wenn es ihre Gesundheit und Schwangerschaft erlaubt, soll da gebären können wo sie will. Und weiter sollten Hebammen und Ärzte nicht in Konkurrenz zu einander stehen, sondern zusammen am selben Ziel arbeiten. Nämlich eine gesunde Mutter zu betreuen und ein gesundes Kind zu gebären.

    In diesem Zusammenhang könnte euch auch der Beitrag „Warum ich mir so sehr eine Hausgeburt gewünscht hätte“ interessieren (Hinweis der Redaktion).

    Liebe Grüße Eure Dayo (Hebamme)

    Beitragsfoto: (ls) Gorodenkoff & (re) nata-lunata / shutterstock
  • Interview mit Dr. Ulrich Chefarzt einer Frühchen – Station

    Interview mit Dr. Ulrich Chefarzt einer Frühchen – Station

    Viele Eltern werden von heute auf morgen mit der Geburt eines Frühchen konfrontiert, mit der erstmal nicht gerechnet wird:

    Sie werden früher als erwartet Eltern.

    Bis kurz vor der Geburt geht man davon aus, eine normale Geburt und eine perfekte Schwangerschaft zu haben.

    Oft ist das aber leider nicht so, aus vielen verschiedenen Gründen kommt das Baby zu früh. Ein Frühchen zu bekommen, ist eine Situation, die  viele Eltern verzweifeln lässt und oft ist man mit den Umständen komplett überfordert.

    Zum Thema Frühchen und Frühgeborene habe ich ein Experteninterview mit Dr. med Florian Urlichs, Chefarzt der Neonatologie St. Franziskus Hospital in Münster und Facharzt für Kinder und Jugendmedizin geführt.

    Arzt auf der Frühchen Intensivstation, Traumjob?

    Sie sind Arzt auf der Frühgeborenen Intensivstation, war das ihr Traumjob? Oder wie sind Sie dazu gekommen?

    Ich habe in Stuttgart während des Praktischen Jahres die Neonatologie kennen und lieben gelernt. Ich war fasziniert von der Vielfältigkeit der Arbeit und den Möglichkeiten am Beginn des Leben zu helfen. Der Umgang mit diesen Themen und das Vorbild meiner damaligen Kollegen hat es mir immer zum Traumjob gemacht.

    Wie lange arbeiten Sie bereits in diesem Beruf?

    Ich arbeite seit 14 Jahren in der Kinderheilkunde und bin seit 4 Jahren hier Chefarzt am St Franziskus Hospital.

    Neben all den schönen Dingen, umgeben von den kleinen Kämpfern zu sein, gibt es auch viele negative Erfahrungen.

    Was war Ihr schlimmster Moment in Ihrer beruflichen Zeit?

    Es gibt nicht einen Moment, der der Schönste oder der Schlimmste war. Es gab viele bedrückende, emotionale und traurige Momente und noch mehr wunderschöne und Glücksmomente. Aber ich habe sie alle immer als Teil meines Lebens und meines Berufes (meiner Berufung) gesehen und als solche akzeptiert. Es gehört alles dazu und vielleicht half mir das, damit umzugehen.

    Wie geht man als Arzt am Besten damit um?

    Das man immer Mensch dabei ist und nicht nur Arzt. Als Mensch lasse ich dies zu und an mich heran um mit den tieftraurigen oder himmelhochjauchzenden Momenten umzugehen.

    Frühchen Dr. med Florian Urlichs, Chefarzt der Neonatologie St. Franziskus Hospital in Münster bei der Untersuchung eines Frühchens

    Eltern-Mitwirkung in der Betreuung

    Die Betreuung der Eltern vor Ort, gehört ebenfalls dazu, wie können Eltern konstruktiv mitwirken, um ihren Kleinen „zu helfen“?

    Die Eltern werden, wenn möglich schon vor der Geburt durch unser Team so an ihr Kind herangeführt, wie zum Beispiel durch die präpartale (vorgeburtliche) Bindungsförderung und präpartale Schwesternsprechstunde, indem sie möglichst in alles eingebunden werden.

    Nach der Geburt geht die psychologische Betreuung der Eltern durch die Bindungsförderung weiter, indem die Eltern ab der Geburt an ihre Kinder durch Bonding, Berührung, mit den Kindern sprechen/vorlesen herangeführt werden. Später geschieht dies durch die Einbindung in die Pflege und Versorgung und ganz wichtig in die Känguruh-Pflege.

    Die Eltern-Kind Beziehung steht während der gesamten Phase neben der gesundheitlichen Behandlung/Pflege im Vordergrund und ist wichtiger Bestandteil der Entwicklungsförderung.

    So werden wichtige Momente und Ereignisse in der Entwicklung der Frühchen für die Eltern durch Bilder, Fußabdrücke und einer Art Tagebuch festgehalten.

    Mitwirkungsmöglichkeiten der Frühchen Eltern

    Sind grundsätzlich alle Eltern dazu bereit, gewisse Maßnahmen zur Mitwirkung zu treffen, oder gibt es da auch Berührungsängste?

    Natürlich gibt es Berührungsängste, aber diese werden versucht möglichst Schritt für Schritt abzubauen, so dass Eltern und Kind immer mitgenommen werden und diesen Weg der Entwicklung selber gehen können.

    Wie wird bei Ihnen die Problematik solcher Berührungsängste gelöst?

    Die Eltern werden Schritt für Schritt an ihre Kinder herangeführt und von Anfang an in alle Ereignisse und Maßnahmen/Entscheidungen eingebunden.

    Zwischen Frühchen unterscheidet man nochmals in Extremfrühchen. Ab wann ist ein Baby ein Extremfrühchen?

    Man muss da nach Gestationsalter (Zeitraum einer Schwangerschaft) und dem Gewicht unterscheiden. Bei Kindern mit einem Gewicht von unter 1500g spricht man von Frühchen. Von Extremfrühchen spricht man bei Babys, die mit einem Gewicht unter 1000g oder unter der vollendeten 28. SSW geboren werden.

    Spätfolgen von Frühchen

    Die Angst von Spätfolgen ist immer da, aber welche sind konkret möglich? Oder welche sind ab einer bestimmten Woche eventuell sogar garantiert?

    Konkret sind bei Geburt, egal in welcher Schwangerschaftswoche keine Spätfolgen vorhersagbar. Die Entwicklung hängt von vielen Faktoren ab, entscheidend ist aber die Förderung und der Bindungsstatus der Mutter für eine positive Entwicklung. Auch bei Extremfrühchen an der Grenze der Lebensfähigkeit ist es möglich, dass sich diese normal entwickeln.

    Wie werden die Eltern auf Spätfolgen vorbereitet?

    Mit den Eltern werden die Entwicklungsmöglichkeiten, die von einer schweren Behinderung bis zu einer ganz „normalen“ Entwicklung reichen immer wieder, genauso wie die Förderungsmöglichkeiten, mit viel Zuversicht gebend und Mut machendthematisiert.

    Was kann man gegen gewissen Spätfolgen im späteren Verlauf unternehmen? Gibt es Förderungen?

    Das hängt sehr von der Art der Probleme des Kindes ab. Gegen manche Spätfolgen kann man wenig unternehmen. Man kann die Kinder aber mit Physiotherapie, Ergotherapie, Lerntherapie, Logopädie, Motopädie in ihrer Entwicklung unterstützen. Und vor allem auch die Familie psychologisch unterstützen und auf ein Leben mit einem Extremfrühgeborenen vorbereiten.

    Und zum Schluss, kann man irgendwann sagen „Ein Frühchen ist nun aus dem Schneider?“ also sprich ab einem gewissen Alter sieht/merkt man das Frühchen-Sein, dem Kind nicht mehr an?

    Das hängt auch von der Entwicklung ab und die verläuft die ganze Kindheit ab und die ist eigentlich nie wirklich abgeschlossen.

    Yvonne

  • Solidarität unter Müttern. Wie eine Gemeinschaftsaktion einer Familie das Leben versüßte

    Solidarität unter Müttern. Wie eine Gemeinschaftsaktion einer Familie das Leben versüßte

    Unsere Babytalk-Autorin Yasmin berichtet Euch heute von einer sehr rührenden Solidarität unter Müttern, die auch uns so beeindruckte, dass wir uns kurzerhand an einer kleinen-großen Rettungsaktion beteiligten:


    Gerade erst hatte ich die „heiße Phase“ – also das erste Trimester meiner Schwangerschaft überstanden und begonnen mich richtig auf mein Baby zu freuen – da kam eine weitere Nachricht in mein Postfach geflattert.

    Dani ist schwanger! Was nicht für möglich gehalten wurde, wurde möglich und so sahen wir unseren Bäuchlein quasi gegenseitig beim Wachsen zu. Schon immer mochte ich die Glucke gern – keine Ahnung warum.

    Als ich sie dann das erste Mal auf der WestFam sah, war es „Liebe auf den ersten Blick!“. Waren es die Heimatgefühle, die sie in mir wach rief, als sie mich im mir bekannten Dialekt begrüßte? Waren es ihre Gesichtszüge, die mich unglaublich an eine liebe Person erinnerten, die meine Kindheit schöner gemacht hat? Ich weiß es nicht.

    Mit Bauchschmerzen fing alles an

    Ich weiß aber, dass ich mir irre für sie und ihre Familie gefreut habe. Ich weiß auch, dass ich mir große Sorgen gemacht habe, als sie kurz vor Weihnachten twitterte, dass sie starke Bauchschmerzen habe. Und dabei dachte ich zuerst an Wehen, aber es klang dann doch nicht so.

    Ich riet ihr zum Arzt zu fahren, andere Leser stimmten mit ein. Und dann begann etwas, was ich von außen betrachtet, als kleinen Trip zur Hölle bezeichnen würde:

    Dani durchlebte hatte Komplikationen zur Geburt und litt damit an einem richtig langen Krankenhausaufenthalt – statt zu Hause bei ihrer Familie zu sein.

    Ein Schlag nach dem anderen

    Als wäre das nicht genug gewesen, musste das Baby dann auch noch auf die Intensivstation. Ich kann mich nur bedingt einfühlen, was sie in den Tagen durchmachen musste. Ihre Erfahrungen triggerten mich, erinnerten mich an die dunklen Wolken, die mich nach meiner ersten Geburt umworben hatten.

    Als sie dann auch noch schrieb, dass sie Abstillen muss – obwohl sie es eigentlich gern wollte – habe ich den Entschluss gefasst, ihr irgendwie zu helfen! Ich wollte ihr einen Lichtstrahl schicken, der die Wolken verjagen sollte. Irgendwie!

    Eine Milchmaschine soll es sein

    Mir fiel spontan ein, ihr eine Milchmaschine zu besorgen. Quasi ein Kaffeeautomat nur eben für Babymilch. Bedienbar über W-Lan, sodass man eigentlich nur vom Bett aus ein Knöpfchen drücken muss, um in der Küche die frische Milch abzuholen. Ich hielt diese Idee für gut, weil sie ihr den Alltag erleichtern sollte.

    Weil sie sich daran erfreuen sollte, Milch zuzubereiten. Klingt vielleicht irgendwie komisch, in meinem verqueren Kopf klang diese Idee aber richtig gut. Das Problem: Diese Milchmaschine ist schon etwas teuer.

    Und kurz vor Weihnachten (und meiner Elternzeit) war es einfach nicht im Budget drin, ihr das Ding mal eben so zu kaufen. Also habe ich getan, was ich sonst total ungern und fast nie tue: Ich habe nach Hilfe gefragt. Heimlich.

    Twittermassennachricht erwünscht!

    Über eine heimliche „Twittermassennachricht“ habe ich die Blogger zusammengerufen, die bei Danis tollen #Gluckewillwichteln-Aktion mitgemischt hatten und die ich sonst in Verbindung mit ihr gebracht habe. Ich habe die Situation grob geschildert und einen Spende-Aufruf gepostet und bat, jeden – der kann – 2 bis 3 Euro zu spenden, damit wir diese Maschine gemeinsam verschenken können. Was dann kam, hat mich umgehaun!

    Zunächst wurden weitere Namen genannt, weitere Blogger hinzu eingeladen. Anfangs waren wir knapp 12 Blogger, dann wurden es immer mehr. Die Bereitschaft war riesengroß! Über 30 Blogger haben sich letztlich bereiterklärt zu helfen.

    Als wir die 100 Euro Marke geknackt hatten, war ich erleichtert, als wir die 200 Euro-Marke geknackt haben, erfreut, als wir die 300 Euro-Marke knackten verblüfft und bei 400 Euro nur noch sprachlos.

    Ich wusste gar nicht wohin mit all meinen Emotionen. Und vor allem war ich so mega-happy und hätte es Dani so gern erzählt, aber durfte nicht. MENSCH! Das war wohl der schwierigste Teil für mich: Nichts verraten.

    Die ersten Wunder

    Dann kam der nächste Hammer: Mira und Deva erklärten sich bereit, sich gegen eine kleine Gegenleistung um die Milchmaschine zu kümmern. Vom Budget hatten wir bis zu diesem Moment nur einen üppigen dm-Gutschein besorgt. Aus eigener Tasche kamen dann viele kleine Präsente für einen Geschenkkorb hinzu, die das Care-Paket ausfüllen sollten. Und nun?

    Wir entschieden mit dem übrigen Geld eine Federwiege zu besorgen. Schon allein, weil sich dadurch der gesundheitliche Zustand des Babys bessern könne, wie ich erfahren hatte, schien das sinnvoll.

    Eine Federwiege gegen die Krämpfe

    Kurz vor Weihnachten rief ich also bei swing2sleep an, um eine Nachfrage (ich wollte gern die neue Babyhängematte kaufen, die ich in Anzeigen gesehen hatte) zu stellen. Zu meinem Glück waren alle Mitarbeiter auf einer Weihnachtsfeier – naja, fast.

    Der Geschäftsführer höchstpersönlich war noch da und am Telefon. Ich hatte kurz geschildert, was ich vor habe und warum und dann haut er den nächsten Klopper raus: Er schenkt Dani die Federwiege!

    „Ja ist denn heut´ schon Weihnachten?!“ Ich hatte so einen Lauf, dass ich kurz vor hatte bei Porsche anzurufen und nach einem Auto zu fragen. Er setzte zudem alle Hebel in Bewegung, dass Dani ein komplettes Federwiegenset inklusive neuer Babyhängematte und Motor noch vor Weihnachten erreichte. Tausend Dank an dieser Stelle nochmal an Maik, der sich da so ins Zeug gelegt hat!

    Als Dani amMorgen des Heilig Abend entlassen wurde, warteten da neben unzähliger Aufmerksamkeiten auch unsere zwei Care-Pakete auf Dani. Ich konnte es kaum erwarten, dass sie sie endlich öffnete!

    Dani ruft eine langfristige Spendenaktion ins Leben

    Ihre Reaktion fiel dementsprechend verblüfft und heftig aus und ich habe mich einfach gefreut, dass sie sich so sehr gefreut hat! Allerdings hatte ich noch immer einen „Joker“ in der Hand.

    Es waren noch Spendengelder übrig. Immerhin wurde uns die Federwiege ja bereitwillig gestellt. Wir entschieden, dass Dani nun einfach selbst entscheiden sollte, in was sie das Geld investieren wollte.

    Und was macht die Herzensgute damit? Sie gründet eine kleine Aktion, um Bloggern, die ins Not geraten zu helfen. Die Idee eines Blogger-Spendenkontos „Blogger Charity- Blogger helfen Blogger“ war geboren. Typisch Dani halt.

    Tausend Dank an alle Beteiligten!

    Diese gesamte Aktion war ein riesiges Weihnachtswunder unter Bloggern! Alle Blogger zogen an einem Strang, boten Hilfe an, haben Geld gespendet und sehr konstruktiv miteinander diskutiert, wie man Dani helfen könne.

    Alle hatten nur das Ziel vor Augen ein Weihnachtswunder auf die Beine zu stellen und haben da einfach toll zusammengearbeitet. So sollte Zusammenhalt unter Elternbloggern sein, und nicht anders.

    Ich bin noch immer geflasht davon, wie selbstverständlich Geld gespendet worden ist, welch tollen Gedanken zusammengetragen wurden und auch, wie sehr mir in dieser Sache vertraut wurde.

    Alle Diskrepanzen, die es vielleicht zwischen dem ein oder anderen Blogger gibt, wurden Beiseite geschoben, es wurde einander vertraut, einander wertgeschätzt, einander zugehört.

    Es war einfach super flauschig. Vielen Dank liebe Spender, dass ihr diese tolle Aktion ermöglicht habt und mir euer Vertrauen geschenkt habt. Vielen Dank für den Zusammenhalt und euer Feedback, trotz des weihnachtlichen Stresses, den ihr sicherlich mit euren Familien hattet. Danke!

    Alle Beteiligten der Weihnachtswunder-Aktion:

    www.schwesternliebeundwir.de

    www.tollabea.de/

    www.mama-und-die-matschhose.de/

    http://infemme.com/

    www.feiersun.de

    https://familieberlin.de/

    www.grossekoepfe.de

    https://liniert-kariert.de/
    https://www.2kindchaos.com/
    http://aufbruch-zum-umdenken.de/
    https://kinder-kueche-kaufrausch.blogspot.de/
    https://motherbirthblog.wordpress.com/
    http://grummelmama.de/

    www.elternkram.blog/

    https://familiert.de/

    www.muenstermama.de/

    https://www.nordhessenmami.de/
    https://fruehesvogerl.de/
    https://meinglueck.wordpress.com/
    http://chaoshoch2.com/
    https://mamahoi.wordpress.com/
    https://ostfriesenmutti.wordpress.com/
    https://einhaufenliebe.com/

    www.erdbeerlila.de

    https://wunschkind-herzkind-nervkind.blogspot.de
    https://mama-juja.de/
    http://die-gute-kinderstube.blogspot.de/
    https://vorstadtzauber.wordpress.com/

    und natürlich: http://www.babytalk.world/

    Beitragsfoto: Rawpixel.com / shutterstock
  • Kliniktasche – Tipps was unbedingt hinein gehört

    Kliniktasche – Tipps was unbedingt hinein gehört

    Wenn der Geburtstermin immer näher rückt, ist es ratsam die Kliniktasche zu packen.

    Ich habe es beim ersten Kind wirklich auf die leichte Schulter genommen und wurde bitter böse überrascht als unsere Kleine schon in der 34. Woche zur Welt kam. Nichts war gepackt und der Mann zu Hause komplett überfordert. Dies sollte mir bei Kind Nummer 2 nicht passieren, deshalb packte ich meine Kliniktasche damals schon in der 32ten Woche.

    Egal, ob ihr euch für ein Geburtshaus oder ein Krankenhaus entscheidet. Generell würde ich euch empfehlen die Tasche ab der 32. Woche griffbereit irgendwo stehen zu haben. Das vermeidet unnötigen Stress, falls es doch mal früher losgehen sollte.

    Da ich bei meinem zweiten Kind wirklich auf Nummer sicher gehen wollte, habe ich doch glatt gleich 2 Kliniktaschen gepackt. Eine mit dem nötigsten Sachen und eine mit Wechselkleidung etc.  Falls ich doch ungeplant länger im Krankenhaus bleiben müsste. Insbesondere bei einem Kaiserschnitt, der bei mir geplant war, ist ein verlängerter Klinikaufenthalt üblich.

    Das wichtigste für die Kliniktasche:

    Dokumente:

    • Mutterpass
    • Versichertenkarte
    • Personalausweis, Stammbuch oder (bei Unverheirateten) Geburtsurkunde und, wenn vorhanden, Vaterschaftsanerkennung
    • Allergiepass
    • Einweisungsschein

    Falls ihr mit den Gedanken spielt Nabelschnurblut einfrieren zu lassen, dann solltet ihr zusätzlich das Entnahme Set sowie die Einwilligung in eure Kliniktasche legen. Informiert euch am besten vorher in Ruhe, ob dies für Euch in Frage kommt. Schließlich sind hier wichtige Stammzellen enthalten, die für eine Vielzahl an Therapien heutzutage genutzt werden können.

    Für Euch persönlich:

    • Kulturbeutel mit den wichtigsten Sachen: Shampoo, Duschgel, Bürste, Zahnpasta, Zahnbürste, Deo, Haargummis, Creme und alles, was ihr sonst auch im Bad und Toilette benötigt
    • Zwei bis Drei Handtücher, vor allem ein großes Badetuch
    • Drei bis vier Schlafanzüge, da gerade in der ersten Zeit des Milcheinschusses viel daneben gehen kann. Deshalb ist es besser lieber einen Schlafanzug zum Wechseln dabei zu haben. Ich fand die Schlafanzüge zum knöpfen besonders praktisch
    • Drei Still BH´s, probiert aber vorher, ob er gut sitzt und die ideale Größe hat, in diesem Zusammenhang unbedingt an eine Lanolinhaltige Salbe für empfindliche Brustwarzen denken
    • Bequeme Kleidung und Stillhemd, welche auch nach der Entbindung passt und nicht zwickt
    • Haussuche für die Gänge im Krankenhaus
    • Dehnbar Slips, in denen auch Einlagen genügend Platz haben. Achtet darauf, dass sie hoch geschnitten sind, denn nach einem Kaiserschnitt sind zu knappe Slips wirklich unpraktisch
    • Ein Nachtlicht zum Stillen in der Nacht, sowie Musik und Kopfhörer

    Besonders wichtig war für mich mein Handy Ladekabel und alle wichtigen Adressen und Telefonnummern auf einem Zettel. Denn so hat man auch bei leerem Akku die wichtigsten Telefonnummern zur Hand.

    Für die Entbindung

    Für eine entspannte Geburt sind persönliche Sachen immer sehr wichtig. So kann man leichter entspannen und vor allem loslassen. Daher fragt doch schon im Vorfeld, ob ihr eigene Bettwäsche, ein Stillkissen oder eine CD mit Musik mitbringen dürft. So fühlt ihr Euch gleich sicherer und nicht mehr so fremd im doch meist sterilen Krankenhauszimmer.

    Meine Empfehlungen für die Kliniktasche:

    • Ein bis zwei weite und bequeme T-shirts und Hosen. Hier achtet auf die Bequemlichkeit und nicht aufs Aussehen.
    • Dicke Socken, denn kalte Füße hemmen die Wehentätigkeit
    • Gegebenenfalls Badesachen, für Euch ein Bikinioberteil und für euren Partner eine Badehose, falls ihr eine Wassergeburt plant
    • Außerdem solltet ihr an etwas Süßes denken, Müsliriegel, Schokolade, Kaugummi oder Traubenzucker helfen den Hunger zu überbrücken, auch beim werdenden Papa
    • Wasser, Saft oder einfach euer Lieblingsgetränk am besten direkt mit Becher, Deckel und Strohhalm
    • Eventuell auch Wechselkleidung für den Partner, falls ihr gleich ein Familienzimmer beziehen möchtet

    Fürs Baby

    Nach der Entbindung steht natürlich euer Baby im Mittelpunkt. Die Erstkleidung bekommt es in der Regel vom Krankenhaus, aber spätestens bei der Entlassung solltet ihr passende Kleidung dabei haben. Deshalb packt auch für euer Baby genügend Kleidung in eure Kliniktasche. Das Wichtigste für die ersten Tage wären:

    • Kleidung für die Entlassung, Body, Strampler, Jacke (je nach Jahreszeit), Mütze, Spucktücher und eine Kuscheldecke
    • Für den Transport nach Hause braucht ihr eine Babyschale und gegebenenfalls einen Kinderwagen, wenn ihr zu Fuß nach Hause lauft

    Dies waren meine Sachen, die ich in meiner Kliniktasche hatte. Was ich Euch sonst noch empfehlen kann, sind 2-3 große Taschen für die Geschenke, die alle Freunde und Bekannte mitbringen. So könnt ihr gleich alles gut verpacken.

    Bei geplanten Geburten, wie zum Beispiel einen Kaiserschnitt, könnt ihr den Ablauf natürlich besser planen und alles einen Tag vorher nochmal checken. Bei spontanen Geburten ist dies natürlich nicht möglich. Aber stresst euch deswegen nicht, das wichtigste habt ihr mit dieser Liste auf jeden Fall dabei und wenn etwas fehlt, kann man dies auch am nächsten Tag besorgen. Auch die Krankenhäuser sind sehr gut ausgestattet und man kann fast überall Hygieneartikel oder auch Zeitschriften und Bücher kaufen, falls man doch mal was vergisst.

    Am besten packt ihr eure Kliniktasche mit eurem Partner zusammen, so weiß er auch gleich, wo sich was befindet und ihr könnt gemeinsam nochmals drüber schauen. Stellt die Tasche am besten Griffbereit in den Flur, somit kann man sie sofort mitnehmen.

    Ich kann euch nur noch einmal empfehlen, eure Kliniktasche schon ab der 32. Woche fertig stehen zu haben. Dies hätte mir beim ersten Kind wirklich sehr geholfen, denn somit hätte ich gleich alles im Krankenhaus gehabt.

    Eure Nicole (Babytalk-Autorin)

    Beitragsfoto: Kaspars Grinvalds / shutterstock
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  • Erfahrungsbericht einer Leserin – zwei komplikationslose Geburten trotz Beckenendlage

    Erfahrungsbericht einer Leserin – zwei komplikationslose Geburten trotz Beckenendlage

    Nachfolgend findet ihr einen Bericht einer Babytalk-Leserin über ihre zwei komplikationslosen Geburten trotz Beckenendlage.


    Geburt meines ersten Sohnes aus Beckenendlage, BEL*

    Der Schock kam bei 36+2 als das CTG wehen aufzeichnete, also ins Krankenhaus. Da lag ich 3 Tage. Ab da durfte ich jeden zweiten Tag zum CTG und zur Kontrolle.

    Es war der 29.12.13

    Ab 36+2 immer wieder wehen. Am 28.12 war ich früh zur Kontrolle im Krankenhaus, und wurde heim geschickt mit den Worten:
    Kommen sie am 1.1.14 wieder dann beginnen wir mit dem Einleiten. Die Wehen sind nicht stark genug. 🙁

    Ok, also heim und die komplette Küche geputzt. Bis wir es uns abends auf dem Sofa bequem machten. Ich wollte eigentlich Abendessen machen, als es komisch knackte im Bauch und das Wasser sofort lief. Ich rief meinem Mann zu, dass mir die Fruchtblase geplatzt sei.
    So machten wir uns langsam auf denn weg ins Krankenhaus. 🙂
    Um 18.30uhr waren wir am Kreißsaal und die Ärztin wollte schauen ob es wirklich Fruchtwasser war, und ja, das war es. Da setzten dann auch die Wehen ein. 🙂


    Die Hebamme war selten da, aber mir ging es gut. Bei der dritten Presswehe wurde der Dammschnitt gemacht. Ich merkte ihn nicht. Und zwei weitere Wehen später, war mein Sohn da. 🙂 vom Platzen der Blase bis er da war vergingen nur 3 Stunden. 🙂
    55cm 3530gr 35cm ku

    Geburt des 2. Sohnes aus Beckenendlage

    Von Begann an, saß mein Sohn in meinem Bauch. Schnell stand fest, das er trotzdem spontan zur Welt kommen sollte bzw. wollte.
    Meine Hebamme arbeitet in einem Krankenhaus, in dem das noch gemacht wird.

    Bei 38+0 wurde versucht ihn von außen zu wenden. Aber es klappte nicht. Bei 38+2 hatte ich denn ganzen Tag immer wieder leichte und kurze Wehen. Aus Sicherheit rief ich abends meine Hebamme an, sie kam auch kurze Zeit später und schrieb CTG und schaute nach dem Muttermund. Dieser war bei 5-6 cm. Also fuhren wir ins Krankenhaus (35 min Fahrt).

    Um 22.00 Uhr waren wir im Kreißsaal, Muttermund bei ca 7 cm, die Wehen waren zu kurz und meine Hebamme gab mir ein Mittel, dieses half schnell und die Wehen wurden länger. Inzwischen kamen dann noch eine andere Hebamme und eine Hebammenschülerin.

    Meine Hebamme riet mir es im 4-Füsslerstand zu probieren und nach vielen probieren (Hocker, auf dem Rücken, seitlich liegend und am Tuch) fand ich es so am besten. 🙂 Sie lies mich das aber komplett allein entscheiden. Wofür ich ihr sehr dankbar bin.

    Sie massierte mir dabei den unteren Rückenbereich und tupfte irgendwelche homeopatischen Mittelchen auf denn Damm. 🙂 meine größte Angst war, das wieder ein Dammschnitt nötig wäre, aber das war nicht der Fall. 🙂

    Meine Angst vor einem Dammschnitt

    Als mein Sohn fast da war, sagte ich zu ihr, ich kann nicht mehr. Ich will jetzt einen Kaiserschnitt. Da lachte sie nur und meinte: nein, er ist gleich da. Sie nahm meine Hand und ich konnte schon das Köpfchen spüren.

    Nach zwei weiteren Presswehen war der Po meines Sohn da und eine Presswehe später kam der Rest von meinem Prinzen. Er schrie sofort und hatte super Werte. Er war ganz entspannt und überhaupt nicht gestresst von der Geburt.

    Es war 1.16 Uhr als er auf die Welt kam.
    Ich war stolz ihn trotz bel spontan auf die Welt gebracht zuhaben. 🙂 Ich würde mich immer wieder für eine solche Geburt entscheiden.
    Er war 57 cm groß und 3890 gr schwer und 35 cm ku und ich habe keine Verletzung davon getragen.

    Ich hoffe, ich kann mit meinen Berichten Mama’s Mut machen und zeigen das eine Geburt auch schön sein kann.

    Eure Angelika Müller (Babytalk-Leserin)

    *Ergänzungen der Redaktion

    BEL steht für Beckenendlage (Steißlage)

    Die Beckenendlage ist die häufigste Lageanomalie. Sie wird im Mutterpass mit Gravidogramm BEL (Beckenendlage) vermerkt. Es werden drei Beckenendlagen unterschieden:

    • eine reine Steißlage (das Ungeborene sitzt im Mutterleib und die Beine sind nach oben gestreckt)
    • die Steiß-Fuß-Lage (das Baby hockt im Schneidersitz )
    • die vollkommene Fußlage (die Beine sind nach unten gestreckt).

    Doch nicht immer laufen Geburten so „reibungslos“ ab. Hier findet ihr weitere Geburtsberichte, Hinweis der Redaktion.

    Beitragsfoto: FamVeld / shutterstock
  • Erfahrungsbericht einer Leserin zu Thema Gewalt unter der Geburt

    Erfahrungsbericht einer Leserin zu Thema Gewalt unter der Geburt

    Diesen sehr berührenden Bericht über „Gewalt unter der Geburt“ haben wir von unserer Leserin Dekame erhalten. Weder wollen wir werdenden Müttern mit der Veröffentlichung Angst machen, noch ist das, was Dekame schreibt der Alltag. Und das ist auch gut so!

    Wir wollen mit diesem, wie den anderen Berichten, alle Verantwortlichen sowie Beschäftigten im Umfeld der Geburtshilfe für einen wertschätzenden Umgang mit Gebärenden, sowie die Verantwortlichen und die Politik um mehr Unterstützung bei deren Arbeit sensibilisieren. Und nicht zuletzt den betroffenen Frauen eine STIMME geben. Doch lest selbst:


    Die Geburt meiner Maus war sehr unschön und ich weine noch sehr oft, wenn ich daran denke .

    Kontrollgang zum Frauenarzt

    Es fing an, dass ich zu den regelmäßigen Kontrollen zum Frauenarzt ging. Alles war supi bis ich nach einem CTG den Arzt verließ und im Treppenhaus ausrutschte und die Treppe herunterstürzte. Ich hatte schmerzen. Ich schrie. Keiner hörte mich.

    Ich schleppte mich wieder hoch zum Arzt und schilderte was gerade passierte. Ich weinte und sollte mich ins Wartezimmer setzen. Nach ca. 30 Minuten warten, ging ich wieder nach vorne und sagte ich habe schreckliche Schmerzen im Bauch. Ob mir bitte jemand einen Krankenwagen rufen könnte. „Nein!“ lautete die knappe Antwort.

    Der Arzt kommt gleich. Er kam auch schon um die Ecke und bat mich ins Untersuchungszimmer. Eine Ultraschalluntersuchung wurde durchgeführt.

    Meine kleine Maus war im Stress. Was genau konnte oder wollte er mir nicht sagen. Er sagte, sie sei zu klein und wurde wohl nicht genug versorgt. Ich war zuvor nur zum CTG da.

    Wie ins Krankenhaus kommen

    Er sagte ich soll ins Krankenhaus, er macht mir jetzt eine Überweisung fertig. Aber wie soll ich da hin kommen? Ich kann so kein Auto fahren! Ich hatte Schmerzen!

    Das müsste ich jetzt selber klären, war seine Antwort. Na toll. Ich rief meinen Mann an  (führerscheinlos) er solle jemanden anrufen, der mich JETZT abholt und ins Krankenhaus fährt.

    Dies geschah auch sehr schnell. Angekommen im Krankenhaus hieß es Formulare ausfüllen. Ich wurde auf ein Zimmer gebracht und ein Arzt sollte gleich kommen.

    Mein Mann packte meine Kleidung etc. in den Schrank. Eine Schwester kam und war verdutzt, was ich hier mache. Sie sagte, ich soll draußen warten. Hä, warum denn das? Der Arzt kam und fragte mich, warum ich draußen stehe.

    Ab in den Kreißaal

    Ich wurde in den Kreißaal geschoben. CTG.  1 1/2 tage lag ich am CTG. Tag und Nacht. In einem kleinem Raum der aussah wie eine Abstellkammer.

    Ich musste mehrmals den Raum verlassen, weil andere Schwangere auch ans Gerät mussten. So stand ich öfter stundenlang im Flur. Total übermüdet. Ich konnte nicht schlafen.

    Es war irgendwann morgens. Ich hatte 2 Tage schon nix gegessen …  Man brachte mir einfach nichts. Mein Mann war inzwischen zu Hause und musste sich um die anderen zwei Kinder kümmern.

    Irgendwann kam ein Arzt herein und sagte, wir machen jetzt in 15 Minuten den Kaiserschnitt. – Bitte was?! Warum? Nein!

    Ich rief meinen Mann an der sofort zu mir ins Krankenhaus eilte. Meiner Kleinen gehts gar nicht gut. Sie bewegt sich nicht mehr und ihr Herz ist sehr schwach.

    Ich zittere und weinte. Ich will nicht, dass sie stirbt. Mir ging so viel durch den Kopf. Ich zittere so stark, dass ich nicht reden konnte.

    Gewalt unter der Geburt

    Ich hyperventilierte. Zwei Schwestern brachten mich in den OP-Saal. Was passiert jetzt? Was muss ich machen? Lebt sie noch? Was wenn nicht?

    PDA musste gemacht werden, sie versuchten in meinen Rücken zu stechen. Ganze 12 mal. Es gelang ihnen nicht. Ich zitterte zu sehr.

    Ich wurde angeschrien, ich solle gefälligst still halten! Wie? Ich hatte Angst! Keiner sagte mir was jetzt passiert. Ich kotzte nun auch noch alles voll.

    Entschuldigte mich und weinte. Ich wurde in einen anderen OP-Saal gebracht. Ich musste laufen.

    Es ging nicht, weil ich so stark zitterte. Ich brach zusammen. Im anderen Saal angekommen. PDA versuch Nr. 13. Es klappte. Aber auch nur, weil vier Schwestern mich so stark festhielten, dass ich auch aufhörte zu zittern.

    Ich wurde an einen Tropf gelegt, was mich etwas beruhigen sollte. Ich war total benebelt.

    Die PDA wollte nicht wirken

    Ich wurde wieder klar im Kopf als sie sagten ’so, es geht jetzt los ‚ … Aber ich fühlte doch noch alles! Stopp!

    Der Arzt glaubte mir nicht und piekste mir in den Bauch und fragte, ob ich es spürte. Ja verdammt! Es tat höllisch weh! Es wurde etwas gewartet.

    Bis dann die Betäubung wirkte. Sie schnitten mich auf und drückten auf meinen Brustkorb. Warum so fest?! Ich keuchte, da ich keine Luft bekam.

    Ich war weg. Ohnmächtig und bekam nix mehr mit. Als ich aufwachte, hörte ich meine kleine Maus weinen und schreien.

    Ich weinte mit. Sie lebt! Sie ist da! Eine Schwester hielt sie mir ins Gesicht. Gibt sie mir! Nein! Sie wurde weggebracht auf die Säuglingsstation.

    Ich wurde zusammengeflickt und in ein Zimmer geschoben in dem ich sofort unter Schmerzen einschlief oder wieder ohnmächtig wurde? Ich weiß es nicht.

    Am nächsten Morgen

    Am nächsten Morgen bin ich wieder wach geworden. Ich hatte Schmerzen und musste zugleich? Pippi machen.

    Ich rief die Schwester. Die zeigte mir, wie ich am besten aufstehen sollte. Ich ging aufs Klo. Die Schwester war wieder weg. Na toll. Ich kann nicht drücken. Ich kann nicht!

    Aber ich muss doch. Ich drückte auf den Notfallknopf und rief die Schwester, ich kam nicht mehr vom Klo. Es war mir so peinlich.

    Die Schwester kam und schnauzte mich an, dass dies nur ein Notfallknopf ist. Na, wenn das kein Notfall ist, was dann?

    Gerade solch ein Verhalten hat mich immer wieder „verletzt“ und habe es für mich in diesen Momenten als Gewalt unter der Geburt erlebt. Nichtzuletzt weil ich in diesen Tagen bestimmt emotionaler war als sonst. Doch geht es nicht allen jungen Müttern so?

    Ich fragte, wann ich meine Tochter sehen könnte. Ja später. Sie werden dann hochgebracht auf die Säuglingsstation.

    2 Stunden passierte nix. Ich fragte mehrmals nach. Drehte mich unter Schmerzen vom Bett und ging langsam, Schritt für Schritt alleine vom ersten in den zweiten Stock.

    Ich wollte einen Fahrstuhl nehmen, doch diese waren gerade besetzt von den Essenwägen. So nahm ich die Treppe. 30 Minuten brauchte ich. Aber ich hab es geschafft. ALLEINE.

    Ich wollte ja schließlich meine Tochter sehen. Oben angekommen, sah ich sie nicht, aber ich wusste, wo sie lag. Ich konnte sie an ihrer Stimme erkennen. Mein Wunder! Mein kleines Mäuschen. Sie ist so wunderschön …

    Ich wünsche allen werdenden Müttern und Vätern „sensiblere“ bzw. entspanntere Betreuer bei ihrer Geburt, damit sie nicht diese Gewalt unter der Geburt erleben müssen, wie ich.

    Lest hierzu doch noch unseren Beitrag „Gibt es die perfekte Geburt„, Hinweis der Redaktion.

    Eure Dekame Otto (Babytalk-Leserin)

    Mit unserem Weltrekord für Hebammen wollen wir Mithelfen die „Umstände“  bei Geburten von wirtschaftlichen Aspekten zu befreien, damit Frauen solche Erfahrungen von Gewalt unter der Geburt erspart bleiben, Hinweis der Redaktion.

    Beitragsfoto: Tyler Olson / shutterstock
    Pinterest: Tyler Olson & Steve Lovegrove / shutterstock