Autor: Babytalk-Leser(in)

  • Das HELLP-Syndrom: Mit unerkannter Erkrankung in und durch die Geburt

    Das HELLP-Syndrom: Mit unerkannter Erkrankung in und durch die Geburt

    Nach langer Überlegung haben wir uns dazu entschieden diesen Beitrag einer engagierten Leserin zu veröffentlichen. Auch wenn ein sehr alter und weiser Grundsatz der Hebammenheilkunde besagt, „keine schlechten Nachrichten an die werdende Mutter“, wollen wir euch zwei nicht ganz ungefährliche Schwangerschaftserkrankungen, wie das HELLP-Syndrom und Postpartale Cardyomyopathie (kurz PPCM) vorstellen.

    Beim HELLP-Syndrom handelt es sich um eine Herzschwäche, welche eine besondere Behandlung erfordert, um im besten Fall wieder ganz gesund zu werden. Es sollte mindestens ein Jahr lang medikamentiert werden und es darf auf keinen Fall gestillt werden, weil sich das milchbildende Hormon Prolactin negativ auf die Herzfunktion auswirkt. (Stand Hannover Deutschland; die Amerikaner – darunter Dr. James Fett – sehen das mit dem Stillen etwas anders). Auf folgender Seite gibts mehr dazu; ist jedoch alles auf Englisch.

    Symptome können einige Wochen vor der Geburt oder bis zu 6 Monate nach der Schwangerschaft auftreten: meist betrifft es gesunde, junge Frauen. Kurzatmigkeit, extreme Gewichtszunahme in der Schwangerschaft in kürzester Zeit wegen Ödemen, Ödeme allgemein, Abgeschlagenheit, schlechte Blutgerinnung, erhöhter NT-proBNP Wert. 

    Das HELLP-Syndrom

    Das HELLPSyndrom ist durch folgende Symptome gekennzeichnet: extreme Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit/Erbrechen, Durchfall, erhöhter Blutdruck, erhöhter Eiweißgehalt im Urin, schlechte Blut- und Leberwerte, wobei nicht alle auftreten müssen.

    Meine Gedanken:
    Auf dem Foto (welches ich hier nicht posten kann) war ich in der 10. Woche schwanger. Damals wusste ich nichts von irgendwelchen Schwangerschaftsvergiftungen oder anderen schwangerschaftsbedingten Krankheiten. Ich konnte es da schon nicht abwarten, mein Baby kennenzulernen und hatte die Vorstellung einer „normalen“ Geburt ohne Komplikationen, wie sie sich wohl alle Mütter wünschen.

    In meiner Schwangerschaft ist es mir eigentlich von Anfang an nicht so gut gegangen, doch zum Ende hin wurde es dann immer schlimmer. Alle Ärzte meinten, dass es nun so sei in der Schwangerschaft. Die Müdigkeit, die enormen Schmerzen, das Wasser in den Beinen und Händen sowie im Gesicht.

    Das Karpaltunnelsyndrom

    Das Karpaltunnelsyndrom wird durch folgende Symptome beschrieben: Ausschlag, Nervenschmerz im linken Arm. Schlaflose Nächte und um es nochmals zu betonen: enorme Schmerzen. In der letzten Woche hatte ich solche enormen Schmerzen, dass ich nicht mal mehr schlafen konnte und nicht wusste, wohin mit mir.

    Aufgrund der Aussagen der Ärzte, dass dies dazu gehöre, machte ich mir keine Sorgen. Doch jetzt, im Nachhinein wäre ich froh, wenn ich damals schon gewusst hätte, was wirklich los war.

    Doch ich wusste nichts vom HELLP-Syndrom oder von einer schwangerschaftsbedingten Herzinsuffizienz. Hätte ich davon gewusst, wäre wahrscheinlich vieles anders gelaufen, weil ich selbst viel hellhöriger gewesen wäre.

    An sich selber zweifeln

    All diese Symptome hätte ich nochmals hinterfragt und nicht einfach als Schwangerschaftsbeschwerden hingenommen. Vor allem spürte ich damals schon, dass ich Wasser in der Lunge hatte. Ich zweifelte da aber schon so an mir, dass ich glaubte schon völlig verrückt zu sein. Deshalb ging ich später nicht mehr zum Arzt, weil ich wusste, dass es laut denen sowieso „nur normale Schwangerschaftsbeschwerden“ seien.

    Wenn ich jetzt einem für mich neuen Arzt sage, dass ich ppcm habe, fragt der mich erst mal, was denn das überhaupt ist. Und das ist für mich das Tragischste an der ganzen Sache. Denn nicht mal die Ärzte wissen von dieser Krankheit. Wie soll dann bitte jemals eine richtige Diagnose gestellt werden, wenn eine schwangere Frau mit Symptomen wie meinen in die Ordination kommt?

    Ich habe zu den Ärzten gesagt, dass ich es gut fände, wenn jede Frau von diesen möglichen Krankheiten wüsste. Daraufhin meinten sie, dass das keine gute Idee sei, weil das dann noch mehr psychischen Stress für eine Schwangere geben würde. Wenn ich mir als Betroffene so etwas anhören muss, stellen sich mir die Haare zu Berge! Das macht mich richtig wütend.

    Denn hätte ich in meiner Schwangerschaft schon davon gewusst, hätte ich wenigstens selbst eine Diagnose stellen und den Ärzten sagen können, dass es sich wahrscheinlich um das HELLP-Syndrom handelt. Dann wäre dies wenigstens überprüft worden. Wenn schon die Ärzte nicht mal davon wissen, sollen wenigstens die Schwangeren bescheid wissen, um so etwas wie es bei mir passiert ist, zu vermeiden! Die Symptome waren bei mir ja schon lange vorhanden …

    Der Tag der Geburt

    Am Tag der Geburt (17.12.17 – 39. ssw) waren die Schmerzen so extrem, dass wir dann doch ins KH gefahren sind. Dort nahmen sie Blut ab und schickten mich wieder nach Hause. Nach einer Weile riefen sie mich an und baten mich, nochmal ins KH zu kommen, weil irgendetwas im Blut nicht passte und sie nochmal Blut abnehmen müssten, um es noch mal von einem Speziallabor untersuchen zu lassen. Obwohl sie da schon wussten, dass etwas nichts passte, schickten sie mich trotzdem wieder nach Hause, was jeweils 15 Minuten Fahrt unter Schmerzen bedeutete.

    Dann nach ca. 2 Stunden kontaktierten sie mich wieder telefonisch und sagten ich soll schnellstmöglich wieder kommen, es müsste höchstwahrscheinlich ein Kaiserschnitt gemacht werden. Ich hatte immer noch die Hoffnung auf eine normale Geburt.

    Denn der Ernst der Lage war mir noch immer nicht bewusst, weil die Ärztin mich nicht informierte. Erst der Primar ließ uns wissen, wie tragisch unsere Situation wirklich ist – ein Notkaiserschnitt stand an.

    Warum genau wussten wir aber zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht. Im Warteraum vor dem OP lag ich dann nochmals ca 15 (!) Minuten, weil sie zuerst alles vorbereiten mussten. Im OP selbst ging, glaube ich, alles ganz schnell. Kreuzstich, Schnitt, Ruckeln, die Kleine rausdrücken. Ein Schrei. Dann nichts mehr.

    Mir wurde Schwarz vor Augen. Ich konnte nichts mehr hören. Heute weiß ich, dass dies der erste Moment war, in dem ich fast gestorben wäre. Mein Blutdruck war bei 20. Meine Blutgerinnung war total schlecht.

    Ich verlor einiges an Blut und die Angst um mein Baby, weil sie nicht mehr schrie, machte alles noch schlimmer. Schwer zu beschreiben, aber ich war oder fühlte mich zumindest für kurze Zeit nicht mehr in meinem Körper.

    Ich weiß nicht warum oder wie, aber es ging mir schön langsam wieder etwas besser. Kurz durfte ich die kleine berühren. Dann wurde sie zu meinem Freund/also ihrem Papa gebracht.

    Nach der Geburt

    Ich kam in den Aufwachraum, wo ich die nächste Tragödie durchleben musste. Ich vertrug das Beruhigungsmittel Alodan nicht und in diesem Moment dachte ich, es sei endgültig vorbei mit mir. Wieder dieses Gefühl, wo meine Seele nicht mehr so richtig mit meinem Körper verbunden war. Ich dachte nur an mein Baby und klammerte mich an mein Leben.

    Nach etwa 2 Stunden brachten sie mich zu meiner Maus. Ich war jedoch noch nicht bereit dazu. Dies wurde aber ignoriert. Ich fühlte mich wie ein betäubtes Stück Fleisch. Hatte keine Kraft. Ich betonte das mehrmals. Doch es schien ihnen egal. Ich fühlte mich hilflos, verloren und ausgeliefert.

    Nun ja. Ich erholte mich etwas, jedoch ging es mir am nächsten Tag immer noch sehr schlecht. In der Nacht bakam ich dann keine Luft mehr. Musste mich aufsetzen. Bekam Sauerstoff, weil mein Sauerstoffgehalt im Blut zu wenig war. Und ich bekam Angst. Extreme Angst. Angst zu sterben. Ich merkte dass irgendetwas gewaltig schief lief. Die Ärzte zum Glück auf. In dieser Nacht wurde meine Lunge geröngt, ein Herzultraschall gemacht und Blut aus meiner Arterie(!) genommen.

    Das war eine der schlimmsten Nächte in meinem Leben. Ich war ohne jemanden aus meiner Familie. Ich hatte wirklich riesige Angst.

    In meiner Schwangerschaft habe ich in kurzer Zeit 10 kg zugenommen nur durch Wassereinlagerungen. Durch das Lungenröntgen fanden sie raus, dass auch diese mit Wasser voll war. Daher auch die Atemnot und der geringe Sauerstoffgehalt. Ich hatte also in meiner Schwangerschaft recht gehabt. Ich konnte da schon das Wasser spüren, glaubte und hörte aber nicht mehr auf meinen Körper. Nachdem ich Lasix zu Entwässern bekam, ging es mir nach zwei Tagen schon viel besser.

    PPCM – schwangerschaftsbedingte Herzinsuffizienz

    Die peri- oder auch postpartale Kardiomyopathie, abgekürzt mit PPCM (für die englische Bezeichnung Peripartum cardiomyopathy), ist eine seltene, lebensgefährliche Herzerkrankung bei vorher gesunden Frauen, die innerhalb der letzten Schwangerschaftswochen bis sechs Monate nach der Geburt auftritt. *Näheres unter „Die-postpartale-Kardiomyopathie

    Sie fanden dann raus, dass ich PPCM habe, was ich bis zu meiner Entlassung 11 Tage danach nicht wusste, weil niemand sich die Zeit nahm, zu erklären was genau denn los war. Erst da erfragte ich dann beim Entlassungsgespräch, was denn nun alles los war. Der Primar soll angeblich zu den Ärzten gesagt haben, dass er noch nie erlebt habe, dass es beim Kaiserschnitt aus allen Poren und Gefäßen so blutet, wie es bei mir war.

    Er habe sich schwer getan, die Blutung zu stoppen. Er betonte dann noch mehrmals, dass es „arschknapp“ war. Erst da wurde mir so richtig bewusst, was da eigentlich alles passiert ist. Dass ich fast Bekanntschaft mit dem Tod machen durfte.

    Die Geschichte ging noch etwas weiter, jedoch habe ich nicht die Kraft, da noch etwas zu schreiben. Kurz: ich musste Abstillen und das brach mir das Herz.

    Achja. Und der Kaiserschnitt war währenddessen harmlos, jedoch nach der Geburt die absolute Hölle für mich. Ich hatte irrsinnige Schmerzen. Wünschte mir so sehr eine Geburt auf normalem Wege.

    Es war jedoch zu spät. Die Schmerzen vergingen mit der Zeit, aber die Narbe macht mit heute noch zu schaffen, weil ich damals an der inneren Naht einen Bluterguss erlitt.

    8 Monate nach der Geburt

    Naja. Heute. Fast acht Monate später nehme ich meine Tabletten noch immer, jedoch ist mein Herz wieder auf normaler Pumpleistung, sprich 65%. Zu Beginn war ich bei etwa 35%. Das was mir am meisten zu schaffen macht, ist die posttraumatische Belastungsstörung, welche ohne Therapie nicht weggehen würde. Daher mache ich eine Traumatherapie, welche mir extrem hilft. Aber es gibt noch einiges Aufzuarbeiten.

    Am schlimmsten ist die Angst, wieder eine schwache Pumpleistung zu haben und zu sterben. Zu verpassen, wie mein Mädchen aufwächst. Zu wissen, dass eine weitere Schwangerschaft mein Leben beenden KANN, aber nicht muss setzt mir sehr zu, denn ich wollte immer mindestens 2 Kinder. Ich bin gerade 24 Jahre alt geworden. Mein Leben steht vor mir. Ist aber jetzt eingeschränkter.

    Was ich in meiner Situation aber immer wieder merke ist, wie sehr die Psyche den Körper beeinflussen kann. Es gibt Tage, da falle ich in meine Depression hinein und da gehts mir dann körperlich auch schlechter. Dann kommt die Angst und der Teufelskreis beginnt.
    Mit Hilfe von meinem Freund und meiner Familie finde ich irgendwie immer wieder raus. Aber manche Tage sind einfach scheiße (Sorry).

    Ich sage immer wenn mich jemand fragt, wie es mir geht: ich überlebe. Denn das beschreibt genau meinen derzeitigen SEELISCHEN Zustand.

    Mein Anliegen:

    Letzten Endes geht es mir nur darum, dass die Frauen, welche schwanger sind und werden wollen, wissen dass es eine Krankheit namens „Postpartale Kardyomyopathie“ gibt, welche im schlimmsten Fall tödlich enden kann, sollte nicht schnell genug gehandelt oder die Symptome gar ignoriert und fehldiagnostiziert werden. Denn wie gesagt: die meisten Ärzte wissen anscheinend nichts von PPCM, was der Grund dafür ist, dass bei vielen Frauen manchmal etwas gewaltig schief läuft.

    Bitte lasst euch nicht von den Ärzten unterkriegen und fragt zehntausend mal nach! Und klärt so viele Ärzte, Hebammen und Schwestern wie möglich über diese Krankheit auf. Scheinbar muss das der Laie tun, weil es die eigentlichen dafür zuständigen Personen nicht schaffen!

    Eure Sabrina (Babytalk-Leserin)

    Beitragsfoto: Gorodenkoff / shutterstock
  • Osteopathie beim Baby – Geburtsberichte einer Mutter

    Osteopathie beim Baby – Geburtsberichte einer Mutter

    Osteopathie beim Baby: Im folgenden Beitrag berichtet eine Leserin von ihren komplikationsreichen Schwangerschaften und Geburten und wie ihren Kindern Osteopathie Behandlungen halfen.

    Die Geburt meiner Tochter

    Meine  Tochter wurde im Oktober 2013 bei 40+6 per Kaiserschntt geholt. Warum? Makrosomie und Verdacht auf einen Wasserkopf. Zudem hatte ich noch eine schwere Symphysenlockerung und eine Stauniere.

    Die Geburt wurde montags eingeleitet, doch es haben sich keine wehen gebildet. So wurde der KS Termin für Donnerstagmorgen geplant.

    Mittwochnachmittags fingen die Wehen dann aber an und man hat den KS auf Mittwoch vorverlegt bzw. der Arzt kam um 16:30 und meinte sofort in den OP .

    Um 17:07 kam meine Tochter mit 4380g, 56 cm und 37,5 cm Kopfumfang auf die Welt. Ein Wasserkopf wurde nicht bestätigt.

    Circa um die 6. Lebenswoche meiner Tochter wurde festgestellt, dass sie sich kaum bewegt und den Kopf nur auf der linken Seite abliegt. (Dies kann ein Hinweis auf das KISS-SYNDROM sein, Hinweis der Redaktion.) Meine Hebamme meinte dann, wir sollten Mal einen Osteopathen aufsuchen.

    Haben wir dann auch sofort gemacht. Eine Sitzung und das Kind konnte sich bewegen und den Kopf endlich drehen. Seit dem war sie wie ausgewechselt, fing an neugierig zu werden und zu reagieren, wenn wir sie angesprochen haben.

    Die Geburt meines Sohnes

    Mein Sohn wurde im Mai 2018 per eilige Sectio in der 34+2 Schwangerschaftswoche geholt. Geplant war dieser KS allerdering bei 38+1 wegen meinem Geburtstrauma im letzten Jahr (Zwillingstotgeburt in der 23+4. aufgrund eines Fetofetales Transfusionsyndrom.

    (Abgekürzt FFTS, Synonym Zwillings-Syndrom; englisch twin-to-twin transfusion syndrome, ist eine vergleichsweise seltene, aber in ihren Auswirkungen in der Regel sehr schwerwiegende Durchblutungs- und Ernährungsstörung von eineiigen Zwillingen.

    Sie tritt speziell bei Schwangerschaften mit eineiigen Zwillingen auf, die sich einen Mutterkuchen (Plazenta) teilen. Hinweis der Redaktion, Quelle). 

    Dies war einer der Gründe, warum mein Sohn so früh geholt wurde.

    Der Grund warum mein Sohn in der 34+2 geholt wurde, war eine angehende Plazentaablösung und ein Fetomaternales Transfusionsyndrom (FMT).

    (Blutübertritt vom Fetus in den Kreislauf der Mutter; meist infolge Verletzung der Blutkapillaren der Mutterkuchenzotten (z.B. bei Placenta praevia, anlässlich geburtshilflicher operativer Eingriffe, bei vorzeitiger Plazentalösung; kann zu einer lebensgefährlichen Anämie des Kindes führen, aber auch zur Sensibilisierung der Mutter i.S. einer Rhesus-Inkompatibilität, Hinweis der Redaktion, Quelle.)

    Mein Sohn wurde mit 3260g, 49cm und 34,5 cm Kopfumfang um 22:10 geboren.

    12 Tage auf der Intensivstation

    Er lag anschließend 12 Tage wegen Blutarmut (HB von 5), eingefallener Lunge und Bildung eines Stresshormones (welches zu Organversagen führen kann) auf der Intensivstation.

    Er wurde 48 Stunden mit Morphin „stillgelegt“ und wir mussten bangen, dass er es überlebt und nicht zu seinen Brüdern geht. Gott sei Dank hat er sich super gemacht und ist jetzt 10 Wochen alt.

    Wir haben relativ schnell fest gestellt, dass er auch nur zu einer Seite guckt, diesmal nach links, dadurch hatte sich auch schon sein Kopf verformt. Er konnte die Arme nicht an den Körper anlegen und hatte die Beinchen immer am Körper angezogen. Sie waren auch alle sehr steif, was man beim Umziehen immer wieder merkte.

    Er überstreckt sich enorm. Teilweise fand er nicht mehr in den geraden Zustand zurück, so dass ich ihn beruhigen und helfen musste. Er war nachts sehr unruhig, weinte sobald man ihn ablegte und war ruhig, sobald ich ihn auf dem Arm hatte.

    Er spuckte sehr viel, ist aber kein Speikind. Dafür kam alles sehr viel später nach dem Trinken wieder hoch und lief einfach nur raus.

    Osteopathie bei Säuglingen - Die 5 häufigsten Gründe mit Säuglingen zu einem Osteopathen zu gehen

    Osteopathie beim Baby – Besuch beim Osteopathen

    Die Behandlungsmöglichenkeiten sind vielfältig und nach einer Geburt „immer“ sinnvoll, da die Kräfte, die auf den Körper der Mutter und des Babys  einwirken extrem sind.

    In der 8. Lebenswoche waren wir auf Anraten von seinem Kinderarzt bei einem Osteopathen. Mein Sohn hatte diverse Dornfortsätze ausgerenkt, durch das schnelle rausheben beim Kaiserschnitt.

    Zudem hatte er ein verdicktes Zwerchfell, was auf seinen Magen drückte und Sodbrennen auslöste. Daher kam sein Schreien im Liegen.

    Einer seine Dornfortsätze war direkt in der Mitte der Wirbelsäule verschoben, wodurch er seine Ärmchen und Beinchen nicht frei bewegen konnte.

    Dieser klappte ihn quasi einmal in der Mitte zusammen. Beim Einrenken stöhnte er auf und seine Arme und Beine fielen an den Seiten „runter“.

    Verbessert durch den Besuch hat sich auch sein Verhalten. Er schläft auch Mal im Laufstall, trinkt besser, stößt auf ohne zu spucken und ohne es später Retour zu geben.

    Er hat nun auch regelmäßig Stuhlgang, bewegt seine Arme und Beine, und Überstreckt sich nicht mehr so arg. Ende September haben wir noch einen Termin. Ich kann nur jeder Mutter „Osteopathie beim Baby“ empfehlen.

    Meine Empfehlung an KS Mütter

    Ich kann jeder KS Mutter nur dazu raten, selber mindestens einmal einen Osteopathen aufzusuchen.

    Während und nach den Schwangerschaften war ich jeweils einmal da. Und mindestens einmal habe ich ihm die Kinder vorgestellt.

    Mein Sohn hat so schrecklich geschrien, dass mir ganz mulmig war. Was ja eigentlich auch klar war. Er hatte Schmerzen, seit dem Termin nur noch „Gemecker“ bei Hunger oder wenn ein Pups quer saß.

    Ich bereue beide Kaiserschnitte absolut nicht. Erstens, weil mir der erste ein gesundes Kind und zweitens der nachfolgende ein lebendes Kind geschenkt hat.

    Glücklicherweise stelle ich mir auch nie vor, wie man mir die Kinder aus dem Körper zerrte oder ich irgendwas verpasst habe.

    Die Geburt ist bzw. war für mich nur ein relativ kleines Erlebnis, was ich mit meinen Kindern hatte. Für mich zählt es, sie aufwachsen zu sehen, nicht wie sie zur Welt kamen.

    Ich würde alle Geburten wieder so machen, auch die Zwillinge auf natürlichem Weg.

    Eine Babytalk-Leserin

    Beitragsfoto: Dmitry Naumov / shutterstock
    Pinterest: Dmitry Naumov & bmf-foto.de / shutterstock
  • Die besten Tipps für heiße Sommertage mit den Kleinsten

    Die besten Tipps für heiße Sommertage mit den Kleinsten

    Tipps für heiße Sommertage: Wann wird es mal wieder richtig Sommer, … Lange haben wir darauf gewartet, dass es wieder Sommer wird. Doch was machen mit den Kleinsten, wenn wir es schon selber kaum mehr in der Hitze aushalten?

    Nachfolgend findet ihr viele Tipps unserer grandiosen Babytalk-Community für heiße Sommertage, die wir bei einer vergangenen Verlosung erfragt haben.

    Tipps für heiße Sommertage:

    Tipps zum „Abkühlen“:

    Tipps für heiße Sommertage: Kind unter einem Wassersprenger
    • Planschbecken unter einem Sonnenschirm, auf dem Balkon oder im Schatten aufbauen
    • Wäschekorb mit Wasser füllen
    • eine Wasserballon-Schlacht veranstalten
    • den Rasensprenger im Garten an machen und gemeinsam durch laufen
    • Spritzen mit dem Gartenschlauch
    • eine Schüssel Eiswürfel und ein paar Becherchen
    • unter einer Dusche mit lauwarmen Wasser spielen, mit 10 Monaten der Hit und dabei die Hände vor den Duschkopf halten
    • Gießkannen
    • Wassereimer
    • Waschbecken, Bade- oder Duschwanne
    • kindersichere Ventilatoren
    • Feuchte Stoffwindeln
    • Wasserpistolen
    • Wasserrutschbahnen
    • beim Spazieren gehen den Kinderwagen mit einem feuchten Tuch abdecken und auf genügende Sauerstoffversorgung des Kindes achten
    • die kaltes Wasser über die Unterarme laufen lassen und/oder die Füße in eine Wasserschüssel stecken
    • nur in Pampers oder Badehose/Unterhose rumrobben lassen
    • Beißring ins Eisfach legen und zum „Lutschen“ geben
    • für extreme Momente immer wieder T-Shirts in kühles Wasser zum Anziehen legen und nicht länger als fünf Minuten tragen lassen (länger wird nicht empfohlen, wegen Erkältungsgefahr)
    • Wasser Becher und Strohhalme und Blibberblasen machen lassen
    • natürlich Rasensprenger an und drüber hüpfen, krabbeln oder durchlaufen
    • Schaukeln (Netzschaukel) im Schatten geschützt mit einem Tuch, das gibt luftigen „Fahrtwind“.
    • Die Kids verkriechen sich unter ihrem Trampolin und ihr lasst es dann mit dem Wasserschlauch darauf regnen. Dass ist dann wie eine Riesen Dusche, wenn es durch das Trampolin prasselt. Die Kids lieben das und gleichzeitig sitzen sie auch noch im Schatten.

    Besonders unsere Kleinen müssen vor zu viel direkter Sonneneinstrahlung geschützt (und mit Sonnencreme eingecremt) werden. Ein schattiges Plätzchen ist für Babys ganz wichtig! Achtet zudem darauf, dass das Köpfchen mit einem Sonnenhut, der auch über Ohren und Nacken geht, geschützt ist. Zieht ihnen keine Polyester- oder Nickybodys über, sondern Baumwolle; die ist nämlich atmungsaktiv.

    Tipps zum Spielen:

    • Entweder der Garten Schlauch oder Eiswürfel zum Rühren oder in einem Wasserbehälter schmelzen lassen oder ein Fetzen zum Spielen der immer wieder nass gemacht wird oder ein Kübel mit Wasser und verschiedene Löffel und Schöpfer zum rausschöpfen.
    • eine Wasserballon-Schlacht veranstalten
    • natürlich Rasensprenger an und drüber hüpfen, krabbeln oder durchlaufen
    • Schneeballschlachten mit künstlichem Schnee im Garten
    • Seifenblasen machen
    • Wasserbomben so lange kneten bis sie platzen
    • Planschbecken und eine Wasserbahn mit Schiffen zum Spielen
    • Planschbecken auf die Terrasse, großen Bagger rein und er darf „Losbuddeln“
    • Sandkästen, hälfte Wasser, hälfte Sand zum Matschen
    • eine Plane auslegen und Fingerfarben drauf und mit Wasser wegspritzen oder Plane auslegen und Wasser und Seife drauf zum Rutschen
    • Kübel Wasser und Kübel mit Sand daneben, mit Förmchen und Becher
    • nicht zuletzt natürlich die Besuche eines Frei- oder Spaßbades, sowie von Seen und Strände

    An heißen Tage ist es besonders wichtig zwischendurch immer wieder Ruhephasen einzubauen.

    Tipps zum Essen

    • ein Eis essen gehen, am besten, wo es ein großes Wasserspiel oder Springbrunnen zum Abkühlen gibt
    • selbstgemachtes Eis aus Obstmus oder aus pürierten Früchten und Buttermilch oder Muttermilcheis
    • Wassereis selber machen (z.B. aus O- oder Apfelsaft)
    • jede Menge Getränke, insbesondere Wasser und Apfelschorlen
    • leckeres Obst und rohes Gemüse
    • Wassermelonen sind eine Wohltat bei heißen Temperaturen

    Bitte daran denken, dass warme Getränke bei großer Hitze dem Körper auf Dauer mehr helfen als kalte Getränke, so z.B. etwas abgekühlte Früchtetees. Kalte Getränke (und Eis) lassen den Körper glauben, dass es ist ihm zu kalt ist und regt dadurch den Körper an, mehr Kohlehydrate zu verbrennen, um die Körpertemperatur zu erhöhen.

    Vollgestillte Babys brauchen keine zusätzlichen Flüssigkeiten. Wenn ihnen Flüssigkeit fehlen sollte, werden sie sich diese durch mehr oder häufigeres Stillen holen. Zudem passt sich die Muttermilch den besonderen Bedürfnissen des Babys an heiße Tage an.

    Noch eine Hinweis von uns: Babys an heißen Tagen nie allein im Kinderwagen oder Auto lassen auch nicht im Schatten. Das wissen zwar eigentlich alle Eltern. Das Problem ist jedoch, dass es wir denken, ich springe ja nur mal kurz in den Laden, Arztpraxis … und bin ja gleich wieder zurück. Doch nicht selten kommt dann irgendetwas dazwischen, z.B klingelt das Handy, was nicht mal an uns Eltern liegen muss und es dauert dann doch länger und dies kann besonders für die ganz Kleinen gefährlich werden. Denn im Auto und selbst im Kinderwagen staut sich die Hitze noch wesentlich stärker und im Stand findet fast kein Luftaustausch mehr statt.

    Wir denken mit diesen Tipps für heiße Sommertage, werdet ihr alle gut durch den Sommer kommen. Viele Grüße

    Euer Babytalk-Team

    Beitragsfoto u. Foto2: FamVeld / shutterstock
    Foto3: Dudaeva / shutterstock
    
    
  • Weinen ist heilsam! Warum halten wir es so schwer aus?

    Weinen ist heilsam! Warum halten wir es so schwer aus?

    Wie oft habe ich den Satz : ,, du brauchst nicht weinen “ oder „ du gefällst mir aber gar nicht, wenn du weinst “, von Eltern gehört. Leider muss ich immer wieder feststellen das Erwachsene immer noch positive und negative Gefühle trennen und bewerten.

    Warum haben Eltern immer den Drang das Weinen beenden zu wollen? Ich kann’s echt nicht verstehen, warum man als Eltern denkt, man habe die Pflicht sein Kind „ruhig zu stellen“. Oder ist es etwa nicht gesellschaftsfähig, wenn es nörgelt , wütend ist oder halt weint!

    Denkt dann jemand man wäre eine schlechte Mutter und hätte sein Kind nicht im Griff? Ich find es definitiv total unpassend seinem Kind beizubringen, seine Gefühle zu unterdrücken.

    Für das spätere Leben kann dies schwere Folgen haben.

    Ganz wichtig ist es, zu verstehen das Weinen neben Schreien eines der ersten Fähigkeiten ist, die Kinder beherrschen – wenn sie sich verletzen, unwohl fühlen, Hunger haben oder einfach Müde sind.

    Zweitens bin ich der Ansicht, wir Eltern haben die Pflicht unser Kind durch diese Trauer / diesen Schmerz zu begleiten und das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.

    Wir alle haben doch Emotionen in uns, die wir raus lassen möchten, egal ob Ärger, Angst, Trauer, Freude oder Glück!

    Sie haben alle etwas gemeinsam, sie wollen wahrgenommen/gehört werden!

    Was würdet ihr euch wünschen, wenn ihr weinen „müsst“?

    Stellt euch vor, euch wäre zum Heulen – euch geht es richtig beschissen – und jemand sagt: ach Mensch hör doch auf zu weinen, das war/ist ja wohl echt nicht so schlimm! Oder psshhhhh!

    Es würde sich alles in euch anstauen und Ihr würdet noch trauriger sein als zuvor. Was würdet ihr euch in so einem Moment wünschen? Richtig !!!!

    Ein lieber Mensch, der euch durch die Trauer begleitet und auffängt! Und dabei nicht „vollquatscht“.

    Also nehmen wir uns als Eltern doch auch einmal Zeit und schauen, warum unser Kind weint, begleiten es durch die Emotion(en). Und umhüllen es mit all der Liebe, die wir haben. Weinen ist Heilsam!

    „Was Seife für den Körper ist, sind die Tränen für die Seele.“ besagt ein altes jüdisches Sprichwort.

    Durch die eigene Erfahrung mit meinem Sohn durfte ich feststellen, dass sich ausweinen sehr positiv auf die Psyche meines Kindes ausgewirkt hat.

    Nach meinem Gefühl wirkt er danach viel entspannter und die Phasen in denen er weint verkürzen sich.

    Ich sehe es als positives Ereignis, wenn mein Zwerg zu mir kommt und sich ausweinen möchte. Ich habe dann das Gefühl, dass er weiß , dass er bei mir genau so sein kann, wie er ist, ob glücklich, traurig oder ängstlich.

    Eure Christina (Babytalk-Fan)

    Beitragsfoto: PhotoMediaGroup / shutterstock
  • Nachtschreck – Erfahrungsbericht einer Leserin

    Nachtschreck – Erfahrungsbericht einer Leserin

    Hallo, wir freuen uns Euch mal wieder einen sehr interessanten Erfahrungsbericht einer unserer Leserinnen vorstellen zu dürfen. Diesmal geht es um das Phänomen, welches unten den Begriff „Nachtschreck“ bekannt ist.


    Wir haben auch die Erfahrung und Bekanntschaft mit dem Nachtschreck gemacht und zwar durch unsere ältere Tochter Luzia.

    Sie war als Baby schon ein sehr unruhiges und aktives Kind, tagsüber weinte sie kaum. Mir als Mama und Person war ein sehr geregelter Tagesablauf stets wichtig und das versuche ich selbst heute noch umzusetzen.

    Mit einigen Monaten fing es an, kaum wurde es Abend und wir legten sie zum Schlafen in ihr Bettchen, dauerte es 30 min. und sie weinte das erste Mal. Aufstoßen und Nuki geben reichten, dann schlief sie weiter.

    Danach im 30 min. Takt ( wenn nicht kürzer) wurde sie wach, weinte. So stand ich laaaangeeee Zeit bis zu 20 Mal in der Nacht auf. Es war wirklich eine sehr anstrengende Zeit.

    Mit ca. einem Jahr fing es an, das sie im Bettchen oder auch mal bei mir im Bett sass und fürchterlich schrie, sie ließ sich da von mir nicht anfassen und schien „hysterisch“ …….

    Ich zweifelte in dieser Zeit an mir selbst und war schockiert, da es den Anschein hatte mein Kind hätte vor mir Angst.

    In diesem Alter, soweit ich mich erinnere, gab diese Situationen nicht so oft. Den genauen Zeitraum weiß ich leider nicht mehr, ich glaube mit 3 Jahren wurde es immer mehr.

    Als „Nachtschreck“ war sie nicht zu beruhigen

    Ich weiß noch von einschneidenden Situationen, wenn sie wach wurde und so schrie, dass mein Mann und ich sie nicht beruhigen konnten. Da unser Nervenkostüm von dem ständigen Schlafunterbrechungen (in diesem Alter mussten wir auch noch um die 8 mal aufstehen) sehr angeschlagen war.

    So versuchten wir sie die ersten Male zu schütteln und haben sie auch des öfteren sehr scharf und etwas lauter angeredet, wenn nicht sogar das ein oder andere mal “ angeschrien“. Wir glaubten, sie mache das mit Absicht.

    Uns wurde aber bald klar, es ist nicht normal, was sie da tut. Durch eine Nachbarin wurden wir dann auf den Nachtschreck aufmerksam. Somit begannen wir zu googeln. Was unsere Vermutung bestätigte, dass es wirklich der Nachtschreck war.

    Danach waren die Situationen dann für uns entspannter und wir blieben nur in ihrer Nähe, beobachteten sie passten auf, dass sie sich und uns nicht weh oder verletzen konnte.

    Ab und zu haben wir versucht sie anzufassen und zu beruhigen. Und manchmal hatten wir damit sogar Erfolg und sie legte sich hin und schlief weiter, als wenn nieeeeeee etwas gewesen wäre.

    Bei uns kam es eine zeitlang zu unser aller Leidwesen sehr häufig vor. 5 Nächte hintereinander war keine Seltenheit. Meistens dauerten diese zwischen 10 min. und 1 Stunde. Wobei die kurzen Zeiten für uns schon etwas von einem „angenehmen“ Spaziergang hatten. Die längeren kamen uns dagegen wie eine  kleine Ewigkeit vor.

    Manchmal hatte ich richtig gehend Angst vor meiner Tochter

    Es gab Situationen, da hatte ich direkt Angst vor meiner Tochter. Ich hatte das Gefühl, sie sah irgendwelche unschönen Gestalten im Raum.

    Oft zeigte sie panisch in eine Richtung, die Augen weit aufgerissen, die Pupillen riesen gross und ein starrer Blick. Es schien, als versuchte sie vor lauter Angst zu flüchten. Da kam mein Mann auf die Idee  „diese Gestalten aus dem Zimmer zu bringen oder zu verjagen“.

    Oft mit Worten; „aber schnell verschwindet, hier ist kein Platz für euch, lasst Luzia in Ruh“, … . Oder etwas lustiger „ich werd euch gleich kitzeln, damit ihr flüchtet“ … .

    Keine Ahnung warum, aber manchmal hat sie sich danach beruhigt hingelegt und weitergeschlafen oder gar gelacht.

    Trotzdem war dies keine angenehme Zeit, sondern sehr beängstigend für uns.

    Nachtschreck? – Diagnose durch eine Ärztin

    Als es akut war, ging ich mit ihr zu einer Ärztin, die uns ins SMZ – OST überwies, da sie den Verdacht hatte, es könnte auch Epilepsie in Kombination mit dem Nachtschreck (, welchen es tatsächlich gibt) sein.

    Nach einer Nacht dort mit EEG und Videoüberwachung im Raum, wo sie natürlich diese gegebene Nacht sehr ruhig und ohne Vorfall schlief, wurden wir von einer Oberärztin aufgeklärt, dass es “ nur“ der Nachtschreck sei und hat uns sehr gut über dieses Phänomen informiert.

    Ab da waren wir wirklich entspannter.

    Da wir in einer Wohnungssiedlung wohnen, machten wir im Sommer bei den Schreiattaken die Fenster zu. Ich fuhr grundsätzlich in dieser Zeit ungern in den Urlaub, oder zu Bekannte. Ich Angst hatte, dass sie das dort auch hätte und sie dadurch alle in ihrem Schlaf stören oder auch verunsichern könnte.

    Die einzige, die das wirklich von klein an mitbekommen hat und in diesen Situationen mit uns hineinwuchs und sich sehr dafür interessierte, war eine Oma von Luzia.

    Komischerweise konnte diese auch Luzia schneller wieder in die Schlafposition bringen und beruhigen. Luzia hat zu dieser Oma ein sehr inniges Verhältnis.

    Meinem Mann und mich hat es immer verwundert, dass sich in unserer Siedlung nie jemand aufgeregt hat oder mal nachgefragt hat, was bei uns nachts los ist.

    Einmal hat mein Mann einen Nachtschreck von Luzia gefilmt – einfach als Beweis, was da los war. Den haben wir aber nie gebraucht.

    Reaktionen von Bekannten

    Sonst gab es in unserer Umgebung NUR die Kindergärtnerin, die den Nachtschreck kannte, da ihre Tochter auch betroffen war.

    Ansonsten kannte den Nachtschreck niemand und so mussten wir uns des öfteren von Bekannten anhören, „ahhhh die tanzt euch auf der Nase rum“, „Einbildung sowas gibt es nicht“ oder „Ein paar aufn Hintern und Ruh ist“ … . Dies Reaktionen machten es nicht gerade leichter, doch wir wussten, was es war und hielten zusammen.

    Das ganze hat bei uns ca. 5 Jahre gedauert. Vor der Einschulung war es Gott sei Dank vorüber – was angeblich typisch ist für den Verlauf.

    ?

    Manchmal hatte Luzia in den letzten zwei Jahren in der Nacht Momente, wo sie plötzlich aufrecht im Bett sass. Ich ging dann zu ihr. Sie fixierte mich, berührte mein Gesicht und  fing dann an zu lachen.  Ich bekam dann jedesmal einen Lach-Anfall (diese Situationen waren echt lustig).

    Da ihre Pupillen, in diesen Momenten stets gross waren und sie einen starren Blick hatte, wußte ich, sie ist nicht anwesend. Von ein auf die andere Minute legte sie sich dann hin und schlief weiter. Und ich hatte noch weiter mit meinem Lachkrampf zu kämpfen.

    Luzia ist besonders

    Luzia ist heute aber sehr wohl unser „Sorgenkind“ bzw. besonders. Als Kleinkind war sie immer sehr aktiv, konnte kaum ruhig sitzen, war ständig in Bewegung, obwohl wir immer einen geregelten Tagesablauf hatten und noch immer haben (soweit es möglich ist).

    Im Kindergartenalter war es auch extrem, nie war sie müde zu bekommen. Ausdauer beim Basteln, Singen oder Spielen ect. war kaum vorhanden. In der Schule hatte sie bald Konzentrationsschwierigkeiten und war mit vielen Situationen überfordert.

    Mittlerweile ist ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom), Legasthenie bzw. eine LRS (Lese-Rechtschreibschwäche) diagnostiziert worden.

    ?

    Ob das mit Nachtschreck irgendwie zusammen hängt, kann man nicht feststellen. Nichtsdestotrotz ist sie ein sehr fröhliches und hilfsbereites Kind, was uns natürlich sehr glücklich macht und wir froh sind sie zu haben. Durch Kinder wächst und lernt man. Ich hoffe nur, daß unser drittes Kind (5 Wochen alt) ruhigere Nächte haben wird.

    Es würde mich freuen, wenn ich mit meinem Bericht betroffene Eltern helfen kann, entspannter durch diese Phasen zu kommen.

    Liebe Grüße Martina (Babytalk – Leserin)

    Beitragsfoto: Irina Kozorog / shutterstock
  • Erfahrungsbericht einer künstlichen Befruchtung

    Erfahrungsbericht einer künstlichen Befruchtung

    Künstliche Befruchtung: Wenn das Schwanger werden nicht von alleine klappt 

    Wir freuen uns euch einen wieder einen sehr bewegenden Bericht einer Babytalk-Leserin, diesmal über eine erfolgreiche künstliche Befruchtung, vorstellen zu dürfen.


    Mit Anfang 20 denkst du, dass die Welt dir gehört. Dir kann eh keiner was. Du malst dir dein Leben aus und für mich war immer klar: eigene Kinder gehören dazu! Dass es da Schwierigkeiten geben könnte, kam mir nicht in den Sinn.

    Höchstens, dass der Prinz ein wenig auf sich warten ließ… Auch als meine Frauenärztin bei mir mit Mitte 20 ein PCO-Syndrom diagnostizierte, kamen keine Sorgen oder Zweifel. Beruflich war ich viel in der Welt unterwegs, ich war Single, hatte es aber auch nicht so eilig.

    Wann ist es denn bei euch soweit?

    Meinen jetzigen Mann lernte ich dann mit 28 kennen und schon früh sprachen wir über das Thema Kinder. Er selber wusste aus seiner vorherigen Beziehung bereits, dass es nicht ganz leicht werden würde für ihn, eigene Kinder zu zeugen, aber der Wunsch nach einer eigenen Familie war bei uns beiden groß. Bereits nach ein paar Monaten begannen wir „es zu versuchen“.

    Mein Mann war etwas pessimistisch, wie ich fand. Ich dachte, dass wir es einfach ein paar Monate länger probieren, bevor wir eine künstliche Befruchtung versuchen sollten. Leider sollte er – aufgrund seiner Erfahrung – recht behalten und mit jedem Zyklus wurde klarer, dass wir Hilfe brauchen würden. Ich erinnere mich gut, wie ich ihn fast belächelt habe für seine negative Haltung. Wie ich nicht verstehen konnte, warum ihn so aufregte, wenn uns einer fragte: „Wann ist es denn bei euch soweit?“

    Um uns herum wurden Freunde schwanger und wir freuten uns natürlich mit denen, ohne Frage. Aber letztendlich zog uns jede Periode weiter herunter. Inzwischen waren wir fast zwei Jahre zusammen und es war einfach kein Baby in Sicht.

    Ich begann selbst, mich zu verspannen, wenn wieder jemand zu wissen meinte: „Ihr seid die Nächsten“. Es meint ja jeder nur gut und keiner will einem etwas Böses, aber diese Kommentare können sich für Paare wie uns wie ein Schlag ins Gesicht anfühlen.

    Wir fanden immer Ausreden, denn dass es nicht klappen wollte, wollten wir lieber für uns behalten. Wir wollten einfach nicht noch mehr Rückfragen und Tipps á la „Fahrt mal ein Wochenende weg und entspannt euch, dann klappt das schon“. Nach unserer Hochzeit gingen wir das Thema nun aktiv an und suchten ärztliche Hilfe. Wir fingen an, uns einzuigeln, weil der Druck von uns selbst schon sehr hoch war.

    Beginn eines Ärztemarathons bei künstlicher Befruchtung

    Und dann begann der Ärztemarathon. Bereits nach dem ersten Termin stand fest, dass eine reguläre In-vitro bzw. reguläre künstliche Befruchtung nichts für uns wäre und wir eine ICSI (Anm.d.RDie Intrazytoplasmatische Spermieninjektion, ICSI ist eine Methode der künstlichen Befruchtung. Dabei wird die Samenzelle, das Spermium des Mannes, direkt in das Zytoplasma (Ooplasma) einer Eizelle eingespritzt. Quelle Wikipedia) wählen würden.

    Das bedeutete, dass man zunächst meinen sehr unregelmäßigen Zyklus beobachten würde, ich auch noch etwas Gewicht verlieren sollte und daraufhin die Behandlung auf uns abgestimmt beginnen würde. Ein spezielles Nasenspray regelte zunächst meinen Zyklus komplett herunter, bevor dann mit täglichen Spritzen die Eizellen zum Reifen stimuliert wurden.

    In diesen Tagen ging ich mindestens jeden zweiten Tag zur Apotheke, um Hormonspritzen für Hunderte von Euros zu kaufen, in der Hoffnung, dass sie helfen würden. Dazwischen gab es immer wieder Ultraschalluntersuchungen, um zu sehen wie mein Körper auf die Hormone reagierte.

    künstliche Befruchtung Frau spricht sich Hormone

    Immer wieder mussten Anpassungen und Untersuchungen vorgenommen werden

    Anpassung der Dosis, keine ausreichende Reifung, wieder eine Anpassung. Dann passierte etwas, aber nicht genug. Also wieder zur Apotheke und wieder eine höhere Dosis. Jeden Abend trafen wir uns in der Küche und mein Mann übernahm den Part des Spritzens.

    Zusammen, als Team eben! Das war für uns psychischer Stress allererster Güte, denn es ging immerhin um das Wichtigste auf der Welt für uns. Da hält man auch gerne aus, dass der Arzt einen beschimpft, weil die Gebärmutter zu tief im Unterleib sitzt und er die Entnahme somit nur unter schwierigen Bedingungen machen kann.

    Immer wieder. Wie oft ich weinend aus dieser Praxis rausgekommen bin, sicher, dass wir nie zur Entnahme kämen. Und niemandem haben wir von all dem erzählt, um den Druck von außen zu minimieren. Diese Wochen werde ich nie vergessen.

    Künstliche Befruchtung – Endlich kam der OP-Termin

    Nach tagelangem Hin und Her kam dann an einem Dienstag der erlösende Satz: Donnerstag sollte die OP sein, immer mit dem Hintergrund, dass man abbrechen würde, wenn man nicht gefahrlos am Darm vorbei an die Eierstöcke kommen würde. Das machte uns nicht wirklich viel Mut, aber wir kratzten unsere letzte Hoffnung zusammen.

    Spontan nahmen wir Urlaub und dann ging es los. Auf die Minute genau mussten wir mitten in der Nacht 36 Stunden vor der OP noch einen Cocktail zusammenmischen und mir spritzen. Und dann saß ich am Donnerstag nun da, besprach im OP-Hemdchen letzte Details mit dem Anästhesisten und dann nahm man mich auch schon mit.

    Was für eine Befreiung es war, kurz darauf aufzuwachen und zu hören: 7 Eizellen konnten entnommen werden, 6 davon waren brauchbar und wurden befruchtet. Eine setzte man mir dann zwei Tage später bereits ein. Dieser Eingriff sollte eigentlich nur kurz 10 Minuten dauern, bei vollem Bewusstsein.

    Die Entnahme ist auch nur unter Vollnarkose, damit man keine unbedachten Bewegungen macht und ggf. Eizellen zerstört werden. Nachdem der Arzt immer lauter schimpfte und ich nun schon 20 Minuten auf dem Stuhl saß, brachen sie Versuch 1 ab. Er müsse mal eben eine Runde spazieren gehen und sich beruhigen.

    „Und wer beruhigt mich?“, dachte ich bei mir. Ich solle mich entspannen, dann würde das gleich schon. Nach einer kurzen Pause ging es dann aber auch ganz schnell. Hinterher erzählte man mir, dass die Eizelle mit der Flüssigkeit wieder herausgeschwommen war und der Arzt das aber Gott sei Dank gesehen hatte. Jetzt versicherte man mir, dass sie genau da säße, wo sie hin sollte!

    Künstliche Befruchtung

    Die schrecklich Zeit des Wartens

    Das war 7 Tage vor Weihnachten und 11 Tage vor unserem Umzug. Wir saßen also schon auf gepackten Koffern und hatten noch ein paar hundert Kilometer Familienbesuche über die Feiertage vor uns, bevor ich am 27.12.2016 zum ersten Bluttest kommen sollte. Man prüft so früh die HCG-Werte, um ggf. noch eingreifen zu können, falls diese noch sehr gering ausfallen.

    Über die Feiertage haben wir uns dann noch Ausreden ausgedacht, warum ich keinen Alkohol trank. Klar, dass da die Spekulationen ihren Lauf nahmen, aber wir sind erstmal nicht darauf eingegangen. Dann verkündete meine Schwägerin auch noch, dass sie im 3. Monat schwanger sei.

    Das Gefühlschaos ist nicht in Worte zu fassen, denn neben der Freude für sie fuhren unsere eigenen Gedanken Achterbahn: Angst…Hoffnung….Freude…Angst….Hoffnung….Zurück zu Hause wurde dann am Morgen Blut abgenommen und um 13.30 Uhr sollte der Anruf kommen, ob die künstliche Befruchtung geklappt hatte oder nicht. Wir packten also die restlichen Sachen ein… und warteten! Es wurde 14 Uhr. Es wurde 15 Uhr. Wir starrten das Telefon an.

    Um 15:30 Uhr klingelte dann ENDLICH das Telefon. „Geht es Ihnen gut, Frau Ahrens?“ – „Ja… schon… nervös bin ich!“ „Das freut mich zu hören! Sie sind schwanger!“ Ein unglaublicher Moment – für jeden, der sich Kinder wünscht. Für uns nach den Jahren des Versuchens und mit vielen Enttäuschungen brachen hier alle Dämme.

    Mein Mann hat erst einmal 10 Minuten gar nichts gesagt und nur den Kopf geschüttelt. Sollte es jetzt doch „so einfach“ sein? Nur ein Versuch und wir werden Eltern? Ich wusste jetzt, dass ich die Anzeichen in den letzten Tagen nicht erfunden hatte, aber die Tage davor hatte ich große Sorgen, dass dem so war und ich mir zu große Hoffnungen machen würde.

    Aufklärung im Freundeskreis

    Nach ein paar Wochen erzählten wir unsere Geschichte so nach und nach im Freundeskreis und in der Familie. Die unterschiedlichen Reaktionen zeigten uns wieder einmal, dass es wichtig ist, das Thema „künstliche Befruchtung“ nicht zu tabuisieren. So viele unbedarfte Kommentare, die niemals böse gemeint sind, können Paaren in dieser Phase vorkommen wie ein Tritt in die Magengrube.   Und wenn man sich umhört, betrifft dieses Thema so viele Menschen. Wenn es nur einem Paar Hoffnung gibt, unsere ICSI-Geschichte zu hören, dann waren diese Zeilen es wert.   Und wenn nur ein Mensch einmal mehr darüber nachdenkt, ob man wirklich ganz lapidar „Ihr seid die Nächsten“ zu einem kinderlosen Paar sagen sollte oder ständig fragt, wann es denn soweit ist oder auch den Tipp gibt sich „einfach mal zu entspannen“, dann war es das wert. Unser kleines ICSI-Baby ist jetzt genau 5 Monate alt und schnarcht mich durchs Babyphone an. Pures Glück!  

    Wir drücken allen die Daumen, die den Weg einer künstlichen Befruchtung noch vor sich haben!  

    Eure Miriam (Babytalk – Leserin)

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  • Erfahrungsbericht einer Leserin – zwei komplikationslose Geburten trotz Beckenendlage

    Erfahrungsbericht einer Leserin – zwei komplikationslose Geburten trotz Beckenendlage

    Nachfolgend findet ihr einen Bericht einer Babytalk-Leserin über ihre zwei komplikationslosen Geburten trotz Beckenendlage.


    Geburt meines ersten Sohnes aus Beckenendlage, BEL*

    Der Schock kam bei 36+2 als das CTG wehen aufzeichnete, also ins Krankenhaus. Da lag ich 3 Tage. Ab da durfte ich jeden zweiten Tag zum CTG und zur Kontrolle.

    Es war der 29.12.13

    Ab 36+2 immer wieder wehen. Am 28.12 war ich früh zur Kontrolle im Krankenhaus, und wurde heim geschickt mit den Worten:
    Kommen sie am 1.1.14 wieder dann beginnen wir mit dem Einleiten. Die Wehen sind nicht stark genug. 🙁

    Ok, also heim und die komplette Küche geputzt. Bis wir es uns abends auf dem Sofa bequem machten. Ich wollte eigentlich Abendessen machen, als es komisch knackte im Bauch und das Wasser sofort lief. Ich rief meinem Mann zu, dass mir die Fruchtblase geplatzt sei.
    So machten wir uns langsam auf denn weg ins Krankenhaus. 🙂
    Um 18.30uhr waren wir am Kreißsaal und die Ärztin wollte schauen ob es wirklich Fruchtwasser war, und ja, das war es. Da setzten dann auch die Wehen ein. 🙂


    Die Hebamme war selten da, aber mir ging es gut. Bei der dritten Presswehe wurde der Dammschnitt gemacht. Ich merkte ihn nicht. Und zwei weitere Wehen später, war mein Sohn da. 🙂 vom Platzen der Blase bis er da war vergingen nur 3 Stunden. 🙂
    55cm 3530gr 35cm ku

    Geburt des 2. Sohnes aus Beckenendlage

    Von Begann an, saß mein Sohn in meinem Bauch. Schnell stand fest, das er trotzdem spontan zur Welt kommen sollte bzw. wollte.
    Meine Hebamme arbeitet in einem Krankenhaus, in dem das noch gemacht wird.

    Bei 38+0 wurde versucht ihn von außen zu wenden. Aber es klappte nicht. Bei 38+2 hatte ich denn ganzen Tag immer wieder leichte und kurze Wehen. Aus Sicherheit rief ich abends meine Hebamme an, sie kam auch kurze Zeit später und schrieb CTG und schaute nach dem Muttermund. Dieser war bei 5-6 cm. Also fuhren wir ins Krankenhaus (35 min Fahrt).

    Um 22.00 Uhr waren wir im Kreißsaal, Muttermund bei ca 7 cm, die Wehen waren zu kurz und meine Hebamme gab mir ein Mittel, dieses half schnell und die Wehen wurden länger. Inzwischen kamen dann noch eine andere Hebamme und eine Hebammenschülerin.

    Meine Hebamme riet mir es im 4-Füsslerstand zu probieren und nach vielen probieren (Hocker, auf dem Rücken, seitlich liegend und am Tuch) fand ich es so am besten. 🙂 Sie lies mich das aber komplett allein entscheiden. Wofür ich ihr sehr dankbar bin.

    Sie massierte mir dabei den unteren Rückenbereich und tupfte irgendwelche homeopatischen Mittelchen auf denn Damm. 🙂 meine größte Angst war, das wieder ein Dammschnitt nötig wäre, aber das war nicht der Fall. 🙂

    Meine Angst vor einem Dammschnitt

    Als mein Sohn fast da war, sagte ich zu ihr, ich kann nicht mehr. Ich will jetzt einen Kaiserschnitt. Da lachte sie nur und meinte: nein, er ist gleich da. Sie nahm meine Hand und ich konnte schon das Köpfchen spüren.

    Nach zwei weiteren Presswehen war der Po meines Sohn da und eine Presswehe später kam der Rest von meinem Prinzen. Er schrie sofort und hatte super Werte. Er war ganz entspannt und überhaupt nicht gestresst von der Geburt.

    Es war 1.16 Uhr als er auf die Welt kam.
    Ich war stolz ihn trotz bel spontan auf die Welt gebracht zuhaben. 🙂 Ich würde mich immer wieder für eine solche Geburt entscheiden.
    Er war 57 cm groß und 3890 gr schwer und 35 cm ku und ich habe keine Verletzung davon getragen.

    Ich hoffe, ich kann mit meinen Berichten Mama’s Mut machen und zeigen das eine Geburt auch schön sein kann.

    Eure Angelika Müller (Babytalk-Leserin)

    *Ergänzungen der Redaktion

    BEL steht für Beckenendlage (Steißlage)

    Die Beckenendlage ist die häufigste Lageanomalie. Sie wird im Mutterpass mit Gravidogramm BEL (Beckenendlage) vermerkt. Es werden drei Beckenendlagen unterschieden:

    • eine reine Steißlage (das Ungeborene sitzt im Mutterleib und die Beine sind nach oben gestreckt)
    • die Steiß-Fuß-Lage (das Baby hockt im Schneidersitz )
    • die vollkommene Fußlage (die Beine sind nach unten gestreckt).

    Doch nicht immer laufen Geburten so „reibungslos“ ab. Hier findet ihr weitere Geburtsberichte, Hinweis der Redaktion.

    Beitragsfoto: FamVeld / shutterstock
  • Wochenbett: Erfahrungsbericht einer Leserin – Ein ganz „normales“ Wochenbett

    Wochenbett: Erfahrungsbericht einer Leserin – Ein ganz „normales“ Wochenbett

    Wir freuen uns Euch wieder einen Erfahrungsbericht von einer Babytalk-Leserin zum Thema Wochenbett vorstellen zu können.


    Warum heißt das Wochenbett Wochenbett?

    Ich hab mich immer gefragt, warum das Wochenbett Wochenbett heißt. Wenn man es nicht besser weiß, denkt man an stundenlanges Rumlümmeln im Bett und Kuscheln mit dem Baby, mit gelegentlichen Besuchen auf Toilette und dem Wickeltisch.

    Man bekommt auf einem Tablett das Essen vom Partner serviert und muss sich um nichts kümmern, außer um die eigene Erholung und das Bonding zwischen Mutter und Kind.

    Nun ja…wie gesagt…wenn man es nicht besser weiß…

    Wir kamen am späten Nachmittag aus dem Krankenhaus mit unserem frisch geborenen Baby zu Hause an und die erste Frage, die wir uns stellten: Und was nun?

    Man wird ins kalte Wasser geworfen. Egal wieviele Kurse wir noch in meiner Schwangerschaft besucht haben, es ist alles so fremd, wenn man bzw. frau selbst drinsteckt.

    Nachwirkungen und Schmerzen von der Geburt

    Ich hatte während meines gesamten Wochenbetts noch einige Nachwirkungen und Schmerzen von der anstrengenden und langen Geburt, so dass ich nicht 100% meiner Aufmerksamkeit meinem Kind widmen konnte, sondern ich mich selbst auch noch pflegen musste.

    Was auch einiges an Pflege bedurfte, waren meine wunden und verkrusteten Brustwarzen. Stillen ist nicht immer schön. Wenn ich auf die Uhr geschaut hab und 3 Stunden schon wieder ins Land gezogen waren, bekam ich schon wieder Schiss.

    Das erste Ansaugen tat dermaßen weh, dass mir Tränen in die Augen schossen und ich tiiieeef durchatmen musste. Irgendwann wurde es besser, aber es braucht lange, bis sich meine Brustwarzen daran gewöhnt hatten.

    Anfangs konnte ich tagsüber noch schlafen, wenn der Kleine in seinem Gitterbett im Wohnzimmer geschlafen hat, aber nach ein paar Wochen ging das nicht mehr. Er ließ sich nicht mehr ablegen. Sobald ich auch nur dran dachte, hatte er die Augen sperrangelweit offen. Ganz nach dem Motto: Denk gar nicht erst dran!

    Also war ich die meiste Zeit ans Sofa gefesselt und hatte den Zwerg auf mir liegen. Wenn ich notgedrungen auf Toilette musste und ich ihn abgelegt hab, ging das Geschrei los, bis er wieder auf meiner Brust lag. Durch diese Methode war ich ruckzuck wieder bei meinem alten Gewicht, weil ich in dieser Zeit kaum gegessen, noch getrunken hab.

    Geschrei an der Tagesordnung

    In den ersten Wochen war Geschrei an der Tagesordnung. Sicher wegen Bauchschmerzen … . Die Hebamme sagte, er müsse die lange und anstrengende Geburt noch verarbeiten. Ja…ich auch… . Ehrlich gesagt, ich weiß bis heute nicht, wann er weswegen geschrien hat.

    Drückende Socken, zu enge Windel, ein kratzendes Schild vom Body im Nacken … . Ich weiß es nicht. Irgendwann haben wir nach einem langen „Casting“ DEN Schnuller gefunden, womit sich einige Schreianfälle deutlich verkürzen ließen.

    Zum Glück hatte er den Tag/Nacht Rhythmus ganz schnell drauf und er schlief nachts ganz gut. Und zwar in seinem eigenen Bett, in seinem eigenen Zimmer. Heute mit 3 Monaten schläft er bis zu 10 Std am Stück. Und ich weiß gar nicht wohin mit all dem Schlaf.

    Zu erledigender Papierkram und mehr

    Was im Wochenbett das Entspannen zusätzlich noch unmöglich macht, ist der ganze Papierkram, wie Elterngeld- und Kindergeldantrag usw. Selbst um die Anmeldung in der Kita in einem Jahr muss man sich jetzt schon kümmern!

    Zum Glück hatten wir alle Anträge soweit es ging schon vor der Entbindung ausgefüllt, so dass wir nur noch die Geburtsurkunde und die Steuer ID hinzufügen mussten. Trotzdem musste alles vollendet, geprüft und abgeschickt werden, was Nerven raubt!

    Auf Besucher vorbereiten

    Apropos Nervenraubend: Der ganze Besuch, der sich ankündigte, um das Baby zu bestaunen. Es war immer das gleiche Schema. Ich musste schauen, wie der Stillrhythmus passte, so dass der Kleine pünktlich zum Erscheinen des Besuchs abgefüllt war, damit er ruhig war und im Idealfall schlief. Ich wollte meine Brust nicht unbedingt vor jedem offenbaren.

    Nichtsdestotrotz habe ich den Satz: „Ich muss gleich auch schon wieder stillen.“ des Öfteren benutzt, um den Besuch dezent wieder vor die Tür zu setzen. Aber man ist natürlich stolz auf das, was man da erschaffen hat und möchte sein Baby aller Welt zeigen. Was Kuchen und Snacks anbetraf, haben wir unseren Besuch meist drum gebeten was mitzubringen. Das hat wunderbar funktioniert.

    Während des gesamten Wochenbetts nur zuhause rumzuhängen, war auch nichts für mich. Trotz der körperlichen Einschränkungen hab ich früh versucht rauszukommen. Ob spazieren gehen, Freunde treffen (mit und ohne Baby) oder ein bisschen shoppen. Wenn mir die Decke auf den Kopf fiel, hab ich den Zwerg eingepackt und bin losgefahren. Zumal Autofahren eine sichere Methode war, um ihn zum Schlafen zu kriegen.

    Viele Grüße Eure Tamika (Babytalk – Leserin)

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  • Erfahrungsbericht einer Leserin zu Thema Gewalt unter der Geburt

    Erfahrungsbericht einer Leserin zu Thema Gewalt unter der Geburt

    Diesen sehr berührenden Bericht über „Gewalt unter der Geburt“ haben wir von unserer Leserin Dekame erhalten. Weder wollen wir werdenden Müttern mit der Veröffentlichung Angst machen, noch ist das, was Dekame schreibt der Alltag. Und das ist auch gut so!

    Wir wollen mit diesem, wie den anderen Berichten, alle Verantwortlichen sowie Beschäftigten im Umfeld der Geburtshilfe für einen wertschätzenden Umgang mit Gebärenden, sowie die Verantwortlichen und die Politik um mehr Unterstützung bei deren Arbeit sensibilisieren. Und nicht zuletzt den betroffenen Frauen eine STIMME geben. Doch lest selbst:


    Die Geburt meiner Maus war sehr unschön und ich weine noch sehr oft, wenn ich daran denke .

    Kontrollgang zum Frauenarzt

    Es fing an, dass ich zu den regelmäßigen Kontrollen zum Frauenarzt ging. Alles war supi bis ich nach einem CTG den Arzt verließ und im Treppenhaus ausrutschte und die Treppe herunterstürzte. Ich hatte schmerzen. Ich schrie. Keiner hörte mich.

    Ich schleppte mich wieder hoch zum Arzt und schilderte was gerade passierte. Ich weinte und sollte mich ins Wartezimmer setzen. Nach ca. 30 Minuten warten, ging ich wieder nach vorne und sagte ich habe schreckliche Schmerzen im Bauch. Ob mir bitte jemand einen Krankenwagen rufen könnte. „Nein!“ lautete die knappe Antwort.

    Der Arzt kommt gleich. Er kam auch schon um die Ecke und bat mich ins Untersuchungszimmer. Eine Ultraschalluntersuchung wurde durchgeführt.

    Meine kleine Maus war im Stress. Was genau konnte oder wollte er mir nicht sagen. Er sagte, sie sei zu klein und wurde wohl nicht genug versorgt. Ich war zuvor nur zum CTG da.

    Wie ins Krankenhaus kommen

    Er sagte ich soll ins Krankenhaus, er macht mir jetzt eine Überweisung fertig. Aber wie soll ich da hin kommen? Ich kann so kein Auto fahren! Ich hatte Schmerzen!

    Das müsste ich jetzt selber klären, war seine Antwort. Na toll. Ich rief meinen Mann an  (führerscheinlos) er solle jemanden anrufen, der mich JETZT abholt und ins Krankenhaus fährt.

    Dies geschah auch sehr schnell. Angekommen im Krankenhaus hieß es Formulare ausfüllen. Ich wurde auf ein Zimmer gebracht und ein Arzt sollte gleich kommen.

    Mein Mann packte meine Kleidung etc. in den Schrank. Eine Schwester kam und war verdutzt, was ich hier mache. Sie sagte, ich soll draußen warten. Hä, warum denn das? Der Arzt kam und fragte mich, warum ich draußen stehe.

    Ab in den Kreißaal

    Ich wurde in den Kreißaal geschoben. CTG.  1 1/2 tage lag ich am CTG. Tag und Nacht. In einem kleinem Raum der aussah wie eine Abstellkammer.

    Ich musste mehrmals den Raum verlassen, weil andere Schwangere auch ans Gerät mussten. So stand ich öfter stundenlang im Flur. Total übermüdet. Ich konnte nicht schlafen.

    Es war irgendwann morgens. Ich hatte 2 Tage schon nix gegessen …  Man brachte mir einfach nichts. Mein Mann war inzwischen zu Hause und musste sich um die anderen zwei Kinder kümmern.

    Irgendwann kam ein Arzt herein und sagte, wir machen jetzt in 15 Minuten den Kaiserschnitt. – Bitte was?! Warum? Nein!

    Ich rief meinen Mann an der sofort zu mir ins Krankenhaus eilte. Meiner Kleinen gehts gar nicht gut. Sie bewegt sich nicht mehr und ihr Herz ist sehr schwach.

    Ich zittere und weinte. Ich will nicht, dass sie stirbt. Mir ging so viel durch den Kopf. Ich zittere so stark, dass ich nicht reden konnte.

    Gewalt unter der Geburt

    Ich hyperventilierte. Zwei Schwestern brachten mich in den OP-Saal. Was passiert jetzt? Was muss ich machen? Lebt sie noch? Was wenn nicht?

    PDA musste gemacht werden, sie versuchten in meinen Rücken zu stechen. Ganze 12 mal. Es gelang ihnen nicht. Ich zitterte zu sehr.

    Ich wurde angeschrien, ich solle gefälligst still halten! Wie? Ich hatte Angst! Keiner sagte mir was jetzt passiert. Ich kotzte nun auch noch alles voll.

    Entschuldigte mich und weinte. Ich wurde in einen anderen OP-Saal gebracht. Ich musste laufen.

    Es ging nicht, weil ich so stark zitterte. Ich brach zusammen. Im anderen Saal angekommen. PDA versuch Nr. 13. Es klappte. Aber auch nur, weil vier Schwestern mich so stark festhielten, dass ich auch aufhörte zu zittern.

    Ich wurde an einen Tropf gelegt, was mich etwas beruhigen sollte. Ich war total benebelt.

    Die PDA wollte nicht wirken

    Ich wurde wieder klar im Kopf als sie sagten ’so, es geht jetzt los ‚ … Aber ich fühlte doch noch alles! Stopp!

    Der Arzt glaubte mir nicht und piekste mir in den Bauch und fragte, ob ich es spürte. Ja verdammt! Es tat höllisch weh! Es wurde etwas gewartet.

    Bis dann die Betäubung wirkte. Sie schnitten mich auf und drückten auf meinen Brustkorb. Warum so fest?! Ich keuchte, da ich keine Luft bekam.

    Ich war weg. Ohnmächtig und bekam nix mehr mit. Als ich aufwachte, hörte ich meine kleine Maus weinen und schreien.

    Ich weinte mit. Sie lebt! Sie ist da! Eine Schwester hielt sie mir ins Gesicht. Gibt sie mir! Nein! Sie wurde weggebracht auf die Säuglingsstation.

    Ich wurde zusammengeflickt und in ein Zimmer geschoben in dem ich sofort unter Schmerzen einschlief oder wieder ohnmächtig wurde? Ich weiß es nicht.

    Am nächsten Morgen

    Am nächsten Morgen bin ich wieder wach geworden. Ich hatte Schmerzen und musste zugleich? Pippi machen.

    Ich rief die Schwester. Die zeigte mir, wie ich am besten aufstehen sollte. Ich ging aufs Klo. Die Schwester war wieder weg. Na toll. Ich kann nicht drücken. Ich kann nicht!

    Aber ich muss doch. Ich drückte auf den Notfallknopf und rief die Schwester, ich kam nicht mehr vom Klo. Es war mir so peinlich.

    Die Schwester kam und schnauzte mich an, dass dies nur ein Notfallknopf ist. Na, wenn das kein Notfall ist, was dann?

    Gerade solch ein Verhalten hat mich immer wieder „verletzt“ und habe es für mich in diesen Momenten als Gewalt unter der Geburt erlebt. Nichtzuletzt weil ich in diesen Tagen bestimmt emotionaler war als sonst. Doch geht es nicht allen jungen Müttern so?

    Ich fragte, wann ich meine Tochter sehen könnte. Ja später. Sie werden dann hochgebracht auf die Säuglingsstation.

    2 Stunden passierte nix. Ich fragte mehrmals nach. Drehte mich unter Schmerzen vom Bett und ging langsam, Schritt für Schritt alleine vom ersten in den zweiten Stock.

    Ich wollte einen Fahrstuhl nehmen, doch diese waren gerade besetzt von den Essenwägen. So nahm ich die Treppe. 30 Minuten brauchte ich. Aber ich hab es geschafft. ALLEINE.

    Ich wollte ja schließlich meine Tochter sehen. Oben angekommen, sah ich sie nicht, aber ich wusste, wo sie lag. Ich konnte sie an ihrer Stimme erkennen. Mein Wunder! Mein kleines Mäuschen. Sie ist so wunderschön …

    Ich wünsche allen werdenden Müttern und Vätern „sensiblere“ bzw. entspanntere Betreuer bei ihrer Geburt, damit sie nicht diese Gewalt unter der Geburt erleben müssen, wie ich.

    Lest hierzu doch noch unseren Beitrag „Gibt es die perfekte Geburt„, Hinweis der Redaktion.

    Eure Dekame Otto (Babytalk-Leserin)

    Mit unserem Weltrekord für Hebammen wollen wir Mithelfen die „Umstände“  bei Geburten von wirtschaftlichen Aspekten zu befreien, damit Frauen solche Erfahrungen von Gewalt unter der Geburt erspart bleiben, Hinweis der Redaktion.

    Beitragsfoto: Tyler Olson / shutterstock
    Pinterest: Tyler Olson & Steve Lovegrove / shutterstock
  • Gewalt unter der Geburt – Ein sehr bewegender Bericht

    Gewalt unter der Geburt – Ein sehr bewegender Bericht

    Am eigenen Leib habe ich erfahren, wie sich Gewalt unter der Geburt anfühlt und möchte diese Erfahrung zum heutigen Roses Revolution Day mit Euch teilen.

    Ich war bereits im Zimmer indem das CTG geschrieben wurde, als sich die neue Hebamme nach dem Schichtwechsel vorstellte. Es war genau die Hebamme, der ich Wochen zuvor meine Vorstellungen meiner Geburt erläutert hatte.

    Sie wusste also Bescheid über meine sanfte Hypnobirthing Geburtsvorstellung ohne Hebamme, ganz für mich alleine, in Ruhe mit meinem Partner.

    Die ersten Stunden waren entspannt

    Ich konnte die Wellen gut veratmen und hatte kaum Schmerzen. Ich wurde in Ruhe gelassen und konnte mit meinem Partner alleine im Kreissaal entspannen. Die Wellen wurden von Stunde zu Stunde intensiver und ich fühlte mich immer wieder durch das Eintreffen der Hebamme sichtlich unwohler.

    Ich hatte schon extreme Schmerzen und gab mich den Wellen vollkommen hin. Immer wieder wurde nach dem Muttermund getastet und immer und immer wieder betonte sie, dass sich nicht wirklich was getan hat. Sehr motivierend nach 15 Stunden Schmerzen.

    Ich saß auf der Toilette und konnte aufgrund der heftigen Wellen nicht mehr ohne Hilfe aufstehen. Die Hebamme kam in die Toilette und fand mich weinend vor. Sie half mir beim Aufstehen. Das Blut lief mir an den Beinen hinunter und ich war einfach nur entkräftet.

    Sie sah mich an und sagte: „Da haben Sie jetzt ihre tolle, schmerzfreie Geburt, die die immer davon reden, wie schön das ist, sollten sich mal einen Tag hier zu uns stellen.“ Dies war die erste Erfahrung der Gewalt unter der Geburt für mich. Ich bejahte, damit ich sie nicht noch genervter machte als sie eh schon war und brach erneut in Tränen aus. Sie brachte mich zum Bett.

    Trotz Schmerzen war ich noch voller Vorfreude

    Nun hatten wir wieder mehr Ruhe. Ich genoss diese Stunden sehr, obwohl ich extreme Schmerzen hatte. Die Momente als Paar, voller Vorfreude auf unsren Sonnenschein. Ich bat meinen Partner mir den Gymnastikball zu geben, damit ich das Becken leichter kreisen konnte.

    Als plötzlich die Ärztin rein kam und ganz empört war, was ich den hier mache. Das sieht wackelig aus und ich sollte mich sofort hinlegen und den Ball weglegen. Ich war schockiert. Konnte aber aufgrund der Schmerzen keinen klaren Gedanken fassen und tat was sie verlangte.

    Wieder wurde nach dem Muttermund geschaut. Ich fühlte mich so hilflos und allein. So unverstanden und klein. Ich hielt noch 5 Stunden durch. Danach merkte ich wie nervös die Ärztin wurde- sie hatte den OP Kittel bereits an und flüsterte der Hebamme zu ob sie schon mit mir gesprochen hätte.

    Sie verneinte, klopfte mir auf den Rücken und lachte,,: ach die schafft das schon! Ich wusste, sie wollte mit Absicht, dass ich noch etwas länger was von meiner ,,schmerzhaften,, Geburt hatte. Ich war am Boden zerstört.

    So hatte ich mir die Geburt nicht vorgestellt

    So hatte ich mir das alles auf keinen Fall vorgestellt. Wieder ließen sie uns alleine im Zimmer und ich konnte verschnaufen. Nach 24 h Leid kam plötzlich die Ärztin herein und forderte mich auf, mich zu melden, wenn die nächste Wehe käme.

    Ich lag im Vierfüßlerstand da und dachte, sie wolle einfach nur schauen, wie ich mit den Wellen fertig wurde. Als die nächste Welle kam, führte sie ohne jegliche Warnung ihre ganze Hand in mich und tastete nach dem Muttermund. Egal ob es notwendig war oder nicht, ohne über ihr tun zu kommunizieren, fühlt es sich für mich wieder an, wie Gewalt unter der Geburt. Ich schrie vor Schmerzen und bat sie sofort aufzuhören.

    Drehte mich um und schrie, dass ich nicht mehr kann. Ich fühlte mich, als hätte ich all meinen Stolz verloren, nackt und um mein Frau sein beraubt. Vergewaltigt und bloßgestellt.

    Sie sah mich an und meinte: „Es wäre Zeit für einen Kaiserschnitt, aber die 24 Stunden Schmerzen waren halt jetzt umsonst, der Kleine rutscht einfach nicht ins Becken.“

    Mich der Gewalt „gebeugt“ – als Mama versagt

    Ich war schockiert! Wie eiskalt sie mir erklärte, dass ich jetzt als Mama versagt hätte. Ich wollte einfach nur meinen Sohn haben und in diesem schmerzhaften Moment war es mir egal wie. Ich unterschrieb den Zettel für den Kaiserschnitt und ließ mich in den OP fahren.

    Als ich da so auf dem OP Tisch lag, konnte ich einfach keinen klaren Gedanken mehr fassen und wollte einfach nur, dass dieser Tag eine Ende hat und ich endlich mein Kind in den Armen halten kann. Ich bekam die Betäubung und sie erklärte mir, was sie jetzt genau machen.

    Dann begann die Gewalt unter der Geburt

    Plötzlich passierte das, wovor wohl alle Mamas vor einem ungeplanten Kaiserschnitt Angst haben. Ich schrie drei Mal AUA, denn ich spürte, wie sie meine Bauchdecke aufschnitten. Es tat höllisch weh, aber niemand interessierte sich dafür. Und da war es wieder das Gefühl der Gewalt unter der Geburt.

    Sie sagte nur: Ich kann jetzt nicht mit dem Schneiden aufhören und machte weiter. Gott sein dank wurde ich dann in Narkose gelegt. Das für mich so unvorstellbare war, dass im Geburtsbericht angeführt wurde, dass ich so aufgebracht war und deshalb in Narkose gelegt wurde.

    Ich bin heute noch extrem verletzt über diese falsche Behauptung. Nach dem Aufwachen konnte ich nur kurz meinen Sonnenschein sehen, bevor ich 3 Stunden auf der Intensivstation lag.  Wieso, weiß ich bis heute nicht.

    In der Zwischenzeit hatte mein Lebensgefährte unseren Sohn alleine und niemand erklärte ihm, was mit mir los sei oder wo ich bin. Als ich dann ins Zimmer kam und endlich meine Sohn und Lebensgefährten sah, vergas ich alles, was in den letzten Stunden passiert war.

    Bis zu diesem Niederschreiben, hatte ich diesen Schmerz verdrängt

    Erst jetzt keimt sie auf – die Traurigkeit über diese Geburtserfahrung. Ich habe die Gefühle anfangs verdrängt. War so überglücklich diesen Sonnenschein zu haben – dass ich vergaß, wie schlimm diese Geburt für mich war.

    Ich bin traurig und wütend. Traurig, weil ich mein Kind nicht ohne Hilfe auf die Welt bringen konnte. Wütend, dass ich nicht Frau genug war in diesen Stunden klar meine Wünsche zu äußern.

    Dieser Tag sollte der schönste in meinem Leben werden und er wurde der schlimmste.

    Jede Frau hat das Recht auf eine schöne Geburt statt Gewalt unter der Geburt erfahren zu müssen. Was wir bei der Geburt leisten sollte mit Respekt behandelt werden.

    Eine Geburt ist ein Prozess, in dem wir uns vollkommen hingeben – alle unsere Hülle fallen lassen müssen und in die Tiefen des Schmerzes hinabsteigen, um danach das Glück auf Erden zu sehen.

    Mir wurde der schönste Moment genommen und ich werde diesen nie nachholen können. Ich werden lernen müssen nicht nur mit der äußerlichen Narbe, sondern auch mit der innerlichen leben zu müssen.

    Liebe Grüße Eure Christina Watzinger (Babytalk – Leserin)

    Unter diesem Link findet ihr eine weiteren Bericht zu Gewalt unter der Geburt. Und mit unserem Weltrekord für Hebammen wollen wir Mithelfen die „Umstände“  bei Geburten von wirtschaftlichen Aspekten zu befreien. Damit Frauen Gewalt unter der Geburt erspart bleibt. Auch wenn wir wissen, dass der Personalmangel nicht die alleinige Ursache ist, halten wir ihn doch für maßgeblich (Hinweis der Redaktion).

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