Autor: Kerstin

  • Babys lernen laufen – Die Magie der ersten Schritte

    Babys lernen laufen – Die Magie der ersten Schritte

    Laufen lernen: Wir freuen uns Euch diesen tollen Beitrag über die Magie der ersten Schritte von unserer Babytalk – Autorin Dr. Kerstin Bosch vom Blog (www.kidfoot.de) vorstellen zu können.


    Der Moment der ersten Schritte unserer Kinder ist immer wieder magisch. Ihnen eröffnet sich eine ganz neue Welt, die es zu entdecken gilt. Sie bekommen im wortwörtlichen Sinne eine andere Sicht auf die Dinge.

    Schlagartig haben sie, was die Wahrnehmung und Bewegung angeht, ganz neue Möglichkeiten. Nicht umsonst wird der Laufbeginn als einer der großen Meilensteine der kindlichen Entwicklung bezeichnet.

    Zeit lassen zum Laufen lernen

    Jedes Kind sollte diesen Moment der ersten Schritte ganz allein für sich bestimmen, denn jedes hat einen eignen inneren Masterplan, nach dem alles abläuft. Uns als Eltern fällt es nicht immer leicht das Kind einfach mal machen zu lassen und nicht zu helfen.

    Aber es ist enorm wichtig, dass die Kinder diese Erfahrungen selbständig machen, ohne Hilfe von außen. Häufig zeigen Kinder, die zu früh hingestellt oder immer an der Hand geführt wurden, in ihrer späteren motorischen Entwicklung Defizite.

    Fallen gehört zum Laufen lernen

    Laufen lernen ist ein enormer Schritt für den gesamten Körper und braucht einfach Zeit und Übung. Dass die Kinder in der ersten Zeit des Laufen lernens oft hinfallen, ist von der Natur so vorgesehen und enorm wichtig für die weitere Entwicklung. In den seltensten Fällen verletzen sich Kinder dabei ernsthaft.

    Grundsätzlich lernen Kinder nicht spontan auf einmal laufen. Man kann es ihnen auch nicht einfach ‚beibringen’. Vielmehr ist es ein langer, sehr individueller Prozess, der quasi schon mit dem ersten selbständigen Kopfheben in Bauchlage seinen Anfang nimmt.

    Das Langhangeln an kippsicheren Gegenständen (Sofa, Stühle, Kommoden, usw.) ist die Vorstufe des freien Gehens. Hier ist der Seitschritt einer der ersten wichtigen Erfahrungen. Irgendwann lösen die Kinder von selbst die Hände und machen allein die ersten Schritte.

    Wann geht´s los mit dem Laufen?

    Der Zeitpunkt der ersten selbständigen Schritte variiert von Kind zu Kind. Es gibt Laufanfänger, die sind gerade mal 10 Monate alt. Das ist recht früh. Andere brauchen etwas länger, weil sie stattdessen mit anderen Dingen, wie zum Beispiel dem Sprechenlernen beschäftigt sind – oder sie sind einfach etwas gemütlicher. Der Durchschnitt liegt bei ca. 14-15 Monaten. Alles zwischen 12-18 Monaten liegt noch im Normbereich.

    Laufen lernen – Ab wann braucht das Kind Schuhe?

    Schon bevor die ersten Schritte gemacht werden, fragen wir Eltern uns, wann unser Kind das erste Paar Schuhe tragen soll und kann. Grundsätzlich gilt: Keine Schuhe vor Laufbeginn! Und auch dann kann man sich oft noch Zeit lassen, bevor das erste richtige Paar an die Füße kommt.

    Denn eigentlich braucht der gesunde Kinderfuß keine Schuhe. Der Fuß bringt von Natur aus alles mit, was er zum Gehen und Stehen braucht: Ein Fettpolster zur optimalen Druckverteilung und eine weiche, formbare Struktur, die sich im Laufe der Zeit der Belastung anpasst.

    Daher ist es wichtig, möglichst lange auf weiche, flexible Alternativen wie Lederpuschen oder Stoppersocken zurück zu greifen.

    Liebe Grüße Eure Kerstin (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Syda Productions / shutterstock
  • Gefahren im Haushalt für die Allerkleinsten

    Gefahren im Haushalt für die Allerkleinsten

    Gefahren im Haushalt: Nicht nur da draußen in der großen weiten Welt lauern Gefahren für unsere Kinder. Die meisten Unfälle passieren im eigenen Haushalt und das gilt auch für Babys und Kleinkinder.

    Erfahrt jetzt von unserer Gastautorin Kerstin (ihr Blog: fraumama.de) mehr darüber, wie Ihr Euer Zuhause kindersicher macht.


    Typische Gefahren im Haushalt

    Der gemeine Türrahmen

    In den ersten Lebenswochen eines Babys sind Mama und Papa die größte Gefahr für den kleinen Wonneproppen – jedenfalls gemessen an der Anzahl der Suchergebnisse zu „Babykopf Türrahmen“.

    Der ein oder andere lacht vielleicht, tatsächlich gehört der an die Tür gestoßene Säuglingskopf jedoch zu den Klassikern.

    Zum Glück gehört dieser Klassiker in der Regel zu den harmloseren Unfällen, die Eltern mit ihren Kindern im heimischen Umfeld erleben. Auch das Gehen mit Baby auf dem Arm muss mancherorts erst gelernt werden.

    Der Wickeltisch

    Richtig gefährlich wird es dagegen, wenn ein Baby vom Wickeltisch fällt. Dies ist leider auch ein Klassiker und das, obwohl vielerorts und oft bereits schon direkt im Krankenhaus vor dieser Gefahr gewarnt wird.

    Studien zufolge stürzt jedes 3. Baby (!) vom Wickeltisch. Auch ich werde deshalb nicht müde, davor zu warnen, die Kleinen auf dem Wickeltisch unbeaufsichtigt zu lassen.

    Ganz gleich, was passiert, ob das Telefon klingelt, es an der Türe schellt, Ihr etwas vergessen habt, keine Feuchttücher zur Hand habt oder jemand um Hilfe schreit: Lasst immer eine Hand am Kind, damit das Baby nicht vom Wickeltisch fallen kann.

    Auch wenn sich Neugeborene und junge Säuglinge noch nicht drehen können, wird irgendwann dieser Tag kommen, an dem es plötzlich klappt.

    Gewöhnt Euch deshalb bereits von Beginn an, Euer Kinder entweder vom Wickeltisch zu nehmen oder es festzuhalten, wenn Ihr die Windel wechselt.

    Das gleiche gilt auch, wenn Ihr auf dem Bett oder der Couch wickelt. Eine Fallhöhe von 80 cm reicht aus, um ein Baby schwer zu verletzen.

    Schnüre und Kabel in der Nähe des Babys

    Auf den meisten Verpackungen steht es bereits: Kordeln und Kabel haben in der Nähe von Babys nichts zu suchen. Dies gilt besonders für strombetriebene Nachtlichter am Bett:

    Befestigt unbedingt die Kabel an der Wand, damit sich Euer Kind nicht darin verheddern oder strangulieren kann.

    Diese Gefahren lauern im Haushalt, wenn ein Kind mobil wird

    Die meisten Babys sind etwa drei bis sechs Monate alt, wenn sich Mama und Papa plötzlich viele Gedanken um die Kindersicherheit in ihrem Zuhause machen.

    Sobald die Kleinen mobil werden, wächst nicht nur ihr Entdeckerradius, sondern auch die Anzahl der Gefahren im Haushalt.

    Gab sich der kleine Spatz vorher noch damit zufrieden, in seinem Bettchen, auf dem Boden oder in der Wippe zu liegen, so gilt es jetzt, besondere Vorsicht walten zu lassen, denn die Kleinen sind schnell und neugierig.

    Steckdosen auf Krabbelhöhe

    Gefahren im Haushalt - Kinderfinger in einer gesicherten Steckdose

    Heutzutage haben die meisten Steckdosen bereits integrierte Kindersicherungen. Ist dies bei Euren nicht der Fall und befinden sie sich zudem auf Kinderhöhe, so solltet Ihr diese mit einem Steckdosenschutz versehen.

    Kleine Patschefingerchen wandern gerne in kleine und größere Löcher um diese zu erkunden. Was bei der Nudel beim Mittagessen total in Ordnung ist, kann bei der Steckdose fatal enden.

    Außerdem solltet Ihr die Kinder auch in diesem Alter schon für diese Gefahr sensibilisieren und sie wegtragen, „nein“ sagen und erklären, warum es gefährlich ist, in Steckdosen zu greifen, denn nicht alle Freunde oder Verwandte, die ihr besucht, werden ihre Steckdosen sichern. Vorsicht ist in diesem Fall besser als Nachsicht.

    Treppen, Stühle, Tische und andere Anhöhen

    Vom Robben zum Krabbeln ist es kein großer Schritt mehr und Eure Kleinen kommen jetzt immer schneller voran. Die meisten Babys machen auch vor Anhöhen nicht Halt und klettern jetzt gerne auf Stühle, das Sofa oder Treppen hinauf bzw. hinunter.

    Ganz klar kann das Klettern gefährlich sein und böse enden. Hier rate ich, die schlimmen Gedanken und Vorahnungen weit weg zu schieben und die Kleinen ihre Erfahrungen machen zu lassen.

    Bleibt dabei, leitet Euer Baby an, wie es am sichersten (rückwärts!) die Treppe hinunter krabbelt und traut den Kleinen etwas zu. Greift ein, wenn es gefährlich wird, seid auf der Hut, aber lasst auch los. So lernen Eure Babys und entdecken die Welt.

    Viele, viele bunte Flüssigkeiten

    Gefahren im Haushalt Kleinkind hat eine Flasche mit giftigem Haushaltsreiniger in der Hand

    Spätestens wenn Eure Kleinen an Schränke oder Schubladen kommen, solltet Ihr außerdem giftige Putzmittel und auch Medikamente aus ihrem Sichtbereich und ihrer Umgebung nehmen und wegsperren.

    Junge Kinder werden von schillernden Farben magisch angelockt und so siegt die Neugier beim kleinen Erdenkind leider oft über die Vernunft.

    Was häufig nicht als Gefahr wahrgenommen wird, ist Salz. Doch bereits ein Teelöffel Salz führt bei Kleinkindern zu einer Salzvergiftung, ein Esslöffel innerhalb von wenigen Stunden ist tödlich! Und wir alle wissen, wie schnell man äußerlich Salz mit Zucker verwechseln kann. (Ergänzung der Redaktion).

    Weitere Gefahren im Haushalt

    Je nach häuslicher Umgebung benötigt Ihr im Baby- und Kleinkindalter zudem Treppen- und Herdschutzgitter, einen Eckenschutz für Tischkanten und gegebenenfalls auch Verschlüsse für Regale oder Schranktüren.

    Wenn Ihr einen Garten habt, werdet Ihr Euch gewiss auch mit giftigen Pflanzen beschäftigen und diese gegebenenfalls entfernen oder umzäunen.

    Ob und welche Kindersicherheitsartikel Ihr außerdem braucht, hängt natürlich immer auch vom Kind, dessen Charakter und Euren eigenen Grenzen bzw. Vertrauen ab.

    Was sichert Ihr in Eurem Haushalt noch und worauf könnt Ihr verzichten?

    Wir freuen uns über alle Tipps und Tricks zum Thema!

    Beitragsfoto: Elvira Koneva / shutterstock
    Foto 2: Krystyna Taran / shutterstock
    Foto 3: Red pepper / shutterstock
  • Bericht einer Hausgeburt

    Bericht einer Hausgeburt

    In Anbetracht der immer weniger vorhandenen Hebammen wird eine Hausgeburt leider für immer weniger Eltern eine Option sein, deshalb ist es uns ganz besonders wichtig, Euch diese wunderbare Erfahrung lesen zu lassen!

    Denn nur, wenn wir Eltern in Zukunft weiterhin unsere Hebammen unterstützen, können wir erreichen, dass dieser Job nicht ausstirbt.

    DANKE Kerstin (Blog: fraumama.de) für diese wunderschöne Aufzeichnung!


    05.03.2015 – 20:00 Uhr:

    alle Kinder sind im Bett, ich merke hier und da einen hart werdenden Bauch, genau wie die letzten Wochen auch schon. A., meine Hebamme hat mir schon mehrere Mittelchen gegeben, die das Baby vielleicht aus seiner Höhle locken könnten, aber es zeigt sich durchgehend unbeeindruckt von meinen Bemühungen.

    Ich bin bereits 8 Tage über den Entbindungstermin, A. darf mich höchstens bis zum 10. Tag begleiten. Für den nächsten morgen habe ich einen Termin beim Frauenarzt.

    A. möchte, dass er noch einen Ultraschall macht, um zu sehen, dass es dem Baby noch gut geht. Mir ist das recht, langsam werde ich ja selbst nervös. Bis jetzt hatte ich eine Klinikgeburt immer verdrängt.

    Stefan unterbricht meine Gedanken: „wir sollten uns langsam mal unterhalten, was wir machen, wenn das Baby noch länger auf sich warten lässt. Wo gehen wir dann hin?“

    Also schaue ich mir online Bilder von den Krankenhäusern und deren Kreißsälen in der Umgebung an. Es gibt insgesamt 4, die in Frage kommen würden. Ne, denke ich mir wütend – ich will da nicht hin!

    Ich will da nicht die sterilen Gänge auf und ab tigern und mich mit den Krankenhaus-Routinen rumärgern. Ich bin empört. Ich WILL da nicht hin!

    Ich gehe in mein Gebärzimmer, schaue sehnsüchtig auf den Pool, der seit Tagen aufgeblasen da steht und seufze tief.

    21:00 Uhr:

    Zu dem hart werden kommt ein leichtes ziehen hinzu, fühlt sich relativ regelmäßig an. Ich denke mir: na? Willst du mich mal wieder veralbern? Und schaue nebenbei auf die Uhr: Alle 5 Minuten, ziemlich genau.

    22:00 Uhr:

    Ich sage Stefan, dass ich mal in die Wanne gehe, wahrscheinlich ist der Spuk dann eh wieder vorbei, aber dann ist wenigstens Ruhe.

    22:30 Uhr:

    In der Wanne kommen die Wellen weiterhin, werden nicht stärker, aber auch nicht schwächer. Na gut, mal sehen, was draus wird.

    23:00 Uhr:

    Ich gehe wieder aus der Wanne raus und merke schon, wie mir ziemlich viel „Badewasser“ die Beine runterläuft. Sicher Urin, denke ich mir, meine Blase fühlt sich die letzten Tage ständig voll an.

    Ich gehe auf die Toilette, entleere meine Blase, es tröpfelt noch immer leicht aus meiner Scheide.

    Ich fasse in mich hinein – nein das riecht nicht süßlich, riecht nach nichts. Vielleicht doch Badewasser? Ich mache schon wieder viel Lärm um nichts denke ich mir.

    Ziehe meine Schlafanzughose hoch, beim Bücken kommt nun doch einiges aus mir heraus. Das kann nun doch nicht mehr vom Baden sein – mein Herz macht einen Hüpfer – darauf hab ich soooo sehnsüchtig gewartet!

    Ich rufe A. an, sie kommt und freut sich!

    23:30 Uhr:

    A. bestätigt, dass es FW ist. Da ich noch keine starken Wehen habe, schicke ich sie wieder nach Hause. Ich möchte nicht beobachtet werden. Sie geht.

    Dann rufe ich meine Mutter und meine Schwester an, sie haben 1 Stunde Anfahrtsweg. Sie kommen. Meine Mama soll sich während der Geburt um die 4 Kinder kümmern, meine Schwester soll Fotos machen und filmen.

    06.03.2015: 00:30 Uhr:

    Meine Mama und E. kommen, freuen sich. Die Wehen sind minimal stärker, aber ich spüre: das dauert noch.

    Wir sitzen im Wohnzimmer und quatschen, nach und nach werden alle müde, die Augen werden schwerer. Da ich merke, dass es diese Nacht nichts mit dem Entbinden wird, beschließe ich, die Kinder doch am nächsten morgen in Schule und KiGa zu schicken.

    Ich möchte nicht auch noch 4 ungeduldige Kinder herumsausen haben. Außerdem haben wir kaum geschlafen und können alle etwas Ruhe gebrauchen.

    Die Wehen kommen weiterhin unregelmäßig stark, mal recht leicht, dann wieder eine stärkere – was wird das werden, denke ich mir.

    08:00 Uhr:

    A. kommt, hört die Herztöne ab, alles ok da drinnen. Ich schicke sie wieder. Sie hat viele Termine und ich spüre: ich brauche sie noch nicht.

    Sie vergewissert sich mehrmals, ob sie wirklich fahren soll, spricht mit mir ihre Termine in der Umgebung durch und möchte gegen Mittag wieder mit mir telefonieren.

    Es tut sich nicht besonders viel, ich döse vor mich hin, hab keine Lust auf Bewegung, will einfach meine Ruhe.
    Die ganze Zeit über habe ich Schleimabgang.

    Na wenigstens zeigt mir das, dass ich tatsächlich in der Geburt stecke, denke ich mir.

    14:00 Uhr:

    A. kommt erneut, sie wirkt etwas besorgt, wir sprechen es beide nicht aus, aber ich weiß, dass sie sich Gedanken um den Zeitfaktor macht, denn nach Blasensprung darf sie mich nur 24 Stunden betreuen.

    Ich schicke sie wieder weg, die Herztöne sind gut, dem Baby geht es gut, das ist das Wichtigste.

    20:00 Uhr:

    die Kinder sind im Bett, den ganzen Tag bin ich durchs Haus getingelt, hab hier und da Wehen veratmet und nun sind sie so gut wie weg. Nichts lässt auf eine baldige Geburt schließen, mir kommen die abstoßenden Bilder der Kreißsäle in den Sinn.

    Ich gehe da nicht hin! Basta! Dann bleib ich lieber alleine ohne Hebamme daheim. Ich bin leicht verzweifelt und irgendwie trotzdem innerlich ruhig. Etwas sagt mir: es wird schon alles gut.

    21:00 Uhr:

    A. kommt. Sie möchte mir einen Einlauf machen. Ich willige ein – alles, Hauptsache daheim.

    Sie verabschiedet sich – gegen 22.30 Uhr will sie wieder anrufen, sollte ich mich nicht vorher melden. Ich gehe auf die Toilette, fühle mich gut, dann kann ich mich später wenigstens hemmungslos gehen lassen, denke ich mir.

    Ich schicke Stefan ins Bett, er soll schlafen. Hat sich den ganzen Tag um alles gekümmert und ist todmüde, das sehe ich ihm an.

    21:30 Uhr:

    Puh, wo kam das denn jetzt her? Ich hänge gebückt über der Küchentheke und schnaufe richtig fest. Schon die zweite so starke Wehe innerhalb von 5 Minuten.

    Und gleich wieder eine. In meinem Unterleib hallt der Schmerz noch nach. Ich will Wärme! Schnell lasse ich in der Pause Wasser in den Pool laufen. Hoffentlich dauert es nicht so lange.

    Und wieder eine! Ich drücke E., meiner Schwester mein Handy in die Hand und sag ihr, sie soll die Abstände messen.

    Meine Mutter meint aus dem Hintergrund: „jetzt geht aber was weiter, oder?“ Ich antworte etwas genervt: „sieht danach aus, oder?“

    22:00 Uhr:

    Der Pool ist voll, ich kann es kaum erwarten endlich Wärme um mich rum zu haben. Ziehe mich aus und steige schnell rein. Die Wehen kommen alle 2 Minuten und sind so schmerzhaft dass ich bereits richtig tief atme, stöhne, töne.

    Ich weise E. an, Stefan zu wecken. Stefan kommt, total verpennt, kann gar nicht glauben was hier los ist, eben war doch alles ruhig. Ich sage ihm, er soll A. anrufen und dann den Ofen anmachen. Mir ist kalt trotz des warmen Wassers.

    22:30 Uhr:

    A. kommt. Sie tastet nach dem Muttermund 4-5 cm – schöne Scheiße denke ich mir, das kann ja noch heiter werden, wenn das noch lange so weiter geht.

    Ich bin nicht mehr in der Lage zu sprechen, Stefan streichelt mir den Kopf, ich bin bei mir, bei den Wehen, versuche, so gut wie es geht, mit ihnen mitzugehen.

    23:00 Uhr:

    Ich spüre, wie das Köpfchen tiefer kommt, fühle in meine Scheide, spüre etwas festes weiches. Komm Baby, komm raus, ich fange dich auf, ich hab dir das so oft versprochen in den letzten Wochen.

    A. lässt mich ganz in Ruhe. Ich bin so froh, bin daheim in meinem Wohnzimmer und kann endlich mein Baby auffangen.
    Der Kopf kommt, ich spüre es. Ich lehne mich kniend an den Rand des Pools.

    Eine Hand halte ich gegen meine Scheide, dehne vorsichtig nach allen Seiten, möchte etwas Platz schaffen. Das Köpfchen kommt, ich halte vorsichtig dagegen und drücke mit meinem Atem leicht mit. Es brennt und drückt.

    Ich weiß: nur noch ein bisschen und wir haben es geschafft. Ich merke, wie die Panik in mir aufsteigt, kann mich aber gut beruhigen. Ich spüre gar keine Wehen mehr, konzentriere mich auf nichts, lass es einfach kommen.

    Der Kopf ist geboren, ich bin so glücklich! A. meldet sich hinter mir: „wenn das Köpfen kommt, dann geh einfach mit. „Häh? Ich erwidere: „der Kopf ist schon da…“.

    …Verwunderung. Meine Mutter kommt näher.

    Ich wechsle die Position, setze mich wieder in Rückenlage. A. möchte an mich hingreifen, aber ich sage ihr, dass ich es selbst auffangen will. Und das tue ich. Ich drücke noch einmal nach und fange mein Baby auf.

    23.16 Uhr:

    Geschafft, ich hab’s ganz alleine geschafft!

    Die Nabelschnur ist etwas kurz, ich bekomme das Baby gerade bis zum Bauchnabel. Ich versuche ihm zwischen die Beine zu sehen.

    Es ist ein Mädchen, so wie ich es mir gedacht habe. Meine 5. Tochter, Matilda Anna, ist da! Um mich herum kullern die Tränen, ich kann’s noch gar nicht begreifen!

    Da die Nabelschnur so kurz ist, und bereis auspulsiert, nabeln Stefan und A. sie noch im Pool ab. Jetzt können wir kuscheln. Matilda schreit kräftig, es geht ihr gut. Sie fängt sofort an zu saugen.

    Die Plazenta kommt ein paar Minuten später nach. Gegen 24 Uhr steigen wir aus dem Pool, mir ist kalt geworden, und ich möchte nicht, dass Matilda friert.

    Wir ziehen um aufs Sofa, ich habe nur einen kleinen Riss an der Klitoris, wir entscheiden nicht zu nähen. A. erledigt den Papierkram, während wir staunen und kuscheln. Meine Mama und E. verabschieden sich bald, wollen uns unsere Ruhe lassen.

    Die Kinder hab ich letztlich nicht dazu geholt, weil ich mich in dem Moment nicht dabei wohl gefühlt hätte. Am nächsten Morgen wachen sie aber schon früh durch Matilda’s Weckrufe auf und kommen alle zum Begrüßen in unser Bett.

    Ich sehe mich um – 5 Töchter und den besten Mann der Welt – das ist das pure Glück!

    Eure Kerstin (Babytalk – Autorin)

    Foto: Tomsickova Tatyana / shutterstock