Kategorie: Expertenrat

  • Hautpflege beim Baby – von der Hebammenstudentin

    Hautpflege beim Baby – von der Hebammenstudentin

    Hallo Ihr Lieben,

    heute geht es um das Thema Hautpflege beim Baby.

    Inzwischen ist schon wieder einiges an Zeit vergangen und ich melde mich aus dem fünften, fast sechsten Semester bei euch:) Das Hebammenstudium ist also in den letzten Zügen und ich habe bereits so unfassbar viel gelernt und gesehen. Ich könnte vor Ungeduld fast platzen, um das ganze Wissen, welches ich für wichtig erachte, dass Eltern es bekommen, in die Welt hinaus zu tragen.

    Heute widmen wir uns einem Thema, welches insbesondere die Zeit NACH der Geburt betrifft:

    Wie pflege ich die Haut meines Babys?

    Dazu muss man zunächst einmal wissen, warum sich die Haut eines Babys von der Erwachsenen Haut grundlegend unterscheidet:

    Das neugeborene Kind kommt aus einer Welt, in der es bis zu zehn Monate lang im wohlig warmen Fruchtwasser eingebettet, in Mamas Bauch verbracht hat.

    Und plötzlich ist es kalt, trocken und man muss nach der Geburt nicht nur atmen und verdauen können, sondern auch noch lernen die Körpertemperatur zu halten.

    All das ist neu für das Baby. Und die Haut ist auch, wenn man sich mal überlegt wie viel Prozent diese im Verhältnis zum restlichen Körper ausmacht. Es ist das größte Organ im menschlichen Körper.

    Wer weiß schon, dass die Babyhaut fünf Mal dünner ist als die Haut eines Erwachsenen. Wenn man sich das nun im Detail anschaut, ist es sogar so, dass die Hornschicht um 30% dünner ist als bei einem Erwachsenen.

    Daran erkennt man bereits, dass die Babyhaut ganz andere Bedürfnisse hat und eine andere Art der Pflege benötigt.

    Grundsatz gilt bei der Hautpflege von Babys: Weniger ist mehr!

    Da die Haut noch sehr viele Entwicklungsschritte vor sich hat und sich nach und nach an das Leben außerhalb des Fruchtwassers anpasst, sollte man eines ganz besonders vermeiden: Unnötiges Reizen durch falsche oder zu viel Hautpflege.

    Und dazu gehört auch das Baden, Waschen und Cremen. Denn die Haut hat ein ganz eigenes Schutzsystem, welches in der Regel immer perfekt auf den Zustand abgestimmt ist und sich selbst durch eigene Fette und Substanzen perfekt schützt.

    Nun kann man sich aber auch vorstellen, das Stuhlgang, Schweiß, Urin und auch die Milch, die ggf. mal aus dem Mund wieder heraus blubbert, nicht unbedingt dieser Schutzschicht gut tun. Insbesondere harnhaltige Substanzen wie Urin und Schweiß sind besonders angriffslustig, wobei Schwitzen extrem wichtig für die Wärmeregulierung des Babys ist. Und Urin ist halt nun mal in Windeln, je nach Material, längere Zeit in der Nähe der Haut. Das ist lediglich bei Babys, die windelfrei aufwachsen ein zu vernachlässigendes Problem.

    Alle Substanzen, die man der Haut zusätzlich auf das eigene Schutzsystem hinzufügt, haben einen Einfluss auf die Funktion dieser Barriere. Deswegen gilt, dass man ein Baby am besten mit klarem, warmen Wasser wäscht und möglichst wenig cremt. Das Baden sollte maximal zwei Mal pro Woche stattfinden.

    So kann man die Haut am besten davor schützen, dass sie austrocknet oder die eigene Schutzfunktion verliert.

    Nun leben wir und unsere Babys aber in beheizen Räumen und tragen Kleidung. Das ist zwar auch gut so, denn sonst würden wir sehr frieren, aber manche Haut reagiert sehr empfindlich auf trockene Luft, wie beim Heizen und wird trocken und spröde.

    In diesen Fällen kann man die Haut mit hochwertigen Cremes unterstützen:

    Welche Produkte sind denn für die Hautpflege von Babys besonders geeignet?

    Am besten sind natürliche Produkte geeignet, die möglichst parfümfrei sind und wenig Chemie enthalten, die zur Konservierung zugegeben wird. Zum Beispiel gibt es hochwertige Öle und Cremes, die auf biologischer Basis und inhaltlich auf das wesentliche reduziert sind. Diese Produkte erkennt man unter anderem daran, dass sie beispielsweise der Kategorie „Clean Beauty“ zugeteilt sind.

    Ganz viele wirklich tolle und ergänzende Tipps zum Thema Hautpflege bei Babys hat die Hebamme Evi Bodman hier in einem sehr ausführlichen Beitrag aufgeführt: Trockene Haut bei Babys.

    Denkt daran, dass ihr mit dem Kauf hochwertiger Produkte der Haut eures Babys einen großen Gefallen tut. Und ihr werdet sehen, wie viel Zeit ihr spart, wenn ihr nicht täglich euer Baby badet:)

    Liebe Grüße
    Eure Mira

  • Mutter-Kind-Bindung: Babys brauchen unsere Aufmerksamkeit

    Mutter-Kind-Bindung: Babys brauchen unsere Aufmerksamkeit

    Mutter-Kind-Bindung: Babys fühlen sich nach ihrer Geburt in dieser fremden, lauten und hellen Welt verloren. Das Einzige, was ihnen hilft sich einigermaßen sicher zu fühlen, ist die aktive Aufmerksamkeit ihrer vertrauten Mutter. In den ersten Wochen geschieht dies vor allem über direkten Augenkontakt.

    Immer auf der Suche nach Gefahren

    Überlegt mal, was macht ihr, wenn ihr euch in einer fremden Umgebung befindet, wo ihr die Menschen nicht versteht?

    Vermutlich achtet ihr auf deren Mimik und Gestik und Körperhaltung und hofft darüber ihre Haltung euch gegenüber herauszufinden. Sind sie euch feindlich oder wohlgesonnen sind. Dies ist ein uralter menschlicher Instinkt. Und wenn euch auch nur eine Person in dieser Umgebung einigermaßen vertraut ist oder ihr mit dieser Person kommunizieren könnt, sucht ihr vermutlich erstmal dessen Nähe.

    Ziemlich genauso geht es Babys, wenn sie in die Welt geboren wurden und fast täglich neue Dinge und Menschen sehen, hören, riechen und deren Emotionen wahrnehmen. Diese Erfahrungen müssen erstmal verdaut werden. Dafür brauchen und suchen sie die Nähe ihrer Eltern, insbesondere ihrer Mutter, weil ihnen deren „Stimme“ und deren Geruch aus der Schwangerschaft vertraut sind.

    Auch wenn sie nicht in der Lage sind, sich körperlich und verbal dem entsprechend zu äußern oder gar logisch zu denken, sind sie uns in diesem Alter in Bezug auf ihre Wahrnehmung noch haushoch überlegen. Sie nehmen zwischenmenschliche Spannungen, wie zwischen ihren Eltern und anderen Mitmenschen, sehr genau wahr und sind sich deren Emotionen wesentlich bewusster als wir Erwachsene.

    Mutter-Kind-Bindung durch direkten „Augen-“Kontakt

    Aus vielen wissenschaftlichen Studien ist bekannt, dass in den ersten drei Lebensjahren eines Menschen die „frühkindliche Bindung“ stattfindet. Das heißt, hier werden über die Beziehung zu den Eltern, die Überzeugungen über sich selbst und seine Umwelt geprägt. Dazu gehören Überzeugungen, wie ich bin liebenswert oder nicht, ich kann meinen Eltern vertrauen oder nicht, die Welt ist sicher oder nicht … . Fühlt sich ein Kind in den ersten drei Lebensjahre geborgen, geliebt und angenommen, hat es danach im Leben einfacher.

    Die Beziehung bzw. Bindung zu den Eltern findet, mangels Kommunikationsmöglichkeiten über Körperkontakt, wie z.B. beim Stillen (Berührungen) und vor allem über die Augen statt und ist die Grundlage für eine lebenslange vertrauensvolle Bindung. Aus diesem Grund ist es wichtig, immer wieder in direkten Augenkontakt mit eurem Baby zu gehen und auf sein Verhalten zu reagieren. Dies gibt ihm zudem das Gefühl „wichtig“ zu sein und als „Wesen“ wahrgenommen zu werden.

    Ablenkung unserer Aufmerksamkeit

    Unser „Wohlstand“ und die damit verbundenen Haushaltsgeräte haben dazu geführt, dass uns sehr viel Arbeit im Haushalt abgenommen wird. Dennoch haben wir viel weniger Zeit für unsere Babys und Kinder. Der größter „Zeitfresser“ ist dabei das Smartphone gefolgt vom Fernsehen, welche Mütter und Väter häufig ablenken. So fehlt den Kindern das direkte Feedback, dass sie sich gerade in Sicherheit befinden. Zudem fühlen sie sich nutzlos und „unwirksam“, da sie immer wieder die Erfahrung machen, keinen Einfluss auf ihre Umwelt zu haben. Dies lässt sie mit der Zeit ihren „Lebenssinn“ verlieren.

    Wenn ich eh nicht wahrgenommen werde und mein Dasein nichts verändert, hat mein Leben keinen Sinn.

    Die Frage, wie sich die Nutzung von Smartphones durch Mütter und Väter auf die Eltern-Kind-Beziehung auswirkt, wurde vor eineinhalb Jahren wissenschaftlich nicht näher untersucht. Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften hat dies nun in folgender Studie nachgeholt: «Smart Start – Wie nutzen werdende Eltern ihr Smartphone?» Die Studie widmet sich dem Einfluss der elterlichen Smartphone-Nutzung auf die Eltern-Kind-Beziehung in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt.

    Studie mit depressiven Müttern

    In einer Studie wurde untersucht, wie stark Kleinkinder auf direkte Reaktionen durch ihre Mütter angewiesen sind. Die Mütter agierten wenig bis gar nicht mit ihren Babys. Sie sahen ihre Kinder nicht an und ihre Gesichtsausdrücke wirkten abwesend. Es zeigte sich, dass bereits drei Monate alte Babys gestresst reagierten und zu brabbeln begannen. Dabei ruderten sie mit ihren Armen und Beinen und probierten immer wieder den Kontakt zu ihrer Mutter herzustellen.

    In dem nachfolgenden Video reagieren Mütter kurzzeitig nicht auf die Interaktiongesuche ihrer Babys und schauen diese „nur“ abwesend an. Ihre Reaktion zeigt sehr nachdrücklich, was das mit ihnen macht.

    Das Video ist aktuell leider von youtube runtergenommen worden. Ich hoffen, dass sich das zeitnah klären wird.

    https://www.youtube.com/watch?v=apzXGEbZht0

    Tipps, wie wir es schaffen können unseren Kindern wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken

    Meiner Meinung nach ist Entschleunigung eine oder gar die Grundvoraussetzung hierfür. Nur wenn wir wieder entspannter und gelassener werden, gewinnen wir den Blick für das Wesentliche im Leben zurück. Doch dies ist leichter gesagt als getan. Unser hohes „Lebenstempo“: kurz Frühstücken, schnell zur Arbeit, in den Pausen die nächsten Aufgaben und Herausforderungen planen bzw. lösen und auf der Heimfahrt schnell noch Einkaufen, Kind abholen und je nachdem noch schnell einen Kaffee schlürfen um die nächste Folge unserer Lieblingsserien nicht zu verpassen, Kind abfüllen und ins Bett bringen, nächste Folge …

    Auch wenn dies absichtlich überspitzt formuliert ist, befinden wir uns bereits lange vor dem ersten Kind (nicht selten schon während der Schulzeit) in solch einem Hamsterrad. Nicht selten auch als „Modern Art of Life“ bezeichnet. Nicht selten versteckt sich die Angst etwas zu verpassen oder nicht (gut) genug zu sein dahinter.

    Das Gefährliche daran ist vor allem, dass wir dies nicht wahrnehmen und uns auch gar nicht mehr anders vorstellen können. Anders ausgedrückt „wir haben den Kontakt zu unserem Inneren Kind“ verloren“, welches immer wieder (vergeblich) versucht uns auf unsere Bedürfnisse und Gefühle aufmerksam zu machen.

    Wobei das „Liebes-“ Hormon Oxytocin vor, bei und nach der Geburt alles daran setzt uns mit unserem „Inneren Kind“ wieder zu verbinden. So dass wir allein durch den Anblick unseres Babys berührt werden.

    Es bedarf viel Disziplin und Geduld, um aus diesem Hamsterrad heraus zu kommen!

    Sich auf das konzentrieren, was man gerade macht

    Dabei kann es hilfreich sein, sich immer wieder bewusst dafür zu entscheiden, sich nur auf die Sache zu konzentrieren, die man gerade macht, unabhängig davon, ob es sich um Arbeits- oder Haushaltsaufgaben handelt. Auch wenn viele Computer und Menschen es zur Perfektion bringen, so zu tun, als ob sie multitaskingfähig wären, sind sie es nicht. Die Prozessoren bzw. das Gehirn arbeiten ständig und extrem auf Hochtouren.

    bewusst langsam gehen

    Bei allen Gängen, die Chance zu nutzen, bewusst bzw. absichtlich wesentlich langsamer zu gehen. Dies bringt uns sehr schnell aus unserem „Trott“ raus.

    bewusst langsam essen

    Wie viele es als Kind von ihren Eltern gesagt bekamen, ist es nicht nur für die Verdauung, sondern auch zum Runterkommen, hilfreich lange zu kauen. Ich kenne noch die Empfehlung alles 30-mal zu kauen.

    bewusst zu atmen

    Dabei kommt es gar nicht so genau darauf an, welche Atemtechnik man verwendet, solange sie einem gut tut. Wichtig ist, dass man sich auf seinen Atem konzentrieren „muss“.

    in der Natur (Wald) spazieren gehen

    Spaziergänge im Wald helfen uns extrem schnell zu entspannen bzw. runter zu kommen.

    das Handy beiseite legen

    Es ist hilfreich, sich „zu trauen“ bei Gängen außer Haus sein Handy willentlich zu Hause zu lassen.

    Handarbeiten

    Für die, die es mal gelernt haben, ist Stricken oder Häkeln eine gute Beschäftigung, doch auch das Malen von Mandals oder das … kann sehr entspannend wirken.

    Über die Entschleunigung fällt es uns leichter achtsam zu sein und wieder viele Dinge neu und somit auch anders wahrzunehmen. Wir wünschen Euch die Ruhe und Gelassenheit für eine verlässliche  Mutter-Kind-Bindung mit ganz viel Interaktion vor allem über die Augen und über körperliche Nähe.

    Euer Deva (Persönlichkeitsentwickler und Familientherapeut)

    Beitragsfoto: Syda Productions

  • Trennung trotz Kinder – Was ist die beste Entscheidung?

    Trennung trotz Kinder – Was ist die beste Entscheidung?

    Trennung trotz Kinder: Immer mehr Paare stellen sich die Frage, ob sie sich trotz Kinder trennen sollen, weil sie sich von einander entfernt haben oder es für ihre Kinder durchstehen sollen.

    Ich möchte in diesem Beitrag keine generelle Empfehlung aussprechen, vor allem, weil ich glaube, dass es keine gibt. Vielmehr möchte ich auf die Fragen und Sorgen der Partner in Bezug auf die Entwicklung und Beziehung zu ihren Kindern eingehen.

    Fragen in Bezug auf den Partner stehen in diesen Situationen seltener im Fokus.

    Wie sehr werden die Kinder aufgrund der Trennung leiden?

    Als „betroffener“ Vater und aus den Erfahrungen meiner Praxis als Familien- und Paartherapeut kann ich sagen, Kinder leiden immer unter einer Trennung ihrer Eltern, egal ob still oder sichtbar.

    Die Leiden sind vielfältig, Kinder fühlen sich fast immer schuldig für die Trennung und das vorausgegangene Leid ihrer Eltern, da sie sich noch nicht getrennt von ihnen wahrnehmen können. Dies können sie erst nach dem „Rubikon“, ein Entwicklungsschritt, den Kinder um das 9.- 10. Lebensjahr vollziehen und ab dem sie sich als eigenständige Menschen wahrnehmen können. Danach können sie die Verantwortung für die Schwierigkeiten ihrer Eltern zumindest teilweise bei ihren Eltern lassen.

    Sie fühlen sich bei Streitereien als auch bei einer Trennung so gut wie immer zwischen den Stühlen stehend. Auch wenn Kinder ihre beiden Elternteile lieben, besteht nicht selten eine engere Bindung zu einem Elternteil, was ihre „unschuldige“ Seele besonders schwer belastet. Bei einem Streit, fühlen sie sich in einem Loyalitätskonflikt „zu wem soll / muss ich jetzt stehen“.

    Wie sehr leiden die Kinder unter der Beziehung ihrer Eltern?

    Eine entscheidende Frage, die sich Eltern stellen sollten, lautet: wie sehr ihre Kinder in der aktuellen Situation leiden. Die Schwierigkeiten ihrer Eltern bekommen sie mehr mit, als sich die allermeisten Eltern vorstellen können und dass auch dann, wenn sie deren Streits nicht direkt mitbekommen.

    Sie spüren vor allem die Emotionen, nehmen das veränderte Eltern- und Familienleben sowie die veränderte Körperhaltung und Mimik wahr. Je nachdem wie offensichtlich die Beziehungsprobleme der Eltern sind, ist es nicht selten, dass sie immer wieder in eine Hab-Acht-Stellung fallen und nur darauf warten, wann der nächste Streit los geht oder auch eskaliert.

    Dies blockiert sehr häufig eine geborgene und vertrauensvolle Entwicklung ihrer Kinder.

    Die Chancen einer Trennung

    Auch wenn sich fast alle Kinder wünschen, dass ihre Eltern nach einer Trennung wieder zusammenkommen, freuen sie sich auch, wenn ihre Eltern nach einer Trennung entspannter sind. Ebenso bieten neue Partner der Eltern die Chance, eine glückliche Beziehung und die dazugehörigen Verhaltensweisen kennenzulernen. Die wichtigsten Verhaltensmustern sind Wertschätzung, Vertrauen, Empathie, die Fähigkeit zu vergeben und viele mehr.

    Trennung trotz Kinder und deren möglichen Prägungen und Leiden

    Negative Prägungen

    Die Beziehung der Eltern ist die Vorlage für die späteren Beziehungen ihrer Kinder. So kommt es häufig vor, dass sich die Beziehungsprobleme der Eltern bei ihren Kindern wiederholen. Typische Beziehungsmuster sind Untreue, Gewalt, viele laute Streitigkeiten, sowie nicht ausgedrückte Meinungsverschiedenheiten, nebeneinanderher leben bzw. sich nicht einlassen/vertrauen zu können.

    Positive Prägungen

    Nicht nur die ersten, sondern auch spätere Beziehungen ihrer Eltern stellen Blaupausen für ihre eigenen Beziehungen im  Jugend- und vor allem im Erwachsenenalter dar. Die Kinder haben bei beiden Elternteilen die Chance zu erfahren, wie es denen besser geht, wenn sie nicht zusammenleben. Kinder wünschen sich das ihre Eltern „glücklich“ sind, noch mehr, als dass ihre Eltern zusammenleben. Auch wenn es in der heutigen Zeit nichts ungewöhnliches mehr ist sich scheiden zu lassen, war es vor 25 Jahren für viele Eltern noch immer ein No-Go. Und wenn die Eltern es schaffen nach einer Trennung wieder glücklich zu werden, fällt es ihren Kindern leichter diese Option für sich zu treffen.

    Trotz Trennung Eltern bleiben

    Auch wenn wir uns trennen, bleiben wir unser Leben lang Eltern unserer Kinder. Dafür ist es wichtig, dass wir uns so friedvoll wie möglich scheiden. Dies setzt voraus, dass wir uns unseren Teil für die Probleme anschauen und die Verantwortung dafür übernehmen.

    Ansonsten werden wir die Persönlichkeitsanteile, die wir an unserem PartnerIn verurteilten, auf unsere Kinder übertragen, denn sie besitzen zu 100% die Eigenschaften ihrer Mütter und Väter.

    Fazit: An einer Beziehung und an sich arbeiten

    Die Schwierigkeiten, die sich vor allem in engen Beziehungen auftuen, weißen uns daraufhin, dass wir da etwas verurteilen. In der Regel sind es Urteile, die wir von unseren Eltern häufig in Bezug auf uns übernommen haben. Unsere Partner (Beziehungen) spiegeln uns unsere Urteile, auf dass wir diese loslassen können und uns immer mehr so annehmen wie wir sind. In diesem Sinne ist „Beziehungsarbeit“ vornehmlich „Arbeit“ an bzw. für uns selbst. Hier ein paar sehr typische Urteile: 

    • Ich bin nicht okay, was soviel heißt, wie ich bin nicht liebenswert, wenn ich soviel Nähe brauche (Klammere)
    • Ich bin nicht liebenswert, wenn ich meine Bedürfnisse (Wünsche) ausdrücke
    • Ich bin nicht liebenswert, wenn ich ausgelassen bin
    • Ich bin nicht liebenswert, wenn ich „zu selbstbewusst bzw. zu stark“ bin 

    Alle Probleme bzw. Urteile, die wir in einer Beziehung nicht bearbeiten, bringen nehmen wir mit in die nächsten Beziehungen. Selbst, wenn der neue Partner zu beginn, so vollkommen anders ist. Wir bringen ihn dazu, uns vor die gleichen „Herausforderungen“ zu stellen, die wir in unserer vorherigen Beziehung nicht gelöst haben. Und alle Themen, die wir als Eltern auflösen bzw. heilen, brauchen unsere Kinder nicht mehr auflösen.

    Ich wünsche allen betroffenen Paare den Mut sich ihre Urteile anzusehen.

    Deva (Paar- und Familientherapeut)

    Beitragsfoto: Prostock-Studio / Getty Images
  • Was tun bei Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft?

    Was tun bei Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft?

    Drückende Ringe an den Fingern, Schuhe zu eng – geschwollene Beine und Hände sind in der Schwangerschaft keine Seltenheit. Bei fast zwei Drittel aller Schwangeren kommen diese Wassereinlagerungen – vor allem im letzten Trimester der Schwangerschaft – vor.

    Neben dem Gewicht des Fetus und der Gebärmutter, steigt die Wassermenge im Körper an. Die Folgen von schwangerschaftsbedingten Wassereinlagerungen können vielfältig sein und enden häufig nicht in geschwollenen Beinen und Füßen. Wenn es in der Schwangerschaft zu längeren Liegezeiten kommt, kann es auch das Gesicht betreffen, welches häufig insbesondere rund um die Augenlider anschwellt.

    Doch vor allem ist es das zusätzliche Gewicht, was es ungewohnter Weise tagaus und tagein mitzuschleppen gibt. Vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft wird dies für viele Frauen neben dem zunehmend größer werdenden Bauchumfang zu einer belastenden Geduldsprobe. Und dies, obwohl diese auch Ödeme genannten Wassereinlagerungen in der Regel harmlos sind und nach der Geburt relativ schnell wieder abgebaut werden.

    Nach der Geburt können sich Ödeme zwar zunächst noch mal verstärken, bilden sich aber anschließend auch relativ zügig zurück. Dies geschieht in der Zeit des Wochenbetts vor allem durch verstärktes Schwitzen und verstärktes Wasserlassen.

    Wie kommt es zu Wassereinlagerungen?

    Über die Dauer der Schwangerschaft hinweg nimmt das Blutvolumen um bis zu 40 % und die darin enthaltene Menge an Wasser um bis zu 35 % zu. So dass die zusätzliche Wassermenge am Ende der Schwangerschaft zwischen 4 bis 6 Kilogramm ausmacht.

    Wassereinlagerungen während der Schwangerschaft werden durch Schwangerschaftshormone verursacht. Sie lassen die Gefäße elastischer und durchlässiger werden, so dass Wasser sich in den Zellzwischenräumen des Bindegewebes einlagert. Dies wird durch langes Sitzen und Stehen noch verstärkt. Auch warmes Wetter kann diesen Effekt fördern.

    Die Wandenmuskelpumpe (s.u.) von gesunden und nicht schwangeren Frauen pumpt das Ankommende Blut mühelos durch die Venen zum Herzen hoch. Doch mit zunehmender Schwangerschaft und dies insbesondere an heißen Sommertagen lässt die Funktionsfähigkeit aufgrund der extremen Belastung nach. Zusätzlich drücken im Laufe der Schwangerschaft die anwachsende Plazenta und der Fetus auf die Gefäße und verlangsamen den Blutrückfluss noch stärker.

    Dies hat zur Folge, dass die erhöhte Blutmenge nun wesentlich langsamer durch den Körper der Schwangeren fließt, was durch die Schwerkraft noch verstärkt wird. Das zusätzliche Wasser sammelt sich vor allen in den Extremitäten, wie Beinen und Füßen sowie Armen und Händen und lässt diese schwer anfühlen, anschwellen und so die Haut anspannen.

    Sind Wassereinlagerungen gefährlich bzw. wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

    Auch wenn Wassereinlagerungen in der Regel harmlos sind, sollte unbedingt und unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Beine, Hände oder das Gesicht sehr plötzlich anschwillt.

    Wassereinlagerungen Ödeme

    Präeklampsie

    Manchmal weisen Wassereinlagerungen im Gewebe auf eine Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) hin. Diese selten auftretende, ernstzunehmende Schwangerschaftserkrankung tritt in 3 bis 5% aller Schwangerschaften auf.

    Bei diesen zusätzlichen Anzeichen bei Wassereinlagerungen sollte unbedingt die betreuende Hebamme oder Frauenarzt aufgesucht werden:

    • Schwindel
    • Kopfschmerzen
    • Oberbauchschmerzen
    • Augenflimmern
    • Ohrensausen

    Auch wenn sie selten auftritt, sollte man auf Anzeichen achten, da sie in besonders schweren Fällen tödlich verlaufen kann.

    Zu erkennen ist Präeklampsie an einer relativ rasch auftretenden Anschwellung des Gesichts, der Beine und der Hände. Charakteristisch für sie, ist ein hohen Blutdruck und eine zu hohe Eiweißausscheidung über den Urin.

    Was kann man bei Wassereinlagerungen tun?

    Mit diesen Ernährungs- und Pflegeempfehlungen ist es möglich die Beschwerden durch Wassereinlagerungen ganz natürlich zu mildern.

    Vielen Schwangeren fällt es ab einem bestimmten Zeitpunkt schwer sich viel zu bewegen oder gar längere Strecken zu gehen, dennoch sollte das Ziel bestehen, sich regelmäßig zu bewegen. Denn durch Anstrengung wird die Herzaktivität gesteigert und somit die Blutzirkulation angeregt, die hilft die Flüssigkeit aus dem Gewebe abzutransportieren. 

    Diese zusätzlichen Tipps mildern die Beschwerden:

    • die Beine täglich für ca. 30 Minuten hochlegen und ggf. nachts mit erhöhten Beinen schlafen
    • nicht zu lange Stehen oder Sitzen
    • keine engen Ringe, Schuhe oder Ringe tragen
    • Wechselduschen (kalt-warm) und den Blutkreislauf zu aktivieren
    • Kühlende Tücher / Waschlappen aufs Gesicht legen
    • Ausreichend Flüssigkeit trinken, um den Stoffwechsel anzuregen
    • Obst, Gemüse und eiweißreiche Nahrungsmittel essen
    • das sanfte Ausstreichen der Beine in Herzrichtung aktiviert den Rückfluss des Blutes
    • extreme Hitze und Kälte vermeiden, da es die Blutgefäße weitet
    • ggf. morgens nach dem Aufstehen Kompressions- bzw. Stützstrümpfe anziehen

    Dabei ist es nicht hilfreich sich an die Mobilität von anderen zu orientieren, gemäß einem afrikanischen Sprichwort „Keiner weiß, wie schwer das Päckchen ist, dass ein anderer trägt.

    Hinweis: Die Empfehlung einer salzarmen Kost ist mittlerweile überholt, da sie keinen Einfluss auf die hat und dem Körper wichtige Elektrolyte vorenthält.

    Fazit

    Hinzukommend verändern sich in der Schwangerschaft die Werte der Elektrolyte, die im System der Flüssigkeitsregulation eine wichtige Funktion erfüllen. Das kann die Entstehung der Ödeme begünstigen.

    Nach der Geburt können sich Ödeme zwar zunächst noch mal verstärken, bilden sich aber anschließend auch relativ zügig zurück. Dies geschieht in der Zeit des Wochenbetts vor allem durch verstärktes Schwitzen und verstärkten Harnabgang. Zeitgleich nehmen auch die unangenehmen und „unschönen“ Schwellungen, sowie das Spannungs- und Schweregefühl rasch ab.

    Wir empfehlen euch bei Wassereinlagerungen die Geduld nicht zu verlieren. Macht euch immer wieder bewusst, dass diese unangenehmen Beschwerden nach der Geburt in aller Regel sehr schnell wieder abebben und probiert euch auf das wunderbare Wesen in eurem Bauch zu konzentrieren. Es liebt es mit euch zu „kommunizieren“ bzw. in Kontakt zu treten.

    Eurer Babytalk-Team

    Beitragsfoto: Manuel-F-O / Getty Images

    Erläuterung zur Waden-Muskel-Pumpe

    Bei einer Wadenmuskelpumpe handelt es sich um eine durch Muskelkraft angetriebene „Pumpe“. Unser Körper besitzt mehrere Muskelpumpen, welche die Aufgabe haben venöses Blut zum Herzen zurück zu pumpen bzw. transportieren. Die Wadenmuskelpumpe sorgt insbesondere in den Beinen für das in Gang halten des Blutkreislaufs in den Venen.

  • Schlafregression – wenn dein Baby nicht mehr schlafen kann

    Schlafregression – wenn dein Baby nicht mehr schlafen kann

    Als Schlafregression bezeichnet man das „plötzliche“ Zurückfallen des Schlafverhaltens eines Kindes auf einen früheren Entwicklungstand, insbesondere, wenn die Ursache des Rückfalls auf einen Wachstumsschub des Babys zurückzuführen ist. Diese Wachstumsschübe sind Phasen in denen euer Baby durch kognitive oder motorische (Weiter-) Entwicklungen neue Fähigkeiten erlangt.

    Wenn euer Kind in der letzten Zeit nachts nur noch ein bis zwei Mal wach wurde, wird es bei einer Schlafregression nun wieder häufiger wach.

    Häufig liegen die Entwicklungssprünge im kognitive und/oder motorischen Bereich, wenn euer Kind z.B. zu krabbeln, zu stehen oder mit dem Laufen beginnt. In diesen Phasen ist das Gehirn eures Kindes vor allem in der Nacht, so sehr mit der Verarbeitung dieser neu erlernten Bewegungsabläufe beschäftigt, dass deren Schlaf oberflächiger und unruhiger wird.

    Nicht selten üben Babys, wenn sie in der Nacht wach werden, dass was sie am vorherigen Tag(en) neu erlernt haben. So kann es sein, dass sie nachts ausdauernd immer wieder probieren sich auf den Bauch zu drehen. Wenn ihr diese Wachstumsschübe mitbekommt, könnt ihr euer Kind unterstützen, wenn ihr seine Umgebung so anpasst, dass es die neuen Fähigkeiten sicher üben kann. Dies macht sowohl euer Kind als auch euch Eltern stolz und beruhigt zudem seinen Schlaf wieder.

    Schlafregression und Wachstumsschübe

    Wenn auch nicht alle, so werden doch viele Wachstumsschübe von Schlafregressionen eines Kindes begleite. Dies liegt u.a. daran, dass ihr sie mit zunehmendem Alter und gefestigter Schlafroutine häufig nicht mehr als Störung wahrnimmt. Viele Kinder haben mit 5/8 Woche, sowie mit 4,6,8,10,12 und 18 Monaten einen Wachstumsschub, wobei eine Schlafregression zwischen 1 und 2 Wochen andauern kann.

    Eine Schlafregression ist nicht nur wegen den nächtlichen Schlafunterbrechungen von Eltern und Kind mühsam, dazu kommt, dass häufig auch der mühsam eingeübte Tagesablauf wieder durcheinander geschmissen wird.

    Dabei ist es wichtig, dass ihr euch immer wieder vor Augen haltet, dass auch dieser Schub wieder vorbei geht und sich ansonsten über die Fortschritte eures Kindes zu erfreuen.

    Tipps zur Bewältigung der Schlafregressionen

    Bedenkt, dass euer Baby mit eurem Limbischen System verbunden ist und somit eure Stimmungen und Gefühle die eures Kindes beeinflussen. Und wenn ihr Angst bzw. Stress bekommt, „es nicht zu schaffen“, überträgt sich dieser auf euer Baby.

    Dieser Stress macht es eurem Kind nicht gerade leichter, diese aufregende und auch beängstigende Zeit gut zu überstehen. Deshalb schaut, von welchen Seiten ihr Unterstützung bekommen und euch Auszeiten für Ruhe und andere Bedürfnisse schaffen könnt. Diese manchmal extrem anstrengenden Wochen gehen vorbei und ihr könnt nicht mehr als euer bestes geben.

    Schlaf- und Wachzeiten

    Probiert die kürzeren Schlafzeiten über Tag, so gut es geht, zu ähnlichen Uhrzeiten bei zuhalten. Dies verhindert, dass euer Kind übermüdet und dies würde nicht nur bei eurem Kind, sondern anschließend auch bei euch zu Stress führen.

    Mit jedem weiteren Entwicklungsschub brauchen Babys weniger schlaf und schaffen es länger wach zu bleiben. Nachfolgend findet ihr eine Übersicht über die „typischen“ Längen der Wachzeiten für Babys und Kleinkinder.

    0-6 Monate: ca. 1-2 Stunden
    6–12 Monate: ca. 2–3,5 Stunden

    Bis zum zweiten Lebensjahr dehnt sich diese Zeit auf bis zu fünf Stunden aus.

    An den obenstehenden Wachzeiten könnt ihr euch zumindest grob orientieren, doch macht euch keinen Stress, wenn euer Kind eine andere „Meinung“ dazu hat. Die Crux an diesen Entwicklungs-/Übersichtstabellen ist, dass sie einerseits Sicherheit vermitteln, aber bei Abweichungen auch die Ängste von uns Eltern verstärken. Dabei verlieren Eltern immer wieder den ganz individuellen Entwicklungsplan ihres Kindes aus den Augen.

    Babys brauchen regelmäßig und somit auch tagsüber ihren Schlaf, ihr Gehirn verbraucht sehr viel Energie bei der Verarbeitung der neu gewonnenen Eindrücke und nicht zuletzt für die Aufrechterhaltung der körperlichen Lebensfunktionen. Je älter die Kinder sind, ums so eher können durch Wachstumsschübe hervorgerufene Schlafregressionen bei manchen dazu führen, dass sie tagsüber weniger Schlafzeiten brauchen und auch schon mal ihren Mittagsschlaf verweigern.

    Ausnahmen sind die Wachstumsschübe, wenn Kinder ihren Schlafrhythmus von drei auf zwei Schlafzeiten umstellen, was in der Regel um den 8. Monat herum der Fall ist und ebenso, wenn die Umstellung von zwei zu einem Mittagsschlaf erfolgt. Diese Umstellung geschieht sehr individuell zwischen einem und eineinhalb Jahren.

    Wachstumsschübe machen hungrig

    Vermutlich werden eure Kinder während ihrer Wachstumsschübe einen größeren Hunger haben. Vor allem Kinder, die gestillt werden, wollen ihren erhöhten Energiebedarf bzw. Hunger auch nachts öfter stillen.

    Sobald sich die Muttermilch an die neuen Bedürfnisse eures Kindes angepasst hat, entspannt sich das Schlafverhalten eures Babys. Und wenn ihr eurem Baby tagsüber häufiger eure Brust oder Nahrung anbietet, wird es nachts seltener aus Hunger wach.

    Eure Mira

    Beitragsfoto: encrier / Getty Images Pro
  • Dreimonats–Koliken beim Baby

    Dreimonats–Koliken beim Baby

    Was sind Dreimonats-Koliken?

    Dreimonats-Koliken beim Baby sind keine spezifische Erkrankung. Sie beschreiben eher ein bestimmtes Verhalten des Babys, welches verschiedene Ursachen haben kann.

    Die Koliken treten ab der zweiten Lebenswochen des Babys auf und dauern in der Regel nicht länger als bis zum dritten Monat.

    Die Babys schreien viel oder zeigen zumindest ein schmerzverzerrtes Gesicht. Sie krümmen sich und ziehen ihre Beine an den Bauch und stoßen sie wieder weg.  scheinen Bauchschmerzen zu haben und lassen sich nur schwer beruhige. Die Koliken zeigen sich vor allem zum Abend hin.

    Häufig Luft will aus dem Darm entweichen oder es leidet an einer Verstopfung. Die Darmflora ist in den ersten Wochen noch nicht ausgereift und das Baby reagiert sensibler auf bestimmte Nahrungsmittel der Mutter.

    Je nach Ursache für die Dreimonats-Koliken gibt es unterschiedliche Möglichkeiten Abhilfe oder zumindest Linderung zu schaffen.

    Aber Vorsicht, nicht alle Koliken sind auf Bauchschmerzen zurückzuführen. Sie können auch darauf hinweisen, dass das Baby sich nicht wohl in seiner Haut fühlt.

    Dies kann ein Anzeichen eines noch nicht verarbeiteten Geburtstraumas sein. Generell ist es empfehlenswert, sowohl für das Baby als auch für die Mutter, nach der Geburt einen Osteopathen aufzusuchen.

    Auch wenn es leichter gesagt als getan ist, bleibt gelassen! Ihr macht sehr wahrscheinlich nichts falsch und könnt und „nur“ probieren eurem Baby Linderung zu schaffen.

    Die jungen Mütter bzw. Eltern sollten sich frühzeitig Hilfe bemühen, je nachdem von ihrem Partner, Schwester, Freundin oder Mutter. Nachfolgend werden die typischsten Ursachen für Koliken beschrieben.

    Es ist bei diesen Anzeichen immer empfehlenswert einen Kinderarzt aufzusuchen, um etwaige andere Erkrankungen auszuschließen. Dies hilft euch vor allem ruhiger und gelassener zu bleiben. Eure Ängste übertragen sich auf euer Baby und können selbst Ursache für Koliken sein.

    Wenn ihr eine andere Erkrankung ausschließen konntet, kommen folgende Ursachen in Betracht.

    Mögliche Ursachen für Dreimonats-Koliken

    Was kann die Mutter bzw. können Eltern ändern?

    • Auch wenn es eigentlich selbstverständlich sein sollte, Rauchen und Alkohol ist beim Stillen ein No-Go. Zudem solltet ihr euch nicht mit eurem Baby in Räumen aufhalten, in denen geraucht wird oder geraucht wurde.
    • Blähungen können auch weniger Ursache als viel mehr Folge von vielem Schreien/Weinen sein. In diesem Fall ist ganz viel Anlegen und Körperkontakt hilfreich. Am besten nutzt eine Tragehilfe und tragt es lange wie es für euch ok ist. Ansonsten kann eine Federwiege Entlastung schaffen.

      Wichtig ist, immer direkt aufs Schreien eingehen und das Baby auf den Arm nehmen oder mit sich gemeinsam mit ihm auf die Coach zu legen.
    • Häufig sind Dreimonats-Koliken auch die Folge von Reizüberflutungen. So mögen die meisten Babys in den ersten Wochen nicht zu viel Besuch (auf einmal) und weniger Reize durch Geräusche und Trubel, wie z.B. auf einem Wochenmarkt oder in einem Kaufhaus.

      Dazu ist es hilfreich zum Abend hin die Reize, wie durch Fernseher, Computer oder Hektik, wenn der Partner von der Arbeit nach Hause kommt, zu verringern.
    • Generell ist es wichtig, dass die Mutter isst, was ihr schmeckt und nur bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit (z.B. Kuhmilch) probiert diese auszusparen. Wenn die Mutter stillt, ist es bei Koliken empfehlenswert vor allem die folgenden Nahrungsmittel nacheinander ein paar Tage zu vermeiden, und einzeln zu sich zu nehmen, um herauszufinden, welche das Baby nicht verträgt. Hierzu gehören insbesondere Kohlgemüse, Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Hefebackwaren, Schokolade, Kaffee, O- oder Apfelsaft sowie Pflaumen. Diese sind häufig in den ersten Wochen noch nicht so gut verträglich fürs Baby. Gegebenenfalls helfen Tees, wie Fenchen-, Kümmel- oder Anistee.
    • Getreu dem Motto: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“, hilft Lachen Anspannung und Stress loszulassen und gelassener zu werden. Was sich zudem auf das Baby überträgt.  
    • Man kann als frischgebackene Mutter bzw. Eltern nicht früh genug damit anfangen auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten. Zugegeben, in der ersten Zeit werden diese notwendigerweise häufig erstmal hintenangestellt.

      Die Gefahr dabei ist, dass man den Absprung aus diesem Verhalten verpasst. Dabei ist die Berücksichtigung unserer Bedürfnisse extrem wichtig. Sie geben uns Kraft, helfen Stress zu vermeiden und alten die Partnerschaft am Leben. Falls ihr einen ausgeprägten Perfektionismus euer eigen nennt, ist dies der Zeitpunkt ihn in den Urlaub zu schicken. Eltern sein und Perfektionismus widersprechen sich regelrecht.

    Babys die nicht gestillt werden bzw. künstliche Säuglingsnahrung

    • Babys, die nicht gestillt werden, haben vermehrt Verdauungsprobleme, das liegt vor allem daran, dass in der Muttermilch die notwendigen Bakterien enthalten sind, die den Verdauungstrakt auf seine Arbeit vorbereiten. Ohne diese Nährstoffe dauert es einfach länger bis der Darm Nahrung gut verdauen kann und zudem ist die Chance unter Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu leiden größer.
    • Das Loch des Saugers der Babyflasche kann zu groß sein, so dass das Baby zu viel Milch in zu kurzer Zeit trinkt und sich verschluckt. Hier bietet sich ein anderer Sauger an.
    • Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass euer Baby zu gierig trinkt, da es hungrig ist, weil es länger keine Flasche bekam. Häufigeres Stillen ist in diesem Fall hilfreich.
    • Das Baby kann an einer Kuhmilchunverträglichkeit oder Laktoseintoleranz leiden, die aber ärztlich untersucht werden sollte. In diesem Fall ist ein Umstieg auf hypoallergene Nahrung eine Lösung.
    • Babynahrung, die zu sehr im Magen schäumt, führt zu Blähungen. Wobei der Wechsel auf einen anderen Säuglingsnahrungshersteller bei Dreimonats-Koliken selten erfolgreich ist.

    Änderungen beim Stillen vornehmen

    • Das Baby nimmt die Brustwarze seiner Mutter nicht vollständig in den Mund, so schluckt das Baby zusätzlich Luft mit runter. Die Mutter sollte in diesem Fall darauf achten, dass ihr Kind ihre Brustwarze tief genug in seinen Mund nimmt. Zudem kann es helfen, das Baby dichter an den Körper bzw. die Brust zu halten, damit es nicht so viel Luft schlucken kann.
    • Eine andere Stillposition kann bei Dreimonats-Koliken Abhilfe schaffen. Notfalls ist es ratsam eine Stillberaterin in Anspruch zu nehmen.
    • Die Mutter hat einen sehr starken Milchspendereflex, d.h. es kommt zu viel Milch auf einmal. Hierbei kann es helfen, dass die Mutter nach dem Ansaugen, dass Baby kurz ablegt bis das Spritzen aufhört oder die spritzende Milch in einem Handtuch aufnimmt. Sie kann auch probieren in Rücklage zu stillen, dies verringert den „Milchdruck“ und somit das Spritzen der Milch. Des Weiteren kann es hilfreich sein, das Baby senkrecht auf den Schoß nehmen, damit das Baby die überschüssige Milch einfach aus seinem Mund laufen lassen kann.
    • Das Baby trinkt zu gierig. Vermutlich hat es bereits länger Hunger. In diesem Fall ist es ratsam besonders auf die Hunger-Zeichen des Babys achten und es ggf. eher anzulegen.
    • Eine Ursache beim Stillen kann darin liegen, dass zu früh die Seite gewechselt wird. Die Zusammensetzung der Muttermilch verändert sich während des Stillens: Zu Beginn geht es darum erstmal den Durst zu stillen, aus diesem Grund enthält die Milch relativ viel Milchzucker (Laktose) und wenig Fett.

      Im Laufe des Stillens wird die Milch immer sahniger und somit sättigender. Sobald das Baby an die zweite Brust wechselt, trinkt das Baby zunächst wieder Milch mit relativ viel Milchzucker. Dies kann zu Blähungen führen, da das Kind mehr Milchzucker aufnimmt als sein Magen verdauen kann.

      In diesem Fall empfiehlt es sich, das Baby so lange an der ersten Brust trinken zu lassen, bis es von alleine aufhört. Die andere Brust bekommt es dann erst bei der nächsten Mahlzeit. Vorausgesetzt, dass es nach der ersten Brust keinen Hunger mehr hat.

      Zudem kann es in diesen Fällen vorkommen, dass der Magen des Babys bereits voll ist ohne das das Kind wirklich satt ist. Dies kann schon mal schnell, zu Unzufriedenheit bei diesem führen.

    Was kann die Mutter tun, um ihrem Baby Linderung zu verschaffen?

    Dreimonats-Koliken
    • Die meisten Babys genießen Wärme an ihrem Bauch. Dies kann durch ein bäuchlings Liegen auf einer Wärmflasche oder einem erwärmte Kirschkissen oder einem warmen Bad realisiert werden. Das bäuchlings Liegen sollte nur unter Aufsicht vorgenommen werden.
    • Zudem lieben Babys sanft massiert zu werden. Dies sollte am Bauch auf jeden Fall im Uhrzeigersinn vorgenommen werden. Dazu bietet sich das Bäuchleinöl von Weleda an. Auch leichte Fußmassage kann Linderung schaffen.  
    • Tragen tragen tragen! Spaziergänge mittels einer Tragehilfe an der frischen Luft tun nicht nur dem Baby, sondern auch der Mutter gut. Sie verstärken die Bindung und können helfen den Kopf frei zu bekommen und zu entspannen.
    • Spielerische Bewegungsübungen und Möglichkeiten seine Beine gegen einen Widerstand zu drücken. Dies regt die Verdauung an.
    • Eine weitere Möglichkeit besteht in der Abhaltetechnik wie beim Windelfrei-Training. Dabei hält man das Baby mit seinem Rücken an den eigenen Bauch und die Beine an den Oberschenkeln mit den Händen etwas nach vorne gerichtet. Dies kann helfen die überschüssige Luft aus dem Darm entweichen zu lassen.
    • Bei vielen Babys bewirkt der Fliegergriff Wunder. Hierbei wird das Baby bäuchlings auf einem Unterarm gehalten. Wobei der Kopf des Babys auf dem Unterarm liegt. Die andere Hand kann dem Baby liebevoll über den Rücken streichen oder das Becken des Babys leicht kreisen und dabei stabilisieren.

    Sollten diese Tipps nicht helfen dem Baby bei seinen Dreimonats-Koliken Linderung zu verschaffen, ist es empfehlenswert Tagebuch  zu schreiben, um die Ursache besser eingrenzen und somit herausfinden zu können.

    Eure Mira (Stillberaterin der AfS)

    Beitragsfoto: Jose Manuel Gelpi / Canva
    Foto2: RuslanDashinsky / Getty Images
  • Milchstau – Symptome, Ursachen und Tipps

    Milchstau – Symptome, Ursachen und Tipps

    Die Freude ist groß, dass Kind ist gesund zur Welt gekommen. Alles könnte so gut sein. Das Wochenbett hat so gut begonnen. Doch dann tauchen plötzlich Stillprobleme auf. Die Brust beginnt zu schmerzen. wird hart und heiß: Ein Milchstau.

    Dies ist übrigens nichts ungewöhnliches, etwa ein Drittel aller stillenden Mütter bekommt in den ersten Wochen zumindest einmal wunde und schmerzende Brustwarzen.

    Damit es nicht schlimmer wird und sich wohlmöglich noch zu einer Brustentzündung entwickelt, lies nachfolgend unseren Beitrag:

    Was ist ein Milchstau?

    Während der Schwangerschaft wird der Körper vor allem auf die Geburt vorbereitet. Auch wenn er in dieser Zeit schon mit den Vorkehrungen für die Milchbildung beginnt, muss sich die Brust erst an das regelmäßige Saugen gewöhnen.

    Bei einem Milchstau fließt die Milch nicht richtig aus der Brust ab, wodurch sich das Gewebe verhärten und die Brust sehr empfindlich auf Druck reagieren kann. Es können sich auch rote Flecken oder ein harter Knubbel bilden, der dann bis nach der nächs­­ten Stillmahlzeit bleiben kann.

    Der Übergang von einem Milchstau zu einer Brustentzündung, die auch Mastitis genannt wird, ist fließend. Die beschriebenen Symptome sind identisch. Bei einer Mastitis steigt das Fieber jedoch höher und häufig kommt noch Schüttelfrost dazu. Es fühlt sich wie eine Grippe an und du fühlst dich müde und abgeschlagen.

    Zudem wollen die verhärtete Stellen einfach nicht abschwellen. In einigen Fällen tritt ein eitriges Sekret aus der Brustwarze. Bei einer Mastitis wird dir dein Arzt ein stillverträgliches Antibiotika verschreiben, so das du dein Kind weiterhin stillen kannst.

    Wie kommt es zu einem Milchstau?

    Die Brustdrüse besteht aus mehreren Drüsenlappen, in denen sich die milchproduzierenden Bläschen befinden. Durch weitvernetzte Milchgänge wird die Milch von den Bläschen zur Brustwarze transportiert.

    Ein Milchstau entsteht, wenn diese Milchgänge blockiert sind, weil sie nicht komplett geleert wurden bzw. geleert werden konnten und der Druck in den Milchgängen ansteigt.

    Für einen Milchstau können folgende Punkte verantwortlich sein:

    • Eine übermäßige Milchproduktion oder
    • ein fehlender Milchspendereflex oder
    • mechanisch bedingter Milchstau.

    Übermäßige Milchproduktion: Es kommt immer wieder mal vor, dass die Brust mehr Milch produziert, als das Baby gerade trinken möchte. Gerade in der Phase, in der das Kind beginnt, länger oder gar durchzuschlafen, kommt es immer häufiger vor, dass das Kind nachts nicht mehr an der Brust trinken will.

    Oder wenn Brei zu gefüttert wird und so eine Stillmahlzeit ausfällt, kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Diese Ungleichgewichte können in einem Milchstau enden, zumal die „Brust“ bis zu zwei Tage brauchen kann, um sich an die neue Menge anzupassen.

    Der fehlende Milchspendereflex: Die für alle Beteiligten neue herausfordernde Situation löst Spannungen bis hin zu Stress aus. Häufige Stressauslöser sind Schlafmangel, eine traumatische Geburt, zu viel Besuch, Beziehungsstreitigkeiten. Stress fördert die Produktion von Adrenalin und Cortisol mit der Folge, dass das milchbildende Kuschelhormon Oxytocin vom Stresshormon Cortisol überlagert wird und den sogenannte Milchspendereflex behindert. Mit dem Resultat, das die Milch nicht abfließt und sich stattdessen in den Milchgängen staut.

    Mechanisch bedingter Milchstau: In den meisten Fällen ist ein Milchstau jedoch mechanisch bedingt. Dieser kann verschiedene Ursachen haben, wie z.B. das falsche Anlegen oder Saugen des Babys, sowie zu kurze oder zu wenige Stillzeiten. Diese Ursachen haben zur Folge, dass die Brust der stillenden Mutter nicht vollständig entleert wird. Des Weiteren kann das Abfließen der Milch durch zu kleine BHs, zu enge Kleidung oder falsch angelegte Tragehilfen gestört werden.

    An welchen Symptomen erkenne ich einen Milchstau?

    • Die Brust schmerzt, ist berührungsempfindlich und gerötet.
    • Sie ist übermäßig prall und warm bis heiß.
    • Es haben sich harte Stellen oder Knoten gebildet, die sehr weh tun.
    • Auch ein leichtes Fieber kann dazukommen.

    Zur Beruhigung: So schmerzhaft das Ganze für dich auch ist, dein Kind hat keine negativen Auswirkungen dadurch.

    Was hilft gegen einen Milchstau und wie kann ich vorbeugen?

    Der ultimativ beste Tipp einen Milchstau aufzulösen, besteht in der funktionsfremden Nutzung eines Vibrators! und wird mittlerweile selbst von Hebammen empfohlen.

    Stressabbau

    Stress gehört mit zu den häufigsten Auslösern eines Milchstaus und so sollte aus diesem Grund mit als erstes hinterfragt und ggf. abgebaut werden. So solltest du, sofern du betroffen bist, immer wieder probieren dich mit deinem Baby ins Bett oder auf eine Couch zu legen. Im Wochenbett ist Kuscheln, Schlafen und Stillen und Stillen, Schlafen und Kuscheln angesagt.

    Falls Du eine schmerzhafte und oder traumatische Geburt erlebt hattest, solltest Du dich, wenn möglich, um eine professionelle Begleitung zur Aufarbeitung kümmern.

    Bespreche am besten vor der Geburt mit deiner Familie bzw. Verwandtschaft eine Besuchsregelung, wie sie dir zusagt. Wenn du erschöpft und extrem emotionalisiert von der Geburt nach Hause kommst, fällt es dir vermutlich viel schwerer für deine Bedürfnisse einzustehen.

    Schau, ob dein Partner Urlaub nehmen kann oder du ggf. eine gute Freundin oder deine Mutter/Schwiegermutter bitten kannst, dir soviel wie möglich im Haushalt unter die Arme zu greifen.

    Stillanpassungen bei Milchstau oder zum Vorbeugen

    Sanfte Wärme hilft die Blutgefäße und Milchgänge deiner Brust zu weiten und erleichtert es so deinem Kind die Milch abzutrinken. Dies erreichst du indem du deine Brust vor dem Stillen mit warmen Tüchern, einem Kirschkernkissen oder einer Wärmflasche anwärmst.

    Stillen hilft am besten einen Milchstau aufzulösen, auch wenn das Stillen sehr weh tut und Überwindung kostet. Lege dein Kind an, so oft wie es danach verlangt.

    Ein Festhalten an Stillzeiten ist nicht hilfreich, sondern schädlich!

    Erleichtern kannst du dein Stillen, indem du eine Stillposition auswählst, bei der der Unterkiefer deines Babys zur schmerzenden Stelle zeigt. So wird die Saugwirkung auf den verstopften Milchgang verstärkt.

    Gestaute Milch wird nicht alt und kann immer unbedenklich getrunken werden.

    Probiere dein Kind bei jedem Stillen abwechselnd an beide Brüste anzulegen und ihm genügend Zeit zu geben, jede Brust leer zu trinken.

    Ein absoluter Geheimtipp ist übrigens: Der Vibrator! Nicht ohne Grund sind die Hersteller auf Hebammenkongressen vertreten. Das Vibrieren „schüttelt“ den Stau frei. Alternativ kannst du ein Gerät mit ähnlicher Wirkung (elektrische Zahnbürste…) nutzen.

    Falls Du keinen Vibrator oder ähnliches zur Hand hast und nach dem Stillen noch immer Knötchen in einer Brust fühlst, streiche deine Milch nach dem Stillen selbst weiter aus. Dabei umfasst du deine Brust mit Daumen und Zeigefinger (C-Griff), wobei beide Finge jeweils ca. 3 cm Abstand zur Brustwarze haben sollten. Hebe dann die Brust leicht an und drücke sie sanft mit Daumen und Finger in Richtung Brustkorb.

    Anschließend schiebe jetzt gleichzeitig deinen Daumen und Zeigefinger mit leichtem Druck in Richtung Brustwarze zusammen ohne dass die Finger dabei über die Haut rutschen.

    Du kannst Dir auch eine Milchpumpe von deinem Arzt verschreiben lassen und kostenlos in einer Apotheke ausleihen. So kannst Du die ggf. Muttermilch für später aufbewahren.

    Es bietet sich an, deine Brustwarze nach dem Stillen mit etwas Muttermilch einzureiben. Dies kann die Heilung beschleunigen.

    Stillpositionen bei Milchstau

    • Die Wiegeposition oder Footballhaltung ist hilfreich, wenn sich die empfindsamen und harten Stellen seitlich der Brust befinden.
    • Wenn die schmerzende Stelle unterhalb der Brustwarze liegt, stillst du am einfachsten im Liegen.
    • Falls der Milchstau oberhalb deiner Brustwarze vorliegt, legst du dein Kind am besten auf ein dickes Kissen und hockst dich im Vierfüßlerstand verkehrt herum über dein Baby. So dass dein Gesicht über den Füßen deines Kindes schaut.

    Nach kurzer Zeit solltest du eine Erleichterung in deiner Brust spüren.

    Kühlen

    Du kannst deine Milchproduktion verringern, in dem du deine Brüste nach dem Stillen kühlst. Dies lindert den Schmerz und lässt die Schwellung in deiner Brust etwas abklingen. Zur Kühlung kannst du Brust-Kompressen kaufen, Quarkwickel oder Weißkohlblätter-Umschläge verwenden, die du 20 Minuten auf deine Brust legst. Diese passen sich zudem noch besser an deine Brust an.

    Quark- oder Weikohlblätter-Wickel machen

    Sowohl Weißkohlblättern als auch Quark wird eine entzündungshemmende Wirkung zugesprochen. Hier erfährst du, wie du sie vorbereiten kannst.

    Für jede Brust nimmst du zwei Blätter von der Küchenrolle oder ein einfach zwei dünne Tücher. Dann schneide in der Mitte je ein Loch für deine Brustwarzen. Wickle oder lege das erste Blatt bzw. Tuch um deine Brust und bestreiche es mit 20%-igen gekühlten Quark, dann bedecke den Quark mit dem zweiten Blatt/Tuch. Anschließend drücke die beiden Blätter/Tücher leicht zusammen. Danach legst du dich am besten hin und entspannst.

    Wenn du gekühlte Weißkohl­blätter statt Quark nimmst, ritze diese zuvor mehrfach mit einem Messer ein. So kann der Saft besser austreten. Die harte Rippe der Blätter walzt du mit einem Nudel­holz flach. Anschließend drapierst du das oder die Blätter um deine schmerzende Brust, wobei du wie beim Quarkwickel die Brustwarze aussparst. Danach lege ein Küchentuch oder Blatt von der Küchenrolle darüber.

    Gegebenenfalls kann dein Partner, dir die Quarkwickel oder Weißkohlwickel vorbereiten und im Kühlschrank für die nächste Brustkühlung lagern. Dabei darf der Quark ruhig zwischen den beiden Lagen Küchenrolle einweichen. Um das Zusammenkleben der Quarkwickel zu verhindern, kannst du zwischen den Quarkwickel Frischhaltefolie legen. Um zwischendurch auch mal aufstehen zu können, kannst du die vorbereiteten Wickel auch in deinen BH stecken.

    Stillpositionen

    • Wenn sich die schmerzenden und harten Stellen seitlich von der Brust befinden, kannst du die Wiegehaltung oder die Footballhaltung als Stillposition wählen.
    • Wenn die schmerzende Stelle unterhalb der Brustwarze liegt, ist es am einfachsten, du stillst im Liegen.
    • Oberhalb der Brustwarze löst du den Milchstau am besten im Vierfüßlerstand. Dafür legst du dein Baby vorher auf ein dickes Kissen und stellst dich dann im Vierfüßlerstand über dein Baby, so dass dein Gesicht auf die Füße deines Kindes schaut.

    Das Anlegen kann besonders schmerzhaft sein, aber schon nach wenigen Minuten solltest du Erleichterung in den betroffenen Stellen spüren. Je nachdem, wie viel dein Kind schon trinkt, kann es helfen, die Milch weiter auszustreichen.

    Tees

    Wenn dein Körper zu viel Milch produziert, kannst du deine Milchmenge durch stillhemmenden Pfefferminz- oder Salbeitee verringern. Da deren Wirkung stark ausfallen kann, solltest du dich vorab auf jeden Fall von einer Stillberaterin und deiner Hebamme beraten lassen.

    Kleidung

    Versuch deine Kleidung so zu wählen, dass du nichts trägst was im Brustbereich eng anliegt.

    Wann muss ich zum Arzt?

    Wenn du die oben genannten Tipps anwendest, sollte sich innerhalb von 24 Stunden eine deutliche Besserung einstellen. Auch wenn die Rötung und die Knoten es länger brauchen könnten, sollten zumindest deine Schmerzen und dein Fieber deutlich nachlassen. Wenn dem nicht so ist, suche unbedingt deinen Arzt auf, um eine Mastitis auszuschließen oder ggf. behandeln zu lassen.

    Eure Mira (Stillberaterin nach AfS)

    Beitragsfoto: IT Stock Free / Photo Images

     

  • Kreidezähne – Ein Interview mit dem Zahnarzt Dr. Dr. Andreas Dorow

    Kreidezähne – Ein Interview mit dem Zahnarzt Dr. Dr. Andreas Dorow

    Kreidezähne – ein Thema, welches nicht nur schmerzhaft für betroffene Kinder ist, sondern auch viele Eltern verunsichert. Viele fragen sich, was sie als Eltern falsch gemacht haben.  Hätte man Kreidezähne durch mehr Putzen oder mehr Anmahnen verhindern können?

    Die vielen Informationen über BPA (Bisphenol A) in Babyflaschen und Schnullern lassen zudem die besorgte Frage aufkommen, ob man vielleicht beim Kauf der Erstausstattung hätte Fehler vermeiden können.

    Wir haben zu diesen und den grundsätzlichen Fragen rund um das Thema „Kreidezähne“ einem Zahnarzt sprichwörtlich auf den Zahn gefühlt. Dr. Dr. Andreas Dorow ist nämlich sowohl Dr. der Zahnmedizin als auch Dr. der Humanmedizin, was ihm eine fachübergreifende Reflexion ermöglicht.

    Hier nun unser Interview rund um Kreidezähne:

    Was sind Kreidezähne?

    Grundsätzlich gehören Kreidezähne zu den Zahnschmelzdefekten.

    Es gibt verschiedene angeborene Zahnschmelzdefekte, die schon länger bekannt sind und auf eine genetische Schwächung des Zahnschmelzes zurückzuführen sind. Wodurch diese Zähne nicht ihre typische Stabilität erhalten. Diese Erkrankungen sind jedoch sehr selten.

    Das Aufkommen der Kreidezähne scheint dagegen etwas ganz Neues zu sein, was zudem noch sehr verbreitet ist. Es gibt Zahlen, die auf eine Verbreitung bis zu 30 Prozent betroffener Kinder hindeuten.

    Abgrenzung: Kreidezähne und häufigere Erscheinungen mit ähnlichen Symptomen

    Viel präsenter als Kreidezähne an sich sind zwei Erscheinungen:

    • Einerseits gibt es die sog. Fluorose: Das sind weißen Flecken auf den Zähnen (Fluorideinlagerungen), die aber harmlos sind, weil sie die Stabilität des Zahnschmelzes nicht beeinträchtigen. Diese, treten auf, wenn die Kinder während der Mineralisierung der Zähne zu viel Fluorid bekamen. 
    • Des Weiteren gibt es häufig weiße Verfärbungen, die auf eine zu saure Ernährung zurückgeführt werden können und eine Demineralisierung, eine Vorstufe von Karies, darstellen.

    Wann entstehen Kreidezähne?

    Kreidezähne bei Kindern sind eine Schmelzbildungsstörung, die bereits auftritt, bevor die Zähne durchbrechen. Das heißt also: Während die Zähne in der Tiefe im Kieferknochen angelegt werden, kommt es dazu, dass der Zahnschmelz nicht richtig ausgebildet wird. Und das vor allem bei den Backen- und Schneidezähnen. Die Eckzähne und kleinen Backenzähne scheinen weniger betroffen zu sein.

    Dies kann sowohl bei den Milch- wie auch bei den bleibenden Zähnen auftreten, wobei es bei den Milchzähnen nicht so schlimm ist.

    Da die Kreidezähne ja bereits vor dem Austritt der Zähne aus dem Zahnfleisch entstehen, können die Kreidezähne auch nicht vorher erkannt bzw. geheilt oder verhindert werden.

    Woran erkennt man Kreidezähne?

    Wenn die Kreidezähne nur schwach ausgeprägt sind, haben sie weißliche Verfärbungen. Stärkere Zahnschmelzstörungen sind dagegen durch gelbliche Verfärbungen gekennzeichnet. Diese sind durch den Zahnarzt sehr gut zu diagnostizieren, da es sich nicht nur um großflächigere gelbliche Verfärbungen handelt, sondern der Zahnschmelz an diesen Stellen zudem dünner ist oder ganz fehlt.

    Man erkennt es bereits beim Durchbrechen des Zahnes durch den Kiefer, da er bereits dann recht weich uns bröselig ist.

    Handelt es sich bei den Kreidezähnen um eine Art Modeerscheinung oder gab es sie schon immer?

    Ob es sie schon immer gab, ist nicht eindeutig zu beantworten. Bis 2004 wurden sie im den Zahnstudiengängen zumindest nicht thematisiert. Sicher ist, dass sie in den letzten Jahren verstärkt diagnostiziert werden.

    Was verursacht die Entstehung von Kreidezähnen?

    Es gibt keine aktuellen Forschungsergebnisse. Es wird immer noch vermutet, dass Weichmacher, chronischer Erkrankungen oder Medikamente, wie Antibiotika, die die Kinder bekommen, die Entstehung fördern. Auch Atemwegserkrankungen bei Kindern werden immer wieder als eine mögliche Ursache erwähnt. Doch all diese Vermutungen sind noch sehr nebulös und in keiner Weise wissenschaftlich belegt.

    Es ist seit mindestens 20 Jahren bekannt, dass Kinder unter 8 Jahren keine Tetracycline (Antibiotika wie zum Beispiel Doxycyclin) bekommen dürfen, da diese bei der Entwicklung der Zähne in den Zahnschmelz gelangen und zu weniger Härte führen.  

    Da die Ursache für die Entstehung der Kreidezähne nicht bekannt ist, gibt es auch keine Möglichkeit für die Eltern, ihre Kinder davor zu schützen. Das ist sehr bedauernswert, da die Zähne aufgrund ihrer Empfindlichkeit viel eher und häufiger schmerzen.

    Wie werden Kreidezähne behandelt?

    Da Kreidezähne bereits tief im Knochen angelegt werden, kann man ab dem Zeitpunkt der Anlegung prophylaktisch nichts mehr dagegen tun. Die einzige Möglichkeit der Prophylaxe besteht darin, sich spätestens ab der Schwangerschaft gesünder zu ernähren. Was generell beinhaltet in dieser Zeit nicht zu rauchen, keinen Alkohol zu trinken und sicherheitshalber Weichmacher, soweit wie möglich zu vermeiden.

    Die Therapie besteht derzeit vor allem in verstärkten Vorbeugungsregeln, die eh zur Schonung der Zähne, wie bei Karies, eingehalten werden sollten. So sollten zum Beispiel Saftschorlen, wegen ihrer starken Konzentration von Zucker und Kohlensäure sowie Süßigkeiten, die lange im Mund „kleben“, vermieden werden.

    Wichtig sind vor allem regelmäßige intensive Kontrolltermine beim und die Intensivfluoridierung durch den Zahnarzt, viel Zähneputzen und die Verwendung eines hoch fluoridhaltige Zahngels. Durch diese Maßnahmen kann der geringe Zahnschmelz geschützt und somit länger erhalten werden.

    Die Behandlung von Kreidezähnen selber besteht je nach Schweregrad bzw. der Schädigung der Zähne durch eine Fissuren-Versiegelung, ein ersetzen der brösligen Stellen durch Füllungen. Und ggf. die Entfernung der befallenen Stellen um den Zahnkern herum mit anschließender Überkronung. Die heutigen Kronen halten durch die neuen Klebstoffe auch wesentlich besser als früher und sind nun zudem auch für Kinder und Jugendliche geeignet.

    Der vollständige Ersatz der Kreidezähne ist nur in den seltensten Fällen notwendig. Was häufiger gemacht wird, ist wenn ein Backenzahn gezogen werden muss, dass man den dahinterkommenden Weisheitszahn kieferorthopädisch nach „vorne zieht“.

    Was tun, wenn Kinder Angst vor einer Zahnarztbehandlung haben?

    Hilfreich ist es schon früh mit den regelmäßigen Zahnarztbesuchen zu beginnen. Diese laufen dann auch eher sanft ab und die Kinder so ein Vertrauen zu ihrem Zahnarzt aufbauen und weniger Angst entwickeln. In Fällen von starker Angst vor einem Zahnarztbesuch (die nicht selten von einem Elternteil übernommen wird) ist eine Vollnarkose sinnvoll und am wenigsten traumatisierend für das Kind. Diese Vollnarkosen sind heutzutage so schonend, dass sie für Kinder keine Probleme darstellen.

    Hier noch einmal die wichtigsten Fakten zusammengefasst:

    • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist die beste Prophylaxe. Auch wenn nicht sicher ist, ob dadurch die Entstehung von Kreidezähne vermieden werden kann.
    • Kreidezähne können Eltern nicht verhindern. Man kann das Kind jedoch dabei unterstützen, die sehr anfälligen Zähne vor weiteren Erkrankungen zu schonen.
    • Kreidezähne erkennt man recht schnell: Sie sind verfärbt, weich und oft durch einen bröckelnden Zahnschmelz gekennzeichnet
    • Die Behandlung erfolgt meist durch das „Ausbessern“ der kaputten Zahnschmelz-Stellen. Was unter Umständen auch bedeuten kann, dass ein Zahn komplett überkront werden muss.
    • Sehr ängstliche Kinder / größere Eingriffe können dank sehr schonender Vollnarkosen sehr gut bei Kindern durchgeführt werden

    Wir danken Dr. Dr. Andreas Dorow für diese wirklich ausführlichen und verständlichen Erklärungen zu einem nicht ganz einfachen Thema. Wir freuen uns, wenn wir möglichst vielen Eltern mit diesem Interview einige Fragezeichen über den Köpfen beseitigen konnten.

    Wenn ihr einen Bericht zum Thema Kreidezahn lesen möchtet, findet ihr hier den Bericht über die Kreidezahn-OP von Miras Tochter Viktoria.

    Liebe Grüße

    Eure Babytalk-Redaktion

    Beitragsbild: Zurijeta / Canva.com
  • Stillen sollte nicht weh tun

    Stillen sollte nicht weh tun

    Schmerzen beim Stillen sind immer ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt und geändert werden sollte, egal ob es sich hierbei um eine andere Stillposition oder eine entspanntere Lebensführung handelt. In den meisten Fällen suchen bzw. verlassen wir uns auf Experten, ob es nun Ärzte, Hebammen oder Therapeuten sind.

    Stillen – ein beidseitiger Lernprozess

    Vielen jungen Müttern wird „eingeredet“, dass Stillen etwas ganz Natürliches ist und jede Mutter und jedes Baby es können. Und es ist auch so. Nur wenigen Müttern fehlt die Voraussetzungen zur Milchbildung. Nichtsdestotrotz ist das Stillen ein beidseitiger Lernprozess von Mutter und Kind.

    Beim Stillen wird das Liebeshormon Oxytocin ausgeschüttet, welches der Mutter hilft, sich während des Stillens zu entspannen und wohl zu fühlen. Trotzdem hört man sehr häufig von Müttern, die unter Schmerzen stillen und sich teils wochenlang mit wunden Brustwarzen herumquälen.

    Und falls es mit der Milch nicht so weit her ist, wird der Stillenden die Mär von der vererbten Milchbildungsschwäche eingeredet.

    Wochenbettbetreuung und Stillberatung

    Vor der Geburt stehen andere Themen, wie die vielerorts aufwendige Suche einer Hebamme oder Doula und der Nestbau im Vordergrund und so ist die Mutter schnell verunsichert, wenn es mit dem Stillen nicht direkt klappt.

    Nicht zuletzt, da eine Wochenbettbetreuung und Stillberaterin immer schwieriger zu finden ist, da diese von vielen Hebammen aus von uns nachvollziehbaren Gründen nicht mehr angeboten werden.

    Durch die Schließung vieler Geburtskliniken und die damit verbundene Konzentration der Gebärenden auf die übrigen Geburtshäuser ist eine ausreichende Betreuung der werdenden und der jungen Mütter immer weniger gewährleistet. So auch in Bezug auf eine professionelle Stillberatung.

    Zudem ist das Ausbildungsniveau von Hebammen in Bezug aufs Stillen sehr unterschiedlich und in der Ausbildung von Ärzten nimmt es einen nur sehr geringen Stellenwert ein. Dabei gehörte die Stillberatung mit zu den originären Tätigkeiten einer Hebamme.

    Es stimmt tatsächlich, dass fast jede Mutter die Voraussetzung zur Milchbildung mitbringt. Aber das Stillen selbst ist ein Lernprozess, der vielen externen Einflussfaktoren unterliegt.

    Früher wurde das Stillwissen von Generation zu Generation weitergegeben. Vermutlich haben Mädchen es schon von klein auf immer wieder beobachten können und wussten daher, wie man ein Baby am besten anlegt.

    In ihrer Hilflosigkeit schmieren sich Frauen alles mögliche auf ihre Brust, was der Markt an Produkten und Hausmittelchen so hergibt. Das diese, wenn überhaupt, nur die Symptome behandeln und viele davon die Sache noch verschlimmert, können sie nicht wissen.

    Wir empfehlen sich zeitnah Hilfe und Unterstützung zu holen

    In den ersten Tagen nach der Geburt fühlen sich die Brustwarzen nicht selten empfindlich oder gereizt an. Möglicherweise liegt dies am sehr hohen Prolaktinspiegel zu Beginn der Stillzeit. Sobald aber die Beschwerden, über eine etwas unangenehme Irritation der Brustwarze hinaus gehen, sollte unvermittelt eine professionelle Stillberaterin aufgesucht werden. Bestenfalls hat die Mutter eine stillerfahrende Wochenbetthebamme an ihrer Seite, die direkt unterstützend eingreift.

    Evolutionsbiologisch ist eine längere Stillzeit vorgesehen, bei der sich nicht nur das Baby, sondern auch die Mutter wohl fühlt. Wenn diese aber unter andauernden Schmerzen leidet, beendet sie die Stillbeziehung zu ihrem Kind frühzeitig. Deshalb empfehlen wir allen jungen Müttern sich nach der Geburt, so früh wie möglich Hilfe und Unterstützung zu suchen.

    Stillerfahrene Hebammen und professionelle Stillberaterinnen beraten ihre anvertrauten Mütter individuell, sowohl beim Stillen wie auch beim Abstillen und sind nicht darauf aus, alle Mütter zum Langzeitstillen zu überreden.

    Euer Babytalk-Team

    * Prolaktin ist bei der Frau ein wichtiges Reproduktionshormon. Es allein ermöglicht der Mutter, ihr Neugeborenes mit Muttermilch zu ernähren. Darüber hinaus sorgt Prolaktin dafür, dass während der Stillphase die Eierstockfunktion ruhig gestellt wird, damit die Frau in dieser Zeit nicht wieder schwanger werden kann. Dies setzt voraus, dass die Mutter ihr Kind 7x oder häufiger am Tag stillt („Natürliche Geburtenkontrolle“… Quelle Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie .

    Beitragsfoto: RomanovaAnn / Getty Images Pro
  • Mit Kindern schimpfen und wie ihr es besser machen könnt

    Mit Kindern schimpfen und wie ihr es besser machen könnt

    Auch wenn ich es an sich nicht für hilfreich finde, mit seinen Kindern zu schimpfen, passiert es uns Eltern insbesondere in Stresssituationen schon das ein oder andere mal. Doch wenn es doch passiert, ist es wichtig, uns unseren Eindruck auf unsere Kleinen bewusst zu machen.

    Macht euch das Größenverhältnis beim Schimpfen bewusst

    Wenn ihr entspannt und verbunden mit ihnen seid, nehmen sie euch als einen „riesigen“ Beschützer wahr. Doch stellt euch einmal einen eher gereizten /wütenden Menschen vor. Der zudem fast 3-mal so groß und wesentlich kräftiger ist und euch zudem noch sehr nahe kommt. Und das nicht selten mit einem erhobenen Zeigefinger.

    Hinweis: Ein ausgestreckter Zeigefinger wirkt in solchen Situationen häufig wie eine Waffe.

    Was macht diese Vorstellung mit euch? Mir macht sie eine „Heidenangst“. Und selbst wenn die Kinder größer werden, ist der Größen- und Kräfteunterschied sowie der damit verbundene Eindruck immer noch sehr groß.

    Wenn ihr mit euren Kindern sagen wir bis mindestens zwischen 3 und 4 Jahre von weiter weg „schimpft“, kann es gut sein, dass sie es nicht mehr mit sich und ihrem Verhalten in Verbindung bringen. Vermutlich macht es ihnen einfach „nur“ Angst, dass da gerade ein großer und bedrohlicher Mensch in ihrer Nähe ist. Was ganz bestimmt nicht sehr angenehm ist.

    Wenn ihr gar vor ihnen steht und auf sie runter schaut, kann ich mir gut vorstellen, dass sie sich aus Todesangst innerlich „wegbeamen“. In solchen Situationen sind sie auf jeden Fall nicht aufnahmefähig für „Kritik“. Und werden ihr Verhalten nicht ändern, was beides nicht das ist, was ihr euch für eure Kinder wünscht. 

    Mit Kindern schimpfen stärkt deren Überzeugung nicht liebenswert zu sein

    Nicht nur euren Kinder auch euch bzw. euerem inneren Kind macht es Angst, wenn es kritisiert wird. Warum? Kinder (auch euer inneres Kind) können Kritik an ihrem Verhalten nicht von Kritik an ihrer Person trennen.

    Das heißt, immer wenn ihr sie kritisiert, wenn sie z.B. ein Glas fallen lassen, fühlen sie sich als Person kritisiert und somit verstärkt es ihren Gedanken nicht ok bzw. nicht liebenswert zu sein. Danach schaltet es seine „Ohren auf Durchzug“, um sich vor weiteren Schmerz durch Kritik zu schützen.

    Wie es besser klappt

    Begibt euch soweit wie möglich auf Augenhöhe eures Kindes, wenn ihr mit ihnen spricht und vor allem wenn ihr sie (positiv oder negativ) kritisiert. Wenn ihr sie negativ kritisiert, atmet zuvor zudem mehrmals tief ein und aus, um eure Stimme, eure Körperhaltung und Emotionen zu entspannen bzw. zu beruhigen.

    Macht euch bewusst, dass „alles was nicht Liebe ist, ein Schrei nach Liebe ist“, d.h. euer Kind verhält sich nicht unkooperativ, weil es böse ist oder euch Ärgern will, sondern weil es sich verletzt fühlt und nach eurer Aufmerksamkeit „schreit“. Es fehlt ihm also etwas.

    Probiert also lieber herauszufinden, was eurem Kind fehlt, anstatt sein Verhalten zu kritisieren. Bestenfalls nach dem Motto: „Erst zuhören dann reden“. Wenn ihr eurem Kind erstmal eure Aufmerksamkeit schenkt, ist es anschließend bereit eure Wünsche oder Verhaltensänderungen aufzunehmen.

    Und damit dies immer leichter fällt, ist es hilfreich, gut auf die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse sowie für ausreichend Entspannung zu achten. Denn nur wenn ihr entspannt sein, könnt ihr entspannt auf das Verhalten eurer Kinder reagieren.

    Werbung: Unser Buch

    In unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern – Mit Verständnis, Verantwortung und Vertrauen durch den Familien-Alltag“ findet ihr wertvolle und leicht umzusetzende Tipps und Beispiele, wie ihr euren Kindern Grenzen setzen und auf ihr unkooperatives Verhalten reagieren könnt, ohne zu schimpfen.

    Euer Deva

    Beitragsfoto: Choreograph / Getty Images Pro
    Foto 2: DGLimages / Getty Images Pro