Kategorie: Wochenbett

  • Mutter-Kind-Bindung: Babys brauchen unsere Aufmerksamkeit

    Mutter-Kind-Bindung: Babys brauchen unsere Aufmerksamkeit

    Mutter-Kind-Bindung: Babys fühlen sich nach ihrer Geburt in dieser fremden, lauten und hellen Welt verloren. Das Einzige, was ihnen hilft sich einigermaßen sicher zu fühlen, ist die aktive Aufmerksamkeit ihrer vertrauten Mutter. In den ersten Wochen geschieht dies vor allem über direkten Augenkontakt.

    Immer auf der Suche nach Gefahren

    Überlegt mal, was macht ihr, wenn ihr euch in einer fremden Umgebung befindet, wo ihr die Menschen nicht versteht?

    Vermutlich achtet ihr auf deren Mimik und Gestik und Körperhaltung und hofft darüber ihre Haltung euch gegenüber herauszufinden. Sind sie euch feindlich oder wohlgesonnen sind. Dies ist ein uralter menschlicher Instinkt. Und wenn euch auch nur eine Person in dieser Umgebung einigermaßen vertraut ist oder ihr mit dieser Person kommunizieren könnt, sucht ihr vermutlich erstmal dessen Nähe.

    Ziemlich genauso geht es Babys, wenn sie in die Welt geboren wurden und fast täglich neue Dinge und Menschen sehen, hören, riechen und deren Emotionen wahrnehmen. Diese Erfahrungen müssen erstmal verdaut werden. Dafür brauchen und suchen sie die Nähe ihrer Eltern, insbesondere ihrer Mutter, weil ihnen deren „Stimme“ und deren Geruch aus der Schwangerschaft vertraut sind.

    Auch wenn sie nicht in der Lage sind, sich körperlich und verbal dem entsprechend zu äußern oder gar logisch zu denken, sind sie uns in diesem Alter in Bezug auf ihre Wahrnehmung noch haushoch überlegen. Sie nehmen zwischenmenschliche Spannungen, wie zwischen ihren Eltern und anderen Mitmenschen, sehr genau wahr und sind sich deren Emotionen wesentlich bewusster als wir Erwachsene.

    Mutter-Kind-Bindung durch direkten „Augen-“Kontakt

    Aus vielen wissenschaftlichen Studien ist bekannt, dass in den ersten drei Lebensjahren eines Menschen die „frühkindliche Bindung“ stattfindet. Das heißt, hier werden über die Beziehung zu den Eltern, die Überzeugungen über sich selbst und seine Umwelt geprägt. Dazu gehören Überzeugungen, wie ich bin liebenswert oder nicht, ich kann meinen Eltern vertrauen oder nicht, die Welt ist sicher oder nicht … . Fühlt sich ein Kind in den ersten drei Lebensjahre geborgen, geliebt und angenommen, hat es danach im Leben einfacher.

    Die Beziehung bzw. Bindung zu den Eltern findet, mangels Kommunikationsmöglichkeiten über Körperkontakt, wie z.B. beim Stillen (Berührungen) und vor allem über die Augen statt und ist die Grundlage für eine lebenslange vertrauensvolle Bindung. Aus diesem Grund ist es wichtig, immer wieder in direkten Augenkontakt mit eurem Baby zu gehen und auf sein Verhalten zu reagieren. Dies gibt ihm zudem das Gefühl „wichtig“ zu sein und als „Wesen“ wahrgenommen zu werden.

    Ablenkung unserer Aufmerksamkeit

    Unser „Wohlstand“ und die damit verbundenen Haushaltsgeräte haben dazu geführt, dass uns sehr viel Arbeit im Haushalt abgenommen wird. Dennoch haben wir viel weniger Zeit für unsere Babys und Kinder. Der größter „Zeitfresser“ ist dabei das Smartphone gefolgt vom Fernsehen, welche Mütter und Väter häufig ablenken. So fehlt den Kindern das direkte Feedback, dass sie sich gerade in Sicherheit befinden. Zudem fühlen sie sich nutzlos und „unwirksam“, da sie immer wieder die Erfahrung machen, keinen Einfluss auf ihre Umwelt zu haben. Dies lässt sie mit der Zeit ihren „Lebenssinn“ verlieren.

    Wenn ich eh nicht wahrgenommen werde und mein Dasein nichts verändert, hat mein Leben keinen Sinn.

    Die Frage, wie sich die Nutzung von Smartphones durch Mütter und Väter auf die Eltern-Kind-Beziehung auswirkt, wurde vor eineinhalb Jahren wissenschaftlich nicht näher untersucht. Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften hat dies nun in folgender Studie nachgeholt: «Smart Start – Wie nutzen werdende Eltern ihr Smartphone?» Die Studie widmet sich dem Einfluss der elterlichen Smartphone-Nutzung auf die Eltern-Kind-Beziehung in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt.

    Studie mit depressiven Müttern

    In einer Studie wurde untersucht, wie stark Kleinkinder auf direkte Reaktionen durch ihre Mütter angewiesen sind. Die Mütter agierten wenig bis gar nicht mit ihren Babys. Sie sahen ihre Kinder nicht an und ihre Gesichtsausdrücke wirkten abwesend. Es zeigte sich, dass bereits drei Monate alte Babys gestresst reagierten und zu brabbeln begannen. Dabei ruderten sie mit ihren Armen und Beinen und probierten immer wieder den Kontakt zu ihrer Mutter herzustellen.

    In dem nachfolgenden Video reagieren Mütter kurzzeitig nicht auf die Interaktiongesuche ihrer Babys und schauen diese „nur“ abwesend an. Ihre Reaktion zeigt sehr nachdrücklich, was das mit ihnen macht.

    Das Video ist aktuell leider von youtube runtergenommen worden. Ich hoffen, dass sich das zeitnah klären wird.

    https://www.youtube.com/watch?v=apzXGEbZht0

    Tipps, wie wir es schaffen können unseren Kindern wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken

    Meiner Meinung nach ist Entschleunigung eine oder gar die Grundvoraussetzung hierfür. Nur wenn wir wieder entspannter und gelassener werden, gewinnen wir den Blick für das Wesentliche im Leben zurück. Doch dies ist leichter gesagt als getan. Unser hohes „Lebenstempo“: kurz Frühstücken, schnell zur Arbeit, in den Pausen die nächsten Aufgaben und Herausforderungen planen bzw. lösen und auf der Heimfahrt schnell noch Einkaufen, Kind abholen und je nachdem noch schnell einen Kaffee schlürfen um die nächste Folge unserer Lieblingsserien nicht zu verpassen, Kind abfüllen und ins Bett bringen, nächste Folge …

    Auch wenn dies absichtlich überspitzt formuliert ist, befinden wir uns bereits lange vor dem ersten Kind (nicht selten schon während der Schulzeit) in solch einem Hamsterrad. Nicht selten auch als „Modern Art of Life“ bezeichnet. Nicht selten versteckt sich die Angst etwas zu verpassen oder nicht (gut) genug zu sein dahinter.

    Das Gefährliche daran ist vor allem, dass wir dies nicht wahrnehmen und uns auch gar nicht mehr anders vorstellen können. Anders ausgedrückt „wir haben den Kontakt zu unserem Inneren Kind“ verloren“, welches immer wieder (vergeblich) versucht uns auf unsere Bedürfnisse und Gefühle aufmerksam zu machen.

    Wobei das „Liebes-“ Hormon Oxytocin vor, bei und nach der Geburt alles daran setzt uns mit unserem „Inneren Kind“ wieder zu verbinden. So dass wir allein durch den Anblick unseres Babys berührt werden.

    Es bedarf viel Disziplin und Geduld, um aus diesem Hamsterrad heraus zu kommen!

    Sich auf das konzentrieren, was man gerade macht

    Dabei kann es hilfreich sein, sich immer wieder bewusst dafür zu entscheiden, sich nur auf die Sache zu konzentrieren, die man gerade macht, unabhängig davon, ob es sich um Arbeits- oder Haushaltsaufgaben handelt. Auch wenn viele Computer und Menschen es zur Perfektion bringen, so zu tun, als ob sie multitaskingfähig wären, sind sie es nicht. Die Prozessoren bzw. das Gehirn arbeiten ständig und extrem auf Hochtouren.

    bewusst langsam gehen

    Bei allen Gängen, die Chance zu nutzen, bewusst bzw. absichtlich wesentlich langsamer zu gehen. Dies bringt uns sehr schnell aus unserem „Trott“ raus.

    bewusst langsam essen

    Wie viele es als Kind von ihren Eltern gesagt bekamen, ist es nicht nur für die Verdauung, sondern auch zum Runterkommen, hilfreich lange zu kauen. Ich kenne noch die Empfehlung alles 30-mal zu kauen.

    bewusst zu atmen

    Dabei kommt es gar nicht so genau darauf an, welche Atemtechnik man verwendet, solange sie einem gut tut. Wichtig ist, dass man sich auf seinen Atem konzentrieren „muss“.

    in der Natur (Wald) spazieren gehen

    Spaziergänge im Wald helfen uns extrem schnell zu entspannen bzw. runter zu kommen.

    das Handy beiseite legen

    Es ist hilfreich, sich „zu trauen“ bei Gängen außer Haus sein Handy willentlich zu Hause zu lassen.

    Handarbeiten

    Für die, die es mal gelernt haben, ist Stricken oder Häkeln eine gute Beschäftigung, doch auch das Malen von Mandals oder das … kann sehr entspannend wirken.

    Über die Entschleunigung fällt es uns leichter achtsam zu sein und wieder viele Dinge neu und somit auch anders wahrzunehmen. Wir wünschen Euch die Ruhe und Gelassenheit für eine verlässliche  Mutter-Kind-Bindung mit ganz viel Interaktion vor allem über die Augen und über körperliche Nähe.

    Euer Deva (Persönlichkeitsentwickler und Familientherapeut)

    Beitragsfoto: Syda Productions

  • Die Rückbildung der Beckenbodenmuskulatur

    Die Rückbildung der Beckenbodenmuskulatur

    Viele Schwangere und „junge“ Mütter machen sich Gedanken, wie ihr Körper nach der Geburt ihres Kindes wieder genauso aussieht und anfühlt wie vor der Schwangerschaft. In diesem Kontext hat die Rückbildung des Beckenbodens vor allem die Aufgabe die durch die Belastungen der Schwangerschaft „ausgeleierte“ Beckenbodenmuskulatur wieder zu kräftigen.

    Er setzt sich aus einem dreischichtigen Gewebe aus Muskeln, Bändern und Bindegewebe zusammen, das wie eine „Hängematter“ unter dem Becken gespannt ist. Die Muskulatur des Beckenbodens hat vor allem die Funktionen, die Organe zu stützen und den Schließmuskel von Darm und Blase zu überwachen.

    Eine gut trainierte Beckenbodenmuskulatur erleichtert es der Schwangeren das Gewicht des Babys und der Gebärmutter zu tragen.

    Der Beckenboden in der Schwangerschaft

    Über die Dauer der Schwangerschaft wird das Bindegewebe der Beckenbodenmuskulatur immer schwächer und so profitieren vor allem Schwangere von einem gut trainierten und elastischen Beckenboden. Denn je kräftiger er ist, umso sicherer und leichter wird die Gebärmutter und das heranwachsende Kind durch die Schwangerschaft getragen.

    Die Beckenbodenmuskulatur kann jede Schwangere einerseits durch ein ausgewogenes Training wie auch durch einfache Übungen zuhause positiv beeinflussen, in dem sie beispielsweise immer wieder die Beckenbodenmuskulatur zusammenzieht und kurz hält. So als ob man Pipi oder einen Stuhlgang zurückhalten möchte.

    Der Beckenboden bei der Geburt

    Auch bei der Geburt hat der Beckenboden eine wichtige Funktion. Frauen mit einer starken und dehnbaren Beckenbodenmuskulatur tun sich unter den Wehen leichter und tragen ein geringeres Risiko für einen Dammriss oder -schnitt.

    Woran merke ich, dass ich einen schwachen Beckenboden habe?

    Es gibt ein paar deutliche Anzeichen, an denen du erkennen kannst, dass deine Beckenbodenmuskulatur geschwächt ist und du deinen Beckenboden trainieren solltest.

    Anzeichen für einen schwachen Beckenboden

    • Beim Hüpfen, Husten oder Niesen spritzen ein paar Tropfen Urin ins Höschen.
    • Der Harndrang kann nicht mehr solange zurückgehalten werden.
    • Häufige Rückenschmerzen, besonders im Lendenwirbel Bereich.
    • Kaum noch Lust auf Sex.
    • Die Gebärmutter sinkt immer tiefer Richtung Scheide (Gebärmuttersenkung).

    Wie jeder andere Muskel kann auch die Beckenbodenmuskulatur trainiert und so wieder stark werden. Durch regelmäßiges Beckenbodentraining kann eine Ermüdung des Beckenbodens abgemildert werden oder auch ganz vermieden werden. Ein kontinuierliches Beckenbodentraining ist auf jeden Fall eine gute Investition in die Funktionsfähigkeit deines Körpers, vor allem für die Schwangerschaft und Geburt!

    Rückbildung der Beckenbodenmuskulatur

    Durch gezielte Übungen kann die Rückbildung der Beckenbodenmuskulatur effektiv und ohne großen Aufwand beschleunigt werden, so dass er die wichtigen Organe nach der Geburt wieder an Ort und Stelle halten kann. Dies zeigt sich vor allem am Darm und der Blase indem es Inkontinenz verhindert.

    Solange wie die Schwangerschaft den Beckenboden belastet hat, sollte man diesem auch zugestehen, mit Rückbildungstraining wieder in Form zu kommen. Also keine Panik, wenn sich nicht direkt Resultate zeigen. Eine bekannte Aussage von Hebammen, der Körper braucht solange bzw. 9 Monate sich wieder zurückzubilden, wie er sich zuvor verändert hat.

    Rückbildung des Beckenbodens

    Drei einfache Rückbildungsübungen für zuhause

    Mit diesen drei einfachen Übungen kann der Beckenboden auch zuhause trainiert werden – unabhängig davon, ob in der Schwangerschaft oder als Rückbildung nach der Geburt.

    Übung: Der Katzenbuckel

    Gehe in den Vierfüßlerstand und achte dabei vor allem auf einen stabilen Stand. Strecke den Rücken rund zu einem Katzenbuckel und lege dabei das Kinn soweit wie möglich auf die Brust. Danach lasse deinen Rücken langsam Wirbel für Wirbel durchhängen. Gleichzeitig sollte dein Blick leicht nach oben wandern. Diese Übung kannst du, sofern es dein Atem zulässt gut im Tempo deines Atemrhythmus wiederholen.

    Übung: Der Po-Heber

    Lege dich flach auf den Boden und deine Arme bequem neben deinem Körper ab. Stelle deine Füße parallel auf und spanne deine Gesäßmuskulatur an und strecke dabei deinen Po und Oberkörper nach oben. Achte darauf, dass deine Schultern auf dem Boden liegen bleiben. Deine Gesäßmuskulatur sollte während der Übung immer gut angespannt bleiben. Deine Knie sollten nicht nach innen kippen. Anschließend lege deinen Po und Oberkörper wieder ab.  Anschließend wiederhole die Übung.

    Übung: Der Rückenstrecker

    Knie dich auf den Boden und spreize deine Beine leicht nach außen. Nun lehne dich soweit es geht nach vorne und strecke deine Arme aus. Ziehe oder schiebe nun noch deinen Po soweit wie möglich nach oben ohne dein Gleichgewicht zu verlieren.

    Fazit zur Rückbildung der Beckenbodenmuskulatur

    Denkt bitte daran, dass es sich bei der Rückbildung nicht um Hochleistungssport handelt. Wir empfehlen euch dabei immer gut „in Kontakt mit eurem Körper“ zu bleiben und seine bzw. eure Belastungsgrenzen einzuhalten. Vor allem, wenn ihr einen Rückbildungskurs besucht.

    Wenn ihr mit dem Training bereits während der Schwangerschaft beginnt, hilft es euch bei der Geburt gut auf euren Körper und Bedürfnisse zu achten und umso schneller fühlt sich zumindest die Vagina beim Geschlechtsverkehr wieder wie gewohnt an. Doch dies hat nur einen geringeren Einfluss auf das Aufkommen an sexuelle Lust. In diesem Zusammenhang spielt die nicht selten extreme Nähe der Mutter zu ihrem Baby und der damit verbundenen Rolle als Mutter eine vorrangige Rolle.

    Das Muttersein ist eine sehr spannende, herausfordernde und glücklicherweise häufig auch sehr erfüllende Rolle, das viele Mütter in dieser Zeit vorübergehend den Kontakt zu ihrer sexuellen Seite und ihrer Rolle als Partnerin verlieren. Dabei hilft es, wenn der Vater bzw. Partner dafür Verständnis aufbringen kann. Je verständnisvoller er ist, umso weniger fühlt sich seine Partnerin gedrängt und so leichter findet sie den Kontakt zu dieser Seite wieder.

    Wenn es dazu kommt, hat es nichts mit mangelndem Interesse an ihm als Sexualpartner zu tun. Das Muttersein will erstmal gelernt und ausgekostet werden. Die Kinder werden so schnell groß und man bzw. frau möchte diese für sich und ihr Baby bewusst erleben. Mehr dazu findet ihr in unserem Beitrag „Eine kleine Auszeit vom Elternsein„.

    Eure Deva (Babytalk-Autorin)

    Beitragsfoto: Kzenon / Getty Images Pro
    Foto2: Kzenon / Getty Images Pro

     

  • Der Wochenfluss

    Der Wochenfluss

    Der Wochenfluss und die Rückbildung der Gebärmutter

    Nach dem das Kind und die Nachgeburt geboren wurden, bleibt in der Gebärmutter eine im Durchmesser ca. 12 cm große Wunde zurück, wo die Plazenta sich abgelöst hat. Diese Fläche muss langsam wieder heilen. Der anschließend beginnende Wochenfluss wird durchs Stillen und das dabei ausgeschüttete Hormon Oxytocin in Gang gesetzt, welches die Nachwehen, Heilung und die Rückbildung fördert.

    Diese Nachwehen sind wichtig. Sie sorgen für das Zusammenziehen der Muskelfasern der Gebärmutter und kurbeln so den Wochenfluss an. Die Muskelkontraktionen der Gebärmutter sorgen dafür, dass Blutreste, Wundsekret, Gewebe und Eihäute abgestoßen und vaginal ausgeschieden werden.

    Er hält so lange an, bis die Wunde vollständig verheilt ist, wobei dieser stetig abnimmt. Der Wochenfluss wird auch Lochien genannt, was von dem altgriechischen Wort lóchos = Geburt herstammt.

    Der Wochenfluss hält ca. 4 bis 6 Wochen an, während dessen die Gebärmutter auf ihren Ursprungszustand zurück schrumpft.

    Bei aufkommendem Fieber, Schmerzen oder einem beißenden Geruch sollte auf jeden Fall der Frauenarzt oder die Hebamme kontaktiert werden.

    Entwicklung des Wochenflusses

    • Am ersten Tag:
      Direkt nach der Geburt ist der rein blutige Wochenfluss am stärksten und kann bis zu 500 Milliliter betragen. Zudem können außer dem Wundsekret noch Reste der Gebärmutterschleimhaut, sowie Zervix und Vaginalschleim ausgeschieden werden.
    • Zwischen dem 2. und 3. Tag
      nimmt der Wochenfluss merkbar ab und beträgt dann nur noch ca. 100 Milliliter. Allerdings ist der immer noch blutige Wochenfluss nun erheblich wässriger. Neben dem Blut werden noch immer Schleim, Blutgerinsel und Gewebereste sowie Bakterien ausgeschwemmt.
    • Zum Ende der 1. Woche:
      Da die Wunde bereits etwas verheilt ist, blutet die Wunde an der Gebärmutter nur noch gering und beträgt nur noch zwischen 10 bis 30 Milliliter. Die Farbe des Wochenflusses hat nun seine Farbe verändert. Sie kann wässriges rosa oder auch rot bräunlich sein.
    • Zum Ende der 2. Woche:
      kann sich die Farbe des Ausflusses noch einmal verändern. Er kann nun weiterhin rot bräunlich oder aber gelblich sein. Üblich sind zu diesem Zeitpunkt zwischen bis 5 bis 10 Milliliter.
    • Zum Ende der 3. Woche:
      ist der Wochenfluss schon fast vollständig versiegt. Die Farbe ist jetzt weißlich bis klar.  Die Gebärmutter sollte nun nach drei Wochen gut verheilt sein und die Schleimhaut sich wieder im Aufbau befinden.
    • Zwischen der 4. und 6. Woche
      Nun sollte die Gebärmutter vollständig verheilt sein und auch eine neue Schleimhaut ausgebildet haben. Der Beginn der ersten Periode nach der Geburt ist sehr individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab.

    Sowohl das Stillen als auch das Aufstehen nach längerer Zeit hat einen Einfluss auf den Wochenfluss. Das Stillen regt die Kontraktion (Zusammenziehen) der Gebärmutter an, wodurch eine größere Menge Blut abgestoßen wird. Zudem sammelt sich das Wundblut beim Liegen und fließt erst dann ab, wenn die Mutter aufsteht, sich bewegt oder auf Toilette muss.

    Wochenfluss nach einer Kaiserschnitt-Geburt

    Der Verlauf des Wochenflusses hängt unteranderen davon ab, ob das Kind auf natürlichem Weg oder per Kaiserschnitt geboren wurde.

    Nach einer Kaiserschnittgeburt fällt der Wochenfluss häufig etwas schwächer und kürzer aus. Dennoch hinterlässt auch die chirurgische Trennung der Plazenta von der Gebärmutter eine offene Wunde.

    Hygiene im Wochenbett bzw. beim Wochenfluss

    In den ersten Wochen nach der Geburt ist es unabdingbar auf ausreichende Hygiene zu achten. Während der Wundheilung der Gebärmutter besteht ein erhöhtes Risiko das Keime und Bakterie in die Vagina oder auch in die Gebärmutter eindringen. Deshalb ist Händewaschen nach der Hygiene im Genitalbereich unverzichtbar.

    Hygienetipps beim Wochenfluss

    • Verzichtet zumindest in den ersten Wochen auf Tampons, da sich bei deren Nutzung der Ausfluss stauen und dies weitere Komplikationen nach sich ziehen kann. Vlieseinlagen oder Wegwerfslips haben sich dagegen bewährt.
    • Einlage oder Binden sollten regelmäßig in Abhängigkeit des Ausflusses alle 2-4 Stunden gewechselt werden. Unbedingt vor- und nachher Händewaschen nicht vergessen.
    • Getrocknete Blutreste sollten am besten direkt nach dem Besuch der Toilette abgewaschen werden. Je nach Wohlbefinden in der Wanne abspülen, kurz Duschen oder auf der Toilette mit einem feuchtwarmen Waschlappen säubern. Alternative kann eine ph-neutrale Reinigungslotion verwendet werden. Auf parfümierte Duschgels oder spezielle Intimpflegeprodukte sollte verzichtet werden.
    • Eine flüssigkeitsundurchlässige Unterlage schützt während der Wochen des Wochenflusses dein Sofa und Bett.
    • Wenn das Bedürfnis nach Sex hochkommt, ist es ratsam seine Hebamme dazu zu befragen. Üblicherweise sollte 4-6 Wochen nach der Entbindung auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden, da die Möglichkeit besteht, dass der Wochenfluss infektiös ist. Von manchen Hebammen wird ein geschützter Geschlechtsverkehr (mit Kondom) als Option gesehen, solange die Frau dabei ein gutes Gefühl hat.
    • Neben dem Sex gibt es auch in Bezug aufs Baden unterschiedliche Meinungen. Ein Bad in der Wanne nehmen wird von manchen als durchaus verantwortbar eingeschätzt. Doch auch dieses Vorhaben sollte am besten , vor ab mit eurer Hebamme besprochen werden.

    Wie infektiös ist der Wochenfluss?

    Die Meinung zur Infektiösität des Wochenflusses ist gespalten. Manche halten ihn für keimhaltiger und infektiöser als andere Wundsekrete und andere nicht. Nichtsdestotrotz kann es im schlimmsten Fall zu Kindbettfieber führen, wenn von außen infektiöse Keime in die Gebärmutterwunder geraten. Aus diesem Grund ist es äußerst wichtig auf Sauberkeit und Hygiene im Umgang mit dem Wochenfluss zu achten.

    Wann kommt es zu einem Wochenflussstau?

    Wenn der Wochenfluss auf einmal deutlich erkennbar nachlässt oder gar über Stunden ganz versiegt, sollte probiert werden, ob sanfte Massagen und ein Sitzbad mit Meer- oder Kochsalz den Ausfluss wieder in Gang bringen. Es könnte sein, dass sich der Muttermund verschlossen hat und der Ausfluss nicht abfließen kann. Dann sammelt sich das Wundsekret in der Gebärmutter.

    Sollte der Wochenfluss nicht wieder von selbst anfangen zu fließen und zusätzlich durchdringend und streng riecht, sollte unbedingt ein Arzt oder Hebamme aufgesucht werden. Im schlimmsten Fall kann es durch die Entzündung zum Kindbettfieber kommen. Durch sorgfältige Hygiene kommt es aber heutzutage nur noch selten zu einer solch starken Infektion.

    Wochenfluss und Wundheilung fördern

    Nach der Geburt ist es extrem hilfreich, wenn die frischgebackene Mutter sich schont und viel liegt. Deshalb heißt diese Zeit ja auch Wochenbett. Das Ruhen hilft dem Kreislauf, sich wieder zu stabilisieren.

    Viele Hebammen empfehlen den Intimbereich nach dem jedem Toilettengang von außen mit laufwarmen Wasser zu reinigen. Frische Luft tut, wie bei den meisten Wunden, auch gut. Das heißt, solange die Frau sich dabei wohl fühlt, kann sie sich „untenrum“ frei machen und auf eine wasserundurchlässige Unterlage legen. Gegebenenfalls wartet man damit bis der Wochenfluss etwas abgeklungen ist.

    Für die Rückbildung des Körpers und insbesondere für die Gebärmutter, kann es hilfreich sein, wenn die Mutter sich regelmäßig für einige Minuten auf den Bauch legt. Dies sollte am Besten mit der Hebamme abgesprochen werden. Falls der Druck zu groß ist, kann man probieren ein Kissen darunter zu legen.Vor allem für Mütter die per Kaiserschnitt entbunden haben, ist die Bauchlage unangenehm.

    Eure Babytalk-Redaktion

    Beitragsfoto: Rachaphak / Getty Images Pro
  • Dreimonats–Koliken beim Baby

    Dreimonats–Koliken beim Baby

    Was sind Dreimonats-Koliken?

    Dreimonats-Koliken beim Baby sind keine spezifische Erkrankung. Sie beschreiben eher ein bestimmtes Verhalten des Babys, welches verschiedene Ursachen haben kann.

    Die Koliken treten ab der zweiten Lebenswochen des Babys auf und dauern in der Regel nicht länger als bis zum dritten Monat.

    Die Babys schreien viel oder zeigen zumindest ein schmerzverzerrtes Gesicht. Sie krümmen sich und ziehen ihre Beine an den Bauch und stoßen sie wieder weg.  scheinen Bauchschmerzen zu haben und lassen sich nur schwer beruhige. Die Koliken zeigen sich vor allem zum Abend hin.

    Häufig Luft will aus dem Darm entweichen oder es leidet an einer Verstopfung. Die Darmflora ist in den ersten Wochen noch nicht ausgereift und das Baby reagiert sensibler auf bestimmte Nahrungsmittel der Mutter.

    Je nach Ursache für die Dreimonats-Koliken gibt es unterschiedliche Möglichkeiten Abhilfe oder zumindest Linderung zu schaffen.

    Aber Vorsicht, nicht alle Koliken sind auf Bauchschmerzen zurückzuführen. Sie können auch darauf hinweisen, dass das Baby sich nicht wohl in seiner Haut fühlt.

    Dies kann ein Anzeichen eines noch nicht verarbeiteten Geburtstraumas sein. Generell ist es empfehlenswert, sowohl für das Baby als auch für die Mutter, nach der Geburt einen Osteopathen aufzusuchen.

    Auch wenn es leichter gesagt als getan ist, bleibt gelassen! Ihr macht sehr wahrscheinlich nichts falsch und könnt und „nur“ probieren eurem Baby Linderung zu schaffen.

    Die jungen Mütter bzw. Eltern sollten sich frühzeitig Hilfe bemühen, je nachdem von ihrem Partner, Schwester, Freundin oder Mutter. Nachfolgend werden die typischsten Ursachen für Koliken beschrieben.

    Es ist bei diesen Anzeichen immer empfehlenswert einen Kinderarzt aufzusuchen, um etwaige andere Erkrankungen auszuschließen. Dies hilft euch vor allem ruhiger und gelassener zu bleiben. Eure Ängste übertragen sich auf euer Baby und können selbst Ursache für Koliken sein.

    Wenn ihr eine andere Erkrankung ausschließen konntet, kommen folgende Ursachen in Betracht.

    Mögliche Ursachen für Dreimonats-Koliken

    Was kann die Mutter bzw. können Eltern ändern?

    • Auch wenn es eigentlich selbstverständlich sein sollte, Rauchen und Alkohol ist beim Stillen ein No-Go. Zudem solltet ihr euch nicht mit eurem Baby in Räumen aufhalten, in denen geraucht wird oder geraucht wurde.
    • Blähungen können auch weniger Ursache als viel mehr Folge von vielem Schreien/Weinen sein. In diesem Fall ist ganz viel Anlegen und Körperkontakt hilfreich. Am besten nutzt eine Tragehilfe und tragt es lange wie es für euch ok ist. Ansonsten kann eine Federwiege Entlastung schaffen.

      Wichtig ist, immer direkt aufs Schreien eingehen und das Baby auf den Arm nehmen oder mit sich gemeinsam mit ihm auf die Coach zu legen.
    • Häufig sind Dreimonats-Koliken auch die Folge von Reizüberflutungen. So mögen die meisten Babys in den ersten Wochen nicht zu viel Besuch (auf einmal) und weniger Reize durch Geräusche und Trubel, wie z.B. auf einem Wochenmarkt oder in einem Kaufhaus.

      Dazu ist es hilfreich zum Abend hin die Reize, wie durch Fernseher, Computer oder Hektik, wenn der Partner von der Arbeit nach Hause kommt, zu verringern.
    • Generell ist es wichtig, dass die Mutter isst, was ihr schmeckt und nur bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit (z.B. Kuhmilch) probiert diese auszusparen. Wenn die Mutter stillt, ist es bei Koliken empfehlenswert vor allem die folgenden Nahrungsmittel nacheinander ein paar Tage zu vermeiden, und einzeln zu sich zu nehmen, um herauszufinden, welche das Baby nicht verträgt. Hierzu gehören insbesondere Kohlgemüse, Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Hefebackwaren, Schokolade, Kaffee, O- oder Apfelsaft sowie Pflaumen. Diese sind häufig in den ersten Wochen noch nicht so gut verträglich fürs Baby. Gegebenenfalls helfen Tees, wie Fenchen-, Kümmel- oder Anistee.
    • Getreu dem Motto: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“, hilft Lachen Anspannung und Stress loszulassen und gelassener zu werden. Was sich zudem auf das Baby überträgt.  
    • Man kann als frischgebackene Mutter bzw. Eltern nicht früh genug damit anfangen auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten. Zugegeben, in der ersten Zeit werden diese notwendigerweise häufig erstmal hintenangestellt.

      Die Gefahr dabei ist, dass man den Absprung aus diesem Verhalten verpasst. Dabei ist die Berücksichtigung unserer Bedürfnisse extrem wichtig. Sie geben uns Kraft, helfen Stress zu vermeiden und alten die Partnerschaft am Leben. Falls ihr einen ausgeprägten Perfektionismus euer eigen nennt, ist dies der Zeitpunkt ihn in den Urlaub zu schicken. Eltern sein und Perfektionismus widersprechen sich regelrecht.

    Babys die nicht gestillt werden bzw. künstliche Säuglingsnahrung

    • Babys, die nicht gestillt werden, haben vermehrt Verdauungsprobleme, das liegt vor allem daran, dass in der Muttermilch die notwendigen Bakterien enthalten sind, die den Verdauungstrakt auf seine Arbeit vorbereiten. Ohne diese Nährstoffe dauert es einfach länger bis der Darm Nahrung gut verdauen kann und zudem ist die Chance unter Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu leiden größer.
    • Das Loch des Saugers der Babyflasche kann zu groß sein, so dass das Baby zu viel Milch in zu kurzer Zeit trinkt und sich verschluckt. Hier bietet sich ein anderer Sauger an.
    • Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass euer Baby zu gierig trinkt, da es hungrig ist, weil es länger keine Flasche bekam. Häufigeres Stillen ist in diesem Fall hilfreich.
    • Das Baby kann an einer Kuhmilchunverträglichkeit oder Laktoseintoleranz leiden, die aber ärztlich untersucht werden sollte. In diesem Fall ist ein Umstieg auf hypoallergene Nahrung eine Lösung.
    • Babynahrung, die zu sehr im Magen schäumt, führt zu Blähungen. Wobei der Wechsel auf einen anderen Säuglingsnahrungshersteller bei Dreimonats-Koliken selten erfolgreich ist.

    Änderungen beim Stillen vornehmen

    • Das Baby nimmt die Brustwarze seiner Mutter nicht vollständig in den Mund, so schluckt das Baby zusätzlich Luft mit runter. Die Mutter sollte in diesem Fall darauf achten, dass ihr Kind ihre Brustwarze tief genug in seinen Mund nimmt. Zudem kann es helfen, das Baby dichter an den Körper bzw. die Brust zu halten, damit es nicht so viel Luft schlucken kann.
    • Eine andere Stillposition kann bei Dreimonats-Koliken Abhilfe schaffen. Notfalls ist es ratsam eine Stillberaterin in Anspruch zu nehmen.
    • Die Mutter hat einen sehr starken Milchspendereflex, d.h. es kommt zu viel Milch auf einmal. Hierbei kann es helfen, dass die Mutter nach dem Ansaugen, dass Baby kurz ablegt bis das Spritzen aufhört oder die spritzende Milch in einem Handtuch aufnimmt. Sie kann auch probieren in Rücklage zu stillen, dies verringert den „Milchdruck“ und somit das Spritzen der Milch. Des Weiteren kann es hilfreich sein, das Baby senkrecht auf den Schoß nehmen, damit das Baby die überschüssige Milch einfach aus seinem Mund laufen lassen kann.
    • Das Baby trinkt zu gierig. Vermutlich hat es bereits länger Hunger. In diesem Fall ist es ratsam besonders auf die Hunger-Zeichen des Babys achten und es ggf. eher anzulegen.
    • Eine Ursache beim Stillen kann darin liegen, dass zu früh die Seite gewechselt wird. Die Zusammensetzung der Muttermilch verändert sich während des Stillens: Zu Beginn geht es darum erstmal den Durst zu stillen, aus diesem Grund enthält die Milch relativ viel Milchzucker (Laktose) und wenig Fett.

      Im Laufe des Stillens wird die Milch immer sahniger und somit sättigender. Sobald das Baby an die zweite Brust wechselt, trinkt das Baby zunächst wieder Milch mit relativ viel Milchzucker. Dies kann zu Blähungen führen, da das Kind mehr Milchzucker aufnimmt als sein Magen verdauen kann.

      In diesem Fall empfiehlt es sich, das Baby so lange an der ersten Brust trinken zu lassen, bis es von alleine aufhört. Die andere Brust bekommt es dann erst bei der nächsten Mahlzeit. Vorausgesetzt, dass es nach der ersten Brust keinen Hunger mehr hat.

      Zudem kann es in diesen Fällen vorkommen, dass der Magen des Babys bereits voll ist ohne das das Kind wirklich satt ist. Dies kann schon mal schnell, zu Unzufriedenheit bei diesem führen.

    Was kann die Mutter tun, um ihrem Baby Linderung zu verschaffen?

    Dreimonats-Koliken
    • Die meisten Babys genießen Wärme an ihrem Bauch. Dies kann durch ein bäuchlings Liegen auf einer Wärmflasche oder einem erwärmte Kirschkissen oder einem warmen Bad realisiert werden. Das bäuchlings Liegen sollte nur unter Aufsicht vorgenommen werden.
    • Zudem lieben Babys sanft massiert zu werden. Dies sollte am Bauch auf jeden Fall im Uhrzeigersinn vorgenommen werden. Dazu bietet sich das Bäuchleinöl von Weleda an. Auch leichte Fußmassage kann Linderung schaffen.  
    • Tragen tragen tragen! Spaziergänge mittels einer Tragehilfe an der frischen Luft tun nicht nur dem Baby, sondern auch der Mutter gut. Sie verstärken die Bindung und können helfen den Kopf frei zu bekommen und zu entspannen.
    • Spielerische Bewegungsübungen und Möglichkeiten seine Beine gegen einen Widerstand zu drücken. Dies regt die Verdauung an.
    • Eine weitere Möglichkeit besteht in der Abhaltetechnik wie beim Windelfrei-Training. Dabei hält man das Baby mit seinem Rücken an den eigenen Bauch und die Beine an den Oberschenkeln mit den Händen etwas nach vorne gerichtet. Dies kann helfen die überschüssige Luft aus dem Darm entweichen zu lassen.
    • Bei vielen Babys bewirkt der Fliegergriff Wunder. Hierbei wird das Baby bäuchlings auf einem Unterarm gehalten. Wobei der Kopf des Babys auf dem Unterarm liegt. Die andere Hand kann dem Baby liebevoll über den Rücken streichen oder das Becken des Babys leicht kreisen und dabei stabilisieren.

    Sollten diese Tipps nicht helfen dem Baby bei seinen Dreimonats-Koliken Linderung zu verschaffen, ist es empfehlenswert Tagebuch  zu schreiben, um die Ursache besser eingrenzen und somit herausfinden zu können.

    Eure Mira (Stillberaterin der AfS)

    Beitragsfoto: Jose Manuel Gelpi / Canva
    Foto2: RuslanDashinsky / Getty Images
  • Milchstau – Symptome, Ursachen und Tipps

    Milchstau – Symptome, Ursachen und Tipps

    Die Freude ist groß, dass Kind ist gesund zur Welt gekommen. Alles könnte so gut sein. Das Wochenbett hat so gut begonnen. Doch dann tauchen plötzlich Stillprobleme auf. Die Brust beginnt zu schmerzen. wird hart und heiß: Ein Milchstau.

    Dies ist übrigens nichts ungewöhnliches, etwa ein Drittel aller stillenden Mütter bekommt in den ersten Wochen zumindest einmal wunde und schmerzende Brustwarzen.

    Damit es nicht schlimmer wird und sich wohlmöglich noch zu einer Brustentzündung entwickelt, lies nachfolgend unseren Beitrag:

    Was ist ein Milchstau?

    Während der Schwangerschaft wird der Körper vor allem auf die Geburt vorbereitet. Auch wenn er in dieser Zeit schon mit den Vorkehrungen für die Milchbildung beginnt, muss sich die Brust erst an das regelmäßige Saugen gewöhnen.

    Bei einem Milchstau fließt die Milch nicht richtig aus der Brust ab, wodurch sich das Gewebe verhärten und die Brust sehr empfindlich auf Druck reagieren kann. Es können sich auch rote Flecken oder ein harter Knubbel bilden, der dann bis nach der nächs­­ten Stillmahlzeit bleiben kann.

    Der Übergang von einem Milchstau zu einer Brustentzündung, die auch Mastitis genannt wird, ist fließend. Die beschriebenen Symptome sind identisch. Bei einer Mastitis steigt das Fieber jedoch höher und häufig kommt noch Schüttelfrost dazu. Es fühlt sich wie eine Grippe an und du fühlst dich müde und abgeschlagen.

    Zudem wollen die verhärtete Stellen einfach nicht abschwellen. In einigen Fällen tritt ein eitriges Sekret aus der Brustwarze. Bei einer Mastitis wird dir dein Arzt ein stillverträgliches Antibiotika verschreiben, so das du dein Kind weiterhin stillen kannst.

    Wie kommt es zu einem Milchstau?

    Die Brustdrüse besteht aus mehreren Drüsenlappen, in denen sich die milchproduzierenden Bläschen befinden. Durch weitvernetzte Milchgänge wird die Milch von den Bläschen zur Brustwarze transportiert.

    Ein Milchstau entsteht, wenn diese Milchgänge blockiert sind, weil sie nicht komplett geleert wurden bzw. geleert werden konnten und der Druck in den Milchgängen ansteigt.

    Für einen Milchstau können folgende Punkte verantwortlich sein:

    • Eine übermäßige Milchproduktion oder
    • ein fehlender Milchspendereflex oder
    • mechanisch bedingter Milchstau.

    Übermäßige Milchproduktion: Es kommt immer wieder mal vor, dass die Brust mehr Milch produziert, als das Baby gerade trinken möchte. Gerade in der Phase, in der das Kind beginnt, länger oder gar durchzuschlafen, kommt es immer häufiger vor, dass das Kind nachts nicht mehr an der Brust trinken will.

    Oder wenn Brei zu gefüttert wird und so eine Stillmahlzeit ausfällt, kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Diese Ungleichgewichte können in einem Milchstau enden, zumal die „Brust“ bis zu zwei Tage brauchen kann, um sich an die neue Menge anzupassen.

    Der fehlende Milchspendereflex: Die für alle Beteiligten neue herausfordernde Situation löst Spannungen bis hin zu Stress aus. Häufige Stressauslöser sind Schlafmangel, eine traumatische Geburt, zu viel Besuch, Beziehungsstreitigkeiten. Stress fördert die Produktion von Adrenalin und Cortisol mit der Folge, dass das milchbildende Kuschelhormon Oxytocin vom Stresshormon Cortisol überlagert wird und den sogenannte Milchspendereflex behindert. Mit dem Resultat, das die Milch nicht abfließt und sich stattdessen in den Milchgängen staut.

    Mechanisch bedingter Milchstau: In den meisten Fällen ist ein Milchstau jedoch mechanisch bedingt. Dieser kann verschiedene Ursachen haben, wie z.B. das falsche Anlegen oder Saugen des Babys, sowie zu kurze oder zu wenige Stillzeiten. Diese Ursachen haben zur Folge, dass die Brust der stillenden Mutter nicht vollständig entleert wird. Des Weiteren kann das Abfließen der Milch durch zu kleine BHs, zu enge Kleidung oder falsch angelegte Tragehilfen gestört werden.

    An welchen Symptomen erkenne ich einen Milchstau?

    • Die Brust schmerzt, ist berührungsempfindlich und gerötet.
    • Sie ist übermäßig prall und warm bis heiß.
    • Es haben sich harte Stellen oder Knoten gebildet, die sehr weh tun.
    • Auch ein leichtes Fieber kann dazukommen.

    Zur Beruhigung: So schmerzhaft das Ganze für dich auch ist, dein Kind hat keine negativen Auswirkungen dadurch.

    Was hilft gegen einen Milchstau und wie kann ich vorbeugen?

    Der ultimativ beste Tipp einen Milchstau aufzulösen, besteht in der funktionsfremden Nutzung eines Vibrators! und wird mittlerweile selbst von Hebammen empfohlen.

    Stressabbau

    Stress gehört mit zu den häufigsten Auslösern eines Milchstaus und so sollte aus diesem Grund mit als erstes hinterfragt und ggf. abgebaut werden. So solltest du, sofern du betroffen bist, immer wieder probieren dich mit deinem Baby ins Bett oder auf eine Couch zu legen. Im Wochenbett ist Kuscheln, Schlafen und Stillen und Stillen, Schlafen und Kuscheln angesagt.

    Falls Du eine schmerzhafte und oder traumatische Geburt erlebt hattest, solltest Du dich, wenn möglich, um eine professionelle Begleitung zur Aufarbeitung kümmern.

    Bespreche am besten vor der Geburt mit deiner Familie bzw. Verwandtschaft eine Besuchsregelung, wie sie dir zusagt. Wenn du erschöpft und extrem emotionalisiert von der Geburt nach Hause kommst, fällt es dir vermutlich viel schwerer für deine Bedürfnisse einzustehen.

    Schau, ob dein Partner Urlaub nehmen kann oder du ggf. eine gute Freundin oder deine Mutter/Schwiegermutter bitten kannst, dir soviel wie möglich im Haushalt unter die Arme zu greifen.

    Stillanpassungen bei Milchstau oder zum Vorbeugen

    Sanfte Wärme hilft die Blutgefäße und Milchgänge deiner Brust zu weiten und erleichtert es so deinem Kind die Milch abzutrinken. Dies erreichst du indem du deine Brust vor dem Stillen mit warmen Tüchern, einem Kirschkernkissen oder einer Wärmflasche anwärmst.

    Stillen hilft am besten einen Milchstau aufzulösen, auch wenn das Stillen sehr weh tut und Überwindung kostet. Lege dein Kind an, so oft wie es danach verlangt.

    Ein Festhalten an Stillzeiten ist nicht hilfreich, sondern schädlich!

    Erleichtern kannst du dein Stillen, indem du eine Stillposition auswählst, bei der der Unterkiefer deines Babys zur schmerzenden Stelle zeigt. So wird die Saugwirkung auf den verstopften Milchgang verstärkt.

    Gestaute Milch wird nicht alt und kann immer unbedenklich getrunken werden.

    Probiere dein Kind bei jedem Stillen abwechselnd an beide Brüste anzulegen und ihm genügend Zeit zu geben, jede Brust leer zu trinken.

    Ein absoluter Geheimtipp ist übrigens: Der Vibrator! Nicht ohne Grund sind die Hersteller auf Hebammenkongressen vertreten. Das Vibrieren „schüttelt“ den Stau frei. Alternativ kannst du ein Gerät mit ähnlicher Wirkung (elektrische Zahnbürste…) nutzen.

    Falls Du keinen Vibrator oder ähnliches zur Hand hast und nach dem Stillen noch immer Knötchen in einer Brust fühlst, streiche deine Milch nach dem Stillen selbst weiter aus. Dabei umfasst du deine Brust mit Daumen und Zeigefinger (C-Griff), wobei beide Finge jeweils ca. 3 cm Abstand zur Brustwarze haben sollten. Hebe dann die Brust leicht an und drücke sie sanft mit Daumen und Finger in Richtung Brustkorb.

    Anschließend schiebe jetzt gleichzeitig deinen Daumen und Zeigefinger mit leichtem Druck in Richtung Brustwarze zusammen ohne dass die Finger dabei über die Haut rutschen.

    Du kannst Dir auch eine Milchpumpe von deinem Arzt verschreiben lassen und kostenlos in einer Apotheke ausleihen. So kannst Du die ggf. Muttermilch für später aufbewahren.

    Es bietet sich an, deine Brustwarze nach dem Stillen mit etwas Muttermilch einzureiben. Dies kann die Heilung beschleunigen.

    Stillpositionen bei Milchstau

    • Die Wiegeposition oder Footballhaltung ist hilfreich, wenn sich die empfindsamen und harten Stellen seitlich der Brust befinden.
    • Wenn die schmerzende Stelle unterhalb der Brustwarze liegt, stillst du am einfachsten im Liegen.
    • Falls der Milchstau oberhalb deiner Brustwarze vorliegt, legst du dein Kind am besten auf ein dickes Kissen und hockst dich im Vierfüßlerstand verkehrt herum über dein Baby. So dass dein Gesicht über den Füßen deines Kindes schaut.

    Nach kurzer Zeit solltest du eine Erleichterung in deiner Brust spüren.

    Kühlen

    Du kannst deine Milchproduktion verringern, in dem du deine Brüste nach dem Stillen kühlst. Dies lindert den Schmerz und lässt die Schwellung in deiner Brust etwas abklingen. Zur Kühlung kannst du Brust-Kompressen kaufen, Quarkwickel oder Weißkohlblätter-Umschläge verwenden, die du 20 Minuten auf deine Brust legst. Diese passen sich zudem noch besser an deine Brust an.

    Quark- oder Weikohlblätter-Wickel machen

    Sowohl Weißkohlblättern als auch Quark wird eine entzündungshemmende Wirkung zugesprochen. Hier erfährst du, wie du sie vorbereiten kannst.

    Für jede Brust nimmst du zwei Blätter von der Küchenrolle oder ein einfach zwei dünne Tücher. Dann schneide in der Mitte je ein Loch für deine Brustwarzen. Wickle oder lege das erste Blatt bzw. Tuch um deine Brust und bestreiche es mit 20%-igen gekühlten Quark, dann bedecke den Quark mit dem zweiten Blatt/Tuch. Anschließend drücke die beiden Blätter/Tücher leicht zusammen. Danach legst du dich am besten hin und entspannst.

    Wenn du gekühlte Weißkohl­blätter statt Quark nimmst, ritze diese zuvor mehrfach mit einem Messer ein. So kann der Saft besser austreten. Die harte Rippe der Blätter walzt du mit einem Nudel­holz flach. Anschließend drapierst du das oder die Blätter um deine schmerzende Brust, wobei du wie beim Quarkwickel die Brustwarze aussparst. Danach lege ein Küchentuch oder Blatt von der Küchenrolle darüber.

    Gegebenenfalls kann dein Partner, dir die Quarkwickel oder Weißkohlwickel vorbereiten und im Kühlschrank für die nächste Brustkühlung lagern. Dabei darf der Quark ruhig zwischen den beiden Lagen Küchenrolle einweichen. Um das Zusammenkleben der Quarkwickel zu verhindern, kannst du zwischen den Quarkwickel Frischhaltefolie legen. Um zwischendurch auch mal aufstehen zu können, kannst du die vorbereiteten Wickel auch in deinen BH stecken.

    Stillpositionen

    • Wenn sich die schmerzenden und harten Stellen seitlich von der Brust befinden, kannst du die Wiegehaltung oder die Footballhaltung als Stillposition wählen.
    • Wenn die schmerzende Stelle unterhalb der Brustwarze liegt, ist es am einfachsten, du stillst im Liegen.
    • Oberhalb der Brustwarze löst du den Milchstau am besten im Vierfüßlerstand. Dafür legst du dein Baby vorher auf ein dickes Kissen und stellst dich dann im Vierfüßlerstand über dein Baby, so dass dein Gesicht auf die Füße deines Kindes schaut.

    Das Anlegen kann besonders schmerzhaft sein, aber schon nach wenigen Minuten solltest du Erleichterung in den betroffenen Stellen spüren. Je nachdem, wie viel dein Kind schon trinkt, kann es helfen, die Milch weiter auszustreichen.

    Tees

    Wenn dein Körper zu viel Milch produziert, kannst du deine Milchmenge durch stillhemmenden Pfefferminz- oder Salbeitee verringern. Da deren Wirkung stark ausfallen kann, solltest du dich vorab auf jeden Fall von einer Stillberaterin und deiner Hebamme beraten lassen.

    Kleidung

    Versuch deine Kleidung so zu wählen, dass du nichts trägst was im Brustbereich eng anliegt.

    Wann muss ich zum Arzt?

    Wenn du die oben genannten Tipps anwendest, sollte sich innerhalb von 24 Stunden eine deutliche Besserung einstellen. Auch wenn die Rötung und die Knoten es länger brauchen könnten, sollten zumindest deine Schmerzen und dein Fieber deutlich nachlassen. Wenn dem nicht so ist, suche unbedingt deinen Arzt auf, um eine Mastitis auszuschließen oder ggf. behandeln zu lassen.

    Eure Mira (Stillberaterin nach AfS)

    Beitragsfoto: IT Stock Free / Photo Images

     

  • Die wichtigsten Fakten über Muttermilch und die Vorteile des Stillens

    Die wichtigsten Fakten über Muttermilch und die Vorteile des Stillens

    Die Bildung der Muttermilch

    Für die Bildung der Muttermilch ist das Hormon Prolaktin verantwortlich. Es wird in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) produziert und ist zusammen mit weiteren Hormonen für die Produktion der Muttermilch in der Brustdrüse der Mütter nach der Geburt verantwortlich. Zusätzlich stärkt es den Mutterinstinkt und sorgt dafür, dass eine Mutter die Bedürfnisse ihres Neugeborenen schnell und selbst im Schlaf wahrnimmt.

    Sobald das Baby zu saugen beginnt, aktiviert das das Hormon Oxytocin den Milchflussreflex. Es wird auch als Bindungshormon bezeichnet, weil es die Bindung zwischen Mutter und Kind fördert. Nicht selten wird es von Frauen als ein unangenehmes Ziehen und Drücken wahrgenommen. Alle für die Produktion der Milch zuständigen Stoffe nehmen die Zellen in den Milchbläschen aus dem Blutkreislauf der Mutter.

    Die allererste Milch, die nach der Entbindung dem Baby zur Verfügung steht, nennt man Vormilch oder Kolostrum. Für den Fall, dass das Baby, wie z.B. bei einer Frühgeburt vor dem geplanten Geburtstermin zur Welt kommt, stellt der Körper die Vormilch schon mehrere Wochen vor dem geplanten Termin zur Verfügung.

    Damit es mit dem Milcheinschuss nach der Geburt gut klappt, ist es wichtig, dass das Baby innerhalb der ersten zwei Stunden nach Geburt, die Chance hat an die Brust der Mutter zu saugen. Legt man das Baby mit direktem Körperkontakt umgehend auf den Bauch der Mutter, wird es selbstständig den Weg zur Brust finden. Diese Vorgehensweise ist am natürlichsten und fördert die Milchbildung.

    Die Vormilch (Kolostrum)

    Die Vormilch hilft dem Baby, den Darmtrakt vom Säuglingspech zu reinigen, das sich vor der Geburt im Darm angesammelt hat. Wenn das Baby Kolostrum trinkt, werden gleichzeitig die milchproduzierenden Drüsen der Mutter und der Milchflussreflex stimuliert und der Körper des Kindes für die Verdauung vorbereitet.

    Das Kolostrum besteht aus einem wertvollen Mix aus Wachstums-, Immun- und Heilungsstoffen und nicht zuletzt aus wertvollen Darmbakterien. Zumindest dieses flüssige Gold sollte jedes Baby erhalten, selbst wenn es später abgestillt werden sollte.

    Das Kolostrum bieten dem Baby zukünftig einen größtmöglichen Schutz vor Krankheitserregern, Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Je häufiger das Baby angelegt und stillt wird, desto schneller wird die Übergangsmilch gebildet. Der anschließende Übergang zur „reifen“ Muttermilch kann bis zu 2 Wochen dauern.

    Viele Mütter machen sich Sorgen, dass sie zu wenig Vormilch haben, weil die Menge des Kolostrums gerade mal einem Teelöffel entspricht. Sie ist jedoch genau der Aufnahmefähigkeit, des noch nicht fertig „ausgebildeten“ Magens angepasst. Zudem setzt sie die Verdauung des Babys in Gang. In Folge kann das Kindspech, als erster Stuhlgang, ausgeschieden werden.

    So ist es auch nicht ungewöhnlich, wenn ein Baby in den ersten Lebenstagen an Gewicht verliert. Das Kolostrum enthält doppelt so viel Kalorien wie die spätere Muttermilch und ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

    Sogar für die bessere Bewältigung vom Geburtserlebnis ist durch das Kolostrum gesorgt, indem es Beta-Endorphine beinhaltet, die dem Kind helfen, die schmerzhaften Erlebnisse unter der Geburt zu vergessen.

    Milcheinschuss

    Zwei bis sechs Tage nach der Entbindung schießt die Milch ein. Der Körper der Mutter stellt von der Vormilch (Kolostrum) auf die „normale“ Muttermilch um. Diese Umstellung kann bis zu 14 Tagen dauern. Die Brust der Mutter verändert sich dabei, sie wird groß und spannt häufig. Was nicht selten unangenehm für die „junge“ Mutter ist.

    In der Zeit des Milcheinschusses und auch danach sollte die Stillende sich bewusst sein, dass die Milchbildung zusätzliche Energie von ihr abverlangt. D.h. sie wird vermutlich mehr Hunger haben und auch wesentlich mehr Schlaf und Ruhe brauchen als sonst.

    Wenn die Mutter und ihr Baby nicht von Anfang an und rund um die Uhr beisammen sind, wie z.B. häufig nach einem Kaiserschnitt und anderen Notfallsituationen, schießt die Milch erst etwas später als sonst ein.

    Zu viel Muttermilch

    In den ersten Tagen oder auch danach kann es vorkommen, dass die Brust zu viel Milch gebildet. Das macht es dem Baby häufig schwer, die pralle Brustwarze anzusaugen. Zudem fällt es ihm dann schwer, die schneller fließende Milch zu schlucken.

    Durch das Auflegen von kalten Kompressen nach dem Stillen, kann die Milchbildung etwas gedrosselt werden. Es ist auch möglich vor dem Stillen eine kleine Milch ausstreichen oder abzupumpen. Normalerweise pegelt sich die Milchmenge aber mit der Zeit auf den Bedarf des Babys ein. Die Größe der Brust geht damit auch zurück.

    Zu wenig Muttermilch

    Wenn vermutet wird zu wenig Milch zu haben, sollte das Baby möglichst häufig, am besten nach Bedarf, angelegt werden.

    Das heißt, dass das Baby immer direkt anlegt werden sollte, sobald es anzeigt, dass es Hunger hat. Diesen signalisiert ein Baby nicht erst, wenn es weint oder zu schreien beginnt.

    Es ist bereits vorher erkennbar, wenn es unruhig wird, mit seinem Mund nach der Brustwarze seiner Mutter sucht oder mit dem Gesicht seine Haut berührt.

    Die Menge der produzierten Milch orientiert sich immer an der Nachfrage, d.h. wieviel Milch ausgestrichen, abgepumpt oder getrunken wird.

    Die Nachfrage bestimmt die Menge der zur Verfügung stehenden Muttermilch

    Der Bedarf an Muttermilch ändert sich gemäß der Nachfrage durch das Baby. Die Anpassung der Milchmenge an den veränderten Bedarf kann bis zu 2 Tage dauern. Dies kommt z.B. bei einem Wachstumsschub, wenn weniger Milch benötigt wird oder wenn die Mutter abstillt vor.

    Der gesunde Körper einer Mutter ist problemlos in der Lage genug Milch für Zwillinge oder auch Drillinge zu produzieren.

    Die wichtigsten Fakten über Muttermilch

    Muttermilch enthält immer die perfekte Zusammensetzung

    Die Muttermilch enthält die wichtigsten Inhaltsstoffe für die Entwicklung eines Kindes, wobei die Anzahl und Aufteilung der Anteile sich immer zeitnah an die Anforderungen des Babys anpasst .

    Die Zusammensetzung der Muttermilch verändert sich, sowohl über die gesamten Stillzeit hinweg, wie auch im Verlauf eines Tages und selbst während einer einzigen Stillmahlzeit.

    Die Muttermilch passt sich dem Alter des Babys an, den Jahreszeiten, dem aktuellen Bedarf des Kindes und auch der Tageszeit an. Das ist schon unglaublich genial von der Natur vorgesehen, doch noch nicht alles. Die Zusammensetzung der Muttermilch ist selbst in den beiden Brüsten einer Frau unterschiedlich.

    Und manchmal entscheiden sich Babys nur für eine Seite der Brust, selbst wenn sie weniger prall ist. Vielleicht weil sie ihm gerade besser schmeckt oder aber gerade die Inhalte vorhält, die es gerade braucht.

    Muttermilch wirkt je nach Tageszeit einschläfernd oder aufmunternd

    Die Muttermilch enthält zum Abend hin mehr Seretonin, was das Baby ruhig und schläfrig macht. Einschlafstillen ist also etwas ganz normales und von der Natur genial eingerichtet. Gibt es etwas schöneres als am Busen des wichtigsten Menschen im Leben sanft und satt in den Schlaf zu gleiten? Angenehmer und wirkungsvoller als jedes Schlaftraining.

    Über den Tag enthält die Muttermilch dagegen mehr anregende Stoffe. Diese helfen dem Baby wach zu werden und durch den Tag zu kommen.

    Jungs erhalten mehr Fett als Mädchen

    Die Muttermilch unterscheidet bei ihrer Zusammensetzung zwischen Jungs und Mädchen. Und so wächst der Busen der Schwangeren stärker, wenn sie einen Jungen als wenn sie ein Mädchen erwartet. Zudem ist ihre Energiezufuhr ist höher. Studien zeigen, dass die Muttermilch für Jungs allein ein Viertel mehr Fett beinhaltet und reicher an Proteinen und Milchzucker ist als die für die Mädchen.  

    Es wird zwar vermutet, dass der Körper der Mutter während der Schwangerschaft das Geschlecht bereits kennt und sich auf die entsprechende Zusammensetzung vorbereitet, doch warum die Jungen mehr Energie erhalten ist noch unklar.

    Optimale Verteilung von Fett, Proteine und Kohlenhydrate

    Die vielen Diskussionen und Hypes der Erwachsenen um Kohlenhydrate, Proteine und Fette, lassen Babys kalt. Denn sie bekommen bereits die perfekte Mischung in Form der Muttermilch.

    Diese perfekte Zusammensetzung der Muttermilch besteht aus durchschnittlich 3,5% Fett, 1-1,5% Protein und 7,0 % Kohlenhydrate und ist perfekt auf die Entwicklung des Babys abgestimmt. Wobei die Entwicklung des Gehirns in den ersten Monaten nach der Geburt im Mittelpunkt steht.

    Die Kohlenhydrate bestehen größtenteils aus Laktose und sind u.a. für die Süße der Milch verantwortlich. Einfluss auf die Fettzusammensetzung hat dabei die Ernährung der Mutter, die Stilldauer und wie oben erwähnt das Geschlecht des Kindes.

    Das perfekte Mischverhältnis von Kasein und Laktalbumin (Eiweiße) in der Muttermilch sorgt dafür, dass sie vom Baby gut verdaut werden kann.

    Die Muttermilch ist auf die Verdauung des Babys ausgelegt

    Wichtige Bakterien in der Muttermilch bereiten den Verdauungstrakt auf feste Nahrung vor, da er nach der Geburt noch nicht ausgereift ist. Aus diesem Grund sollte das Baby in den ersten 6 Monaten nur an der Brust gestillt werden und die Muttermilch über das erste Lebensjahr hinaus dem Kind zur Verfügung stehen.

    Im Gegensatz zur Ersatzmilch und fester Nahrung ist die Muttermilch sehr leicht verdaulich und optimal auf den unreifen Verdauungstrakt ausgelegt.

    Da die Muttermilch in den ersten Wochen noch kaum verdaut werden kann und nur kurz im Verdauungstrakt verweilt, kann das Baby zu Beginn nach jedem Stillen Stuhlgang haben.

    Neben den extrem wichtigen Darmbakterien liefert die Muttermilch die zusätzlich notwendige Nahrung (Humanmilch-Oligosaccharide) für diese gleich mit. Die so nur in der Muttermilch vorkommen.

    Darmbakterien wirken präbiotisch und liefern Ballaststoffe, die für das Wachstum von Bakterienstämmen und für die Verdauung wichtig sind. Zudem sorgen sie für die Stärkung der Darmflora. und verhindern Anheftung krankhafter Bakterien an die Darmwand. Das ist umso wichtiger, da sich das Immunsystem im Darm befindet.

    Muttermilch – die perfekte Nahrung für das Gehirn

    Menschen sind Traglinge, das heißt, sie werden zwar unfertig geboren (ähnlich wie Nesthocker) werden aber, wie bei den Affen, von Anfang an getragen.

    Und so ist die Muttermilch nicht vorrangig auf Wachstum, sondern auf die optimale Entwicklung des Gehirns ausgelegt. Kuhmilch ist daher keine optimale Alternative zur Muttermilch.

    Neueste Forschungen zeigen, dass gestillten Babys über 20 bis 30% mehr weiße Substanz im Gehirn hervorbringen als Babys, die mit Ersatzmilch gefüttert werden.

    Die weiße Substanz im Gehirn ist Teil des zentralen Nervensystems und besteht aus Leitungsbahnen (Nervenfasern), die für die Vernetzung der verschiedenen Gehirnregionen genutzt wird.

    Muttermilch ist lebendig

    Ein Teelöffel Muttermilch enthält 3 Millionen lebende mütterliche Zellen, die für die Bekämpfung von Krankheitserreger zuständig sind.

    Diese Zellen setzen sich unter anderem aus Leukozyten, Lymphozyten und Makrophagen zusammen und hemmen das Wachstum von Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten. Sie sind sogar in der Lage Krebszellen zu zerstören. So gesehen ist jede Stillmahlzeit eine kleine Spritze für die Immunabwehr des Babys.

    Die Muttermilch enthält Stammzellen

    Muttermilch enthält zwischen 10.000 und 13.000.000 lebende Stammzellen pro Milliliter, die sich in beliebige Körperzellen wie z.B. Gehirnzellen oder Darmzellen entwickeln können.

    Über die Muttermilch nimmt das Baby Stammzellen auf, die sich im Blut, im Magen, in der Bauchspeicheldrüse, im Thymus, in der Milz, in der Leber, und sogar im Gehirn wiederfinden.

    Die Muttermilch, die Apotheke des Babys

    Muttermilch wirkt wie ein hochwirksames und spezifisches Medikament. Sie schützt vor Krankheitserregern, ist entzündungshemmend und fördert die Wundheilung. Dabei nimmt der Körper der Mutter über den Speichel des Babys wahr, was ihm fehlt und produziert in der „hauseigenen Apotheke der Mutter“, die dafür notwendigen Abwehrstoffe.

    Doch auch bei der Mutter kann sie heilend wirken, zum Beispiel bei wunden Brustwarzen, indem man einfach etwas Muttermilch auf die Brustwarzen streicht. Auch ein wunder Babypopo heilt schneller, wenn man ihn mit ein paar Tropfen Muttermilch bestreicht.

    Muttermilch kann durchaus als Wundermittel bezeichnet werden, da sie bei den verschiedensten Wehwehchen wirkt und das völlig natürlich, kostenlos und ohne Nebenwirkungen.

    Muttermilch kann Gene verändern

    In einer Studie, die Stuhlproben von drei Monate alten (gestillte und nicht gestillte) Babys untersuchte, konnte nachgewiesen werden, das bestimmte Inhalte der Muttermilch gesundheitsfördernde Gene eines Babys einschaltet.

    Diese Gene betreffen vor allem das Verdauungssystem und somit in Folge sehr wahrscheinlich auch das Immunsystem. Die Auswirkungen dieser Genveränderung ist sehr wahrscheinlich bis in das Erwachsenenalter spürbar.

    Zusammenfassend – die Vorteile von Muttermilch

    Die erste Milch nach der Geburt wird Kolostrum genannt. Sie erleichtert dem Säugling den Start ins Leben und ist mit einer Vielzahl an wichtigen Nährstoffen angereichert. Dies hat ihr den Beinamen „Flüssiges Gold“ verschafft.

    Das Kolostrum enthält vor allem Vitamine, Proteine, Natrium, Chlorid, Kalium und einen bunten Cocktail an Abwehrstoffen, die wie eine erste Impfung auf das Neugeborene wirkt.

    Sie hat immer die richtige Temperatur und steht „jederzeit“ und überall frisch und wohltemperiert zur Verfügung. Da die Muttermilch arm an Keimen ist, erkranken gestillte Babys viel seltener und wenn dann nur weniger extrem an Atemwegs- und Durchfallerkrankungen. Zudem leiden sie auch viel seltener an Allergien.

    Die Muttermilch enthält viele wertvolle Abwehrstoffe und bieten dem Baby so einen großen Schutz vor bakteriellen und viralen Erkrankungen. Lange und voll gestillte Kinder besitzen ein besseres Immunsystem.

    Unteranderem aus diesem Grund empfiehlt , die WHO Babys in den ersten 6 Monaten ausschließlich zu stillen und nach der Einführung von Beikost parallel weiter zu Stillen .

    Ausblick

    Die Forschung hat, was die Muttermilch und das Stillen betrifft, vermutlich gerade erst die Spitze des Eisbergs erreicht. Wir können gespannt sein, welche faszinierenden Ergebnisse sie in den nächsten Jahren noch entdeckt.

    Euer Babytalk-Team

    Beitragsfoto: oksanashufrych / canva
  • Die wichtigsten Wachstumsschübe eures Babys

    Die wichtigsten Wachstumsschübe eures Babys

    Geborgenheit lässt dein Kind sicherer „wachsen“

    In den ersten Monaten seines Lebens macht euer Baby viele Wachstumsschübe durch. Dabei lernt es seinen Körper immer besser unter Kontrolle zu bringen, Greifen, Rollen, Sitzen, Rutschen, Krabbeln und nicht zu vergessen zu laufen. Doch bei den Wachstumsschüben geht es vor allem um die Entwicklung des Gehirns und der damit verbundenen Möglichkeit neue Zusammenhänge zu verstehen. Die in dieser Zeit gemachten Erfahrungen, erlernten Fähigkeiten und vor allem die daraus gezogenen „Schlüsse“ bestimmen ihren späteren Blick auf sich und die Welt.

    Euer Kind macht fast jeden Tag neue Erfahrungen. Anders ausgedrückt, seine ersten Lebensmonate bestehen aus einer Vielzahl an Veränderungen. Und wie ihr vermutlich von euch kennt, bereiten Veränderungen Angst. Deshalb ist es so wichtig, dass euer Baby sich in dieser Zeit sicher und geborgen fühlt, am besten durch ganz viel Körperkontakt bzw. getragen werden.

    Wie könnt ihr einen weiteren Wachstumsschub eures Babys erkennen?

    Auch wenn Kinder sehr unterschiedlich auf Veränderungen und neue Fähigkeiten reagiert, gibt es einige sehr typische Erkennungsmerkmale:

    • euer Kind verhält sich auffällig
    • probiert, ob es etwas Neues kann
    • sucht verstärkt eure Nähe oder
    • weint mehr als sonst.
    Wachstumsschübe

    Vorsicht beim Betrachten von Wachstumstabellen

    Es gibt eine Vielzahl an Wachstumstabellen, die beschreiben, was ein Kind, wann können sollte. Wir werden nachfolgend auch die wichtigsten 8 Wachstumsschübe, der ersten 14 Monate vorstellen. Sie sollen euch aufzeigen, welche Entwicklungsschübe euch mit eurem Baby bevorstehen, so dass ihr ihnen gelassener begegnen könnt. Wir finden, dass man diese Tabellen mit Vorsicht betrachten sollte. Denn jedes Kind ist anders und grundsätzlich gibt es in der Natur kein Timing, was wann gekonnt oder gemacht werden muss.

    Wichtig ist, dass sie alle Wachstumsschübe durchlaufen, denn so ist gewährleistet, dass zumindest die wichtigsten Reflexe integriert werden. Voraussetzung dafür ist, dass wir unseren Kindern die Möglichkeit geben, sich auszuprobieren und ihre Grenzen in gesicherten Rahmen auszuweiten. Wir hindern unsere Kinder ja auch nicht laufen zu lernen, aus Angst sie könnten hinfallen.

    8 Wachstums-/Entwicklungsschübe – eine kurze Übersicht

    Erster Wachstumsschub

    Um die 5. Woche herum nimmt euer Baby seine die Umwelt immer stärken wahr und kann immer mehr Gegenstände erkennen. Vor allem die, die sich bewegen. Seine Welt wird immer eindrucksvoller, aufregender und bunter.

    Zweiter Wachstumsschub – hier weitermachen

    Um die 8. Woche reift die Funktionsfähigkeit der Sinne heran: Euer Baby beginnt vermutlich mit viel Freude seine ersten Grimassen zu ziehen und mit seinen Händchen, die eigenen Füße erreichen. Da der Hörsinn nun fast ausgebildet ist, kann euer Baby nun Geräusche besser hören, was ggf. aber auch zu Reizüberflutungen und viel Weinen / Schreien führen kann.

    Dritter Wachstumsschub

    Um die Woche 12 herum ist es vorbei mit der Ruhe. Die Motorik verbessert sich und euer Baby will diese auch gleich trainieren. Ab nun stehen tägliche “Strampelübungen” begleitet von einem endlosen plappern und kreischen auf dem Programm. Die Daumen und Finger schmecken ihm besonders gut. Nichts ist mehr vor den Händen eures Babys sicher. Zumindest, wenn ihr es nicht niet und nagelfest befestig habt.

    Vierter Wachstumsschub

    Um die 19. Woche wird alles gegriffen und mit dem Mund erkundet. In den nächsten Wochen könnte sich die Beikostreife einstellen (bitte beachtet, ob euer Kind die Beikostreifezeichen alle erfüllt). Hier findet ihr mehr zur Beikosteinführung. Da nicht wenige Babys ab diesem Zeitpunkt mit dem Zahnen beginnen, kann es durchaus eine anstrengende Zeit werden. Auch wenn sie noch nicht unbedingt von Erfolg gekrönt werden, beginnen die ersten Drehversuche eures Babys.

    Fünfter Wachstumsschub

    Um die Woche 26 beginnt euer Baby seine Gefühlen sichtbar auszudrücken. Es zeigt seine Freude, lächelt bewusst und zeigt seinen Unmut. Einen großen Schuss Gelassenheit schenken wir euch. Es beginnt zu fremdeln und spielt mit euch das Heb-Auf-Spiel. Und herzlichen Glückwunsch: „bestimmt schafft es jetzt bald seine erste Drehung“. Ab nun erkundet es seine Welt aus der Bauchlage.

    Sechster Wachstumsschub

    Um die Woche 37 herum ist kein Gegenstand in der Wohnung mehr sicher vor eurem Kind. Freude kommt auf, wenn es nun die ersten erkennbaren Worte spricht. Wetten können aufgenommen werden, ob es zu erst Mama oder Papa sagen wird. Das Löffeln wird fleißig geübt und ab und zu findet es auch sein Ziel. Wenn ihr bis jetzt noch nicht eure Schränke und Treppen gesichert habt, wird es Zeit.

    Siebter Wachstumsschub Baby

    Um die Woche 46 finden eure Babys Spaß daran, euch alles nach zu machen. Sie ziehen sich an allen möglichen Möbeln hoch und laufen die ersten Schritte an der Hand. Es sitzt immer sicherer und beginnt im Sitzen zu spielen.

    Achter Wachstumsschub

    Um die Woche 55 herum wird euer Baby vermutlich beginnen alleine zu essen. Vielleicht läuft es bereits sicher und es macht ihm Spaß Dinge durch die Gegend zu werfen und ihren eigenen Willen durchzusetzen. Manche nennen diese Phase auch die erste Trotzphase, denn es entwickelt sich ein kleiner Mensch mit schönen und anstrengenden Seiten.

    Detaillierte Informationen zu den einzelnen Wachstumsschüben eures Babys findet ihr in dem Buch “Oje ich wachse” von Dr. Hetty van de Rijt und Dr. Frans X. Plooij, welches wir euch sehr ans Herz legen.

    Mit Ruhe und Gelassenheit …

    Es ist gerade in diesen ersten sehr anspruchsvollen und anstrengenden Monaten gut auf euch zu achten. Schau, ob euch regelmäßig jemand unter die Arme greift und organisiert euch am besten einen vertrauten Babysitter, damit ihr euch als Paar nicht verliert und eure Bedürfnisse nicht vollständig hinten anstellt.

    Das ist wichtig, damit ihr während den bevorstehenden Entwicklungsschüben nicht die Nerven verliert. Denn je entspannter ihr seid, desto gelassener reagiert ihr in diesen stressigen Zeiten. Und selbst, wenn ihr manchmal gestresst und ausgebrannt zu sein scheint, macht euch keine Vorwürfe, das ist völlig normal. Eltern werden, ist mindestens eine, wenn nicht die anspruchsvollste Herausforderung im Leben.

    Eure Mira (BellyBasics- und BabySteps- Kursleiterin)

    Beitragsfoto: Billion Photos / Canva
    Foto2: Nejron Photo / shutterstock
  • Himbeerblättertee, der Alleskönner vor, unter und nach der Geburt

    Himbeerblättertee, der Alleskönner vor, unter und nach der Geburt

    Himbeerblättertee ein verbreiteter Hebammentipp

    Himbeerblättertee ist ein „Alleskönner“. Er wird von vielen Hebammen zur sanften Geburtsvorbereitung empfohlen. Er wirkt entspannend auf die Beckenmuskulatur und entgiftet den Körper. Zudem übt er einen positiven Einfluss auf die Wehentätigkeit aus.

    Wie wirkt Himbeerblättertee?

    In der Schwangerschaft

    • Der Tee hat eine entspannende und ausgleichende Wirkung auf Körper und Geist.
    • Dadurch wirkt er krampf- und schmerzlindernd, aus diesem Grund wird er bei Regel- und Unterleibsschmerzen empfohlen.
    • Bei Schwangerschaftsübelkeit soll er morgens getrunken Linderung bringen.
    • Die Blätter der Himbeere enthalten Östrogen ähnliche Hormone. Diese fördern die Eizellreifung, als Tee wirkt er zusätzlich regulierend auf den Monatszyklus der Frau.
    • Der Himbeerblättertee bewirkt eine bessere Durchblutung der Gebärmutter und des Beckens, wodurch der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut positiv beeinflusst wird.
    • Viele Erfahrungsberichte in entsprechenden Foren berichten über positive Auswirkungen auf den Kinderwunsch.

    Unter der Geburt

    • Der Tee kann Wehen auslösen, zudem fördert er eine kürzere Geburt und lockert die Muskulatur des Beckens und des Muttermundes.
    • Er ermöglicht eine kürzere, zweite Wehenphase.
    • Wenn die ersten Wehen einsetzen, kann er wahlweise heiß getrunken oder als Eiswürfel gelutscht werden.
    • Sein entspannender und ausgleichender Einfluss unterstützt die Gebärende auch mental.

    Im Wochenbett

    • Über die Anregung der Darmtätigkeit wirkt der Himbeerblättertee entgiftend und entschlackend.
    • Durch seine antibakteriellen Eigenschaften unterstützt er das Immunsystem bei Infektionen.
    • Seine enthaltenen Vitamine und Mineralien stärken das Immunsystem der Mutter.

    Wie wird Himbeerblättertee verwendet?

    Ihr solltet den Himbeerblättertee nicht vor der 34-ten Schwangerschaftswoche trinken, da er Wehen fördernd wirken kann.

    Wie sollte Himbeerblättertee dosiert werden?

    Um eine Überdosierung zu vermeiden, solltet ihr den Tee in Absprache mit eurer Hebamme oder eurem Frauenarzt trinken. Für die 37. Schwangerschaftswoche gilt wieder täglich eine Tasse Himbeerblättertee zu trinken. In der darauffolgenden 38-ten Woche solltet ihr pausieren und dann in der 39-ten Woche wieder 7 Tage lang täglich vier Tassen trinken. Nun kann die Geburt jederzeit losgehen.

    Wie wird Himbeerblättertee zubereitet?

    Ihr nehmt 25g getrocknete Himbeerblätter und übergießt sie mit 600 ml kochendem Wasser. Den Aufguss lasst ihr anschließend 15 Minuten lang ziehen. Als Faustformel gilt einen Teelöffel Himbeerblätter pro Tasse.

    Wenn ihr möchtet, könnt ihr ihn bei Bedarf mit etwas Honig süßen.

    Wo könnt ihr Himbeerblätter(tee) kaufen?

    Getrocknete Himbeerblätter könnt ihr in Apotheken und in Reformhäusern kaufen. Aber auch viele Bio- und Kräuterläden haben sie im Sortiment.

    Ihr könnt Himbeerblättertee mit anderen Teepflanzen kombinieren:

    Dafür mischt ihr ihn je zu gleichen Teilen mit:

    • Johanniskraut
    • Melissenblättern
    • Frauenmantel
    • Zinnkraut
    • Brennnessel und Schafgarbe mischen.

    Wir wünschen allen Schwangeren eine schöne Kugelzeit und eine selbstbestimmte Geburt

    Euer Babytalk-Team

    Beitragsfoto: HeikeRau / Getty Images
  • Die Bedeutung des Kuschelns nach der Geburt und im Wochenbett

    Die Bedeutung des Kuschelns nach der Geburt und im Wochenbett

    enthält Werbung

    In der Ausbildungen an der Babycoach-Akademie wird sehr viel Wert daraufgelegt, dass die angehenden Doulas und Mütterpflegerinnen die Bedeutung des Bondings kennen und wertschätzen und diese ihren zu betreuenden Eltern weitergeben.

    Leider ist es auch heute noch immer nicht selbstverständlich, dass Mutter und Kind (oder Papa und Kind) nach der Geburt Zeit erhalten, um in direktem Hautkontakt sich erst einmal beschnuppern zu können und in ihren Rollen als Mama / Papa ankommen zu dürfen.

    Für das Baby bedeutet diese Kuschelphase nach der Geburt so unfassbar viel:

    • Geborgenheit
    • Co-Regulation
    • Beruhigung
    • Das Gefühl, willkommen zu sein
    • Zeit zu erhalten sich im eigenen Tempo an das neue Leben außerhalb des Bauches anzupassen

    Das ungestörte Kennenlernen

    Babyfreundliche Krankenhäuser unterstützen das Entstehen der Eltern-Kind-Bindung. Das ungestörte erste Kennenlernen, der Hautkontakt direkt nach der Geburt und das allmähliche Vertraut werden sind für den Bindungsaufbau ganz wesentlich.

    Frauen, die nicht stillen können oder wollen, wird in solchen Krankenhäusern gezeigt, wie sie dem Baby auch mit Flasche Nähe schenken können.

    Ein gelungenes Bonding erhöht den Oxytocinspiegel, der den Milcheinschuss fördert und wirkt zudem einer Wochenbettdepression entgegen.

    In unseren Modulen über die Geburtsphysiologie mit der Hebamme Anja Lehnertz sind uns die Themen Respekt gegenüber der Familie und dem Krankenhauspersonal, der Kontakt zum Baby und eine möglichst interventionsfreie Geburt besonders wichtig.

    Wir diskutierten, wieso es im Krankenhaus (u.a. aufgrund der personellen Knappheit) immer öfter zu Eingriffen in die Geburt kommt, die man eigentlich vermeiden könnte.

    Und wir gingen der Frage auf den Grund, warum das Bonding so wichtig ist:

    Warum ist Bonding so wichtig? 

    In der Bonding-Phase entscheidet sich, wie ein Kind in Zukunft mit Gefühlen umgeht und Beziehungen zu anderen empfindet. Sie trägt zudem maßgeblich dazu bei, das bestehende Urvertrauen zu erhalten und zu stärken, umso den Mut aufzubringen gelassen in unbekannte Situationen zu gehen.

    Liebe, Geborgenheit, Schutz, Wärme: Für das Neugeborene bedeutet Zuneigung nicht nur Sicherheit. Bezugspersonen zu haben, die auf seine Bedürfnisse reagieren, ist für sie überlebenswichtig. Das Neugeborene kann sich schließlich nicht selbst versorgen.

    Bonding-Tuch oder -Top für den Haut-zu-Haut-Kontakt

    Eltern können sogenannte Bonding -Tops erwerben. Ein solches Top wird von der Mutter übergezogen, das Baby darin eingepackt und davon sicher gehalten.

    Wir haben von SERAPHINE (Werbung wegen Markennennung und der Bereitstellung von Tops zum Testen) drei Bondingtops gestellt bekommen, die wir getestet haben. Über den Rabattcode „Kuscheln15“ erhaltet ihr übrigens 15% Rabatt auf diese Tops.

    Unser Fazit: Nicht nur das Kuscheln (Haut auf Haut) wird unterstützt. Die frisch gebackene Mutter hat zudem ein schönes, weiches und schickes Oberteil an, welches sich maßgeblich von den Hemdchen, die leider immer noch viele Mamas im Kreißsaal anziehen sollen, abhebt.

    Worin liegt der Unterschied zu einem einfachen T-Shirt?

    Wir diskutierten, warum nicht einfach auch ein normales T-Shirt denselben Zweck erfüllt. Ganz klar: einem normalen Shirt fehlt die Möglichkeit, das Baby zu sichern. Und das Umwickeln von Mutter und Kind ist dann eher „dürftig“. Durch die Wickeltechnik, die das Top mitbringt, ist es in seiner Funktionalität nicht mehr weit von einem elastischen Tuch entfernt.

    Und warum dann nicht einfach ein elastisches Tragetuch mitnehmen?

    Ganz ehrlich: Wer hatte nach der Geburt direkt Lust und den Nerv dazu, sich das sichere Einbinden des Babys erklären zu lassen?

    Wir kennen jedenfalls niemanden, der dazu bereit war;) Da kann man noch so optimistisch sein, die Zeit nach der Geburt gehört nicht in den Erklärmodus.

    Die Aufmerksamkeit wäre ja auch bei den Eltern gar nicht vorhanden. Also bietet das Top, welches super schnell und sehr einfach angelegt ist, beste Kuschel-VoraussetzungenJ

    Und: Es gibt auch eine Ausführung für den Papa!!! Das finden wir unfassbar toll, denn wie sagt man so schön:

    „Das Tragen (Kuscheln) ist das Stillen der Papas.“

    Euer Babytalk-Team

    R. Feldman et al. (2010): Natural variations in maternal and paternal care are associated with systematic changes in oxytocin following parent-infant contact. PSYCHONEUROENDOCRINOLOGY Bd. 35 Nr. 8, S. 1133-1141. 
  • Buchempfehlung: Dr. Shri Balaji També Glückliche Schwangerschaft – glückliche Babys

    Buchempfehlung: Dr. Shri Balaji També Glückliche Schwangerschaft – glückliche Babys

    Du bist schwanger und suchst einen schönen und gleichzeitig umfangreichen Ratgeber rund um die Kugelzeit und das Wochenbett? Dann können wir dir dieses Buch, welches wir rezensieren dürfen, sehr ans Herz legen:

    „Glückliche Schwangerschaft – glückliche Babys“ von Dr. Shri Balaji També ist ein ayurvedisch geleitetes Buch für die Seele der werdenden und frisch gebackenen Mama.

    Es ist nicht nur ein Begleiter durch diese spannende Zeit sondern wirklich ein umfassendes Komplettpaket, denn es sind viele Yogaübungen, ayurvedische Rezepte und tolle Alltagshelfer enthalten, die wirklich zauberhaft sind. Auch Rituale und Tipps für die Kinderwunsch-Zeit sind enthalten.

    Glückliche Schwangerschaft - glückliche Babys

    Dieses komplexe Wissen haben der renommierte Ayurveda-Experte Shri Balaji També und die Gynäkologin Yasmin Khushbu Varandani-Gogia zu diesem wunderschönen Buch zusammen gefasst. Somit bekommt man das Wissen von Experten hier als Ratgeber nach Hause und kann die Schwangerschaft und Babyzeit vollkommen ganzheitlich angehen.

    Hier findet ihr das Buch „Glückliche Schwangerschaft – glückliche Babys“ auf Amazon: (per Affiliatelink: solltet ihr das Buch bestellen, bekommen wir eine Mini „Vermittlergebühr“, die ihr aber nicht zu spüren bekommt^^).

    Liebe Grüße

    Eure Babytalk-Redaktion