Kategorie: Allgemein

  • Was tun bei Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft?

    Was tun bei Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft?

    Drückende Ringe an den Fingern, Schuhe zu eng – geschwollene Beine und Hände sind in der Schwangerschaft keine Seltenheit. Bei fast zwei Drittel aller Schwangeren kommen diese Wassereinlagerungen – vor allem im letzten Trimester der Schwangerschaft – vor.

    Neben dem Gewicht des Fetus und der Gebärmutter, steigt die Wassermenge im Körper an. Die Folgen von schwangerschaftsbedingten Wassereinlagerungen können vielfältig sein und enden häufig nicht in geschwollenen Beinen und Füßen. Wenn es in der Schwangerschaft zu längeren Liegezeiten kommt, kann es auch das Gesicht betreffen, welches häufig insbesondere rund um die Augenlider anschwellt.

    Doch vor allem ist es das zusätzliche Gewicht, was es ungewohnter Weise tagaus und tagein mitzuschleppen gibt. Vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft wird dies für viele Frauen neben dem zunehmend größer werdenden Bauchumfang zu einer belastenden Geduldsprobe. Und dies, obwohl diese auch Ödeme genannten Wassereinlagerungen in der Regel harmlos sind und nach der Geburt relativ schnell wieder abgebaut werden.

    Nach der Geburt können sich Ödeme zwar zunächst noch mal verstärken, bilden sich aber anschließend auch relativ zügig zurück. Dies geschieht in der Zeit des Wochenbetts vor allem durch verstärktes Schwitzen und verstärktes Wasserlassen.

    Wie kommt es zu Wassereinlagerungen?

    Über die Dauer der Schwangerschaft hinweg nimmt das Blutvolumen um bis zu 40 % und die darin enthaltene Menge an Wasser um bis zu 35 % zu. So dass die zusätzliche Wassermenge am Ende der Schwangerschaft zwischen 4 bis 6 Kilogramm ausmacht.

    Wassereinlagerungen während der Schwangerschaft werden durch Schwangerschaftshormone verursacht. Sie lassen die Gefäße elastischer und durchlässiger werden, so dass Wasser sich in den Zellzwischenräumen des Bindegewebes einlagert. Dies wird durch langes Sitzen und Stehen noch verstärkt. Auch warmes Wetter kann diesen Effekt fördern.

    Die Wandenmuskelpumpe (s.u.) von gesunden und nicht schwangeren Frauen pumpt das Ankommende Blut mühelos durch die Venen zum Herzen hoch. Doch mit zunehmender Schwangerschaft und dies insbesondere an heißen Sommertagen lässt die Funktionsfähigkeit aufgrund der extremen Belastung nach. Zusätzlich drücken im Laufe der Schwangerschaft die anwachsende Plazenta und der Fetus auf die Gefäße und verlangsamen den Blutrückfluss noch stärker.

    Dies hat zur Folge, dass die erhöhte Blutmenge nun wesentlich langsamer durch den Körper der Schwangeren fließt, was durch die Schwerkraft noch verstärkt wird. Das zusätzliche Wasser sammelt sich vor allen in den Extremitäten, wie Beinen und Füßen sowie Armen und Händen und lässt diese schwer anfühlen, anschwellen und so die Haut anspannen.

    Sind Wassereinlagerungen gefährlich bzw. wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

    Auch wenn Wassereinlagerungen in der Regel harmlos sind, sollte unbedingt und unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Beine, Hände oder das Gesicht sehr plötzlich anschwillt.

    Wassereinlagerungen Ödeme

    Präeklampsie

    Manchmal weisen Wassereinlagerungen im Gewebe auf eine Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) hin. Diese selten auftretende, ernstzunehmende Schwangerschaftserkrankung tritt in 3 bis 5% aller Schwangerschaften auf.

    Bei diesen zusätzlichen Anzeichen bei Wassereinlagerungen sollte unbedingt die betreuende Hebamme oder Frauenarzt aufgesucht werden:

    • Schwindel
    • Kopfschmerzen
    • Oberbauchschmerzen
    • Augenflimmern
    • Ohrensausen

    Auch wenn sie selten auftritt, sollte man auf Anzeichen achten, da sie in besonders schweren Fällen tödlich verlaufen kann.

    Zu erkennen ist Präeklampsie an einer relativ rasch auftretenden Anschwellung des Gesichts, der Beine und der Hände. Charakteristisch für sie, ist ein hohen Blutdruck und eine zu hohe Eiweißausscheidung über den Urin.

    Was kann man bei Wassereinlagerungen tun?

    Mit diesen Ernährungs- und Pflegeempfehlungen ist es möglich die Beschwerden durch Wassereinlagerungen ganz natürlich zu mildern.

    Vielen Schwangeren fällt es ab einem bestimmten Zeitpunkt schwer sich viel zu bewegen oder gar längere Strecken zu gehen, dennoch sollte das Ziel bestehen, sich regelmäßig zu bewegen. Denn durch Anstrengung wird die Herzaktivität gesteigert und somit die Blutzirkulation angeregt, die hilft die Flüssigkeit aus dem Gewebe abzutransportieren. 

    Diese zusätzlichen Tipps mildern die Beschwerden:

    • die Beine täglich für ca. 30 Minuten hochlegen und ggf. nachts mit erhöhten Beinen schlafen
    • nicht zu lange Stehen oder Sitzen
    • keine engen Ringe, Schuhe oder Ringe tragen
    • Wechselduschen (kalt-warm) und den Blutkreislauf zu aktivieren
    • Kühlende Tücher / Waschlappen aufs Gesicht legen
    • Ausreichend Flüssigkeit trinken, um den Stoffwechsel anzuregen
    • Obst, Gemüse und eiweißreiche Nahrungsmittel essen
    • das sanfte Ausstreichen der Beine in Herzrichtung aktiviert den Rückfluss des Blutes
    • extreme Hitze und Kälte vermeiden, da es die Blutgefäße weitet
    • ggf. morgens nach dem Aufstehen Kompressions- bzw. Stützstrümpfe anziehen

    Dabei ist es nicht hilfreich sich an die Mobilität von anderen zu orientieren, gemäß einem afrikanischen Sprichwort „Keiner weiß, wie schwer das Päckchen ist, dass ein anderer trägt.

    Hinweis: Die Empfehlung einer salzarmen Kost ist mittlerweile überholt, da sie keinen Einfluss auf die hat und dem Körper wichtige Elektrolyte vorenthält.

    Fazit

    Hinzukommend verändern sich in der Schwangerschaft die Werte der Elektrolyte, die im System der Flüssigkeitsregulation eine wichtige Funktion erfüllen. Das kann die Entstehung der Ödeme begünstigen.

    Nach der Geburt können sich Ödeme zwar zunächst noch mal verstärken, bilden sich aber anschließend auch relativ zügig zurück. Dies geschieht in der Zeit des Wochenbetts vor allem durch verstärktes Schwitzen und verstärkten Harnabgang. Zeitgleich nehmen auch die unangenehmen und „unschönen“ Schwellungen, sowie das Spannungs- und Schweregefühl rasch ab.

    Wir empfehlen euch bei Wassereinlagerungen die Geduld nicht zu verlieren. Macht euch immer wieder bewusst, dass diese unangenehmen Beschwerden nach der Geburt in aller Regel sehr schnell wieder abebben und probiert euch auf das wunderbare Wesen in eurem Bauch zu konzentrieren. Es liebt es mit euch zu „kommunizieren“ bzw. in Kontakt zu treten.

    Eurer Babytalk-Team

    Beitragsfoto: Manuel-F-O / Getty Images

    Erläuterung zur Waden-Muskel-Pumpe

    Bei einer Wadenmuskelpumpe handelt es sich um eine durch Muskelkraft angetriebene „Pumpe“. Unser Körper besitzt mehrere Muskelpumpen, welche die Aufgabe haben venöses Blut zum Herzen zurück zu pumpen bzw. transportieren. Die Wadenmuskelpumpe sorgt insbesondere in den Beinen für das in Gang halten des Blutkreislaufs in den Venen.

  • Die Rückbildung der Beckenbodenmuskulatur

    Die Rückbildung der Beckenbodenmuskulatur

    Viele Schwangere und „junge“ Mütter machen sich Gedanken, wie ihr Körper nach der Geburt ihres Kindes wieder genauso aussieht und anfühlt wie vor der Schwangerschaft. In diesem Kontext hat die Rückbildung des Beckenbodens vor allem die Aufgabe die durch die Belastungen der Schwangerschaft „ausgeleierte“ Beckenbodenmuskulatur wieder zu kräftigen.

    Er setzt sich aus einem dreischichtigen Gewebe aus Muskeln, Bändern und Bindegewebe zusammen, das wie eine „Hängematter“ unter dem Becken gespannt ist. Die Muskulatur des Beckenbodens hat vor allem die Funktionen, die Organe zu stützen und den Schließmuskel von Darm und Blase zu überwachen.

    Eine gut trainierte Beckenbodenmuskulatur erleichtert es der Schwangeren das Gewicht des Babys und der Gebärmutter zu tragen.

    Der Beckenboden in der Schwangerschaft

    Über die Dauer der Schwangerschaft wird das Bindegewebe der Beckenbodenmuskulatur immer schwächer und so profitieren vor allem Schwangere von einem gut trainierten und elastischen Beckenboden. Denn je kräftiger er ist, umso sicherer und leichter wird die Gebärmutter und das heranwachsende Kind durch die Schwangerschaft getragen.

    Die Beckenbodenmuskulatur kann jede Schwangere einerseits durch ein ausgewogenes Training wie auch durch einfache Übungen zuhause positiv beeinflussen, in dem sie beispielsweise immer wieder die Beckenbodenmuskulatur zusammenzieht und kurz hält. So als ob man Pipi oder einen Stuhlgang zurückhalten möchte.

    Der Beckenboden bei der Geburt

    Auch bei der Geburt hat der Beckenboden eine wichtige Funktion. Frauen mit einer starken und dehnbaren Beckenbodenmuskulatur tun sich unter den Wehen leichter und tragen ein geringeres Risiko für einen Dammriss oder -schnitt.

    Woran merke ich, dass ich einen schwachen Beckenboden habe?

    Es gibt ein paar deutliche Anzeichen, an denen du erkennen kannst, dass deine Beckenbodenmuskulatur geschwächt ist und du deinen Beckenboden trainieren solltest.

    Anzeichen für einen schwachen Beckenboden

    • Beim Hüpfen, Husten oder Niesen spritzen ein paar Tropfen Urin ins Höschen.
    • Der Harndrang kann nicht mehr solange zurückgehalten werden.
    • Häufige Rückenschmerzen, besonders im Lendenwirbel Bereich.
    • Kaum noch Lust auf Sex.
    • Die Gebärmutter sinkt immer tiefer Richtung Scheide (Gebärmuttersenkung).

    Wie jeder andere Muskel kann auch die Beckenbodenmuskulatur trainiert und so wieder stark werden. Durch regelmäßiges Beckenbodentraining kann eine Ermüdung des Beckenbodens abgemildert werden oder auch ganz vermieden werden. Ein kontinuierliches Beckenbodentraining ist auf jeden Fall eine gute Investition in die Funktionsfähigkeit deines Körpers, vor allem für die Schwangerschaft und Geburt!

    Rückbildung der Beckenbodenmuskulatur

    Durch gezielte Übungen kann die Rückbildung der Beckenbodenmuskulatur effektiv und ohne großen Aufwand beschleunigt werden, so dass er die wichtigen Organe nach der Geburt wieder an Ort und Stelle halten kann. Dies zeigt sich vor allem am Darm und der Blase indem es Inkontinenz verhindert.

    Solange wie die Schwangerschaft den Beckenboden belastet hat, sollte man diesem auch zugestehen, mit Rückbildungstraining wieder in Form zu kommen. Also keine Panik, wenn sich nicht direkt Resultate zeigen. Eine bekannte Aussage von Hebammen, der Körper braucht solange bzw. 9 Monate sich wieder zurückzubilden, wie er sich zuvor verändert hat.

    Rückbildung des Beckenbodens

    Drei einfache Rückbildungsübungen für zuhause

    Mit diesen drei einfachen Übungen kann der Beckenboden auch zuhause trainiert werden – unabhängig davon, ob in der Schwangerschaft oder als Rückbildung nach der Geburt.

    Übung: Der Katzenbuckel

    Gehe in den Vierfüßlerstand und achte dabei vor allem auf einen stabilen Stand. Strecke den Rücken rund zu einem Katzenbuckel und lege dabei das Kinn soweit wie möglich auf die Brust. Danach lasse deinen Rücken langsam Wirbel für Wirbel durchhängen. Gleichzeitig sollte dein Blick leicht nach oben wandern. Diese Übung kannst du, sofern es dein Atem zulässt gut im Tempo deines Atemrhythmus wiederholen.

    Übung: Der Po-Heber

    Lege dich flach auf den Boden und deine Arme bequem neben deinem Körper ab. Stelle deine Füße parallel auf und spanne deine Gesäßmuskulatur an und strecke dabei deinen Po und Oberkörper nach oben. Achte darauf, dass deine Schultern auf dem Boden liegen bleiben. Deine Gesäßmuskulatur sollte während der Übung immer gut angespannt bleiben. Deine Knie sollten nicht nach innen kippen. Anschließend lege deinen Po und Oberkörper wieder ab.  Anschließend wiederhole die Übung.

    Übung: Der Rückenstrecker

    Knie dich auf den Boden und spreize deine Beine leicht nach außen. Nun lehne dich soweit es geht nach vorne und strecke deine Arme aus. Ziehe oder schiebe nun noch deinen Po soweit wie möglich nach oben ohne dein Gleichgewicht zu verlieren.

    Fazit zur Rückbildung der Beckenbodenmuskulatur

    Denkt bitte daran, dass es sich bei der Rückbildung nicht um Hochleistungssport handelt. Wir empfehlen euch dabei immer gut „in Kontakt mit eurem Körper“ zu bleiben und seine bzw. eure Belastungsgrenzen einzuhalten. Vor allem, wenn ihr einen Rückbildungskurs besucht.

    Wenn ihr mit dem Training bereits während der Schwangerschaft beginnt, hilft es euch bei der Geburt gut auf euren Körper und Bedürfnisse zu achten und umso schneller fühlt sich zumindest die Vagina beim Geschlechtsverkehr wieder wie gewohnt an. Doch dies hat nur einen geringeren Einfluss auf das Aufkommen an sexuelle Lust. In diesem Zusammenhang spielt die nicht selten extreme Nähe der Mutter zu ihrem Baby und der damit verbundenen Rolle als Mutter eine vorrangige Rolle.

    Das Muttersein ist eine sehr spannende, herausfordernde und glücklicherweise häufig auch sehr erfüllende Rolle, das viele Mütter in dieser Zeit vorübergehend den Kontakt zu ihrer sexuellen Seite und ihrer Rolle als Partnerin verlieren. Dabei hilft es, wenn der Vater bzw. Partner dafür Verständnis aufbringen kann. Je verständnisvoller er ist, umso weniger fühlt sich seine Partnerin gedrängt und so leichter findet sie den Kontakt zu dieser Seite wieder.

    Wenn es dazu kommt, hat es nichts mit mangelndem Interesse an ihm als Sexualpartner zu tun. Das Muttersein will erstmal gelernt und ausgekostet werden. Die Kinder werden so schnell groß und man bzw. frau möchte diese für sich und ihr Baby bewusst erleben. Mehr dazu findet ihr in unserem Beitrag „Eine kleine Auszeit vom Elternsein„.

    Eure Deva (Babytalk-Autorin)

    Beitragsfoto: Kzenon / Getty Images Pro
    Foto2: Kzenon / Getty Images Pro

     

  • Geburtsverletzungen – Ursachen und Tipps zum Vorbeugen und Behandeln

    Geburtsverletzungen – Ursachen und Tipps zum Vorbeugen und Behandeln

    Vorfreude und Ängste vor der Geburt

    Die Vorfreude auf das unbekannte und doch seltsam vertraute neue Familienmitglied ist groß und doch wird diese nicht selten von Ängsten vor der Geburt und möglichen Geburtsverletzungen getrübt.

    Doch keine Sorge mit den passenden Verhaltensweisen und einigen sanften Maßnahmen können die allermeisten Geburtsverletzungen wie Dammschnitt oder Dammriss auf einfache und natürliche Weise in der Heilung unterstützt werden.

    Geburtsverletzungen bei einer vaginalen Geburt

    Auf dem Weg des Babys durch den Geburtskanal kann zu Verletzungen im Bereich der Schamlippen, der Klitoris, des Muttermundes, des Schießmuskels und in der tieferliegenden Beckenmuskulatur kommen.

    Häufig auftretende aber weniger schmerzhafte Verletzungen sind kleine Risse und Schürfungen, die von der Gebärenden in den allermeisten Fällen gar nicht wahrgenommen werden auch schnell wieder abheilen. Am häufigsten treten Geburtsverletzungen im Damm- und Scheidenbereich auf.

    Mögliche Geburtsverletzungen:

    Hämatome

    Hämatome entstehen, wenn das durch kleine Risse freiwerdende Blut nicht nach außen dringen kann und sich so im Gewebe anreichert. Diese Risse entstehen durch das starke Pressen unter der Geburt. Diese Hämatome heilen in der Regel von selbst ab. Falls diese doch mal von extremen Schmerzen begleitet werden sollten, kann auch eine Operation unvermeidbar sein.

    Dammriss

    Der Damm befindet sich zwischen Scheide und Darmausgang und besteht aus Muskelgewebe, dass während der Geburt extrem gedehnt wird. Zum Riss kommt es, wenn das Gewebe zwischen Scheide und After diesen Druck nicht mehr aushält und reißt. Der Dammriss zählt zu den am häufigsten vorkommenden Geburtsverletzung. Typische Ursachen sind ein zu frühes und zu starkes Pressen sowie die Größe und Gewicht des Babys. Größere Dammrisse werden meistens genäht, kleine oberflächlichere Risse verheilen von allein.

    Dammrisse werden je nach Ausdehnung in vier Grade unterteilt:

    1. Grad. Bei einem Dammriss ersten Grades sind nicht das Dammgewebe selbst, sondern „nur“ die Haut von Scheide und Damm leicht verletzt.

    2. Grad. Wenn die Muskulatur des Damms bis höchstens zum äußeren Schließmuskel reißt, spricht man von einem Dammriss zweiten Grades. In diesem Fall bleibt der Schließmuskel unversehrt.

    3. Grad. Reißt auch der äußere Schließmuskel des Darmausgangs, spricht vom dritten Grad.

    4. Grad. Bei einem Dammriss vierten Grades ist sowohl die Darmschleimhaut und die vordere Wand des Enddarms gerissen.

    Dammschnitt

    Bei Komplikationen unter der Geburt kann es nötig werden den Geburtskanal zu vergrößern, um die Gebärende und das Baby durch einen ggf. kürzeren Geburtsverlauf zu entlasten. Dies vor allem, wenn Geburtszange und Saugglocke zum Einsatz gekommen sind. Bei einem Dammschnitt wird der Damm von einem Geburtshelfer mit einer Dammschere eingeschnitten. Der Dammschnitt wird heutzutage allerdings nur noch sehr selten vorgenommen, da er wesentlich schlechter verheilt als ein von „allein“ auftretender Dammriss. Sowohl der Dammriss wie auch der Dammschnitt werden ggf. mit einer selbstlösenden Naht versehen.

    Der Dammschnitt wird auf dem Höhepunkt einer Wehe, wenn der Spannungsschmerz am größten ist, ausgeführt. In der Regel bekommen die Frauen ihn gar nicht mit.

    Analfissur

    Eine Analfissur kann im Gegensatz zu den anderen Geburtsverletzungen sowohl vor als auch nach einer Geburt in der frühen Stillzeit auftreten. In diesem Fall vor allem durch die veränderten Stuhlgewohnheiten und dadurch auftretenden Hämorrhoiden. Unter der Geburt ist der Grund häufig ein zu starkes Pressen oder ein schwaches Bindegewebe, wodurch die Haut am After einreißt. Bei einer Analfissur reißt die Darmschleimhaut im Bereich des Enddarms ein. Die in diesem Bereich häufig vertretenden Keime und Bakterien können eine Heilung extrem erschweren.

    Zur Behandlung bzw. Linderung werden von Ärzten oft Zäpfchen, Cremes oder Salben verschrieben. Bei Hämorrhoiden helfen häufig auch Nasensprays, bei Schwangeren und stillenden Müttern sollte aber auf jeden Fall ein Arzt zu Rate gezogen werden.

    Scheidenriss

    Vom Scheidenriss oder Labienriss redet man, wenn die Schamlippen und/oder die Vagina eingerissen sind. Ein Scheidenriss tritt vor allem nach Gebrauch einer Geburtszange oder Saugglocke auf und wird von Blutungen begleitet. Kleine Scheidenrisse treten bei fast jeder vaginalen Geburt auf. Glücklicherweise werden sie von den Gebärenden selten bemerkt. Ein längerer oder tieferer Scheidenriss wird im Normalfall genäht.

    Der Scheidenriss wird nicht selten erst bei einer nachgeburtlichen Untersuchung erkannt. Er kann einerseits extrem als auch weniger schmerzhaft sein. Ein Riss der Schamlippen ist dagegen fast immer sehr schmerzhaft. Dies liegt vor allem an den vielen Nervenenden, die sich in den Schamlippen befinden. Wenn ein Scheidenriss beim Kopfaustritts des Babys entsteht, ist im Nacken des Neugeborenen häufig ein sogenannten Blutkragen sichtbar.

    Zervixriss

    Bei einem Zervixriss kommt es zu einem Riss des Gebärmutterhalses. In der Regel sind diese sehr klein und zu dem eher weniger schmerzhaft. Ebenso wie ein kleiner Dammriss heilen sie meistens von allein. Bei einem großen Zervixriss wird die Gebärmutterarterie (Arteria uterina) verletzt, die anschließend sofort genäht werden muss, um größere Blutverluste zu vermeiden. Ein größeres Risiko, dass es bei einer weiteren Geburt zu einem erneuten Zervixriss kommt, soll nicht bestehen.

    Uterusruptur

     Als Uterusruptur bzw. der Gebärmutterriss wird ein Riss bzw. ein Zerreißen der Gebärmutterwand bezeichnet. Dabei wird zwischen einem kompletten Riss durch alle Schichten, einschließlich der glatten Auskleidung der Bauchhöhle und einem kleinen Riss in der glatten Muskulatur der Gebärmutterwand unterschieden.

    Sollte es zu einem Gebärmutterriss kommen, machen sich sofort starke Schmerzen bemerkbar, die sich über die Gebärmutter hinaus auf den gesamten Bauch ausweiten. Gebärende haben oft das Gefühl, von innen zu zerreißen. Ein Gebärmutterriss führt zu starken Blutungen und kann nur durch einen Kaiserschnitt genäht werden.

    Die typischen Ursachen sind eine Vorschädigung der Gebärmutter, eine überdehnte Muskulatur, ein enges bzw. eine wenig dehnbare Beckenmuskulatur sowie die Querlage des Babys.

    Eine Uterusruptur kündigt sich häufig bereits während der Schwangerschaft an. Betroffene äußern sich häufig sehr besorgt und klagen über starke Schmerzen an der Gebärmutter. Insbesondere der so genannte Wehensturm weist auf Komplikationen bei der Geburt hin. Die Frequenz der Wehen erhöht sich dann im Vorfeld der Geburt ständig.

    Eine Spontanruptur kann dagegen durch eine Endometriose oder einem Blutschwamm (Hämangiom) verursacht werden.

    Die Uterusruptur zählt zu den schwerwiegendsten Geburtsverletzungen, die bei einer Geburt auftreten können. Glücklicherweise treten sie nur sehr selten auf.

    Wie kann man Geburtsverletzungen vorbeugen?

    Himbeerblättertee

    Dem Himbeerblättertee wird nachgesagt, dass er eine Geburt sowohl erleichtern und auch verkürzen kann, indem er den Dammbereich und die Muskulatur des Beckenbodens entspannt und elastischer macht. Wegen seiner wehenfördernden Wirkung sollte er allerdings nicht vor der 34. Schwangerschaftswoche getrunken werden.

    Die Dosierung sollte immer mit der eigenen Hebamme besprochen werden. Vor allem weil Himbeerblättertee bei schwachem Bindegewebe sich sogar schädlich auswirken kann. Mehr dazu in unserem Artikel „Himbeerblättertee, der Alleskönner vor, unter und nach der Geburt

    Dammmassage

    Regelmäßige Dammmassage in der Schwangerschaft und vor allem tägliche in den letzten 6 Wochen vor der Geburt verringern die Notwendigkeit eines Dammschnitts und das Risiko anderer Geburtsverletzungen. Die Dammmassage dehnt das Dammgewebe und bereitet es so auf das Dehnungsgefühl bei der Geburt vor.

    Selbst ein späterer Beginn kann sich noch positiv auf den Geburtsverlauf auswirken.

    Weil eine Dammmassage eine ziemlich intime Angelegenheit ist und sich manche Frauen dabei besonders am Anfang unwohl fühlen, ist es wichtig es sich so gemütlich wie möglich zu machen.

    Ganz wichtig: sich vor Beginn die Hände und Fingernägel gründlich zu reinigen.

    Ein angenehm duftendes Massage-Öl erleichtert es vielen Schwangeren sich auf die Massage einzulassen und zu entspannen.

    Eine halbsitzende Position wird von vielen Schwangeren bevorzugt, am besten mit einem dicken Kissen im Rücken. Alternativ im Stehen, mit einem Bein erhöht.

    Durchführung der Massage

    Das Öl sanft zwischen den Fingerspitzen verreiben, bis es sich angenehm warm anfühlt. Anschließend einen Daumen in die Scheide einführen und den Zeigefinger auf den Damm legen. Mit kreisenden Bewegungen massiert der Daumen die Scheidewände, der Zeigefinger unterstützt ihn von außen.

    Wenn ihr euch euren Intimbereich als Uhr vorstellt, kommt es vor allem auf den Bereich unterhalb von 3 und 9 Uhr an.

    Alternativ kann man auch einen oder mehrere Finger in die Scheide einführen und den Damm langsam Richtung After dehnen.

    Heublumen-Dampfbäder

    Ein Heublumenbad ist ein einfacher und unkomplizierter Weg, sich auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten. Neben einer Auflockerung der Muskulatur kann ein Sitzbad mit Heublumen die Durchblutung anregen und mögliche Verspannungen lösen.

    Ab der 38. Schwangerschaftswoche und selbst während der Wehen können Heublumen noch helfen den Beckenboden weich und geschmeidig zu machen.

    Um den Beckenboden elastischer zu machen, die Durchblutung anzuregen und mögliche Verspannungen zu lösen, empfehlen viele Hebammen ein Heublumenbad. Entweder als Dampfbad oder Sitzbad durchgeführt. Ab der 38. Schwangerschaftswoche kann mit ein- bis zwei Sitzungen pro Woche begonnen werden.

    Für ein Heublumen-Sitzbad gibt man einen Esslöffel getrocknete Heublumen in eine Schüssel und übergießt sie mit einem Liter heißem Wasser, alternativ kann man auch ein Heublumenextrakt nehmen. Die Schüssel stellt man anschließend in die Toilette, klappt den Klodeckel herunter und lässt das Heublumenbad etwas ziehen. Vorsicht! Sich erst daraufsetzen, wenn die Hitze gut auszuhalten ist, dies kann von Tag zu Tag unterschiedlich sein. Am besten legt man sich dabei ein Handtuch über die Beine. Als Richtwert kann man 10 Minuten pro Sitzung ansetzen ansonsten bleibt man solange sitzen, wie die Wärme guttut. Ein schönes Buch kann die entspannende Wirkung des Sitzbades verstärken.

    Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ein Heublumen-Sitzbad in einer Badewanne zu machen. Ein Vollbad mit könnte zu belastend für den Kreislauf sein. Um die Heublumen anschließend nicht aus dem Wasser sammeln zu müssen, kann man sie zuvor in eine Musselintuch knoten. Alternativ kann man die getrockneten Heublumen auch in einem passenden Sieb in die Wanne legen.

    Das Wasser darf zum Aufgießen ruhig heiß sein und der Sud ruhig eine Weile ziehen ohne dass das Sitzbad zu kalt wird. Vor dem Einsteigen in die Wanne unbedingt die Temperatur prüfen.

    Beckenbodentraining

    Gezielte Übungen des Beckenboden können dazu beitragen seine Muskulatur zu stärken und elastischer zu machen. Dies verringert das Risiko einer Geburtsverletzung vor allem die eines Dammrisses bzw. -schnittes. Nähere Informationen zu den Übungen findet ihr hier.

    Die richtige Geburtsposition

    Die richtige Geburtsposition hilft einer Geburtsverletzung vorzubeugen, in dem die Schwerkraft genutzt wird, das Baby aus dem Geburtskanal zu bringen. Die Position auf dem Rücken liegend mit auf dem Rücken mit angewinkelten Beinen ist für den Damm belastend und nutzt die Schwerkraft nicht ausreichend. Das kann eine Geburtsverletzung begünstigen.

    In unserem Artikel „Geburtspositionen – hockend, auf allen vieren oder doch lieber liegend? „ findet ihr einen Überblick über alle Geburtspositionen mit ihren Vor- und Nachteilen.

    Kalte Kompressen während der Geburt

    Kalte Kompressen zwischen den Wehen auf dem Dammbereich kühlen und entspannen das Gewebe und wirken durchblutungsfördernd.

    Die richtige Einstellung

    Während des Geburtsverlaufs ist es extrem hilfreich seinem Körper und dem Baby zu vertrauen. Sie wissen wie Geburten „funktionieren“. Dies hilft entspannt zu bleiben und sich von seinem Körper führen zu lassen. Sorgenvolle oder ängstliche Gedanken lassen den Körper, vor allem den Kiefer und den Beckenboden verkrampfen. Diese Verkrampfungen fördern die Risiken einer Verkrampfung.

    Auch wenn Geburtsverletzungen sich generell nicht verhindern lassen, so sich die Schwangere auch auf die Geburt vorbereitet, hilft eine gute Vorbereitung sein Vertrauen in den natürlichen Geburtsprozess zu stärken.

    Weitere Informationen dazu findet ihr bei familienplanung.de einer unabhängigen und wissenschaftlichen Informationsseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

    Wie werden Geburtsverletzungen behandelt?

    Die am häufigsten auftretenden Geburtsverletzungen sollten kein Grund sein, sich das Mutterglück und die vielleicht wichtigste und kostbarste Zeit mit dem neuen Familienmitglied trüben zu lassen.  

    Geburtsverletzungen - Mutter mit Baby beim Kuscheln

    Die meisten Verletzungen müssen nicht von einem Arzt behandelt werden und können mit recht einfachen und sanften Maßnahmen unterstützt werden. Sie können mit Schonung, Cremes und Kühlpads behandelt werden. Schwerere Verletzungen müssen dagegen in der Regel von einer Hebamme oder einem Arzt genäht werden.

    Frauen die eine PDA (Periduralanästhesie) erhalten haben, können direkt genäht werden, die Frauen ohne PDA erhalten eine örtliche Betäubung.

    Bei schwerwiegenden Geburtsverletzungen kann gegebenenfalls eine Operation unter Vollnarkose nötig werden. Dies kann trifft zum Beispiel bei einem Dammriss 4. Grades zu (siehe oben).

    Behandlung eines Dammschnitts und -risses

    Sehr häufig wird der „jungen“ Mutter nach einem Dammschnitt eine schmerzstillende Creme verschrieben. Die vor allem die Schmerzen abmildern. Bei geringeren Schmerzen wird von Hebammen die homöopathische Traumeel Salbe oder gleichnamige Tabletten empfohlen. Diese sollen den Heilungsverlauf positiv beeinflussen. Zudem ist es sowohl hilfreich auch als wohltuend den geschwollenen Damm ausreichend und regelmäßig zu kühlen. Dazu bieten sich Kühlkompressen, Quark- oder Topfenwickel an.

    Diese Kompressen oder Wickel alle 4 bis 6 Stunden für etwas 5 Minuten in ein Handtuch oder Waschlappen auf die Wunde legen. Eine zu häufige Verwendung und zu kalte Kompressen kann die Heilung verzögern, da dies die Stoffwechselprozesse verlangsamen kann.

    Alternativ können zur sanften Unterstützung des Heilungsprozesses Kompressen mit Hamamelis-Extrakt verwendet werden. Das Hamamelis-Extrakt wirkt nicht nur schmerzlindernd, sondern auch kühlend, reinigend und entzündungshemmend. Zur Anwendung nimmt man einen Teelöffel des Extrakts und verrührt diese in 100 ml handwarmen Wasser. Anschließend wird ein Tuch ins Wasser hineingelegt und dieses bis zu 3-mal täglich 20 Minuten lang auf die Naht und den Schambereich gelegt.

    Sitzbäder zur Behandlung von Geburtsverletzungen

    Auch Sitzbäder mit Arnika, Calendula und Kamille helfen beim Abschwellen von Blutergüssen. Die Sitzbäder sollten täglich für ca. 15 Minuten bei einer Wassertemperatur von 35° C angewendet werden.

    Ein schonendes, antibakterielles Öl eignet sich gut. Am besten fragst du hier deinen Arzt, deine Hebamme oder eine Apothekerin. Eine Massage solltest du nur an verheilten Stellen anwenden – es geht hier um die Narbenpflege!

    Ein mildes und rein pflanzliches Öl kann sehr hilfreich bei der Pflege und zum Schutz eines Hämatoms, eines Dammrisses oder -schnitts sein. Dies gilt insbesondere für die Verwendung im empfindlichen Anal- bzw. Intimbereich. Aus diesem Grund sollte es am besten mit einem Arzt oder Hebamme abgeklärt werden. Unser Ansicht nach gehört es in jede Kliniktasche und kann zudem während der Geburt zur Massage verwenden werden.

    Weil viele Frauen nach einem Dammschnitt bzw. -riss befürchten, dass sich die Naht durch den Druck beim Stuhlgang aufreißen könnte, ist es wichtig nach der Geburt und insbesondere nach einer Geburtsverletzung viel Wasser zu trinken. Durch das viele Trinken und eine gut verdauliche Ernährung kann die Konsistenz des Stuhlgang positiv beeinflusst werden.

    Ruhe und Sauberkeit beschleunigen die Heilung

    Auch wenn in den Medien gerne suggeriert wird, dass ein perfekter After-Baby-Body schon wenige Wochen nach der Geburt normal oder zumindest möglich ist, sollten die ersten Tagen und am besten Wochen nach der Geburt im Zeichen von Ruhe, Schonung und Bonding mit dem Baby stehen.

    Dies wirkt entlastend auf jedwede Verletzung im Dammbereich. Deshalb empfehlen wir in den ersten Wochen auch viel zu liegen und möglichst wenig zu laufen, sitzen oder zu stehen. Nicht umsonst heißt diese Zeit „Wochenbett“.

    Am besten setzt man sich mit Geburtsverletzungen auf eine weiche Unterlage. Ebenso kann das Tragen einer Miederhose in den ersten Tagen und Wochen schmerzlindernd wirken.

    Den gleichen Stellenwert sollte die richtige Hygiene im Intimbereich haben. Dazu gehört, dass vermeiden von „scharfen“ Produkten, wie handelsübliche Feuchtigkeitstücher. Lauwarmes oder kaltes Wasser ist in diesem Fall die bessere Alternative. Häufig beschleunigt die Zugabe von Calendula-Essenzen (1 bis 2 Teelöffel auf ca. ¼ Liter Wasser) denn Heilungsprozess.

    Bei Geburtsverletzungen ist der Dammbereich nach dem Stuhlgang vorsichtig von vorn nach hinten zu gereinigen. Alternativ kann für eine gründlichere Hygiene auch eine Intimdusche und/oder ein Reinigungsmittel für den Intimbereich verwendet werden.

    Euer Babytalk-Team

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  • Was dürfen Eltern in einem Kreißsaal?

    Was dürfen Eltern in einem Kreißsaal?

    Der Kreißsaal ist ein Ort, den die meisten Frauen (und ihre Partner) höchstens ein-, zwei- oder dreimal im Leben betreten. Doch wie verhält man sich in einem Kreißsaal?

    Was darf man und was nicht?

    Die Schwangere und ihre Begleitung sind Kunden des Dienstleisters Geburtsklinik und „Die Kundin ist Königin“ und so sollten sie auch behandelt werden. Leider fühlen sich Schwangere in vielen Kreißsälen heutzutage immer noch als eine Art „Bittsteller“. Doch so sollte es auf keinen Fall sein!

    Viele Gebärende sind zum Ende der Schwangerschaft durch die ungewohnte Dosis an Hormonen häufig viel emotionaler als sonst. Mit dem Beginn der Geburt kommt neben der Vorfreude zusätzlich noch eine große Portion Unsicherheit dazu. Dies ist zum Glück der Mehrzahl aller in der Geburtshilfe arbeitenden Personen bekannt und es besteht eine große Toleranz gegenüber dem Verhalten und Äußerungen der Gebärenden.

    Die Gebärende sollte sich keine Gedanken darüber machen, falls sie verbal etwas über die Stränge schlagen sollte. Es ist absolut ok, wenn sie unter der Geburt ihren Partner beschimpft oder gar vor die Tür schickt. Vor allem, wenn er eher selber hilfebedürftig ist, als das er hilfreich zur Seite steht. Entschuldigen kann sie sich immer noch, wenn das Baby da ist.

    Wenn der Partner merkt, dass ihm die Geburt doch mehr zu schaffen macht, als gedacht, darf und sollte er den Kreißsaal kurz verlassen. In diesem Fall ist sogar hilfreich, wenn er ihn dann zumindest zwischendurch verlässt, um wieder zur „Ruhe“ zu kommen. Denn seine Sorgen und Ängste übertragen sich sehr schnell auf die Gebärende. Und es macht es ihr noch schwerer „Loszulassen“ und zu entspannen. Es ist absolut nicht hilfreich, wenn die werdende Mutter sich in dieser Situation mehr Gedanken über ihren Mann macht, als sich auf den Geburtsprozess einzulassen.

    Es empfiehlt sich durchaus, sich vor der Geburt mal auf der Geburtsstation vorzustellen. Dies erleichtert das „Ankommen“ am Tag der Geburt und bietet die Chance, sich alle auf dem Herzen liegende Fragen beantworten zu lassen.

    Was anziehen im Kreißsaal?

    Doula - Gebärende bekommt im Kreißsaal den unteren Rücken mit einem Noppenball massiert

    Alles ist erlaubt, doch vor allem sollte die werdende Mutter die Kleidung leicht ablegen und im Verlauf der Geburt anpassen können. Ein schönes langes Nachthemd mit Knopfleiste ist da z.B. sehr praktisch.

    Da sie während der Geburt häufig über einen längeren Zeitraum leichtbekleidet ist und sich immer wieder intimen Untersuchungen aussetzen muss, ist es wichtig, dass sie sich zumindest in ihrer „Kleidung“ wohl und selbstbewusst fühlt.

    Schöne große Tücher sind auch sehr sinnvoll, da sie einerseits bei Bedarf wärmen und auch die Blöße bedecken können.

    Wie spricht man das Klinikpersonal an?

    Das ist vor allem abhängig von dem Gebaren bzw. der Etikette des jeweiligen Kreißsaals und dem dort tätigen Personal. Unabhängig davon, liegt es auch an den werdenden Eltern. Es spricht aber auch absolut nichts dagegen, wenn diese abwarten. Und wenn sie sich sympathisch werden, können sie ihnen gerne das „Du“ anbieten. Vielen Gebärenden fällt dies vor allem bei Jüngeren und Gleichaltrigen leichter.

    Was tun, wenn man Durst oder Hunger bekommt?

    In den allermeisten Kreißsälen ist es heutzutage keine Frage mehr, wenn die Schwangere im Verlauf des Geburtsprozesses etwas Trinken oder eine leichte Mahlzeit zu sich nehmen will. Früher hatte man Bedenken, dass es der Schwangeren die notwendige Kraft rauben könnte. Oder das sie bei einem notwendigen Kaiserschnitt unter der Narkose an ihrem Erbrochenen ersticken könnte. Dies konnte aber mittlerweile durch Studien widerlegt werden.

    Begleitung durch eine Doula im Kreißsaal

    Glücklicherweise lassen sich immer mehr Kreißsäle darauf ein, dass die Schwangere bzw. die werdenden Eltern sich während der Geburt durch eine ausgebildete Doula betreuen lassen. Diese durchgehende Betreuung ist vor allem heutzutage nur noch bei einer von der Schwangeren „gebuchten“ Beleghebamme gewährleistet. Allerdings haben nicht alle Geburtskliniken Verträge mit Beleghebammen.

    Geburtsplan erstellen

    Wir empfehlen euch werdenden Eltern auf jeden Fall einen Geburtsplan zu erstellen, indem ihr genau festhaltet, wie ihr euch eure Geburt vorstellt. Wie ihr zum Beispiel einer Einleitung oder der Verabreichung einer PDA gegenübersteht etc. und diesen mit der zuständigen Hebamme besprecht. Da eine Geburt nicht selten über einen Schichtwechsel hinausgeht, ist es sinnvoll diesen Geburtsplan im Kreißsaal abzugeben.

    Es ist eure Geburt, die es kein zweites Mal gibt.

    Wenn ihr euch eine eins zu eins – Betreuung wünscht und keine Beleghebamme gefunden habt, überlegt euch, ob ihr nicht vielleicht eine Doula zur Unterstützung während der Geburt buchen möchtet. Nähere Informationen über die Arbeit einer Doula findet ihr in dem entsprechenden Beitrag „Die Doula – helfende Elfe unter der Geburt„.

    Euer Babytalk-Team

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  • Klinik, Geburtshaus oder Hausgeburt: Welcher Geburtsort soll es sein?

    Klinik, Geburtshaus oder Hausgeburt: Welcher Geburtsort soll es sein?

    Spätestens mit dem fortschreiten eurer Schwangerschaft stellt ihr euch die Frage nach dem Geburtsort für eine sichere Geburt. Dabei ist es vor allem wichtig, dass ihr Eltern euch wohl fühlt und was ihr denkt, wo euer Baby am liebsten die Welt erblicken würde? Diese beiden Fragen können euch werdenden Eltern und insbesondere euch werdenden Müttern helfen, eine Antwort auf die Frage zu finden, wo ihr euch am sichersten fühlt.

    Nachfolgend stellen wir euch die verschiedenen Geburtsorte mit ihren Eigenheiten, sowie Vor- und Nachteilen vor.

    Geburtsort: Klinik

    Vor allem Erstgebärende wünschen sich eine Klinik als Geburtsort, da die Unsicherheit groß ist, wie eine Geburt abläuft und was dabei auf sie zu kommt. Dort fühlen sie sich sicher. Nicht zuletzt spricht die schnelle Bereitschaft der Ärzte bei größeren Schwierigkeiten während der Geburt sowie beim Neugeborenen dafür.

    Nachteilig bei länger dauernden schichtübergreifenden Geburten ist es, dass die werdenden Eltern gegebenenfalls von mehreren Geburtshelfern begleitet werden. Einige Kliniken haben Verträge mit sogenannten Beleghebammen, so dass die Eltern über die gesamte Dauer der Geburt von einer von ihnen persönlich ausgewählten Hebamme begleiten werden können.

    Bei einer Steiß- oder Querlage des Babys oder schwerwiegenden Erkrankungen bei Mutter oder Kind ist eine Klinikgeburt nahezu unausweichlich bzw. angezeigt.

    Mittlerweile bieten viele Geburtskliniken Alternativen neben den konventionellen Methoden der Geburtsintervention, wie Wehentropf oder PDA (Periduralanästhesie) an.

    Betreuung durch eine Doula

    Eine Doula ist eine mit dem Verlauf einer Geburt vertrauten Person, die die werdende Mutter bzw. Eltern während der Geburt durchgehend im Kreißsaal betreut.

    Sie kümmert sich um das Wohlergehen Eltern und hilft der Mutter mit Massagegriffen zu entspannen. Auf Wunsch übernimmt sie auch die Kommunikation mit den Geburtshelfern des Krankenhauses, z.B. um den Eltern, den von ihnen gewünschten Geburtsverlauf soweit es die Gesundheit von Mutter und Kind zulässt, zu gewährleisten.

    Ist ein einladender Geburtsraum vorhanden?

    Geburtsort

    Bei der Auswahl der Geburtsklinik, sofern eine Auswahl überhaupt zur Verfügung steht, sollte die Ausstattung der Kreißsäle berücksichtigt werden. Handelt es sich um kalte sterile Klinikräume oder sind sie eher „gemütlich“ eingerichtete Gebärzimmer.

    Wie sieht das Bett aus, ist es ein typisches Kranken Bett oder schon ein rundes Bett, welches zum „Verweilen“ einlädt. Möglicherweise ist es schon mit einem flexibel „aufstellbaren“ für alle Geburtspositionen geeigneten Bett ausgestattet.

    Gibt es einen großen Sitzball, Gebärschemel oder ein Seil bzw. Tuch, an denen sich die Gebärende während der Wehen festhalten kann?

    Ist eine Wanne zur Entspannung oder Wassergeburt vorhanden?

    Nicht zu vergessen ist die Einrichtung der Wochenbettstation. Ist das Bad direkt angegliedert und für wie viele Mütter ist es vorgesehen.

    Um all diese Punkte zu beachten, ist es wichtig, sich frühzeitig nach einer passenden Klinik umzuschauen und vorzustellen. Wenn die Kreißsäle und Arbeitsweise zusagen, ist es sinnvoll sich voran anzumelden, damit dies, wenn es soweit ist, weniger Zeit in Anspruch nimmt.

    Geburtsort: Die ambulante Geburt im Krankenhaus

    Eltern, die nicht auf die Sicherheit einer Geburtsklinik verzichten und nach einer natürlichen Geburt so schnell wie möglich wieder nach Hause wollen, können dies nach einer ambulanten Geburt nach 24 Stunden. Vorausgesetzt Mutter und Kind geht es gut und die Geburt verlief ohne größere Komplikationen.

    Für die Betreuung nach einer ambulanten Geburt muss für eine Hebamme organisiert werden. Für die U2 Untersuchung nach dem dritten Lebenstag muss in diesem Fall ein Kinderarzt aufgesucht werden. Der Termin sollte soweit möglich bereits vor der Geburt ausgemacht werden.

    Geburtsort: Geburtshaus

    Geburtsort - Das Geburtshaus

    Geburtshäuser verzichten im Gegensatz zu Kliniken ganz auf den Einsatz von der PDA als von außen einwirkende Hilfe. Sie stehen für einen natürlichen Geburtsprozess, der so nicht in jeder Geburtsklinik umsetzbar ist oder verfolgt wird. Dies liegt nicht zuletzt an der Unrentabilität einer länger dauernden natürlichen Geburt.

    Die hier tätigen Hebammen setzen mehr auf ganzheitliche Mittel wie Homöopathie, Bachblüten-Essenzen, Aromatherapie sowie Akupressur oder Akupunktur. Als von außenwirkenden Geburtshilfen schwören viele Geburtshäuser auf Anwendungen in warmen Wasser.

    Leider werden die Betriebskostenpauschalen in der Höhe von ca. 300 Euro nicht von den Krankenkassen übernommen Unserer Ansicht nach eine sehr sinnvolle Investition. Auch wenn man für die anschließende Betreuung durch eine Hebamme und der U2 durch einen Kinderarzt, wie bei einer Hausgeburt selber verantwortlich ist. Die U1 wird in der Regen noch von der Hebamme übernommen.

    Der Kontakt zur Hebamme

    In einem Geburtshaus beginnt der Kontakt zur Hebamme häufig bereits in den von ihnen angebotenen Geburtsvorbereitungskursen. Und da die Anzahl der dort tätigen Hebammen sehr überschaubar ist, ist die Voraussetzung für einen vertrauensvollen Kontakt gegeben.

    Ausstattung der Geburtsräume

    Nach der Gesundheit von Mutter und Kind sind Entspannung und Vertrauen die wichtigsten Voraussetzungen für eine schöne Geburt. Dementsprechend sind die Räume heimelig eingerichtet. Damit es nicht zu größeren Schwierigkeiten kommt, sind Geburtshäuser mit Herzwehen-Schreiber und Notfall-Sauerstoffgeräten ausgestattet. Falls es während der Geburt zu größeren Schwierigkeiten kommt, kann die werdende Mutter zeitnah in eine Klinik verlegt werden. Denn Geburtshäuser müssen immer in der Nähe einer Klinik angesiedelt sein.  

    Wer kümmert sich um Mutter und Kind nach der Geburt?

    Wünschenswert wäre in den meisten Fällen bestimmt die liebevolle Versorgung der jungen Mutter und ggf. der älteren Geschwister durch den Vater. Sofern dieser sich freinehmen kann. Des weiteren könnte die eigene Mutter, Schwester und oder Freundin die Familie in den ersten Tagen nach der Geburt beim Einkaufen, Essen kochen, Putzen etc. unterstützten.

    Zudem besteht die Möglichkeit eine Familienhelferin bzw. Mütterpflegerin zu beauftragen. Die Kosten werden größtenteils von der Krankenkasse übernommen.

    Geburtsort: Zu Hause

    Für die Mütter bzw. Eltern, die sich in der eher sterilen Umgebung einer Klinik nicht wohl fühlen und für die auch das Geburtshaus nicht in Frage kommt, besteht ggf. die Möglichkeit das Kind zu Hause zur Welt zu bringen. Gegebenenfalls unter anderem deshalb weil kaum noch Hebammen Hausgeburten begleiten. Was neben an den hohen Versicherungsbeiträgen vermutlich vor allem an dem gestiegenen Risiko bei Komplikationen verklagt zu werden, liegt.

    Bevor eine Hausgeburt angegangen werden kann, muss am besten direkt nach Bekanntwerden der Schwangerschaft eine Hebamme gesucht werden. Später ist die Chance eine hausgeburtbegleitende Hebamme zu finden schon fast aussichtslos.

    Die Zahl der Hausgeburten ist in den letzten Jahrzehnten extrem gesunken und so kommen derzeit in Deutschland gerade noch zwei Prozent aller Kinder nicht in einer Klinik zur Welt. Nach Abzug der Geburten in einem Geburtshaus bleiben vermutlich weniger als ein Prozent der Babys, die zu Hause zur Welt kommen.

    Hebammen, die eine Hausgeburt begleiten setzen eine Rufbereitschaftspauschale in Rechnung. Diese wird derzeit je nach Krankenkasse in Höhe von ca. 250 Euro übernommen.

    Die Voraussetzungen für eine Hausgeburt sind überschaubar. So muss im Notfall der Zugang des Geburtsraumes mit einer Trage sowie die Anfahrt durch einen Krankenwagen ans Haus bzw. eine zeitnahe Erreichbarkeit einer Geburtsklinik gewährleistet sein. Eine Wärmelampe ist wünschenswert.

    In der Mehrheit handelt es sich bei Hausgeburten nicht um Erstgebärende. Diese Eltern wünschen sich häufig eine selbstbestimmte Geburt innerhalb des familiären Umfelds. Diese Eltern haben sich in der Regel sehr gut über die Geburt und deren Risiken informiert. Zudem haben sie ein großes Vertrauen in den natürlichen Geburtsprozess und in das Können der sie begleitenden Hebamme. Diese haben sie in der Regel bereits im Geburtsvorbereitungskurs näher kennengelernt.

    Inwieweit ist eine Notfallversorgung bei einer Hausgeburt gewährleistet?

    Viele Mediziner haben eher kein Verständnis bei dem Wunsch von werdenden Eltern zu Hause zu gebären. Nichtsdestotrotz sind Hausgeburts-Hebammen heutzutage auch notfalltechnisch besser ausgerüstet. Sie haben sie ein mobiles Überwachungsgerät und ein Notfall-Sauerstoffgerät dabei.

    Zu beachten ist, dass die werdenden Eltern sich vor der Geburt bei einer Klinik zwecks der Versorgung und Erreichbarkeit im Notfall melden sollten. Dies erspart im Ernstfall das zeitraubende und nervtötende Klären von Formalitäten.

    Fazit

    Wir empfehlen euch werdenden Eltern, euch genau über den Geburtsverlauf sowie über die in fragekommenden Geburtsorte und Geburtspositionen zu informieren. Am besten solltet ihr diese zuvor besichtigen und euch nicht mit der erstbesten Lösung zufrieden geben! Die Geburt ist häufig nicht nur für die Neugeborenen eine traumatische Erfahrung. Sie beeinflusst vor allem deren Überzeugungen über die Welt, in die sie hineingeboren werden. Egal was eure eigenen oder Schwiegereltern sagen, vor allem die werdende Mutter muss sich sicher und gut in dem ausgewählten Geburtsort fühlen.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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  • Schlafregression – wenn dein Baby nicht mehr schlafen kann

    Schlafregression – wenn dein Baby nicht mehr schlafen kann

    Als Schlafregression bezeichnet man das „plötzliche“ Zurückfallen des Schlafverhaltens eines Kindes auf einen früheren Entwicklungstand, insbesondere, wenn die Ursache des Rückfalls auf einen Wachstumsschub des Babys zurückzuführen ist. Diese Wachstumsschübe sind Phasen in denen euer Baby durch kognitive oder motorische (Weiter-) Entwicklungen neue Fähigkeiten erlangt.

    Wenn euer Kind in der letzten Zeit nachts nur noch ein bis zwei Mal wach wurde, wird es bei einer Schlafregression nun wieder häufiger wach.

    Häufig liegen die Entwicklungssprünge im kognitive und/oder motorischen Bereich, wenn euer Kind z.B. zu krabbeln, zu stehen oder mit dem Laufen beginnt. In diesen Phasen ist das Gehirn eures Kindes vor allem in der Nacht, so sehr mit der Verarbeitung dieser neu erlernten Bewegungsabläufe beschäftigt, dass deren Schlaf oberflächiger und unruhiger wird.

    Nicht selten üben Babys, wenn sie in der Nacht wach werden, dass was sie am vorherigen Tag(en) neu erlernt haben. So kann es sein, dass sie nachts ausdauernd immer wieder probieren sich auf den Bauch zu drehen. Wenn ihr diese Wachstumsschübe mitbekommt, könnt ihr euer Kind unterstützen, wenn ihr seine Umgebung so anpasst, dass es die neuen Fähigkeiten sicher üben kann. Dies macht sowohl euer Kind als auch euch Eltern stolz und beruhigt zudem seinen Schlaf wieder.

    Schlafregression und Wachstumsschübe

    Wenn auch nicht alle, so werden doch viele Wachstumsschübe von Schlafregressionen eines Kindes begleite. Dies liegt u.a. daran, dass ihr sie mit zunehmendem Alter und gefestigter Schlafroutine häufig nicht mehr als Störung wahrnimmt. Viele Kinder haben mit 5/8 Woche, sowie mit 4,6,8,10,12 und 18 Monaten einen Wachstumsschub, wobei eine Schlafregression zwischen 1 und 2 Wochen andauern kann.

    Eine Schlafregression ist nicht nur wegen den nächtlichen Schlafunterbrechungen von Eltern und Kind mühsam, dazu kommt, dass häufig auch der mühsam eingeübte Tagesablauf wieder durcheinander geschmissen wird.

    Dabei ist es wichtig, dass ihr euch immer wieder vor Augen haltet, dass auch dieser Schub wieder vorbei geht und sich ansonsten über die Fortschritte eures Kindes zu erfreuen.

    Tipps zur Bewältigung der Schlafregressionen

    Bedenkt, dass euer Baby mit eurem Limbischen System verbunden ist und somit eure Stimmungen und Gefühle die eures Kindes beeinflussen. Und wenn ihr Angst bzw. Stress bekommt, „es nicht zu schaffen“, überträgt sich dieser auf euer Baby.

    Dieser Stress macht es eurem Kind nicht gerade leichter, diese aufregende und auch beängstigende Zeit gut zu überstehen. Deshalb schaut, von welchen Seiten ihr Unterstützung bekommen und euch Auszeiten für Ruhe und andere Bedürfnisse schaffen könnt. Diese manchmal extrem anstrengenden Wochen gehen vorbei und ihr könnt nicht mehr als euer bestes geben.

    Schlaf- und Wachzeiten

    Probiert die kürzeren Schlafzeiten über Tag, so gut es geht, zu ähnlichen Uhrzeiten bei zuhalten. Dies verhindert, dass euer Kind übermüdet und dies würde nicht nur bei eurem Kind, sondern anschließend auch bei euch zu Stress führen.

    Mit jedem weiteren Entwicklungsschub brauchen Babys weniger schlaf und schaffen es länger wach zu bleiben. Nachfolgend findet ihr eine Übersicht über die „typischen“ Längen der Wachzeiten für Babys und Kleinkinder.

    0-6 Monate: ca. 1-2 Stunden
    6–12 Monate: ca. 2–3,5 Stunden

    Bis zum zweiten Lebensjahr dehnt sich diese Zeit auf bis zu fünf Stunden aus.

    An den obenstehenden Wachzeiten könnt ihr euch zumindest grob orientieren, doch macht euch keinen Stress, wenn euer Kind eine andere „Meinung“ dazu hat. Die Crux an diesen Entwicklungs-/Übersichtstabellen ist, dass sie einerseits Sicherheit vermitteln, aber bei Abweichungen auch die Ängste von uns Eltern verstärken. Dabei verlieren Eltern immer wieder den ganz individuellen Entwicklungsplan ihres Kindes aus den Augen.

    Babys brauchen regelmäßig und somit auch tagsüber ihren Schlaf, ihr Gehirn verbraucht sehr viel Energie bei der Verarbeitung der neu gewonnenen Eindrücke und nicht zuletzt für die Aufrechterhaltung der körperlichen Lebensfunktionen. Je älter die Kinder sind, ums so eher können durch Wachstumsschübe hervorgerufene Schlafregressionen bei manchen dazu führen, dass sie tagsüber weniger Schlafzeiten brauchen und auch schon mal ihren Mittagsschlaf verweigern.

    Ausnahmen sind die Wachstumsschübe, wenn Kinder ihren Schlafrhythmus von drei auf zwei Schlafzeiten umstellen, was in der Regel um den 8. Monat herum der Fall ist und ebenso, wenn die Umstellung von zwei zu einem Mittagsschlaf erfolgt. Diese Umstellung geschieht sehr individuell zwischen einem und eineinhalb Jahren.

    Wachstumsschübe machen hungrig

    Vermutlich werden eure Kinder während ihrer Wachstumsschübe einen größeren Hunger haben. Vor allem Kinder, die gestillt werden, wollen ihren erhöhten Energiebedarf bzw. Hunger auch nachts öfter stillen.

    Sobald sich die Muttermilch an die neuen Bedürfnisse eures Kindes angepasst hat, entspannt sich das Schlafverhalten eures Babys. Und wenn ihr eurem Baby tagsüber häufiger eure Brust oder Nahrung anbietet, wird es nachts seltener aus Hunger wach.

    Eure Mira

    Beitragsfoto: encrier / Getty Images Pro
  • Der Wochenfluss

    Der Wochenfluss

    Der Wochenfluss und die Rückbildung der Gebärmutter

    Nach dem das Kind und die Nachgeburt geboren wurden, bleibt in der Gebärmutter eine im Durchmesser ca. 12 cm große Wunde zurück, wo die Plazenta sich abgelöst hat. Diese Fläche muss langsam wieder heilen. Der anschließend beginnende Wochenfluss wird durchs Stillen und das dabei ausgeschüttete Hormon Oxytocin in Gang gesetzt, welches die Nachwehen, Heilung und die Rückbildung fördert.

    Diese Nachwehen sind wichtig. Sie sorgen für das Zusammenziehen der Muskelfasern der Gebärmutter und kurbeln so den Wochenfluss an. Die Muskelkontraktionen der Gebärmutter sorgen dafür, dass Blutreste, Wundsekret, Gewebe und Eihäute abgestoßen und vaginal ausgeschieden werden.

    Er hält so lange an, bis die Wunde vollständig verheilt ist, wobei dieser stetig abnimmt. Der Wochenfluss wird auch Lochien genannt, was von dem altgriechischen Wort lóchos = Geburt herstammt.

    Der Wochenfluss hält ca. 4 bis 6 Wochen an, während dessen die Gebärmutter auf ihren Ursprungszustand zurück schrumpft.

    Bei aufkommendem Fieber, Schmerzen oder einem beißenden Geruch sollte auf jeden Fall der Frauenarzt oder die Hebamme kontaktiert werden.

    Entwicklung des Wochenflusses

    • Am ersten Tag:
      Direkt nach der Geburt ist der rein blutige Wochenfluss am stärksten und kann bis zu 500 Milliliter betragen. Zudem können außer dem Wundsekret noch Reste der Gebärmutterschleimhaut, sowie Zervix und Vaginalschleim ausgeschieden werden.
    • Zwischen dem 2. und 3. Tag
      nimmt der Wochenfluss merkbar ab und beträgt dann nur noch ca. 100 Milliliter. Allerdings ist der immer noch blutige Wochenfluss nun erheblich wässriger. Neben dem Blut werden noch immer Schleim, Blutgerinsel und Gewebereste sowie Bakterien ausgeschwemmt.
    • Zum Ende der 1. Woche:
      Da die Wunde bereits etwas verheilt ist, blutet die Wunde an der Gebärmutter nur noch gering und beträgt nur noch zwischen 10 bis 30 Milliliter. Die Farbe des Wochenflusses hat nun seine Farbe verändert. Sie kann wässriges rosa oder auch rot bräunlich sein.
    • Zum Ende der 2. Woche:
      kann sich die Farbe des Ausflusses noch einmal verändern. Er kann nun weiterhin rot bräunlich oder aber gelblich sein. Üblich sind zu diesem Zeitpunkt zwischen bis 5 bis 10 Milliliter.
    • Zum Ende der 3. Woche:
      ist der Wochenfluss schon fast vollständig versiegt. Die Farbe ist jetzt weißlich bis klar.  Die Gebärmutter sollte nun nach drei Wochen gut verheilt sein und die Schleimhaut sich wieder im Aufbau befinden.
    • Zwischen der 4. und 6. Woche
      Nun sollte die Gebärmutter vollständig verheilt sein und auch eine neue Schleimhaut ausgebildet haben. Der Beginn der ersten Periode nach der Geburt ist sehr individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab.

    Sowohl das Stillen als auch das Aufstehen nach längerer Zeit hat einen Einfluss auf den Wochenfluss. Das Stillen regt die Kontraktion (Zusammenziehen) der Gebärmutter an, wodurch eine größere Menge Blut abgestoßen wird. Zudem sammelt sich das Wundblut beim Liegen und fließt erst dann ab, wenn die Mutter aufsteht, sich bewegt oder auf Toilette muss.

    Wochenfluss nach einer Kaiserschnitt-Geburt

    Der Verlauf des Wochenflusses hängt unteranderen davon ab, ob das Kind auf natürlichem Weg oder per Kaiserschnitt geboren wurde.

    Nach einer Kaiserschnittgeburt fällt der Wochenfluss häufig etwas schwächer und kürzer aus. Dennoch hinterlässt auch die chirurgische Trennung der Plazenta von der Gebärmutter eine offene Wunde.

    Hygiene im Wochenbett bzw. beim Wochenfluss

    In den ersten Wochen nach der Geburt ist es unabdingbar auf ausreichende Hygiene zu achten. Während der Wundheilung der Gebärmutter besteht ein erhöhtes Risiko das Keime und Bakterie in die Vagina oder auch in die Gebärmutter eindringen. Deshalb ist Händewaschen nach der Hygiene im Genitalbereich unverzichtbar.

    Hygienetipps beim Wochenfluss

    • Verzichtet zumindest in den ersten Wochen auf Tampons, da sich bei deren Nutzung der Ausfluss stauen und dies weitere Komplikationen nach sich ziehen kann. Vlieseinlagen oder Wegwerfslips haben sich dagegen bewährt.
    • Einlage oder Binden sollten regelmäßig in Abhängigkeit des Ausflusses alle 2-4 Stunden gewechselt werden. Unbedingt vor- und nachher Händewaschen nicht vergessen.
    • Getrocknete Blutreste sollten am besten direkt nach dem Besuch der Toilette abgewaschen werden. Je nach Wohlbefinden in der Wanne abspülen, kurz Duschen oder auf der Toilette mit einem feuchtwarmen Waschlappen säubern. Alternative kann eine ph-neutrale Reinigungslotion verwendet werden. Auf parfümierte Duschgels oder spezielle Intimpflegeprodukte sollte verzichtet werden.
    • Eine flüssigkeitsundurchlässige Unterlage schützt während der Wochen des Wochenflusses dein Sofa und Bett.
    • Wenn das Bedürfnis nach Sex hochkommt, ist es ratsam seine Hebamme dazu zu befragen. Üblicherweise sollte 4-6 Wochen nach der Entbindung auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden, da die Möglichkeit besteht, dass der Wochenfluss infektiös ist. Von manchen Hebammen wird ein geschützter Geschlechtsverkehr (mit Kondom) als Option gesehen, solange die Frau dabei ein gutes Gefühl hat.
    • Neben dem Sex gibt es auch in Bezug aufs Baden unterschiedliche Meinungen. Ein Bad in der Wanne nehmen wird von manchen als durchaus verantwortbar eingeschätzt. Doch auch dieses Vorhaben sollte am besten , vor ab mit eurer Hebamme besprochen werden.

    Wie infektiös ist der Wochenfluss?

    Die Meinung zur Infektiösität des Wochenflusses ist gespalten. Manche halten ihn für keimhaltiger und infektiöser als andere Wundsekrete und andere nicht. Nichtsdestotrotz kann es im schlimmsten Fall zu Kindbettfieber führen, wenn von außen infektiöse Keime in die Gebärmutterwunder geraten. Aus diesem Grund ist es äußerst wichtig auf Sauberkeit und Hygiene im Umgang mit dem Wochenfluss zu achten.

    Wann kommt es zu einem Wochenflussstau?

    Wenn der Wochenfluss auf einmal deutlich erkennbar nachlässt oder gar über Stunden ganz versiegt, sollte probiert werden, ob sanfte Massagen und ein Sitzbad mit Meer- oder Kochsalz den Ausfluss wieder in Gang bringen. Es könnte sein, dass sich der Muttermund verschlossen hat und der Ausfluss nicht abfließen kann. Dann sammelt sich das Wundsekret in der Gebärmutter.

    Sollte der Wochenfluss nicht wieder von selbst anfangen zu fließen und zusätzlich durchdringend und streng riecht, sollte unbedingt ein Arzt oder Hebamme aufgesucht werden. Im schlimmsten Fall kann es durch die Entzündung zum Kindbettfieber kommen. Durch sorgfältige Hygiene kommt es aber heutzutage nur noch selten zu einer solch starken Infektion.

    Wochenfluss und Wundheilung fördern

    Nach der Geburt ist es extrem hilfreich, wenn die frischgebackene Mutter sich schont und viel liegt. Deshalb heißt diese Zeit ja auch Wochenbett. Das Ruhen hilft dem Kreislauf, sich wieder zu stabilisieren.

    Viele Hebammen empfehlen den Intimbereich nach dem jedem Toilettengang von außen mit laufwarmen Wasser zu reinigen. Frische Luft tut, wie bei den meisten Wunden, auch gut. Das heißt, solange die Frau sich dabei wohl fühlt, kann sie sich „untenrum“ frei machen und auf eine wasserundurchlässige Unterlage legen. Gegebenenfalls wartet man damit bis der Wochenfluss etwas abgeklungen ist.

    Für die Rückbildung des Körpers und insbesondere für die Gebärmutter, kann es hilfreich sein, wenn die Mutter sich regelmäßig für einige Minuten auf den Bauch legt. Dies sollte am Besten mit der Hebamme abgesprochen werden. Falls der Druck zu groß ist, kann man probieren ein Kissen darunter zu legen.Vor allem für Mütter die per Kaiserschnitt entbunden haben, ist die Bauchlage unangenehm.

    Eure Babytalk-Redaktion

    Beitragsfoto: Rachaphak / Getty Images Pro
  • Schlafen in der Schwangerschaft ist leichter gesagt als getan

    Schlafen in der Schwangerschaft ist leichter gesagt als getan

    Die besten Tipps, um Schlaf zu finden

    Fast alle Schwangeren leiden im dritten Trimester unter Schlafstörungen. Dabei ist es vor allem in der Schwangerschaft wichtig erholsamen und kraftspendenden Schlaf zu finden, denn Geburt und die Zeit des Wochenbetts werden bis an die letzten Kraftreserven gehen.

    Schwangerschaft, eine Höchstleistung für Körper und Geist

    Der Körper einer Schwangeren leistet regelrecht Höchstleistungen und da sind Ruhe und Entspannung ebenso wichtig wie regelmäßiger Schlaf. Diese Stunden der Ruhe

    Viel Ruhe, Entspannung und ein paar extra Stunden Schlaf. Gerade während der Schwangerschaft wird das oft empfohlen. Denn das kommt nicht nur der werdenden Mutter zugute, deren Körper Höchstleistungen absolviert. Auch das Ungeborene braucht die Ruhestunden für seine Entwicklung im Mutterleib. Doch für viele Frauen ist es gar nicht so einfach, erholsamen Schlaf zu finden. Es gibt viele Gründe, warum vor allem Schwangere nachts immer wieder aufwachen oder gar nicht erst einschlafen können.

    • Beim Einschlafen drehen sich die Gedanken nur um das Baby, und der Kopf will einfach nicht zur Ruhe kommen.
    • Die hormonelle Umstellung sorgt bereits zu Anfang der Schwangerschaft für schlaflose Nächte.
    • Häufiger Harndrang auch schon zu Schwangerschaftsbeginn lässt dich keine Nacht durchschlafen.
    • Der große Babybauch lässt es kaum zu, eine bequeme Schlafposition zu finden.
    • Das Baby tritt und bewegt sich gerade dann, wenn du schlafen möchtest.

    Schlafen in der Schwangerschaft, welche Positionen sind erlaubt?

    Gerade die richtige Schlafposition ist wichtig, wenn du zur Ruhe kommen möchtest. Das ist während der Schwangerschaft – vor allem im dritten Trimester – gar nicht mehr so einfach. Grundsätzlich gilt: So lange es bequem ist, kannst du deine Schlafposition frei wählen.

    Schlafen in der Schwangerschaft: auf dem Bauch

    Gegen das Schlafen in der Bauchlage spricht nichts, solange es für dich angenehm ist schadet es nicht. Das Baby ist durch die Fruchtblase sicher geschützt. Ab einem gewissen Umfang wird die Bauchlage jedoch für jede Schwangere auf Dauer unangenehm. Sie wird sich dann weder bewusst noch unbewusst im Schlaf auf ihren Bauch drehen.

    Schlafen in der Schwangerschaft: auf dem Rücken

    Sobald das zunehmende Gewicht beginnt auf die inneren Organe, großen Gefäße und Nerven zu drücken, wird das Schlafen in Rückenlage immer unangenehmer. Zum Ende der Schwangerschaft hin drückt der Bauch auch auf die Hohlvene, die das Blut aus den unteren Extremitäten zum Herzen transportiert.

    Zudem unterstützt sie die Nieren dabei Schadstoffe aus dem Körper zu filtern. Wird dieser Blutfluss zu lange verringert, gefährdet es die Versorgung des Babys.

    Da die Verringerung des Blutflusses jedoch auch für die Schwangere unangenehm ist, wird diese normalerweise von alleine wach, wenn sie sich auf den Rücken dreht bzw. zu lange in dieser Position verharrt.

    Schlafen in der Schwangerschaft: auf der Seite

    Das Schlafen auf der Seite ist irgendwann, die einzige noch einigermaßen annehmbare Position für die Schwangere. Diese Position entlastet sowohl ihren Bauch als auch ihre inneren Organe und dabei auch die Hohlvene.

    Aus diesem Grund sollte sich die Schwangere frühzeitig an die Rückenlage und vor allem an das Schlafen auf der linken Seite gewöhnen. Da das Blut in dieser Position frei zirkulieren kann, gibt es am frühen Morgen kaum noch dicke Beine.

    Stillkissen oder andere längliche Kissen unterstützen dabei, trotz dickem Bauch eine einigermaßen ertragbare Schlafposition zu finden. Um die Muskeln rund um das Becken zu entlasten, sollten die Kissen dafür zwischen den Beinen, unter dem Bauch und in den Rücken der Schwangeren verteilt werden. Ein Stillkissen tut es aber auch und so bietet es sich an, dieses bereits vor dem letzten Trimester der Schwangerschaft, statt erst zur Geburt zu kaufen.

    Diese Einschlafrituale können auch helfen

    • Digitale Geräte sollten mindestens eine halbe Stunde vor dem zu Bett gehen ausgeschaltet werden.
    • Ein aromatisches Bad bei Kerzenschein und entspannender Musik entspannt nicht nur den Körper, sondern auch den Geist.
    • Weniger trinken, erspart der Schwangeren, nachts nicht zu oft auf die Toilette zu müssen.
    • Zum Abschalten ist es hilfreich, sich vor dem Schlafen den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen
    • Nicht nur zum Runterkommen, sondern und was noch viel wichtiger ist, unterstützen Gespräche mit dem Ungeborenen den Bindungsaufbau.

    Trotz aller Tipps und Rituale ist es sehr wahrscheinlich, dass die Mehrheit der Schwangeren in den letzten Wochen vor der Geburt unter zu wenig Schlaf leiden wird. Umso wichtiger ist es, dass sie immer wieder probiert sich tagsüber Ruheinseln für ein kurzes Nickerchen zu schaffen.

    Es ist nicht mehr lang und ihr werdet es schaffen!

    Euer Deva (Babytalk-Redaktion)

  • Geburtspositionen – hockend, auf allen vieren oder doch lieber liegend?

    Geburtspositionen – hockend, auf allen vieren oder doch lieber liegend?

    In den letzten 200 Jahren hat die liegende Geburtsposition, die aufrechte Position immer mehr verdrängt. Die liegende Gebärposition ist für den Geburtsprozess ungünstiger und für die Frau oft schmerzhafter.

    Es gibt eine unbestätigte Geschichte, dass der Ausgangspunkt der liegenden Geburt mit dem französischen Sonnenkönig Ludwig des 14. zusammenhängt. Der soll den Fabel gehabt haben, Frauen bei der Geburt zu beobachten. Damit er dies würdevoll im Sitzen tun konnte, mussten die Schwangeren vor ihm auf einen Tisch liegend gebären. Diese Geschichte hat sich in dem Begriff „Kaiserschnitt“ verewigt.  

    Bis ins 19. Jahrhundert besaßen viele Haushalte einen Gebärhocker, da das Hocken eine sehr verbreitete Geburtsposition war. Der Stuhl wurde häufig als Mitgift mit in die Ehe gebracht. Es ist bzw. war ein kleiner Stuhl ohne Lehne mit einer Aussparung für das Baby. Eine in der damaligen Zeit typische Gebärposition war zudem im Stehen.

    Die Rapide Abnahme der Hebammen, die auch Hausgeburten begleiten haben dazu geführt, dass ca. zweidrittel aller Geburten in einem Kreißsaal stattfinden und auch die Kaiserschnittrate rapide gestiegen ist.

    Rückbesinnung zu aufrechten Geburtspositionen

    In der jüngeren Vergangenheit hat eine Rückbesinnung, in die für die Frau günstigeren aufrechten Geburtspositionen begonnen. Dabei gebären die meisten halbsitzend auf dem flexiblen Bett im Kreißsaal. Das Ergebnis einer Umfrage auf www.eltern.de besagte, dass gut 60 Prozent der 1700 aller teilgenommenen Leser im Kreißsaalbett gebären, 10 Prozent in der Hocke und ebenso viele auf allen vieren. 14 Prozent entbinden in einer anderen Position.

    Die beste Geburtsposition ist die, in der sich die Gebärende am wohlsten fühlt.

    Es ist empfehlenswert, vor der entscheidenden Phase im Geburtsprozess, so viele Geburtspositionen wie möglich auszuprobieren. In den letzten 30 Minuten fehlt einer Gebärenden dafür vermutlich die „Muse“ und die Zeit.

    Dafür sind vor allem Hebammen ausbildende Geburtskliniken geeignet, da die Hebammenschülerinnen mehr Zeit haben und motivierter sind, einer Frau dabei zu begleiten.

    Geburtspositionen

    In der Hocke

    Geburtspositionen Hocken

    Sobald die Austreibungsphase beginnt, geht die Gebärende mit jeder Wehe in die Hocke. Warum ist das hilfreich? Immer wenn die Schwangere in die Hocke geht, kippt ihr Becken nach vorne und die Schwerkraft senkt das Gewicht des Babys nach unten Richtung Gebärmuttermund.

    Vorteile: Die Schwerkraft schiebt das Baby mit nach unten und unterstützt so die Frau beim „Pressen“ und weist ihr zugleich die Richtung, wohin.

    Ein nicht zu vernachlässigender Vorteil besteht darin, dass der Mann eine aktive Rolle während der Geburt einnehmen kann, indem er seine Frau von hinten stützt. Zudem sollte er seine Partnerin während des gesamten Geburtsprozesses, sofern sie es mag, sanft massieren.

    Nachteile: Diese Geburtshaltung ist für die Gebärende wie für die Hebamme und Arzt eine sehr anstrengende und unbequeme Haltung.

    Im Liegen

    Geburtspositionen Im Liegen

    Trotz der Vorteile der anderen Gebärpositionen entbinden die meisten Schwangeren in Deutschland noch immer im Liegen, wenn auch häufig mit halbangestellter Rückenlehne. Dies liegt vermutlich mit an den Geburtsbildern, wie sie in allen Arten von Filmen mit Geburten gezeigt werden.

    Vorteile: Diese Gebärposition ist vor allem für die Geburtshelfer bequem, zudem haben sie so einen guten Blick auf das Geburtsgeschehen.

    Nachteile: Der Druck des Schwangerschaftsbauches kippt das Steißbein nach vorne und verengt so den Eingang in den Gebärmuttermund. Zudem fühlen sich viele Entbindende in dieser Gebärposition dem Prozess und Helfern ausgeliefert. Dies und die liegende Haltung lassen sie in eine Passivität fallen, worunter häufig die Stärke der Wehen leidet.

    Nicht zuletzt drückt die Vena cava, eine Hohlvene, die für die Sauerstoffversorgung von Mutter und Kind verantwortlich ist.

    Auf allen vieren

    Geburtspositionen Auf allen vieren

    Die Schwangere hockt sich auf alle viere und verteilt ihr Gewicht gleichmäßig auf Beine und Arme. Dies kann auf dem Boden, auf dem Bett oder in einer Wanne sein. Auf dem Bett kann sich die Gebärende bei aufrechtgestellter Rückenlehne mit ihrem Oberkörper und Armen dort abstützen.

    Vorteile: Die Schwangere hat mehr Bewegungsspielraum und kann u.a auch ihr Becken kreisen lassen. Dies schafft dem Baby Platz und unterstützt es, seinen Weg durch den Geburtskanal zu finden. Dadurch, dass das Becken dem Baby einen größeren Raum bietet, kommt es im Vierfüßlerstand nur sehr selten zu Dammrissen bzw. Dammschnitte.

    Nachteile gibt es nicht und wenn dann eher für die Geburtsbegleiter.

    Im Endeffekt muss die Schwangere schauen, wann unter der Geburt ihr welche Position zusagt. Denn jeder Schmerz ist ein Zeichen, dass die aktuelle Position in diesem Moment nicht geburtsfördernd ist.

    Wir vom Babytalk-Team wünschen allen Schwangeren eine sichere Geburt.

    Beitragsfoto: gorodenkoff / Getty Image Pro
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  • Dreimonats–Koliken beim Baby

    Dreimonats–Koliken beim Baby

    Was sind Dreimonats-Koliken?

    Dreimonats-Koliken beim Baby sind keine spezifische Erkrankung. Sie beschreiben eher ein bestimmtes Verhalten des Babys, welches verschiedene Ursachen haben kann.

    Die Koliken treten ab der zweiten Lebenswochen des Babys auf und dauern in der Regel nicht länger als bis zum dritten Monat.

    Die Babys schreien viel oder zeigen zumindest ein schmerzverzerrtes Gesicht. Sie krümmen sich und ziehen ihre Beine an den Bauch und stoßen sie wieder weg.  scheinen Bauchschmerzen zu haben und lassen sich nur schwer beruhige. Die Koliken zeigen sich vor allem zum Abend hin.

    Häufig Luft will aus dem Darm entweichen oder es leidet an einer Verstopfung. Die Darmflora ist in den ersten Wochen noch nicht ausgereift und das Baby reagiert sensibler auf bestimmte Nahrungsmittel der Mutter.

    Je nach Ursache für die Dreimonats-Koliken gibt es unterschiedliche Möglichkeiten Abhilfe oder zumindest Linderung zu schaffen.

    Aber Vorsicht, nicht alle Koliken sind auf Bauchschmerzen zurückzuführen. Sie können auch darauf hinweisen, dass das Baby sich nicht wohl in seiner Haut fühlt.

    Dies kann ein Anzeichen eines noch nicht verarbeiteten Geburtstraumas sein. Generell ist es empfehlenswert, sowohl für das Baby als auch für die Mutter, nach der Geburt einen Osteopathen aufzusuchen.

    Auch wenn es leichter gesagt als getan ist, bleibt gelassen! Ihr macht sehr wahrscheinlich nichts falsch und könnt und „nur“ probieren eurem Baby Linderung zu schaffen.

    Die jungen Mütter bzw. Eltern sollten sich frühzeitig Hilfe bemühen, je nachdem von ihrem Partner, Schwester, Freundin oder Mutter. Nachfolgend werden die typischsten Ursachen für Koliken beschrieben.

    Es ist bei diesen Anzeichen immer empfehlenswert einen Kinderarzt aufzusuchen, um etwaige andere Erkrankungen auszuschließen. Dies hilft euch vor allem ruhiger und gelassener zu bleiben. Eure Ängste übertragen sich auf euer Baby und können selbst Ursache für Koliken sein.

    Wenn ihr eine andere Erkrankung ausschließen konntet, kommen folgende Ursachen in Betracht.

    Mögliche Ursachen für Dreimonats-Koliken

    Was kann die Mutter bzw. können Eltern ändern?

    • Auch wenn es eigentlich selbstverständlich sein sollte, Rauchen und Alkohol ist beim Stillen ein No-Go. Zudem solltet ihr euch nicht mit eurem Baby in Räumen aufhalten, in denen geraucht wird oder geraucht wurde.
    • Blähungen können auch weniger Ursache als viel mehr Folge von vielem Schreien/Weinen sein. In diesem Fall ist ganz viel Anlegen und Körperkontakt hilfreich. Am besten nutzt eine Tragehilfe und tragt es lange wie es für euch ok ist. Ansonsten kann eine Federwiege Entlastung schaffen.

      Wichtig ist, immer direkt aufs Schreien eingehen und das Baby auf den Arm nehmen oder mit sich gemeinsam mit ihm auf die Coach zu legen.
    • Häufig sind Dreimonats-Koliken auch die Folge von Reizüberflutungen. So mögen die meisten Babys in den ersten Wochen nicht zu viel Besuch (auf einmal) und weniger Reize durch Geräusche und Trubel, wie z.B. auf einem Wochenmarkt oder in einem Kaufhaus.

      Dazu ist es hilfreich zum Abend hin die Reize, wie durch Fernseher, Computer oder Hektik, wenn der Partner von der Arbeit nach Hause kommt, zu verringern.
    • Generell ist es wichtig, dass die Mutter isst, was ihr schmeckt und nur bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit (z.B. Kuhmilch) probiert diese auszusparen. Wenn die Mutter stillt, ist es bei Koliken empfehlenswert vor allem die folgenden Nahrungsmittel nacheinander ein paar Tage zu vermeiden, und einzeln zu sich zu nehmen, um herauszufinden, welche das Baby nicht verträgt. Hierzu gehören insbesondere Kohlgemüse, Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Hefebackwaren, Schokolade, Kaffee, O- oder Apfelsaft sowie Pflaumen. Diese sind häufig in den ersten Wochen noch nicht so gut verträglich fürs Baby. Gegebenenfalls helfen Tees, wie Fenchen-, Kümmel- oder Anistee.
    • Getreu dem Motto: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“, hilft Lachen Anspannung und Stress loszulassen und gelassener zu werden. Was sich zudem auf das Baby überträgt.  
    • Man kann als frischgebackene Mutter bzw. Eltern nicht früh genug damit anfangen auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten. Zugegeben, in der ersten Zeit werden diese notwendigerweise häufig erstmal hintenangestellt.

      Die Gefahr dabei ist, dass man den Absprung aus diesem Verhalten verpasst. Dabei ist die Berücksichtigung unserer Bedürfnisse extrem wichtig. Sie geben uns Kraft, helfen Stress zu vermeiden und alten die Partnerschaft am Leben. Falls ihr einen ausgeprägten Perfektionismus euer eigen nennt, ist dies der Zeitpunkt ihn in den Urlaub zu schicken. Eltern sein und Perfektionismus widersprechen sich regelrecht.

    Babys die nicht gestillt werden bzw. künstliche Säuglingsnahrung

    • Babys, die nicht gestillt werden, haben vermehrt Verdauungsprobleme, das liegt vor allem daran, dass in der Muttermilch die notwendigen Bakterien enthalten sind, die den Verdauungstrakt auf seine Arbeit vorbereiten. Ohne diese Nährstoffe dauert es einfach länger bis der Darm Nahrung gut verdauen kann und zudem ist die Chance unter Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu leiden größer.
    • Das Loch des Saugers der Babyflasche kann zu groß sein, so dass das Baby zu viel Milch in zu kurzer Zeit trinkt und sich verschluckt. Hier bietet sich ein anderer Sauger an.
    • Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass euer Baby zu gierig trinkt, da es hungrig ist, weil es länger keine Flasche bekam. Häufigeres Stillen ist in diesem Fall hilfreich.
    • Das Baby kann an einer Kuhmilchunverträglichkeit oder Laktoseintoleranz leiden, die aber ärztlich untersucht werden sollte. In diesem Fall ist ein Umstieg auf hypoallergene Nahrung eine Lösung.
    • Babynahrung, die zu sehr im Magen schäumt, führt zu Blähungen. Wobei der Wechsel auf einen anderen Säuglingsnahrungshersteller bei Dreimonats-Koliken selten erfolgreich ist.

    Änderungen beim Stillen vornehmen

    • Das Baby nimmt die Brustwarze seiner Mutter nicht vollständig in den Mund, so schluckt das Baby zusätzlich Luft mit runter. Die Mutter sollte in diesem Fall darauf achten, dass ihr Kind ihre Brustwarze tief genug in seinen Mund nimmt. Zudem kann es helfen, das Baby dichter an den Körper bzw. die Brust zu halten, damit es nicht so viel Luft schlucken kann.
    • Eine andere Stillposition kann bei Dreimonats-Koliken Abhilfe schaffen. Notfalls ist es ratsam eine Stillberaterin in Anspruch zu nehmen.
    • Die Mutter hat einen sehr starken Milchspendereflex, d.h. es kommt zu viel Milch auf einmal. Hierbei kann es helfen, dass die Mutter nach dem Ansaugen, dass Baby kurz ablegt bis das Spritzen aufhört oder die spritzende Milch in einem Handtuch aufnimmt. Sie kann auch probieren in Rücklage zu stillen, dies verringert den „Milchdruck“ und somit das Spritzen der Milch. Des Weiteren kann es hilfreich sein, das Baby senkrecht auf den Schoß nehmen, damit das Baby die überschüssige Milch einfach aus seinem Mund laufen lassen kann.
    • Das Baby trinkt zu gierig. Vermutlich hat es bereits länger Hunger. In diesem Fall ist es ratsam besonders auf die Hunger-Zeichen des Babys achten und es ggf. eher anzulegen.
    • Eine Ursache beim Stillen kann darin liegen, dass zu früh die Seite gewechselt wird. Die Zusammensetzung der Muttermilch verändert sich während des Stillens: Zu Beginn geht es darum erstmal den Durst zu stillen, aus diesem Grund enthält die Milch relativ viel Milchzucker (Laktose) und wenig Fett.

      Im Laufe des Stillens wird die Milch immer sahniger und somit sättigender. Sobald das Baby an die zweite Brust wechselt, trinkt das Baby zunächst wieder Milch mit relativ viel Milchzucker. Dies kann zu Blähungen führen, da das Kind mehr Milchzucker aufnimmt als sein Magen verdauen kann.

      In diesem Fall empfiehlt es sich, das Baby so lange an der ersten Brust trinken zu lassen, bis es von alleine aufhört. Die andere Brust bekommt es dann erst bei der nächsten Mahlzeit. Vorausgesetzt, dass es nach der ersten Brust keinen Hunger mehr hat.

      Zudem kann es in diesen Fällen vorkommen, dass der Magen des Babys bereits voll ist ohne das das Kind wirklich satt ist. Dies kann schon mal schnell, zu Unzufriedenheit bei diesem führen.

    Was kann die Mutter tun, um ihrem Baby Linderung zu verschaffen?

    Dreimonats-Koliken
    • Die meisten Babys genießen Wärme an ihrem Bauch. Dies kann durch ein bäuchlings Liegen auf einer Wärmflasche oder einem erwärmte Kirschkissen oder einem warmen Bad realisiert werden. Das bäuchlings Liegen sollte nur unter Aufsicht vorgenommen werden.
    • Zudem lieben Babys sanft massiert zu werden. Dies sollte am Bauch auf jeden Fall im Uhrzeigersinn vorgenommen werden. Dazu bietet sich das Bäuchleinöl von Weleda an. Auch leichte Fußmassage kann Linderung schaffen.  
    • Tragen tragen tragen! Spaziergänge mittels einer Tragehilfe an der frischen Luft tun nicht nur dem Baby, sondern auch der Mutter gut. Sie verstärken die Bindung und können helfen den Kopf frei zu bekommen und zu entspannen.
    • Spielerische Bewegungsübungen und Möglichkeiten seine Beine gegen einen Widerstand zu drücken. Dies regt die Verdauung an.
    • Eine weitere Möglichkeit besteht in der Abhaltetechnik wie beim Windelfrei-Training. Dabei hält man das Baby mit seinem Rücken an den eigenen Bauch und die Beine an den Oberschenkeln mit den Händen etwas nach vorne gerichtet. Dies kann helfen die überschüssige Luft aus dem Darm entweichen zu lassen.
    • Bei vielen Babys bewirkt der Fliegergriff Wunder. Hierbei wird das Baby bäuchlings auf einem Unterarm gehalten. Wobei der Kopf des Babys auf dem Unterarm liegt. Die andere Hand kann dem Baby liebevoll über den Rücken streichen oder das Becken des Babys leicht kreisen und dabei stabilisieren.

    Sollten diese Tipps nicht helfen dem Baby bei seinen Dreimonats-Koliken Linderung zu verschaffen, ist es empfehlenswert Tagebuch  zu schreiben, um die Ursache besser eingrenzen und somit herausfinden zu können.

    Eure Mira (Stillberaterin der AfS)

    Beitragsfoto: Jose Manuel Gelpi / Canva
    Foto2: RuslanDashinsky / Getty Images