Ein „Blessingway“ ist eine spirituelle und kulturelle Feier, die ursprünglich von den Navajo-Indianern stammt, aber auch von anderen indigenen Gemeinschaften übernommen wurde. In der modernen westlichen Kultur wird der Begriff „Blessingway“ jedoch oft verwendet, um eine alternative Form des Babyshowers oder eine spirituelle Segnungszeremonie für werdende Mütter zu beschreiben.
Im traditionellen Kontext der Navajo-Indianer ist ein Blessingway eine Zeremonie, die dazu dient, positive Energie zu fördern, Schutz zu gewähren und Segnungen für eine Frau während ihrer Schwangerschaft und Geburt zu erhalten. Die Zeremonie kann Lieder, Gebete, Rituale und Geschenke umfassen, die darauf abzielen, die werdende Mutter zu stärken und zu unterstützen.
In der modernen Interpretation wird der Begriff Blessingway oft verwendet, um eine Feier für werdende Mütter zu beschreiben, die sich von traditionellen Babyshowern unterscheidet. Statt sich nur auf Geschenke und Spiele zu konzentrieren, betont der Blessingway die spirituelle und emotionale Unterstützung für die Mutter. Es können Elemente wie Meditation, Rituale, Segnungen und das Teilen von Geschichten und Weisheit eingebunden werden, um eine positive und unterstützende Atmosphäre zu schaffen.
Wer bietet Blessingway Rituale an?
Blessingway-Rituale werden oft von spirituellen Führern, Geburtsbegleitern, Doula-Praktizierenden, Hebamme oder auch von Frauen in der Gemeinschaft angeboten, die sich auf diese Art von Zeremonie spezialisiert haben. Es gibt auch professionelle Blessingway-Organisatoren oder Zeremonienleiterinnen, die solche Feierlichkeiten für werdende Mütter und ihre Gemeinschaft planen und durchführen.
Es kann hilfreich sein, lokale spirituelle Gemeinschaften, Geburtszentren, Hebammen-Praxen oder Doula-Dienstleister nach Empfehlungen zu fragen. Es gibt auch Online-Ressourcen und Plattformen, auf denen Sie nach Experten suchen können, die Blessingway-Rituale anbieten. Es ist wichtig, jemanden zu finden, der mit den kulturellen und spirituellen Aspekten vertraut ist und die Bedürfnisse und Wünsche der werdenden Mutter respektiert.
Wenn Sie daran interessiert sind, ein Blessingway-Ritual zu organisieren, können Sie auch in Erwägung ziehen, dies selbst zu tun, indem Sie Informationen über die traditionellen Elemente sammeln und kreative Wege finden, um eine unterstützende und bedeutungsvolle Zeremonie für die werdende Mutter zu gestalten.
Wie kann ich selber Blessingway Ritualleiterin werden?
Zertifizierung zur Ritualleiterin (optional):
– Einige Ausbilder bieten Zertifizierungen zur Blessingway Ritualleiterin an. Dies ist optional, kann jedoch Ihre Glaubwürdigkeit und Fachkenntnisse stärken.
Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass die Arbeit als Blessingway-Ritualleiterin oft mit tiefen emotionalen und spirituellen Aspekten verbunden ist. Eine respektvolle und einfühlsame Herangehensweise ist entscheidend, um Frauen und ihre Gemeinschaften während dieser bedeutenden Lebensphasen zu unterstützen.
Inzwischen ist schon wieder einiges an Zeit vergangen und ich melde mich aus dem fünften, fast sechsten Semester bei euch:) Das Hebammenstudium ist also in den letzten Zügen und ich habe bereits so unfassbar viel gelernt und gesehen. Ich könnte vor Ungeduld fast platzen, um das ganze Wissen, welches ich für wichtig erachte, dass Eltern es bekommen, in die Welt hinaus zu tragen.
Heute widmen wir uns einem Thema, welches insbesondere die Zeit NACH der Geburt betrifft:
Wie pflege ich die Haut meines Babys?
Dazu muss man zunächst einmal wissen, warum sich die Haut eines Babys von der Erwachsenen Haut grundlegend unterscheidet:
Das neugeborene Kind kommt aus einer Welt, in der es bis zu zehn Monate lang im wohlig warmen Fruchtwasser eingebettet, in Mamas Bauch verbracht hat.
Und plötzlich ist es kalt, trocken und man muss nach der Geburt nicht nur atmen und verdauen können, sondern auch noch lernen die Körpertemperatur zu halten.
All das ist neu für das Baby. Und die Haut ist auch, wenn man sich mal überlegt wie viel Prozent diese im Verhältnis zum restlichen Körper ausmacht. Es ist das größte Organ im menschlichen Körper.
Wer weiß schon, dass die Babyhaut fünf Mal dünner ist als die Haut eines Erwachsenen. Wenn man sich das nun im Detail anschaut, ist es sogar so, dass die Hornschicht um 30% dünner ist als bei einem Erwachsenen.
Daran erkennt man bereits, dass die Babyhaut ganz andere Bedürfnisse hat und eine andere Art der Pflege benötigt.
Grundsatz gilt bei der Hautpflege von Babys: Weniger ist mehr!
Da die Haut noch sehr viele Entwicklungsschritte vor sich hat und sich nach und nach an das Leben außerhalb des Fruchtwassers anpasst, sollte man eines ganz besonders vermeiden: Unnötiges Reizen durch falsche oder zu viel Hautpflege.
Und dazu gehört auch das Baden, Waschen und Cremen. Denn die Haut hat ein ganz eigenes Schutzsystem, welches in der Regel immer perfekt auf den Zustand abgestimmt ist und sich selbst durch eigene Fette und Substanzen perfekt schützt.
Nun kann man sich aber auch vorstellen, das Stuhlgang, Schweiß, Urin und auch die Milch, die ggf. mal aus dem Mund wieder heraus blubbert, nicht unbedingt dieser Schutzschicht gut tun. Insbesondere harnhaltige Substanzen wie Urin und Schweiß sind besonders angriffslustig, wobei Schwitzen extrem wichtig für die Wärmeregulierung des Babys ist. Und Urin ist halt nun mal in Windeln, je nach Material, längere Zeit in der Nähe der Haut. Das ist lediglich bei Babys, die windelfrei aufwachsen ein zu vernachlässigendes Problem.
Alle Substanzen, die man der Haut zusätzlich auf das eigene Schutzsystem hinzufügt, haben einen Einfluss auf die Funktion dieser Barriere. Deswegen gilt, dass man ein Baby am besten mit klarem, warmen Wasser wäscht und möglichst wenig cremt. Das Baden sollte maximal zwei Mal pro Woche stattfinden.
So kann man die Haut am besten davor schützen, dass sie austrocknet oder die eigene Schutzfunktion verliert.
Nun leben wir und unsere Babys aber in beheizen Räumen und tragen Kleidung. Das ist zwar auch gut so, denn sonst würden wir sehr frieren, aber manche Haut reagiert sehr empfindlich auf trockene Luft, wie beim Heizen und wird trocken und spröde.
In diesen Fällen kann man die Haut mit hochwertigen Cremes unterstützen:
Welche Produkte sind denn für die Hautpflege von Babys besonders geeignet?
Am besten sind natürliche Produkte geeignet, die möglichst parfümfrei sind und wenig Chemie enthalten, die zur Konservierung zugegeben wird. Zum Beispiel gibt es hochwertige Öle und Cremes, die auf biologischer Basis und inhaltlich auf das wesentliche reduziert sind. Diese Produkte erkennt man unter anderem daran, dass sie beispielsweise der Kategorie „Clean Beauty“ zugeteilt sind.
Ganz viele wirklich tolle und ergänzende Tipps zum Thema Hautpflege bei Babys hat die Hebamme Evi Bodman hier in einem sehr ausführlichen Beitrag aufgeführt: Trockene Haut bei Babys.
Denkt daran, dass ihr mit dem Kauf hochwertiger Produkte der Haut eures Babys einen großen Gefallen tut. Und ihr werdet sehen, wie viel Zeit ihr spart, wenn ihr nicht täglich euer Baby badet:)
nun ist es soweit: Ich bin jetzt, wenn man es mit der klassischen Ausbildung vergleicht, im Oberkurs angekommen! Das letzte „Lehrjahr“ wäre nun angebrochen, bei mir ist es das fünfte Semester.
Das letzte Semester war rasant vollgepackt mit ganz viel Pathologie und Notfalltrainings. Und vielen Prüfungen… Eine große Mündliche Prüfung in Hebammenkunde, eine schriftliche Prüfung im Gesundheitspolitik und zwei wissenschaftliche Arbeiten, eine davon ein Review.
Die gute Nachricht: In der Mündlichen habe ich eine 1,0 geschrieben!:)
Die anderen Ergebnisse lassen noch auf sich warten.
Das Gefühl, dass in etwa einem Jahr die Examensvorbereitungen starten, lassen die Knie schlottern.
Aber erst einmal geht es nun nonstop für sechs Monate in die Klinik: Vier Wochen Neonatoligie, OP-Saal, Station und natürlich drei Monate Kreißsaal warten auf mich in einem Level 1 Krankenhaus.
Ich bin sehr gespannt, aber auch sehr froh, wenn dieses halbe Jahr vorbei ist. Denn viele freie Tage habe ich leider nicht…
Und man darf nicht vergessen: Wir Hebammenstudenten bekommen kein Gehalt für alles….
Der Begriff „Trauma“ kommt aus dem Griechischen und heißt soviel wie „Wunde“, genau genommen seelische Wunde bzw. Verletzung. Von einer traumatischen Erfahrung spricht man, wenn sich ein Mensch in einer lebensbedrohlichen Situation befindet bzw. empfindet, in der er keinen Ausweg mehr sieht durch Kampf oder Flucht zu entkommen. Dabei kann es zu einer extremen Belastung des Gefühlsleben kommen. Nicht selten endet diese in einer Überforderung, da das Gehirn alles daransetzt, die verletzende Erfahrung zu verarbeiten. Daraufhin fällt das Gehirn in eine Art „Starre“.
Unser inneres Kind – dieser ursprüngliche unschuldige und schutzlose Teil von uns bleibt, erstarrt, sprachlos und verletzt tief verborgen in uns zurück.
Alle Lebendigkeit und Fähigkeit zu fühlen und uns mitzuteilen scheint verloren gegangen. Unser Nervenenden arbeiten stehen in Flammen auf Hochtouren.
Wir funktionieren nur noch im Automodus.
Geburtstrauma entstehen in den seltensten Fällen allein durch starke körperliche Schmerzen unter der Geburt. In der großen Mehrzahl entsteht ein Trauma, wenn es während der Geburt zu einer Situation kommt, in der die Gebärende sich ausgeliefert und nicht in der Lage fühlt die „Kontrolle“ über den Prozess zurückzugewinnen. Dabei spielen fast immer andere Menschen, in aller Regel unbeabsichtigt, eine maßgebliche Rolle. Wobei in vielen Fällen eine Überforderung des Klinikpersonals eine Rolle spielt.
Ursachen eines Geburtstrauma
Der Rahmen bzw. die Atmosphäre in der die Geburt von statten geht, trägt entscheidend zur der Verletzlichkeit der Gebärenden bei. Und so fühlen sich sehr viele Frauen vor allem bei einem weiterfortgeschrittenen Geburtsprozess und der damit verbundenen „Nacktheit“ in diesem fremden Rahmen extrem verletzlich.
Typische Auslöser sind nicht klar kommunizierte Interventionen, wie zum Beispiel das Setzen einer Injektion/Tropfs, eine nicht selten unter Stress unsanft ausgeführte vaginale Untersichungen oder fehlerhaft ausgeführte Kristeller-Handgriffe, etc.
Sich unter der Geburt einem „schmerzhaften“ Angst verursachendem Geschehen hilflos ausgeliefert zu fühlen.
Auch wenn sich womöglich viele dieser betroffenen Frauen bei durch mangelnde Kommunikation in einer weniger von Hormonen beeinflussten Situation nicht so ausgeliefert gefühlt hätten, fühlen sie sich unter der Geburt häufig schneller hilflos.
Angst ist das prägende Gefühl. Diese kann durch Unwissenheit, Schmerz oder Hilflosigkeit bedingt sein. Angst bedeutet für unser Stammhirn, welches auf unsere tierischen Vorfahren zurückgeht, immer gleich Todesangst.
Die typischen Verhaltensmuster bei Angst bestehen in Weglaufen, Angreifen und Erstarrung, wobei unter der Geburt aufgrund der Umstände vor allem die Erstarrung auftritt. Hauptkennzeichen der Erstarrung ist ein stockender Atem. Die Hilflosigkeit ohne eine Idee, wie man sich aus dieser Situation „befreien“ kann, lässt einen Verzweifeln und die Luft anhalten. Dabei werden unsere Muskeln mit weniger Sauerstoff versorgt, die daraufhin immer mehr fest werden.
„Die Zeit heilt alle Wunden“, auch wenn der Spruch sehr populär ist, entspricht er nicht der Wahrheit. Die Zeit lässt die Wunden bestenfalls „vergessen“, doch nichtsdestotrotz schlummert sie weiterhin im Verborgenen unserer Seele und können durch verschiede Vorkommnisse wieder „erweckt“ werden.
Phasen nach einem Geburtstrauma
Auch wenn das Erleben nach einem traumatischen Erlebnis recht individuell ist, lassen sich bei den meisten traumatisierten Müttern folgende drei Phasen beobachten:
Die betroffene Mutter ist häufig verwirrt, vergesslich und wirkt benommen. Diese sogenannte Schockphase dauert bei vielen traumatisierenden Erlebnissen bis zu einer Woche. Durch die Besonderheit, dass eine traumatisierte Mutter sich in dieser Zeit nicht allein um sich kümmern kann, sondern sich noch für ihr hilfloses Baby sorgen muss, durch welches sie zudem immer wieder an das traumatisierende Erlebnis erinnert wird, kann diese Phase auch bis zu mehreren Wochen andauern. Hierdurch verschieben sich die folgenden Phasen nach hinten.
In der darauffolgenden Einwirkungsphase, welche sich bis zu 2 Wochen hinzieht, haben viele Betroffene das Verlangen, immer wieder über das traumatische Geburtserlebnis zu sprechen. Häufig wird dieses Verhalten von Selbstzweifeln und -vorwürfen, Hoffnungslosigkeit, Ohnmachtsgefühlen und Depressionen begleitet. Zudem leiden viele unter Einschlaf- und Gedächtnisstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Albträume.
Auf die Einwirkungsphase folgt die Erholungsphase, die typischerweise vier bis acht Wochen nach der Geburt beginnt. In dieser Phase beginnt die Mutter wiederInteresse am normalen Leben und ihren Mitmenschen zurückzugewinnen. Die Mutter beginnt wieder an eine positivere an Zukunft zu glauben.
Folgestörungen eines Traumas bzw. Geburtstraumas
Die Folgestörungen eines Geburtstraumas können sehr verschieden und auch unterschiedlich belastend sein. Nachfolgend findet ihr die am häufigsten auftretenden Störungen aufgelistet:
Reizbarkeit, Unruhe, Schlafstörungen, Nervosität, Konzentrationsstörungen, Schreckhaftigkeit, verbunden mit erhöhter Wachsamkeit, Alpträume, Flashbacks (wiederkehrende traumatische Bilder); Ängstlichkeit bis hin zu Panikzustände, extreme Wut sowohl auf sich, wie auch auf andere; Anflüge von Depressionen, bzw. von Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit bis hin zu Lebensmüdigkeit.
Schwerwiegende posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) in Folge von besonders schweren Traumatisierungen schränken das Erleben, Fühlen, Denken sowie das Zusammenleben mit anderen Menschen ein.
Der schwierige Umgang mit den eigenen unangenehmen Gefühlen, vor allem mit Wut und Trauer *, kann sowohl zu starken Wutausbrüchen, sowie zu Selbstverletzungen und / oder Drogenkonsum führen, mit dem Ziel sich „wegzubeamen“, den Schmerz nicht mehr fühlen zu müssen.
Aufgrund von Schuld- und Schamgefühlen kann es aber auch ebenso in einem Einigeln bzw. Rückzug von der „Welt“ enden.
Da die Verantwortung in den meisten Fällen nicht nur einem selber zugeschrieben wird, bringt es in vielen Fällen ein Misstrauen gegenüber (fremden) Menschen mit sich, welches unter Umständen ein lebenslang anhält. Wie bei vielen psychisch nicht behandelten „Erkrankungen“ kann auch ein nicht bearbeitetes Geburtstrauma körperliche Beschwerden nach sich ziehen, für die es keine organischen Erklärungen gibt. Hierzu zählen z.B. Schwindel, Erschöpfung, Herz- und Atembeschwerden.
Geburtstrauma heilen
Wenn die „Heilung“ eines Geburtstraumas erst spät angegangen wird, kann es sein, dass sich die Folgestörungen so stark ausgeprägt haben, dass sie auch „therapiert“ werden müssen.
Ohne professionelle Hilfe zurück ins Leben zu finden
Viel Ruhe, Verständnis und Zeit ermöglicht es vielen Betroffenen ins Leben zurück zu finden, doch das Trauma bleibt weiter im Verborgenen. Sobald der Körper der Mutter es zulässt, kann Bewegung, insbesondere in der Natur, helfen aus der Starre und / oder depressiven Stimmung herauszukommen. Auch Yoga, Meditation und Sport können je nach persönlicher Vorliebe den „Heilungsprozess“ unterstützen. Viele Betroffene von traumatischen Erlebnissen finden Entspannung im Aufschreiben ihrer Erfahrungen und aktuellen Empfindungen.
Doch gerade Mütter mit einer traumatischen Geburt fällt dies besonders schwer. Sie fühlen sich nach der Geburt ihres Kindes nicht in der Lage ihrem Kind, neben der Versorgung, die Liebe zu schenken, die vom Trauma überdeckt in ihnen schlummert. Auch wenn sie nichts dafür können, verurteilen sie sich dafür. Deshalb ist es wichtig, dass sie vor allem in der Zeit des Wochenbetts viel Unterstützung im Haushalt und rund um das Baby erhält.
Die durch das Trauma verursachte Wunde vernarbt zwar mit der Zeit, bleibt aber immer „sichtbar“, zumindest für die Traumatisierten. Ähnlich einer schlecht verheilten Narbe ist es auch bei einem nicht geheilten Trauma notwendig es wieder „aufzureißen“, damit es heilen kann. Dies sollte, wie bei einer körperlichen Narbe, von einer dafür ausgebildeten Person vorgenommen werden, sobald die Mutter sich dazu in der Lage fühlt.
Auch wenn manche betroffene Mütter und ihre Kinder mit einem Geburtstrauma später ein glückliches Leben führen können, erschwert ihnen diese besonders prägende Zeit einen guten Start in ihre lebenslange Beziehung.
Geburtserfahrung aufschreiben
Wenn die betroffene Mutter den „Mut“ hat sich ihren Ängsten zu stellen, zeigt es sich als heilsam, ihre schmerzhafte Erfahrung aufzuschreiben. Verstärkt wird dieses Heilung, wenn im Anschluss die Geburt, so aufgeschrieben wird, wie sie sich die Geburt ihres Kindes gewünscht hätte. Dies ist in vielen professionellen Heilungsmethoden ein essenzieller Bestandteil.
Vielen betroffenen Müttern gelingt es ihr Trauma zu überwinden, indem sie sich während einer folgenden Schwangerschaft bewusst umfassend auf die bevorstehende Geburt vorbereiten und mit klaren Vorstellungen in diese hineingehen. Nicht wenige finden anschließend ihre Berufung darin andere Mütter eine vor einer traumatischen Geburt zu bewahren und bilden sich zur Doula (Geburtsbegleiterin) aus oder werden sogar Hebamme.
Bearbeitung mit professioneller Hilfe
Bei stärkeren Traumata ist die Chance ohne professionelle Hilfe das Trauma zu heilen, eher gering und die Unterstützung eines Psychotherapeuten angeraten. In der Behandlung eines Geburtstraumas geht es vornehmlich darum der Betroffenen ihre „Selbstwirksamkeit“ zurückzuerstatten. Das bedeutet, das sie die Sicherheit zurückgewinnt, dass sie nicht machtlos, sondern in der Lage ist, für ihre Grenzen, sowie Bedürfnisse und Wünsche einzustehen.
Eine sehr wirkungsvolle professionelle Traumabearbeitung besteht darin, die traumatisierte Mutter über einen verbundenen Atem in die Geburtssituation zurück zu begleiten. Um zu schauen, worin die Hilflosigkeit begründet lag und zu schauen, wen oder was sie gebraucht hätte, um sich nicht hilflos zu fühlen. Der verbundene Atem unterstützt die Mutter dabei nicht in den auftretenden „Schmerz“ feststecken zu bleiben. Und anschließend den Geburtsprozess anschließend mit dem, was die Mutter gebraucht hätte, noch einmal „neu“ und selbstbestimmt zu erleben. Diese Unterstützung liegt z.B. in Mut, im Vertrauen in sich, einer vertrauensvollen Person, den Geburtsprozess oder das Leben. Da diese Ressourcen unter der Geburt nicht „greifbar“ waren, wird in der Sitzung geschaut, in welcher Lebenssituation sie vorhanden waren oder von wem sie sie erhalten können.
Um innerhalb dieser Rückerinnerung nicht in Schmerz zu verharren, ist es wichtig die gesamte Zeit über, so gut es geht, immer wieder bewusst einzuatmen.
Die schmerzhafte Erinnerung verschwindet danach zwar nicht, doch es gibt neben ihr nun eine positive Geburtserinnerung. Wann immer das traumatische Geburtserlebnis erinnert wird, hat es durch die Verarbeitung seine Kraft verloren, die betroffene Mutter in Schmerz, Trauer, Wut und Hilflosigkeit gefangen zu halten.
Telefonseelsorge
Wer in einer akuten Krise steckt, kann und sollte sich bei der bundesweiten Telefonseelsorge (0800 111 oder 0800 222) rund um die Uhr von kompetenten Ansprechpartnern Rat holen. Dieser Anruf ist kostenlos. Unter www.telefonseelsorge.de besteht die Möglichkeit seine Sorgen auch anonym per E-Mail zu beschreiben und erhält zeitnah eine Antwort.
Beiträge unserer Leserinnen zur Gewalt unter der Geburt:
Euer Deva (Persönlichkeitsentwickler und Atemtherapeut)
Erklärung
* Die Gefühle Wut und Trauer treten bei Schmerz im Allgemeinen auf. Meistens besteht ein Urteil auf eines dieser Gefühle, so dass nur eines zugelassen wird. Wut wird häufig eher gezeigt, da es mit körperlicher „Stärke“ einhergeht, wobei Trauer eher mit Hilflosigkeit und „Schwäche“ assoziiert wird.
Unsere Babytalk-Praktikantin Kati nimmt schon länger die Pille und suchte vor gut einem halben Jahr nach ein alternatives und vor allem hormonfreies Verhütungsmittel mit weniger Nebenwirkungen. Sie hatte es schon mit dem Messen ihrer Temperatur und deren Eintragung in eine Temperaturkurve bzw. Fieberkurve probiert. Auf der Suche nach einer komfortableren und praktischeren Variante stieß sie auf Daysy.
Erfahrungen mit dem Zykluscomputer
Da sich viele unserer Leser besonders für die Themen Kinderwunsch und Familienplanung, sowie bei den Eltern unter unseren Lesern um das Thema Verhütung interessieren, haben wir unsere Babytalk-Praktikantin Kati diesen Zykluscomputer 6 Monte lang testen lassen. Und was sollen wir euch sagen, sie ist nach anfänglicher Skepsis sehr beeindruckt!
Wie viele andere Verhütungsmittel auch basiert auch Daysy auf dem Zyklus der Frau. Nachfolgend findet ihr eine kurze Zusammenfassung davon, wie der Zyklus der Frau funktioniert und was dieser Zykluscomputer alles kann.
Der Zyklus der Frau
Der Menstruationszyklus ist ein sich ständig wiederholender Kreislauf bestehend aus Aufbauphase (Follikelphase), welche vom ersten Tag des Zyklus bis zum Eisprung dauert und Absonderungsphase (Lutealphase oder Gelbkörperphase), welche die Zeitspanne vom Eisprung bis zur Menstruationsblutung beschreibt. Dabei ist der kann der Zyklus nicht nur von Frau zu Frau, sondern auch von Monat zu Monat variieren. Aus diesem Grund kann der Eisprung zwischen dem 10. Zyklustag und dem 21. Zyklustag und sogar noch später stattfinden. Um den genauen Tag zu bestimmen, musst Du Deinen Zyklus sehr gut kennen, zumindest wenn Du keinen Zykluscomputer wie Daysy benutzt.
In jedem Zyklus reift eine befruchtungsfähige Eizelle in den Eierstöcken der Frau heran. Zeitgleich bereitet sich die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vor. Um die Mitte dieses Zyklus reift eine Eizelle heran und wird in den Eileiter entlassen.
Dort kann sie maximal 18 Stunden lang befruchtet werden. Ob es zur Befruchtung kommt, hängt von der Qualität des Zervixschleims ab. Dieser wird im Gebärmutterhals erzeugt. Je nachdem ob er dick und undurchlässig oder eher flüssig und zuckerhaltig ist, hält er die Spermien des Mannes zurück oder lässt sie durch, schützt, leitet und nährt sie. In diesem Fall wird der Ausdruck Schwangerschaftsschleim als Synonym verwendet. Sollte es nicht zu einer Befruchtung kommen, wird das neu gebildete Gebärmuttergewebe wieder abgestoßen und es kommt zur Monatsblutung.
Mit dieser Blutung werden ca. 150 ml Blut und kleine Mengen der Gebärmutterschleimhaut entsorgt. Diese Vorgänge werden durch bestimmte Hormone im weiblichen Körper gesteuert.
Mit dem Daysy Zykluscomputer ist es euch möglich die Zyklusphase verlässlich zu bestimmen. Daysy beobachtet euren individuellen Zyklus, insbesondere die Bestimmung eurer frucht- sowie unfruchtbaren Phasen. Diese Phasen bestimmt Daysy auf Basis sensitiver Basaltemperaturmessungen. Unter der Basaltemperatur wird das Temperaturminimum während des Schlafens verstanden. In der Praxis wird unter der Basaltemperatur, die Temperatur nach dem Aufwachen verstanden. Durch diese Funktion ist Daysy auch eine hilfreiche Unterstützung bei dem Wunsch nach einem Kind.
Die Anwendung von Daysy
Daysy ist in seinem Handling sehr einfach und selbsterklärend.
Jeden Morgen nach dem Aufwachen messt ihr mit Daysy eure Temperatur unter der Zunge. Dies dauert nicht länger als 60 Sekunden. Dabei analysiert Daysy direkt euren Zyklus und zeigt euch mittels eines Farbsystems eure fruchtbaren und unfruchtbaren Tage an. Somit kann Daysy sowohl zur Schwangerschaftsplanung als auch zur Verhütung verwendet werden.
Warum ihr euch auf Daysy verlassen könnt
Daysy nutzt einen sehr intelligenten Algorithmus, der sowohl auf wissenschaftlichen Erkenntnissen wie auch auf langjährige Erfahrungswerte beruht. Mittels der Messung und Erfassung eurer Daten sowie unter Verwendung statistischer Daten ist es dem Algorithmus möglich, eine genaue Vorhersage eures kommenden Zyklus bzw. Zykluskurve zu berechnen.
Wie hoch ist die Genauigkeit bzw. der Pearl-Index?
Der Pearl-Index ist nach dem amerikanischen Biologen Raymond Pearl benannt und gilt als Maß für die Wirksamkeit bzw. Zuverlässigkeit von Methoden zur Empfängnisverhütung.
Nach Angaben des Schweizer Herstellers Valley Electronics AG bestimmt ihr Zykluscomputer die fruchtbaren Tage mit einer Genauigkeit von 99,4% und erreicht einen Pearl-Index von 1,3. Das bedeutet, dass nur 1,3 von 100 Frauen, die Daysy ein Jahr lang als Verhütungscomputer nutzen, ungewollt schwanger werden. Zudem ist die von Daysy verwendete Temperaturmethode eine der genauesten der Welt. Trotz dessen ist Daysy kein Ersatz für eine Verhütung.
Wie informiert Daysy euch über euren Zyklus?
Daysy ist nicht nur ein Gerät zur Messung eurer Temperatur. Über Bluetooth könnt ihr Daysy ganz einfach mit eurem Smartphone verbinden, um weitere Auswertungen zu erhalten. So zeigt euch die DaysyView App neben eurer Temperaturkurve auch euren ganz individuellen Zykluskalender an. Einfach genial!
So nutzt Daysy ein sehr anschauliches Farbschema zur Darstellung eures Fruchtbarkeitsstatus.
rot steht dabei für fruchtbar
grün für unfruchtbar
gelb dafür das Daysy noch lernt bzw. eine Zyklusschwankung besteht
rot, grün und gelb zeigt eine wahrscheinliche Schwangerschaft an
rot blinkend zeigt euch euren Eisprung an.
Neben diesen Informationen erhaltet ihr noch eine Prognose über euren Fruchtbarkeitsstatus für die nächsten Wochen.
Daysy hat nicht nur unsere Praktikantin Kati, sondern auch uns von seinen Fähigkeiten und Genauigkeit überzeugt.
Für die, die es noch nicht wussten, was die typischen Herausforderungen einer Mutterschaft sind, ein Blick in einen ganz normalen Tag einer Mutter.
Eine Textnachricht am Handy, das Baby schreit und der Postbote klingelt an der Tür. Wofür soll sie sich entscheiden? Wie auch immer sie sich entscheidet, sie bekommt diese Aufgaben gut auf der Reihe. Vermutlich wird sie sich das Baby schnappen, zur Tür eilen und die Textnachricht erstmal ignorieren. – „Der ganz normale Wahnsinn halt.“
Doch wie soll eine Frau, die schon genug damit zu tun, dass ihr Körper und ihr Körpergefühl sich dermaßen verändern, sowie mit der Menge an aufkommenden Gefühle zurecht zu kommen. Welche in der Schwangerschaft wie aus dem nichts heraus plötzlich auftauchen?
Erfahrene Mütter und Väter wissen, dass man sich nicht wirklich gut auf eine Elternschaft vorbereitet kann. Da kann man und bzw. frau Bücher über Bücher lesen oder das Internet bis zum letzten Tropfen ausquetschen. Denn Elternschaft hat viel mehr mit dem Kennenlernen des eigenen Ich´s und den damit verbundenen Glaubenssätzen und Emotionen zu tun, als mit der Frage, wie man ein Baby wickelt.
Was den meisten bisher nicht bekannt ist, das die Natur sich etwas geniales ausgedacht hat, um dem neuen Menschenkind eine möglichst sichere und geborgene Kindheit zu gewährleisten. Das Gehirn der werdenden Mutter wird durch eine fortschreitende Weiterentwicklung ihres Gehirns auf die Herausforderungen ihrer bevorstehenden Mutterschaft und den damit verbundenen Aufgaben vorbereitet.
Studie über die Entwicklung des Gehirns einer werdenden Mutter
Eine Studie von Forscher des Institute of Mental Health* sollte und hat es geschafft Licht ins Dunkle zu bringen. Um die Veränderungen des Gehirns von Frauen nach der Geburt aufzuspüren, wurden Gehirnscans von zahlreichen Müttern auf diese Veränderungen hin untersucht.
Es zeigte sich eine Zunahme der grauen Hirnsubstanz in einigen Arealen der untersuchten Gehirne. Betroffen sind vor allem die Teile des Gehirns, welche für das frühzeitige Erkennen von Gefahren, die Regulation von Gefühlen sowie für die Lösung von Problemen und den damit verbunden Entscheidungen zuständig sind. Diese Veränderungen ermöglichen es den Müttern ihr Baby besser zu verstehen und zu erkennen, was es in jeder Situation braucht.
Eine Zunahme der Produktion körpereigener Glückshormone sorgt dabei bereits während der Schwangerschaft für eine tiefe Zufriedenheit der schwangeren Frauen. Ein Cocktail aus Endorphinen und dem Kuschelhormon Oxytocin rundet diese Zufriedenheit mit dem Hervorbringen des ganz besonderen Mutterschaftsgefühl ab.
Wir freuen uns, wenn dieser Beitrag unseren schwangeren Leserinnen zumindest etwas mehr Gelassenheit und Vertrauen in Hinblick auf die Geburt und ihr Muttersein verleiht.
Euer Babytalk-Team
*Pilyoung Kim, National Institute of Health, 9000 Rockville Pike, Bethesda, MD 20892‐2670, USA
Kaum hält man den positiven Schwangerschaftstest in der Hand stellt sich vor allem eine Frage: Wann wird das Baby auf die Welt kommen? Diese Frage stellt sich nicht nur aus Neugierde, denn auch der Beginn des Mutterschutzes richtet sich nach dem zu erwartenden Geburtstermin.
Wie bekommt man nun den Termin heraus, zum Beispiel auch bevor man den voraussichtlichen Geburtstermin von seiner Hebamme oder seinem Frauenarzt erfährt?
Die formelle Berechnung dieses Termins ist diesen Berufsgruppen vorbehalten, dennoch kann man, sofern die Frau den Tag ihrer letzten Periode kennt, mit einer Formel den ungefähren Termin berechnen:
Wichtig ist, dass die werdende Mutter weiß, wann ihr letzter Menstruationstag war.
Mit der Naegele-Regel den Geburtstermin berechnen
Die gängigste Methode zur Berechnung des Geburtstermins ist die Naegele-Regel.
Ab dem Datum der letzten Menstruationsblutung subtrahiert man drei Monate und addiert anschließend sieben Tage dazu. Somit erhält man den voraussichtlichen Geburtstermin (ein Jahr später).
Was bedeutet dieser Termin nun genau?
Genau ist eigentlich bereits in der Frage das falsche Wort. Denn weder lässt sich ein Baby mit seiner Entwicklung in einen festen Zeitraum drücken noch ist der Zyklus einer Frau immer gleich lang. Es gibt Babys, die sind ein paar Tage oder Wochen eher geburtsbereit, andere Babys lassen sich deutlich mehr Zeit als die typischen 40 Schwangerschaftswochen.
Deswegen sollte man den errechneten Termin auch nicht als Termin sehen, sondern als Zeitspanne in der die Geburt beginnen kann.
Von dem errechneten Termin zieht man 14 Tage ab und addiert außerdem 14 Tage drauf. So erhält man den Zeitraum, in dem das Baby sehr wahrscheinlich geboren wird, wenn die Schwangerschaft nicht durch einen pathologischen Grund eher beendet werden muss.
Nur 10% der Babys kommen an dem vorab berechneten Termin zur Welt.
Drückende Ringe an den Fingern, Schuhe zu eng – geschwollene Beine und Hände sind in der Schwangerschaft keine Seltenheit. Bei fast zwei Drittel aller Schwangeren kommen diese Wassereinlagerungen – vor allem im letzten Trimester der Schwangerschaft – vor.
Neben dem Gewicht des Fetus und der Gebärmutter, steigt die Wassermenge im Körper an. Die Folgen von schwangerschaftsbedingten Wassereinlagerungen können vielfältig sein und enden häufig nicht in geschwollenen Beinen und Füßen. Wenn es in der Schwangerschaft zu längeren Liegezeiten kommt, kann es auch das Gesicht betreffen, welches häufig insbesondere rund um die Augenlider anschwellt.
Doch vor allem ist es das zusätzliche Gewicht, was es ungewohnter Weise tagaus und tagein mitzuschleppen gibt. Vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft wird dies für viele Frauen neben dem zunehmend größer werdenden Bauchumfang zu einer belastenden Geduldsprobe. Und dies, obwohl diese auch Ödeme genannten Wassereinlagerungen in der Regel harmlos sind und nach der Geburt relativ schnell wieder abgebaut werden.
Nach der Geburt können sich Ödeme zwar zunächst noch mal verstärken, bilden sich aber anschließend auch relativ zügig zurück. Dies geschieht in der Zeit des Wochenbetts vor allem durch verstärktes Schwitzen und verstärktes Wasserlassen.
Wie kommt es zu Wassereinlagerungen?
Über die Dauer der Schwangerschaft hinweg nimmt das Blutvolumen um bis zu 40 % und die darin enthaltene Menge an Wasser um bis zu 35 % zu. So dass die zusätzliche Wassermenge am Ende der Schwangerschaft zwischen 4 bis 6 Kilogramm ausmacht.
Wassereinlagerungen während der Schwangerschaft werden durch Schwangerschaftshormone verursacht. Sie lassen die Gefäße elastischer und durchlässiger werden, so dass Wasser sich in den Zellzwischenräumen des Bindegewebes einlagert. Dies wird durch langes Sitzen und Stehen noch verstärkt. Auch warmes Wetter kann diesen Effekt fördern.
Die Wandenmuskelpumpe (s.u.) von gesunden und nicht schwangeren Frauen pumpt das Ankommende Blut mühelos durch die Venen zum Herzen hoch. Doch mit zunehmender Schwangerschaft und dies insbesondere an heißen Sommertagen lässt die Funktionsfähigkeit aufgrund der extremen Belastung nach. Zusätzlich drücken im Laufe der Schwangerschaft die anwachsende Plazenta und der Fetus auf die Gefäße und verlangsamen den Blutrückfluss noch stärker.
Dies hat zur Folge, dass die erhöhte Blutmenge nun wesentlich langsamer durch den Körper der Schwangeren fließt, was durch die Schwerkraft noch verstärkt wird. Das zusätzliche Wasser sammelt sich vor allen in den Extremitäten, wie Beinen und Füßen sowie Armen und Händen und lässt diese schwer anfühlen, anschwellen und so die Haut anspannen.
Sind Wassereinlagerungen gefährlich bzw. wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
Auch wenn Wassereinlagerungen in der Regel harmlos sind, sollte unbedingt und unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Beine, Hände oder das Gesicht sehr plötzlich anschwillt.
Präeklampsie
Manchmal weisen Wassereinlagerungen im Gewebe auf eine Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) hin. Diese selten auftretende, ernstzunehmende Schwangerschaftserkrankung tritt in 3 bis 5% aller Schwangerschaften auf.
Bei diesen zusätzlichen Anzeichen bei Wassereinlagerungen sollte unbedingt die betreuende Hebamme oder Frauenarzt aufgesucht werden:
Schwindel
Kopfschmerzen
Oberbauchschmerzen
Augenflimmern
Ohrensausen
Auch wenn sie selten auftritt, sollte man auf Anzeichen achten, da sie in besonders schweren Fällen tödlich verlaufen kann.
Zu erkennen ist Präeklampsie an einer relativ rasch auftretenden Anschwellung des Gesichts, der Beine und der Hände. Charakteristisch für sie, ist ein hohen Blutdruck und eine zu hohe Eiweißausscheidung über den Urin.
Was kann man bei Wassereinlagerungen tun?
Mit diesen Ernährungs- und Pflegeempfehlungen ist es möglich die Beschwerden durch Wassereinlagerungen ganz natürlich zu mildern.
Vielen Schwangeren fällt es ab einem bestimmten Zeitpunkt schwer sich viel zu bewegen oder gar längere Strecken zu gehen, dennoch sollte das Ziel bestehen, sich regelmäßig zu bewegen. Denn durch Anstrengung wird die Herzaktivität gesteigert und somit die Blutzirkulation angeregt, die hilft die Flüssigkeit aus dem Gewebe abzutransportieren.
Diese zusätzlichen Tipps mildern die Beschwerden:
die Beine täglich für ca. 30 Minuten hochlegen und ggf. nachts mit erhöhten Beinen schlafen
nicht zu lange Stehen oder Sitzen
keine engen Ringe, Schuhe oder Ringe tragen
Wechselduschen (kalt-warm) und den Blutkreislauf zu aktivieren
Kühlende Tücher / Waschlappen aufs Gesicht legen
Ausreichend Flüssigkeit trinken, um den Stoffwechsel anzuregen
Obst, Gemüse und eiweißreiche Nahrungsmittel essen
das sanfte Ausstreichen der Beine in Herzrichtung aktiviert den Rückfluss des Blutes
extreme Hitze und Kälte vermeiden, da es die Blutgefäße weitet
ggf. morgens nach dem Aufstehen Kompressions- bzw. Stützstrümpfe anziehen
Dabei ist es nicht hilfreich sich an die Mobilität von anderen zu orientieren, gemäß einem afrikanischen Sprichwort „Keiner weiß, wie schwer das Päckchen ist, dass ein anderer trägt.
Hinweis: Die Empfehlung einer salzarmen Kost ist mittlerweile überholt, da sie keinen Einfluss auf die hat und dem Körper wichtige Elektrolyte vorenthält.
Fazit
Hinzukommend verändern sich in der Schwangerschaft die Werte der Elektrolyte, die im System der Flüssigkeitsregulation eine wichtige Funktion erfüllen. Das kann die Entstehung der Ödeme begünstigen.
Nach der Geburt können sich Ödeme zwar zunächst noch mal verstärken, bilden sich aber anschließend auch relativ zügig zurück. Dies geschieht in der Zeit des Wochenbetts vor allem durch verstärktes Schwitzen und verstärkten Harnabgang. Zeitgleich nehmen auch die unangenehmen und „unschönen“ Schwellungen, sowie das Spannungs- und Schweregefühl rasch ab.
Wir empfehlen euch bei Wassereinlagerungen die Geduld nicht zu verlieren. Macht euch immer wieder bewusst, dass diese unangenehmen Beschwerden nach der Geburt in aller Regel sehr schnell wieder abebben und probiert euch auf das wunderbare Wesen in eurem Bauch zu konzentrieren. Es liebt es mit euch zu „kommunizieren“ bzw. in Kontakt zu treten.
Eurer Babytalk-Team
Beitragsfoto: Manuel-F-O / Getty Images
Erläuterung zur Waden-Muskel-Pumpe
Bei einer Wadenmuskelpumpe handelt es sich um eine durch Muskelkraft angetriebene „Pumpe“. Unser Körper besitzt mehrere Muskelpumpen, welche die Aufgabe haben venöses Blut zum Herzen zurück zu pumpen bzw. transportieren. Die Wadenmuskelpumpe sorgt insbesondere in den Beinen für das in Gang halten des Blutkreislaufs in den Venen.
Viele Schwangere und „junge“ Mütter machen sich Gedanken, wie ihr Körper nach der Geburt ihres Kindes wieder genauso aussieht und anfühlt wie vor der Schwangerschaft. In diesem Kontext hat die Rückbildung des Beckenbodens vor allem die Aufgabe die durch die Belastungen der Schwangerschaft „ausgeleierte“ Beckenbodenmuskulatur wieder zu kräftigen.
Er setzt sich aus einem dreischichtigen Gewebe aus Muskeln, Bändern und Bindegewebe zusammen, das wie eine „Hängematter“ unter dem Becken gespannt ist. Die Muskulatur des Beckenbodens hat vor allem die Funktionen, die Organe zu stützen und den Schließmuskel von Darm und Blase zu überwachen.
Eine gut trainierte Beckenbodenmuskulatur erleichtert es der Schwangeren das Gewicht des Babys und der Gebärmutter zu tragen.
Der Beckenboden in der Schwangerschaft
Über die Dauer der Schwangerschaft wird das Bindegewebe der Beckenbodenmuskulatur immer schwächer und so profitieren vor allem Schwangere von einem gut trainierten und elastischen Beckenboden. Denn je kräftiger er ist, umso sicherer und leichter wird die Gebärmutter und das heranwachsende Kind durch die Schwangerschaft getragen.
Die Beckenbodenmuskulatur kann jede Schwangere einerseits durch ein ausgewogenes Training wie auch durch einfache Übungen zuhause positiv beeinflussen, in dem sie beispielsweise immer wieder die Beckenbodenmuskulatur zusammenzieht und kurz hält. So als ob man Pipi oder einen Stuhlgang zurückhalten möchte.
Der Beckenboden bei der Geburt
Auch bei der Geburt hat der Beckenboden eine wichtige Funktion. Frauen mit einer starken und dehnbaren Beckenbodenmuskulatur tun sich unter den Wehen leichter und tragen ein geringeres Risiko für einen Dammriss oder -schnitt.
Woran merke ich, dass ich einen schwachen Beckenboden habe?
Es gibt ein paar deutliche Anzeichen, an denen du erkennen kannst, dass deine Beckenbodenmuskulatur geschwächt ist und du deinen Beckenboden trainieren solltest.
Anzeichen für einen schwachen Beckenboden
Beim Hüpfen, Husten oder Niesen spritzen ein paar Tropfen Urin ins Höschen.
Der Harndrang kann nicht mehr solange zurückgehalten werden.
Häufige Rückenschmerzen, besonders im Lendenwirbel Bereich.
Kaum noch Lust auf Sex.
Die Gebärmutter sinkt immer tiefer Richtung Scheide (Gebärmuttersenkung).
Wie jeder andere Muskel kann auch die Beckenbodenmuskulatur trainiert und so wieder stark werden. Durch regelmäßiges Beckenbodentraining kann eine Ermüdung des Beckenbodens abgemildert werden oder auch ganz vermieden werden. Ein kontinuierliches Beckenbodentraining ist auf jeden Fall eine gute Investition in die Funktionsfähigkeit deines Körpers, vor allem für die Schwangerschaft und Geburt!
Rückbildung der Beckenbodenmuskulatur
Durch gezielte Übungen kann die Rückbildung der Beckenbodenmuskulatur effektiv und ohne großen Aufwand beschleunigt werden, so dass er die wichtigen Organe nach der Geburt wieder an Ort und Stelle halten kann. Dies zeigt sich vor allem am Darm und der Blase indem es Inkontinenz verhindert.
Solange wie die Schwangerschaft den Beckenboden belastet hat, sollte man diesem auch zugestehen, mit Rückbildungstraining wieder in Form zu kommen. Also keine Panik, wenn sich nicht direkt Resultate zeigen. Eine bekannte Aussage von Hebammen, der Körper braucht solange bzw. 9 Monate sich wieder zurückzubilden, wie er sich zuvor verändert hat.
Drei einfache Rückbildungsübungen für zuhause
Mit diesen drei einfachen Übungen kann der Beckenboden auch zuhause trainiert werden – unabhängig davon, ob in der Schwangerschaft oder als Rückbildung nach der Geburt.
Übung: Der Katzenbuckel
Gehe in den Vierfüßlerstand und achte dabei vor allem auf einen stabilen Stand. Strecke den Rücken rund zu einem Katzenbuckel und lege dabei das Kinn soweit wie möglich auf die Brust. Danach lasse deinen Rücken langsam Wirbel für Wirbel durchhängen. Gleichzeitig sollte dein Blick leicht nach oben wandern. Diese Übung kannst du, sofern es dein Atem zulässt gut im Tempo deines Atemrhythmus wiederholen.
Übung: Der Po-Heber
Lege dich flach auf den Boden und deine Arme bequem neben deinem Körper ab. Stelle deine Füße parallel auf und spanne deine Gesäßmuskulatur an und strecke dabei deinen Po und Oberkörper nach oben. Achte darauf, dass deine Schultern auf dem Boden liegen bleiben. Deine Gesäßmuskulatur sollte während der Übung immer gut angespannt bleiben. Deine Knie sollten nicht nach innen kippen. Anschließend lege deinen Po und Oberkörper wieder ab. Anschließend wiederhole die Übung.
Übung: Der Rückenstrecker
Knie dich auf den Boden und spreize deine Beine leicht nach außen. Nun lehne dich soweit es geht nach vorne und strecke deine Arme aus. Ziehe oder schiebe nun noch deinen Po soweit wie möglich nach oben ohne dein Gleichgewicht zu verlieren.
Fazit zur Rückbildung der Beckenbodenmuskulatur
Denkt bitte daran, dass es sich bei der Rückbildung nicht um Hochleistungssport handelt. Wir empfehlen euch dabei immer gut „in Kontakt mit eurem Körper“ zu bleiben und seine bzw. eure Belastungsgrenzen einzuhalten. Vor allem, wenn ihr einen Rückbildungskurs besucht.
Wenn ihr mit dem Training bereits während der Schwangerschaft beginnt, hilft es euch bei der Geburt gut auf euren Körper und Bedürfnisse zu achten und umso schneller fühlt sich zumindest die Vagina beim Geschlechtsverkehr wieder wie gewohnt an. Doch dies hat nur einen geringeren Einfluss auf das Aufkommen an sexuelle Lust. In diesem Zusammenhang spielt die nicht selten extreme Nähe der Mutter zu ihrem Baby und der damit verbundenen Rolle als Mutter eine vorrangige Rolle.
Das Muttersein ist eine sehr spannende, herausfordernde und glücklicherweise häufig auch sehr erfüllende Rolle, das viele Mütter in dieser Zeit vorübergehend den Kontakt zu ihrer sexuellen Seite und ihrer Rolle als Partnerin verlieren. Dabei hilft es, wenn der Vater bzw. Partner dafür Verständnis aufbringen kann. Je verständnisvoller er ist, umso weniger fühlt sich seine Partnerin gedrängt und so leichter findet sie den Kontakt zu dieser Seite wieder.
Wenn es dazu kommt, hat es nichts mit mangelndem Interesse an ihm als Sexualpartner zu tun. Das Muttersein will erstmal gelernt und ausgekostet werden. Die Kinder werden so schnell groß und man bzw. frau möchte diese für sich und ihr Baby bewusst erleben. Mehr dazu findet ihr in unserem Beitrag „Eine kleine Auszeit vom Elternsein„.
Die Vorfreude auf das unbekannte und doch seltsam vertraute neue Familienmitglied ist groß und doch wird diese nicht selten von Ängsten vor der Geburt und möglichen Geburtsverletzungen getrübt.
Doch keine Sorge mit den passenden Verhaltensweisen und einigen sanften Maßnahmen können die allermeisten Geburtsverletzungen wie Dammschnitt oder Dammriss auf einfache und natürliche Weise in der Heilung unterstützt werden.
Geburtsverletzungen bei einer vaginalen Geburt
Auf dem Weg des Babys durch den Geburtskanal kann zu Verletzungen im Bereich der Schamlippen, der Klitoris, des Muttermundes, des Schießmuskels und in der tieferliegenden Beckenmuskulatur kommen.
Häufig auftretende aber weniger schmerzhafte Verletzungen sind kleine Risse und Schürfungen, die von der Gebärenden in den allermeisten Fällen gar nicht wahrgenommen werden auch schnell wieder abheilen. Am häufigsten treten Geburtsverletzungen im Damm- und Scheidenbereich auf.
Mögliche Geburtsverletzungen:
Hämatome
Hämatome entstehen, wenn das durch kleine Risse freiwerdende Blut nicht nach außen dringen kann und sich so im Gewebe anreichert. Diese Risse entstehen durch das starke Pressen unter der Geburt. Diese Hämatome heilen in der Regel von selbst ab. Falls diese doch mal von extremen Schmerzen begleitet werden sollten, kann auch eine Operation unvermeidbar sein.
Dammriss
Der Damm befindet sich zwischen Scheide und Darmausgang und besteht aus Muskelgewebe, dass während der Geburt extrem gedehnt wird. Zum Riss kommt es, wenn das Gewebe zwischen Scheide und After diesen Druck nicht mehr aushält und reißt. Der Dammriss zählt zu den am häufigsten vorkommenden Geburtsverletzung. Typische Ursachen sind ein zu frühes und zu starkes Pressen sowie die Größe und Gewicht des Babys. Größere Dammrisse werden meistens genäht, kleine oberflächlichere Risse verheilen von allein.
Dammrisse werden je nach Ausdehnung in vier Grade unterteilt:
1. Grad. Bei einem Dammriss ersten Grades sind nicht das Dammgewebe selbst, sondern „nur“ die Haut von Scheide und Damm leicht verletzt.
2. Grad. Wenn die Muskulatur des Damms bis höchstens zum äußeren Schließmuskel reißt, spricht man von einem Dammriss zweiten Grades. In diesem Fall bleibt der Schließmuskel unversehrt.
3. Grad. Reißt auch der äußere Schließmuskel des Darmausgangs, spricht vom dritten Grad.
4. Grad. Bei einem Dammriss vierten Grades ist sowohl die Darmschleimhaut und die vordere Wand des Enddarms gerissen.
Dammschnitt
Bei Komplikationen unter der Geburt kann es nötig werden den Geburtskanal zu vergrößern, um die Gebärende und das Baby durch einen ggf. kürzeren Geburtsverlauf zu entlasten. Dies vor allem, wenn Geburtszange und Saugglocke zum Einsatz gekommen sind. Bei einem Dammschnitt wird der Damm von einem Geburtshelfer mit einer Dammschere eingeschnitten. Der Dammschnitt wird heutzutage allerdings nur noch sehr selten vorgenommen, da er wesentlich schlechter verheilt als ein von „allein“ auftretender Dammriss. Sowohl der Dammriss wie auch der Dammschnitt werden ggf. mit einer selbstlösenden Naht versehen.
Der Dammschnitt wird auf dem Höhepunkt einer Wehe, wenn der Spannungsschmerz am größten ist, ausgeführt. In der Regel bekommen die Frauen ihn gar nicht mit.
Analfissur
Eine Analfissur kann im Gegensatz zu den anderen Geburtsverletzungen sowohl vor als auch nach einer Geburt in der frühen Stillzeit auftreten. In diesem Fall vor allem durch die veränderten Stuhlgewohnheiten und dadurch auftretenden Hämorrhoiden. Unter der Geburt ist der Grund häufig ein zu starkes Pressen oder ein schwaches Bindegewebe, wodurch die Haut am After einreißt. Bei einer Analfissur reißt die Darmschleimhaut im Bereich des Enddarms ein. Die in diesem Bereich häufig vertretenden Keime und Bakterien können eine Heilung extrem erschweren.
Zur Behandlung bzw. Linderung werden von Ärzten oft Zäpfchen, Cremes oder Salben verschrieben. Bei Hämorrhoiden helfen häufig auch Nasensprays, bei Schwangeren und stillenden Müttern sollte aber auf jeden Fall ein Arzt zu Rate gezogen werden.
Scheidenriss
Vom Scheidenriss oder Labienriss redet man, wenn die Schamlippen und/oder die Vagina eingerissen sind. Ein Scheidenriss tritt vor allem nach Gebrauch einer Geburtszange oder Saugglocke auf und wird von Blutungen begleitet. Kleine Scheidenrisse treten bei fast jeder vaginalen Geburt auf. Glücklicherweise werden sie von den Gebärenden selten bemerkt. Ein längerer oder tieferer Scheidenriss wird im Normalfall genäht.
Der Scheidenriss wird nicht selten erst bei einer nachgeburtlichen Untersuchung erkannt. Er kann einerseits extrem als auch weniger schmerzhaft sein. Ein Riss der Schamlippen ist dagegen fast immer sehr schmerzhaft. Dies liegt vor allem an den vielen Nervenenden, die sich in den Schamlippen befinden. Wenn ein Scheidenriss beim Kopfaustritts des Babys entsteht, ist im Nacken des Neugeborenen häufig ein sogenannten Blutkragen sichtbar.
Zervixriss
Bei einem Zervixriss kommt es zu einem Riss des Gebärmutterhalses. In der Regel sind diese sehr klein und zu dem eher weniger schmerzhaft. Ebenso wie ein kleiner Dammriss heilen sie meistens von allein. Bei einem großen Zervixriss wird die Gebärmutterarterie (Arteria uterina) verletzt, die anschließend sofort genäht werden muss, um größere Blutverluste zu vermeiden. Ein größeres Risiko, dass es bei einer weiteren Geburt zu einem erneuten Zervixriss kommt, soll nicht bestehen.
Uterusruptur
Als Uterusruptur bzw. der Gebärmutterriss wird ein Riss bzw. ein Zerreißen der Gebärmutterwand bezeichnet. Dabei wird zwischen einem kompletten Riss durch alle Schichten, einschließlich der glatten Auskleidung der Bauchhöhle und einem kleinen Riss in der glatten Muskulatur der Gebärmutterwand unterschieden.
Sollte es zu einem Gebärmutterriss kommen, machen sich sofort starke Schmerzen bemerkbar, die sich über die Gebärmutter hinaus auf den gesamten Bauch ausweiten. Gebärende haben oft das Gefühl, von innen zu zerreißen. Ein Gebärmutterriss führt zu starken Blutungen und kann nur durch einen Kaiserschnitt genäht werden.
Die typischen Ursachen sind eine Vorschädigung der Gebärmutter, eine überdehnte Muskulatur, ein enges bzw. eine wenig dehnbare Beckenmuskulatur sowie die Querlage des Babys.
Eine Uterusruptur kündigt sich häufig bereits während der Schwangerschaft an. Betroffene äußern sich häufig sehr besorgt und klagen über starke Schmerzen an der Gebärmutter. Insbesondere der so genannte Wehensturm weist auf Komplikationen bei der Geburt hin. Die Frequenz der Wehen erhöht sich dann im Vorfeld der Geburt ständig.
Eine Spontanruptur kann dagegen durch eine Endometriose oder einem Blutschwamm (Hämangiom) verursacht werden.
Die Uterusruptur zählt zu den schwerwiegendsten Geburtsverletzungen, die bei einer Geburt auftreten können. Glücklicherweise treten sie nur sehr selten auf.
Wie kann man Geburtsverletzungen vorbeugen?
Himbeerblättertee
Dem Himbeerblättertee wird nachgesagt, dass er eine Geburt sowohl erleichtern und auch verkürzen kann, indem er den Dammbereich und die Muskulatur des Beckenbodens entspannt und elastischer macht. Wegen seiner wehenfördernden Wirkung sollte er allerdings nicht vor der 34. Schwangerschaftswoche getrunken werden.
Die Dosierung sollte immer mit der eigenen Hebamme besprochen werden. Vor allem weil Himbeerblättertee bei schwachem Bindegewebe sich sogar schädlich auswirken kann. Mehr dazu in unserem Artikel „Himbeerblättertee, der Alleskönner vor, unter und nach der Geburt“
Dammmassage
Regelmäßige Dammmassage in der Schwangerschaft und vor allem tägliche in den letzten 6 Wochen vor der Geburt verringern die Notwendigkeit eines Dammschnitts und das Risiko anderer Geburtsverletzungen. Die Dammmassage dehnt das Dammgewebe und bereitet es so auf das Dehnungsgefühl bei der Geburt vor.
Selbst ein späterer Beginn kann sich noch positiv auf den Geburtsverlauf auswirken.
Weil eine Dammmassage eine ziemlich intime Angelegenheit ist und sich manche Frauen dabei besonders am Anfang unwohl fühlen, ist es wichtig es sich so gemütlich wie möglich zu machen.
Ganz wichtig: sich vor Beginn die Hände und Fingernägel gründlich zu reinigen.
Ein angenehm duftendes Massage-Öl erleichtert es vielen Schwangeren sich auf die Massage einzulassen und zu entspannen.
Eine halbsitzende Position wird von vielen Schwangeren bevorzugt, am besten mit einem dicken Kissen im Rücken. Alternativ im Stehen, mit einem Bein erhöht.
Durchführung der Massage
Das Öl sanft zwischen den Fingerspitzen verreiben, bis es sich angenehm warm anfühlt. Anschließend einen Daumen in die Scheide einführen und den Zeigefinger auf den Damm legen. Mit kreisenden Bewegungen massiert der Daumen die Scheidewände, der Zeigefinger unterstützt ihn von außen.
Wenn ihr euch euren Intimbereich als Uhr vorstellt, kommt es vor allem auf den Bereich unterhalb von 3 und 9 Uhr an.
Alternativ kann man auch einen oder mehrere Finger in die Scheide einführen und den Damm langsam Richtung After dehnen.
Heublumen-Dampfbäder
Ein Heublumenbad ist ein einfacher und unkomplizierter Weg, sich auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten. Neben einer Auflockerung der Muskulatur kann ein Sitzbad mit Heublumen die Durchblutung anregen und mögliche Verspannungen lösen.
Ab der 38. Schwangerschaftswoche und selbst während der Wehen können Heublumen noch helfen den Beckenboden weich und geschmeidig zu machen.
Um den Beckenboden elastischer zu machen, die Durchblutung anzuregen und mögliche Verspannungen zu lösen, empfehlen viele Hebammen ein Heublumenbad. Entweder als Dampfbad oder Sitzbad durchgeführt. Ab der 38. Schwangerschaftswoche kann mit ein- bis zwei Sitzungen pro Woche begonnen werden.
Für ein Heublumen-Sitzbad gibt man einen Esslöffel getrocknete Heublumen in eine Schüssel und übergießt sie mit einem Liter heißem Wasser, alternativ kann man auch ein Heublumenextrakt nehmen. Die Schüssel stellt man anschließend in die Toilette, klappt den Klodeckel herunter und lässt das Heublumenbad etwas ziehen. Vorsicht! Sich erst daraufsetzen, wenn die Hitze gut auszuhalten ist, dies kann von Tag zu Tag unterschiedlich sein. Am besten legt man sich dabei ein Handtuch über die Beine. Als Richtwert kann man 10 Minuten pro Sitzung ansetzen ansonsten bleibt man solange sitzen, wie die Wärme guttut. Ein schönes Buch kann die entspannende Wirkung des Sitzbades verstärken.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ein Heublumen-Sitzbad in einer Badewanne zu machen. Ein Vollbad mit könnte zu belastend für den Kreislauf sein. Um die Heublumen anschließend nicht aus dem Wasser sammeln zu müssen, kann man sie zuvor in eine Musselintuch knoten. Alternativ kann man die getrockneten Heublumen auch in einem passenden Sieb in die Wanne legen.
Das Wasser darf zum Aufgießen ruhig heiß sein und der Sud ruhig eine Weile ziehen ohne dass das Sitzbad zu kalt wird. Vor dem Einsteigen in die Wanne unbedingt die Temperatur prüfen.
Beckenbodentraining
Gezielte Übungen des Beckenboden können dazu beitragen seine Muskulatur zu stärken und elastischer zu machen. Dies verringert das Risiko einer Geburtsverletzung vor allem die eines Dammrisses bzw. -schnittes. Nähere Informationen zu den Übungen findet ihr hier.
Die richtige Geburtsposition
Die richtige Geburtsposition hilft einer Geburtsverletzung vorzubeugen, in dem die Schwerkraft genutzt wird, das Baby aus dem Geburtskanal zu bringen. Die Position auf dem Rücken liegend mit auf dem Rücken mit angewinkelten Beinen ist für den Damm belastend und nutzt die Schwerkraft nicht ausreichend. Das kann eine Geburtsverletzung begünstigen.
Kalte Kompressen zwischen den Wehen auf dem Dammbereich kühlen und entspannen das Gewebe und wirken durchblutungsfördernd.
Die richtige Einstellung
Während des Geburtsverlaufs ist es extrem hilfreich seinem Körper und dem Baby zu vertrauen. Sie wissen wie Geburten „funktionieren“. Dies hilft entspannt zu bleiben und sich von seinem Körper führen zu lassen. Sorgenvolle oder ängstliche Gedanken lassen den Körper, vor allem den Kiefer und den Beckenboden verkrampfen. Diese Verkrampfungen fördern die Risiken einer Verkrampfung.
Auch wenn Geburtsverletzungen sich generell nicht verhindern lassen, so sich die Schwangere auch auf die Geburt vorbereitet, hilft eine gute Vorbereitung sein Vertrauen in den natürlichen Geburtsprozess zu stärken.
Weitere Informationen dazu findet ihr bei familienplanung.de einer unabhängigen und wissenschaftlichen Informationsseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Wie werden Geburtsverletzungen behandelt?
Die am häufigsten auftretenden Geburtsverletzungen sollten kein Grund sein, sich das Mutterglück und die vielleicht wichtigste und kostbarste Zeit mit dem neuen Familienmitglied trüben zu lassen.
Die meisten Verletzungen müssen nicht von einem Arzt behandelt werden und können mit recht einfachen und sanften Maßnahmen unterstützt werden. Sie können mit Schonung, Cremes und Kühlpads behandelt werden. Schwerere Verletzungen müssen dagegen in der Regel von einer Hebamme oder einem Arzt genäht werden.
Frauen die eine PDA (Periduralanästhesie) erhalten haben, können direkt genäht werden, die Frauen ohne PDA erhalten eine örtliche Betäubung.
Bei schwerwiegenden Geburtsverletzungen kann gegebenenfalls eine Operation unter Vollnarkose nötig werden. Dies kann trifft zum Beispiel bei einem Dammriss 4. Grades zu (siehe oben).
Behandlung eines Dammschnitts und -risses
Sehr häufig wird der „jungen“ Mutter nach einem Dammschnitt eine schmerzstillende Creme verschrieben. Die vor allem die Schmerzen abmildern. Bei geringeren Schmerzen wird von Hebammen die homöopathische Traumeel Salbe oder gleichnamige Tabletten empfohlen. Diese sollen den Heilungsverlauf positiv beeinflussen. Zudem ist es sowohl hilfreich auch als wohltuend den geschwollenen Damm ausreichend und regelmäßig zu kühlen. Dazu bieten sich Kühlkompressen, Quark- oder Topfenwickel an.
Diese Kompressen oder Wickel alle 4 bis 6 Stunden für etwas 5 Minuten in ein Handtuch oder Waschlappen auf die Wunde legen. Eine zu häufige Verwendung und zu kalte Kompressen kann die Heilung verzögern, da dies die Stoffwechselprozesse verlangsamen kann.
Alternativ können zur sanften Unterstützung des Heilungsprozesses Kompressen mit Hamamelis-Extrakt verwendet werden. Das Hamamelis-Extrakt wirkt nicht nur schmerzlindernd, sondern auch kühlend, reinigend und entzündungshemmend. Zur Anwendung nimmt man einen Teelöffel des Extrakts und verrührt diese in 100 ml handwarmen Wasser. Anschließend wird ein Tuch ins Wasser hineingelegt und dieses bis zu 3-mal täglich 20 Minuten lang auf die Naht und den Schambereich gelegt.
Sitzbäder zur Behandlung von Geburtsverletzungen
Auch Sitzbäder mitArnika, Calendula und Kamille helfen beim Abschwellen von Blutergüssen. Die Sitzbäder sollten täglich für ca. 15 Minuten bei einer Wassertemperatur von 35° C angewendet werden.
Ein schonendes, antibakterielles Öl eignet sich gut. Am besten fragst du hier deinen Arzt, deine Hebamme oder eine Apothekerin. Eine Massage solltest du nur an verheilten Stellen anwenden – es geht hier um die Narbenpflege!
Ein mildes und rein pflanzliches Öl kann sehr hilfreich bei der Pflege und zum Schutz eines Hämatoms, eines Dammrisses oder -schnitts sein. Dies gilt insbesondere für die Verwendung im empfindlichen Anal- bzw. Intimbereich. Aus diesem Grund sollte es am besten mit einem Arzt oder Hebamme abgeklärt werden. Unser Ansicht nach gehört es in jede Kliniktasche und kann zudem während der Geburt zur Massage verwenden werden.
Weil viele Frauen nach einem Dammschnitt bzw. -riss befürchten, dass sich die Naht durch den Druck beim Stuhlgang aufreißen könnte, ist es wichtig nach der Geburt und insbesondere nach einer Geburtsverletzung viel Wasser zu trinken. Durch das viele Trinken und eine gut verdauliche Ernährung kann die Konsistenz des Stuhlgang positiv beeinflusst werden.
Ruhe und Sauberkeit beschleunigen die Heilung
Auch wenn in den Medien gerne suggeriert wird, dass ein perfekter After-Baby-Body schon wenige Wochen nach der Geburt normal oder zumindest möglich ist, sollten die ersten Tagen und am besten Wochen nach der Geburt im Zeichen von Ruhe, Schonung und Bonding mit dem Baby stehen.
Dies wirkt entlastend auf jedwede Verletzung im Dammbereich. Deshalb empfehlen wir in den ersten Wochen auch viel zu liegen und möglichst wenig zu laufen, sitzen oder zu stehen. Nicht umsonst heißt diese Zeit „Wochenbett“.
Am besten setzt man sich mit Geburtsverletzungen auf eine weiche Unterlage. Ebenso kann das Tragen einer Miederhose in den ersten Tagen und Wochen schmerzlindernd wirken.
Den gleichen Stellenwert sollte die richtige Hygiene im Intimbereich haben. Dazu gehört, dass vermeiden von „scharfen“ Produkten, wie handelsübliche Feuchtigkeitstücher. Lauwarmes oder kaltes Wasser ist in diesem Fall die bessere Alternative. Häufig beschleunigt die Zugabe von Calendula-Essenzen (1 bis 2 Teelöffel auf ca. ¼ Liter Wasser) denn Heilungsprozess.
Bei Geburtsverletzungen ist der Dammbereich nach dem Stuhlgang vorsichtig von vorn nach hinten zu gereinigen. Alternativ kann für eine gründlichere Hygiene auch eine Intimdusche und/oder ein Reinigungsmittel für den Intimbereich verwendet werden.