Autor: Nicole Wolf

  • Schwangerschaft: Meine nervigsten Schwangerschaftssprüche

    Schwangerschaft: Meine nervigsten Schwangerschaftssprüche

    Schwangerschaftssprüche: Viele Frauen kennen das bestimmt: In der Schwangerschaft wird Frau mit nervigen Sprüchen sowie Fragen überhäuft und mit ungefragten Ratschlägen versorgt. Kennt ihr das auch? Mir ist das schon sehr oft passiert.

    Meine Top 8 der nervigsten Sprüche in der Schwangerschaft

    Darf ich mal deinen Bauch anfassen?

    Ähm, darf ich deinen Bauch anfassen? Nein natürlich nicht, wir sind doch hier nicht im Streichelzoo. Ich meine so eine Berührung ist etwas intimes, da schlägt ein kleines Herzchen in meinem Bauch. Warum sollte ich also jeden daran rumtätscheln lassen.

    War die Schwangerschaft geplant?

    Ja, stell dir vor. Wir hätten sonst verhütet. Diese Frage finde ich eigentlich mit am schlimmsten. Erstens würde es mir nie einfallen sie zu stellen und zweitens sollte es doch jedem selbst überlassen sein, ob und wie viele Kinder er bekommt.

    Du hast es ja so gewollt

    Ja, natürlich habe ich diese Schwangerschaft gewollt. Trotzdem werde ich jetzt wohl jammern dürfen. Mein Mann stirbt auch mindestens 3x im Jahr an der Männergrippe, wieso sollten wir Frauen dann nicht auch in der Schwangerschaft mal Wehwehchen haben dürfen?

    Wie viel hast du schon zugenommen?

    Was geht es dich an? Ich gehe ja auch nicht durch meinen Freundeskreis und frage nach Weihnachten wieviel jeder zugenommen hat. Vielleicht sollten wir das aber mal bei diesen Personen tun 🙂

    Das liegt bestimmt an den Hormonen

    Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Spruch schon gehört, aber er nervt mich immer wieder aufs Neue. Ja natürlich kann einiges an den Hormonen liegen, aber manche Sachen gehen mir einfach auf die Nerven. Schwangerschaft hin oder her.

    Da ist wirklich nur eins drin?/Bist du sicher, dass es nur eins ist?

    JA, wir sind uns absolut sicher. Mein Bauch ist nur groß. Ich weiß nicht, was Leute zu solchen Fragen treibt. Ich denke aber nicht, dass sie einen Moment darüber nachdenken, dass es für den Gegenüber verletzend rüber kommen könnte.

    Danach ist aber Schluss, oder?

    Das ist mein absoluter „No Go“ – Satz in der Schwangerschaft. Ich meine, es geht niemanden was an und wenn ich noch 20 Kinder bekomme. Solange ich gut für sie sorge und es ihnen gut geht.

    Wieso isst du keine Salami mehr? Toxoplasmose?

    So was hat’s bei uns alles nicht gegeben und ich hab auch gesunde Kinder zur Welt gebracht!

    Das ist wirklich ein Standardspruch, den ich nur von der älteren Generation zu hören bekommen habe. Mittlerweile stehe ich darüber und denke mir meinen Teil. Denn was ich esse oder nicht, bleibt zum Glück mir überlassen.

    Ich hoffe, ihr nehmt diesen Artikel auch mit einem Schuss Humor, denn manchmal hilft einfach nur lachen und weitergehen. Ich habe gefühlt schon alle Sprüche gehört und denke mir immer wieder meinen Teil zu den Leuten die sie mir an den Kopf knallen.

    Eure Nicole (Babytalk – Autorin)

    Vielleicht magst einen oder mehrere deiner nervigsten oder auch berührendsten Schwangerschaftssprüche hier mit uns und unserer Community teilen.

    Beitragsfoto: Freeograph / shutterstock
  • Ängste in der Schwangerschaft

    Ängste in der Schwangerschaft

    Eine Schwangerschaft ist etwas wunderschönes. Alleine das Gefühl des positiven Schwangerschaftstest, ist einmalig. Ich weiß es bei allen Schwangerschaften noch ganz genau. Dieses überglückliche Gefühl zu wissen, dass neues Leben in einem wächst. Aber mit dem wachsenden Bauch, wächst auch die Angst. Angst das etwas nicht stimmen könnte.

    Angst etwas falsches zu essen oder zu tun und vielleicht auch die Angst vor der Geburt. Dies ist aber vollkommen in Ordnung. Auch wenn nicht viele darüber reden, oder es immer vorgelebt wird das eine Schwangerschaft nur Glück und positive Gefühle hervorruft. So ist es auch vollkommen in Ordnung Angst zu haben.

    Ich habe diese Ängste auch, oft mehr als mir lieb ist. Gerade in Hinblick auf die Geburt habe ich viele Ängste. Werde ich eine gute Hebamme haben, sind gute Ärzte im Krankenhaus? Werde ich das alles durchstehen und vor allem wird es meinem Baby gut gehen.

    Es sind viele Gedanken die einen in der Schwangerschaft beschäftigen. Ganz wichtig ist es aber diese ernst zu nehmen und sich selber zu beruhigen. Ich habe zum Beispiel einen Termin in 2 Krankenhäusern gemacht. Diese bieten Info Abende wo man einen Teil der Ärzte, Schwestern und Hebammen kennen lernen kann.

    Außerdem wird der Kreissaal und die komplette Entbindungsstation gezeigt. Dies beruhigt wirklich sehr. Wir konnten unsere Fragen vor Ort und ohne Stress stellen. Ebenso konnte ich mir einen Eindruck davon verschaffen, wie die Entbindung hier ablaufen kann.

    Es war für uns wirklich sehr informativ und wir haben uns tatsächlich für ein Krankenhaus entschieden welches vorher gar nicht auf unserer Liste stand. Es ist zwar 10 Minuten weiter entfernt, aber es hat uns mit der Umgebung und der Professionalität der Ärzte absolut überzeugt.

    Angst, weil man auf einige Dinge keinen Einfluss hat

    Sind wir mal ehrlich eine Schwangerschaft wie im Bilderbuch gibt es nur sehr selten. Oftmals muss man auch mal zwischendurch ins Krankenhaus, weil etwas nicht stimmt, oder man zumindest das Gefühl hat das etwas nicht okay ist. Mir erging das öfter so.

    Da tasten plötzlich wildfremde Menschen an Stellen rum, wo man nun mal nicht eben jeden hin lässt. Aber egal wie unangenehm diese Situation auch ist, so macht man es schließlich für sein Kind.

    Ein weiterer Tipp kam von meiner Hebamme, sie sagte mir ich solle jeden noch so kleinen Gedanken aussprechen. Egal ob er nun negativ oder positiv ist. Mit meinem Partner über meine Ängste sprechen, denn oftmals konnte er mich schon mit ein paar Sätzen beruhigen.

    Denn gerade am Anfang der Schwangerschaft war ich wirklich mit manchen Sachen überfordert. Da half mir aber auch meine Frauenärztin sehr. Sie gab mir eine Liste mit Nahrungsmitteln auf die ich in der Schwangerschaft verzichten sollte. Wenn ihr euch also unsicher seid, was ihr essen dürft und was nicht, fragt lieber nach.

    Es gibt keine dummen Fragen in der Schwangerschaft

    Ich habe gelernt, gerade in der Schwangerschaft, gibt es keine blöden Fragen. Denn jede Frage die eine werdende Mama beschäftigt sollte ernst genommen werden.

    Was mich außerdem sehr beruhigte war der Geburtsvorbereitungskurs. Dort traf ich andere Mamas und konnte mich endlich richtig austauschen. Denn dort merkte ich das ich mit meinen Ängsten nicht alleine war. Das sogar Mamas die das dritte oder vierte Kind erwarteten genau die gleichen Ängste und Sorgen hatten wie ich.

    Genau dieser Austausch machte mir Mut und seid dem bin ich wieder etwas entspannter.

    Dies soll jetzt nicht heißen das eine Schwangerschaft nur aus Sorgen und Ängsten bestehen soll. Ganz und gar nicht. Es soll aber zeigen, dass wenn ihr solche Ängste oder negative Gedanken habt, dies vollkommen okay ist. Es gibt Wege diese Gedanken positiv zu beeinflussen und euch die Ängste zu nehmen.

    Sorgen machen, geht eben schon in der Schwangerschaft los und endet wahrscheinlich ein ganzes Leben lang nicht. Denn auch wenn die Kinder größer sind, werden wir Mamas aber auch Papas, uns immer Gedanken um unsere Kinder machen.

    Trotzdem ist es wichtig so positive Gedanken wie möglich zu haben. Macht euch nicht wegen Kleinigkeiten verrückt und genießt jeden Moment. Denn so innige Momente mit eurem Kind im Bauch, wird es nach der Geburt nicht mehr geben.  Dafür werden umso mehr andere innige und liebevolle Momente außerhalb des Bauches folgen.

    Eure Nicole (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Syda Productions / shutterstock
  • Einsam und Alleinerziehend

    Einsam und Alleinerziehend

    Alleinerziehend – ein wichtiges Thema, welches öfter thematisiert werden sollte. Leider, aber auch verständlicherweise neigen Eltern, die ihr Kind alleine aufziehen, automatisch dazu, sich von der Außenwelt abzukapseln. Die einen mehr, die anderen weniger.

    Das ist ein natürlicher Schutzmechanismus, der dafür sorgt, dass man sich erst einmal auf die eigenen Baustellen fokussiert. Auch ich kenne dieses Thema, wo vorher der Partner oder Ehemann war, ist jetzt ein Loch.

    Niemand der einen mal die Kinder für einen Abend abnehmen kann. Niemand mehr der einem hilft, wenn man selber mal krank ist, oder einfach mal eine kleine Pause braucht. Etwas mit Freundinnen machen, ist zwar noch möglich, aber umständlich und wird dadurch viel zu selten organisiert.

    Eine Kinderbetreuung, für einen Kinoabend muss erstmal gefunden werden. Genau diese Dinge können Mütter, genauso wie alleinerziehende Väter in die Einsamkeit treiben. Denn oft haben Freunde nicht das nötige Verständnis für die neue Situation.

    In aller erster Linie ist es erstmal wichtig, das Alleinerziehende sich nach der Trennung, Zeit zum Verarbeiten nehmen. Sei es alleine oder mit den besten Freunden. Ich für meinen Teil, stand nach der Trennung von meinem Mann, ziemlich isoliert da.

    Viele Freunde entschieden sich für eine „Seite“ und somit blieben mir nur eine handvoll Freunde. Aber genau für diese bin ich rückblickend sehr dankbar. Die erste Zeit war wirklich hart. Das Leben was ich vorher hatte, war nicht mehr da.

    Alles kommt einen so kompliziert und anstrengend vor, zumindest ging es mir so. Ich fühlte mich wie der letzte Mensch auf dieser Welt. Aber nun gute 8 Monate später kann ich sagen, es tut gut, eine alleinerziehende Mama zu sein.

    Mit der neuen Situation kommen wir alle gut zurecht. Trotzdem gibt es natürlich Momente, wo ich mich trotzdem noch einsam fühle. Wo einfach der Partner oder die Schulter zum Anlehnen fehlt.

    Einsamkeit ist (k)ein Arschloch!

    Ja, auch ich bin natürlich ab und zu einsam, und das ist auch normal. Aber, wie mit anderen Emotionen, die einen während einer Trennung begleiten, habe ich auch gelernt mit der Einsamkeit umzugehen. Hier habe ich einige Tipps für euch, die auch ich angewendet habe und die mir sehr gut taten.

    Allem voran, ihr müsst nicht einsam sein. Es gibt so viele tolle Single Mamas da draußen. Also suche sie, vernetze dich. Dies geht am besten im Internet. Ich habe bei Kleinanzeigen oder eben in regionalen Facebookgruppen nach Anschluss gesucht.

    Hängt Flyer bei Kinderärzten oder Krabbelgruppen auf. Eben dort wo viele Mamas sind. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Mamas dankbar waren, diesen Aufruf gelesen zu haben.

    Ich für meinen Teil, habe da nur tolle Erfahrungen gemacht, ich habe Mamas getroffen, denen es genauso ging. Wir konnten uns austauschen und uns gegenseitig stützen, wenn es mal schwer war.

    Als Zweites habe ich mir ein Hobby gesucht. Einfach um auch etwas Zeit für mich zu bekommen. Denn wenn die Kinder abends im Bett waren, hatte ich oft keine Lust auf das TV Programm, also suchte ich etwas Kreatives und entdeckte die Näherei für mich.

    Nicht allein in der Mamarolle versinken

    Dadurch lernte ich auch ganz viele tolle Mamas kennen. Was ich besonders toll fand, dass wir uns auch über andere Sachen als Kinder und Haushalt austauschten. Denn genau das ist wichtig, um nicht nur komplett in der Mamarolle zu versinken. Zeit für sich selber, gerade wenn diese als Alleinerziehende noch knapper ist.

    Als letztes habe ich mir vorgenommen, die Zeit mit den Kindern so intensiv wie möglich zu genießen. Denn diese Momente werden nie wieder kommen. Aktuell können wir 3 tun und lassen, was wir möchten. Wir können Sonntags bis um 12 mit Schlafzeug im Bett liegen oder auch mal nur romantische Schnulzen auf Netflix gucken.

    Unser Mädelshaushalt ist aktuell für uns wirklich perfekt.Was nicht heißt, das da kein Mann Platz hätte. Aber diese Zeit ist für mich wirklich ganz besonders. Wir drei sind so fest zusammen gewachsen und ich denke, dass auch meine Mädchen die Zeit sehr genießen.

    Wir sind gespannt, was die Zeit bringt und auch wenn sich vieles negativ anhört, ich bin froh diesen Schritt der Scheidung gegangen zu sein. Wie ihr seht, gibt es auch einige positive Aspekte, alleinerziehend zu sein. Haltet euch am besten immer vor Augen „IHR SEID NICHT ALLEINE“.

    Sucht euch notfalls Hilfe und Unterstützung, denn um Hilfe zu fragen, ist wirklich keine Schande. Manchmal kommen wir einfach an unsere Grenzen und dann ist es wichtig, jemanden zu haben, der einen auffängt.

    Eure Nicole (Babytalk-Autorin)

    Beitragsfoto: Liderina / shutterstock
  • So lernt dein Kind, sich allein zu beschäftigen

    So lernt dein Kind, sich allein zu beschäftigen

    „Mama spielst du mit mir ? “ Jede Mama hört diesen Satz bestimmt mehrmals täglich. Oft in Situationen wo es gerade überhaupt nicht passt. Denn gerade nach dem Einkaufen, dem Kochen oder beim Putzen brauchen Eltern mal kurz ihre Ruhe. Dann ist es natürlich ein Segen, wenn die Kinder sich alleine beschäftigen können.

    Aber die Frage, die sich stellt ist, will das Kind sich nicht alleine beschäftigen, oder kann es dies nicht? Denn immerhin können sich schon Babys von ganz alleine auf etwas konzentrieren und sich Minutenweise alleine beschäftigen. Somit entdecken schon Babys ihr Umfeld mit allen Sinnen und gewinnen so neue Eindrücke.

    Diese Fähigkeit sich alleine beschäftigen zu können, können wir als Eltern unserem Kind allerdings auch abtrainieren. Indem wir es einfach zu gut meinen und unser Kind pausenlos beschäftigen. Ich habe diesen Fehler teilweise auch gemacht. Gerade wo meine Große noch ein Einzelkind war.

    Ich dachte, ich muss sie ständig beschäftigen, ihr immer wieder neue Dinge zum Spielen anbieten, dabei hatte sie eigentlich gerade mehr Spaß die Fliege an der Wand zu beobachten. Denn sie beschäftigte sich schon alleine, nur ich sah dies nicht als Beschäftigung, sondern dachte es wäre Langeweile.

    Wenn unsere Kleinen es dann lernen, sich unabhängig von uns Eltern zu beschäftigen und zu konzentrieren, stärkt es ihr Selbstwertgefühl. Aber wie könnt ihr euer Kind beim alleinigen spielen unterstützen? Diese Frage habe ich mir auch damals gestellt, meine Hebamme gab mir  wirklich tolle Tipps, die ich jetzt gerne an euch weiter gebe.

    Eine aufregende Umgebung schaffen

    Beispielsweise liegt euer Kind gerade auf der Krabbeldecke. Legt ihm einfach mal Spielzeug in greifbare Nähe, nicht zu viel, ein klein wenig Auswahl reicht schon. Wichtig ist, dass euer Kind dieses Spielzeug nur bekommt, wenn es sich alleine damit beschäftigt. Dies erhöht den Anreiz und fördert die Kreativität.

    Doch es muss nicht immer Spielzeug sein, womit euer Kind spielen kann. Auch Alltagsgegenstände wie Tücher, Töpfe, kleine Dosen oder Zeitungen, lassen sich gut zur Beschäftigung nutzen. Wichtig ist, dass sobald das Kind alleine spielt, es nicht gestört wird.

    Schreitet also nur ein, wenn es absolut notwendig ist. Dies kostete mich am Anfang auch viel Überwindung. Ich hatte immer das Gefühl eingreifen zu müssen, aber durch meine Zurückhaltung, erfand meine Tochter ganz eigene Spielwege, die sie so mit mir, vielleicht sonst nicht entdeckt hätte.

    Die meisten Babys und Kleinkinder liegen beispielsweise nach dem Aufwachen erst einmal ruhig in ihrem Bett. Sie spielen mit Händen und Füßen oder plappern vor sich hin. Diese Momente, in denen sich das Kind selbst genug ist, sind der Beginn des selbstständigen Spiels.

    Natürlich könnt ihr diese Phase ganz toll erweitern, in dem ihr Spielzeug an den Gittern befestigt, womit sich das Kind dann noch selbst beschäftigen an.

    Allein Spielzeiten sind wichtig

    Am besten lernen Kinder sich alleine zu beschäftigen wenn, es Alltag wird. Übt dies am besten 2-3 x am Tag für eine kurze Zeit. Bietet ihm Spielzeug an und lasst es sich kurz, für den Anfang werden je nach Alter  5-10 Minuten empfohlen, alleine damit spielen. Sollte euer Kind am Anfang nicht gewillt sein dies alleine zu tun, setzt euch dazu.

    Spielt neben eurem Kind aber nicht mit ihm. Sobald es in seinem eigenen Spiel abgetaucht ist, macht ihr andere Tätigkeiten. Zum Alleinspielen gehört, dass euer Kind weiterspielt, auch wenn ihr es einige Minuten allein im Raum lasst. Dies übt ihr am besten ab einem Alter von 4-5 Monaten.

    Wählt einen Moment, wo euer Kind total im Spiel ist, wenn es abgelenkt ist und gar nicht mitbekommt, dass ihr geht. So könnt ihr die Zeiten nach und nach verlängern. Sollte es am Anfang so überhaupt nicht klappen, erklärt eurem Kind, wohin ihr geht. Kündigt eurem Kind, an das ihr kurz auf die Toilette geht, oder etwas in der Küche machen müsst.

    Nicht zuviel auf einmal erwarten

    Ganz wichtig, wie bei allem in der Kindererziehung, ist es nicht zuviel zu erwarten. Im Alter von 1-3 Jahren ist es ganz normal das nicht Kinder nicht länger als 15-30 Minuten alleine und selbstständig spielen. Natürlich ist dies auch von Kind zu Kind unterschiedlich.

    Es gibt Kinder, die lieber für sich sind und sich ganz in ein spiel vertiefen können. Es gibt aber auch Kinder, die lieber in Gesellschaft spielen, oder sich eben schwer auf das Alleinspiel einlassen können.

    So oder so macht Übung den Meister und ihr als Eltern könnt euch zumindest eine kleine Auszeit gönnen, aber vor allem das Selbstwertgefühl eures Kindes stärken.

    Eure Nicole (Babytalk – Autorin)

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    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist:

    Beitragsfoto: Oksana Kuzmina / shutterstock
  • Mein Kind spricht nicht – Was tun?

    Mein Kind spricht nicht – Was tun?

    Hilfe, mein Kind spricht nicht. Viele Eltern kennen das, man sehnt sich so sehr nach den ersten Worten von seinem Kind. Ein erstes Brabbeln und natürlich das magische erste Wort. Egal ob es Mama oder Papa ist. Das erste Wort wird zelebriert und gefeiert.

    Dies ist der nächste große Entwicklungsschritt vom Baby zum Kleinkind. Die meisten Kinder bilden ihre ersten Wörter ab einem Alter von ungefähr einem Jahr. Im Alter von eineinhalb bis zwei Jahren erweitert sich der Wortschatz, dann sehr schnell. Mit drei Jahren liegt er häufig zwischen 300 und 500 Wörter.

    Zwischen dem 18. und 30. Monat lernen die Kleinen oft bis zu zehn Wörter und mehr am Tag zu verstehen. Am Ende dieser Zeitspanne beginnen die Kinder bereits die ersten kleinen Sätze aus 2 bis 3 Wörtern wie selbstverständlich zu bilden.

    Natürlich hat jedes Kind dabei seine eigene Geschwindigkeit. Genauso wie beim Laufen, krabbeln oder sauber werden und so sind manche Kinder schneller oder langsamer. Daher ist Geduld gefragt. Denn bis zu einem Alter von 2 Jahren braucht man sich noch gar keine Sorgen machen, dass etwas nicht stimmt.

    Das Kind spricht nicht, wann sollte man handeln?

    Grundsätzlich sollten alle Eltern auf ihr Bauchgefühl hören. Habt ihr das Gefühl, es ist alles noch im Rahmen oder es ist in Ordnung so, gibt es erstmal keinen Grund zur Sorge.

    Spätestens beim Eintritt in die Kita oder den Kindergarten haben auch Erzieher ein Auge darauf und werden euch ggf. eine Empfehlung zur Vorstellung bei einem Arzt geben.

    Bei unserer Tochter war es damals so, dass wir recht schnell gemerkt haben, dass ihre Altersgenossen, sprachlich sehr viel weiter sind.

    Da sie unser erstes Kind war und wir wussten, dass alle Kinder sich unterschiedlich schnell entwickeln, haben wir uns erstmal keine großen Sorgen gemacht. Denn der Hörtest beim Arzt war stets unauffällig und wir wussten auch das sie gut hören kann, da sie auf Fragen richtig reagierte.

    Im Alter von 2 Jahren sind wir dann doch mal zu einem Arzt, aber auch dieser beruhigte uns und sagte, dass jedes Kind, sollte keine körperliche Störung vorliegen, irgendwann das Sprechen anfangen würde. Unsere Tochter sprach bis zu dieser Zeit, nur wenige Wörter.

    Er sagte uns, dass es eben diese „Late Talker“, also Kinder die spät das sprechen beginnen, gibt und dies kein Grund zur Sorge ist. Denn körperlich war alles in Ordnung.

    Er sagte uns, dass Kinder mit dieser Diagnose, bis zum dritten Lebensjahr, diesen Rückstand zu anderen Altersgenossen normalerweise aufgeholt haben.

    Trotzdem ist es sinnvoll euch beraten zu lassen, wenn euer Kind mit zwei Jahren noch nicht spricht.

    Was gibt es für Ursachen?

    Wenn euer Kind nicht spricht, kann das unzählige Ursachen haben. Dabei spielt natürlich auch immer das Alter eine große Rolle. Denn die Sprachentwicklung verläuft in verschiedenen Stufen und ist Alters abhängig. Mögliche Ursachen, warum euer Kind nicht spricht, sind:

    • LATE TALKER, der Sprachbeginn erfolgt hier später, normalisiert sich dann aber recht schnell, sobald das Kind erstmal zu sprechen beginnt.
    • Hörschädigung bzw. Gehörlosigkeit, dies kann nur ein Arzt überprüfen. Der erste Hörtest erfolgt schon kurz nach der Geburt, sodass diese Ursache relativ früh erkannt werden kann. Eine Untersuchung beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt ist daher sehr wichtig.
    • Sprachentwicklungsstörung: Wenn euer Kind nicht spricht, kann auch eine Sprachentwicklungsstörung der Grund dafür sein. Falls es Anzeichen dazu gibt, bespricht dies am besten mit eurem Kinderarzt.
    • Angeborene Stummheit, dies kann auf einem genetischen Defekt zurückzuführen sein. Die Stummheit ist auf eine Schädigung im Gehirn zurückzuführen, bei der das ansonsten normal entwickelte und intelligente Kind nicht spricht, weil es seine Sprechorgane nicht steuern kann.
    • Mutismus, wenn euer Kind unter Mutismus leidet, dann spricht es aufgrund von psychischen Ursachen nicht. Dies ist auch die Ursache für die Stummheit unserer Tochter.

    Behandlungsmöglichkeiten, wenn das Kind nicht spricht

    Wenn die eigentliche Ursache für die Stummheit eures Kindes geklärt ist, dann kann die passende Therapie beginnen. Diese übernimmt entweder ein Logopäde, ein Sprachheilpädagoge oder ein Psychologe.

    Je nach Ursache gibt es wirklich gute Heilungs- und Genesungschancen. Denn Kinder können, mit der richtigen Hilfe, ganz viel aufarbeiten und kompensieren. Außerdem könnt ihr als Eltern eurem Kind helfen, aktiver Sprechen zu lernen.

    Denn oft, wenn so eine Sprachstörung vorliegt, übernehmen die Eltern das Sprechen für das Kind. Die Eltern dienen somit als Sprachrohr und das Kind „muss“ gar nicht sprechen. Auch wir haben diesen Fehler gemacht.

    Ich habe mich oft dabei ertappt, dass wenn jemand nach dem Namen meiner Tochter gefragt hat, ich automatisch geantwortet habe. Einfach weil ich wusste, dass sie nicht antworten wird.

    Dies war natürlich nicht richtig, denn heute antwortet sie ganz selbstverständlich. Einfach weil wir es nicht mehr für sie tun. Dies sind so kleine Übungen, die viel bewirken können.

    Denn wenn ein Kind „gezwungen“ ist zu sprechen, überwindet es sich meistens doch. Genauso verhält es sich, wenn euer Kind etwas möchte. Lasst ihm etwas Zeit, um zu formulieren, was es genau möchte, beispielsweise: Apfel, Milch etc.

    Nur kleine Wörter, keine Sätze. Aber auch euer Kind wird dieses Erfolgserlebnis positiv verknüpfen und merken, dass es leichter etwas bekommt, wenn es die Dinge benennt.

    Dies erfordert natürlich Ausdauer und viel Geduld. Aber es lohnt sich. Abschließend kann ich nur sagen, hört immer auf euer Bauchgefühl, lasst euch nicht verunsichern. Denn wir als Eltern spüren am Stärksten, ob etwas nicht stimmt.

    Eure Nicole (Babytalk – Autorin)

    Unter dem Link Knetfeder Kleinkindpädagogik findet ihr nähere Hinweise zur Sprachentwicklung von Kindern (Hinweis der Redaktion).

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  • Mein Kind beißt, tritt und haut. Was tun?

    Mein Kind beißt, tritt und haut. Was tun?

    Was tun, wenn das eigene Kind seine Freunde oder Fremde tritt und haut?

    Mein Kind beißt: Der beste Tipp ist, kein Drama draus zu machen, ignorieren geht allerdings auch nicht. Es ist eine Grad Wanderung in solchen Situationen das Richtige zu tun. Dass Kinder Aggressionen zeigen, ist nicht ungewöhnlich.

    Gerade im Kindergartenalter testen Kinder gerne ihre Grenzen aus und gehen vielleicht auch mal mit ihren Freunden zu weit. Aber wenn euer Kind dies tut, ist es eher ein Ausdruck von Wut, Hilflosigkeit oder Frustration.

    Dem beißenden Kind beispielsweise geht es in der Regel nicht darum, das andere zu verletzen. Vielmehr zeigt sich ­darin der Wunsch nach Beachtung.

    Teilweise sind Kleinkinder aggressiv, weil sie noch nicht gelernthaben, wie sie mit anderen Kontakt aufnehmen können.

    Ihr Kind kann seine Gefühle noch nicht anders ausdrücken und reagiert deshalb mit Wut.

    Deshalbhaut es wahrscheinlich ein anderes Kind, um ihm zu signalisieren: Hallo komm beachte mich, ich möchte mit dir spielen. Auslöser für solche Aggressionen gibt es viele:

    • Der Turm aus Bausteinen ist zusammengestürzt
    • Beim Abendessen steht der falsche Becher auf dem Tisch
    • Das Lieblingskleid ist gerade in der Wäsche
    • Ein anderes Kind spielt gerade mit dem Spielzeug der Begierde … .

    Was tun, wenn mein Kind schlägt oder beißt? 

    Sobald euer Kind schlägt, haut oder beißt, greift ihr ein und erklärt ihm am Besten auf Augenhöhe deutlich, dass das nicht in Ordnung ist. Seht euer Kind entschlossen an und weist es darauf hin, dass es dem anderen Kind weh getan hat. Ein bestimmtes Nein kann dort schon helfen.

    Zeigt eurem Kind, dass es auch anders geht, das es das andere Kind beispielsweise auch streicheln kann, um Beachtung zu bekommen. Wenn euer Kind schon gut sprechen kann, ermutigt es, zu einem anderen Kind hinzugehen und Hallo zu sagen, wenn es Kontakt aufnehmen möchte.

    So lernt es, dass es nicht aggressiv sein muss um Aufmerksamkeit zu bekommen. Anders verhält es sich in Streit Situationen. Wenn euer Kind beispielsweise einem anderem Kind ein Spielzeug gewaltsam entrissen hat, geht direkt dazwischen.

    Am besten ist es hier, eurem Kind zu erklären, dass es entweder warten muss bis dieses Spielzeug frei ist, oder dass es ein Tauschgeschäft gegen ein anderes Spielzeug anbieten kann.

    Je öfter diese Situationen geübt werden umso sicherer wird auch euer Kind.

    Wenn das Verhalten nicht besser wird 

    Sollte sich das Verhalten trotz liebevoller und verständnisvoller Bemühungen nicht bessern, hilft nur noch Konsequenz.

    Sollte euer Kind also weiterhin auf dem Spielplatz beißen oder hauen, geht ihr nach Hause.

    Oder wenn euer Kind euch haut oder tritt, verlasst ihr sofort den Raum. So merkt es, dass es das Gegenteil von dem erreicht, was es eigentlich möchte, nämlich eure Aufmerksamkeit.

    Außerdem kann es helfen die Wut körperlich abzubauen. Dafür gibt es einige Tricks:

    • Aufstampfen, wie das Wort es schon erklärt, kann dein Kind deine Wut direkt in den Boden stampfen. Rumpelstilzchen machte es im Märchen ja schon vor. Diese Methode ist simpel und überall durchführbar.
    • Boxsack oder Wutpolster: Diese Methode kann auch vorbeugend eingesetzt werden. Denn so wird eure Kind seine Aggressionen los, ohne ein anderes zu verletzen.
    • Zeitungen zerreißen: Einfach die Wut mit dem zerreißen der Zeitungen rauslassen. Dies kann auch bei älteren Kindern noch wahre Wunder bewirken.
    • Schreien: Geht in den Wald oder irgendwo, wo euch niemand hört und schreit, was das Zeug hält. Dies kann auch uns Eltern helfen Emotionen, die sich aufgestaut haben, abzubauen. Somit sind wir ein tolles Vorbild für unsere Kinder, denn sie sehen, auch wir sind manchmal wütend oder traurig.

    Ist diese Beißphase allerdings, im Kindergartenalter noch nicht vorbei, solltet ihr Euch Hilfe suchen. Oft haben Erzieher hilfeiche Tipps. Erzieher und Kinderärzte können bei einer intensiveren Ursachenforschung helfen.

    Gegebenenfalls ist es ratsam, einen Psychologen hinzuzuziehen. Aber in den meisten Fällen regelt sich dieses Verhalten von ganz alleine.

    Eure Nicole (Babytalk-Autorin)

    Die Frage, ab wann ein Kind bereit ist in die Krippe / Kita zu gehen, stellen sich wohl die meisten Eltern. Selbst wenn es – etwa berufsbedingt – nicht möglich ist, den Zeitpunkt zu bestimmen. Die Mehrheit macht sich viele Gedanken oder fühlt sich vielleicht gar als Rabenmütter, wenn sie ihre Kinder bereits im ersten Lebensjahr Fremdbetreuen lassen.

    Vom Loslassen und Bereitsein

    Dass das jeder für sich selbst entscheiden muss, ist natürlich klar. Leider ist es nun so, dass sich fast niemand seiner Umgebung entziehen kann. Es gibt unweigerlich viele Meinungen und nicht immer nett gemeinte Kommentare, Urteile und sogar implizite Vorwürfe. Wie so oft, weiß jeder um uns herum am besten, was gut für uns ist.

    Davon soll sich aber keiner Bange machen lassen, sondern auch hier wieder schlicht auf sein Bauchgefühl hören. Es geht nämlich in erster Linie um folgende Frage: Bin ICH selbst bereit, mein Kind an andere Personen, die erst einmal Fremde sind, abzugeben?

    Ein Kind passt sich den Gegebenheiten an, die es vorfindet. Über diesen Satz lohnt es sich, einmal ganz wertfrei nachzudenken. Genauso spürt ein Kind aber, wenn sich seine engste Bezugsperson nicht von ihm lösen kann, es eigentlich nicht weggeben mag.

    Mit dieser Grundanspannung klappt die Außer-Hausbetreuung auch mit drei Jahren oder mit vier Jahren nur mit Mühe.

    Das Alter spielt hier keine Rolle: Wenn die Mutter bzw. die Eltern nicht bereit sind, dass Kind im wörtlichen Sinne abzugeben, auch nur für einen Zeitraum von einigen wenigen Stunden, wird das Kind auch nicht bereit sein, sich von sich aus frei zu fühlen, neue Bindungen einzugehen.

    Dies muss es ja tun, wenn es sich in einem neuen Umfeld, wie es die Krippe eines ist, zu etablieren. Es muss die Gelegenheit haben, sich an dem neuen Ort wohlfühlen zu dürfen und Vertrauen aufzubauen. Wenn es das Gefühl hat, die Mama will mich eigentlich gar nicht hier lassen, möchte es auch nicht bleiben.

    Schlechtes Gewissen der Mutter

    Auch wenn die Mutter dieses Gefühl nicht bewusst auf das Kind überträgt, kann sie trotzdem so etwas ausstrahlen. Ein Klassiker ist hier das schlechte Gewissen, das die Mutter hat. Dabei sind wir wieder beim Gefühl der Rabenmutter angekommen.

    Es ist ganz wichtig, kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn sich eine Mutter dazu entscheidet, ihr Kind in die Krippe zu geben. Das hört sich so altmodisch an, aber es leiden leider viele Mütter unter diesem Syndrom – mich eingeschlossen. Liebe Mütter, quält Euch bitte nicht so. Ihr leidet darunter und ebenso Euer Kind.

    Meine persönliche Erfahrung

    Aufgrund unserer umzugsbedingten Wechsel habe ich mit meinen Kindern mehrere Eingewöhnungen durchlebt.

    Der Große ist mit 2,5 Jahren direkt in den Kindergarten gekommen. Wir wollten ihn nicht in die „Babygruppe“ mit seinen Zwillingsgeschwistern – damals 13 Monate alt – geben, weil wir dachten er wäre dafür schon zu groß.

    Im Nachhinein war unser Erstling in diesem Alter im Kindergarten ganz schön gefordert, wenn nicht auch anfangs überfordert. Da ist eine Krippe doch viel behüteter mit weniger Kindern in den Gruppen und mehr Erzieherinnen.

    Die Zwillinge mit ihren 13 Monaten haben es von Anfang an genossen, den vormittag außer Haus zu verbringen. Ich war mir wirklich unsicher, sie – vom Standpunkt meines Umfelds aus gesehen so früh – wegzugeben.

    Natürlich verunsicherten mich die Ansichten um mich herum noch zusätzlich. Doch mit meiner besonderen Situation mit 3 Kindern unter zwei Jahren brauchte ich einfach eine Pause: Ich war am Ende meiner Kräfte.

    Komisch – nicht vermisst zu werden

    Durch einen Zufall musste ich bereits in der ersten Woche der Eingewöhnung die Krippe verlassen, um meinen Mann zur Bahn zu bringen.

    Als ich an diesem zweiten oder dritten Krippentag voll schlechten Gewissens wiederkam, um meinen Kindern in der fremden Umgebung beizustehen, winkte die Kindergärtnerin ab: „Die beiden fühlen sich bestens – gucken Sie mal, wie die schön spielen, Sie brauchen erst in einer Stunde wiederzukommen!“

    Irgendwie komisch gar nicht vermisst zu werden, aber irgendwie wunderschön und erleichternd. Da wusste ich, die Kinder sind bereit und haben richtig Lust darauf, Neues zu entdecken. Ohne diesen Zufall hätte ich mich und damit auch meine Kinder sich wahrscheinlich viel schwerer getan mit dem Loslassen.

    Bei der zweiten Eingewöhnung nach einem Umzug etwa ein Jahr später – also mit knapp zwei Jahren, haben wir etwas ganz anderes erlebt. Lag es an meinem schlechten Gewissen, die Kinder nach dem stressigen Umzug erneut in eine unbekannte Umgebung zu geben. Vielleicht lag es aber auch daran, dass sie sich gerade mitten in einer Trotzphase befanden?

    Kein Bock auf eine neue Krippe

    Jedenfalls hatten die Kinder keinen Bock auf diese neue Krippe und haben sich immer wieder gegenseitig daran erinnert, es schrecklich zu finden. Wenn einer mal anfing zu spielen, brüllte der andere umso lauter bis sein Partner wieder mit einstimmte.

    Die Lösung war dann zum einen von Seiten der Krippe her getrennt mit den Kindern etwas zu unternehmen, etwa ein kleiner Spaziergang, um sich besser kennenzulernen. Zum anderen hat der Papa übernommen und indem ich raus war, lief alles bedeutend leichter.

    Die Phase der Eingewöhnung hängt von vielen Faktoren ab und ist daher kein wirklich guter Indikator, ob ein Kind das richtige Alter für die Krippe hat.

    Meinen Beobachtungen und Erfahrungen zufolge ist es aber schon so, dass die Kids mit 13 Monaten einfach in einem Alter waren, indem sie viel Spaß daran hatten, die Welt um sich herum zu entdecken. Da faszinierte sie jedes neue Spielzeug ebenso wie liebe Menschen.

    In der sogenannten Trotzphase, die verstärkt im dritten Lebensjahr auftritt, treten andere Dinge in den Vordergrund, etwa der eigene Willen. Das kann – wie in unserem Fall – mit der Eingewöhnung in die Krippe kollidieren, muss aber natürlich nicht.

    Fremdbetreuung im ersten Lebensjahr?

    Meiner persönlichen Meinung nach und entsprechend der Erfahrungen mit meinen eigenen Kindern und der befreundeter Mütter finde ich das Alter um 12 Monate herum perfekt für den Krippenstart. Früher hätte ich es nicht geschafft, meine Babys abzugeben.

    Zum einen wäre ich nicht gewillt oder bereit dazu gewesen, solange meine Stillbeziehung noch so intensiv war wie im ersten Lebensjahr. Mit dem Abstillen um den ersten Geburtstag herum, konnte ich dann auch loslassen. Die sehr innige Symbiose im ersten Lebensjahr zwischen Mutter und Kind lockerte sich und ich war bereit für Veränderung.

    Es gibt bestimmt Mütter, die das anders sehen und erleben und das ist auch gut so. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen: Nicht jeder Weg passt für jeden.

    Jede Mutter soll sich aber überlegen, ob sie sich eine Fremdbetreuung tatsächlich vorstellen kann und wenn ja, genau darüber nachdenken, wieviel Zeit in der Woche gut für sie und das Kind wäre. Es gibt ja sehr viele individuelle Lösungen, die im Einzelnen mit der Einrichtung abgesprochen werden können.

    Es ist auch sehr wichtig, genügend Zeit zum Ausprobieren und Eingewöhnen einzuplanen. Ohne Druck und Stress und mit dem Gefühl, zu wissen, was gut für einen ist, klappt der Übergang in diese neue Lebensphase bestimmt ganz wunderbar.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

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    Und wenn ihr mehr darüber erfahren möchtet, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem zweiten Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ viele praktische Beispiele und Hilfestellungen und Hintergrundinformationen dazu.

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  • Zahnen – Wie kann ich meinem Baby helfen? 

    Zahnen – Wie kann ich meinem Baby helfen? 

    Der erste Zahn ist ein großes Ereignis und ein weiterer Schritt in der Entwicklung deines Babys. So freudig wie dieses Ereignis auch ist, genauso schmerzvoll und schlafraubend kann das Zahnen auch sein. Durchschnittlich ab dem 6-ten Lebensmonat fangen die Zähne an schubweise durchzubrechen. Bei den meisten Babys, lassen sich die mittleren Schneidezähne im Unterkiefer als Erstes blicken.

    Typische Symptome für den Zahndurchbruch:

    Gerade beim ersten Baby sind viele Eltern überfordert und können das veränderte Wesen ihres Babys nicht ganz genau zuordnen. Erfahrene Eltern wissen sicherlich gleich worauf zu achten ist und ob es wirklich nur die Zähnchen sind oder eine ernstere Erkrankung dahinter steckt.

    Aber auch hier entwickeln sich Babys absolut unterschiedlich. Manche Babys bekommen ihre Zähne fast schmerzlos und ohne große Begleiterscheinungen und manche Babys leiden massiv unter dem Zahndurchbruch.

    Typische Symptome sind beispielsweise:

    • Euer Baby steckt vermehrt die eigene Hand oder greifbare Gegenstände in den Mund und kaut darauf rum.
    • Dabei sabbert es vermehrt, eventuell sind sogar wunde Stellen erkennbar
    • Die Wangen sind gerötet und warm
    • Euer Baby hat wenig Appetit und verweigert die Nahrung
    • Euer Baby quengelt vermehrt, schläft schlecht und ist unausgeglichen
    • Das Zahnfleisch ist geschwollen oder gerötet
    • Euer Baby braucht viel Körperkontakt und Nähe
    • Euer Baby möchte ständig an die Brust (Muttermilch lindert den Schmerz)
    • Fieber und Durchfall können auch Begleiterscheinungen sein
    • Wundsein vor allem am Po

    Was Ihr als Eltern tun könnt:

    Damit dein Baby weniger Schmerzen hat, kann man einiges tun um es zu unterstützen.

    • Mit sauberen Fingern und speziellen Silikonfingerlingen kann man das Zahnfleisch des Babys sanft massieren. Natürlich mag das nicht jedes Kind, somit hilft nur ausprobieren, ob diese Methode wirklich Linderung schafft.
    • Auch eine entspannende Fußreflexzonenmassage kann Euer Baby beruhigen. Dafür müsst Ihr einfach die Kuppen der Zehen Eures Babys massieren. Denn dort liegen die Reflexzonen der Zahnleisten.
    • Besonders wichtig ist es, den Hals und die Brust deines Babys trocken zu halten. Denn durch den vermehrten Speichelfluss kann es schnell sein, dass der Strampler oder Body feucht bzw. nass ist. Dies führt schnell zu Erkältungen. Deshalb lasse in der Zeit des Zahndurchbruches, immer ein Lätzchen oder Halstuch um.
    • Außerdem ist eincremen in der Zahnungsphase sehr wichtig, besonders am Mund und am Po. So schützt du dein Baby davor wund zu werden und noch zusätzlich Schmerzen zu bekommen. Gut fettende Feuchtigkeitscremes sind in dieser Phase sehr hilfreich.

    Zusätzlich gibt es noch einige Hilfsmittel die Eurem Baby das Zahnen erleichtern:

    • Beißringe sind eine wahre Erleichterung für Babys. So können sie sich selber helfen und ihren Schmerz etwas „wegkauen“. Besonders hilfreich ist es den Beissring vorher in den Kühlschrank zu legen. Wenn Ihr keinen habt, eignet sich auch ein kalter Waschlappen zum drauf rum Beißen.
    • Auch homöopathische Globuli wie Osanit, Belladonnna und Chamomilla können den Zahnschmerz lindern.
    • Uns hat die Veilchenwurzel sehr geholfen. Sie gilt als schmerzstillend und zugleich desinfizierend. Veilchenwurzeln bekommst Ihr in der Apotheke. Euer Baby kann auf der Wurzel herumbeißen, und somit den Zahnungsschmerz lindern. Es ist aber wichtig die Wurzel immer wieder abzukochen um Bakterien abzutöten.
    • Am Besten ist aber immer noch Ablenkung und viel Körperkontakt. Versucht Eurem Baby viel Ruhe, Liebe und Geborgenheit zu vermitteln. So werdet ihr diese schwierige Phase zusammen überstehen.

    Fazit zum Zahnen

    Ich als Mama, kann allen Mamas von zahnenden Babys nur raten, bewahrt die Ruhe. Denn kuscheln und Geborgenheit, hat bei uns wahre Wunder gewirkt. Je ruhiger und entspannter ich war, desto schneller entspannten sich auch meine zwei Mädels. Außerdem nutzen wir das Dentinox Zahnungsgel. An harten Tagen half es, dieses Gel leicht auf den geröteten Stellen aufzutragen.

    Außerdem hatten meine beiden Mädels Bernsteinketten, ob diese nun wirklich den Schmerz linderten, kann ich nicht sagen, da wir sie dauerhaft um hatten. Ich kann aber sagen, dass wir sehr wenig Probleme mit den Zähnchen unserer Mädels hatten.

    Wir blieben zum Glück fast immer von Fieber und Durchfall verschont. Das Einzige, was wir wirklich sehr intensiv nutzten, war die Veilchenwurzel. Darauf kauten beide Mädels während sehr gerne herum. Man merkte förmlich, wie gut es ihnen tat und wie sie es immer in die Ecke des Mundes steckten, wo es weh tat. Hier dürft ihr wie gesagt nur nicht vergessen, sie abzukochen. Das war eigentlich immer mein Abendprogramm vor dem Schlafen. Somit habe ich es nie vergessen und hatte immer eine frische Wurzel griffbereit.

    Als zweifach Mama weiß ich mittlerweile, dass es vor alle wichtig ist, beim Zahnen entspannt zu bleiben. Auch wenn es an vielen Tagen hart ist und man einfach nur müde ist, half es meinen Mädels beispielsweise immer sehr, wenn ich ihnen ein kleines Lied vorsang.

    Somit beruhigten sie sich schnell und die Veilchenwurzel tat den Rest. Deshalb liebe Mamas, stresst Euch nicht, bleibt relaxt. So kommt auch ihr durch diese schwierige aber wichtige Phase eures Babys.

    Vielleicht interessiert Dich in diesem Zusammenhang unser Beitrag „Zähneputzen: ab wann, wie oft, wie lang und wie genau„, Hinweis der Redaktion.

    Eure Nicole (Babytalk – Autorin)

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  • Kliniktasche – Tipps was unbedingt hinein gehört

    Kliniktasche – Tipps was unbedingt hinein gehört

    Wenn der Geburtstermin immer näher rückt, ist es ratsam die Kliniktasche zu packen.

    Ich habe es beim ersten Kind wirklich auf die leichte Schulter genommen und wurde bitter böse überrascht als unsere Kleine schon in der 34. Woche zur Welt kam. Nichts war gepackt und der Mann zu Hause komplett überfordert. Dies sollte mir bei Kind Nummer 2 nicht passieren, deshalb packte ich meine Kliniktasche damals schon in der 32ten Woche.

    Egal, ob ihr euch für ein Geburtshaus oder ein Krankenhaus entscheidet. Generell würde ich euch empfehlen die Tasche ab der 32. Woche griffbereit irgendwo stehen zu haben. Das vermeidet unnötigen Stress, falls es doch mal früher losgehen sollte.

    Da ich bei meinem zweiten Kind wirklich auf Nummer sicher gehen wollte, habe ich doch glatt gleich 2 Kliniktaschen gepackt. Eine mit dem nötigsten Sachen und eine mit Wechselkleidung etc.  Falls ich doch ungeplant länger im Krankenhaus bleiben müsste. Insbesondere bei einem Kaiserschnitt, der bei mir geplant war, ist ein verlängerter Klinikaufenthalt üblich.

    Das wichtigste für die Kliniktasche:

    Dokumente:

    • Mutterpass
    • Versichertenkarte
    • Personalausweis, Stammbuch oder (bei Unverheirateten) Geburtsurkunde und, wenn vorhanden, Vaterschaftsanerkennung
    • Allergiepass
    • Einweisungsschein

    Falls ihr mit den Gedanken spielt Nabelschnurblut einfrieren zu lassen, dann solltet ihr zusätzlich das Entnahme Set sowie die Einwilligung in eure Kliniktasche legen. Informiert euch am besten vorher in Ruhe, ob dies für Euch in Frage kommt. Schließlich sind hier wichtige Stammzellen enthalten, die für eine Vielzahl an Therapien heutzutage genutzt werden können.

    Für Euch persönlich:

    • Kulturbeutel mit den wichtigsten Sachen: Shampoo, Duschgel, Bürste, Zahnpasta, Zahnbürste, Deo, Haargummis, Creme und alles, was ihr sonst auch im Bad und Toilette benötigt
    • Zwei bis Drei Handtücher, vor allem ein großes Badetuch
    • Drei bis vier Schlafanzüge, da gerade in der ersten Zeit des Milcheinschusses viel daneben gehen kann. Deshalb ist es besser lieber einen Schlafanzug zum Wechseln dabei zu haben. Ich fand die Schlafanzüge zum knöpfen besonders praktisch
    • Drei Still BH´s, probiert aber vorher, ob er gut sitzt und die ideale Größe hat, in diesem Zusammenhang unbedingt an eine Lanolinhaltige Salbe für empfindliche Brustwarzen denken
    • Bequeme Kleidung und Stillhemd, welche auch nach der Entbindung passt und nicht zwickt
    • Haussuche für die Gänge im Krankenhaus
    • Dehnbar Slips, in denen auch Einlagen genügend Platz haben. Achtet darauf, dass sie hoch geschnitten sind, denn nach einem Kaiserschnitt sind zu knappe Slips wirklich unpraktisch
    • Ein Nachtlicht zum Stillen in der Nacht, sowie Musik und Kopfhörer

    Besonders wichtig war für mich mein Handy Ladekabel und alle wichtigen Adressen und Telefonnummern auf einem Zettel. Denn so hat man auch bei leerem Akku die wichtigsten Telefonnummern zur Hand.

    Für die Entbindung

    Für eine entspannte Geburt sind persönliche Sachen immer sehr wichtig. So kann man leichter entspannen und vor allem loslassen. Daher fragt doch schon im Vorfeld, ob ihr eigene Bettwäsche, ein Stillkissen oder eine CD mit Musik mitbringen dürft. So fühlt ihr Euch gleich sicherer und nicht mehr so fremd im doch meist sterilen Krankenhauszimmer.

    Meine Empfehlungen für die Kliniktasche:

    • Ein bis zwei weite und bequeme T-shirts und Hosen. Hier achtet auf die Bequemlichkeit und nicht aufs Aussehen.
    • Dicke Socken, denn kalte Füße hemmen die Wehentätigkeit
    • Gegebenenfalls Badesachen, für Euch ein Bikinioberteil und für euren Partner eine Badehose, falls ihr eine Wassergeburt plant
    • Außerdem solltet ihr an etwas Süßes denken, Müsliriegel, Schokolade, Kaugummi oder Traubenzucker helfen den Hunger zu überbrücken, auch beim werdenden Papa
    • Wasser, Saft oder einfach euer Lieblingsgetränk am besten direkt mit Becher, Deckel und Strohhalm
    • Eventuell auch Wechselkleidung für den Partner, falls ihr gleich ein Familienzimmer beziehen möchtet

    Fürs Baby

    Nach der Entbindung steht natürlich euer Baby im Mittelpunkt. Die Erstkleidung bekommt es in der Regel vom Krankenhaus, aber spätestens bei der Entlassung solltet ihr passende Kleidung dabei haben. Deshalb packt auch für euer Baby genügend Kleidung in eure Kliniktasche. Das Wichtigste für die ersten Tage wären:

    • Kleidung für die Entlassung, Body, Strampler, Jacke (je nach Jahreszeit), Mütze, Spucktücher und eine Kuscheldecke
    • Für den Transport nach Hause braucht ihr eine Babyschale und gegebenenfalls einen Kinderwagen, wenn ihr zu Fuß nach Hause lauft

    Dies waren meine Sachen, die ich in meiner Kliniktasche hatte. Was ich Euch sonst noch empfehlen kann, sind 2-3 große Taschen für die Geschenke, die alle Freunde und Bekannte mitbringen. So könnt ihr gleich alles gut verpacken.

    Bei geplanten Geburten, wie zum Beispiel einen Kaiserschnitt, könnt ihr den Ablauf natürlich besser planen und alles einen Tag vorher nochmal checken. Bei spontanen Geburten ist dies natürlich nicht möglich. Aber stresst euch deswegen nicht, das wichtigste habt ihr mit dieser Liste auf jeden Fall dabei und wenn etwas fehlt, kann man dies auch am nächsten Tag besorgen. Auch die Krankenhäuser sind sehr gut ausgestattet und man kann fast überall Hygieneartikel oder auch Zeitschriften und Bücher kaufen, falls man doch mal was vergisst.

    Am besten packt ihr eure Kliniktasche mit eurem Partner zusammen, so weiß er auch gleich, wo sich was befindet und ihr könnt gemeinsam nochmals drüber schauen. Stellt die Tasche am besten Griffbereit in den Flur, somit kann man sie sofort mitnehmen.

    Ich kann euch nur noch einmal empfehlen, eure Kliniktasche schon ab der 32. Woche fertig stehen zu haben. Dies hätte mir beim ersten Kind wirklich sehr geholfen, denn somit hätte ich gleich alles im Krankenhaus gehabt.

    Eure Nicole (Babytalk-Autorin)

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  • Blähungen beim Baby – wenn der Bauch schmerzt

    Blähungen beim Baby – wenn der Bauch schmerzt

    Welche Mutter kennt nicht das nicht?

    Das Baby schreit, weil es Blähungen hat. Doch was sind Blähungen beim Baby und wie kommt es dazu?

    Blähungen sind Luft und Gase im Bauch. Diese gelangen beim Trinken, Weinen und durchs Atmen in den Bauch des Babys. In diesem Fall verschluckt das Baby zu viel Luft, deshalb ist es wichtig, dass euer Baby nach jeder Mahlzeit ein Bäuerchen macht.

    Woran erkenne ich, dass mein Baby Blähungen hat?

    Wenn euer Baby unruhig ist und weint könnte es von Blähungen geplagt sein. Ein typisches Zeichen ist, wenn euer Baby die Füße anzieht und sie ruckartig nach unten stößt. Dies ist meistens ein Zeichen von Bauchweh und Blähungen.

    Wie kann man Blähungen verhindern? 

    Versucht zu vermeiden, dass euer Baby zu viel Luft schluckt, indem ihr darauf achtet:

    dass das Loch des Flaschensaugers die richtige Größe hat. Der Sauger muss die altersgerechte Größe haben und zur Nahrung passen. Verschluckt sich euer Baby häufig ist der Sauger zu groß. Trinkt es sehr langsam und strengt sich zu sehr an, ist der Sauger zu klein.

    Schüttelt die fertig zubereitete Flasche nicht, sondern kippt sie nur hin und her. Sonst bildet sich unnötig viel Schaum. Dieser transportiert dann zu viel Luft in Babys Bauch.

    Egal, ob ihr stillt oder euer Baby die Flasche bekommt: Nach jeder Mahlzeit sollte euer Kleines sein Bäuerchen machen. Bei Babys, die sehr hastig trinken, ist es sinnvoll, sie auch zwischendurch mal aufstoßen zu lassen.

    Was kann man tun um Blähungen beim Baby zu lindern?

    Als erstes solltet ihr immer probieren euer Baby zu beruhigen. Eure Nähe tut dem Baby gut und so findet es leichter zur Ruhe.

    Probiert bestimmte Griffe um euer Baby von einem Bäuerchen zu überzeugen:

    Kreisende Finger-Massage auf dem Bauch eines Babys

    Der „Fliegergriff“

    Dieser lässt die gestaute Luft leichter abgehen. Dazu legt euer Baby in Bauchlage auf einen eurer Unterarme. Seinen Kopf stützt ihr dabei mit eurer Hand.

    Möglich ist auch die umgekehrte Variante, bei der der Kopf eures Kleinen in eurer Ellbogenbeuge ruht. So könnt ihr das Baby gut tragen oder an euch schmiegen. Alternative: Legt euer Kleines bäuchlings auf eure Knie.

    Wir sind gerade durch einen Beitrag in der STILLZEIT (Ausgabe 2 2019) darauf aufmerksam geworden, dass die Beruhigung des Babys mit dem Fliegergriff an einer Reizüberflutung des Babys liegen kann. Wir werden dem weiter nachgehen, Hinweis der Redaktion.

    Die „Schulterlage“

    Ebenfalls helfen kann es helfen, das Baby über die Schultern zu legen. Während Babys Po sicher von einer Armbeuge gestützt wird, liegt sein Köpfchen über Mamas oder Papas Schulter. Die freie Hand streicht oder klopft dabei sanft auf den Rücken des Babys.

    Falls dies auch nicht hilft probiert es aufrecht im Sitzen:

    Dabei sitzt das Baby aus dem Schoß eines Elternteils. Sein Rücken zeigt zum Bauch des Erwachsenen. Nun unter Babys Armen hindurchgreifen und seinen Oberkörper leicht nach vorn neigen. Die freie Hand kann dabei leicht den Rücken streicheln oder sanft abklopfen.

    Am besten probiert ihr aus, welche Haltung für euch selbst und euer Baby am angenehmsten ist. Und sollte sich das Bäuerchen einmal besonders viel Zeit lassen, hilft es meistens, die Position zwischendurch zu wechseln.

    Blähungen beim Baby – eine sanfte Bauchmassage

    Eine sanfte Bauchmassage tut eurem Baby ebenfalls gut. Einfach auf dem Bauch ein paar Minuten lang mit eurem Zeige- und Mittelfinger behutsam im Uhrzeigersinn kleine Kreise ziehen. In der Apotheke gibt es zudem spezielle Salben und Öle, die den entblähenden Massageeffekt noch unterstützen sollen.

    Bewährt haben sich auch Kümmel- und Fencheltee, bzw. ein Mix aus beiden Sorten. Wenn ihr sowieso die Flasche gibt, könnt ihr zudem auch Milch und Tee mischen.

    Schaut, dass euer Baby beim Trinken an der Brust oder von der Flasche nicht zu viel Luft verschluckt. So ist es beispielsweise hilfreich, wenn das Kleine beim Stillen den Warzenhof mit einsaugt und nicht nur die Brustwarze in den Mund nimmt.

    Für Stillbabys gilt:

    Eventuell bekommt euer Baby über die Muttermilch Inhaltsstoffe aus eurer Nahrung ab, die dann bei ihm Blähungen auslösen. Auf keinen Fall solltet ihr euren Speiseplan aus lauter Vorsicht radikal zusammenstreichen. Sinnvoller ist es, gezielt vorzugehen.

    Wenn ihr zum Beispiel vermutet, dass euer Baby sich plagt, wenn ihr Hülsenfrüchte, Kohlgemüse oder Zwiebeln gegessen habt? Dann lasst diese jeweiligen Nahrungsmittel mal ein paar Tage weg. So könnt ihr am ehesten beobachten, ob sich die Beschwerden eures Babys bessern.

    Aus meiner Erfahrung müsstet ihr damit Erfolg haben.

    Eure Nicole (Babytalk – Autorin)

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  • Wunder Po: Welche Lebensmittel einen wunden Babypo verursachen können?

    Wunder Po: Welche Lebensmittel einen wunden Babypo verursachen können?

    Wunder Po: Die Einführung von Beikost ist eine große Umstellung für die Verdauung von Babys. Deshalb kann es passieren, dass manche Babys mit einem wunden Po reagieren, doch was tun?

    Dies liegt nicht nur daran, dass sich durch die Beikost die Verdauung verändert und der Babypo dadurch häufiger mit Stuhlgang in Kontakt kommt. Ein wunder Po kann zudem auch durch bestimmte Lebensmittel in der Beikost hervorgerufen werden.

    Aber welche Lebensmittel können einen wunden Po verursachen? Zum einen sind es säurehaltige und zum anderen zuckerhaltige Lebensmittel.

    Zu den säurehaltigen Lebensmittel zählen:

    • Orangen, Zitronen oder Kiwis bzw. generell Zitrusfrüchte
    • Fruchtsäfte, z.B. Orangensaft
    • Tomaten
    • Paprika
    • Beeren

    Als super Alternative zu diesen säurehaltigen Lebensmittel bieten sich Pastinaken, Petersilienwurzeln und Karotten an. Bei Obst sind Heidelbeeren, Birnen und Bananen sehr verträglich.

    Wenn der Babypo ohnehin schon gereizt ist, sollte man versuchen auch die zuckerhaltigen Lebensmittel komplett wegzulassen.

    Ein wunder Po „lädt“ Pilze dazu ein sich dort niederzulassen, welche sich von Zucker ernähren. Deshalb ist es wichtig den Pilzen keinen Nährboden zu geben.

    Mit zuckerhaltigen Lebensmitteln sind aber nicht nur Säfte oder Obst gemeint sondern auch Nudeln, Kartoffelklöße und ungeschälter Reis können einem Windelpilz Zucker liefern.

    Wie man herausbekommt, auf welche Lebensmittel das Baby mit einem wunden Po reagiert

    Ob ein wunder Po aber tatsächlich von Lebensmitteln kommt, kann man ganz einfach alleine herausfinden. Das wichtigste ist beim Beikost Start nicht zu viele Zutaten zu mischen und nur schrittweise neue Obst und Gemüsesorten einzuführen.

    Sollte ein Wundsein entstehen kann man so genau prüfen an welchem neuen Lebensmittel es liegen könnte. Dieses kann man dann sofort weglassen und beobachten ob sich das Wundsein bessert.

    Wunder Po – Was tun?

    Grundsätzlich hilft nur häufig zu wickeln, einzucremen und das Baby auch mal ohne Windel strampeln zu lassen, damit viel Luft an den Po kommt. Baden kann auch Linderung verschaffen. Nach dem Waschen ist es wichtig behutsam und sorgfältig mit dem Handtuch und mit frischer Luft für Trockenheit zu sorgen.

    Erfahrungsgemäß sollte sich aber ein wunder Po schnell wieder bessern, da sich der kleine Körper recht schnell an die neuen Lebensmittel gewöhnt und diese dann auch verarbeiten kann. Sollte es längere Zeit so sein das, dass Baby auf viele Lebensmittel mit Wundsein reagiert, sollte man einen Kinderarzt aufsuchen und dieses Problem mit ihm besprechen.

    Liebe Grüße Eure Nicole (Babytalk – Autorin)

    Weitere Tipps zur Behandlung eines wunden Po´s findet ihr in unserem Beitrag „Was tun bei einem wunden Po“ (Hinweis der Redaktion).

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