Kategorie: Familienleben

  • Kinder gesund ernähren

    Kinder gesund ernähren

    Wie kriege ich Vitamine in mein Kind hinein

    Kinder gesund ernähren: ein interessanter und schöner Beitrag von Mamirocks bzw. Verena Wagner. Im aktuellen Beitrag geht es darum, wie Mütter und/oder Väter ihre Kleinen nahrreiche Kost, schmackhaft machen können.


    Beikost- und Kleinkindalter

    Gerade im Beikost- und Kleinkindalter sind Eltern oft sehr ambitioniert, ihre Kinder möglichst gesund zu ernähren.

    Und es stimmt ja auch, wenn die Kleinen sich möglichst früh an vielfältige Geschmacksnuancen gewöhnen – so heißt es in einschlägigen Ernährungsratgebern zur Beikost – mögen sie auch im späteren Leben Gemüse, Obst und andere gesunde Lebensmittel.

    Nun ja, muss ich ganz ehrlich sagen: Unsere Kinder sind jetzt im Grundschulalter und sie haben eigene Vorlieben entwickelt. Obwohl sie als Babys alle selbstgekochten Babybrei aus Kürbis, Pastinake, Birne und allerlei mehr gesunden Zutaten essen durften, hat sich da jeder von den dreien sehr individuell entwickelt.

    Während unser Ältester als Kleinkind eigentlich alles Gemüse und Obst mochte, von A wie Avocado bis Z wie Zichorien und andere bittere Gemüse, isst er jetzt längst nicht mehr so viele Sorten.

    Paprika zum Beispiel mag er nicht mehr, obwohl er dieses Gemüse jahrelang gerne gegessen hat.

    Mamas Trickkiste

    Daher habe ich mir einige Kniffe überlegt, wie die Vitamine ins Kind kommen. Schon in der Früh zum Frühstück schneiden wir den Kindern Obst, meist Äpfel und Banane, auf.

    Wenn sie es sich wünschen, bekommen sie auch Paprika, Mais oder Gurke – auch wenn ich selbst so etwas nie frühstücken würde.

    Fünf am Tag

    Wenn sie aber schon morgens anfangen, Vitamine zu essen, dann schaffen wir auch die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen „Fünf am Tag“.

    Damit ist gemeint, dass jeder – groß oder klein – fünf Handvoll Früchte am Tag verspeisen soll. Erwachsene haben eine größere Handfläche, Kinder eine kleinere – der Spruch passt also wirklich als Faustregel für alle.

    Da kleinere Kinder öfter am Tag Zwischenmahlzeiten bekommen, ist es leichter, viel Rohkost anzubieten. Jetzt bekommen die Schulkinder in ihre Pause immer Obst oder Gemüse mit, meistens Karotten, Gurke, Tomaten, Trauben, Pflaumen oder Apfelstücke und im Winter auch Zitrusfrüchte.

    Im Sommer gibt es häufig Beeren aller Art. Die mögen fast alle Kinder und sind sehr gesund – am besten auf einer Beerenplantage pflücken oder selbst anbauen. In der Schule essen sie fast immer, was in der Dose ist.

    Am Nachmittag, meist so gegen fünf Uhr, wenn alle schon wieder Appetit haben, serviere ich ebenfalls Rohkost. Dann essen die Kinder viel mehr davon, als wenn ich bis zum Abendessen warten würde.

    Kinder gesund ernähren – aber wie?

    Der Trick dahinter: Liegt nur Gesundes auf dem Teller, essen sie es. Stehen auch andere Lebensmittel wie Wurstbrot oder ähnliches auf dem Tisch, greifen sie meistens erstmal danach – unsere Kinder zumindest.

    Zwei unserer drei Kinder mögen kaum grünes Gemüse. Aber sie essen Pesto – also püriere ich, was das Zeug hält. Im Pesto kann man schön viel Gesundes verstecken: von Zucchini bis Paprika und natürlich alle möglichen Kräuter.

    Allerdings sind Pesto mit Gemüse nicht sehr lange haltbar. Entweder nur so viel zubereiten, wie für eine Mahlzeit benötigt wird, oder das Pesto sauber in ein schmales Glas mit Schraubverschluss einfüllen und mit gutem Olivenöl extra vergine bedecken.

    Kreativer Umgang mit der Wahrheit

    Meine Kinder liebten schon ganz früh Leberwurst – Streichwurst. Da ich nicht wollte, dass sie dauernd Wurst essen – unser Papa liebt Wurst – und ich Wert auf vegetarische Tage in der Woche lege, habe ich irgendwann zum vegetarischen Aufstrich „Delikatess“ gesagt, das ist Streichcreme. So direkt lügen wollte ich ja auch nicht. Seitdem schmeckt es ihnen.

    Irgendwann kam die explizite Frage, ob Streichcreme Leberwurst ist, was ich dann verneinte. Delikatess-Aufstrich schmeckte ihnen zu dem Zeitpunkt ja schon. Als dieser einmal ausgegangen war, habe ich den Kindern Champignon-Aufstrich untergejubelt.

    Die schlaue Fünfjährige schaute auf die Packung und jubelte: „Das ist ja Pilz-Delikatess“. Seitdem ist dieser Aufstrich auch auf der Liste derjenigen, die aufs Brot dürfen! Zum Glück hatte sie schon vorher abgebissen! Also, wenn ihr eure Kinder gesund ernähren wollt, immer wieder was Neues ausprobieren und nicht so schnell aufgeben.

    Kinder gesund ernähren - geschnittene Igel - Ananas

    Frag nicht soviel, Mama!

    „Frag nicht soviel, Mama“, hat einmal eins meiner Kinder zu mir gesagt. Gerade beim ersten Kind habe ich zu allem das Kind nach seinen Wünschen gefragt!

    Möchtest Du Milch oder Saft trinken, möchtest Du Radieschen oder Karotte essen? Irgendwann und auch dank dieser Antwort habe ich gemerkt, dass ich die Kinder mit meinen Fragen oft überfordere.

    Seit dem richte ich einfach etwas her. Wenn dann was nicht passt, kann ja noch was verändert oder hinzugefügt werden. Mit dem Wegnehmen ist das schon schwieriger.

    Früher habe ich streng darauf bestanden, dass wir die Nudeln mit Soße essen, heute mache ich öfter Ausnahmen: gerade bei Gnocchi, Spätzle oder Schupfnudeln.

    Diese „Ausnahmen“ sind aber an meine Bedingung geknüpft, dass die Kinder statt dem Gemüse in der Sauce dann eben Rohkost dazu essen. Hier gibt es übrigens einen ganzen Artikel dazu wie es gelingt, dass das gemeinsame Essen nicht zum Machtkampf ausartet.

    Kinder übernehmen viel von anderen Kindern

    Wenn zwei Kinder (und der Papa) etwas lecker finden, gibt es gute Chancen, dass der dritte das auch haben will. Vor allem, wenn die anderen Kinder schon Schlange stehen, um das begehrte Stück vom Bäh-Kind zu ergattern.

    So manches Mal hat das Kind, das zuerst Bäh sagte, plötzlich doch Lust auf den vegetarischen Aufstrich entwickelt, den es zuerst verabscheuungswürdig angeblickt hat.

    Bei Einzelkindern, aber natürlich auch bei Geschwistern, kann ich Euch, liebe Eltern, nur dringend empfehlen, ladet öfter mal andere Kinder zum Essen ein, denn das gemeinsame Mahl vollbringt wahre Wunder.

    Das Alter der Gastkinder spielt dabei keine Rolle.

    Kinder interessieren sich für die Essensgewohnheiten ihrer Gäste. Der Schuss kann allerdings auch nach hinten losgehen, wenn wir wieder mal einen Gast haben, der nur „nackte“ Nudeln oder sogar nur trockenes Brot haben will.

    Bei letzterem hat dieses für unsere Kinder sehr seltsame Essverhalten ihren Ehrgeiz jedoch so angespornt, dass sie nicht haltgemacht haben, bis ein Obst oder Gemüse gefunden war, dass der Junge dann gerne essen wollte: Es war Mais aus der Dose!

    Vorbildfunktion beim Essen

    Die hohe Kunst beim Essen heißt also „Genuss“. Wer sich gesunde Lebensmittel schmecken lässt, könnte gar kein besseres Vorbild für den Nachwuchs abgeben. Die Kinder sollen ruhig sehen, dass Essen Spaß macht, ein Genuss ist und Zeit braucht.

    Auch wenn dieses Essverhalten nicht sofort Resultate zeigt, entwickeln Kinder doch Spaß an gesundem Essen – vor allem wenn sie sehen, dass die Eltern die Vitamine auch gerne essen.

    Ich habe einmal eine Faustregel gelesen, die ich mir immer vorsage, wenn ich mal wieder am Verzweifeln bin, weil alles Bäh ist.

    Angeblich wird ein neuer Geschmack, wie zum Beispiel Salat oder anderes bitteres, grünes Gemüse erst dann als wohlschmeckend akzeptiert, wenn dieser Geschmack an die zehnmal probiert wurde.

    Also, liebe Eltern, gebt nicht so schnell, wenn ihr eure Kinder gesund ernähren wollt. Und denkt mal an Eure eigene Kinderzeit zurück! Was habt ihr nicht gemocht? Bei mir waren es Zucchini. Die haben mein Bruder und ich strikt abgelehnt – über Jahre hinweg.

    Heute liebe ich Zucchini! In allen Spielarten von gegrillt über gedünstet bis zur Rohkost!

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Iakov Filimonov / shutterstock
    Foto 2: Kritsada Namborisut / shutterstock
  • Zwillingen gerecht werden – Wisst ihr eigentlich, wie lieb ich euch BEIDE hab?

    Zwillingen gerecht werden – Wisst ihr eigentlich, wie lieb ich euch BEIDE hab?

    Heute hat Verena von dem Blog Mamirocks wieder einen neuen Beitrag für Euch. Dieses mal stellt sie sich der Frage, wie man Zwillingen gerecht werden kann. Danke an Verena für diesen lesenswerten und gleichzeitig informativen Text!


    Wie schaffe ich das, wenn mehrere Kinder gleichzeitig die Mama brauchen? Diese Frage ist mir vor der Geburt der Zwillinge oft durch den Kopf gegangen. Wie wird es sein, gleich drei Kinder zu haben, um die ich mich kümmern muss?

    Jede Zwillingsmama stellt sich zwangsläufig diese Frage. Aber eigentlich fühlt sich jede Mama erstmal unsicher, wenn sie daran denkt wie es sein wird, plötzlich zwei Kinder zu haben. Kann ich dieser Situation gerecht werden? Schaffe ich das, wenn beide Kinder gleichzeitig Trost brauchen?

    Was mache ich, wenn das eine Kind aufwacht und schreit, weil es Hunger hat und die andere in der Küche den Saft verschüttet hat und schnell Hilfe braucht, weil alles auf den Boden tropft?

    Alles eine Frage der Perspektive

    Spontan fallen mir zahlreiche solcher „Extremsituationen“ ein, die im Moment unlösbar und wahnsinnig dramatisch erscheinen. Immer gibt es jedoch eine Lösung. Die ist jedoch manchmal nicht für alle Beteiligten optimal.

    Zunächst einmal hilft uns die Natur selber: Babys schlafen ja erfahrungsgemäß in den ersten Wochen sehr viel.

    In dieser Zeit kann sich die ganze Familie an das neue Kind und damit die veränderte Familienkonstellation gewöhnen. Was wir schon vom ersten Kind an Erfahrungen gesammelt haben, ist zudem ein sehr nützliches, praktisches Wissen.

    Natürlich gibt es auch schon am Anfang schwierige Situationen – vor allem, wenn der Altersunterschied gering ist. Denn das „große“ Kleinkind braucht die Mama auch noch weitaus mehr als ein Kindergarten- oder gar Schulkind.

    Doch ein kleines Baby ist meist schnell auf den Arm genommen und kommt einfach mit, wenn der Ältere Hilfe braucht – im schlimmsten Fall schreit es.

    Doch wie kann man Zwillingen gerecht werden?

    Zwillingsmamas werden da schon eher „zum Schwimmen lernen in den reißenden Fluss geworfen“, um die Erfahrung junger Zwillingseltern einmal mit einem Bild zu beschreiben. Bei ihnen ist wirklich alles gleichzeitig.

    Wenn ich daran denke, wie schwierig es war zwei Babys zur Ruhe zu bringen, die sich gegenseitig immer wieder beim Einschlafen gestört haben, erscheint auch ein Altersunterschied von 16 Monaten schon als große Erleichterung – so alt war unser „Großer“ als seine Zwillingsgeschwistern zur Welt kamen.

    Es ist also alles eine Frage der Perspektive und „Mit den Aufgaben wächst der Mensch“, wie meine Chefin immer so schön sagt.

    Nicht einfach, aber machbar

    Eine Tatsache können sich Mütter mit zwei Kindern immer wieder vorsagen: Ihr habt zwei Arme und zwei Schultern: Für jedes Kind ist eine Seite da. So einfach ist das mit drei Kindern schon nicht mehr.

    Oft habe ich darunter gelitten, immer nur zwei von dreien in den Arm nehmen zu können. Meine Großmutter hatte vier Kinder, je zwei davon nahe beieinander.

    Sie hat mir erzählt, dass sie bei meiner Mutter und ihrer Schwester immer einen Strich von der Nase hinunter gezogen hat über ihren Körper, wenn die beiden sich stritten. Dazu hat sie zu den Kindern gesagt:

    „Diese Hälfte gehört dir und diese Hälfte ist für dich“.

    Manchmal erscheinen mir die Herausforderungen als Mutter im Alltag mit drei Kindern schier unlösbar. Und das geht einem gewiss mit zwei Kindern nicht viel anders – manchmal auch schon mit einem einzigen!

    Was ich persönlich in der Baby- und Kleinkinderzeit am schlechtesten ausgehalten habe, war das viele Geschrei. Aber was willst du machen? Ein Kind schreit eben, wenn es sich bemerkbar machen will.

    Zum Muttersein gehört ein ganz schön dickes Fell dazu. Das fehlt mir bis heute. In oben geschilderten Extremsituationen bleibt einem aber oft nichts anderes übrig.

    Bauchgefühl und Intuition, was zuerst getan werden muss und was jetzt warten kann, helfen einem dann zusätzlich. Ich denke da gerade an folgende Situation: Mama steht am Wickeltisch und will die stinkende Windel des Babys erneuern.

    Da hört sie einen Knall und markerschütterndes Geschrei aus dem Kinderzimmer. Das Gehirn ist sofort auf Hochtouren, meldet akuten Handlungsbedarf. Das schlimmste, was jetzt passieren kann, ist Panik.

    Die besonnene Mama, die sich auf ihren Instinkt verlässt, klebt die volle Windel wieder zu und legt das Baby auf den Boden oder in den Laufstall – eben irgendwohin, wo es für kurze Zeit sicher ist.

    Dann schaut sie sofort ins Kinderzimmer und hat somit Zeit gewonnen für das Kind, das sie gerade am nötigsten braucht.

    Ein kurzes Beispiel

    Worauf kommt es an? – Darauf Prioritäten zu setzen und so entspannt, wie gerade möglich zu handeln. Ruhig und besonnen bleiben und immer eines bewusst haben: Ich kann mich nicht zerteilen.

    Es gibt Situationen, in denen ein Kind warten muss bis ich mich um es kümmern kann. Auch wenn das Baby mit der vollen Windel jetzt vielleicht schreit und nicht einverstanden mit der abrupten Behandlung ist – es ist weder in Gefahr noch hat es Schmerzen.

    EIN DICKES FELL IST SEHR HILFREICH

    Und hier setzt der Wunsch nach dem dicken Fell ein. Ich weiß nur zu gut, wie es sich anfühlt, wenn ein Baby schreit und ich mich aber gerade zuerst um das andere Kind kümmern muss.

    Da hilft nur sich immer wieder ganz tapfer vorsagen, das Kind nimmt davon keinen Schaden und ich bin trotzdem eine gute Mutter! Gleich nehme ich den Schreihals in den Arm und tröste ihn mit all meiner Liebe.

    Hierzu kann ich euch den Beitrag „Babys haben ein Recht aufs Schreien“ empfehlen (Hinweis der Redaktion).

    Das schlimmste Erlebnis, das mir mit meinen drei Babys in Erinnerung geblieben ist, war eine Gewitternacht. Da ihr Papa häufig länger als eine Woche auf Dienstreisen unterwegs ist, habe ich da alleine durchgemusst.

    Als es gewaltig donnerte, sind prompt alle aufgewacht. Die Zwillinge waren ohnehin gerade bei ihrer nächtlichen Stillmahlzeit und fingen vor Schreck an zu weinen.

    Doch auch der damals knapp zweijährige „Große“ fürchtete sich und fand die Mama nicht im Bett. Die war ja bei den Zwillingen zum Mitternachtsimbiss. Also hatte ich drei erschreckte, heulende Kinder, die alle zur Mama wollten.

    Irgendwie kam mir diese Situation endlos lange vor. Denn wenn einmal alle brüllen, ist es um so schwieriger, auch nur ein Kind wieder zu beruhigen. Verständlich.

    Schließlich haben wir uns alle so gut es ging zusammen gekuschelt, ich habe beruhigende Lieder gesungen und am nächsten Morgen hatten die Kinder die Schrecken der Nacht schon vergessen.

    Zwillinge werden gewickelt

    Liebe ist für alle da

    Mutterliebe wird übrigens nicht weniger, wenn man sie teilt. Jedes Kind kriegt genug davon ab. Die liebe Mama gibt besser darauf acht, dass sie vor lauter Kümmern auch noch an sich selber denkt.

    Am besten klappt der Alltag mit mehreren kleinen Kindern nämlich, wenn man ausgeruht und ausgeschlafen ist.

    Gerade, wenn die Kinder größer und damit verständiger werden, ist irgendwann die Zeit gekommen, ihnen zu erklären, dass sie ein wenig warten können.

    Das verstehen Kinder meiner Erfahrung nach zum Teil schon mit drei Jahren. Auch wenn das nicht heißt, dass die Kinder gerne warten wollen!

    Wie werde ich meinen Zwillingen gerecht?

    Was bei uns auch immer recht gut geholfen hat, waren kleine Ablenkungen. Ich habe etwa dem älteren Kind, das öfter warten musste, ein Hörspiel angemacht.

    So ist das Warten auf die Mama nicht so langweilig. Ein positiver Effekt des Wartens ist übrigens, dass die Kinder schneller selbständig werden.

    Sie beginnen kleine Aufgaben alleine zu erledigen, wenn es ihnen zu lange dauert bis die Mama endlich kommt. So schenken sie sich etwa einen Saft ein, holen sich etwas Obst oder lernen früh sich selber anzuziehen, um schon mal vor zu gehen in den Garten.

    Diese Selbständigkeit haben wir immer sehr begrüßt und unser Erstgeborener hat wohl gespürt, dass wir stolz auf ihn sind und sich ganz groß dabei gefühlt.

    Quality Time mit den Kindern ist sehr wichtig. Denn bewusst zusammen verbrachte Zeit ohne mit den Gedanken irgendwo anders zu sein, entschädigt für alle Augenblicke des Wartens.

    Keine Mutter kann permanent für ihre Kinder da sein ohne sich zu verlieren!

    Sie braucht Zeit für sich, für ihren Partner und Freunde, den Job und den Haushalt.

    Das Warten müssen, gehört in jeder Familie zum Alltag – egal wie viele Kinder da sind. Zum Leben gehören Sonnenschein und Regentage. Und irgendwann sind die Kinder so groß, dass die Mama nur noch ausnahmsweise einen Kuss bekommt!

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Elena Yakushev / shutterstock
    Foto 2: adriaticfoto / shutterstock
  • Die Eingewöhnung in den Kindergarten

    Die Eingewöhnung in den Kindergarten

    Vielen Eltern graust es allein bei dem Gedanken an die ersten Wochen, in denen ihr Sprössling in den Kindergarten geht. Und nicht selten bestätigt sich die Befürchtung, dass es viele Tränen geben wird.

    Manche Kinder schreien sehr heftig und viele Eltern verlassen den Kindergarten mit schlimmen („Selbst-„) Vorwürfen und einem schlechten Bauchgefühl. Das ist natürlich nicht der Regelfall. Dabei sind es in der Regel nicht die Kinder, die Probleme haben im Kindergarten zu bleiben! In den allermeisten Fällen sind es die Sorgen und Ängste von uns Eltern.

    Die Schwierigkeit, das eigene Kind im Kindergarten zurück zulassen

    Was uns an meisten zu schaffen macht, ist das „Loslassen“ unserer Kinder. Wobei dieser Prozess bereits mit der Geburt beginnt und häufig nie endet.

    Typische Stationen sind die Geburt, das Ende des Stillens, das Laufen und Sprechen lernen, der Kindergarten, die Schule, die Ausbildung, das Ausziehen aus dem Elternhaus, die Hochzeit, die Geburt von Enkelkindern …

    Die gemeinsamen Merkmale dieser Stationen sind, das unsere Kinder immer unabhängiger von uns werden. Sie brauchen uns immer weniger und das verstärkt unsere Angst die „Kontrolle über sie“ bzw. ihre Liebe zu verlieren.

    Nun zurück zur Eingewöhnung in den Kindergarten. Wir haben Angst unser Kind allein zu lassen bzw. Angst, dass unser Kind denken könnte, wir würden es allein lassen. Diese Erfahrungen brechen alte Wunden aus unserer Kindheit auf. Als wir uns einsam und verlassen fühlten.

    Unsere Kinder spüren diese Ängste und reagieren darauf mit Klammern, Weinen, Schreien, auf den Boden schmeißen … Ihr kennt solche Situationen bestimmt.

    Wenn wir uns diesem „Mechanismus“ in der Eingewöhnung bewusst werden und unsere Ängste tragen, statt uns von ihnen „den Boden unter den Füssen ziehen“ zu lassen und dann unserem Kind zutrauen, „allein“ im Kindergarten zu bleiben, klappt es.

    Damit will ich nicht sagen, dass es nicht hilfreich sein kann, sein Kind ein paar Tage für wenige Stunden im Kindergarten zu begleiten. Wir wollen uns als Eltern ja sicher sein, dass es unseren Kinder dort gut gehen wird.

    Häufig sind es die Mütter, die Zeit brauchen

    Doch meistens sind wir Eltern es, die denken, dass unsere Kinder diese Zeit der Eingewöhnung brauchen. Dieses Hinauszögern des „Loslassen“ macht es uns Eltern zudem auch nicht gerade leichter, unsere Kleinen in die Obhut von „Fremden“ zu geben.

    Bevor nun euer Kind das erstemal bei einer Tagesmutter, Groß- oder Schwiegereltern oder in den Kindergarten geht, denkt mal nach, welche Gedanken bzw. Urteile euch dazu in den Sinn kommen, wie z.B. „Ich bin eine Rabenmutter.“

    Oder „Ich schaffe es nicht mein Kind zu betreuen“. „Ich bin sooo egoistisch.“ „Was ist, wenn mein Kind die Kindergärtner/in mehr liebt als mich?“ … Es kann übrigens eine sehr schöne Nähe schaffen, wenn ihr euch darüber mit eurem Partner austauschen könnt.

    Diese Urteile beruhen fast immer auf Missverständnissen. Wir dachten damals als Kind vielleicht, dass wir nicht liebenswert sind und unsere Mutter uns deshalb wegschickt … Doch war dies die Wahrheit?

    Ich weiß, dass alle Mütter und Väter immer ihr Bestes geben und ihre Kinder lieben, unabhängig davon, ob sie es ihnen zeigen können oder nicht.

    Es kann sehr hilfreich sein, sich in Gedanken vorzustellen, wie diese Phase der Eingewöhnung entspannt verläuft und sich ihr Kind sehr wohl fühlt im Kindergarten und viele Freundschaften schließt.

    Ich wünsche euch Gelassenheit und Erfolg bei eurem „Loslassen“ bzw. dabei euren Kindern immer mehr zuzutrauen.

    Hinweis der Redaktion: Zu diesem Thema könnte euch unser Beitrag „Soll ich mein Kind in die Kita geben oder noch zu Hause lassen„.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion) und Familientherapeut

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  • Grenzen setzen, heißt Verantwortung übernehmen

    Grenzen setzen, heißt Verantwortung übernehmen

    Grenzen setzen ist so wichtig: Kinder reifen in den ersten neun Monaten im Mutterleib in einem sehr begrenzten Raum heran. Dieser gibt ihnen Wärme, Sicherheit und Geborgenheit. Zudem ist er dunkel.

    Das Baby hat es wunderbar kuschelig und wächst in einem wahren und „begrenzten“ Paradies heran. Dies wünscht es sich auch nach der Geburt weiterhin.

    Aus diesem Grund ist das Grenzen setzen wichtig.

    Die ersten Tage und Wochen

    Zum Zeitpunkt der Geburt kommt das Baby nach der häufig beängstigenden Austrittsphase durch den Geburtskanal in eine Welt, in der es hell, laut, kalt und vor allem auch sehr unbegrenzt ist.

    Die körperliche Umgrenzung der Gebärmutter ist weg und das Baby muss plötzlich atmen, hört seine Stimme und ist von der Rundumversorgung abgekoppelt.

    Jetzt kann man zwar denken, das sind doch alle sehr erträgliche Veränderungen, doch wenn man mal sich und seine Probleme mit Veränderungen umzugehen, reflektiert, merkt man, dass wir uns damit auch als Erwachsene immer noch sehr schwer tun.

    Wenn die neuen Erdenbürger dann mit ihrer Mutter nach Hause kommen (falls sie nicht zu Hause entbunden wurden) brauchen sie meistens auch noch viel Geborgenheit, wie in Form Kuscheln, Getragen werden, z.B. in einem Tragetuch, einer Babyschale oder einfach auf den Armen.

    Im Kinderbettchen schauen wir, dass wir dieses mit Kissen oder Decken verkleinern. Kinder brauchen diese fühlbaren Grenzen ihres Körpers mit ihrer Umgebung.

    Es sind diese „Grenzen“, die ihnen vertraut sind und an die Geborgenheit im Mutterbauch erinnern.  Zudem helfen sie sich selbst wahrzunehmen.

    Auch wenn nicht alle Babys gleich sind, brauchen viele von ihnen danach noch lange den „Blick- oder Stimmkontakt“ zur Mutter, um sich sicher zu fühlen.

    Die Grenzen weiten sich mit den ersten Schritten

    Wenn die Kleinen dann Laufen lernen, kann man beobachten, wie eng bzw. weit sie ihre Grenzen sehen bzw. setzen. Mit der Zeit werden sie immer mutiger und trauen sich immer größeren Abstand zwischen sich und ihre Eltern zu halten.

    Dann sind es wir Eltern, die schauen, ob wir mit diesen neuen „Grenzen“ bzw. Freiräume der Kleinen umgehen können.

    In dieser Phase kommt zum Grenzen setzen immer mehr die Aufgabe des Loslassens bzw. Vertrauen dazu, die vielen Eltern, insbesondere den Müttern extrem schwer fällt.

    Diese Mütter nennt man heute Helikopter-Mütter, der Name passt zwar, hat nach meiner Meinung, aber leider einen abwertenden und weniger verständnisvollen Charakter erhalten.

    Mit dem Argument der Gefahr eines Verkehrsunfalls oder Belästigung, werden Kinder immer häufiger noch täglich zur Schule gebracht bzw. begleitet, selbst wenn es sich um einen verkehrsarmen und kurzen Fußweg handelt.

    Grenzen setzen Kleinkind an der Hand seiner Mutter

    Die Angst Grenzen zu setzen

    Aus unserer eigenen Kindheit haben viele von uns die Überzeugung mitgebracht, Grenzen sind etwas Einengendes, „Verletzendes“.

    Dabei ist es für uns Eltern viel schwerer unseren anvertrauten Kindern Wünsche abzuschlagen. Dies geschieht gerade nicht, weil sie uns nicht wichtig sind, sondern gerade weil sie und ihr Wohlergehen uns so am Herzen liegen!

    Nicht selten fällt es uns so schwerer Grenzen zu setzen bzw. „Nein“ zu sagen, weil wir unterschwellig die Angst haben, dass unsere Kinder uns dann weniger lieben könnten.

    Die Grenzen der Verantwortung von Eltern

    Mit der Geburt eines Kindes werden aus Frauen und Männern, Mütter und Väter, die nun die Verantwortung für ein oder mehrere Kinder tragen.

    Das belastet Eltern nicht nur deshalb, weil sie häufig ein falsches Verständnis von ihrer Verantwortung haben.

    Vor allem, weil die Entscheidungen und ihr Verhalten nun nicht mehr nur ihr persönliches Leben und das ihres Partners beeinflussen, sondern auch das eines noch nicht allein lebensfähigen kleines Kindes. Dessen Bedürfnisse wir als Eltern nicht immer klar erkennen bzw. verstehen.

    Als Eltern übernehmen wir vor allem die Verantwortung für die Ernährung unserer anvertrauten Kinder, sowie für den Schutz vor Kälte (und Hitze) ,Nässe und soweit möglich vor Gewalt.

    Alles weitere, wie zum Beispiel die „Erziehung“ zur Selbstständigkeit und Berufsfähigkeit sind hilfreiche Aufgaben. Denn da wir sie nicht wirklich beeinflussen können, tragen wir für sie auch nicht die Verantwortung, ebensowenig wie für das „Glück“ und die „Gesundheit“ unserer Kinder.

    Und so übernehmen wir mit jedem Nein bzw. jedem Grenzen setzen, Verantwortung, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht.

    Die gleiche Verantwortung übernehmen wir, auch wenn es sich nicht so anfühlt, mit jedem Ja bzw. nicht Grenzen setzen.

    Die Bedeutung unsere eigenen Einstellung zu Grenzen

    Durch unsere Entscheidungen prägen wir die Wahrnehmung unserer Kinder dessen, was gut ist und was nicht. Häufig denken Eltern: „Grenzen zu setzen, ist etwas schlechtes“, doch …

    … Grenzen sind weder gut noch schlecht, sie sind einfach wichtig, um unseren Kindern Sicherheit und Geborgenheit zu gewähren.

    Erziehung bedeutet Verantwortung für andere zu übernehmen und beinhaltet ein ständiges Abwägen, was man dem anvertrauten Menschen (-kind) zutrauen kann und was nicht.

    Und so ist es wichtig die Grenzen entsprechend der Reife des Kindes, welche nicht immer mit dem Alter einhergeht, weiter zu stecken.

    Die Trotzphasen sowie die Pubertät, eine extreme „Trotzphase“ werden durch Entwicklungsschüben, die zum Teil durch Hormone gesteuert werden, ausgelöst.

    Diese beeinflussen die Wahrnehmungen und unsere Gedanken über die „Welt“. Sie helfen Kindern eigenständige Persönlichkeiten zu werden, indem sie sich von den Überzeugen und Ansichten ihrer Eltern immer mehr lösen.

    Und so auch ihre eignen Grenzen definieren. Hierzu kann ich euch meinen Beitrag „Pubertät ist, wenn Eltern anfangen schwierig zu werden„auf dem Familymag.net empfehlen.

    Grenzen setzen - Kind bekommt eine Spritze vom Arzt

    Die Grenzen unserer Kinder überschreiten

    Vor allem bis zur Jugend kommen Eltern immer wieder mal in die Situation über die Grenzen ihrer Kinder gehen zu „müssen“. Und dies besonders dann, wenn unsere Kinder schwerer erkranken oder einen Unfall haben.

    Denn bis zum Kindesalter wollen unsere Kleinen nur extrem ungern Medizin einnehmen oder sich gar Spritzen geben lassen.

    In diesen Fällen stehen Eltern vor einer sehr schweren Entscheidung. Wollen Sie den Willen ihrer Kinder befolgen oder sich darüber hinwegsetzen und damit über deren Grenzen gehen.

    Hier scheint es noch relativ klar zu sein, wie man sich entscheiden soll. Doch warten sie ab, bis sie ihrem Baby eine „bittere“ Medizin einflössen müssen während es schreit, weint und sich mit Händen und Füßen um sich schlagend wehrt.

    Wenn wir keine Grenzen setzen, versuchen wir nur uns aus unserer Verantwortung zu stehlen.

    Gefahrenhinweise und ggf. Hilfestellungen geben

    Wir alle kenne die Sprüche „Steigt nicht in fremde Autos“, „Spielt nicht mit dem Feuer“, „Schaut nach links und rechts (und wieder links), wenn ihr über die Straße geht“, (…).

    In solchen Situationen ist es uns häufig nicht bewusst, doch auch in diesen setzen wir unseren Kindern Grenzen.

    Hier ist es für uns Eltern nur leichter zu erkennen, dass wir sie zum Schutz unserer Kinder setzen. Genauso ist es an sich immer, wenn wir ihnen Grenzen setzen.

    Wenn wir Eltern selber gestresst sind, sind unsere Grenzen allerdings nicht immer so angemessen. Genauso wenig wie unser Ton, unsere Gestik und Mimik (siehe Beitragsfoto).

    In diesem Zusammenhang findet ihr in unserem bindungsorientierten Erziehungsratgeber „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ noch sehr viele hilfreiche Tipps (Hinweis der Redaktion).

    Nichtsdestotrotz ist es gerade bei solch „unbewussten Grenzen“ wichtig, diese immer wieder mal zu überdenken. Denn die Welt verändert sich fortlaufend und manche grenzsetzende Hinweise, die damals ihre Richtigkeit hatten, haben sie heute nicht mehr und umgekehrt.

    Und welche die früher nicht wichtig waren, sind es heute, wie z.B. „Spielt nicht auf der Straße“. Vor 50 Jahren konnte man die Autos auf der Straße in einer Stunde noch an einer Hand abzählen.

    Ziele der „Erziehung“ bzw. des Grenzen setzens

    Eins der wichtigsten Ziele in der „Erziehung“ sollte es sein, unsere Kinder gerade nicht zu erziehen und stattdessen Hilfestellung anbietend zu begleiten und dem, wenn auch häufig unbewussten Versuch zu widerstehen, sie uns oder unseren Idealvorstellungen ähnlich zu machen.

    Wir sollten unsere Energie lieber darin investieren ihnen durch das Setzen von Grenzen einen geschützten Raum zu schaffen, in dem sie sich geliebt fühlen und sich und die Welt erfahren und erkunden können.

    Mit dem Heranreifen der Kinder kommen die Ziele den Willen, den Körper und das Eigentum anderer zu respektieren hinzu.

    Ich wünsche allen Eltern und werdenden Eltern den Mut und Vertrauen ihren anvertrauten Menschenkindern Grenzen entwicklungsgerecht zu setzen.  Und sie zu ermuntern sich und ihre eigenen Grenzen zu erkunden und dabei gleichzeitig immer mehr loszulassen.

    Werbung: Unser Buch

    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Euer Deva (Babytalk-Redaktion)

    Beitragsfoto: Iakov Filimonov / shutterstock
    Foto 1: cha cha cha studio / shutterstock
    Foto 2: Rido / shutterstock
  • Flugreisen mit Baby

    Flugreisen mit Baby

    Flugreisen mit Baby sind gar nicht so ohne. Ich, Andrea, jedenfalls hatte im Vorfeld unserer Reise nach Thailand ordentlich Muffensausen. Und ich habe mir im Netz die Finger wund gegoogelt auf der Suche nach Tipps rund um den Flug.

    Aber so richtig viel finden konnte ich nicht. Deswegen habe ich mir mal ein paar Gedanken gemacht, jetzt wo ich vier Langstreckenflüge überstanden habe.

    Langstrecke mit Baby: Tipps fürs Reisen

    Wir sind mit dem Baby, damals acht Monate, und meiner Tochter, 3 Jahre alt, nach Thailand geflogen. Statt Langstrecke am Stück haben wir uns für geteilte Flüge entschieden. Von Berlin nach Doha und anschließend von Doha nach Bangkok.

    Der Hinflug war über Nacht. Im Vorfeld dachte ich darüber nach, dass dies vielleicht problematisch sein könnte, eben weil die Kinder unter Umständen nicht schlafen.

    Aber wisst ihr was: DAS war gar kein Problem. Im Nachhinein muss ich sagen: Lieber Nacht- als Tagflug. Denn auch wenn vermutlich alle Eltern bangen, dass die Kinder nicht (gut) schlafen, das erledigt in der Tat irgendwann einfach die Müdigkeit.

    Schlafen im Flugzeug

    Während meine Kinder bereits kurz nach dem Start beinahe vorbildlich eingeschlafen sind, hatten es andere Kinder da schwerer. Sie weinten oder waren total überdreht. Das ist für die Eltern sicherlich schwer, aber machbar.

    Glaubt mir, ihr müsst euch und euren Kindern nur vertrauen.

    Für Babys bis zu zehn Monaten gibt es bei den meisten Airlines Babybetten, die vorbestellt werden müssen. Der Vorteil: Ihr bekommt einen Platz mit ziemlich viel Beinfreiheit, weil diese Babybetten nur an ganz bestimmten Plätzen eingehangen werden können.

    Babykorb im Flugzeug

    Der Nachteil: Bei Start, Landung und (leichten) Turbulenzen müssen die Babys aus den Babybetten genommen werden.

    Und das kann dann im Zweifelsfall bedeuten, dass euer Kind vielleicht gerade eingeschlafen war und ihr euer Baby wieder aufwecken müsst. Außerdem müssen die Kleinen zur Sicherheit immer angeschnallt sein.

    Das ist natürlich richtig und wichtig, aber mein Sohn hatte darauf so gar keine Lust. Ich trug ihn also die gesamte Zeit über in meinen Armen und das hat mich dann doch ziemlich beruhigt. Ich habe nämlich, zu allem Überfluss auch noch schlimme Flugangst.

    Alles in allem also eine ungute Ausgangslage. Die nichtsdestotrotz auch schön war, denn ob ihr es glaubt oder nicht, Kinder lenken einen kolossal ab.

    Ich habe das im Vorfeld nicht geglaubt, aber trotzdem es einige Turbulenzen gab, hatte ich wenig Zeit für Ängste.

    Flugreisen mit Baby Mutter liest Kind im Flugzeug vor

    Kinder müssen sich bewegen

    Beim Zwischenaufenthalt haben wir die Kinder spielen lassen. Also meine große Tochter, das Baby wollte zu dem Zeitpunkt vor allem über den Boden krabbeln. Ich glaube dies ist enorm wichtig, dass ihr eure Kinder immer spielen lasst, dass es wirklich anstrengend für die Kleinen.

    Und ich habe noch einen Tipp für euch: für die größeren Kinder sind kleine Aufmerksamkeiten sicher eine tolle Idee.

    Ich hatte für meine Tochter, mein kleines Runzelfüßchen, wie ich sie nenne, zwei kleine Bücher im Gepäck. Nach jedem Teilabschnitt des Fluges habe ich sie überrascht und ihr eines davon geschenkt.

    So hatte sie eine kleine Freude und hat gemerkt, wie stolz wir auf sie sind. Zum anderen hatten wir so für den Urlaub noch zwei weitere Bücher die wir vorlesen konnten.

    Tagflug mit Baby

    Der Rückflug war im Vergleich übrigens ungleich schwieriger. Denn wir flogen gegen 8.00 Uhr früh ab, was natürlich bedeutet, dass wir mitten in der Nacht aufstehen mussten. Die Laune war nicht besonders gut.

    Und im Flugzeug wurde es nicht besser. Wir versuchten das Baby mit Büchern zu locken, mit kleinen Spielen. Was letztlich half, war spazieren gehen.

    Immer im Kreis im Flugzeug umher. Bereitet euch darauf vor viele, viele Meter zu laufen. Aber seid gewiss, dass sich ganz viele Stewardessen um euren kleinen Schatz kümmern wollen.

    Wir jedenfalls haben unseren Sohn teilweise gar nicht mehr gesehen, weil alle ihn einmal halten wollten. Das ist vielleicht nicht bei jeder Airline üblich, aber ich will glauben, dass auch ihr tolle Begleiter_innen findet.

    Tipps für Flugreisen mit Baby

    Ein kleiner Tipp: Nehmt auch etwas mit, das die Kinder noch nicht kennen. Fürs Baby hatten wir ein neues Klapperspielzeug und Bücher dabei. Allerdings interessierte sich unser Sohn rein gar nicht dafür.

    Für unsere ältere Tochter hatten wir den TipToi Stift im Gepäck, den wir aber auch nicht auszupacken brauchten. Denn zum Glück gab es auf dem Hinflug genügend Schlaf und auf dem Rückflug die hilfsbereiten Stewardessen und Stewards.

    Handgepäck fürs Baby

    Was ihr auf jeden Fall ausreichend im Handgepäck haben solltet sind Windeln und Wechselwäsche. Nehmt nicht nur ein, sondern besser drei Bodys mit. Auch ein T-Shirt für euch ist eine gute Idee.

    Und lieber sechs Windeln statt drei. So ein Flug ist lang und die Babys vielleicht nervös. Oder sie bespucken sich oder euch.

    Sobald eure Kinder nicht mehr voll gestillt werden, sind auch Snacks und Wasser eine gute und wichtige Idee. Wir bekamen während des Flugs Essen für die Kinder und jede Menge Wasser, dennoch mochten unsere Kleinen natürlich auch das mitgebrachte Obst und die kleinen Brezeln.

    Entspannte Flugreisen mit Baby

    Den wohl wichtigsten Rat, den ich euch mit auf den Weg geben möchte: Entspannt euch. Eure Kinder werden das alles so viel besser meistern als ihr glaubt. Und sollten sie weinen und unruhig sein, dann verkrampft euch nicht.

    Ihr helft euren Kindern am besten, wenn ihr für sie da seid. Das gibt ihnen Sicherheit. Und euch ganz sicher auch.

    Für die, die Angst haben, ihre Kinder werden zu laut: Es sind Kinder. Denkt immer daran: Sie haben jedes Recht auch mal laut zu werden. Und meiner Erfahrung nach sind Menschen auf Langstreckenflügen bereit, fremde Kinder zu bespaßen.

    Lasst euch auf dieses Abenteuer ein! Flugreisen mit Baby sind absolut möglich und ihr werdet mit ganz besonders schönen Momenten belohnt.

    Eure Andrea (Babytalk – Autorin)

    Mehr Tipps zum Thema Reisen mit Kindern findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern„, Hinweis der Redaktion.

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  • Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern

    Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern

    Die Aussage „Glückliche Kinder brauchen glückliche bzw. entspannte Eltern“ ist die einfache und simple Wahrheit, welche als Leitfaden für die „Erziehung“ unserer Kinder stehen könnte bzw. sollte. Und mittlerweile kann man diesen Erziehungsratgeber überall erhalten.

    Bedürfnisse von Kindern und Eltern

    Wer wünscht sich keine glücklichen Kinder und dabei auch noch selber glücklich zu sein? Doch wie soll das gehen? Unsere Kinder sind doch das Wichtigste in unserem Leben. Und sie brauchen uns doch fast 24 Stunden am Tag, vor allem wenn sie noch klein sind.

    Das stimmt. Und doch sollten wir Eltern uns eines immer vor Augen halten, unsere Kinder wünschen sich (und brauchen!) glückliche und entspannte Eltern, die ihnen Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.

    Natürlich macht die Geburt eines Kindes, vor allem wenn es gesund ist, uns glücklich, ist dies in aller Regel eher ein vorübergehendes Gefühl. Zudem ist es nicht die Aufgabe von unseren Kindern uns glücklich zu machen. Dafür sind wir selbst verantwortlich.

    Wir wünschen uns für unsere Kinder Zeit zum Spielen, die Seele baumeln lassen und ganz viele weitere glückliche Momente. Und da Kinder nun mal am meisten durch Nachahmen lernen, liegt es an uns, es ihnen vorzumachen bzw. vorzuleben.

    Glückliche Kinder – Wie soll das funktionieren?

    Ein erster Schritt könnte darin bestehen, wieder wahr-zu-nehmen, was wir für Bedürfnisse habe. Diese anzunehmen und zumindest immer wieder einige von ihnen zu befriedigen, hilft uns zu entspannen. Und auch wieder auf die kleinen „wundervollen“ Dinge im Leben aufmerksam zu werden. Diese sind es, die uns glücklich machen.

    Unsere Bedürfnisse zeigen uns immer was uns fehlt. Und wenn dieses Mangelgefühl zu lange anhält, werden wir immer gereizter und aggressiver. Was in der Regel unsere Partner und nicht zuletzt unsere Kinder abbekommen. Was diese besonders verwirrt und verängstigt.

    Wir können solch ein „Fehlverhalten“ zwar nicht ausschließen, da wir uns diesem nicht immer bewusst sind, doch wir können anschließend zu unseren Kindern hingehen und uns entschuldigen und ihnen mitteilen, warum wir so gereizt reagiert haben.

    Ich muss nicht perfekt sein, um geliebt zu werden

    Dadurch lernen Kinder eines der wichtigsten Ding im Leben. „Man muss nicht perfekt sein und darf Fehler machen und wird trotzdem geliebt.“

    Eine „Falle“ in die Eltern oft reinfallen, ist es, die Bedürfnisse ihrer Kinder zu lange über ihre eigenen zu stellen. Dabei geht es darum, neben den Grundbedürfnissen unserer Kinder, wie Nahrung und Sicherheit, zuerst unsere Bedürfnisse zu erfüllen und dann, wenn wir uns wieder unsere Akku wieder aufgefüllt haben und uns wohl fühlen gerne und aus Liebe zu unseren Kindern zurückzustecken. Aber nicht aus Angst davor „eine Rabenmutter“ oder schlechter Vater zu sein.

    Das Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse darf nicht zur „Routine“ werden. Wenn dies geschieht, geben wir nicht mehr aus Liebe, sondern opfern uns auf. Und dann leben wir unseren Kindern genau das vor.

    Zudem übernehmen unsere Kinder dann sehr schnell die Verantwortung für unser „Wohlbefinden“, was ihnen so wichtig ist und stellen gleichzeitig ihre eigenen Bedürfnisse zurück.

    Wollen wir das?! Und was würden wohl unsere Kinder wollen?

    Voraussetzungen zum Glücklich sein

    Ich gehe davon aus, dass eine der Voraussetzungen zum glücklich sein darin besteht, Kontakt zu unseren Gefühlen zu haben, anders ausgedrückt wir brauchen Kontakt zu unserem inneren Kind.

    Dazu ist nicht selten Mut notwendig, Mut unser Herz wieder aufzumachen bzw. „zu lernen uns wieder verletzlich zu machen“. Wenn wir unser inneres Kind kennenlernen und ihm Raum zum Spielen geben, dann gehen wir im Spielen auch viel mehr auf unsere Kinder und deren Spiele ein. Das sind Momente, die wir und unsere Kinder brauchen und lieben.

    Unsere inneren Kinder zeigen sich bei uns Erwachsene in unseren Bedürfnissen, wie Ruhe, Aufregung, Leidenschaft, etc. In diesem Zusammenhang sagt man auch „beim Sex spielen unsere inneren Kinder“. Dazu gehört vor allem Zeit für sich, für die Partnerschaft und auch mal Abstand von den Kindern.

    Wenn wir in Kontakt mit ihnen bzw. unseren Gefühlen sind, sind wir authentisch. Das spüren unsere Kinder. Es gibt ihnen Sicherheit, weil dann das, was sie bei uns wahrnehmen und das, was wir sagen, übereinstimmt.

    Die Wahrnehmung von Kleinkindern

    Denn sie erlernen als erste Kommunikation die Gefühle ihrer Eltern/Mitmenschen wahrzunehmen und zu „deuten“. Und später, wenn sie unsere Worte verstehen, irritiert es sie, wenn diese nicht mit der Wahrnehmung der Gefühle übereinstimmen.

    Und da unsere Kinder vor allem durch „Nachahmung“ lernen, werden sie mit der Zeit auch immer mehr Worte sagen, die nicht mit ihren Gefühlen übereinstimmen“, dies wird auch als Täuschung / Maske aufsetzen bezeichnet. Wollen wir das?

    Unsere Bedürfnisse müssen zwar nicht alle „ausgelebt“ werden, doch sie wollen „gehört“ und akzeptiert werden. Je mehr wir diese annehmen, umso weniger ablehnend werden wir den Bedürfnissen unserer Kinder gegenüber und sind in der Lage verständnisvoller auf diese zu reagieren.

    Eine Ablehnung ihrer Wünsche verstehen Kinder immer als ein „Nicht richtig sein“ bzw. „Nicht liebenswert zu sein“. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass gleichzeitig die Bedürfnisse der Eltern, die in ihrer eigenen Kindheit abgelehnt wurden, eine Art Heilung erfahren.

    Warum brauchen glückliche Kinder entspannte Eltern?

    Wenn wir gut für unsere Bedürfnisse sorgen, sind wir wesentlich ausgeglichener, was unsere „Schmerzgrenze“ höher setzt und wir entspannter auf Dinge reagieren können, die uns „gegen den Strich gehen“. Dann erhalten unsere Kinder, umso mehr das, was sie sich wünschen, so geliebt zu werden, wie sie sind.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Werbung: Unser Buch

    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Beitragsfoto: Liderina / shutterstock
  • Gefahren im Haushalt für die Allerkleinsten

    Gefahren im Haushalt für die Allerkleinsten

    Gefahren im Haushalt: Nicht nur da draußen in der großen weiten Welt lauern Gefahren für unsere Kinder. Die meisten Unfälle passieren im eigenen Haushalt und das gilt auch für Babys und Kleinkinder.

    Erfahrt jetzt von unserer Gastautorin Kerstin (ihr Blog: fraumama.de) mehr darüber, wie Ihr Euer Zuhause kindersicher macht.


    Typische Gefahren im Haushalt

    Der gemeine Türrahmen

    In den ersten Lebenswochen eines Babys sind Mama und Papa die größte Gefahr für den kleinen Wonneproppen – jedenfalls gemessen an der Anzahl der Suchergebnisse zu „Babykopf Türrahmen“.

    Der ein oder andere lacht vielleicht, tatsächlich gehört der an die Tür gestoßene Säuglingskopf jedoch zu den Klassikern.

    Zum Glück gehört dieser Klassiker in der Regel zu den harmloseren Unfällen, die Eltern mit ihren Kindern im heimischen Umfeld erleben. Auch das Gehen mit Baby auf dem Arm muss mancherorts erst gelernt werden.

    Der Wickeltisch

    Richtig gefährlich wird es dagegen, wenn ein Baby vom Wickeltisch fällt. Dies ist leider auch ein Klassiker und das, obwohl vielerorts und oft bereits schon direkt im Krankenhaus vor dieser Gefahr gewarnt wird.

    Studien zufolge stürzt jedes 3. Baby (!) vom Wickeltisch. Auch ich werde deshalb nicht müde, davor zu warnen, die Kleinen auf dem Wickeltisch unbeaufsichtigt zu lassen.

    Ganz gleich, was passiert, ob das Telefon klingelt, es an der Türe schellt, Ihr etwas vergessen habt, keine Feuchttücher zur Hand habt oder jemand um Hilfe schreit: Lasst immer eine Hand am Kind, damit das Baby nicht vom Wickeltisch fallen kann.

    Auch wenn sich Neugeborene und junge Säuglinge noch nicht drehen können, wird irgendwann dieser Tag kommen, an dem es plötzlich klappt.

    Gewöhnt Euch deshalb bereits von Beginn an, Euer Kinder entweder vom Wickeltisch zu nehmen oder es festzuhalten, wenn Ihr die Windel wechselt.

    Das gleiche gilt auch, wenn Ihr auf dem Bett oder der Couch wickelt. Eine Fallhöhe von 80 cm reicht aus, um ein Baby schwer zu verletzen.

    Schnüre und Kabel in der Nähe des Babys

    Auf den meisten Verpackungen steht es bereits: Kordeln und Kabel haben in der Nähe von Babys nichts zu suchen. Dies gilt besonders für strombetriebene Nachtlichter am Bett:

    Befestigt unbedingt die Kabel an der Wand, damit sich Euer Kind nicht darin verheddern oder strangulieren kann.

    Diese Gefahren lauern im Haushalt, wenn ein Kind mobil wird

    Die meisten Babys sind etwa drei bis sechs Monate alt, wenn sich Mama und Papa plötzlich viele Gedanken um die Kindersicherheit in ihrem Zuhause machen.

    Sobald die Kleinen mobil werden, wächst nicht nur ihr Entdeckerradius, sondern auch die Anzahl der Gefahren im Haushalt.

    Gab sich der kleine Spatz vorher noch damit zufrieden, in seinem Bettchen, auf dem Boden oder in der Wippe zu liegen, so gilt es jetzt, besondere Vorsicht walten zu lassen, denn die Kleinen sind schnell und neugierig.

    Steckdosen auf Krabbelhöhe

    Gefahren im Haushalt - Kinderfinger in einer gesicherten Steckdose

    Heutzutage haben die meisten Steckdosen bereits integrierte Kindersicherungen. Ist dies bei Euren nicht der Fall und befinden sie sich zudem auf Kinderhöhe, so solltet Ihr diese mit einem Steckdosenschutz versehen.

    Kleine Patschefingerchen wandern gerne in kleine und größere Löcher um diese zu erkunden. Was bei der Nudel beim Mittagessen total in Ordnung ist, kann bei der Steckdose fatal enden.

    Außerdem solltet Ihr die Kinder auch in diesem Alter schon für diese Gefahr sensibilisieren und sie wegtragen, „nein“ sagen und erklären, warum es gefährlich ist, in Steckdosen zu greifen, denn nicht alle Freunde oder Verwandte, die ihr besucht, werden ihre Steckdosen sichern. Vorsicht ist in diesem Fall besser als Nachsicht.

    Treppen, Stühle, Tische und andere Anhöhen

    Vom Robben zum Krabbeln ist es kein großer Schritt mehr und Eure Kleinen kommen jetzt immer schneller voran. Die meisten Babys machen auch vor Anhöhen nicht Halt und klettern jetzt gerne auf Stühle, das Sofa oder Treppen hinauf bzw. hinunter.

    Ganz klar kann das Klettern gefährlich sein und böse enden. Hier rate ich, die schlimmen Gedanken und Vorahnungen weit weg zu schieben und die Kleinen ihre Erfahrungen machen zu lassen.

    Bleibt dabei, leitet Euer Baby an, wie es am sichersten (rückwärts!) die Treppe hinunter krabbelt und traut den Kleinen etwas zu. Greift ein, wenn es gefährlich wird, seid auf der Hut, aber lasst auch los. So lernen Eure Babys und entdecken die Welt.

    Viele, viele bunte Flüssigkeiten

    Gefahren im Haushalt Kleinkind hat eine Flasche mit giftigem Haushaltsreiniger in der Hand

    Spätestens wenn Eure Kleinen an Schränke oder Schubladen kommen, solltet Ihr außerdem giftige Putzmittel und auch Medikamente aus ihrem Sichtbereich und ihrer Umgebung nehmen und wegsperren.

    Junge Kinder werden von schillernden Farben magisch angelockt und so siegt die Neugier beim kleinen Erdenkind leider oft über die Vernunft.

    Was häufig nicht als Gefahr wahrgenommen wird, ist Salz. Doch bereits ein Teelöffel Salz führt bei Kleinkindern zu einer Salzvergiftung, ein Esslöffel innerhalb von wenigen Stunden ist tödlich! Und wir alle wissen, wie schnell man äußerlich Salz mit Zucker verwechseln kann. (Ergänzung der Redaktion).

    Weitere Gefahren im Haushalt

    Je nach häuslicher Umgebung benötigt Ihr im Baby- und Kleinkindalter zudem Treppen- und Herdschutzgitter, einen Eckenschutz für Tischkanten und gegebenenfalls auch Verschlüsse für Regale oder Schranktüren.

    Wenn Ihr einen Garten habt, werdet Ihr Euch gewiss auch mit giftigen Pflanzen beschäftigen und diese gegebenenfalls entfernen oder umzäunen.

    Ob und welche Kindersicherheitsartikel Ihr außerdem braucht, hängt natürlich immer auch vom Kind, dessen Charakter und Euren eigenen Grenzen bzw. Vertrauen ab.

    Was sichert Ihr in Eurem Haushalt noch und worauf könnt Ihr verzichten?

    Wir freuen uns über alle Tipps und Tricks zum Thema!

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  • Wer trotzt denn da? 5 Dinge, um die Trotzphase gelassener zu meistern

    Wer trotzt denn da? 5 Dinge, um die Trotzphase gelassener zu meistern

    Die Trotzphase ist eine Entwicklungsphase, die viele Eltern als sehr anstrengend empfinden. Wie man diese Phase mit einem Trotzkopf gut übersteht, hat Euch Steffi vom Blog emmali-blog.de hier aufgezeichnet:


    Trotzphase, Autonomiephase oder „terrible twos“; die Begriffe für diese Entwicklungsphase sind vielfältig und oft sehr negativ geprägt.

    Dabei könnte man es doch einfach „wieder ein Entwicklungsschritt“ nennen, das würde junge Mamas dann vielleicht auch entspannter auf diese Entwicklungsphase zugehen lassen.

    Mit dem heutigen Artikel möchte ich Dir 5 Dinge über diese Phase aufzeigen, die du so vielleicht noch nie bedacht hast.  Oder die du zwar schon gehört, allerdings schon wieder vergessen hattest.

    Sie sollen dir helfen entspannt und positiv gestimmt auf diesen enormen und wichtigen Entwicklungsschritt deines Kindes zu reagieren.

    Erwarte nicht zu viel von deinem Kind

    Deinem Kleinkind fehlen die sprachlichen Möglichkeiten, um seine Gefühle auszudrücken. Dazu kommt, dass es mit 2 Jahren noch nicht in der Lage ist seine Impulse und Emotionen zu kontrollieren.

    Trotzdem sind diese Gefühle da und müssen ausgedrückt werden und das passiert eben mit Händen und Füßen und mitunter sehr lautstark.

    Einige Mütter erwarten dann von ihrem Kind, dass es sich aus eigenem Antrieb heraus entschuldigt, weil es während des Gefühlsausbruchs andere geschlagen oder geschubst hat. Das ist aber häufig in der akuten Situation zu viel verlangt.

    Dein Kind kann sich in diesem jungen Alter kaum in eine andere Person und dessen Gefühle hineinversetzen, denn es lernt ja aktuell erst seine eigenen Emotionen zu erkennen und auszudrücken.

    Manchmal verkündet dein Kind voller Überzeugung, dass es z.B. bestimmt den ganzen Spaziergang alleine gehen oder sein Laufrad schieben wird.

    Auf halbem Weg hat es dies dann aber vergessen und will oder kann nicht mehr. Vielleicht lässt du dich dann auch dazu hinreißen auf dein Kind einzureden und es zu ermahnen, dass es sich doch an die Abmachung halten muss.

    Diese Situation kennen bestimmt viele Mütter. Doch vergessen wir dabei, dass Kinder im Alter von 1,5 bis 4 Jahren Zeiträume noch nicht überblicken können und deshalb auch nicht wirklich planen können.

    Dein Kind will immer kooperieren

    Kein Kind, das sich in dieser Entwicklungsphase befindet, will seine Eltern absichtlich ärgern. Im Gegenteil – Kinder kooperieren immer mit ihren Eltern. (In unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ gehen wir tiefer darauf ein und dort findet ihr viele praktische Tipps für einen entspannten Familienalltag.

    Auch dein Kind macht dies ständig, nur fällt es dir wahrscheinlich gar nicht auf. Weil es für Dich selbstverständlich ist und es alltägliche normale Dinge betrifft.

    Wenn deine Tochter sich beim Wickeln ganz still hält, dann kooperiert sie. Auch wenn dein Sohn beim „Pullover Anziehen“ die Arme hochnimmt, dann kooperiert er. Und auch wenn dein Kind abends die Zähne putzt, weil du es so möchtest, dann kooperiert es.

    Hört dein Kind aber plötzlich damit auf, z.B. beim Einkaufen oder beim Verabschieden in der Kita, fällt dir das sofort auf. Das liegt einfach daran, dass unser Gehirn darauf programmiert ist Abweichungen und Fehler schnell zu erkennen.

    Wenn es dir aber gelingt dich in diesen Situationen daran zu erinnern, dass dein Kind die vorangegangenen 3-4 Stunden sehr viel kooperiert hat. Dann kannst du einfühlsamer auf seinen Wunsch nach mehr Selbstständigkeit bzw. auf sein momentanes Bedürfnis eingehen.

    Dein Kind verhält sich nicht absichtlich so

    Das Verhalten deines Kindes dient nicht dazu (wie oben schon erwähnt) dich zu ärgern oder zu nerven. Dein Kind kann in diesem Moment, wenn es sich wütend und hilflos auf den Boden wirft und schreit, einfach nicht anders.

    Seine Gefühle brechen umgebremst über ihm ein, dein Kind wird quasi von ihnen überrannt und kann sie noch nicht kontrollieren und auch nicht in Worte fassen. In diesen Momenten kannst du dein Kind auch nur schwer mit Worten erreichen.

    Wenn es sich wieder etwas beruhigt hat, ist es selbst erstaunt darüber, wie es sich gerade verhalten hat und was da eigentlich passiert ist.

    Dein Kind braucht dich – auch während der Trotzphase

    Ganz besonders dringend braucht dein Kind dich während und nach einem heftigen Gefühls- bzw. Wutausbruch. Es muss wissen, dass du immer auf seiner Seite bist trotz dieser widersprüchlichen Gefühlsausbrüche.

    Zeig ihm das, indem du es in den Arm nimmst oder in einem ruhigen Moment kurz (nicht zu ausschweifend) mit ihm darüber sprichst und dein Verständnis zeigst.

    „Verstehe dein Kind in dieser Zeit, begleite es wertschätzend und lass den Sturm an dir vorüberziehen.“

    Deine (Lebens-)Erfahrung ist gefragt, um die Trotzphase gelassen zu meistern

    Du bist der Erwachsene und du hast diese Entwicklungsschritte schon lange (erfolgreich) hinter dich gebracht. Genau deshalb bist du auch in der Lage deine Gefühle zu regulieren.

    Nutze deine Erfahrung, indem du dich auf keine Machtkämpfe einlässt und vorausschauend bist. Meide die Situationen von denen du weißt, dass sie vermutlich zu heftigen Gefühlsausbrüchen bei deinem Kind führen.

    Erinnere dich immer wieder daran, dass dein Kind gerade extrem wichtige Dinge lernt (Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit, Gefühle erkennen und regulieren).

    Vergiss dich auch selbst nicht und gönne dir regelmäßig kurze Auszeiten, damit du die Trotzphase gelassen annehmen kannst.

    So und jetzt hoffe ich sehr, dass dir dieses Wissen etwas mehr Sicherheit gibt. Wodurch Du mit einigen typischen Situationen während der Autonomiephase deines Kindes entspannter umgehen kannst.

    Hinterlasse mir doch einen Kommentar darüber, ob es dir gelingt dich an diese Tipps zu erinnern und ob sie dir helfen. Ich freue mich!

    Eure Steffi (Babytalk – Autorin)

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    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Foto: shutterstock / Kathleen Spencer
  • Babys wollen getragen werden

    Babys wollen getragen werden

    Babys tragen: Der Mensch ist ein Tragling. Von seiner Entstehung an verbringt er seine Zeit im warmen Fruchtwasser im Bauch seiner Mutter, ganz nah an ihrem Herzen, dessen Schlagen etwas vom ersten ist, das er wahrnimmt.

    Rund 40 Wochen, so lange wie eine Schwangerschaft ungefähr dauert, wird er getragen, genährt und gewärmt.

    Bei der Geburt kommt er heraus aus dieser angenehmen Geborgenheit, hinein in eine kühle, grelle Welt. Mit dem Abschneiden der Nabelschnur wird er physisch von seiner Mutter getrennt.

    Doch ihre Nähe wird er noch lange brauchen, denn der Mensch ist, physiologisch gesehen, eine Frühgeburt – unfähig, alleine zu überleben. Laufen kann er nicht, also wird er getragen – von all den lieben Menschen, die ihn umgeben, umsorgen und lieben.

    Und je öfter er getragen wird, desto wohler fühlt er sich. Seit Anbeginn der Menschheit wurden Kinder getragen wie auch kleine Säugetiere getragen werden.

    Bei Naturvölkern und Nomaden sieht man nur getragene Kinder, es ist bis heute auch eine Notwendigkeit. Getragene Kinder weinen weniger, haben ein gutes Urvertrauen, weniger Mühe mit ihrer Verdauung und es fördert alle ihre Sinne.

    So wird z.B. die Motorik durch die Bewegung des Tragenden angeregt; die Traglinge gleichen die Bewegungen automatisch mit ihrem eigenen Körper aus. Häufig getragene Babys sind deshalb in der motorischen Entwicklung oft schneller.

    Babys tragen fördert den Bindungsaufbau

    Aber auch die Kommunikation, quasi auf Augenhöhe, und das Miterleben des Alltags, ist ganz anders aus der Perspektive eines Erwachsenen im Gegensatz zum Liegen im Kinderwagen, das oft nur den Blick zum Stoffdach ermöglicht.

    Während die Bezugsperson, ihre Stimme und ihr Geruch weniger bis kaum wahrgenommen werden können.

    Zudem wird durch häufiges Tragen ein flacher Hinterkopf vermieden. Eltern, die tragen, haben ständigen Körperkontakt zu ihren Kindern, können bonden und haben ihre Hände frei für tägliche Arbeiten, für Geschwisterkinder, zum Einkaufen etc.

    Viel rascher nehmen sie die Bedürfnisse ihres Kindes wahr, wenn sie es so nah bei sich haben.

    Auch Eltern, die gerne draußen aktiv sind, wandern etc. oder sich frei durch die Stadt bewegen wollen, sind so viel flexibler. Treppen, enge oder steinige Wege und Schneematsch sind kein Hindernis.

    Babys tragen Mutter mit Baby in einer Trage

    Im kalten Winter frieren unter einer Trage-Jacke getragene Kinder nicht, da sie stets die Körperwärme des Tragenden spüren. Fiebrige Kinder sind beim Tragen ebenfalls gut aufgehoben, da es temperaturausgleichend wirkt.

    Tragehilfen fürs Baby

    Wer also beschliesst, sein Kind tragen zu wollen, der hat heutzutage die Qual der Wahl. Es gibt zahlreiche Firmen, die verschiedenste Tücher und Tragehilfen in allen möglichen Designs verkaufen. Die Tücher haben unterschiedliche Längen und Materialien, Tragehilfen gibt es zum Binden, mit Schnallen oder beides kombiniert.

    Manche „wachsen“ mit dem Tragling mit, andere eignen sich nur für eine bestimmte Zeit weil sie nicht oder nur begrenzt verstellbar sind. Und alle haben sie ihre Vor- und Nachteile.

    Tragehilfen sind rascher angelegt, mit Tüchern ist man von Geburt an bis zum Ende der Tragzeit, die durchaus einige Jahre dauern kann, wenn man z.B. gerne lange Strecken wandert, gut bedient.

    Zudem stehen einem mit den verschiedenen Bindeweisen alle Möglichkeiten offen. Man muss jedoch ein Flair dafür haben, diese erlernen zu wollen.

    Es rät sich aber in jedem Fall, vorher, wenn möglich auch schon in der Schwangerschaft, eine Trageberatung aufzusuchen.

    Trageberater/Innen

    TrageberaterInnen haben meist ein großes Sortiment an Tüchern und ergonomischen, empfehlenswerten Tragen und nehmen sich Zeit um mit den Eltern das Binden zu lernen oder eine passende Tragehilfe zu finden.

    Das ist nämlich eine sehr individuelle Angelegenheit und es empfiehlt sich in jedem Fall, die Tragehilfen vorher zu testen.

    Denn das Tragen macht nur Spaß, wenn es für beide bequem ist und diesbezüglich gibt es schon ein paar Punkte zu beachten. Beim Kind z.B. muss die sogenannte Anhock-Spreiz-Haltung garantiert sein, die Haltung also, die Babys automatisch einnehmen, sobald sie hochgenommen werden.

    Sie ziehen die Beinchen an – ein Reflex der für’s Tragen gemacht ist, so können sie sich an der tragenden Person „festklammern“. Zudem sollte der Steg oder das Tuch immer von Kniekehle bis zu Kniekehle reichen.

    Eure Tamara (Babytalk – Autorin)

    Unter diesem Link erklärt Euch unsere Trageberaterin Mira die Bindeweise einer ring slings (Hinweis der Redaktion).

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    Foto2: Tamara Beck
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  • Welche Hausmittel helfen bei Erkältungen und Fieber

    Welche Hausmittel helfen bei Erkältungen und Fieber

    Welche Hausmittel bei Erkältung: Obwohl alternative Heilmethoden häufig aufwändiger sind als die konventionelle Schulmedizin, lohnt sich der Aufwand absolut. Verena Wagner, die Autorin des Blogs Mamirocks aus Tirol hat hier ein paar sehr gute Tipps für Euch zusammen gestellt, die bei Erkältung und Fieber helfen:


    Welche Hausmittel helfen bei Fieber?

    Erste Regel und die gilt eigentlich immer: Keine Panik – handle intuitiv! Verlasse Dich auf Dein Bauchgefühl, auch wenn Du Angst hast.

    Wenn Du das Gefühl hast, mit Deinem Kind stimmt etwas nicht, es wirkt abwesend und lethargisch, dann ruf die Rettung. Ich schreibe das nicht einfach so, denn genau dieses Nicht-Zögern hat meinem zweijährigen Mädchen sehr geholfen.

    Wie sich im Krankenhaus herausstellte, war dies keine übertriebene Handlung, das Kind hatte eine Blinddarmentzündung. Ungewöhnlich und selten in dem Alter, aber möglich.

    Natürlich gilt äußerste Vorsicht auch beim Fieberkrämpfen. Bei über 40 versuche ich meinen Kindern Fiebersaft einzuflößen, obwohl das mit ihnen ein ziemlicher Kampf ist.

    Sie ertragen alle Medizin, Tees und selbstgemachte Hustensäfte, aber nicht den künstlich-chemischen Geschmack der Säfte mit Ibuprofen oder Paracetamol.

    Alternative Hausmittel zum Fiebersaft

    Während Fieber für Erwachsene echt hart ist, finden Kinder Fieber meiner Erfahrung nach oft nicht so schlimm. Meine drei sind dann müde, wollen nichts, keine Ansprache und keinen Kontakt. Sie schlafen dann meist einfach.

    Viel schlechter scheint es ihnen mit Husten und Schnupfen und in der Phase der Rekonvaleszenz (Zeit der Genesung) zu gehen. Nach fast acht Jahren als Mutter, gerate ich bei Kinder Fieber nicht mehr so schnell in Panik.

    Der Spruch „Wenn Kinder Fieber haben, sind sie gesund“, stammt von unserer früheren und wie ich finde sehr klugen Hausärztin.

    Sie hat mir folgendes erklärt: „Das hohe Ansteigen des Fiebers zeigt bei Kindern an, dass ihr Immunsystem funktioniert. Der kleine Körper besiegt mit der erhöhten Körpertemperatur die angreifenden Krankheitserreger.

    Hat man diese Erklärung vor Augen, gelingt es besser tief durch zu atmen und erst einmal sanfte Methoden gegen Fieber auszuprobieren, die dem Körper helfen sich selbst zu heilen.

    Wenn ich zurück denke, wie es war als frisch gebackene Mutter, habe ich mir in den Babyzeiten sehr viele Sorgen um die fiebernden Kinder gemacht. Gerade beim ersten Kind habe ich dauernd gemessen.

    Allerdings habe ich noch nie etwas unternommen, solang nicht die 39-Grad-Marke überschritten war.

    Hausmittel: Sanft heilen mit Wickeln

    Die guten alten Wadenwickel müssen mit ein paar Regeln angewendet werden: Sie kommen wirklich nur zum Einsatz, wenn der ganze Körper glüht. Nicht etwa wickeln, wenn das Kind zwar an der Stirn heiß ist, aber ansonsten friert oder kalte Füße hat.

    Ich nehme zum Herstellen der Wickel abgerissene Streifen alter Spucktücher. Diese dürfen auch nicht eiskalt nass gemacht werden: Lauwarm reicht aus, sonst ist der Unterschied zur Körpertemperatur zu drastisch.

    Meistens warte ich bis die Kinder eingeschlafen sind und wickle dann in aller Ruhe. So erspare ich mir Abwehrgebrülle und Gestrample. Die nur feuchten, ausgewrungenen Windelstreifen möglichst ohne Falten um die Waden wickeln.

    Außen herum kommt je ein Handtuch, damit nichts nass durchgeht. Die Füße sollen unter der Bettdecke herausschauen, damit das Fieber „abdampfen“ kann. Die Meinungen gehen auseinander, ob die Dinger nach einer halben Stunde wieder ab sollen.

    Doch meistens sind sie schon erwärmt, wenn ich wieder nachschauen komme. Ich lasse die Kinder nach einem einmaligen Wickel schlafen. In wenigen Fällen habe ich die Wickel wiederholt, weil mir die Kinder während des Schlafes glühend heiß vorkamen.

    Schlafen ist ohnehin die beste Medizin und ich würde nie den Schlaf eines Kindes stören.

    Welche Hausmittel sonst noch bei Erkältungen helfen

    Auf jeden Fall ist wichtig, die Kinder oft und soviel wie möglich Wasser oder Tee trinken zu lassen. Und wenn die Kleinen eben keinen Tee oder Wasser wollen, trinken sie notfalls, was sie möchten. Essen mögen sie mit Fieber meiner Erfahrung nach ohnehin nicht.

    Außerdem sollen die Kleinen, wenn möglich im Bett bleiben. Die Bettruhe wird oft unterschätzt, aber die Kinder müssen sich wirklich viel ausruhen können. Malen, vorlesen, Hörspiele – alles ist gut, was im Liegen geht.

    Dazu geben wir Globuli und/oder Schüssler Salze. Sobald Fieber auftritt oder auch eine Erkältung, verabreiche ich Ferrum Phosphoricum. Und dies solange bis die Kinder wieder ganz fit sind, denn dieses Mittel hilft auch dem Immunsystem.

    Acconitum gebe ich in einmal bei plötzlich auftretendem Fieber. Bei heißem Körper mit Schwitzen und rotem Kopf gibt es Belladonna. Ich schreibe hier wieder bewusst keine Potenzen dazu, denn ich bin ja kein Experte, sondern eine Mami.

    Gerade bei Babys lohnt sich das Gespräch mit einem Kinderarzt, der alternativen Heilmethoden gegenüber aufgeschlossen ist..

    Essigwickel für Babys

    Bei Babys riet unsere tolle Hausärztin zu Essigwickeln. Die sind viel einfacher anzuwenden bei den kleinen Strampelbeinen. Dazu kleine Söckchen in Essig tauchen, auswringen und anziehen. Darüber kommen dicke Wollsocken.

    Diese habe ich immer nach einer Weile wieder abgenommen. Wenn ganz kleine Kinder Fieber haben, macht man sich einfach viel mehr Sorgen. Das ist ganz natürlich. Die Wirkung dieser Wickel war aber stets unmittelbar spürbar.

    Man kann sie auch bei Babys mehrmals in der Nacht wiederholen – aber eben NUR bei komplett glühendem Körper. Die Temperatur darf nicht zu rasch zu stark abgesenkt werden.

    Das Fieber gehorcht den eigenen Gesetzen der Krankheit und steigt meistens in Wellen immer wieder an. Und dies vor allem gegen Abend, solange bis alles ausgestanden ist.

    Wird das Fieber, auch durch Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol zu rasch und zu stark unterdrückt, wirkt dies entgegen den Selbstheilungskräften.

    Helfer fürs Immunsystem

    Hilfreiche Kräuter bei Erkältungen sind Salbei (Halsweh, antibakteriell, desinfizierend), Spitzwegerich, Schlüsselblume und Huflattich für den Hustentee, sowie die Lindenblüte und das Mädesüßkraut für Schwitzkuren.

    Ebenso immer dabei im Hustentee ist natürlich Thymian, dem ich hier schon mal einen eigenen Beitrag gewidmet habe.

    Unter dem Hashtag #Kräutermamas findet ihr übrigens immer wieder detaillierte Informationen zu Kräutern für die ganze Familie. Nicht verzichten möchte ich in der Erkältungszeit auf Zitronen.

    Sie sollte erst in den Tee hinein, wenn er bereits abgekühlt ist. So bleiben die Vitamine besser erhalten. Oder einfach roh essen, etwa in der Salat-Marinade oder als Limonade mit Zucker.

    Sanftes Hausmittel – die Zwiebel

    Auch die Zwiebel ist ein toller Helfer in der Erkältungszeit. Knoblauch hat ähnliche Eigenschaften, aber wie die Kinder mag ich den nicht roh.

    Alle diese Zutaten helfen aber auch in ihrer alltäglichen Verwendung in der Küche, besser gegen Infekte gewappnet zu sein.

    Aus der Zwiebel lässt sich zusammen mit Thymian ein wirksamer Hustensaft einkochen.

    Die Zwiebel eignet sich zudem hervorragend für kleine Schnupfennasen. Auch wenn es stinkt – Zwiebel aufschneiden, etwa zehn Minuten abwarten und dann ins Kinderzimmer, neben den Kopf des Babys, stellen.

    Erleichtert das Durchatmen, ebenso hilft ein im Kinderzimmer aufgestellter Wäscheständer mit nassen Kleidungsstücken. Letzteres ist auch bei Reizhusten eine Hilfe.

    Zwiebelsäckchen bei Ohrenschmerzen

    Einfach eine Zwiebel kleinschneiden und kurz in einem Topf oder Pfanne ohne Öl leicht anbraten. Dann in ein dünnes Tuch stecken und anschließend diesen „Beutel“ in einen Waschlappen oder kleinen sauberen Socken stecken und aufs Ohr drücken. Oder in ein Handtuch einwickeln und unters Köpfchen (Ohr) legen. Wirkt wunder.

    Zusätzlich habe ich bei meinen Babys etwas ätherisches Öl wie Engelwurz auf einen kleinen Ton- oder Gipsanhänger geträufelt und neben dem Köpfchen platziert.

    Bei verstopften Babynäschen hilft auch eine Pomade aus Engelwurz. Viele solcher Produkte gibt es fertig zu kaufen. Gute Hebammen kennen alle diese Tipps und Tricks.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: ALIAKSEI SIDARENKA / shutterstock