Kategorie: Familienleben

  • Mein Kind isst kein Gemüse – Tipps: was tun?

    Mein Kind isst kein Gemüse – Tipps: was tun?

    Welche Eltern kennen das leidliche Problem „das Kind isst kein Gemüse“, wie bekomme ich dann gesunde Nahrungsmittel ins Kind? Unsere Autorin Moana, besser bekannt unter Miss Brokkoli hat Euch hierzu einige Tipps aufgeschrieben. Moana vereint in ihrem Mama-Foodblog Themen rund ums Leben und Essen mit Kindern mit leckeren vegetarischen & veganen Rezepten.


    Das Kind mag einfach kein Gemüse? Mit diesen Tricks isst es vielleicht doch einige Vitamine.

    Kinder lieben Schokolade, Pizza und Pommes. Das Gemüse landet jedoch unter dem Tisch, der Mund bleibt zu. Es gibt einige wenige Regeln, die man als Eltern beachten sollte. Außerdem gibt es viele Möglichkeiten, wie man Gemüse ganz einfach in einem Menu verstecken kann und dem Kind so einige zusätzliche Vitamine unterjubelt.

    Wir wissen alle, Gemüse und Obst muss sein, die Vitamine und Nährstoffe sind wichtig. Was also tun, wenn das Kind kein Gemüse isst? Wenn es vehement die Erbsen verweigert. Oder den Spinat ausspuckt?

    Vielfältig essen, Vorbild sein und keine Machtkämpfe

    Man sagt, je vielfältiger ein Kind schon als Baby isst, desto mehr probiert es auch später aus. Kinder, die schon als ganz kleine Babys verschiedene Lebensmittel ausprobierten oder vorgesetzt bekamen, werden später bessere Esser sein. Dass Kinder mal ihre Vorlieben ändern, gehört ebenfalls dazu und ist ganz normal. Manchmal müssen sie ein Nahrungsmittel auch 15x ausprobieren, bis sie es vielleicht mögen.

    Wichtig ist hier, dass die Eltern als Vorbild vorangehen und nicht vor den Kindern sagen, „Das mag ich nicht“. Wenn immer mal wieder was Neues auf den Tisch kommt, und die Eltern oder Geschwister dies essen, beginnt vielleicht auch der Gemüseverweigerer irgendwann zu probieren. Druck aufsetzen ist hier falsch. Man sollte keine Machtkämpfe am Tisch haben. Viel wichtiger ist doch, dass man als Familie gemeinsam isst.

    Was helfen könnte, ist zum Beispiel, dass man mit dem Kind zusammen kocht. Außerdem sollte man herausfinden, ob das Kind vielleicht ein Nahrungsmittel lieber roh statt gekocht mag?

    Man kann auch Geschichten erzählen: Der Blumenkohl war mal eine lustige Dame mit krausem Haar, die Süsskartoffel war eine Prinzessin … Mit Farben kann man ebenfalls spielen: etwas Rotes, etwas Grünes, etwas Gelbes kreieren.

    Einige hilfreiche Rezept-Tipps, wo man Gemüse gut verstecken kann

    • Soufflee (eine leichte Eierspeise bzw. -Auflauf) mit Tomaten oder Karotten oder Broccoli
    • Omeletten mit gemixten Erbsen, Spinat oder Tomaten
    • Gemüse-Nudel-Auflauf mit Käse
    • Gemüsesauce für Pasta (da kann jedes beliebiege Gemüse verpackt werden, z.B. Peperoni, Karotte, Zucchetti, Aubergine, Broccoli, Blumenkohl)
    • Birchermüsli mit geraffelten Karotten
    • Rösti mit geraffelten Karotten oder Kürbis
    • Gemüse-Kartoffelpuffer (z.B. mit Zucchetti/Zucchini, Karotten)
    • Gemüse im Teig, wie Würstchen im Teig
    • Verschiedene gemixte Gemüse in Kartoffelbrei unterrühren

    Es gibt Studien die übrigens sagen, dass es über eine gewisse Zeit nicht schädlich ist, wenn das Kind kein Gemüse isst. Für verzweifelte Eltern empfiehlt es sich, nicht aufzugeben und Gemüse immer wieder in verschiedensten Gerichten zu integrieren, so dass die Kinder es nicht merken.

    Doch was tun, wenn das Kind nicht mit dem Löffel, sondern mit den Händen isst, Hinweis der Redaktion.

    Eure Moana (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Fudio / Getty Images Pro (über Canva)
  • Zeitumstellung – Tipps für Babys und Kinder – Winterzeit

    Zeitumstellung – Tipps für Babys und Kinder – Winterzeit

    Bald ist es wieder soweit. Die Zeit wird umgestellt. Wie lange bzw. häufig diese Zeitumstellung noch andauernd wird, ist nach dem klaren Umfrageergebnis der Europa Kommission ungewiss. Doch leider können sich die EU-Staaten noch nicht auf eine Umsetzung einigen.

    Am 31. Oktober 2021 ist es aber auf jeden Fall wieder soweit und die Uhr wird von Sommer- auf Winterzeit (Normalzeit) umgestellt. Was heißt, dass die Zeit in der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt wird und wir somit eine Stunden „geschenkt“ bekommen.

    Zeitumstellung von 3 auf 2 Uhr

    Damit haben vor allem Babys und Kinder zu kämpfen. Da der Schlafrhythmus von Babys, wenn sie ihn denn gerade gefunden haben, noch sehr anfällig bei Veränderungen ist.

    Am besten können wir ihnen helfen, indem wenn wir uns gleichzeitig mit ihnen auf diese Umstellung vorbereiten. Denn auch, wenn wir als Erwachsene diese Umstellung besser verkraften, fordert sie unserem Körper eine Menge Energie ab. Es ist im Prinzip ein, wenn auch nur einstündiger, Jetlag.

    Nicht nur die reine „Zubettge-“ und Aufwachzeit, sondern der ganze Tagesrhythmus unserer Kleinsten wird durcheinandergebracht.

    Babys und Kinder auf die Zeitumstellung vorbereiten

    Am besten startet ihr mit der langsamen Rhythmusveränderung eine Woche vor der Zeitumstellung mit kleinen Zeitverschiebungen.

    Zum Beispiel indem ihr darauf achtet, eure Kleinen jeden Tag etwa 10 Minuten später aufzuwecken und später Schlafen zulegen.

    Ebenso wie ihr die Schlafenzeiten anpasst, könnt ihr andere, den Tag strukturierende Elemente nach hinten zu verschieben. Dies sind zum Beispiel die Essen-/Stillzeiten und Spiele- oder Spaziergehzeiten. Dabei solltet ihr darauf achten eure Kleinen in dieser Zeit nicht zu viel zuzumuten. Denn das ist es ja gerade, vor dem ihr sie bewahren wollt.

    Wenn es mit der langsamen Vorbereitung nicht geklappt habt, könnt ihr ihnen dennoch behilflich sein. Indem ihr sie am Tag der Umstellung von der Sommer- zur Winterzeit „länger Schlafen“ lasst und durch eine ruhige und entspannte Tagesgestaltung mit frischer Luft probiert sie länger wach zu halten, so dass sie es am Abend  ggf. schaffen später einzuschlafen.

    Dies könnt ihr zudem dadurch unterstützen, indem ihr den Schlafraum der Kleinen abdunkelt und morgens entsprechend später erhellt.

    Ich wünsche allen, insbesondere Eltern und ihren Liebsten eine gute Vorbereitung um Umsetzung der anstehenden Zeitumstellung am 31. Oktober 2021.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Beitragsfoto: Alina R / shutterstock
    Foto2: Freedom Master / shutterstock
  • Entthronung des Erstgeborenen

    Entthronung des Erstgeborenen

    Der Fachbegriff Entthronung des Erstgeborenen hat mich irgendwie immer mißtrauisch gemacht. Das erste Kind als kleiner König, der von seinem Prinzenthron gestoßen wird? Aber nun ja, es ist nur ein Begriff – noch dazu einer, der aus einer anderen Zeit stammt.

    Als ich das erste Mal davon las, was damit gemeint ist, nämlich das, was Erstgeborene erleben, wenn ein Geschwisterkind geboren wird, war ich mir sehr unsicher, wie das werden würde für unseren „Großen“.

    Schließlich war er mit seinen 16 Monaten selbst noch ein Baby, als die Zwillinge auf die Welt kamen.

    Wir als Eltern waren fest davon entschlossen, dass sich unser Kind nicht „entthront“ fühlen müsste. Wir wollten ihm auch weiterhin all die Liebe und Aufmerksamkeit geben, die er braucht.

    Als ich zur zweiten Entbindung im Krankenhaus war, durfte unser Junge eine Woche bei Oma und Opa bleiben. Das war ein Glücksfall! Er freute sich sehr.

    Wer liegt denn da in Mamas Armen?

    Als er uns mit den Großeltern und Papa im Krankenhaus besuchen kam, blickte er ein wenig verständnislos auf die Mama mit dem für ihn erstmal fremden Baby im Arm.

    In diesem Moment wurde mir bewusst, wie entscheidend die Haltung der Eltern dafür ist, wie das erste Kind diesen unweigerlichen Prozess der Entthronung durchlebt.

    Dass es ihn durchleben muss, wurde mir hier zum ersten Mal ganz deutlich. Außerdem hatte ich – auch wenn es total unbegründet war – ein schlechtes Gewissen, weil ich in dieser neuen Phase unseres Familienlebens natürlich viel weniger Zeit als bisher für meinen Erstgeborenen haben würde.

    Als einen viel harmonischeren Start in diese neue Familienkonstellation hätte ich es auch empfunden, wenn eine Hausgeburt oder eine Geburt im Geburtshaus möglich gewesen wäre.

    Durch meine lange Abwesenheit bekam ich umso mehr das Gefühl, mich nicht genug um den Großen kümmern zu können. Bei einer Hausgeburt oder einer ambulanten Geburt kann die ganze Familie das neue Mitglied zusammen direkt bzw. daheim begrüßen und die ersten Tage zusammen genießen.

    Nicht immer schenkt einem das Leben jedoch optimale Bedingungen, dies auch so zu gestalten. Da muss man wohl manchmal einfach das Beste draus machen, oder was meint ihr?

    Entthronung – Bindung zu anderen Menschen

    Vater und Großeltern konnten dieses „Ausfallen“ der Mutter, die ja nun einen Großteil der Zeit mit Stillen, Babys halten, tragen und wickeln beschäftigt war, abfangen.

    Da unser Kind schon vorher eine gute Bindung zu diesen Bezugspersonen aufgebaut hatte, wurde sein Leben nun zwar anders, aber nicht etwa schlechter, sondern eher vielfältiger.

    Ich bemühte mich Zeit mit dem Ersten alleine zu verbringen. Das war Zeit nur für uns, in der wir zusammen spielten, kochten, malten – echte Premium Quality sozusagen. Oft war ich aber auch einfach zu müde und froh, wenn die Oma, der Papa oder das Kindermädchen sich um den aufgeweckten Einjährigen kümmerten.

    Sich Hilfe holen, um die Entthronung zu mildern

    Diese für alle sehr intensive Zeit haben wir gut überstanden, weil wir uns Hilfe geholt haben. Es ist absolut nicht schlimm, Hilfe zu brauchen. Und wir können uns glücklich schätzen, wenn uns vertrauensvolle Menschen dafür zur Verfügung stehen. Es ist wichtig sich dies einzugestehen!

    Als junge Familie darf man Hilfe brauchen. Gerade, wenn die Großeltern weiter weg wohnen und nicht so einsetzbar sind, ist es sehr wichtig, zu überlegen wie der Alltag in der ersten Zeit nach einem Familienzuwachs organisiert werden kann.

    Das ist meiner Meinung nach ganz wichtig, damit der Erstgeborene sanft und selbstbestimmt vom Prinzenthron steigen bzw. die Entthronung ohne Schwächung durchleben kann. Er soll nicht das Gefühl bekommen, das andere seinen Platz einnehmen.

    Aus diesem Grund haben wir damals die Entscheidung getroffen, ihn vor der Geburt der Zwillinge nicht mehr in der Kita anzumelden. Für uns war in dieser Situation eine Art „Kindermädchen“ die Lösung, die in den ersten Monaten zu uns kam, um uns zu unterstützen.

    Die Kita kann natürlich eine sinnvolle Hilfe sein – gerade wenn eine junge Familie nicht auf Verwandte zählen kann. Dann sollte die Eingewöhnung in die Kita idealerweise bereits stattfinden, lange bevor das Geschwisterkind zur Welt kommt.

    Fühlt sich ein Kind in seiner Kita, seinem Kindergarten oder in seiner Schule wohl, können die Erzieher und Lehrerinnen ebenfalls wichtige Bezugspersonen in dieser Zeit sein. Das ist sehr viel Wert.

    Gerade die Erstgeborenen – die zunächst Einzelkinder sind – freuen sich in der Regel sehr, endlich mehr Zeit mit gleichaltrigen Spielkameraden zu verbringen.

    Entthronung – was passiert danach?

    Ganz wichtig ist es, auf die wechselnden Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Das bewusstere Wahrnehmen des Geschwisterkindes als selbständig handelndes Individuum setzt meiner Erfahrung nach erst nach einiger Zeit ein.

    Es kommt eigentlich erst zu Konflikten, wenn diese etwas älter sind. Zunächst schlafen Babys viel und erweitern erst mit dem Krabbeln ihren Aktionsradius ein wenig mehr.

    Erst wenn das Kleinkind zu den Spielsachen des Älteren gelangen kann, also direkt in dessen „Herrschaftsbereich“ eingreift, kommt es zu einer direkten Interaktion zwischen den beiden.

    Jüngere Geschwister bewundern die älteren in der Regel und schauen sich viel von ihnen ab. Sie wollen mitmachen bei den Großen und das geht oft schief.

    Entthronung – Eingriffe in das Revier der Größeren

    Ohne böse Absicht machen sie Bauwerke kaputt und stören unwissentlich Rituale und Spiele. Jetzt greifen die Jüngeren aktiv in das Revier des oder der Erstgeborenen ein. Jetzt zeigt sich, wie diese(r) darauf reagiert.

    Hier braucht es oft einen Erwachsenen, der Möglichkeiten aufzeigt, wie beide zufrieden spielen können. Wichtig dabei ist, dass der Größere keineswegs immer derjenige ist, der nachgeben muss.

    Die Eltern müssen hier Wege finden, die auch für Letzteren akzeptabel sind. Außerdem soll ab und zu Zeit sein, mit dem „Großen“ etwas allein zu unternehmen. In den ersten Monaten bietet sich die Zeit des Mittagsschlafes des kleinen Kindes wunderbar dafür an.

    Mamatag für den Erstgeborenen

    Möglich ist es auch, dass das ältere Kind abends länger aufbleiben darf und hier Zeit mit den Eltern alleine hat. Ich finde auch unsere „Mama-Tage“ sehr schön, die wir zwar selten, aber doch einigermaßen regelmäßig mit allen Kindern abwechselnd einhalten.

    Bei unserem Erstgeborenen habe ich nach den sehr anstrengenden ersten drei Jahren, in denen er unweigerlich kürzer treten musste, weil ich nach der ersten Zeit mit Hilfe von außen viel allein mit den Kindern war, kam irgendwann im Kindergartenalter ein starkes „Mama-Bedürfnis“ auf.

    Plötzlich wollte er sehr viel kuscheln und wollte mich abends gar nicht gehen lassen, bis er schließlich eingeschlafen war. Ich ließ ihn gewähren und blieb immer bei ihm bis er in den Schlaf fand.

    Kuschelzeit mit Mama allein

    Zuerst brachte ich die Zwillinge ins Bett und dann kuschelte ich ganz lange und ausgiebig mit ihm. Ich hatte das Gefühl, er hole sich jetzt seine „Mama-Zeit“ zurück. Auch ich habe das als sehr schön empfunden.

    Ich halte es für enorm wichtig, den Kindern genau das zu geben, was sie gerade brauchen. Wenn ein Kind plötzlich wieder Baby sein will, seitdem es Nachwuchs in der Familie gegeben hat, dann sollte ihm dieser Wunsch erfüllt werden:

    mit Babymassagen, viel Kuscheln und Körperkontakt, vielleicht füttern oder Babysprache. Auch wenn es einem Erwachsenen komisch vorkommen mag, wenn eine Vierjährige plötzlich wieder Windeln tragen will, vielleicht sogar ins Bett macht?

    Mit viel Verständnis lösen sich viele Probleme bei der Entthronung

    Jedes Kind hat andere Bedürfnisse und auch diese Phase ist irgendwann zu Ende. Fühlt Euch in Eure Kinder hinein und gebt ihnen das, worum sie Euch bitten. Mit viel Verständnis lassen sich viele Probleme lösen!

    Meiner Erfahrung nach, entsteht durch eine solche Haltung von Geburt des zweiten Kindes, auch kaum Aggression oder Eifersucht. Natürlich gibt es diese Gefühle zu einem gewissen Grad immer wieder unter Kindern.

    Sehr starke Reaktionen könnten darauf hinweisen, dass ein Kind auf sich aufmerksam machen will. Diese Aufmerksamkeit sollte ihm zuteil werden.

    Nicht in negativer Form, indem viel geschimpft und bestraft wird, sondern ganz anders: Der Große sollte als Großer (von vornherein) gewisse Privilegien haben.

    Wie oben beschrieben z.B. Zeit mit den Eltern alleine und vielleicht auch eine eigene Rolle als „Große(r)“ mit Pflichten haben, aber auch Vorrechten wie längeres Aufbleiben oder später Taschengeld.

    Toll ist es auch, wenn der/die Ältere mit der Mama gemeinsam das Baby wickelt, badet oder im Kinderwagen spazieren fährt. Wenn es von Anfang an in diese ganzen neuen Aufgaben der Eltern mit einbezogen wird, entwickelt es zum einen eine stärkere Beziehung zum Jüngeren und freundet sich zum anderen mit seiner neuen großen Bruder-/Schwesterrolle an.

    Eure Verena Wagner (Babytalk – Autorin)

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    Pinterest: katrinaelena & karlamarie6 / Getty Images Pro
  • Unerfüllter Kinderwunsch: Wenn das zweite Kind auf sich warten lässt …

    Unerfüllter Kinderwunsch: Wenn das zweite Kind auf sich warten lässt …

    Wenn Ihr bereits ein Kind habt kennt Ihr diese Frage genau: „Und, wann kommt Nummer Zwei!?“ Meist umspielt ein freudiges Lächeln die Lippen des Gegenübers und dann kommt die zwinkernde Erwartungshaltung.

    Man rätselt, ob Nummer Zwei vielleicht sogar schon unterwegs ist und kann die Antwort kaum erwarten. Ich erzähle Euch, warum mich diese Frage so nervt und wie ich meine Antwort gefunden habe.

    Der Kinderwunsch

    Der Wunsch nach einem zweiten Kind taucht bei vielen Eltern auf. Mal früher, mal später. Und er ist nicht weniger stark als beim ersten Kind. Zumindest bei mir nicht. Wir haben uns so sehr ein Geschwisterchen für unsere Tochter gewünscht.

    Am Anfang ist man ja noch völlig entspannt. Schließlich ist man jung und gesund und somit steht einer Schwangerschaft nichts im Wege. Also haben wir uns eines Tages entschieden, nicht mehr zu verhüten und schwanger zu werden.

    Nach drei erfolglosen Monaten habe ich angefangen, nach Gründen zu suchen. Vielleicht war alles etwas stressig in letzter Zeit!? Oder wir haben zu wenig geschlafen!? Uns zu ungesund ernährt!? Und drei Monate sind ja nun wirklich noch nicht lang…

    Warum werde ich nicht schwanger?

    Mittlerweile war ein halbes Jahr vergangen und ich war immer noch nicht schwanger. Ich machte mir Sorgen und malte mir alle möglichen Horror-Szenarien aus: Zysten, Tumore, Unfruchtbarkeit durch den ersten Kaiserschnitt – alles schon da gewesen.

    Als wäre das nicht schon genug, fragen plötzlich alle, ob wir denn kein zweites Kind wollen. Diese Frage ist wie ein Schlag ins Gesicht. Denn er sagt indirekt: du bist nicht fähig, denn du wirst nicht schwanger.

    Am Anfang habe ich diese Frage weggelächelt und behauptet, dass wir uns Zeit lassen und die Große zunächst alleine aufwachsen lassen wollen, um ihr möglichst viel Aufmerksamkeit zu schenken.

    Diese Antwort war gut, denn dann wurde nicht weiter gefragt. Doch irgendwann konnte ich das nicht mehr. Ich wollte die anderen nicht anlügen und vor allem wollte ich mich nicht anlügen. Ich war nicht perfekt, nicht vollkommen.

    Aber das war in Ordnung für mich. Also antwortete ich, dass wir uns ein zweites Kind wünschen, es aber momentan nicht klappt. Und diese Antwort war für mein Gegenüber oft ein Schlag ins Gesicht. Ich hörte Entschuldigungen und sah Scham.

    Alles wird gut

    Ein unerfüllter Kinderwunsch – sei es das erste oder das dritte Kind – ist ein Tabuthema. Wer spricht schon gerne drüber, dass etwas mit ihm nicht stimmt!? Ich habe versucht, mich nicht zu sehr hineinzusteigern.

    Ich habe auf mich geachtet und mich gesund ernährt, aber ich habe weitergelebt wie bisher. Und ich habe die Momente mit meiner Tochter sehr geschätzt.

    Dann kam ich an den Punkt, an dem ich gesagt habe: wenn es nicht sein soll, dann ist es so. Ich habe ein gesundes Kind und allein das ist schon ein Wunder. Einen Monat später hatte ich einen positiven Schwangerschaftstest in meinen Händen und alles war gut…

    Mein Rat an alle, die schwanger werden möchten: versucht, Euch keinen Stress zu machen. Ich weiß – das ist leicht gesagt, aber steigert Euch nicht zu sehr in diese Gedanken hinein und macht Euch selbst nicht fertig. Das Glück wird auch zu Euch kommen.

    Eure Bernice (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Napawadee Thaisonthi / shutterstock
  • Aufs Geschwisterkind vorbereiten

    Aufs Geschwisterkind vorbereiten

    Geschwisterkind: Immer wieder hören und lesen wir, von den Veränderungen in den vorher harmonischen Familien, wenn ein zweites Kind kommt, weil das Erstgeborene anfängt zu „rebellieren“. Da stellen sich viele die Frage:

    „Kann ich mein erstes Kind auf sein Geschwisterkind vorbereiten?“

    Meine Antwort: Erstens, ja, du kannst dein Erstgeborenes auf weiteren Nachwuchs vorbereiten.

    Zweitens: Ob sich dadurch aber das „Leiden“, wenn es denn dann dazu kommen sollte, schmälert, ist ungewiss. Das soll nicht heißen, dass du nichts probieren sollst, sondern vor allem, dass du probierst entspannt zu bleiben.

    Zudem solltest du dich nicht von Erfahrungen anderer in Bezug auf die Veränderungen, die ein Geschwisterkind mit sich bringen kann, zu sehr irritieren lassen. Es gibt unzählige Faktoren, die darauf Einfluss haben und die du nicht alle wahrnehmen, noch beeinflussen kannst.

    Die schönen Erfahrungen, wenn Kinder ein Geschwisterkind bekommen, hört man leider seltener. Was nicht daran liegt, dass es sie so selten gibt. Wir lassen uns nur „gewohnheitsmäßig“ mehr von negativen Nachrichten und Geschichten „faszinieren“ und behalten diese somit länger im Gedächtnis.

    Nichtzuletzt erhält man mit „negativen Geschichten“ häufig mehr Aufmerksamkeit von anderen als mit schönen und vermutet daraufhin, dass diese sich für „Schauergeschichten“ mehr interessieren.

    Solltest du deinem Erstgeborenen von Anfang an vom Nachwuchs erzählen?

    Ja, meiner Meinung nach unbedingt. Denn erstens spürt dein Kind die Freude bzw. Veränderung von dir sowieso, kann sie dann aber nicht einordnen, was es verunsichern kann.

    Und zweitens: Falls es zu Komplikationen bzw. sogar einer Fehlgeburt kommen sollte, kann es dann den Schmerz von dir ansonsten nicht verstehen und wird deinen Kummer möglicherweise auf sich beziehen.

    Wann der richtige Zeitpunkt ist, es deinem Kind mitzuteilen, musst du für für dich selbst entscheiden. Die Anregungen, die du hier findest, werden selbst, wenn du sie nur liest, unbewusst von deinem Gehirn verarbeitet und in deinen Gefühlen, wenn sie zu deinen Überzeugungen passen, Ausdruck finden.

    Ein paar Ideen, wie du dein Kind auf ein Geschwisterkind vorbereiten kannst

    Wie gesagt, ist es gut die Erstgeborenen direkt von Beginn an Teil haben lassen und auch deine Emotionen zu zeigen.

    Wie viel du ihnen erzählst, hängt meines Erachtens vor allem vom Alter deines Kindes ab, doch mitteilen, solltest du es ihm auf jeden Fall und deine Freude unbedingt auch.

    Zudem ist es hilfreich, bei allen Unternehmungen, die mit der Geburt des Geschwisterkindes zu tun haben, zu erzählen, wie es bei dem Erstgeborenen war. Vor allem, wenn diese Freude und Liebe beinhalten.

    Vielleicht passt du auch euer bestehendes Einschlafritual an, in dem du das ungeborene Geschwisterkind in die gute Nachtgeschichte miteinbeziehst. Und deinem Kind dabei immer wieder einlädst zu hören, was sein „Geschwisterchen“ dazu antwortet.

    Und wenn dein Kind es liebt, lasse es deinen Bauch streicheln und wahrnehmen, wie gut es dir tut.

    Alle Kinder lieben es ihre Eltern glücklich zu sehen!

    Mädchen mit Kuschelbär bei der schwangeren Mutter

    Wenn du die aktuellen Ultraschallbilder zeigst, kannst du dies nutzen, um auch die Bilder von deinem Erstgeborenen mit Rundgehen zu lassen. Dabei solltest du auch deine damalige Freude zeigen und deine früheren Gedanken äußern.

    Und nehme dein Kind zum Einkaufen der Erstausstattung mit und lade es ein seine Meinung zu äußern, und wenn „möglich“ nehme zumindest eine seiner Vorschläge an. Das freut dein Kind und es fühlt sich wertgeschätzt.

    Nichts vom Erstgeborenen einfordern

    Es ist nicht hilfreich und geht häufig sogar „nach hinten los“, wenn du Freude oder bestimmte Taten von deinem Kinde während der Schwangerschaft, Geburt sowie später erwartest. Erfüllte Erwartungen machen nie glücklich, sie entsprechen eher einem okay. Geschenke, die du ohne Erwartung erhältst, haben das Potential dich glücklich zu machen.

    Nehme es stattdessen so gelassen wie möglich hin, wenn dein Kind sich aus allem raushalten möchte, was mit der Schwangerschaft seines Geschwisterkindes zu tun hat. Manchmal hat es einfach Angst, was da Unvorstellbares auf es zukommt.

    Der Gedanke, es muss jetzt da durch, da es ansonsten umso schwerer wird, wenn das Baby dann da ist, ist auf jeden nicht hilfreich.

    Wir versuchen uns von klein auf darin „Negatives/Verletzungen“  vorwegzunehmen, umso den späteren Schmerzen zu mildern. Doch hat es je geholfen? Nein, es tut trotzdem immer wieder und sehr weh.

    Zu diesem Thema könnte dir auch der Beitrag „Geschwisterliebe ist einzigartig“ gefallen.

    Für Fragen stehe ich dir gerne zur Verfügung, schreibe sie einfach als Kommentar oder per PN über Facebook.

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    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist:

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Beitragsfoto: Billion Photos / shutterstock
    Foto 2: Oksana Kuzmina / shutterstock
  • Vor Kindern streiten?

    Vor Kindern streiten?

    Der folgende Beitrag „Vor Kindern streiten“ brannte mir schon sehr lange unter den Nägeln und ich freue mich ihn mit euch zu teilen.

    Ist Streit vermeidbar?

    Es ist an sich nicht immer zu vermeiden, dass unsere Kinder mitbekommen, wenn wir uns streiten. Egal, wie kontrolliert wir uns auch verhalten, manchmal bahnen sich unsere Gefühle dennoch ihren Weg, ob wir es wollen oder nicht. Und das ist auch gut so.

    Denn mit sich selbst zu sehr kontrollierenden Eltern haben Kinder ihre Schwierigkeiten. Unsere Kinder nehmen auch unsere unterdrückten und häufig uns selbst nicht einmal bewussten Gefühle wahr. Dies verunsichert sie, weil sie das, was sie hören und dass, was sie spüren, nicht zusammen bekommen.

    Mit der Zeit beginnen sie dann immer mehr an sich und ihrer Wahrnehmung zu zweifeln.

    Es ist nie schön für Kinder, wenn ihre Eltern streiten, denn …

    1. erstens fühlen sie sich immer dafür verantwortlich, wenn sie auch keine Ahnung haben, warum. Sie können nicht anders, weil sie sich noch immer bewusst sind, der Mittelpunkt ihres „Universums“ zu sein.
    2. zweitens macht es ihnen sehr große Angst, dass ihre Eltern sich trennen und uns sie „auf der Strecke bleiben“. Ihre Eltern existieren in ihrer Vorstellung nur als Paar und sind in ihren ersten Lebensjahren nicht allein vorstellbar für sie.
    3. drittens es nagt an ihrem Verbunden- und Geborgenheitsgefühl. So als würde ihre uneinnehmbare Burg Risse bekommen. Was wiederum Angst macht.

    Das schlimmste an einem Streit der Eltern ist aber nicht das Streiten, das Schlimmste für unsere Kinder ist, dass sie in der Regel nicht mitbekommen, wie sich ihre Eltern wieder vertragen. Denn dadurch lernen sie, dass ihre Ängste unbegründet sind.

    Aus meiner Erfahrung als Familien- und Paartherapeut kann ich euch mitteilen, dass über 90% aller Streitigkeiten nicht aus dem Grund geführt werden, die man denkt. Da die Ursache meistens viele Stunden vorher wahrgenommen wurde, nicht selten, ohne das es einem bewusst ist, weitergeschürt werden und erst später, häufig durch eine vergleichsweise Nichtigkeit, zu einem Streit führen, den der andere in diesem Moment nicht nachvollziehen kann. Und nicht zuletzt, beruhen diese Streitigkeiten fast immer auf Missverständnisse.

    Es gibt verschiedene Fragen, die es einem leichter machen können, einzulenken:

    1. Is this Drama really necessary?
    2. Willst Du Recht haben oder glücklich sein?
    3. Wie wichtig ist dir dies in einem oder in 5 oder 10 Jahren?

    Vor Kindern streiten

    Wenn wir es einmal nicht schaffen einen Streit vor unseren Kindern zu vermeiden, wäre es super, wenn wir es hinbekommen würden,

    • einen Break zu machen,
    • gemeinsam zu unserem Kind (unserer Kinder) zu gehen,
    • um ihnen mitzuteilen, dass Mama und Papa gerade uneinig sind und
    • dass sie gerade nicht weiterkommen, dass es aber nicht schlimm ist,
    • dass sie sich lieben, wenn es auch nicht so aussieht
    • den anderen respektvoll zu behandeln und
    • dass es nichts mit ihnen zu tun hat und
    • dass sie eine Lösung finden werden und sich dann auch wieder umarmen.

    Man kann damit gar nicht zu früh beginnen. Selbst während der Schwangerschaft ist es hilfreich, wenn die werdende Mutter regelmäßig mit ihrem heranwachsenden Kind spricht und das vor allem, wenn sie, wie z.B. durch einen Streit aufgebracht oder traurig ist. Beruhigend gesprochene Worte helfen dem Embryo, die vorher aufgebaute Spannung wieder abzubauen.

    Tochter tröstet die Mutter bei einem Streit mit dem Vater

    Was wir unbedingt vermeiden sollten

    Wenn Eltern sich streiten, unterliegen die sich unterlegen Fühlenden nicht selten der Versuchung sich mit dem Kind zu verbünden. Und selbst wenn die Annäherung vom Kind kommt, tut es diesem nicht gut. Es liebt beide Elternteile und wenn es sich dann einem zuwendet, hat es innerlich das Gefühl den anderen zu verraten.

    Ich halte es nicht für wünschenswert unsere Kinder in dem Gefühl einer scheinbar „streitlosen Welt“ aufwachsen zu lassen. Hieraus können sich in ihrem späteren Leben große Probleme mit Wut und Streit, bis hin zu allen nicht „liebenswerten“ Gefühlen entwickeln.

    Und immer, wenn dann in ihnen eines dieser Gefühle hochkommt, verurteilen sie es bzw. sich und unterdrücken es. Zumindest solange bis es sich einen Weg an die „Oberfläche“ erkämpft hat. Und wollen wir das?

    Unser Anspruch „perfekt“ zu sein

    So sehr es liebens- und wünschenswert wäre, perfekt zu sein, ist es nicht, dass was Menschen glücklich macht. In meiner Praxis frage ich meine Klienten in Situationen, in denen sie an sich zweifeln, weil sie es anscheinend nicht geschafft haben, perfekt zu sein:

    „Wollt ihr, dass eure Kinder auch an sich verzweifeln und sich verurteilen, weil sie nicht perfekt sind oder wollt ihr, dass sie glücklich sind? Ihr könnt euch vermutlich vorstellen, was sie rundweg alle antworten?“ Kinder lernen, wenn nicht ausschließlich, dann zumindest am meisten durch Nachahmung und deshalb ist es so wichtig, es ihnen vorzuleben.

    Kindern die Chance geben, streiten zu lernen

    Warum wollen wir, dass unsere Kinder mit anderen Kindern spielen?

    Weil wir uns wünschen, dass sie dabei soziales Verhalten lernen. Wozu auch gehört, sich zu streiten und wenn möglich Kompromisse, wenn nicht gar gemeinsame Lösungen zu finden.

    Also lasst uns damit beginnen, unser Bestes zu tun und es ihnen vorzuleben. Als Menschen haben wir immer den Anspruch unser Bestes zu geben, wie daneben wir manchmal auch liegen. Zudem steht dieser Wunsch entgegen dem Anspruch nach Perfektion unserem Glück zumindest nicht im Weg.

    Übrigens, der sicherste Weg nicht vor den Kindern „streiten zu müssen“, ist es auf unsere Bedürfnisse nach Ruhe, Austausch und Bestätigung zu achten.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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    Beitragsfoto: jesterpop / shutterstock
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  • Pseudokrupp Husten – Was tun?

    Pseudokrupp Husten – Was tun?

    Was tun bei Pseudokrupp Husten?

    Jeder hat es bestimmt schon mal gehört. Pseudokrupp Husten, ich hatte es schon öfters mal in Foren gelesen, aber mich nie so wirklich darüber informiert. Denn ich dachte immer, uns wird das nicht passieren. Unsere Große hatte das schließlich auch nicht. Tja nur leider kam alles anders.

    Hier erzählt unsere Autorin Nicole euch von Ihren Erfahrungen mit Pseudokrupp Anfällen ihrer Tochter und was ihr tun könnt, wenn euer Kind auch betroffen ist.


    Wie es begann

    Ich weiß es noch ganz genau, es war ein Abend im Oktober, wir brachten unsere kleine Tochter, damals knapp 1,5 Jahre alt, wie gewohnt ins Bett. Wir blieben noch auf und schauten Tv. Es ist übrigens typisch, dass er ganz plötzlich in der Nacht auftritt.

    Aber gegen 23 Uhr war nichts mehr wie sonst. Unsere Tochter erwachte und keuchte, als wenn sie etwas verschluckt hätte. Sie bekam keine Luft mehr und lief um den Mund blau an. Ich hatte Panik und vor allem Angst.

    Ich hatte wirklich Todesangst um mein Kind. Mein Mann rief sofort den Notarzt, dieser sollte ganz bald bei uns sein. Ich wusste nicht, was ihr fehlte und suchte zuerst nach ihrem Schnuller, um zu schauen ob dort ein Stück fehlte.

    Zum Glück war er ganz, dies konnte es also nicht sein. Ich war mir sicher, dass sie etwas verschluckt hatte. Denn so röcheln habe ich wirklich noch niemanden gehört.

    Diagnose Pseudokrupp Husten

    Es waren bestimmt (und glücklicherweise) nur 5 Minuten bis der Notarzt bei uns war. Doch für mich fühlte es sich wie Stunden an. Wir versuchten sie zu beruhigen, aber nichts half.

    Sie hatte Panik, Angst zu ersticken und das sah man in ihren Augen. Diesen Blick werde ich wohl nie wieder vergessen.
    Dann war endlich der Notarzt da. Er untersuchte sie gründlich und kam sofort zur Diagnose Pseudokrupp Husten.

    Wir waren erstmal wirklich „beruhigt“, weil sie nichts verschluckt hatte. Sie bekam sofort Kortison in Form einer Inhalation. Dies wirkte auch wirklich sehr sehr schnell, ihre Atmung beruhigte sich und auch unsere Tochter wurde ruhiger.

    Der Notarzt nahm uns dann noch 1 Nacht zur Beobachtung mit und mir war das wirklich Recht. Denn ich hatte immer noch panische Angst, dass dies wieder passiert und ich wieder nicht weiß was ich machen soll.

    Am nächsten Morgen war unsere Tochter wieder fit und man merkte nichts mehr von ihrem Krupp Anfall. Kurz vor unserer Entlassung kam ein sehr netter Arzt zu uns und klärte mich über den Pseudokrupp auf.

    Genau diese Tipps möchte ich jetzt an Euch weitergeben:

    • Das wichtigste ist die Beruhigung. Denn je entspannter das Kind ist, umso besser ist es.
    • Außerdem hilft es mit dem Kind an die kalte, frische Luft zu gehen. Wir saßen oft dick eingemummelt auf dem Balkon und haben die Sterne gezählt. Diese Kälte hilft beim Abschwellen der Schleimhäute und dadurch bekommt es wieder mehr Luft.
    • Oder wo es ganz schlimm war, sind wir auch mal nachts um 2 im dicken Schneeanzug auf den Spielplatz gegangen. Ablenkung, Beruhigung und kalte Luft haben wirklich die beste Wirkung bei Pseudokrupp. Wenn es draußen zu warm ist, kann man sich notfalls auch mit seinem warm eingepackten Kind vor den offenen Kühlschrank setzen.
    • Warme feuchte Luft hingegen hilft nicht und kann die Beschwerden teilweise sogar noch verschlimmern. Also wenn möglich meiden.
    • Wenn eine halben Stunde nach einem Anfall keine Besserung eintritt, solltet ihr überlegen ein Kortison Zäpfchen zu geben. Und wenn nach spätestens 1 h mit Zäpfchen keine Besserung ersichtlich ist, solltet ihr wirklich in die Klinik fahren. Leider waren unsere Anfälle teilweise auch so schlimm, dass wir 2-3 mal in der Klinik zum inhalieren waren.
    • Vorbeugend hilft nur immer gut zu lüften und feuchte Tücher aufzuhängen, dies hat bei uns definitiv Linderung gebracht.

    Ende gut, alles gut

    Emily ist mittlerweile 6 Jahre alt und bekommt keinen Krupp mehr. Sie bekam diese Anfälle bis sie ca 5 Jahre alt war. Jeder Anfall war schlimm für mich, aber mit jedem bin ich ein Stück weit gelassener geworden.

    Vor allem wusste ich, was zu tun war und das meine Tochter nicht ersticken wird, auch wenn es sich so anhörte.

    Für mich ist der wichtigste Tipp an alle Eltern dort draußen, auch wenn es sehr sehr schwer ist, bleibt ruhig. Denn je mehr Ruhe ihr ausstrahlt, desto entspannter ist auch euer Kind.

    Liebe Grüße Eure Nicole (Babytalk – Autorin)

    Nachfolgend findet ihr eine sehr verständliches und hilfreiches Aufklärungsvideo:

    Beitragsfoto: Africa Studio / shutterstock
  • Reisen mit Babys – ein lohnendes Abenteuer

    Reisen mit Babys – ein lohnendes Abenteuer

    Reisen mit Baby: Du wirst wahrscheinlich in den ersten Wochen nach der Geburt Deines Babys nicht viel ans Reisen denken. Zwischen Fütterungen und Windelwechseln erfordert ein neues Baby praktisch Deine gesamte Aufmerksamkeit. Das ist anstrengend und anspruchsvoll. Viele Mütter haben auch davor Angst, dass sich Neugeborene auf Reisen etwas einfangen könnten. Darum findet ihr nachfolgend ein paar hilfreiche Tipps.

    Zum Glück sind Säuglinge nicht so «zerbrechlich», wie die Eltern manchmal fürchten. Ab dem Alter von rund drei Monaten sind Babys im Grunde bereit fürs Reisen. Viele Eltern haben das Gefühl, sie müssten ihren halben Hausrat mitnehmen, damit sich das Kind wohl fühlt.

    Dem ist jedoch nicht so. Für ein kleines Baby ist das Zuhause genau da, wo seine Eltern sind. Das Reisen mit einem kleinen Baby gestaltet sich oft einfacher als mit einem Kind, das bereits krabbeln, klettern und somit in Schwierigkeiten geraten kann. Also nutze die Gunst der Stunde und gehe mit Deinem noch nicht allzu agilen Baby auf Reisen. Folgendes ist dabei zu beachten:

    Anziehsachen fürs Baby auf Reisen

    Wichtig auf Reisen: Immer genügend Kleider einpacken. Denn: Wenn die «Kaka-Explosions-Phase» – wie ich sie nenne – einmal da ist, dann hat man idealerweise Ersatzkleider zur Hand.

    Ich habe mich schon oft gefragt, wie es möglich ist, dass ein derart kleines Geschöpf innert wenigen Sekunden bis nach oben zu den Schulterblättern voll sein kann. Meine drei Kids haben mir regelmäßig bewiesen, dass dies ohne weiteres geht.

    Falls Ihr mit dem Auto reist, lohnt es sich einen Stoffbezug als Ersatz für den Autositz zu haben. Ich habe meist ein normales Frottiertuch dazu umfunktioniert.

    Reisen mit Babys im Flugzeug

    Die meisten Fluggesellschaften bieten für lange Flüge kleine Babybetten an. Die lohnen sich sehr, da es Deinem Baby ein bequemes Schlafen ermöglicht. Diese Betten werden mit einer Vorrichtung an der Wand direkt vor Dir montiert. Praktisch!

    Das Wichtigste beim Fliegen mit Babys ist jedoch, ihnen beim Starten und Landen mit dem Druckausgleich zu helfen. Da das Kind beim Starten und Landen nach vorne gerichtet sein sollte, ist Stillen leider keine Möglichkeit. Ich würde darum eine Flasche mit Wasser, Tee oder Pulvermilch dabeihaben und darauf achten, dass Dein Kind davon trinkt.

    Während des Fluges kann natürlich gestillt werden. Da das Wasser im Flugzeug mit extra Chemikalien angereichert ist, sollte es nicht für Pulvermilch verwendet werden. Es lohnt sich nach dem Sicherheitscheck am Flughafen, eine Thermoskanne mit heissem Wasser in einer Bar oder einem Restaurant aufzufüllen.

    Ratsam beim Fliegen ist auch ein Set Ersatzkleider für dich und dein Baby. Ich erinnere mich, wie unser Sohn seinen Papa während eines Fluges voll gekotzt hat. Mein Mann hatte keine Ersatzkleider dabei und musste über mehrere Stunden mit stinkenden Kleidern dasitzen. Heute lachen wir beide darüber. Damals (vor allem er) nicht.

    Wenn du in eine andere Zeitzone reist und dir Sorgen um den Tagesrhythmus Deines Babys machst, gibt es ein paar einfache Tricks. Beginne schon ein paar Tage vor der Reise den Schlafrhythmus deines Babys zu verschieben. Mehr als eine Stunde pro Tag ist jedoch sehr schwierig.

    Es lohnt sich daher, früh genug damit anzufangen. Wenn ihr am Reiseziel angekommen seid, solltest du dein Baby für kurze Zeit dem direkten Sonnenlicht aussetzen. Dies signalisiert dem Kind, dass es noch Tag ist.

    Reisen mit dem Auto

    Viele Kinder schlafen automatisch ein bei langen Autofahrten. Dies ist praktisch für die Eltern, kann sich aber sehr negativ auf den Rhythmus des Babys auswirken. Ich würde daher genügend Pausen machen und das Kind immer wieder bewusst wecken. Eventuell eine Decke mitnehmen, die ihr auf den Boden legen könnt, damit das Baby auch mal strampeln kann. Ein Kind braucht immer wieder etwas Bewegung.

    Babys nicht ungeschützt der Sonne aussetzen

    Die Haut von Babies ist nur ein Zehntel so dick wie die von Erwachsenen. Ein Baby kann bereits nach fünf bis zehn Minuten direkter Sonneneinstrahlung einen Sonnenbrand erleiden. Dies kann mit einer schweren Verbrennung verglichen werden und löst oft Fieber aus. Darum ist es extrem wichtig, die Babys vor Sonneneinstrahlung zu schützen.

    Da sich eine Sonnencreme mit chemischem UV Filter negativ auf die Gesundheit von Babys auswirken kann, ist eine Sonnencreme mit Mikropigmenten zu empfehlen. Die Kinder sollten ca. 30 Minuten vor der Exposition eingecremt werden, damit sich die Wirkung voll entfalten kann.

    Nach ausgiebigem Baden sollte die Creme wiederholt aufgetragen werden, um den Hautschutz aufrechtzuerhalten. Bei Strandferien lohnt es sich, Kleider mit UV Schutz zu kaufen, um die Haut noch besser zu schützen.

    Hygiene

    Der Hygienefaktor auf Reisen mit Babys ist sicher von Bedeutung. Wenn ein Kind in der oralen Phase ist, lohnt es sich darauf zu achten, dass das Kind nicht alles in den Mund nimmt. Aber gerate nicht gleich in Panik, wenn dein Kind doch mal etwas ableckt oder am Strand Sand ins Maul stopft.

    Viel wichtiger ist es, sauberes Trinkwasser zu verwenden. Und vergesse nicht, jedes Mal wenn dein Kind «Dreck» isst, stärkt es sein Immunsystem. Wenn es auch nicht ausarten sollte.

    Reiseapotheke für Reisen mit Babys

    Eine Reiseapotheke mit den wichtigsten Medikamenten dabei zu haben, lohnt sich auf jeden Fall und ist sehr zu empfehlen. Es kann ziemlich mühsam sein, in einem fremden Land, das richtige Medikament für dein Baby zu finden. Je nach Destination lohnt es sich, den Kinderarzt zu fragen, was ihr dabeihaben sollt.

    Aber das Wichtigste ist, dass euch die Reise Spass macht. Wenn die Eltern glücklich sind, Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlen, übertragt sich das meistens auch auf das Baby. Ich habe das Reisen mit meinen Kindern immer sehr genossen und kann es allen wärmstens empfehlen.

    Liebe Grüße

    Eure Dayo (Hebamme)

    Beitragsfoto: NadyaEugene / shutterstock
    
  • Rituale fürs Baby  –  schaffen Struktur und Geborgenheit

    Rituale fürs Baby  – schaffen Struktur und Geborgenheit

    Immer wieder werden wir gebeten etwas über Rituale fürs Baby und Kleinkinder zu schreiben. Und wir freuen uns nun, Euch den tollen Beitrag von unserer Autorin Verena zu diesem Thema vorzustellen.


    Was wäre das Leben ohne Rituale, die uns durch den Tag begleiten. Rituale sind nicht nur für die Kleinen eine wunderbare Begleitung vom Aufstehen am Morgen bis zum abendlichen Einschlafen.

    Auch den Eltern, die plötzlich mit einem Kind in Elternzeit zuhause sitzen und jeden Tag viele Stunden sinnvoll und abwechslungsreich für sich und Kind zu gestalten haben.

    Und das ist oft gar nicht so einfach – nicht umsonst fällt vielen frischgebackenen Müttern/ Vätern nach einigen Monaten buchstäblich die Decke auf den Kopf.

    Vor allem, wenn sie oder er die Tage mit Kind allein zu bestreiten hat.

    Kind kennt sich aus

    Rituale fürs Baby - Baby wird gefüttert

    Rituale helfen, den Tagesablauf zu strukturieren. Das Kind wächst in seine Familie hinein durch stets gleich bleibende Riten.

    Langsam beginnt es zu erkennen, dass der Tag beginnt, wenn Mama ins Zimmer kommt, die Vorhänge aufzieht, das Kind auf den Arm nimmt und es mit einem kleinen Morgengebet begrüßt:

    Guten Morgen mein Engelein, der Tag ist neu, der Tag ist fein, komm lass uns zusammen glücklich sein.

    Meistens entstehen solche Verse aus dem Bauch heraus. Es ist auch ganz egal, ob sie jeden Tag anders lauten. Es geht um ihre rituelle Wiederholung wie hier das immer gleiche Beginnen des Tages.

    Im Familienbett in den Tag starten

    Ein Tag mit Kindern kann auch ganz anders beginnen, etwa so im Familienbett:

    Kind weckt total erschöpfte Mama durch langsam ansteigendes Weinen. Mama nimmt ihren Liebling in die Arme und füttert ihn erstmal ausgiebig.

    Dann gehen die beiden gemeinsam wickeln und anziehen. Dazwischen versucht Mama sich noch einen Kaffee zu kochen, indem sie das Kind kurz in die Wiege in der Küche legt.

    Mit einem Kaffee kann auch ein Tag beginnen

    Auch auf diese Weise – indem es nach dem Füttern ein wenig allein in der Wiege liegt und vielleicht einem Mobile zusieht und der unbekannt aufregende Duft von Kaffee an sein Näschen dringt – lernt das Kind, das Morgen ist.

    Wichtig ist auch hier wieder die Wiederholung. Dabei dürfen auch Tage abweichen. Wiederholung ist auch, wenn meistens etwas ähnlich abläuft.

    Neugeborene haben noch kein Gefühl für Tag und Nacht. Sie haben ja erst einmal ihren eigenen Rhythmus und wachen alle paar Stunden auf, um zu trinken – ob es nun Tag oder Nacht ist.

    Rituale helfen nicht nur unseren Kleinen, auch für uns Eltern ist es hilfreich sich langsam an einen gemeinsamen Familienrhythmus zu gewöhnen. Ebenso wichtige Rituale fürs Baby sind die gemeinsamen Mahlzeiten.

    Aber auch die nachmittägliche Spazierfahrt im Wagen oder die Runden mit dem Hund um den Block im Tragetuch.

    Ich selbst habe mir leichter getan dabei, die Tage immer ähnlich ablaufen zu lassen. An Tagen, die nicht nach Schema X abliefen, waren die Kinder immer viel unruhiger, alles war unrund.

    Rituale fürs Baby schaffen Geborgenheit

    Manche Menschen mögen vor dem Essen ein Tischgebet sprechen. Andere strukturieren den Tag mit fröhlichen Liedern.

    Ich habe mir selbst immer Sorgen gemacht, welche Rituale ich bitte einführen soll, denn ich singe allenfalls spontan und kenne wenige Lieder.

    Obwohl ich als Kind selbst immer vor dem Essen gebetet habe, beten wir mit den Kindern nur selten vor dem Essen.

    Was sollte ich meinen Kindern für Rituale anbieten?

    Irgendwie kamen die Rituale von selbst in unser Leben, und zwar allein durch den strukturierten Tagesablauf, einfach indem wir die Dinge immer zur selben Zeit taten.

    Das habe ich aber erst später gemerkt, was eigentlich unsere Rituale ausmachten und welche Bedeutung sie bis heute – im Grundschulalter – haben.

    Babymassage

    Ein ganz wichtiges Ritual für Baby ist die morgendliche Babymassage. Für uns war das der beste Start in den Tag, die ersten morgendlichen Kuscheleinheiten nach dem Stillen.

    Dies ergab sich aus der Entdeckung, dass das Baby abends viel zu müde für die Massage war. Morgens dagegen klappte es wunderbar.

    Auch ein gemeinsames Fingerspiel auf dem Wickeltisch, bei dem die Mama wie ein Käfer über den nackigen Bauch des Kindes krabbelt und anklopft ob jemand zuhause ist, sind schöne Rituale.

    Fingerspiele und mehr

    Wichtig ist hier einfach, einen zeitlichen Rahmen zu schaffen für das gemeinsame morgendliche Spiel. Welches Spiel ist dann eigentlich egal.

    Wer sich – wie ich als frischgebackene Mutter – an keine Fingerspiele oder nur noch an Bruchstücke daraus erinnert: Es gibt für all das wundervolle Bücher, sogar mit CD.

    Unser zweites wichtiges Ritual ist das Vorlesen. Bevor wir richtig begannen mit dem Anschauen von Bilderbüchern, hatten wir diese kleinen Stoffbücher, die ich mit den Kindern bereits mit ca. sechs Monaten anguckte.

    Natürlich hören so Kleine weder lange zu noch begreifen sie vielleicht alles, was die Mama ihnen zu einem raschelnden oder kuschelig weichen Stoffbuch erzählt.

    Es geht mehr um die vertraute Stimme der Mutter an sich und die durchs ruhige Vorlesen entstehende entspannte Stimmung, die das Kind beruhigt. Es geht um das Lernen neuer Wörter und die Sprachentwicklung.

    Aus diesem Sich Zeit nehmen und gemeinsamen Wohlfühlen in der Sprache entsteht mit dem Heranwachsen des Kindes ein wunderschönes Zubettgeh-Ritual.

    Ein vom Kind ausgesuchtes Buch wird angeschaut oder vorgelesen von Papa oder Mama, Oma oder Tante, und danach wird gekuschelt.

    Mit der Zeit sind kleine Veränderungen möglich

    Riutale fürs Baby Mutter mit Kinder beim Zähneputzen

    Nach einiger Zeit ist es auch gar nicht so besonders wichtig, dass immer dieselbe Person liest, auch ein Besuch kann ein Ritual übernehmen. Wenn das Kind das nicht mag, zeigt es das schon.

    Eine weitere schöne Erinnerung an die Baby- und Kleinkindzeit ist diese:

    Wir hatten uns angewöhnt vor dem Einschlafen dem Kind unsere Liebe kundzutun.

    Dazu sagten wir nicht nur Mama hat dich lieb und Papa hat dich (oder Name einfügen) lieb, sondern zählten auch noch die Geschwister, die entferntere Familie und alle weiteren Menschen, mit denen das Kind zu tun hatte, auf.

    Das war wunderschön. Irgendwann hörten wir damit auf. Manche Rituale fürs Baby braucht man wohl irgendwann nicht mehr.

    Rituale fürs Baby in Ausnahmesituationen

    Rituale können besonders hilfreich sein, wenn es aufregende Tage mit viel äußerem Input gibt. Auch auf Reisen oder wenn wir mit dem Baby bei den Großeltern oder woanders übernachten, sind sie wichtig.

    Ein strukturierter Tagesablauf hilft gerade an fremden Orten, dem Kind Sicherheit zu vermitteln. Das Baby findet so in seinen vertrauten Rahmen zurück und beruhigt sich schneller.

    Vertraute Melodien und Gerüche geben ebenso Geborgenheit, wie die mitgebrachten Spielzeuge und Bilderbücher.

    Das Morgen- und das Einschlafritual einfach so gut es geht in die fremde Umgebung übertragen. Am besten ist es, alles dafür nötige mitzubringen.

    Abweichende Tagesabläufe

    Andere Ausnahmesituationen, für die es wiederum extra Rituale gibt, sind Krankheit oder besondere Tage wie Geburtstage.

    Ein krankes oder gerade genesendes Kind etwa darf im Bett der Eltern schlafen oder wird tagsüber auf dem Sofa gebettet und bekommt viel Extra-Aufmerksamkeit in Form zusätzlicher Rituale.

    Diese sind nämlich eine besondere Form der Zuwendung.

    Wenn die ersten Zähne kommen, bekommt das Kind mit einem speziellen Zahnöl die Backen und Kiefer massiert, wenn es Bauchweh hat, gibt es ein wohltuendes Bad und eine Bäuchleinmassage mit sanftem Fenchel, Kamille und/oder Anisöl.

    Auch das allabendliche Baden kann übrigens ein schönes Ritual sein.

    Und was für Rituale habt ihr?

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

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  • Achtsamkeit im Umgang mit Babys und die 7 B´s

    Achtsamkeit im Umgang mit Babys und die 7 B´s

    Auch Babys haben unsere Achtsamkeit und unseren vollen Respekt verdient. Gerade weil sie sich nicht wehren können, weil sie schutzbedürftig und wehrlos sind. Diese Grundhaltung mag für viele selbstverständlich sein und das ist gut so.

    Achtsamkeit ist in aller Munde. Doch es ist nicht nur ein Modewort. Dahinter steckt eine Haltung im Umgang mit anderen Lebewesen. Sind das nun Tiere und Pflanzen, andere Erwachsene oder eben Kinder. 

    Dennoch gibt es Situationen, in denen wir unaufmerksam und zerstreut reagieren. Dies passiert häufig, wenn wir in Eile oder im Stress sind. Wie oft geht jede Achtsamkeit in der Hektik des Alltags verloren.

    In diesen Momenten hilft es tief durchzuatmen, um mit allen Sinnen ins Hier und Jetzt zurück zu kehren. Sind wir präsent, sind wir achtsam. Wir schauen unserem Kind in die Augen, wenn wir mit ihm sprechen, wir achten auf seine Reaktionen und probieren vorurteilsfrei hinzu spüren bzw. zu hören.

    Achtsam an Bedürfnissen orientieren

    Auf Bedürfnisse unmittelbar reagieren ist der richtige Weg. Auf das eigene Bauchgefühl hören und der aktuellen Situation entsprechend reagieren ist wichtiger als irgendwelche angelesenen Theorien über Kindererziehung. Oder auch dem gegenüber, was die eigene Mutter, Tante, Nachbarin meint, als sakrosankt in den Vordergrund zu stellen.

    Attachment Parenting oder auf deutsch Bindungserziehung, auch bekannt als bindungsorientierte oder bedürfnisorientierte Erziehung, ist ein von Grund auf achtsamer Ansatz.

    Dieser geht zurück auf den amerikanischen Kinderarzt William Sears, der ihn bereits 1982 formulierte. Zusammen mit seiner Frau Martha Sears veröffentlichte er 2001 The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby.

    Stabile Mutter-Kind-Bindungen

    Wie vor ihm schon die Bindungstheorie nahelegt, weist auch William Sears daraufhin, dass stabile Mutter-Kind-Bindungen aus einer harmonischen Gefühlskommunikation erwachsen.

    Dabei geht die Mutter stets „responsiv“ vor, also feinfühlig. Dieser Begriff stammt ebenfalls aus der von Mary Ainsworth stark geprägten Bindungstheorie. Er steht für die Qualität der Reaktion der direkten Bezugsperson auf den Säugling. Durch diese wiederum entsteht sichere Bindung.

    William Sears schreibt vom „Babyreading“, ein selbsterklärender und sehr anschaulicher Begriff. Die Mama „liest“ die Signale ihres Kindes, liest ihm förmlich von den Lippen, den Augen und aus seinem Verhalten.

    Damit beide sich auf eine gemeinsame Welle einschwingen können, ist Körperkontakt ein ganz wichtiger Aspekt.

    Die sieben Baby-Bs

    Er gehört zu den von William Sears formulierten sieben Baby-Bs, die helfen sollen, die Sensibilität der Mutter zu steigern.

    Neben der Aufnahme des Körper- und Augenkontakts unmittelbar nach der Geburt, gehört dazu Stillen nach Bedarf. Möglichst häufiges Tragen des Kindes, das Schlafen im Familienbett und der Versuch jedem Schreien zuvorzukommen. Dies gelingt am Besten, indem auf die Signale des Kindes unmittelbar eingegangen wird. Und wenn auf Einschlaftraining à la Ferber & Co. verzichtet wird und stattdessen immer eine Balance der Bedürfnisse von Kind und Mutter gesucht wird.

    Der Letzter Punkt ist besonders wichtig für einen achtsamen Umgang mit dem Baby. Denn wie eingangs bereits erwähnt, hindern Stress und Hast uns daran achtsam zu sein.

    Von allen anderen Punkten – ohne Zweifel allesamt gut und wichtig für eine sichere Bindung – sollte sich keine frischgebackene Mutter unter Druck setzen lassen.

    Klar ist es wunderbar zu stillen, doch auch ein Flaschenbaby bekommt keinen psychischen Knacks, weil es mit dem Stillen nicht geklappt hat, wenn es achtsam und liebevoll gefüttert wird.

    Auf Situationen achtsam reagieren lernen

    Achtsamkeit Baby sitzt mit Spielzeug am Strand

    Achtsamkeit lehrt uns, sich mit spannenden Theorien zu beschäftigen, ihnen aber nicht sklavisch zu folgen. Vielmehr hilft das Konzept der Achtsamkeit, auf die aktuelle Situation einzugehen.

    Daher lohnt es sich für jedes Elternpaar, konkret und ständig von Neuem zu überprüfen, ob alle Beteiligten sich wohl und zufrieden fühlen.

    Ich bin ein vehementer Befürworter des Familienbetts und gegen jedes Einschlaftraining. Doch als ich plötzlich mit drei kleinen Wesen unter 2 Jahren da saß, war mir klar, das ich in so einem „überbevölkerten“ Familienbett die ganze Nacht kein Auge zudrücken würde.

    Zuviel Angst hatte ich, eines der Babys zu überrollen, um entspannt schlafen zu können. Da ich aber bis zu zehn Mal in der Nacht aufstehen musste, um zu stillen und zu trösten, benötigte ich ein Rückzugsgebiet: mein Bett.

    Also reagierten wir auf unsere spezielle Situation und verabschiedeten uns vom Konzept Familienbett, das wir mit nur einem Kind entspannt praktiziert hatten.

    Präsents setzt Achtsamkeit voraus

    Um auf plötzlich auftretende Situationen im Umgang mit dem Kind achtsam und angemessen zu reagieren, ist geistige und körperliche Aufmerksamkeit erforderlich.

    Nur ein präsenter Mensch ordnet die Äußerungen des Kindes richtig ein. Dazu gehören Mimik- und Verhaltensänderungen.

    Natürlich ist dies nicht immer ganz einfach und es dauert bisweilen ein wenig, bis der Grund des Unwohlseins eines Säuglings erkannt ist.

    Wichtiger als immer gleich zu wissen, was das Baby braucht, ist es sich nicht von den eigenen Empfindlichkeiten und Befindlichkeiten beeinflussen zu lassen.

    Mit einer unmittelbaren, prompten Reaktion vermittelt der Erwachsene dem Kind übrigens auch die Wirksamkeit seines Verhaltens.

    Dies geschieht entsprechend dem Alter des Kindes mit Körperkontakt, einer beruhigenden Melodie oder mit erklärenden Worten.

    Achtsamkeit lässt Angst schmelzen – Einige Beispiele

    Bei Angst etwa würde man ein Baby schützend in den Arm nehmen, einem größeren Kind aber zusätzlich eine Geschichte erzählen, die ihm die Angst nimmt oder mit ihm ein Gespräch über angsteinflößende Dinge beginnen.

    Auch bei offensichtlicher Langeweile reagiert der Erwachsene mit einer Einladung, die den Entdeckerdrang des Kindes anregt, etwa durch ein Spielzeug.

    Weitere Beispiele betreffen etwa passende Kleidung: bei 35 Grad im Sommer braucht das Baby eben keine Mütze (ggf. einen Sonnenschutz) und keinen Langarmbody plus Babydecke wie das in Mitteleuropa von Generation zu Generation als tradiertes Babywissen eben so weiter gegeben wird.

    „Es könnte ja ein Zug kommen.“ (O-Ton Oma). In südlichen Ländern, wo es den ganzen Sommer über so heiß ist, haben die Kleinen meist nichts mehr an als Windeln und einen kurzen Body.

    Darüber war ich sehr erstaunt. Ebenso oft habe ich mein Baby im Winter und in der Übergangszeit viel zu dick angezogen, bis mir eine Hebamme den Tipp gab, die Temperatur im Nacken zu fühlen und nicht an den Händen.

    Doch auch zu so etwas scheinbar simplen, wie der richtigen Kleidung braucht es Selbstvertrauen. Das heißt ein Vertrauen in sich selbst, das Richtige zu tun bzw. auch einmal einen Fehler zu riskieren.

    Das Motto für alle Baby-Belange heißt fühlen, in Kontakt treten, reagieren.

    Achtsamkeit mit und in der Natur

    Ein weiterer Bereich der Achtsamkeit ist das Erleben der Natur. Selbst kleine Babys sollten nicht stets steril verpackt in ihrer Babyschale liegen. Lasst sie frei, die Babys.

    Legt sie auf einer Decke mitten in die Wiese, im Schatten eines Baumes und ermöglicht ihnen die kühle Brise im Sommer. Oder einen Ausflug mit dem Schlitten durch den Schnee in klirrender Kälte, gut geschützt in einem kuscheligen Lammfellsack.

    Müssen es immer nur Plastik und synthetische Stoffe sein? Lammfelle und Baumwolle, Leinen, Rohseide und Wolle, unbehandeltes Holz und Filz sind alles Materialien, die Babys und Kindern auf keinen Fall (!) vorenthalten werden dürfen.

    Holt euch die Natur mit Naturmaterialien in die Stube. Die Kleinen können nach Herzenslust auf diesen Herumkauen und sich nackig auf einem Lammfell räkeln.

    Lasst Kleinkinder barfuss gehen, damit sie spüren lernen  und kitzelt die Kleinsten mit einem Grashalm. Es ist so wichtig die Elemente zu spüren, Sonne, Wind und Regen, aber auch das Fell einer Katze ist eine aufregende Erfahrung.

    Das gemeinsame Erleben der Natur hat übrigens noch einen positiven Nebeneffekt:

    Auch die Eltern beginnen wieder, die Welt mit Babys Augen zu entdecken. Hier einen Käfer oder einen Regenwurm zu verfolgen, dort barfuss mit den Zehen im Matsch graben …

    All das ist für die eigene Achtsamkeit oft eine wahre Befreiung vom Erwachsenenleben. Wieder Kindsein dürfen, spielen und entdecken, gefällt vielen Erwachsenen richtig gut, denn was sind wir denn anders als großgewordene Kinder!

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

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