Kategorie: Familienleben

  • Schlafen im Eltern- bzw. Familienbett

    Schlafen im Eltern- bzw. Familienbett

    Wie haben es unsere Vorfahren gehalten?

    Schlafen im Familienbett – Die meisten Kinder haben vermutlich bis vor gut 100 Jahren immer im gleichen Raum wie ihre Eltern geschlafen. Es gibt keine Erkenntnisse dazu, dass dies besondere Probleme für die Entwicklung der Kinder nach sich zog.

    Und wenn man in der Geschichte bis zum Beginn der Menschheit zurückgeht, wird einem schnell bewusst, dass das Schlafen in der Nähe von vertrauten Menschen vermutlich schon von Anbeginn an „normal“ ist bzw. war.

    Dort bedeutete die Anwesenheit der Eltern (bzw. anderer erwachsenen Mitglieder der Gemeinschaft) Sicherheit vor Gefahren. Wie die durch wilde Tiere oder extremen Wettersituationen.

    Diese „Ur-“Ängste sind immer noch in den „Genen“ verankert. Und so genießen Babys die Sicherheit und Geborgenheit, die ihnen die Nähe ihrer Eltern im Familienbett vermittelt.

    Was würde sich ein Baby wünschen?

    Versetzt Euch mal für einen Moment in die Situation eines Babys, das neun Monate lang eng mit seiner Mutter verbunden war. Es kennt ihren Herzschlag, ihren Atemrhythmus, ihren Geruch, einfach alles von ihr.

    Dies bzw. seine Mutter gehört für das Baby einfach zu ihm und seinem Leben. Dann kommt es mit der Geburt zu dem Ende dieser vertrauten und Sicherheit und Geborgenheit schenkenden „Zweisamkeit“.

    Dies ist wahrscheinlich eines der dramatischen Erlebnisse im Leben eines Menschen, wie sanft die Geburt auch gewesen sein mag. Das Neugeborene findet sich plötzlich in einer weiten, unbekannten, grellen und „lauten“ Welt wieder.

    Was vermutet ihr, wünscht sich da ein Baby? – Ich würde mir Geborgenheit und Nähe wünschen und die würde ich am ehesten im Familienbett finden.

    Bis zum 3. Lebenjahr können wir unsere Kinder fast nicht verwöhnen

    Verwöhnen wir durch das Schlafen lassen im Familienbett unsere Kinder? In den ersten drei Lebensjahren können Sie als Eltern ihre Kinder fast nicht verwöhnen.

    Alles, was Sie ihnen aus Liebe und nicht eines schlechten Gewissens wegen schenken, stärkt ihr Wohlbefinden und Selbstvertrauen. Und ist es nicht genau das, was wir unseren Kindern mitgeben wollen?

    Damit möchte ich nicht sagen, dass alle Eltern ihre Kinder in ihrem Familienbett schlafen lassen sollen. Denn was ein Kind sich noch wünscht, sind glückliche und entspannte Eltern. Und wenn das für sie bedeutet, ohne ihr Kind in oder neben ihrem Bett zu schlafen, dann ist das so!

    Seinen Gefühlen vertrauen

    Vertraut euren Gefühlen und ihr werdet wissen, was das Beste für euch und die euch anvertrauten Kinder ist.

    Lasst euer Kind nicht aus Angst dauernd in eurem Familienbett schlafen. Oder weil ihr es nicht aushaltet, wenn euer Kind Probleme hat. Sondern vor allem dann, wenn es sich für Euch (Mutter und Vater) gut anfühlt.

    Es ist wichtiger für ein Kind, entspannte und ausgeschlafene Eltern zu haben, als mit ihnen in einem Bett zu schlafen.

    Übermüdete und verzweifelte Eltern schalten schnell in einen Auto(-funktions)modus. Sind getrennt von ihren Gefühlen und reagieren angespannt und genervt, was wiederum die Kinder verunsichert.

    Plötzlicher Kindstod

    Es gibt viele verschiedene Studien in Bezug auf den plötzlichen Kindstod, dessen tatsächliche Ursachen noch immer ungeklärt sind. Manche besagen, dass das Schlafen im Familienbett das Risiko erhöht. In diesen Aussagen sind allerdings nicht die unterschiedlichen Umstände weiter berücksichtigt worden.

    So gehen in diese Studien auch die Kindstode ein, wo ein Kind nur eine Nacht im gemeinsamen Familienbett geschlafen hat.

    Zudem werden Kinder eher mal ins Familienbett geholt, wenn es ihnen eh nicht so gut geht. Häufig sind sie krank oder machen gerade einen Entwicklungsschub durch. Oder durchleben eine Phase mit vielen „Alpträumen“.

    Des Weiteren sind viele Faktoren, wie das Rauchen eines oder beider Elternteile im Familienbett oder Drogenkonsum der Eltern, die die Gefahren eines plötzlichen Kindstod sehr stark erhöhen, nicht rausgerechnet.

    Ein klarer Zusammenhang besteht nicht

    Zudem gibt es vermutlich wie bei vielen kritisch gesehenen Themen genauso viele Befürworter wie Kritiker.

    So weist Abraham Bergman, emeritierter Professor am Harborview Medical Center in Seattle, darauf hin, dass der plötzliche Kindstod nur ein statistischer Zusammenhang sei und es nicht bewiesen sei, dass das Bett-Teilen für sich genommen zum plötzlichen Kindstod führt.

    Der Tod eines Menschen, vor allem eines Kindes, so bedauernswert und tragisch er für die betroffenen Eltern ist, gehört genauso zum Leben wie die Geburt. Aus meiner Arbeit als Familien- uns Traumatherapeut kenne ich viele solcher Tragödien.

    Schicksalsschlag, der plötzliche Kindstod

    Meistens zeigte sich hinter diesen Schicksalen, dass der Tod des Kindes eine Art „Geschenk des Himmels“ war, sich über das bisherige und zukünftige Leben Gedanken zu machen und für sie wichtige „Veränderungen“ anzugehen.

    Denn ein „Weiter so“ ist den betroffenen Eltern nach solch einem Erlebnis nicht möglich. Das heißt nicht, dass die Eltern durch ihren bisherigen Lebensstil eine Mitverantwortung für den Tod ihres Babys tragen.

    Auch wenn ich es nicht gleichsetzen möchte, sehe ich es ähnlich wie eine sehr schwere Krankheit, zum Beispiel einen Herzinfarkt, nach dem sich nicht selten die Prioritäten im Leben dieses Menschen grundlegend ändern.

    Vieles, was früher von großer Bedeutung war, wie beispielsweise die berufliche Karriere, schwindet, und vieles, was zuvor nicht oder weniger Beachtung fand, wie die Beziehung zu seinem Partner und Kindern, erfährt nun größere Bedeutung.

    Dr. Jan Sperhake, Oberarzt am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), gibt in der Zeitschrift ELTERN (10/2012) folgende Information:

    „Wenn jedoch das Kind selbst keine Risikofaktoren aufweist und die Eltern alle üblichen Vorsichtsmaßnahmen einhalten. Vor allem, wenn die Eltern nicht rauchen, ist das Risiko für das Kind im Familienbett wahrscheinlich nur gering erhöht.

    Sicherheits-Voraussetzungen

    Vorausgesetzt, es trägt einen Schlafsack, kann nicht unter eine Daunendecke oder mit dem Kopf in ein Kissen oder eine Kuhle geraten.“

    Bei Kleinkindern und Babys kommt es während der Nacht nicht selten zu Atemaussetzern, was aber in der Regel nicht bedrohlich ist, und wenn, ist die Chance, dass sie durch das vertraute Atmen ihrer Eltern zum weiter atmen animiert werden, sehr groß.

    Und wenn nicht, sind die Eltern durch ihre Nähe zu ihnen schneller in der Lage, aktiv zu werden. Babys, die im Familienbett schlafen, sollen in der Regel seltener in der Nacht wach werden, und wenn doch, dann schlafen sie leichter bzw. schneller wieder ein.

    Ein weiterer schöner Nebeneffekt ist, dass sich der Schlafrhythmus von Mutter und Kind annähert. Und so wird die Mutter auch nicht aus einer Tiefschlafsphase geweckt, wenn das Baby Hunger bekommt und schläft anschließend leichter wieder ein und ist am morgen ausgeruhter.

    Das Liebesleben der Eltern im Familienbett

    Viele Eltern befürchten, dass ihr eh dürftiges Liebes- bzw. Sexleben nach der Geburt des Kindes weiter abflaut, wenn das Kind im Familienbett schläft. Das ist natürlich möglich, doch nicht notwendigerweise so.

    Auch wenn Sex in unserer Zeit, durch die „68 Revolution“ von vielen Tabus befreit wurde und nicht mehr „nur“ auf die Ehe beschränkt ist und nicht zuletzt durch ihre dauernde Anwesenheit in den Medien und der Werbung scheinbar überall präsent ist, scheint es insbesondere für Eltern klare gesellschaftliche Richtlinien für ihr Sexualleben zu geben.

    Streit ja – Liebe nein

    Es ist zwar bekannt, dass Kinder nicht unbedingt jeden heftigen Streit mitbekommen sollten, doch nichtsdestotrotz bekommen sie gerade in unserer Zeit sehr viele Streitigkeiten mit, was nicht zuletzt eine Scheidungsrate von fast 50 Prozent nahelegt. (mehr dazu … Klick) Hinweis der Redaktion.

    Doch was spricht dagegen, dass Eltern Sex haben, während ihre Kinder im gleichen Zimmer schlafen? Sex, als Ausdruck von tiefer Zuneigung und Liebe. Was, wenn nicht das, wollen wir unseren Kindern in Bezug auf Beziehungen mitgeben?

    Es macht kleinen Kindern eher Angst, wenn sie durch eine geschlossene Tür oder dünne Wände Stöhnen und andere laute Geräusche vernehmen, die sie nicht zuordnen können.

    Da entspannen sie sich schneller, wenn sie doch mal in der Nacht im Elternschlafzimmer aufwachen sollten.

    Falls der Sex mit Kind in einem großen Familienbett passieren sollte, darf der Sex auch mal sanfter sein. Und falls es doch mal weniger ruhig zugehen soll, sind Vater und Mutter für ihre leiblichen Bedürfnisse nicht aufs Schlafzimmer beschränkt.

    Stillen im Familienbett

    Mütter, die ihr Kind in ihrem Schlafzimmer oder Familienbett schlafen lassen, stillen ihre Babys häufiger länger. Sie können sie nicht selten in einer Art Halbschlaf anlegen und wieder ab stöpseln und weiterschlafen.

    Was sie nicht selten ausgeruhter werden lässt, als wenn sie nachts in einer Art „Habachtstellungsschlaf“ in ihrem Bett liegen, mit einem Ohr immer bei ihrem Baby im Kinderzimmer sind, um mitzubekommen, wenn es sich durch schreien oder weinen meldet.

    Gemeinsam Schlafen gehen?

    Je nach Schlafrhythmus geht das Baby mit den Eltern oder früher ins Bett. Eine gute Möglichkeit ist es, das Baby bis zum eigenen Schlafen gehen in einem Trage- bzw. Babykörbchen neben sich schlafen zu legen.

    Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, sich dazu zu legen, bis es eingeschlafen ist, was zwar die eigene „freie Zeit“ beeinträchtigt, doch ansonsten ein schönes Ritual ist und zudem die Nähe zu den Eltern und das Vertrauen ins Leben stärkt.

    Zudem sollte nicht vergessen werden, dass Familienbett mit Kissen oder anderen Utensilien „Rausfall“-sicher zu machen.

    Der Einfluss des Familienbetts auf die Entwicklung der Kinder

    Das Schlafen im Familienbett bzw. Elternschlafzimmer gibt unseren Kindern die Chance durch diese Geborgenheit schenkende Nähe ihr Ur-Vertrauen zu stärken. Babys, die nachts wach werden und weinen, lernen häufig wesentlich schneller, sich durch die Anwesenheit und Nähe ihrer Eltern wieder zu beruhigen und einzuschlafen. Dies stärkt das Selbstvertrauen, allein mit starken Emotionen umzugehen.

    Auf das Alleinschlafen vorbereiten

    In der Regel bemerkt das Kind den Zeitpunkt, wann es besser ist, dass Familienbett bzw. Elternschlafzimmer zu verlassen und allein in seinem Zimmer zu schlafen. Und äußert dies dann auch gegenüber seinen Eltern.

    Das eigene Zimmer sollte, zumindest bis es für das Kind normal ist, allein darin zu schlafen, nicht als Bestrafung genutzt werden, wobei Bestrafungen in aller Regel nur selten hilfreich sind. Belohnungen für „gewünschtes“ Verhalten sind dagegen wesentlich effektiver und entwicklungsfördernder.

    Kissenschlachten im Familienbett

    Auch wenn sie bereits in ihrem eigenen Bett/Zimmer schlafen, wurde das gemeinsame Schlafen im Familienbett für unsere Liebsten von klein auf ein Ort der Geborgenheit und Nähe. Und wenn es gewollt ist, bleibt es dies auch, wenn sie größer werden. Dann kommen sie am Wochenende immer wieder mal zum Kuscheln oder für eine lustige Kissenschlacht mit ihren Eltern. Kann man den Tag besser beginnen?

    Fazit zum Familienbett

    Es liegt in der Verantwortung der Eltern, ob sie sich für das Familienbett entscheiden, oder was das Beste für sie ist, womit sie sich am wohlsten fühlen. Denn dies ist dann auch das Beste für das Kind.

    Denn auch, wenn sich Kinder häufig etwas anderes wünschen, ist ihnen am Wichtigsten, dass es ihren Eltern gut geht. Und es liegt nicht in ihrer Verantwortung, sich um das Wohlergehen ihrer Eltern zu kümmern. Sie dürfen alles freiheraus „äußern“ bzw. kundtun, was sie wollen.

    Es ist allein die Aufgabe der Eltern zu entscheiden, was sie zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse brauchen und darauf zu achten, nicht über ihre Grenzen zu gehen.

    Diese Aufgabe ist wesentlich schwerer, als es scheint, und kann im Grunde nur von Eltern beurteilt werden.

    Sie sollten sich dabei nicht zu sehr von eigenen Erfahrungen als Kind und scheinbaren gesellschaftlichen Regeln beeinflussen lassen. So ähnlich wir Menschen uns auch sind, haben wir doch unterschiedliche Bedürfnisse.

    Liebe Grüße und angenehme Nächte!

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Wir würden sehr gerne erfahren, wie Ihr es handhabt und welche Erfahrungen Ihr gemacht habt.

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  • Einschlafprobleme bei Babys und Kleinkindern

    Einschlafprobleme bei Babys und Kleinkindern

    Einschlafprobleme mit Kleinkindern: Viele Eltern kennen das Problem, dass ihre Liebsten nicht einschlafen „wollen“ oder können. Dabei wünscht man sich nach vielen schlafreduzierten Nächten, nichts sehnlicher als Ruhe und einen entspannten gemeinsamen Abend auf der Coach.

    Als Familientherapeut kenne ich das Thema aus meiner Praxis und habe festgestellt, dass das Problem häufig nicht bei den Kleinen, sondern an den Eltern liegt.

    Da sich dies für viele Leser bestimmt unglaublich anhört, habe ich mich entschieden, den Beitrag nicht persönlich zu schreiben. Sondern ein Feedback von einer betroffenen Mutter zu veröffentlichen.

    Mit diesem Beitrag möchte ich nicht alle Einschlafprobleme von Kleinkindern auf die „Haltung“ der Eltern zurückführen, doch euch Eltern dafür sensibilisieren, dass ihr und eure Haltung dazu sehr wohl einen Einfluss darauf haben kann:

    Erfahrungsbericht einer betroffenen Mutter

    Dass „Erziehen“ nichts mit dem Einüben oder Abgewöhnen von (un)erwünschten Verhaltensweisen zu tun hat, hatte ich vor einigen Jahren schon von meinem Hund gelernt.

    Der mit meiner auf vielen Übungen basierenden Erziehung nichts anfangen konnte. Und auf den ich mich erst richtig verlassen konnte, nachdem ich mich entschieden hatte, wirklich seine „Rudelführerin“ zu sein.

    In letzter Zeit habe ich mich in verschiedenen Sitzungen mit Deva mit Konflikten und Problemsituationen auseinandergesetzt, die im Alltag mit meinen beiden kleinen Kindern aufgetreten sind.

    Dabei konnte ich mehrmals auf sehr beeindruckende Weise erfahren, wie sich eine klare innere Haltung auf die „Erziehung“ von Kindern auswirkt. Und wie meine Einstellungsänderung zu einem veränderten Verhalten meiner Kindern führen kann.

    So hat sich beispielsweise ein für mich extrem belastendes „Schlaf-Problem“ meiner Tochter fast wie von selbst gelöst.

    Die Situation sah für mich so aus: Meine 1,5 Jahre alte Tochter hatte seit ihrer Geburt so gut wie in keiner Nacht mehr als 3 Stunden am Stück geschlafen.

    Die erste Nachthälfte verbrachte sie in der Regel in ihrem Bett. Danach konnte ich sie nach den Mahlzeiten meistens nicht wieder dorthin zurücklegen. Stattdessen  schlief sie dann in meinem Bett – neben mir, an mich gekuschelt oder auch auf mir liegend.

    Da ich mittlerweile meine Arbeit wieder aufgenommen hatte und tagsüber fit sein musste, wurde dieses Verhalten für mich zunehmend zum Problem.

    Ungewöhnliche Verursacher für Einschlafprobleme

    Devas erste Reaktion auf meine Schilderung der Einschlafprobleme war für mich überraschend: „Willst du das Kind nicht endlich mal in Ruhe schlafen lassen?!“ –

    Die Erkenntnis, dass in der Tat ICH und nicht meine Tochter der Schlüssel war, stellte sich bei mir nicht sofort ein.

    Dass ein Kind in dem Alter natürlich nicht verhungert, wenn es nachts mehr als drei Stunden ohne Milch auskommen muss. Und sich im Gitterbett direkt neben mir wahrscheinlich auch nicht allein oder im Stich gelassen fühlt, war sicherlich keine große Neuigkeit für mich.

    Umso erstaunlicher war, dass meine Tochter direkt in der folgenden Nacht allein in ihrem Bett schlief. „Es ist noch zu früh für Milch“ reichte, damit sie sich ganz schnell beruhigte und wieder schlafen legte.

    Ich hatte es nach der Sitzung mit Deva geschafft. Ich schaffte es die Gefühle, die das weinende Kind bei mir auslöste, nicht mehr automatisch mit denen meiner Tochter gleichzusetzen. So konnte ich ihr offenbar mit viel größerer Souveränität und innerer Ruhe vermitteln, dass die Situation wirklich ok war.

    Es folgten einige weitere Nächte, in denen sie meine neue Haltung mehr oder weniger vehement auf die Probe stellte. Doch schließlich kam die Erkenntnis, dass die Lösung ihrer Einschlafprobleme wirklich so „einfach“ gewesen war.

    Für die auf diese Weise zurückgewonnene und nun schon selbstverständlich gewordene Nachtruhe bin ich Deva sehr dankbar.

    Einschlafprobleme Baby trinkt sein Fläschchen

    Allein bei Tagesmutter bleiben

    Die gleiche Erfahrung konnte ich machen, als es darum ging das meine Tochter allein bei der Tagesmutter blieb. Obwohl ich mehrere Tage mit ihr zusammen dort war, konnte ich nicht mal das Zimmer verlassen. Zumindest nicht ohne, dass sie zu schreien begann.

    Als ich mit Deva meine bei ihrer Geburt aufgekommene Überzeugung „Sie schafft es nicht.“ bearbeitete, konnte ich am nächsten Tag ohne Probleme die Wohnung ihrer Tagesmutter verlassen.

    Mittlerweile kann ich sehen, dass eine „unaufgeräumte“ Gefühlswelt meinerseits sich auf meine Tochter überträgt. Und entsprechend dazu führen kann, dass meine Tochter wieder häufiger und länger weint.

    Ich habe dann die Möglichkeit, meine Einstellung zu korrigieren anstatt das „Problem“ meiner Tochter zuzuschreiben – und es klappt meistens!

    Ich hoffe, mit diesem Erfahrungsbericht ein wenig Klarheit in eines der größten Probleme in der Babyzeit gebraucht zu haben.

    Wir freuen uns über Eure Erfahrungen im Kommentar und gehen dort gerne auf Eure Fragen ein:)

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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  • Geschwisterliebe ist einzigartig

    Geschwisterliebe ist einzigartig

    Geschwisterliebe ist einzigartig und „Blut ist dicker als Wasser“, so ein bekanntes Sprichwort. Wer sich für Nachwuchs entscheidet, fragt sich nicht selten, ob das Kind nicht mit einem Geschwisterchen aufwachsen sollte.

    Fällt die Entscheidung für ein zweites, drittes oder auch viertes Kind, stellen sich viele Fragen, zum Beispiel zum Altersunterschied. Wie viel ist gut, damit die Kinder zusammen aufwachsen, voneinander lernen und sich lieben können? Und wieviel ist zuviel, sodass beide als Einzelkinder aufwachsen würden.

    Allen Eltern möchten wir den Rat mitgeben: „Die perfekte Konstellation gibt es nicht“, denn jeder Altersunterschied bringt seine Vor- und Nachteile mit sich. Da ist es, wenn es sich ergibt eher angebracht zu schauen, wann es für die ganze Familie am „Besten“ ist. Doch nicht zuletzt hat dann noch „die Natur“ das letzte Wort.

    Klar ist aber, dass Geschwisterliebe etwas ganz Besonderes sein kann, obschon Geschwister sich häufig streiten, zanken und raufen. Ganz nach dem Motto: „Was sich liebt, dass neckt sich“.

    Gerade wenn der Altersunterschied klein ist, kann es für Eltern anstrengend werden. Mal ist der Neid und das Unverständnis, warum Mama jetzt nicht mehr für mich da ist, so groß, dass sich die lieben Kleinen wünschen, ein Einzelkind zu sein. Es bietet sich an, das erstgeborgene Kind schon in der Schwangerschaft auf sein Geschwisterchen vorzubereiten und es mit einzubeziehen.

    Teilen will trotz Geschwisterliebe gelernt sein

    Denn auch Teilen will gelernt sein. Es fällt Kindern von „Natur aus nicht leicht zu teilen. Sie wachsen in den ersten Jahren „in ihrem eigenen Universum auf“, in dem sie der Mittelpunkt sind. Und in dem alles „aus ihrer Verantwortung heraus“ geschieht.  Wenn Mama traurig sind, glauben sie etwas falsch gemacht zu haben, wenn Mama lacht, haben sie etwas gut gemacht, worüber die Mama sich freut…

    Sind die Kinder mal voneinander getrennt, merken sie oft ganz schnell, was ihnen fehlt. Geschwister verbindet häufig ein unsichtbares Band, welches nur sie fühlen und spüren.

    Sie brauchen oft keine Worte, tauschen Blicke, Mimik und Gestik so selbstverständlich aus, wie die Luft zum Atmen. Diese Verbindung bzw. die Geschwisterliebe ist einzigartig und entschädigt viele Eltern für die endlosen Diskussionen und Streitereien der Kinder untereinander.

    Altersunterschied

    Wenn der Altersunterschied größer ist, kann es sein, dass die Geschwister als „zwei Einzelkinder“ aufwachsen und die Geschwisterliebe nicht so spürbar wird. Die Konstellation ist dabei egal. Denn nicht selten genießt es ein Junge eine große Schwester und ein Mädchen einen großen Bruder zu haben, denen sie nachahmen können.

    Und auch zwischen gleichgeschlechtlichen Geschwistern entsteht in den allermeisten Fällen ein starkes Band der Verbundenheit, wobei in diesen Fällen häufig ein größerer Altersunterschied weniger Streitereien mit sich bringt.

    Wie auch immer, sie werden schauen und herausfinden, womit sie die Aufmerksamkeit ihrer Eltern gewinnen können. Und spätestens, wenn die Eltern älter werden, sind sie häufig sehr froh, nicht „allein auf der Welt zu sein“.

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    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Beitragsfoto: FamVeld / shutterstock
    Pinterest: FamVeld & YakobchukOlena von G Images Pro (über Canva)