Kategorie: Familienleben

  • Babynahrung ab dem 9. Monat – was kann es essen

    Babynahrung ab dem 9. Monat – was kann es essen

    Babynahrung: Für Babys im 9-ten Lebensmonat stellt die Muttermilch immer noch die beste Nahrungsquelle dar und schenkt ihm beim Stillen zudem die Nähe, die es braucht.

    Dennoch gibt es verschiedene Gründe, warum die Mutter nicht mehr Stillen möchte oder kann. Manche Kinder werden auch einfach immer neugieriger, was andere Nahrung betrifft, vor allem, wenn es ältere Geschwister hat.

    Auch wenn in diesem Alter die Beikostreife des Babys erreicht sein sollte, gibt es ein paar Dinge, die bei der Baby-Ernährung noch beachtet werden sollten.

    Sobald Kinder andere Nahrung als Muttermilch erhalten, entwickeln sie schnell ein Interesse, die Vielfalt und ihre Vorlieben an Lebensmittel zu erkunden. Dabei solltet ihr euer Kind nicht zwingen etwas zu probieren, was es nicht möchte. Der Geschmack eures Kindes ändert sich immer wieder im Laufe seiner Entwicklung. Bietet eurem Kind, die von ihm zuvor abgelehnte Nahrung einfach später wieder an.

    In dieser Phase des Übergangs von Babynahrung zur Familienkost machen sich zudem mögliche Nahrungsunverträglichkeiten bemerkbar. Diese sollten unbedingt berücksichtig werden, auch wenn sie sich später wieder legen können. Sofern die Kinder bis zum 10-ten Lebensmonat voll gestillt werden, ist für diesen Einstieg in die Familienkost keine Breiphase notwendig.

    Babynahrung für Kinder ab dem 9. Lebensmonat

    Gemüse

    Als Gemüse kann dem Kind alles gereicht werden, wann es mag und dies am besten zu Beginn als Fingerfood. Dies können beispielsweise gedämpfte Blumenkohl- bzw. Brokkoliröschen, Möhrenstöcken oder Paprikastreifen sein.

    Obst

    Dem Kind dürfen alle Obstsorten sowohl in frischer als auch in getrockneter Form angeboten werden. Diese sollte entkernt sein! und in handliche Stücke zubereitet sein. Da Beeren und Zitrusfrüchte für unsere Kleinen schwer verdaulich sind und sollten sie nur in begrenzten Mengen angeboten werden.

    Eier

    Eier, vor allem hartgekocht, als Omelett oder gut durchgebratenes Rührei, sind nicht nur eine gut Eiweißquelle, sie enthalten zudem Eisen und Zink.

    Getreide

    Sobald eure Kinder neugierig darauf schauen, was der Rest der Familie auf dem Teller hat und beginnen danach zu greifen, legt ihnen ab und zu einfach ein Brotstückchen oder ein Stück Reiswaffel in greifbare Nähe. Sobald sie diese mit ihren Händen greifen können, sind sie auch in der Lage sie zu kauen, zu schlucken und zu verdauen.

    Behaltet sie dabei im Auge, damit es sich nicht durch Unachtsamkeit an einem Stück verschluckt.

    Getränke

    Kinder vertragen in diesem Entwicklungsstand vor allem Wasser und ungesüßten Tee und zur Abwechslung ggf. auch mal einen stark mit Wasser verdünnten Fruchtsaft.

    Da Kinder in diesem Alter noch zu klein sind, um von sich aus nach etwas zu trinken zu verlangen, ist es an uns Eltern ihnen regelmäßig, sowohl zu den Mahlzeiten als auch zwischendurch – etwas anzubieten. Wobei sie im Alter von einem bis drei Jahren ca. 600 bis 700 ml Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen sollten.

    Milch

    Mit Beginn des zweiten Lebensjahres dürfen Kinder handelsübliche Kuhmilch (pasteurisiert oder ultrahocherhitzt) und andere Milchprodukte zu sich nehmen. Dabei sollten 300 Gramm bzw. Milliliter pro Tag allerdings nicht überschritten werden. Zu viel Milch für Babys verlangt Schwerstarbeit von Nieren und Stoffwechsel.

    Falls euer Kind keine Milch mag, ist Jogurt eine gute Alternative, Quark dagegen nicht, weil er zwar viel Eiweiß, jedoch wenig Kalzium liefert.

    Vegane „Milchdrinks“ wie Hafer-, Mandel- oder Dinkeldrinks sollten noch nicht als Milchersatz gegeben werden, da das Gehirn des Kindes sich noch voll im Wachstum befindet und dafür viel Eiweiß braucht.

    Ein zu großer Verzehr von Einweißprodukten begünstigt eine Übergewichtigkeit von Kindern.

    Unsere Tipps wie es mit dem Essen klappt

    • Lasst euer Kind beim Essen nicht alleine. Falls es mit einigen .Nahrungsmitteln überfordert ist (z.B. mit Brotkrümeln), braucht es eure Hilfe. Kinder essen wie wir Erwachsene lieber und eher mehr, wenn es Gesellschaft hat.
    • Sprecht während des Essens mit eurem Kind und ermuntert es zum Essen, indem ihr ihm aufbauendes Feedback gibt.
    • Wenn euer Kind ein Nahrungsmittel nicht essen möchte, probiert es einfach nach einigen Tagen noch einmal.
    • Kinder brauchen Rituale und das gilt auch fürs Essen und so solltet ihr euer Kind langsam darin unterstützten seinen eigenen Essrhythmus mit Frühstück, Mittagessen und Abendessen zu finden.
    • Sobald euer Kind den Mund verschließt, den Kopf wegdreht oder Löffel bzw. den Teller wegschiebt, zeigt es euch, dass es nichts mehr essen möchte. Dies solltet ihr akzeptieren. Das altbekannte Motto „Was auf den Tisch kommt, wird gegessen“ sollte weder für Babys noch für Kinder gelten.
    • Denkt daran, es mit unterschiedlichen Konsistenzen zu probieren. Manchmal lehnt euer Kind etwas ab, weil es seine Konsistenz nicht mag. Möglicherweise mag es lieber ganz grob statt fein Püriertes oder rundes statt eckiges? Oder es möchte etwas, was es selbst in der Hand nehmen kann?
    • Wie über die gesamte Entwicklung eurer Kinder seid ihr seine Vorbilder und so übernimmt es sowohl eure guten als auch schlechten Essgewohnheiten.

    Euer Deva (Babytalk-Team)

    Beitragsfoto: tatyana_tomsickova / Getty Images Pro
  • Mutter-Kind-Bindung: Babys brauchen unsere Aufmerksamkeit

    Mutter-Kind-Bindung: Babys brauchen unsere Aufmerksamkeit

    Mutter-Kind-Bindung: Babys fühlen sich nach ihrer Geburt in dieser fremden, lauten und hellen Welt verloren. Das Einzige, was ihnen hilft sich einigermaßen sicher zu fühlen, ist die aktive Aufmerksamkeit ihrer vertrauten Mutter. In den ersten Wochen geschieht dies vor allem über direkten Augenkontakt.

    Immer auf der Suche nach Gefahren

    Überlegt mal, was macht ihr, wenn ihr euch in einer fremden Umgebung befindet, wo ihr die Menschen nicht versteht?

    Vermutlich achtet ihr auf deren Mimik und Gestik und Körperhaltung und hofft darüber ihre Haltung euch gegenüber herauszufinden. Sind sie euch feindlich oder wohlgesonnen sind. Dies ist ein uralter menschlicher Instinkt. Und wenn euch auch nur eine Person in dieser Umgebung einigermaßen vertraut ist oder ihr mit dieser Person kommunizieren könnt, sucht ihr vermutlich erstmal dessen Nähe.

    Ziemlich genauso geht es Babys, wenn sie in die Welt geboren wurden und fast täglich neue Dinge und Menschen sehen, hören, riechen und deren Emotionen wahrnehmen. Diese Erfahrungen müssen erstmal verdaut werden. Dafür brauchen und suchen sie die Nähe ihrer Eltern, insbesondere ihrer Mutter, weil ihnen deren „Stimme“ und deren Geruch aus der Schwangerschaft vertraut sind.

    Auch wenn sie nicht in der Lage sind, sich körperlich und verbal dem entsprechend zu äußern oder gar logisch zu denken, sind sie uns in diesem Alter in Bezug auf ihre Wahrnehmung noch haushoch überlegen. Sie nehmen zwischenmenschliche Spannungen, wie zwischen ihren Eltern und anderen Mitmenschen, sehr genau wahr und sind sich deren Emotionen wesentlich bewusster als wir Erwachsene.

    Mutter-Kind-Bindung durch direkten „Augen-“Kontakt

    Aus vielen wissenschaftlichen Studien ist bekannt, dass in den ersten drei Lebensjahren eines Menschen die „frühkindliche Bindung“ stattfindet. Das heißt, hier werden über die Beziehung zu den Eltern, die Überzeugungen über sich selbst und seine Umwelt geprägt. Dazu gehören Überzeugungen, wie ich bin liebenswert oder nicht, ich kann meinen Eltern vertrauen oder nicht, die Welt ist sicher oder nicht … . Fühlt sich ein Kind in den ersten drei Lebensjahre geborgen, geliebt und angenommen, hat es danach im Leben einfacher.

    Die Beziehung bzw. Bindung zu den Eltern findet, mangels Kommunikationsmöglichkeiten über Körperkontakt, wie z.B. beim Stillen (Berührungen) und vor allem über die Augen statt und ist die Grundlage für eine lebenslange vertrauensvolle Bindung. Aus diesem Grund ist es wichtig, immer wieder in direkten Augenkontakt mit eurem Baby zu gehen und auf sein Verhalten zu reagieren. Dies gibt ihm zudem das Gefühl „wichtig“ zu sein und als „Wesen“ wahrgenommen zu werden.

    Ablenkung unserer Aufmerksamkeit

    Unser „Wohlstand“ und die damit verbundenen Haushaltsgeräte haben dazu geführt, dass uns sehr viel Arbeit im Haushalt abgenommen wird. Dennoch haben wir viel weniger Zeit für unsere Babys und Kinder. Der größter „Zeitfresser“ ist dabei das Smartphone gefolgt vom Fernsehen, welche Mütter und Väter häufig ablenken. So fehlt den Kindern das direkte Feedback, dass sie sich gerade in Sicherheit befinden. Zudem fühlen sie sich nutzlos und „unwirksam“, da sie immer wieder die Erfahrung machen, keinen Einfluss auf ihre Umwelt zu haben. Dies lässt sie mit der Zeit ihren „Lebenssinn“ verlieren.

    Wenn ich eh nicht wahrgenommen werde und mein Dasein nichts verändert, hat mein Leben keinen Sinn.

    Die Frage, wie sich die Nutzung von Smartphones durch Mütter und Väter auf die Eltern-Kind-Beziehung auswirkt, wurde vor eineinhalb Jahren wissenschaftlich nicht näher untersucht. Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften hat dies nun in folgender Studie nachgeholt: «Smart Start – Wie nutzen werdende Eltern ihr Smartphone?» Die Studie widmet sich dem Einfluss der elterlichen Smartphone-Nutzung auf die Eltern-Kind-Beziehung in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt.

    Studie mit depressiven Müttern

    In einer Studie wurde untersucht, wie stark Kleinkinder auf direkte Reaktionen durch ihre Mütter angewiesen sind. Die Mütter agierten wenig bis gar nicht mit ihren Babys. Sie sahen ihre Kinder nicht an und ihre Gesichtsausdrücke wirkten abwesend. Es zeigte sich, dass bereits drei Monate alte Babys gestresst reagierten und zu brabbeln begannen. Dabei ruderten sie mit ihren Armen und Beinen und probierten immer wieder den Kontakt zu ihrer Mutter herzustellen.

    In dem nachfolgenden Video reagieren Mütter kurzzeitig nicht auf die Interaktiongesuche ihrer Babys und schauen diese „nur“ abwesend an. Ihre Reaktion zeigt sehr nachdrücklich, was das mit ihnen macht.

    Das Video ist aktuell leider von youtube runtergenommen worden. Ich hoffen, dass sich das zeitnah klären wird.

    https://www.youtube.com/watch?v=apzXGEbZht0

    Tipps, wie wir es schaffen können unseren Kindern wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken

    Meiner Meinung nach ist Entschleunigung eine oder gar die Grundvoraussetzung hierfür. Nur wenn wir wieder entspannter und gelassener werden, gewinnen wir den Blick für das Wesentliche im Leben zurück. Doch dies ist leichter gesagt als getan. Unser hohes „Lebenstempo“: kurz Frühstücken, schnell zur Arbeit, in den Pausen die nächsten Aufgaben und Herausforderungen planen bzw. lösen und auf der Heimfahrt schnell noch Einkaufen, Kind abholen und je nachdem noch schnell einen Kaffee schlürfen um die nächste Folge unserer Lieblingsserien nicht zu verpassen, Kind abfüllen und ins Bett bringen, nächste Folge …

    Auch wenn dies absichtlich überspitzt formuliert ist, befinden wir uns bereits lange vor dem ersten Kind (nicht selten schon während der Schulzeit) in solch einem Hamsterrad. Nicht selten auch als „Modern Art of Life“ bezeichnet. Nicht selten versteckt sich die Angst etwas zu verpassen oder nicht (gut) genug zu sein dahinter.

    Das Gefährliche daran ist vor allem, dass wir dies nicht wahrnehmen und uns auch gar nicht mehr anders vorstellen können. Anders ausgedrückt „wir haben den Kontakt zu unserem Inneren Kind“ verloren“, welches immer wieder (vergeblich) versucht uns auf unsere Bedürfnisse und Gefühle aufmerksam zu machen.

    Wobei das „Liebes-“ Hormon Oxytocin vor, bei und nach der Geburt alles daran setzt uns mit unserem „Inneren Kind“ wieder zu verbinden. So dass wir allein durch den Anblick unseres Babys berührt werden.

    Es bedarf viel Disziplin und Geduld, um aus diesem Hamsterrad heraus zu kommen!

    Sich auf das konzentrieren, was man gerade macht

    Dabei kann es hilfreich sein, sich immer wieder bewusst dafür zu entscheiden, sich nur auf die Sache zu konzentrieren, die man gerade macht, unabhängig davon, ob es sich um Arbeits- oder Haushaltsaufgaben handelt. Auch wenn viele Computer und Menschen es zur Perfektion bringen, so zu tun, als ob sie multitaskingfähig wären, sind sie es nicht. Die Prozessoren bzw. das Gehirn arbeiten ständig und extrem auf Hochtouren.

    bewusst langsam gehen

    Bei allen Gängen, die Chance zu nutzen, bewusst bzw. absichtlich wesentlich langsamer zu gehen. Dies bringt uns sehr schnell aus unserem „Trott“ raus.

    bewusst langsam essen

    Wie viele es als Kind von ihren Eltern gesagt bekamen, ist es nicht nur für die Verdauung, sondern auch zum Runterkommen, hilfreich lange zu kauen. Ich kenne noch die Empfehlung alles 30-mal zu kauen.

    bewusst zu atmen

    Dabei kommt es gar nicht so genau darauf an, welche Atemtechnik man verwendet, solange sie einem gut tut. Wichtig ist, dass man sich auf seinen Atem konzentrieren „muss“.

    in der Natur (Wald) spazieren gehen

    Spaziergänge im Wald helfen uns extrem schnell zu entspannen bzw. runter zu kommen.

    das Handy beiseite legen

    Es ist hilfreich, sich „zu trauen“ bei Gängen außer Haus sein Handy willentlich zu Hause zu lassen.

    Handarbeiten

    Für die, die es mal gelernt haben, ist Stricken oder Häkeln eine gute Beschäftigung, doch auch das Malen von Mandals oder das … kann sehr entspannend wirken.

    Über die Entschleunigung fällt es uns leichter achtsam zu sein und wieder viele Dinge neu und somit auch anders wahrzunehmen. Wir wünschen Euch die Ruhe und Gelassenheit für eine verlässliche  Mutter-Kind-Bindung mit ganz viel Interaktion vor allem über die Augen und über körperliche Nähe.

    Euer Deva (Persönlichkeitsentwickler und Familientherapeut)

    Beitragsfoto: Syda Productions

  • Trennung trotz Kinder – Was ist die beste Entscheidung?

    Trennung trotz Kinder – Was ist die beste Entscheidung?

    Trennung trotz Kinder: Immer mehr Paare stellen sich die Frage, ob sie sich trotz Kinder trennen sollen, weil sie sich von einander entfernt haben oder es für ihre Kinder durchstehen sollen.

    Ich möchte in diesem Beitrag keine generelle Empfehlung aussprechen, vor allem, weil ich glaube, dass es keine gibt. Vielmehr möchte ich auf die Fragen und Sorgen der Partner in Bezug auf die Entwicklung und Beziehung zu ihren Kindern eingehen.

    Fragen in Bezug auf den Partner stehen in diesen Situationen seltener im Fokus.

    Wie sehr werden die Kinder aufgrund der Trennung leiden?

    Als „betroffener“ Vater und aus den Erfahrungen meiner Praxis als Familien- und Paartherapeut kann ich sagen, Kinder leiden immer unter einer Trennung ihrer Eltern, egal ob still oder sichtbar.

    Die Leiden sind vielfältig, Kinder fühlen sich fast immer schuldig für die Trennung und das vorausgegangene Leid ihrer Eltern, da sie sich noch nicht getrennt von ihnen wahrnehmen können. Dies können sie erst nach dem „Rubikon“, ein Entwicklungsschritt, den Kinder um das 9.- 10. Lebensjahr vollziehen und ab dem sie sich als eigenständige Menschen wahrnehmen können. Danach können sie die Verantwortung für die Schwierigkeiten ihrer Eltern zumindest teilweise bei ihren Eltern lassen.

    Sie fühlen sich bei Streitereien als auch bei einer Trennung so gut wie immer zwischen den Stühlen stehend. Auch wenn Kinder ihre beiden Elternteile lieben, besteht nicht selten eine engere Bindung zu einem Elternteil, was ihre „unschuldige“ Seele besonders schwer belastet. Bei einem Streit, fühlen sie sich in einem Loyalitätskonflikt „zu wem soll / muss ich jetzt stehen“.

    Wie sehr leiden die Kinder unter der Beziehung ihrer Eltern?

    Eine entscheidende Frage, die sich Eltern stellen sollten, lautet: wie sehr ihre Kinder in der aktuellen Situation leiden. Die Schwierigkeiten ihrer Eltern bekommen sie mehr mit, als sich die allermeisten Eltern vorstellen können und dass auch dann, wenn sie deren Streits nicht direkt mitbekommen.

    Sie spüren vor allem die Emotionen, nehmen das veränderte Eltern- und Familienleben sowie die veränderte Körperhaltung und Mimik wahr. Je nachdem wie offensichtlich die Beziehungsprobleme der Eltern sind, ist es nicht selten, dass sie immer wieder in eine Hab-Acht-Stellung fallen und nur darauf warten, wann der nächste Streit los geht oder auch eskaliert.

    Dies blockiert sehr häufig eine geborgene und vertrauensvolle Entwicklung ihrer Kinder.

    Die Chancen einer Trennung

    Auch wenn sich fast alle Kinder wünschen, dass ihre Eltern nach einer Trennung wieder zusammenkommen, freuen sie sich auch, wenn ihre Eltern nach einer Trennung entspannter sind. Ebenso bieten neue Partner der Eltern die Chance, eine glückliche Beziehung und die dazugehörigen Verhaltensweisen kennenzulernen. Die wichtigsten Verhaltensmustern sind Wertschätzung, Vertrauen, Empathie, die Fähigkeit zu vergeben und viele mehr.

    Trennung trotz Kinder und deren möglichen Prägungen und Leiden

    Negative Prägungen

    Die Beziehung der Eltern ist die Vorlage für die späteren Beziehungen ihrer Kinder. So kommt es häufig vor, dass sich die Beziehungsprobleme der Eltern bei ihren Kindern wiederholen. Typische Beziehungsmuster sind Untreue, Gewalt, viele laute Streitigkeiten, sowie nicht ausgedrückte Meinungsverschiedenheiten, nebeneinanderher leben bzw. sich nicht einlassen/vertrauen zu können.

    Positive Prägungen

    Nicht nur die ersten, sondern auch spätere Beziehungen ihrer Eltern stellen Blaupausen für ihre eigenen Beziehungen im  Jugend- und vor allem im Erwachsenenalter dar. Die Kinder haben bei beiden Elternteilen die Chance zu erfahren, wie es denen besser geht, wenn sie nicht zusammenleben. Kinder wünschen sich das ihre Eltern „glücklich“ sind, noch mehr, als dass ihre Eltern zusammenleben. Auch wenn es in der heutigen Zeit nichts ungewöhnliches mehr ist sich scheiden zu lassen, war es vor 25 Jahren für viele Eltern noch immer ein No-Go. Und wenn die Eltern es schaffen nach einer Trennung wieder glücklich zu werden, fällt es ihren Kindern leichter diese Option für sich zu treffen.

    Trotz Trennung Eltern bleiben

    Auch wenn wir uns trennen, bleiben wir unser Leben lang Eltern unserer Kinder. Dafür ist es wichtig, dass wir uns so friedvoll wie möglich scheiden. Dies setzt voraus, dass wir uns unseren Teil für die Probleme anschauen und die Verantwortung dafür übernehmen.

    Ansonsten werden wir die Persönlichkeitsanteile, die wir an unserem PartnerIn verurteilten, auf unsere Kinder übertragen, denn sie besitzen zu 100% die Eigenschaften ihrer Mütter und Väter.

    Fazit: An einer Beziehung und an sich arbeiten

    Die Schwierigkeiten, die sich vor allem in engen Beziehungen auftuen, weißen uns daraufhin, dass wir da etwas verurteilen. In der Regel sind es Urteile, die wir von unseren Eltern häufig in Bezug auf uns übernommen haben. Unsere Partner (Beziehungen) spiegeln uns unsere Urteile, auf dass wir diese loslassen können und uns immer mehr so annehmen wie wir sind. In diesem Sinne ist „Beziehungsarbeit“ vornehmlich „Arbeit“ an bzw. für uns selbst. Hier ein paar sehr typische Urteile: 

    • Ich bin nicht okay, was soviel heißt, wie ich bin nicht liebenswert, wenn ich soviel Nähe brauche (Klammere)
    • Ich bin nicht liebenswert, wenn ich meine Bedürfnisse (Wünsche) ausdrücke
    • Ich bin nicht liebenswert, wenn ich ausgelassen bin
    • Ich bin nicht liebenswert, wenn ich „zu selbstbewusst bzw. zu stark“ bin 

    Alle Probleme bzw. Urteile, die wir in einer Beziehung nicht bearbeiten, bringen nehmen wir mit in die nächsten Beziehungen. Selbst, wenn der neue Partner zu beginn, so vollkommen anders ist. Wir bringen ihn dazu, uns vor die gleichen „Herausforderungen“ zu stellen, die wir in unserer vorherigen Beziehung nicht gelöst haben. Und alle Themen, die wir als Eltern auflösen bzw. heilen, brauchen unsere Kinder nicht mehr auflösen.

    Ich wünsche allen betroffenen Paare den Mut sich ihre Urteile anzusehen.

    Deva (Paar- und Familientherapeut)

    Beitragsfoto: Prostock-Studio / Getty Images
  • Mein wütendes Kind: Humor ist, wenn man trotzdem lacht

    Mein wütendes Kind: Humor ist, wenn man trotzdem lacht

    Was soll ich machen, wenn mein Kind mich beschimpft oder haut?

    Wie soll ich auf mein wütendes Kind reagieren? Zu allererst ist es hilfreich, sich nicht angegriffen zu fühlen. Ihr Hauen oder Beleidigen ist nie Ausdruck von reiner Böswilligkeit, sondern vor allem von Hilflosigkeit!

    Ich nenne es „Alles was nicht Liebe ist, ist ein Schrei nach Liebe“. (Dies ist eine Aussage aus „Ein Kurs in Wundern“, Hinweis der Redaktion)

    Wenn es deinem Kind gut gehen bzw. wenn es sich nicht hilflos fühlen würde, würde es sein unerfülltes Bedürfnis anders ausdrücken. Dieses unbefriedigte Bedürfnis geht es zu ergründen und zu respektieren, was nicht heißt, es immer auch zu erfüllen.

    Euer Kind beschimpft euch

    Wenn euer wütendes Kind euch Schimpfwörter „um die Ohren haut“, könntet ihr mit Humor – auf keinen Fall mit Ironie! – darauf reagieren.

    „Was Du alles für Schimpfwörter kennst. Ich bin ich wirklich beeindruckt. Wo hast Du die denn her? Kennst Du noch mehr?

    Während ihr euer Kind die Chance gibt seine Wuttirade rauszulassen, entspannt ihr die Situation und die hochgekochten Emotionen eures Kindes. Anschließend könnt ihr entspannt damit beginnen zu erforschen, wer oder was euer Kind verletzt hat und schauen, wie ihr helfen könnt.

    Euer Kind haut euch

    Wenn euer Kind euch haut, aber noch nicht so stark ist, könnt ihr auch darauf gut mit Humor reagieren. Wichtig dabei ist, euch immer vor versehentlichen Verletzungen zu schützen und wenn möglich auch darauf zu achten, dass euer Kind sich nicht ernsthaft weh tut oder etwas euch Wertvolles dabei kaputt machen kann.

    Denn dieses würde es später, wenn es sich wieder beruhigt hat, sehr bedauern und sich „Schuldgefühle in seinen Rucksack packen“. Wir alle tragen solch einen Rucksack voller Schuldgefühle mit uns, solange wir uns nicht vergeben.

    Humorvoll könnt ihr auf sein Hauen reagieren in dem ihr ihm etwas weinerlich sagt: „Du bist ja schon richtig kräftig. Das tut ja schon richtig weh. Aua Aua. Vielleicht solltest Du warten bis Papa nach Hause kommt.

    Dem machen blaue Flecken nicht so viel aus. Mit dem kannst Du dann einen richtigen Boxkampf machen. …“ Und wenn ihr das Gefühl hat, dass hilft eurem Kind gerade nicht, haltet ein Kissen vor euch. Daran kann euer Kind dann seine angestaute Wut/Aggressionen rauslassen …

    Wenn sich euer Kind beruhigt hat und sich die Situation entspannt, könnt ihr euch auf die Suche nach der Ursache für seine Wut machen.

    Diese Ursache kann ggf. etwas länger zurückliegen und eine relativ unbedeutende Sache hat die sich angestaute Wut dann zum Ausbruch gebracht.

    Hierzu könnte Euch auch unser Beitrag „Mit Kindern schimpfen und wie ihr es besser machen könnt“ interessieren.

    Werbung: Unser Buch

    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Euer Deva (Familientherapeut)

    Beitragsfoto: soupstock von Canva.com
  • Was tun, wenn mein Kind haut?

    Was tun, wenn mein Kind haut?

    Stellt euch folgende Situation vor, ihr seid mit eurem Kind auf einem beliebten Spielplatz in dessen Verlauf euer Kind ein anderes haut. Die erste Reaktion könnte ein mit lauten „Beschimpfungen“ begleitetes wegreißen sein. Das ist vollkommen verständlich, nicht zuletzt, weil wir in diesem Moment so „enttäuscht“ und wütend auf unser Kind sind und befürchten als Eltern versagt zu haben und die erwartenden Reaktionen in den Gesichtern der anderen Eltern sehen oder erahnen.

    Was braucht ihr, um entspannt auf das Hauen eures Kindes zu reagieren?

    Wichtig bzw. Voraussetzung für eine unvoreingenommene und überstürzte Reaktion ist es, dass ihr euch so gut wie möglich entspannt. Und selbst dann ist es hilfreich, wenn ihr erstmal ein paar tiefe Atemzüge nimmt und so probiert euch zu beruhigen. Macht euch bewusst, „Euer Kind ist immer noch das gleiche liebenswerte Wesen, wie es bis zu dem Vorfall war“.

    Ein Grundsatz könnte euch dabei helfen. „Alles was nicht Liebe ist, ist ein Schrei nach liebe“.

    Das heißt, wenn euer Kind sich nicht kooperativ verhält und wie in diesem Beispiel ein anderes Kind haut, geht es ihm gerade nicht gut. Und dann nimmt euch doch noch einen Moment, um zu überlegen, was ihr euch als Kind in dieser Situation von euren Eltern gewünscht hättet.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr gewollt hättet, „am Boden liegend“ noch weiter attackiert zu werden, oder?

    Welche Reaktion hättet ihr euch gewünscht?

    Und so empfehle ich euch, euch bei dem geschlagenen Kind zu entschuldigen und zu fragen, ob es etwas braucht und ggf. es zu seiner Mutter/Vater zu begleiten. Anschließend geht so entspannt wie möglich auf euer Kind zu und fragt es: „So kenne ich Dich gar nicht. Was ist denn los mit Dir, was fehlt Dir, … (vermutlich weiß es das in diesem Moment selbst nicht) was hat Dich denn so verletzt, dass Du das Kind geschlagen hast?“

    Habt keine Angst, dass sich euer Kind vermutlich durch ein Verhalten oder nicht reagieren eurerseits „verletzt“ fühlte. Es war nicht eure Absicht, denn sonst wüsstet ihr es ja. Vermutlich hat euer Kind eine Grenzsetzung oder Kritik von euch, nicht damit in Übereinstimmung bringen können, dass ihr es dennoch uneingeschränkt lieb habt. Natürlich kann sich euer Kind, aber auch von einer anderen Person verletzt fühlen.

    Bedenkt dabei:
    Vor allem Kinder können eine Kritik an ihrem Verhalten nicht von ihrer „Person“ trennen!

    Ich kann mir vorstellen, dass ihr euch diese Reaktion vielleicht nicht gleich zutraut, doch gerade in solchen Situationen könnt ihr mit einem entspannten Eingreifen, viel für eine vertrauensvolle Beziehung zu eurem Kind tun. Und selbst wenn die anderen Eltern erstmal irritiert schauen, wird euer Verhalten einen bleibenden und nachdenklich machenden Eindruck hinterlassen.

    Ich wünsche euch ganz viel Mut und Vertrauen in eurer Erziehung.

    Deva

    Werbung: Unser Buch

    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Beitragsfoto: AlexSmith / shutterstock
  • Mittagsschlaf: ja, nein, wann, wie lange?

    Mittagsschlaf: ja, nein, wann, wie lange?

    Wer kennt das Kind nicht, das Kind am Nachmittag in sein Bett zu bekommen, um seinen Mittagsschlaf machen lassen. Doch so unterschiedlich Kinder sind, so unterschiedlich sind ihre Bedürfnisse nach Schlaf.

    Unbestreitbar ist der Schlaf für unsere Kleinen extrem wichtig, nicht zuletzt für ihren „extremen“ Wachstum in den ersten Lebensmonaten. Dieser regelt sich im Babyalter häufig von allein, wenn auch nicht immer im Einklang mit den Schlaf- und Ruhebedürfnissen ihrer Eltern. In dieser Zeit wird der Schlaf zudem noch für die Verarbeitung ihrer vielen Eindrücke benötigt.

    Vornehmlich im Schlaf wird das Hormon Somatropin ausgeschüttet, welches essentiell für ein normales Wachstum von uns Menschen ist. Aus diesem Grund ist auch der Schlaf unserer Kinder in den ersten Jahren so immens wichtig.

    Tipps zum Mittagsschlaf

    Da es mit dem regelmäßigen Mittagsschlaf nicht immer so leicht läuft, nachfolgend ein paar Tipps von mir:

    • Hilfreich ist es die Kleinen immer zu gleichen Zeit hinzulegen. Dies trägt zudem dazu bei, dass die Kinder sich an einen regelmäßigen Rhythmus gewöhnen.
    • Als Zeit bietet sich die Zeit nach dem Mittagessen zwischen 12 und 14 Uhr an. Dann wird viel Energie für die Verdauung aus dem „Kopf“ in den Bauch gezogen, was gleichzeitig zu ihrer Müdigkeit beiträgt.
    • Eine Ruhepause zwischen 60 und 90 Minuten ist angemessen. Sie sollte nicht lang sein, so dass sie bis zum Abend wieder müde sind. Mit zunehmendem Alter darf sollte die Dauer den sich zeigenden Bedürfnissen der Kinder angepasst bzw. gekürzt werden.
    • Der Abstand zwischen Mittags- und Nachtschlaf sollte mindestens 4 Stunden betragen, sonst werden sie vermutlich noch nicht wieder schlafen können.
    • Nicht selten werden sie am Nachmittag noch mal müde und es bietet sich an ihnen eine Ruhephase schmackhaft zu machen und ihnen vorzuschlagen ein Hörbuch zu hören oder auf einer Federwiege zu entspannen.

    Bis wann brauchen Kinder einen Mittagsschlaf?

    Das ist ganz unterschiedlich. Manche Kinder brauchen mit 2 Jahren keinen Mittagsschlaf mehr. Andere brauchen noch bis zu ihrem fünften Lebensjahr mittags eine kleine ca. 30 bis 60-minütige Ruhepause. Wichtig ist es, den Kindern keinen Druck zu machen, dass sie schlafen „müssen“. Dadurch kann es passieren, dass Schlaf in dem Kopf der Kleinen mit Druck und Stress verknüpft wird. Und auf „Anordnung“ können selbst wir nicht schlafen.

    Was tun, wenn dein Kind partout keinen Mittagsschlaf halten möchte?

    Ihr könnt probieren, das Zimmer abzudunkeln und euch zumindest kurz zu ihnen zu legen und eine Geschichte erzählen oder vorlesen. Gegebenenfalls könnt ihr ihnen auch ein Hörbuch anmachen.

    Und wenn das alles nicht hilft, haben eure Kleinen vielleicht Spaß sich ein Bilderbuch anzuschauen.

    Versucht so gut es geht entspannt und gelassen zu bleiben. Wenn ihr in Stress geratet, wird der Adrenalinspiegel eurer Kinder sehr vermutlich auch ansteigen. Was nicht gerade eine gute Voraussetzung fürs Schlafen oder zur Ruhe kommen ist.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    In diesem Zusammenhang könnte dir auch unser Beitrag „Mein Kind schläft nicht ein.“ interessieren (Hinweis der Redaktion).

    Werbung

    Federwiege von Memola

    Mit dem Gutscheincode FAMAG2019 erhaltet ihr im Memola-Shop einen Rabatt von 40 Euro auf die 3in1 Federwiege.

    Beitragsfoto: MNStudio / shutterstock
  • Tipps zur Zeitumstellung für Babys und Kinder – Sommerzeit

    Tipps zur Zeitumstellung für Babys und Kinder – Sommerzeit

    Am 28. März ist es wieder soweit. Die Zeit wird umgestellt. Wie lange bzw. häufig diese Zeitumstellung noch andauernd wird, ist nach den widersprüchlichen Interessen der einzelnen Ländern Europas ungewiss. Vermutlich wird dies 2021 nicht wie „geplant“ zum letzten Mal der Fall sein. Leider!

    Am 28. März ist es aber auf jeden Fall wieder soweit und die Uhr wird von Winter– auf Sommerzeit umgestellt. Was heißt, dass die Zeit in der Nacht vom 27. auf den 28. März von 2 auf 3 Uhr vorgestellt wird und uns somit eine Stunde „genommen“ wird.

    Damit haben vor allem Babys und Kinder zu kämpfen. Da der Schlafrhythmus von Babys, wenn sie ihn denn gerade gefunden haben, noch sehr anfällig bei Veränderungen ist.

    Am besten können wir ihnen helfen, indem wenn wir uns gleichzeitig mit ihnen auf diese Umstellung vorbereiten. Denn auch, wenn wir als Erwachsene diese Umstellung besser verkraften, fordert sie unserem Körper eine Menge Energie ab. Es ist im Prinzip ein, wenn auch nur einstündiger, Jetlag.

    Nicht nur die reine „Zubettge-“ und Aufwachzeit, sondern der ganze Tagesrhythmus unserer Kleinsten wird durcheinandergebracht.

    Zeitumstellung von 2 auf 3 Uhr

    Babys und Kinder auf die Zeitumstellung vorbereiten

    Am besten startet ihr mit der langsamen Rhythmusveränderung eine Woche vor der Zeitumstellung mit kleinen Zeitverschiebungen.

    Zum Beispiel indem ihr darauf achtet, eure Kleinen jeden Tag etwa 10 Minuten früher aufzuwecken und früher Schlafen zu legen.

    Ebenso wie ihr die Schlafenzeiten anpasst, könnt ihr andere, den Tag strukturierende Elemente nach vorne zu verschieben. Dies sind zum Beispiel die Essen-/Stillzeiten und Spiele- oder Spaziergehzeiten. Dabei solltet ihr darauf achten eure Kleinen in dieser Zeit nicht zu viel zuzumuten. Denn das ist es ja gerade, vor dem ihr sie bewahren wollt.

    Wenn es mit der langsamen Vorbereitung nicht geklappt habt, könnt ihr ihnen dennoch behilflich sein. Indem ihr sie am Tag der Umstellung von der Winter- zur Sommerzeit etwas früher weckt und sie durch eine bewegungsreiche Tagesgestaltung mit viel frischer Luft probiert, sie früher müde werden zu lassen, so dass sie es am Abend  ggf. schaffen früher einzuschlafen.

    Dies könnt ihr zudem dadurch unterstützen, indem ihr den Schlafraum der Kleinen abdunkelt und morgens entsprechend früher erhellt.

    Ich wünsche allen, insbesondere Eltern und ihren Liebsten eine gute Vorbereitung um Umsetzung der anstehenden Zeitumstellung am 28. März 2021.

    Ps. Übrigens am 31.10.2021 erfolgt die Umstellung von der Sommer- auf die Winter- bzw. Normalzeit.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Beitragsfoto: ls Alina R/rs Freedom Master / shutterstock
    Foto2: Freedom Master / shutterstock
  • Der Winter: Mit Kindern den Jahreskreis erleben

    Der Winter: Mit Kindern den Jahreskreis erleben

    Mit Kindern den Jahreskreis erleben. In diesem Artikel findet ihr viele Beschäftigungstipps, Spiele und Rituale für die kalte Winterzeit.

    Draußen stürmt und schneit es. Regen fällt und es gibt in den ersten Monaten des Jahres meistens richtig fieses Schmuddelwetter. Die für Kinder aufregenden Feste wie Nikolaus, Weihnachten und der Jahreswechsel sind vorüber und der Winter zeigt sich von seiner ungemütlichen Seite.

    Obwohl die Tage schon langsam wieder länger werden, dauert es doch noch richtig lange, bis die Welt wieder freundlich grün wird und die Sonnenstrahlen uns endlich wieder ein wenig zu wärmen beginnen.

    Die Spielplätze sind unterm Schnee verborgen oder machen einfach keinen Spaß bei eiskaltem Matsch und grauem Regenwetter. Jetzt kommt die lange Durststrecke. Keine spannenden Feierlichkeiten mehr in Sicht. Seit Wochen drückt das eintönige Grau vor dem Fenster aufs Gemüt – auch den Kleinen – und das viele Stubenhocken und Drinnen spielen nervt alle.

    Winterliche Tipps für drinnen & draußen

    Jahreskreis Winter - Kind am Malen

    Was da hilft, ist Kreativität. Indem man sich bastelnd, malend und anderweitig gestalterisch mit Väterchen Frost auseinandersetzt, vergeht

    • die Zeit schneller und
    • gewinnt man auch dieser Jahreszeit eine schöne Seite ab.

    Wie wäre es mit einem Schneeflockenbild mit Pinsel und Wasserfarben, gemischt mit viel Wasser in ein wässriges helles Blau. Mit Deckweiß direkt aus der Tube gedrückt, gelingen tolle Schneeflocken. Ein Schneemann kann mit weißen Wollresten im Kreis gelegt oder mit drei Wattebäuschen aufgeklebt werden.

    Jetzt braucht der eisige Mann noch einen Hut und etwas orangefarbenes Tonpapier für die Nase. Etwas Reisig wäre noch toll für seinen Besen: Ziehen wir uns doch schnell mal den Skianzug an und schauen draußen nach, ob wir ein kleines Ästchen und ein paar Steine für die Knöpfe vor der Türe finden.

    Schwups, haben wir auch eine Aufgabe für unsere Kinder (und uns selbst!), um trotz kaltem Wind und eisigen Schneeregen einen Spaziergang zu machen. Rausgehen ist immer gut für die Kinder – bei jedem Wetter.

    Oft sind es nämlich nicht die Kleinen, die ein Problem mit dem Wetter haben, sondern die Großen, die keine Lust haben bei miesem Wetter vor die Tür zu gehen. Doch die Überwindung lohnt sich immer. Die Kinder sind wieder frisch und lang nicht so quengelig. Und sie sind abends

    Da macht auch das Basteln in der Stube noch viel mehr Spaß, wenn draußen gefundene Schätze aufgeklebt werden können.

    Eisskulpturen basteln

    Eine tolle Idee sind auch Eisskulpturen. Dazu benötigt man ein paar Sandförmchen oder andere Formen, z.B. Schüsseln. Zuerst legt man Winterschätze hinein, wie Gewürze, Orangenscheiben, aber auch glitzernde bunte Glassteine oder andere leuchtende Kleinigkeiten wie kleine Tiere oder Figuren.

    Dann gießt man Wasser dazu in die Form und stellt das Ganze über Nacht nach draußen. Am nächsten Tag ist alles tiefgefroren und man klopft das Kunstwerk vorsichtig aus der Form. Damit es nicht kaputt geht, ist es wichtig, dass das Eis nicht zu dünn und zerbrechlich ist.

    Eine große Schüssel sollte man allerdings auch nicht ganz voller Wasser gießen. Denn je dicker das Eis ist, desto schwieriger löst es sich aus der Form! Sollte das passieren, nehmen wir die Form einfach mit ins Warme und lassen sie ein wenig antauen, bis sich der Eisklotz löst.

    Damit die Eisskulpturen auch aufgehängt werden können, legt man in das Wasser eine Schnur mit hinein, die mit ihrem anderen Ende (oder als Schlaufe) heraushängt.

    Am nächsten Tag können die Objekte dann in Bäumen oder vor dem Fenster aufgehängt, hingestellt und gebührend bewundert werden. Besonders schön sieht es aus, wenn sich das Licht der Wintersonne in dem dicken Eis bricht.

    Tiere im Winter

    Was machen eigentlich die Tiere im Winter? Klar, so viele sind nicht zu sehen wie sonst, doch es gibt wunderschöne Bilderbücher über die heimischen Tierarten und die Tiere des Waldes. Gemeinsam mit den Kindern auf Entdeckertour gehen, macht Riesenspaß.

    Mit so einem Buch gelingt es auch Laien, einige Tierspuren im Schnee (oder im Matsch) zu finden und zu bestimmen. Den Spuren kann man auch folgen! Oft finden sich auch Hinterlassenschaften der Tiere wie Federn, Knochen, „Kaka“, ein Gewölle oder sogar ein bisschen Fellhaare.

    Dazu muss auch nicht unbedingt ein Wald in der Nähe sein. Auch in den Stadtparks leben ganz schön viele wilde Tiere wie Eichhörnchen, Hasen und einige mehr.

    Bei so einem Abenteuer lassen sich den wissbegierigen Kindern auch gut naturwissenschaftliche Sachverhalte sowie Arten- und Umweltschutz erklären. Etwa, dass man die zurückgebliebenen Laubhaufen besser stehen lässt, denn dort könnte ein Igel mit seiner Familie Winterschlaf halten!

    Und die Tiere, die wach geblieben sind? Sie haben es jetzt im tiefen Winter, gerade in schneereichen Gegenden oft schwer mit der Futtersuche. Viele haben sich zwar Vorräte angelegt, aber auch die halten nicht ewig, wenn der Schnee alles zudeckt.

    Es ist eine wunderschöne Aufgabe, den Tieren Futter zu bringen. Für die Rehe und Hirsche können Äpfel mit Sonnenblumenkerne gespickt werden. Mamas und Papas können diese, aber auch Karotten mit Nadel und Faden durchstechen (oder mit einem Handbohrer durchbohren).

    So können die Mitbringsel an Nadelbäumen mit tiefen Ästen oder in Gebüschen festgebunden werden. Da gibt es bestimmt so einige Interessenten mehr auf Futtersuche!

    Vogelfutter selber herstellen

    Jahreskreis Winter - ein Kind legt Vogelfutter in ein Vogelhäuschen

    Für die Vögel kann Körnerfütter ausgestreut werden. Es ist eine lohnende Attraktion auch auf dem Balkon ein Vogelhäuschen aufzustellen! Durchs Fenster kann die ganze Familie beobachten wie die Vögel zum Picken herbeifliegen. Dabei kann mit einem Sachbuch zusammen nachgeschaut werden, was denn das für Vögel sind, die im Winter bei uns geblieben sind.

    Es ist übrigens gar nicht schwer, selbst Vogelfutter herzustellen. Die Vögel brauchen nämlich auch viel Fett, um die Kälte auszuhalten. Für Meisenknödel oder Meisenringe benötigt man Rindertalg oder Bio-Kokosöl, notfalls auch ungehärtetes Kokosfett.

    Dieses in einem alten Topf langsam erwärmen bis es schmilzt. Hineingegeben werden können die Körner einer Vogelfuttermischung. Haferflocken oder Erdnüsse schmecken den Vögeln auch gut!

    Alles durchmischen und Kugeln formen. Diese trocknen an der kalten Luft rasch. Für die Meisenringe kann man zwei runde Keksausstecher unterschiedlicher Größe als Form ineinander stellen.

    Kinder lieben den Karneval!

    Jahreskreis Winter - Karneval Kinder verkleidet

    Und noch etwas steht in diesen letzten Wintermonaten an! Der Karneval oder Fasching bringt jetzt doch noch Farbe ins graue Einerlei. Das ist natürlich nicht jedermanns Sache, aber kleine Kinder verkleiden sich in den allermeisten Fällen sehr gerne. Es mögen sich zwar nicht alle anmalen lassen, aber das muss ja auch nicht sein.

    So ein Karnevalsumzug ist eine echte Erfahrung. Die machen die Kleinsten am liebsten auf dem Arm von Mama oder Papa, denn die bunten Masken, die da an einem vorbeiziehen und manches Mal sogar auf einen zuspringen, können ganz schön gruselig sein…

    Wem das Gewusel auf dem Kinderfasching zu viel und das vielstimmige Kindergebrüll dort zu laut ist, der feiert doch ein eigenes kleines Kostümfest im Februar oder März. Dazu muss das Kind ja nicht unbedingt in dieser Zeit Geburtstag haben.

    Ein paar Kitafreunde und ihre Mamas sind schnell eingeladen und jede bringt was mit: Faschingskrapfen, Luftschlangen und lustige Tanzmusik. Konfetti selbermachen ist übrigens auch ein Riesenspaß: Die Kinder lieben es, bunte Papierreste mit dem Locher zu lochen oder in kleine Schnipsel zu reißen.

    Die Reise nach Jerusalem

    Nach wilden Tänzen und der „Reise nach Jerusalem“* zu der so viele Stühle wie Kinder und Musik benötigt werden, darf dann auch ein etwas ruhigerer Part folgen.

    *für jedes Kind einen Stuhl mit den Lehnen aneinander stellen. Die Kinder tanzen zur Musik um die Stühle herum. Bricht die Musik ab, muss sich jedes Kind einen Stuhl suchen. Ruhig erst einmal drei, vier Runden mit allen Stühlen tanzen lassen, dann ist das Spiel nicht gleich für ein Kind vorbei.

    Erst später den ersten Stuhl entfernen, sodass ein Kind keine Sitzgelegenheit mehr findet. Dieses bekommt einen Trostpreis, ein Bonbon oder Keks, oder darf vielleicht jetzt den Rekorder bedienen. Bei jeder Runde jetzt einen Stuhl entfernen.

    Ruhigere Spiele für eine Faschingsparty sind zum Beispiel Verkleidungen raten. Dazu braucht ihr eine Verkleidungskiste mit allerlei Tüchern, Ketten, Hüten und anderen Dingen aus Mamas Schrank, aber auch Spielzeug und Alltagsdinge sind gut wie zum Beispiel ein Kochlöffel, eine Schürze, eine Gießkanne, Arztkoffer, Puppenzubehör, ein Bauhelm, Säbel und vieles mehr.

    Lustig ist es auch, gemeinsam bunte Konfetti Bilder zu malen. So bunt wie möglich, mit Fingerfarben, Kreiden und allem, was da ist. Dann dürfen die Kinder Luftschlangen und Konfetti auf ihre Faschingsbilder kleben. Viele bunte Farben machen froh und die Zeit bis zum Frühling kurz und lustig!

    Viele Grüße Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Yuganov Konstantin / shutterstock
    Foto 2: Tomsickova Tatyana / shutterstock
    Foto 3: Maria Evseyeva / shutterstock
    Foto 4: FeldVam / shutterstock
    
    
  • Wieviel Medienkonsum ist gut für Kleinkinder?

    Wieviel Medienkonsum ist gut für Kleinkinder?

    Ganz ehrlich: Kleinkinder brauchen weder Fernsehen noch Tablets also keinen Medienkonsum. Oder habt ihr schon mal eine Zweijährige gesehen, die aktiv nach dem Tablet verlangen würde, wenn ihr andere spannende Spiele angeboten und am besten auch noch mit ihr gemeinsam aufgebaut und gespielt werden?

    Kleine Kinder wollen die Welt entdecken. Vermeintlich verlangen sie dann nach Smartphone & Co., wenn sie es bereits kennen gelernt haben. Und wer hat es ihnen gezeigt? Genau, wir, die Großen.

    Denn eigentlich sind es die müden, überforderten, gelangweilten, abgelenkten oder desinteressierten Erwachsenen, die nach einer Pause verlangen. So kommt die elektronische Unterhaltung überhaupt ins Spiel.

    Kein Medienkonsum bis zum 3. Lebensjahr

    Was ich beim ersten Kind noch einigermaßen geschafft habe, nämlich fast kein Medienkonsum bis zum dritten Geburtstag, daran bin ich mit den Geschwisterchen sagenhaft gescheitert.

    Erstens, wenn das große Kind wie gebannt auf einen Bildschirm starrt, bekommen die Kleineren das unweigerlich mit und wollen das auch. Es hüpft schließlich schön bunt und singt lustig im Kasten. Was soll daran schädlich sein?

    In der Tat ist es beim zweiten und dritten Kind ungleich schwieriger, auf einen bewussten Medienkonsum zu achten. Doch auch das geht – natürlich ausgenommen: Tage am Rande des Nervenzusammenbruchs, die ja nun wohl wirklich fast alle Eltern kennen, oder?!

    Wie wäre es zum Beispiel damit, dass großer Bruder und große Schwester abends als Privileg länger aufbleiben dürfen? Oder dass sie sich gemeinsam mit Mama ihre Medienzeit während des Mittagsschlaf der Kleinen gönnen?

    Dann haben die Eltern weiterhin ihre Ruhepause und das große Geschwister fühlt sich in seiner Rolle als „Großer“ gestärkt, während die Kleinen noch nicht viel vom Medienkonsum mitkriegen müssen. Da gibt es bestimmt ein passendes Modell für jede Familie.

    Wir sind die Vorbilder

    Zweitens, wenn die Eltern viel Zeit am Smartphone in den sozialen Medien oder vor Bildschirmen von Computern und TV verbringen, ist es für Kinder natürlich schwer verständlich, warum sie das selbst nicht tun sollten.

    Es gilt immer zu berücksichtigen, dass unsere Kinder nicht verstehen, was wir für einer Tätigkeit nachgehen, wenn wir auf einen Bildschirm oder ins Handy starren. Sie können nicht erkennen, ob wir gerade arbeiten, wichtigen Papierkram erledigen oder zocken.

    Das habe ich verstanden, als mein Dreijähriger eines Tages während meiner Arbeit im Homeoffice unter den Schreibtisch gekrabbelt ist – und zack – den Hauptschalter gekappt hat. Bildschirm schwarz, Mutter kreischt, aber Kind hat sein Ziel erreicht: endlich schaut Mama es an, beachtet es.

    Es hat die gerade so dringend benötigte Aufmerksamkeit der Mutter wieder erlangt. Da habe ich auch erkannt wie viel Wahres in dem Spruch von Karl Valentin liegt: „Wir brauchen unsere Kinder nicht erziehen, sie machen uns sowieso alles nach.“

    Die Vorbildfunktion der Erwachsenen ist im Zusammenhang mit Medienerziehung und einem bewussten Umgang mit den Medien nicht zu unterschätzen. Mami trifft sich mit der Freundin und das Baby kriegt das Tablet vorgelegt, damit es beschäftigt ist? Die Familie sitzt im Restaurant und die Kinder bekommen die Smartphones, damit sie bloß still sind? Traurig aber wahr, das sind häufig beobachtete Szenen in der Öffentlichkeit, aber auch in den eigenen vier Wänden.

    Natürlich macht das jeder von uns mal und dagegen ist doch auch nichts einzuwenden. Manchmal geht es eben nicht ohne. Doch die schnelle Hilfe bei Knatsch, Streit und Geschrei hilft nur vordergründig. Rasch ist das vermeintlich praktische Hilfsmittel im Dauereinsatz.

    Natur erleben statt Medienkonsum

    Den Kindern mangelt es an Bewegung und frischer Luft. Waren das nicht mal die ultimativen Geheimtipps für entspannte, ausgeglichene Kinder? Denn Gebrüll und Motzerei geht nach der Spielzeit leider meistens in die nächste Runde. Die Kinder sind dabei noch vielmehr überdreht als vor dem Gebrauch von Smartphone und Tablet.

    Wenn Fernsehen und Tablet täglich eingesetzt werden, um in Ruhe seinen eigenen Bedürfnissen nachzugehen, gewöhnen sich die kleinen Menschen recht schnell an eine ständige Mediennutzung. Und wer sich an etwas gewöhnt hat, fordert das dann auch lautstark ein. Logisch, oder?

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Kinder umso mehr nach Filmen und Videospielen verlangen, desto häufiger wir vor dem Bildschirm sitzen.

    Aber alles halb so wild. Es lohnt sich wirklich gegenzusteuern. Genauso schnell wie die Kids sich an einen erhöhten Medienkonsum gewöhnen, so schnell lassen sie sich auch wieder auf andere Gedanken bringen.

    Wenn ich das Gefühl hatte, jetzt verbringen wir aber eindeutig zu viel Zeit vor der Glotze, habe ich uns allen strikt medienfreie Tage verordnet. Ab nach draußen, alle zusammen, hinaus in den Wald oder den Park.

    Sinnvolle Beschäftigungen

    Sehen die Kinder, dass auch die Großen mal für einen ganzen Tag Smartphone und Tablet in der Tasche lassen, vergessen sie die aufregende, aber eben auch nicht reale Welt aus Film und Fernsehen wieder. Plötzlich ist ihr wirkliches Leben ein großes Abenteuer, denn so ein Tag im Indoorspielplatz oder auch ein einfacher Waldspaziergang kann ganz schön spannend sein.

    Die Natur lässt sich wie eine große Schatzsuche inszenieren. Dazu braucht es kaum Hilfsmittel. Gerade kleinere Kinder finden alles spannend vom Tunnelgraben im Sandkasten bis zum Schneemann bauen.

    Alles, was sie brauchen, ist ein klein wenig Anleitung und eine Idee – ihre eigene Phantasie zeigt ihnen den Rest. Aber am schönsten ist es manchmal doch, wenn Papa oder Mama mitspielen.

    Es ist sehr sinnvoll, den Kindern, zum Beispiel mittels Sportangeboten, alternative Beschäftigungsmöglichkeiten an die Hand zu geben. So bekommen sie Hobbys und lernen etwas kennen, das ihnen Spaß macht.

    Sie kriegen von klein auf eine Idee, dass das Leben mehr beinhaltet als die digitale Welt. Denn geht es nicht in erster Linie um einen Ausgleich, ein sowohl als auch?

    Schon Kleinkinder haben Spaß beim Kinderturnen oder der Eltern-Kind-Partner-Variante. Ob Schwimm- oder Skikurs, Fußball, Kindergarten oder Pekip – am besten ist es doch immer, zunächst etwas auszuwählen, was auch den Interessen der Eltern entspricht. So ist viel gemeinsame Zeit garantiert.

    Sinnvoller Medienkonsum

    Der Neurologe Prof. Dr. Joachim Bauer empfiehlt aufgrund neuester Erkenntnisse aus der Hirnforschung einen sehr moderaten Umgang mit digitalen Medien bis zum zehnten Lebensjahr.

    „Die Welt ist keine zweidimensionale Bedienungsoberfläche, sondern eine dreidimensionale Welt, die sich das Kind nur analog, nicht digital erschliessen kann. Daher sollen Kinder in den ersten zehn Lebensjahren in der realen Welt spielen, die Natur erkunden, musizieren und lernen ihren Körper einzusetzen.

    Smartphones, Tablets und PCs engen, wenn sie in dieser Zeit zur Beschäftigung des Kindes werden, den Erfahrungsraum des Kindes gefährlich ein.“ Prof. Dr. Joachim Bauer (Auszug aus einem Interview im Naturblog Mami Rocks.)

    Die tägliche Medienzeit sollte daher auf keinen Fall eine halbe Stunde übersteigen – und wie gesagt – komplett medienfreie Tage sind sehr hilfreich, um den Medienkonsum einzuschränken. Für kleine Kinder gibt es tolle Lernspiele, aber auch Mal- oder Musikspiele sind nette Zerstreuungen.

    Altersangaben von Spieleherstellern

    Die Altersangaben von Filmen und Spieleherstellern sind meiner Meinung oft nicht zutreffend. Allein schon die Länge eines Kinofilms ist für ein Kleinkind zu lang. Es schafft es gar nicht, sich auf so eine komplexe Geschichte zu konzentrieren.

    Auch die vielen Zeichentrickfilme, die kindlich wirken, aber 1-A nach dem Hollywood-Actionfilm-Muster gestrickt sind, finde ich ungeeignet. Außerdem ist mir in den meisten Filmen zu viel Gewalt und Kampf im Spiel.

    Viel besser sind da Kinderserien, die 10 oder allerhöchstens 20 Minuten dauern. Mir gefallen da die Serien aus Frankreich sehr gut, z.B. Bali, oder Trotro – ein allerliebstes Eselchen und natürlich auch Caillou.

    Tolle deutsche Serien sind Jonalu und immer wieder die Spots von Sendung mit der Maus. Wir diese sehr viel auf Youtube geguckt. Leider gibt es dort mittlerweile auch immer mehr Werbung in den Filmen. Die kann man aber immerhin überspringen – im Gegensatz zur Fernsehwerbung.

    Da sind wir schon bei einem neuen Thema: Es ist nie früh genug, um den Kindern die manipulativen Fallstricke von TV & Internet zu erklären. Das geht ganz einfach: Indem Ihr selbst etwa die Werbung mit einem kritischen Kommentar entlarvt, verstehen Eure Kinder schnell, dass nicht alles, was da auf dem Bildschirm erzählt wird, der Wahrheit entspricht.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Werbung

    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist:

    Beitragsfoto: Twin Design / shutterstock
    Pinteres: LDProd von G Images Pro (über Canva) & Twin Design
  • Hilf mir es selbst zu tun!  – Montessori für Kleinkinder

    Hilf mir es selbst zu tun! – Montessori für Kleinkinder

    Die Montessori-Pädagogik verbinden viele mit Privatschulen und exklusiven Kindergärten. Doch das Konzept der italienischen Pädagogin Maria Montessori steht allen offen. Die Beschäftigung mit ihren Ansätzen lohnt sich auch zuhause.

    Sie selbst sagt, „Lehrer sind alle Bezugspersonen, die das Kind in seiner Entwicklung begleiten“. Also keineswegs nur Erzieher in Schule und Kindergarten, sondern ganz klar auch die Eltern, ggf. Großeltern und Geschwister.

    Maria Montessori geht es um die Freiheit, um die selbständige Entwicklung des Kindes. Mit Freiheit ist aber auf keinen Fall „sich selbst überlassen“ gemeint. Es geht um die freie Wahl der „Beschäftigung“. „Die Freiheit unserer Kinder hat als Grenze die Gemeinschaft, denn Freiheit bedeutet nicht, dass man tut, was man will, sondern Meister seiner selbst zu sein“ und die Grenzen anderer zu respektieren, Maria Montessori: Grundlagen meiner Pädagogik, 1968)

    Die Kontrolle über den Körper

    Ihre Theorie beruht darauf, dass gerade kleine Kinder noch Probleme damit haben, Aufforderungen nachzukommen – aus dem einfachen Grunde, dass ihr Körper sich dem Geist nicht ohne weiteres unterzuordnen vermag, ja sie selbst ihre Körper nicht wirklich beherrschen.

    Das leuchtet jedem ein, der kleinen Kindern zuguckt: wie schwer es ihnen fällt, die Bewegungen, ihre Körperteile zu koordinieren. Überhaupt ist die Beobachtung unserer Kinder ein wesentliches Anliegen: Nur so können die Erwachsenen erkennen, was ihr Kind braucht. Die „Lehrer“ sollen sich absolut zurücknehmen und die Kinder machen lassen.

    Wenn die Umgebung von den „Großen“ vorbereitet ist, können die Kinder ohne Reizüberflutung aus dem vorhandenen Spielzeug auswählen. Jetzt kommt es darauf an, dass sie sich vollkommen in ihr selbst gewählte „Spiel“ vertiefen können. Bei Montessori heißt das die „Polarisation der Aufmerksamkeit“.

    Einfach übersetzen können wir dies mit „Work-Flow“. Wer kennt das nicht, wie glücklich und zufrieden man sich fühlt durch die Vertiefung und Erfüllung in eine Aufgabe. Montessori ist der Meinung, dass nur durch die freie Wahl und das selbständige Spielen echtes Interesse am Gegenstand von Seiten des Kindes entsteht.

    Sie betont die Wichtigkeit von Ordnung und Stille, die Konzentration und somit Lernen erst möglich machen. Diese Atmosphäre entsteht häufig erst nach etwas „Langeweile“, die meistens für uns Eltern schwerer auszuhalten ist.

    Montessori zuhause

    Mit einfachen Mitteln kann der Alltag mit Kind nach den Prinzipien Montessoris gestaltet werden. Dazu muss die Umgebung von den Erwachsenen vorbereitet werden. Maria Montessori sagt: „Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen, sondern wir sollen die Umgebung dem Kind anpassen.“

    Die Aufgabe der Eltern liegt laut Montessori darin, das richtige Material zur richtigen Zeit bereitzustellen.

    Was bedeutet das nun konkret für das Kinderzimmer? Es ist keinesfalls notwendig, dass das Kind nun ausschließlich mit Montessorimaterialien spielt. Natürlich lohnt es, sich einmal in dieser Richtung umzusehen. Viele Materialien können ganz einfach selbst hergestellt werden, z.B. Übungsmaterialien zur Vorbereitung auf das Dezimalsystem.

    Der „Rosa Turm“ und andere Montessori Spielzeuge

    Rosa Holzturm - Montessori Spielzeug

    Der Rosa Turm etwa besteht aus zehn Klötzen. So gelingt es dem Kind das Zehnersystem erfahrbar zu machen, lange bevor es überhaupt mit Zahlen zu tun hat, geschweige denn zu rechnen beginnt.

    Egal ob Puzzle, Puppengeschirr, Bauklötze und Kaufladensachen: Elementar wichtig ist es, das Spielzeug in offenen Regalen zu präsentieren. Am besten geeignet sind Tabletts und Körbe, in denen die Spiele bereit liegen. So überblickt das Kind das Angebot und kann sich selbst, seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend, etwas aussuchen.

    Hier geht es genau um die eingangs beschriebene freie Wahl der Beschäftigung. Diese Freiheit fördert die Entscheidungsfähigkeit. Und wenn sich jetzt kein Erwachsener in das freie Spiel einmischt, tut das auch dem Selbstbewusstsein gut. Montessorimaterial hat zudem stets eine Fehlerkontrolle eingebaut, mit der das Kind selbst überprüfen kann, ob es alles richtig gemacht hat. Auch dies entspricht Maria Montessoris Grundprinzip „Hilf mir, es selbst zu tun.“

    Puzzles etwa sollten nicht fertig daliegen: Sie sind viel spannender, wenn sie in ihre Einzelteile zerlegt auf das Kind warten. Überhaupt ist es eine prima Idee, sich für die Umgestaltung des Kinderzimmers einmal auf Augenhöhe des Kindes zu begeben, sich also auf den Boden zu setzen.

    Wer seine Umgebung einmal aus der Perspektive des Kindes wahrnimmt, wird über einiges erstaunt sein. Wie hoch die Bilder hängen! Wie unerreichbar der Esstisch, viele Schränke und Regale plötzlich sind. Selbst das Waschbecken und die Küchenzeile sind viel zu weit weg, als dass das Kleinkind da herankommen könnte.

    Ideen für den Wohnraum

    Deshalb gibt es auch viele tolle Ideen, um die Wohnung insgesamt an den Erfahrungsraum der Kinder anpassen zu können.

    Beginnen wir mit dem Kleiderschrank: Wer darüber stöhnt, dass sich sein Dreijähriger doch endlich ein bisschen fürs Anziehen interessieren könnte, wird sich wundern! Wenn Kleinkinder frei an ihre Klamotten herankommen können, ziehen sie sich viel schneller und lieber selbst an.

    Freiheit bedeutet Selbständigkeit! Maria Montessori traut dem Kind viel zu – wir müssen dem Kind die Möglichkeit geben, es selbst zu tun. Natürlich muss man damit rechnen, dass die Kombinationen nicht immer dem entsprechen, was wir den Kleinen herausgelegt hätten.

    Da muss man dann auch die Größe haben, das Töchterlein einmal mit Rüschenröckchen über die Jeans getragen in den Kindergarten gehen zu lassen. Unsere Buben trugen seinerzeit gerne mehrere Unterhosen übereinander, weil sie die neue einfach drüber zogen.

    Aber alles selbst gemacht! Also einfach die Kinderkleider in die unteren Fächer des Schrankes platzieren oder eben auch in offene Regale. Ein Kasten für die Socken und einer für die Unterhosen verhindert allzu großes Chaos im Schrank.

    Auch in Küche und Bad bringen einige kleinere Veränderungen viel für die Kinder. Im Bad lohnt sich ein kleiner Waschtisch mit einer fest stehenden Schüssel – etwa einer großen, schweren Auflaufform.

    Andere findige Kreative haben eine große Plastikschüssel in einen Stuhl ohne Stuhlkissen eingepasst. In dessen Lehne kann dann gleich noch der Spiegel geklebt werden. Dazu kommen Kamm oder Bürste, Zahnpasta, Becher und Zahnbürste, evtl. ein kleiner Taschenspiegel sowie Haken für das Handtuch und einen Waschlappen.

    Natürlich ist auch hier folgendes Szenario zu erwarten: Wasser überall, nur nicht mehr im Waschtisch, Kind nass und glücklich. Also wieder zum Schrank und neue Kleider aussuchen… so vergeht selbst ein langer Vormittag recht schnell!

    Platz schaffen

    Wer einfach keinen Platz hat, kann sich eine Kletterplattform bauen. Auch hierfür gibt es zahlreiche Anleitungen im Netz. Das Ding kann in Bad und Küche gleichermaßen eingesetzt werden und vergrößert den Radius des Kindes. Im Bad hatten wir lange Zeit einen Trittschemel, der war für uns perfekt.

    Auch in der Küche ist ein Kindertisch etwas schönes. Kleine Stühlchen, ein kleiner Herd und ein paar Küchenutensilien, wie Nudelholz und Schneebesen sind wunderbare Anschaffungen, damit das Kind alles tun kann, was die Eltern auch so machen.

    Solches Küchenzubehör kann auch ruhig aus der echten Mama-Küche kommen – es müssen nicht immer alles teure Holzspielsachen sein. Ein echter Topf mit Deckel, einen Kochlöffel und ein paar Bestecke plus Topflappen dazu und ein Kind verbringt glückliche Momente beim Kochen.

    Etwas ganz tolles sind Schüttspiele. Dazu braucht es getrocknete Bohnen, Mais, Kichererbsen, Erbsen in großen Schüsseln, dazu einige Trichter und leere, saubere Flaschen.

    Selten habe ich Kinder so konzentriert und vertieft arbeiten sehen. Ganz spielend lernen sie dabei, quasi in der Trockenübung, sich selbst etwas zu trinken einzuschenken.

    Eure Verena Wagner (Babytalk-Autorin)

    Beitragsfoto: UvGroup / shutterstock
    Pinterest: Joaquin Corbalan von G Images (über Canva)