Schlagwort: Notkaiserschnitt

  • Wochenbett – Erfahrungsbericht: Vom Schwiegermutter – zum Traumwochenbett

    Wochenbett – Erfahrungsbericht: Vom Schwiegermutter – zum Traumwochenbett

    Wochenbett – Viktorias Geburt vor über fünf Jahren war eine kleine Herausforderung für unsere Nerven. Denn in einem Krankenhaus, in dem normalerweise elf Kinder im Monat das Licht der Welt erblickten, war Viktoria das elfte Kind an ihrem Geburts-Tag.
    Es wurde ein Notkaiserschnitt, da ihre Herztöne nicht mehr optimal waren, zudem lag sie damals quer im Bauch. Ein bisschen sah es auf vorher im Ultraschall aus, als würde sie unter einer Palme liegen;) Mein Frauenarzt schickte mich vorsichtshalber am späten Nachmittag, nach einem CTG bei ihm in der Praxis, in die Klinik.

    Da unter diesen Umständen keine natürliche Geburt in diesem Krankenhaus in Frage kam, wurde nicht viel diskutiert. Keine Stunde nach der Ankunft im Krankenhaus kam die Hebamme bereits mit den Thrombosestrümpfen ins Zimmer geflogen und machte mich OP-fertig.

    Der Notkaiserschnitt

    Der Kaiserschnitt lief für die Maus zum Glück super, sie war etwas blau aber ansonsten top fit und sofort neugierig auf die Welt☺. Um 22:26 Uhr war bzw. wurde sie „geschlüpft“. (Hier findet Ihr den entsprechenden Beitrag zu diesem Kaiserschnitt)

    Was mich betrifft, so war der Kaiserschnitt ein Horror. Ich hatte Schmerzen ohne Ende, was jedoch keiner außer dem Vater von Viktoria interessierte. Als ich anfing zu weinen, wurde es mit „typisch Mutter“ kommentiert. Und nach der OP vergaß man den Papa von Viktoria und mich im Kreißsaal, in den man mich schob, um von dort auf die Station verlegt zu werden.

    Erst nach drei Stunden kam eine genervte Schwester von der Station. Diese fragte ganz aufgelöst, was wir denn bitte im Kreißsaal machten und brachte mich um kurz nach zwei in mein Zimmer. Dort fingen heftige Schmerzen an und ich fragte nach einer Infusion.

    Die war aber nicht möglich, da kein Arzt sie verordnet hatte und alle Ärzte derzeit „ausgeflogen“ waren. Deshalb kam sie mit einem Paracetamol-Zäpfchen. Und um dieses zu verabreichen, warf sie mich auf den Bauch, indem sie das Betttuch mit einem Ruck auf Ihre Seite zog.

    Kurze Ohnmacht

    Ich war kurz ohnmächtig und kam nach einer Sekunde wieder zu mir. Mir liefen die Tränen über die Backe. Daraufhin kam der Kommentar des Jahrhunderts: „Zu einer Geburt gehören nun einmal Schmerzen, glauben Sie ja nicht, dass sie bloß wegen einem Kaiserschnitt drum herum kommen!“

    Meine Tochter sah ich das erste mal am nächsten Morgen um acht Uhr. Sie wurde mir gebracht und hatte in der Nacht schon drei Fläschchen Milch getrunken. Dabei hatte man mir versprochen, sie zum ersten Anlegen zu bringen, sobald sie hungrig ist.

    Wenn die Brüste gar nicht erst sprundeln

    Ich versuchte, auf Zurufen meiner Bettnachbarin, sie anzulegen. Das klappte absolut nicht. Ich hatte keine Ahnung, wie man das macht. Für alle, die sich wundern, was am Stillen so schwer ist: Die Kleine hatte durch die drei Flaschen keine Ahnung, was sie an der Brust denn bitte sollte. Zudem waren meine Brustwarzen alles andere als geeignet zum Stillen, was ich jedoch erst Wochen später erfuhr…

    Also fing das Kind an zu schreien. Sie hatte so einen Hunger, und auf mein Klingeln kam erst einmal über dreißig Minuten keiner ins Zimmer …

    Kurz bevor ich durchdrehte, kam der Papa von der Maus und stürmte auf die Babystation, wo er direkt eine Flasche in die Hand gedrückt bekam. Damit war uns erst einmal geholfen, das Mäuschen nuckelte seelenruhig ihre Flasche und lag von da an wie eine Königin auf meinem Bett.

    In den ersten drei Tagen kam keine Hebamme vorbei. Auch auf unser Nachfragen nicht.
    Um irgendetwas zu versuchen, damit ich vielleicht in ein paar Tagen stillen könnte, fing ich einfach mal an, Milch abzupumpen. Da kam allerdings nichts. Ein Tropfen war die ganze Ausbeute.

    Man sagte mir, dass sich mehr Milch bilden würde, wenn ich regelmäßig abpumpen würde. Also saß ich zehn Stunden am Tag vor der Milchpumpe.
    Es kamen pro Tag keine fünf Tropfen Milch und daran änderte sich leider auch nichts mehr…

    Das Wochenbett

    Nach der Entlassung begann das eigentliche Wochenbett.
    Wir wohnten bei meinen Schwiegereltern in Spe im Dachgeschoss. Und wie das Klischee es will, kam meine Schwiegermutter morgens nach oben und fegte mich aus dem Bett. Hier war staubzusaugen und dort der Boden zu wischen.

    Mein Baby nahm sie ständig und zog ihm erst einmal neue Klamotten an. „Das hier ist nichts für die Kleine!“, war ihr Standardsatz.
    Nach einer Woche öffnete sich die Naht der Kaiserschnittnarbe und ich wurde von meinem sehr, sehr einfühlsamen Frauenarzt in seiner Belegklinik stationär aufgenommen. Mit meinem Baby. Und was ab da an begann, könnt ihr Euch nicht vorstellen:

    Ein traumhaftes Wochenbett

    Man kümmerte sich rührend um uns beide. Wir hatten ein „Familienzimmer“, sodass niemand anderes ins Zimmer gelegt werden konnte und Viktorias Papa die Option hatte, dort zu übernachten.

    Wir hatten eine Kinderkrankenschwester für uns allein, da wir die einzigen mit Baby waren, bekamen alles, was wir auch nur andeuteten, und das Beste: Von Schmerzen war in dem Krankenhaus keine Rede mehr, denn wozu sollte man Schmerzen haben, wenn es doch so tolle Schmerzmittel gab?!

    Es wurden drei Wochen „Traum“ – Wochenbett“ in der Klinik, meine Mutter kam täglich vorbei, Viktorias Papa natürlich auch (der musste ja auch arbeiten). Und ich hatte Zeit für MICH und unser Baby.

    Ich las Bücher, Zeitschriften, und Facebook-Beiträge, nahm an Gewinnspielen teil, gewann eine CloudB Schildkröte (damals waren es nur elf Teilnehmer, da die Marke gerade erst auf dem Markt kam), gewann ein Eltern.de Gewinnspiel und lag oft nur im Bett und schaute meine wunderschöne Tochter an.

    Queen Viktoria zeigte ihre vorbildlichen „Manieren“

    Die Kleine trug übrigens zum Glück auf Ihre Art uns Weise hinzu: Sie schlief die Nächte durch!

    Und sie schrie fast nie. Nun gut, ich hatte ja auch genug Zeit, um ihre Bedürfnisse zu erspüren, aber sie hatte auch eine lustige Angewohnheit:

    Bevor sie anfing zu quengeln, räusperte sie sich ein paar Minuten lang!!! Die Krankenschwestern mussten sich ehrlich jedesmal „wegschmeißen“, wenn sie das Baby hüsteln hörten. So bekam Viktoria den Beinamen „Queen Viktoria“;)

    Wie ihr seht, hat mein damaliger Arzt mir eine Kehrtwende geschenkt. Von einem potentiellen „Horror“ – Wochenbett zum Traumwochenbett.

    Ich kann es jeder Mama empfehlen, noch BEVOR man einen körperlichen Grund bekommt (meine Naht, die sich öffnete), sich in gute Hände zu begeben. Heute würde ich vieles anders machen und wesentlich mehr auf meine Rechte pochen (vor allem in der Klinik, in der Viktoria geboren wurde).

    Aber man muss vieles erst lernen. Ich nehme die Erfahrung dankbar als Hinweis dafür, dass eine Mutter sich sehr viel um sich selber kümmern muss. Und nein, die Wohnung muss man nicht blitzeblank im Wochenbett halten.

    Wenn ihr dafür ein amtliches Schreiben braucht, stelle ich es Euch gerne aus 🙂

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

    Beitragsfoto: Mikhail Tchkheidze / shutterstock
  • Gewalt unter der Geburt – Ein sehr bewegender Bericht

    Gewalt unter der Geburt – Ein sehr bewegender Bericht

    Am eigenen Leib habe ich erfahren, wie sich Gewalt unter der Geburt anfühlt und möchte diese Erfahrung zum heutigen Roses Revolution Day mit Euch teilen.

    Ich war bereits im Zimmer indem das CTG geschrieben wurde, als sich die neue Hebamme nach dem Schichtwechsel vorstellte. Es war genau die Hebamme, der ich Wochen zuvor meine Vorstellungen meiner Geburt erläutert hatte.

    Sie wusste also Bescheid über meine sanfte Hypnobirthing Geburtsvorstellung ohne Hebamme, ganz für mich alleine, in Ruhe mit meinem Partner.

    Die ersten Stunden waren entspannt

    Ich konnte die Wellen gut veratmen und hatte kaum Schmerzen. Ich wurde in Ruhe gelassen und konnte mit meinem Partner alleine im Kreissaal entspannen. Die Wellen wurden von Stunde zu Stunde intensiver und ich fühlte mich immer wieder durch das Eintreffen der Hebamme sichtlich unwohler.

    Ich hatte schon extreme Schmerzen und gab mich den Wellen vollkommen hin. Immer wieder wurde nach dem Muttermund getastet und immer und immer wieder betonte sie, dass sich nicht wirklich was getan hat. Sehr motivierend nach 15 Stunden Schmerzen.

    Ich saß auf der Toilette und konnte aufgrund der heftigen Wellen nicht mehr ohne Hilfe aufstehen. Die Hebamme kam in die Toilette und fand mich weinend vor. Sie half mir beim Aufstehen. Das Blut lief mir an den Beinen hinunter und ich war einfach nur entkräftet.

    Sie sah mich an und sagte: „Da haben Sie jetzt ihre tolle, schmerzfreie Geburt, die die immer davon reden, wie schön das ist, sollten sich mal einen Tag hier zu uns stellen.“ Dies war die erste Erfahrung der Gewalt unter der Geburt für mich. Ich bejahte, damit ich sie nicht noch genervter machte als sie eh schon war und brach erneut in Tränen aus. Sie brachte mich zum Bett.

    Trotz Schmerzen war ich noch voller Vorfreude

    Nun hatten wir wieder mehr Ruhe. Ich genoss diese Stunden sehr, obwohl ich extreme Schmerzen hatte. Die Momente als Paar, voller Vorfreude auf unsren Sonnenschein. Ich bat meinen Partner mir den Gymnastikball zu geben, damit ich das Becken leichter kreisen konnte.

    Als plötzlich die Ärztin rein kam und ganz empört war, was ich den hier mache. Das sieht wackelig aus und ich sollte mich sofort hinlegen und den Ball weglegen. Ich war schockiert. Konnte aber aufgrund der Schmerzen keinen klaren Gedanken fassen und tat was sie verlangte.

    Wieder wurde nach dem Muttermund geschaut. Ich fühlte mich so hilflos und allein. So unverstanden und klein. Ich hielt noch 5 Stunden durch. Danach merkte ich wie nervös die Ärztin wurde- sie hatte den OP Kittel bereits an und flüsterte der Hebamme zu ob sie schon mit mir gesprochen hätte.

    Sie verneinte, klopfte mir auf den Rücken und lachte,,: ach die schafft das schon! Ich wusste, sie wollte mit Absicht, dass ich noch etwas länger was von meiner ,,schmerzhaften,, Geburt hatte. Ich war am Boden zerstört.

    So hatte ich mir die Geburt nicht vorgestellt

    So hatte ich mir das alles auf keinen Fall vorgestellt. Wieder ließen sie uns alleine im Zimmer und ich konnte verschnaufen. Nach 24 h Leid kam plötzlich die Ärztin herein und forderte mich auf, mich zu melden, wenn die nächste Wehe käme.

    Ich lag im Vierfüßlerstand da und dachte, sie wolle einfach nur schauen, wie ich mit den Wellen fertig wurde. Als die nächste Welle kam, führte sie ohne jegliche Warnung ihre ganze Hand in mich und tastete nach dem Muttermund. Egal ob es notwendig war oder nicht, ohne über ihr tun zu kommunizieren, fühlt es sich für mich wieder an, wie Gewalt unter der Geburt. Ich schrie vor Schmerzen und bat sie sofort aufzuhören.

    Drehte mich um und schrie, dass ich nicht mehr kann. Ich fühlte mich, als hätte ich all meinen Stolz verloren, nackt und um mein Frau sein beraubt. Vergewaltigt und bloßgestellt.

    Sie sah mich an und meinte: „Es wäre Zeit für einen Kaiserschnitt, aber die 24 Stunden Schmerzen waren halt jetzt umsonst, der Kleine rutscht einfach nicht ins Becken.“

    Mich der Gewalt „gebeugt“ – als Mama versagt

    Ich war schockiert! Wie eiskalt sie mir erklärte, dass ich jetzt als Mama versagt hätte. Ich wollte einfach nur meinen Sohn haben und in diesem schmerzhaften Moment war es mir egal wie. Ich unterschrieb den Zettel für den Kaiserschnitt und ließ mich in den OP fahren.

    Als ich da so auf dem OP Tisch lag, konnte ich einfach keinen klaren Gedanken mehr fassen und wollte einfach nur, dass dieser Tag eine Ende hat und ich endlich mein Kind in den Armen halten kann. Ich bekam die Betäubung und sie erklärte mir, was sie jetzt genau machen.

    Dann begann die Gewalt unter der Geburt

    Plötzlich passierte das, wovor wohl alle Mamas vor einem ungeplanten Kaiserschnitt Angst haben. Ich schrie drei Mal AUA, denn ich spürte, wie sie meine Bauchdecke aufschnitten. Es tat höllisch weh, aber niemand interessierte sich dafür. Und da war es wieder das Gefühl der Gewalt unter der Geburt.

    Sie sagte nur: Ich kann jetzt nicht mit dem Schneiden aufhören und machte weiter. Gott sein dank wurde ich dann in Narkose gelegt. Das für mich so unvorstellbare war, dass im Geburtsbericht angeführt wurde, dass ich so aufgebracht war und deshalb in Narkose gelegt wurde.

    Ich bin heute noch extrem verletzt über diese falsche Behauptung. Nach dem Aufwachen konnte ich nur kurz meinen Sonnenschein sehen, bevor ich 3 Stunden auf der Intensivstation lag.  Wieso, weiß ich bis heute nicht.

    In der Zwischenzeit hatte mein Lebensgefährte unseren Sohn alleine und niemand erklärte ihm, was mit mir los sei oder wo ich bin. Als ich dann ins Zimmer kam und endlich meine Sohn und Lebensgefährten sah, vergas ich alles, was in den letzten Stunden passiert war.

    Bis zu diesem Niederschreiben, hatte ich diesen Schmerz verdrängt

    Erst jetzt keimt sie auf – die Traurigkeit über diese Geburtserfahrung. Ich habe die Gefühle anfangs verdrängt. War so überglücklich diesen Sonnenschein zu haben – dass ich vergaß, wie schlimm diese Geburt für mich war.

    Ich bin traurig und wütend. Traurig, weil ich mein Kind nicht ohne Hilfe auf die Welt bringen konnte. Wütend, dass ich nicht Frau genug war in diesen Stunden klar meine Wünsche zu äußern.

    Dieser Tag sollte der schönste in meinem Leben werden und er wurde der schlimmste.

    Jede Frau hat das Recht auf eine schöne Geburt statt Gewalt unter der Geburt erfahren zu müssen. Was wir bei der Geburt leisten sollte mit Respekt behandelt werden.

    Eine Geburt ist ein Prozess, in dem wir uns vollkommen hingeben – alle unsere Hülle fallen lassen müssen und in die Tiefen des Schmerzes hinabsteigen, um danach das Glück auf Erden zu sehen.

    Mir wurde der schönste Moment genommen und ich werde diesen nie nachholen können. Ich werden lernen müssen nicht nur mit der äußerlichen Narbe, sondern auch mit der innerlichen leben zu müssen.

    Liebe Grüße Eure Christina Watzinger (Babytalk – Leserin)

    Unter diesem Link findet ihr eine weiteren Bericht zu Gewalt unter der Geburt. Und mit unserem Weltrekord für Hebammen wollen wir Mithelfen die „Umstände“  bei Geburten von wirtschaftlichen Aspekten zu befreien. Damit Frauen Gewalt unter der Geburt erspart bleibt. Auch wenn wir wissen, dass der Personalmangel nicht die alleinige Ursache ist, halten wir ihn doch für maßgeblich (Hinweis der Redaktion).

    Beitragsfoto: links Tyler Olson & rechts N1_5.6 / shutterstock
    Pinterest: Tyler Olson & Steve Lovegrove / shutterstock
  • Geburtsbericht: Ein Kaiserschnitt, der nicht optimal verlief, aber ein gutes Ende nahm

    Geburtsbericht: Ein Kaiserschnitt, der nicht optimal verlief, aber ein gutes Ende nahm

    Ein Geburtsbericht von Mira zu ihrem Kaiserschnitt. Er zeigt, dass ein akuter Personalmangel bzw. Stress in der Belegschaft direkte Auswirkungen auf das Geburtserlebnis haben kann. Auch bzw. gerade bei einem Kaiserschnitt.


    Wir dachten, wir hätten noch 5 Tage bis zur geplanten Entbindung, doch Püppilotta sah das wohl nicht so und wie es nun mal so ist, kommt es im Leben gerne anders als man denkt.

    Herztöne zu schnell

    Am Morgen eines lange geplanten Kontrolltermins erhielten wir beim CTG die unschöne Nachricht „Die Herztöne sind zu schnell“. Die kleine Viktoria hatte Stress!

    Zur Sicherheit sollte das CTG nach mehreren Stunden nochmals wiederholt werden, aber auch da war es nicht besser, und damit die Einweisung ins Krankenhaus unausweichlich.

    Einweisung ins Krankenhaus

    Aber doch nur zu Beobachtung, damit man im Notfall schnell eingreifen kann, dachten wir zumindest. Also packten wir die Taschen, und fuhren ein wenig scherzend in die Klinik unserer Wahl.

    Dort angekommen kam dann CTG Nummer 3 an diesem Tag. Und zwar fast eine Stunde lang. Viktorias Papa und ich machten uns ständig drüber lustig, was wohl wäre, wenn sie jetzt entschieden, Viktoria direkt zu holen.

    Doch das nur, WEIL WIR TOTAL SICHER WAREN, dass wir bis zum ET auf der Station bleiben würden.

    Nach dem CTG wurde ich dann in ein Zimmer gebracht. Und plötzlich kam meine Hebamme mit THROMBOSESTRÜMPFEN. „Also, doch sofort ein Kaiserschnitt?“

    Aber die Frage konnte sie nicht eindeutig beantworten, sie sollte nur vorsichtshalber schon einmal alles vorbereiten. Kurze Zeit danach kam der Narkosearzt. Und machte sich über mich lustig.

    Er fragte mich spöttisch, wie gefährlich eine PDA ist. „Na, zählen Sie doch mal die Nebenwirkungen auf.“ Ok, ich realisierte: Jetzt geht es los! Wir wurden runter in den OP Bereich gebracht. Der Kaiserschnitt war nun leider für mich unausweichlich.

    Kaiserschnitt: Verlegung in den OP

    Und der arme Papa musste erst mal warten und sich OP tauglich anziehen. Ich wurde auf den OP Tisch gesetzt und den Katheter gelegt bekommen.

    Alle waren ziemlich wortlos und etwas genervt, da es bereits die elfte Geburt an diesem Tag war. Und zeitgleich ein EM-Deutschland Fußballspiel lief. Das machte es mir nicht gerade leichter.

    Und dann kam der Narkosearzt in den OP-Saal. Derselbe, der so unfreundlich beim Aufklärungsgespräch war. Aber siehe da: Auf einmal war er richtig nett. Und die OP-Pfleger waren auch sehr nett. So konnte ich mich vor dem bevorstehenden Kaiserschnitt erstmal wieder etwas entspannen.

    Die PDA selber hab ich kaum gemerkt. Und davor hatte ich doch sooo Angst gehabt. Anschließend ist erst mal mein Kreislauf weg gekippt. Auch völlig normal, sagte der Narkosearzt.

    Ich dachte wirklich ich speie gleich neben den OP-Tisch, was ziemlich schwierig geworden wäre, denn ich war wie auf einem Kreuz festgebunden und konnte mich nicht bewegen.

    Aber er sollte Recht behalten: Es wurde besser. Und dann kam auch endlich der umgezogene und aufgeregte Papa von unserer Kleinen.

    PDA wirkte nicht

    Er streichelte während der gesamten Kaiserschnitt – OP meinen Kopf. Als die Ärzte anfingen, an meinem Bauch zu hantieren, fühlte ich unglaubliche Schmerzen. Mir wurde gesagt, das könne gar nicht sein, ich sei einfach zu sensibel.

    Mir wurde wieder total schlecht und schwarz vor Augen. Ich bekam noch alles mit, die PDA wirkte scheinbar noch nicht richtig.

    Aber dann auf einmal, nach einer gefühlten Minute, meinte Viktorias Papa, sie ist wäre raus! Aber ich hatte gar nichts gehört! Da kam Panik hoch: Warum schreit sie nicht?

    Die Hebamme lief flott mit Viktoria zur Babystation, und dann nach einer gefühlten Ewigkeit: endlich ein „Wuuuääääh“.

    DA WAR UNSER BABY!

    Dann wurde sie mir ganz kurz vors Gesicht gehalten, aber ich konnte kaum was sehen, weil ich schon wieder mit dem Kreislauf zu kämpfen hatte.

    Und dann war Viktoria weg. Einfach fort. Sie sollte an das EKG, nur zur Sicherheit. Und ich musste zurück auf die Wöchnerinnenstation. Doch ich muss doch mein Baby in den Arm nehmen!!!

    Ich war nur noch am weinen. Nach einer halben Stunde im Aufwachraum, in der der Narkosearzt sich wirklich lieb mit mir unterhalten hatte, wurde ich dann mit Viktorias Papa in den Kreisssaal gefahren.

    Irgendwie sau ironisch, denn ohne Baby war es dort so schrecklich einsam. Und ich musste wieder weinen.

    Um 1 Uhr morgens kamen wir dann aufs Zimmer zurück. Man hätte uns im Kreißsaal vergessen, erzählte uns die Nachtschwester, die mich bereits gesucht hatte. Ich kam in ein Dreibettzimmer.

    Obwohl uns in den Informationsstunden immer erzählt wurde, dass es das nicht gäbe. Hier war es extrem eng.

    Und Viktorias Papa konnte als frischgebackener Papa und total müde nach Haus fahren.

    Schmerzen wurden wieder stärker

    Natürlich ließ so langsam die Wirkung der PDA nach. Und ich klingelte, um nach Schmerzmittel zu fragen. Die Schwestern kamen mit einem Zäpfchen, und ich sollte mich zur Seite drehen.

    Das ging aber nicht, es tat so schrecklich weh, und ich hatte keine Idee, wie ich mich bewegen sollte. Irgendwie waren die Verbindungen zu den Muskeln weg.

    Also nahmen die Schwestern das Laken vom Bett und warfen mich auf die Seite. Es tat soo weh. Und ich war erst mal kurz weggetreten. Und das Paracetamolzäpfchen hätten sie sich sparen können. Selbst das Atmen gelang mir nicht ohne extreme Schmerzen:(((

    Erste Kontakt mit meinem Baby

    Viktoria bekam ich übrigens erst am nächsten Morgen um 8 Uhr. Und sie hatte bis dahin schon 4 Flaschen Fertigmilch getrunken, obwohl man mir versprochen hatte, sie fürs erste Anlegen zu bringen, sobald sie Hunger hat.

    Ich sollte sie anlegen. Die Schwesternschülerin legte Püppilatta in meinen Arm, und ging. Und ich lag da, mit meinem Würmchen und war total überfordert. Wie geht denn das überhaupt?

    Also wie sollte ich sie ohne Bauchmuskeln von dem Bett zu meiner Brust hochbekommen, und wie bekomme ich sie angedockt? Zudem wusste sie dank der Flaschen gar mehr, was sie mit meiner Brust anfangen sollte.

    Letztlich schrie mich eine Kinderkrankenschwester an, ich sein ja wohl bekloppt dem Baby nicht seine Mahlzeit zu gewähren. Und der Papa von Püppilotta sollte schleunigst eine Flasche besorgen.

    Erklärt wurde mir erst zu Hause im Wochenbett, wie das Stillen geht. Im Krankenhaus hatte keiner Zeit dafür. Und meine Hebamme kam in den 5 Tagen genau einmal für genau eine Minute zu mir.

    Hab ich zu viel Hilfe erwartet?

    Ist es immer so schrecklich kaltherzig, wenn man ein Kind bekommt?

    Also ich werde nie wieder in dieses Krankenhaus gehen, aber bei der nächsten Geburt wird mich neben der Hebamme auch eine Doula begleiten. Da weiß ich wenigstens, dass auf jeden Fall jemand da ist, der auf der Wochenstation hilft, und Ratschläge hat:)

    Übrigens ging es Viktoria von Anfang an sehr gut. Ich möchte den Bericht gerne damit beenden, dass dies alles mental eine ganz schöne Tour war, aber letztlich zählt, dass die Maus gesund ist und rechtzeitig geholt wurde.

    Und nun ist sie eine wunderbare, lebensfrohe siebenjährige Supermaus!:)

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

    Foto: SweetLeMontea / shutterstock

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  • Geburt: Tipps für einen Kaiserschnitt

    Geburt: Tipps für einen Kaiserschnitt

    An dieser Stelle möchten wir werdenden Eltern ein paar Ratschläge geben, wie man eine Kaiserschnitt – Geburt für sich persönlich optimieren kann:

    Vergesst die üble Nachrede zu diesem Thema: „Eine Geburt ist nur dann eine richtige Geburt, wenn vaginal entbunden wurde!“

    Irgendwie haben alle, die so etwas behaupten noch nie eine Geburt erlebt. Denn das wesentliche am so umstrittenen Kaiserschnitt, so denken wir, ist doch folgendes: Es kommt ein Baby zur Welt! Ein Wunder geschieht!

    Der neue Erdenbürger kommt raus aus dem kuscheligen, warmen Bauch in die kuscheligen, warmen Arme seiner Eltern.

    Das Baby kommt aus dem bisherigen, geschützten Universum in diese aufregende Welt. Es nabelt sich das erste mal in seiner Lebensgeschichte ab.

    Veränderungen stehen an

    Die Mutter ist nicht mehr länger schwanger, sondern wird zusammen mit dem Vater in Zukunft einen Menschen Hand in Hand durch das Leben begleiten.

    Für das Baby ist dieser Moment, ganz egal wie es passiert, aufregend und nicht selten traumatisch: Entweder es wird durch einen wahnsinnig engen Tunnel gedrückt oder von fremden Händen aus der bisherigen Umgebung herausgerissen.

    Die Folge beider Wege:

    Es muss von jetzt auf gleich atmen, sich an Luft gewöhnen, Temperaturwechsel aushalten, Geräusche hören, die ganz anders sind, wie bisher, und wenn es die Augen aufmacht: Sehen, wie noch nie bisher… Wahnsinnig viel, nicht wahr?

    Warum wird so viel darum gestritten, welches denn nun eine richtige Geburt ist? Wenn man mal diese Perspektive betrachtet, ist diese Diskussion völlig sinnlos.

    Dazu sollte man vielleicht erwähnen: Ein Kaiserschnitt erspart keinesfalls die Schmerzen. Zwar sind die Schmerzen nicht direkt während der Geburt vorhanden, dafür kommen sie im Nachhinein.

    Was heute auch in den meisten Kliniken normal ist: Das Bonding fehlt keineswegs, nur weil per Kaiserschnitt entbunden wird.

    Kaiserschnittgeburt versus Bonding

    Viele Ärzte ermöglichen einem sogar inzwischen die sogenannte „Kaisergeburt“, bei der die Gebärende in dem Moment, in dem das Baby herausgehoben wird, zusehen kann (und keine Angst: Dank des Bauches sieht man nichts ekliges).

    Direkt im Anschluss wird das Baby unter normalen Umständen direkt auf die Brust der Mutter gelegt. Das ist natürlich genau, wie bei der vaginalen Geburt vom Zustand des Babys und der Mutter abhängig.

    Auch, wenn wir nicht unbedingt glauben, das Geburtspläne funktionieren (wie kann man wissen, was man während der Geburt wirklich möchte?), sprecht diese Themen im Vornherein mit eurem Entbindungsteam ab.

    Im Nachhinein ist dieser Moment nicht mehr zu ändern. Und nur, weil man seine Wünsche nicht äußert, soll ein Kaiserschnitt nicht zur Enttäuschung werden!

    Zur Operation

    Wenn ihr Mütter das Gefühl habt, dass ihr gleich vom OP-Tisch fallt, weil man so sehr an euch ruckelt, dann ist es bis zur Geburt nur noch wenige Sekunden weit! Die machen das tatsächlich mit Absicht, und es heißt nicht, dass das Baby feststeckt.

    Dies gehört zu der Methode, den Bauch so schonend wie möglich zu öffnen. Dadurch wird dafür gesorgt, dass das Gewebe besser wieder zueinander findet.

    Geburt Baby wird per Kaiserschnitt geholt

    Nach dem Kaiserschnitt

    Ist der Kaiserschnitt vollendet, kommen Mutter und Kind auf die Station. Hier nun ein paar Tipps, die das Leben mit einer Kaiserschnittnarbe ungemein erleichtern.

    Lasst euch nicht von einem nicht selten überlasteten Personal aus dem Bett „jagen“! Wir sagen nicht, dass es nicht gut ist, sich zu bewegen.

    Das ist sogar sehr wichtig für den Kreislauf und den Heilungsprozess. Aber: Ihr habt das Recht, in Eurem eigenen Tempo aus dem Bett zu steigen.

    Und wenn es eine Stunde dauern sollte, dann ist es halt so. Und nichts ist schlimmer, als eine gestresste Krankenschwester, der es in diesem Moment zu langsam geht und die euch dann einfach herauszieht. Nichtzuletzt weil immer mehr Geburtsstationen geschlossen werden und die noch bestehenden nicht selten überfordert werden.

    Also: Ihr bestimmt das Tempo, und sollte es noch nicht gehen, dann lasst es eben, ihr müsst nicht zusammenklappen, nur weil es „immer“ so gemacht wird. Und da die meisten Krankenhäuser über elektrisch verstellbare Betten verfügen:

    Sollte man zuerst die Lehne in die senkrechte bringen, dann das Bett nach ganz unten (damit die Füße auf den Boden kommen), und anschließend so weit hoch fahren lassen, bis Mama steht, erspart sich die frischgebackene Mutter, die ersten Tage den Kampf beim Aufstehen.

    Hier ein Kommentar einer Kaiserschnitt – Mama zu ihrer Narbe:

    „Ich hatte mir da unten übrigens alles ganz anders ausgemalt, als es echt ist, da die ersten Tage nach dem Kaiserschnitt alles seltsam vom Jod verfärbt ist, und das ist ein sehr seltsamer Anblick.

    Nach dem ersten Duschen ist dies zum Großteil weg, und was kam zum Vorschein: Ein glatter schöner Schnitt, mit nur wenigen Stichen vernäht.“

    Also: Kopf hoch, wenn euer Baby diesen Weg wählt. Und keine Angst, wenn ihr euch selber dazu entschließt. Wenn man auf die eigenen Grenzen achtet, kann man sich vieles erleichtern.

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

    Im Artikel „Ein Kaiserschnitt, der nicht gut verlief, aber ein gutes Ende nahm„, könnt ihr Miras persönliche Kaiserschnitt – Erfahrung nachlesen.

    Beitragsfoto: jomphong / shutterstock  
    Foto 2: Steve Lovegrove / shutterstock