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  • Wochenbett: Erfahrungsbericht einer Leserin – Ein unromantisches Paradebeispiel

    Wochenbett: Erfahrungsbericht einer Leserin – Ein unromantisches Paradebeispiel

    Wir freuen uns Euch den ersten Beitrag einer Babytalkleserin vorstellen zu können, die gerne ihre Erfahrungen mit dem Wochenbett mit Euch teilen wollte. Über unsere Facebookseite kommentierte sie unseren Wochenbettbeitrag, denn es ist nicht immer alles „Friede, Freude Eierkuchen“. Aber lest selbst.

    Und Vielen Dank an Christina für diesen Einblick!


    Das Wochenbett war für mich eine sehr intensive Erfahrung. Als ich vom Krankenhaus nach Hause kam sagte mir keiner, dass hier das Wort Chaos eine ganz neue Bedeutung erhalten würde.

    Wochencouch statt Wochenbett hätte es besser getroffen

    Die ersten 5 Wochen tat ich nichts außer auf der Couch zu liegen und 20 Stunden am Stück zu stillen. Diese Stillerei hat mich so entkräftet – ich war einfach nur fertig. Ich lag nicht auf der Couch, ich war die Couch!

    Ich war die Insel von der sich mein Zwerg nicht weglegen lies, während mein Lebensgefährte versuchte irgendwie unseren Haushalt zu meistern und gleichzeitig schon nervös war, was er mir jeden Tag kochen sollte.

    Wenn unser Schatz mal nicht auf mir schlief, ging das Geschrei los. Stundenlang dieses weinende Baby – niemand sagt dir, das Neugeborene so lang schreien können.

    Es wird nur immer erzählt, wie toll das Wochenbett doch sei – Tag und Nacht im Bett zu liegen und den Kleinen zu betrachten. Ich lag keinen einzigen Tag verliebt im Bett und genoss das Wochenbett.

    Für mich war es die Hölle auf Erden. Das Wochenbett war für mich ein Meer der Gefühle, ein ständiges auf und ab. Ich musste mich oft den Wellen hingeben, denn die schwappten auch so manches mal über.

    Gedankenkarussell

    Alle Gedanken schossen mir durch den Kopf: Ich vermisse die Zweisamkeit zu meinem Partner. Mein Baby ist das schönste Kind der Welt. Werden wir das alles schaffen?!

    Wie lange halt ich das weinende Baby noch aus, ohne selbst komplett in Tränen auszubrechen. Tu ich mir das nochmal an?! Ich hab so viel geweint wie noch nie in meinem Leben.

    Ich fühlte mich oft alleine und doch war ich gleichzeitig die glücklichste Mama auf Erden. Mein Partner war total überfordert. Das weinende Baby , die heulende Mama und der Haushalt, der Wocheneinkauf und das Planen der nervigen Besuche.

    Selbstvorwürfe

    Ja genau nervigen!!! Es ist absolut zum Kotzen jeden Tag jemanden auf der Matte stehen zu haben während die Wohnung eh schon ein totaler Müllberg ist.

    Es war so extrem chaotisch bei uns, dass ich mich geschämt habe, wenn jemand zu uns kommen wollte. Die Leute erwarten ja eine frische, glückliche Mama, die ihnen das dauerschlafende Baby reicht, während sie Kaffee kocht und den Gästen Kuchen anbietet.

    Wie dem auch sei, ich hatte das pure, authentische Wochenbett mit vielen Höhen und Tiefen. Ich konnte das pure Leben im Haus spüren und bin stolz diese Zeit überstanden zu haben.

    Liebe Grüße Eure Christina Watzinger (Babytalk – Fan)

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    Pinterestfoto: Comstock von Photo Images (über Canva)
  • Geburtsbericht: Ein Kaiserschnitt, der nicht optimal verlief, aber ein gutes Ende nahm

    Geburtsbericht: Ein Kaiserschnitt, der nicht optimal verlief, aber ein gutes Ende nahm

    Ein Geburtsbericht von Mira zu ihrem Kaiserschnitt. Er zeigt, dass ein akuter Personalmangel bzw. Stress in der Belegschaft direkte Auswirkungen auf das Geburtserlebnis haben kann. Auch bzw. gerade bei einem Kaiserschnitt.


    Wir dachten, wir hätten noch 5 Tage bis zur geplanten Entbindung, doch Püppilotta sah das wohl nicht so und wie es nun mal so ist, kommt es im Leben gerne anders als man denkt.

    Herztöne zu schnell

    Am Morgen eines lange geplanten Kontrolltermins erhielten wir beim CTG die unschöne Nachricht „Die Herztöne sind zu schnell“. Die kleine Viktoria hatte Stress!

    Zur Sicherheit sollte das CTG nach mehreren Stunden nochmals wiederholt werden, aber auch da war es nicht besser, und damit die Einweisung ins Krankenhaus unausweichlich.

    Einweisung ins Krankenhaus

    Aber doch nur zu Beobachtung, damit man im Notfall schnell eingreifen kann, dachten wir zumindest. Also packten wir die Taschen, und fuhren ein wenig scherzend in die Klinik unserer Wahl.

    Dort angekommen kam dann CTG Nummer 3 an diesem Tag. Und zwar fast eine Stunde lang. Viktorias Papa und ich machten uns ständig drüber lustig, was wohl wäre, wenn sie jetzt entschieden, Viktoria direkt zu holen.

    Doch das nur, WEIL WIR TOTAL SICHER WAREN, dass wir bis zum ET auf der Station bleiben würden.

    Nach dem CTG wurde ich dann in ein Zimmer gebracht. Und plötzlich kam meine Hebamme mit THROMBOSESTRÜMPFEN. „Also, doch sofort ein Kaiserschnitt?“

    Aber die Frage konnte sie nicht eindeutig beantworten, sie sollte nur vorsichtshalber schon einmal alles vorbereiten. Kurze Zeit danach kam der Narkosearzt. Und machte sich über mich lustig.

    Er fragte mich spöttisch, wie gefährlich eine PDA ist. „Na, zählen Sie doch mal die Nebenwirkungen auf.“ Ok, ich realisierte: Jetzt geht es los! Wir wurden runter in den OP Bereich gebracht. Der Kaiserschnitt war nun leider für mich unausweichlich.

    Kaiserschnitt: Verlegung in den OP

    Und der arme Papa musste erst mal warten und sich OP tauglich anziehen. Ich wurde auf den OP Tisch gesetzt und den Katheter gelegt bekommen.

    Alle waren ziemlich wortlos und etwas genervt, da es bereits die elfte Geburt an diesem Tag war. Und zeitgleich ein EM-Deutschland Fußballspiel lief. Das machte es mir nicht gerade leichter.

    Und dann kam der Narkosearzt in den OP-Saal. Derselbe, der so unfreundlich beim Aufklärungsgespräch war. Aber siehe da: Auf einmal war er richtig nett. Und die OP-Pfleger waren auch sehr nett. So konnte ich mich vor dem bevorstehenden Kaiserschnitt erstmal wieder etwas entspannen.

    Die PDA selber hab ich kaum gemerkt. Und davor hatte ich doch sooo Angst gehabt. Anschließend ist erst mal mein Kreislauf weg gekippt. Auch völlig normal, sagte der Narkosearzt.

    Ich dachte wirklich ich speie gleich neben den OP-Tisch, was ziemlich schwierig geworden wäre, denn ich war wie auf einem Kreuz festgebunden und konnte mich nicht bewegen.

    Aber er sollte Recht behalten: Es wurde besser. Und dann kam auch endlich der umgezogene und aufgeregte Papa von unserer Kleinen.

    PDA wirkte nicht

    Er streichelte während der gesamten Kaiserschnitt – OP meinen Kopf. Als die Ärzte anfingen, an meinem Bauch zu hantieren, fühlte ich unglaubliche Schmerzen. Mir wurde gesagt, das könne gar nicht sein, ich sei einfach zu sensibel.

    Mir wurde wieder total schlecht und schwarz vor Augen. Ich bekam noch alles mit, die PDA wirkte scheinbar noch nicht richtig.

    Aber dann auf einmal, nach einer gefühlten Minute, meinte Viktorias Papa, sie ist wäre raus! Aber ich hatte gar nichts gehört! Da kam Panik hoch: Warum schreit sie nicht?

    Die Hebamme lief flott mit Viktoria zur Babystation, und dann nach einer gefühlten Ewigkeit: endlich ein „Wuuuääääh“.

    DA WAR UNSER BABY!

    Dann wurde sie mir ganz kurz vors Gesicht gehalten, aber ich konnte kaum was sehen, weil ich schon wieder mit dem Kreislauf zu kämpfen hatte.

    Und dann war Viktoria weg. Einfach fort. Sie sollte an das EKG, nur zur Sicherheit. Und ich musste zurück auf die Wöchnerinnenstation. Doch ich muss doch mein Baby in den Arm nehmen!!!

    Ich war nur noch am weinen. Nach einer halben Stunde im Aufwachraum, in der der Narkosearzt sich wirklich lieb mit mir unterhalten hatte, wurde ich dann mit Viktorias Papa in den Kreisssaal gefahren.

    Irgendwie sau ironisch, denn ohne Baby war es dort so schrecklich einsam. Und ich musste wieder weinen.

    Um 1 Uhr morgens kamen wir dann aufs Zimmer zurück. Man hätte uns im Kreißsaal vergessen, erzählte uns die Nachtschwester, die mich bereits gesucht hatte. Ich kam in ein Dreibettzimmer.

    Obwohl uns in den Informationsstunden immer erzählt wurde, dass es das nicht gäbe. Hier war es extrem eng.

    Und Viktorias Papa konnte als frischgebackener Papa und total müde nach Haus fahren.

    Schmerzen wurden wieder stärker

    Natürlich ließ so langsam die Wirkung der PDA nach. Und ich klingelte, um nach Schmerzmittel zu fragen. Die Schwestern kamen mit einem Zäpfchen, und ich sollte mich zur Seite drehen.

    Das ging aber nicht, es tat so schrecklich weh, und ich hatte keine Idee, wie ich mich bewegen sollte. Irgendwie waren die Verbindungen zu den Muskeln weg.

    Also nahmen die Schwestern das Laken vom Bett und warfen mich auf die Seite. Es tat soo weh. Und ich war erst mal kurz weggetreten. Und das Paracetamolzäpfchen hätten sie sich sparen können. Selbst das Atmen gelang mir nicht ohne extreme Schmerzen:(((

    Erste Kontakt mit meinem Baby

    Viktoria bekam ich übrigens erst am nächsten Morgen um 8 Uhr. Und sie hatte bis dahin schon 4 Flaschen Fertigmilch getrunken, obwohl man mir versprochen hatte, sie fürs erste Anlegen zu bringen, sobald sie Hunger hat.

    Ich sollte sie anlegen. Die Schwesternschülerin legte Püppilatta in meinen Arm, und ging. Und ich lag da, mit meinem Würmchen und war total überfordert. Wie geht denn das überhaupt?

    Also wie sollte ich sie ohne Bauchmuskeln von dem Bett zu meiner Brust hochbekommen, und wie bekomme ich sie angedockt? Zudem wusste sie dank der Flaschen gar mehr, was sie mit meiner Brust anfangen sollte.

    Letztlich schrie mich eine Kinderkrankenschwester an, ich sein ja wohl bekloppt dem Baby nicht seine Mahlzeit zu gewähren. Und der Papa von Püppilotta sollte schleunigst eine Flasche besorgen.

    Erklärt wurde mir erst zu Hause im Wochenbett, wie das Stillen geht. Im Krankenhaus hatte keiner Zeit dafür. Und meine Hebamme kam in den 5 Tagen genau einmal für genau eine Minute zu mir.

    Hab ich zu viel Hilfe erwartet?

    Ist es immer so schrecklich kaltherzig, wenn man ein Kind bekommt?

    Also ich werde nie wieder in dieses Krankenhaus gehen, aber bei der nächsten Geburt wird mich neben der Hebamme auch eine Doula begleiten. Da weiß ich wenigstens, dass auf jeden Fall jemand da ist, der auf der Wochenstation hilft, und Ratschläge hat:)

    Übrigens ging es Viktoria von Anfang an sehr gut. Ich möchte den Bericht gerne damit beenden, dass dies alles mental eine ganz schöne Tour war, aber letztlich zählt, dass die Maus gesund ist und rechtzeitig geholt wurde.

    Und nun ist sie eine wunderbare, lebensfrohe siebenjährige Supermaus!:)

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

    Foto: SweetLeMontea / shutterstock

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