Schlagwort: Erziehung

  • Mein wütendes Kind: Humor ist, wenn man trotzdem lacht

    Mein wütendes Kind: Humor ist, wenn man trotzdem lacht

    Was soll ich machen, wenn mein Kind mich beschimpft oder haut?

    Wie soll ich auf mein wütendes Kind reagieren? Zu allererst ist es hilfreich, sich nicht angegriffen zu fühlen. Ihr Hauen oder Beleidigen ist nie Ausdruck von reiner Böswilligkeit, sondern vor allem von Hilflosigkeit!

    Ich nenne es „Alles was nicht Liebe ist, ist ein Schrei nach Liebe“. (Dies ist eine Aussage aus „Ein Kurs in Wundern“, Hinweis der Redaktion)

    Wenn es deinem Kind gut gehen bzw. wenn es sich nicht hilflos fühlen würde, würde es sein unerfülltes Bedürfnis anders ausdrücken. Dieses unbefriedigte Bedürfnis geht es zu ergründen und zu respektieren, was nicht heißt, es immer auch zu erfüllen.

    Euer Kind beschimpft euch

    Wenn euer wütendes Kind euch Schimpfwörter „um die Ohren haut“, könntet ihr mit Humor – auf keinen Fall mit Ironie! – darauf reagieren.

    „Was Du alles für Schimpfwörter kennst. Ich bin ich wirklich beeindruckt. Wo hast Du die denn her? Kennst Du noch mehr?

    Während ihr euer Kind die Chance gibt seine Wuttirade rauszulassen, entspannt ihr die Situation und die hochgekochten Emotionen eures Kindes. Anschließend könnt ihr entspannt damit beginnen zu erforschen, wer oder was euer Kind verletzt hat und schauen, wie ihr helfen könnt.

    Euer Kind haut euch

    Wenn euer Kind euch haut, aber noch nicht so stark ist, könnt ihr auch darauf gut mit Humor reagieren. Wichtig dabei ist, euch immer vor versehentlichen Verletzungen zu schützen und wenn möglich auch darauf zu achten, dass euer Kind sich nicht ernsthaft weh tut oder etwas euch Wertvolles dabei kaputt machen kann.

    Denn dieses würde es später, wenn es sich wieder beruhigt hat, sehr bedauern und sich „Schuldgefühle in seinen Rucksack packen“. Wir alle tragen solch einen Rucksack voller Schuldgefühle mit uns, solange wir uns nicht vergeben.

    Humorvoll könnt ihr auf sein Hauen reagieren in dem ihr ihm etwas weinerlich sagt: „Du bist ja schon richtig kräftig. Das tut ja schon richtig weh. Aua Aua. Vielleicht solltest Du warten bis Papa nach Hause kommt.

    Dem machen blaue Flecken nicht so viel aus. Mit dem kannst Du dann einen richtigen Boxkampf machen. …“ Und wenn ihr das Gefühl hat, dass hilft eurem Kind gerade nicht, haltet ein Kissen vor euch. Daran kann euer Kind dann seine angestaute Wut/Aggressionen rauslassen …

    Wenn sich euer Kind beruhigt hat und sich die Situation entspannt, könnt ihr euch auf die Suche nach der Ursache für seine Wut machen.

    Diese Ursache kann ggf. etwas länger zurückliegen und eine relativ unbedeutende Sache hat die sich angestaute Wut dann zum Ausbruch gebracht.

    Hierzu könnte Euch auch unser Beitrag „Mit Kindern schimpfen und wie ihr es besser machen könnt“ interessieren.

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    Euer Deva (Familientherapeut)

    Beitragsfoto: soupstock von Canva.com
  • Was tun, wenn mein Kind haut?

    Was tun, wenn mein Kind haut?

    Stellt euch folgende Situation vor, ihr seid mit eurem Kind auf einem beliebten Spielplatz in dessen Verlauf euer Kind ein anderes haut. Die erste Reaktion könnte ein mit lauten „Beschimpfungen“ begleitetes wegreißen sein. Das ist vollkommen verständlich, nicht zuletzt, weil wir in diesem Moment so „enttäuscht“ und wütend auf unser Kind sind und befürchten als Eltern versagt zu haben und die erwartenden Reaktionen in den Gesichtern der anderen Eltern sehen oder erahnen.

    Was braucht ihr, um entspannt auf das Hauen eures Kindes zu reagieren?

    Wichtig bzw. Voraussetzung für eine unvoreingenommene und überstürzte Reaktion ist es, dass ihr euch so gut wie möglich entspannt. Und selbst dann ist es hilfreich, wenn ihr erstmal ein paar tiefe Atemzüge nimmt und so probiert euch zu beruhigen. Macht euch bewusst, „Euer Kind ist immer noch das gleiche liebenswerte Wesen, wie es bis zu dem Vorfall war“.

    Ein Grundsatz könnte euch dabei helfen. „Alles was nicht Liebe ist, ist ein Schrei nach liebe“.

    Das heißt, wenn euer Kind sich nicht kooperativ verhält und wie in diesem Beispiel ein anderes Kind haut, geht es ihm gerade nicht gut. Und dann nimmt euch doch noch einen Moment, um zu überlegen, was ihr euch als Kind in dieser Situation von euren Eltern gewünscht hättet.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr gewollt hättet, „am Boden liegend“ noch weiter attackiert zu werden, oder?

    Welche Reaktion hättet ihr euch gewünscht?

    Und so empfehle ich euch, euch bei dem geschlagenen Kind zu entschuldigen und zu fragen, ob es etwas braucht und ggf. es zu seiner Mutter/Vater zu begleiten. Anschließend geht so entspannt wie möglich auf euer Kind zu und fragt es: „So kenne ich Dich gar nicht. Was ist denn los mit Dir, was fehlt Dir, … (vermutlich weiß es das in diesem Moment selbst nicht) was hat Dich denn so verletzt, dass Du das Kind geschlagen hast?“

    Habt keine Angst, dass sich euer Kind vermutlich durch ein Verhalten oder nicht reagieren eurerseits „verletzt“ fühlte. Es war nicht eure Absicht, denn sonst wüsstet ihr es ja. Vermutlich hat euer Kind eine Grenzsetzung oder Kritik von euch, nicht damit in Übereinstimmung bringen können, dass ihr es dennoch uneingeschränkt lieb habt. Natürlich kann sich euer Kind, aber auch von einer anderen Person verletzt fühlen.

    Bedenkt dabei:
    Vor allem Kinder können eine Kritik an ihrem Verhalten nicht von ihrer „Person“ trennen!

    Ich kann mir vorstellen, dass ihr euch diese Reaktion vielleicht nicht gleich zutraut, doch gerade in solchen Situationen könnt ihr mit einem entspannten Eingreifen, viel für eine vertrauensvolle Beziehung zu eurem Kind tun. Und selbst wenn die anderen Eltern erstmal irritiert schauen, wird euer Verhalten einen bleibenden und nachdenklich machenden Eindruck hinterlassen.

    Ich wünsche euch ganz viel Mut und Vertrauen in eurer Erziehung.

    Deva

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    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Beitragsfoto: AlexSmith / shutterstock
  • Mit Kindern schimpfen und wie ihr es besser machen könnt

    Mit Kindern schimpfen und wie ihr es besser machen könnt

    Auch wenn ich es an sich nicht für hilfreich finde, mit seinen Kindern zu schimpfen, passiert es uns Eltern insbesondere in Stresssituationen schon das ein oder andere mal. Doch wenn es doch passiert, ist es wichtig, uns unseren Eindruck auf unsere Kleinen bewusst zu machen.

    Macht euch das Größenverhältnis beim Schimpfen bewusst

    Wenn ihr entspannt und verbunden mit ihnen seid, nehmen sie euch als einen „riesigen“ Beschützer wahr. Doch stellt euch einmal einen eher gereizten /wütenden Menschen vor. Der zudem fast 3-mal so groß und wesentlich kräftiger ist und euch zudem noch sehr nahe kommt. Und das nicht selten mit einem erhobenen Zeigefinger.

    Hinweis: Ein ausgestreckter Zeigefinger wirkt in solchen Situationen häufig wie eine Waffe.

    Was macht diese Vorstellung mit euch? Mir macht sie eine „Heidenangst“. Und selbst wenn die Kinder größer werden, ist der Größen- und Kräfteunterschied sowie der damit verbundene Eindruck immer noch sehr groß.

    Wenn ihr mit euren Kindern sagen wir bis mindestens zwischen 3 und 4 Jahre von weiter weg „schimpft“, kann es gut sein, dass sie es nicht mehr mit sich und ihrem Verhalten in Verbindung bringen. Vermutlich macht es ihnen einfach „nur“ Angst, dass da gerade ein großer und bedrohlicher Mensch in ihrer Nähe ist. Was ganz bestimmt nicht sehr angenehm ist.

    Wenn ihr gar vor ihnen steht und auf sie runter schaut, kann ich mir gut vorstellen, dass sie sich aus Todesangst innerlich „wegbeamen“. In solchen Situationen sind sie auf jeden Fall nicht aufnahmefähig für „Kritik“. Und werden ihr Verhalten nicht ändern, was beides nicht das ist, was ihr euch für eure Kinder wünscht. 

    Mit Kindern schimpfen stärkt deren Überzeugung nicht liebenswert zu sein

    Nicht nur euren Kinder auch euch bzw. euerem inneren Kind macht es Angst, wenn es kritisiert wird. Warum? Kinder (auch euer inneres Kind) können Kritik an ihrem Verhalten nicht von Kritik an ihrer Person trennen.

    Das heißt, immer wenn ihr sie kritisiert, wenn sie z.B. ein Glas fallen lassen, fühlen sie sich als Person kritisiert und somit verstärkt es ihren Gedanken nicht ok bzw. nicht liebenswert zu sein. Danach schaltet es seine „Ohren auf Durchzug“, um sich vor weiteren Schmerz durch Kritik zu schützen.

    Wie es besser klappt

    Begibt euch soweit wie möglich auf Augenhöhe eures Kindes, wenn ihr mit ihnen spricht und vor allem wenn ihr sie (positiv oder negativ) kritisiert. Wenn ihr sie negativ kritisiert, atmet zuvor zudem mehrmals tief ein und aus, um eure Stimme, eure Körperhaltung und Emotionen zu entspannen bzw. zu beruhigen.

    Macht euch bewusst, dass „alles was nicht Liebe ist, ein Schrei nach Liebe ist“, d.h. euer Kind verhält sich nicht unkooperativ, weil es böse ist oder euch Ärgern will, sondern weil es sich verletzt fühlt und nach eurer Aufmerksamkeit „schreit“. Es fehlt ihm also etwas.

    Probiert also lieber herauszufinden, was eurem Kind fehlt, anstatt sein Verhalten zu kritisieren. Bestenfalls nach dem Motto: „Erst zuhören dann reden“. Wenn ihr eurem Kind erstmal eure Aufmerksamkeit schenkt, ist es anschließend bereit eure Wünsche oder Verhaltensänderungen aufzunehmen.

    Und damit dies immer leichter fällt, ist es hilfreich, gut auf die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse sowie für ausreichend Entspannung zu achten. Denn nur wenn ihr entspannt sein, könnt ihr entspannt auf das Verhalten eurer Kinder reagieren.

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    In unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern – Mit Verständnis, Verantwortung und Vertrauen durch den Familien-Alltag“ findet ihr wertvolle und leicht umzusetzende Tipps und Beispiele, wie ihr euren Kindern Grenzen setzen und auf ihr unkooperatives Verhalten reagieren könnt, ohne zu schimpfen.

    Euer Deva

    Beitragsfoto: Choreograph / Getty Images Pro
    Foto 2: DGLimages / Getty Images Pro