Autor: Berenice

  • Unerfüllter Kinderwunsch: Wenn das zweite Kind auf sich warten lässt …

    Unerfüllter Kinderwunsch: Wenn das zweite Kind auf sich warten lässt …

    Wenn Ihr bereits ein Kind habt kennt Ihr diese Frage genau: „Und, wann kommt Nummer Zwei!?“ Meist umspielt ein freudiges Lächeln die Lippen des Gegenübers und dann kommt die zwinkernde Erwartungshaltung.

    Man rätselt, ob Nummer Zwei vielleicht sogar schon unterwegs ist und kann die Antwort kaum erwarten. Ich erzähle Euch, warum mich diese Frage so nervt und wie ich meine Antwort gefunden habe.

    Der Kinderwunsch

    Der Wunsch nach einem zweiten Kind taucht bei vielen Eltern auf. Mal früher, mal später. Und er ist nicht weniger stark als beim ersten Kind. Zumindest bei mir nicht. Wir haben uns so sehr ein Geschwisterchen für unsere Tochter gewünscht.

    Am Anfang ist man ja noch völlig entspannt. Schließlich ist man jung und gesund und somit steht einer Schwangerschaft nichts im Wege. Also haben wir uns eines Tages entschieden, nicht mehr zu verhüten und schwanger zu werden.

    Nach drei erfolglosen Monaten habe ich angefangen, nach Gründen zu suchen. Vielleicht war alles etwas stressig in letzter Zeit!? Oder wir haben zu wenig geschlafen!? Uns zu ungesund ernährt!? Und drei Monate sind ja nun wirklich noch nicht lang…

    Warum werde ich nicht schwanger?

    Mittlerweile war ein halbes Jahr vergangen und ich war immer noch nicht schwanger. Ich machte mir Sorgen und malte mir alle möglichen Horror-Szenarien aus: Zysten, Tumore, Unfruchtbarkeit durch den ersten Kaiserschnitt – alles schon da gewesen.

    Als wäre das nicht schon genug, fragen plötzlich alle, ob wir denn kein zweites Kind wollen. Diese Frage ist wie ein Schlag ins Gesicht. Denn er sagt indirekt: du bist nicht fähig, denn du wirst nicht schwanger.

    Am Anfang habe ich diese Frage weggelächelt und behauptet, dass wir uns Zeit lassen und die Große zunächst alleine aufwachsen lassen wollen, um ihr möglichst viel Aufmerksamkeit zu schenken.

    Diese Antwort war gut, denn dann wurde nicht weiter gefragt. Doch irgendwann konnte ich das nicht mehr. Ich wollte die anderen nicht anlügen und vor allem wollte ich mich nicht anlügen. Ich war nicht perfekt, nicht vollkommen.

    Aber das war in Ordnung für mich. Also antwortete ich, dass wir uns ein zweites Kind wünschen, es aber momentan nicht klappt. Und diese Antwort war für mein Gegenüber oft ein Schlag ins Gesicht. Ich hörte Entschuldigungen und sah Scham.

    Alles wird gut

    Ein unerfüllter Kinderwunsch – sei es das erste oder das dritte Kind – ist ein Tabuthema. Wer spricht schon gerne drüber, dass etwas mit ihm nicht stimmt!? Ich habe versucht, mich nicht zu sehr hineinzusteigern.

    Ich habe auf mich geachtet und mich gesund ernährt, aber ich habe weitergelebt wie bisher. Und ich habe die Momente mit meiner Tochter sehr geschätzt.

    Dann kam ich an den Punkt, an dem ich gesagt habe: wenn es nicht sein soll, dann ist es so. Ich habe ein gesundes Kind und allein das ist schon ein Wunder. Einen Monat später hatte ich einen positiven Schwangerschaftstest in meinen Händen und alles war gut…

    Mein Rat an alle, die schwanger werden möchten: versucht, Euch keinen Stress zu machen. Ich weiß – das ist leicht gesagt, aber steigert Euch nicht zu sehr in diese Gedanken hinein und macht Euch selbst nicht fertig. Das Glück wird auch zu Euch kommen.

    Eure Bernice (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Napawadee Thaisonthi / shutterstock
  • Meine Stillgeschichte

    Meine Stillgeschichte

    Wir freuen uns Euch einen Beitrag über das sehr persönliche Stillerlebnis von Berenice, besser bekannt als Phinabelle (Der Blog über Kinder, Chaos und ganz viel Glück) vorstellen zu dürfen. Probleme beim Stillen sind absolut keine Seltenheit, alleine das zu wissen kann schon beruhigen.

    Um Euch ein paar Ratschläge an die Hand zu geben, werden wir in der kommenden Woche zusätzlich einen Beitrag von einer Stillexpertin über Tipps und Tricks für den Start beim Stillen veröffentlichen. Danke an Berenice für die sehr persönlichen Einblicke!


    Stillen, ein sehr kontroverses Thema

    Das Thema „Stillen“ ist ja schon `ne harte Nummer. Jeder hat seine Meinung und wehe dem, der es anders macht… Gar nicht zu stillen, sorgt genauso für Bluthochdruck wie Langzeitstillen, sprich: am Anfang stillst Du selbstverständlich – ist ja auch das Beste für das Kind – aber nach maximal 12 Monaten ist dann bitte auch Schluss.

    Dies war mein Plan, klang in der Theorie auch ganz einfach. Doch die Praxis sah anders aus … Während meiner ersten Schwangerschaft war mir klar, dass ich auf jeden Fall stillen möchte.

    Die Vorteile lagen ja auf der Hand: die besten Nährstoffe für das Kind, immer frisch und wohl temperiert, man musste unterwegs nicht auch noch Fläschchen mitnehmen und die Pfunde sollten dadurch auch eher purzeln. Bravo!

    Ich machte mir lediglich Gedanken um das Stillen in der Öffentlichkeit, war mir aber sicher, auch das zu wuppen. Dass meine Tochter dann unerwartet per Kaiserschnitt auf die Welt kam, sorgte für die erste Verunsicherung. Wollte ich mein Kind doch auf jeden Fall natürlich entbinden.

    An der Brust trinkendes Baby

    Aber ein Geburtsstillstand und schlechte Herztöne machten eine Operation notwendig. Dennoch ging es uns beiden nach der Geburt sehr gut, ich legte die Kleine direkt an und sie probierte auch direkt zu saugen.

    Stillen und Flasche, die Zufütter-Falle

    Als Erstlingsmama ist man natürlich in allem sehr unsicher. Trinkt sie genug? Schläft sie zu lange? Warum hat sie schon wieder Hunger? Und auch die Hebammen und Schwestern im Krankenhaus steuerten ihren Teil bei: ständig kam jemand herein.

    Blutdruck und Temperatur messen bei mir, Mülleimer leeren und wischen, Zuckerwert messen beim Baby, Physiotherapie … Im Nachhinein weiß ich, dass das einfach zu viel war.

    Ich hatte permanent das Gefühl, es nicht gut genug zu machen. Ständig wurden die Werte meiner Kleinen gemessen und die Schwester kam zu dem Entschluss, dass wir zufüttern müssen.

    Der Zuckerwert war schlecht und wir sollten etwas Glukose geben. Dann nahm sie auch die normalen 10% ihres Gewichts an nur einem Tag ab, was der Schwester Schweißperlen auf die Stirn trieb: „Sie müssen zufüttern! Da führt kein Weg dran vorbei!“ Na toll.

    Ich hatte mir das alles so ganz anders vorgestellt und jetzt das … Natürlich wusste ich, dass das Stillen noch nicht optimal lief, aber dauert das nicht seine Zeit!? Ich war seit zwei Tagen Mama und der Milcheinschuss war noch immer nicht eingetreten. Aus diesem Grund fütterten wir mit der Flasche zu – der Anfang vom Ende.

    Schmerzen, Frust und Angst

    Dennoch sollte ich weiterhin viel anlegen, um den Milchfluss anzuregen. Doch irgendwie klappte auch das Anlegen nicht richtig und einen weiteren Tag später tat mir einfach alles weh.

    Mir schmerzte höllisch die Brust sobald das Baby schrie und ich wusste, dass sie trinken will. Ich verkrampfte und machte mir selbst großen Druck, dass es doch jetzt endlich klappen muss!

    Die Angst, dass mein Kind nicht satt wird und das Stillen gar nicht mehr klappt, wurde mit jedem Mal größer. Mein Tag bestand aus Anlegen, Zufüttern und Abpumpen. Und nach zwei Stunden ging das Gleiche wieder von vorne los. Ich war mit meinen Kräften am Ende.

    Stillen

    Abstillen nach 4 Wochen

    Ich merkte, dass meine Kleine mit der Flasche viel besser zurechtkam. Ich legte sie immer seltener an und pumpte nicht mehr so häufig ab. Auf diese Weise ging die Milchbildung stark zurück, sodass ich am Ende nur noch zwei Tassen Tee trinken musste, bis ich keine Milch mehr hatte.

    Für uns beide war es damals die beste Entscheidung, denn unser Alltag verlief viel entspannter.

    Wenn ich jetzt zurückblicke, weiß ich, dass ich zu früh aufgegeben habe. Ich hätte uns mehr Zeit geben und mich auf mein Bauchgefühl verlassen sollen. Denn ich bin mir sicher, dass jede Stillbeziehung toll werden kann.

    Eure Berenice (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Dmytro Mykhailov / shutterstock
    2 Foto: Anneka / shutterstock
    3 Foto: tongcom photographer / shutterstock
    
    
  • Spätgebärende = Risikoschwangerschaft – Bitte holen Sie sich ihre Verunsicherung ab!

    Spätgebärende = Risikoschwangerschaft – Bitte holen Sie sich ihre Verunsicherung ab!

    Spätgebärende gleich Risikoschwangerschaft

    Ich fand es in meiner ersten Schwangerschaft (da war ich gerade 35 geworden) schon doof ständig als Spätgebärende bezeichnet zu werden. Als Spätgebärende werden im allg. Frauen benannt, die das 30. Lebensjahr deutlich überschritten haben. Das Wort Risikoschwangerschaft schwirrte auch immer in meinem Kopf rum.

    Ich habe mal bei Wikipedia geschaut, was da über Spätgebärende steht:

    Als Spätgebärende werden im Allgemeinen Frauen benannt, welche zum Zeitpunkt der Geburt das klassische Schwangerschafts- und Gebäralter zwischen 18 und 30 Jahren deutlich überschreiten.

    Wow, das sitzt. Das klassische Gebäralter! Es gibt also ein klassisches Gebäralter! Wer legt das denn fest? Und viel mehr, wie legt man das fest? Dass man über 18 Jahre alt sein sollte, das sehe ich ja ein.

    Frau sollte volljährig sein und wissen was sie tut. Wenn ich mich an meine Reife mit 18 erinnere, nein da war ich definitiv noch nicht reif genug für ein Kind. Aber das soll hier nicht das Thema sein. Es geht vielmehr darum, wann man zu alt für ein Kind ist.

    Ich war gerade 35 geworden, wir hatten geheiratet, da wurde ich, geplant und gewünscht, schwanger. Für mich war das der perfekte Zeitpunkt.

    Zu oft den falschen Mann kennengelernt

    Ich hatte 18 Jahre meines Lebens gearbeitet, oft den falschen Mann kennengelernt und mir die Hörner abgestoßen. Deshalb war das für mich genau der richtige Zeitpunkt.

    Da ich am Anfang unter extremer Übelkeit litt, war ich krankgeschrieben und las viel im Internet über Schwangerschaft und Babys. Natürlich verunsicherten mich auch jedes Mal die Wörter Spätgebärende und Risikoschwangerschaft.

    Als Spätgebärende beim Triple-Test

    Mein Frauenarzt meinte auch, dass wir unbedingt einen Triple-Test machen sollten. Ich wäre ja nicht mehr die Jüngste (hat er wirklich gesagt). Und wir müssten uns über die Konsequenzen, die ein schlechtes Testergebnis bringen würden, klarwerden.

    Die Zeit, die ich auf das Ergebnis warten musste, war extrem belastend. Mein Arzt ging beim nächsten Mal dann ungefähr zwei Sekunden auf das Ergebnis ein: „Ist völlig unauffällig“. Das war es.

    Versteht mich nicht falsch. Ich war natürlich dankbar für dieses Ergebnis, nur hatte ich mir doch so viele Gedanken gemacht. Was ist, wenn ein schlechtes Ergebnis rauskommt? Was folgt dann?

    Weitere Abklärungen? Eventuell sogar ein Abbruch? Schrecklich diese Gedanken!

    Triple-Test ist mit Vorsicht zu genießen

    Später las ich über den Triple-Test, dass er doch eher sehr mit Vorsicht zu genießen sei und häufig schlechte Ergebnisse herauskämen, die völlig gesunde Babys hervorbringen.

    Aber so ein bisschen behielt ich immer die Angst im Hinterkopf. Wir bekamen ein gesundes Mädchen.

    Als ich dann das zweite Mal mit 38 schwanger wurde, war das auch der richtige Zeitpunkt. Die Schwester war zweieinhalb und genauso wollten wir es. Ich hatte meinen Frauenarzt gewechselt.

    Der neue ist und war sehr entspannt. Er hielt mich keinesfalls für zu alt. Der Ultraschall war von Anfang unauffällig. Und vom Triple-Test war er auch nicht überzeugt und inzwischen war der auch überholt.

    Er gab mir die Möglichkeit einen sehr kostspieligen Bluttest machen zu lassen. Wenn ich mich recht erinnere, sollte der Test 800 Euro kosten. Aber mein Frauenarzt meinte, dass wir uns dieses Geld getrost sparen könnten. Wir machten den Test nicht.

    Screening für Spätgebärenden

    Beim Screening schickte er uns zu einem wahren Experten, weil er dort jede seiner Ü35 Patientinnen hinschickt. Der versicherte uns auch, nach einer tollen Untersuchung, das unser Kind gesund ist.

    Ich war entspannt. Wir bekamen einen gesunden Jungen.

    Ich finde, jede Frau darf für sich selbst entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt für eine Schwangerschaft ist. Im Endeffekt entscheiden es sowie unsere Kinder.

    Und die Ärzte sollten sich nicht auf ihre Vorgaben versteifen und jede Ü-35-Mutti als Spätgebärende und als Kandidatin für ein behindertes Kind einstufen. Wir Frauen von über 35 sind heute anders und frischer als die Frauen vor 40 Jahren.

    Auch sollte die Presse nicht über jede späte Mutter herfallen, als wäre sie die absolute Gebär-Sensation. Ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl hier und da, wäre nicht schlecht.

    Eure Nadine (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto:  Photographee.eu / shutterstock