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  • Baby schreien lassen: Juniorexpertentipp – „Lass mich doch einfach mal schreien“

    Baby schreien lassen: Juniorexpertentipp – „Lass mich doch einfach mal schreien“

    Schreien lassen: „Lass mich doch einfach mal schreien“. Der humorvolle Babyschrei-Expertenbeitrag von unserem jüngsten Experten „Karlchen“ (6 Monate):

    „Oh je, Mama du hast schon wieder Stress. Was soll ich bloß machen? Wenn du mich doch einfach mal auskotzen und etwas weinen lassen würdest. Mir fehlt doch nichts.

    Es gab heute nur wieder so viel spannendes und aufregendes Neues. Heute morgen kamen Oma und Opa, die mich in ihren Armen hielten und kuschelten. Und dann roch die Oma so komisch, wie die Blumenwiese auf der wir mal gepicknickt haben.

    Anschließend waren wir shoppen und du hast mir alle möglichen Shirts und Hosen angehalten. Dabei gefiel mir der graue Zweireiher an der Schaufensterpuppe am Besten.

    Danach waren wir ja noch in deinem Lieblingscafé, wo so viele fremde Menschen saßen und so viele verschiedene Sprachen gesprochen wurden, dass mir ganz wirr im Kopf wurde.

    Und als ich dann zu schreien begann, hast du mich direkt an deine Milchbar angelegt. Dafür bin ich dir sehr dankbar. Und dann duftete es dort auch noch so extrem nach der braunen Suppe, dass ich ganz zappelig wurde.

    Das alles war zwar etwas viel für mich, aber auch sehr spannend. Und wenn es schon so aufregend ist, dann brauche ich zumindest am Abend mal etwas Zeit, um das alles zu verarbeiten.

    Lass mich bitte schreien!

    Wenn ich schreie, hebst du mich immer wieder hoch über deine Schulter. Und redest etwas von Bauchweh …

    Deinen Rücken mag ich zwar auch, doch deine Brüste entzücken mich da doch wesentlich mehr.

    Mmmhhhpf! Und klopfe mir bitte nicht immer auf meinen Rücken. Das muss doch nun wirklich nicht sein. Wenn ich schreie, muss ich doch nicht immer ein Bäuerchen machen.

    Und dann das komische Gerät, dass du mir immer wieder ins Ohr steckst. Dabei hast du mich doch gerade erst gebadet und mit einem Lappen in meinen Ohren herum geschrubbt.

    Ich fühle mich so wohl, wenn ich einfach nur in deinen oder Papas Armen liegen und einfach mal nach Herzenslust schreien darf. Zudem strenge ich mich dabei doch immer ganz doll an, dass diese schön warmen Tränen über mein Gesicht kullern. Das liebe ich so.

    Wenn ich doch nur schon sprechen könnte …

    Dann könnte ich dir sagen, dass es mir richtig gut geht bei dir und Papa. Doch so mache ich mir immer Sorgen um dich. Du bist doch meine beste Mama.

    Wenn du dich stattdessen doch immer wieder beruhigen könntest, könnte ich mich auch gleich viel leichter wieder entspannen.

    Vielleicht sollte ich mal probieren mit meiner großen Schwester Mira in Kontakt zu gehen und ihr mal zu verstehen zu geben, was ich will und was nicht. Sie kann es dir ja vielleicht besser verklickern. Obwohl ich nicht verstehe, warum ihr dass verklickern nennt. Dabei klickert es doch nur laut, wenn Papa mit seinen Freunden kickert.

    Am liebsten habe ich es, wenn du mich so staunend und liebevoll anschaust. Du riechst ja so verdammt gut. Einfach hinreißend. Wenn ich groß bin, werde ich dich bestimmt heiraten.

    Ich hoffe, ihr hattet euren Spaß und habt die Botschaft verstanden 😉 In diesem Kontext könnten euch unsere Beiträge „Babys haben ein Recht aufs Schreien“ und „Weinen ist heilsam“ interessieren (Hinweis der Redaktion).

    Liebe Grüße

    Euer Karlchen  (Babytalk – Juniorexperte)“

    Foto: Brian A Jackson / shutterstock
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  • Mein positiver Schwangerschaftstest – Blogpararde

    Mein positiver Schwangerschaftstest – Blogpararde

    Heute eröffne ich eine neue Blogparade mit dem Thema „Mein positiver Schwangerschaftstest“, mit dem ich vor knapp fünf Jahren von meiner Tochter Viktoria erfuhr.

    Damals war ich in einer Tagesklinik mit Verdacht auf Depression. Mir war ständig übel, ich war müde, konnte mich kaum konzentrieren.

    Schwanger statt akute Depression

    Und ich konnte kaum essen. Für die Ärzte, die mich und meine mentale Vorgeschichte kannten, war die Diagnose klar, eine absolute akute Depression.

    Damals war ich auch überzeugt, dass dem so sei, schließlich ist der Winter für uns „Depris“ immer so ein Seiltanz. Nach einer Woche in der Tagesklinik kam dann Mittags mein Lieblingsessen: Lasagne!

    Und ich hob den Deckel des Tablets ab, und musste: brechen. Alleine der Geruch der Lasagne drehte in mir alles um. Eine Mitpatientin fragte aus Spaß: „Na, biste Schwanger?“

    Und ich kam ins Grübeln. Noch während des Mittagessens rannte ich ins Schwesternzimmer und bekam auch promt ein Gespräch beim Stationsarzt. Seine Reaktion bleibt mir wohl für den Rest meines Lebens ins Gehirn gebrannt:

    Mein positiver Schwangerschaftstest

    „Sie und schwanger? Na, es kann bei Patienten mit schweren Depressionen schon mal vorkommen, dass diese sich eine Situation einbilden, die ihr Leben auf den Kopf stellen würde…“.

    Aber eine Krankenschwester ließ mehr oder weniger aus „Spaß“ und zu meiner Beruhigung einen Test machen. Ich gab eine Urinprobe ab, die sie in das Labor schickte.

    Das Ergebnis sollte zwei Stunden später im Computer zu sehen sein. Besagte zwei Stunden später kam ich also ins Schwesternzimmer geschlichen und fragte nach dem Ergebnis.

    Sie ging noch scherzend zum Computer, suchte meine Akte und schluckte.

    „Frau Mondstein. – Sie sind schwanger!“

    Ich so: „Hehe, der (Scherz) war gut!“ mit einem unsicheren Zittern in der Stimme. Denn das, was der Arzt sagte, war gar nicht so verkehrt. Ich wünschte mir nichts sehnlicher als ein Kind.

    Eigentlich war ich mit dem Thema Kinderkriegen durch

    Aber nach einer Diagnose, nie Kinder bekommen zu können UND der Einnahme der Pille (und eines Antibiotikums^^Jaja, ich weiß…), war ich mit dem Thema Kinder eigentlich „durch“.

    Die Krankenschwester holte mich an den Computer, um mir zu zeigen, dass sie nicht scherzte und druckte mir das Laborergebnis aus. Ich saß erstmal überwältigt da und konnte gar nicht fassen, was da los war.

    Am Nachmittag holte mich der Papa von Püppilotta aus der Tagesklinik ab (die ich übrigens an diesem Tag noch verlassen konnte…) und war genau wie ich: überwältigt.

    Erst einmal wurde uns beiden abwechselnd heiß und kalt. Aber die Freude war definitiv absolut vorrangig.

    Übrigens folgten noch vier weitere positive Schwangerschaftstests aus der Apotheke. Und erst am folgenden Tag bei meinem Frauenarzt konnte ich es dann glauben: Ich war schwanger. Unfassbar und schwanger!

    positiver Schwangerschaftstest - Ultraschallfoto

    Mein positiver Schwangerschaftstest – Die Freude stand mir ins Gesicht geschrieben

    Als ich das Zimmer des Arztes verließ, stand es mir so ausdrücklich ins Gesicht geschrieben, dass mir eine Patientin im Wartezimmer direkt gratulierte. Und da kam mit einem mal die reine Freude in mir auf.

    Dieser folgten noch viele bange Stunden, in denen ich mich fragte, ob ich überhaupt reif genug sein würde (mit 25…), ob ich ein Kind glücklich machen könne und, und, und. Ich denke mit diesen Zweifel bin ich nicht allein, oder was meint ihr?

    Das war der Moment, in dem ich von Viktoria erfuhr. Ein Moment, der mein Leben und das vieler anderer Menschen sehr veränderte. Und einer der schönsten Momente meines Lebens:) Tja. Und nun ist dieser positive Schwangerschaftstest schon viereinhalb. Wahnsinn!

    Wie war es bei Euch? Wo und in welcher Situation habt ihr von Eurem Baby erfahren?

    Postet Eure Beiträge einfach hier in den Kommentar, wir werden diese dann verlinken.

    Liebe Grüße

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

    Beitragsbild: Africa Studio / shutterstock
    Foto2: Bunwit Unseree / shutterstock
  • Schwangerschaftssymptome sollte man nicht googeln

    Schwangerschaftssymptome sollte man nicht googeln

    Schwangerschaftssymptome: Welche Schwangere ist nicht sofort besorgt, wenn unerklärliche Schmerzen oder andere beunruhigende Zeichen des Körpers wahrgenommen werden?

    Auch ich war eine von den eher besorgten Schwangeren: Immer genau dann, wenn die Praxis meines Frauenarztes gerade nicht auf war, bekam ich Panik wegen irgendwelchen vermeintlichen Symptomen.

    Und ich hielt die aufkommende Verunsicherung nicht aus und suchte bei nach „Schwangerschaftssymptome“ bei Dr. Google.

    Auf Dr. Google greift man aus zwei verschiedenen Gründen zu:

    • entweder man möchte in der Tat zu einem Symptom gehörende Ursachen finden, also Bestätigung erhalten oder
    • man hat bereits mögliche Ursachen im Kopf und möchte gerne einen Beweis finden, der die eigene Vermutung widerlegt.

    Beides hilft in der Regel nicht.

    Ich gehörte meistens dank angefangenem Heilpraktikerstudiums zu denen, die bereits schlimme Ursachen im Kopf hatten…

    Ein Ziehen im Bauch kann zum Beispiel laut der schlauen Suchmaschine sowohl auf eine Wehe hinweisen oder einfach, und bei fast allen Schwangeren vorhanden, auf wachsende und strapazierte Mutterbänder.

    Grundsätzlich ist dem Drang, schnell eine beruhigende Antwort zu finden natürlich nichts entgegen zu setzen. Welche Mutter würde nicht zu jeder Zeit die Gewissheit haben wollen, dass alles in Ordnung ist? Dennoch können wir aus eigener Erfahrung und dem Rat diverser Ärzte folgendes raten:

    Google ist keine gute Idee vor allem bei der Suche nach „Schwangerschaftssymptome

    Man wird zu fast 100% beunruhigter als vorher.

    Viel besser als jedes technische Gerät, liebe Mamas, ist: EUER BAUCHGEFÜHL! Die Natur hat uns mit etwas ganz einzigartigem ausgestattet, und leider findet es heute ziemlich häufig nicht mehr ausreichend Gehör. Hört mal in Euch hinein.

    Ist da nicht ein Gefühl, das Euch sagt, das alles in Ordnung ist? Versucht mal mit dem Baby in Gedanken zu kommunizieren, knufft euren Bauch, hüpft ganz sachte. Kommt da nicht ein RUMPS aus dem Bauch?

    Überlegt Euch, was euch beruhigen oder entspannen könnte. Vielleicht ist es möglich Kontakt mit Euren Eltern aufzunehmen und ihnen Eure Sorgen mitzuteilen. Alles was euch entspannt, hilft Euch und somit Eurem Baby.

    Noch viel besser, aber leider heute nicht mehr immer möglich ist es natürlich, wenn man schon vom Anfang der Schwangerschaft an eine Hebamme an der Hand hat, die man kontaktieren kann. Diese kann einen professionellen Rat geben und WIRKLICH beruhigen:)

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

    Beitragsbild: George Rudy / shutterstock
  • Gefahren im Haushalt für die Allerkleinsten

    Gefahren im Haushalt für die Allerkleinsten

    Gefahren im Haushalt: Nicht nur da draußen in der großen weiten Welt lauern Gefahren für unsere Kinder. Die meisten Unfälle passieren im eigenen Haushalt und das gilt auch für Babys und Kleinkinder.

    Erfahrt jetzt von unserer Gastautorin Kerstin (ihr Blog: fraumama.de) mehr darüber, wie Ihr Euer Zuhause kindersicher macht.


    Typische Gefahren im Haushalt

    Der gemeine Türrahmen

    In den ersten Lebenswochen eines Babys sind Mama und Papa die größte Gefahr für den kleinen Wonneproppen – jedenfalls gemessen an der Anzahl der Suchergebnisse zu „Babykopf Türrahmen“.

    Der ein oder andere lacht vielleicht, tatsächlich gehört der an die Tür gestoßene Säuglingskopf jedoch zu den Klassikern.

    Zum Glück gehört dieser Klassiker in der Regel zu den harmloseren Unfällen, die Eltern mit ihren Kindern im heimischen Umfeld erleben. Auch das Gehen mit Baby auf dem Arm muss mancherorts erst gelernt werden.

    Der Wickeltisch

    Richtig gefährlich wird es dagegen, wenn ein Baby vom Wickeltisch fällt. Dies ist leider auch ein Klassiker und das, obwohl vielerorts und oft bereits schon direkt im Krankenhaus vor dieser Gefahr gewarnt wird.

    Studien zufolge stürzt jedes 3. Baby (!) vom Wickeltisch. Auch ich werde deshalb nicht müde, davor zu warnen, die Kleinen auf dem Wickeltisch unbeaufsichtigt zu lassen.

    Ganz gleich, was passiert, ob das Telefon klingelt, es an der Türe schellt, Ihr etwas vergessen habt, keine Feuchttücher zur Hand habt oder jemand um Hilfe schreit: Lasst immer eine Hand am Kind, damit das Baby nicht vom Wickeltisch fallen kann.

    Auch wenn sich Neugeborene und junge Säuglinge noch nicht drehen können, wird irgendwann dieser Tag kommen, an dem es plötzlich klappt.

    Gewöhnt Euch deshalb bereits von Beginn an, Euer Kinder entweder vom Wickeltisch zu nehmen oder es festzuhalten, wenn Ihr die Windel wechselt.

    Das gleiche gilt auch, wenn Ihr auf dem Bett oder der Couch wickelt. Eine Fallhöhe von 80 cm reicht aus, um ein Baby schwer zu verletzen.

    Schnüre und Kabel in der Nähe des Babys

    Auf den meisten Verpackungen steht es bereits: Kordeln und Kabel haben in der Nähe von Babys nichts zu suchen. Dies gilt besonders für strombetriebene Nachtlichter am Bett:

    Befestigt unbedingt die Kabel an der Wand, damit sich Euer Kind nicht darin verheddern oder strangulieren kann.

    Diese Gefahren lauern im Haushalt, wenn ein Kind mobil wird

    Die meisten Babys sind etwa drei bis sechs Monate alt, wenn sich Mama und Papa plötzlich viele Gedanken um die Kindersicherheit in ihrem Zuhause machen.

    Sobald die Kleinen mobil werden, wächst nicht nur ihr Entdeckerradius, sondern auch die Anzahl der Gefahren im Haushalt.

    Gab sich der kleine Spatz vorher noch damit zufrieden, in seinem Bettchen, auf dem Boden oder in der Wippe zu liegen, so gilt es jetzt, besondere Vorsicht walten zu lassen, denn die Kleinen sind schnell und neugierig.

    Steckdosen auf Krabbelhöhe

    Gefahren im Haushalt - Kinderfinger in einer gesicherten Steckdose

    Heutzutage haben die meisten Steckdosen bereits integrierte Kindersicherungen. Ist dies bei Euren nicht der Fall und befinden sie sich zudem auf Kinderhöhe, so solltet Ihr diese mit einem Steckdosenschutz versehen.

    Kleine Patschefingerchen wandern gerne in kleine und größere Löcher um diese zu erkunden. Was bei der Nudel beim Mittagessen total in Ordnung ist, kann bei der Steckdose fatal enden.

    Außerdem solltet Ihr die Kinder auch in diesem Alter schon für diese Gefahr sensibilisieren und sie wegtragen, „nein“ sagen und erklären, warum es gefährlich ist, in Steckdosen zu greifen, denn nicht alle Freunde oder Verwandte, die ihr besucht, werden ihre Steckdosen sichern. Vorsicht ist in diesem Fall besser als Nachsicht.

    Treppen, Stühle, Tische und andere Anhöhen

    Vom Robben zum Krabbeln ist es kein großer Schritt mehr und Eure Kleinen kommen jetzt immer schneller voran. Die meisten Babys machen auch vor Anhöhen nicht Halt und klettern jetzt gerne auf Stühle, das Sofa oder Treppen hinauf bzw. hinunter.

    Ganz klar kann das Klettern gefährlich sein und böse enden. Hier rate ich, die schlimmen Gedanken und Vorahnungen weit weg zu schieben und die Kleinen ihre Erfahrungen machen zu lassen.

    Bleibt dabei, leitet Euer Baby an, wie es am sichersten (rückwärts!) die Treppe hinunter krabbelt und traut den Kleinen etwas zu. Greift ein, wenn es gefährlich wird, seid auf der Hut, aber lasst auch los. So lernen Eure Babys und entdecken die Welt.

    Viele, viele bunte Flüssigkeiten

    Gefahren im Haushalt Kleinkind hat eine Flasche mit giftigem Haushaltsreiniger in der Hand

    Spätestens wenn Eure Kleinen an Schränke oder Schubladen kommen, solltet Ihr außerdem giftige Putzmittel und auch Medikamente aus ihrem Sichtbereich und ihrer Umgebung nehmen und wegsperren.

    Junge Kinder werden von schillernden Farben magisch angelockt und so siegt die Neugier beim kleinen Erdenkind leider oft über die Vernunft.

    Was häufig nicht als Gefahr wahrgenommen wird, ist Salz. Doch bereits ein Teelöffel Salz führt bei Kleinkindern zu einer Salzvergiftung, ein Esslöffel innerhalb von wenigen Stunden ist tödlich! Und wir alle wissen, wie schnell man äußerlich Salz mit Zucker verwechseln kann. (Ergänzung der Redaktion).

    Weitere Gefahren im Haushalt

    Je nach häuslicher Umgebung benötigt Ihr im Baby- und Kleinkindalter zudem Treppen- und Herdschutzgitter, einen Eckenschutz für Tischkanten und gegebenenfalls auch Verschlüsse für Regale oder Schranktüren.

    Wenn Ihr einen Garten habt, werdet Ihr Euch gewiss auch mit giftigen Pflanzen beschäftigen und diese gegebenenfalls entfernen oder umzäunen.

    Ob und welche Kindersicherheitsartikel Ihr außerdem braucht, hängt natürlich immer auch vom Kind, dessen Charakter und Euren eigenen Grenzen bzw. Vertrauen ab.

    Was sichert Ihr in Eurem Haushalt noch und worauf könnt Ihr verzichten?

    Wir freuen uns über alle Tipps und Tricks zum Thema!

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  • Wer trotzt denn da? 5 Dinge, um die Trotzphase gelassener zu meistern

    Wer trotzt denn da? 5 Dinge, um die Trotzphase gelassener zu meistern

    Die Trotzphase ist eine Entwicklungsphase, die viele Eltern als sehr anstrengend empfinden. Wie man diese Phase mit einem Trotzkopf gut übersteht, hat Euch Steffi vom Blog emmali-blog.de hier aufgezeichnet:


    Trotzphase, Autonomiephase oder „terrible twos“; die Begriffe für diese Entwicklungsphase sind vielfältig und oft sehr negativ geprägt.

    Dabei könnte man es doch einfach „wieder ein Entwicklungsschritt“ nennen, das würde junge Mamas dann vielleicht auch entspannter auf diese Entwicklungsphase zugehen lassen.

    Mit dem heutigen Artikel möchte ich Dir 5 Dinge über diese Phase aufzeigen, die du so vielleicht noch nie bedacht hast.  Oder die du zwar schon gehört, allerdings schon wieder vergessen hattest.

    Sie sollen dir helfen entspannt und positiv gestimmt auf diesen enormen und wichtigen Entwicklungsschritt deines Kindes zu reagieren.

    Erwarte nicht zu viel von deinem Kind

    Deinem Kleinkind fehlen die sprachlichen Möglichkeiten, um seine Gefühle auszudrücken. Dazu kommt, dass es mit 2 Jahren noch nicht in der Lage ist seine Impulse und Emotionen zu kontrollieren.

    Trotzdem sind diese Gefühle da und müssen ausgedrückt werden und das passiert eben mit Händen und Füßen und mitunter sehr lautstark.

    Einige Mütter erwarten dann von ihrem Kind, dass es sich aus eigenem Antrieb heraus entschuldigt, weil es während des Gefühlsausbruchs andere geschlagen oder geschubst hat. Das ist aber häufig in der akuten Situation zu viel verlangt.

    Dein Kind kann sich in diesem jungen Alter kaum in eine andere Person und dessen Gefühle hineinversetzen, denn es lernt ja aktuell erst seine eigenen Emotionen zu erkennen und auszudrücken.

    Manchmal verkündet dein Kind voller Überzeugung, dass es z.B. bestimmt den ganzen Spaziergang alleine gehen oder sein Laufrad schieben wird.

    Auf halbem Weg hat es dies dann aber vergessen und will oder kann nicht mehr. Vielleicht lässt du dich dann auch dazu hinreißen auf dein Kind einzureden und es zu ermahnen, dass es sich doch an die Abmachung halten muss.

    Diese Situation kennen bestimmt viele Mütter. Doch vergessen wir dabei, dass Kinder im Alter von 1,5 bis 4 Jahren Zeiträume noch nicht überblicken können und deshalb auch nicht wirklich planen können.

    Dein Kind will immer kooperieren

    Kein Kind, das sich in dieser Entwicklungsphase befindet, will seine Eltern absichtlich ärgern. Im Gegenteil – Kinder kooperieren immer mit ihren Eltern. (In unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ gehen wir tiefer darauf ein und dort findet ihr viele praktische Tipps für einen entspannten Familienalltag.

    Auch dein Kind macht dies ständig, nur fällt es dir wahrscheinlich gar nicht auf. Weil es für Dich selbstverständlich ist und es alltägliche normale Dinge betrifft.

    Wenn deine Tochter sich beim Wickeln ganz still hält, dann kooperiert sie. Auch wenn dein Sohn beim „Pullover Anziehen“ die Arme hochnimmt, dann kooperiert er. Und auch wenn dein Kind abends die Zähne putzt, weil du es so möchtest, dann kooperiert es.

    Hört dein Kind aber plötzlich damit auf, z.B. beim Einkaufen oder beim Verabschieden in der Kita, fällt dir das sofort auf. Das liegt einfach daran, dass unser Gehirn darauf programmiert ist Abweichungen und Fehler schnell zu erkennen.

    Wenn es dir aber gelingt dich in diesen Situationen daran zu erinnern, dass dein Kind die vorangegangenen 3-4 Stunden sehr viel kooperiert hat. Dann kannst du einfühlsamer auf seinen Wunsch nach mehr Selbstständigkeit bzw. auf sein momentanes Bedürfnis eingehen.

    Dein Kind verhält sich nicht absichtlich so

    Das Verhalten deines Kindes dient nicht dazu (wie oben schon erwähnt) dich zu ärgern oder zu nerven. Dein Kind kann in diesem Moment, wenn es sich wütend und hilflos auf den Boden wirft und schreit, einfach nicht anders.

    Seine Gefühle brechen umgebremst über ihm ein, dein Kind wird quasi von ihnen überrannt und kann sie noch nicht kontrollieren und auch nicht in Worte fassen. In diesen Momenten kannst du dein Kind auch nur schwer mit Worten erreichen.

    Wenn es sich wieder etwas beruhigt hat, ist es selbst erstaunt darüber, wie es sich gerade verhalten hat und was da eigentlich passiert ist.

    Dein Kind braucht dich – auch während der Trotzphase

    Ganz besonders dringend braucht dein Kind dich während und nach einem heftigen Gefühls- bzw. Wutausbruch. Es muss wissen, dass du immer auf seiner Seite bist trotz dieser widersprüchlichen Gefühlsausbrüche.

    Zeig ihm das, indem du es in den Arm nimmst oder in einem ruhigen Moment kurz (nicht zu ausschweifend) mit ihm darüber sprichst und dein Verständnis zeigst.

    „Verstehe dein Kind in dieser Zeit, begleite es wertschätzend und lass den Sturm an dir vorüberziehen.“

    Deine (Lebens-)Erfahrung ist gefragt, um die Trotzphase gelassen zu meistern

    Du bist der Erwachsene und du hast diese Entwicklungsschritte schon lange (erfolgreich) hinter dich gebracht. Genau deshalb bist du auch in der Lage deine Gefühle zu regulieren.

    Nutze deine Erfahrung, indem du dich auf keine Machtkämpfe einlässt und vorausschauend bist. Meide die Situationen von denen du weißt, dass sie vermutlich zu heftigen Gefühlsausbrüchen bei deinem Kind führen.

    Erinnere dich immer wieder daran, dass dein Kind gerade extrem wichtige Dinge lernt (Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit, Gefühle erkennen und regulieren).

    Vergiss dich auch selbst nicht und gönne dir regelmäßig kurze Auszeiten, damit du die Trotzphase gelassen annehmen kannst.

    So und jetzt hoffe ich sehr, dass dir dieses Wissen etwas mehr Sicherheit gibt. Wodurch Du mit einigen typischen Situationen während der Autonomiephase deines Kindes entspannter umgehen kannst.

    Hinterlasse mir doch einen Kommentar darüber, ob es dir gelingt dich an diese Tipps zu erinnern und ob sie dir helfen. Ich freue mich!

    Eure Steffi (Babytalk – Autorin)

    Werbung: Unser Buch

    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Foto: shutterstock / Kathleen Spencer
  • Wenn das Baby als Frühchen geboren wird

    Wenn das Baby als Frühchen geboren wird

    „Herzlichen Glückwunsch, Ihr Kind ist ein Frühchen!“

    Mein Kind ist ein Frühchen. Was das konkret bedeutet, wissen Eltern im vorab nicht. Schließlich setzt man sich in der Schwangerschaft ungern mit „Problemthemen“ oder möglichen Krankheiten auseinander.

    Alles soll perfekt ablaufen und die Geburt soll möglichst eine Bilderbuchgeburt werden.

    Bei vielen Schwangeren, einschließlich mir selbst, lief es allerdings nicht so perfekt, plötzlich heißt es „Herzlichen Glückwunsch, Sie sind eine Frühchen Mama!“.

    Und dann steht man völlig überfordert mit der Situation da, dass das Kind, früher als geplant gekommen ist.

    Die meisten Kinder müssen um ihr Überleben kämpfen, viele schaffen es nicht, oder haben später bleibende Schäden. Das muss aber nicht immer so sein. Wir sind zum Glück mit einem mehr als blauen Auge davon gekommen.

    Es ist aber nicht nur für die kleinen Helden ein Kampf, sondern auch von den Eltern erfordert dies schwere Schritte, die gemeistert werden müssen.

    Als Mutter genießt du kaum, oder gar kein Wochenbett. Viele Eltern haben längere Fahrtzeiten zur Klinik und im allgemeinen bist du als Elternteil mit der Materie völlig überfordert.

    Man hat Sorgen, Ängste, aber auch Hoffnung. Man wird vom Glück umarmt, aber auch von der Trauer überwältigt.

    Die Gefühle auf der Frühchen-Station

    Als ich auf der Intensivstation ankam, hatte ich zitternde Knie. Es war beunruhigend. All die lauten Maschinen. Überall Menschen in blauen Kitteln. Teilweise hinter einem Mundschutz versteckt.

    Es roch nach Desinfektionsmitteln. Trotz der piependen Geräusche herrschte Stille, anders als auf der Station mit all den Mamis und ihren weinenden Babys im Beistellbett.

    Es war einfach nur beängstigend still. Und da lag er, im Inkubator, kaum sichtbar hinter den vielen Kabeln. Ich war schockiert, das sollte also mein Kind sein? Ich soll Mama sein? Kaum zu glauben…

    Ich tat mir anfangs unwahrscheinlich schwer ein direktes Muttergefühl zu empfinden. Es ist nun mal einfach anders. Schließlich bekommen viele Mütter, gerade bei Notfall- OP’s ihr Kinder im OP nicht zu Gesicht.

    Nach der OP in getrennten Zimmern, wartet man auf den Moment endlich laufen zu können. Meist vergehen dabei Tage.

    Im Vergleich dazu, haben normal gebärende ihre Kinder direkt nach der Geburt, auf der Brust liegen. Deshalb ist es umso wichtiger für Frühgeborene Eltern eine Bindung aufzubauen!

    Was dabei hilft, eine Bindung zu seinem Kind aufzubauen

    Habt keine Scheu eure Babys anzufassen. Mit Hilfe des Personals schafft ihr das! Die Versorgung des Babys ist auch eure Aufgabe und sie ist wichtig. Denn hier, wirst du Schritt für Schritt zur Mutter.

    Anfangs war ich überfordert, nervös und sehr ängstlich. Ich konnte doch nicht so ein kleines Wesen an Kabeln angeschlossen wickeln, geschweige denn anziehen.

    Doch, ich konnte! Ich wuchs über mich hinaus und war stolz. „Ich war Mama und konnte mein Baby selbst versorgen“. Ein tolles Gefühl und aus meiner völlig überforderten Hilflosigkeit, entwickelte ich immer mehr ein Selbstbewusstsein, welches ich definitiv dringend nötig hatte.

    Für meine anfangs nicht vorhandenen Muttergefühle, hat mir das Känguruhen, dass Kuscheln mit dem Früchten auf der Brust, sehr geholfen. Es stärkte die Bindung zwischen mir und meinem Kind.

    Mir selbst gab es jedes mal aufs Neue Kraft und meinem Kleinen tat es ebenfalls gut.

    Es ist die Zeit, in der du die ganzen Monitore um dich herum vergisst, es gibt dann nur dein Baby und dich.

    Und wenn ihr am Abend wieder nach Hause fahren müsst, ohne Kind…seid nicht traurig! Eure Frühchen sind die kleinsten, aber auch größten Kämpfer, die es gibt. Und ein bisschen Loslassen und Vertrauen in eure Babys müsst ihr haben.

    Sie schaffen es und mit diesem Gefühl fahrt ihr jeden Abend nach Hause und am nächsten Morgen seid ihr wieder einen Schritt näher an der Entlassung. Diese Einstellung half mir ungemein die Zeit zu überstehen. Mit ihr fuhr ich fast zwei Monate lang, jeden Tag 60 km.

    Natürlich gab es auch bei uns in dieser Zeit viele schwere Momente, Rückschläge und sehr viele Tränen. Ich glaube, dass Wichtigste ist, Kraft aus seinen kleinen Helden zu schöpfen.

    Heute ist der Räuber über ein Jahr alt und Mama kann ihn kaum aufhalten, so auf Zack ist der kleine Mann. Ein richtiges Schlitzohr 😉

    Yvonne

    Beitragsbild: Maesse Photography / shutterstock
    Pinterest: Yobro10 / Getty Images Pro
  • Schwierige Hebammensuche – und wo ihr Hilfe bekommt

    Schwierige Hebammensuche – und wo ihr Hilfe bekommt

    In diesem Beitrag schildert unsere Gastautorin Yasmin ihre problematische Hebammensuche. Dies ist ja leider für viele werdenden Eltern ein großes Problem, doch wie ihr hier lesen könnt, gibt es Anlaufstellen, die Euch helfen:


    Hebammensuche: Was ich anders gemacht habe!

    Aktuell wird in meiner FB-Mummy-Gruppe folgende Frage immer und immer wieder gestellt: Ab wann habt ihr eure Hebamme gesucht? Beziehungsweise Ab wann sollte man die Hebamme suchen?

    Für beide Fragen kenne ich nur eine gute Antwort: Sobald man von der Schwangerschaft erfährt.Bei mir war das dann quasi in Woche 6. Bestätigt vom Arzt war die SSW eine Woche später.

    Sofort habe ich bei verschiedenen Hebammen-Praxen angerufen bzw. sie angemailt, weil ich unbedingt eine Beleghebamme wollte. Leider hatte ich damit keinen Erfolg, weswegen ich mich an die „Hebammenzentrum Rhein-Sieg/Bonn e.V.“ gewandt habe.

    Diese Stelle hat einen Überblick über alle freien Hebamme aus der Region. Ich habe angerufen und meine Daten hinterlassen – ebenso meinen Wunsch, nach einer Beleghebamme.

    Das Hebammen-Zentrum Bonn unterstützt bei der Suche

    Das Zentrum hat sich dann für mich auf die Suche gemacht und bei verschiedenen Hebammen angefragt. Diese haben sich dann auch zurückgemeldet. Allerdings waren es „nur“ normale Hebammen.

    Also keine Beleghebamme, die mich in der Schwangerschaft, der Geburt und danach begleiten würde. Das war ziemlich niederschmetternd für mich, da ich sehr große Angst vor der Geburt habe und mir so sehr eine Hebamme in den Kreissaal wünsche, der ich vertrauen kann…

    Daher habe ich die ersten Rückmeldungen auch abgesagt und darauf verwiesen, dass ich aufgrund eines Geburtstrauma unbedingt eine Beleghebamme möchte.

    Diese Hoffnung wurde mir dann genommen. Dafür sei es einfach zu spät. Tatsächlichen arbeiten hier manche Hebammen nur monatsweise als Beleghebamme.

    So wie Tina (*), für die ich mich letztlich entschieden habe. Sie bietet Beleggeburten nur bis Mai an. Zu blöd für mich… Aber da ich Angst hatte bei meiner Hebammensuche zu scheitern, wollte ich zugreifen.

    Auch, weil Tina sehr sympathisch herüberkam. Ein Eindruck der sich beim Kennenlernen bestätigt hatte.

    Das Kennenlernen nach der Hebammensuche

    Bevor ich zu meiner neuen Hebamme komme, möchte ich euch schnell über meine ehemalige Hebamme berichten. Ich habe sie quasi gewählt, weil sie damals direkt neben meiner Frauenarztpraxis gearbeitet hatte.

    Das hat einfach gut gepasst. Ich wurde direkt von der Frauenärztin in die Hebammenpraxis geschickt und hatte Glück. Mir ging es bei meiner Hebammensuche nicht um Sympathie oder Vertrauen, sondern schlicht weg um die Nachsorge und ein paar Geburtsvorbereitende Maßnahmen.

    Dementsprechend kühl war unsere Verbindung zueinander. Es war nicht unbedingt unangenehm, aber eben distanziert-professionell.

    Nie wurde über mich gesprochen

    Womöglich ein Grund weswegen meine Wochenbettdepression nie zur Sprache kam – wir haben nie von mir gesprochen, sondern einfach immer nur über das Baby.

    Diesmal wollte ich das nicht. Und ich habe das Gefühl, dass es nicht wieder so werden muss: Tina nahm sich gut anderthalb Stunden Zeit für unser Erstgespräch. Sie hat meine Daten aufgenommen, aber auch Fragen zu mir und die erste Geburt gestellt.

    Sie hat sich die gesamte Geschichte angehört. Dann haben wir über meine Wunschvorstellung der Geburt gesprochen: Der hebammenbegleitete Kreißsaal in Bonn.

    Das ist ein Kreissaal in dem die Hebammen „das Sagen“ haben und Ärzte nur im Notfall dazu stoßen. Es gibt in ganz Deutschland nicht mal zehn solcher Kreißsäle. Und hier in Bonn haben wir einen!

    Ich war happy und hatte Hoffnung, dass die selbstbestimmte Geburt – wenn schon nicht mit Beleghebamme – so klappen würde.

    Meine Hebamme herzlich und ehrlich

    Leider nahm mir Tina diese Hoffnung. So herzlich wie sie zu sein scheint, so ehrlich ist sie:

    „Mit deiner Vorgeschichte und der daraus resultierenden Risikoschwangerschaft, wird es wohl nichts werden, leider“.

    Mittlerweile sollte ich daran gewöhnt sein, dass meine Träume verpuffen. Aber irgendwie war das dennoch ziemlich belastend…

    Bei meiner ersten Schwangerschaft war ich 10 Tage drüber, wurde 3 Tage eingeleitet und erhielt einen Kaiserschnitt nach Geburtsstop. Dieses Risiko würde der Kreißsaal nicht eingehen, um sich „die Quoten“ nicht zu versauen.

    Irgendwie einleuchtend, wenn auch ziemlich wirtschaftlich und unmenschlich. Tina hat mich ermutigt, es dennoch zu versuchen. Sie wollte mich nur darauf vorbereiten, dass mein Wunsch wahrscheinlich eine herbe Enttäuschung erfahren würde.

    Verstanden werden ist sehr wichtig

    Ich bin ihr sehr dankbar für ihre Offenheit. Tina versucht nichts zu umschreiben, sie ist sehr direkt und ehrlich. Etwas, was ich an einem Menschen schätze. Sie sagt, was sie denkt – wie ich.

    Das macht sie sehr sympathisch für mich. Sobald es so weit ist, werde ich mich um einen Termin bemühen, werde aber auch nach Alternativen suchen.

    Beispielsweise auch, wo man einen geplanten Kaiserschnitt machen kann. Tina meinte ganz klar: „Nach deiner Geschichte kann ich deinen Wunsch total nachvollziehen, einen geplanten Kaiserschnitt zu machen.

    Ich stehe da voll hinter dir – egal wofür du dich entscheidest.“ Ich hatte das Gefühl sie meint es ernst. Das war mir sehr wichtig und ich wusste: Die nimmste, die ist cool und akzeptiert dich.

    Regelmäßiges Durchchecken

    Tja und nun komme ich also bei Tina unter und lasse mich im Wechsel zum Frauenarzt alle 4 Wochen von ihr durchchecken. So habe ich alle 2 Wochen eine Vorsorge für´s Baby, was mir nochmal mehr Sicherheit gibt. Das ist ja sehr wichtig für mich.

    Sie weiß auch von meiner Depression und daher bin ich zuversichtlich, dass sie mich bei den ersten Anzeichen zur Brust nimmt und mir den Kopf zurechtrücken wird. Das nimmt mir auch die Angst nochmal in so ein Loch zu stürzen wie nach Claires Geburt.

    Liebe Schwangere: Die Hebammen-Situation – gerade bei Beleghebammen – ist sehr angespannt. Immer wieder lese ich von Frauen, die gar keine Hebamme mehr gefunden haben. Daher mein Rat an euch:

    Sucht frühzeitig, am Besten mit Bekanntwerden der Schwangerschaft nach einer Hebamme und nehmt nicht die Erstbeste, die euch über den Weg läuft. Hört auf euer Gefühl, immerhin erlebt sie viele intime Momente und Gedanken mit euch.

    Was ist mit euch? Seid ihr noch auf Hebammensuche oder habt ihr eine bekommen oder bewusst darauf verzichtet? Gibt es bei euch in der Region auch einen akuten HebammenMangel?

    Kennt ihr übrigens schon unsere Hebammenschülerin Kati? Sie berichtet Euch von ihrer Ausbildung.

    Übrigens engagiert sich das Babytalk-Team mit dem Weltrekord für Hebammen für eine von der Wirtschaftlichkeit entkoppelten Geburtshilfe in Deutschland. Wenn ihr uns dabei unterstützen wollt, findet ihr nähere Informationen unter dem Link Strochenfonds.org, Hinweise der Redaktion.

    Eure Yasmin  (Babytalk – Autorin)

    *Name geändert

    Beitragsfoto: Siegi /shutterstock
  • Babys wollen getragen werden

    Babys wollen getragen werden

    Babys tragen: Der Mensch ist ein Tragling. Von seiner Entstehung an verbringt er seine Zeit im warmen Fruchtwasser im Bauch seiner Mutter, ganz nah an ihrem Herzen, dessen Schlagen etwas vom ersten ist, das er wahrnimmt.

    Rund 40 Wochen, so lange wie eine Schwangerschaft ungefähr dauert, wird er getragen, genährt und gewärmt.

    Bei der Geburt kommt er heraus aus dieser angenehmen Geborgenheit, hinein in eine kühle, grelle Welt. Mit dem Abschneiden der Nabelschnur wird er physisch von seiner Mutter getrennt.

    Doch ihre Nähe wird er noch lange brauchen, denn der Mensch ist, physiologisch gesehen, eine Frühgeburt – unfähig, alleine zu überleben. Laufen kann er nicht, also wird er getragen – von all den lieben Menschen, die ihn umgeben, umsorgen und lieben.

    Und je öfter er getragen wird, desto wohler fühlt er sich. Seit Anbeginn der Menschheit wurden Kinder getragen wie auch kleine Säugetiere getragen werden.

    Bei Naturvölkern und Nomaden sieht man nur getragene Kinder, es ist bis heute auch eine Notwendigkeit. Getragene Kinder weinen weniger, haben ein gutes Urvertrauen, weniger Mühe mit ihrer Verdauung und es fördert alle ihre Sinne.

    So wird z.B. die Motorik durch die Bewegung des Tragenden angeregt; die Traglinge gleichen die Bewegungen automatisch mit ihrem eigenen Körper aus. Häufig getragene Babys sind deshalb in der motorischen Entwicklung oft schneller.

    Babys tragen fördert den Bindungsaufbau

    Aber auch die Kommunikation, quasi auf Augenhöhe, und das Miterleben des Alltags, ist ganz anders aus der Perspektive eines Erwachsenen im Gegensatz zum Liegen im Kinderwagen, das oft nur den Blick zum Stoffdach ermöglicht.

    Während die Bezugsperson, ihre Stimme und ihr Geruch weniger bis kaum wahrgenommen werden können.

    Zudem wird durch häufiges Tragen ein flacher Hinterkopf vermieden. Eltern, die tragen, haben ständigen Körperkontakt zu ihren Kindern, können bonden und haben ihre Hände frei für tägliche Arbeiten, für Geschwisterkinder, zum Einkaufen etc.

    Viel rascher nehmen sie die Bedürfnisse ihres Kindes wahr, wenn sie es so nah bei sich haben.

    Auch Eltern, die gerne draußen aktiv sind, wandern etc. oder sich frei durch die Stadt bewegen wollen, sind so viel flexibler. Treppen, enge oder steinige Wege und Schneematsch sind kein Hindernis.

    Babys tragen Mutter mit Baby in einer Trage

    Im kalten Winter frieren unter einer Trage-Jacke getragene Kinder nicht, da sie stets die Körperwärme des Tragenden spüren. Fiebrige Kinder sind beim Tragen ebenfalls gut aufgehoben, da es temperaturausgleichend wirkt.

    Tragehilfen fürs Baby

    Wer also beschliesst, sein Kind tragen zu wollen, der hat heutzutage die Qual der Wahl. Es gibt zahlreiche Firmen, die verschiedenste Tücher und Tragehilfen in allen möglichen Designs verkaufen. Die Tücher haben unterschiedliche Längen und Materialien, Tragehilfen gibt es zum Binden, mit Schnallen oder beides kombiniert.

    Manche „wachsen“ mit dem Tragling mit, andere eignen sich nur für eine bestimmte Zeit weil sie nicht oder nur begrenzt verstellbar sind. Und alle haben sie ihre Vor- und Nachteile.

    Tragehilfen sind rascher angelegt, mit Tüchern ist man von Geburt an bis zum Ende der Tragzeit, die durchaus einige Jahre dauern kann, wenn man z.B. gerne lange Strecken wandert, gut bedient.

    Zudem stehen einem mit den verschiedenen Bindeweisen alle Möglichkeiten offen. Man muss jedoch ein Flair dafür haben, diese erlernen zu wollen.

    Es rät sich aber in jedem Fall, vorher, wenn möglich auch schon in der Schwangerschaft, eine Trageberatung aufzusuchen.

    Trageberater/Innen

    TrageberaterInnen haben meist ein großes Sortiment an Tüchern und ergonomischen, empfehlenswerten Tragen und nehmen sich Zeit um mit den Eltern das Binden zu lernen oder eine passende Tragehilfe zu finden.

    Das ist nämlich eine sehr individuelle Angelegenheit und es empfiehlt sich in jedem Fall, die Tragehilfen vorher zu testen.

    Denn das Tragen macht nur Spaß, wenn es für beide bequem ist und diesbezüglich gibt es schon ein paar Punkte zu beachten. Beim Kind z.B. muss die sogenannte Anhock-Spreiz-Haltung garantiert sein, die Haltung also, die Babys automatisch einnehmen, sobald sie hochgenommen werden.

    Sie ziehen die Beinchen an – ein Reflex der für’s Tragen gemacht ist, so können sie sich an der tragenden Person „festklammern“. Zudem sollte der Steg oder das Tuch immer von Kniekehle bis zu Kniekehle reichen.

    Eure Tamara (Babytalk – Autorin)

    Unter diesem Link erklärt Euch unsere Trageberaterin Mira die Bindeweise einer ring slings (Hinweis der Redaktion).

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  • Welche Hausmittel helfen bei Erkältungen und Fieber

    Welche Hausmittel helfen bei Erkältungen und Fieber

    Welche Hausmittel bei Erkältung: Obwohl alternative Heilmethoden häufig aufwändiger sind als die konventionelle Schulmedizin, lohnt sich der Aufwand absolut. Verena Wagner, die Autorin des Blogs Mamirocks aus Tirol hat hier ein paar sehr gute Tipps für Euch zusammen gestellt, die bei Erkältung und Fieber helfen:


    Welche Hausmittel helfen bei Fieber?

    Erste Regel und die gilt eigentlich immer: Keine Panik – handle intuitiv! Verlasse Dich auf Dein Bauchgefühl, auch wenn Du Angst hast.

    Wenn Du das Gefühl hast, mit Deinem Kind stimmt etwas nicht, es wirkt abwesend und lethargisch, dann ruf die Rettung. Ich schreibe das nicht einfach so, denn genau dieses Nicht-Zögern hat meinem zweijährigen Mädchen sehr geholfen.

    Wie sich im Krankenhaus herausstellte, war dies keine übertriebene Handlung, das Kind hatte eine Blinddarmentzündung. Ungewöhnlich und selten in dem Alter, aber möglich.

    Natürlich gilt äußerste Vorsicht auch beim Fieberkrämpfen. Bei über 40 versuche ich meinen Kindern Fiebersaft einzuflößen, obwohl das mit ihnen ein ziemlicher Kampf ist.

    Sie ertragen alle Medizin, Tees und selbstgemachte Hustensäfte, aber nicht den künstlich-chemischen Geschmack der Säfte mit Ibuprofen oder Paracetamol.

    Alternative Hausmittel zum Fiebersaft

    Während Fieber für Erwachsene echt hart ist, finden Kinder Fieber meiner Erfahrung nach oft nicht so schlimm. Meine drei sind dann müde, wollen nichts, keine Ansprache und keinen Kontakt. Sie schlafen dann meist einfach.

    Viel schlechter scheint es ihnen mit Husten und Schnupfen und in der Phase der Rekonvaleszenz (Zeit der Genesung) zu gehen. Nach fast acht Jahren als Mutter, gerate ich bei Kinder Fieber nicht mehr so schnell in Panik.

    Der Spruch „Wenn Kinder Fieber haben, sind sie gesund“, stammt von unserer früheren und wie ich finde sehr klugen Hausärztin.

    Sie hat mir folgendes erklärt: „Das hohe Ansteigen des Fiebers zeigt bei Kindern an, dass ihr Immunsystem funktioniert. Der kleine Körper besiegt mit der erhöhten Körpertemperatur die angreifenden Krankheitserreger.

    Hat man diese Erklärung vor Augen, gelingt es besser tief durch zu atmen und erst einmal sanfte Methoden gegen Fieber auszuprobieren, die dem Körper helfen sich selbst zu heilen.

    Wenn ich zurück denke, wie es war als frisch gebackene Mutter, habe ich mir in den Babyzeiten sehr viele Sorgen um die fiebernden Kinder gemacht. Gerade beim ersten Kind habe ich dauernd gemessen.

    Allerdings habe ich noch nie etwas unternommen, solang nicht die 39-Grad-Marke überschritten war.

    Hausmittel: Sanft heilen mit Wickeln

    Die guten alten Wadenwickel müssen mit ein paar Regeln angewendet werden: Sie kommen wirklich nur zum Einsatz, wenn der ganze Körper glüht. Nicht etwa wickeln, wenn das Kind zwar an der Stirn heiß ist, aber ansonsten friert oder kalte Füße hat.

    Ich nehme zum Herstellen der Wickel abgerissene Streifen alter Spucktücher. Diese dürfen auch nicht eiskalt nass gemacht werden: Lauwarm reicht aus, sonst ist der Unterschied zur Körpertemperatur zu drastisch.

    Meistens warte ich bis die Kinder eingeschlafen sind und wickle dann in aller Ruhe. So erspare ich mir Abwehrgebrülle und Gestrample. Die nur feuchten, ausgewrungenen Windelstreifen möglichst ohne Falten um die Waden wickeln.

    Außen herum kommt je ein Handtuch, damit nichts nass durchgeht. Die Füße sollen unter der Bettdecke herausschauen, damit das Fieber „abdampfen“ kann. Die Meinungen gehen auseinander, ob die Dinger nach einer halben Stunde wieder ab sollen.

    Doch meistens sind sie schon erwärmt, wenn ich wieder nachschauen komme. Ich lasse die Kinder nach einem einmaligen Wickel schlafen. In wenigen Fällen habe ich die Wickel wiederholt, weil mir die Kinder während des Schlafes glühend heiß vorkamen.

    Schlafen ist ohnehin die beste Medizin und ich würde nie den Schlaf eines Kindes stören.

    Welche Hausmittel sonst noch bei Erkältungen helfen

    Auf jeden Fall ist wichtig, die Kinder oft und soviel wie möglich Wasser oder Tee trinken zu lassen. Und wenn die Kleinen eben keinen Tee oder Wasser wollen, trinken sie notfalls, was sie möchten. Essen mögen sie mit Fieber meiner Erfahrung nach ohnehin nicht.

    Außerdem sollen die Kleinen, wenn möglich im Bett bleiben. Die Bettruhe wird oft unterschätzt, aber die Kinder müssen sich wirklich viel ausruhen können. Malen, vorlesen, Hörspiele – alles ist gut, was im Liegen geht.

    Dazu geben wir Globuli und/oder Schüssler Salze. Sobald Fieber auftritt oder auch eine Erkältung, verabreiche ich Ferrum Phosphoricum. Und dies solange bis die Kinder wieder ganz fit sind, denn dieses Mittel hilft auch dem Immunsystem.

    Acconitum gebe ich in einmal bei plötzlich auftretendem Fieber. Bei heißem Körper mit Schwitzen und rotem Kopf gibt es Belladonna. Ich schreibe hier wieder bewusst keine Potenzen dazu, denn ich bin ja kein Experte, sondern eine Mami.

    Gerade bei Babys lohnt sich das Gespräch mit einem Kinderarzt, der alternativen Heilmethoden gegenüber aufgeschlossen ist..

    Essigwickel für Babys

    Bei Babys riet unsere tolle Hausärztin zu Essigwickeln. Die sind viel einfacher anzuwenden bei den kleinen Strampelbeinen. Dazu kleine Söckchen in Essig tauchen, auswringen und anziehen. Darüber kommen dicke Wollsocken.

    Diese habe ich immer nach einer Weile wieder abgenommen. Wenn ganz kleine Kinder Fieber haben, macht man sich einfach viel mehr Sorgen. Das ist ganz natürlich. Die Wirkung dieser Wickel war aber stets unmittelbar spürbar.

    Man kann sie auch bei Babys mehrmals in der Nacht wiederholen – aber eben NUR bei komplett glühendem Körper. Die Temperatur darf nicht zu rasch zu stark abgesenkt werden.

    Das Fieber gehorcht den eigenen Gesetzen der Krankheit und steigt meistens in Wellen immer wieder an. Und dies vor allem gegen Abend, solange bis alles ausgestanden ist.

    Wird das Fieber, auch durch Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol zu rasch und zu stark unterdrückt, wirkt dies entgegen den Selbstheilungskräften.

    Helfer fürs Immunsystem

    Hilfreiche Kräuter bei Erkältungen sind Salbei (Halsweh, antibakteriell, desinfizierend), Spitzwegerich, Schlüsselblume und Huflattich für den Hustentee, sowie die Lindenblüte und das Mädesüßkraut für Schwitzkuren.

    Ebenso immer dabei im Hustentee ist natürlich Thymian, dem ich hier schon mal einen eigenen Beitrag gewidmet habe.

    Unter dem Hashtag #Kräutermamas findet ihr übrigens immer wieder detaillierte Informationen zu Kräutern für die ganze Familie. Nicht verzichten möchte ich in der Erkältungszeit auf Zitronen.

    Sie sollte erst in den Tee hinein, wenn er bereits abgekühlt ist. So bleiben die Vitamine besser erhalten. Oder einfach roh essen, etwa in der Salat-Marinade oder als Limonade mit Zucker.

    Sanftes Hausmittel – die Zwiebel

    Auch die Zwiebel ist ein toller Helfer in der Erkältungszeit. Knoblauch hat ähnliche Eigenschaften, aber wie die Kinder mag ich den nicht roh.

    Alle diese Zutaten helfen aber auch in ihrer alltäglichen Verwendung in der Küche, besser gegen Infekte gewappnet zu sein.

    Aus der Zwiebel lässt sich zusammen mit Thymian ein wirksamer Hustensaft einkochen.

    Die Zwiebel eignet sich zudem hervorragend für kleine Schnupfennasen. Auch wenn es stinkt – Zwiebel aufschneiden, etwa zehn Minuten abwarten und dann ins Kinderzimmer, neben den Kopf des Babys, stellen.

    Erleichtert das Durchatmen, ebenso hilft ein im Kinderzimmer aufgestellter Wäscheständer mit nassen Kleidungsstücken. Letzteres ist auch bei Reizhusten eine Hilfe.

    Zwiebelsäckchen bei Ohrenschmerzen

    Einfach eine Zwiebel kleinschneiden und kurz in einem Topf oder Pfanne ohne Öl leicht anbraten. Dann in ein dünnes Tuch stecken und anschließend diesen „Beutel“ in einen Waschlappen oder kleinen sauberen Socken stecken und aufs Ohr drücken. Oder in ein Handtuch einwickeln und unters Köpfchen (Ohr) legen. Wirkt wunder.

    Zusätzlich habe ich bei meinen Babys etwas ätherisches Öl wie Engelwurz auf einen kleinen Ton- oder Gipsanhänger geträufelt und neben dem Köpfchen platziert.

    Bei verstopften Babynäschen hilft auch eine Pomade aus Engelwurz. Viele solcher Produkte gibt es fertig zu kaufen. Gute Hebammen kennen alle diese Tipps und Tricks.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: ALIAKSEI SIDARENKA / shutterstock
  • Geburtsbericht: Ein Kaiserschnitt, der nicht optimal verlief, aber ein gutes Ende nahm

    Geburtsbericht: Ein Kaiserschnitt, der nicht optimal verlief, aber ein gutes Ende nahm

    Ein Geburtsbericht von Mira zu ihrem Kaiserschnitt. Er zeigt, dass ein akuter Personalmangel bzw. Stress in der Belegschaft direkte Auswirkungen auf das Geburtserlebnis haben kann. Auch bzw. gerade bei einem Kaiserschnitt.


    Wir dachten, wir hätten noch 5 Tage bis zur geplanten Entbindung, doch Püppilotta sah das wohl nicht so und wie es nun mal so ist, kommt es im Leben gerne anders als man denkt.

    Herztöne zu schnell

    Am Morgen eines lange geplanten Kontrolltermins erhielten wir beim CTG die unschöne Nachricht „Die Herztöne sind zu schnell“. Die kleine Viktoria hatte Stress!

    Zur Sicherheit sollte das CTG nach mehreren Stunden nochmals wiederholt werden, aber auch da war es nicht besser, und damit die Einweisung ins Krankenhaus unausweichlich.

    Einweisung ins Krankenhaus

    Aber doch nur zu Beobachtung, damit man im Notfall schnell eingreifen kann, dachten wir zumindest. Also packten wir die Taschen, und fuhren ein wenig scherzend in die Klinik unserer Wahl.

    Dort angekommen kam dann CTG Nummer 3 an diesem Tag. Und zwar fast eine Stunde lang. Viktorias Papa und ich machten uns ständig drüber lustig, was wohl wäre, wenn sie jetzt entschieden, Viktoria direkt zu holen.

    Doch das nur, WEIL WIR TOTAL SICHER WAREN, dass wir bis zum ET auf der Station bleiben würden.

    Nach dem CTG wurde ich dann in ein Zimmer gebracht. Und plötzlich kam meine Hebamme mit THROMBOSESTRÜMPFEN. „Also, doch sofort ein Kaiserschnitt?“

    Aber die Frage konnte sie nicht eindeutig beantworten, sie sollte nur vorsichtshalber schon einmal alles vorbereiten. Kurze Zeit danach kam der Narkosearzt. Und machte sich über mich lustig.

    Er fragte mich spöttisch, wie gefährlich eine PDA ist. „Na, zählen Sie doch mal die Nebenwirkungen auf.“ Ok, ich realisierte: Jetzt geht es los! Wir wurden runter in den OP Bereich gebracht. Der Kaiserschnitt war nun leider für mich unausweichlich.

    Kaiserschnitt: Verlegung in den OP

    Und der arme Papa musste erst mal warten und sich OP tauglich anziehen. Ich wurde auf den OP Tisch gesetzt und den Katheter gelegt bekommen.

    Alle waren ziemlich wortlos und etwas genervt, da es bereits die elfte Geburt an diesem Tag war. Und zeitgleich ein EM-Deutschland Fußballspiel lief. Das machte es mir nicht gerade leichter.

    Und dann kam der Narkosearzt in den OP-Saal. Derselbe, der so unfreundlich beim Aufklärungsgespräch war. Aber siehe da: Auf einmal war er richtig nett. Und die OP-Pfleger waren auch sehr nett. So konnte ich mich vor dem bevorstehenden Kaiserschnitt erstmal wieder etwas entspannen.

    Die PDA selber hab ich kaum gemerkt. Und davor hatte ich doch sooo Angst gehabt. Anschließend ist erst mal mein Kreislauf weg gekippt. Auch völlig normal, sagte der Narkosearzt.

    Ich dachte wirklich ich speie gleich neben den OP-Tisch, was ziemlich schwierig geworden wäre, denn ich war wie auf einem Kreuz festgebunden und konnte mich nicht bewegen.

    Aber er sollte Recht behalten: Es wurde besser. Und dann kam auch endlich der umgezogene und aufgeregte Papa von unserer Kleinen.

    PDA wirkte nicht

    Er streichelte während der gesamten Kaiserschnitt – OP meinen Kopf. Als die Ärzte anfingen, an meinem Bauch zu hantieren, fühlte ich unglaubliche Schmerzen. Mir wurde gesagt, das könne gar nicht sein, ich sei einfach zu sensibel.

    Mir wurde wieder total schlecht und schwarz vor Augen. Ich bekam noch alles mit, die PDA wirkte scheinbar noch nicht richtig.

    Aber dann auf einmal, nach einer gefühlten Minute, meinte Viktorias Papa, sie ist wäre raus! Aber ich hatte gar nichts gehört! Da kam Panik hoch: Warum schreit sie nicht?

    Die Hebamme lief flott mit Viktoria zur Babystation, und dann nach einer gefühlten Ewigkeit: endlich ein „Wuuuääääh“.

    DA WAR UNSER BABY!

    Dann wurde sie mir ganz kurz vors Gesicht gehalten, aber ich konnte kaum was sehen, weil ich schon wieder mit dem Kreislauf zu kämpfen hatte.

    Und dann war Viktoria weg. Einfach fort. Sie sollte an das EKG, nur zur Sicherheit. Und ich musste zurück auf die Wöchnerinnenstation. Doch ich muss doch mein Baby in den Arm nehmen!!!

    Ich war nur noch am weinen. Nach einer halben Stunde im Aufwachraum, in der der Narkosearzt sich wirklich lieb mit mir unterhalten hatte, wurde ich dann mit Viktorias Papa in den Kreisssaal gefahren.

    Irgendwie sau ironisch, denn ohne Baby war es dort so schrecklich einsam. Und ich musste wieder weinen.

    Um 1 Uhr morgens kamen wir dann aufs Zimmer zurück. Man hätte uns im Kreißsaal vergessen, erzählte uns die Nachtschwester, die mich bereits gesucht hatte. Ich kam in ein Dreibettzimmer.

    Obwohl uns in den Informationsstunden immer erzählt wurde, dass es das nicht gäbe. Hier war es extrem eng.

    Und Viktorias Papa konnte als frischgebackener Papa und total müde nach Haus fahren.

    Schmerzen wurden wieder stärker

    Natürlich ließ so langsam die Wirkung der PDA nach. Und ich klingelte, um nach Schmerzmittel zu fragen. Die Schwestern kamen mit einem Zäpfchen, und ich sollte mich zur Seite drehen.

    Das ging aber nicht, es tat so schrecklich weh, und ich hatte keine Idee, wie ich mich bewegen sollte. Irgendwie waren die Verbindungen zu den Muskeln weg.

    Also nahmen die Schwestern das Laken vom Bett und warfen mich auf die Seite. Es tat soo weh. Und ich war erst mal kurz weggetreten. Und das Paracetamolzäpfchen hätten sie sich sparen können. Selbst das Atmen gelang mir nicht ohne extreme Schmerzen:(((

    Erste Kontakt mit meinem Baby

    Viktoria bekam ich übrigens erst am nächsten Morgen um 8 Uhr. Und sie hatte bis dahin schon 4 Flaschen Fertigmilch getrunken, obwohl man mir versprochen hatte, sie fürs erste Anlegen zu bringen, sobald sie Hunger hat.

    Ich sollte sie anlegen. Die Schwesternschülerin legte Püppilatta in meinen Arm, und ging. Und ich lag da, mit meinem Würmchen und war total überfordert. Wie geht denn das überhaupt?

    Also wie sollte ich sie ohne Bauchmuskeln von dem Bett zu meiner Brust hochbekommen, und wie bekomme ich sie angedockt? Zudem wusste sie dank der Flaschen gar mehr, was sie mit meiner Brust anfangen sollte.

    Letztlich schrie mich eine Kinderkrankenschwester an, ich sein ja wohl bekloppt dem Baby nicht seine Mahlzeit zu gewähren. Und der Papa von Püppilotta sollte schleunigst eine Flasche besorgen.

    Erklärt wurde mir erst zu Hause im Wochenbett, wie das Stillen geht. Im Krankenhaus hatte keiner Zeit dafür. Und meine Hebamme kam in den 5 Tagen genau einmal für genau eine Minute zu mir.

    Hab ich zu viel Hilfe erwartet?

    Ist es immer so schrecklich kaltherzig, wenn man ein Kind bekommt?

    Also ich werde nie wieder in dieses Krankenhaus gehen, aber bei der nächsten Geburt wird mich neben der Hebamme auch eine Doula begleiten. Da weiß ich wenigstens, dass auf jeden Fall jemand da ist, der auf der Wochenstation hilft, und Ratschläge hat:)

    Übrigens ging es Viktoria von Anfang an sehr gut. Ich möchte den Bericht gerne damit beenden, dass dies alles mental eine ganz schöne Tour war, aber letztlich zählt, dass die Maus gesund ist und rechtzeitig geholt wurde.

    Und nun ist sie eine wunderbare, lebensfrohe siebenjährige Supermaus!:)

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

    Foto: SweetLeMontea / shutterstock

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