Autor: Babytalk-Redaktion

  • Was dürfen Eltern in einem Kreißsaal?

    Was dürfen Eltern in einem Kreißsaal?

    Der Kreißsaal ist ein Ort, den die meisten Frauen (und ihre Partner) höchstens ein-, zwei- oder dreimal im Leben betreten. Doch wie verhält man sich in einem Kreißsaal?

    Was darf man und was nicht?

    Die Schwangere und ihre Begleitung sind Kunden des Dienstleisters Geburtsklinik und „Die Kundin ist Königin“ und so sollten sie auch behandelt werden. Leider fühlen sich Schwangere in vielen Kreißsälen heutzutage immer noch als eine Art „Bittsteller“. Doch so sollte es auf keinen Fall sein!

    Viele Gebärende sind zum Ende der Schwangerschaft durch die ungewohnte Dosis an Hormonen häufig viel emotionaler als sonst. Mit dem Beginn der Geburt kommt neben der Vorfreude zusätzlich noch eine große Portion Unsicherheit dazu. Dies ist zum Glück der Mehrzahl aller in der Geburtshilfe arbeitenden Personen bekannt und es besteht eine große Toleranz gegenüber dem Verhalten und Äußerungen der Gebärenden.

    Die Gebärende sollte sich keine Gedanken darüber machen, falls sie verbal etwas über die Stränge schlagen sollte. Es ist absolut ok, wenn sie unter der Geburt ihren Partner beschimpft oder gar vor die Tür schickt. Vor allem, wenn er eher selber hilfebedürftig ist, als das er hilfreich zur Seite steht. Entschuldigen kann sie sich immer noch, wenn das Baby da ist.

    Wenn der Partner merkt, dass ihm die Geburt doch mehr zu schaffen macht, als gedacht, darf und sollte er den Kreißsaal kurz verlassen. In diesem Fall ist sogar hilfreich, wenn er ihn dann zumindest zwischendurch verlässt, um wieder zur „Ruhe“ zu kommen. Denn seine Sorgen und Ängste übertragen sich sehr schnell auf die Gebärende. Und es macht es ihr noch schwerer „Loszulassen“ und zu entspannen. Es ist absolut nicht hilfreich, wenn die werdende Mutter sich in dieser Situation mehr Gedanken über ihren Mann macht, als sich auf den Geburtsprozess einzulassen.

    Es empfiehlt sich durchaus, sich vor der Geburt mal auf der Geburtsstation vorzustellen. Dies erleichtert das „Ankommen“ am Tag der Geburt und bietet die Chance, sich alle auf dem Herzen liegende Fragen beantworten zu lassen.

    Was anziehen im Kreißsaal?

    Doula - Gebärende bekommt im Kreißsaal den unteren Rücken mit einem Noppenball massiert

    Alles ist erlaubt, doch vor allem sollte die werdende Mutter die Kleidung leicht ablegen und im Verlauf der Geburt anpassen können. Ein schönes langes Nachthemd mit Knopfleiste ist da z.B. sehr praktisch.

    Da sie während der Geburt häufig über einen längeren Zeitraum leichtbekleidet ist und sich immer wieder intimen Untersuchungen aussetzen muss, ist es wichtig, dass sie sich zumindest in ihrer „Kleidung“ wohl und selbstbewusst fühlt.

    Schöne große Tücher sind auch sehr sinnvoll, da sie einerseits bei Bedarf wärmen und auch die Blöße bedecken können.

    Wie spricht man das Klinikpersonal an?

    Das ist vor allem abhängig von dem Gebaren bzw. der Etikette des jeweiligen Kreißsaals und dem dort tätigen Personal. Unabhängig davon, liegt es auch an den werdenden Eltern. Es spricht aber auch absolut nichts dagegen, wenn diese abwarten. Und wenn sie sich sympathisch werden, können sie ihnen gerne das „Du“ anbieten. Vielen Gebärenden fällt dies vor allem bei Jüngeren und Gleichaltrigen leichter.

    Was tun, wenn man Durst oder Hunger bekommt?

    In den allermeisten Kreißsälen ist es heutzutage keine Frage mehr, wenn die Schwangere im Verlauf des Geburtsprozesses etwas Trinken oder eine leichte Mahlzeit zu sich nehmen will. Früher hatte man Bedenken, dass es der Schwangeren die notwendige Kraft rauben könnte. Oder das sie bei einem notwendigen Kaiserschnitt unter der Narkose an ihrem Erbrochenen ersticken könnte. Dies konnte aber mittlerweile durch Studien widerlegt werden.

    Begleitung durch eine Doula im Kreißsaal

    Glücklicherweise lassen sich immer mehr Kreißsäle darauf ein, dass die Schwangere bzw. die werdenden Eltern sich während der Geburt durch eine ausgebildete Doula betreuen lassen. Diese durchgehende Betreuung ist vor allem heutzutage nur noch bei einer von der Schwangeren „gebuchten“ Beleghebamme gewährleistet. Allerdings haben nicht alle Geburtskliniken Verträge mit Beleghebammen.

    Geburtsplan erstellen

    Wir empfehlen euch werdenden Eltern auf jeden Fall einen Geburtsplan zu erstellen, indem ihr genau festhaltet, wie ihr euch eure Geburt vorstellt. Wie ihr zum Beispiel einer Einleitung oder der Verabreichung einer PDA gegenübersteht etc. und diesen mit der zuständigen Hebamme besprecht. Da eine Geburt nicht selten über einen Schichtwechsel hinausgeht, ist es sinnvoll diesen Geburtsplan im Kreißsaal abzugeben.

    Es ist eure Geburt, die es kein zweites Mal gibt.

    Wenn ihr euch eine eins zu eins – Betreuung wünscht und keine Beleghebamme gefunden habt, überlegt euch, ob ihr nicht vielleicht eine Doula zur Unterstützung während der Geburt buchen möchtet. Nähere Informationen über die Arbeit einer Doula findet ihr in dem entsprechenden Beitrag „Die Doula – helfende Elfe unter der Geburt„.

    Euer Babytalk-Team

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  • Neugeborenengelbsucht und wie sie behandelt wird

    Neugeborenengelbsucht und wie sie behandelt wird

    An eine Gelbsucht kann man in jedem Alter erkranken. Bei Neugeborenen kommt dies besonders häufig vor. So erkranken mehr als die Hälfte aller Neugeborenen an einer Neugeborenengelbsucht (Icterus neonatorum). Anzeichen sind eine Gelbfärbung der Haut und der Augäpfel.

    Bei den allermeisten Neugeborenen verläuft eine Neugeborenengelbsucht ohne nennenswerte Komplikationen. Doch bei den wenigen, wo es doch zu größeren Komplikationen kommt, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Sie gilt als harmlos, wenn die Bilirubinwerte im Blut nicht über einen bestimmten Wert ansteigen.

    Anders als eine Hepatitis (Gelbsucht) bei Erwachsenen handelt es sich bei Neugeborenen nicht um eine schwere durch Viren verursachte Infektionserkrankung, sondern um einen natürlichen Anpassungsprozess der Leber in den ersten Lebenstagen. Da bei Frühgeborenen die Leber noch weniger ausgereift ist, tritt bei ihnen deutlich häufiger eine Gelbfärbung auf.

    Ursachen einer Neugeborenengelbsucht

    Bei Neugeborenen ist die Leber meist noch nicht vollständig ausgereift und schafft es anfangs nicht das Bilirubin zu verstoffwechseln. In diesem Fall lagert sich der Farbstoff im Gewebe ab, was zu der typischen gelblichen Verfärbung von Haut und Augen führt.

    Neugeborene kommen mit einem Überschuss an roten Blutkörperchen zur Welt, welche während der Schwangerschaft für den Transport von Sauerstoff notwendig sind. Beim Abbau der überschüssigen roten Blutkörperchen durch die Leber entsteht in der Milz und im Knochenmark der gelblich-braune Farbstoff Bilirubin. Normalerweise schafft es die Leber das Bilirubin umzuwandeln und nach Zwischenstationen in Galle und Darm über Stuhlgang und Urin auszuscheiden.

    Auslöser einer Neugeborenengelbsucht sind entweder ein zu großer Überschuss an Bilirubin im Körper oder das dessen Aufnahme und Weiterverarbeitung durch die Leber zu wasserlöslichem Bilirubin versagt oder seine Ausscheidung über die Galle gestört ist.

    Das wasserlösliche bzw. direkte Bilirubin wird über die Gallengänge in den Darm abgegeben, worüber der größte Teil einfach ausgeschieden wird. Ein kleiner Teil gelangt wieder in den Blutkreislauf zurück und wird anschließend in der Niere nach verschiedenen Verarbeitungsstufen ausgeschieden.

    Falls die Leber des Babys noch nicht in der Lage ist, dieses Bilirubin schnell genug abzubauen, sammelt sich der gelbe Gallenfarbstoff im Körper an. Und es kommt zu der typischen Gelbfärbung der Haut.

    Der Bilirubinwert wird durch einen Bluttests ermittelt. Der Grenzwert ist abhängig vom Alter und Gewicht des Babys. Wenn es der Leber gelingt das Bilirubin stetig abzubauen, stellt die Neugeborenengelbsucht kein Risiko für das Baby da. Sollte dies aber nicht gelingen, besteht die Gefahr, dass es sich im Gehirn ablagert und die Nervenzellen schädigt.

    Aus diesem Grund müssen die Bilirubinwerte begleitend kontrolliert und ggf. behandelt werden. Denn falls es zu einer sogenannten Bilirubin-Enzephalopathie, einer schweren Schädigung des Nervensystems kommen sollte, kann dies sogar zum Tod des Babys führen.

    Symptome einer Neugeborenengelbsucht

    Es gibt vor allem diese 4 typischen und auch leichterkennbare Symptome:

    • gelb gefärbte Haut
    • Gelbfärbung des weiß im Auge
    • bräunlicher Urin
    • heller Stuhl

    Dauer einer Neugeborenengelbsucht

    Nach dem die Gelb-Färbung in der Regel am fünften bis sechsten Lebenstag ihren Höhepunkt erreicht, bildet sie sich anschließend von alleine zurück. Spätestens nach 14 Tagen sollte die Haut des Babys nicht mehr gelb verfärbt sein.

    Die Arten der Neugeborenengelbsucht

    Es werden 4 Arten von Neugeborenengelbsucht unterschieden, die durch ihren Verlauf und Ursache unterschieden werden:

    • Icterus neonatorum physiologische oder auch harmlose Neugeborengelbsucht : Sie beginnt in der Regel ab dem 2. bis 3. Lebenstag und bildet sich bis zum zehnten Lebenstag wieder von alleine zurück.
    • Pathologischer Icterus (krankhafte Neugeborenengelbsucht)
      • Icterus praecox, frühe Neugeborenengelbsucht:
        Frühe Gelbsucht: Der Bilirubinwert beträgt am ersten Tag mehr als 7 mg/dL. Diese Gelbsucht tritt bei einer Blutunverträglichkeit zwischen mütterlichem und kindlichem Blut auf. Auch Verletzungen wie Hämatome während der Geburt gelten als Risikofaktoren. Die typischen Symptome entstehen meist schon am ersten Tag.
      • Icterus gravis, ernste Neugeborenengelbsucht mit sehr hohem Bilirubinwert:
        Diese Neugeborenengelbsucht zeichnet sich durch einen sehr hohen Bilirubinwert aus. Sprich, bei einem Neugeborenen übersteigt er je nach Alter und Gewicht die 15 bis 20 mg/dl. Hier besteht die Gefahr, dass sich ein sogenannter Kernikterus entwickelt. Dabei lagert sich das Bilirubin in den sogenannten Ganglienzellen des Stammhirns von Neugeborenen ein. Das kann unter Umständen zu bleibenden Hirnschäden und sogar zum Tod des Kindes führen.
      • Icterus prolongatus, verlängerte Neugeborenengelbsucht: Von dieser Variante spricht man, wenn die Neugeborenengelbsucht länger als 14 Tage anhält.

    Wie behandelt man eine Neugeborenengelbsucht?

    Neugeborenengelbsucht - Foto- bzw. Lichttherapie

    Bei normalem Verlauf einer physiologischen Neugeborenengelbsucht ist keine spezifische Behandlung notwendig. Dennoch kann es hilfreich sein, den Körper des Babys beim Abbau des überschüssigen Bilirubins zu unterstützen.

    Wärme

    Da ein Neugeborenes sehr viel Energie verbraucht, um seinen eigenen Körper warm zu halten, ist es sinnvoll, das Baby mit entsprechender Kleidung dabei zu unterstützen. Denn je weniger Energie das Baby fürs warmhalten aufbringen muss, umso mehr bleibt ihm, um seinen Stoffwechsel in Gang zu halten. Eine Wärmelampe und vor allem ganz viel Kuscheln mit Hautkontakt bietet eine super Unterstützung.

    Tageslicht

    Auf wenn Neugeborene nicht direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden sollen, fördert doch auch natürliches Tageslicht den Abbau von Bilirubin. Und ein Spaziergang an der frischen Luft tut nicht nur dem Baby sehr gut. Hilfreich kann es zudem sein, das Babybett direkt ans Fenster zu stellen.

    Stillen

    Für an Gelbsucht erkrankte Neugeborene ist es besonders wichtig in den ersten Tagen viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Denn dies bringt seine Verdauung in Gang, die wiederum die Ausscheidung von Bilirubin fördert.

    Denn vor allem die Vormilch (Kolostrum) beinhaltet einen wertvollen Mix aus Wachstums-, Immun- und Heilungsstoffen und nicht zuletzt aus sehr wertvollen Darmbakterien. Aus diesem Grund sollten Neugeborene am ersten Tag so häufig wie möglich angelegt werden.

    Wenn das Neugeborene nicht an der Brust gestillt wird, sollte es stattdessen ausschließlich mit Pre-Milch gestillt werden.

    Foto- bzw. Lichttherapie

    Eine ernste Neugeborenengelbsucht (Icterus gravis) mit mehr als 15 bis 20 mg/dl wird in aller Regel mit einer Fototherapie behandelt. Dabei werden die Neugeborenen einem bestimmten ausgesetzt, dessen enthaltenen Blaulicht, das im Körper angesammelte Bilirubin in ein wasserlösliches Bilirubin umwandelt, welches über das Urin des Babys ausgeschieden werden kann. Den Neugeborenen werden bei der Lichttherapie die Augen verbunden, weil das Licht die Netzhaut der Augen schädigt.

    Austauschtransfusionen

    In sehr seltenen schweren Fällen einer Neugeborenengelbsucht wird die gesamte Blutmenge des Babys mit Bluttransfusionen ausgetauscht, was den weiteren Abbau der roten Blutkörperchen verhindern kann.

    Im Krankenhaus beobachten und/oder behandeln die Kinderärzte die Neugeborenengelbsucht. Wie lange der Aufenthalt der Neugeborenen in der Geburtsklinik dauert, hängt davon ab, wie schnell sich die Bilirubinwerte normalisieren.

    Fazit zu Icterus neonatorum oder Neugeborenenikterus

    Wenn sich die Haut und die Augäpfel eines Neugeborenen in seinen ersten Lebenstagen gelb färben, sollten Eltern umgehend einen Arzt aufsuchen. Selbst wenn die Neugeborenengelbsucht in den allermeisten Fällen ein ganz normaler Abbauprozess ist, sollte der Verlauf der Gelbsucht unbedingt ärztlich begleitet und überwacht werden.

    Euer Babytalk-Team

    Beitragsfoto: Joshua Resnick / Canva Pro
    Foto2: iPortret / Canva Pro
  • Der Wochenfluss

    Der Wochenfluss

    Der Wochenfluss und die Rückbildung der Gebärmutter

    Nach dem das Kind und die Nachgeburt geboren wurden, bleibt in der Gebärmutter eine im Durchmesser ca. 12 cm große Wunde zurück, wo die Plazenta sich abgelöst hat. Diese Fläche muss langsam wieder heilen. Der anschließend beginnende Wochenfluss wird durchs Stillen und das dabei ausgeschüttete Hormon Oxytocin in Gang gesetzt, welches die Nachwehen, Heilung und die Rückbildung fördert.

    Diese Nachwehen sind wichtig. Sie sorgen für das Zusammenziehen der Muskelfasern der Gebärmutter und kurbeln so den Wochenfluss an. Die Muskelkontraktionen der Gebärmutter sorgen dafür, dass Blutreste, Wundsekret, Gewebe und Eihäute abgestoßen und vaginal ausgeschieden werden.

    Er hält so lange an, bis die Wunde vollständig verheilt ist, wobei dieser stetig abnimmt. Der Wochenfluss wird auch Lochien genannt, was von dem altgriechischen Wort lóchos = Geburt herstammt.

    Der Wochenfluss hält ca. 4 bis 6 Wochen an, während dessen die Gebärmutter auf ihren Ursprungszustand zurück schrumpft.

    Bei aufkommendem Fieber, Schmerzen oder einem beißenden Geruch sollte auf jeden Fall der Frauenarzt oder die Hebamme kontaktiert werden.

    Entwicklung des Wochenflusses

    • Am ersten Tag:
      Direkt nach der Geburt ist der rein blutige Wochenfluss am stärksten und kann bis zu 500 Milliliter betragen. Zudem können außer dem Wundsekret noch Reste der Gebärmutterschleimhaut, sowie Zervix und Vaginalschleim ausgeschieden werden.
    • Zwischen dem 2. und 3. Tag
      nimmt der Wochenfluss merkbar ab und beträgt dann nur noch ca. 100 Milliliter. Allerdings ist der immer noch blutige Wochenfluss nun erheblich wässriger. Neben dem Blut werden noch immer Schleim, Blutgerinsel und Gewebereste sowie Bakterien ausgeschwemmt.
    • Zum Ende der 1. Woche:
      Da die Wunde bereits etwas verheilt ist, blutet die Wunde an der Gebärmutter nur noch gering und beträgt nur noch zwischen 10 bis 30 Milliliter. Die Farbe des Wochenflusses hat nun seine Farbe verändert. Sie kann wässriges rosa oder auch rot bräunlich sein.
    • Zum Ende der 2. Woche:
      kann sich die Farbe des Ausflusses noch einmal verändern. Er kann nun weiterhin rot bräunlich oder aber gelblich sein. Üblich sind zu diesem Zeitpunkt zwischen bis 5 bis 10 Milliliter.
    • Zum Ende der 3. Woche:
      ist der Wochenfluss schon fast vollständig versiegt. Die Farbe ist jetzt weißlich bis klar.  Die Gebärmutter sollte nun nach drei Wochen gut verheilt sein und die Schleimhaut sich wieder im Aufbau befinden.
    • Zwischen der 4. und 6. Woche
      Nun sollte die Gebärmutter vollständig verheilt sein und auch eine neue Schleimhaut ausgebildet haben. Der Beginn der ersten Periode nach der Geburt ist sehr individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab.

    Sowohl das Stillen als auch das Aufstehen nach längerer Zeit hat einen Einfluss auf den Wochenfluss. Das Stillen regt die Kontraktion (Zusammenziehen) der Gebärmutter an, wodurch eine größere Menge Blut abgestoßen wird. Zudem sammelt sich das Wundblut beim Liegen und fließt erst dann ab, wenn die Mutter aufsteht, sich bewegt oder auf Toilette muss.

    Wochenfluss nach einer Kaiserschnitt-Geburt

    Der Verlauf des Wochenflusses hängt unteranderen davon ab, ob das Kind auf natürlichem Weg oder per Kaiserschnitt geboren wurde.

    Nach einer Kaiserschnittgeburt fällt der Wochenfluss häufig etwas schwächer und kürzer aus. Dennoch hinterlässt auch die chirurgische Trennung der Plazenta von der Gebärmutter eine offene Wunde.

    Hygiene im Wochenbett bzw. beim Wochenfluss

    In den ersten Wochen nach der Geburt ist es unabdingbar auf ausreichende Hygiene zu achten. Während der Wundheilung der Gebärmutter besteht ein erhöhtes Risiko das Keime und Bakterie in die Vagina oder auch in die Gebärmutter eindringen. Deshalb ist Händewaschen nach der Hygiene im Genitalbereich unverzichtbar.

    Hygienetipps beim Wochenfluss

    • Verzichtet zumindest in den ersten Wochen auf Tampons, da sich bei deren Nutzung der Ausfluss stauen und dies weitere Komplikationen nach sich ziehen kann. Vlieseinlagen oder Wegwerfslips haben sich dagegen bewährt.
    • Einlage oder Binden sollten regelmäßig in Abhängigkeit des Ausflusses alle 2-4 Stunden gewechselt werden. Unbedingt vor- und nachher Händewaschen nicht vergessen.
    • Getrocknete Blutreste sollten am besten direkt nach dem Besuch der Toilette abgewaschen werden. Je nach Wohlbefinden in der Wanne abspülen, kurz Duschen oder auf der Toilette mit einem feuchtwarmen Waschlappen säubern. Alternative kann eine ph-neutrale Reinigungslotion verwendet werden. Auf parfümierte Duschgels oder spezielle Intimpflegeprodukte sollte verzichtet werden.
    • Eine flüssigkeitsundurchlässige Unterlage schützt während der Wochen des Wochenflusses dein Sofa und Bett.
    • Wenn das Bedürfnis nach Sex hochkommt, ist es ratsam seine Hebamme dazu zu befragen. Üblicherweise sollte 4-6 Wochen nach der Entbindung auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden, da die Möglichkeit besteht, dass der Wochenfluss infektiös ist. Von manchen Hebammen wird ein geschützter Geschlechtsverkehr (mit Kondom) als Option gesehen, solange die Frau dabei ein gutes Gefühl hat.
    • Neben dem Sex gibt es auch in Bezug aufs Baden unterschiedliche Meinungen. Ein Bad in der Wanne nehmen wird von manchen als durchaus verantwortbar eingeschätzt. Doch auch dieses Vorhaben sollte am besten , vor ab mit eurer Hebamme besprochen werden.

    Wie infektiös ist der Wochenfluss?

    Die Meinung zur Infektiösität des Wochenflusses ist gespalten. Manche halten ihn für keimhaltiger und infektiöser als andere Wundsekrete und andere nicht. Nichtsdestotrotz kann es im schlimmsten Fall zu Kindbettfieber führen, wenn von außen infektiöse Keime in die Gebärmutterwunder geraten. Aus diesem Grund ist es äußerst wichtig auf Sauberkeit und Hygiene im Umgang mit dem Wochenfluss zu achten.

    Wann kommt es zu einem Wochenflussstau?

    Wenn der Wochenfluss auf einmal deutlich erkennbar nachlässt oder gar über Stunden ganz versiegt, sollte probiert werden, ob sanfte Massagen und ein Sitzbad mit Meer- oder Kochsalz den Ausfluss wieder in Gang bringen. Es könnte sein, dass sich der Muttermund verschlossen hat und der Ausfluss nicht abfließen kann. Dann sammelt sich das Wundsekret in der Gebärmutter.

    Sollte der Wochenfluss nicht wieder von selbst anfangen zu fließen und zusätzlich durchdringend und streng riecht, sollte unbedingt ein Arzt oder Hebamme aufgesucht werden. Im schlimmsten Fall kann es durch die Entzündung zum Kindbettfieber kommen. Durch sorgfältige Hygiene kommt es aber heutzutage nur noch selten zu einer solch starken Infektion.

    Wochenfluss und Wundheilung fördern

    Nach der Geburt ist es extrem hilfreich, wenn die frischgebackene Mutter sich schont und viel liegt. Deshalb heißt diese Zeit ja auch Wochenbett. Das Ruhen hilft dem Kreislauf, sich wieder zu stabilisieren.

    Viele Hebammen empfehlen den Intimbereich nach dem jedem Toilettengang von außen mit laufwarmen Wasser zu reinigen. Frische Luft tut, wie bei den meisten Wunden, auch gut. Das heißt, solange die Frau sich dabei wohl fühlt, kann sie sich „untenrum“ frei machen und auf eine wasserundurchlässige Unterlage legen. Gegebenenfalls wartet man damit bis der Wochenfluss etwas abgeklungen ist.

    Für die Rückbildung des Körpers und insbesondere für die Gebärmutter, kann es hilfreich sein, wenn die Mutter sich regelmäßig für einige Minuten auf den Bauch legt. Dies sollte am Besten mit der Hebamme abgesprochen werden. Falls der Druck zu groß ist, kann man probieren ein Kissen darunter zu legen.Vor allem für Mütter die per Kaiserschnitt entbunden haben, ist die Bauchlage unangenehm.

    Eure Babytalk-Redaktion

    Beitragsfoto: Rachaphak / Getty Images Pro
  • Die wichtigsten Funktionen der Plazenta während der Schwangerschaft

    Die wichtigsten Funktionen der Plazenta während der Schwangerschaft

    Die Plazenta oder auch Mutterkuchen genannt, beginnt sich nach der Nidation bzw. der Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut zu entwickeln.

    Plazentaaufbau und Aussehen

    Für die Versorgung des Embryos mit Nährstoffen für dessen Zellwachstum, wachsen Chorionzotten auf der äußeren Eihaut des Embryos. Sie stellen die erste Verbindung zwischen der Mutter und Embryo dar. Später bilden sie mit ihrem dichten und weitverzweigten Netz von Blutgefäßen die Plazenta.

    Sie besteht aus dunkelrotem, schwammigem Gewebe mit baumartig verzweigten kleinen und großen Blutgefäßen. In dem Raum zwischen der mütterlichen und kindlichen Seite befinden sich viele Zotten mit Verästelungen, an deren Oberfläche der Austausch zwischen mütterlichem und kindlichem Blut stattfindet.

    Der Mutterkuchen wächst mit dem heranwachsen des Fetus und hat bis zur Geburt die Form einer ca. 2-4 cm dicken und im Durchmesser ca. 20 cm großen Scheibe und wiegt durchschnittlich 500 Gramm.

    Sie bildet während der Schwangerschaft ein extrem leistungsfähiges Organ und übernimmt die Aufgaben der Lunge, Niere, Leber und Darm etc. des Fetus. Mit deren zunehmenden Leistungsfähigkeit überlässt sie den Organen des Fetus immer mehr Aufgaben, bleibt aber für diesen bis zur Geburt ein lebensnotwendiges Organ.

    Eine gesunde Plazenta sieht ein wenig wie eine frische Leber aus. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Der Mutterkuchen kann löchrig sein und Verkalkungen aufweisen. Diese Fälle sind jedoch ungefährlich für das ungeborene Baby.

    Funktionen und Aufgaben der Plazenta

    Die Plazenta übernimmt während der Schwangerschaft die Versorgung des Fetus mit Sauerstoff, Nährstoffen und Hormonen (Östrogen und Progesteron), die die Schwangerschaft aufrechterhalten. Dies sind Stoffe, die der Fetus für den Aufbau seines Körpers und für seine Energieversorgung braucht.

    Hierbei handelt es sich vor allem um Glukose, Proteine, Fette, Aminosäuren, Elektrolyte und Vitamine. Diese Stoffe werden über die Plazenta vom mütterlichen in den Blutkreislauf des Kindes übergeben.

    Gleichzeitig schützt die Plazenta den Fetus vor Bakterien, Viren und andere schädliche Stoffe und indem es ihn mit selbsterstellten Immunstoffen zur Infektionsabwehr versorgt. Unteranderem durch diese Immunglobuline und weitere Antikörper ist das Baby im ersten Lebensjahr gegen viele Infektionserkrankungen geschützt, was auch als Nestschutz bezeichnet wird.

    Da das heranwachsende Baby selbst noch keine Darm- und Lungenfunktion sowie keine soweit entwickelte Nierenfunktion besitzt, übernimmt die Plazenta die Aufgabe der Entsorgung von Abfallprodukten, die der Kreislauf des Fetus hervorbringt Dabei handelt es sich um Kohlendioxid, Harnstoff, Harnsäure, Milchsäure und Wasser.

    Über die Plazenta können allerdings auch Medikamente und Gifte, wie Alkohol und Nikotin in den Blutkreislauf des Fetus gelangen. Aus diesem Grund sollte sich jede Schwangere sehr gesundheitsbewusst ernähren, bestimmte Medikamente und schädliche Stoffe vermeiden, sowie sich vor umweltbedingten Risiken schützen.

    Die Nabelschnur

    Die Nabelschnur beginnt in der Regel ab der 7. Woche der Schwangerschaft mittig aus der Plazenta hervor zu wachsen. Mit der Größe des Fetus wächst auch die Nabelschnur mit, wobei die Bewegungen des Fetus das Wachstum zusätzlich anregen. Damit passt sich die Nabelschnur immer der Größe und dem Bewegungsdrang des heranwachsenden Babys an.

    Die Nabelschnur ist von einem geleeartigen Bindegewebe umgeben, welches die enthaltenden Blutgefäße vor einem Abknicken schützt, was sie zudem besonders elastisch macht und das Überleben des Fetus sichert. Ihre Spiralform verdankt die Nabelschnur den beiden Nabelarterien, die sich spiralförmig um die Nabelvene windet.

    Austauschfunktion

    Über die beiden Nabelschnurarterien des Fetus gelangt dessen sauerstoffarmes und mit Stoffwechsel-Abbaustoffen belastete Blut in die Plazenta. Die Auffrischung des sauerstoffarmen Blutes erfolgt, in dem dieses langsam auf der kindlichen Seite an der Stoffwechselmembran (Plazentaschranke) zwischen den Zotten hindurchsickert.

    Der mütterliche (Blut-) Kreislauf steuert diesen Austauschprozess und hält ihn zusammen mit dem „eigenen Pulsschlag“ der Zotten sowie das regelmäßige Zusammenziehen der Gebärmutter am Laufen.

    Frisches und mit viel Sauerstoff und Nährstoffen beladenes Blut der Mutter rinnt durch die Zotten der Membran von der mütterlichen zur kindlichen Seite.

    Da die Membran in der Plazenta für Blutkörperchen zu dicht ist, bleibt der Blutkreislauf der Mutter von dem des Fetus getrennt.

    Ort der Plazenta in der Gebärmutter

    Der Platz, an dem sich die Plazenta niederlässt, hängt vor allem von dem Ort der Einnistung ab. In der Regel wächst sie an der oberen Hälfte der Gebärmutter an. Nichts destotrotz kann es auch vorkommen, dass sie an der Vorder- oder Hinterwand der Gebärmutter festwächst, was in den allermeisten Fällen aber keine Probleme nach sich zieht.

    Wenn sich die Plazenta an der Vorderwand niedergelassen hat, kann es vorkommen, dass die Herztöne des Babys nicht so gut zu hören sind. Dagegen ist bei einer Hinterwandplazenta die Entnahme von Plazentagewebe problematischer.

    In wenigen Fällen kommt es vor, dass die Plazenta teilweise oder vollständig den Muttermund verdeckt, was bei der anstehenden Geburt zu Komplikationen führen kann. In der Regel wird dies schon frühzeitig im Ultraschall entdeckt.

    Plazentainsuffizienz

    Jede Störung der vielfältigen Aufgaben der Plazenta gefährdet die gesunde Entwicklung des Babys. Dies zeigt sich bei einer Ultraschalluntersuchung häufig durch eine Wachstumsstörung oder -verzögerung beim Fetus. Durch weitergehende Ultraschalluntersuchungen werden die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten ermittelt. In den meisten Fällen ist sowohl eine Stressreduzierung als auch körperliche Schonung erfolgreich, die Plazenta wieder ausreichend mit Blut versorgt.

    Die Nachgeburt

    Im Anschluss auf die Geburt erfolgt die sogenannte Nachgeburt, in der die Plazenta „geboren“ wird.

    Um die Plazenta von der Gebärmutter zu lösen, werden von ihr Gewebehormone bzw. Prostaglandine ausgeschüttet, die die sogenannten Nachwehen fördern. Das Anlegen des Neugeborene nach der Geburt verstärkt die Nachwehen, wenn nicht wird der Mutter das wehenfördernde Hormon Oxytocin verabreicht.

    Die Nachwehen, die normalerweise zwischen. 10 und 30 Minuten dauern, sind zwar schmerzhaft, aber lange nicht mehr so schlimm wie die Geburtswehen.

    Kontraktionen der Gebärmutter verkleinern die Oberfläche an der die Plazenta an der Gebärmutter sitzt und führt dazu, dass sie sich abzulösen beginnt. Sie wird dann mit ungefähr 300 ml Blut ausgeschieden. Die starken Kontraktionen der Gebärmutter fördern zudem die Stillung der Blutung, indem sie die Gefäße abklemmen. Freigesetzte Gerinnungsfaktoren tragen zusätzlich zur Blutungsstillung bei.

    Erst nach der Geburt des Mutterkuchens ist die eigentliche Geburt abgeschlossen.

    Vorzeitige Plazentaablösung und deren Ursachen

    Eine vorzeitige Plazentalösung kann je nach Ausmaß der Ablösung eine akut lebensbedrohliche Situation darstellen. In sehr wenigen Fällen wird notfalls eine Geburt eingeleitet oder ein Kaiserschnitt vorgenommen. Glücklicherweise ist dies ein sehr seltenes, aber leider auch sehr tragisches Ereignis. Denn häufig kann das Leben des Kindes nicht gerettet werden kann.

    Ein vorzeitige Plazentalösung hat häufig folgende Ursachen:

    • hohes Alter der Schwangeren
    • zu starker Zug an der Plazenta durch eine zu kurze Nabelschnur oder eine Nabelschnurumschlingung
    • plötzlich auftretende Druckveränderungen innerhalb der Gebärmutter (z.B. nach einem Blasensprung)
    • Mangelhafte Versorgung der Plazenta mit Sauerstoff
    • Gefäßveränderungen, die zu einer verminderten Haftung führen (
    • körperliches oder psychisches Trauma (z.B. Sturz auf den Bauch, Unfall, Todesfälle)
    • Bluthochdruck
    • Blutgerinnungsstörung
    • zu viel Fruchtwasser
    • Tabak- und Kokainkonsum
    • Gefäßerkrankungen der Schwangeren
    • Infektion des den Fetus umgebenes Gewebe

    Nachgeburtsprüfung

    Die Nachgeburt wird sehr sorgfältig Form, Gewicht und das Aussehen (Plazenta, Häute der Fruchtblase, Nabelschnur) untersucht, um ausschließen zu können, dass Teile der Plazenta in der Gebärmutter verblieben sind.

    Falls Reste der Plazenta noch in der Gebärmutter verblieben sind (sog. Placenta accreta), wird der Arzt eine Ausschabung vornehmen, die in einer Kurznarkose durchgeführt wird, da diese Reste sonst zu gefährlichen Blutungen, Wucherungen und Infektionen führen können. die teilweise erst Tage nach der Geburt auftreten, aber für die Mutter lebensbedrohlich sein können.

    Zudem wird der Mutterkuchen auf Verkalkungen untersucht, die auf eine verminderte Funktion der Plazenta hinweisen können, was häufig bei Raucherinnen der Fall ist.

    Euer Babytalk-Team

    Beitragsfoto: Jean-Patrick Godbout / Getty Images
  • Die wichtigsten Fakten über Muttermilch und die Vorteile des Stillens

    Die wichtigsten Fakten über Muttermilch und die Vorteile des Stillens

    Die Bildung der Muttermilch

    Für die Bildung der Muttermilch ist das Hormon Prolaktin verantwortlich. Es wird in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) produziert und ist zusammen mit weiteren Hormonen für die Produktion der Muttermilch in der Brustdrüse der Mütter nach der Geburt verantwortlich. Zusätzlich stärkt es den Mutterinstinkt und sorgt dafür, dass eine Mutter die Bedürfnisse ihres Neugeborenen schnell und selbst im Schlaf wahrnimmt.

    Sobald das Baby zu saugen beginnt, aktiviert das das Hormon Oxytocin den Milchflussreflex. Es wird auch als Bindungshormon bezeichnet, weil es die Bindung zwischen Mutter und Kind fördert. Nicht selten wird es von Frauen als ein unangenehmes Ziehen und Drücken wahrgenommen. Alle für die Produktion der Milch zuständigen Stoffe nehmen die Zellen in den Milchbläschen aus dem Blutkreislauf der Mutter.

    Die allererste Milch, die nach der Entbindung dem Baby zur Verfügung steht, nennt man Vormilch oder Kolostrum. Für den Fall, dass das Baby, wie z.B. bei einer Frühgeburt vor dem geplanten Geburtstermin zur Welt kommt, stellt der Körper die Vormilch schon mehrere Wochen vor dem geplanten Termin zur Verfügung.

    Damit es mit dem Milcheinschuss nach der Geburt gut klappt, ist es wichtig, dass das Baby innerhalb der ersten zwei Stunden nach Geburt, die Chance hat an die Brust der Mutter zu saugen. Legt man das Baby mit direktem Körperkontakt umgehend auf den Bauch der Mutter, wird es selbstständig den Weg zur Brust finden. Diese Vorgehensweise ist am natürlichsten und fördert die Milchbildung.

    Die Vormilch (Kolostrum)

    Die Vormilch hilft dem Baby, den Darmtrakt vom Säuglingspech zu reinigen, das sich vor der Geburt im Darm angesammelt hat. Wenn das Baby Kolostrum trinkt, werden gleichzeitig die milchproduzierenden Drüsen der Mutter und der Milchflussreflex stimuliert und der Körper des Kindes für die Verdauung vorbereitet.

    Das Kolostrum besteht aus einem wertvollen Mix aus Wachstums-, Immun- und Heilungsstoffen und nicht zuletzt aus wertvollen Darmbakterien. Zumindest dieses flüssige Gold sollte jedes Baby erhalten, selbst wenn es später abgestillt werden sollte.

    Das Kolostrum bieten dem Baby zukünftig einen größtmöglichen Schutz vor Krankheitserregern, Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Je häufiger das Baby angelegt und stillt wird, desto schneller wird die Übergangsmilch gebildet. Der anschließende Übergang zur „reifen“ Muttermilch kann bis zu 2 Wochen dauern.

    Viele Mütter machen sich Sorgen, dass sie zu wenig Vormilch haben, weil die Menge des Kolostrums gerade mal einem Teelöffel entspricht. Sie ist jedoch genau der Aufnahmefähigkeit, des noch nicht fertig „ausgebildeten“ Magens angepasst. Zudem setzt sie die Verdauung des Babys in Gang. In Folge kann das Kindspech, als erster Stuhlgang, ausgeschieden werden.

    So ist es auch nicht ungewöhnlich, wenn ein Baby in den ersten Lebenstagen an Gewicht verliert. Das Kolostrum enthält doppelt so viel Kalorien wie die spätere Muttermilch und ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

    Sogar für die bessere Bewältigung vom Geburtserlebnis ist durch das Kolostrum gesorgt, indem es Beta-Endorphine beinhaltet, die dem Kind helfen, die schmerzhaften Erlebnisse unter der Geburt zu vergessen.

    Milcheinschuss

    Zwei bis sechs Tage nach der Entbindung schießt die Milch ein. Der Körper der Mutter stellt von der Vormilch (Kolostrum) auf die „normale“ Muttermilch um. Diese Umstellung kann bis zu 14 Tagen dauern. Die Brust der Mutter verändert sich dabei, sie wird groß und spannt häufig. Was nicht selten unangenehm für die „junge“ Mutter ist.

    In der Zeit des Milcheinschusses und auch danach sollte die Stillende sich bewusst sein, dass die Milchbildung zusätzliche Energie von ihr abverlangt. D.h. sie wird vermutlich mehr Hunger haben und auch wesentlich mehr Schlaf und Ruhe brauchen als sonst.

    Wenn die Mutter und ihr Baby nicht von Anfang an und rund um die Uhr beisammen sind, wie z.B. häufig nach einem Kaiserschnitt und anderen Notfallsituationen, schießt die Milch erst etwas später als sonst ein.

    Zu viel Muttermilch

    In den ersten Tagen oder auch danach kann es vorkommen, dass die Brust zu viel Milch gebildet. Das macht es dem Baby häufig schwer, die pralle Brustwarze anzusaugen. Zudem fällt es ihm dann schwer, die schneller fließende Milch zu schlucken.

    Durch das Auflegen von kalten Kompressen nach dem Stillen, kann die Milchbildung etwas gedrosselt werden. Es ist auch möglich vor dem Stillen eine kleine Milch ausstreichen oder abzupumpen. Normalerweise pegelt sich die Milchmenge aber mit der Zeit auf den Bedarf des Babys ein. Die Größe der Brust geht damit auch zurück.

    Zu wenig Muttermilch

    Wenn vermutet wird zu wenig Milch zu haben, sollte das Baby möglichst häufig, am besten nach Bedarf, angelegt werden.

    Das heißt, dass das Baby immer direkt anlegt werden sollte, sobald es anzeigt, dass es Hunger hat. Diesen signalisiert ein Baby nicht erst, wenn es weint oder zu schreien beginnt.

    Es ist bereits vorher erkennbar, wenn es unruhig wird, mit seinem Mund nach der Brustwarze seiner Mutter sucht oder mit dem Gesicht seine Haut berührt.

    Die Menge der produzierten Milch orientiert sich immer an der Nachfrage, d.h. wieviel Milch ausgestrichen, abgepumpt oder getrunken wird.

    Die Nachfrage bestimmt die Menge der zur Verfügung stehenden Muttermilch

    Der Bedarf an Muttermilch ändert sich gemäß der Nachfrage durch das Baby. Die Anpassung der Milchmenge an den veränderten Bedarf kann bis zu 2 Tage dauern. Dies kommt z.B. bei einem Wachstumsschub, wenn weniger Milch benötigt wird oder wenn die Mutter abstillt vor.

    Der gesunde Körper einer Mutter ist problemlos in der Lage genug Milch für Zwillinge oder auch Drillinge zu produzieren.

    Die wichtigsten Fakten über Muttermilch

    Muttermilch enthält immer die perfekte Zusammensetzung

    Die Muttermilch enthält die wichtigsten Inhaltsstoffe für die Entwicklung eines Kindes, wobei die Anzahl und Aufteilung der Anteile sich immer zeitnah an die Anforderungen des Babys anpasst .

    Die Zusammensetzung der Muttermilch verändert sich, sowohl über die gesamten Stillzeit hinweg, wie auch im Verlauf eines Tages und selbst während einer einzigen Stillmahlzeit.

    Die Muttermilch passt sich dem Alter des Babys an, den Jahreszeiten, dem aktuellen Bedarf des Kindes und auch der Tageszeit an. Das ist schon unglaublich genial von der Natur vorgesehen, doch noch nicht alles. Die Zusammensetzung der Muttermilch ist selbst in den beiden Brüsten einer Frau unterschiedlich.

    Und manchmal entscheiden sich Babys nur für eine Seite der Brust, selbst wenn sie weniger prall ist. Vielleicht weil sie ihm gerade besser schmeckt oder aber gerade die Inhalte vorhält, die es gerade braucht.

    Muttermilch wirkt je nach Tageszeit einschläfernd oder aufmunternd

    Die Muttermilch enthält zum Abend hin mehr Seretonin, was das Baby ruhig und schläfrig macht. Einschlafstillen ist also etwas ganz normales und von der Natur genial eingerichtet. Gibt es etwas schöneres als am Busen des wichtigsten Menschen im Leben sanft und satt in den Schlaf zu gleiten? Angenehmer und wirkungsvoller als jedes Schlaftraining.

    Über den Tag enthält die Muttermilch dagegen mehr anregende Stoffe. Diese helfen dem Baby wach zu werden und durch den Tag zu kommen.

    Jungs erhalten mehr Fett als Mädchen

    Die Muttermilch unterscheidet bei ihrer Zusammensetzung zwischen Jungs und Mädchen. Und so wächst der Busen der Schwangeren stärker, wenn sie einen Jungen als wenn sie ein Mädchen erwartet. Zudem ist ihre Energiezufuhr ist höher. Studien zeigen, dass die Muttermilch für Jungs allein ein Viertel mehr Fett beinhaltet und reicher an Proteinen und Milchzucker ist als die für die Mädchen.  

    Es wird zwar vermutet, dass der Körper der Mutter während der Schwangerschaft das Geschlecht bereits kennt und sich auf die entsprechende Zusammensetzung vorbereitet, doch warum die Jungen mehr Energie erhalten ist noch unklar.

    Optimale Verteilung von Fett, Proteine und Kohlenhydrate

    Die vielen Diskussionen und Hypes der Erwachsenen um Kohlenhydrate, Proteine und Fette, lassen Babys kalt. Denn sie bekommen bereits die perfekte Mischung in Form der Muttermilch.

    Diese perfekte Zusammensetzung der Muttermilch besteht aus durchschnittlich 3,5% Fett, 1-1,5% Protein und 7,0 % Kohlenhydrate und ist perfekt auf die Entwicklung des Babys abgestimmt. Wobei die Entwicklung des Gehirns in den ersten Monaten nach der Geburt im Mittelpunkt steht.

    Die Kohlenhydrate bestehen größtenteils aus Laktose und sind u.a. für die Süße der Milch verantwortlich. Einfluss auf die Fettzusammensetzung hat dabei die Ernährung der Mutter, die Stilldauer und wie oben erwähnt das Geschlecht des Kindes.

    Das perfekte Mischverhältnis von Kasein und Laktalbumin (Eiweiße) in der Muttermilch sorgt dafür, dass sie vom Baby gut verdaut werden kann.

    Die Muttermilch ist auf die Verdauung des Babys ausgelegt

    Wichtige Bakterien in der Muttermilch bereiten den Verdauungstrakt auf feste Nahrung vor, da er nach der Geburt noch nicht ausgereift ist. Aus diesem Grund sollte das Baby in den ersten 6 Monaten nur an der Brust gestillt werden und die Muttermilch über das erste Lebensjahr hinaus dem Kind zur Verfügung stehen.

    Im Gegensatz zur Ersatzmilch und fester Nahrung ist die Muttermilch sehr leicht verdaulich und optimal auf den unreifen Verdauungstrakt ausgelegt.

    Da die Muttermilch in den ersten Wochen noch kaum verdaut werden kann und nur kurz im Verdauungstrakt verweilt, kann das Baby zu Beginn nach jedem Stillen Stuhlgang haben.

    Neben den extrem wichtigen Darmbakterien liefert die Muttermilch die zusätzlich notwendige Nahrung (Humanmilch-Oligosaccharide) für diese gleich mit. Die so nur in der Muttermilch vorkommen.

    Darmbakterien wirken präbiotisch und liefern Ballaststoffe, die für das Wachstum von Bakterienstämmen und für die Verdauung wichtig sind. Zudem sorgen sie für die Stärkung der Darmflora. und verhindern Anheftung krankhafter Bakterien an die Darmwand. Das ist umso wichtiger, da sich das Immunsystem im Darm befindet.

    Muttermilch – die perfekte Nahrung für das Gehirn

    Menschen sind Traglinge, das heißt, sie werden zwar unfertig geboren (ähnlich wie Nesthocker) werden aber, wie bei den Affen, von Anfang an getragen.

    Und so ist die Muttermilch nicht vorrangig auf Wachstum, sondern auf die optimale Entwicklung des Gehirns ausgelegt. Kuhmilch ist daher keine optimale Alternative zur Muttermilch.

    Neueste Forschungen zeigen, dass gestillten Babys über 20 bis 30% mehr weiße Substanz im Gehirn hervorbringen als Babys, die mit Ersatzmilch gefüttert werden.

    Die weiße Substanz im Gehirn ist Teil des zentralen Nervensystems und besteht aus Leitungsbahnen (Nervenfasern), die für die Vernetzung der verschiedenen Gehirnregionen genutzt wird.

    Muttermilch ist lebendig

    Ein Teelöffel Muttermilch enthält 3 Millionen lebende mütterliche Zellen, die für die Bekämpfung von Krankheitserreger zuständig sind.

    Diese Zellen setzen sich unter anderem aus Leukozyten, Lymphozyten und Makrophagen zusammen und hemmen das Wachstum von Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten. Sie sind sogar in der Lage Krebszellen zu zerstören. So gesehen ist jede Stillmahlzeit eine kleine Spritze für die Immunabwehr des Babys.

    Die Muttermilch enthält Stammzellen

    Muttermilch enthält zwischen 10.000 und 13.000.000 lebende Stammzellen pro Milliliter, die sich in beliebige Körperzellen wie z.B. Gehirnzellen oder Darmzellen entwickeln können.

    Über die Muttermilch nimmt das Baby Stammzellen auf, die sich im Blut, im Magen, in der Bauchspeicheldrüse, im Thymus, in der Milz, in der Leber, und sogar im Gehirn wiederfinden.

    Die Muttermilch, die Apotheke des Babys

    Muttermilch wirkt wie ein hochwirksames und spezifisches Medikament. Sie schützt vor Krankheitserregern, ist entzündungshemmend und fördert die Wundheilung. Dabei nimmt der Körper der Mutter über den Speichel des Babys wahr, was ihm fehlt und produziert in der „hauseigenen Apotheke der Mutter“, die dafür notwendigen Abwehrstoffe.

    Doch auch bei der Mutter kann sie heilend wirken, zum Beispiel bei wunden Brustwarzen, indem man einfach etwas Muttermilch auf die Brustwarzen streicht. Auch ein wunder Babypopo heilt schneller, wenn man ihn mit ein paar Tropfen Muttermilch bestreicht.

    Muttermilch kann durchaus als Wundermittel bezeichnet werden, da sie bei den verschiedensten Wehwehchen wirkt und das völlig natürlich, kostenlos und ohne Nebenwirkungen.

    Muttermilch kann Gene verändern

    In einer Studie, die Stuhlproben von drei Monate alten (gestillte und nicht gestillte) Babys untersuchte, konnte nachgewiesen werden, das bestimmte Inhalte der Muttermilch gesundheitsfördernde Gene eines Babys einschaltet.

    Diese Gene betreffen vor allem das Verdauungssystem und somit in Folge sehr wahrscheinlich auch das Immunsystem. Die Auswirkungen dieser Genveränderung ist sehr wahrscheinlich bis in das Erwachsenenalter spürbar.

    Zusammenfassend – die Vorteile von Muttermilch

    Die erste Milch nach der Geburt wird Kolostrum genannt. Sie erleichtert dem Säugling den Start ins Leben und ist mit einer Vielzahl an wichtigen Nährstoffen angereichert. Dies hat ihr den Beinamen „Flüssiges Gold“ verschafft.

    Das Kolostrum enthält vor allem Vitamine, Proteine, Natrium, Chlorid, Kalium und einen bunten Cocktail an Abwehrstoffen, die wie eine erste Impfung auf das Neugeborene wirkt.

    Sie hat immer die richtige Temperatur und steht „jederzeit“ und überall frisch und wohltemperiert zur Verfügung. Da die Muttermilch arm an Keimen ist, erkranken gestillte Babys viel seltener und wenn dann nur weniger extrem an Atemwegs- und Durchfallerkrankungen. Zudem leiden sie auch viel seltener an Allergien.

    Die Muttermilch enthält viele wertvolle Abwehrstoffe und bieten dem Baby so einen großen Schutz vor bakteriellen und viralen Erkrankungen. Lange und voll gestillte Kinder besitzen ein besseres Immunsystem.

    Unteranderem aus diesem Grund empfiehlt , die WHO Babys in den ersten 6 Monaten ausschließlich zu stillen und nach der Einführung von Beikost parallel weiter zu Stillen .

    Ausblick

    Die Forschung hat, was die Muttermilch und das Stillen betrifft, vermutlich gerade erst die Spitze des Eisbergs erreicht. Wir können gespannt sein, welche faszinierenden Ergebnisse sie in den nächsten Jahren noch entdeckt.

    Euer Babytalk-Team

    Beitragsfoto: oksanashufrych / canva
  • Die Zykluslänge einer Frau berechnen

    Die Zykluslänge einer Frau berechnen

    Sobald der Wunsch nach einem eigenen Kind aufkommt, ersehnt sich das Paar nichts dringlicher als endlich schwanger zu werden. Und wenn es nicht direkt klappt mit dem Schwanger werden, wird der Kinderwunsch zum größten gemeinsamen Projekt eines Paares zu werden. Dann gilt es die Zykluslänge zu berechnen um herauszufinden, welche Tage im Zyklus der Frau, die fruchtbarsten sind bzw. an welchen die Chance Schwanger zu werden am größten sind.

    Zykluslänge berechnen: Wie viele Tage dauert der Zyklus einer Frau?

    Vorab was versteht man genau unter dem Zyklus und wie berechnet man ihn? Dieser Zeitraum beginnt am ersten Tag der Menstruation und endet einen Tag vor Beginn der folgenden Monatsblutung. Die Dauer eines Zyklus schwankt nicht nur von Frau zu Frau, sondern ist auch bei einer Frau häufig nicht immer konstant.

    Der Zeitraum bewegt sich heutzutage nicht selten zwischen 22 und 35 Tage. Ursprünglich war orientierte er sich am Verlauf des Mondes, weshalb er auch Monatsblutung genannt wird und dauerte ca. 28 Tage. Früher wurde das Jahr in 13 Mondzyklen (Monate) unterteilt. Tatsächlich kann man den Eisprung einer Frau nur dann verlässlich berechnen bzw. eingrenzen, wenn man bestimmte Eisprungsignale des Körpers dokumentiert und mit in die Berechnung einbezieht.

    Ihr könnt euch auf einfach eine Zyklusrechner euer Handy herunterladen. Es gibt verschiedene einfach zu bedienende Apps.

    Was passiert während eines Zyklus im Körper einer Frau?

    In der ersten Hälfte des Zyklus, ca. 14 Tage, reift eine Eizelle im Eierstock heran. In der zweiten Hälfte löst sich die Eierzelle vom Eierstock, was als Eisprung bezeichnet wird.

    Während dessen bereitet sich die Gebärmutter auf eine mögliche Einnistung einer von einem männlichen Sperma befruchteten Eizelle vor.

    Falls es nicht zu einer Befruchtung kommt, stirbt die Eizelle ab und die Gebärmutterschleimhaut bildet sich wieder zurück. Anschließend wird ihre Oberschicht vom Körper abgestoßen und mit der Monatsblutung ausgeschieden, womit der nächste Zyklus beginnt.

    Wann besteht die größte Chance einer Befruchtung?

    Die Chance schwanger zu werden, ist während eines Zyklus nicht an allen Tagen gleich groß. Die größte Wahrscheinlichkeit, dass eine Eizelle befruchtet wird, besteht kurz vor und am Tag des Eissprungs und somit ca.  14 Tage vor der nächsten Blutung. Nach dem Eisprung kann das Ei in den folgenden 12 bis 18 Stunden vom Sperma des Mannes befruchtet werden. Die männlichen Samenzellen können in der Gebärmutter zwischen 2 und 3 Tage und unter besonders günstigen Voraussetzungen gar bis zu 6 Tage überleben.

    Die Bedeutung des Zyklus für den Kinderwunsch

    Die größte Chance auf eine Schwangerschaft besteht, wenn das Paar ein bis zwei Tage vor dem Eisprung Geschlechtsverkehr hat. Um möglichst viele Samenzellen im Sperma zu haben, sollte während dieser Zeit ein starker Sexualtrieb etwas gezügelt werden. Vor allem ist es sehr hilfreich, so gelassen wie es einem möglich ist, mit dem Kinderwunsch umzugehen. Zudem verringert Stress die Chance einer Schwangerschaft und gefährdet zudem eure Beziehung.

    Euer Babytalk-Team

    Beitragsfoto: golubovy / Getty Images
  • Gewichtszunahme in der Schwangerschaft – Wie viel Pfunde dürfen es sein?

    Gewichtszunahme in der Schwangerschaft – Wie viel Pfunde dürfen es sein?

    Ein Baby wiegt am Ende der Schwangerschaft ca. 3500 Gramm mehr. Eine Mutter nimmt dagegen bis zu 14 Kilogramm zu.

    Wie viel Gewicht nimmt eine Frau in der Schwangerschaft zu?

    Wie verteilt sich die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft? Ein Baby wiegt am Ende einer Schwangerschaft ca. 3 bis 4 Kilogramm, doch eine Schwangere nimmt zusätzlich zwischen 8 bis 9 Kilo zu. Wo kommen die zusätzlichen Pfunde her?

    Es verteilt sich auf die Gebärmutter und die dazugehörige Plazenta und das in ihr befindliche Fruchtwasser. Dazu kommt das zusätzliche Gewicht der Brüste und ein größeres Wasser- und Blutvolumen. In der untenstehenden Tabelle findet ihr eine genauere Aufteilung.

    Doch ab wann kann man den Bauch sehen?

    Der Bauch wird typischerweise im zweiten Trimester sichtbar, da sich in diesem Zeitraum die zusätzlichen Kilos ansammeln. Das liegt vor allem an dem gesteigerten Kalorienbedarf der werdenden Mutter. Eine Gewichtszunahme von 1 ½ bis 2 Kilo pro Monat ist ab Beginn des zweiten Trimesters „normal‘“.

    Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

    Wo verteilen sich die zusätzlichen Pfunde auf den Körper?

    Der größte Teil der Gewichtszunahme macht das Baby mit 3,5 bis 4 Kilogramm aus. Des Weiteren macht die Gebärmutter und das Fruchtwasser je 1 Kilogramm aus, die Plazenta ca. 750 Gramm. Die Zunahme des Blut- und Wasservolumen ist für die werdende Mutter und für das heranwachsende Baby extrem wichtig.

    Die Natur bereitet sich durch die zusätzlich aufgebauten Wasserreserven auf mögliche Notfälle vor. Dies kann z.B. ein größerer Blutverlust bei der Geburt oder ein Wassermangel nach der Geburt sein. Durch das gesteigerte Wasservolumen kann die junge Mutter auch bei Wassermangel stillen.

    Was ist, wenn man zwischendurch an Gewicht verliert?

    Bei einer Schwangerschaftsübelkeit oder auch Hyperemesis genannt mit zusätzlichem Erbrechen ist ein Gewichtsverlust normal und in der Regel unproblematisch. Bei Gewichtsverlust ohne diese Symptome sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

    Gewichtszunahme in der Schwangerschaft – Wie viel darf es sein?

    Es bietet sich an, das Gewicht einmal in der Woche zu Hause zu kontrollieren. Hier ist es möglich, immer zur gleichen Zeit und mit der gleichen oder ohne Kleidung zu wiegen. Wieviel Kilogramm Gewichtszunahme im Rahmen liegt, hängt vor allem von dem Ausgangsgewicht ab. Hierzu nimmt man den Body-Mass-Index zur Hilfe. Der BMI wird berechnet, indem man sein Gewicht durch das Quadrat der Körpergröße dividiert. Wenn er vor Beginn der Schwangerschaft gemessen wird, fällt es leichter die Veränderungen des Körpers zu beurteilen.

    Die nachfolgende Übersicht bietet einen ersten Eindruck, wie viel Gewichtszunahme in der Schwangerschaft unbedenklich für Mutter und Kind ist. Die Zunahme des Körpergewichts während der Schwangerschaft zudem mit der Hebamme und/oder dem Frauenarzt besprochen werden.

    Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

    Welches Risiko besteht für Frauen mit Untergewicht?

    Ein zu geringer Reserveaufbau kann zu Entwicklungsstörungen beim Baby führen und steigert zudem das Risiko einer Frühgeburt. Aus diesem Grunde sollten Frauen mit Untergewicht noch mehr auf eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung achten. Betroffene sollten ihre Gewichtszunahme regelmäßig kontrollieren und bei zu geringer Zunahme am besten ihren Frauenarzt. Eine notwendige Ernährungsumstellung sollte mit einer speziellen und professionellen Ernährungsberatung einhergehen und auf keinen Fall im Alleingang umgestellt werden.

    Welches Risiko besteht bei Frauen mit Übergewicht?

    Bei Übergewichtigen, die während der Schwangerschaft überdurchschnittlich an Gewicht zunehmen, steigen die Risiken für Mutter und Kind. Häufig kommt ein überhöhter Blutdruck dazu. Betroffene sollten unbedingt einen (Frauen-) Arzt aufsuchen.

    Risiken bei einer aufkommenden Schwangerschaftsdiabetes

    Vor allem Übergewichtige sind häufig von einer Schwangerschaftsdiabetes betroffen. Auch wenn der Zuckerhalt sich nach der Geburt normalerweise wieder einpendelt, kann er die Gesundheit von Mutter und Kind gefährden. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel der werdenden Mutter führt zu einem schnellen Wachstum des Babys. Nicht selten kommt die Entwicklung des Herzen und der Lunge nicht mit. Dies birgt ebenso wie ein zu großes Baby ein zusätzliches Risiko.

    Eine Schwangerschaftsdiabetes lässt in vielen Fällen durch viel Bewegung und einer Ernährungsumstellung gut in den Griff bekommen. Die Ernährungsumstellung sollte vor allem in diesen Fällen mit einem Arzt und/oder Ernährungsberater vorgenommen werden.

    Euer Babytalk-Team

    Beitragsfoto: FtLaudGirl / Getty Images
  • Himbeerblättertee, der Alleskönner vor, unter und nach der Geburt

    Himbeerblättertee, der Alleskönner vor, unter und nach der Geburt

    Himbeerblättertee ein verbreiteter Hebammentipp

    Himbeerblättertee ist ein „Alleskönner“. Er wird von vielen Hebammen zur sanften Geburtsvorbereitung empfohlen. Er wirkt entspannend auf die Beckenmuskulatur und entgiftet den Körper. Zudem übt er einen positiven Einfluss auf die Wehentätigkeit aus.

    Wie wirkt Himbeerblättertee?

    In der Schwangerschaft

    • Der Tee hat eine entspannende und ausgleichende Wirkung auf Körper und Geist.
    • Dadurch wirkt er krampf- und schmerzlindernd, aus diesem Grund wird er bei Regel- und Unterleibsschmerzen empfohlen.
    • Bei Schwangerschaftsübelkeit soll er morgens getrunken Linderung bringen.
    • Die Blätter der Himbeere enthalten Östrogen ähnliche Hormone. Diese fördern die Eizellreifung, als Tee wirkt er zusätzlich regulierend auf den Monatszyklus der Frau.
    • Der Himbeerblättertee bewirkt eine bessere Durchblutung der Gebärmutter und des Beckens, wodurch der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut positiv beeinflusst wird.
    • Viele Erfahrungsberichte in entsprechenden Foren berichten über positive Auswirkungen auf den Kinderwunsch.

    Unter der Geburt

    • Der Tee kann Wehen auslösen, zudem fördert er eine kürzere Geburt und lockert die Muskulatur des Beckens und des Muttermundes.
    • Er ermöglicht eine kürzere, zweite Wehenphase.
    • Wenn die ersten Wehen einsetzen, kann er wahlweise heiß getrunken oder als Eiswürfel gelutscht werden.
    • Sein entspannender und ausgleichender Einfluss unterstützt die Gebärende auch mental.

    Im Wochenbett

    • Über die Anregung der Darmtätigkeit wirkt der Himbeerblättertee entgiftend und entschlackend.
    • Durch seine antibakteriellen Eigenschaften unterstützt er das Immunsystem bei Infektionen.
    • Seine enthaltenen Vitamine und Mineralien stärken das Immunsystem der Mutter.

    Wie wird Himbeerblättertee verwendet?

    Ihr solltet den Himbeerblättertee nicht vor der 34-ten Schwangerschaftswoche trinken, da er Wehen fördernd wirken kann.

    Wie sollte Himbeerblättertee dosiert werden?

    Um eine Überdosierung zu vermeiden, solltet ihr den Tee in Absprache mit eurer Hebamme oder eurem Frauenarzt trinken. Für die 37. Schwangerschaftswoche gilt wieder täglich eine Tasse Himbeerblättertee zu trinken. In der darauffolgenden 38-ten Woche solltet ihr pausieren und dann in der 39-ten Woche wieder 7 Tage lang täglich vier Tassen trinken. Nun kann die Geburt jederzeit losgehen.

    Wie wird Himbeerblättertee zubereitet?

    Ihr nehmt 25g getrocknete Himbeerblätter und übergießt sie mit 600 ml kochendem Wasser. Den Aufguss lasst ihr anschließend 15 Minuten lang ziehen. Als Faustformel gilt einen Teelöffel Himbeerblätter pro Tasse.

    Wenn ihr möchtet, könnt ihr ihn bei Bedarf mit etwas Honig süßen.

    Wo könnt ihr Himbeerblätter(tee) kaufen?

    Getrocknete Himbeerblätter könnt ihr in Apotheken und in Reformhäusern kaufen. Aber auch viele Bio- und Kräuterläden haben sie im Sortiment.

    Ihr könnt Himbeerblättertee mit anderen Teepflanzen kombinieren:

    Dafür mischt ihr ihn je zu gleichen Teilen mit:

    • Johanniskraut
    • Melissenblättern
    • Frauenmantel
    • Zinnkraut
    • Brennnessel und Schafgarbe mischen.

    Wir wünschen allen Schwangeren eine schöne Kugelzeit und eine selbstbestimmte Geburt

    Euer Babytalk-Team

    Beitragsfoto: HeikeRau / Getty Images
  • Die Bewerbung bzw. Einschreibung

    Hallo liebe Leser,

    es ist vollbracht: Ich habe es geschafft mich durch den Dschungel der verschiedenen Einschreibeportale zu orientieren. Und siehe da: Die Bewerbung um den Studienplatz an meiner Wunschuni ist eingegangen:)

    Da ich bereits einmal eine Zusage an dieser Uni hatte, weiß ich jetzt schon, dass die Bewerbung auch durchgehen wird. Damals kam das Leben ins Spiel und hatte meine Pläne durchkreuzt^^

    Dieses Jahr wird es endlich soweit sein: Ich werde Hebamme:-)

    Das Einschreiben an der Uni für den Studiengang Hebammenkunde (Bachelor) funktioniert über die zentrale Studienplatzvergabe. Das Portal ist mit dem hauseigenen Bewerberportal der Uni verknüpft, wodurch ich mittels Numerus Clausus und Anrechnung von Wartesemestern in eine Rangliste gelange, die dann die 50 Studienplätze an die gelisteten Bewerber austeilt.

    Nun heißt es bis November warten, denn dieses Jahr werden durch die Corona-Pandemie die Semester später beginnen. Mein Start ist der 2. November.

  • Anzeige: Kinderpatenschaft – Kindern ein zu Hause schenken mit World Vision

    Anzeige: Kinderpatenschaft – Kindern ein zu Hause schenken mit World Vision

    Hallo Ihr Lieben,
    wie ihr wisst, werden wir, also Mira und Deva gerade zu Pflegeeltern „ausgebildet“. Wir werden immer wieder gefragt, warum wir uns das antun. Die Antwort ist ganz einfach: Weil wir der Meinung sind, dass jedes Kind dieser Welt Ursprung eines herzlichen, ehrlichen, glückseligen Kinderlachens sein sollte. Und dazu tragen Kinderpatenschaften unserer Meinung nach zu.

    Leider ist das schier unmöglich. Deswegen möchten wir unseren Teil dazu beitragen, dass Kinder sich zumindest in den ersten und prägendsten Jahren geborgen, sicher und geliebt fühlen. Nun kann nicht jeder ein Kind aufnehmen. Und nicht jedes Kind, das nicht in Sicherheit und Geborgenheit aufwächst, kann in einer Familie untergebracht werden.  

    Dafür gibt es aber wundervolle Communities, die sich um arme Kinder in der ganzen Welt kümmern. Eine davon ist World Vision. Dank World Vision wird mit Hilfe von Menschen, die ihre Zeit und ihr Wissen aufbringen, Kindern Essen, Trinken und sogar ein zu Hause geschenkt.  

    Dafür kann JEDER eine Kinderpatenschaft übernehmen. Diesem Kind werden von dem Geld, welches man spendet, für uns völlig selbstverständliche Dinge ermöglicht, wie zum Beispiel Trinkwasser, eine Toilette, ein Bett zum schlafen und Geborgenheit.

    Ein neues Leben schenken

    Was für uns ein kleiner, monatlicher Betrag ist, bedeutet für das Patenkind ein völlig neues Leben.

    Mit Hilfe von einer World Vision Kinderpatenschaft haben mehr Kinder einen Grund zu lachen:). Es bekommt die Chance, eine Schule zu besuchen, genug Essen, Spielzeug (!) … Alles Dinge, die für uns schon so normal sind. So sind wir uns gar nicht mehr bewusst, dass wir großes Glück haben, ohne Probleme an sie zu gelangen.

    Trinkwasser muss in vielen Regionen auf unserer Erde aber erst einmal zugänglich gemacht werden. Und bei aller Liebe, das geht nicht ohne finanzielle Mittel. Wer sich nun fragt, woher man denn weiß, dass World Vision nicht das Geld der Kinderpatenschaft einfach nur einkassiert und einem dann Pseudofotos sendet, der kann sich vor Ort selbst überzeugen und sein Patenkind besuchen!  

    Das wird sogar von World Vision unterstützt, man bekommt bei der Planung viel Unterstützung und Tipps:). Dieses Abenteuer würden wir selbst gerne eines Tages erleben!  

    Kinderpatenschaft World Vision

    Als Pate kann man sein Patenkind mit der Unterstützung von World Vision sogar besuchen. Ein spannendes Abenteuer!

    Vertrauenwürdigkeit von World Vision

    Wir finden, dass World Vision nicht nur engagiert, sondern auch vertrauenswürdig ist. Und würden uns freuen, wenn ihr Euch einfach einmal selbst ein Bild davon macht. Vor allem darüber, was man noch alles neben der Kinderpatenschaft tun kann.

    Unter diesem Link findet ihr weitere Möglichkeiten: Zum Beispiel gibt es eine wundervolle Lichtkinder-Aktion, bei der in Kindergarten und Schule zum St. Martinsfest selbst gebastelte Sachen verkauft werden. Das gesammelte Geld wird dann gespendet: Die engagierten Kinder wissen dann, dass sie anderen Kindern damit etwas Gutes getan haben.  

    Nun noch eine Frage: Wir würden gerne eine Kinderpatenschaft anheuern, bei der wir zusammen mit anderen Eltern ein Kind übernehmen. Wenn jeder zehn Euro im Monat zahlt, wären wir mit nur drei Personen bereits bei der Summe für eine Patenschaft.

    Sollten sich mehr beteiligen, werden es entweder mehr Patenschaften oder aber die eine Patenschaft wird mit mehr Euro im Monat finanziert.

    Liebe Grüße Eure Mira und Deva