Kategorie: Expertenrat

  • Gibt es Grenzen beim Kuscheln mit Kindern?

    Gibt es Grenzen beim Kuscheln mit Kindern?

    Wann ist ein Kuss nur ein Kuss?

    In den letzten Jahrzehnten ist die Verunsicherung, vor allem der Väter, immer größer geworden, wo die Grenzen beim Kuscheln mit dem Baby bzw. Kind liegen.

    Aus meiner Praxis als Therapeut habe ich mehr Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch und vielen anderen Arten von Grenzüberschreitungen gemacht, als ich es mir vorher hätte vorstellen können. Und diese geschahen (bei meinen Klienten) fast ausnahmslos in der Kindheit.

    In fast allen Fällen handelt es sich hierbei um eine klare Grenzüberschreitung, so dass Eltern und Verwandte nur sehr selten ungewollt eine Grenzüberschreitung begehen. Das bedeutet, dass man als Eltern ausgiebig entspannt und unbedenklich mit seinen Kleinen Kuscheln kann! Kinder brauchen und genießen sie. Für Babys ist die körperliche Nähe für ihre Entwicklung nach neuesten Forschungen wichtiger als die Nahrungsaufnahme. Nichtsdestotrotz ist es mir wichtig, näher auf die verschiedene Arten der Grenzüberschreitung einzugehen.

    Wo liegen die Grenzen zwischen Kuscheln und einer Grenzüberschreitung?

    Grob kann man als Richtung die „Energie“ und /oder den Vorsatz des Erwachsenen bzw. Älteren nennen, denn nicht selten sind es ältere Brüder. Wenn man beispielsweise als Elternteil mit den Kleinen tobt und dabei unbeabsichtigt die Geschlechtsteile der Kinder berührt, ist dies für das Baby/Kind vollkommen unproblematisch.

    Dabei wird eine scheinbar leichtfertige Berührung an einem aus sexueller Sicht unbedenklichen Körperteil aus dem Bedürfnis nach sexueller Befriedigung sehr wahrscheinlich als grenzüberschreitend empfunden.

    So kann das Hoppe Hoppe Reiter spielen ein Spaß für beide Beteiligten sein, was es meistens auch ist, und es kann als vermeintlich unverfängliches Spiel, missbraucht werden. Wenn ihr verunsichert seid, achtet auf die Blicke und Laute,  welches eurer Kind dabei von sich gibt.

    Nicht selten werden sogar sexuelle Phantasien Älterer von Kindern als verunsichernd und auf Dauer traumatisch empfunden auch ganz ohne körperliche Übergriffe.

    Und was an einem Tag ok ist, kann schon an einem anderen Tag nicht mehr ok sein.

    Das bedeutet, dass es als Erwachsener wichtig ist, achtsam für solche Änderungen beim Kuscheln und Toben zu bleiben. Beim Toben ist es dazu hilfreich ein Gespür zu entwickeln kurz vorher aufzuhören, bevor es dem Kind zu viel wird. Doch spätestens wenn es STOP sagt, sollte man aufhören. Dadurch wird gleichzeitig das Vertrauen zwischen Kind und Elternteil sowie ihr Selbstwertgefühl gestärkt.

    Gilt der Kuss auf den Mund noch als Kuscheln?

    Ein Kuss auf den Mund kann genauso gut ok, wie grenzüberschreitend sein. Auch hier liegt es an der „Motivation“ des Erwachsenen, der Dauer UND zudem an dem Einverständnis des Kindes. Wiederum nicht selten sind Kinder nicht in der Lage ihr Unbehagen zu äußern, da sie mit der Verarbeitung dessen, was gerade mit ihnen passiert überfordert sind. Und da es meistens Vertraute Personen sind, meinen sie, dass es wohl ok sein muss, auch wenn es sich für sie nicht so anfühlt. Mit der Zeit, wächst dieses Unbehagen immer mehr und der Gedanke, dass es nicht ok ist, wird immer stärker.

    Babys fällt es dagegen häufig noch leichter ihr Unbehagen zu äußern. Ihr Einverständnis können sie dagegen nicht geben.

    Verständnis für Scham

    Das empfinden von Scham gehört zumindest in unserer Gesellschaft zum Erwachsen werden dazu. Es hat etwas mit der Veränderung des Verständnisses von sich selbst und seinen Grenzen zu tun.

    Mögliche Folgen einer bzw. regelmäßiger Grenzüberschreitungen

    Das Trauma einer Grenzüberschreitung wächst mit dem Vertrauensverhältnis zu der Person, das heißt, je näher die Person zu dem Kind steht und der Häufigkeit. Was nicht heißt, das einzelne Grenzüberschreitungen für das Kind ok sein könnten! Schon nach einem Missbrauch ist das Vertrauen zu der Person und sich selbst gestört. Da Missbrauchsopfer sich vor allem als Kinder für die „Tat“ verantwortlich fühlen. Das kann zu folgenden Überzeugungen führen wie:

    Ich bin

    • nicht ok, da ich es nicht mag.
    • nicht liebenswert, da mir so etwas angetan wurde.
    • muss etwas falsch gemacht haben, sonst hätte man mir so etwas nicht angetan.
    • muss schuldig sein und dies ist wohl meine Strafe.

    Kinder verlieren das Vertrauen zu sich und in ihre Familie/Umwelt.

    Ein dauerndes schlecht reden und kleinmachen eines Kindes stellt ebenso einen Missbrauch (psychischer Missbrauch) da, wie ein körperlicher Missbrauch. Unser „Gehirn“ unterscheidet nicht zwischen Vorstellung und Realität und bei verbalem Missbrauch laufen nicht selten „Filme“ im Kopf des Kindes bzw. Betroffenen ab.

    Menschen die Missbrauchserfahrungen gemacht haben, tragen häufig ein Leben lang ein Misstrauen anderen Menschen gegenüber mit sich und es ist sehr wichtig für sie, dass sie von ihrem Partner und anderen ihr nahestehenden Menschen Verständnis dafür erhalten.

    Berührungen des Babys bzw. Kindes

    Vor allem im ersten Lebensjahr kann der neue Erdenmensch Dinge besser über den Mund als mit den Händen wahrnehmen, was zu „verfänglichen“ Situationen insbesondere zwischen Papa und Baby führen kann. Nicht zuletzt beim Kuscheln und in der Badewanne.

    Dabei ist es am besten ganz ruhig und so entspannt wie möglich zu bleiben und sich bewusst zu machen, dass es reine unschuldige Neugierde ist, die Welt zu erkunden und absolut nichts mit SEX zu tun hat! Die dabei möglicherweise auftretende körperliche Reaktion ist völlig normal.

    So entspannter wir bleiben, umso unverfänglicher und schneller wird das Baby diese Situation erleben und seine Aufmerksamkeit anderen spannenden Dingen widmen.

    Fazit zum Kuscheln mit Babys/Kindern

    Schaut nicht weg, doch macht Euch auch nicht unnötig viele Gedanken.

    Weniger ist mehr, manchmal sind Kinder langsamer im Ausdruck von etwas was ihnen unangenehm ist oder wissen nicht, was sie von einer neuen Erfahrung oder Gefühlen halten sollen, so dass es hilfreich sein kann, aufzuhören, wenn es am Schönsten ist. Zum Beispiel ist es für das Kind angenehmer, wenn wir mit dem Kitzeln aufhören, bevor es selber stopp sagt. Und wenn es Stopp sagt, unbedingt innehalten, nachfragen und dann aufhören.

    Wichtig ist als Erwachsener wachsam zu sein 

    doch auch keinen leichtfertigen General-Verdacht gegenüber Partnern, Großeltern, sowie Onkeln und Tanten zu äußern.

    Kinder wollen keinen Sex mit anderen! Was nicht heißt, dass sie schon früh gefallen daran finden können an ihren Geschlechtsteilen rumzuspielen. Und dies sollte man ihnen auch nicht nehmen oder kritisieren. Es ist ein Weg sich und seinen eigenen Körper kennen- und anzunehmen lernen.

    Euer Deva (Trauma- und Familientherapeut)

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  • Expertenbeitrag: Warum manche Babys unbedingt Schnullern wollen

    Expertenbeitrag: Warum manche Babys unbedingt Schnullern wollen

    Wir freuen uns, Euch heute den Beitrag unserer Babytalk Heilpraktikerin/Osteopathie Kristin Wentingmann vorzustellen, „Warum manche Babys so unbedingt einen Schnuller wollen“.


    Häufig wird sich mit den Fragen beschäftigt Schnuller ja oder nein, welcher Schnuller. Wie oft soll mein Kind einen Schnuller bekommen. Kann ich die Schnuller Nutzung negativ beeinflussen und wie gewöhne ich meinem Kind den Schnuller wieder ab.

    Die für mich als Osteopathin essentiellere Frage ist viel eher:

    Warum braucht ein Kind einen Schnuller?

    Warum gibt es Kinder, die sehr gut ohne Schnuller auskommen oder nur ab und an einen benötigen/fordern. Und warum können manche Kinder gar nicht ohne Schnuller.

    Jedes Neugeborene hat einen Saugreflex, der der Nahrungsaufnahme und der Selbstregulation in Form von Beruhigung dient.

    Aber nicht jedes Neugeborene braucht einen Schnuller, es gibt sogar einige, vor allem die die Gestillt werden, die den Schnuller schlicht weg ablehnen.

    Nach meiner Erfahrung liegt das daran, dass manche Säuglinge mit dem Schnuller versuchen einen Ausgleich des Craniosakralen (Kopf-Kreuzbein-) Rhythmus zu erreichen.

    Um meinen Ansatz verständlicher zu erklären, muss ich etwas ausholen.

    Stressfaktoren

    Jeder Organismus hat eine individuelle Menge an Stressfaktoren, die er aufnehmen und verarbeiten kann, ohne sicht- und spürbare Anzeichen zu zeigen. Und mit Stress meine ich nicht den Ärger im Büro oder mit dem Partner. Im Körper wird erstmal alles als Stress wahrgenommen, was den natürlichen Regelkreis zur Aufrechterhaltung des inneren physiologischen Gleichgewichts im Organismus (natürliche Homöostase genannt) stört oder negativ beeinflusst.

    Dies können Umwelt Belastungen, Amalgam Füllungen oder Unfälle sein. Etwas spezieller auf den Fall eines Säuglings eingegangen, sind dies z.B. unverträgliche Nahrungsmittel oder übermäßiger Stress. Der durch die Geburt verursacht wurde und von dem er sich ohne Unterstützung von außen nur schwer erholt.

    Erhöhte Streßpegel

    Woran man aber einen erhöhten Stresspegel erkennen kann, ist der Craniosakrale Rhythmus. Dies ist ein Mechanismus, den es in jedem Menschen gibt, der aber bei Babys noch deutlich stärker den ganzen Organismus bestimmt und sich bei Unstimmigkeiten zeigt als bei Erwachsenen.

    Warum ist das so? Das liegt unter anderem daran, dass Babys und Kinder noch nicht so voll gestopft sind mit Informationen und Dingen, die sie auf verschiedenen Ebenen bearbeiten müssen. Ein wesentlicher anderer Grund ist die Tatsache, dass bei Säuglingen die Schädelplatten noch sehr weich und zueinander beweglich verschiebbar sind.

    Der Craniosakrale Rhythmus ist eine wiederkehrende Bewegung im menschlichen System, die unter anderem durch die Zyklische Produktion und den Abbau des Gehirn Wassers (Liquor Cerebrospinalis) entsteht.

    Wenn der Craniosakrale Rhythmus ins Ungleichgewicht gerät, kann das viele verschiedene Ursachen haben, die alle unter einem Begriff zusammengefasst werden können, Stress im Organismus.

    Und das hat hat auch wieder Stress für den Organismus zur Folge.

    Was hat das alles mit einem Schnuller zu tun?

    Wie also lässt sich die Katze, die sich in den Schwanz beißt durchbrechen und was hat das alles mit dem Schnuller zu tun?

    Wie ich schon erwähnt habe, ist der Craniosakrale Rhythmus von der Menge des Gehirnwassers abhängig. Das bedeutet, es findet tatsächlich eine kaum messbare Bewegung statt, die grundsätzlich im ganzen Körper, am Kopf und am Kreuzbein (Sakrum), am stärksten spürbar ist.

    Das bedeutet aber auch, dass sich die Schädelknochen für einen ausgeglichenen Craniosakralen Rhythmus frei bewegen können müssen.

    Womit wir bei einer möglichen Ursache für einen eingeschränkten, unausgeglichenen Craniosakralen Rhythmus wären. Bei der Geburt schieben sich physiologisch die Schädelknochen des Säuglings übereinander.

    Das passiert zwangsläufig, damit er durch den Geburtskanal gelangen kann.

    Das ist nicht nur ein notwendiges Übel, sondern auch eine, man könnte sagen, Turboaktivierung des Craniosakralen Rhythmus. Denn diese massive Kompression des Schädels bewirkt eine sehr starke Gegenbewegung. Dies führt zu einer Aktivierung des gesamten Systems auf neurologischer Ebene, welche durch eine Kaiserschnittgeburt nicht „automatisch“ aktiviert wird.

    Nach dem die Kinder auf der Welt sind, stellt sich dann ein normaler gleichmäßiger Craniosakraler Rhythmus ein. Dafür ist es aber wichtig, dass sich die Schädelplatten wieder an ihre physiologischen Positionen begeben.

    Wenn der Geburtsvorgang schwierig oder besonders langwierig war, Saugglocken, Zangen oder ein Kaiserschnitt von Nöten waren, kann es sein, dass dies nicht auf natürlichem Weg passiert. In diesen beiden Fällen wird ein ungleicher Druck auf die Schädelplatten ausgeübt und der Besuch einer OsteopathIn empfohlen.

    Das bedeutet Stress im System!

    Stimulation des Craniosakralen Rhythmus durch das Schnullern

    Der zentralste Kern des Neurologischen -, wie auch des Craniosakralen Systems liegt an der Schädelbasis. Und dieser ist im Wesentlichen über dem Gaumendach positioniert.

    Dort ist ein Punkt, den die Kinder mit dem Schnuller unbewusst zu stimulieren versuchen. Der Schnuller wird beim Saugen immer und immer wieder rhythmisch unter den Gaumen gedrückt.

    Dies ist ein Mechanismus, der von Kindern unbewusst als Stimulations- Mechanismus des Craniosakralen Rhythmus genutzt wird.

    Sollten Ihr Kind nicht ohne Schnuller können, macht es Sinn, so früh wie möglich einen Osteopathen auf zu suchen. Und abzuklären, ob dieses Verhalten ein rein psychologischer Versuch ist Stress aus dem System abzubauen.

    Und sollte es nicht an dieser Thematik liegen, dass die Schädelplatten Schwierigkeiten haben sich nach der Geburt an ihre anatomischen Positionen zu bewegen, kann man Osteopathisch auch viele andere Ursachen, die mit Stress Aufbau im Organismus zu tun haben, unterstützend behandeln.

    Auf jeden Fall kann man den Stress im System abbauen. Wenn dies nur kurzfristig eine Verbesserung mit sich bringt und das Schnuller Problem wiederkommt, oder sich andere Auffälligkeiten zeigen sollten, ist es auf jeden Fall ratsam einen weiteren Fachmann aufzusuchen.

    Liebe Grüße

    Eure Kristin (Babytalk Heilpraktikerin/Osteopathin)

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  • Nachtschreck, was ist das, was können wir als Eltern tun?

    Nachtschreck, was ist das, was können wir als Eltern tun?

    Der Nachtschreck: In diesem Beitrag möchten wir Euch von schlaflosen und zuerst sehr beunruhigenden Nächten berichten, die wir mit Viktoria durchlebten. Stellt Euch folgendes Szenario vor.

    Szenario

    Viktoria schreckt einige Male in der Nacht wimmernd und weinend auf, klettert zu mir Mira ins Bett, kuschelt sich fest an mich und schläft direkt weiter.

    Meine Versuche, sie aufzuwecken sind erfolglos. Viktoria schläft trotz ihrer offensichtlichen Angst so tief, dass ich sie richtig gehend rütteln müsste, um sie zu wecken.

    Nachdem ich im Kindergarten den Tipp bekam, dass viele Kinder in Viktorias Alter an dem sogenannten „Nachtschreck“ leiden, habe ich mich darüber informiert und möchte Euch nachfolgend mitteilen, was ich darüber herausfinden konnte:

    Das Phänomen des Nachtschrecks?

    Das Phänomen des Nachtschrecks, der in der in Fachkreisen auch „pavor nocturnus“ genannt wird, kann ab dem ersten  bis zum 7. Lebensjahr vor allem bei Kleinkindern auftreten. Sie wachen häufig ca. 3 Stunden nachdem einschlafen auf und sitzen dann aufrecht, schreien oder weinend im Bett. In seltenen Fällen laufen sie sogar umher.

    Wie für mich sind diese Nächte mit Viktoria auch für viele andere Eltern eine höchst beunruhigende Erfahrung, auch wenn sie eher zu den harmloseren Schlafstörungen gehört. Wie gesagt, nur in Bezug auf die Kleinen und nicht auf uns Eltern.

    Ein Nachtschreck ist eine Störung des Schlafs, bei dem Euer Kind ca. 3 Stunden nachdem Einschlafen plötzlich aufrecht im Bett sitzt, weint, schreit, stöhnt oder murmelt. Die Augen hat es dabei meistens weit offen, ohne jedoch wirklich wach zu sein.

    Weil Euer Kind in einer Art Grauzone zwischen Schlaf und Wachsein festhängt, nimmt es Eure Anwesenheit nicht wahr und reagiert auf nichts, was Ihr tut oder sagt. Das gute an dem Phänomen ist, dass Eure Kleinen sich am Morgen an nichts erinnern.

    Wie häufig und wann tritt der Nachtschreck auf?

    Die Schlafstörung tritt zwischen 5 bis 30 Prozent der Kinder zwischen dem zweiten und siebten Lebensjahr auf. Je nachdem welche Studie man heranzieht. Sie kann aber auch durchaus bereits bei Einjährigen oder sogar bei Säuglingen vorkommen.

    Der Nachtschreck taucht häufig vor oder nach einschneidenden Erlebnissen auf, wie zum Beispiel dem ersten „bewussten“ Geburtstag: Viktoria wird übermorgen vier;) Oder nach aufregenden Tagen.

    Viktoria macht von ihrem 4. Geburtstag (selber) viele Entwicklungsschritte abhängig, obwohl von außen kein Druck auf sie wirkt … . Sie glaubt zum Beispiel an ihrem Geburtstag plötzlich körperlich GROß zu sein. Am Morgen ihres vierten Geburtstags schaute sie sich direkt ihre Beine an und war enttäuscht, dass sie nicht merklich gewachsen waren;)

    Zudem tritt der Nachtschritt häufig bei der Eingewöhnung in den Kindergarten (oder Kita) wie auch während der Einschulung auf.

    Besonders schlimm ist es für uns besorgte Eltern vor allem deshalb, weil wir eigentlich nichts machen können. Denn nichts hilft, weder beruhigendes Zureden, die Trinkflasche oder das geliebte Kuscheltier.

    Wie sollen uns beim Nachtschreck verhalten?

    Das „einzige“ was betroffene Eltern machen können, ist es, ihre Liebsten so entspannt wie möglich zu begleiten und vor „Verletzungen“ zu schützen. Denn es kann vorkommen, dass diese um sich schlagen oder sich herumwälzen.

    Egal was Ihr macht, es gibt nichts, was den Nachtschreck abkürzen könnte. Er dauert so lange, wie er dauert. Meistens ist es auch gar nicht so hilfreich, wenn wir sie berühren, ansprechen oder gar wecken, da sie in der Regel sowieso nicht darauf reagieren. Das Kind scheint regelrecht in seiner eigenen Welt gefangen zu sein. 

    Das Nachtschreck-Syndrom kann sich gelegentlich wiederholen, ist aber kein regelmäßig auftretendes Schlafproblem. Dass es bei Viktoria jetzt bereits mehrere Nächte hintereinander aufgetreten ist, ist eher selten.

    In der Regel wird diese Schlafstörung von Medizinern als harmlos eingestuft. Es besteht keine Gefahr von Folgeschäden für das Kind. Seid ihr aber trotzdem sehr besorgt, solltet ihr eure Ängste und Bedenken beim nächsten Kinderarzt-Besuch auf jeden Fall zur Sprache bringen.

    Ergänzung: Jetzt nach ihrem 4. Geburtstag und ihrer, wenn auch leicht enttäuschenden Erfahrung, dass sie immer noch „die gleiche“ ist, hat sich ihr Nachtschreck wieder gelegt.

    Was löst ein Nachtschreck aus und wie kann man ihn verhindern?

    Es gibt nichts, was einen Nachtschreck verhindern kann, u.a. weil man sich nicht einmal mehr sicher ist, was genau ihn auslöst. Feststeht, dass Nachtschrecken nicht bedeutet, dass Ihr Kind ein psychologisches Problem hat oder bedrückt ist.

    Wie oben bereits beschrieben können Nachtschrecken ihre Ursache in Stress oder Übermüdung haben oder aber von unregelmäßiger Schlafroutine oder mangelndem Schlaf kommen.

    Wie kann ich einen Nachtschreck von einem Alptraum unterscheiden?

    Im Unterschied zu einem Nachtschreck wird ihr Kind bei einem Alptraum wirklich wach. In der Regel kann es sich an seinen Alptraum erinnern und auch darüber sprechen. Zudem wird Ihre beruhigende Anwesenheit ihr Kind trösten können.

    Wissenschaftlich gesehen finden Alpträume in der Regel während der REM-Phase (Rapid Eye Movement) des Schlafes statt, das heißt in der Regel zwischen 2 und 6 Uhr morgens. Der Nachtschreck erfolgt dagegen oft in den ersten Nachtstunden, in denen das Kind nicht träumt.

    Ich hoffe, ich konnte Euch mit diesem Beitrag etwas beruhigen oder „vorwarnen“. Unter diesem Link findet ihr einen Erfahrungsbericht einer Babytalk-Leserin.

    Eure Mira (Babytalk-Redaktion)

    Beitragsfoto: Twin Design / shutterstock
  • Aufs Geschwisterkind vorbereiten

    Aufs Geschwisterkind vorbereiten

    Geschwisterkind: Immer wieder hören und lesen wir, von den Veränderungen in den vorher harmonischen Familien, wenn ein zweites Kind kommt, weil das Erstgeborene anfängt zu „rebellieren“. Da stellen sich viele die Frage:

    „Kann ich mein erstes Kind auf sein Geschwisterkind vorbereiten?“

    Meine Antwort: Erstens, ja, du kannst dein Erstgeborenes auf weiteren Nachwuchs vorbereiten.

    Zweitens: Ob sich dadurch aber das „Leiden“, wenn es denn dann dazu kommen sollte, schmälert, ist ungewiss. Das soll nicht heißen, dass du nichts probieren sollst, sondern vor allem, dass du probierst entspannt zu bleiben.

    Zudem solltest du dich nicht von Erfahrungen anderer in Bezug auf die Veränderungen, die ein Geschwisterkind mit sich bringen kann, zu sehr irritieren lassen. Es gibt unzählige Faktoren, die darauf Einfluss haben und die du nicht alle wahrnehmen, noch beeinflussen kannst.

    Die schönen Erfahrungen, wenn Kinder ein Geschwisterkind bekommen, hört man leider seltener. Was nicht daran liegt, dass es sie so selten gibt. Wir lassen uns nur „gewohnheitsmäßig“ mehr von negativen Nachrichten und Geschichten „faszinieren“ und behalten diese somit länger im Gedächtnis.

    Nichtzuletzt erhält man mit „negativen Geschichten“ häufig mehr Aufmerksamkeit von anderen als mit schönen und vermutet daraufhin, dass diese sich für „Schauergeschichten“ mehr interessieren.

    Solltest du deinem Erstgeborenen von Anfang an vom Nachwuchs erzählen?

    Ja, meiner Meinung nach unbedingt. Denn erstens spürt dein Kind die Freude bzw. Veränderung von dir sowieso, kann sie dann aber nicht einordnen, was es verunsichern kann.

    Und zweitens: Falls es zu Komplikationen bzw. sogar einer Fehlgeburt kommen sollte, kann es dann den Schmerz von dir ansonsten nicht verstehen und wird deinen Kummer möglicherweise auf sich beziehen.

    Wann der richtige Zeitpunkt ist, es deinem Kind mitzuteilen, musst du für für dich selbst entscheiden. Die Anregungen, die du hier findest, werden selbst, wenn du sie nur liest, unbewusst von deinem Gehirn verarbeitet und in deinen Gefühlen, wenn sie zu deinen Überzeugungen passen, Ausdruck finden.

    Ein paar Ideen, wie du dein Kind auf ein Geschwisterkind vorbereiten kannst

    Wie gesagt, ist es gut die Erstgeborenen direkt von Beginn an Teil haben lassen und auch deine Emotionen zu zeigen.

    Wie viel du ihnen erzählst, hängt meines Erachtens vor allem vom Alter deines Kindes ab, doch mitteilen, solltest du es ihm auf jeden Fall und deine Freude unbedingt auch.

    Zudem ist es hilfreich, bei allen Unternehmungen, die mit der Geburt des Geschwisterkindes zu tun haben, zu erzählen, wie es bei dem Erstgeborenen war. Vor allem, wenn diese Freude und Liebe beinhalten.

    Vielleicht passt du auch euer bestehendes Einschlafritual an, in dem du das ungeborene Geschwisterkind in die gute Nachtgeschichte miteinbeziehst. Und deinem Kind dabei immer wieder einlädst zu hören, was sein „Geschwisterchen“ dazu antwortet.

    Und wenn dein Kind es liebt, lasse es deinen Bauch streicheln und wahrnehmen, wie gut es dir tut.

    Alle Kinder lieben es ihre Eltern glücklich zu sehen!

    Mädchen mit Kuschelbär bei der schwangeren Mutter

    Wenn du die aktuellen Ultraschallbilder zeigst, kannst du dies nutzen, um auch die Bilder von deinem Erstgeborenen mit Rundgehen zu lassen. Dabei solltest du auch deine damalige Freude zeigen und deine früheren Gedanken äußern.

    Und nehme dein Kind zum Einkaufen der Erstausstattung mit und lade es ein seine Meinung zu äußern, und wenn „möglich“ nehme zumindest eine seiner Vorschläge an. Das freut dein Kind und es fühlt sich wertgeschätzt.

    Nichts vom Erstgeborenen einfordern

    Es ist nicht hilfreich und geht häufig sogar „nach hinten los“, wenn du Freude oder bestimmte Taten von deinem Kinde während der Schwangerschaft, Geburt sowie später erwartest. Erfüllte Erwartungen machen nie glücklich, sie entsprechen eher einem okay. Geschenke, die du ohne Erwartung erhältst, haben das Potential dich glücklich zu machen.

    Nehme es stattdessen so gelassen wie möglich hin, wenn dein Kind sich aus allem raushalten möchte, was mit der Schwangerschaft seines Geschwisterkindes zu tun hat. Manchmal hat es einfach Angst, was da Unvorstellbares auf es zukommt.

    Der Gedanke, es muss jetzt da durch, da es ansonsten umso schwerer wird, wenn das Baby dann da ist, ist auf jeden nicht hilfreich.

    Wir versuchen uns von klein auf darin „Negatives/Verletzungen“  vorwegzunehmen, umso den späteren Schmerzen zu mildern. Doch hat es je geholfen? Nein, es tut trotzdem immer wieder und sehr weh.

    Zu diesem Thema könnte dir auch der Beitrag „Geschwisterliebe ist einzigartig“ gefallen.

    Für Fragen stehe ich dir gerne zur Verfügung, schreibe sie einfach als Kommentar oder per PN über Facebook.

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    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist:

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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  • Vor Kindern streiten?

    Vor Kindern streiten?

    Der folgende Beitrag „Vor Kindern streiten“ brannte mir schon sehr lange unter den Nägeln und ich freue mich ihn mit euch zu teilen.

    Ist Streit vermeidbar?

    Es ist an sich nicht immer zu vermeiden, dass unsere Kinder mitbekommen, wenn wir uns streiten. Egal, wie kontrolliert wir uns auch verhalten, manchmal bahnen sich unsere Gefühle dennoch ihren Weg, ob wir es wollen oder nicht. Und das ist auch gut so.

    Denn mit sich selbst zu sehr kontrollierenden Eltern haben Kinder ihre Schwierigkeiten. Unsere Kinder nehmen auch unsere unterdrückten und häufig uns selbst nicht einmal bewussten Gefühle wahr. Dies verunsichert sie, weil sie das, was sie hören und dass, was sie spüren, nicht zusammen bekommen.

    Mit der Zeit beginnen sie dann immer mehr an sich und ihrer Wahrnehmung zu zweifeln.

    Es ist nie schön für Kinder, wenn ihre Eltern streiten, denn …

    1. erstens fühlen sie sich immer dafür verantwortlich, wenn sie auch keine Ahnung haben, warum. Sie können nicht anders, weil sie sich noch immer bewusst sind, der Mittelpunkt ihres „Universums“ zu sein.
    2. zweitens macht es ihnen sehr große Angst, dass ihre Eltern sich trennen und uns sie „auf der Strecke bleiben“. Ihre Eltern existieren in ihrer Vorstellung nur als Paar und sind in ihren ersten Lebensjahren nicht allein vorstellbar für sie.
    3. drittens es nagt an ihrem Verbunden- und Geborgenheitsgefühl. So als würde ihre uneinnehmbare Burg Risse bekommen. Was wiederum Angst macht.

    Das schlimmste an einem Streit der Eltern ist aber nicht das Streiten, das Schlimmste für unsere Kinder ist, dass sie in der Regel nicht mitbekommen, wie sich ihre Eltern wieder vertragen. Denn dadurch lernen sie, dass ihre Ängste unbegründet sind.

    Aus meiner Erfahrung als Familien- und Paartherapeut kann ich euch mitteilen, dass über 90% aller Streitigkeiten nicht aus dem Grund geführt werden, die man denkt. Da die Ursache meistens viele Stunden vorher wahrgenommen wurde, nicht selten, ohne das es einem bewusst ist, weitergeschürt werden und erst später, häufig durch eine vergleichsweise Nichtigkeit, zu einem Streit führen, den der andere in diesem Moment nicht nachvollziehen kann. Und nicht zuletzt, beruhen diese Streitigkeiten fast immer auf Missverständnisse.

    Es gibt verschiedene Fragen, die es einem leichter machen können, einzulenken:

    1. Is this Drama really necessary?
    2. Willst Du Recht haben oder glücklich sein?
    3. Wie wichtig ist dir dies in einem oder in 5 oder 10 Jahren?

    Vor Kindern streiten

    Wenn wir es einmal nicht schaffen einen Streit vor unseren Kindern zu vermeiden, wäre es super, wenn wir es hinbekommen würden,

    • einen Break zu machen,
    • gemeinsam zu unserem Kind (unserer Kinder) zu gehen,
    • um ihnen mitzuteilen, dass Mama und Papa gerade uneinig sind und
    • dass sie gerade nicht weiterkommen, dass es aber nicht schlimm ist,
    • dass sie sich lieben, wenn es auch nicht so aussieht
    • den anderen respektvoll zu behandeln und
    • dass es nichts mit ihnen zu tun hat und
    • dass sie eine Lösung finden werden und sich dann auch wieder umarmen.

    Man kann damit gar nicht zu früh beginnen. Selbst während der Schwangerschaft ist es hilfreich, wenn die werdende Mutter regelmäßig mit ihrem heranwachsenden Kind spricht und das vor allem, wenn sie, wie z.B. durch einen Streit aufgebracht oder traurig ist. Beruhigend gesprochene Worte helfen dem Embryo, die vorher aufgebaute Spannung wieder abzubauen.

    Tochter tröstet die Mutter bei einem Streit mit dem Vater

    Was wir unbedingt vermeiden sollten

    Wenn Eltern sich streiten, unterliegen die sich unterlegen Fühlenden nicht selten der Versuchung sich mit dem Kind zu verbünden. Und selbst wenn die Annäherung vom Kind kommt, tut es diesem nicht gut. Es liebt beide Elternteile und wenn es sich dann einem zuwendet, hat es innerlich das Gefühl den anderen zu verraten.

    Ich halte es nicht für wünschenswert unsere Kinder in dem Gefühl einer scheinbar „streitlosen Welt“ aufwachsen zu lassen. Hieraus können sich in ihrem späteren Leben große Probleme mit Wut und Streit, bis hin zu allen nicht „liebenswerten“ Gefühlen entwickeln.

    Und immer, wenn dann in ihnen eines dieser Gefühle hochkommt, verurteilen sie es bzw. sich und unterdrücken es. Zumindest solange bis es sich einen Weg an die „Oberfläche“ erkämpft hat. Und wollen wir das?

    Unser Anspruch „perfekt“ zu sein

    So sehr es liebens- und wünschenswert wäre, perfekt zu sein, ist es nicht, dass was Menschen glücklich macht. In meiner Praxis frage ich meine Klienten in Situationen, in denen sie an sich zweifeln, weil sie es anscheinend nicht geschafft haben, perfekt zu sein:

    „Wollt ihr, dass eure Kinder auch an sich verzweifeln und sich verurteilen, weil sie nicht perfekt sind oder wollt ihr, dass sie glücklich sind? Ihr könnt euch vermutlich vorstellen, was sie rundweg alle antworten?“ Kinder lernen, wenn nicht ausschließlich, dann zumindest am meisten durch Nachahmung und deshalb ist es so wichtig, es ihnen vorzuleben.

    Kindern die Chance geben, streiten zu lernen

    Warum wollen wir, dass unsere Kinder mit anderen Kindern spielen?

    Weil wir uns wünschen, dass sie dabei soziales Verhalten lernen. Wozu auch gehört, sich zu streiten und wenn möglich Kompromisse, wenn nicht gar gemeinsame Lösungen zu finden.

    Also lasst uns damit beginnen, unser Bestes zu tun und es ihnen vorzuleben. Als Menschen haben wir immer den Anspruch unser Bestes zu geben, wie daneben wir manchmal auch liegen. Zudem steht dieser Wunsch entgegen dem Anspruch nach Perfektion unserem Glück zumindest nicht im Weg.

    Übrigens, der sicherste Weg nicht vor den Kindern „streiten zu müssen“, ist es auf unsere Bedürfnisse nach Ruhe, Austausch und Bestätigung zu achten.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Werbung: Unser Buch

    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

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  • Reisen mit Babys – ein lohnendes Abenteuer

    Reisen mit Babys – ein lohnendes Abenteuer

    Reisen mit Baby: Du wirst wahrscheinlich in den ersten Wochen nach der Geburt Deines Babys nicht viel ans Reisen denken. Zwischen Fütterungen und Windelwechseln erfordert ein neues Baby praktisch Deine gesamte Aufmerksamkeit. Das ist anstrengend und anspruchsvoll. Viele Mütter haben auch davor Angst, dass sich Neugeborene auf Reisen etwas einfangen könnten. Darum findet ihr nachfolgend ein paar hilfreiche Tipps.

    Zum Glück sind Säuglinge nicht so «zerbrechlich», wie die Eltern manchmal fürchten. Ab dem Alter von rund drei Monaten sind Babys im Grunde bereit fürs Reisen. Viele Eltern haben das Gefühl, sie müssten ihren halben Hausrat mitnehmen, damit sich das Kind wohl fühlt.

    Dem ist jedoch nicht so. Für ein kleines Baby ist das Zuhause genau da, wo seine Eltern sind. Das Reisen mit einem kleinen Baby gestaltet sich oft einfacher als mit einem Kind, das bereits krabbeln, klettern und somit in Schwierigkeiten geraten kann. Also nutze die Gunst der Stunde und gehe mit Deinem noch nicht allzu agilen Baby auf Reisen. Folgendes ist dabei zu beachten:

    Anziehsachen fürs Baby auf Reisen

    Wichtig auf Reisen: Immer genügend Kleider einpacken. Denn: Wenn die «Kaka-Explosions-Phase» – wie ich sie nenne – einmal da ist, dann hat man idealerweise Ersatzkleider zur Hand.

    Ich habe mich schon oft gefragt, wie es möglich ist, dass ein derart kleines Geschöpf innert wenigen Sekunden bis nach oben zu den Schulterblättern voll sein kann. Meine drei Kids haben mir regelmäßig bewiesen, dass dies ohne weiteres geht.

    Falls Ihr mit dem Auto reist, lohnt es sich einen Stoffbezug als Ersatz für den Autositz zu haben. Ich habe meist ein normales Frottiertuch dazu umfunktioniert.

    Reisen mit Babys im Flugzeug

    Die meisten Fluggesellschaften bieten für lange Flüge kleine Babybetten an. Die lohnen sich sehr, da es Deinem Baby ein bequemes Schlafen ermöglicht. Diese Betten werden mit einer Vorrichtung an der Wand direkt vor Dir montiert. Praktisch!

    Das Wichtigste beim Fliegen mit Babys ist jedoch, ihnen beim Starten und Landen mit dem Druckausgleich zu helfen. Da das Kind beim Starten und Landen nach vorne gerichtet sein sollte, ist Stillen leider keine Möglichkeit. Ich würde darum eine Flasche mit Wasser, Tee oder Pulvermilch dabeihaben und darauf achten, dass Dein Kind davon trinkt.

    Während des Fluges kann natürlich gestillt werden. Da das Wasser im Flugzeug mit extra Chemikalien angereichert ist, sollte es nicht für Pulvermilch verwendet werden. Es lohnt sich nach dem Sicherheitscheck am Flughafen, eine Thermoskanne mit heissem Wasser in einer Bar oder einem Restaurant aufzufüllen.

    Ratsam beim Fliegen ist auch ein Set Ersatzkleider für dich und dein Baby. Ich erinnere mich, wie unser Sohn seinen Papa während eines Fluges voll gekotzt hat. Mein Mann hatte keine Ersatzkleider dabei und musste über mehrere Stunden mit stinkenden Kleidern dasitzen. Heute lachen wir beide darüber. Damals (vor allem er) nicht.

    Wenn du in eine andere Zeitzone reist und dir Sorgen um den Tagesrhythmus Deines Babys machst, gibt es ein paar einfache Tricks. Beginne schon ein paar Tage vor der Reise den Schlafrhythmus deines Babys zu verschieben. Mehr als eine Stunde pro Tag ist jedoch sehr schwierig.

    Es lohnt sich daher, früh genug damit anzufangen. Wenn ihr am Reiseziel angekommen seid, solltest du dein Baby für kurze Zeit dem direkten Sonnenlicht aussetzen. Dies signalisiert dem Kind, dass es noch Tag ist.

    Reisen mit dem Auto

    Viele Kinder schlafen automatisch ein bei langen Autofahrten. Dies ist praktisch für die Eltern, kann sich aber sehr negativ auf den Rhythmus des Babys auswirken. Ich würde daher genügend Pausen machen und das Kind immer wieder bewusst wecken. Eventuell eine Decke mitnehmen, die ihr auf den Boden legen könnt, damit das Baby auch mal strampeln kann. Ein Kind braucht immer wieder etwas Bewegung.

    Babys nicht ungeschützt der Sonne aussetzen

    Die Haut von Babies ist nur ein Zehntel so dick wie die von Erwachsenen. Ein Baby kann bereits nach fünf bis zehn Minuten direkter Sonneneinstrahlung einen Sonnenbrand erleiden. Dies kann mit einer schweren Verbrennung verglichen werden und löst oft Fieber aus. Darum ist es extrem wichtig, die Babys vor Sonneneinstrahlung zu schützen.

    Da sich eine Sonnencreme mit chemischem UV Filter negativ auf die Gesundheit von Babys auswirken kann, ist eine Sonnencreme mit Mikropigmenten zu empfehlen. Die Kinder sollten ca. 30 Minuten vor der Exposition eingecremt werden, damit sich die Wirkung voll entfalten kann.

    Nach ausgiebigem Baden sollte die Creme wiederholt aufgetragen werden, um den Hautschutz aufrechtzuerhalten. Bei Strandferien lohnt es sich, Kleider mit UV Schutz zu kaufen, um die Haut noch besser zu schützen.

    Hygiene

    Der Hygienefaktor auf Reisen mit Babys ist sicher von Bedeutung. Wenn ein Kind in der oralen Phase ist, lohnt es sich darauf zu achten, dass das Kind nicht alles in den Mund nimmt. Aber gerate nicht gleich in Panik, wenn dein Kind doch mal etwas ableckt oder am Strand Sand ins Maul stopft.

    Viel wichtiger ist es, sauberes Trinkwasser zu verwenden. Und vergesse nicht, jedes Mal wenn dein Kind «Dreck» isst, stärkt es sein Immunsystem. Wenn es auch nicht ausarten sollte.

    Reiseapotheke für Reisen mit Babys

    Eine Reiseapotheke mit den wichtigsten Medikamenten dabei zu haben, lohnt sich auf jeden Fall und ist sehr zu empfehlen. Es kann ziemlich mühsam sein, in einem fremden Land, das richtige Medikament für dein Baby zu finden. Je nach Destination lohnt es sich, den Kinderarzt zu fragen, was ihr dabeihaben sollt.

    Aber das Wichtigste ist, dass euch die Reise Spass macht. Wenn die Eltern glücklich sind, Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlen, übertragt sich das meistens auch auf das Baby. Ich habe das Reisen mit meinen Kindern immer sehr genossen und kann es allen wärmstens empfehlen.

    Liebe Grüße

    Eure Dayo (Hebamme)

    Beitragsfoto: NadyaEugene / shutterstock
    
  • Natürliche Geburtseinleitung – Expertenrat

    Natürliche Geburtseinleitung – Expertenrat

    Geburtseinleitung: Wie mühsam ist es doch, wenn der Geburtstermin überschritten wurde. Wenn die Wehen nicht bald von alleine starten, „muss“ bzw. wird nachgeholfen.

    Eine Einleitung der Wehen nach dem errechneten Geburtstermin wird häufig mit chemischen Mitteln vorgenommen.

    Betachte: Jeder Eingriff in den natürlichen Verlauf kann zu Komplikationen führen.

    Weil medikamentös ausgelöste Wehen unangenehmer sein können als natürliche, probieren viele Frauen alternative Methoden der Geburtseinleitung. Hier noch einige natürliche Tipps die evtl. vorher oder als Ersatz benutzt werden können.

    Alle diese Maßnahmen sollten jedoch frühestens angewendet werden, wenn die vierzigste Schwangerschaftswoche erreicht wurde oder die Hebamme bzw. der Arzt es empfohlen hat. Denn eine Schwangerschaft dauert bis zu 42 SSW und jede Frau und jede Schwangerschaft hat ihre individuelle Tragzeit. Nicht zuletzt werden nur 3% aller Kinder am berechneten Geburtstermin geboren.

    Alternative Methoden der Geburtseinleitung

    Bewegung

    Geburtseinleitung Spazieren gehen

    Zu Hause sitzen und auf Wehen warten, hilft wahrscheinlich nicht viel. Spaziergänge oder generell mehr Bewegung können Wehen auslösen. Mehrmals die Treppe rauf und runter steigen, vielleicht mal einen steilen Hügel hinauf gehen oder ein bisschen Powerwalken.

    Weit verbreitete Geburtseinleitung – Stimulieren der Brustwarzen

    Geburtseinleitung Belastungs CTG nach Brustwarzenstimmulation

    „Natürliches“ Belastungsctg am ETPlus3. Morgens um 9.00 Uhr ist eine Gebärmutter nämlich eigentlich ruhig.

    Es lohnt sich aber nicht, den ganzen Tag auf den Beinen zu sein – auch Ruhe ist angesagt. Wenn eure Wehen wirklich einsetzen, solltet ihr nicht bereits erschöpft sein. Das Stimulieren beziehungsweise Massieren der Brustwarzen kann auch zu Wehen führen. Dies sollte jedoch über einige Tage praktiziert werden.

    Die Methode ist einfach: Massiert euch die Brustwarzen sanft während einer Minute. Nach einer kurzen Pause ca. zwei bis fünf Minuten weiter massieren. Die Brustmassage löst im Körper die Ausschüttung des Wehenhormons Oxytocin aus. Die werdenden Papis sind meistens recht motiviert, behilflich zu sein.

    Liebe machen

    «All you need is love!» – das sangen bereits die Beatles. Eines der effektivsten Dinge ist, Liebe zu machen. Obschon dies mit einem großen und schweren Bauch zugegeben nicht immer einfach ist. Es gibt mehrere Gründe, die dafür sprechen.

    Der Spassfaktor sollte natürlich weit oben stehen. Alles was Spass macht, macht glücklich und entspannt. Bereits der mechanische Reiz vom Penis im Muttermund kann Wehen auslösen. Der Druck auf den Muttermund führt zum sogenannten Ferguson-Reflex, welcher eine Oxytocin-Ausschüttung im mütterlichen Körper bewirkt. Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Sperma.

    Im Sperma sind Prostaglandine drin, die dafür zuständig sind, den Gebärmutterhals weich zu machen und ihn zu verkürzen. Bei der medikamentösen Einleitung werden genau diese Prostaglandine eingesetzt. Die Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur beim Orgasmus der Frau fördert ebenfalls die Wehen. Sanfter, liebevoller Sex mit der schwangeren Frau ist ein Akt der Liebe und fördert die Wehen und unterstützt somit die Geburtseinleitung.

    Geburtseinleitung: Bauchmassage und Bad

    Eine Bauchmassage oder ein warmes Bad kann helfen ebenfalls, die Wehen auszulösen – vor allem, wenn schon ein bisschen Vorwehen da sind. Es ist ratsam, als Hochschwangere nur dann ein Bad zu nehmen, wenn jemand zu Hause ist.

    Die Bauchmassage sollte immer im Uhrzeigersinn gemacht werden. Mit einer Massage im oberen Drittel der Gebärmutter können die Wehen verstärkt werden. Dies wird bei Wehenschwächen auch unter der Geburt von vielen Hebammen so gemacht.

    Manchmal genügt auch schon ein Einlauf, um eine Geburt einzuleiten. Dies ist vor allem dann wirksam, wenn eine Frau verstopft ist. Der Darm und die Gebärmutter liegen aneinander und sind von der gleichen Muskulatur beschaffen. Wenn der Darm arbeitet, arbeitet die Gebärmutter mit.

    Wehencocktail

    Ein sehr effektives und alternatives Mittel, um eine Geburt einzuleiten, ist der sogenannte «Wehencocktail». Er birgt jedoch auch einige Risiken und sollte daher nur unter medizinischer Kontrolle angewendet werden.

    Beim Cocktail werden Aprikosensaft, Rizinusöl und Sekt zusammengemischt und getrunken. Diese Mischung bewirkt eine gesteigerte Darmaktivität (meistens Durchfall) und eine leichte lokale Entzündung im Darm.

    Die lokale Entzündung bewirkt, dass Prostaglandine ausgeschieden werden. Prostaglandine werden wie oben beschrieben auch bei der medikamentösen Geburtseinleitung verwendet. Dies erklärt, warum der Wehencocktail so erfolgreich ist.

    Aber wie bereits erwähnt: immer nur in Rücksprache mit einer medizinischen Fachperson anwenden und nicht mit anderen anregenden Methoden mischen.

    Nelkenöltampons

    Mischung:

    Hierbei werden 50 Tropfen Nelkenblätteröl mit 30ml Mandelöl gemischt, wovon 5 Tropfen auf ein handelsübliches Tampon gegeben werden. Liegedauer: eine Stunde. Wiederholung der Anwendung nach sechs Stunden.

    Indikation:

    Bei Terminüberschreitung oder kurz vor der geplanten Einleitung z.B. insulinpflichtiger Schwangerschaftsdiabetes.

    Anwendung:

    Die Anwendung von Nelkenöltampons löst bei ca. 32% aller Frauen Wehen aus. (Dörken et al. Geburtseinleitung mit Nelkenöltampons – erste Studienergebnisse – aus: „Die Hebamme“ 2004/1)

    Datteln essen zur Geburtseinleitung

    In Irbid an der jordanischen University of Science and Technology wurde der Effekt des Verzehrs von Datteln auf den Verlauf der Geburt untersucht. In dieser prospektiven Studie aßen 69 Frauen ab der 36. Schwangerschaftswoche sechs Datteln pro Tag bis zu ihrem errechneten Geburtsdatum.

    Zusammenfassend lässt sich ein regelmäßiger Konsum von Datteln in den letzten vier Wochen vor der Geburt empfehlen.

    Geburtseinleitung mit Akupunktur

    Erkundigt euch bei euer Hebamme oder im Krankenhaus, ob sie Akupunktur zur Geburtseinleitung anbieten. Ich selber habe schon viele positive Erfahrungen damit gemacht und konnte so bei vielen Frauen die Geburt einleiten.

    Wehen-Tagesprogramm

    Bei so vielen Methoden könnte man sich fast schon ein Tagesprogramm zusammenstellen. Ich nenne es den «Wehen-Tag». Ein mögliches Programm kann so aussehen:

    • Starte den Tag damit, Liebe mit eurem Partner zu machen. Massiert euch anschließend unter der Dusche sanft und gleichmässig den Bauch. Danach gönnt euch ein gutes Frühstück. Dann ab zum Spazieren gehen und Treppensteigen.
    • Zum Mittagessen etwas Scharfes essen und einen Schweppes Tonic trinken (enthält Chinin, eine wehenanregende Substanz). Nach dem Essen hilft ein Powernap, um Energie für einen weiteren Spaziergang zu finden. Mitten im Nachmittag wieder einmal so richtig gründlich Staubsaugen und dabei so oft wie möglich in die Hocke gehen.
    Geburtseinleitung Hochschwangere beim Staubsaugen
    • Am Abend mit dem Schatz fein essen gehen. Nach Hause spazieren und dann noch mal Lieben machen.

    Hmmmh, ich finde, das hört sich gar nicht so schlecht an. Ganz unter uns: Wenn es nicht gleich auf Anhieb hilft, dann habt ihr wenigsten vor der Geburt noch einen schönen Abend mit eurem Schatz verbracht.

    Ich kann aus Erfahrung sagen, dass es nach der Geburt wahrscheinlich einen Moment dauern wird, bis ihr wieder einen schönen Abend zu zweit genießen könnt. Und daher nenne ich das eine Win-Win-Situation.

    Viel Erfolg und gutes Gebären! Eure Dayo (Hebamme)

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  • Was tun, wenn Babys nicht einschlafen wollen?

    Was tun, wenn Babys nicht einschlafen wollen?

    Babyschlaf: Diese Frage stellen sich viele vor allem junge Eltern, wenn sie sich verzweifelt fragen, wie sie ihr Kind zum Schlafen bringen, um endlich zur Ruhe zu kommen. Häufig herrscht die Angst vor, dass die Kleinen direkt einen regelmäßigen Schlafrhythmus bräuchten, damit es später keine Schwierigkeiten gibt. Das ist nicht so. Viele Neugeborene haben zu Beginn keinen regelmäßigen Schlafrhythmus.

    Das wichtigste und gleichzeitig schwierigste ist die Schlafzeiten des neuen Familienmitglieds mit dem eigenen irgendwie in Einklang zu bringen.

    Viele Eltern haben Angst, dass ihre Kinder nicht genug Schlaf bekommen könnten oder ihre Wachzeiten auf die Schlafzeiten der Eltern verlegen könnten. Doch dies geschieht eher an besonders „stressigen“ oder aufregenden Tagen für die Familie oder bei Erkrankungen der Kleinen.

    In den meisten Fällen übernehmen die Neugeborenen den Schlafrhythmus der Mutter. Auch wenn die häufig erschöpften Mütter und Väter froh sind, wenn sie ihre Babys recht früh ins Bett bekommen, klappt dann das Einschlafen sehr häufig nicht auf Anhieb.

    Tipps bei Einschlafproblemen des Babys

    • Es gibt eine relativ leichte Ausrichtung an die man sich auch in diesen Situationen richten kann: „Glückliche Kinder brauchen glückliche bzw. entspannte Eltern“. Hilfreich ist es, wenn das „Schlafen gehen“ zum Ritual wird und die Kleinen zuvor nicht zu vielen Reizen, wie seltener Besuch, neue Umgebungen etc. ausgesetzt sind.
    • Ein abgedunkelter und ruhiger oder z.B. mit klassischer Musik beschallter Raum kann ebenfalls Wunder wirken. Meine Tochter bekam noch während der Schwangerschaft am Abend regelmäßig „Que Sera Sera (Whatever Will Be, Will Be …)“, von Doris Day vorgespielt und konnte sich später bei der vertrauten Musik recht schnell entspannen.
    • Es schadet auch weder der Mutter noch dem Vater, wenn sie zur Schlafenszeit noch etwas mit dem Baby im Bett kuscheln.
    • Machen sie sich als betroffene Eltern keinen Stress, wenn ihr Baby noch nicht schlafen möchte. Lassen sie es in einer Babyschale oder eine andere gemütliche und sichere Schlafmöglichkeit neben sich liegen. Und wenn sie noch mal raus wollen oder müssen, nehmen sie es einfach in einem Tragetuch mit.
    • Ungewöhnliche doch probate Einschlafhilfe von denen ich gehört habe, sind das Baby zum Einschlafen im Auto herumzufahren oder GESICHERT auf eine laufende Waschmaschine/Trockner zu legen.

    Kinder lieben es in der Nähe ihrer Eltern zu sein, egal wo. Babys können selbst bei lauter Musik schlafen, wenn sie müde sind. Was natürlich nicht heißen soll, dass eine Diskothek unbedingt der beste Ort für kleine Babys und Kinder ist.

    Babyschlaf: Babys holen sich den Schlaf, den sie brauchen!

    Hilfreich ist es sich nicht zum Abend hin „verrückt“ zu machen, ob das Kleine nun gleich einschlafen wird oder nicht. „Wenn es unruhig ist, nehmen sie es auf den Arm oder tragen sie es mit einem Tuch vor ihrem Körper“.

    Das ist für gesunde und satte Babys das einzige, was sie brauchen. Sie müssen und sollen nicht immer beschäftigt werden, wenn sie wach sind.

    Und so ist es auch ok, wenn sie im Elternbett oder daneben in einem eigenen Bettchen oder halt Babyschale wach liegen und vor sich hin brabbelnd. Wobei das Baby generell nicht zu lange in einer Babyschale liegen sollte.

    Vorbereitendes zum Babyschlaf während der Schwangerschaft

    Schon während der Schwangerschaft kann man das Schlafen zu einem Ritual machen. U.a. in dem die werdende Mutter sich selber um einen zumindest relativ regelmäßigen Schlafrhythmus bemüht. Dies kann sie zudem mit entspannender Musik und einem Gespräch mit dem Embryo verbinden.

    Dies stärkt von Beginn an die Mutter-Kind-Bindung, das Vertrauen in eine unkomplizierte Schwangerschaft sowie Geburt und entspannt.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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  • Hypnobirthing, die sanfte Geburt – Expertenrat

    Hypnobirthing, die sanfte Geburt – Expertenrat

    Hypnobirthing ist eine sogenannte „sanfte“ Geburt. Die Frau lernt, sich in Hypnose bzw. Tiefenentspannung zu versetzen – diese löst Ängste und somit körperliche Anspannungen auf.

    Somit kann die Frau deutlich besser mit Wehen und Schmerzen umgehen und sich voll auf die «Arbeit» ihres Körpers und auf die Geburt konzentrieren bzw. einlassen.

    Sie ist auf diese Weise nicht von Ängsten blockiert, und der natürliche Geburtsvorgang kann ohne mentale Blockaden ablaufen. Die Frauen machen dies mit Visualisierungen, Affirmationsübungen, Mantras und aktiver Kontaktaufnahme mit dem ungeborenen Kind.

    HypnoBirthing: Tiefenentspannt gebären

    Manche bezeichnen das ganze als «Hokus Pokus», als unmöglich oder unrealistisch. Ich habe bislang viele Frauen während der Geburt betreut, die es geschafft haben mittels Tiefenentspannung die Geburtsschmerzen zu minimieren. Hypnobirthing beruht auf altbekannte Ratschläge und Erfahrungen, bloß etwas neu verpackt und zusammengeführt.

    Zugegeben: Es ist schwierig, sich im sterilen Klinikalltag und in der instrumentalisierten Geburtshilfe auf diese Werte zu besinnen. Daher besuchen die meisten Frauen Kurse, um sich auf die Geburt einzustimmen. Es gibt auch lesenswerte Bücher dazu. Die «erfolgreichen» Hypno-Geburten, die ich erlebt habe, waren vorwiegend mit Frauen, die einen Kurs besucht hatten.

    Übung macht den Meister

    Mein Fazit: Je früher die Frauen in der Schwangerschaft mit dem Training begannen, desto besser konnten sie es während der Geburt umsetzen.

    Eine meiner eindrücklichsten Erfahrungen war die Wassergeburt einer zweitgebärenden Frau. Sie hat mit kurzen Unterbrüchen ca. vier Stunden in der Wanne gesessen und war während der Wehen wirklich komplett bei sich, wie in einer Art Trance (Tiefenentspannung).

    In den Wehenpausen hat sie wenn nötig kommuniziert. Außer der hörbaren Atemgeräusche der Gebärenden war es still im Gebärsaal. Sie hat während den Wehen ein Mantra stetig wiederholt und sich dadurch entspannt.

    Als es zu den Presswehen kam, ist sie kurz unruhig und nervös geworden. Ihr Mann hat ihr dann unter Blickkontakt das Mantra immer wieder laut vorgesagt bis sie ihren Entspannungszustand wieder erreichte.

    Schließlich hat sie das Kind in drei sanften Presswehen herausgeatmet und geboren. Diese Geburt war geradezu spirituell und war auch für mich ein sehr schönes Erlebnis.

    HypnoBirthing – Mentaltraining hilft zu entspannen

    Aus meiner Erfahrung braucht es gewisse Grundvoraussetzungen, damit ein HypnoBirthing funktioniert. Es ist sicher hilfreich, wenn die Frau bereits Erfahrung mit Mentaltraining hat.

    Sie ist entweder erfahren in der Meditation oder war vielleicht im Leistungssport aktiv, wo sie Erfahrungen mit Mentaltraining gemacht hat.

    Auch sollten die Frauen wissen, was mit ihrem Körper während der Geburt passiert. Denn das Unwissen über die konkreten Abläufe und die starken Schmerzen machen den Frauen viel Angst. Wenn man etwas versteht, kann man es nachvollziehen und sich viel besser darauf einlassen.

    Eins-zu-Eins-Betreuung während der Geburt

    Eine weitere wichtige Grundvoraussetzung ist, dass sich die Gebärende an ihrem Geburtsort mit ihrer Hebamme wohl fühlt. Studien belegen, dass Frauen, die bei ihrer Geburt eine Eins-zu-Eins-Betreuung hatten, tendenziell ein besseres Geburtserlebnis erleben. Leider ist dies in den meisten Kliniken nicht möglich, was auch für uns Hebammen sehr enttäuschend ist.

    Es gibt nichts frustrierendes, als wenn eine von mir betreute Frau eine Periduralanästhesie (PDA) bekommt, weil ich ungenügend Zeit hatte, sie durch die Wehen zu begleiten. Nicht, dass ich generell etwas gegen die PDA habe.

    Sie kann auch ein absoluter Segen sein. Jedoch ist der wichtigste Teil meiner Arbeit als Hebamme, die Frau bei ihren Wehenschmerzen zu unterstützen und ihr das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln.

    Im Prinzip ist das Gebären eine Situation, der man sich einfach «hingeben» muss. Dieses Hingeben und Akzeptieren scheint den Frauen, die sich mittels HypnoBirthing auf die Geburt vorbereitet haben, gut zu gelingen.

    In diesem Video findet ihr weitere Informationen zu HypnoBirthing.

    Eure Dayo (Babytalk)

    Foto: Jacob Lund / shutterstock
    
    
  • Schnullerentwöhnung – Wie es klappt

    Schnullerentwöhnung – Wie es klappt

    Schnullerentwöhnung: Einige von euch erinnern sich vielleicht noch daran, wie es war, als euch der Schnuller eines Tages einfach weggenommen wurde. Nicht selten mit viel Tränen und Geschrei. Und selbst wenn die Schnullerfee kam, brauchte es nicht selten noch viel Zeit, bis wieder „Ruhe“ eintrat.

    Aus meiner Arbeit als Therapeut, Vater und Ex-Schnullerkind weiß ich, dass dies, vor allem wenn er plötzlich weg ist, für die Kleinen eine traumatische Erfahrung sein kann.

    Eine Abgewöhnung ist auf jeden Fall hilfreich, auch wenn die Trauma nicht unbedingt lebensbestimmend sind.

    Den Schnuller erst gar nicht bzw. nur in „Extremsituationen“ geben

    Die leichteste Art den Schnuller abzugewöhnen, ist ihn von Anfang an, wenn überhaupt, nur „dosiert zu verabreichen“. Nicht wenige Babys verweigern sich erstmal gar einen Schnuller zu nehmen.

    Der Schnuller ist häufig nur eine Ersatzbefriedigung für Nähe und Geborgenheit. Damit beruhigen sich die kleinen „Schreihälse“, wenn sie etwas überfordert, wie zum Beispiel zu viele Sinneseindrücke, oder sie ihren Willen nicht bekommen oder etwas Anderes ihnen Angst macht.

    Und wenn wir Eltern uns gerade nervlich und/oder aus anderen Gründen nicht in der Lage sehen unser Kind durch diese „Schreiphase“ hindurch zu begleiten, in dem wir es liebe- und vertrauensvoll in den Armen halten, ist der Schnuller ein probates Mittel.

    Wenn das Kind sich beruhigt hat, „schnippt“ man den Schnuller am besten direkt wieder mit einem Finger langsam aus dem Mund.

    Wenn der Partner oder andere nahestehende Personen „greifbar“ sind, die gerade mehr in sich Ruhen, ist es eine gute Idee ihnen das Baby zu geben, statt dem Baby wieder den Schnuller in den Mund zu schieben.

    Es ist hilfreich, den Kleinen zumindest zwischen durch immer wieder die Erfahrung machen zu lassen, dass sie sich selber beruhigen können.

    Tipps zur Schnullerentwöhnung

    Wir Eltern können ihnen dabei auf verschiedene Art und Weise unterstützen. Die nachfolgenden Tipps gelten in dem Fall, dass das Kind gesund ist und nicht gerade extremen Hunger hat.

    • Das Baby auf dem Arm tragen oder anderweitig Körperkontakt herstellen.
    • Ruhig und entspannt bleiben. Dabei können bewusst genommene tiefe Atemzüge helfen, wenn möglich die Kinder dabei animieren, es uns gleich zu tun. Dies kann z.B. ein kleiner „Stupser“ auf den Unterkiefer sein.
    • Beruhigende Lieder singen (oder anderweitig laufen lassen, wobei uns Eltern das Singen auch hilft uns zu entspannen).
    • Bewegen, das Baby mit dem Oberkörper oder Armen schaukeln und / oder gehen.
    Schnullerentwöhnung Baby, das keinen Schnuller möchte

    Entwöhnungsphase

    Wenn sich das Kind an einen Schnuller gewöhnt hat, ist es ratsam, im Alter von 2 Jahren mit der Entwöhnung zu beginnen. Vor allem, weil die Gefahr bei normalen Schnullern sehr groß ist, dass es einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Kiefers und der Atmung des Kindes haben kann (nähere Informationen dazu findet ihr unter „Gibt es einen Schnuller ohne Reue?„.

    Tipps zur Schnullerentwöhnung

    Hier einige Tipps zur Schnullerentwöhnung:

    • Immer wenn das Baby schläft vorsichtig den Schnuller herausnehmen bzw. -kicken und falls es dann „quengelt oder droht wach zu werden“ erstmal wieder reinstecken und später nochmal probieren.
    • Wenn möglich dem Kleinkind immer häufiger die Chance geben sich ohne Schnuller (notfalls durch „geborgenes Schreien“) zu beruhigen oder einzuschlafen. Dafür bieten sich Spaziergänge in einem Tragetuch an.
    • Wenn sich das Kind beruhigt hat den Schnuller geben lassen und notfalls herausnehmen. Was zu Beginn ein erneutes Schreien hervorbringen kann, häufig aber schnell angenommen wird.

    Schnullerabgabe

    Bevor man den Schnuller endgültig wegnimmt, ist es hilfreich, wenn das Kind einem zeigen konnte, wie es es schafft, auch ohne Schnuller mal einzuschlafen oder sich zu beruhigen.

    Wenn die Kinder schon älter sind „Belohnungen“, wie zum Beispiel durch die Schnullerfee möglich. Doch „Vorsicht“, die Augen unserer Kinder sind häufig größer als ihr Wille ihren geliebten Schnuller aufzugeben.

    So ist es wichtig sich darüber im voraus im Klaren zu sein und die Abgabe durchzuziehen oder gegebenenfalls noch zu verschieben. Wir sollten in solchen Situationen unsere Entscheidungen nicht zu häufig zurücknehmen.

    Dies merken sich unsere Kinder ganz genau und probieren es immer wieder, mit Geschrei ihren Willen durchzusetzen.

    Ich wünsche Euch allen eine entspannte Zeit der Abgewöhnung. Wenn diese nicht so entspannt Laufen sollte, freue ich mich über Eure (gerne auch anonymen) Schilderungen und werde Euch weitere spezifischere Lösungsvorschläge schreiben.

    Euer Deva  (Babytalk – Redaktion)

    Wir würden uns sehr über Euer Feedback und Eure Erfahrungen und Tipps freuen.

    Beitragsfoto: Petr Bonek / shutterstock 
    Foto 2: bedya / shutterstock