Kategorie: Allgemein

  • Schwangerschaften in Zeiten von Corona und anderen Krisen

    Schwangerschaften in Zeiten von Corona und anderen Krisen

    und wie man diese begegnen sollte

    In den aktuellen Zeiten der Corona – Pandemie ist eine Schwangerschaft alles andere als unbeschwerlich. Auch wenn Schwangere und Babys nicht zur Risikogruppe dieses Virus gehören, ist diese Zeit mit vielen Ängsten und Unannehmlichkeiten verbunden.

    In der Schwangerschaft spielen bzw. fahren die Hormone und somit die Gefühle der werdenden Mutter eh schon Achterbahn. Dies in Kombination mit den Kontaktsperren, insbesondere den begrenzten Kontakt mit dem Vater unter der Geburt bzw. nach der Geburt, die Angst vor dem Verlust von Angehörigen (Eltern) und Zukunftsängsten, wie jetzt in der Zeit der Corona Pandemie, sind ein eher unbekömmlicher (wenn auch alkoholfreier) Cocktail.

    Nach den Gesetzen der Natur werden in Zeiten von Gefahr und Nahrungsmangel eher keine Nachkommen gezeugt und ich bin gespannt, ob sich dies in der Geburtenrate im nächsten Jahr 2021 zeigt.

    Ängste in der Schwangerschaft

    Da Embryos die Gefühle der werdenden Mutter und nicht selten auch die des Vaters wahrnehmen, werden sie wohl viel Angst fühlen. Ängste führen immer zu Verspannungen und dies kann in den letzten Wochen der Schwangerschaft dazu führen, so dass es dem Baby erschwert wird sich kopfüber ins Becken zu drehen.

    Wie umgehen mit Ängsten in der Schwangerschaft?

    Auch wenn es sowieso wichtig ist mit dem werdenden Baby zu sprechen, ist es bei ängstlichen Gefühlen umso wichtiger. Auf keinen Fall sollte die schwangere Frau probieren ihre Ängste und Sorgen wegzudrücken oder zu überspielen. Denn diese werden vom Embryo trotzdem wahrgenommen. Viel hilfreicher ist es diese auszudrücken, ganz nach dem Motto „geteiltes Leid ist halbes Leid“.

    Sich seine Ängste einzugestehen, beinhaltet zumindest teilweise schon das Vertrauen diese bewältigen zu können. Sowie jeder bewusst genommener tiefer Atemzug bei Angst ein Ja zum Leben bzw. ein sich größer machen als die Angst beinhaltet.

    So kann die werdende Mutter, dass Kind in ihrem Bauch sagen, dass es gerade eine schwierige Zeit ist und sie ab und zu immer wieder Angst bekommt. Doch dass sie nicht allein ist und sich freut, es in ihre Arme zu nehmen und ihr bestes geben wird es zu schützen und zu nähren. Und dass sie diese Zeit gemeinsam gut überstehen werden und es dann auch wieder leichter werden wird. Dabei hilft es sich diese gemeinsame Zeit so schön und plastisch wie möglich vorzustellen.

    Umso stärker wird es das Gefühl von Verbunden- und Geborgenheit mit jedem Austausch stärken.

    Um diese Ängste nicht immer wieder zu schüren, sollte man sich nicht jeden Tag die neuesten Nachrichten anhören und es sich stattdessen so „gemütlich“ wie möglich in dieser Zeit zu machen und wenn schon kein persönlicher Kontakt mit Freunden und Eltern möglich ist, sich per Telefon oder Internet auszutauschen. Und wenn immer möglich Spaziergänge in einem nahe gelegenen Wald machen!!! Bewegung ist das Heilmittel gegen Depressionen schlechthin und zu dem die beste Vorbereitung für die Geburt.

    Wir wünschen allen Schwangeren trotz Corona eine wunderschöne Kugelzeit und eine sichere und schöne Geburt!

    Euer Deva Babytalk-Team

    Beitragsfoto: AntonioGuillem / Getty Images Pro
  • Die Bedeutung des Kuschelns nach der Geburt und im Wochenbett

    Die Bedeutung des Kuschelns nach der Geburt und im Wochenbett

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    In der Ausbildungen an der Babycoach-Akademie wird sehr viel Wert daraufgelegt, dass die angehenden Doulas und Mütterpflegerinnen die Bedeutung des Bondings kennen und wertschätzen und diese ihren zu betreuenden Eltern weitergeben.

    Leider ist es auch heute noch immer nicht selbstverständlich, dass Mutter und Kind (oder Papa und Kind) nach der Geburt Zeit erhalten, um in direktem Hautkontakt sich erst einmal beschnuppern zu können und in ihren Rollen als Mama / Papa ankommen zu dürfen.

    Für das Baby bedeutet diese Kuschelphase nach der Geburt so unfassbar viel:

    • Geborgenheit
    • Co-Regulation
    • Beruhigung
    • Das Gefühl, willkommen zu sein
    • Zeit zu erhalten sich im eigenen Tempo an das neue Leben außerhalb des Bauches anzupassen

    Das ungestörte Kennenlernen

    Babyfreundliche Krankenhäuser unterstützen das Entstehen der Eltern-Kind-Bindung. Das ungestörte erste Kennenlernen, der Hautkontakt direkt nach der Geburt und das allmähliche Vertraut werden sind für den Bindungsaufbau ganz wesentlich.

    Frauen, die nicht stillen können oder wollen, wird in solchen Krankenhäusern gezeigt, wie sie dem Baby auch mit Flasche Nähe schenken können.

    Ein gelungenes Bonding erhöht den Oxytocinspiegel, der den Milcheinschuss fördert und wirkt zudem einer Wochenbettdepression entgegen.

    In unseren Modulen über die Geburtsphysiologie mit der Hebamme Anja Lehnertz sind uns die Themen Respekt gegenüber der Familie und dem Krankenhauspersonal, der Kontakt zum Baby und eine möglichst interventionsfreie Geburt besonders wichtig.

    Wir diskutierten, wieso es im Krankenhaus (u.a. aufgrund der personellen Knappheit) immer öfter zu Eingriffen in die Geburt kommt, die man eigentlich vermeiden könnte.

    Und wir gingen der Frage auf den Grund, warum das Bonding so wichtig ist:

    Warum ist Bonding so wichtig? 

    In der Bonding-Phase entscheidet sich, wie ein Kind in Zukunft mit Gefühlen umgeht und Beziehungen zu anderen empfindet. Sie trägt zudem maßgeblich dazu bei, das bestehende Urvertrauen zu erhalten und zu stärken, umso den Mut aufzubringen gelassen in unbekannte Situationen zu gehen.

    Liebe, Geborgenheit, Schutz, Wärme: Für das Neugeborene bedeutet Zuneigung nicht nur Sicherheit. Bezugspersonen zu haben, die auf seine Bedürfnisse reagieren, ist für sie überlebenswichtig. Das Neugeborene kann sich schließlich nicht selbst versorgen.

    Bonding-Tuch oder -Top für den Haut-zu-Haut-Kontakt

    Eltern können sogenannte Bonding -Tops erwerben. Ein solches Top wird von der Mutter übergezogen, das Baby darin eingepackt und davon sicher gehalten.

    Wir haben von SERAPHINE (Werbung wegen Markennennung und der Bereitstellung von Tops zum Testen) drei Bondingtops gestellt bekommen, die wir getestet haben. Über den Rabattcode „Kuscheln15“ erhaltet ihr übrigens 15% Rabatt auf diese Tops.

    Unser Fazit: Nicht nur das Kuscheln (Haut auf Haut) wird unterstützt. Die frisch gebackene Mutter hat zudem ein schönes, weiches und schickes Oberteil an, welches sich maßgeblich von den Hemdchen, die leider immer noch viele Mamas im Kreißsaal anziehen sollen, abhebt.

    Worin liegt der Unterschied zu einem einfachen T-Shirt?

    Wir diskutierten, warum nicht einfach auch ein normales T-Shirt denselben Zweck erfüllt. Ganz klar: einem normalen Shirt fehlt die Möglichkeit, das Baby zu sichern. Und das Umwickeln von Mutter und Kind ist dann eher „dürftig“. Durch die Wickeltechnik, die das Top mitbringt, ist es in seiner Funktionalität nicht mehr weit von einem elastischen Tuch entfernt.

    Und warum dann nicht einfach ein elastisches Tragetuch mitnehmen?

    Ganz ehrlich: Wer hatte nach der Geburt direkt Lust und den Nerv dazu, sich das sichere Einbinden des Babys erklären zu lassen?

    Wir kennen jedenfalls niemanden, der dazu bereit war;) Da kann man noch so optimistisch sein, die Zeit nach der Geburt gehört nicht in den Erklärmodus.

    Die Aufmerksamkeit wäre ja auch bei den Eltern gar nicht vorhanden. Also bietet das Top, welches super schnell und sehr einfach angelegt ist, beste Kuschel-VoraussetzungenJ

    Und: Es gibt auch eine Ausführung für den Papa!!! Das finden wir unfassbar toll, denn wie sagt man so schön:

    „Das Tragen (Kuscheln) ist das Stillen der Papas.“

    Euer Babytalk-Team

    R. Feldman et al. (2010): Natural variations in maternal and paternal care are associated with systematic changes in oxytocin following parent-infant contact. PSYCHONEUROENDOCRINOLOGY Bd. 35 Nr. 8, S. 1133-1141. 
  • Mein wütendes Kind: Humor ist, wenn man trotzdem lacht

    Mein wütendes Kind: Humor ist, wenn man trotzdem lacht

    Was soll ich machen, wenn mein Kind mich beschimpft oder haut?

    Wie soll ich auf mein wütendes Kind reagieren? Zu allererst ist es hilfreich, sich nicht angegriffen zu fühlen. Ihr Hauen oder Beleidigen ist nie Ausdruck von reiner Böswilligkeit, sondern vor allem von Hilflosigkeit!

    Ich nenne es „Alles was nicht Liebe ist, ist ein Schrei nach Liebe“. (Dies ist eine Aussage aus „Ein Kurs in Wundern“, Hinweis der Redaktion)

    Wenn es deinem Kind gut gehen bzw. wenn es sich nicht hilflos fühlen würde, würde es sein unerfülltes Bedürfnis anders ausdrücken. Dieses unbefriedigte Bedürfnis geht es zu ergründen und zu respektieren, was nicht heißt, es immer auch zu erfüllen.

    Euer Kind beschimpft euch

    Wenn euer wütendes Kind euch Schimpfwörter „um die Ohren haut“, könntet ihr mit Humor – auf keinen Fall mit Ironie! – darauf reagieren.

    „Was Du alles für Schimpfwörter kennst. Ich bin ich wirklich beeindruckt. Wo hast Du die denn her? Kennst Du noch mehr?

    Während ihr euer Kind die Chance gibt seine Wuttirade rauszulassen, entspannt ihr die Situation und die hochgekochten Emotionen eures Kindes. Anschließend könnt ihr entspannt damit beginnen zu erforschen, wer oder was euer Kind verletzt hat und schauen, wie ihr helfen könnt.

    Euer Kind haut euch

    Wenn euer Kind euch haut, aber noch nicht so stark ist, könnt ihr auch darauf gut mit Humor reagieren. Wichtig dabei ist, euch immer vor versehentlichen Verletzungen zu schützen und wenn möglich auch darauf zu achten, dass euer Kind sich nicht ernsthaft weh tut oder etwas euch Wertvolles dabei kaputt machen kann.

    Denn dieses würde es später, wenn es sich wieder beruhigt hat, sehr bedauern und sich „Schuldgefühle in seinen Rucksack packen“. Wir alle tragen solch einen Rucksack voller Schuldgefühle mit uns, solange wir uns nicht vergeben.

    Humorvoll könnt ihr auf sein Hauen reagieren in dem ihr ihm etwas weinerlich sagt: „Du bist ja schon richtig kräftig. Das tut ja schon richtig weh. Aua Aua. Vielleicht solltest Du warten bis Papa nach Hause kommt.

    Dem machen blaue Flecken nicht so viel aus. Mit dem kannst Du dann einen richtigen Boxkampf machen. …“ Und wenn ihr das Gefühl hat, dass hilft eurem Kind gerade nicht, haltet ein Kissen vor euch. Daran kann euer Kind dann seine angestaute Wut/Aggressionen rauslassen …

    Wenn sich euer Kind beruhigt hat und sich die Situation entspannt, könnt ihr euch auf die Suche nach der Ursache für seine Wut machen.

    Diese Ursache kann ggf. etwas länger zurückliegen und eine relativ unbedeutende Sache hat die sich angestaute Wut dann zum Ausbruch gebracht.

    Hierzu könnte Euch auch unser Beitrag „Mit Kindern schimpfen und wie ihr es besser machen könnt“ interessieren.

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    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Euer Deva (Familientherapeut)

    Beitragsfoto: soupstock von Canva.com
  • Was tun, wenn mein Kind haut?

    Was tun, wenn mein Kind haut?

    Stellt euch folgende Situation vor, ihr seid mit eurem Kind auf einem beliebten Spielplatz in dessen Verlauf euer Kind ein anderes haut. Die erste Reaktion könnte ein mit lauten „Beschimpfungen“ begleitetes wegreißen sein. Das ist vollkommen verständlich, nicht zuletzt, weil wir in diesem Moment so „enttäuscht“ und wütend auf unser Kind sind und befürchten als Eltern versagt zu haben und die erwartenden Reaktionen in den Gesichtern der anderen Eltern sehen oder erahnen.

    Was braucht ihr, um entspannt auf das Hauen eures Kindes zu reagieren?

    Wichtig bzw. Voraussetzung für eine unvoreingenommene und überstürzte Reaktion ist es, dass ihr euch so gut wie möglich entspannt. Und selbst dann ist es hilfreich, wenn ihr erstmal ein paar tiefe Atemzüge nimmt und so probiert euch zu beruhigen. Macht euch bewusst, „Euer Kind ist immer noch das gleiche liebenswerte Wesen, wie es bis zu dem Vorfall war“.

    Ein Grundsatz könnte euch dabei helfen. „Alles was nicht Liebe ist, ist ein Schrei nach liebe“.

    Das heißt, wenn euer Kind sich nicht kooperativ verhält und wie in diesem Beispiel ein anderes Kind haut, geht es ihm gerade nicht gut. Und dann nimmt euch doch noch einen Moment, um zu überlegen, was ihr euch als Kind in dieser Situation von euren Eltern gewünscht hättet.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr gewollt hättet, „am Boden liegend“ noch weiter attackiert zu werden, oder?

    Welche Reaktion hättet ihr euch gewünscht?

    Und so empfehle ich euch, euch bei dem geschlagenen Kind zu entschuldigen und zu fragen, ob es etwas braucht und ggf. es zu seiner Mutter/Vater zu begleiten. Anschließend geht so entspannt wie möglich auf euer Kind zu und fragt es: „So kenne ich Dich gar nicht. Was ist denn los mit Dir, was fehlt Dir, … (vermutlich weiß es das in diesem Moment selbst nicht) was hat Dich denn so verletzt, dass Du das Kind geschlagen hast?“

    Habt keine Angst, dass sich euer Kind vermutlich durch ein Verhalten oder nicht reagieren eurerseits „verletzt“ fühlte. Es war nicht eure Absicht, denn sonst wüsstet ihr es ja. Vermutlich hat euer Kind eine Grenzsetzung oder Kritik von euch, nicht damit in Übereinstimmung bringen können, dass ihr es dennoch uneingeschränkt lieb habt. Natürlich kann sich euer Kind, aber auch von einer anderen Person verletzt fühlen.

    Bedenkt dabei:
    Vor allem Kinder können eine Kritik an ihrem Verhalten nicht von ihrer „Person“ trennen!

    Ich kann mir vorstellen, dass ihr euch diese Reaktion vielleicht nicht gleich zutraut, doch gerade in solchen Situationen könnt ihr mit einem entspannten Eingreifen, viel für eine vertrauensvolle Beziehung zu eurem Kind tun. Und selbst wenn die anderen Eltern erstmal irritiert schauen, wird euer Verhalten einen bleibenden und nachdenklich machenden Eindruck hinterlassen.

    Ich wünsche euch ganz viel Mut und Vertrauen in eurer Erziehung.

    Deva

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    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Beitragsfoto: AlexSmith / shutterstock
  • Stillen sollte nicht weh tun

    Stillen sollte nicht weh tun

    Schmerzen beim Stillen sind immer ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt und geändert werden sollte, egal ob es sich hierbei um eine andere Stillposition oder eine entspanntere Lebensführung handelt. In den meisten Fällen suchen bzw. verlassen wir uns auf Experten, ob es nun Ärzte, Hebammen oder Therapeuten sind.

    Stillen – ein beidseitiger Lernprozess

    Vielen jungen Müttern wird „eingeredet“, dass Stillen etwas ganz Natürliches ist und jede Mutter und jedes Baby es können. Und es ist auch so. Nur wenigen Müttern fehlt die Voraussetzungen zur Milchbildung. Nichtsdestotrotz ist das Stillen ein beidseitiger Lernprozess von Mutter und Kind.

    Beim Stillen wird das Liebeshormon Oxytocin ausgeschüttet, welches der Mutter hilft, sich während des Stillens zu entspannen und wohl zu fühlen. Trotzdem hört man sehr häufig von Müttern, die unter Schmerzen stillen und sich teils wochenlang mit wunden Brustwarzen herumquälen.

    Und falls es mit der Milch nicht so weit her ist, wird der Stillenden die Mär von der vererbten Milchbildungsschwäche eingeredet.

    Wochenbettbetreuung und Stillberatung

    Vor der Geburt stehen andere Themen, wie die vielerorts aufwendige Suche einer Hebamme oder Doula und der Nestbau im Vordergrund und so ist die Mutter schnell verunsichert, wenn es mit dem Stillen nicht direkt klappt.

    Nicht zuletzt, da eine Wochenbettbetreuung und Stillberaterin immer schwieriger zu finden ist, da diese von vielen Hebammen aus von uns nachvollziehbaren Gründen nicht mehr angeboten werden.

    Durch die Schließung vieler Geburtskliniken und die damit verbundene Konzentration der Gebärenden auf die übrigen Geburtshäuser ist eine ausreichende Betreuung der werdenden und der jungen Mütter immer weniger gewährleistet. So auch in Bezug auf eine professionelle Stillberatung.

    Zudem ist das Ausbildungsniveau von Hebammen in Bezug aufs Stillen sehr unterschiedlich und in der Ausbildung von Ärzten nimmt es einen nur sehr geringen Stellenwert ein. Dabei gehörte die Stillberatung mit zu den originären Tätigkeiten einer Hebamme.

    Es stimmt tatsächlich, dass fast jede Mutter die Voraussetzung zur Milchbildung mitbringt. Aber das Stillen selbst ist ein Lernprozess, der vielen externen Einflussfaktoren unterliegt.

    Früher wurde das Stillwissen von Generation zu Generation weitergegeben. Vermutlich haben Mädchen es schon von klein auf immer wieder beobachten können und wussten daher, wie man ein Baby am besten anlegt.

    In ihrer Hilflosigkeit schmieren sich Frauen alles mögliche auf ihre Brust, was der Markt an Produkten und Hausmittelchen so hergibt. Das diese, wenn überhaupt, nur die Symptome behandeln und viele davon die Sache noch verschlimmert, können sie nicht wissen.

    Wir empfehlen sich zeitnah Hilfe und Unterstützung zu holen

    In den ersten Tagen nach der Geburt fühlen sich die Brustwarzen nicht selten empfindlich oder gereizt an. Möglicherweise liegt dies am sehr hohen Prolaktinspiegel zu Beginn der Stillzeit. Sobald aber die Beschwerden, über eine etwas unangenehme Irritation der Brustwarze hinaus gehen, sollte unvermittelt eine professionelle Stillberaterin aufgesucht werden. Bestenfalls hat die Mutter eine stillerfahrende Wochenbetthebamme an ihrer Seite, die direkt unterstützend eingreift.

    Evolutionsbiologisch ist eine längere Stillzeit vorgesehen, bei der sich nicht nur das Baby, sondern auch die Mutter wohl fühlt. Wenn diese aber unter andauernden Schmerzen leidet, beendet sie die Stillbeziehung zu ihrem Kind frühzeitig. Deshalb empfehlen wir allen jungen Müttern sich nach der Geburt, so früh wie möglich Hilfe und Unterstützung zu suchen.

    Stillerfahrene Hebammen und professionelle Stillberaterinnen beraten ihre anvertrauten Mütter individuell, sowohl beim Stillen wie auch beim Abstillen und sind nicht darauf aus, alle Mütter zum Langzeitstillen zu überreden.

    Euer Babytalk-Team

    * Prolaktin ist bei der Frau ein wichtiges Reproduktionshormon. Es allein ermöglicht der Mutter, ihr Neugeborenes mit Muttermilch zu ernähren. Darüber hinaus sorgt Prolaktin dafür, dass während der Stillphase die Eierstockfunktion ruhig gestellt wird, damit die Frau in dieser Zeit nicht wieder schwanger werden kann. Dies setzt voraus, dass die Mutter ihr Kind 7x oder häufiger am Tag stillt („Natürliche Geburtenkontrolle“… Quelle Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie .

    Beitragsfoto: RomanovaAnn / Getty Images Pro
  • Babys sicher ablegen

    Babys sicher ablegen

    Mein Baby ablegen: Babys brauchen den Körperkontakt und wenn es nicht der der Mutter ist, dann zu einer anderen vertrauten Bezugsperson. Die Mutter stellt mit ihrer Brust die Versorgung und zudem den Schutz des Babys vor Kälte, Hitze, Nässe und Gefahr sicher, welcher für die Entwicklung eures Babys enorm wichtig ist.

    Wenn ihr euer Neugeborenes ablegt, wird es dies zumindest zu Beginn häufig mit Schreien, dem Hilferuf eines Babys, quittieren.

    Das große Bedürfnis nach der Nähe zur Mutter ist allen Säugetieren gemeinsam.

    Babys ablegen

    Wenn Ihr euer Baby ablegt, ist es wichtig, dass ihr ihm dabei die ganze Zeit das Gefühl vermittelt, dass es vollkommen sicher ist. Dafür ist es hilfreich euer Baby mit einer Hand den Kopf zu stützen und mit der anderen Hand die Beine sanft an den Bauch deines Babys zu drücken. Zudem ist es wichtig, dass ihr dabei auf einen sicheren Stand eurerseits achtet und euer Baby während des Ablegens immer nah am Körper haltet.

    Das verhindert, dass die Beine runterhängen und euer Baby Angst bekommt und der Moro-Reflex ausgelöst wird und es haltsuchend seine Arme nach vorne oben ausstreckt und zu schreien beginnt.

    Anschließend setzt ihr es auf seinen Po und rollt es über die Seite auf den Rücken. Am besten schenkt ihr eurem Baby mit eurer Hand auf dessen Bauch noch etwas länger das Gefühl der Geborgenheit.

    Mit der Zeit, nach ca. 8 Monaten, kann euer Baby immer mehr euer das Vertrauen gewinnen, dass es auch dann sicher ist, wenn ihr es nicht tragt und später selbst, wenn es euch nicht sieht.

    Kann ich das Ablegen mit meinem Baby üben?

    Hilfreich ist es zu Beginn euer Kind nur für wenige Sekunden abzulegen und es anschließend sicher haltend in umgekehrter Form des Ablegens wieder aufzunehmen und am besten in einer Traghilfe am Körper zu tragen. Dadurch stärkt ihr das Vertrauen eures Kindes zu euch.

    Baby ablegen Mutter hält ihre Hand auf dem Bauch ihres Babys

    Mit der Zeit entwickelt ihr immer mehr ein Gespür dafür, wann die Vertrauensgrenze ausgereizt ist. Und wann es besser euer Baby wieder aufzunehmen, bevor es dies durch Schreien einfordert. Ganz fatal dagegen ist es, sein Kind schreien zu lassen! Auch wenn es mit der Zeit aufhört zu schreien, bedeutet dies nicht, dass es ab nun ok ist bzw. verstanden hat, dass ihr gleich wiederkommt, sondern ein Zeichen der Resignation.

    Dieser Vertrauensverlust bedeutet für die so wichtige Bindung zur Mutter bzw. Vater einen großen Rückschlag, der sich ohne bewusste Versuche des erneuten Vertrauensaufbaus extrem belastend in der weiteren Beziehung zeigen kann.

    Euer Deva

    Beitragsfotos: TrendSetter Images / Canva

    Pinterest: Lorado / Getty Images
  • Frédérick Leboyer Sanfte Hände

    Frédérick Leboyer Sanfte Hände

    Die traditionelle Kunst der indischen Baby-Massage

    In der Ausbildung zum holistischen Babycoach an der Babycoachakademie lernen die angehenden Babycoaches unter anderem die ayurvedische Babymassage nach Leboyer. Diese Babymassage ist eine wundervolle Methode, um seinem Baby etwas Gutes zu tun und dabei auch noch ganzheitlich auf den Körper und die Seele des Babys zu wirken.

    Wer oder was ist Leboyer?

    Leboyer ist den meisten spätestens dann ein Begriff, wenn man sich mit den Themen Schwangerschaft und Babyzeit auseinandersetzt.

    Um genau zu sein handelt es sich um den berühmten Arzt Frédérick Leboyer, welcher die Geburtsmentalität weltweit positiv beeinflußt hat. Zudem hat er den bindungsorientierten Umgang mit Babys maßgeblich an die Eltern herangetragen, wie mit der von ihm entwickelten Babymassage, die in diesem Buch Schritt für Schritt erklärt wird.

    Mit Hilfe dieses Buches wird schrittweise in kurzen Textpassagen zusammen mit wundervollen Fotos aus der Zeit von Leboyers Reisen rund um die Welt gezeigt, wie die Massage abläuft.

    Man bekommt die Wirkung jedes Handgriffes erklärt und bekommt so eine Idee davon, was die Berührungen auslösen.

    Ein Zitat aus dem Werk:

    „Die Berührung ist die Wurzel. Und so sollten wir mit ihr auch umgehen.
    Wir müssen unsere Babys so nähren, dass sie wirklich satt werden, innen wie außen.
    Wir müssen zu ihrer Haut sprechen und zu ihrem Rücken, denn diese hungern und dürsten und schreien genauso wie ihr Bauch.
    Wir müssen sie mit Wärme und Zärtlichkeit genug und mehr als genug füttern.

    Denn das brauchen sie, so sehr wie Milch.
    Berührt, gestreichelt und massiert werden, das ist Nahrung für das Kind. Nahrung, die genauso wichtig ist wie Mineralien, Vitamine und Proteine. Nahrung, die Liebe ist.“

    Frédérick Leboyer

    Hier findet ihr das Buch auf Amazon: (per Affiliatelink: solltet ihr das Buch bestellen, bekommen wir eine Mini „Vermittlergebühr“, die ihr aber nicht zu spüren bekommt^^).

    Viel Spaß beim Lesen!

    Eure

    Mira

  • Der verlorene bzw. alleingeborene Zwilling

    Der verlorene bzw. alleingeborene Zwilling

    Eines der schlimmsten Ereignisse, die einem Menschen passieren können, ist es, wenn sein Zwilling vor, bei oder nach der Geburt stirbt. Der berühmteste Betroffene ist Elvis Presley. Sein Zwillingsbruder starb bei der Geburt. Diese Erfahrung hat sein Leben nachhaltig geprägt. Der Superstar hat seine Villa zweifach, für seinen Bruder mit, eingerichtet.

    Wie Elvis tragen alle extrem schwer, wenn ein Zwilling stirbt. Der Andere fehlt so sehr, so unerträglich, dass nichts im Leben so recht Freude machen kann. Ein Teil des überlebenden Zwillings möchte so schnell wie möglich sterben, um wieder ganz nah beim Anderen zu sein, wieder ganz Eins zu sein oder weil er sich so schuldig fühlt. Wieder Eins zu sein, da man sich nur halb fühlt, das ist nicht nur eine Metapher, sondern alltägliche Realität. Wozu sich in der Schule oder bei der Arbeit noch anstrengen, wenn man eigentlich sterben will?

    Der Start ins Leben ist prägend

    Unsere Geburt beeinflusst unsere Überzeugungen von dieser Welt und prägt so unsere Sicht auf das weiteres Leben. Die Amerikanerin Elizabeth Noble, eine führende Expertin auf dem Gebiet der vorgeburtlichen Psychologie stellt in ihrem Buch „Having Twins“ die These vor, dass zu Beginn einer Schwangerschaft der Anteil von Zwillings- oder Mehrfachbefruchtungen zwischen 30 und 80 Prozent liegt. Wovon allerdings nur ca. 3 bis 5 Prozent nicht allein geboren werden. Selbst wenn das Phänomen des alleingeborenen Zwillings nur 20 Prozent aller Schwangerschaften betreffen würde, so wäre vermutlich jeder fünfte Mensch zu Beginn seiner Entwicklung nicht allein im Mutterleib gewesen.

    Geboren werden jedoch höchstens etwa drei bis fünf Prozent Zwillinge oder Mehrlinge. Selbst wenn das Phänomen des verlorenen Zwillings nur 20 Prozent der Schwangerschaften betreffen würde, wäre bereits jeder Fünfte von uns nicht allein im Mutterleib gewesen.

    Die Betroffenen leiden unter Sehnsucht, Einsamkeit und unerklärlichen Schuldgefühlen.

    Ich habe vor allem durch die Heilung des Verlustes meiner verlorenen Zwillingsschwester und nicht zuletzt in meiner Arbeit mit meinen Klienten erfahren, wie viel unverstandenes Leid und wie viele Beziehungsdramen aus einem verlorenen Zwilling entstehen.

    Es gibt viele Suchende, die mehrfach als Weltreisende die Erde umrundet haben, Therapiesuchende, die bereits ohne größeren Erfolg mehrere Therapien gemacht haben und Haustierbesitzer, die den Tod ihres geliebten Tieres über viele Jahre nicht verkraften.

    Dieses sind nur einige Beispiele. Im Nachhinein betrachtet, mit dem Verständnis des im Mutterleib verlorengegangenen Zwillings, können sie die Suche besser verstehen. Sie suchen verzweifelt und meist unbewusst nach dem oder der Anderen.

    Häufig bewirkt die Entdeckung des Verlorenen Zwillings bei Klienten: Erwachsene, Jugendliche und Kinder tiefgreifende Auswirkungen auf das Lebens- und Liebesglück.

    Die Symptome eines verlorenen Zwilllings

    Es können bei allein geborenen Zwillingen sowohl körperliche als auch psychische Symptome beobachtet werden. Diese Symptome können natürlich auch völlig andere Ursachen haben und sollten gegebenenfalls von einem Arzt untersucht werden.

    Körperliche Auswirkungen

    Hörschwierigkeiten

    • Durch den Schock des Anhalten des Herzschlages des anderen kommt es vermutlich zu einem Schock.

    Verwachsungen an der Wirbelsäule (Skoliose)

    • Kann dadurch entstanden sein, dass der Fötus sich immer von dem toten Anderen wegdrehen wollte.

    Psychosomatische Auswirkungen

    unerklärliche Schwindelanfälle

    • die nach dem Aufdecken des verlorenen Zwillings aufhörten.

    Enge in der Brust / Herzschmerz / Atemschwierigkeiten

    • haben oft keine organischen Ursachen und enden häufig mit dem Wiederentdecken des verlorenen Zwillings.

    Panikattacke, Zitterkrämpfe, Herzrasen und Todesangst

    • besonders Überlebende von Abtreibungen berichten von diesen Symptomen.

    Psychische Auswirkungen des frühen Verlustes

    Schuldgefühle, weil

    • man mehr Glück hatte als der Andere
    • man dem Anderen Platz weggenommen hat und er deswegen gestorben ist
    • der Überlebende dem Anderen nicht helfen konnte und am Leben halten konnte.

    Sie wollen anderen helfen, sie retten und das bis an bzw. über ihre Schmerzgrenze, soweit, dass sie sich in der Beziehung verlieren. Sie können es nicht ertragen, dass sie ihren Zwilling nicht retten konnten und haben häufig ein extrem großes Kontrollbedürfnis, um diesmal ein weiteres „Drama“ zu verhindern. Aus diesem Grund bleiben und leiden sie für viele Außenstehende unerträglich lange in unglücklichen Beziehungen.

    Einsamkeit

    • alle, die Eltern, Geschwister, Partner, Freunde scheinen irgendwie nicht die Richtigen zu sein
    • niemand kann wirklich den fehlenden Zwilling ersetzen, seine innige Liebe, seinen Hautkontakt und innige Nähe
    • es bleibt ein leeres Loch in der Seele zurück, der wichtigste Mensch fehlt
    • niemand versteht das, am wenigsten der allein geborene Zwilling selbst.

    An Freunden „kleben“

    • die häufig den verlorenen Zwilling ersetzen sollen, diese wenden sich daraufhin häufig ab, wenn es ihnen zu eng wird.

    Kraftlosigkeit

    • da der Andere so fehlt und man/frau sich so einsam fühlt
    • sie sich dem Tod näher fühlen als dem Leben
    • Glaube, den Anderen mit ihrer Kraft und Leibesfülle getötet zu haben.

    Verfolgungsgefühle, Angst vor Berührungen und Panik im Fahrstuhl

    • für einige allein geborene Zwillinge ist Körperkontakt ein Gräuel, aus dem Grund, den toten Zwilling im Mutterleib, nicht zu berühren.

    Eifersucht

    • Angst den Partner, wie den Zwilling, zu verlieren.

    „Hunger“ nach Nähe und Berührung

    • einen scheinbar unstillbaren Hunger nach Berührung
    • um den Mangel an Berührung auszugleichen, üben sie Berufe wie Masseur, Friseur, Krankenschwester, Krankengymnast aus
    • sie raufen sich als Kinder, um möglichst viel angefasst zu werden.

    Neigung zu schweren Fehlschlägen und Misserfolgen im Beruf

    • „Was ich auch anfasse, geht schief“ – Schuldgefühle und vom Pech verfolgt fühlen. „Allein schaffe ich es nicht.“

    Schwierigkeiten, Kinder zu bekommen

    • Die Zahl der Kinderlosen liegt bei Halbzwillingen weit über dem Durchschnitt, es kommt bei weiblichen allein geborenen Zwillingen häufig zu Fehlgeburten, sie können ihre Kinder nicht bei sich behalten.

    Die Sehnsucht in den Tod zu dem verlorenen Zwilling

    • Äußerlich „passieren“ ihnen beispielsweise wiederholt schwere Unfälle
    • betreiben Extremsportarten und/oder sind extrem risikobereit
    • sie bekommen Krankheiten, bei denen sie nur mit Glück überleben.

    Hatte ich einen Zwilling?

    Viele Fragen sich bzw. mich, woran sie erkennen können, dass sie einen Zwilling hatten. Das erste, was auffällt, ist die Beschreibung der Symptome der Klienten. Darin liegen oft schon Hinweise, zu einem verlorengegangenen Zwilling. Hier einige Bespiele:

    „Ich fühle mich nur halb, es ist als hätte ich nur die halbe Kraft im Leben zur Verfügung“. „Sehr oft habe ich das Gefühl, als fehlt mir etwas, um glücklich zu sein. Einsamkeit ist mein Lebensthema. Schon als Kind habe ich mich oft so unerträglich einsam gefühlt, so allein. Das geht auch nicht wirklich weg, wenn ich mit Freunden zusammen bin“.

    „Mir steht es nicht zu, viel Geld zu verdienen und dabei in meinem Beruf Freude zu haben“. „Ich habe ständig Schuldgefühle, dass ich jemanden etwas wegnehme, dass ich schuldig bin, wenn es jemanden schlecht geht“. „Ich habe so eine Angst, verlassen zu werden. Bei nur dem geringsten Anzeichen, dass mein Partner mich verlässt oder sich eine/n andere/n sucht, werde ich fasst verrückt“.

    „Ich habe manchmal panische Angstzustände, die ich mir nicht erklären kann und fühle mich von anderen Menschen bedroht. Besonders schlimm ist dieses im Fahrstuhl“. „Ich lasse keinen Partner wirklich an mich ran. Sobald es zu dicht wird, trenne ich mich“.

    Hinter all diesen Sätzen können auch andere Ursachen liegen. Wenn der Verdacht entsteht, dass jemand einen verlorengegangenen Zwilling hat, ist es wichtig, dieses zu überprüfen und nicht vorschnell zu deuten. Das hilft niemandem. Was können Sie als Nicht-Fachmann tun? Folgen Sie Ihrem Herzen, Ihrem Mut und Ihrer Intuition.

    Merkt es die Mutter, wenn ein Zwilling stirbt?

    Gewöhnlich merkt die Mutter nichts. Selten gibt es kleinere oder größere Zwischenblutungen. Selbst wenn in einer sehr weit fortgeschrittenen Schwangerschaft einer stirbt, merkt die Mutter meistens nichts außer über Träume oder ihre Intuition.

    Üblich ist bis heute, den Frauen erst im dritten Schwangerschaftsmonat die gesehene Mehrlingsschwangerschaft mitzuteilen, weil der zweite oder auch dritte Embryo vorher häufig verschwindet. Viele Ärzte wollen Schwangeren eventuelle Enttäuschungen ersparen. Doch häufig ahnt auch der Mediziner nichts und so steht nur sehr selten „V.a. Gemini“ (Verdacht auf eine Zwillingsschwangerschaft) im Mutterpass.

    Bei Ultraschalluntersuchungen wird nichts von einem Abgang bemerkt, wenn der Verlust bereits vor dem ersten Ultraschall geschehen ist. Schon innerhalb weniger Wochen ist es nicht mehr möglich, den abgestorbenen Embryo im Mutterleib nachzuweisen.

    Wenn der eine Zwilling stirbt, woran merkt der Andere das?

    Zunächst werden der Herzschlag und die Bewegungen schwächer, dann hören sie ganz auf. Fünf Wochen nach der Einnistung, wenn der Embryo eine gewisse Größe erreicht hat, spürt er die Gegenwart des anderen sehr genau.

    Das Ohr ist das erste, was ein werdender Mensch ausbildet. Der Zwilling hört als erstes seinen eigenen Blutkreislauf und den des anderen, noch bevor das Herz anfängt zu schlagen. Die Geräusche seines Geschwisters sind ihm näher als die Darmgeräusche und der Herzschlag der Mutter.

    In den Fünfziger Jahren ging man noch davon aus, dass Embryos und gar Neugeborene nichts fühlen oder großartig wahrnehmen könnten, dass ging soweit, dass man Operationen an Neugeborenen teilweise ohne Betäubung vornahm. Sie galten als unbeschriebenes Blatt.

    Der amerikanische Forscher David Chamberlain beobachtete 1998 in Ultraschalluntersuchungen, dass bereits zwei Monate alte Embryos bewusst wahrnehmen und reagieren können.

    Schwierigkeiten im Leben des alleingeborenen Zwillings

    Für jeden Menschen, der im Mutterleib Geschwister verloren hat, sind die Auswirkungen im Leben unterschiedlich. Jeder hat eigene Wege gefunden, mit der Katastrophe umzugehen. Einigen, die einen verlorenen Zwilling im Mutterleib verloren haben, gelingt es, diese Erfahrungen im Leben sehr gut auszugleichen.

    Doch manchmal reichen kleine Ereignisse in ihrem Leben, um die Erfahrungen um den verlorenen Zwilling wieder wachzurufen. Verschiedene Lebenssituationen fordern den überlebenden Zwilling auf, ihn wiederzuentdecken. Es ist, als würde er rufen: „Hallo, hier bin ich – jetzt erinnere Dich endlich an mich!“

    Alleingeborene Zwillinge lieben anders

    Für viele allein geborene Zwillinge könnte das Verschmelzen der ersten Verliebtheit ewig weitergehen. Wenn der Partner ein Einling ist, ist er nach der anfänglichen Verliebtheit irritiert. Eine Zwillingsnähe kennt, sucht und kann dieser auch nicht geben. Sehr schnell sucht der überlebende Zwilling, durch viel Nähe beim Partner, seinen verlorenen Zwilling.

    Die körperliche Nähe zu seinem Partner hat für ihn höchste Priorität. Seinem Partner wird (nach dem Verliebtsein) das Nähebedürfnis zu viel. Schnell fühlt er sich kritisiert und bedrängt. Der Einling versteht den allein geborenen Zwilling nicht. Er hat das Gefühl Alles zu geben und seinen Partner auch von Herzen zu lieben (so wie es seinem „Liebesprogramm“, seinem innersten Bedürfnis, entspricht).

    Konflikte sind vorprogrammiert. Der Einling zieht sich zurück, was seinem Partner an das Drama im Mutterleib erinnert. Für ihn bricht eine Welt zusammen. Er bekommt große Angst, versucht alles um seinen Partner zu halten und stößt ihn dadurch nur immer weiter weg. So sehr sich die allein geborenen Zwillinge auch bemühen ihren Partner immer mehr loszulassen und Freiraum zu geben, sie schaffen es nie lange.

    Eine mögliche Lösung besteht im inneren Kontakt zu seinem gestorbenen Zwilling. Dann braucht ihm sein Partner die fehlende Zwillingsnähe nicht zu geben.

    Jeder kann nur sein eigenes Beziehungsprogramm leben

    Den größten Fehler, den allein geborene Zwillinge machen können, ist, sich einen Partner zu suchen, der es eher unverbindlicher und viel Freiraum braucht. Ansonsten ist viel Leid vorprogrammiert.
    Viele allein geborene Zwillinge und auch lebende Zwillinge brauchen, um ihr großes Herz öffnen zu können, einen verlässlichen Partner, für den ihre verschmelzenden Nähewünsche keine Bedrohung sind.

    Wenn überlebende Zwillinge ihr Herz öffnen, werden ihre Grundbedürfnisse offensichtlich. Ihre Beziehungen werden tief und intensiv. Eine andere Art von Beziehungen ist für sie nicht möglich. Diese Tiefe und Intensität, mit der sich überlebende Zwillinge auf einen Partner einlassen, ja einlassen müssen, lässt sich auch mit der besten Therapie nicht wegtherapieren.

    Jemand der es gerne nah und intensiv hat, kann sich nichts Schlimmeres antun, als seine tiefe Sehnsucht nach inniger Nähe, die auch am Anfang seines Lebens da war, abzuschneiden.

    Seinen verlorenen Zwilling wiederentdecken

    Wenn sie das Gefühl haben dieses Trauma zu haben, suchen Sie sich am besten professionelle Begleitung und Unterstützung. Ihr Zwilling wird sich jedoch erst zeigen, wenn Sie so weit sind, sich diesem Trauma zu stellen. Bei mir hat es sich z.B. erst nach 5 Jahren Ausbildung und Theraphie gezeigt. Bei einer Klientin von mir bereits kurz vor ihrem 16. Geburtstag und nach dem Wiederfinden des Zwillings ihrer Mutter.

    Aus diesem Grund kann es sich z.B. auch bei Familienaufstellungen lange Zeit nicht zeigen.

    Um die Situation für sich behutsam zu klären, sollte dies idealerweise

    • in einem geschützten Rahmen geschehen,
    • der von einer versierten Person geschaffen wird,
    • welche dieses Thema für sich selbst geklärt und verarbeitet hat
    • und von anderen Themen unterscheiden kann.

    Die Erfahrung zeigt, dass der überlebende Zwilling für seine Heilung Kontakt zu dem Anderen, der gegangen ist, aufnehmen muss, z.B. als inneres Bild im Herzen.

    Beim Wiederentdecken des verlorenen Zwillings zeigt sich immer wieder, dass der Gegangene sich wünscht, dass es dem anderen gut geht und er ein gutes Leben und einen lieben Partner hat.

    Behandlungs-Methoden

    Nachfolgend einige Methoden, wie man Klienten dahin begleiten kann, zu spüren, ob sie einen verlorenen Zwilling haben.

    • Innere Bilderreise, manche bevorzugen den Ausdruck Visualisierungen, Trancereisen oder Fantasiereisen
    • Das Erleben in der Gebärmutter szenisch nachstellen mit Hilfe des Verbundenen Atems, der den Zugang zum Unterbewussten schafft.
    • Familienaufstellungen
    • kinesiologischer Muskeltest
    • Warmwasser-Tiefenentspannung

    Es hilft nach meiner Erfahrung nicht, allein theoretisch zu wissen, dass man einen Zwilling gehabt hat, sondern man muss diese Verbindung zum Anderen und die sich daraus ergebenden Folgen für das eigene Leben spüren. Nur in Verbindung mit dem Fühlen, hat die Wiederentdeckung des verlorenen Zwillings therapeutisch heilende Kraft.

    Wenn es einen verlorenen Zwilling gegeben hat und die Zeit, ihn wiederzuentdecken, noch nicht reif ist, meldet sich das Thema zu gegebener Zeit wieder. Prägende Kindheitserlebnisse und eine Einbindung in schwere Familienschicksale müssen manchmal erst angeschaut und geachtet werden. Die meterdicken Schutzmauern haben lange die Funktion gehabt, dem alleingeborenen Zwilling beim Überleben zu helfen.

    Ohne sie wäre er durchgedreht vor Schmerz und Einsamkeit. Wenn es an der Zeit ist, aus dem Bunker herauszukommen, wartet ein anderes, frischeres und erfüllteres Leben auf den überlebenden Zwilling. Er kann zudem zu einer großen Inspirationsquelle werden und ein großes Potential freisetzen.

    Dieser Artikel ist zum Großteil eine Zusammenfassung des Buches „Das Drama im Mutterleib“, von Alfred R. und Bettina Austermann, mit Ergänzungen aus „Der Verlorene Zwilling“, von Evelyne Steinemann und meinen eigenen Erfahrungen als Betroffener und Therapeut.

    Euer Deva (Familientherapeut / Traumatherapeut)

    Beitragsfoto: katrinaelena / Getty Images Pro
  • Mit Kindern schimpfen und wie ihr es besser machen könnt

    Mit Kindern schimpfen und wie ihr es besser machen könnt

    Auch wenn ich es an sich nicht für hilfreich finde, mit seinen Kindern zu schimpfen, passiert es uns Eltern insbesondere in Stresssituationen schon das ein oder andere mal. Doch wenn es doch passiert, ist es wichtig, uns unseren Eindruck auf unsere Kleinen bewusst zu machen.

    Macht euch das Größenverhältnis beim Schimpfen bewusst

    Wenn ihr entspannt und verbunden mit ihnen seid, nehmen sie euch als einen „riesigen“ Beschützer wahr. Doch stellt euch einmal einen eher gereizten /wütenden Menschen vor. Der zudem fast 3-mal so groß und wesentlich kräftiger ist und euch zudem noch sehr nahe kommt. Und das nicht selten mit einem erhobenen Zeigefinger.

    Hinweis: Ein ausgestreckter Zeigefinger wirkt in solchen Situationen häufig wie eine Waffe.

    Was macht diese Vorstellung mit euch? Mir macht sie eine „Heidenangst“. Und selbst wenn die Kinder größer werden, ist der Größen- und Kräfteunterschied sowie der damit verbundene Eindruck immer noch sehr groß.

    Wenn ihr mit euren Kindern sagen wir bis mindestens zwischen 3 und 4 Jahre von weiter weg „schimpft“, kann es gut sein, dass sie es nicht mehr mit sich und ihrem Verhalten in Verbindung bringen. Vermutlich macht es ihnen einfach „nur“ Angst, dass da gerade ein großer und bedrohlicher Mensch in ihrer Nähe ist. Was ganz bestimmt nicht sehr angenehm ist.

    Wenn ihr gar vor ihnen steht und auf sie runter schaut, kann ich mir gut vorstellen, dass sie sich aus Todesangst innerlich „wegbeamen“. In solchen Situationen sind sie auf jeden Fall nicht aufnahmefähig für „Kritik“. Und werden ihr Verhalten nicht ändern, was beides nicht das ist, was ihr euch für eure Kinder wünscht. 

    Mit Kindern schimpfen stärkt deren Überzeugung nicht liebenswert zu sein

    Nicht nur euren Kinder auch euch bzw. euerem inneren Kind macht es Angst, wenn es kritisiert wird. Warum? Kinder (auch euer inneres Kind) können Kritik an ihrem Verhalten nicht von Kritik an ihrer Person trennen.

    Das heißt, immer wenn ihr sie kritisiert, wenn sie z.B. ein Glas fallen lassen, fühlen sie sich als Person kritisiert und somit verstärkt es ihren Gedanken nicht ok bzw. nicht liebenswert zu sein. Danach schaltet es seine „Ohren auf Durchzug“, um sich vor weiteren Schmerz durch Kritik zu schützen.

    Wie es besser klappt

    Begibt euch soweit wie möglich auf Augenhöhe eures Kindes, wenn ihr mit ihnen spricht und vor allem wenn ihr sie (positiv oder negativ) kritisiert. Wenn ihr sie negativ kritisiert, atmet zuvor zudem mehrmals tief ein und aus, um eure Stimme, eure Körperhaltung und Emotionen zu entspannen bzw. zu beruhigen.

    Macht euch bewusst, dass „alles was nicht Liebe ist, ein Schrei nach Liebe ist“, d.h. euer Kind verhält sich nicht unkooperativ, weil es böse ist oder euch Ärgern will, sondern weil es sich verletzt fühlt und nach eurer Aufmerksamkeit „schreit“. Es fehlt ihm also etwas.

    Probiert also lieber herauszufinden, was eurem Kind fehlt, anstatt sein Verhalten zu kritisieren. Bestenfalls nach dem Motto: „Erst zuhören dann reden“. Wenn ihr eurem Kind erstmal eure Aufmerksamkeit schenkt, ist es anschließend bereit eure Wünsche oder Verhaltensänderungen aufzunehmen.

    Und damit dies immer leichter fällt, ist es hilfreich, gut auf die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse sowie für ausreichend Entspannung zu achten. Denn nur wenn ihr entspannt sein, könnt ihr entspannt auf das Verhalten eurer Kinder reagieren.

    Werbung: Unser Buch

    In unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern – Mit Verständnis, Verantwortung und Vertrauen durch den Familien-Alltag“ findet ihr wertvolle und leicht umzusetzende Tipps und Beispiele, wie ihr euren Kindern Grenzen setzen und auf ihr unkooperatives Verhalten reagieren könnt, ohne zu schimpfen.

    Euer Deva

    Beitragsfoto: Choreograph / Getty Images Pro
    Foto 2: DGLimages / Getty Images Pro
  • Wie kommt es zu einer Wochenbett-Depression und was hilft?

    Wie kommt es zu einer Wochenbett-Depression und was hilft?

    Wochenbett-Depression: Für junge Mütter ist es kaum begreiflich, dass sie sich trotz einer nicht immer angenehmen Schwangerschaft und gut überstandener Geburt nicht über ihr gesundes Baby freuen können.

    Symptome einer Wochenbett-Depression

    Am dritten Tag nach der Geburt eines Kindes fühlt sich ein Großteil der frisch gebackenen Mütter niedergeschlagen, weinerlich, leicht reizbar und antriebslos. Eine große Mehrheit der Mütter fühlt sich zudem Stimmungsschwangungen unterworfen. Diese werden auch Baby Blues bekannt und verschwinden in der Regel innerhalb weniger Tage oder gar nach Stunden nach der Geburt. Bei anhaltenden Symptomen spricht man von einer Wochenbett-Depression.

    Die häufigsten Symptome einer Wochenbett-Depression sind:

    • ein anhaltendes Gefühl von Traurigkeit,
    • Antriebslosigkeit und extreme Müdigkeit, sowie
    • Mut- und Freudlosigkeit gegenüber Nahestehenden und der Umwelt

    Weitere Symptome sind:

    • Schlafstörungen, selbst wenn das Baby ausreichend schläft
    • Sorgen und Unruhe
    • häufiges und anhaltendes Weinen
    • Schuldgefühle und Selbstvorwürfe
    • ein geringes Selbstbewusstsein
    • Schwierigkeiten sich zu konzentrieren, sowie Entscheidungen zu treffen
    • eine über die Stilldemenz hinausgehende Vergesslichkeit
    • Bindungsschwierigkeiten mit dem Baby
    • Gefühl, sein Leben nicht bewältigen zu können
    • Beängstigende Befürchtungen, das Baby verletzen zu können
    • das Gefühl, das Baby nicht lieben zu können
    • unerklärliche Schmerzen
    • Panikattacken
    • Selbstmordgedanken oder Selbstverletzungen

    Auch wenn eine postnatale Depression eine temporäre Erkrankung ist, sollte sie so früh wie möglich behandelt werden, da sie nicht von alleine vorübergeht und negative Auswirkungen auf die Bindung zwischen Mutter und Kind, sowie zwischen Mutter und Vater haben kann.

    Folgen für das Baby und den Partner

    Eine Wochenbett-Depression hat sowohl Auswirkungen auf das Baby wie auch auf die Beziehung der Eltern. So klappt das Stillen häufig nicht so entspannt, was das Gefühl der Unzulänglichkeit der Mutter verstärkt. Die sich verstärkende Unsicherheit der Mutter überträgt sich immer mehr auf das Neugeborene. Dieses zeigt seine Unsicherheit nicht selten durch vermehrtes Quengeln und Schreien, was sich wiederum die Negativspirale der Depression ankurbelt.

    Der Partner bzw. Vater kann diese gedämpfte Stimmung nach der Vorfreude bis zur Geburt genauso wenig verstehen, wie Außenstehende und fühlt sich hilflos, da er nicht weiß, wie er seine Frau und sein Kind unterstützen kann. Im „schlimmsten“ Fall zieht er sich der immer weiter raus aus der „Situation“ und verbeißt sich in seine Arbeit oder andere Ablenkungen.

    All dies verstärkt die Befürchtungen der Mutter ihr Baby nicht liebevoll versorgen zu können und das erschwert ihr Reinfinden in und das Ausfüllen ihrer neuen Rolle als Mutter.

    Und selbst wenn die Schwangerschaft nicht so gut verlief, „erwartet“ bzw. hofft man, dass es doch zumindest nach einer komplikationslosen Geburt besser werden müsste.

    Nur ungefähr jede dritte Mutter traut sich in einer solchen Situation, die sie als alles andere als „normal“ empfindet, aus Angst vor Unverständnis, damit an ihren Arzt oder Hebamme zu wenden.

    Eine Wochenbett-Depression kann, muss aber nicht durch erkennbare Anzeichen in der Schwangerschaft, wie durch Partnerschaftsprobleme vorgezeichnet sein.

    Mögliche Ursachen einer Wochenbett-Depression:

    • Unsicherheit in der Liebe zum Partner mit der Folge Angst zu haben es nicht „allein“ zu schaffen
    • „Erinnerung“ an eine eigene traumatische Geburt, unabhängig davon, ob die Geburt als Mutter störungsfrei verlief
    • Eigener Druck es „besser“ zu machen oder genauso gut wie die eigenen Eltern oder (gefühlter) Druck von außen
    • Unterschätzte Geburtsfolgen, wie Veränderung des Körpers und Hormonumstellungen, die die Mutter verunsichern
    • In sehr viele Fällen fallen die auftretenden Versagensängste auf fruchtbaren Boden, wobei die Ängste bereits rund um die eigene Geburt oder Kindheit entstanden sind
    • Wenn das Kind viel schreit, aus welchen Gründen auch immer, verfällt eine neue unerfahrene Mutter häufig ins Grübeln, und nicht selten gibt sie sich dann die Verantwortung
    • nicht zuletzt sind es häufig finanzielle Zukunftssorgen, weil das Einkommen durch die eigene Arbeit zu sehr zu Buche schlägt und/oder der Job des Partners wackelig ist
    • Angst die neue „Rolle“ als umsorgende Mutter mit ihren anderen „Rollen“ als Partnerin, Frau, Tochter, Mitarbeiterin und Freundin etc. unter einen Hut zu bekommen
    Wochenbett-Depression 2

    Wenn Sie das Gefühl haben, dass sie, ihre Partnerin, eine Verwandte oder Freundin unter einer Wochenbett-Depression leiden, finden sie nachfolgend hilfreiche Tipps.

    Hilfreiche Tipps bei einer Wochenbett-Depression:

    • Der Austausch mit anderen, die der verunsicherten Mutter Verständnis für ihre Ängste schenken können und in ihrem Tun bestätigen.
    • Besonders wichtig ist es, dass die Mutter ihre Ängste und ihr damit verbundenes Leid äußern kann und ihre möglichen Tränen fließen lassen darf.
    • Wenn dieser Austausch nicht innerhalb der Familie oder Freunden stattfinden kann, dann wäre ein Austausch zwischen Gleichgesinnten, ob online oder in Selbsthilfegruppen ratsam.
    • Es ist hilfreich einer betroffenen Mutter Unterstützung im Haushalt, z. B. durch Wäsche waschen, Kochen, Putzen etc. anzubieten. Wenn möglich sollte sie solche Aufgaben, die sie selber noch gut schafft, auch übernehmen.
    • Eine liebevolle / verständnisvolle Umarmung tut gut, wenn die Mutter gerade dazu empfänglich oder ihr zumindest nicht ablehnend gegenübersteht.
    • Wenn möglich das Baby viel in einer Trage tragen

    Stillen verringert das Risiko einer Wochenbett-Depression

    Beim Stillen wird das Hormon Oxytocin verstärkt ausgeschüttet. Dieses Glückshormon verringert das Risiko einer Wochenbett-Depression (peripartalen Depression) erheblich. Und da beim Kuscheln vor allem mit Hautkontakt auch Oxytocin ausgeschüttet wird, sollte so viel wie es für alle Familienmitglieder okay ist, gekuschelt werden!

    Wenn dies alles nicht greift, sollte der betroffene Mutter gut zugeredet werden, sich mit der Erkrankung an ihren Hausarzt oder Gynäkologen zu wenden und darüber professionelle Unterstützung einer/eines erfahrenen Therapeuten zu suchen. Denn sollte sie im Wochenbett nicht diagnostiziert und behandelt werden, kann sie sich zu einer chronischen Störung entwickeln. Was unbedingt vermieden werden sollte!

    Übrigens, auch Männer können von einer Wochenbett-Depression betroffen sein!

    Euer Deva (Familien- und Traumatherapeut)

    Beitragsfotos: Highwaystarz-Photography / Getty Images