Kategorie: Allgemein

  • Natürliche Geburtseinleitung – Expertenrat

    Natürliche Geburtseinleitung – Expertenrat

    Geburtseinleitung: Wie mühsam ist es doch, wenn der Geburtstermin überschritten wurde. Wenn die Wehen nicht bald von alleine starten, „muss“ bzw. wird nachgeholfen.

    Eine Einleitung der Wehen nach dem errechneten Geburtstermin wird häufig mit chemischen Mitteln vorgenommen.

    Betachte: Jeder Eingriff in den natürlichen Verlauf kann zu Komplikationen führen.

    Weil medikamentös ausgelöste Wehen unangenehmer sein können als natürliche, probieren viele Frauen alternative Methoden der Geburtseinleitung. Hier noch einige natürliche Tipps die evtl. vorher oder als Ersatz benutzt werden können.

    Alle diese Maßnahmen sollten jedoch frühestens angewendet werden, wenn die vierzigste Schwangerschaftswoche erreicht wurde oder die Hebamme bzw. der Arzt es empfohlen hat. Denn eine Schwangerschaft dauert bis zu 42 SSW und jede Frau und jede Schwangerschaft hat ihre individuelle Tragzeit. Nicht zuletzt werden nur 3% aller Kinder am berechneten Geburtstermin geboren.

    Alternative Methoden der Geburtseinleitung

    Bewegung

    Geburtseinleitung Spazieren gehen

    Zu Hause sitzen und auf Wehen warten, hilft wahrscheinlich nicht viel. Spaziergänge oder generell mehr Bewegung können Wehen auslösen. Mehrmals die Treppe rauf und runter steigen, vielleicht mal einen steilen Hügel hinauf gehen oder ein bisschen Powerwalken.

    Weit verbreitete Geburtseinleitung – Stimulieren der Brustwarzen

    Geburtseinleitung Belastungs CTG nach Brustwarzenstimmulation

    „Natürliches“ Belastungsctg am ETPlus3. Morgens um 9.00 Uhr ist eine Gebärmutter nämlich eigentlich ruhig.

    Es lohnt sich aber nicht, den ganzen Tag auf den Beinen zu sein – auch Ruhe ist angesagt. Wenn eure Wehen wirklich einsetzen, solltet ihr nicht bereits erschöpft sein. Das Stimulieren beziehungsweise Massieren der Brustwarzen kann auch zu Wehen führen. Dies sollte jedoch über einige Tage praktiziert werden.

    Die Methode ist einfach: Massiert euch die Brustwarzen sanft während einer Minute. Nach einer kurzen Pause ca. zwei bis fünf Minuten weiter massieren. Die Brustmassage löst im Körper die Ausschüttung des Wehenhormons Oxytocin aus. Die werdenden Papis sind meistens recht motiviert, behilflich zu sein.

    Liebe machen

    «All you need is love!» – das sangen bereits die Beatles. Eines der effektivsten Dinge ist, Liebe zu machen. Obschon dies mit einem großen und schweren Bauch zugegeben nicht immer einfach ist. Es gibt mehrere Gründe, die dafür sprechen.

    Der Spassfaktor sollte natürlich weit oben stehen. Alles was Spass macht, macht glücklich und entspannt. Bereits der mechanische Reiz vom Penis im Muttermund kann Wehen auslösen. Der Druck auf den Muttermund führt zum sogenannten Ferguson-Reflex, welcher eine Oxytocin-Ausschüttung im mütterlichen Körper bewirkt. Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Sperma.

    Im Sperma sind Prostaglandine drin, die dafür zuständig sind, den Gebärmutterhals weich zu machen und ihn zu verkürzen. Bei der medikamentösen Einleitung werden genau diese Prostaglandine eingesetzt. Die Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur beim Orgasmus der Frau fördert ebenfalls die Wehen. Sanfter, liebevoller Sex mit der schwangeren Frau ist ein Akt der Liebe und fördert die Wehen und unterstützt somit die Geburtseinleitung.

    Geburtseinleitung: Bauchmassage und Bad

    Eine Bauchmassage oder ein warmes Bad kann helfen ebenfalls, die Wehen auszulösen – vor allem, wenn schon ein bisschen Vorwehen da sind. Es ist ratsam, als Hochschwangere nur dann ein Bad zu nehmen, wenn jemand zu Hause ist.

    Die Bauchmassage sollte immer im Uhrzeigersinn gemacht werden. Mit einer Massage im oberen Drittel der Gebärmutter können die Wehen verstärkt werden. Dies wird bei Wehenschwächen auch unter der Geburt von vielen Hebammen so gemacht.

    Manchmal genügt auch schon ein Einlauf, um eine Geburt einzuleiten. Dies ist vor allem dann wirksam, wenn eine Frau verstopft ist. Der Darm und die Gebärmutter liegen aneinander und sind von der gleichen Muskulatur beschaffen. Wenn der Darm arbeitet, arbeitet die Gebärmutter mit.

    Wehencocktail

    Ein sehr effektives und alternatives Mittel, um eine Geburt einzuleiten, ist der sogenannte «Wehencocktail». Er birgt jedoch auch einige Risiken und sollte daher nur unter medizinischer Kontrolle angewendet werden.

    Beim Cocktail werden Aprikosensaft, Rizinusöl und Sekt zusammengemischt und getrunken. Diese Mischung bewirkt eine gesteigerte Darmaktivität (meistens Durchfall) und eine leichte lokale Entzündung im Darm.

    Die lokale Entzündung bewirkt, dass Prostaglandine ausgeschieden werden. Prostaglandine werden wie oben beschrieben auch bei der medikamentösen Geburtseinleitung verwendet. Dies erklärt, warum der Wehencocktail so erfolgreich ist.

    Aber wie bereits erwähnt: immer nur in Rücksprache mit einer medizinischen Fachperson anwenden und nicht mit anderen anregenden Methoden mischen.

    Nelkenöltampons

    Mischung:

    Hierbei werden 50 Tropfen Nelkenblätteröl mit 30ml Mandelöl gemischt, wovon 5 Tropfen auf ein handelsübliches Tampon gegeben werden. Liegedauer: eine Stunde. Wiederholung der Anwendung nach sechs Stunden.

    Indikation:

    Bei Terminüberschreitung oder kurz vor der geplanten Einleitung z.B. insulinpflichtiger Schwangerschaftsdiabetes.

    Anwendung:

    Die Anwendung von Nelkenöltampons löst bei ca. 32% aller Frauen Wehen aus. (Dörken et al. Geburtseinleitung mit Nelkenöltampons – erste Studienergebnisse – aus: „Die Hebamme“ 2004/1)

    Datteln essen zur Geburtseinleitung

    In Irbid an der jordanischen University of Science and Technology wurde der Effekt des Verzehrs von Datteln auf den Verlauf der Geburt untersucht. In dieser prospektiven Studie aßen 69 Frauen ab der 36. Schwangerschaftswoche sechs Datteln pro Tag bis zu ihrem errechneten Geburtsdatum.

    Zusammenfassend lässt sich ein regelmäßiger Konsum von Datteln in den letzten vier Wochen vor der Geburt empfehlen.

    Geburtseinleitung mit Akupunktur

    Erkundigt euch bei euer Hebamme oder im Krankenhaus, ob sie Akupunktur zur Geburtseinleitung anbieten. Ich selber habe schon viele positive Erfahrungen damit gemacht und konnte so bei vielen Frauen die Geburt einleiten.

    Wehen-Tagesprogramm

    Bei so vielen Methoden könnte man sich fast schon ein Tagesprogramm zusammenstellen. Ich nenne es den «Wehen-Tag». Ein mögliches Programm kann so aussehen:

    • Starte den Tag damit, Liebe mit eurem Partner zu machen. Massiert euch anschließend unter der Dusche sanft und gleichmässig den Bauch. Danach gönnt euch ein gutes Frühstück. Dann ab zum Spazieren gehen und Treppensteigen.
    • Zum Mittagessen etwas Scharfes essen und einen Schweppes Tonic trinken (enthält Chinin, eine wehenanregende Substanz). Nach dem Essen hilft ein Powernap, um Energie für einen weiteren Spaziergang zu finden. Mitten im Nachmittag wieder einmal so richtig gründlich Staubsaugen und dabei so oft wie möglich in die Hocke gehen.
    Geburtseinleitung Hochschwangere beim Staubsaugen
    • Am Abend mit dem Schatz fein essen gehen. Nach Hause spazieren und dann noch mal Lieben machen.

    Hmmmh, ich finde, das hört sich gar nicht so schlecht an. Ganz unter uns: Wenn es nicht gleich auf Anhieb hilft, dann habt ihr wenigsten vor der Geburt noch einen schönen Abend mit eurem Schatz verbracht.

    Ich kann aus Erfahrung sagen, dass es nach der Geburt wahrscheinlich einen Moment dauern wird, bis ihr wieder einen schönen Abend zu zweit genießen könnt. Und daher nenne ich das eine Win-Win-Situation.

    Viel Erfolg und gutes Gebären! Eure Dayo (Hebamme)

    Beitragsfoto: Halfpoint / shutterstock
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  • Was tun, wenn Babys nicht einschlafen wollen?

    Was tun, wenn Babys nicht einschlafen wollen?

    Babyschlaf: Diese Frage stellen sich viele vor allem junge Eltern, wenn sie sich verzweifelt fragen, wie sie ihr Kind zum Schlafen bringen, um endlich zur Ruhe zu kommen. Häufig herrscht die Angst vor, dass die Kleinen direkt einen regelmäßigen Schlafrhythmus bräuchten, damit es später keine Schwierigkeiten gibt. Das ist nicht so. Viele Neugeborene haben zu Beginn keinen regelmäßigen Schlafrhythmus.

    Das wichtigste und gleichzeitig schwierigste ist die Schlafzeiten des neuen Familienmitglieds mit dem eigenen irgendwie in Einklang zu bringen.

    Viele Eltern haben Angst, dass ihre Kinder nicht genug Schlaf bekommen könnten oder ihre Wachzeiten auf die Schlafzeiten der Eltern verlegen könnten. Doch dies geschieht eher an besonders „stressigen“ oder aufregenden Tagen für die Familie oder bei Erkrankungen der Kleinen.

    In den meisten Fällen übernehmen die Neugeborenen den Schlafrhythmus der Mutter. Auch wenn die häufig erschöpften Mütter und Väter froh sind, wenn sie ihre Babys recht früh ins Bett bekommen, klappt dann das Einschlafen sehr häufig nicht auf Anhieb.

    Tipps bei Einschlafproblemen des Babys

    • Es gibt eine relativ leichte Ausrichtung an die man sich auch in diesen Situationen richten kann: „Glückliche Kinder brauchen glückliche bzw. entspannte Eltern“. Hilfreich ist es, wenn das „Schlafen gehen“ zum Ritual wird und die Kleinen zuvor nicht zu vielen Reizen, wie seltener Besuch, neue Umgebungen etc. ausgesetzt sind.
    • Ein abgedunkelter und ruhiger oder z.B. mit klassischer Musik beschallter Raum kann ebenfalls Wunder wirken. Meine Tochter bekam noch während der Schwangerschaft am Abend regelmäßig „Que Sera Sera (Whatever Will Be, Will Be …)“, von Doris Day vorgespielt und konnte sich später bei der vertrauten Musik recht schnell entspannen.
    • Es schadet auch weder der Mutter noch dem Vater, wenn sie zur Schlafenszeit noch etwas mit dem Baby im Bett kuscheln.
    • Machen sie sich als betroffene Eltern keinen Stress, wenn ihr Baby noch nicht schlafen möchte. Lassen sie es in einer Babyschale oder eine andere gemütliche und sichere Schlafmöglichkeit neben sich liegen. Und wenn sie noch mal raus wollen oder müssen, nehmen sie es einfach in einem Tragetuch mit.
    • Ungewöhnliche doch probate Einschlafhilfe von denen ich gehört habe, sind das Baby zum Einschlafen im Auto herumzufahren oder GESICHERT auf eine laufende Waschmaschine/Trockner zu legen.

    Kinder lieben es in der Nähe ihrer Eltern zu sein, egal wo. Babys können selbst bei lauter Musik schlafen, wenn sie müde sind. Was natürlich nicht heißen soll, dass eine Diskothek unbedingt der beste Ort für kleine Babys und Kinder ist.

    Babyschlaf: Babys holen sich den Schlaf, den sie brauchen!

    Hilfreich ist es sich nicht zum Abend hin „verrückt“ zu machen, ob das Kleine nun gleich einschlafen wird oder nicht. „Wenn es unruhig ist, nehmen sie es auf den Arm oder tragen sie es mit einem Tuch vor ihrem Körper“.

    Das ist für gesunde und satte Babys das einzige, was sie brauchen. Sie müssen und sollen nicht immer beschäftigt werden, wenn sie wach sind.

    Und so ist es auch ok, wenn sie im Elternbett oder daneben in einem eigenen Bettchen oder halt Babyschale wach liegen und vor sich hin brabbelnd. Wobei das Baby generell nicht zu lange in einer Babyschale liegen sollte.

    Vorbereitendes zum Babyschlaf während der Schwangerschaft

    Schon während der Schwangerschaft kann man das Schlafen zu einem Ritual machen. U.a. in dem die werdende Mutter sich selber um einen zumindest relativ regelmäßigen Schlafrhythmus bemüht. Dies kann sie zudem mit entspannender Musik und einem Gespräch mit dem Embryo verbinden.

    Dies stärkt von Beginn an die Mutter-Kind-Bindung, das Vertrauen in eine unkomplizierte Schwangerschaft sowie Geburt und entspannt.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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  • Hypnobirthing, die sanfte Geburt – Expertenrat

    Hypnobirthing, die sanfte Geburt – Expertenrat

    Hypnobirthing ist eine sogenannte „sanfte“ Geburt. Die Frau lernt, sich in Hypnose bzw. Tiefenentspannung zu versetzen – diese löst Ängste und somit körperliche Anspannungen auf.

    Somit kann die Frau deutlich besser mit Wehen und Schmerzen umgehen und sich voll auf die «Arbeit» ihres Körpers und auf die Geburt konzentrieren bzw. einlassen.

    Sie ist auf diese Weise nicht von Ängsten blockiert, und der natürliche Geburtsvorgang kann ohne mentale Blockaden ablaufen. Die Frauen machen dies mit Visualisierungen, Affirmationsübungen, Mantras und aktiver Kontaktaufnahme mit dem ungeborenen Kind.

    HypnoBirthing: Tiefenentspannt gebären

    Manche bezeichnen das ganze als «Hokus Pokus», als unmöglich oder unrealistisch. Ich habe bislang viele Frauen während der Geburt betreut, die es geschafft haben mittels Tiefenentspannung die Geburtsschmerzen zu minimieren. Hypnobirthing beruht auf altbekannte Ratschläge und Erfahrungen, bloß etwas neu verpackt und zusammengeführt.

    Zugegeben: Es ist schwierig, sich im sterilen Klinikalltag und in der instrumentalisierten Geburtshilfe auf diese Werte zu besinnen. Daher besuchen die meisten Frauen Kurse, um sich auf die Geburt einzustimmen. Es gibt auch lesenswerte Bücher dazu. Die «erfolgreichen» Hypno-Geburten, die ich erlebt habe, waren vorwiegend mit Frauen, die einen Kurs besucht hatten.

    Übung macht den Meister

    Mein Fazit: Je früher die Frauen in der Schwangerschaft mit dem Training begannen, desto besser konnten sie es während der Geburt umsetzen.

    Eine meiner eindrücklichsten Erfahrungen war die Wassergeburt einer zweitgebärenden Frau. Sie hat mit kurzen Unterbrüchen ca. vier Stunden in der Wanne gesessen und war während der Wehen wirklich komplett bei sich, wie in einer Art Trance (Tiefenentspannung).

    In den Wehenpausen hat sie wenn nötig kommuniziert. Außer der hörbaren Atemgeräusche der Gebärenden war es still im Gebärsaal. Sie hat während den Wehen ein Mantra stetig wiederholt und sich dadurch entspannt.

    Als es zu den Presswehen kam, ist sie kurz unruhig und nervös geworden. Ihr Mann hat ihr dann unter Blickkontakt das Mantra immer wieder laut vorgesagt bis sie ihren Entspannungszustand wieder erreichte.

    Schließlich hat sie das Kind in drei sanften Presswehen herausgeatmet und geboren. Diese Geburt war geradezu spirituell und war auch für mich ein sehr schönes Erlebnis.

    HypnoBirthing – Mentaltraining hilft zu entspannen

    Aus meiner Erfahrung braucht es gewisse Grundvoraussetzungen, damit ein HypnoBirthing funktioniert. Es ist sicher hilfreich, wenn die Frau bereits Erfahrung mit Mentaltraining hat.

    Sie ist entweder erfahren in der Meditation oder war vielleicht im Leistungssport aktiv, wo sie Erfahrungen mit Mentaltraining gemacht hat.

    Auch sollten die Frauen wissen, was mit ihrem Körper während der Geburt passiert. Denn das Unwissen über die konkreten Abläufe und die starken Schmerzen machen den Frauen viel Angst. Wenn man etwas versteht, kann man es nachvollziehen und sich viel besser darauf einlassen.

    Eins-zu-Eins-Betreuung während der Geburt

    Eine weitere wichtige Grundvoraussetzung ist, dass sich die Gebärende an ihrem Geburtsort mit ihrer Hebamme wohl fühlt. Studien belegen, dass Frauen, die bei ihrer Geburt eine Eins-zu-Eins-Betreuung hatten, tendenziell ein besseres Geburtserlebnis erleben. Leider ist dies in den meisten Kliniken nicht möglich, was auch für uns Hebammen sehr enttäuschend ist.

    Es gibt nichts frustrierendes, als wenn eine von mir betreute Frau eine Periduralanästhesie (PDA) bekommt, weil ich ungenügend Zeit hatte, sie durch die Wehen zu begleiten. Nicht, dass ich generell etwas gegen die PDA habe.

    Sie kann auch ein absoluter Segen sein. Jedoch ist der wichtigste Teil meiner Arbeit als Hebamme, die Frau bei ihren Wehenschmerzen zu unterstützen und ihr das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln.

    Im Prinzip ist das Gebären eine Situation, der man sich einfach «hingeben» muss. Dieses Hingeben und Akzeptieren scheint den Frauen, die sich mittels HypnoBirthing auf die Geburt vorbereitet haben, gut zu gelingen.

    In diesem Video findet ihr weitere Informationen zu HypnoBirthing.

    Eure Dayo (Babytalk)

    Foto: Jacob Lund / shutterstock
    
    
  • Schnullerentwöhnung – Wie es klappt

    Schnullerentwöhnung – Wie es klappt

    Schnullerentwöhnung: Einige von euch erinnern sich vielleicht noch daran, wie es war, als euch der Schnuller eines Tages einfach weggenommen wurde. Nicht selten mit viel Tränen und Geschrei. Und selbst wenn die Schnullerfee kam, brauchte es nicht selten noch viel Zeit, bis wieder „Ruhe“ eintrat.

    Aus meiner Arbeit als Therapeut, Vater und Ex-Schnullerkind weiß ich, dass dies, vor allem wenn er plötzlich weg ist, für die Kleinen eine traumatische Erfahrung sein kann.

    Eine Abgewöhnung ist auf jeden Fall hilfreich, auch wenn die Trauma nicht unbedingt lebensbestimmend sind.

    Den Schnuller erst gar nicht bzw. nur in „Extremsituationen“ geben

    Die leichteste Art den Schnuller abzugewöhnen, ist ihn von Anfang an, wenn überhaupt, nur „dosiert zu verabreichen“. Nicht wenige Babys verweigern sich erstmal gar einen Schnuller zu nehmen.

    Der Schnuller ist häufig nur eine Ersatzbefriedigung für Nähe und Geborgenheit. Damit beruhigen sich die kleinen „Schreihälse“, wenn sie etwas überfordert, wie zum Beispiel zu viele Sinneseindrücke, oder sie ihren Willen nicht bekommen oder etwas Anderes ihnen Angst macht.

    Und wenn wir Eltern uns gerade nervlich und/oder aus anderen Gründen nicht in der Lage sehen unser Kind durch diese „Schreiphase“ hindurch zu begleiten, in dem wir es liebe- und vertrauensvoll in den Armen halten, ist der Schnuller ein probates Mittel.

    Wenn das Kind sich beruhigt hat, „schnippt“ man den Schnuller am besten direkt wieder mit einem Finger langsam aus dem Mund.

    Wenn der Partner oder andere nahestehende Personen „greifbar“ sind, die gerade mehr in sich Ruhen, ist es eine gute Idee ihnen das Baby zu geben, statt dem Baby wieder den Schnuller in den Mund zu schieben.

    Es ist hilfreich, den Kleinen zumindest zwischen durch immer wieder die Erfahrung machen zu lassen, dass sie sich selber beruhigen können.

    Tipps zur Schnullerentwöhnung

    Wir Eltern können ihnen dabei auf verschiedene Art und Weise unterstützen. Die nachfolgenden Tipps gelten in dem Fall, dass das Kind gesund ist und nicht gerade extremen Hunger hat.

    • Das Baby auf dem Arm tragen oder anderweitig Körperkontakt herstellen.
    • Ruhig und entspannt bleiben. Dabei können bewusst genommene tiefe Atemzüge helfen, wenn möglich die Kinder dabei animieren, es uns gleich zu tun. Dies kann z.B. ein kleiner „Stupser“ auf den Unterkiefer sein.
    • Beruhigende Lieder singen (oder anderweitig laufen lassen, wobei uns Eltern das Singen auch hilft uns zu entspannen).
    • Bewegen, das Baby mit dem Oberkörper oder Armen schaukeln und / oder gehen.
    Schnullerentwöhnung Baby, das keinen Schnuller möchte

    Entwöhnungsphase

    Wenn sich das Kind an einen Schnuller gewöhnt hat, ist es ratsam, im Alter von 2 Jahren mit der Entwöhnung zu beginnen. Vor allem, weil die Gefahr bei normalen Schnullern sehr groß ist, dass es einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Kiefers und der Atmung des Kindes haben kann (nähere Informationen dazu findet ihr unter „Gibt es einen Schnuller ohne Reue?„.

    Tipps zur Schnullerentwöhnung

    Hier einige Tipps zur Schnullerentwöhnung:

    • Immer wenn das Baby schläft vorsichtig den Schnuller herausnehmen bzw. -kicken und falls es dann „quengelt oder droht wach zu werden“ erstmal wieder reinstecken und später nochmal probieren.
    • Wenn möglich dem Kleinkind immer häufiger die Chance geben sich ohne Schnuller (notfalls durch „geborgenes Schreien“) zu beruhigen oder einzuschlafen. Dafür bieten sich Spaziergänge in einem Tragetuch an.
    • Wenn sich das Kind beruhigt hat den Schnuller geben lassen und notfalls herausnehmen. Was zu Beginn ein erneutes Schreien hervorbringen kann, häufig aber schnell angenommen wird.

    Schnullerabgabe

    Bevor man den Schnuller endgültig wegnimmt, ist es hilfreich, wenn das Kind einem zeigen konnte, wie es es schafft, auch ohne Schnuller mal einzuschlafen oder sich zu beruhigen.

    Wenn die Kinder schon älter sind „Belohnungen“, wie zum Beispiel durch die Schnullerfee möglich. Doch „Vorsicht“, die Augen unserer Kinder sind häufig größer als ihr Wille ihren geliebten Schnuller aufzugeben.

    So ist es wichtig sich darüber im voraus im Klaren zu sein und die Abgabe durchzuziehen oder gegebenenfalls noch zu verschieben. Wir sollten in solchen Situationen unsere Entscheidungen nicht zu häufig zurücknehmen.

    Dies merken sich unsere Kinder ganz genau und probieren es immer wieder, mit Geschrei ihren Willen durchzusetzen.

    Ich wünsche Euch allen eine entspannte Zeit der Abgewöhnung. Wenn diese nicht so entspannt Laufen sollte, freue ich mich über Eure (gerne auch anonymen) Schilderungen und werde Euch weitere spezifischere Lösungsvorschläge schreiben.

    Euer Deva  (Babytalk – Redaktion)

    Wir würden uns sehr über Euer Feedback und Eure Erfahrungen und Tipps freuen.

    Beitragsfoto: Petr Bonek / shutterstock 
    Foto 2: bedya / shutterstock
    
  • Meine Stillgeschichte

    Meine Stillgeschichte

    Wir freuen uns Euch einen Beitrag über das sehr persönliche Stillerlebnis von Berenice, besser bekannt als Phinabelle (Der Blog über Kinder, Chaos und ganz viel Glück) vorstellen zu dürfen. Probleme beim Stillen sind absolut keine Seltenheit, alleine das zu wissen kann schon beruhigen.

    Um Euch ein paar Ratschläge an die Hand zu geben, werden wir in der kommenden Woche zusätzlich einen Beitrag von einer Stillexpertin über Tipps und Tricks für den Start beim Stillen veröffentlichen. Danke an Berenice für die sehr persönlichen Einblicke!


    Stillen, ein sehr kontroverses Thema

    Das Thema „Stillen“ ist ja schon `ne harte Nummer. Jeder hat seine Meinung und wehe dem, der es anders macht… Gar nicht zu stillen, sorgt genauso für Bluthochdruck wie Langzeitstillen, sprich: am Anfang stillst Du selbstverständlich – ist ja auch das Beste für das Kind – aber nach maximal 12 Monaten ist dann bitte auch Schluss.

    Dies war mein Plan, klang in der Theorie auch ganz einfach. Doch die Praxis sah anders aus … Während meiner ersten Schwangerschaft war mir klar, dass ich auf jeden Fall stillen möchte.

    Die Vorteile lagen ja auf der Hand: die besten Nährstoffe für das Kind, immer frisch und wohl temperiert, man musste unterwegs nicht auch noch Fläschchen mitnehmen und die Pfunde sollten dadurch auch eher purzeln. Bravo!

    Ich machte mir lediglich Gedanken um das Stillen in der Öffentlichkeit, war mir aber sicher, auch das zu wuppen. Dass meine Tochter dann unerwartet per Kaiserschnitt auf die Welt kam, sorgte für die erste Verunsicherung. Wollte ich mein Kind doch auf jeden Fall natürlich entbinden.

    An der Brust trinkendes Baby

    Aber ein Geburtsstillstand und schlechte Herztöne machten eine Operation notwendig. Dennoch ging es uns beiden nach der Geburt sehr gut, ich legte die Kleine direkt an und sie probierte auch direkt zu saugen.

    Stillen und Flasche, die Zufütter-Falle

    Als Erstlingsmama ist man natürlich in allem sehr unsicher. Trinkt sie genug? Schläft sie zu lange? Warum hat sie schon wieder Hunger? Und auch die Hebammen und Schwestern im Krankenhaus steuerten ihren Teil bei: ständig kam jemand herein.

    Blutdruck und Temperatur messen bei mir, Mülleimer leeren und wischen, Zuckerwert messen beim Baby, Physiotherapie … Im Nachhinein weiß ich, dass das einfach zu viel war.

    Ich hatte permanent das Gefühl, es nicht gut genug zu machen. Ständig wurden die Werte meiner Kleinen gemessen und die Schwester kam zu dem Entschluss, dass wir zufüttern müssen.

    Der Zuckerwert war schlecht und wir sollten etwas Glukose geben. Dann nahm sie auch die normalen 10% ihres Gewichts an nur einem Tag ab, was der Schwester Schweißperlen auf die Stirn trieb: „Sie müssen zufüttern! Da führt kein Weg dran vorbei!“ Na toll.

    Ich hatte mir das alles so ganz anders vorgestellt und jetzt das … Natürlich wusste ich, dass das Stillen noch nicht optimal lief, aber dauert das nicht seine Zeit!? Ich war seit zwei Tagen Mama und der Milcheinschuss war noch immer nicht eingetreten. Aus diesem Grund fütterten wir mit der Flasche zu – der Anfang vom Ende.

    Schmerzen, Frust und Angst

    Dennoch sollte ich weiterhin viel anlegen, um den Milchfluss anzuregen. Doch irgendwie klappte auch das Anlegen nicht richtig und einen weiteren Tag später tat mir einfach alles weh.

    Mir schmerzte höllisch die Brust sobald das Baby schrie und ich wusste, dass sie trinken will. Ich verkrampfte und machte mir selbst großen Druck, dass es doch jetzt endlich klappen muss!

    Die Angst, dass mein Kind nicht satt wird und das Stillen gar nicht mehr klappt, wurde mit jedem Mal größer. Mein Tag bestand aus Anlegen, Zufüttern und Abpumpen. Und nach zwei Stunden ging das Gleiche wieder von vorne los. Ich war mit meinen Kräften am Ende.

    Stillen

    Abstillen nach 4 Wochen

    Ich merkte, dass meine Kleine mit der Flasche viel besser zurechtkam. Ich legte sie immer seltener an und pumpte nicht mehr so häufig ab. Auf diese Weise ging die Milchbildung stark zurück, sodass ich am Ende nur noch zwei Tassen Tee trinken musste, bis ich keine Milch mehr hatte.

    Für uns beide war es damals die beste Entscheidung, denn unser Alltag verlief viel entspannter.

    Wenn ich jetzt zurückblicke, weiß ich, dass ich zu früh aufgegeben habe. Ich hätte uns mehr Zeit geben und mich auf mein Bauchgefühl verlassen sollen. Denn ich bin mir sicher, dass jede Stillbeziehung toll werden kann.

    Eure Berenice (Babytalk – Autorin)

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  • Kinder gesund ernähren

    Kinder gesund ernähren

    Wie kriege ich Vitamine in mein Kind hinein

    Kinder gesund ernähren: ein interessanter und schöner Beitrag von Mamirocks bzw. Verena Wagner. Im aktuellen Beitrag geht es darum, wie Mütter und/oder Väter ihre Kleinen nahrreiche Kost, schmackhaft machen können.


    Beikost- und Kleinkindalter

    Gerade im Beikost- und Kleinkindalter sind Eltern oft sehr ambitioniert, ihre Kinder möglichst gesund zu ernähren.

    Und es stimmt ja auch, wenn die Kleinen sich möglichst früh an vielfältige Geschmacksnuancen gewöhnen – so heißt es in einschlägigen Ernährungsratgebern zur Beikost – mögen sie auch im späteren Leben Gemüse, Obst und andere gesunde Lebensmittel.

    Nun ja, muss ich ganz ehrlich sagen: Unsere Kinder sind jetzt im Grundschulalter und sie haben eigene Vorlieben entwickelt. Obwohl sie als Babys alle selbstgekochten Babybrei aus Kürbis, Pastinake, Birne und allerlei mehr gesunden Zutaten essen durften, hat sich da jeder von den dreien sehr individuell entwickelt.

    Während unser Ältester als Kleinkind eigentlich alles Gemüse und Obst mochte, von A wie Avocado bis Z wie Zichorien und andere bittere Gemüse, isst er jetzt längst nicht mehr so viele Sorten.

    Paprika zum Beispiel mag er nicht mehr, obwohl er dieses Gemüse jahrelang gerne gegessen hat.

    Mamas Trickkiste

    Daher habe ich mir einige Kniffe überlegt, wie die Vitamine ins Kind kommen. Schon in der Früh zum Frühstück schneiden wir den Kindern Obst, meist Äpfel und Banane, auf.

    Wenn sie es sich wünschen, bekommen sie auch Paprika, Mais oder Gurke – auch wenn ich selbst so etwas nie frühstücken würde.

    Fünf am Tag

    Wenn sie aber schon morgens anfangen, Vitamine zu essen, dann schaffen wir auch die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen „Fünf am Tag“.

    Damit ist gemeint, dass jeder – groß oder klein – fünf Handvoll Früchte am Tag verspeisen soll. Erwachsene haben eine größere Handfläche, Kinder eine kleinere – der Spruch passt also wirklich als Faustregel für alle.

    Da kleinere Kinder öfter am Tag Zwischenmahlzeiten bekommen, ist es leichter, viel Rohkost anzubieten. Jetzt bekommen die Schulkinder in ihre Pause immer Obst oder Gemüse mit, meistens Karotten, Gurke, Tomaten, Trauben, Pflaumen oder Apfelstücke und im Winter auch Zitrusfrüchte.

    Im Sommer gibt es häufig Beeren aller Art. Die mögen fast alle Kinder und sind sehr gesund – am besten auf einer Beerenplantage pflücken oder selbst anbauen. In der Schule essen sie fast immer, was in der Dose ist.

    Am Nachmittag, meist so gegen fünf Uhr, wenn alle schon wieder Appetit haben, serviere ich ebenfalls Rohkost. Dann essen die Kinder viel mehr davon, als wenn ich bis zum Abendessen warten würde.

    Kinder gesund ernähren – aber wie?

    Der Trick dahinter: Liegt nur Gesundes auf dem Teller, essen sie es. Stehen auch andere Lebensmittel wie Wurstbrot oder ähnliches auf dem Tisch, greifen sie meistens erstmal danach – unsere Kinder zumindest.

    Zwei unserer drei Kinder mögen kaum grünes Gemüse. Aber sie essen Pesto – also püriere ich, was das Zeug hält. Im Pesto kann man schön viel Gesundes verstecken: von Zucchini bis Paprika und natürlich alle möglichen Kräuter.

    Allerdings sind Pesto mit Gemüse nicht sehr lange haltbar. Entweder nur so viel zubereiten, wie für eine Mahlzeit benötigt wird, oder das Pesto sauber in ein schmales Glas mit Schraubverschluss einfüllen und mit gutem Olivenöl extra vergine bedecken.

    Kreativer Umgang mit der Wahrheit

    Meine Kinder liebten schon ganz früh Leberwurst – Streichwurst. Da ich nicht wollte, dass sie dauernd Wurst essen – unser Papa liebt Wurst – und ich Wert auf vegetarische Tage in der Woche lege, habe ich irgendwann zum vegetarischen Aufstrich „Delikatess“ gesagt, das ist Streichcreme. So direkt lügen wollte ich ja auch nicht. Seitdem schmeckt es ihnen.

    Irgendwann kam die explizite Frage, ob Streichcreme Leberwurst ist, was ich dann verneinte. Delikatess-Aufstrich schmeckte ihnen zu dem Zeitpunkt ja schon. Als dieser einmal ausgegangen war, habe ich den Kindern Champignon-Aufstrich untergejubelt.

    Die schlaue Fünfjährige schaute auf die Packung und jubelte: „Das ist ja Pilz-Delikatess“. Seitdem ist dieser Aufstrich auch auf der Liste derjenigen, die aufs Brot dürfen! Zum Glück hatte sie schon vorher abgebissen! Also, wenn ihr eure Kinder gesund ernähren wollt, immer wieder was Neues ausprobieren und nicht so schnell aufgeben.

    Kinder gesund ernähren - geschnittene Igel - Ananas

    Frag nicht soviel, Mama!

    „Frag nicht soviel, Mama“, hat einmal eins meiner Kinder zu mir gesagt. Gerade beim ersten Kind habe ich zu allem das Kind nach seinen Wünschen gefragt!

    Möchtest Du Milch oder Saft trinken, möchtest Du Radieschen oder Karotte essen? Irgendwann und auch dank dieser Antwort habe ich gemerkt, dass ich die Kinder mit meinen Fragen oft überfordere.

    Seit dem richte ich einfach etwas her. Wenn dann was nicht passt, kann ja noch was verändert oder hinzugefügt werden. Mit dem Wegnehmen ist das schon schwieriger.

    Früher habe ich streng darauf bestanden, dass wir die Nudeln mit Soße essen, heute mache ich öfter Ausnahmen: gerade bei Gnocchi, Spätzle oder Schupfnudeln.

    Diese „Ausnahmen“ sind aber an meine Bedingung geknüpft, dass die Kinder statt dem Gemüse in der Sauce dann eben Rohkost dazu essen. Hier gibt es übrigens einen ganzen Artikel dazu wie es gelingt, dass das gemeinsame Essen nicht zum Machtkampf ausartet.

    Kinder übernehmen viel von anderen Kindern

    Wenn zwei Kinder (und der Papa) etwas lecker finden, gibt es gute Chancen, dass der dritte das auch haben will. Vor allem, wenn die anderen Kinder schon Schlange stehen, um das begehrte Stück vom Bäh-Kind zu ergattern.

    So manches Mal hat das Kind, das zuerst Bäh sagte, plötzlich doch Lust auf den vegetarischen Aufstrich entwickelt, den es zuerst verabscheuungswürdig angeblickt hat.

    Bei Einzelkindern, aber natürlich auch bei Geschwistern, kann ich Euch, liebe Eltern, nur dringend empfehlen, ladet öfter mal andere Kinder zum Essen ein, denn das gemeinsame Mahl vollbringt wahre Wunder.

    Das Alter der Gastkinder spielt dabei keine Rolle.

    Kinder interessieren sich für die Essensgewohnheiten ihrer Gäste. Der Schuss kann allerdings auch nach hinten losgehen, wenn wir wieder mal einen Gast haben, der nur „nackte“ Nudeln oder sogar nur trockenes Brot haben will.

    Bei letzterem hat dieses für unsere Kinder sehr seltsame Essverhalten ihren Ehrgeiz jedoch so angespornt, dass sie nicht haltgemacht haben, bis ein Obst oder Gemüse gefunden war, dass der Junge dann gerne essen wollte: Es war Mais aus der Dose!

    Vorbildfunktion beim Essen

    Die hohe Kunst beim Essen heißt also „Genuss“. Wer sich gesunde Lebensmittel schmecken lässt, könnte gar kein besseres Vorbild für den Nachwuchs abgeben. Die Kinder sollen ruhig sehen, dass Essen Spaß macht, ein Genuss ist und Zeit braucht.

    Auch wenn dieses Essverhalten nicht sofort Resultate zeigt, entwickeln Kinder doch Spaß an gesundem Essen – vor allem wenn sie sehen, dass die Eltern die Vitamine auch gerne essen.

    Ich habe einmal eine Faustregel gelesen, die ich mir immer vorsage, wenn ich mal wieder am Verzweifeln bin, weil alles Bäh ist.

    Angeblich wird ein neuer Geschmack, wie zum Beispiel Salat oder anderes bitteres, grünes Gemüse erst dann als wohlschmeckend akzeptiert, wenn dieser Geschmack an die zehnmal probiert wurde.

    Also, liebe Eltern, gebt nicht so schnell, wenn ihr eure Kinder gesund ernähren wollt. Und denkt mal an Eure eigene Kinderzeit zurück! Was habt ihr nicht gemocht? Bei mir waren es Zucchini. Die haben mein Bruder und ich strikt abgelehnt – über Jahre hinweg.

    Heute liebe ich Zucchini! In allen Spielarten von gegrillt über gedünstet bis zur Rohkost!

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Iakov Filimonov / shutterstock
    Foto 2: Kritsada Namborisut / shutterstock
  • Die Eingewöhnung in den Kindergarten

    Die Eingewöhnung in den Kindergarten

    Vielen Eltern graust es allein bei dem Gedanken an die ersten Wochen, in denen ihr Sprössling in den Kindergarten geht. Und nicht selten bestätigt sich die Befürchtung, dass es viele Tränen geben wird.

    Manche Kinder schreien sehr heftig und viele Eltern verlassen den Kindergarten mit schlimmen („Selbst-„) Vorwürfen und einem schlechten Bauchgefühl. Das ist natürlich nicht der Regelfall. Dabei sind es in der Regel nicht die Kinder, die Probleme haben im Kindergarten zu bleiben! In den allermeisten Fällen sind es die Sorgen und Ängste von uns Eltern.

    Die Schwierigkeit, das eigene Kind im Kindergarten zurück zulassen

    Was uns an meisten zu schaffen macht, ist das „Loslassen“ unserer Kinder. Wobei dieser Prozess bereits mit der Geburt beginnt und häufig nie endet.

    Typische Stationen sind die Geburt, das Ende des Stillens, das Laufen und Sprechen lernen, der Kindergarten, die Schule, die Ausbildung, das Ausziehen aus dem Elternhaus, die Hochzeit, die Geburt von Enkelkindern …

    Die gemeinsamen Merkmale dieser Stationen sind, das unsere Kinder immer unabhängiger von uns werden. Sie brauchen uns immer weniger und das verstärkt unsere Angst die „Kontrolle über sie“ bzw. ihre Liebe zu verlieren.

    Nun zurück zur Eingewöhnung in den Kindergarten. Wir haben Angst unser Kind allein zu lassen bzw. Angst, dass unser Kind denken könnte, wir würden es allein lassen. Diese Erfahrungen brechen alte Wunden aus unserer Kindheit auf. Als wir uns einsam und verlassen fühlten.

    Unsere Kinder spüren diese Ängste und reagieren darauf mit Klammern, Weinen, Schreien, auf den Boden schmeißen … Ihr kennt solche Situationen bestimmt.

    Wenn wir uns diesem „Mechanismus“ in der Eingewöhnung bewusst werden und unsere Ängste tragen, statt uns von ihnen „den Boden unter den Füssen ziehen“ zu lassen und dann unserem Kind zutrauen, „allein“ im Kindergarten zu bleiben, klappt es.

    Damit will ich nicht sagen, dass es nicht hilfreich sein kann, sein Kind ein paar Tage für wenige Stunden im Kindergarten zu begleiten. Wir wollen uns als Eltern ja sicher sein, dass es unseren Kinder dort gut gehen wird.

    Häufig sind es die Mütter, die Zeit brauchen

    Doch meistens sind wir Eltern es, die denken, dass unsere Kinder diese Zeit der Eingewöhnung brauchen. Dieses Hinauszögern des „Loslassen“ macht es uns Eltern zudem auch nicht gerade leichter, unsere Kleinen in die Obhut von „Fremden“ zu geben.

    Bevor nun euer Kind das erstemal bei einer Tagesmutter, Groß- oder Schwiegereltern oder in den Kindergarten geht, denkt mal nach, welche Gedanken bzw. Urteile euch dazu in den Sinn kommen, wie z.B. „Ich bin eine Rabenmutter.“

    Oder „Ich schaffe es nicht mein Kind zu betreuen“. „Ich bin sooo egoistisch.“ „Was ist, wenn mein Kind die Kindergärtner/in mehr liebt als mich?“ … Es kann übrigens eine sehr schöne Nähe schaffen, wenn ihr euch darüber mit eurem Partner austauschen könnt.

    Diese Urteile beruhen fast immer auf Missverständnissen. Wir dachten damals als Kind vielleicht, dass wir nicht liebenswert sind und unsere Mutter uns deshalb wegschickt … Doch war dies die Wahrheit?

    Ich weiß, dass alle Mütter und Väter immer ihr Bestes geben und ihre Kinder lieben, unabhängig davon, ob sie es ihnen zeigen können oder nicht.

    Es kann sehr hilfreich sein, sich in Gedanken vorzustellen, wie diese Phase der Eingewöhnung entspannt verläuft und sich ihr Kind sehr wohl fühlt im Kindergarten und viele Freundschaften schließt.

    Ich wünsche euch Gelassenheit und Erfolg bei eurem „Loslassen“ bzw. dabei euren Kindern immer mehr zuzutrauen.

    Hinweis der Redaktion: Zu diesem Thema könnte euch unser Beitrag „Soll ich mein Kind in die Kita geben oder noch zu Hause lassen„.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion) und Familientherapeut

    In unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ findet ihr viele weitere sehr praktische Tipps für einen entspannten Familienalltag.

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  • Grenzen setzen, heißt Verantwortung übernehmen

    Grenzen setzen, heißt Verantwortung übernehmen

    Grenzen setzen ist so wichtig: Kinder reifen in den ersten neun Monaten im Mutterleib in einem sehr begrenzten Raum heran. Dieser gibt ihnen Wärme, Sicherheit und Geborgenheit. Zudem ist er dunkel.

    Das Baby hat es wunderbar kuschelig und wächst in einem wahren und „begrenzten“ Paradies heran. Dies wünscht es sich auch nach der Geburt weiterhin.

    Aus diesem Grund ist das Grenzen setzen wichtig.

    Die ersten Tage und Wochen

    Zum Zeitpunkt der Geburt kommt das Baby nach der häufig beängstigenden Austrittsphase durch den Geburtskanal in eine Welt, in der es hell, laut, kalt und vor allem auch sehr unbegrenzt ist.

    Die körperliche Umgrenzung der Gebärmutter ist weg und das Baby muss plötzlich atmen, hört seine Stimme und ist von der Rundumversorgung abgekoppelt.

    Jetzt kann man zwar denken, das sind doch alle sehr erträgliche Veränderungen, doch wenn man mal sich und seine Probleme mit Veränderungen umzugehen, reflektiert, merkt man, dass wir uns damit auch als Erwachsene immer noch sehr schwer tun.

    Wenn die neuen Erdenbürger dann mit ihrer Mutter nach Hause kommen (falls sie nicht zu Hause entbunden wurden) brauchen sie meistens auch noch viel Geborgenheit, wie in Form Kuscheln, Getragen werden, z.B. in einem Tragetuch, einer Babyschale oder einfach auf den Armen.

    Im Kinderbettchen schauen wir, dass wir dieses mit Kissen oder Decken verkleinern. Kinder brauchen diese fühlbaren Grenzen ihres Körpers mit ihrer Umgebung.

    Es sind diese „Grenzen“, die ihnen vertraut sind und an die Geborgenheit im Mutterbauch erinnern.  Zudem helfen sie sich selbst wahrzunehmen.

    Auch wenn nicht alle Babys gleich sind, brauchen viele von ihnen danach noch lange den „Blick- oder Stimmkontakt“ zur Mutter, um sich sicher zu fühlen.

    Die Grenzen weiten sich mit den ersten Schritten

    Wenn die Kleinen dann Laufen lernen, kann man beobachten, wie eng bzw. weit sie ihre Grenzen sehen bzw. setzen. Mit der Zeit werden sie immer mutiger und trauen sich immer größeren Abstand zwischen sich und ihre Eltern zu halten.

    Dann sind es wir Eltern, die schauen, ob wir mit diesen neuen „Grenzen“ bzw. Freiräume der Kleinen umgehen können.

    In dieser Phase kommt zum Grenzen setzen immer mehr die Aufgabe des Loslassens bzw. Vertrauen dazu, die vielen Eltern, insbesondere den Müttern extrem schwer fällt.

    Diese Mütter nennt man heute Helikopter-Mütter, der Name passt zwar, hat nach meiner Meinung, aber leider einen abwertenden und weniger verständnisvollen Charakter erhalten.

    Mit dem Argument der Gefahr eines Verkehrsunfalls oder Belästigung, werden Kinder immer häufiger noch täglich zur Schule gebracht bzw. begleitet, selbst wenn es sich um einen verkehrsarmen und kurzen Fußweg handelt.

    Grenzen setzen Kleinkind an der Hand seiner Mutter

    Die Angst Grenzen zu setzen

    Aus unserer eigenen Kindheit haben viele von uns die Überzeugung mitgebracht, Grenzen sind etwas Einengendes, „Verletzendes“.

    Dabei ist es für uns Eltern viel schwerer unseren anvertrauten Kindern Wünsche abzuschlagen. Dies geschieht gerade nicht, weil sie uns nicht wichtig sind, sondern gerade weil sie und ihr Wohlergehen uns so am Herzen liegen!

    Nicht selten fällt es uns so schwerer Grenzen zu setzen bzw. „Nein“ zu sagen, weil wir unterschwellig die Angst haben, dass unsere Kinder uns dann weniger lieben könnten.

    Die Grenzen der Verantwortung von Eltern

    Mit der Geburt eines Kindes werden aus Frauen und Männern, Mütter und Väter, die nun die Verantwortung für ein oder mehrere Kinder tragen.

    Das belastet Eltern nicht nur deshalb, weil sie häufig ein falsches Verständnis von ihrer Verantwortung haben.

    Vor allem, weil die Entscheidungen und ihr Verhalten nun nicht mehr nur ihr persönliches Leben und das ihres Partners beeinflussen, sondern auch das eines noch nicht allein lebensfähigen kleines Kindes. Dessen Bedürfnisse wir als Eltern nicht immer klar erkennen bzw. verstehen.

    Als Eltern übernehmen wir vor allem die Verantwortung für die Ernährung unserer anvertrauten Kinder, sowie für den Schutz vor Kälte (und Hitze) ,Nässe und soweit möglich vor Gewalt.

    Alles weitere, wie zum Beispiel die „Erziehung“ zur Selbstständigkeit und Berufsfähigkeit sind hilfreiche Aufgaben. Denn da wir sie nicht wirklich beeinflussen können, tragen wir für sie auch nicht die Verantwortung, ebensowenig wie für das „Glück“ und die „Gesundheit“ unserer Kinder.

    Und so übernehmen wir mit jedem Nein bzw. jedem Grenzen setzen, Verantwortung, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht.

    Die gleiche Verantwortung übernehmen wir, auch wenn es sich nicht so anfühlt, mit jedem Ja bzw. nicht Grenzen setzen.

    Die Bedeutung unsere eigenen Einstellung zu Grenzen

    Durch unsere Entscheidungen prägen wir die Wahrnehmung unserer Kinder dessen, was gut ist und was nicht. Häufig denken Eltern: „Grenzen zu setzen, ist etwas schlechtes“, doch …

    … Grenzen sind weder gut noch schlecht, sie sind einfach wichtig, um unseren Kindern Sicherheit und Geborgenheit zu gewähren.

    Erziehung bedeutet Verantwortung für andere zu übernehmen und beinhaltet ein ständiges Abwägen, was man dem anvertrauten Menschen (-kind) zutrauen kann und was nicht.

    Und so ist es wichtig die Grenzen entsprechend der Reife des Kindes, welche nicht immer mit dem Alter einhergeht, weiter zu stecken.

    Die Trotzphasen sowie die Pubertät, eine extreme „Trotzphase“ werden durch Entwicklungsschüben, die zum Teil durch Hormone gesteuert werden, ausgelöst.

    Diese beeinflussen die Wahrnehmungen und unsere Gedanken über die „Welt“. Sie helfen Kindern eigenständige Persönlichkeiten zu werden, indem sie sich von den Überzeugen und Ansichten ihrer Eltern immer mehr lösen.

    Und so auch ihre eignen Grenzen definieren. Hierzu kann ich euch meinen Beitrag „Pubertät ist, wenn Eltern anfangen schwierig zu werden„auf dem Familymag.net empfehlen.

    Grenzen setzen - Kind bekommt eine Spritze vom Arzt

    Die Grenzen unserer Kinder überschreiten

    Vor allem bis zur Jugend kommen Eltern immer wieder mal in die Situation über die Grenzen ihrer Kinder gehen zu „müssen“. Und dies besonders dann, wenn unsere Kinder schwerer erkranken oder einen Unfall haben.

    Denn bis zum Kindesalter wollen unsere Kleinen nur extrem ungern Medizin einnehmen oder sich gar Spritzen geben lassen.

    In diesen Fällen stehen Eltern vor einer sehr schweren Entscheidung. Wollen Sie den Willen ihrer Kinder befolgen oder sich darüber hinwegsetzen und damit über deren Grenzen gehen.

    Hier scheint es noch relativ klar zu sein, wie man sich entscheiden soll. Doch warten sie ab, bis sie ihrem Baby eine „bittere“ Medizin einflössen müssen während es schreit, weint und sich mit Händen und Füßen um sich schlagend wehrt.

    Wenn wir keine Grenzen setzen, versuchen wir nur uns aus unserer Verantwortung zu stehlen.

    Gefahrenhinweise und ggf. Hilfestellungen geben

    Wir alle kenne die Sprüche „Steigt nicht in fremde Autos“, „Spielt nicht mit dem Feuer“, „Schaut nach links und rechts (und wieder links), wenn ihr über die Straße geht“, (…).

    In solchen Situationen ist es uns häufig nicht bewusst, doch auch in diesen setzen wir unseren Kindern Grenzen.

    Hier ist es für uns Eltern nur leichter zu erkennen, dass wir sie zum Schutz unserer Kinder setzen. Genauso ist es an sich immer, wenn wir ihnen Grenzen setzen.

    Wenn wir Eltern selber gestresst sind, sind unsere Grenzen allerdings nicht immer so angemessen. Genauso wenig wie unser Ton, unsere Gestik und Mimik (siehe Beitragsfoto).

    In diesem Zusammenhang findet ihr in unserem bindungsorientierten Erziehungsratgeber „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ noch sehr viele hilfreiche Tipps (Hinweis der Redaktion).

    Nichtsdestotrotz ist es gerade bei solch „unbewussten Grenzen“ wichtig, diese immer wieder mal zu überdenken. Denn die Welt verändert sich fortlaufend und manche grenzsetzende Hinweise, die damals ihre Richtigkeit hatten, haben sie heute nicht mehr und umgekehrt.

    Und welche die früher nicht wichtig waren, sind es heute, wie z.B. „Spielt nicht auf der Straße“. Vor 50 Jahren konnte man die Autos auf der Straße in einer Stunde noch an einer Hand abzählen.

    Ziele der „Erziehung“ bzw. des Grenzen setzens

    Eins der wichtigsten Ziele in der „Erziehung“ sollte es sein, unsere Kinder gerade nicht zu erziehen und stattdessen Hilfestellung anbietend zu begleiten und dem, wenn auch häufig unbewussten Versuch zu widerstehen, sie uns oder unseren Idealvorstellungen ähnlich zu machen.

    Wir sollten unsere Energie lieber darin investieren ihnen durch das Setzen von Grenzen einen geschützten Raum zu schaffen, in dem sie sich geliebt fühlen und sich und die Welt erfahren und erkunden können.

    Mit dem Heranreifen der Kinder kommen die Ziele den Willen, den Körper und das Eigentum anderer zu respektieren hinzu.

    Ich wünsche allen Eltern und werdenden Eltern den Mut und Vertrauen ihren anvertrauten Menschenkindern Grenzen entwicklungsgerecht zu setzen.  Und sie zu ermuntern sich und ihre eigenen Grenzen zu erkunden und dabei gleichzeitig immer mehr loszulassen.

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    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Euer Deva (Babytalk-Redaktion)

    Beitragsfoto: Iakov Filimonov / shutterstock
    Foto 1: cha cha cha studio / shutterstock
    Foto 2: Rido / shutterstock
  • Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern

    Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern

    Die Aussage „Glückliche Kinder brauchen glückliche bzw. entspannte Eltern“ ist die einfache und simple Wahrheit, welche als Leitfaden für die „Erziehung“ unserer Kinder stehen könnte bzw. sollte. Und mittlerweile kann man diesen Erziehungsratgeber überall erhalten.

    Bedürfnisse von Kindern und Eltern

    Wer wünscht sich keine glücklichen Kinder und dabei auch noch selber glücklich zu sein? Doch wie soll das gehen? Unsere Kinder sind doch das Wichtigste in unserem Leben. Und sie brauchen uns doch fast 24 Stunden am Tag, vor allem wenn sie noch klein sind.

    Das stimmt. Und doch sollten wir Eltern uns eines immer vor Augen halten, unsere Kinder wünschen sich (und brauchen!) glückliche und entspannte Eltern, die ihnen Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.

    Natürlich macht die Geburt eines Kindes, vor allem wenn es gesund ist, uns glücklich, ist dies in aller Regel eher ein vorübergehendes Gefühl. Zudem ist es nicht die Aufgabe von unseren Kindern uns glücklich zu machen. Dafür sind wir selbst verantwortlich.

    Wir wünschen uns für unsere Kinder Zeit zum Spielen, die Seele baumeln lassen und ganz viele weitere glückliche Momente. Und da Kinder nun mal am meisten durch Nachahmen lernen, liegt es an uns, es ihnen vorzumachen bzw. vorzuleben.

    Glückliche Kinder – Wie soll das funktionieren?

    Ein erster Schritt könnte darin bestehen, wieder wahr-zu-nehmen, was wir für Bedürfnisse habe. Diese anzunehmen und zumindest immer wieder einige von ihnen zu befriedigen, hilft uns zu entspannen. Und auch wieder auf die kleinen „wundervollen“ Dinge im Leben aufmerksam zu werden. Diese sind es, die uns glücklich machen.

    Unsere Bedürfnisse zeigen uns immer was uns fehlt. Und wenn dieses Mangelgefühl zu lange anhält, werden wir immer gereizter und aggressiver. Was in der Regel unsere Partner und nicht zuletzt unsere Kinder abbekommen. Was diese besonders verwirrt und verängstigt.

    Wir können solch ein „Fehlverhalten“ zwar nicht ausschließen, da wir uns diesem nicht immer bewusst sind, doch wir können anschließend zu unseren Kindern hingehen und uns entschuldigen und ihnen mitteilen, warum wir so gereizt reagiert haben.

    Ich muss nicht perfekt sein, um geliebt zu werden

    Dadurch lernen Kinder eines der wichtigsten Ding im Leben. „Man muss nicht perfekt sein und darf Fehler machen und wird trotzdem geliebt.“

    Eine „Falle“ in die Eltern oft reinfallen, ist es, die Bedürfnisse ihrer Kinder zu lange über ihre eigenen zu stellen. Dabei geht es darum, neben den Grundbedürfnissen unserer Kinder, wie Nahrung und Sicherheit, zuerst unsere Bedürfnisse zu erfüllen und dann, wenn wir uns wieder unsere Akku wieder aufgefüllt haben und uns wohl fühlen gerne und aus Liebe zu unseren Kindern zurückzustecken. Aber nicht aus Angst davor „eine Rabenmutter“ oder schlechter Vater zu sein.

    Das Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse darf nicht zur „Routine“ werden. Wenn dies geschieht, geben wir nicht mehr aus Liebe, sondern opfern uns auf. Und dann leben wir unseren Kindern genau das vor.

    Zudem übernehmen unsere Kinder dann sehr schnell die Verantwortung für unser „Wohlbefinden“, was ihnen so wichtig ist und stellen gleichzeitig ihre eigenen Bedürfnisse zurück.

    Wollen wir das?! Und was würden wohl unsere Kinder wollen?

    Voraussetzungen zum Glücklich sein

    Ich gehe davon aus, dass eine der Voraussetzungen zum glücklich sein darin besteht, Kontakt zu unseren Gefühlen zu haben, anders ausgedrückt wir brauchen Kontakt zu unserem inneren Kind.

    Dazu ist nicht selten Mut notwendig, Mut unser Herz wieder aufzumachen bzw. „zu lernen uns wieder verletzlich zu machen“. Wenn wir unser inneres Kind kennenlernen und ihm Raum zum Spielen geben, dann gehen wir im Spielen auch viel mehr auf unsere Kinder und deren Spiele ein. Das sind Momente, die wir und unsere Kinder brauchen und lieben.

    Unsere inneren Kinder zeigen sich bei uns Erwachsene in unseren Bedürfnissen, wie Ruhe, Aufregung, Leidenschaft, etc. In diesem Zusammenhang sagt man auch „beim Sex spielen unsere inneren Kinder“. Dazu gehört vor allem Zeit für sich, für die Partnerschaft und auch mal Abstand von den Kindern.

    Wenn wir in Kontakt mit ihnen bzw. unseren Gefühlen sind, sind wir authentisch. Das spüren unsere Kinder. Es gibt ihnen Sicherheit, weil dann das, was sie bei uns wahrnehmen und das, was wir sagen, übereinstimmt.

    Die Wahrnehmung von Kleinkindern

    Denn sie erlernen als erste Kommunikation die Gefühle ihrer Eltern/Mitmenschen wahrzunehmen und zu „deuten“. Und später, wenn sie unsere Worte verstehen, irritiert es sie, wenn diese nicht mit der Wahrnehmung der Gefühle übereinstimmen.

    Und da unsere Kinder vor allem durch „Nachahmung“ lernen, werden sie mit der Zeit auch immer mehr Worte sagen, die nicht mit ihren Gefühlen übereinstimmen“, dies wird auch als Täuschung / Maske aufsetzen bezeichnet. Wollen wir das?

    Unsere Bedürfnisse müssen zwar nicht alle „ausgelebt“ werden, doch sie wollen „gehört“ und akzeptiert werden. Je mehr wir diese annehmen, umso weniger ablehnend werden wir den Bedürfnissen unserer Kinder gegenüber und sind in der Lage verständnisvoller auf diese zu reagieren.

    Eine Ablehnung ihrer Wünsche verstehen Kinder immer als ein „Nicht richtig sein“ bzw. „Nicht liebenswert zu sein“. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass gleichzeitig die Bedürfnisse der Eltern, die in ihrer eigenen Kindheit abgelehnt wurden, eine Art Heilung erfahren.

    Warum brauchen glückliche Kinder entspannte Eltern?

    Wenn wir gut für unsere Bedürfnisse sorgen, sind wir wesentlich ausgeglichener, was unsere „Schmerzgrenze“ höher setzt und wir entspannter auf Dinge reagieren können, die uns „gegen den Strich gehen“. Dann erhalten unsere Kinder, umso mehr das, was sie sich wünschen, so geliebt zu werden, wie sie sind.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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    Beitragsfoto: Liderina / shutterstock
  • Spätgebärende = Risikoschwangerschaft – Bitte holen Sie sich ihre Verunsicherung ab!

    Spätgebärende = Risikoschwangerschaft – Bitte holen Sie sich ihre Verunsicherung ab!

    Spätgebärende gleich Risikoschwangerschaft

    Ich fand es in meiner ersten Schwangerschaft (da war ich gerade 35 geworden) schon doof ständig als Spätgebärende bezeichnet zu werden. Als Spätgebärende werden im allg. Frauen benannt, die das 30. Lebensjahr deutlich überschritten haben. Das Wort Risikoschwangerschaft schwirrte auch immer in meinem Kopf rum.

    Ich habe mal bei Wikipedia geschaut, was da über Spätgebärende steht:

    Als Spätgebärende werden im Allgemeinen Frauen benannt, welche zum Zeitpunkt der Geburt das klassische Schwangerschafts- und Gebäralter zwischen 18 und 30 Jahren deutlich überschreiten.

    Wow, das sitzt. Das klassische Gebäralter! Es gibt also ein klassisches Gebäralter! Wer legt das denn fest? Und viel mehr, wie legt man das fest? Dass man über 18 Jahre alt sein sollte, das sehe ich ja ein.

    Frau sollte volljährig sein und wissen was sie tut. Wenn ich mich an meine Reife mit 18 erinnere, nein da war ich definitiv noch nicht reif genug für ein Kind. Aber das soll hier nicht das Thema sein. Es geht vielmehr darum, wann man zu alt für ein Kind ist.

    Ich war gerade 35 geworden, wir hatten geheiratet, da wurde ich, geplant und gewünscht, schwanger. Für mich war das der perfekte Zeitpunkt.

    Zu oft den falschen Mann kennengelernt

    Ich hatte 18 Jahre meines Lebens gearbeitet, oft den falschen Mann kennengelernt und mir die Hörner abgestoßen. Deshalb war das für mich genau der richtige Zeitpunkt.

    Da ich am Anfang unter extremer Übelkeit litt, war ich krankgeschrieben und las viel im Internet über Schwangerschaft und Babys. Natürlich verunsicherten mich auch jedes Mal die Wörter Spätgebärende und Risikoschwangerschaft.

    Als Spätgebärende beim Triple-Test

    Mein Frauenarzt meinte auch, dass wir unbedingt einen Triple-Test machen sollten. Ich wäre ja nicht mehr die Jüngste (hat er wirklich gesagt). Und wir müssten uns über die Konsequenzen, die ein schlechtes Testergebnis bringen würden, klarwerden.

    Die Zeit, die ich auf das Ergebnis warten musste, war extrem belastend. Mein Arzt ging beim nächsten Mal dann ungefähr zwei Sekunden auf das Ergebnis ein: „Ist völlig unauffällig“. Das war es.

    Versteht mich nicht falsch. Ich war natürlich dankbar für dieses Ergebnis, nur hatte ich mir doch so viele Gedanken gemacht. Was ist, wenn ein schlechtes Ergebnis rauskommt? Was folgt dann?

    Weitere Abklärungen? Eventuell sogar ein Abbruch? Schrecklich diese Gedanken!

    Triple-Test ist mit Vorsicht zu genießen

    Später las ich über den Triple-Test, dass er doch eher sehr mit Vorsicht zu genießen sei und häufig schlechte Ergebnisse herauskämen, die völlig gesunde Babys hervorbringen.

    Aber so ein bisschen behielt ich immer die Angst im Hinterkopf. Wir bekamen ein gesundes Mädchen.

    Als ich dann das zweite Mal mit 38 schwanger wurde, war das auch der richtige Zeitpunkt. Die Schwester war zweieinhalb und genauso wollten wir es. Ich hatte meinen Frauenarzt gewechselt.

    Der neue ist und war sehr entspannt. Er hielt mich keinesfalls für zu alt. Der Ultraschall war von Anfang unauffällig. Und vom Triple-Test war er auch nicht überzeugt und inzwischen war der auch überholt.

    Er gab mir die Möglichkeit einen sehr kostspieligen Bluttest machen zu lassen. Wenn ich mich recht erinnere, sollte der Test 800 Euro kosten. Aber mein Frauenarzt meinte, dass wir uns dieses Geld getrost sparen könnten. Wir machten den Test nicht.

    Screening für Spätgebärenden

    Beim Screening schickte er uns zu einem wahren Experten, weil er dort jede seiner Ü35 Patientinnen hinschickt. Der versicherte uns auch, nach einer tollen Untersuchung, das unser Kind gesund ist.

    Ich war entspannt. Wir bekamen einen gesunden Jungen.

    Ich finde, jede Frau darf für sich selbst entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt für eine Schwangerschaft ist. Im Endeffekt entscheiden es sowie unsere Kinder.

    Und die Ärzte sollten sich nicht auf ihre Vorgaben versteifen und jede Ü-35-Mutti als Spätgebärende und als Kandidatin für ein behindertes Kind einstufen. Wir Frauen von über 35 sind heute anders und frischer als die Frauen vor 40 Jahren.

    Auch sollte die Presse nicht über jede späte Mutter herfallen, als wäre sie die absolute Gebär-Sensation. Ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl hier und da, wäre nicht schlecht.

    Eure Nadine (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto:  Photographee.eu / shutterstock