Laufen lernen: Wir freuen uns Euch diesen tollen Beitrag über die Magie der ersten Schritte von unserer Babytalk – Autorin Dr. Kerstin Bosch vom Blog (www.kidfoot.de) vorstellen zu können.
Der Moment der ersten Schritte unserer Kinder ist immer wieder magisch. Ihnen eröffnet sich eine ganz neue Welt, die es zu entdecken gilt. Sie bekommen im wortwörtlichen Sinne eine andere Sicht auf die Dinge.
Schlagartig haben sie, was die Wahrnehmung und Bewegung angeht, ganz neue Möglichkeiten. Nicht umsonst wird der Laufbeginn als einer der großen Meilensteine der kindlichen Entwicklung bezeichnet.
Zeit lassen zum Laufen lernen
Jedes Kind sollte diesen Moment der ersten Schritte ganz allein für sich bestimmen, denn jedes hat einen eignen inneren Masterplan, nach dem alles abläuft. Uns als Eltern fällt es nicht immer leicht das Kind einfach mal machen zu lassen und nicht zu helfen.
Aber es ist enorm wichtig, dass die Kinder diese Erfahrungen selbständig machen, ohne Hilfe von außen. Häufig zeigen Kinder, die zu früh hingestellt oder immer an der Hand geführt wurden, in ihrer späteren motorischen Entwicklung Defizite.
Fallen gehört zum Laufen lernen
Laufen lernen ist ein enormer Schritt für den gesamten Körper und braucht einfach Zeit und Übung. Dass die Kinder in der ersten Zeit des Laufen lernens oft hinfallen, ist von der Natur so vorgesehen und enorm wichtig für die weitere Entwicklung. In den seltensten Fällen verletzen sich Kinder dabei ernsthaft.
Grundsätzlich lernen Kinder nicht spontan auf einmal laufen. Man kann es ihnen auch nicht einfach ‚beibringen’. Vielmehr ist es ein langer, sehr individueller Prozess, der quasi schon mit dem ersten selbständigen Kopfheben in Bauchlage seinen Anfang nimmt.
Das Langhangeln an kippsicheren Gegenständen (Sofa, Stühle, Kommoden, usw.) ist die Vorstufe des freien Gehens. Hier ist der Seitschritt einer der ersten wichtigen Erfahrungen. Irgendwann lösen die Kinder von selbst die Hände und machen allein die ersten Schritte.
Wann geht´s los mit dem Laufen?
Der Zeitpunkt der ersten selbständigen Schritte variiert von Kind zu Kind. Es gibt Laufanfänger, die sind gerade mal 10 Monate alt. Das ist recht früh. Andere brauchen etwas länger, weil sie stattdessen mit anderen Dingen, wie zum Beispiel dem Sprechenlernen beschäftigt sind – oder sie sind einfach etwas gemütlicher. Der Durchschnitt liegt bei ca. 14-15 Monaten. Alles zwischen 12-18 Monaten liegt noch im Normbereich.
Laufen lernen – Ab wann braucht das Kind Schuhe?
Schon bevor die ersten Schritte gemacht werden, fragen wir Eltern uns, wann unser Kind das erste Paar Schuhe tragen soll und kann. Grundsätzlich gilt: Keine Schuhe vor Laufbeginn! Und auch dann kann man sich oft noch Zeit lassen, bevor das erste richtige Paar an die Füße kommt.
Denn eigentlich braucht der gesunde Kinderfuß keine Schuhe. Der Fuß bringt von Natur aus alles mit, was er zum Gehen und Stehen braucht: Ein Fettpolster zur optimalen Druckverteilung und eine weiche, formbare Struktur, die sich im Laufe der Zeit der Belastung anpasst.
Daher ist es wichtig, möglichst lange auf weiche, flexible Alternativen wie Lederpuschen oder Stoppersocken zurück zu greifen.
Viele Babys wollen möglichst schnell genau das essen, was alle am Familientisch zu sich nehmen. Das ist ja viel spannender, was die anderen kriegen. Wenn Du beobachtest, dass Dein Baby sich sehr für Lebensmittel und Essen interessiert, dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um etwas Neues auszuprobieren = Baby led weaning.
Baby led weaning (BLW) heißt ein relativ neues Konzept aus Großbritannien, zu deutsch „Vom Baby dirigiertes oder selbst bestimmtes Abstillen“. Bei dieser Methode der Babyernährung im ersten Lebensjahr greifen Eltern nach mehr oder weniger sechs Monaten ausschließlicher Muttermilch (oder Fläschchennahrung) nicht automatisch zum Babybrei.
Sie ermöglichen ihrem Kind, gleich richtig mit zu essen, und bieten weich gekochte Äpfel, Karotten, Kartoffeln oder frische Himbeeren im Birchler Müsli an. Die Basis des Birchler Müslis besteht aus weichen in Wasser aufgelösten Hafer-, Reis-, Hirse- oder Dinkelflocken, sowie Weizen- oder Maisgrieß. Auch ein Stück Brot oder Breze eignet sich für den Anfang. Eigentlich gibt es keine Tabus außer Salz und Nüsse.
Weiches Obst könnte dem Baby besser schmecken
Weiches Obst wie Banane, Avocado oder Birne könnte dem Baby viel mehr Spaß machen als sein Brei. Es ist möglich, das Obst in kleine Stücke zu schneiden. Saftige Apfel oder Fleisch eignen sich zum daran Saugen.
So bekommt das Baby den vielfältigen Geschmack von Lebensmitteln früh mit. Wenn es sich dann an den Kartoffeln satt gegessen hat, holt es sich seine Nährstoffe eben weiterhin aus der Muttermilch. Das Kind kann sich aber frei etwas aus einer kleinen Auswahl an geeigneten Lebensmitteln aussuchen.
Wann ist mein Baby für Beikost bereit?
Abstillen Mutter füttert Kleinkind mit Brei
Expertinnen wie die Fachautorin und Journalistin Norau Imlau findet den richtigen und individuellen Zeitpunkt für das Abstillen entscheidend. „Ich finde es wichtig, Babys dann Essen anzubieten, wenn sie dafür bereit sind. Das heißt, wenn sie sichtlich Interesse zeigen, an anderer Kost als Muttermilch. Das kann mit fünf oder auch erst mit neun Monaten sein.
Es gibt 3 grundsätzliche Beikost-Reifezeichen
der Zungenstoßreflex ist abgeklungen
die Hand-Mund-Koordination ist vorhanden und
während der Nahrungsaufnahme kann das Baby sich selbstständig im Oberkörper halten -> quasi sitzen. Erst mit dem Sitzen ist der Rumpf von den Muskeln ausgebildet. Die Gefahr sich zu verschlucken ist in Aufrechterhaltung minimierter.
Wenn alle Anzeichen bei Eurem Kind gegeben sind, könnt ihr davon ausgehen, dass es reif ist mit fester Nahrung zu beginnen.
Baby led weaning – So ernähren sich Babys optimal
Wenn Babys dann mit einer gesunden Auswahl auf dem Teller selbstbestimmt essen lernen dürfen, ernähren sie sich optimal, was Nährstoffe und Essensmenge angeht, wenn sie parallel weiter gestillt werden. Wobei der Hauptbestandteil der Baby-Nahrung grundsätzlich die Muttermilch /Pre bleiben sollte.
Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass Babys intuitiv Lebensmittel meiden, die sie nicht vertragen. Beim Breifüttern ist das nicht der Fall.“
Ein wichtiger Aspekt beim BLW ist neben der selbstbestimmten Auswahl auch die aktive Rolle, die das Baby einnimmt. Es lernt selbständig, kleine Stücke in der Hand zu halten sowie die benötigte Koordination, etwas zum Mund zu führen. Na und wie stolz die oder der Kleine sein wird, darüber wie es ganz alleine essen kann. Versteht sich von selbst, oder?
Gerade Kinder, die keinen Brei mögen, kommen mit Baby led weaning voll auf ihre Kosten. Moana Mahina Werschler, Gründerin des Mamafoodblogs Miss Broccoli empfiehlt, BLW mit Brei zu mischen. Es müsse ja nicht immer nur das eine oder das andere sein – Hauptsache, das Baby darf selbst entscheiden. Ihr Kind hat zum Beispiel erst mit 11 Monaten richtig essen mögen, bekam aber seit dem fünften Monat Brei.
Damit das Kind alle wichtigen Inhaltsstoffe bekommt, die es braucht, rät sie dem Kind Dipps anzubieten. Die könnten aus Mandelmus oder Frischkäse sein. Und natürlich schadet auch ein bisschen hochwertiges Pflanzenöl nicht. Viele Familien lassen die Kinder einfach am normalen Familienessen teilnehmen. Es funktioniert alles von Nudeln mit Tomatensauce bis hin zu gekochtem Gemüse und Pfannkuchen.
Bekömmliche Familienkost
Gut geeignete Gemüse sind gedünstete/r Pastinake, Kürbis, Kohlrabi, Karotte, Brokkoli und Süßkartoffel. Als Ausgangsbasis können die Zutaten von Babybreien genommen werden. Nur dass sie eben nicht püriert und zu einem Einheitsbrei vermischt serviert werden.
Zum Thema Brei sagt Nora Imlau: „Klar gibt es auch Babys, die lieber Brei mögen. Aber auch den können sie ja selber essen, Kartoffelbrei zum Beispiel. Das geht mit den Händen oder mit einem Löffel.“ Eine Alternative sieht die Fachautorin für Familienthemen im sehr achtsamen, langsamen Füttern.
„Also wirklich nur assistierend, wenn das Baby sichtlich will, aber von der Motorik her noch nicht allein kann. Ohne Ablenkung, ohne zu versuchen, ihm mehr unter zu jubeln als es verlangt“, erklärt sie. Mehr Tipps hat Nora Imlau in ihrem absolut empfehlenswerten Buch „Das kompetente Baby“ gesammelt.
Auch Moana Mahina Werschler sagt: „Das Gesicht, wenn das Baby mit sechs, sieben oder acht Monaten zum ersten Mal ein Karottenstück in den Mund nimmt, wird nicht pure Freude sein. Die Neugier ist aber meist so groß, dass es weiter probiert!“
Dass eine solche Haltung, das eigene Bewusstsein für Ernährung fördert und den Kindern von klein auf hilft, ein Gefühl für das Satt sein und die eigenen Bedürfnisse zu entwickeln, klingt plausibel.
Baby led weaning – Bedürfnisorientierte Ernährung
Natürlich gibt es auch viele Kritiker. Anstoß nehmen sie in erster Linie daran, dass die Kinder auf diese Art und Weise nicht ausreichend ernährt und Mangelerscheinungen davontragen würden. Während der deutsche Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte das Konzept schlichtweg ablehnt, befürwortet es der Hebammenverband.
Natürlich spielt auch hier wieder der gesunde Menschenverstand eine große Rolle. Wenn ich sehe, dass mein Kind zum Verschlucken neigt und nicht gut mit den angebotenen Lebensmitteln zurecht kommt, lasse ich solche Lebensmittel natürlich weg. Damit wären wir wieder beim Thema „Bedürfnisorientierung“ und bedürfnisorientierte Ernährung.
Einfühlungsvermögen und Achtsamkeit im Umgang mit dem Kind hilft auch beim Thema Ernährung. Probiert alles aus und bietet Möglichkeiten an. Und natürlich kriegt ein Breiverweigerer nicht nur Gemüsesticks zum Lutschen, sondern neben vielen leckeren Probierstückchen eben auch die gute Milch der Mama oder die Säuglingsmilch aus dem Fläschchen – ganz so wie bisher.
Geschwisterkind: Immer wieder hören und lesen wir, von den Veränderungen in den vorher harmonischen Familien, wenn ein zweites Kind kommt, weil das Erstgeborene anfängt zu „rebellieren“. Da stellen sich viele die Frage:
„Kann ich mein erstes Kind auf sein Geschwisterkind vorbereiten?“
Meine Antwort: Erstens, ja, du kannst dein Erstgeborenes auf weiteren Nachwuchs vorbereiten.
Zweitens: Ob sich dadurch aber das „Leiden“, wenn es denn dann dazu kommen sollte, schmälert, ist ungewiss. Das soll nicht heißen, dass du nichts probieren sollst, sondern vor allem, dass du probierst entspannt zu bleiben.
Zudem solltest du dich nicht von Erfahrungen anderer in Bezug auf die Veränderungen, die ein Geschwisterkind mit sich bringen kann, zu sehr irritieren lassen. Es gibt unzählige Faktoren, die darauf Einfluss haben und die du nicht alle wahrnehmen, noch beeinflussen kannst.
Die schönen Erfahrungen, wenn Kinder ein Geschwisterkind bekommen, hört man leider seltener. Was nicht daran liegt, dass es sie so selten gibt. Wir lassen uns nur „gewohnheitsmäßig“ mehr von negativen Nachrichten und Geschichten „faszinieren“ und behalten diese somit länger im Gedächtnis.
Nichtzuletzt erhält man mit „negativen Geschichten“ häufig mehr Aufmerksamkeit von anderen als mit schönen und vermutet daraufhin, dass diese sich für „Schauergeschichten“ mehr interessieren.
Solltest du deinem Erstgeborenen von Anfang an vom Nachwuchs erzählen?
Ja, meiner Meinung nach unbedingt. Denn erstens spürt dein Kind die Freude bzw. Veränderung von dir sowieso, kann sie dann aber nicht einordnen, was es verunsichern kann.
Und zweitens: Falls es zu Komplikationen bzw. sogar einer Fehlgeburt kommen sollte, kann es dann den Schmerz von dir ansonsten nicht verstehen und wird deinen Kummer möglicherweise auf sich beziehen.
Wann der richtige Zeitpunkt ist, es deinem Kind mitzuteilen, musst du für für dich selbst entscheiden. Die Anregungen, die du hier findest, werden selbst, wenn du sie nur liest, unbewusst von deinem Gehirn verarbeitet und in deinen Gefühlen, wenn sie zu deinen Überzeugungen passen, Ausdruck finden.
Ein paar Ideen, wie du dein Kind auf ein Geschwisterkind vorbereiten kannst
Wie gesagt, ist es gut die Erstgeborenen direkt von Beginn an Teil haben lassen und auch deine Emotionen zu zeigen.
Wie viel du ihnen erzählst, hängt meines Erachtens vor allem vom Alter deines Kindes ab, doch mitteilen, solltest du es ihm auf jeden Fall und deine Freude unbedingt auch.
Zudem ist es hilfreich, bei allen Unternehmungen, die mit der Geburt des Geschwisterkindes zu tun haben, zu erzählen, wie es bei dem Erstgeborenen war. Vor allem, wenn diese Freude und Liebe beinhalten.
Vielleicht passt du auch euer bestehendes Einschlafritual an, in dem du das ungeborene Geschwisterkind in die gute Nachtgeschichte miteinbeziehst. Und deinem Kind dabei immer wieder einlädst zu hören, was sein „Geschwisterchen“ dazu antwortet.
Und wenn dein Kind es liebt, lasse es deinen Bauch streicheln und wahrnehmen, wie gut es dir tut.
Alle Kinder lieben es ihre Eltern glücklich zu sehen!
Wenn du die aktuellen Ultraschallbilder zeigst, kannst du dies nutzen, um auch die Bilder von deinem Erstgeborenen mit Rundgehen zu lassen. Dabei solltest du auch deine damalige Freude zeigen und deine früheren Gedanken äußern.
Und nehme dein Kind zum Einkaufen der Erstausstattung mit und lade es ein seine Meinung zu äußern, und wenn „möglich“ nehme zumindest eine seiner Vorschläge an. Das freut dein Kind und es fühlt sich wertgeschätzt.
Nichts vom Erstgeborenen einfordern
Es ist nicht hilfreich und geht häufig sogar „nach hinten los“, wenn du Freude oder bestimmte Taten von deinem Kinde während der Schwangerschaft, Geburt sowie später erwartest. Erfüllte Erwartungen machen nie glücklich, sie entsprechen eher einem okay. Geschenke, die du ohne Erwartung erhältst, haben das Potential dich glücklich zu machen.
Nehme es stattdessen so gelassen wie möglich hin, wenn dein Kind sich aus allem raushalten möchte, was mit der Schwangerschaft seines Geschwisterkindes zu tun hat. Manchmal hat es einfach Angst, was da Unvorstellbares auf es zukommt.
Der Gedanke, es muss jetzt da durch, da es ansonsten umso schwerer wird, wenn das Baby dann da ist, ist auf jeden nicht hilfreich.
Wir versuchen uns von klein auf darin „Negatives/Verletzungen“ vorwegzunehmen, umso den späteren Schmerzen zu mildern. Doch hat es je geholfen? Nein, es tut trotzdem immer wieder und sehr weh.
Für Fragen stehe ich dir gerne zur Verfügung, schreibe sie einfach als Kommentar oder per PN über Facebook.
Werbung: Unser Buch
Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist:
Der folgende Beitrag „Vor Kindern streiten“ brannte mir schon sehr lange unter den Nägeln und ich freue mich ihn mit euch zu teilen.
Ist Streit vermeidbar?
Es ist an sich nicht immer zu vermeiden, dass unsere Kinder mitbekommen, wenn wir uns streiten. Egal, wie kontrolliert wir uns auch verhalten, manchmal bahnen sich unsere Gefühle dennoch ihren Weg, ob wir es wollen oder nicht. Und das ist auch gut so.
Denn mit sich selbst zu sehr kontrollierenden Eltern haben Kinder ihre Schwierigkeiten. Unsere Kinder nehmen auch unsere unterdrückten und häufig uns selbst nicht einmal bewussten Gefühle wahr. Dies verunsichert sie, weil sie das, was sie hören und dass, was sie spüren, nicht zusammen bekommen.
Mit der Zeit beginnen sie dann immer mehr an sich und ihrer Wahrnehmung zu zweifeln.
Es ist nie schön für Kinder, wenn ihre Eltern streiten, denn …
erstens fühlen sie sich immer dafür verantwortlich, wenn sie auch keine Ahnung haben, warum. Sie können nicht anders, weil sie sich noch immer bewusst sind, der Mittelpunkt ihres „Universums“ zu sein.
zweitens macht es ihnen sehr große Angst, dass ihre Eltern sich trennen und uns sie „auf der Strecke bleiben“. Ihre Eltern existieren in ihrer Vorstellung nur als Paar und sind in ihren ersten Lebensjahren nicht allein vorstellbar für sie.
drittens es nagt an ihrem Verbunden- und Geborgenheitsgefühl. So als würde ihre uneinnehmbare Burg Risse bekommen. Was wiederum Angst macht.
Das schlimmste an einem Streit der Eltern ist aber nicht das Streiten, das Schlimmste für unsere Kinder ist, dass sie in der Regel nicht mitbekommen, wie sich ihre Eltern wieder vertragen. Denn dadurch lernen sie, dass ihre Ängste unbegründet sind.
Aus meiner Erfahrung als Familien- und Paartherapeut kann ich euch mitteilen, dass über 90% aller Streitigkeiten nicht aus dem Grund geführt werden, die man denkt. Da die Ursache meistens viele Stunden vorher wahrgenommen wurde, nicht selten, ohne das es einem bewusst ist, weitergeschürt werden und erst später, häufig durch eine vergleichsweise Nichtigkeit, zu einem Streit führen, den der andere in diesem Moment nicht nachvollziehen kann. Und nicht zuletzt, beruhen diese Streitigkeiten fast immer auf Missverständnisse.
Es gibt verschiedene Fragen, die es einem leichter machen können, einzulenken:
Is this Drama really necessary?
Willst Du Recht haben oder glücklich sein?
Wie wichtig ist dir dies in einem oder in 5 oder 10 Jahren?
Vor Kindern streiten
Wenn wir es einmal nicht schaffen einen Streit vor unseren Kindern zu vermeiden, wäre es super, wenn wir es hinbekommen würden,
einen Break zu machen,
gemeinsam zu unserem Kind (unserer Kinder) zu gehen,
um ihnen mitzuteilen, dass Mama und Papa gerade uneinig sind und
dass sie gerade nicht weiterkommen, dass es aber nicht schlimm ist,
dass sie sich lieben, wenn es auch nicht so aussieht
den anderen respektvoll zu behandeln und
dass es nichts mit ihnen zu tun hat und
dass sie eine Lösung finden werden und sich dann auch wieder umarmen.
Man kann damit gar nicht zu früh beginnen. Selbst während der Schwangerschaft ist es hilfreich, wenn die werdende Mutter regelmäßig mit ihrem heranwachsenden Kind spricht und das vor allem, wenn sie, wie z.B. durch einen Streit aufgebracht oder traurig ist. Beruhigend gesprochene Worte helfen dem Embryo, die vorher aufgebaute Spannung wieder abzubauen.
Was wir unbedingt vermeiden sollten
Wenn Eltern sich streiten, unterliegen die sich unterlegen Fühlenden nicht selten der Versuchung sich mit dem Kind zu verbünden. Und selbst wenn die Annäherung vom Kind kommt, tut es diesem nicht gut. Es liebt beide Elternteile und wenn es sich dann einem zuwendet, hat es innerlich das Gefühl den anderen zu verraten.
Ich halte es nicht für wünschenswert unsere Kinder in dem Gefühl einer scheinbar „streitlosen Welt“ aufwachsen zu lassen. Hieraus können sich in ihrem späteren Leben große Probleme mit Wut und Streit, bis hin zu allen nicht „liebenswerten“ Gefühlen entwickeln.
Und immer, wenn dann in ihnen eines dieser Gefühle hochkommt, verurteilen sie es bzw. sich und unterdrücken es. Zumindest solange bis es sich einen Weg an die „Oberfläche“ erkämpft hat. Und wollen wir das?
Unser Anspruch „perfekt“ zu sein
So sehr es liebens- und wünschenswert wäre, perfekt zu sein, ist es nicht, dass was Menschen glücklich macht. In meiner Praxis frage ich meine Klienten in Situationen, in denen sie an sich zweifeln, weil sie es anscheinend nicht geschafft haben, perfekt zu sein:
„Wollt ihr, dass eure Kinder auch an sich verzweifeln und sich verurteilen, weil sie nicht perfekt sind oder wollt ihr, dass sie glücklich sind? Ihr könnt euch vermutlich vorstellen, was sie rundweg alle antworten?“ Kinder lernen, wenn nicht ausschließlich, dann zumindest am meisten durch Nachahmung und deshalb ist es so wichtig, es ihnen vorzuleben.
Kindern die Chance geben, streiten zu lernen
Warum wollen wir, dass unsere Kinder mit anderen Kindern spielen?
Weil wir uns wünschen, dass sie dabei soziales Verhalten lernen. Wozu auch gehört, sich zu streiten und wenn möglich Kompromisse, wenn nicht gar gemeinsame Lösungen zu finden.
Also lasst uns damit beginnen, unser Bestes zu tun und es ihnen vorzuleben. Als Menschen haben wir immer den Anspruch unser Bestes zu geben, wie daneben wir manchmal auch liegen. Zudem steht dieser Wunsch entgegen dem Anspruch nach Perfektion unserem Glück zumindest nicht im Weg.
Übrigens, der sicherste Weg nicht vor den Kindern „streiten zu müssen“, ist es auf unsere Bedürfnisse nach Ruhe, Austausch und Bestätigung zu achten.
Euer Deva (Babytalk – Redaktion)
Werbung: Unser Buch
Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.
Wir halten Euch immer wieder über die neuesten Ratgeber auf dem Laufenden, vor allem über jene, die wir für WIRKLICH SINNVOLL erachten und dazu gehört dieses Buch über die natürliche Geburt.
Und für wirklich sinnvoll halten wir das Buch „Vertrauen in die natürliche Geburt“ von Dr. med. Wolf Lütje, zumal es von einem Frauenarzt geschrieben wurde, welcher uns völlig aus unserem Vorurteil gegenüber Frauenärzten („die machen doch alle lieber einen Kaiserschnitt!“, „Eine Geburt kann nicht schnell genug gehen!“) abholt.
Denn Dr. med. Wolf Lütje ist ein Arzt, der die Schwangerschaft und Geburt so betrachtet, wie sie nun einmal sind: Als kraftvolle, wundervolle Ereignisse, denen man nicht zu viel Input unnatürlicher Art einflößen sollte, wenn es nicht unbedingt lebensnotwendig ist.
Nun zum Buch selber:
Für alle schwangeren Frauen, die mehr über ihre eigenen Möglichkeiten und Potentiale der Kraftentfaltung unter der Geburt erfahren möchten, sind hier etliche Informationen über die Vorgänge einer Geburt zusammengefasst.
Hinzu kommen wundervolle Tipps über die Gestaltung der Geburtsumgebung und zwar völlig ohne Vorurteile sowohl über den Kreißsaal im Krankenhaus als auch dem eigenen Zu Hause und einem Geburtshaus.
Er empfiehlt unbedingt die natürliche Geburt, hält wenig von einem Kaiserschnitt.
Hier ist unser einziger Kritikpunkt zu finden: Wir hätten uns mehr Tipps für jene Mütter gewünscht, die nicht um einen Kaiserschnitt herum kommen. Die Nachteile dieser Geburt sind für „Kaiserschnittmamas“ nicht gerade angenehm zu lesen. Hier wäre ein „Abholen“ dieser Mütter sinnvoll gewesen.
Dennoch sprechen wir hier eine absolute Kaufempfehlung aus.
Das Buch ist im Kösel Verlag erschienen und beinhaltet 144 Seiten.
Euer Baby beruhigen: Hier kommt ein neuer Beitrag von unserer Babytalk-Autorin Verena. Sie hat Euch nachfolgend einige Tipps zum Beruhigen Eurer Liebsten zusammengefasst.
Wenn ein ganz kleines Baby schreit, braucht es etwas, nur was? Hat es Hunger, ist es müde oder sucht es einfach nur die Nähe der Mama?
Die anfangs oft schwierige Aufgabe herauszufinden, was denn nun los ist, warum ein Kind sich nicht beruhigen mag, ist eine wahre Herausforderung für junge Eltern.
Wenn keines der drei oben genannten Faktoren der Grund für das Schreien ist, was dann?
Ja, es gibt dann noch Bauchweh und Blähungen, die gerne als pauschale Erklärung für nicht zu ergründende Aufregung beim Säugling hergenommen wird.
Die so genannten Dreimonatskoliken sind wirklich fies bei manchen Neugeborenen und die Eltern leiden förmlich mit.
Manchmal war ich mir aber gar nicht so sicher, ob es denn nun wirklich das Bäuchlein ist, das nach der Milchmahlzeit so zwickte, oder ob der Kleine nicht einfach mal Schreien muss, um mit den Aufregungen der Geburt klar zu kommen und den vielen neuen Eindrücken, die andauernd so auf ihn einwirken.
Wenn ein Baby eine komplizierte Geburt erlebt hat, sollten die Eltern auch immer einmal daran denken, wenn sie verzweifeln, weil sie nicht wissen, wie sie ihr Baby beruhigen können.
Alles braucht seine Zeit und so hat es bei uns fast vier Monate gedauert bis unser Junge nicht mehr jeden Abend weinen und schreien musste.
Osteopathie bei Babys
Wir konnten da nicht viel tun, außer ihn zu halten und zu tragen – weiter gebrüllt hat er trotzdem, bis er irgendwann gegen elf eingeschlafen ist. Auch Osteopathie hat schon vielen Kindern geholfen, aber das wusste ich damals noch nicht.
Gerade wenn der Kopf durch die Geburt arg in die Länge gezogen wurde oder ähnliches.
Viele haben auch einfach erst einmal Nackenschmerzen, denn durch den engen Geburtskanal nach draußen zu kommen, ist ja auch eine extrem körperlich anstrengende Arbeit.
Mit meinen zwei weiteren Kindern war ich direkt beim Osteopathen und viele entspannende Massagen haben alle drei bekommen.
Wichtig fand ich auch, meinem Kind in den ersten Wochen nicht noch zusätzlich viel zuzumuten, sondern ihm so ruhige und entspannte Tage wie möglich zu schenken, im Kreis seiner vertrauten Bezugspersonen.
Generell galt für diese Zeit: Waren wir Eltern ruhig, gelang es auch dem Kind sich schneller wieder zu beruhigen. Regten wir uns selbst sehr auf, waren wir etwa nervös, weil wir nicht mehr wussten, was zu tun war, regte sich das Kind noch mehr auf.
Vielfältige Ursachen für Unruhe bei Babys brauchen demnach auch bedürfnisorientierte Lösungsansätze, um ein Kind zur Ruhe kommen zu lassen.
In den ersten Wochen und in der allerersten Zeit im Krankenhaus lässt sich euer Baby beruhigen indem ihr Geborgenheit herstellt. Dazu reicht schon ein gebrauchtes T-Shirt mit dem Duft der Mama, welches mit in die Wiege gelegt wird.
Das ist natürlich weniger wichtig, wenn die Mutter rund um die Uhr beim Kind sein kann. Aber in vielen Fällen ist das Neugeborene erst einmal auf der Säuglingsstation und das brach mir, zugegeben, das Herz:
Den Tipp mit dem T-Shirt hat mir eine Hebamme gegeben und es half mir, mich ein wenig besser zu fühlen.
Außerdem saßen wir so oft wie möglich auf einem Sessel, um das so genannte Bonding, den Hautkontakt zwischen Mutter und Säugling auszuüben.
Aber auch größere Kinder lassen sich durch Hautkontakt gut beruhigen. Sich ganz nah spüren, die Wärme, den Atem, den Herzschlag und den Puls, das Leben in einem selbst und im anderen spendet jede Menge Vertrauen.
Eine ganz tolle Art zur Ruhe zu kommen ist es tief und entspannt zu atmen, während das Baby bäuchlings auf einem liegt.
Beruhigen durch Worte und Töne
Dabei kann der Erwachsene mit seiner Stimme, mehr noch mit dem Kehlkopf eine Vibration oder auch ein Summen erklingen lassen.
Dieses Vibrieren der Stimme, das im Kehlkopf entsteht, kann euer Baby beruhigen. Es funktioniert erstaunlich gut – auch das ein Tipp einer Hebamme, die mir das vormachte und stets Erfolg damit hatte.
Dieser Trick bedarf allerdings ein wenig Übung. Denn nicht sofort gelingt es jedem eine entsprechende Vibration entstehen zu lassen. In den gemeinsamen Nächten bleibt genug Zeit zum Ausprobieren!
Ein probates Mittel euer Baby zu beruhigen ist nach wie vor der Schnuller. Bei uns ließen sich zwei von drei Kindern gerne damit beruhigen. Auch ein weiches Kuscheltuch oder ein Seidenpüppchen leisten gute Dienste.
Hierbei geht es um das Prinzip der Geborgenheit. So habe ich zum Einschlafen immer ein Nestchen aus einer gerollten Babydecke gebaut. Die Begrenzung um den Kopf herum schafft den Kindern Geborgenheit.
Wenn da nichts ist, um ihren Körper herum, nur leere Luft, fühlen sich die Kleinen oft nicht wohl. Kein Wunder, wenn man den engen Mamabauch gewohnt war, oder? Mehr dazu im Beitrag Pucken. Nestchen gibt es übrigens auch fertig zu kaufen.
Quengeln aus Langeweile
In den kommenden Monaten zwischen einigen wenigen Wochen und einem Jahr wissen Kinder immer noch alle Arten, der oben beschriebenen Geborgenheit, zu schätzen. Doch es ändert sich auch so einiges.
Plötzlich ist das Fläschchen zur Beruhigung verpönt, weil ein Arzt oder jemand anderes aus dem Bekanntenkreis sagt, das dauernde Nuckeln wäre nicht gut für die Zähne, außerdem entstünde das Problem des Entwöhnens.
Doch solange keine zuckerhaltigen Getränke im Fläschchen zur Beruhigung dienen, ist meiner Meinung nach alles halb so wild. Irgendwann hört jedes Kleinkind auf, am Schnuller und am Fläschchen zu nuckeln, wenn es doch so schön beruhigt.
Beruhigung durch den Schnuller
Wenn ihr ihnen von Beginn an einen Schnuller gegeben habt, dann lasst ihnen diesen ruhig noch ein bisschen. Schnullern hilft eurem Kind Stress abzubauen und sich dadurch zu beruhigen. Außerdem wäre es bestimmt nicht besser, als Ersatz für das frühzeitig entwendete Fläschchen mit dem Daumen lutschen anzufangen.
Denn weil der Daumen angewachsen und damit immer verfügbar ist, gewöhnt man sich diese Art der Beruhigung wirklich schwer wieder ab.
Früher war es üblich, den Schnuller der Kinder in Honig zu tauchen und dann war für eine Weile Ruhe. Das ist natürlich total schädlich für die Zähne der Kinder.
In diesem Alter quengeln die Kleinen nun auch öfter, weil Mama gerade keine Zeit hat und Baby allein noch nicht wahnsinnig viel machen kann. Es geht jetzt also nicht mehr primär darum, Bedürfnisse zu stillen.
Es geht um Unterhaltung. Von der einfachsten Methode, den Fernseher anzuschalten oder gar das Handy vor die Babywiege zu stellen, rate ich dringend ab. Der Wunsch nach Medienkonsum setzt früh genug ein. Es geht auch anders!
Beruhigendes Equipment
Ganz toll ist es, wenn das richtige Equipment im Hause ist: angefangen bei einem Mobile über dem Wickeltisch, das von der Mama zur Ablenkung bewegt werden kann über ein Baby-Gym, auch Spielhimmel genannt, in dem das Kind einmal zehn Minuten zufrieden glucksend mit sich selbst beschäftigt ist bis hin zu erstem Babyspielzeug.
Dazu gehören Rasseln, „essbare“ und waschbare Bilderbücher, aber auch ganz viele Gegenstände aus der Natur und aus Holz sowie eine Schublade in der Küche, die das Kind nach Herzenslust ausräumen darf.
Mamas Arbeitszeug ist doch am spannendsten: also her mit der Tupperware.
Wichtig finde ich es, in jedem Zimmer, in dem Mama gerade etwas zu erledigen hat, etwas zur Unterhaltung zu haben. So wandert das Kind einfach mit der Mama mit. Mit der Mutter in Sichtweite ist alles viel schöner.
Wir hatten zum Beispiel in der Küche zwei Babysitze mit Rollen (Lauflernhilfe), auf der Terrasse einen Laufstall und im Wohnzimmer ebenfalls einen.
Laufställe
Manche finden Laufställe blöd, aber für mich war das sehr praktisch, denn ich hatte
drei kleine Kinder zu beaufsichtigen und begann
schon früh wieder im Homeoffice zu arbeiten.
Wenn sie dann keine Lust mehr auf ein Spiel innerhalb dieser fein ausgepolsterten Begrenzung hatten, haben wir eben nach einer anderen Beschäftigung gesucht.
Babywiege
Außerdem hatten wir eine Federwiege, zu der ich jedem rate. Durch die leichte und kontinuierliche Bewegung, findet das Baby wie von selbst zur Ruhe. Diese entsteht aufgrund der großen Stahlfeder, an der die Wiege von der Decke herab hängt.
Und wenn das Kind einfach nicht mehr bespasst werden will, hilft oft einfach auch nur, wenn die Mama sich eine zeitlang direkt mit dem Kind beschäftigt und etwas mit ihm zusammen spielt:
Einen Kniereiter oder ein Fingerspiel vorsingt und ein wenig kuschelt.
Die bewährte Methode meines Mannes möchte ich hier auch nicht unerwähnt lassen: Ablenken! Wenn das Baby bei Papa auf den Armen fliegen darf, ist jeder „Stress bedingter Ärger“ im Nu vergessen.
Viele Grüße
Eure Verena
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Beitragsfoto: Saulich Elena / shutterstock
Foto 2: Cultura Motion / shutterstock
Vor einigen Monaten gab es so gut wie kein Magazin bzw. Blatt, welches nicht den Augenmerk auf Prinzessin Kate in England richtete, die mit ihrem dritten Kind schwanger ist und an Hyperemesis litt.
Uns fällt auf, dass es nach wie vor sehr wenige Stellen gibt, die mit dieser Schwangerschaftserkrankung fair umgehen und möchten Euch aus diesem Grund Einblick geben.
Ich hatte in der Schwangerschaft mit meiner Tochter mit genau diesem Problem zu kämpfen:
Die Schwangerschaft mit meiner Tochter (heute fünf Jahre alt) begann zunächst sehr entspannt. Die ersten sieben Wochen waren sehr angenehm, das einzige, was ich merkte waren seltsame Gelüste, was das Essen betraf.
Ab der achten Schwangerschaftswoche begann eine normale Morgenübelkeit, die ich allerdings mit viel Fencheltee ganz gut in den Griff bekam.
Hyperemesis in der 13. SSW
Das erste mal haute mich die Hyperemesis in der dreizehnten Woche so richtig um.
Der Papa der Kleinen und ich waren in der Stadt unterwegs, als ich plötzlich nicht nur wackelig auf den Beinen war, sondern auch einen schrecklichen Brechreiz hatte.
Ich kam von der Toilette eines Restaurant nicht mehr weg, da ich immer, sobald ich versuchte, mich auf die Beine zu stellen, erneut brechen musste.
Krankenhausaufenthalte in meiner Schwangerschaft
An diesem Tag wurde ich das erste mal stationär in einem Krankenhaus aufgenommen.
Dort verbrachte ich direkt erstmal sechs Wochen am Tropf, da ich nicht mal einen einzigen Schluck Tee oder Wasser in mir behielt. Von Essen ganz zu schweigen …
Ich konnte mich kaum bewegen, war extrem erschöpft und konnte mich nicht eine Minute auf ein Buch oder Zeitschrift konzentrieren.
Die Zeit im Krankenhaus habe ich allerdings als sehr positiv in Erinnerung, da ich dort einfach meinen Bedürfnissen nachgehen konnte und zu nichts gezwungen wurde.
Ich schrieb viel Tagebuch für die Maus, lag unfassbar viel im Bett und hörte Hörbücher, auch wenn ich meistens am Abend nicht mehr wusste, wovon sie handelten …
Dort habe ich dann übrigens auch damit begonnen meinem ersten Blog zu schreiben.
Die Infusionen verhinderten, dass ich austrocknete. Die Krankenschwestern waren super lieb, und blöden Fragen musste ich mich wegen meines „Unwohlseins“ auch nicht stellen.
In der Mitte der Schwangerschaft ging es ein paar Wochen ganz gut. Sprich, „ich musste nur drei mal am Tag brechen und nicht rund um die Uhr“ und ich konnte das Krankenhaus erst einmal verlassen.
Doch im sechsten Monat ging es wieder extrem mit meinem Brechen los und ich lag wieder auf meiner zu meiner zweiten Heimat etablierten Station.
Hyperemesisi Behandlung mit Akupunktur
Mit Akupunktur und Infusionen wurde ich gegen das Brechen behandelt. Zum Glück war mein Frauenarzt der Belegarzt in dem Krankenhaus, wodurch mit auch erspart blieb, nicht ernst genommen zu werden.
Ich möchte betonen!, dass es handelt sich bei dieser unangenehmen Schwangerschaftserkrankung nicht einfach nur um eine ausgeprägte typische Morgenübelkeit handelt!
Hyperemesis würde ohne Behandlung zu Austrocknung und Nährstoffmangel führen, was sowohl der Mutter als auch dem Fetus gefährden und / oder schaden würde.
Liebe Grüße
Eure Mira
Hier findet ihr einen weiteren Erfahrungsbericht unserer Hebamme Anja Lehnertz zu Hyperemesis, Hinweis der Redaktion.
Reisen mit Baby: Du wirst wahrscheinlich in den ersten Wochen nach der Geburt Deines Babys nicht viel ans Reisen denken. Zwischen Fütterungen und Windelwechseln erfordert ein neues Baby praktisch Deine gesamte Aufmerksamkeit. Das ist anstrengend und anspruchsvoll. Viele Mütter haben auch davor Angst, dass sich Neugeborene auf Reisen etwas einfangen könnten. Darum findet ihr nachfolgend ein paar hilfreiche Tipps.
Zum Glück sind Säuglinge nicht so «zerbrechlich», wie die Eltern manchmal fürchten. Ab dem Alter von rund drei Monaten sind Babys im Grunde bereit fürs Reisen. Viele Eltern haben das Gefühl, sie müssten ihren halben Hausrat mitnehmen, damit sich das Kind wohl fühlt.
Dem ist jedoch nicht so. Für ein kleines Baby ist das Zuhause genau da, wo seine Eltern sind. Das Reisen mit einem kleinen Baby gestaltet sich oft einfacher als mit einem Kind, das bereits krabbeln, klettern und somit in Schwierigkeiten geraten kann. Also nutze die Gunst der Stunde und gehe mit Deinem noch nicht allzu agilen Baby auf Reisen. Folgendes ist dabei zu beachten:
Anziehsachen fürs Baby auf Reisen
Wichtig auf Reisen: Immer genügend Kleider einpacken. Denn: Wenn die «Kaka-Explosions-Phase» – wie ich sie nenne – einmal da ist, dann hat man idealerweise Ersatzkleider zur Hand.
Ich habe mich schon oft gefragt, wie es möglich ist, dass ein derart kleines Geschöpf innert wenigen Sekunden bis nach oben zu den Schulterblättern voll sein kann. Meine drei Kids haben mir regelmäßig bewiesen, dass dies ohne weiteres geht.
Falls Ihr mit dem Auto reist, lohnt es sich einen Stoffbezug als Ersatz für den Autositz zu haben. Ich habe meist ein normales Frottiertuch dazu umfunktioniert.
Reisen mit Babys im Flugzeug
Die meisten Fluggesellschaften bieten für lange Flüge kleine Babybetten an. Die lohnen sich sehr, da es Deinem Baby ein bequemes Schlafen ermöglicht. Diese Betten werden mit einer Vorrichtung an der Wand direkt vor Dir montiert. Praktisch!
Das Wichtigste beim Fliegen mit Babys ist jedoch, ihnen beim Starten und Landen mit dem Druckausgleich zu helfen. Da das Kind beim Starten und Landen nach vorne gerichtet sein sollte, ist Stillen leider keine Möglichkeit. Ich würde darum eine Flasche mit Wasser, Tee oder Pulvermilch dabeihaben und darauf achten, dass Dein Kind davon trinkt.
Während des Fluges kann natürlich gestillt werden. Da das Wasser im Flugzeug mit extra Chemikalien angereichert ist, sollte es nicht für Pulvermilch verwendet werden. Es lohnt sich nach dem Sicherheitscheck am Flughafen, eine Thermoskanne mit heissem Wasser in einer Bar oder einem Restaurant aufzufüllen.
Ratsam beim Fliegen ist auch ein Set Ersatzkleider für dich und dein Baby. Ich erinnere mich, wie unser Sohn seinen Papa während eines Fluges voll gekotzt hat. Mein Mann hatte keine Ersatzkleider dabei und musste über mehrere Stunden mit stinkenden Kleidern dasitzen. Heute lachen wir beide darüber. Damals (vor allem er) nicht.
Wenn du in eine andere Zeitzone reist und dir Sorgen um den Tagesrhythmus Deines Babys machst, gibt es ein paar einfache Tricks. Beginne schon ein paar Tage vor der Reise den Schlafrhythmus deines Babys zu verschieben. Mehr als eine Stunde pro Tag ist jedoch sehr schwierig.
Es lohnt sich daher, früh genug damit anzufangen. Wenn ihr am Reiseziel angekommen seid, solltest du dein Baby für kurze Zeit dem direkten Sonnenlicht aussetzen. Dies signalisiert dem Kind, dass es noch Tag ist.
Reisen mit dem Auto
Viele Kinder schlafen automatisch ein bei langen Autofahrten. Dies ist praktisch für die Eltern, kann sich aber sehr negativ auf den Rhythmus des Babys auswirken. Ich würde daher genügend Pausen machen und das Kind immer wieder bewusst wecken. Eventuell eine Decke mitnehmen, die ihr auf den Boden legen könnt, damit das Baby auch mal strampeln kann. Ein Kind braucht immer wieder etwas Bewegung.
Babys nicht ungeschützt der Sonne aussetzen
Die Haut von Babies ist nur ein Zehntel so dick wie die von Erwachsenen. Ein Baby kann bereits nach fünf bis zehn Minuten direkter Sonneneinstrahlung einen Sonnenbrand erleiden. Dies kann mit einer schweren Verbrennung verglichen werden und löst oft Fieber aus. Darum ist es extrem wichtig, die Babys vor Sonneneinstrahlung zu schützen.
Da sich eine Sonnencreme mit chemischem UV Filter negativ auf die Gesundheit von Babys auswirken kann, ist eine Sonnencreme mit Mikropigmenten zu empfehlen. Die Kinder sollten ca. 30 Minuten vor der Exposition eingecremt werden, damit sich die Wirkung voll entfalten kann.
Nach ausgiebigem Baden sollte die Creme wiederholt aufgetragen werden, um den Hautschutz aufrechtzuerhalten. Bei Strandferien lohnt es sich, Kleider mit UV Schutz zu kaufen, um die Haut noch besser zu schützen.
Hygiene
Der Hygienefaktor auf Reisen mit Babys ist sicher von Bedeutung. Wenn ein Kind in der oralen Phase ist, lohnt es sich darauf zu achten, dass das Kind nicht alles in den Mund nimmt. Aber gerate nicht gleich in Panik, wenn dein Kind doch mal etwas ableckt oder am Strand Sand ins Maul stopft.
Viel wichtiger ist es, sauberes Trinkwasser zu verwenden. Und vergesse nicht, jedes Mal wenn dein Kind «Dreck» isst, stärkt es sein Immunsystem. Wenn es auch nicht ausarten sollte.
Reiseapotheke für Reisen mit Babys
Eine Reiseapotheke mit den wichtigsten Medikamenten dabei zu haben, lohnt sich auf jeden Fall und ist sehr zu empfehlen. Es kann ziemlich mühsam sein, in einem fremden Land, das richtige Medikament für dein Baby zu finden. Je nach Destination lohnt es sich, den Kinderarzt zu fragen, was ihr dabeihaben sollt.
Aber das Wichtigste ist, dass euch die Reise Spass macht. Wenn die Eltern glücklich sind, Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlen, übertragt sich das meistens auch auf das Baby. Ich habe das Reisen mit meinen Kindern immer sehr genossen und kann es allen wärmstens empfehlen.
Unerfüllter Kinderwunsch: Viele kennen diese Fragen: Na wann ist es bei euch soweit? Wann bekommt ihr denn ein Baby? Diese Fragen sind leicht gestellt, können aber bei werdenden Eltern auch Frust auslösen.
Der Kinderwunsch ist da, aber es will einfach nicht klappen? Bei manchen Paaren klappt es nach kurzer Zeit, bei manchen ist es harte Arbeit und es benötigt eine Menge Nerven und unglaublich viel Geduld.
Denn die menschliche Fortpflanzung ist ein sehr empfindlicher und störanfälliger Prozess und weibliche Unfruchtbarkeit kann neben körperlichen auch seelische Ursachen haben.
Ich kann da aus eigener Erfahrung sprechen. Wir hatten einen großen Kinderwunsch und bei jeden in meinem Verwandtenkreis klappte es relativ zügig.
Am Anfang machten wir unsauch keine großen Gedanken, doch mit zunehmenden negativen Tests wurde die Anspannung größer und größer. Wir versuchten einfach alles um schwanger zu werden.
Von Temperatur messen, über Sex am Eisprung und Zerfix Schleim Kontrolle war alles dabei. Zurückschauend kann ich sagen, dass mich dieses Verhalten wirklich unbewusst unter Stress setzte.
Es drehte sich nicht mehr um die schönste Nebensache der Welt, sondern wir hatten teilweise nur noch Sex nach Terminplaner.
Zu hoher Druck kann den Kinderwunsch blockieren.
Denn was viele gar nicht denken würden, der seelische Druck kann den Kinderwunsch sabotieren. Dies haben wir auch zu spüren bekommen.
Bei uns klappte es im Urlaub, ich hatte ehrlich gesagt keine Lust im Urlaub Temperaturen zu messen oder irgendwelche Kurven einzutragen. Also entspannten wir 14 Tage ohne irgendwelche Messungen.
Wir liebten uns, wann wir Lust hatten und schauten auch nicht auf fruchtbare Tage. Und schwubs war unser Wunschkind ganz unbemerkt unterwegs.
Der Kinderwunsch ist da, sollte aber auf keinen Fall zum Zwang werden
Unerfüllter Kinderwunsch, nachfolgend einige teilweise bekannte, doch sehr hilfreiche Tipps:
Denn nichts ist schlimmer als aufgedrängter Sex, der einem strikten Zeitplan folgt. Nicht zu letzt kann er auf Dauer die schönste Beziehung zerstören. Der Spaß sollte immer im Vordergrund stehen. Gelassenheit beim Kinderwunsch ist ein Schlüssel zum Erfolg.
Ruhig bleiben ist dort wirklich leichter gesagt als getan, aber nur so bleibt man locker und versteift sich nicht zu sehr auf den Wunsch schwanger zu werden.
Es ist wichtig, sich klar zu machen das die Natur ihren Gang gehen wird. Hier kann man leider nicht viel machen, außer auf seine fruchtbaren Tage zu achten.
Pärchen sollten ihren Kinderwunsch wie einen Termin behandeln: Wenn es gerade nicht klappt, dann wird einfach ein späterer Zeitpunkt ausgemacht. Besser aufgeschoben, als aufgehoben! Und in der Zwischenzeit können Pärchen die gemeinsame Zeit genießen.
Wichtig ist die Zeit zu zweit
Alles was positive und entspannte Gefühle hervorruft ist ideal. Ein kleiner Kurzurlaub, ein gemeinsamer Kino Abend oder ein entspannter Wellnesstag im Spa.
Alles was Glückshormone hervorruft ist perfekt. Entspannung und positive Gedanken sind ebenso wichtig. Wenn die Übungsphase aber länger als 1 Jahr beträgt, sollte doch lieber ein Arzt konsultiert werden und untersucht werden, ob körperlich wirklich alles in Ordnung ist.
Aber das Wichtigste ist wirklich, sich nicht stressen zu lassen und die ganze Baby Planungsphase entspannt zu sehen. Wenn, dann klappt es s0 am ehesten mit dem ersehnten Wunschkind.
Immer wieder werden wir gebeten etwas über Rituale fürs Baby und Kleinkinder zu schreiben. Und wir freuen uns nun, Euch den tollen Beitrag von unserer Autorin Verena zu diesem Thema vorzustellen.
Was wäre das Leben ohne Rituale, die uns durch den Tag begleiten. Rituale sind nicht nur für die Kleinen eine wunderbare Begleitung vom Aufstehen am Morgen bis zum abendlichen Einschlafen.
Auch den Eltern, die plötzlich mit einem Kind in Elternzeit zuhause sitzen und jeden Tag viele Stunden sinnvoll und abwechslungsreich für sich und Kind zu gestalten haben.
Und das ist oft gar nicht so einfach – nicht umsonst fällt vielen frischgebackenen Müttern/ Vätern nach einigen Monaten buchstäblich die Decke auf den Kopf.
Vor allem, wenn sie oder er die Tage mit Kind allein zu bestreiten hat.
Kind kennt sich aus
Rituale helfen, den Tagesablauf zu strukturieren. Das Kind wächst in seine Familie hinein durch stets gleich bleibende Riten.
Langsam beginnt es zu erkennen, dass der Tag beginnt, wenn Mama ins Zimmer kommt, die Vorhänge aufzieht, das Kind auf den Arm nimmt und es mit einem kleinen Morgengebet begrüßt:
Guten Morgen mein Engelein, der Tag ist neu, der Tag ist fein, komm lass uns zusammen glücklich sein.
Meistens entstehen solche Verse aus dem Bauch heraus. Es ist auch ganz egal, ob sie jeden Tag anders lauten. Es geht um ihre rituelle Wiederholung wie hier das immer gleiche Beginnen des Tages.
Im Familienbett in den Tag starten
Ein Tag mit Kindern kann auch ganz anders beginnen, etwa so im Familienbett:
Kind weckt total erschöpfte Mama durch langsam ansteigendes Weinen. Mama nimmt ihren Liebling in die Arme und füttert ihn erstmal ausgiebig.
Dann gehen die beiden gemeinsam wickeln und anziehen. Dazwischen versucht Mama sich noch einen Kaffee zu kochen, indem sie das Kind kurz in die Wiege in der Küche legt.
Mit einem Kaffee kann auch ein Tag beginnen
Auch auf diese Weise – indem es nach dem Füttern ein wenig allein in der Wiege liegt und vielleicht einem Mobile zusieht und der unbekannt aufregende Duft von Kaffee an sein Näschen dringt – lernt das Kind, das Morgen ist.
Wichtig ist auch hier wieder die Wiederholung. Dabei dürfen auch Tage abweichen. Wiederholung ist auch, wenn meistens etwas ähnlich abläuft.
Neugeborene haben noch kein Gefühl für Tag und Nacht. Sie haben ja erst einmal ihren eigenen Rhythmus und wachen alle paar Stunden auf, um zu trinken – ob es nun Tag oder Nacht ist.
Rituale helfen nicht nur unseren Kleinen, auch für uns Eltern ist es hilfreich sich langsam an einen gemeinsamen Familienrhythmus zu gewöhnen. Ebenso wichtige Rituale fürs Baby sind die gemeinsamen Mahlzeiten.
Aber auch die nachmittägliche Spazierfahrt im Wagen oder die Runden mit dem Hund um den Block im Tragetuch.
Ich selbst habe mir leichter getan dabei, die Tage immer ähnlich ablaufen zu lassen. An Tagen, die nicht nach Schema X abliefen, waren die Kinder immer viel unruhiger, alles war unrund.
Rituale fürs Baby schaffen Geborgenheit
Manche Menschen mögen vor dem Essen ein Tischgebet sprechen. Andere strukturieren den Tag mit fröhlichen Liedern.
Ich habe mir selbst immer Sorgen gemacht, welche Rituale ich bitte einführen soll, denn ich singe allenfalls spontan und kenne wenige Lieder.
Obwohl ich als Kind selbst immer vor dem Essen gebetet habe, beten wir mit den Kindern nur selten vor dem Essen.
Was sollte ich meinen Kindern für Rituale anbieten?
Irgendwie kamen die Rituale von selbst in unser Leben, und zwar allein durch den strukturierten Tagesablauf, einfach indem wir die Dinge immer zur selben Zeit taten.
Das habe ich aber erst später gemerkt, was eigentlich unsere Rituale ausmachten und welche Bedeutung sie bis heute – im Grundschulalter – haben.
Babymassage
Ein ganz wichtiges Ritual für Baby ist die morgendliche Babymassage. Für uns war das der beste Start in den Tag, die ersten morgendlichen Kuscheleinheiten nach dem Stillen.
Dies ergab sich aus der Entdeckung, dass das Baby abends viel zu müde für die Massage war. Morgens dagegen klappte es wunderbar.
Auch ein gemeinsames Fingerspiel auf dem Wickeltisch, bei dem die Mama wie ein Käfer über den nackigen Bauch des Kindes krabbelt und anklopft ob jemand zuhause ist, sind schöne Rituale.
Fingerspiele und mehr
Wichtig ist hier einfach, einen zeitlichen Rahmen zu schaffen für das gemeinsame morgendliche Spiel. Welches Spiel ist dann eigentlich egal.
Wer sich – wie ich als frischgebackene Mutter – an keine Fingerspiele oder nur noch an Bruchstücke daraus erinnert: Es gibt für all das wundervolle Bücher, sogar mit CD.
Unser zweites wichtiges Ritual ist das Vorlesen. Bevor wir richtig begannen mit dem Anschauen von Bilderbüchern, hatten wir diese kleinen Stoffbücher, die ich mit den Kindern bereits mit ca. sechs Monaten anguckte.
Natürlich hören so Kleine weder lange zu noch begreifen sie vielleicht alles, was die Mama ihnen zu einem raschelnden oder kuschelig weichen Stoffbuch erzählt.
Es geht mehr um die vertraute Stimme der Mutter an sich und die durchs ruhige Vorlesen entstehende entspannte Stimmung, die das Kind beruhigt. Es geht um das Lernen neuer Wörter und die Sprachentwicklung.
Aus diesem Sich Zeit nehmen und gemeinsamen Wohlfühlen in der Sprache entsteht mit dem Heranwachsen des Kindes ein wunderschönes Zubettgeh-Ritual.
Ein vom Kind ausgesuchtes Buch wird angeschaut oder vorgelesen von Papa oder Mama, Oma oder Tante, und danach wird gekuschelt.
Mit der Zeit sind kleine Veränderungen möglich
Nach einiger Zeit ist es auch gar nicht so besonders wichtig, dass immer dieselbe Person liest, auch ein Besuch kann ein Ritual übernehmen. Wenn das Kind das nicht mag, zeigt es das schon.
Eine weitere schöne Erinnerung an die Baby- und Kleinkindzeit ist diese:
Wir hatten uns angewöhnt vor dem Einschlafen dem Kind unsere Liebe kundzutun.
Dazu sagten wir nicht nur Mama hat dich lieb und Papa hat dich (oder Name einfügen) lieb, sondern zählten auch noch die Geschwister, die entferntere Familie und alle weiteren Menschen, mit denen das Kind zu tun hatte, auf.
Das war wunderschön. Irgendwann hörten wir damit auf. Manche Rituale fürs Baby braucht man wohl irgendwann nicht mehr.
Rituale fürs Baby in Ausnahmesituationen
Rituale können besonders hilfreich sein, wenn es aufregende Tage mit viel äußerem Input gibt. Auch auf Reisen oder wenn wir mit dem Baby bei den Großeltern oder woanders übernachten, sind sie wichtig.
Ein strukturierter Tagesablauf hilft gerade an fremden Orten, dem Kind Sicherheit zu vermitteln. Das Baby findet so in seinen vertrauten Rahmen zurück und beruhigt sich schneller.
Vertraute Melodien und Gerüche geben ebenso Geborgenheit, wie die mitgebrachten Spielzeuge und Bilderbücher.
Das Morgen- und das Einschlafritual einfach so gut es geht in die fremde Umgebung übertragen. Am besten ist es, alles dafür nötige mitzubringen.
Abweichende Tagesabläufe
Andere Ausnahmesituationen, für die es wiederum extra Rituale gibt, sind Krankheit oder besondere Tage wie Geburtstage.
Ein krankes oder gerade genesendes Kind etwa darf im Bett der Eltern schlafen oder wird tagsüber auf dem Sofa gebettet und bekommt viel Extra-Aufmerksamkeit in Form zusätzlicher Rituale.
Diese sind nämlich eine besondere Form der Zuwendung.
Wenn die ersten Zähne kommen, bekommt das Kind mit einem speziellen Zahnöl die Backen und Kiefer massiert, wenn es Bauchweh hat, gibt es ein wohltuendes Bad und eine Bäuchleinmassage mit sanftem Fenchel, Kamille und/oder Anisöl.
Auch das allabendliche Baden kann übrigens ein schönes Ritual sein.
Und was für Rituale habt ihr?
Eure Verena (Babytalk – Autorin)
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