Autor: Verena Wagner

  • Stilldemenz – Vergesslichkeit frisch gebackener Mamas

    Stilldemenz – Vergesslichkeit frisch gebackener Mamas

    Hilfe, Mama hat das Abendessen verkohlt!

    Stilldemenz – Wieso vergesse ich den Termin beim Zahnarzt – wieso verkohlt die Pizza im Rohr und erst der angekokelte Geruch erinnert mich an sie? Und wieso überhaupt lass ich die Windelpackung im Drogeriemarkt stehen und bin heilfroh, als die freundliche Frau an der Kasse mich lachend am Telefon beruhigt:

    „Machen sie sich mal keine Sorgen, ich habe die Windeln beiseite gestellt. Die haben sie bei mir stehen lassen. Stilldemenz, kommentiert sie. Ein anderes Mal trägt sie mir die Windeln auf den Parkplatz hinterher. Dankbar blicke ich sie durchs offene Autofenster an.

    Das schlimmste Erlebnis in dieser Richtung war, als ich losgefahren bin mit einer Packung Tiefkühlpizzen und frischen Erdbeeren auf dem Autodach. Zum Glück ging es erst im Schritttempo über den Parkplatz. Die komischen Blicke und Lichthupen eines anderen Autofahrers brachten mich auf die Idee mal anzuhalten, und einen Blick nach hinten zu werfen.

    Als ich neben dem Baby keine Einkäufe erblickte, fiel es mir wie ein Geistesblitz wieder ein: „Du hast doch vorhin das Zeug aufs Dach gelegt, um die Hände zum Anschnallen frei zu haben. Mist!“

    Irreführender Begriff

    Ist das normal? Was passiert mit mir?
    Stilldemenz, Wochenbettdemenz oder Schwangerschaftsdemenz heißt im Volksmund diese Vergesslichkeit werdender und frisch gebackener Mamas. Dabei ist der Begriff irreführend.

    Der Zustand der Vergesslichkeit hat keineswegs etwas mit der richtigen Krankheit Demenz zu tun. Es gibt auch keine wissenschaftlichen Nachweise, dass sich das Phänomen ausschließlich auf hormonelle Veränderungen im Zuge der Geburt zurückführen lässt.

    Viele Schwangeren können auch schon gegen Ende der Schwangerschaft nicht mehr gut schlafen – sei es aufgrund von strampelnden Kinderfüsschen im Bauch oder weil sie mit dem dicken Bauch keine geeignete Schlafposition mehr finden. Auch Sodbrennen ist im letzten Schwangerschaftsdrittel ein häufig genannter Grund für einen schlechten Nachtschlaf.

    Stilldemenz: Akuter Schlafmangel eine mögliche Ursache

    Die hohe Vergesslichkeit und das Gefühl sich nichts mehr merken zu können, nichts mehr auf die Reihe zu bekommen, hat wohl vielmehr mit dem akuten Schlafmangel als auch mit der hohen sozialen Erwartungshaltung, welche die Gesellschaft an die jungen Mütter hat, zu tun.

    Wer ständig aus dem Tiefschlaf gerissen wird und das über einen langen Zeitraum von mehreren Monaten, ist nicht topfit – weder geistig noch körperlich. Wissenschaftliche Studien belegen sehr wohl die Wirkung von Schlafentzug: Dieser führt zu Reizbarkeit – ach nee – aber eben auch zu Konzentrationsschwäche bis hin zu Gedächtnisschwund.

    Daher ist es kein Wunder, dass bei mir die so genannte Stilldemenz besonders stark aufgetreten ist. Zumindest nachdem mich über ein Jahr lang drei Kinder jede Nacht zusammengerechnet bis zu zehn mal aufgeweckt haben.

    Die gute Nachricht: Das Phänomen verschwindet auch wieder. Ich kenne keine Mutter, die durch die Geburt ihrer Kinder dauerhaft ihr Gedächtnis verloren hätte.

    Selbst die anstrengendste Zeit schlafloser Nächte geht irgendwann vorbei. Und mit der Regeneration und dem zurückgewonnenen Schlaf kommt auch die geistige Fitness zurück.

    Tipps gegen Vergesslichkeit

    Was also ist zu tun, damit der Alltag nicht im totalen Chaos ausartet? Der wohl einfachste Tipp sind Post-it-Zettel. An der Haustür klebt ein kleiner gelber Zettel mit dem Hinweis „Schlüssel vergessen? Handy dabei?“, am Kühlschrank klebt eine Erinnerung, welche Lebensmittel ausgehen, und am Herd ein Klebezettel mit dem Hinweis: „Alles ausgeschaltet?“

    Die gute alte Einkaufsliste ist auch nicht verkehrt. Einfach alles aufschreiben oder noch besser aufschreiben lassen. Wem das zu altmodisch ist, oder wer befürchtet, auch diese ohnehin nur zuhause auf dem Küchentisch liegen zu lassen, fotografiert sie mit dem Handy ab.

    Es gibt auch Menschen, die haben aus diesem Grund das bloggen angefangen. Einfach weil sie es satt hatten, ständig nach ihren vielen Zetteln zu suchen. So haben sie ihre Informationen über Kindererziehung, To-Do-Listen und gute Tipps zu Ernährung und Hausmittelchen einfach im Internet fest gehalten. In Form eines privaten, für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Webblogs.

    Welcher Lerntyp man ist?

    Erst einmal heißt es jedoch herauszufinden, was für ein Lerntyp bin ich? Merke ich mir Informationen über das Gehör oder über das Sehen? Knapp zwei Drittel der Menschen sind visuelle Lerntypen: Sie lernen z.B. am besten auswendig, wenn sie sich etwas aufmalen.

    Wie habt ihr in der Schule am besten gelernt?

    Wer sich in der Prüfung genau an die aufgemalten Diagramme im Heft erinnert. Und bei Vorträgen am liebsten alles mitschreibt, gehört in diese Gruppe. Für diese Menschen ist es das beste, sich Schilder, am besten noch mit kleinen Bildchen oder Piktogrammen dazu, zu malen. Erst durch das selber malen, auch gern groß und bunt, springt der Merkprozess an.

    Auditiven Typen – etwa 30 % der Menschen – bringt es viel, sich die To-Do-Liste per Diktiergerät, Video oder Sprachaufzeichnung mit dem Handy aufzunehmen.

    Weiter 5% gehören zum motorisch haptischen Typ. Diese Gruppe merkt sich Informationen über Bewegung und Berührung. Vielleicht hilft es diesen Menschen, sich zur Erinnerung einen bestimmten Gegenstand dafür, oder ein damit verknüpftes Symbol, in die Jackentasche zu stecken oder an den Rückspiegel im Auto zu hängen?

    Selten ist der emotionale Typ, der Informationen am besten über Empfindungen, Atmosphäre oder Gefühle aufnimmt. Hmm, dazu fällt mir nur ein, mal zu versuchen, die Einkaufsliste zu singen oder zusammen mit der besten Freundin ein lustiges Gedicht aus den meist vergessen Dingen zu machen? Vielleicht hilft der Vergesslichen ja die Erinnerung an den gemeinsamen Abend?

    Die Mehrzahl der Menschen erinnern sich zum Glück ohnehin auf verschiedene Weisen, sind also Mischtypen. Daher einfach mal ausprobieren und nachdenken, wie man selbst sich am besten an etwas erinnert.

    Stilldemenz: Sorge für Ruhe und Entspannung 

    Doch alle diese Tipps bekämpfen mal wieder nur die Symptome. Am wichtigsten sind zwei Dinge: Erstens, bitte keinen Druck von außen machen lassen.

    In den ersten Wochen mit Baby erwartet niemand von einer jungen Familie einen perfekten Haushalt. Und wenn es das Umfeld vielleicht unterschwellig doch tut, oder die frisch gebackene Mutter zumindest so ein Gefühl hat, dann bittet um Hilfe.

    Teilt Eure Gäste ein und spannt sie für Euch ein. Lasst Euch Kuchen mitbringen, anstatt selbst einen zu backen. Traut Euch, bittet um Hilfe und nehmt angebotene Hilfe auch an.

    Ausruhen ist das A und O. Denn die so genannte Stilldemenz ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sich eine Mama zu viel zumutet.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: TeodorLazarev / shutterstock
  • Das Wochenbett – Warum das Zusammenfinden Zeit braucht

    Das Wochenbett – Warum das Zusammenfinden Zeit braucht

    Wozu brauche ich sechs bis acht Wochen Wochenbett?

    Das Wochenbett ist eine Zeit der Ruhe und des Ankommens. Vielleicht mag der Begriff für so manchen altmodisch klingen. Früher hielten die „Wöchnerinnen“ das Wochenbett sehr streng ein.

    Was zum einen daran lag, dass viele Frauen, etwa in der Landwirtschaft, ja wirklich sehr hart arbeiteten. Zum anderen  gab es aber gesellschaftlich auch nicht so einen Druck auf die Mütter, gleich wieder fit, schlank und voll belastbar zu sein.

    Babyblues und Frühwochenbett

    Gerade im sogenannten Früh – Wochenbett bekommen manche Frauen den sogenannten Babyblues, zu dem unsere Großmütter noch Heultage sagten. Die hormonelle Umstellung, der Milcheinschuss und die neue Situation können ganz schön heftig aufs Gemüt schlagen.

    Manchmal wächst sich das Stimmungstief auch zu einer Depression aus. Jede junge Mutter soll sich unbedingt Hilfe holen, wenn sie das Gefühl hat, nicht mehr froh zu sein und mit der Situation nicht klar zu kommen.

    Da soll niemand warten bis es richtig schlimm wird. Deshalb ist es sehr ratsam, dass eine Hebamme regelmäßig zur Nachsorge vorbeischaut. In den ersten zehn Tagen kommt die Hebamme wirklich jeden Tag. Auch dann wenn die Mutter erst nach einer Woche aus dem Krankenhaus nach Hause kommt.

    Dies sollte vorher ausgemacht sein. Am besten ist es, die Hebamme schon in der Schwangerschaft regelmäßig zu besuchen. So ist sie nicht mehr fremd und die junge Mutter traut sich auch wirklich alles zu fragen.

    Die Hebamme hilft bei der Pflege des Neugeborenen, schaut auf die Nabelschnur die jetzt langsam abfällt. Sie zeigt den jungen Eltern auch, wie man das kleine Baby badet. Die wertvollen Tipps meiner Hebammen waren so wichtig, dass ich sie bis heute nicht vergessen habe.

    Sie berät nicht nur rund ums Kind, sondern weiß auch alles über die Vorgänge im Frauenkörper nach der Geburt und hat natürlich auch viele Tipps zum Stillen.

    Was mit und in Deinem Körper nach der Geburt geschieht, hat Mira in ihrem Artikel zum Wochenbett beschrieben. Außerdem gibt sie eine wichtige Checkliste, wie ihr Euch die ersten Tage und Wochen erleichtern könnt. Zum Beispiel, indem ihr schon vor der Geburt alles im Haus habt, was in dieser Zeit des Frühwochenbettes wichtig wird.

    In das neue Leben hineinfinden

    Das Wochenbett ist nicht nur eine Zeit, in der sich der Körper der Frau sehr stark verändert.  Dies sowohl geburtsbedingt als auch in hormoneller Sicht. Die Wunden der Geburt brauchen eine Weile, um zu verheilen. Und der Frauenkörper bildet sich zurück nach den großen Umstellungen in der Schwangerschaft und der körperlich anstrengenden Geburt.

    Aber nicht nur der Körper braucht diese Zeit: Es bedarf auch der Ruhe, damit die neue Familie zusammen findet. Deshalb ist es gut, wenn Eltern und Kinder im Wochenbett, die Möglichkeit haben in einem geschützten Raum für sich zu sein. Freunde und Verwandte sind gern gesehene Helfer, wenn sie wirklich „nützlich“ sind.

    Damit sind Menschen gemeint, die nichts fordern oder erwarten, sondern mithelfen beim Aufräumen oder Kochen, zum Einkaufen gehen oder mit den Geschwisterkindern spielen. Sie sollen den Eltern möglichst viel abnehmen und dafür sorgen, dass diese Zeit miteinander und dem Neugeborenen verbringen können.

    Die Familie muss sich zusammenfinden

    Auch wenn es nicht das erste Kind ist, die Familie verändert sich in ihrem Gefüge und braucht Zeit, sich neu zu formieren.

    Mutter und Baby haben jetzt die Zeit sich zu beschnuppern, sich kennen zu lernen, ebenso die anderen Familienmitglieder. Es braucht Ruhe und Zeit, die Geburt selbst zu verarbeiten. Oft wird einem erst viel später klar, was die Geburt für ein intensives Erlebnis war und was sie alles ausgelöst hat.

    Und das gilt nicht nur für die Mutter, sondern auch für das Baby. Das kleine Wesen hat in seinen ersten Tagen auf unserer Welt mit all seinen Sinnen schon so viel Neues erlebt, dass es die kuschelige Nähe zur Mutter in Stille und Harmonie zum Ausruhen braucht.

    Selbst das Ankleiden, das Wickeln und das Schlafen mit dem kleinen Wesen in einem Bett ist für das Baby, aber auch für die Eltern neu und besonders. In so einer entspannten Atmosphäre können sich Mutter und Kind auf sich selbst konzentrieren und sich voll und ganz dem Stillen widmen.

    Das Wochenbett ist die Zeit, um sich mit dem neuen Lebensabschnitt auseinanderzusetzen, mit einer neuen Rolle im Leben. Damit auch der Vater Teil haben kann, sollte das so gut wie möglich bereits vor der Geburt organisiert sein.

    Bekommt er Urlaub oder besteht die Möglichkeit in diesen Wochen weniger zu arbeiten? Wer könnte helfen, damit der Vater sich nicht komplett um Haushalt und Alltag kümmern muss und damit auch wieder keine Zeit für seine junge Familie hat?

    Ein guter Rat ist es, bereits in den Wochen vor der Geburt einen Vorrat an eingefrorenen Gerichten anzulegen. Auch Lieferdienste von Supermärkten, Pizza-Service oder – natürlich viel gesünder – eine Gemüsekiste sind in dieser Zeit hilfreich.

    In den Alltag finden

    Die Hebamme ist auch Ansprechpartnerin für Rückbildungskurse und bietet oft selbst solche an. Bei den Zwillingen lebten wir z.B. auf dem Land und es war mir viel zu stressig, mit den Kindern so einen Kurs zu besuchen. Die Hebamme schlug vor, die leichten und kräftigenden Gymnastikübungen einfach daheim mit mir zu üben.

    Wer sich selbst etwas Gutes tun möchte, bucht eine Mütterpflegerin. Die kommt nach Hause, gibt Massagen und verwöhnt die junge Mutter nach Strich und Faden.

    Wenn so etwas in Deiner Gegend nicht verfügbar ist, tut auch eine Massage oder ein Besuch bei einer Osteopathin richtig gut. Mir hat letztere sehr geholfen, meinen Körper wieder in seine alte Form zurückfinden zu lassen.

    Das Wochenbett, die Zeit der Ruhe

    Die Zeit des Wochenbetts sollte unbedingt dazu genutzt werden, damit sich die Mutter selbst etwas gutes tun kann. Der Alltag kehrt früh genug wieder ein.

    Daher sollte das Wochenbett solange wie möglich, also mindestens sechs Wochen eingehalten werden.

    Im Frühwochenbett zu ruhen, leuchtet den meisten annähernd ein. Die ersten drei, vier Wochen zunächst wirklich im Bett und dann immer noch mit sehr viel Liegepausen zu verbringen, klappt anfangs noch ganz gut.

    Doch mit der zunehmenden Energie der Mutter fällt die Auszeit immer schwerer. Und sie verspürt immer mehr den Drang nach Abwechslung und Bewegung. In wieweit Du diesem Bedürfnis nachgibst liegt auf jeden Fall in deiner Entscheidung und Verantwortung.

    Natürlich können im zweiten Monat schon Spaziergänge unternommen werden. Doch die Ruhe für Mutter und Kind sollte nach wie vor oberstes Gebot sein.

    Neben Rückbildung und Mama-Terminen ist eh schon einiges los. Das Baby geht zu den ersten Untersuchungen beim Kinderarzt. Der Vater wird in den meisten Fällen wohl recht früh wieder arbeiten müssen und auch die Besucher- und Unterstützerzahl nimmt wieder ab.

    Jetzt ist es Zeit ein wenig Routine in den Alltag zu bekommen. Das tut dem Kind und der Mama gut. Da das Kind in den ersten zwei Monaten noch sehr viel schläft, hat die Mutter jetzt auch Zeit sich einmal auszuruhen.

    Sie sucht sich ein gutes Buch zum Lesen oder sonst etwas zu tun, was sie selbst einfach gerne macht. Sozusagen im Hinblick auf die Zeit, in der diese Augenblicke, für sich ganz allein sein zu können, dann erst einmal wieder seltener werden.

    Kräftigende Ernährung im Wochenbett

    Eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung ist ein wichtiges Thema in der Zeit des Wochenbetts. Darüber kann auch schon vorher nachgedacht werden. Die Klassiker sind kräftigende Suppen – die sind zudem praktisch, da sie immer mehr als eine Mahlzeit ergeben – sowie Stillkugeln, wie sie die Hebamme Ingeborg Stadelmann in ihrem sehr empfehlenswerten Buch „Die Hebammensprechstunde“ vorschlägt.

    Dieses Buch ist überhaupt ein nützlicher Begleiter in der gesamten Schwangerschaft und der ersten Zeit mit dem Baby. Eine gesunde Ernährung ist sehr wichtig in dieser Zeit für die Mutter und wegen dem Stillen natürlich auch für das Kind. Blähende Gemüse und scharfe Gewürze sollten daher lieber weggelassen werden.

    Stillkugeln nach Ingeborg Stadelmann aus „Die Hebammensprechstunde“

    1 kg Dinkel, Gerste und/oder Hafer, 300 g gekochten Vollreis, 350 g Ghee oder Butter, 300 g Honig, evtl. 1 Tasse fein gehackter Nüsse z.B. Haselnüsse, Cashew, Mandeln, Kokos oder Walnuss, 1 Glas Wasser, Milch oder Pflanzenmilch

    Reis kochen und beiseite stellen. Abkühlen lassen. Das Getreide mahlen (je nach Wunsch gröber oder feiner), bzw. schon verarbeitet kaufen, und kurz anrösten. Nüsse können ebenfalls kurz angeröstet werden. Wenn die Masse eine leichte Bräune hat und duftet, Butter hinzufügen.

    Weiter verrühren bis die Butter geschmolzen ist, Honig hinzugeben und gut schwenken. Anschließend die Masse vom Herd nehmen und je nach Konsistenz Reis, Wasser oder Milch hinzugeben. Die Masse sollte gut formbar sein und die Stillkugeln nicht zerfallen. Die Kugeln mit ca. 2-3 cm Durchmesser im Kühlschrank lagern. Auf Wunsch diese in Kokosflocken, gerösteten Sesam oder Kakao wälzen.

    Wer mag, kann dieses Rezept mit Datteln und getrockneten Feigen sowie anderen Trockenfrüchten anreichern. Diese Energiebällchen, die zudem die Milchproduktion positiv beeinflussen, sind auch ein schönes Geschenk, das jemand mitbringen könnte.

    Eure Verena Wagner (Babytalk – Autorin)

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  • Entthronung des Erstgeborenen

    Entthronung des Erstgeborenen

    Der Fachbegriff Entthronung des Erstgeborenen hat mich irgendwie immer mißtrauisch gemacht. Das erste Kind als kleiner König, der von seinem Prinzenthron gestoßen wird? Aber nun ja, es ist nur ein Begriff – noch dazu einer, der aus einer anderen Zeit stammt.

    Als ich das erste Mal davon las, was damit gemeint ist, nämlich das, was Erstgeborene erleben, wenn ein Geschwisterkind geboren wird, war ich mir sehr unsicher, wie das werden würde für unseren „Großen“.

    Schließlich war er mit seinen 16 Monaten selbst noch ein Baby, als die Zwillinge auf die Welt kamen.

    Wir als Eltern waren fest davon entschlossen, dass sich unser Kind nicht „entthront“ fühlen müsste. Wir wollten ihm auch weiterhin all die Liebe und Aufmerksamkeit geben, die er braucht.

    Als ich zur zweiten Entbindung im Krankenhaus war, durfte unser Junge eine Woche bei Oma und Opa bleiben. Das war ein Glücksfall! Er freute sich sehr.

    Wer liegt denn da in Mamas Armen?

    Als er uns mit den Großeltern und Papa im Krankenhaus besuchen kam, blickte er ein wenig verständnislos auf die Mama mit dem für ihn erstmal fremden Baby im Arm.

    In diesem Moment wurde mir bewusst, wie entscheidend die Haltung der Eltern dafür ist, wie das erste Kind diesen unweigerlichen Prozess der Entthronung durchlebt.

    Dass es ihn durchleben muss, wurde mir hier zum ersten Mal ganz deutlich. Außerdem hatte ich – auch wenn es total unbegründet war – ein schlechtes Gewissen, weil ich in dieser neuen Phase unseres Familienlebens natürlich viel weniger Zeit als bisher für meinen Erstgeborenen haben würde.

    Als einen viel harmonischeren Start in diese neue Familienkonstellation hätte ich es auch empfunden, wenn eine Hausgeburt oder eine Geburt im Geburtshaus möglich gewesen wäre.

    Durch meine lange Abwesenheit bekam ich umso mehr das Gefühl, mich nicht genug um den Großen kümmern zu können. Bei einer Hausgeburt oder einer ambulanten Geburt kann die ganze Familie das neue Mitglied zusammen direkt bzw. daheim begrüßen und die ersten Tage zusammen genießen.

    Nicht immer schenkt einem das Leben jedoch optimale Bedingungen, dies auch so zu gestalten. Da muss man wohl manchmal einfach das Beste draus machen, oder was meint ihr?

    Entthronung – Bindung zu anderen Menschen

    Vater und Großeltern konnten dieses „Ausfallen“ der Mutter, die ja nun einen Großteil der Zeit mit Stillen, Babys halten, tragen und wickeln beschäftigt war, abfangen.

    Da unser Kind schon vorher eine gute Bindung zu diesen Bezugspersonen aufgebaut hatte, wurde sein Leben nun zwar anders, aber nicht etwa schlechter, sondern eher vielfältiger.

    Ich bemühte mich Zeit mit dem Ersten alleine zu verbringen. Das war Zeit nur für uns, in der wir zusammen spielten, kochten, malten – echte Premium Quality sozusagen. Oft war ich aber auch einfach zu müde und froh, wenn die Oma, der Papa oder das Kindermädchen sich um den aufgeweckten Einjährigen kümmerten.

    Sich Hilfe holen, um die Entthronung zu mildern

    Diese für alle sehr intensive Zeit haben wir gut überstanden, weil wir uns Hilfe geholt haben. Es ist absolut nicht schlimm, Hilfe zu brauchen. Und wir können uns glücklich schätzen, wenn uns vertrauensvolle Menschen dafür zur Verfügung stehen. Es ist wichtig sich dies einzugestehen!

    Als junge Familie darf man Hilfe brauchen. Gerade, wenn die Großeltern weiter weg wohnen und nicht so einsetzbar sind, ist es sehr wichtig, zu überlegen wie der Alltag in der ersten Zeit nach einem Familienzuwachs organisiert werden kann.

    Das ist meiner Meinung nach ganz wichtig, damit der Erstgeborene sanft und selbstbestimmt vom Prinzenthron steigen bzw. die Entthronung ohne Schwächung durchleben kann. Er soll nicht das Gefühl bekommen, das andere seinen Platz einnehmen.

    Aus diesem Grund haben wir damals die Entscheidung getroffen, ihn vor der Geburt der Zwillinge nicht mehr in der Kita anzumelden. Für uns war in dieser Situation eine Art „Kindermädchen“ die Lösung, die in den ersten Monaten zu uns kam, um uns zu unterstützen.

    Die Kita kann natürlich eine sinnvolle Hilfe sein – gerade wenn eine junge Familie nicht auf Verwandte zählen kann. Dann sollte die Eingewöhnung in die Kita idealerweise bereits stattfinden, lange bevor das Geschwisterkind zur Welt kommt.

    Fühlt sich ein Kind in seiner Kita, seinem Kindergarten oder in seiner Schule wohl, können die Erzieher und Lehrerinnen ebenfalls wichtige Bezugspersonen in dieser Zeit sein. Das ist sehr viel Wert.

    Gerade die Erstgeborenen – die zunächst Einzelkinder sind – freuen sich in der Regel sehr, endlich mehr Zeit mit gleichaltrigen Spielkameraden zu verbringen.

    Entthronung – was passiert danach?

    Ganz wichtig ist es, auf die wechselnden Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Das bewusstere Wahrnehmen des Geschwisterkindes als selbständig handelndes Individuum setzt meiner Erfahrung nach erst nach einiger Zeit ein.

    Es kommt eigentlich erst zu Konflikten, wenn diese etwas älter sind. Zunächst schlafen Babys viel und erweitern erst mit dem Krabbeln ihren Aktionsradius ein wenig mehr.

    Erst wenn das Kleinkind zu den Spielsachen des Älteren gelangen kann, also direkt in dessen „Herrschaftsbereich“ eingreift, kommt es zu einer direkten Interaktion zwischen den beiden.

    Jüngere Geschwister bewundern die älteren in der Regel und schauen sich viel von ihnen ab. Sie wollen mitmachen bei den Großen und das geht oft schief.

    Entthronung – Eingriffe in das Revier der Größeren

    Ohne böse Absicht machen sie Bauwerke kaputt und stören unwissentlich Rituale und Spiele. Jetzt greifen die Jüngeren aktiv in das Revier des oder der Erstgeborenen ein. Jetzt zeigt sich, wie diese(r) darauf reagiert.

    Hier braucht es oft einen Erwachsenen, der Möglichkeiten aufzeigt, wie beide zufrieden spielen können. Wichtig dabei ist, dass der Größere keineswegs immer derjenige ist, der nachgeben muss.

    Die Eltern müssen hier Wege finden, die auch für Letzteren akzeptabel sind. Außerdem soll ab und zu Zeit sein, mit dem „Großen“ etwas allein zu unternehmen. In den ersten Monaten bietet sich die Zeit des Mittagsschlafes des kleinen Kindes wunderbar dafür an.

    Mamatag für den Erstgeborenen

    Möglich ist es auch, dass das ältere Kind abends länger aufbleiben darf und hier Zeit mit den Eltern alleine hat. Ich finde auch unsere „Mama-Tage“ sehr schön, die wir zwar selten, aber doch einigermaßen regelmäßig mit allen Kindern abwechselnd einhalten.

    Bei unserem Erstgeborenen habe ich nach den sehr anstrengenden ersten drei Jahren, in denen er unweigerlich kürzer treten musste, weil ich nach der ersten Zeit mit Hilfe von außen viel allein mit den Kindern war, kam irgendwann im Kindergartenalter ein starkes „Mama-Bedürfnis“ auf.

    Plötzlich wollte er sehr viel kuscheln und wollte mich abends gar nicht gehen lassen, bis er schließlich eingeschlafen war. Ich ließ ihn gewähren und blieb immer bei ihm bis er in den Schlaf fand.

    Kuschelzeit mit Mama allein

    Zuerst brachte ich die Zwillinge ins Bett und dann kuschelte ich ganz lange und ausgiebig mit ihm. Ich hatte das Gefühl, er hole sich jetzt seine „Mama-Zeit“ zurück. Auch ich habe das als sehr schön empfunden.

    Ich halte es für enorm wichtig, den Kindern genau das zu geben, was sie gerade brauchen. Wenn ein Kind plötzlich wieder Baby sein will, seitdem es Nachwuchs in der Familie gegeben hat, dann sollte ihm dieser Wunsch erfüllt werden:

    mit Babymassagen, viel Kuscheln und Körperkontakt, vielleicht füttern oder Babysprache. Auch wenn es einem Erwachsenen komisch vorkommen mag, wenn eine Vierjährige plötzlich wieder Windeln tragen will, vielleicht sogar ins Bett macht?

    Mit viel Verständnis lösen sich viele Probleme bei der Entthronung

    Jedes Kind hat andere Bedürfnisse und auch diese Phase ist irgendwann zu Ende. Fühlt Euch in Eure Kinder hinein und gebt ihnen das, worum sie Euch bitten. Mit viel Verständnis lassen sich viele Probleme lösen!

    Meiner Erfahrung nach, entsteht durch eine solche Haltung von Geburt des zweiten Kindes, auch kaum Aggression oder Eifersucht. Natürlich gibt es diese Gefühle zu einem gewissen Grad immer wieder unter Kindern.

    Sehr starke Reaktionen könnten darauf hinweisen, dass ein Kind auf sich aufmerksam machen will. Diese Aufmerksamkeit sollte ihm zuteil werden.

    Nicht in negativer Form, indem viel geschimpft und bestraft wird, sondern ganz anders: Der Große sollte als Großer (von vornherein) gewisse Privilegien haben.

    Wie oben beschrieben z.B. Zeit mit den Eltern alleine und vielleicht auch eine eigene Rolle als „Große(r)“ mit Pflichten haben, aber auch Vorrechten wie längeres Aufbleiben oder später Taschengeld.

    Toll ist es auch, wenn der/die Ältere mit der Mama gemeinsam das Baby wickelt, badet oder im Kinderwagen spazieren fährt. Wenn es von Anfang an in diese ganzen neuen Aufgaben der Eltern mit einbezogen wird, entwickelt es zum einen eine stärkere Beziehung zum Jüngeren und freundet sich zum anderen mit seiner neuen großen Bruder-/Schwesterrolle an.

    Eure Verena Wagner (Babytalk – Autorin)

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  • Baby led weaning: Baby hilft abstillen

    Baby led weaning: Baby hilft abstillen

    Viele Babys wollen möglichst schnell genau das essen, was alle am Familientisch zu sich nehmen. Das ist ja viel spannender, was die anderen kriegen. Wenn Du beobachtest, dass Dein Baby sich sehr für Lebensmittel und Essen interessiert, dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um etwas Neues auszuprobieren = Baby led weaning.

    Baby led weaning (BLW) heißt ein relativ neues Konzept aus Großbritannien, zu deutsch „Vom Baby dirigiertes oder selbst bestimmtes Abstillen“. Bei dieser Methode der Babyernährung im ersten Lebensjahr greifen Eltern nach mehr oder weniger sechs Monaten ausschließlicher Muttermilch (oder Fläschchennahrung) nicht automatisch zum Babybrei.

    Sie ermöglichen ihrem Kind, gleich richtig mit zu essen, und bieten weich gekochte Äpfel, Karotten, Kartoffeln oder frische Himbeeren im Birchler Müsli an. Die Basis des Birchler Müslis besteht aus weichen in Wasser aufgelösten Hafer-, Reis-, Hirse- oder Dinkelflocken, sowie Weizen- oder Maisgrieß. Auch ein Stück Brot oder Breze eignet sich für den Anfang. Eigentlich gibt es keine Tabus außer Salz und Nüsse.

    Weiches Obst könnte dem Baby besser schmecken

    Weiches Obst wie Banane, Avocado oder Birne könnte dem Baby viel mehr Spaß machen als sein Brei. Es ist möglich, das Obst in kleine Stücke zu schneiden. Saftige Apfel oder Fleisch eignen sich zum daran Saugen.

    So bekommt das Baby den vielfältigen Geschmack von Lebensmitteln früh mit. Wenn es sich dann an den Kartoffeln satt gegessen hat, holt es sich seine Nährstoffe eben weiterhin aus der Muttermilch. Das Kind kann sich aber frei etwas aus einer kleinen Auswahl an geeigneten Lebensmitteln aussuchen.

    Wann ist mein Baby für Beikost bereit?

    Abstillen Mutter füttert Kleinkind mit Brei
    Abstillen Mutter füttert Kleinkind mit Brei

    Expertinnen wie die Fachautorin und Journalistin Norau Imlau findet den richtigen und individuellen Zeitpunkt für das Abstillen entscheidend. „Ich finde es wichtig, Babys dann Essen anzubieten, wenn sie dafür bereit sind. Das heißt, wenn sie sichtlich Interesse zeigen, an anderer Kost als Muttermilch. Das kann mit fünf oder auch erst mit neun Monaten sein.

    Es gibt 3 grundsätzliche Beikost-Reifezeichen 

    • der Zungenstoßreflex ist abgeklungen
    • die Hand-Mund-Koordination ist vorhanden und
    • während der Nahrungsaufnahme kann das Baby sich selbstständig im Oberkörper halten -> quasi sitzen. Erst mit dem Sitzen ist der Rumpf von den Muskeln ausgebildet. Die Gefahr sich zu verschlucken ist in Aufrechterhaltung minimierter.

    Wenn alle Anzeichen bei Eurem Kind gegeben sind, könnt ihr davon ausgehen, dass es reif ist mit fester Nahrung zu beginnen.

    Baby led weaning – So ernähren sich Babys optimal

    Wenn Babys dann mit einer gesunden Auswahl auf dem Teller selbstbestimmt essen lernen dürfen, ernähren sie sich optimal, was Nährstoffe und Essensmenge angeht, wenn sie parallel weiter gestillt werden. Wobei der Hauptbestandteil der Baby-Nahrung grundsätzlich die Muttermilch /Pre bleiben sollte.

    Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass Babys intuitiv Lebensmittel meiden, die sie nicht vertragen. Beim Breifüttern ist das nicht der Fall.“

    Ein wichtiger Aspekt beim BLW ist neben der selbstbestimmten Auswahl auch die aktive Rolle, die das Baby einnimmt. Es lernt selbständig, kleine Stücke in der Hand zu halten sowie die benötigte Koordination, etwas zum Mund zu führen. Na und wie stolz die oder der Kleine sein wird, darüber wie es ganz alleine essen kann. Versteht sich von selbst, oder?

    Gerade Kinder, die keinen Brei mögen, kommen mit Baby led weaning voll auf ihre Kosten. Moana Mahina Werschler, Gründerin des Mamafoodblogs Miss Broccoli empfiehlt,  BLW mit Brei zu mischen. Es müsse ja nicht immer nur das eine oder das andere sein – Hauptsache, das Baby darf selbst entscheiden. Ihr Kind hat zum Beispiel erst mit 11 Monaten richtig essen mögen, bekam aber seit dem fünften Monat Brei.

    Damit das Kind alle wichtigen Inhaltsstoffe bekommt, die es braucht, rät sie dem Kind Dipps anzubieten. Die könnten aus Mandelmus oder Frischkäse sein. Und natürlich schadet auch ein bisschen hochwertiges Pflanzenöl nicht. Viele Familien lassen die Kinder einfach am normalen Familienessen teilnehmen. Es funktioniert alles von Nudeln mit Tomatensauce bis hin zu gekochtem Gemüse und Pfannkuchen.

    Bekömmliche Familienkost

    Gut geeignete Gemüse sind gedünstete/r Pastinake, Kürbis, Kohlrabi, Karotte, Brokkoli und Süßkartoffel. Als Ausgangsbasis können die Zutaten von Babybreien genommen werden. Nur dass sie eben nicht püriert und zu einem Einheitsbrei vermischt serviert werden.

    Zum Thema Brei sagt Nora Imlau: „Klar gibt es auch Babys, die lieber Brei mögen. Aber auch den können sie ja selber essen, Kartoffelbrei zum Beispiel. Das geht mit den Händen oder mit einem Löffel.“ Eine Alternative sieht die Fachautorin für Familienthemen im sehr achtsamen, langsamen Füttern.

    „Also wirklich nur assistierend, wenn das Baby sichtlich will, aber von der Motorik her noch nicht allein kann. Ohne Ablenkung, ohne zu versuchen, ihm mehr unter zu jubeln als es verlangt“, erklärt sie. Mehr Tipps hat Nora Imlau in ihrem absolut empfehlenswerten Buch „Das kompetente Baby“ gesammelt.

    Auch Moana Mahina Werschler sagt: „Das Gesicht, wenn das Baby mit sechs, sieben oder acht Monaten zum ersten Mal ein Karottenstück in den Mund nimmt, wird nicht pure Freude sein. Die Neugier ist aber meist so groß, dass es weiter probiert!“

    Dass eine solche Haltung, das eigene Bewusstsein für Ernährung fördert und den Kindern von klein auf hilft, ein Gefühl für das Satt sein und die eigenen Bedürfnisse zu entwickeln, klingt plausibel.

    Baby led weaning – Bedürfnisorientierte Ernährung

    Natürlich gibt es auch viele Kritiker. Anstoß nehmen sie in erster Linie daran, dass die Kinder auf diese Art und Weise nicht ausreichend ernährt und Mangelerscheinungen davontragen würden. Während der deutsche Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte das Konzept schlichtweg ablehnt, befürwortet es der Hebammenverband.

    Natürlich spielt auch hier wieder der gesunde Menschenverstand eine große Rolle. Wenn ich sehe, dass mein Kind zum Verschlucken neigt und nicht gut mit den angebotenen Lebensmitteln zurecht kommt, lasse ich solche Lebensmittel natürlich weg. Damit wären wir wieder beim Thema „Bedürfnisorientierung“ und bedürfnisorientierte Ernährung.

    Einfühlungsvermögen und Achtsamkeit im Umgang mit dem Kind hilft auch beim Thema Ernährung. Probiert alles aus und bietet Möglichkeiten an. Und natürlich kriegt ein Breiverweigerer nicht nur Gemüsesticks zum Lutschen, sondern neben vielen leckeren Probierstückchen eben auch die gute Milch der Mama oder die Säuglingsmilch aus dem Fläschchen – ganz so wie bisher.

    Eure Verena Wagner (Babytalk – Autorin)

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  • Mein Baby beruhigen – Tipps und Tricks wie es klappt

    Mein Baby beruhigen – Tipps und Tricks wie es klappt

    Euer Baby beruhigen: Hier kommt ein neuer Beitrag von unserer Babytalk-Autorin Verena. Sie hat Euch nachfolgend einige Tipps zum Beruhigen Eurer Liebsten zusammengefasst.


    Wenn ein ganz kleines Baby schreit, braucht es etwas, nur was? Hat es Hunger, ist es müde oder sucht es einfach nur die Nähe der Mama?

    Die anfangs oft schwierige Aufgabe herauszufinden, was denn nun los ist, warum ein Kind sich nicht beruhigen mag, ist eine wahre Herausforderung für junge Eltern.

    Wenn keines der drei oben genannten Faktoren der Grund für das Schreien ist, was dann?

    Ja, es gibt dann noch Bauchweh und Blähungen, die gerne als pauschale Erklärung für nicht zu ergründende Aufregung beim Säugling hergenommen wird.

    Die so genannten Dreimonatskoliken sind wirklich fies bei manchen Neugeborenen und die Eltern leiden förmlich mit.

    Manchmal war ich mir aber gar nicht so sicher, ob es denn nun wirklich das Bäuchlein ist, das nach der Milchmahlzeit so zwickte, oder ob der Kleine nicht einfach mal Schreien muss, um mit den Aufregungen der Geburt klar zu kommen und den vielen neuen Eindrücken, die andauernd so auf ihn einwirken.

    Wenn ein Baby eine komplizierte Geburt erlebt hat, sollten die Eltern auch immer einmal daran denken, wenn sie verzweifeln, weil sie nicht wissen, wie sie ihr Baby beruhigen können.

    Alles braucht seine Zeit und so hat es bei uns fast vier Monate gedauert bis unser Junge nicht mehr jeden Abend weinen und schreien musste.

    Osteopathie bei Babys

    Wir konnten da nicht viel tun, außer ihn zu halten und zu tragen – weiter gebrüllt hat er trotzdem, bis er irgendwann gegen elf eingeschlafen ist. Auch Osteopathie hat schon vielen Kindern geholfen, aber das wusste ich damals noch nicht.

    Gerade wenn der Kopf durch die Geburt arg in die Länge gezogen wurde oder ähnliches.

    Viele haben auch einfach erst einmal Nackenschmerzen, denn durch den engen Geburtskanal nach draußen zu kommen, ist ja auch eine extrem körperlich anstrengende Arbeit.

    Mit meinen zwei weiteren Kindern war ich direkt beim Osteopathen und viele entspannende Massagen haben alle drei bekommen.

    Wichtig fand ich auch, meinem Kind in den ersten Wochen nicht noch zusätzlich viel zuzumuten, sondern ihm so ruhige und entspannte Tage wie möglich zu schenken, im Kreis seiner vertrauten Bezugspersonen.

    Generell galt für diese Zeit: Waren wir Eltern ruhig, gelang es auch dem Kind sich schneller wieder zu beruhigen. Regten wir uns selbst sehr auf, waren wir etwa nervös, weil wir nicht mehr wussten, was zu tun war, regte sich das Kind noch mehr auf.

    Zu diesem Thema empfehlen wir euch zudem unseren Beitrag „Warum manche Babys unbedingt einen Schnuller wollen“ von unserer Babytalk – Ostheopatin Kristin Wentingmann.

    Baby beruhigen

    Baby beruhigen Mutter liegt mit Baby auf dem Bauch im Bett

    Vielfältige Ursachen für Unruhe bei Babys brauchen demnach auch bedürfnisorientierte Lösungsansätze, um ein Kind zur Ruhe kommen zu lassen.

    In den ersten Wochen und in der allerersten Zeit im Krankenhaus lässt sich euer Baby beruhigen indem ihr Geborgenheit herstellt. Dazu reicht schon ein gebrauchtes T-Shirt mit dem Duft der Mama, welches mit in die Wiege gelegt wird.

    Das ist natürlich weniger wichtig, wenn die Mutter rund um die Uhr beim Kind sein kann. Aber in vielen Fällen ist das Neugeborene erst einmal auf der Säuglingsstation und das brach mir, zugegeben, das Herz:

    Den Tipp mit dem T-Shirt hat mir eine Hebamme gegeben und es half mir, mich ein wenig besser zu fühlen.

    Außerdem saßen wir so oft wie möglich auf einem Sessel, um das so genannte Bonding, den Hautkontakt zwischen Mutter und Säugling auszuüben.

    Aber auch größere Kinder lassen sich durch Hautkontakt gut beruhigen. Sich ganz nah spüren, die Wärme, den Atem, den Herzschlag und den Puls, das Leben in einem selbst und im anderen spendet jede Menge Vertrauen.

    Eine ganz tolle Art zur Ruhe zu kommen ist es tief und entspannt zu atmen, während das Baby bäuchlings auf einem liegt.

    Beruhigen durch Worte und Töne

    Dabei kann der Erwachsene mit seiner Stimme, mehr noch mit dem Kehlkopf eine Vibration oder auch ein Summen erklingen lassen.

    Dieses Vibrieren der Stimme, das im Kehlkopf entsteht, kann euer Baby beruhigen. Es funktioniert erstaunlich gut – auch das ein Tipp einer Hebamme, die mir das vormachte und stets Erfolg damit hatte.

    Dieser Trick bedarf allerdings ein wenig Übung. Denn nicht sofort gelingt es jedem eine entsprechende Vibration entstehen zu lassen. In den gemeinsamen Nächten bleibt genug Zeit zum Ausprobieren!

    Ein probates Mittel euer Baby zu beruhigen ist nach wie vor der Schnuller. Bei uns ließen sich zwei von drei Kindern gerne damit beruhigen. Auch ein weiches Kuscheltuch oder ein Seidenpüppchen leisten gute Dienste.

    Hierbei geht es um das Prinzip der Geborgenheit. So habe ich zum Einschlafen immer ein Nestchen aus einer gerollten Babydecke gebaut. Die Begrenzung um den Kopf herum schafft den Kindern Geborgenheit.

    Wenn da nichts ist, um ihren Körper herum, nur leere Luft, fühlen sich die Kleinen oft nicht wohl. Kein Wunder, wenn man den engen Mamabauch gewohnt war, oder? Mehr dazu im Beitrag Pucken. Nestchen gibt es übrigens auch fertig zu kaufen.

    Quengeln aus Langeweile

    In den kommenden Monaten zwischen einigen wenigen Wochen und einem Jahr wissen Kinder immer noch alle Arten, der oben beschriebenen Geborgenheit, zu schätzen. Doch es ändert sich auch so einiges.

    Plötzlich ist das Fläschchen zur Beruhigung verpönt, weil ein Arzt oder jemand anderes aus dem Bekanntenkreis sagt, das dauernde Nuckeln wäre nicht gut für die Zähne, außerdem entstünde das Problem des Entwöhnens.

    Doch solange keine zuckerhaltigen Getränke im Fläschchen zur Beruhigung dienen, ist meiner Meinung nach alles halb so wild. Irgendwann hört jedes Kleinkind auf, am Schnuller und am Fläschchen zu nuckeln, wenn es doch so schön beruhigt.

    Beruhigung durch den Schnuller

    Wenn ihr ihnen von Beginn an einen Schnuller gegeben habt, dann lasst ihnen diesen ruhig noch ein bisschen. Schnullern hilft eurem Kind Stress abzubauen und sich dadurch zu beruhigen. Außerdem wäre es bestimmt nicht besser, als Ersatz für das frühzeitig entwendete Fläschchen mit dem Daumen lutschen anzufangen.

    Denn weil der Daumen angewachsen und damit immer verfügbar ist, gewöhnt man sich diese Art der Beruhigung wirklich schwer wieder ab.

    Früher war es üblich, den Schnuller der Kinder in Honig zu tauchen und dann war für eine Weile Ruhe. Das ist natürlich total schädlich für die Zähne der Kinder.

    In diesem Alter quengeln die Kleinen nun auch öfter, weil Mama gerade keine Zeit hat und Baby allein noch nicht wahnsinnig viel machen kann. Es geht jetzt also nicht mehr primär darum, Bedürfnisse zu stillen.

    Es geht um Unterhaltung. Von der einfachsten Methode, den Fernseher anzuschalten oder gar das Handy vor die Babywiege zu stellen, rate ich dringend ab. Der Wunsch nach Medienkonsum setzt früh genug ein. Es geht auch anders!

    Beruhigendes Equipment

    Ganz toll ist es, wenn das richtige Equipment im Hause ist: angefangen bei einem Mobile über dem Wickeltisch, das von der Mama zur Ablenkung bewegt werden kann über ein Baby-Gym, auch Spielhimmel genannt, in dem das Kind einmal zehn Minuten zufrieden glucksend mit sich selbst beschäftigt ist bis hin zu erstem Babyspielzeug.

    Dazu gehören Rasseln, „essbare“ und waschbare Bilderbücher, aber auch ganz viele Gegenstände aus der Natur und aus Holz sowie eine Schublade in der Küche, die das Kind nach Herzenslust ausräumen darf.

    Mamas Arbeitszeug ist doch am spannendsten: also her mit der Tupperware.

    Wichtig finde ich es, in jedem Zimmer, in dem Mama gerade etwas zu erledigen hat, etwas zur Unterhaltung zu haben. So wandert das Kind einfach mit der Mama mit. Mit der Mutter in  Sichtweite ist alles viel schöner.

    Wir hatten zum Beispiel in der Küche zwei Babysitze mit Rollen (Lauflernhilfe), auf der Terrasse einen Laufstall und im Wohnzimmer ebenfalls einen.

    Laufställe

    Manche finden Laufställe blöd, aber für mich war das sehr praktisch, denn ich hatte

    • drei kleine Kinder zu beaufsichtigen und begann
    • schon früh wieder im Homeoffice zu arbeiten.

    Wenn sie dann keine Lust mehr auf ein Spiel innerhalb dieser fein ausgepolsterten Begrenzung hatten, haben wir eben nach einer anderen Beschäftigung gesucht.

    Babywiege

    Außerdem hatten wir eine Federwiege, zu der ich jedem rate. Durch die leichte und kontinuierliche Bewegung, findet das Baby wie von selbst zur Ruhe. Diese entsteht aufgrund der großen Stahlfeder, an der die Wiege von der Decke herab hängt.

    Und wenn das Kind einfach nicht mehr bespasst werden will, hilft oft einfach auch nur, wenn die Mama sich eine zeitlang direkt mit dem Kind beschäftigt und etwas mit ihm zusammen spielt:

    Einen Kniereiter oder ein Fingerspiel vorsingt und ein wenig kuschelt.

    Die bewährte Methode meines Mannes möchte ich hier auch nicht unerwähnt lassen: Ablenken! Wenn das Baby bei Papa auf den Armen fliegen darf, ist jeder „Stress bedingter Ärger“ im Nu vergessen.

    Viele Grüße

    Eure Verena

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    Beitragsfoto: Saulich Elena / shutterstock
    Foto 2: Cultura Motion / shutterstock
  • Rituale fürs Baby  –  schaffen Struktur und Geborgenheit

    Rituale fürs Baby  – schaffen Struktur und Geborgenheit

    Immer wieder werden wir gebeten etwas über Rituale fürs Baby und Kleinkinder zu schreiben. Und wir freuen uns nun, Euch den tollen Beitrag von unserer Autorin Verena zu diesem Thema vorzustellen.


    Was wäre das Leben ohne Rituale, die uns durch den Tag begleiten. Rituale sind nicht nur für die Kleinen eine wunderbare Begleitung vom Aufstehen am Morgen bis zum abendlichen Einschlafen.

    Auch den Eltern, die plötzlich mit einem Kind in Elternzeit zuhause sitzen und jeden Tag viele Stunden sinnvoll und abwechslungsreich für sich und Kind zu gestalten haben.

    Und das ist oft gar nicht so einfach – nicht umsonst fällt vielen frischgebackenen Müttern/ Vätern nach einigen Monaten buchstäblich die Decke auf den Kopf.

    Vor allem, wenn sie oder er die Tage mit Kind allein zu bestreiten hat.

    Kind kennt sich aus

    Rituale fürs Baby - Baby wird gefüttert

    Rituale helfen, den Tagesablauf zu strukturieren. Das Kind wächst in seine Familie hinein durch stets gleich bleibende Riten.

    Langsam beginnt es zu erkennen, dass der Tag beginnt, wenn Mama ins Zimmer kommt, die Vorhänge aufzieht, das Kind auf den Arm nimmt und es mit einem kleinen Morgengebet begrüßt:

    Guten Morgen mein Engelein, der Tag ist neu, der Tag ist fein, komm lass uns zusammen glücklich sein.

    Meistens entstehen solche Verse aus dem Bauch heraus. Es ist auch ganz egal, ob sie jeden Tag anders lauten. Es geht um ihre rituelle Wiederholung wie hier das immer gleiche Beginnen des Tages.

    Im Familienbett in den Tag starten

    Ein Tag mit Kindern kann auch ganz anders beginnen, etwa so im Familienbett:

    Kind weckt total erschöpfte Mama durch langsam ansteigendes Weinen. Mama nimmt ihren Liebling in die Arme und füttert ihn erstmal ausgiebig.

    Dann gehen die beiden gemeinsam wickeln und anziehen. Dazwischen versucht Mama sich noch einen Kaffee zu kochen, indem sie das Kind kurz in die Wiege in der Küche legt.

    Mit einem Kaffee kann auch ein Tag beginnen

    Auch auf diese Weise – indem es nach dem Füttern ein wenig allein in der Wiege liegt und vielleicht einem Mobile zusieht und der unbekannt aufregende Duft von Kaffee an sein Näschen dringt – lernt das Kind, das Morgen ist.

    Wichtig ist auch hier wieder die Wiederholung. Dabei dürfen auch Tage abweichen. Wiederholung ist auch, wenn meistens etwas ähnlich abläuft.

    Neugeborene haben noch kein Gefühl für Tag und Nacht. Sie haben ja erst einmal ihren eigenen Rhythmus und wachen alle paar Stunden auf, um zu trinken – ob es nun Tag oder Nacht ist.

    Rituale helfen nicht nur unseren Kleinen, auch für uns Eltern ist es hilfreich sich langsam an einen gemeinsamen Familienrhythmus zu gewöhnen. Ebenso wichtige Rituale fürs Baby sind die gemeinsamen Mahlzeiten.

    Aber auch die nachmittägliche Spazierfahrt im Wagen oder die Runden mit dem Hund um den Block im Tragetuch.

    Ich selbst habe mir leichter getan dabei, die Tage immer ähnlich ablaufen zu lassen. An Tagen, die nicht nach Schema X abliefen, waren die Kinder immer viel unruhiger, alles war unrund.

    Rituale fürs Baby schaffen Geborgenheit

    Manche Menschen mögen vor dem Essen ein Tischgebet sprechen. Andere strukturieren den Tag mit fröhlichen Liedern.

    Ich habe mir selbst immer Sorgen gemacht, welche Rituale ich bitte einführen soll, denn ich singe allenfalls spontan und kenne wenige Lieder.

    Obwohl ich als Kind selbst immer vor dem Essen gebetet habe, beten wir mit den Kindern nur selten vor dem Essen.

    Was sollte ich meinen Kindern für Rituale anbieten?

    Irgendwie kamen die Rituale von selbst in unser Leben, und zwar allein durch den strukturierten Tagesablauf, einfach indem wir die Dinge immer zur selben Zeit taten.

    Das habe ich aber erst später gemerkt, was eigentlich unsere Rituale ausmachten und welche Bedeutung sie bis heute – im Grundschulalter – haben.

    Babymassage

    Ein ganz wichtiges Ritual für Baby ist die morgendliche Babymassage. Für uns war das der beste Start in den Tag, die ersten morgendlichen Kuscheleinheiten nach dem Stillen.

    Dies ergab sich aus der Entdeckung, dass das Baby abends viel zu müde für die Massage war. Morgens dagegen klappte es wunderbar.

    Auch ein gemeinsames Fingerspiel auf dem Wickeltisch, bei dem die Mama wie ein Käfer über den nackigen Bauch des Kindes krabbelt und anklopft ob jemand zuhause ist, sind schöne Rituale.

    Fingerspiele und mehr

    Wichtig ist hier einfach, einen zeitlichen Rahmen zu schaffen für das gemeinsame morgendliche Spiel. Welches Spiel ist dann eigentlich egal.

    Wer sich – wie ich als frischgebackene Mutter – an keine Fingerspiele oder nur noch an Bruchstücke daraus erinnert: Es gibt für all das wundervolle Bücher, sogar mit CD.

    Unser zweites wichtiges Ritual ist das Vorlesen. Bevor wir richtig begannen mit dem Anschauen von Bilderbüchern, hatten wir diese kleinen Stoffbücher, die ich mit den Kindern bereits mit ca. sechs Monaten anguckte.

    Natürlich hören so Kleine weder lange zu noch begreifen sie vielleicht alles, was die Mama ihnen zu einem raschelnden oder kuschelig weichen Stoffbuch erzählt.

    Es geht mehr um die vertraute Stimme der Mutter an sich und die durchs ruhige Vorlesen entstehende entspannte Stimmung, die das Kind beruhigt. Es geht um das Lernen neuer Wörter und die Sprachentwicklung.

    Aus diesem Sich Zeit nehmen und gemeinsamen Wohlfühlen in der Sprache entsteht mit dem Heranwachsen des Kindes ein wunderschönes Zubettgeh-Ritual.

    Ein vom Kind ausgesuchtes Buch wird angeschaut oder vorgelesen von Papa oder Mama, Oma oder Tante, und danach wird gekuschelt.

    Mit der Zeit sind kleine Veränderungen möglich

    Riutale fürs Baby Mutter mit Kinder beim Zähneputzen

    Nach einiger Zeit ist es auch gar nicht so besonders wichtig, dass immer dieselbe Person liest, auch ein Besuch kann ein Ritual übernehmen. Wenn das Kind das nicht mag, zeigt es das schon.

    Eine weitere schöne Erinnerung an die Baby- und Kleinkindzeit ist diese:

    Wir hatten uns angewöhnt vor dem Einschlafen dem Kind unsere Liebe kundzutun.

    Dazu sagten wir nicht nur Mama hat dich lieb und Papa hat dich (oder Name einfügen) lieb, sondern zählten auch noch die Geschwister, die entferntere Familie und alle weiteren Menschen, mit denen das Kind zu tun hatte, auf.

    Das war wunderschön. Irgendwann hörten wir damit auf. Manche Rituale fürs Baby braucht man wohl irgendwann nicht mehr.

    Rituale fürs Baby in Ausnahmesituationen

    Rituale können besonders hilfreich sein, wenn es aufregende Tage mit viel äußerem Input gibt. Auch auf Reisen oder wenn wir mit dem Baby bei den Großeltern oder woanders übernachten, sind sie wichtig.

    Ein strukturierter Tagesablauf hilft gerade an fremden Orten, dem Kind Sicherheit zu vermitteln. Das Baby findet so in seinen vertrauten Rahmen zurück und beruhigt sich schneller.

    Vertraute Melodien und Gerüche geben ebenso Geborgenheit, wie die mitgebrachten Spielzeuge und Bilderbücher.

    Das Morgen- und das Einschlafritual einfach so gut es geht in die fremde Umgebung übertragen. Am besten ist es, alles dafür nötige mitzubringen.

    Abweichende Tagesabläufe

    Andere Ausnahmesituationen, für die es wiederum extra Rituale gibt, sind Krankheit oder besondere Tage wie Geburtstage.

    Ein krankes oder gerade genesendes Kind etwa darf im Bett der Eltern schlafen oder wird tagsüber auf dem Sofa gebettet und bekommt viel Extra-Aufmerksamkeit in Form zusätzlicher Rituale.

    Diese sind nämlich eine besondere Form der Zuwendung.

    Wenn die ersten Zähne kommen, bekommt das Kind mit einem speziellen Zahnöl die Backen und Kiefer massiert, wenn es Bauchweh hat, gibt es ein wohltuendes Bad und eine Bäuchleinmassage mit sanftem Fenchel, Kamille und/oder Anisöl.

    Auch das allabendliche Baden kann übrigens ein schönes Ritual sein.

    Und was für Rituale habt ihr?

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

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  • Achtsamkeit im Umgang mit Babys und die 7 B´s

    Achtsamkeit im Umgang mit Babys und die 7 B´s

    Auch Babys haben unsere Achtsamkeit und unseren vollen Respekt verdient. Gerade weil sie sich nicht wehren können, weil sie schutzbedürftig und wehrlos sind. Diese Grundhaltung mag für viele selbstverständlich sein und das ist gut so.

    Achtsamkeit ist in aller Munde. Doch es ist nicht nur ein Modewort. Dahinter steckt eine Haltung im Umgang mit anderen Lebewesen. Sind das nun Tiere und Pflanzen, andere Erwachsene oder eben Kinder. 

    Dennoch gibt es Situationen, in denen wir unaufmerksam und zerstreut reagieren. Dies passiert häufig, wenn wir in Eile oder im Stress sind. Wie oft geht jede Achtsamkeit in der Hektik des Alltags verloren.

    In diesen Momenten hilft es tief durchzuatmen, um mit allen Sinnen ins Hier und Jetzt zurück zu kehren. Sind wir präsent, sind wir achtsam. Wir schauen unserem Kind in die Augen, wenn wir mit ihm sprechen, wir achten auf seine Reaktionen und probieren vorurteilsfrei hinzu spüren bzw. zu hören.

    Achtsam an Bedürfnissen orientieren

    Auf Bedürfnisse unmittelbar reagieren ist der richtige Weg. Auf das eigene Bauchgefühl hören und der aktuellen Situation entsprechend reagieren ist wichtiger als irgendwelche angelesenen Theorien über Kindererziehung. Oder auch dem gegenüber, was die eigene Mutter, Tante, Nachbarin meint, als sakrosankt in den Vordergrund zu stellen.

    Attachment Parenting oder auf deutsch Bindungserziehung, auch bekannt als bindungsorientierte oder bedürfnisorientierte Erziehung, ist ein von Grund auf achtsamer Ansatz.

    Dieser geht zurück auf den amerikanischen Kinderarzt William Sears, der ihn bereits 1982 formulierte. Zusammen mit seiner Frau Martha Sears veröffentlichte er 2001 The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby.

    Stabile Mutter-Kind-Bindungen

    Wie vor ihm schon die Bindungstheorie nahelegt, weist auch William Sears daraufhin, dass stabile Mutter-Kind-Bindungen aus einer harmonischen Gefühlskommunikation erwachsen.

    Dabei geht die Mutter stets „responsiv“ vor, also feinfühlig. Dieser Begriff stammt ebenfalls aus der von Mary Ainsworth stark geprägten Bindungstheorie. Er steht für die Qualität der Reaktion der direkten Bezugsperson auf den Säugling. Durch diese wiederum entsteht sichere Bindung.

    William Sears schreibt vom „Babyreading“, ein selbsterklärender und sehr anschaulicher Begriff. Die Mama „liest“ die Signale ihres Kindes, liest ihm förmlich von den Lippen, den Augen und aus seinem Verhalten.

    Damit beide sich auf eine gemeinsame Welle einschwingen können, ist Körperkontakt ein ganz wichtiger Aspekt.

    Die sieben Baby-Bs

    Er gehört zu den von William Sears formulierten sieben Baby-Bs, die helfen sollen, die Sensibilität der Mutter zu steigern.

    Neben der Aufnahme des Körper- und Augenkontakts unmittelbar nach der Geburt, gehört dazu Stillen nach Bedarf. Möglichst häufiges Tragen des Kindes, das Schlafen im Familienbett und der Versuch jedem Schreien zuvorzukommen. Dies gelingt am Besten, indem auf die Signale des Kindes unmittelbar eingegangen wird. Und wenn auf Einschlaftraining à la Ferber & Co. verzichtet wird und stattdessen immer eine Balance der Bedürfnisse von Kind und Mutter gesucht wird.

    Der Letzter Punkt ist besonders wichtig für einen achtsamen Umgang mit dem Baby. Denn wie eingangs bereits erwähnt, hindern Stress und Hast uns daran achtsam zu sein.

    Von allen anderen Punkten – ohne Zweifel allesamt gut und wichtig für eine sichere Bindung – sollte sich keine frischgebackene Mutter unter Druck setzen lassen.

    Klar ist es wunderbar zu stillen, doch auch ein Flaschenbaby bekommt keinen psychischen Knacks, weil es mit dem Stillen nicht geklappt hat, wenn es achtsam und liebevoll gefüttert wird.

    Auf Situationen achtsam reagieren lernen

    Achtsamkeit Baby sitzt mit Spielzeug am Strand

    Achtsamkeit lehrt uns, sich mit spannenden Theorien zu beschäftigen, ihnen aber nicht sklavisch zu folgen. Vielmehr hilft das Konzept der Achtsamkeit, auf die aktuelle Situation einzugehen.

    Daher lohnt es sich für jedes Elternpaar, konkret und ständig von Neuem zu überprüfen, ob alle Beteiligten sich wohl und zufrieden fühlen.

    Ich bin ein vehementer Befürworter des Familienbetts und gegen jedes Einschlaftraining. Doch als ich plötzlich mit drei kleinen Wesen unter 2 Jahren da saß, war mir klar, das ich in so einem „überbevölkerten“ Familienbett die ganze Nacht kein Auge zudrücken würde.

    Zuviel Angst hatte ich, eines der Babys zu überrollen, um entspannt schlafen zu können. Da ich aber bis zu zehn Mal in der Nacht aufstehen musste, um zu stillen und zu trösten, benötigte ich ein Rückzugsgebiet: mein Bett.

    Also reagierten wir auf unsere spezielle Situation und verabschiedeten uns vom Konzept Familienbett, das wir mit nur einem Kind entspannt praktiziert hatten.

    Präsents setzt Achtsamkeit voraus

    Um auf plötzlich auftretende Situationen im Umgang mit dem Kind achtsam und angemessen zu reagieren, ist geistige und körperliche Aufmerksamkeit erforderlich.

    Nur ein präsenter Mensch ordnet die Äußerungen des Kindes richtig ein. Dazu gehören Mimik- und Verhaltensänderungen.

    Natürlich ist dies nicht immer ganz einfach und es dauert bisweilen ein wenig, bis der Grund des Unwohlseins eines Säuglings erkannt ist.

    Wichtiger als immer gleich zu wissen, was das Baby braucht, ist es sich nicht von den eigenen Empfindlichkeiten und Befindlichkeiten beeinflussen zu lassen.

    Mit einer unmittelbaren, prompten Reaktion vermittelt der Erwachsene dem Kind übrigens auch die Wirksamkeit seines Verhaltens.

    Dies geschieht entsprechend dem Alter des Kindes mit Körperkontakt, einer beruhigenden Melodie oder mit erklärenden Worten.

    Achtsamkeit lässt Angst schmelzen – Einige Beispiele

    Bei Angst etwa würde man ein Baby schützend in den Arm nehmen, einem größeren Kind aber zusätzlich eine Geschichte erzählen, die ihm die Angst nimmt oder mit ihm ein Gespräch über angsteinflößende Dinge beginnen.

    Auch bei offensichtlicher Langeweile reagiert der Erwachsene mit einer Einladung, die den Entdeckerdrang des Kindes anregt, etwa durch ein Spielzeug.

    Weitere Beispiele betreffen etwa passende Kleidung: bei 35 Grad im Sommer braucht das Baby eben keine Mütze (ggf. einen Sonnenschutz) und keinen Langarmbody plus Babydecke wie das in Mitteleuropa von Generation zu Generation als tradiertes Babywissen eben so weiter gegeben wird.

    „Es könnte ja ein Zug kommen.“ (O-Ton Oma). In südlichen Ländern, wo es den ganzen Sommer über so heiß ist, haben die Kleinen meist nichts mehr an als Windeln und einen kurzen Body.

    Darüber war ich sehr erstaunt. Ebenso oft habe ich mein Baby im Winter und in der Übergangszeit viel zu dick angezogen, bis mir eine Hebamme den Tipp gab, die Temperatur im Nacken zu fühlen und nicht an den Händen.

    Doch auch zu so etwas scheinbar simplen, wie der richtigen Kleidung braucht es Selbstvertrauen. Das heißt ein Vertrauen in sich selbst, das Richtige zu tun bzw. auch einmal einen Fehler zu riskieren.

    Das Motto für alle Baby-Belange heißt fühlen, in Kontakt treten, reagieren.

    Achtsamkeit mit und in der Natur

    Ein weiterer Bereich der Achtsamkeit ist das Erleben der Natur. Selbst kleine Babys sollten nicht stets steril verpackt in ihrer Babyschale liegen. Lasst sie frei, die Babys.

    Legt sie auf einer Decke mitten in die Wiese, im Schatten eines Baumes und ermöglicht ihnen die kühle Brise im Sommer. Oder einen Ausflug mit dem Schlitten durch den Schnee in klirrender Kälte, gut geschützt in einem kuscheligen Lammfellsack.

    Müssen es immer nur Plastik und synthetische Stoffe sein? Lammfelle und Baumwolle, Leinen, Rohseide und Wolle, unbehandeltes Holz und Filz sind alles Materialien, die Babys und Kindern auf keinen Fall (!) vorenthalten werden dürfen.

    Holt euch die Natur mit Naturmaterialien in die Stube. Die Kleinen können nach Herzenslust auf diesen Herumkauen und sich nackig auf einem Lammfell räkeln.

    Lasst Kleinkinder barfuss gehen, damit sie spüren lernen  und kitzelt die Kleinsten mit einem Grashalm. Es ist so wichtig die Elemente zu spüren, Sonne, Wind und Regen, aber auch das Fell einer Katze ist eine aufregende Erfahrung.

    Das gemeinsame Erleben der Natur hat übrigens noch einen positiven Nebeneffekt:

    Auch die Eltern beginnen wieder, die Welt mit Babys Augen zu entdecken. Hier einen Käfer oder einen Regenwurm zu verfolgen, dort barfuss mit den Zehen im Matsch graben …

    All das ist für die eigene Achtsamkeit oft eine wahre Befreiung vom Erwachsenenleben. Wieder Kindsein dürfen, spielen und entdecken, gefällt vielen Erwachsenen richtig gut, denn was sind wir denn anders als großgewordene Kinder!

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

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  • Stillen in der Öffentlichkeit

    Stillen in der Öffentlichkeit

    Stillen in der Öffentlichkeit, eigentlich das normalste in der Welt, doch leider wird es nicht von allen und überall so gesehen. Verena hat uns hierzu einen schönen Beitrag geschrieben, den wir Euch gerne vorlegen.


    Mein Mann, ein paar Freunde und ich sitzen im lärmend vollen, fröhlichen Biergarten. Alles wie immer – außer: Wir haben unser kleines, süßes Baby dabei. Das quengelt ein wenig. Dann brüllt es. Da macht das Baby auf dem Arm halten und Duzidu den Freunden plötzlich keinen Spaß mehr.

    Der kleine Schreihals mit offenbar gutem Lungenvolumen wird zur Mama zurück gereicht mit den Worten: „Hat der vielleicht Hunger?“ Naheliegend, auch für Nichtmütter und Nichtväter. Alle schauen die junge Mama an, was die nun wohl macht.

    Cool bleiben, Mama

    Stillen in der Öffentlichkeit Eltern mit stillendem Baby in einem Park
    Maria Sbytova / shutterstock

    Es ist das erste Mal, das Frau in einer vergleichbaren Situation ist. Schließlich ist es ganz was anderes, mit seinem Baby vormittags im Park spazieren zu gehen und sich zum Stillen für ein ruhiges, schattiges Plätzchen zu entscheiden.

    Da kommen zwar auch schon mal Menschen vorbei, die einen Blick auf eine stillende Mutter werfen – sei dieser nun zweideutig, fragend oder gar missbilligend. Ich selbst habe vorwiegend wohlwollende Blicke erlebt, denn die meisten Menschen sind fasziniert von kleinen Babys.

    Doch zurück zum Biergarten-Szenario: Innerlich total aufgeregt beschließt die junge Frau ihr brüllendes Kind anzulegen. Immerhin eine gute Chance, dass es wirklich Hunger hat und gleich wieder satt und zufrieden ist. Sie nestelt an ihrem Still-BH herum und denkt sich: „Es sind ja nur Sekunden in denen meine Brust unbedeckt ist, das werde ich ja jetzt wohl überstehen.

    Saugt das Baby daran, ist alles gut.“ Irgendwie ist es schon eine Herausforderung, das Stillen in der Öffentlichkeit. Nicht jeder Mensch ist so freizügig, dass es ihm/ihr nichts ausmachen würde, einfach vor allen anderen – Fremden, Freunden oder Bekannten – die Hüllen fallen zu lassen. Das ist eine natürliche Hemmschwelle und dabei geht es erst einmal gar nicht so sehr um das Bedürfnis des Kindes, sondern um die Mutter.

    Stillen in der Öffentlichkeit – Alles eine Frage der Gewohnheit

    Die junge Frau hat sich in weiser Voraussicht ein leichtes Baumwolltuch mitgebracht. Das legt sie jetzt schützend um das Baby und sich selbst. Diese Schutzmaßnahme wirkt beruhigend sowohl auf die stillende Mutter als auch auf das Kind selbst. Wenn nämlich die Mama innerlich nervös ist und sich gar schämt, weil sie in der Öffentlichkeit ihrem Säugling die Brust gibt, klappt es oft mit dem Stillen auch nicht so richtig.

    Gerade am Anfang, wenn die beiden noch nicht so ein eingespieltes Team sind, kann es passieren, dass die Position zum entspannten Trinken nicht passt oder nicht genug Milch fließt. Je entspannter die Mutter, desto besser klappt alles.

    Ich habe auch schon Frauen gesehen, die sich ein Kissen mitgebracht haben. Denn es ist nicht immer so gemütlich, das Baby in der Armbeuge zuhalten. Wie ich finde eine gute Idee, auf die ich selbst als frischgebackene Mama nicht gekommen bin. Das musste ich durch eine Schleimbeutelentzündung im Ellbogen büßen. Vor lauter Beflissenheit, es dem Kind recht gemütlich zu machen, habe ich mir selbst eine schlechte Haltung angewöhnt.

    Je länger die Stillbeziehung dauert, desto mehr verändert sie sich auch. Mutter wie Kind gewöhnen sich an die gemeinsame Kuschelmahlzeit. Dem gemeinsamen Auftritt in der Öffentlichkeit kommt das zugute. Das Kind weiß bald, was zu tun ist und dockt ganz von allein an sobald es darf.

    Allerdings werden gerade Langzeitstillende in der Öffentlichkeit oft komisch angeguckt. Während es für viele normal ist, dass ein Säugling an der Brust trinkt, reagieren mehr Leute befremdet, wenn sie sehen, dass ein zwei- oder dreijähriges Kleinkind an der Brust trinkt.

    Warum Stillen in aller Öffentlichkeit?

    Vielleicht fragt sich jetzt so manche, warum soll ich mir das überhaupt antun, warum mache ich mir es nicht einfach zuhause auf dem Sofa gemütlich? Irgendwie stimmt das auch. Vor allem in den ersten Wochen mit einem Neugeborenem ist es wirklich viel entspannter für alle Beteiligten einfach daheim im vertrauten, privaten Raum zu bleiben.

    Die Zeit des so genannten Wochenbetts, also die ersten sechs bis acht Wochen, ist eine Zeit des Ausruhens und Zueinanderfindens. Auch dauert es ein wenig sich kennen zu lernen, damit sich das Dreamteam einspielen kann. Hebammen raten dazu, diese ersten Wochen wirklich langsam zu machen, auszuruhen und das Wochenbett regelrecht als heilige Zeit zu respektieren.

    Das ist für diese Zeitspanne auch gut so. Und es heißt ja nicht, gar nicht hinaus zu gehen. Frische Luft ist auch für Neugeborene eine Wohltat. Es bedeutet einfach, sich und dem Kind eine Pause vom Alltag und den damit häufig  verbundenen Stress zu gönnen.

    Denn wer will wochen- oder monatelang zuhause bleiben? Der Tag kommt, an dem Mama wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen will. Und sich nur wegen dem Stillen zuhause zu verstecken, wäre doch sehr schade. Sich das Leben so einzuengen, weil Stillen in der Öffentlichkeit manchen Leuten noch immer ein Tabu zu sein scheint? Nein, danke.

    Stillende Mütter in der Öffentlichkeit

    Daher ist es wunderschön, immer mehr stillende Frauen in der Öffentlichkeit anzutreffen. Vielleicht macht das weiteren Frauen Mut sich auch trauen. Wer sich geniert und sich sicher ist, sein Kind nicht im Biergarten vor der Clique oder auch nur vor Wildfremden stillen zu wollen, findet womöglich eine andere Lösung für sich: Sucht Euch eine Location als Treffpunkt aus, die Rückzugsmöglichkeiten bietet.

    Das kann ein Restaurant mit Lounge sein oder einem Bereich mit Sofas und gemütlichen Sitzgelegenheiten. Oder ihr packt das Kind kurzerhand ein, verabschiedet Euch für einen Moment und begebt Euch alleine mit ihm in einen naheliegenden Park. Es ist auf jeden Fall ratsam sich anfangs vorher Gedanken zu machen, wie ihr euch die ungewohnte Situation so angenehm wie möglich einrichten könnt.

    Stillen in der Öffentlichkeit Mutter stillt ihr Baby in eine Gebüsch
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    Es gibt auch Frauen, die setzen sich am liebsten in ihr geparktes Auto. Wichtig ist, dass es für einen selbst stimmt. Und nicht dass eine Frau sich gezwungen sieht, sich im öffentlichen Raum zu verstecken – etwa in der Umkleidekabine eines Kleidergeschäfts oder gar auf der Toilette! Soll alles schon vorgekommen sein!

    Wer in so eine Situation gerät, muss sich nicht eingeschüchtert fühlen, sondern darf den Mut haben (möglichst laut) zu sagen: „Sie haben soeben eine kaufwillige Kundin verloren. Ich komme so schnell nicht wieder in ihren Laden und berichte meinen Freunden von ihrem Verhalten einer stillenden Mutter gegenüber!“

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

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  • Mein Baby Pucken – beruhigende Wohltat oder zwangsverordnetes Einengen?

    Mein Baby Pucken – beruhigende Wohltat oder zwangsverordnetes Einengen?

    Pucken ist eine altbewährte Methode, um Babys das Gefühl der heimeligen Umgrenzung erfahrbar zu machen, welches es neun Monate lang im Mutterleib hatte. Verena, Autorin von Mamirocks erklärt hier, wie es funktioniert, und wann man es anwenden sollte:


    Mit Pucken ist das Einwickeln des Säuglings in ein weiches Tuch gemeint. Diese Praxis ist eine sehr alte und viele Hebammen sind von ihr begeistert, während sich unter Kinderärzten einige kritische Stimmen zum Thema erhoben haben. Dazu weiter unten mehr. Pucken ist in allen Kulturen der Welt verbreitet. Es geht darum dem Baby eine Begrenzung anzubieten. Für mich ist diese Idee nachvollziehbar und logisch:

    Unser Leben ist dermaßen stressig und hektisch, auch für uns Erwachsene. Wie müssen diese zahlreichen Eindrücke bloß auf ein kleines Kind wirken, all das Schnelle und Aufgeregte, dass auf es von außen unreflektiert und ungebremst eindringt.

    Wen verwundert es da, dass viele Babys Einschlafschwierigkeiten haben, es ihnen nicht gelingt abzuschalten. Am besten klappt das noch im Tragetuch oder bei Vater oder Mutter im Arm, eng umschlossen von deren Körper.

    Natürlich wissen junge Eltern nach der ersten innigen Zeit, dass es schwer möglich und auch zutiefst  Kräfte zehrend ist, ein Kind über längere Zeit hinweg stets mit der eigenen Körperwärme persönlich in den Schlaf zu begleiten.

    Pucken – Meine persönliche Erfahrung

    Da fand ich spontan das Pucken eine tolle Methode, meinem Kind die Geborgenheit und Ruhe zu geben, die es benötigt hat, um sanft in den Schlaf zu finden. Keinesfalls empfanden ich oder mein Kind diese Art des Einwickelns als einengend. Woher ich das weiß, wie sich mein Baby dabei gefühlt hat? Ganz einfach, nach einer Weile hatte sich das schlafende Baby schon freigestrampelt!

    Für mich ein untrügliches Zeichen, das es nicht derart eingeengt war, dass es keine Möglichkeit gehabt hätte, sich natürlich zu bewegen. Es geht wirklich nur um die kurze Zeit des Runterkommens unmittelbar vor dem Einschlafen.

    Keineswegs darum, ein Baby länger in einer starren Haltung zu fixieren. Das muss natürlich jedem klar sein. Ich habe diese Methode auch nicht jeden Abend verwendet, sondern nur dann, wenn ich das Gefühl hatte, es könnte meinem Kind heute helfen.

    Mein erster Sohn schrie die ersten drei Monate seines Lebens jeden Abend von 18 Uhr bis 22 oder 23 Uhr durch. Er litt sichtlich, an was haben wir nie erfahren. Waren es Blähungen oder verarbeitete er seine ziemlich anstrengende Geburt? Wir tippen auf eine Kombination von beidem. Damals probierten wir alles, um ihn zu beruhigen.

    Selbst Pucken half nichts

    Es war aber in dieser Tageszeit wenig zu machen, ob getragen oder zusammen im Bett kuschelnd, massierend oder spielend. Wir mussten das einfach gemeinsam durchstehen. Auch Pucken half da nichts. Er strampelte sich erst einmal frei. Erst gegen Ende der abendlichen „Schreistunden“, nach all der Aufregung half es ihm, wenn ich ihn einwickelte.

    Dazu legte ich ihn auf seine von mir selbstgestrickte Babydecke, also ein sehr leichtes, luftiges Gewebe und kein so festes Tuch, wie man es manchmal sieht. Die Decke endete auf Höhe seines Kopfes, sodass es dann gewickelt eine Art Kapuze bildete. Dabei ließ ich seine Ärmchen so wie sie waren seitlich des Körpers oder ein wenig vor der Brust.

    Ich schlug die Decke links und rechts über seine Brust, nahm sie unten zusammen und klappte das untere Ende nach hinten unter die Füße. Dann schmiegte ich mich an ihn. Ich finde trotz Decke ist Kuscheln möglich – auch ein Gegenargument, es wäre kein Hautkontakt mehr möglich. Aber den holten wir uns ja in all der anderen Zeit der langen Tage, beim Wickeln, Spielen und Schmusen..

    Was manche Kinderärzte übers Pucken sagen

    Jetzt mal zu den Argumenten der Experten gegen das Pucken: Dem Kind Nerven abklemmen, wenn es zu fest gepuckt wird? Nun gut, wie oben beschrieben, soll das Tuch natürlich schön locker sein, sodass das Kind sich selbst frei strampeln kann, wenn ihm die Methode nicht (mehr) behagt.

    Es soll ja auch Kinder geben, denen das einfach ganz und gar nicht gefällt und die sich wirklich eingeengt fühlen. Wichtig ist auch zu wissen, dass diese Methode wirklich nur bei Babys in den allerersten Monaten angewandt wird.

    Oft erwähnt wird die Gefahr einer Fehlstellung des Hüftgelenkes durch Pucken. Wie gesagt, ein lockeres Tuch leicht gewickelt, ich kann es nur immer wiederholen. Wir reden hier nicht von fixieren. Fachleute sprechen hier von der Problematik der zwangsweise ausgestreckten Beinchen.

    Ehrlich gesagt, so hatte mir das meine Hebamme zum Glück gar nicht gezeigt. Meine Kinder konnten ihre Beinchen trotz Puckdecke immer anziehen, wenn sie das wollten.

    Pucken – eine kuschelige Begrenzung

    So wie ich das Pucken verstehe, geht es um die kuschelige Begrenzung. Wer sich durch all diese Argumente verunsichert fühlt, kann auch einen der mittlerweile erhältlichen Pucksäcke benützen, die einem Babyschlafsack ähneln. Diese habe ich allerdings nie ausprobiert. Mir genügte meine Babydecke oder ein Baumwollpareo (dünnes Strandtuch) im Sommer. Damit wären wir beim nächsten Argument:

    Pucken würde zu Hitzschlag und Dehydrierung führen, etwa an sehr heißen Tagen. Nun ja, aber ein bisschen gesunden Menschenverstand benötigt es schon auch als Eltern. Bei einer Affenhitze wickele ich doch niemand in ein warmes Tuch. Wie bekannt, bei Unsicherheiten immer schön im Nacken die Temperatur des Kindes überprüfen. Hände und Füße sind nicht so ausschlaggebend wie die Temperatur im Nacken.

    Außerdem soll die Methode platte Hinterköpfe bei den Babys fördern. Das habe ich immer wieder gehört, auch weil eines meiner Kinder immer in der gleichen Position in seinem Bettchen lag – auch ohne Pucken. Ich sollte sie laut Hebamme also immer bewusst auf die andere Seite drehen, aber das Kind legte sich nun mal in ihre Lage zurück. Heute ist sie fast sieben und hat dennoch keinen Schiefkopf.

    Mir haben solche Hinweise als junge Mutter immer sehr Angst gemacht, auch das mit dem plötzlichem Kindstod – ich hatte auch einen bevorzugten Bauchschläfer. Der mochte auch nicht so gerne gepuckt werden.

    Diese beiden Kinder sind Zwillinge und auch bei ihnen habe ich nicht regelmäßig gepuckt, sondern nur bei Bedarf – wie gesagt – wenn eine Notwendigkeit besteht, also wenn ein Kind über einen längeren Zeitraum wirklich nicht von alleine zur Ruhe kommt.

    Pucken – Schaut doch mal was Euer Baby findet

    Ein weiteres Argument lautet: Nicht genug Raum zum tiefen Luftholen und Schreien lassen. Ich glaube, wer so puckt, hat das Konzept von Liebe und Bedürfnisorientierung nicht verstanden. Aber es muss wohl so sein, dass Kinderärzte auf solche Problematiken hinweisen, denn anscheinend ist so ein Wissen nicht vorauszusetzen. Dann ist es wohl gut bei Adam und Eva in der Empathie anzusetzen.

    Dennoch sollte deswegen eine an sich gute Einschlafhilfe wie das Pucken nicht komplett verteufelt werden. Wie so oft, also auch bei diesem Thema: Lasst Euch nicht bange machen, von zu vielen zu gut gemeinten Tipps und Ratschlägen. Hört auf Euren Verstand ebenso wie auf Euer Herz. Und ganz wichtig, guckt euch das Baby, das da vor Euch liegt, in aller Ruhe an. Ihr seht wie es reagiert und ob ihm etwas gut tut oder nicht.

    Selbst in den Schlaf finden lassen

    Ich finde übrigens, es ist das Beste, wenn die Kinder so schnell wie möglich lernen, von selbst in den Schlaf zu finden bzw. selbst Methoden entwickeln sich zu beruhigen. Dazu müssen Eltern ihnen auch die Möglichkeit geben. Wer immer sofort irgendwelche Maßnahmen ergreift von Aufnehmen über Schnuller und Trinken lassen bis hin zu ständiger Ansprache, lässt dem Kind keine Möglichkeit von selbst einzuschlafen.

    Es ist ja ganz normal, dass es nicht sofort in Tiefschlaf fällt, sobald es im Bett liegt. Das tun wir ja auch nicht immer, denn die Eindrücke des Tages wirken auf jeden von uns noch eine Weile nach.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

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  • Babymassage

    Babymassage

    Ein ganz herziges Wickelritual: Die Babymassage. Wir finden: Das sollte jede Familie einführen!

    Wie du dein Baby mit Streicheleinheiten verwöhnen kannst und eure Bindung stärkst

    Körperkontakt ist so wichtig für Babys und Kinder. Eine ganz wunderbare Art und Weise wie die Bindung zwischen Mutter und Kind gestärkt wird, ist regelmäßiges Kuscheln und zärtliches Berühren.

    In guten Krankenhäusern achten die Krankenschwestern bereits auf intensives Bonding, gerade bei Frühchen und Babys.

    Besonders wichtig ist der stete Hautkontakt und die Berührung für Säuglinge, die aus welchen Gründen auch immer in die Neugeborenenstation müssen und nicht die ganze Zeit bei ihrer Mama sein können.

    Der intensive Hautkontakt ab Geburt fördert die emotionale Bindung von Mutter und Kind.

    Hilft bei Reizüberflutung

    Die regelmäßige Babymassage ist eine konsequente Weiterführung zärtlicher Berührung. Diese hat zudem noch weitere Vorteile: Sie hilft dem Säugling wie auch dem Kleinkind sich zu entspannen.

    Gerade nach Tagen, an denen viel los war, können sich die Kleinen nicht immer aus sich heraus entspannen. Sie sind reizüberflutet und finden nicht mehr heraus aus der Aufregungsspirale.

    Das passiert auch oft an Tagen, an denen die Mütter mit ihren Babys viel unterwegs waren und viele verschiedene Menschen getroffen haben. Die ständigen neuen Eindrücke überfordern das Kind – es braucht viel Ruhe und Zeit, alles zu verarbeiten. Weiteres zu potentiellen Überforderungen findet ihr unter „Babys haben ein Recht zu schreien“. (Hinweis der Redaktion)

    Babymassage

    Die Babymassage kann prima beim Wickeln morgens und/oder abends durchgeführt werden. Gerade kleine Babys genießen die Massage sehr. Je älter und aktiver sie werden, desto schwieriger wird es bei vielen Kindern sie zu massieren.

    Sie drehen und wenden sich, haben wenig Geduld oder es kitzelt sie. Es gibt aber auch Kinder, die Massagen bis in die Grundschulzeit genießen – andere lachen nur, weil sie so kitzelig sind.

    Die Bewegungen sollten daher auch nicht zu oberflächlich fein ausfallen. Am besten gelingt die Massage bei älteren Kleinkindern mit sanftem Druck. Ganz sanfte Massagen sind aber auch schon für kleine Babys ebenso wie ihre Mamis wunderschön. Ich habe in meinem Hebammenzentrum einen Kurs zur Schmetterlingsmassage nach Dr. Eva Reich absolviert.

    Das waren wunderschöne Treffen und ich kann nur jeder jungen Mutter ans Herz legen, sich nach so einem Kurs umzusehen. Es gibt auch Bücher zu dem Thema, doch ein Kurs hat den Vorteil, dass die Bewegungen in einigen Treffen mit dem Baby selbst eingeübt werden.

    Andere Babymassagen sind die Indische Babymassage nach Frédérick Léboyer sowie die ayurvedische Babymassage.

    Sie alle sind wunderbar und können Elemente für Eure eigene, ganz persönliche Massage liefern. Frédérick Léboyer sagt, wir sollen unsere Babys mit Zärtlichkeit und Wärme füttern bis sie körperlich und seelisch „satt“ sind – schöner kann man es nicht ausdrücken.

    Vorbereitungen für die Babymassage

    Die Massage, die ich jeden Tag bei all meinen drei Babys ausgeübt habe, beginnt so: Das Baby liegt nackig oder mit Windel auf dem Rücken. Ich habe mir immer ein kleines Handtuch neben das Kind gelegt, denn Bübchen pieseln halt gerne mal steil nach oben. Das Tüchlein konnte ich dann schnell auflegen, um nicht angepinkelt zu werden.

    Ganz wichtig ist es die Wärmelampe anzuschalten. Das Baby soll sich ja entspannen und nicht frösteln. Die Hände müssen daher auch warm sein. Sind die Finger kalt, einfach die Handinnenflächen aneinander reiben.

    Dann ein wenig angewärmtes Babyöl ohne jegliche Zusatzstoffe auf die Hände geben. Es eignet sich ebenso gut ein hochwertiges Bio-Speiseöl – egal ob Olivenöl, Sesamöl oder ein anderes gutes unbehandeltes Öl deiner Wahl.

    Die Schmetterlingsmassage ist eine ganz sanfte Massage, die auch schon bei Neugeborenen angewendet werden kann. Diese sollte bei so kleinen Babys aber nicht länger als fünf Minuten dauern und wirklich ganz behutsam ausgeführt werden.

    Es gibt dabei drei Arten der Bewegung, die auch anders kombiniert werden können: Streichen, kreisen und leichtes Wackeln (mit den Fingern). Beim Streichen sind die Finger immer leicht gespreizt – so wird die Berührung vergrößert. Streichrichtung ist immer von oben nach unten.

    Babymassage - Kind bekommt den Brustkorb massiert

    Babymassage durchführen

    Zuerst ganz vorsichtig und behutsam einige Male seitlich vom Köpfchen aus (nicht am Hinterkopf) über Arme und Körper bis zu den Zehen streichen. So weiß das Kind, dass die Massage jetzt beginnt. Als nächstes unter dem Kinn ansetzen und die Brust entlang den Rippenbögen ausstreichen.

    Dann das Bäuchlein massieren wie bei der Bäuchlein-Massage in Darmausgangsrichtung also im Uhrzeigersinn. Wenn dein Baby unter Blähungen leidet oder du dir da nicht sicher bist, kannst du für diese Massage auch ein Fenchel-Kümmel-Öl oder auch Kamille, verwenden.

    Es gibt spezielle Bäuchleinöle dafür. Diese Massage mehrmals am Tag, auch angezogen und ohne Öl durchführen, wenn das Baby sichtlich unter Bauchweh leidet.

    Arme auswringen

    Weiter geht es mit den Armen. Ganz vorsichtig einen Arm in die Hände nehmen und eine Bewegung machen wie man sie zum Auswringen von einem nassen Handtuch machen würde – natürlich aber viel behutsamer. Durch das Öl gleitet diese Bewegung leicht den Arm hinunter.

    Dasselbe gilt für die Beine. Die können mit etwas mehr Druck massiert werden, sie sind ja dicker. Man merkt ziemlich schnell, ob das Baby sich wohlfühlt oder ob es zu fest ist. Generell würde ich erst einmal ganz behutsam beginnen. Manche Babys mögen es aber auch etwas kräftiger.

    Bei jedem Arm endet die Massage in kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn in der Handinnenfläche. Dann zieht man an jedem Finger einmal sanft.

    Fußsohlen im Uhrzeigersinn massieren

    Am Ende eines jeden Beinchens angekommen folgen kreisende Bewegungen (im Uhrzeigersinn) auf den Fußsohlen bis hinauf zu den Kanten der Sohlen. Hier befinden sich die Fußreflexzonen. Auch unter diesen sind welche, die sich förderlich auf die Verdauung auswirken können.

    Babymassage - Füße massieren

    Ausstreifen der Finger und Zehen

    Zum Schluss an allen Zehen mit einem leichten Ruck ziehen. Als die Kinder ein bisschen größer waren und die Massage schon aufmerksam verfolgt haben, spielten wir beim Ausstreifen der Finger und Zehen immer ein Spiel, das sie sehr lustig fanden:

    Ich habe diese abgezählt mit den Worten: Eins, zwei, drei, vier, fünf kleine Zehen (Finger) und dann gab es ein Bussi drauf.

    Danach die alles umfassende Streichbewegung von Kopf bis Fuß vom Anfang einige Male wiederholen. So oft das Baby noch mitmachen mag. Manchmal schläft das Baby zu diesem Zeitpunkt auch schon.

    Als Variation kannst du auch einmal oberhalb der Augen an der Stirn ansetzen und mit einen leichten Bogen hinter den Ohren vorbei beginnen. Das tun nur die vier Finger ohne Daumen.

    Zum Schluss den Rücken ausstreichen

    Als letztes das Baby auf den Bauch drehen – am besten quer zum eigenen Körper. Eine Hand auf den Popo legen; die andere streicht mit sanftem Druck vom Nacken bis zum Popo.

    Danach beide Hände flach auf den oberen Rücken legen. In einer gegenläufigen Bewegung von einer Seite zur anderen Seite die Hände bewegen bis man knapp oberhalb des Popos angelangt ist.

    Mit gegenläufig ist gemeint, dass die eine Hand immer das Gegenteil von der anderen tut. Wenn also die eine Hand vom eigenen Körper weg streicht, bewegt sich die zweite Hand zum eigenen Körper hin.

    Dadurch entsteht eine für das Kind angenehme „Wellen-“ bewegung, die nicht zu stark gerät, da die Hände flach auf dem Rücken aufliegen.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

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