Autor: Verena Wagner

  • Osteopathie beim Baby – Folgen einer Geburt und deren Behandlungsmöglichkeiten

    Osteopathie beim Baby – Folgen einer Geburt und deren Behandlungsmöglichkeiten

    Osteopathie beim Baby: Jede Zelle des Körpers hat ihre eigene Bewegung. Osteopathen erspüren diese Bewegungen. Überprüfen sie auf Einschränkungen und korrigieren sie, wenn nötig gezielt mit den speziellen Techniken der Osteopathie. Diese sanfte, manuelle Behandlungsmethode arbeitet ausschließlich mit dem leichten Druck der Hände.

    Begründet wurde die Osteopathie von Dr. Andrew Taylor Still bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Der amerikanische Arzt forschte lange Zeit, um seine für die heutige Osteopathie grundlegenden Einsichten über Gesundheit und Krankheit und den menschlichen Körper, aufzuschreiben.

    Ich selbst bin mit dieser naturheilkundlichen Heilungsmethode erst nach meiner zweiten Geburt in Berührung gekommen.

    Heute denke ich, dass meine erste Geburt viel sanfter hätte verlaufen können, wenn ich bereits in der Schwangerschaft so behandelt worden wäre. Mein Kind hätte vermutlich weniger schreien müssen und seine Ruhe und seine Balance nach einer schweren Geburt früher wiedergefunden.

    Der weibliche Körper ist während der Schwangerschaft enormen Veränderungen ausgesetzt

    „In der Schwangerschaft ist der weibliche Körper enormen Veränderungen  ausgesetzt, wie z.B. einer veränderten Statik und hormonell bedingt weicherem Gewebe.“

    „Das kann zu vielfältigen Beschwerden führen.“ erklärt die Osteopathin Annette Wöhler. „In diesen Fällen ist eine osteopathische Behandlung gut geeignet, die Anpassungsvorgänge zu unterstützen.“

    In der Praxis der Expertin, die auf ganzheitliche Physiotherapie und Osteopathie spezialisiert ist, sind speziell ausgebildete Experten für die Behandlung von Kindern zuständig.

    Sie rät Schwangeren, sich bereits mit dem Thema Unterstützung durch Osteopathie und ganzheitliche Behandlungsformen auseinanderzusetzen:

    Für die Geburt ist es notwendig, dass sich die Beckenknochen frei zueinander bewegen können. Gibt es Spannungen in diesem Bereich, ist es sinnvoll schon vor der Geburt eine Osteopathin aufzusuchen.“

    Diese Verspannungen sind häufig den traumatischen Erfahrungen und den damit verbundenen Ängsten in Bezug auf Geburten und dem Thema Loslassen und Vertrauen geschuldet. Hinweis der Baby-Redaktion.

    Wann sollte man zum Osteopathen?

    Meine erste Geburt hatte mich mehr geschlaucht, als ich mir das damals eingestanden hatte. Alles ist so euphorisch, so aufregend nach einer Geburt.

    Wer denkt da an die junge Mutter? Wohl am allerwenigsten sie selbst. Vor lauter Glück, vor lauter Baby gucken und Baby streicheln, Baby beruhigen und füttern, vergisst sie schnell sich selbst.

    Erst einige Wochen nach der Geburt habe ich bemerkt, dass sich nichts so von allein wieder eingerenkt hatte. Zumindest nicht so wie das Omas, Tanten und andere Mütter beruhigend behauptet hatten.

    Ich fühlte mich total abgespannt, verbogen und verzerrt. Ja, verzerrt! Meine Körpermitte hatte sich verschoben, meine Leisten taten weh, das Kreuzbein war verspannt. Eigentlich tat mir einfach alles vom Bauchnabel abwärts furchtbar weh.

    Dabei bin ich brav zur Rückbildung getigert und habe gewissenhaft, die dort von der Hebamme gezeigten Übungen, auch zuhause durchgeführt. In der Schwangerschaft hatte ich sogar mit Yoga begonnen und viel in meinen Körper hineingehört.

    Wo war nur mein harmonisches Körpergefühl hin?

    Osteopathie beim Baby und am Kopf einer Frau

    Früher musste ich nie über meinen Körper nachdenke. Er machte keine Probleme, war einfach ok so wie er war.

    Als das Ganze begann sich bei der zweiten Schwangerschaft zu wiederholen, hatte ich mehr Glück. Klar renkt sich das auch ohne Osteopathie irgendwie wieder ein. Dies hat ja auch nach der ersten Geburt funktioniert. Doch wieso sich das Leben schwerer machen als nötig?

    Durch Zufall bekam ich nach der Geburt der Zwillinge die Visitenkarte einer Osteopathin in die Hand gedrückt. Eigentlich für die Babys, die mit einem Kaiserschnitt zur Welt gekommen waren.

    Spontan beschloss ich auch einen Termin für mich selbst auszumachen – aus dem reinen Bauchgefühl heraus, dass mir das gut tun könnte.

    Und es war ein erhebendes Erlebnis. Ich konnte regelrecht spüren wie mein Körper wieder ins Lot gerückt wurde. Daraufhin habe ich für alle drei Kinder Termine ausgemacht.

    Annette Wöhler hält eine osteopathische Behandlung nicht prinzipiell nach jeder Geburt für notwendig. „War die Geburt schwer, ist auch eine Behandlung für die Mutter empfohlen.“ Ansonsten gilt es wie beim Kind, dem Körper Zeit zu geben. Und die körpereigenen Selbstheilungskräfte wirken zu lassen. Typische Beschwerden der Mutter nach der Geburt sind Rückenschmerzen im Lenden- und Brustwirbelbereich sowie Beckenschmerzen.“

    Osteopathie bei Säuglingen - Die 5 häufigsten Gründe mit Säuglingen zu einem Osteopathen zu gehen

    Osteopathie beim Baby

    Was verstehen Spezialisten überhaupt unter einer schweren Geburt? „Eine osteopathische Behandlung von Neugeborenen ist vor allem dann sinnvoll: wenn es zum Einsatz von Hilfsmitteln wie Saugglocke oder PDA gekommen ist, oder ein Kaiserschnitt stattgefunden hat“.

    Klar ist jede Geburt anstrengend und Säuglinge wie Gebärende sind erst einmal erschöpft und ruhebedürftig. Das ist ganz normal und es braucht Zeit und Ruhe, um wieder zu sich zu kommen und zurück zu seiner Mitte zu finden.

    Sie rät ihren Patientinnen zudem zu Osteopathie, wenn ihre Geburt zwar natürlich, aber besonders schwer, lang oder auch extrem kurz war.

    Dennoch empfiehlt sie erst einmal abzuwarten und dem Neugeborenen Zeit und Ruhe zuhause zu geben. Vor allem wenn beim Kind alles gut läuft und die Geburt problemlos abgelaufen ist. In diesen Fällen ist es gut, das Baby erstmal in seiner neuen Umgebung ankommen zu lassen.

    Falls die Eltern aber den Wunsch verspüren, das Kind einmal anschauen zu lassen, genüge es, das Baby der Osteopathin ab vier bis sechs Wochen nach der Geburt vorzustellen.

    Das Kind arbeitet sich während der Geburt mit Hilfe der mütterlichen Wehen durch den Geburtskanal. Auf das Baby wirken dabei enorme Kräfte ein.

    Anpassungen nach der Geburt stellen riesige Herausforderungen dar

    Osteopathie beim Baby: Nach der Geburt stellt die Anpassung an die neue Umgebung eine riesige Herausforderung dar. So kommt es immer wieder vor, dass bei Kindern Spannungen im Gewebe zurückbleiben. Diese sind häufig auf den Geburtsvorgang oder die Lage im Mutterleib zurückzuführen.

    Die Osteopathin unterstützt diesen Anpassungsvorgang, indem sie Spannungen im Gewebe löst.

    „Schon Neugeborene können Symptome aufweisen wie Bauchweh und Verdauungsprobleme, häufiges Schreien, Vorzugshaltungen, vermehrte oder verminderte Körperspannung oder Schwierigkeiten beim Stillen“.

    Häufig entstünden diese Symptome durch Anpassungsschwierigkeiten des kindlichen Organismus oder persistierende Spannungen im Gewebe. Wenn dies der Fall ist, kann eine osteopathische Behandlung sehr gut helfen.

    „Auch bei Kleinkindern können typische Symptome wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Haltungsabweichungen oder motorische Unruhe durch Spannungen im Gewebe ausgelöst sein“. Hier kann eine osteopathische Behandlung Verbesserungen erreichen.

    Immer mehr Krankenkassen beteiligen sich übrigens an den Kosten für eine osteopathische Behandlung.

    Eure Verena Wagner (Babytalk-Autorin)

    Nachfolgend findet ihr einen Bericht einer „betroffenen“ Mutter zu Osteopathie beim Baby, Hinweis der Redaktion.

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  • Warum ich mir so sehr eine Hausgeburt gewünscht hätte

    Warum ich mir so sehr eine Hausgeburt gewünscht hätte

    Für mich waren meine Krankenhausgeburten traumatisch. Vor allem die erste war ganz anders als ich mir das vorgestellt habe. Ich hätte gerne eine Hausgeburt gehabt.

    Das haben wir uns aber nicht getraut, da wir zu der Zeit 30 km vom Krankenhaus entfernt in den Bergen lebten.

    Ich kaufte mir also die Hebammensprechstunde von der Allgäuer Hebamme Ingeborg Stadelmann und bereitete mich voller Freude und Zuversicht auf die Geburt vor.

    Die Schwangerschaft war super und als ich im Krankenhaus ankam, war der Muttermund schon 3 cm weit geöffnet. Ich hatte schon die ganze einstündige Fahrt ins Krankenhaus auf dem Land Wehen. Anders als gedacht befanden wir uns nämlich doch nicht in in der Großstadt am alten Wohnort. Alle im Krankenhaus Anwesenden gingen sofort von einer Blitzgeburt aus.

    Entbindung im Krankenhaus

    Zuerst war alles gut. Ich ging in die Gebärwanne, bekam Musik und Duftlampe. Als mir aber an den Schultern kalt wurde, wollte ich aus der Wanne raus.

    Nicht wissend, das ich damit mein Los beschieden hatte und damit den normalen Krankenhaus-Geburt-Rhythmus wählte. Ich wurde zu diesem (Gynäkologen-) Stuhl geführt und kam mir vor wie ein Lamm das zur Schlachtbank geführt wird.

    Ich hatte das Gefühl totaler Ohnmacht, mein Freund war ebenso hilflos und aufgeregt. Als die recht junge Hebamme meinte, die Fruchtblase würde jetzt zum Platzen gebracht werden, wagte ich zu widersprechen.

    Alles was ich darüber gelesen hatte, war negativ. Sie ging zur Ärztin und die sagte dasselbe. Ich wusste nicht, wie ich mich wehren sollte.

    Ich dachte, dass man der Gebärenden Zeit lassen sollte, wie lange sie eben braucht. Nachdem die Fruchtblase nun geplatzt war, wurde nichts besser. Mein Sohn, der einen großen Kopf hat, stieß nun ohne Puffer wieder und wieder auf mein Schambein.

    So schmerzhaft, dass ich um eine PDA bettelte. Aber liebe Frau x, sie haben es doch bald geschafft. Irgendwann kapierten auch Hebamme und Ärztin, dass es sich „bloß noch um Stunden handeln“ konnte und gaben mir die PDA.

    Das Trauma

    Angekommen waren wir im Krankenhaus um 1.30 nachts und geboren wurde unser liebes Kind gegen 11 Uhr vormittags. Mehrere Stunden war es ohne Fruchtblase, bis es mir irgendwann doch gelangen ihn – mit Dammriss – herauszupressen.

    Nach einigen Stunden wurde er mir weggenommen – Neugeboreneninfektion. War daran wohl die Zeit ohne Fruchtblase schuld? Das ist zumindest meine Meinung.

    Die folgende Woche in der Klinik war richtig schlimm. Da wir auf der Intensivstation waren wegen der Antibiotika und der Infektion mussten wir uns auch deren Gepflogenheiten und Regeln unterwerfen.

    Das Kind musste vor und nach jedem Stillen gewogen werden, auch wenn es dann wieder aufwachte. Sicher wichtig bei Frühchen und Babys die zu wenig trinken.

    Mein Wonneproppen wog von Anfang an 3.700 g und schmatzte beim Trinken an der Brust, weil er die viele Milch gar nicht schnell genug wegschlucken konnte.

    Erst nach Tagen hatten die Schwestern erbarmen und erließen mir die Wiegepflicht, die angesichts dieses gut genährten Kerlchens geradezu wie pure Ironie anmutete. Endlich durften wir heim und alles wurde besser.

    Dennoch blieb unser Schatz für 3 Monate lang ein Schreikind. Tagsüber war er glücklich und zufrieden bis es 18 Uhr wurde. Dann weinte er drei Stunden lang und nichts konnte ihn vom Schreien abhalten.

    Ich lasse diesen 1. Teil meiner Geburtserfahrung jetzt einfach so offen stehen. Sie enthält meine Meinung und meine persönlichen Empfindungen. Ich beschreibe darin das, was ich bei meiner ersten Geburt gefühlt habe.

    Das mich diese Erfahrung traumatisiert hat, habe ich erst in den Wochen nach der Geburt gemerkt.

    Erneut verarbeitet und reflektiert habe ich das Erlebte, als ich dann nur 10 Monate später wieder schwanger war und mich auf eine Zwillingsgeburt vorbereitete. 16 Monate nach unserem starken Erstgeborenen haben wir unsere Zwillinge per Kaiserschnitt begrüßen dürfen.

    Teil 2: Die Geburt der Zwillinge

    Ich wünschte mir nichts sehnlicher, als einmal eine Hausgeburt erleben zu dürfen. Das ging jetzt wieder nicht. Zumindest in Österreich sind Hausgeburten bei Zwillingen nicht erlaubt.

    Deutsche Hebammen gibt es auch nicht viele, die das übernehmen.

    Wir zogen zwar gerade wieder an den Chiemsee, aber bald schon kam die Nachricht, das eines der Kinder verkehrt herum lag. (Sorry, dass ich die ganzen Fachausdrücke nicht mehr weiß.)

    Wie sich zeigte, war es jetzt nicht mal mehr leicht, eine Klinik zu finden, die nicht von vornherein eine normale Geburt ausschloss!

    Das ärgert mich maßlos. Kein Wunder, wenn das Wissen darüber, wie es geht, ein Kind normal auf die Welt zu bringen, weniger und weniger wird.

    Wenn Ärzte ihrer Chance beraubt werden, ihren medizinischen Erfahrungsschatz bei natürlichen Geburten zu erweitern/bereichern, die Hebammen in der Ausübung ihres Berufs geradezu staatlich sabotiert werden, was bleibt dann noch für Deutschland? Der Kaiserschnitt.

    Kaiserschnitt verordnet

    Ich wehrte mich dagegen, als das erste Krankenhaus sagte, Beckenendlage bei Zwillingen macht nur noch der Chefarzt und der ist im August in Urlaub! Na dankeschön: Diesen Satz bekam ich in Rosenheim und in München Großhadern zu hören!

    Das Kind schlug übrigens während der gesamten Schwangerschaft Purzelbäume. Verkehrt herum in der 14. SSW heißt ja keineswegs, dass es immer so bleiben muss.

    Ich wollte aber unbedingt natürlich entbinden und fand schließlich ein kleines privates Krankenhaus.

    Ich hatte Glück, denn meine damalige Frauenärztin war dort Belegärztin.

    So fühlte ich mich diesmal viel sicherer. Ich vertraute ihr und hatte das, was ich schon bei der ersten Geburt gebraucht hätte und mir nach der ersten Erfahrung jetzt sehr wünschte.

    Eine Fachkraft, von der ich wusste, die kommt ins Krankenhaus, wenn es los geht und ist bei mir.

    Dass es dann doch ein Kaiserschnitt wurde, war für mich übrigens überhaupt nicht schlimm. Ich musste zwei Wochen vor Entbindungstermin in die Klinik – es sollte losgehen.

    Für eine Zwillingsschwangerschaft ist zwei Wochen vor ET geradezu grandios und ich hatte einen megagalaktischen Bauch. Es war Sommer, es war heiß, ich freute mich, dass es losgehen sollte.

    Ernst genommen fühlen

    Die Ärztin gab mir Globuli und wir versuchten allerlei, um die Geburt natürlich einzuleiten. Bei einem entspannenden Bad drehte sich der Purzelbaumkandidat schwupps noch mit dem Kopf nach unten.

    Alles schien zu passen. Ich bekam wehenfördernde Mittel. Es ging los. Doch plötzlich hatten die Kinder keine Lust mehr. Das Baby, das sich seit Wochen in der Pole Position befand, schwamm wieder nach oben. Jeder schien abzuwarten und „Bitte nach Dir!“ zum anderen zu sagen.

    Wir brachen ab.

    Die Ärztin sagte mir eine Yogaübung, die ich bis nächsten Vormittag praktizieren sollte. Manchmal würden die Kinder dann wieder in die richtige Position rutschen. Als sich nichts getan hatte bis zum nächsten Mittag, entschieden wir uns gemeinsam für einen Kaiserschnitt.

    Versteht ihr, warum ich mit dieser Entscheidung gut leben konnte? Ich wurde von Anfang bis Ende in die Entwicklung der Geburt mit einbezogen. So fühlte ich mich ernst genommen, mit all meinen Wünschen und Ängsten.

    Auch hier musste ich eine Woche in der Klinik bleiben. Auch hier durfte ich nicht von Anfang an permanent bei den Kleinen sein.

    Ein Kind brauchte Sauerstoff und den zweiten ließ man aus Solidarität beim Geschwisterchen. Immerhin kam man auf die Idee, den Kindern ein gebrauchtes T-Shirt ins Bettchen zu legen, damit sie den Mama-Geruch bei sich hatten.

    Ein Kind durfte ich von Anfang an stillen, das zweite ab dem zweiten Tag. Immerhin. Manchmal kommt eben nicht alles so, wie man es sich wünscht. Ich durfte auf einem Sessel in der Neugeborenenstation sitzen und konnte mit Hautkontakt kuscheln.

    Schade, fand ich auch, dass bei einem Kaiserschnitt, das Kind nicht gleich trinken darf. Ich wollte dem ersten gleich die Brust geben, aber da wurde mir das Kind weggenommen, um es zu versorgen. Ist das wegen der sterilen Umgebung? Ich habe keine Ahnung, aber ich empfand es damals als gemein.

    Aber wie gesagt, ich bin sehr dankbar, dass diese zweite Geburt so verlaufen ist. Sie hat mich ein wenig zumindest mit meinen Geburtserlebnissen versöhnt.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: In The Light Photography / shutterstock
  • Abstillen – wie es ohne Stress klappt

    Abstillen – wie es ohne Stress klappt

    Viele Mamas haben keine Ahnung, wie sie denn ihren kleinen Liebling abstillen bzw. von der Muttermilch entwöhnen können. Irgendwann fühlen sie sich, im wahrsten Sinne des Wortes, ausgesaugt, leer getrunken.

    Das Stillen kostet auf Dauer ganz schön viel Energie, auch wenn das Baby schon fleißig in der Familie mit isst.

    Es gibt viele Gründe, warum sich Frauen ab einem selbst gewählten Zeitpunkt wünschen, mit dem Stillen aufzuhören.

    Wenn sie so auf ihr Kind blicken, das gerade wieder innig saugend am Busen hängt, können sie sich aber einfach nicht vorstellen, wie sie ihrem Liebling diese zärtlichen, gemeinsamen Augenblicke verwehren könnten.

    Das würde eine riesengroße Protestwelle auslösen, fürchten manche. Das grenze an Liebesentzug denken andere.

    Ich meine: Wenn die Mama aus welchen Gründen auch immer, der Ansicht ist, es sei jetzt genug gestillt, dann ist das  ein triftiger Grund, diesen Wunsch auch in die Tat umzusetzen. Und das beste: Wenn die Mama wirklich nicht mehr stillen will und diese Entscheidung ganz bewusst fasst, dann klappt es mit dem Abstillen erstaunlich rasch.

    Es ist ganz so wie bei dem Entschluss, das Kind in Fremdbetreuung zu geben: Auch das klappt nur, wenn der Nachwuchs spürt, der Mama ist es ganz ernst damit – sie meint, was sie sagt.

    Tipps zum Umsetzen

    Ist dieser Entschluss bewusst und ernsthaft gefasst worden, kann es losgehen. Bei vielen wird dieser Zeitpunkt um den ersten Geburtstag herum gekommen sein.

    Meiner Erfahrung nach isst das Kind in diesem Alter auch bereits so viel andere Nahrung und so regelmäßig bei den Familienmahlzeiten mit, dass sich das Stillen meist nur noch auf eine Abend- bzw. Einschlafmahlzeit und evtl. eine Morgenrunde beläuft.

    Hilfreich ist es, eine Stillmahlzeit nach der anderen wegzulassen und gegen Beikost zu ersetzen, so ist das Abstillen ein schleichender Prozess.

    Uns hat auch geholfen, dass das Baby schon früh Fencheltee im Fläschchen bekam. Er liebte seine Babyflasche und auch das haben wir geschafft, ihn davon wieder zu entwöhnen. Das war aber viel schwieriger und hat erst im Alter von drei Jahren geklappt!

    Angst, dass dem Kind in dieser Situation durch das Abstillen wichtige Nährstoffe fehlen, muss also niemand haben. Das Baby braucht als Ersatz auch keine Milchfläschchen zu bekommen.

    Es kann aber einen Versuch Wert sein, ihm oder ihr eine Nuckelflasche – diese kann mit Wasser verdünnte Kuhmilch, und besser noch Ziegen- oder „Pflanzenmilch“, aber auch nur Wasser oder ungesüßten Tee enthalten – zur Zeit des gemeinsamen Kuschelstündchens anzubieten.

    Meistens brüllt das Kind dann und haut die Flasche wütend weg – so einfach lässt es sich ja nun nicht abspeisen. Es will eindeutig sein gewohntes Abendritual nicht vorenthalten bekommen.

    Mein erster Sohn war neun Monate alt, als ich erfuhr, dass ich mit Zwillingen schwanger bin. Plötzlich wollte ich abstillen. Sonst hätte ich sicher noch weiter gestillt, aber ich hatte das Gefühl wegen der erneuten Schwangerschaft meinen Körper schonen zu müssen.

    Die Fläschchen mit den verschiedenen Sorten Milchpulver, die wir ausprobierten, spuckte der Kleine alle aus, schmiss die Flaschen herum und erkannte deren Geschmack sogar, als ich es einem Fruchtmus beimischte.

    Da war nichts zu machen. Er mochte einfach nur Muttermilch, später Kuhmilch. Natürlich machte ich mir Sorgen, ob es gesund für ihn sei so ganz ohne Milch, denn mit der Kuhmilch sollte ich ja laut Kinderarzt noch ein wenig warten.

    Wir begannen dann aber doch schon ab dem 10. Monat stark verdünnte Kuhmilch zu geben – nach meinen eigenen Erfahrungen in den letzten Jahren mit meiner Laktose- und Kuhmilcheiweißunverträglichkeit fiele meine Wahl heute eher auf eine pflanzliche Milchalternative wie Hafer- oder Mandelmilch.

    Damals war das noch nicht so verbreitet, die Zwillinge bekamen dann schon Pflanzenmilch zum Abstillen.

    Papa kann beim Abstillen helfen

    Zu diesem Zeitpunkt war unser erster Sohn aber längst abgestillt. Das geschah innerhalb einer Woche! Wir lebten in den ersten neun Monaten eine derartige Mama-Kind-Symbiose, dass mir dieses totale Desinteresse an meinem Busen von einen Tag auf den anderen fast zu abrupt war.

    Geschafft hat das eigentlich der Papa, muss ich zugeben. Ich wäre heillos überfordert gewesen und hätte überhaupt nicht gewusst, wie ich das zuwege bringen sollte.

    Zu besagter Abendstunde, als die Stillzeit nahte, wurde ich schon nervös und der Papa schlug vor, ich solle doch ein wenig spazieren gehen. Er würde das mit dem Kleinen schon hinkriegen. Ich verschwand erleichtert, aber mit sehr gemischten Gefühlen, und er spielte mit ihm, lenkte ihn ab und fütterte ihn.

    Zum Glück war zu dieser Zeit Winter und ich trug meine Wollpullis mit Rollkragen. So war nicht einmal das klitzekleinste bisschen Dekolleté zu erahnen.

    Diesen Tipp, so doof er sich anhört, würde ich jeder abstillenden Mama nahelegen. Eure Kinder sind so schlau, sogar die ganz kleinen:

    Die Kinder erinnern sich eher an etwas, wenn sie es vor Augen haben. Bekommen sie das Wunschobjekt gar nicht zu Gesicht, vergessen sie es auch schnell mal, wenn sie nichts daran erinnert.

    Wir zogen das eine Woche so durch, dass ich den Kleinen immer beim Papa ließ oder zum Papa brachte, wenn die kritische Uhrzeit nahte. Natürlich geht das genauso mit der Oma oder einer guten Freundin.

    Nach ein paar Tagen hatte mein Sohn tatsächlich vergessen, dass er die erste Zeit seines Lebens ein leidenschaftlicher Brusttrinker gewesen war. Das Kuscheln haben wir beibehalten.

    Während dieser Abstillphase haben wir einfach zu anderen Tageszeiten gekuschelt, zu denen es ohnehin schon normal für ihn war, sein Essen bei mir bzw. uns am Tisch zu bekommen. Wahrscheinlich hat es damals auch so gut geklappt, weil ich einfach die absolute Notwendigkeit zum Abstillen hatte.

    Wenn das Kind keine Lust mehr hat

    Bei den Zwillingen habe ich ebenfalls fast sechs Monate voll gestillt und dann eine Mahlzeit nach der anderen mit Beikost ersetzt.

    Irgendwie wusste ich diesmal zwar, dass das schon irgendwie klappen würde mit dem Abstillen. Das gab mir mehr Sicherheit, aber wie ich das schaffen sollte, wusste ich nicht.

    Sie waren bereits zwölf Monate alt und ich hatte insgeheim keine Lust mehr weiter zu stillen.

    Die beiden hörten kurz vor ihrem ersten Geburtstag von einen Tag auf den anderen auf, an der Brust zu trinken. Sie mochten einfach nicht mehr!

    Das fand ich auch sehr erstaunlich. Während ich noch überlegte, wie ich das ganze anpacken sollte, vergaßen sie einfach zu trinken. Es war diesmal  Sommer und wir waren viel draußen.

    Vielleicht hatten sie die abendliche Stillrunde vergessen, weil sie so viel im Garten entdeckten? Wir kuschelten jetzt einfach jeden Abend ohne Stillen.

    Der beste Tipp ist wohl, auf seine eigenen Wünsche zu hören und behutsam, aber mit innerer Überzeugung dem Kind nahe zu bringen. Jede Stillgeschichte ist anders, kann kürzer sein oder um viele Monate länger. Wichtig ist, dass es beiden Beteiligten gut dabei geht.

    Wenn wer nicht weiter weiß, hat bestimmt die Hebammen Tipps bereit. Im Netz gibt es auch Kontakt zu den Stillberaterinnen z.B. von La Leche liga.

    Übrigens: Zu den Kräutern, die den Milchfluss verringern, gehören Salbei, Walnussblätter und Pfefferminze. Ein so genannter Abstilltee reduziert die Milchproduktion langsam und bildet das Bindegewebe in der Brust schonend zurück.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Billion Photos / shutterstock

  • Kräuter für Babys und kleine Kinder

    Kräuter für Babys und kleine Kinder

    Aus der Kräuterapotheke gibt es wahre Schätze für junge Mamas und ihre Kleinen. Allerdings möchte ich hier gleich vorwegschicken, dass es auch viele Heilkräuter gibt, die nicht geeignet sind für Babys.

    Auch schwangere Frauen sollten sich sehr genau mit dem Thema Naturheilkunde und Heilkräuter auseinandersetzen. Nicht alles, was sie vielleicht schon ihr ganzes Leben in der Hausapotheke haben, ist jetzt angebracht.

    Sehr viele Hebammen kennen sich richtig gut mit den Themen Kräuter in der Schwangerschaft und passende Heilkräuter für Babys und Kleinkinder aus. Mein liebstes Buch dazu heißt die „Hebammensprechstunde“ von der Allgäuer Hebamme und Kräuterkundigen Ingeborg Stadelmann.

    Sie gibt geniale Tipps für Kräuteranwendungen explizit für Schwangere und für die allererste Zeit mit dem Neugeborenen. Ein weiteres Buch von ihr heißt „Bewährte Aromamischungen – mit ätherischen Ölen leben, gebären, sterben“.

    Die vorgeschlagenen Mischöle haben ihren Ursprung in der Hausgeburtshilfe. Hier geht es auch um Pflanzenöle und ihre Anwendungen. Neben Informationen zu den Wirkungen der Düfte selbst gibt es Wissenswertes darüber zu lesen, etwa welche Trägersubstanzen für die eigene Herstellung naturreiner Bio-Öle infrage kommen.

    Kräuter anwenden

    Wer anstatt mit 100 % natürlichen Duftölen lieber oder zusätzlich mit Kräutern in Rohform arbeiten möchte, findet viele Kräuter in gut sortierten Apotheken oder in speziellen Kräuterläden bereits in getrockneter Form.

    Eine Kombination aus beiden Bereichen ist ideal, denn so ein klassischer Tee wirkt manchmal Wunder, ebenso wie viele andere einfache Hausmittel.

    Selber pflanzen und pflücken geht natürlich ebenfalls. Hier gibt es allerdings wichtige Regeln, die jeder stets beachten sollte. Es ist auf keinen Fall der Gesundheit förderlich, Heilkräuter in der Nähe von Straße zu pflücken.

    Am besten buchen interessierte Laien einen Kräuterkurs oder besuchen einen Kräutergarten in der Nähe. Das Tolle an so einem Besuch ist nämlich, dass mit jeder solchen Aktion, das eigene Wissen um die Kräuter und ihre Verarbeitung wächst.

    Denn Kräuterkundige haben ein umfassendes, seit Generationen überliefertes Wissen angesammelt, das sie gerne weitergeben.

    Bitte nichts pflücken oder sammeln, was unter Naturschutz steht und nichts mitnehmen, was ihr nicht zu 100 % sicher kennt.

    Häufig sieht eine Pflanze ohne Blüten beispielsweise einer anderen giftigen Pflanze sehr ähnlich. Die Blüte, die sie klar unterscheidet, ist aber schon verblüht – also lieber Finger weg, falls ihr auch nur den geringsten Zweifel habt.

    Tipps

    Für alle, die ihre Kinder mit Kräutern verwöhnen möchten, gibt es hier ein paar ganz einfache Tipps.

    Gute Cremes zur Vorbeugung von wunden Popos enthalten Kamille und Calendula, die Ringelblume, eine wunderbare Hautpflege für Groß und Klein.

    Für mich kommt nur Naturkosmetik infrage. Warum? Mineralöle behindern die normale Funktionstätigkeit unserer Haut. Diese verliert damit ihren eigenen Schutzmechanismus.

    Sie dringen nicht in die Haut ein, sondern bleiben an deren Oberfläche. Auch Vaseline und Paraffinöle sind übrigens Produkte aus Erdöl. Zum Schmieren meiner Nähmaschine ist das ok, aber für uns selbst, geschweige denn für zarte Babyhaut?

    Auch raffinierte, also industriell verarbeitete Pflanzenöle haben nicht die Wirkkraft von kaltgepressten und unraffinierten Ölen.

    Kamille, Fenchel, Kümmel, Anis – das Baby-Quartett

    Die Kamille ist ein sehr altes und sehr bekanntes Heilmittel. Sie wirkt beruhigend und entspannend, verdauungsfördernd und schmerzstillend. Daher wird Kamille als Tee ebenso wie in der Duftlampe als sehr beruhigend und wohltuend empfunden.

    Ein Tropfen in Babys Badewanne hilft entspannen und löst Krämpfe. Immer daran denken, nicht mehr als ein Tröpfchen! Ob als Badezusatz oder als Duft, Babys sind kleine, zarte Wesen und Kräuter und Öle können ganz sparsam eingesetzt werden.

    Anis hat ebenfalls verdauungs- sowie auch milchfördernde Wirkung. Auch Fenchel ist so ein wunderbares Kraut mit ähnlichen Eigenschaften. Wie auch der Kümmel wirkt er krampflösend und ebenfalls beruhigend.

    Unsere Hebamme beim ersten Baby hat uns wegen der offensichtlichen Bauchkrämpfe schon in den ersten Wochen zu Fencheltee geraten. Den haben wir abkühlen lassen und dann dem Kleinen lauwarm in sein Fläschchen gefüllt. Das hat geholfen, um sein Bäuchlein zu beruhigen.

    Ich hatte sehr viel Muttermilch und den Eindruck, seine Bauchschmerzen verstärkten sich durch sein rasches Trinken und Schlucken. Es kam so viel Milch, dass er sie viel zu rasch in seinen Bauch bekam.

    Mir haben die Teepausen übrigens auch geholfen, da ich so nicht alle ein bis zwei Stunden dauerstillen musste.

    Kümmel gibt es ebenfalls als Heilmittel in Form von Kümmelzäpfchen. Auch hier hat uns die Hebamme geraten nur ein halbes Zäpfchen zu verwenden. Die sind nämlich ganz schön überdimensioniert für so einen kleinen Popo.

    Also, einfach der Länge nach mit einem scharfen, vorher erwärmten Messer halbieren – so schmilzt das Zäpfchen ein wenig an und beim dritten Mal klappt es schon richtig gut. Die Zäpfchen halfen bei uns übrigens auch prima, wenn es mit dem Stuhlgang nicht klappen wollte.

    Baby Bäuchlein-Öl

    Von Ingeborg Stadelmann gibt es all diese vier Heilkräuter als Ölansatz zu kaufen, auch gemischt. Bekannt sind solche Mischungen auch als Baby Bäuchlein-Öl. Diese sind ebenfalls bei Bauchweh im Einsatz.

    Ich habe sie auch gerne für unsere tägliche Baby-Massage verwendet. Wichtig ist beim Kauf von Bäuchlein-Öl darauf zu achten, dass die verwendeten Trägerstoffe naturreine, unraffinierte Pflanzenöle sind.

    Es lohnt sich wirklich Naturkosmetik zu wählen. Die Molekularbiologin Bettina Görner von Aetherio.de, die selbst eigene Bio-Sprays für die ganze Familie aus Kombinationen ätherischer Öle entwickelt, rät: „Babys können von ätherischen Ölen profitieren, wenn man ein paar Dinge beachtet:

    Ihre Näschen sind empfindlicher als die von Erwachsenen, deshalb muss man ätherische Öle sehr stark verdünnen. Für Babys hat sich eine Verdünnung von fünf Tropfen ätherisches Öl auf 50 ml Trägeröl bewährt.“ Sie empfiehlt Öle wie Lavendel, Vanille, Kamille und Rose als gut für Babys geeignet.

    Schnupfennäschen

    „Öle wie Eukalyptus, Pfefferminze und andere sind dagegen gefährlich. Also erst in seriöser Literatur nachlesen oder hier (https://www.facebook.com/aromamamma) fragen.

    Ansonsten dran denken, dass Neugeborene lieber nur den Elternduft riechen sollten, welches das Bonding unterstützt und dass kleine Näschen auf keinen Fall dauerbeduftet werden dürfen!“, betont sie.

    Eukalyptus, Pfefferminze, Menthol und alle Mischungen mit Campher und Terpentinöl, die alle häufig in herkömmlichen Erkältungsbalsamen und Badezusätzen vorkommen, sollten auf keinen Fall für Kinder unter vier Jahren verwendet werden.

    Pfefferminzöl etwa kann bei Kleinkindern Atemnot auslösen! Also auch im Kindergartenalter nur in sehr sparsamer Dosis oder lieber noch ein Jährchen warten – so habe ich das zumindest gemacht.

    Ich ziehe auch heute noch im Grundschulalter für die Kinder den Thymian, die Schlüsselblume und die Zwiebel vor. Der milde Thymian, eine Pflanze mit fabelhaften schleimlösenden und entzündungshemmenden Inhaltsstoffen, ist eine gute Alternative für Kinder ab etwa zwei Jahren.

    Ein lang gezogener Thymiantee hilft übrigens auch bei Durchfall. Weitere Infos hier in den Pflanzenprofilen der #Kräutermamas.

    Wenn Babys Näschen verstopft ist, helfen zwei einfache Dinge. Die Heilkraft der Zwiebel ist unübertroffen:

    • Eine halbe rohe Zwiebel fein hacken und ca. eine halbe Stunde stehen lassen, bevor ihr das Brett mit der Zwiebel ans Babybett stellt. So sind die sehr scharfen Düfte der Zwiebel bereits verflogen. Das Aroma der Zwiebel hilft dem Baby besser durchzuatmen. Zugegeben, das Zimmer stinkt am nächsten Morgen ganz schön zwiebelig, aber wenn Baby so besser durchschlafen kann.
    • Eine weitere Hilfe ist es, einfach den Wäscheständer mit möglichst feuchter Wäsche im Kinderzimmer aufzustellen. Feuchte Luft erleichtert generell das Atmen bei Erkältungen.

    Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Beitrag einige hilfreiche Tipps für die Nutzung von natürlichen Heilkräutern geben.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Iakov Filimonov / shutterstock
  • Warum jede Trotzphase so wichtig ist und ich ihnen dennoch keine Träne nachweine

    Warum jede Trotzphase so wichtig ist und ich ihnen dennoch keine Träne nachweine

    Was ich so gar nicht gut hingekriegt habe, war die so genannte Trotzphase, als die Kinder so zwei bis drei Jahre alt waren. In dieser Zeit gab es immer wieder Wut- und Schreialarm – für mich völlig unbegründet. Das Schlimmste daran war für mich, dass ich es ihnen gar nicht recht machen konnte.

    Was ich auch sagte oder tat, es war mit Sicherheit das Verkehrte. Mit Grauen denke ich an das Frühstücken in dieser Zeit zurück – mit drei Kindern so ungefähr im selben Alter war die Chance recht hoch, dass einem der lieben Kleinen irgendetwas nicht passte.

    Mal Butter aufs Brot, mal Brot pur, dann wieder Corn Flakes oder Müsli, und neiiiiiinnnn Mama wie kannst Du da nur Milch reinschütten. Was wochenlang gut war, ist plötzlich einem gewaschenen Wutanfall würdig. Am Besten war ich diesen Schreiattacken und Zornestränen gewappnet, wenn es mir gelang, dieser Trotzattacke mit Gleichmut zu begegnen.

    Kühlschranktür auf, komplettes Sortiment raus und hübsch um den Kinderplatz drapiert. Bitte, wertes Kind, wähle selbst aus. Da in dieser Trotzphase Kindern sowieso nichts recht zu machen ist, funktioniert es immer noch am besten, das Kind so zu überraschen, das es sein Programm „Ich lehne alles ab“ schlagartig vergisst.

    Phantasiegeschichten lenken ab

    Mein Mann konnte das immer besonders gut. Er hat sie einfach auf den Arm genommen, ist mit ihnen weggehopst und hat sie mit einer unglaublichen Geschichte aus seiner Phantasie auf andere Gedanken gebracht.

    Aber bei mir hat das so nie funktioniert, dazu war ich einfach zu eingefahren darin, mein Programm abzuspulen. Wahrscheinlich ist das das wahre Problem. Kinder entdecken in jeder Trotzphase immer mehr ihr eigenes Ich, ihren Willen, ihre freie Entscheidungskraft und bemerken, dass sie plötzlich dem Programm der Eltern etwas entgegen zu setzen haben.

    Kind möchte heute lieber Sandalen anziehen als Winterstiefel. Argumente der Vernunft, wie der Hinweis, dass draußen Schnee liegt, helfen da recht wenig. Auch wenn es schwerfällt, machen lassen, hilft immer noch am Besten.

    Mein Sohn hat sich eine zeitlang regelmäßig die Schuhe im Auto ausgezogen und wollte sie zum Aussteigen partout nicht wieder anziehen. Schließlich, als alles bitten und betteln nichts half und mir gerade der Kragen platzte, ließ ich ihn strumpfsockig durch den Schnee gehen.

    Und das war das letzte Mal, dass er sich seine Schuhe nicht wieder von selbst angezogen hat. Es war ihm wohl zu kalt gewesen – grrr.

    Trotzphase – Den eigenen Willen entdecken

    Meine Tochter entdeckte schon sehr früh ihren eigenen Kleiderschrank. Maria Montessori gemäß hatten wir es so eingerichtet, dass die Kinder selbst an ihre Klamotten herankommen können.

    Während sich die Jungs bis ins Vorschulalter überhaupt nicht selbst anzogen und ich ihnen eigentlich immer etwas überstülpte, begann meine  Tochter schon mit drei Jahren sich ihre Garderobe selbst zusammen zu stellen.

    Die Kombinationen sagten mir nicht immer zu. Sie bevorzugte z.B. wochenlang Rüschenrock über Jeans. Es sah komisch aus, aber ich überwand mich sie so in den Kindergarten gehen zu lassen. Hätte ich sie dazu gezwungen sich meiner Norm entsprechend umzukleiden, hätte ich mit einem Wutanfall rechnen können.

    Es gibt Situationen, da muss ein Kind einfach das tun, was die Großen für richtig halten, wie etwa der Fahrradhelm zum Radfahren. Wenn es aber um Kleidung und andere Vorlieben geht, lasst Eure Kleinen doch einfach machen.

    Ihr schont Eure Nerven und belohnt Eure Kinder auch noch mit dem guten Gefühl, etwas ganz alleine und selbständig entschieden und erledigt zu haben.

    Trotzphasen – Is this drama really necessary?

    Wo man den heftigen Reaktionen in einer Trotzphase so einfach entgehen kann, sollte man sich die Energie für schwerer aufsparen. Pullis falsch herum, im Schlafanzug in die Kita gehen, zwei Unterhosen übereinander und keine Lust sich noch einmal umzuziehen, ok Kind, es entspricht nicht ganz meinem Idealbild, aber es gibt Schlimmeres.

    Beim Essen fällt mir dieses Gelassensein schon etwas schwerer. Ich lege großen Wert darauf, dass sich meine Kinder gesund ernähren und nicht dauernd Fertigprodukte, Wurst und Zuckerzeug essen.

    Wenn ich aber mit Menschen rede, die schon länger Eltern sind, hat mir das immer sehr gut getan. Solche Gespräche relativieren diese stressige Zeit einer Trotzphase ein wenig.

    Und wenn sie nun heute Lust auf Pudding mit Ketchup haben, ommmmm. Gelassenheit hilft viel und mein Mantra: Es ist alles nur eine, wenn auch von mehreren Phasen!

    Trotzphase – Wutanfälle in der Öffentlichkeit

    Komischerweise bin ich immer ziemlich gelassen geblieben, wenn es sich um Wutattacken in der Öffentlichkeit handelte. Irgendwie war ich da resoluter. Wenn ein Kind sich auf den Boden legte und schrie, habe ich es einfach in den Arm genommen und bin mit ihm zum Auto gegangen.

    Irgendwie war mir klar, dass das Kind sich nicht so aufführt, um mich bloß zu stellen oder zu ärgern. Es ging dabei nie um meine Person, also soll man so einen Trotzanfall auch nie persönlich nehmen.

    Oft passieren diese berühmt-berüchtigten Supermarktszenen, in die wohl jede Mutter und jeder Vater einmal kommt, am Ende anstrengender Tage mit übermüdeten Kindern, die eigentlich nur heim wollen und gar nicht mehr können.

    Und in solchen Situationen kriegt ein Kind auch schon mal einen Lutscher von mir oder ein kleines Pixi-Buch. Warum ein erzieherisches Exempel statuieren, wenn jemand gerade am Ende seiner Leistungsfähigkeit ist.

    Manchmal jedoch habe ich das Kind auch einfach ins Auto gesetzt und ihm gesagt, ich habe noch zwei andere Kinder, die ich jetzt zusammen mit den Einkäufen bei der freundlichen Kassiererin abholen muss und dass ich gleich wieder da bin.

    Solche Wutanfälle im Supermarkt kamen bei uns zum Glück so gut wie nie vor. Lag es daran, dass ich sie am liebsten alleine erledigte oder an meinen geschickten Bestechungsversuchen? Oder aber an der Schläue meiner Kinder?

    Eine Situation, die mir besonders in Erinnerung blieb

    Ich erinnere mich noch gut daran wie sie laut johlend mit den kleinen Wägelchen durch die Gänge brausten bis sie Ärger mit dem Supermarktpersonal bekamen.

    Mir war das egal, denn immer noch besser glücklich johlende Kinder, die ein bisschen über die Stränge schlagen, indem sie mit ihren Wägelchen Wettrennen machten, als zornige Kinder gefangen im eigenen Wagen.

    Das Lustigste was mir je beim Einkaufen passiert ist: Eines meiner Kinder kam gar nicht auf die Idee sich zu grämen, wütend zu werden oder zu heulen, dass ich beim Süßigkeitenregal mit einem definitivem Nein vorbei gestürmt war:

    Er holte sich einfach zwei der netten lila Hasen – die großen, klar – und schälte sie aus dem Silberpapier. Da die Ohren schon abgebissen waren, musste Mama die Osterhasen zähneknirschend kaufen. Die Kinder waren entzückt. Danach wussten sie, wie das ging mit der Kaufentscheidung.

    Einen Orden für Eltern

    Das Erlebnis aus dieser Trotzphase, das ich nie vergessen werde, war aber folgendes: Wir waren im Herbst spazieren an einem Gebirgssee zu dessen Ufern steile Böschungen hinabgingen.

    Die Kinder fanden es wunderbar im raschelnden Laub zu spielen. Doch irgendwann wurde es kalt und wir wollten weitergehen. Töchterchen wollte das nicht.

    Als wir den Hang hinaufgestampft waren, legte sie sich wieder hin und rollte alles wieder hinab. Ich ging sie holen. Das Spiel ging etliche Male so weiter. Irgendwann konnte ich nicht mehr und ich habe sie energisch in ihren Kinderwagen verfrachtet.

    Die Antwort war lautes Brüllen. Dieses hielt die ganze Heimfahrt über an. Mein Wunsch nach einem Schläfchen im Auto wurde nicht erhört. Zuhause setzte sich das Kind schmollend hinters Sofa. In dieser unbequemen Lage schlief sie doch tatsächlich ein!

    Mein Kind, das sonst immer nur im Kindersitz, Wagen oder Bett einschlafen konnte. Erleichtert atmete ich auf, doch zu früh gefreut. Als das Kind erwachte, schaute es aus seinem Versteck heraus und als es mich erblickte, begann das Wutgebrüll sofort in unverminderter Lautstärke erneut.

    Warum ich Euch dieses Erlebnis erzähle? Es war keineswegs besonders lustig für mich, obwohl meine Tanten, die dabei waren, bis heute darüber lachen wie lustig es gewesen wäre, als das Kind immer wieder durchs Laub gekugelt sei. Das Kind jedenfalls erinnert sich da schon lange nicht mehr dran und schaut nur leicht ungläubig, wenn wir so etwas erzählen.

    Wie es für sie war, weiß ich bis heute nicht, nur wie es für mich war. Und deshalb möchte ich allen Mamas und Papas an dieser Stelle mal einen Orden verleihen. Ihr macht das richtig super, bleibt gelassen, versucht zu lachen und denkt immer daran, wenn es ganz schlimm wird: „Es ist alles nur eine Phase!“

    Eure Verena Wagner (Babytalk – Autorin)

    Und wenn ihr mehr darüber erfahren möchtet, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem zweiten Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ viele praktische Beispiele und Hilfestellungen und Hintergrundinformationen dazu.

    Beitragsfoto: Mark Umbrella / shutterstock
  • Babykurse – Frühförderung: PEKIP und mehr

    Babykurse – Frühförderung: PEKIP und mehr

    Welche Babykurse sind sinnvoll?

    Babykurse: Dienstags 10.30 PEKIP und am nachmittag zur Krabbelgruppe – Mittwoch früh zum Babyschwimmen – Donnerstag ins Eltern-Baby-Yoga zum gemeinsamen Entspannen, abends Rückbildungskurs und anschließend Babymassage vor Ort, und freitags?

    Wieso weint das Baby? Der Musikkurs ist zwar am anderen Ende der Stadt, aber die musikalische Frühförderung wird ihr später einmal helfen. Sie singen dort sogar auf englisch.

    „Ach ja, und die Stillgruppe, die liegt wiederum mir als Mama sehr am Herzen, denn dort sind einfach so reizende Mütter mit dabei. Schade, nur, dass mein Kind letzte Woche durchgehend gebrüllt hat.

    Sybille hat mir gleich eine Visitenkarte für einen Spezialisten für Schreibabys zugesteckt, ganz aufmerksam, doch wann soll ich den Termin dort noch einschieben? Wird schon gehen, schläft die Kleine halt im Wagen auf dem Hinweg.

    Babykurse gibt es zuhauf. Neben klassischen Still- und Rückbildungskursen, die einen hohen Nutzen für frisch gebackene Mütter haben, gibt es Krabbelgruppen zum Treffen und Austauschen mit anderen Mamis. Zudem gibt es aber auch ganz spezielle Babykurse, bei denen die Frühforderung der Babys im Vordergrund steht.

    Babykurse: Babymassage und -schwimmen

    Babymassage oder Babyschwimmen sind zwei Klassiker. Letzteres basiert auf die natürliche Freude zum Wasser – viele Kinder lieben es im Wasser zu plantschen und können problemlos tauchen. Der Tauchreflex nimmt zwischen dem dritten und sechsten Monat ab.

    Daher ist es ideal in diesem Alter so einen Kurs zu absolvieren. Es erinnert die Babys an ihre Zeit im Mutterleib und wenn Mama konsequent dranbleibt, besteht die Möglichkeit, dass der Tauchreflex in bewusstes Tauchen übergeht.

    Baby mit ihren Eltern im Wasser

    Wenn die Babys nach der Schwangerschaft ans Wasser gewöhnt bleiben, heißt das zwar nicht, dass sie früher oder besser schwimmen oder tauchen lernen als andere. Dafür behalten sie aber den Reflex, die Luft anzuhalten, sobald der Kopf unter Wasser ist.

    Wasser ist für sie als natürliches Element vertraut und kein Grund zur Panik. Denn, wer im Wasser anfängt zu strampeln, mit den Armen zu rudern, schluckt viel eher Wasser. Macht also durchaus Sinn so ein Schwimmkurs.

    Nette Unterwasserbilder vom Baby gibt es bei vielen Gruppen obendrein. Und so geht es mir mit den meisten der angebotenen Kurse, mit denen ich mich näher befasst habe.

    Tolle Inhalte zum Auswählen

    Ob Kurse für Babys in Fremdsprachen zur sprachlichen Frühförderung oder Bi.G Spielgruppen – eine Kombination aus Bindung und Gleichgewicht – ob PEKIP für mehr Selbständigkeit, für ganz besondere Sinneserfahrungen und die Förderung der Selbständigkeit.

    Die Abkürzung steht übrigens für Prager Eltern-Kinder-Programm. Die Babykurse, von speziell ausgebildeten Kursleiterinnen für bis zu acht Babys, sehen das nackte Spielen ohne Windel vor. Damit die Kleinen sich freier und spontaner bewegen können.

    Das Konzept beruht auf den Entdeckungen des Prager Psychologen Jaroslav Koch in den 1970ern. Er deckte auf, dass Babys bereits mit der Geburt mehr Fähigkeiten haben, als ihnen meist zugetraut werden. PEKIP stärkt somit die dem Baby innenwohnenden natürlichen Kompetenzen.

    Kurse nach Maria Montessori oder Emmi Pikler

    Weitere Angebote sind Kurse nach Maria Montessori oder Emmi Pikler. Die Budapester Kinderärztin geht davon aus, dass sich jedes Kind in seinem ganz eigenen Rhythmus entwickelt und das am allerbesten ohne Beeinflussung von außen.

    Darauf basierend gibt es Babykurse wie Fenkid. Dieses Konzept wurde in der Münchner Häberlstraße von der Beratungsstelle für Natürliche Geburt entwickelt.

    Der Name steht für „Frühentwicklung des Kindes“ und beinhaltet neben den Theorien von Dr. Emmi Pikkler auch Einflüsse von Elfriede Hengstenberg, Jesper Juul und Maria Montessori.

    Während die Babys bei Streichel-, Schaukel- und Krabbelspielen miteinander neue Erfahrungswelten kennenlernen, geht es für die Eltern im Austausch mit der Kursleiterin und den anderen Eltern, um die Stärkung ihres Vertrauens im Umgang und der liebevollen Begleitung ihrer Jüngsten.

    Auf einem weiteren interessanten Ansatz beruht der Kurs in Babyzeichensprache. Damit können nicht nur sprachliche Entwicklung und Ausdrucksfähigkeit gefördert, sondern durch einfache Gebärden die Verständigung im Alltag erleichtert werden. Bei diesem riesigen Angebot fällt es schwer, sich für einen oder zwei der vielen Babykurse zu entscheiden.

    Damit es Dir nicht wie der vom Überangebot überforderten Mami aus dem Beispiel oben geht, wähle wirklich nur einen Kurs aus. Die meisten Mütter sind dazu noch in einem Rückbildungskurs und wollen noch eine entspannende Kombination, die den eigenen Sport mit Baby kombiniert, dazu nehmen.

    Das sind dann schon drei Kurse pro Woche. Für alle, die sich nicht entscheiden können, gibt es hier eine gute Nachricht: Ein Babykurs dauert in der Regel zwischen fünf und zehn Wochen. Wer also nicht genug kriegen kann von geselligen Babykursen, der kann auch mehrere Kurse nach einander buchen.

    Entspannung für Mutter und Kind

    Das Treffen und Zusammensein mit anderen Eltern ist nämlich ein wesentlicher Punkt, warum so viele gerne in diese Kurse gehen. Neben dem Austausch wie es bei den anderen Müttern und Vätern so läuft, gibt es wertvolle Informationen von den Kursleitern.

    Außerdem bieten die Treffen die Möglichkeit neue Kontakte aufzubauen, gerade für Eltern, die keine anderen Eltern im Freundeskreis haben. Die gemeinsamen Herausforderungen verbinden. Fernab von Haushalt und Alltag verbringen die Teilnehmer hier nette gemeinsame Stunden, auf denen sie sich zudem wirklich auf ihr Kind konzentrieren können.

    Und was ist mit all denen, die das alles als erzwungenen Windel-Smalltalk empfinden? Verpassen die was? Müssen die ein schlechtes Gewissen haben, weil sie ihren Kindern nicht zur optimalen Frühförderung, Kompetenztraining und Selbständigkeitsentwicklung verhelfen?

    Nope. Alles halb so wild. Ich kenne viele Kinder, die keine Babykurse absolviert haben und heute selbständige Einser-Schüler und motorisch bestens entwickelt sind. Es soll also jedem selbst überlassen bleiben, welche Kurse sie oder er fürs Baby aussuchen möchte und ob überhaupt.

    Rückbildungskurse und Stilltreffen

    Was allerdings neben einem Rückbildungskurs bei der Hebamme und einem Stilltreff, falls Stillproblemen auftauchen, meiner Meinung nach unbedingt zu empfehlen ist, sind Kurse, bei denen die Mutter entspannen kann und gleichzeitig wieder in „ihren“ Sport hineinfindet.

    Die erste Babyzeit mit wenig Schlaf, ungewohnten Haltungen führt oft zu Rückenschmerzen und Verspannungen. Und auch wenn es der jungen Mama in den ersten Wochen vielleicht noch gar nicht so vorkommt, es ist eine Zeit voller psychischen und nervlichen Herausforderungen und aufreibend für die unvorbereiteten frisch gebackenen Eltern.

    Wer sich rund um die Uhr um das Kind kümmert – meistens ja die Mütter – braucht Entspannung und einen Ausgleich. Viele denken mit Baby klappt es nicht, wieder mit dem Sport zu beginnen. Dabei gibt es auch hier Angebote. Bei einem Kanga-Kurs trainieren Mütter für ihren After-Baby-Body, während Baby – im Idealfall – in der Trage schlummert.

    Diese Angebote sind vor allem für Mamis mit einem Tragekind geeignet. Daneben gibt es auch Kinderwagen-Treffs im Park für gemeinsame Laufrunden und Fitnesstrainings mit Buggys.

    Auch Baby-Yoga-Kurse sind eine tolle Alternative, nicht nur für erfahrene Yoginis. Die Übungen in einem Yogakurs mit Baby sind entspannend für Mütter und Kinder.

    Dabei wird gezielt, auf bei Müttern besonders verspannte Punkte wie Nacken, Rücken, Kreuzbein, Kiefer, Brustmuskeln und Armmuskulatur, eingegangen. Kombiniert wird das Training mit sanften Übungen für die Babys.

    Ich hoffe, Euch mit meinem Artikel die Entscheidung bei der Auswahl des oder der geeigneten Kurse etwas leichter gemacht zu haben und wünsche Euch viel Spaß mit Euren Kursen

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

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  • Kinderspielzeug aus Naturmaterialien

    Kinderspielzeug aus Naturmaterialien

    Wenn Eltern das erste Spielzeug für ihre Kleinen kaufen, ist das eine wundervoll aufregende Sache: Es wird recherchiert, abgewogen und überlegt, was denn das Allerbeste für das Kind ist.

    Gerade bei den ganz Kleinen ist es ja auch in der Tat sehr wichtig, aus welchem Material das Kinderspielzeug besteht und wie groß oder scharfkantig es ist.

    Babys ertasten die Welt nun einmal zuerst mit dem Mund und der Zunge. Da möchte man schon genau wissen, was Baby sich da in den Mund steckt. Unsere allerersten Spielzeuge, wenn man das überhaupt schon so nennen kann, waren Seidenpüppchen.

    Die sind besonders wertvoll, wenn die Zähne vor dem Durchbruch zu drücken beginnen. Denn Seide ist nicht nur schön anzufassen, sie hat sogar entzündungshemmende und kühlende Eigenschaften.

    Auch die kleinen und als erste Geschenke sehr beliebten Schmusetücher gibt es nicht nur aus Plastikplüsch, sondern auch aus unbehandelter Bio-Baumwolle und biozertifizierter Naturwolle. Daraus gibt es übrigens auch tolle Teddys, Stoffpuppen und erste Bücher zum Be – Greifen.

    Plastik versus Holz

    Das billige Chinaproduktionen nicht ins Kinderzimmer gehören, ist eigentlich schon länger bekannt. Aus dem Plastik lösen sich gefährliche Weichmacher und andere Schadstoffe. Auch lackiertes Holzspielzeug ist mit Vorsicht zu genießen. Besser sich gleich für unbehandeltes Holz entscheiden oder eben genau nachfragen und nachlesen.

    Wenn das möglich ist, passt häufig allerdings auch die Qualität. Es sind eher die Hersteller, die sich ohnehin durch Intransparenz auszeichnen, die Stoffe verarbeiten, die mit Vorsicht zu genießen sind. Aber auch Markenhersteller schneiden in Tests nicht immer gut ab und ganz ehrlich, wenn ich so einen Beipackzettel über die verwendeten Lacke und Kunststoffe durchlese, verstehe ich auf Anhieb nur „Bahnhof“.

    Oft hört sich harmlos an, was nicht harmlos ist. Zum Glück gibt es unabhängige Testinstitute, die immer wieder Baby- und Kinderspielzeug testen.

    „Dass die Bedenken der Eltern oft nicht unbegründet sind, zeigen die Untersuchungsergebnisse der vergangenen Jahre. Von 2011 bis 2015 waren insgesamt 100 Plüschtiere, Puppen, Holz- und Plastikspielsachen im Test (siehe Themenseite Spielzeug von test.de, dem Online-Auftritt von Stiftung Warentest).

    Erschreckende 35 von ihnen bekamen wegen Schadstoffen oder anderen Sicherheitsmängeln das Qualitätsurteil mangelhaft. Zum Beispiel enthielten Holzspielzeuge oft gefährliche Substanzen im Lack“.

    Der aktuelle Test vom 22.1. 2017 zeigt da eine Verbesserung: Bei 30 getesteten Produkten haben immerhin 23 Produkte mit gut oder sehr gut abgeschnitten. Aber wieder gab es Spielsachen, mit denen Eltern ihre Kinder nicht unbesorgt spielen lassen können. Zwei schnitten mit ausreichend und vier mit mangelhaft ab.

    Holz- oder Plastikspielzeug

    Kind spiel mti Kastanien

    Eine klare Entscheidung für Holz oder Plastik kann anhand der Tests nicht getroffen werden, denn schwarze Schafe gibt es in beiden Lagern. Interessanterweise müssen dies nicht unbedingt Billigspielzeughersteller sein, wie dieses Testergebnis zeigt:

    Die Kinderwagenkette Nixe von Hess Natur war aufgrund einer großen hölzernen Schwanzflosse, mit der sich das Baby im Rachen stoßen und verletzen könnte, nicht nur gefährlich. Auch wegen gesundheitsschädlicher Substanzen erhielt sie mangelhaft, ebenso der Greifling Space von Selecta.

    „Die gefundenen Stoffe sind nicht akut giftig, wirken jedoch langfristig im Organismus.

    Aus dem grünen Lack der Hess-Wagenkette lösen sich mehr Organozinnverbindungen als die Spielzeug-Richtlinie erlaubt. Einige dieser Verbindungen können das Immunsystem schädigen sowie die Fortpflanzungsfähigkeit oder ein Kind im Mutterleib.“ lautet das Urteil.

    Bei oben genanntem Produkt von Selecta hieß es: „In der Gummischnur des Selecta-Greiflings fanden die Prüfer zu hohe Mengen nitrosierbarer Stoffe. Lutscht ein Baby an ihr, können sich die Substanzen lösen, in den Magen gelangen und stark krebserzeugende Nitrosamine bilden. Selbst in kleinsten Mengen sind diese gefährlich. Die Stoffe können vor allem bei der Herstellung von Gummi entstehen, lassen sich aber technisch vermeiden.“

    Es gibt offenbar nicht nur Hersteller, die mit minderwertigem Plastik produzieren, sondern auch namhafte Hersteller mit qualitativ hochwertigen Produkten, die nicht immer den Sicherheits- und Schadstoffbestimmungen entsprechen.

    Gesunder Menschenverstand

    Wer etwas Neues kauft, sollte sich schon beim Kauf einfach einmal durch Anfühlen, Nachdenken und – ganz wichtig – daran Riechen schlau machen. Wenn ein neues Produkt extrem giftig oder abstoßend riecht, würde ich es schlichtweg nicht meinem Kind geben. Zudem habe ich in der Babyzeit alles erst einmal gewaschen.

    Natürlich gibt es auch in unserem Kinderzimmer Plastik, meist in Form von Lego und Playmobil. Dieses Plastikspielzeug kann auch gebraucht erworben werden und es sieht dann immer noch genauso aus wie neu. Somit gehören diese Produkte auch sicher nicht zu jenen, die unnötig viel Plastikmüll verursachen – im Gegenteil, sie zeichnen sich durch ihre Langlebigkeit aus und werden oft von Generation zu Generation weitergereicht.

    Dennoch empfehle ich für die ganz Kleinen schon einige tolle Greiflinge und große Autos aus unbehandeltem Holz. Wer einmal ein solches Plastikteil in die Hand nimmt und es mit einem hölzernen Äquivalent vergleicht – Hand aufs Herz, welches Gefühl überzeugt Euch?

    Der haptische Eindruck ist einfach so viel wert. Ein Kind soll die Natur auch in seinem Spielzeugkorb vorfinden. Neben unbehandelten Bauklötzen können dies bald auch Kastanien, Eicheln und Stöcke aus dem Wald sein.

    Steine und Tücher eignen sich ebenso zum Spielen wie Schachteln und eine Verkleidungskiste aus lustigen, alten Klamotten vom Flohmarkt. Apropos Second Hand – wisst ihr, dass die Schadstoffe mit der Zeit aus Stoffen herausgewaschen werden, wenn man sie nur oft genug wäscht. Deshalb ist Second Hand auch von diesem Aspekt her eine richtig gute Entscheidung.

    Waldorf und Montessori

    Ganz tolle Holzspielzeuge aus unbehandeltem Holz gibt es entsprechend der Waldorf-Pädagogik. Dazu gehören auch Puppen aus weichen, textilen Naturmaterialien, farbige Tücher und jede Menge Gegenstände aus der Natur (seht oben).

    Ein Grundsatz der Anthroposophie nach Rudolf Steiner ist der vom Grad der Bearbeitung eines Spiels. Je stärker es ausgearbeitet ist, desto weniger bleibt für die Phantasie des Kindes übrig. Stelle ich einem Kind aber eine Kiste mit rohen, unbehauenen Holzklötzen hin, wachsen deren Phantasie regelecht Flügel.

    Die Klötze sind nicht mehr nur Klötze, sondern werden zur Stadt, zum Flughafen, zum Bauernhof oder zu etwas ganz anderem, was mit unseren erwachsenen Spielideen oft gar nichts zu tun hat. Von Waldorf inspiriert gibt es im Handel auch Bausätze, Geburtstagskränze, Holzautos und Fahrzeuge sowie Holzbuchstaben.

    Weitere schöne Holzspielsachen sind Kaufladen und Puppenhaus, Bauernhof und Arche Noah, Kugelbahnen, Spielzeug für Rollenspiele, Watschelenten und Holzeisenbahnen. Auch von der Montessori-Pädagogik inspiriertes Spielzeug ist empfehlenswert.

    Hier heißt einer der Grundsätze „Hilf mir es selbst zu tun“ und dazu passen Spielsachen, die im Kleinen die Welt der großen nachahmen. Montessori bietet aber für größere Kinder ab dem Kita-Alter jede Menge tolle Lernspielsachen aus Holz.

    Wer ein bisschen nachforscht findet alle möglichen Spielzeuge auch aus unbehandeltem Holz. Aber wie bereits geschrieben, spricht auch nichts gegen Plastikspielzeug, aber es muss nicht immer alles Klingbing machen, blinken und lautstark tröten. Wer weiß, was Euer Kleinkind sich für ein Spiel mit ein paar Hölzern ausdenkt, welche Freude, wenn es ein Spielzeug plötzlich mit einem anderen kombiniert und etwas ganz neues entstehen lässt – das ist Kreativität.

    Für mehr Phantasie im Kinderzimmer – denn alle Kinder haben sie verdient.

    Liebe Grüße Verena (Babytalk-Autorin)

    Beitragsfoto: FamVeld / shutterstock
    Foto 2: Switlana Symonenko / shutterstock
  • Ab wann kann mein Kind in die Krippe

    Ab wann kann mein Kind in die Krippe

    Die Frage, ab wann ein Kind bereit ist in die Krippe / Kita zu gehen, stellen sich wohl die meisten Eltern. Selbst wenn es – etwa berufsbedingt – nicht möglich ist, den Zeitpunkt zu bestimmen. Die Mehrheit macht sich viele Gedanken oder fühlt sich vielleicht gar als Rabenmütter, wenn sie ihre Kinder bereits im ersten Lebensjahr Fremdbetreuen lassen.

    Vom Loslassen und Bereitsein

    Dass das jeder für sich selbst entscheiden muss, ist natürlich klar. Leider ist es nun so, dass sich fast niemand seiner Umgebung entziehen kann. Es gibt unweigerlich viele Meinungen und nicht immer nett gemeinte Kommentare, Urteile und sogar implizite Vorwürfe. Wie so oft, weiß jeder um uns herum am besten, was gut für uns ist.

    Davon soll sich aber keiner Bange machen lassen, sondern auch hier wieder schlicht auf sein Bauchgefühl hören. Es geht nämlich in erster Linie um folgende Frage: Bin ICH selbst bereit, mein Kind an andere Personen, die erst einmal Fremde sind, abzugeben?

    Ein Kind passt sich den Gegebenheiten an, die es vorfindet. Über diesen Satz lohnt es sich, einmal ganz wertfrei nachzudenken. Genauso spürt ein Kind aber, wenn sich seine engste Bezugsperson nicht von ihm lösen kann, es eigentlich nicht weggeben mag.

    Mit dieser Grundanspannung klappt die Außer-Hausbetreuung auch mit drei Jahren oder mit vier Jahren nur mit Mühe.

    Das Alter spielt hier keine Rolle: Wenn die Mutter bzw. die Eltern nicht bereit sind, dass Kind im wörtlichen Sinne abzugeben, auch nur für einen Zeitraum von einigen wenigen Stunden, wird das Kind auch nicht bereit sein, sich von sich aus frei zu fühlen, neue Bindungen einzugehen.

    Dies muss es ja tun, wenn es sich in einem neuen Umfeld, wie es die Krippe eines ist, zu etablieren. Es muss die Gelegenheit haben, sich an dem neuen Ort wohlfühlen zu dürfen und Vertrauen aufzubauen. Wenn es das Gefühl hat, die Mama will mich eigentlich gar nicht hier lassen, möchte es auch nicht bleiben.

    Schlechtes Gewissen der Mutter

    Auch wenn die Mutter dieses Gefühl nicht bewusst auf das Kind überträgt, kann sie trotzdem so etwas ausstrahlen. Ein Klassiker ist hier das schlechte Gewissen, das die Mutter hat. Dabei sind wir wieder beim Gefühl der Rabenmutter angekommen.

    Es ist ganz wichtig, kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn sich eine Mutter dazu entscheidet, ihr Kind in die Krippe zu geben. Das hört sich so altmodisch an, aber es leiden leider viele Mütter unter diesem Syndrom – mich eingeschlossen. Liebe Mütter, quält Euch bitte nicht so. Ihr leidet darunter und ebenso Euer Kind.

    Meine persönliche Erfahrung

    Aufgrund unserer umzugsbedingten Wechsel habe ich mit meinen Kindern mehrere Eingewöhnungen durchlebt.

    Der Große ist mit 2,5 Jahren direkt in den Kindergarten gekommen. Wir wollten ihn nicht in die „Babygruppe“ mit seinen Zwillingsgeschwistern – damals 13 Monate alt – geben, weil wir dachten er wäre dafür schon zu groß.

    Im Nachhinein war unser Erstling in diesem Alter im Kindergarten ganz schön gefordert, wenn nicht auch anfangs überfordert. Da ist eine Krippe doch viel behüteter mit weniger Kindern in den Gruppen und mehr Erzieherinnen.

    Die Zwillinge mit ihren 13 Monaten haben es von Anfang an genossen, den vormittag außer Haus zu verbringen. Ich war mir wirklich unsicher, sie – vom Standpunkt meines Umfelds aus gesehen so früh – wegzugeben.

    Natürlich verunsicherten mich die Ansichten um mich herum noch zusätzlich. Doch mit meiner besonderen Situation mit 3 Kindern unter zwei Jahren brauchte ich einfach eine Pause: Ich war am Ende meiner Kräfte.

    Komisch – nicht vermisst zu werden

    Durch einen Zufall musste ich bereits in der ersten Woche der Eingewöhnung die Krippe verlassen, um meinen Mann zur Bahn zu bringen.

    Als ich an diesem zweiten oder dritten Krippentag voll schlechten Gewissens wiederkam, um meinen Kindern in der fremden Umgebung beizustehen, winkte die Kindergärtnerin ab: „Die beiden fühlen sich bestens – gucken Sie mal, wie die schön spielen, Sie brauchen erst in einer Stunde wiederzukommen!“

    Irgendwie komisch gar nicht vermisst zu werden, aber irgendwie wunderschön und erleichternd. Da wusste ich, die Kinder sind bereit und haben richtig Lust darauf, Neues zu entdecken. Ohne diesen Zufall hätte ich mich und damit auch meine Kinder sich wahrscheinlich viel schwerer getan mit dem Loslassen.

    Bei der zweiten Eingewöhnung nach einem Umzug etwa ein Jahr später – also mit knapp zwei Jahren, haben wir etwas ganz anderes erlebt. Lag es an meinem schlechten Gewissen, die Kinder nach dem stressigen Umzug erneut in eine unbekannte Umgebung zu geben. Vielleicht lag es aber auch daran, dass sie sich gerade mitten in einer Trotzphase befanden?

    Kein Bock auf eine neue Krippe

    Jedenfalls hatten die Kinder keinen Bock auf diese neue Krippe und haben sich immer wieder gegenseitig daran erinnert, es schrecklich zu finden. Wenn einer mal anfing zu spielen, brüllte der andere umso lauter bis sein Partner wieder mit einstimmte.

    Die Lösung war dann zum einen von Seiten der Krippe her getrennt mit den Kindern etwas zu unternehmen, etwa ein kleiner Spaziergang, um sich besser kennenzulernen. Zum anderen hat der Papa übernommen und indem ich raus war, lief alles bedeutend leichter.

    Die Phase der Eingewöhnung hängt von vielen Faktoren ab und ist daher kein wirklich guter Indikator, ob ein Kind das richtige Alter für die Krippe hat.

    Meinen Beobachtungen und Erfahrungen zufolge ist es aber schon so, dass die Kids mit 13 Monaten einfach in einem Alter waren, indem sie viel Spaß daran hatten, die Welt um sich herum zu entdecken. Da faszinierte sie jedes neue Spielzeug ebenso wie liebe Menschen.

    In der sogenannten Trotzphase, die verstärkt im dritten Lebensjahr auftritt, treten andere Dinge in den Vordergrund, etwa der eigene Willen. Das kann – wie in unserem Fall – mit der Eingewöhnung in die Krippe kollidieren, muss aber natürlich nicht.

    Fremdbetreuung im ersten Lebensjahr?

    Meiner persönlichen Meinung nach und entsprechend der Erfahrungen mit meinen eigenen Kindern und der befreundeter Mütter finde ich das Alter um 12 Monate herum perfekt für den Krippenstart. Früher hätte ich es nicht geschafft, meine Babys abzugeben.

    Zum einen wäre ich nicht gewillt oder bereit dazu gewesen, solange meine Stillbeziehung noch so intensiv war wie im ersten Lebensjahr. Mit dem Abstillen um den ersten Geburtstag herum, konnte ich dann auch loslassen. Die sehr innige Symbiose im ersten Lebensjahr zwischen Mutter und Kind lockerte sich und ich war bereit für Veränderung.

    Es gibt bestimmt Mütter, die das anders sehen und erleben und das ist auch gut so. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen: Nicht jeder Weg passt für jeden.

    Jede Mutter soll sich aber überlegen, ob sie sich eine Fremdbetreuung tatsächlich vorstellen kann und wenn ja, genau darüber nachdenken, wieviel Zeit in der Woche gut für sie und das Kind wäre. Es gibt ja sehr viele individuelle Lösungen, die im Einzelnen mit der Einrichtung abgesprochen werden können.

    Es ist auch sehr wichtig, genügend Zeit zum Ausprobieren und Eingewöhnen einzuplanen. Ohne Druck und Stress und mit dem Gefühl, zu wissen, was gut für einen ist, klappt der Übergang in diese neue Lebensphase bestimmt ganz wunderbar.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Andrey_Kuzmin / shutterstock
  • Die Magie der Weihnachtsbräuche

    Die Magie der Weihnachtsbräuche

    Weihnachten ist das Fest der Liebe. Wir feiern es gemeinsam mit unseren liebsten Menschen. Doch warum geht so ein besonderer Glanz von diesem Fest zum Jahresende aus?

    Natürlich, es liegt in der dunkelsten Zeit des Jahres: Erinnern wir uns deshalb seit Kindertagen an den Lichterschein, der diese Zeit im kalten Winter unsere Augen glänzen und unsere Herzen erwärmen lässt?

    Dabei ist es ganz gleich, ob eine Familie dieses Fest als Heilige Nacht der Geburt Christi begeht oder eher ein paganes Lichterfest mit keltischen Wurzeln feiert.

    Die Rückkehr des Lichts zur Wintersonnenwende um den 21. Dezember verschmilzt zum Teil mit den christlichen Bräuchen.

    Was habt ihr für Kindheitserinnerungen an die Advents- und Weihnachtszeit? Ist es der Duft aus der Weihnachtsbäckerei, die frischen, grünen Tannenzweige im Adventskranz oder als Dekoration im Hausflur?

    Habt ihr früher Märchen gehört von den Weihnachtswichteln und vom Weihnachtsmann oder eher vom Christkind, seinen Englein und dem Nikolaus, der mit seinem finsteren Kumpan, dem Krampus (in Östrreich, entspricht in Deutschland dem Knecht Ruprecht und in der Schweiz dem Schmutzli, oder Düsseli), um die Häuser zieht?

    Egal, welche Traditionen ihr als Kinder kennengelernt habt, sie sind es, die Eltern nun auch an ihre Kinder weitergeben möchten.

    Und was, wenn Deine eigene Mutter nie Zeit hatte mit Dir welche zu backen, oder wenn Du Dich mehr an die Streitereien Deiner Familie in dieser Zeit erinnerst als an alles andere, an das Schöne, dass es sicher auch gab?

    Möchtest du nicht gerade dann mit Deinen Kinder wundervolle Weihnachten feiern? Und das kann jeder, denn schöne Erinnerungen werden stets von Neuem geboren.

    Zauberhafte Vorweihnachtszeit

    Weihnachten / Weihnachtsbräuche - Weihnachtsplätzchen backen

    Es ist einfach den Zauber dieser Zeit für Kinder so zugänglich zu machen, dass sie ihr ganzes Leben lang mit Freude an diese besondere Zeit im Jahr zurückdenken. Die wichtigsten Zutaten für diesen Zaubertrank sind Zeit zusammen zu verbringen, Lichterglanz, Weihnachtsduft, Musik und Gesang, Geschichten und gemeinsame Aktivitäten.

    Zusammen Backen ist eine schöne Sache, die schon mit ganz kleinen Kindern viel Spaß macht. Sobald das Baby sitzen kann, darf es im Hochstuhl platznehmen und hat einen abwechslungsreichen Spaß beim Zugucken, mit den Förmchen spielen, ein bisschen im Teig drücken und bohren, und ein wenig probieren natürlich auch.

    Auch das Teig kneten macht Kindern ab 2,5 Jahren großen Spaß. In dem Alter halten sie es vielleicht noch nicht ganz bis zum Ende durch und die Mama muss dann helfen, aber Weihnachtsbäcker entfalten ungeahnte Kräfte.

    Zwischen Teig kneten, ausstechen und verzieren können die Kinder sich mit etwas anderem beschäftigen und haben anschließend wieder neue Energie zum Mitmachen.

    Das Weihnachtsplätzchen backen ist eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen an die Adventszeit und meine Kinder lieben sie genauso.

    Ich kenne auch Mütter, deren Mütter nie gebacken haben und die das jetzt mit ihren Kindern zelebrieren: Denn Kekse backen ist eine absolut sinnliche Erfahrung.

    Es sind gerade die an den Sinnen orientierten Unternehmungen, die uns dauerhaft in Erinnerung bleiben.

    Das sehnlichst erwartete Klingeln des Christkindes mit silbernem Glöckchen, Wochen davor schon das Poltern vom Nikolaus an der Haustüre, sein geheimnisvolles Verschwinden und das Auffinden der mit Nüssen und Mandarinen gefüllten Stiefel.

    Wer gerne bastelt, kann gemeinsam etwas für die Weihnachtszeit dekorieren. Doch das ist überhaupt kein Muss für schöne Weihnachtserinnerungen.

    Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt

    Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, mit der ganzen Familie, ein Bratapfel aus dem Ofen, ein selbst gefüllter Adventskalender oder ein gekaufter mit Schokolade – all dies erfüllt seinen Zweck und die Wiederholung macht auch hier das Ritual aus.

    Je größer die Kinder werden, desto schöner wird das Ganze: Von Jahr zu Jahr erinnern sie sich besser und ihre Vorfreude auf die einzelnen Bräuche wird immer größer.

    Am 4. Dezember, dem Barbaratag gehen wir etwa in den Wald und schneiden zwei bis drei große Zweige ab. Diese erblühen in warmes Wasser gestellt um den Heiligabend herum.

    Traditionell nimmt man dafür Obstgehölz oder Zweige der Forsythie. Ein weiteres Ritual ist das Wunschzettel „schreiben“: Diese lassen sich wunderschön malen oder mit aus dem Spielzeugkatalog ausgeschnittenen Bildern bekleben.

    Waldweihnacht

    Eine wunderbare Tradition ist es, auch den Tieren im Wald eine schöne Weihnacht zu bescheren. Diesen Brauch haben wir bei uns in der Kita und im Kindergarten kennengelernt und führen ihn seitdem fort.

    Dazu suchen wir jedes Jahr einen besonderen Platz im Wald. Für die Tiere binden wir Karotten und Äpfel an Schnüre. Außerdem bringen wir Vogelfutter (lässt sich auch toll selbst machen) zum Aufhängen mit.

    Wir packen für uns selbst heißen Kinderpunsch und eine Dose selbst gebackener Kekse ein. Außerdem dürfen Sternwerfer und ein paar Stumpenkerzen nicht fehlen.

    Diese bekommen einen schönen Platz in der Mitte. Die Gaben für die Tiere werden in die Äste gehängt. Außerdem schmücken wir diese mit bunten Bändern und allerlei von den Kindern für die Tiere Gebasteltem.

    Gemeinsam singen wir unsere liebsten Weihnachtslieder. Reihum dürfen die Kinder eins vorschlagen. (Ich kann zwar nicht wirklich singen, aber das ist nicht wichtig – habe ich gelernt.)

    Dann trinken wir Punsch und essen die Kekse, bevor wir mit unseren Taschenlampen durch den dämmrigen Wald heimwärts wandern. Das ist mein allerliebstes Ritual mit den Kindern geworden.

    Obwohl ich es als Kind nicht kannte, haben wir es für uns zu einem Brauch gemacht. Es ist also nicht nur wichtig, was unsere eigenen Kindheitserinnerungen sind.

    Ganz nach dem Motto: Gutes und Schönes soll weitergegeben und jede Menge Neues ausgedacht werden.

    Weihnachten: Was mir daran so gut gefällt?

    Das unsere Kinder so lernen, worum es bei Weihnachten wirklich geht. Da es sind nicht die vielen großen Geschenke sind, auch wenn diese Weihnachten für die Kinder natürlich auch zu einem großen Event machen, vor dem sie wirklich wochenlang schon aufgeregt sind und auf die Stunde der Bescherung geradezu entgegenfiebern.

    Sondern, dass es bei diesem Fest um Nächstenliebe und Achtsamkeit geht. Darum Freude zu schenken und Liebe unter die Menschen und zu den Tieren zu bringen. Das ist es doch, wofür das Jesuskind ein Symbol ist.

    Einfaches Mürbeteigrezept für Plätzchen mit wenig Zucker

    • 500 g Mehl
    • 1 Paket weiche Butter
    • 2-3 Eier
    • 1/2 Päckchen Backpulver
    • 40-50 g Rohrzucker, ca.
    • 1-2 Päckchen Vanillezucker
    • optional 150 – 200 g gemahlene Haselnüsse, Mandeln, Erdnüsse, Kakao oder Kokosflocken

    Rezepttipp für Weihnachten:

    Bei den meisten Rezepten genügt es völlig, die Hälfte der angegebenen Menge Zucker zu verwenden: Es schmeckt dann immer noch süß genug. Und es kommt ja auch noch jede Menge Verzierung aus Zucker dazu.

    Jetzt alles gut mit den Händen verkneten bis ein kompakter Teigklumpen entsteht. Dann ca. 30 Minuten kühl stellen. Ist der Teig zu klebrig geworden, Arbeitsfläche und Nudelholz mit Mehl bestäuben. Ist der Teig sehr bröselig geworden, können daraus Kugeln geformt werden – mit Zahnstocher werden Lollies draus. Oder Fantasiegebäcke kneten und rollen lassen. Alles in den Ofen und ca. 15 Minuten backen lassen.

    Zum Verzieren nehme ich am liebsten Schokostreusel, Schoko-Raspeln, Mandeln, Rosinen, Cranberries oder bunte Bio-Streusel. In den knallbunten Streuseln ist meistens leider jede Menge Farbstoff drin.

    Eine sinnliche Weihnachtszeit wünscht Euch

    Verena Wagner (Babytalk-Autorin)

    Falls ihr noch nicht mitbekommen habt, dass wir in diesem Jahr wieder einen tollen Adventskalender für euch „auf die Beine gestellt haben“, auf diesem Weg gehts ganz schnell hin zu ihm: Adventskalender

    Welche Magie hat bzw. übt das Weihnachtsfest für euch immer noch oder wieder aus?

    Ps. Habt ihr heute schon in unserem Adventskalender geschaut?

    Beitragsfoto: Yuganov Konstantin / shutterstock
    Foto 2: Lucky Business / shutterstock
  • Partnerschaft – Warum unsere nach dem ersten Kind fast draufgegangen wäre

    Partnerschaft – Warum unsere nach dem ersten Kind fast draufgegangen wäre

    Wie können wir unsere Partnerschaft pflegen?

    Plötzlich ist alles anders. Der schöne Traum vom Glück zu dritt geplatzt wie eine Seifenblase. Dabei hatte ich doch alles so perfekt geplant. Ich habe so viel Zeit und Liebe in das neue Babyzimmer investiert und jetzt schläft das süße Kindchen bei uns im Bett. Nicht weiter schlimm, aber was ist mit uns als Paar?! Wir sind das nicht gewöhnt. Was macht es mit unserer Partnerschaft?

    Ich habe mir so minutiös ausgemalt, wie wir schöne Kuschelstunden zu dritt verbringen können – ich mit wieder flachem Bauch, mein Liebster und unsere neue große kleine Liebe mittendrin – und jetzt?

    Jetzt habe ich eine Brustentzündung und das Baby interessiert sich doch nur für meinen Busen, mehr als mein Partner jedenfalls.

    Wie ein Keil liegt es zwischen meinem Liebsten und mir. Während wir streiten, wer wickeln darf, ob Puder besser ist für wunde Babypopos oder Calendulacreme oder darüber, was das Kind heute anziehen soll …

    „Vorsicht, nimm doch diese Jacke, schau dieser Anzug ist viel wärmer, bei dem kalten Wetter, und nimm eine Decke für den Wagen mit!“, meine Stimme ist mir selber fremd. In was für eine Glucke habe ich mich bloß verwandelt?

    Früher war ich und unsere Partnerschaft unproblematisch und unbeschwert. „Was ist nur mit mir los, oder eher, was ist nur mit unserer Liebe los?“ Bestimmt geht es meinem Freund nicht viel besser und er hasst mich allmählich mit all meinen klugen Hinweisen.

    Doch diese Gedanken behalte ich für mich und wieder rutscht mir ein tadelndes, vorwurfsvolles „Wie kanst du nur?“ heraus, als ich sehe, dass ihm das Baby ein wenig nach hinten entgleitet. Mir selbst auch schon des öfteren passiert und eigentlich nicht weiter erwähnenswert.

    Doch irgendwie kann ich mir gerade nichts verkneifen. Die patzige Antwort kommt prompt: „Das einzige, was ich nicht kann, ist dir etwas recht machen.“

    Recht haben oder glücklich sein

    Hat mein Partner etwa recht? Ist das so? Kann man mir als frisch gebackener Mutter wirklich nichts recht machen? Habe ich zu hohe Ansprüche oder meckere ich einfach an allem und jedem herum? Dabei habe ich mich immer für tolerant und umgänglich gehalten.

    Ein seltsames Gefühl hat sich plötzlich eingeschlichen, wenn ich ihn von der Seite betrachte und sehe wie unglücklich er jetzt oft drein schaut.

    Nur wenn er mit dem Baby spielt, es liebkost und ihm liebevolle Worte zuflüstert, lächelt sein Gesicht und strahlen seine Augen.

    „Früher hat er all seine Liebe für mich gehabt“, stichelt eine innere Stimme, die ich nicht hören will. Natürlich ist da auch die Vernunft, die mir sagt, dass das völliger Blödsinn ist. Dass mein Mann mich immer noch liebt, nichts lieber tun würde als mich in die Arme zu nehmen.

    Doch was hat uns soweit voneinander entfernt? Tief im Herzen weiß ich, was ihn stört, was mich in seiner Position auch stören würde. Es ist wirklich so: Er kann mir als Mutter im Umgang mit unserem kleinen Schatz nichts recht machen.

    Ich verhalte mich wie eine Oberglucke, lasse das Kind keine Sekunde aus den Augen und weiß obendrein noch alles besser. Dabei bekommt der junge Papa von vorne herein keine Chance sich zu beweisen. Ich lasse ihm keinen Platz, um zu zeigen, dass er es kann: und zwar mindestens so gut wie die Mama, aber eben auf seine Art.

    Prioritäten in der Partnerschaft setzen

    Ist es wirklich so wichtig, ob das Baby seinen Brei um Punkt 12 Uhr mittags serviert und gefüttert bekommt? Auch ein Lebensmitteleinkauf ohne Bio-Produkte ist weder giftig noch lebensgefährdend für das Baby und ein nicht ordnungsgemäß zu geknöpfter Body juckt den Wonneproppen auch nicht im geringsten.

    All diese für mich als junge Mutter, so wichtig erscheinenden Details im Babyalltag, sind doch nicht existentiell. Betrachtet man sie vor dem Hintergrund einer großen Liebe, die gerade kaputt geht – wegen Bio-Babybrei oder Windeln, kommt vielleicht der eine ins schmunzeln und die andere schüttelt den Kopf.

    Im Ernst? Steht das in einer Relation zu unserer Partnerschaft? Um was für Lappalien sich Streitgespräche oft drehen, betrachtet man sie einmal objektiv und mit einem gebührenden emotionalen Abstand. Doch wer kann das schon, wenn er mittendrin steckt im Streit?

    Deshalb ist es um so wichtiger, mit einem (zeitlichen, vielleicht auch räumlichen) Abstand über Unstimmigkeiten zu reden. Dabei gilt: den anderen erst aussprechen lassen und warten bis er fertig ist. Erst zuhöhren, auch wenn es schwer fällt.

    Ein Plädoyer für Väter

    Babys brauchen ihre Papas. Sie finden sie spannend, faszinierend, toll. Es ist fantastisch zwei oder mehrere Bezugspersonen zu haben, auch und gerade weil sie Dinge anders tun und verschiedene Ansichten haben.

    Wer gluckt und auf seinen Ansichten beharrt, macht sich selbst das Leben schwer. Wieviel leichter wird das Zusammenleben als junge Familie, wenn beide sich tolerant verhalten und sich dem anderen öffnen.

    Wie soll der Partner der jungen Mutter denn etwas abnehmen, ihr eine Hilfe sein, wenn er nicht darf? Das schafft garantiert Frust bei beiden Elternteilen.

    Die Mutter kommt sich allein gelassen vor und findet, der Partner bringt sich zu wenig in den neuen Alltag mit Baby ein. Der Papa ist gefrustet, weil er ihrer Meinung nach alles verkehrt macht. Also macht er lieber gar nichts mehr. Ein Teufelskreis.

    Das A und O, um diesem zu entkommen und eure Partnerschaft zu pflegen, ist miteinander zu reden: Erzählt Euch von Euren Ängsten, Schwierigkeiten loszulassen und Bedürfnissen. Da führt kein Weg daran vorbei.

    Familie ist ein Großprojekt, das nur mit und durch Kommunikation funktioniert. Denn jeder braucht seine Freiräume (als Paar und als Individuum) und jeder stößt an Grenzen, über die sie/er nicht hinaus kann.

    All dies muss besprochen werden und zwar regelmäßig. Denn je länger man wartet und je weiter sich Paare voneinander entfernen, desto schwieriger fällt ihnen das Reden.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Drpixel / shutterstock
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