Trennung trotz Kinder: Immer mehr Paare stellen sich die Frage, ob sie sich trotz Kinder trennen sollen, weil sie sich von einander entfernt haben oder es für ihre Kinder durchstehen sollen.
Ich möchte in diesem Beitrag keine generelle Empfehlung aussprechen, vor allem, weil ich glaube, dass es keine gibt. Vielmehr möchte ich auf die Fragen und Sorgen der Partner in Bezug auf die Entwicklung und Beziehung zu ihren Kindern eingehen.
Fragen in Bezug auf den Partner stehen in diesen Situationen seltener im Fokus.
Wie sehr werden die Kinder aufgrund der Trennung leiden?
Als „betroffener“ Vater und aus den Erfahrungen meiner Praxis als Familien- und Paartherapeut kann ich sagen, Kinder leiden immer unter einer Trennung ihrer Eltern, egal ob still oder sichtbar.
Die Leiden sind vielfältig, Kinder fühlen sich fast immer schuldig für die Trennung und das vorausgegangene Leid ihrer Eltern, da sie sich noch nicht getrennt von ihnen wahrnehmen können. Dies können sie erst nach dem „Rubikon“, ein Entwicklungsschritt, den Kinder um das 9.- 10. Lebensjahr vollziehen und ab dem sie sich als eigenständige Menschen wahrnehmen können. Danach können sie die Verantwortung für die Schwierigkeiten ihrer Eltern zumindest teilweise bei ihren Eltern lassen.
Sie fühlen sich bei Streitereien als auch bei einer Trennung so gut wie immer zwischen den Stühlen stehend. Auch wenn Kinder ihre beiden Elternteile lieben, besteht nicht selten eine engere Bindung zu einem Elternteil, was ihre „unschuldige“ Seele besonders schwer belastet. Bei einem Streit, fühlen sie sich in einem Loyalitätskonflikt „zu wem soll / muss ich jetzt stehen“.
Wie sehr leiden die Kinder unter der Beziehung ihrer Eltern?
Eine entscheidende Frage, die sich Eltern stellen sollten, lautet: wie sehr ihre Kinder in der aktuellen Situation leiden. Die Schwierigkeiten ihrer Eltern bekommen sie mehr mit, als sich die allermeisten Eltern vorstellen können und dass auch dann, wenn sie deren Streits nicht direkt mitbekommen.
Sie spüren vor allem die Emotionen, nehmen das veränderte Eltern- und Familienleben sowie die veränderte Körperhaltung und Mimik wahr. Je nachdem wie offensichtlich die Beziehungsprobleme der Eltern sind, ist es nicht selten, dass sie immer wieder in eine Hab-Acht-Stellung fallen und nur darauf warten, wann der nächste Streit los geht oder auch eskaliert.
Dies blockiert sehr häufig eine geborgene und vertrauensvolle Entwicklung ihrer Kinder.
Die Chancen einer Trennung
Auch wenn sich fast alle Kinder wünschen, dass ihre Eltern nach einer Trennung wieder zusammenkommen, freuen sie sich auch, wenn ihre Eltern nach einer Trennung entspannter sind. Ebenso bieten neue Partner der Eltern die Chance, eine glückliche Beziehung und die dazugehörigen Verhaltensweisen kennenzulernen. Die wichtigsten Verhaltensmustern sind Wertschätzung, Vertrauen, Empathie, die Fähigkeit zu vergeben und viele mehr.
Trennung trotz Kinder und deren möglichen Prägungen und Leiden
Negative Prägungen
Die Beziehung der Eltern ist die Vorlage für die späteren Beziehungen ihrer Kinder. So kommt es häufig vor, dass sich die Beziehungsprobleme der Eltern bei ihren Kindern wiederholen. Typische Beziehungsmuster sind Untreue, Gewalt, viele laute Streitigkeiten, sowie nicht ausgedrückte Meinungsverschiedenheiten, nebeneinanderher leben bzw. sich nicht einlassen/vertrauen zu können.
Positive Prägungen
Nicht nur die ersten, sondern auch spätere Beziehungen ihrer Eltern stellen Blaupausen für ihre eigenen Beziehungen im Jugend- und vor allem im Erwachsenenalter dar. Die Kinder haben bei beiden Elternteilen die Chance zu erfahren, wie es denen besser geht, wenn sie nicht zusammenleben. Kinder wünschen sich das ihre Eltern „glücklich“ sind, noch mehr, als dass ihre Eltern zusammenleben. Auch wenn es in der heutigen Zeit nichts ungewöhnliches mehr ist sich scheiden zu lassen, war es vor 25 Jahren für viele Eltern noch immer ein No-Go. Und wenn die Eltern es schaffen nach einer Trennung wieder glücklich zu werden, fällt es ihren Kindern leichter diese Option für sich zu treffen.
Trotz Trennung Eltern bleiben
Auch wenn wir uns trennen, bleiben wir unser Leben lang Eltern unserer Kinder. Dafür ist es wichtig, dass wir uns so friedvoll wie möglich scheiden. Dies setzt voraus, dass wir uns unseren Teil für die Probleme anschauen und die Verantwortung dafür übernehmen.
Ansonsten werden wir die Persönlichkeitsanteile, die wir an unserem PartnerIn verurteilten, auf unsere Kinder übertragen, denn sie besitzen zu 100% die Eigenschaften ihrer Mütter und Väter.
Fazit: An einer Beziehung und an sich arbeiten
Die Schwierigkeiten, die sich vor allem in engen Beziehungen auftuen, weißen uns daraufhin, dass wir da etwas verurteilen. In der Regel sind es Urteile, die wir von unseren Eltern häufig in Bezug auf uns übernommen haben. Unsere Partner (Beziehungen) spiegeln uns unsere Urteile, auf dass wir diese loslassen können und uns immer mehr so annehmen wie wir sind. In diesem Sinne ist „Beziehungsarbeit“ vornehmlich „Arbeit“ an bzw. für uns selbst. Hier ein paar sehr typische Urteile:
Ich bin nicht okay, was soviel heißt, wie ich bin nicht liebenswert, wenn ich soviel Nähe brauche (Klammere)
Ich bin nicht liebenswert, wenn ich meine Bedürfnisse (Wünsche) ausdrücke
Ich bin nicht liebenswert, wenn ich ausgelassen bin
Ich bin nicht liebenswert, wenn ich „zu selbstbewusst bzw. zu stark“ bin
…
Alle Probleme bzw. Urteile, die wir in einer Beziehung nicht bearbeiten, bringen nehmen wir mit in die nächsten Beziehungen. Selbst, wenn der neue Partner zu beginn, so vollkommen anders ist. Wir bringen ihn dazu, uns vor die gleichen „Herausforderungen“ zu stellen, die wir in unserer vorherigen Beziehung nicht gelöst haben. Und alle Themen, die wir als Eltern auflösen bzw. heilen, brauchen unsere Kinder nicht mehr auflösen.
Ich wünsche allen betroffenen Paare den Mut sich ihre Urteile anzusehen.
Eines der schlimmsten Ereignisse, die einem Menschen passieren können, ist es, wenn sein Zwilling vor, bei oder nach der Geburt stirbt. Der berühmteste Betroffene ist Elvis Presley. Sein Zwillingsbruder starb bei der Geburt. Diese Erfahrung hat sein Leben nachhaltig geprägt. Der Superstar hat seine Villa zweifach, für seinen Bruder mit, eingerichtet.
Wie Elvis tragen alle extrem schwer, wenn ein Zwilling stirbt. Der Andere fehlt so sehr, so unerträglich, dass nichts im Leben so recht Freude machen kann. Ein Teil des überlebenden Zwillings möchte so schnell wie möglich sterben, um wieder ganz nah beim Anderen zu sein, wieder ganz Eins zu sein oder weil er sich so schuldig fühlt. Wieder Eins zu sein, da man sich nur halb fühlt, das ist nicht nur eine Metapher, sondern alltägliche Realität. Wozu sich in der Schule oder bei der Arbeit noch anstrengen, wenn man eigentlich sterben will?
Der Start ins Leben ist prägend
Unsere Geburt beeinflusst unsere Überzeugungen von dieser Welt und prägt so unsere Sicht auf das weiteres Leben. Die Amerikanerin Elizabeth Noble, eine führende Expertin auf dem Gebiet der vorgeburtlichen Psychologie stellt in ihrem Buch „Having Twins“ die These vor, dass zu Beginn einer Schwangerschaft der Anteil von Zwillings- oder Mehrfachbefruchtungen zwischen 30 und 80 Prozent liegt. Wovon allerdings nur ca. 3 bis 5 Prozent nicht allein geboren werden. Selbst wenn das Phänomen des alleingeborenen Zwillings nur 20 Prozent aller Schwangerschaften betreffen würde, so wäre vermutlich jeder fünfte Mensch zu Beginn seiner Entwicklung nicht allein im Mutterleib gewesen.
Geboren werden jedoch höchstens etwa drei bis fünf Prozent Zwillinge oder Mehrlinge. Selbst wenn das Phänomen des verlorenen Zwillings nur 20 Prozent der Schwangerschaften betreffen würde, wäre bereits jeder Fünfte von uns nicht allein im Mutterleib gewesen.
Die Betroffenen leiden unter Sehnsucht, Einsamkeit und unerklärlichen Schuldgefühlen.
Ich habe vor allem durch die Heilung des Verlustes meiner verlorenen Zwillingsschwester und nicht zuletzt in meiner Arbeit mit meinen Klienten erfahren, wie viel unverstandenes Leid und wie viele Beziehungsdramen aus einem verlorenen Zwilling entstehen.
Es gibt viele Suchende, die mehrfach als Weltreisende die Erde umrundet haben, Therapiesuchende, die bereits ohne größeren Erfolg mehrere Therapien gemacht haben und Haustierbesitzer, die den Tod ihres geliebten Tieres über viele Jahre nicht verkraften.
Dieses sind nur einige Beispiele. Im Nachhinein betrachtet, mit dem Verständnis des im Mutterleib verlorengegangenen Zwillings, können sie die Suche besser verstehen. Sie suchen verzweifelt und meist unbewusst nach dem oder der Anderen.
Häufig bewirkt die Entdeckung des Verlorenen Zwillings bei Klienten: Erwachsene, Jugendliche und Kinder tiefgreifende Auswirkungen auf das Lebens- und Liebesglück.
Die Symptome eines verlorenen Zwilllings
Es können bei allein geborenen Zwillingen sowohl körperliche als auch psychische Symptome beobachtet werden. Diese Symptome können natürlich auch völlig andere Ursachen haben und sollten gegebenenfalls von einem Arzt untersucht werden.
Körperliche Auswirkungen
Hörschwierigkeiten
Durch den Schock des Anhalten des Herzschlages des anderen kommt es vermutlich zu einem Schock.
Verwachsungen an der Wirbelsäule (Skoliose)
Kann dadurch entstanden sein, dass der Fötus sich immer von dem toten Anderen wegdrehen wollte.
Psychosomatische Auswirkungen
unerklärliche Schwindelanfälle
die nach dem Aufdecken des verlorenen Zwillings aufhörten.
Enge in der Brust / Herzschmerz / Atemschwierigkeiten
haben oft keine organischen Ursachen und enden häufig mit dem Wiederentdecken des verlorenen Zwillings.
Panikattacke, Zitterkrämpfe, Herzrasen und Todesangst
besonders Überlebende von Abtreibungen berichten von diesen Symptomen.
Psychische Auswirkungen des frühen Verlustes
Schuldgefühle, weil
man mehr Glück hatte als der Andere
man dem Anderen Platz weggenommen hat und er deswegen gestorben ist
der Überlebende dem Anderen nicht helfen konnte und am Leben halten konnte.
Sie wollen anderen helfen, sie retten und das bis an bzw. über ihre Schmerzgrenze, soweit, dass sie sich in der Beziehung verlieren. Sie können es nicht ertragen, dass sie ihren Zwilling nicht retten konnten und haben häufig ein extrem großes Kontrollbedürfnis, um diesmal ein weiteres „Drama“ zu verhindern. Aus diesem Grund bleiben und leiden sie für viele Außenstehende unerträglich lange in unglücklichen Beziehungen.
Einsamkeit
alle, die Eltern, Geschwister, Partner, Freunde scheinen irgendwie nicht die Richtigen zu sein
niemand kann wirklich den fehlenden Zwilling ersetzen, seine innige Liebe, seinen Hautkontakt und innige Nähe
es bleibt ein leeres Loch in der Seele zurück, der wichtigste Mensch fehlt
niemand versteht das, am wenigsten der allein geborene Zwilling selbst.
An Freunden „kleben“
die häufig den verlorenen Zwilling ersetzen sollen, diese wenden sich daraufhin häufig ab, wenn es ihnen zu eng wird.
Kraftlosigkeit
da der Andere so fehlt und man/frau sich so einsam fühlt
sie sich dem Tod näher fühlen als dem Leben
Glaube, den Anderen mit ihrer Kraft und Leibesfülle getötet zu haben.
Verfolgungsgefühle, Angst vor Berührungen und Panik im Fahrstuhl
für einige allein geborene Zwillinge ist Körperkontakt ein Gräuel, aus dem Grund, den toten Zwilling im Mutterleib, nicht zu berühren.
Eifersucht
Angst den Partner, wie den Zwilling, zu verlieren.
„Hunger“ nach Nähe und Berührung
einen scheinbar unstillbaren Hunger nach Berührung
um den Mangel an Berührung auszugleichen, üben sie Berufe wie Masseur, Friseur, Krankenschwester, Krankengymnast aus
sie raufen sich als Kinder, um möglichst viel angefasst zu werden.
Neigung zu schweren Fehlschlägen und Misserfolgen im Beruf
„Was ich auch anfasse, geht schief“ – Schuldgefühle und vom Pech verfolgt fühlen. „Allein schaffe ich es nicht.“
Schwierigkeiten, Kinder zu bekommen
Die Zahl der Kinderlosen liegt bei Halbzwillingen weit über dem Durchschnitt, es kommt bei weiblichen allein geborenen Zwillingen häufig zu Fehlgeburten, sie können ihre Kinder nicht bei sich behalten.
Die Sehnsucht in den Tod zu dem verlorenen Zwilling
Äußerlich „passieren“ ihnen beispielsweise wiederholt schwere Unfälle
betreiben Extremsportarten und/oder sind extrem risikobereit
sie bekommen Krankheiten, bei denen sie nur mit Glück überleben.
Hatte ich einen Zwilling?
Viele Fragen sich bzw. mich, woran sie erkennen können, dass sie einen Zwilling hatten. Das erste, was auffällt, ist die Beschreibung der Symptome der Klienten. Darin liegen oft schon Hinweise, zu einem verlorengegangenen Zwilling. Hier einige Bespiele:
„Ich fühle mich nur halb, es ist als hätte ich nur die halbe Kraft im Leben zur Verfügung“. „Sehr oft habe ich das Gefühl, als fehlt mir etwas, um glücklich zu sein. Einsamkeit ist mein Lebensthema. Schon als Kind habe ich mich oft so unerträglich einsam gefühlt, so allein. Das geht auch nicht wirklich weg, wenn ich mit Freunden zusammen bin“.
„Mir steht es nicht zu, viel Geld zu verdienen und dabei in meinem Beruf Freude zu haben“. „Ich habe ständig Schuldgefühle, dass ich jemanden etwas wegnehme, dass ich schuldig bin, wenn es jemanden schlecht geht“. „Ich habe so eine Angst, verlassen zu werden. Bei nur dem geringsten Anzeichen, dass mein Partner mich verlässt oder sich eine/n andere/n sucht, werde ich fasst verrückt“.
„Ich habe manchmal panische Angstzustände, die ich mir nicht erklären kann und fühle mich von anderen Menschen bedroht. Besonders schlimm ist dieses im Fahrstuhl“. „Ich lasse keinen Partner wirklich an mich ran. Sobald es zu dicht wird, trenne ich mich“.
Hinter all diesen Sätzen können auch andere Ursachen liegen. Wenn der Verdacht entsteht, dass jemand einen verlorengegangenen Zwilling hat, ist es wichtig, dieses zu überprüfen und nicht vorschnell zu deuten. Das hilft niemandem. Was können Sie als Nicht-Fachmann tun? Folgen Sie Ihrem Herzen, Ihrem Mut und Ihrer Intuition.
Merkt es die Mutter, wenn ein Zwilling stirbt?
Gewöhnlich merkt die Mutter nichts. Selten gibt es kleinere oder größere Zwischenblutungen. Selbst wenn in einer sehr weit fortgeschrittenen Schwangerschaft einer stirbt, merkt die Mutter meistens nichts außer über Träume oder ihre Intuition.
Üblich ist bis heute, den Frauen erst im dritten Schwangerschaftsmonat die gesehene Mehrlingsschwangerschaft mitzuteilen, weil der zweite oder auch dritte Embryo vorher häufig verschwindet. Viele Ärzte wollen Schwangeren eventuelle Enttäuschungen ersparen. Doch häufig ahnt auch der Mediziner nichts und so steht nur sehr selten „V.a. Gemini“ (Verdacht auf eine Zwillingsschwangerschaft) im Mutterpass.
Bei Ultraschalluntersuchungen wird nichts von einem Abgang bemerkt, wenn der Verlust bereits vor dem ersten Ultraschall geschehen ist. Schon innerhalb weniger Wochen ist es nicht mehr möglich, den abgestorbenen Embryo im Mutterleib nachzuweisen.
Wenn der eine Zwilling stirbt, woran merkt der Andere das?
Zunächst werden der Herzschlag und die Bewegungen schwächer, dann hören sie ganz auf. Fünf Wochen nach der Einnistung, wenn der Embryo eine gewisse Größe erreicht hat, spürt er die Gegenwart des anderen sehr genau.
Das Ohr ist das erste, was ein werdender Mensch ausbildet. Der Zwilling hört als erstes seinen eigenen Blutkreislauf und den des anderen, noch bevor das Herz anfängt zu schlagen. Die Geräusche seines Geschwisters sind ihm näher als die Darmgeräusche und der Herzschlag der Mutter.
In den Fünfziger Jahren ging man noch davon aus, dass Embryos und gar Neugeborene nichts fühlen oder großartig wahrnehmen könnten, dass ging soweit, dass man Operationen an Neugeborenen teilweise ohne Betäubung vornahm. Sie galten als unbeschriebenes Blatt.
Der amerikanische Forscher David Chamberlain beobachtete 1998 in Ultraschalluntersuchungen, dass bereits zwei Monate alte Embryos bewusst wahrnehmen und reagieren können.
Schwierigkeiten im Leben des alleingeborenen Zwillings
Für jeden Menschen, der im Mutterleib Geschwister verloren hat, sind die Auswirkungen im Leben unterschiedlich. Jeder hat eigene Wege gefunden, mit der Katastrophe umzugehen. Einigen, die einen verlorenen Zwilling im Mutterleib verloren haben, gelingt es, diese Erfahrungen im Leben sehr gut auszugleichen.
Doch manchmal reichen kleine Ereignisse in ihrem Leben, um die Erfahrungen um den verlorenen Zwilling wieder wachzurufen. Verschiedene Lebenssituationen fordern den überlebenden Zwilling auf, ihn wiederzuentdecken. Es ist, als würde er rufen: „Hallo, hier bin ich – jetzt erinnere Dich endlich an mich!“
Alleingeborene Zwillinge lieben anders
Für viele allein geborene Zwillinge könnte das Verschmelzen der ersten Verliebtheit ewig weitergehen. Wenn der Partner ein Einling ist, ist er nach der anfänglichen Verliebtheit irritiert. Eine Zwillingsnähe kennt, sucht und kann dieser auch nicht geben. Sehr schnell sucht der überlebende Zwilling, durch viel Nähe beim Partner, seinen verlorenen Zwilling.
Die körperliche Nähe zu seinem Partner hat für ihn höchste Priorität. Seinem Partner wird (nach dem Verliebtsein) das Nähebedürfnis zu viel. Schnell fühlt er sich kritisiert und bedrängt. Der Einling versteht den allein geborenen Zwilling nicht. Er hat das Gefühl Alles zu geben und seinen Partner auch von Herzen zu lieben (so wie es seinem „Liebesprogramm“, seinem innersten Bedürfnis, entspricht).
Konflikte sind vorprogrammiert. Der Einling zieht sich zurück, was seinem Partner an das Drama im Mutterleib erinnert. Für ihn bricht eine Welt zusammen. Er bekommt große Angst, versucht alles um seinen Partner zu halten und stößt ihn dadurch nur immer weiter weg. So sehr sich die allein geborenen Zwillinge auch bemühen ihren Partner immer mehr loszulassen und Freiraum zu geben, sie schaffen es nie lange.
Eine mögliche Lösung besteht im inneren Kontakt zu seinem gestorbenen Zwilling. Dann braucht ihm sein Partner die fehlende Zwillingsnähe nicht zu geben.
Jeder kann nur sein eigenes Beziehungsprogramm leben
Den größten Fehler, den allein geborene Zwillinge machen können, ist, sich einen Partner zu suchen, der es eher unverbindlicher und viel Freiraum braucht. Ansonsten ist viel Leid vorprogrammiert. Viele allein geborene Zwillinge und auch lebende Zwillinge brauchen, um ihr großes Herz öffnen zu können, einen verlässlichen Partner, für den ihre verschmelzenden Nähewünsche keine Bedrohung sind.
Wenn überlebende Zwillinge ihr Herz öffnen, werden ihre Grundbedürfnisse offensichtlich. Ihre Beziehungen werden tief und intensiv. Eine andere Art von Beziehungen ist für sie nicht möglich. Diese Tiefe und Intensität, mit der sich überlebende Zwillinge auf einen Partner einlassen, ja einlassen müssen, lässt sich auch mit der besten Therapie nicht wegtherapieren.
Jemand der es gerne nah und intensiv hat, kann sich nichts Schlimmeres antun, als seine tiefe Sehnsucht nach inniger Nähe, die auch am Anfang seines Lebens da war, abzuschneiden.
Seinen verlorenen Zwilling wiederentdecken
Wenn sie das Gefühl haben dieses Trauma zu haben, suchen Sie sich am besten professionelle Begleitung und Unterstützung. Ihr Zwilling wird sich jedoch erst zeigen, wenn Sie so weit sind, sich diesem Trauma zu stellen. Bei mir hat es sich z.B. erst nach 5 Jahren Ausbildung und Theraphie gezeigt. Bei einer Klientin von mir bereits kurz vor ihrem 16. Geburtstag und nach dem Wiederfinden des Zwillings ihrer Mutter.
Aus diesem Grund kann es sich z.B. auch bei Familienaufstellungen lange Zeit nicht zeigen.
Um die Situation für sich behutsam zu klären, sollte dies idealerweise
in einem geschützten Rahmen geschehen,
der von einer versierten Person geschaffen wird,
welche dieses Thema für sich selbst geklärt und verarbeitet hat
und von anderen Themen unterscheiden kann.
Die Erfahrung zeigt, dass der überlebende Zwilling für seine Heilung Kontakt zu dem Anderen, der gegangen ist, aufnehmen muss, z.B. als inneres Bild im Herzen.
Beim Wiederentdecken des verlorenen Zwillings zeigt sich immer wieder, dass der Gegangene sich wünscht, dass es dem anderen gut geht und er ein gutes Leben und einen lieben Partner hat.
Behandlungs-Methoden
Nachfolgend einige Methoden, wie man Klienten dahin begleiten kann, zu spüren, ob sie einen verlorenen Zwilling haben.
Innere Bilderreise, manche bevorzugen den Ausdruck Visualisierungen, Trancereisen oder Fantasiereisen
Das Erleben in der Gebärmutter szenisch nachstellen mit Hilfe des Verbundenen Atems, der den Zugang zum Unterbewussten schafft.
Familienaufstellungen
kinesiologischer Muskeltest
Warmwasser-Tiefenentspannung
Es hilft nach meiner Erfahrung nicht, allein theoretisch zu wissen, dass man einen Zwilling gehabt hat, sondern man muss diese Verbindung zum Anderen und die sich daraus ergebenden Folgen für das eigene Leben spüren. Nur in Verbindung mit dem Fühlen, hat die Wiederentdeckung des verlorenen Zwillings therapeutisch heilende Kraft.
Wenn es einen verlorenen Zwilling gegeben hat und die Zeit, ihn wiederzuentdecken, noch nicht reif ist, meldet sich das Thema zu gegebener Zeit wieder. Prägende Kindheitserlebnisse und eine Einbindung in schwere Familienschicksale müssen manchmal erst angeschaut und geachtet werden. Die meterdicken Schutzmauern haben lange die Funktion gehabt, dem alleingeborenen Zwilling beim Überleben zu helfen.
Ohne sie wäre er durchgedreht vor Schmerz und Einsamkeit. Wenn es an der Zeit ist, aus dem Bunker herauszukommen, wartet ein anderes, frischeres und erfüllteres Leben auf den überlebenden Zwilling. Er kann zudem zu einer großen Inspirationsquelle werden und ein großes Potential freisetzen.
Dieser Artikel ist zum Großteil eine Zusammenfassung des Buches „Das Drama im Mutterleib“, von Alfred R. und Bettina Austermann, mit Ergänzungen aus „Der Verlorene Zwilling“, von Evelyne Steinemann und meinen eigenen Erfahrungen als Betroffener und Therapeut.
Alleinerziehend – ein wichtiges Thema, welches öfter thematisiert werden sollte. Leider, aber auch verständlicherweise neigen Eltern, die ihr Kind alleine aufziehen, automatisch dazu, sich von der Außenwelt abzukapseln. Die einen mehr, die anderen weniger.
Das ist ein natürlicher Schutzmechanismus, der dafür sorgt, dass man sich erst einmal auf die eigenen Baustellen fokussiert. Auch ich kenne dieses Thema, wo vorher der Partner oder Ehemann war, ist jetzt ein Loch.
Niemand der einen mal die Kinder für einen Abend abnehmen kann. Niemand mehr der einem hilft, wenn man selber mal krank ist, oder einfach mal eine kleine Pause braucht. Etwas mit Freundinnen machen, ist zwar noch möglich, aber umständlich und wird dadurch viel zu selten organisiert.
Eine Kinderbetreuung, für einen Kinoabend muss erstmal gefunden werden. Genau diese Dinge können Mütter, genauso wie alleinerziehende Väter in die Einsamkeit treiben. Denn oft haben Freunde nicht das nötige Verständnis für die neue Situation.
In aller erster Linie ist es erstmal wichtig, das Alleinerziehende sich nach der Trennung, Zeit zum Verarbeiten nehmen. Sei es alleine oder mit den besten Freunden. Ich für meinen Teil, stand nach der Trennung von meinem Mann, ziemlich isoliert da.
Viele Freunde entschieden sich für eine „Seite“ und somit blieben mir nur eine handvoll Freunde. Aber genau für diese bin ich rückblickend sehr dankbar. Die erste Zeit war wirklich hart. Das Leben was ich vorher hatte, war nicht mehr da.
Alles kommt einen so kompliziert und anstrengend vor, zumindest ging es mir so. Ich fühlte mich wie der letzte Mensch auf dieser Welt. Aber nun gute 8 Monate später kann ich sagen, es tut gut, eine alleinerziehende Mama zu sein.
Mit der neuen Situation kommen wir alle gut zurecht. Trotzdem gibt es natürlich Momente, wo ich mich trotzdem noch einsam fühle. Wo einfach der Partner oder die Schulter zum Anlehnen fehlt.
Einsamkeit ist (k)ein Arschloch!
Ja, auch ich bin natürlich ab und zu einsam, und das ist auch normal. Aber, wie mit anderen Emotionen, die einen während einer Trennung begleiten, habe ich auch gelernt mit der Einsamkeit umzugehen. Hier habe ich einige Tipps für euch, die auch ich angewendet habe und die mir sehr gut taten.
Allem voran, ihr müsst nicht einsam sein. Es gibt so viele tolle Single Mamas da draußen. Also suche sie, vernetze dich. Dies geht am besten im Internet. Ich habe bei Kleinanzeigen oder eben in regionalen Facebookgruppen nach Anschluss gesucht.
Hängt Flyer bei Kinderärzten oder Krabbelgruppen auf. Eben dort wo viele Mamas sind. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Mamas dankbar waren, diesen Aufruf gelesen zu haben.
Ich für meinen Teil, habe da nur tolle Erfahrungen gemacht, ich habe Mamas getroffen, denen es genauso ging. Wir konnten uns austauschen und uns gegenseitig stützen, wenn es mal schwer war.
Als Zweites habe ich mir ein Hobby gesucht. Einfach um auch etwas Zeit für mich zu bekommen. Denn wenn die Kinder abends im Bett waren, hatte ich oft keine Lust auf das TV Programm, also suchte ich etwas Kreatives und entdeckte die Näherei für mich.
Nicht allein in der Mamarolle versinken
Dadurch lernte ich auch ganz viele tolle Mamas kennen. Was ich besonders toll fand, dass wir uns auch über andere Sachen als Kinder und Haushalt austauschten. Denn genau das ist wichtig, um nicht nur komplett in der Mamarolle zu versinken. Zeit für sich selber, gerade wenn diese als Alleinerziehende noch knapper ist.
Als letztes habe ich mir vorgenommen, die Zeit mit den Kindern so intensiv wie möglich zu genießen. Denn diese Momente werden nie wieder kommen. Aktuell können wir 3 tun und lassen, was wir möchten. Wir können Sonntags bis um 12 mit Schlafzeug im Bett liegen oder auch mal nur romantische Schnulzen auf Netflix gucken.
Unser Mädelshaushalt ist aktuell für uns wirklich perfekt.Was nicht heißt, das da kein Mann Platz hätte. Aber diese Zeit ist für mich wirklich ganz besonders. Wir drei sind so fest zusammen gewachsen und ich denke, dass auch meine Mädchen die Zeit sehr genießen.
Wir sind gespannt, was die Zeit bringt und auch wenn sich vieles negativ anhört, ich bin froh diesen Schritt der Scheidung gegangen zu sein. Wie ihr seht, gibt es auch einige positive Aspekte, alleinerziehend zu sein. Haltet euch am besten immer vor Augen „IHR SEID NICHT ALLEINE“.
Sucht euch notfalls Hilfe und Unterstützung, denn um Hilfe zu fragen, ist wirklich keine Schande. Manchmal kommen wir einfach an unsere Grenzen und dann ist es wichtig, jemanden zu haben, der einen auffängt.
Plötzlich ist alles anders. Der schöne Traum vom Glück zu dritt geplatzt wie eine Seifenblase. Dabei hatte ich doch alles so perfekt geplant. Ich habe so viel Zeit und Liebe in das neue Babyzimmer investiert und jetzt schläft das süße Kindchen bei uns im Bett. Nicht weiter schlimm, aber was ist mit uns als Paar?! Wir sind das nicht gewöhnt. Was macht es mit unserer Partnerschaft?
Ich habe mir so minutiös ausgemalt, wie wir schöne Kuschelstunden zu dritt verbringen können – ich mit wieder flachem Bauch, mein Liebster und unsere neue große kleine Liebe mittendrin – und jetzt?
Jetzt habe ich eine Brustentzündung und das Baby interessiert sich doch nur für meinen Busen, mehr als mein Partner jedenfalls.
Wie ein Keil liegt es zwischen meinem Liebsten und mir. Während wir streiten, wer wickeln darf, ob Puder besser ist für wunde Babypopos oder Calendulacreme oder darüber, was das Kind heute anziehen soll …
„Vorsicht, nimm doch diese Jacke, schau dieser Anzug ist viel wärmer, bei dem kalten Wetter, und nimm eine Decke für den Wagen mit!“, meine Stimme ist mir selber fremd. In was für eine Glucke habe ich mich bloß verwandelt?
Früher war ich und unsere Partnerschaft unproblematisch und unbeschwert. „Was ist nur mit mir los, oder eher, was ist nur mit unserer Liebe los?“ Bestimmt geht es meinem Freund nicht viel besser und er hasst mich allmählich mit all meinen klugen Hinweisen.
Doch diese Gedanken behalte ich für mich und wieder rutscht mir ein tadelndes, vorwurfsvolles „Wie kanst du nur?“ heraus, als ich sehe, dass ihm das Baby ein wenig nach hinten entgleitet. Mir selbst auch schon des öfteren passiert und eigentlich nicht weiter erwähnenswert.
Doch irgendwie kann ich mir gerade nichts verkneifen. Die patzige Antwort kommt prompt: „Das einzige, was ich nicht kann, ist dir etwas recht machen.“
Recht haben oder glücklich sein
Hat mein Partner etwa recht? Ist das so? Kann man mir als frisch gebackener Mutter wirklich nichts recht machen? Habe ich zu hohe Ansprüche oder meckere ich einfach an allem und jedem herum? Dabei habe ich mich immer für tolerant und umgänglich gehalten.
Ein seltsames Gefühl hat sich plötzlich eingeschlichen, wenn ich ihn von der Seite betrachte und sehe wie unglücklich er jetzt oft drein schaut.
Nur wenn er mit dem Baby spielt, es liebkost und ihm liebevolle Worte zuflüstert, lächelt sein Gesicht und strahlen seine Augen.
„Früher hat er all seine Liebe für mich gehabt“, stichelt eine innere Stimme, die ich nicht hören will. Natürlich ist da auch die Vernunft, die mir sagt, dass das völliger Blödsinn ist. Dass mein Mann mich immer noch liebt, nichts lieber tun würde als mich in die Arme zu nehmen.
Doch was hat uns soweit voneinander entfernt? Tief im Herzen weiß ich, was ihn stört, was mich in seiner Position auch stören würde. Es ist wirklich so: Er kann mir als Mutter im Umgang mit unserem kleinen Schatz nichts recht machen.
Ich verhalte mich wie eine Oberglucke, lasse das Kind keine Sekunde aus den Augen und weiß obendrein noch alles besser. Dabei bekommt der junge Papa von vorne herein keine Chance sich zu beweisen. Ich lasse ihm keinen Platz, um zu zeigen, dass er es kann: und zwar mindestens so gut wie die Mama, aber eben auf seine Art.
Prioritäten in der Partnerschaft setzen
Ist es wirklich so wichtig, ob das Baby seinen Brei um Punkt 12 Uhr mittags serviert und gefüttert bekommt? Auch ein Lebensmitteleinkauf ohne Bio-Produkte ist weder giftig noch lebensgefährdend für das Baby und ein nicht ordnungsgemäß zu geknöpfter Body juckt den Wonneproppen auch nicht im geringsten.
All diese für mich als junge Mutter, so wichtig erscheinenden Details im Babyalltag, sind doch nicht existentiell. Betrachtet man sie vor dem Hintergrund einer großen Liebe, die gerade kaputt geht – wegen Bio-Babybrei oder Windeln, kommt vielleicht der eine ins schmunzeln und die andere schüttelt den Kopf.
Im Ernst? Steht das in einer Relation zu unserer Partnerschaft? Um was für Lappalien sich Streitgespräche oft drehen, betrachtet man sie einmal objektiv und mit einem gebührenden emotionalen Abstand. Doch wer kann das schon, wenn er mittendrin steckt im Streit?
Deshalb ist es um so wichtiger, mit einem (zeitlichen, vielleicht auch räumlichen) Abstand über Unstimmigkeiten zu reden. Dabei gilt: den anderen erst aussprechen lassen und warten bis er fertig ist. Erst zuhöhren, auch wenn es schwer fällt.
Ein Plädoyer für Väter
Babys brauchen ihre Papas. Sie finden sie spannend, faszinierend, toll. Es ist fantastisch zwei oder mehrere Bezugspersonen zu haben, auch und gerade weil sie Dinge anders tun und verschiedene Ansichten haben.
Wer gluckt und auf seinen Ansichten beharrt, macht sich selbst das Leben schwer. Wieviel leichter wird das Zusammenleben als junge Familie, wenn beide sich tolerant verhalten und sich dem anderen öffnen.
Wie soll der Partner der jungen Mutter denn etwas abnehmen, ihr eine Hilfe sein, wenn er nicht darf? Das schafft garantiert Frust bei beiden Elternteilen.
Die Mutter kommt sich allein gelassen vor und findet, der Partner bringt sich zu wenig in den neuen Alltag mit Baby ein. Der Papa ist gefrustet, weil er ihrer Meinung nach alles verkehrt macht. Also macht er lieber gar nichts mehr. Ein Teufelskreis.
Das A und O, um diesem zu entkommen und eure Partnerschaft zu pflegen, ist miteinander zu reden: Erzählt Euch von Euren Ängsten, Schwierigkeiten loszulassen und Bedürfnissen. Da führt kein Weg daran vorbei.
Familie ist ein Großprojekt, das nur mit und durch Kommunikation funktioniert. Denn jeder braucht seine Freiräume (als Paar und als Individuum) und jeder stößt an Grenzen, über die sie/er nicht hinaus kann.
All dies muss besprochen werden und zwar regelmäßig. Denn je länger man wartet und je weiter sich Paare voneinander entfernen, desto schwieriger fällt ihnen das Reden.
Wenn Ihr bereits ein Kind habt kennt Ihr diese Frage genau: „Und, wann kommt Nummer Zwei!?“ Meist umspielt ein freudiges Lächeln die Lippen des Gegenübers und dann kommt die zwinkernde Erwartungshaltung.
Man rätselt, ob Nummer Zwei vielleicht sogar schon unterwegs ist und kann die Antwort kaum erwarten. Ich erzähle Euch, warum mich diese Frage so nervt und wie ich meine Antwort gefunden habe.
Der Kinderwunsch
Der Wunsch nach einem zweiten Kind taucht bei vielen Eltern auf. Mal früher, mal später. Und er ist nicht weniger stark als beim ersten Kind. Zumindest bei mir nicht. Wir haben uns so sehr ein Geschwisterchen für unsere Tochter gewünscht.
Am Anfang ist man ja noch völlig entspannt. Schließlich ist man jung und gesund und somit steht einer Schwangerschaft nichts im Wege. Also haben wir uns eines Tages entschieden, nicht mehr zu verhüten und schwanger zu werden.
Nach drei erfolglosen Monaten habe ich angefangen, nach Gründen zu suchen. Vielleicht war alles etwas stressig in letzter Zeit!? Oder wir haben zu wenig geschlafen!? Uns zu ungesund ernährt!? Und drei Monate sind ja nun wirklich noch nicht lang…
Warum werde ich nicht schwanger?
Mittlerweile war ein halbes Jahr vergangen und ich war immer noch nicht schwanger. Ich machte mir Sorgen und malte mir alle möglichen Horror-Szenarien aus: Zysten, Tumore, Unfruchtbarkeit durch den ersten Kaiserschnitt – alles schon da gewesen.
Als wäre das nicht schon genug, fragen plötzlich alle, ob wir denn kein zweites Kind wollen. Diese Frage ist wie ein Schlag ins Gesicht. Denn er sagt indirekt: du bist nicht fähig, denn du wirst nicht schwanger.
Am Anfang habe ich diese Frage weggelächelt und behauptet, dass wir uns Zeit lassen und die Große zunächst alleine aufwachsen lassen wollen, um ihr möglichst viel Aufmerksamkeit zu schenken.
Diese Antwort war gut, denn dann wurde nicht weiter gefragt. Doch irgendwann konnte ich das nicht mehr. Ich wollte die anderen nicht anlügen und vor allem wollte ich mich nicht anlügen. Ich war nicht perfekt, nicht vollkommen.
Aber das war in Ordnung für mich. Also antwortete ich, dass wir uns ein zweites Kind wünschen, es aber momentan nicht klappt. Und diese Antwort war für mein Gegenüber oft ein Schlag ins Gesicht. Ich hörte Entschuldigungen und sah Scham.
Alles wird gut
Ein unerfüllter Kinderwunsch – sei es das erste oder das dritte Kind – ist ein Tabuthema. Wer spricht schon gerne drüber, dass etwas mit ihm nicht stimmt!? Ich habe versucht, mich nicht zu sehr hineinzusteigern.
Ich habe auf mich geachtet und mich gesund ernährt, aber ich habe weitergelebt wie bisher. Und ich habe die Momente mit meiner Tochter sehr geschätzt.
Dann kam ich an den Punkt, an dem ich gesagt habe: wenn es nicht sein soll, dann ist es so. Ich habe ein gesundes Kind und allein das ist schon ein Wunder. Einen Monat später hatte ich einen positiven Schwangerschaftstest in meinen Händen und alles war gut…
Mein Rat an alle, die schwanger werden möchten: versucht, Euch keinen Stress zu machen. Ich weiß – das ist leicht gesagt, aber steigert Euch nicht zu sehr in diese Gedanken hinein und macht Euch selbst nicht fertig. Das Glück wird auch zu Euch kommen.
Der folgende Beitrag „Vor Kindern streiten“ brannte mir schon sehr lange unter den Nägeln und ich freue mich ihn mit euch zu teilen.
Ist Streit vermeidbar?
Es ist an sich nicht immer zu vermeiden, dass unsere Kinder mitbekommen, wenn wir uns streiten. Egal, wie kontrolliert wir uns auch verhalten, manchmal bahnen sich unsere Gefühle dennoch ihren Weg, ob wir es wollen oder nicht. Und das ist auch gut so.
Denn mit sich selbst zu sehr kontrollierenden Eltern haben Kinder ihre Schwierigkeiten. Unsere Kinder nehmen auch unsere unterdrückten und häufig uns selbst nicht einmal bewussten Gefühle wahr. Dies verunsichert sie, weil sie das, was sie hören und dass, was sie spüren, nicht zusammen bekommen.
Mit der Zeit beginnen sie dann immer mehr an sich und ihrer Wahrnehmung zu zweifeln.
Es ist nie schön für Kinder, wenn ihre Eltern streiten, denn …
erstens fühlen sie sich immer dafür verantwortlich, wenn sie auch keine Ahnung haben, warum. Sie können nicht anders, weil sie sich noch immer bewusst sind, der Mittelpunkt ihres „Universums“ zu sein.
zweitens macht es ihnen sehr große Angst, dass ihre Eltern sich trennen und uns sie „auf der Strecke bleiben“. Ihre Eltern existieren in ihrer Vorstellung nur als Paar und sind in ihren ersten Lebensjahren nicht allein vorstellbar für sie.
drittens es nagt an ihrem Verbunden- und Geborgenheitsgefühl. So als würde ihre uneinnehmbare Burg Risse bekommen. Was wiederum Angst macht.
Das schlimmste an einem Streit der Eltern ist aber nicht das Streiten, das Schlimmste für unsere Kinder ist, dass sie in der Regel nicht mitbekommen, wie sich ihre Eltern wieder vertragen. Denn dadurch lernen sie, dass ihre Ängste unbegründet sind.
Aus meiner Erfahrung als Familien- und Paartherapeut kann ich euch mitteilen, dass über 90% aller Streitigkeiten nicht aus dem Grund geführt werden, die man denkt. Da die Ursache meistens viele Stunden vorher wahrgenommen wurde, nicht selten, ohne das es einem bewusst ist, weitergeschürt werden und erst später, häufig durch eine vergleichsweise Nichtigkeit, zu einem Streit führen, den der andere in diesem Moment nicht nachvollziehen kann. Und nicht zuletzt, beruhen diese Streitigkeiten fast immer auf Missverständnisse.
Es gibt verschiedene Fragen, die es einem leichter machen können, einzulenken:
Is this Drama really necessary?
Willst Du Recht haben oder glücklich sein?
Wie wichtig ist dir dies in einem oder in 5 oder 10 Jahren?
Vor Kindern streiten
Wenn wir es einmal nicht schaffen einen Streit vor unseren Kindern zu vermeiden, wäre es super, wenn wir es hinbekommen würden,
einen Break zu machen,
gemeinsam zu unserem Kind (unserer Kinder) zu gehen,
um ihnen mitzuteilen, dass Mama und Papa gerade uneinig sind und
dass sie gerade nicht weiterkommen, dass es aber nicht schlimm ist,
dass sie sich lieben, wenn es auch nicht so aussieht
den anderen respektvoll zu behandeln und
dass es nichts mit ihnen zu tun hat und
dass sie eine Lösung finden werden und sich dann auch wieder umarmen.
Man kann damit gar nicht zu früh beginnen. Selbst während der Schwangerschaft ist es hilfreich, wenn die werdende Mutter regelmäßig mit ihrem heranwachsenden Kind spricht und das vor allem, wenn sie, wie z.B. durch einen Streit aufgebracht oder traurig ist. Beruhigend gesprochene Worte helfen dem Embryo, die vorher aufgebaute Spannung wieder abzubauen.
Was wir unbedingt vermeiden sollten
Wenn Eltern sich streiten, unterliegen die sich unterlegen Fühlenden nicht selten der Versuchung sich mit dem Kind zu verbünden. Und selbst wenn die Annäherung vom Kind kommt, tut es diesem nicht gut. Es liebt beide Elternteile und wenn es sich dann einem zuwendet, hat es innerlich das Gefühl den anderen zu verraten.
Ich halte es nicht für wünschenswert unsere Kinder in dem Gefühl einer scheinbar „streitlosen Welt“ aufwachsen zu lassen. Hieraus können sich in ihrem späteren Leben große Probleme mit Wut und Streit, bis hin zu allen nicht „liebenswerten“ Gefühlen entwickeln.
Und immer, wenn dann in ihnen eines dieser Gefühle hochkommt, verurteilen sie es bzw. sich und unterdrücken es. Zumindest solange bis es sich einen Weg an die „Oberfläche“ erkämpft hat. Und wollen wir das?
Unser Anspruch „perfekt“ zu sein
So sehr es liebens- und wünschenswert wäre, perfekt zu sein, ist es nicht, dass was Menschen glücklich macht. In meiner Praxis frage ich meine Klienten in Situationen, in denen sie an sich zweifeln, weil sie es anscheinend nicht geschafft haben, perfekt zu sein:
„Wollt ihr, dass eure Kinder auch an sich verzweifeln und sich verurteilen, weil sie nicht perfekt sind oder wollt ihr, dass sie glücklich sind? Ihr könnt euch vermutlich vorstellen, was sie rundweg alle antworten?“ Kinder lernen, wenn nicht ausschließlich, dann zumindest am meisten durch Nachahmung und deshalb ist es so wichtig, es ihnen vorzuleben.
Kindern die Chance geben, streiten zu lernen
Warum wollen wir, dass unsere Kinder mit anderen Kindern spielen?
Weil wir uns wünschen, dass sie dabei soziales Verhalten lernen. Wozu auch gehört, sich zu streiten und wenn möglich Kompromisse, wenn nicht gar gemeinsame Lösungen zu finden.
Also lasst uns damit beginnen, unser Bestes zu tun und es ihnen vorzuleben. Als Menschen haben wir immer den Anspruch unser Bestes zu geben, wie daneben wir manchmal auch liegen. Zudem steht dieser Wunsch entgegen dem Anspruch nach Perfektion unserem Glück zumindest nicht im Weg.
Übrigens, der sicherste Weg nicht vor den Kindern „streiten zu müssen“, ist es auf unsere Bedürfnisse nach Ruhe, Austausch und Bestätigung zu achten.
Euer Deva (Babytalk – Redaktion)
Werbung: Unser Buch
Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.
Unerfüllter Kinderwunsch: Viele kennen diese Fragen: Na wann ist es bei euch soweit? Wann bekommt ihr denn ein Baby? Diese Fragen sind leicht gestellt, können aber bei werdenden Eltern auch Frust auslösen.
Der Kinderwunsch ist da, aber es will einfach nicht klappen? Bei manchen Paaren klappt es nach kurzer Zeit, bei manchen ist es harte Arbeit und es benötigt eine Menge Nerven und unglaublich viel Geduld.
Denn die menschliche Fortpflanzung ist ein sehr empfindlicher und störanfälliger Prozess und weibliche Unfruchtbarkeit kann neben körperlichen auch seelische Ursachen haben.
Ich kann da aus eigener Erfahrung sprechen. Wir hatten einen großen Kinderwunsch und bei jeden in meinem Verwandtenkreis klappte es relativ zügig.
Am Anfang machten wir unsauch keine großen Gedanken, doch mit zunehmenden negativen Tests wurde die Anspannung größer und größer. Wir versuchten einfach alles um schwanger zu werden.
Von Temperatur messen, über Sex am Eisprung und Zerfix Schleim Kontrolle war alles dabei. Zurückschauend kann ich sagen, dass mich dieses Verhalten wirklich unbewusst unter Stress setzte.
Es drehte sich nicht mehr um die schönste Nebensache der Welt, sondern wir hatten teilweise nur noch Sex nach Terminplaner.
Zu hoher Druck kann den Kinderwunsch blockieren.
Denn was viele gar nicht denken würden, der seelische Druck kann den Kinderwunsch sabotieren. Dies haben wir auch zu spüren bekommen.
Bei uns klappte es im Urlaub, ich hatte ehrlich gesagt keine Lust im Urlaub Temperaturen zu messen oder irgendwelche Kurven einzutragen. Also entspannten wir 14 Tage ohne irgendwelche Messungen.
Wir liebten uns, wann wir Lust hatten und schauten auch nicht auf fruchtbare Tage. Und schwubs war unser Wunschkind ganz unbemerkt unterwegs.
Der Kinderwunsch ist da, sollte aber auf keinen Fall zum Zwang werden
Unerfüllter Kinderwunsch, nachfolgend einige teilweise bekannte, doch sehr hilfreiche Tipps:
Denn nichts ist schlimmer als aufgedrängter Sex, der einem strikten Zeitplan folgt. Nicht zu letzt kann er auf Dauer die schönste Beziehung zerstören. Der Spaß sollte immer im Vordergrund stehen. Gelassenheit beim Kinderwunsch ist ein Schlüssel zum Erfolg.
Ruhig bleiben ist dort wirklich leichter gesagt als getan, aber nur so bleibt man locker und versteift sich nicht zu sehr auf den Wunsch schwanger zu werden.
Es ist wichtig, sich klar zu machen das die Natur ihren Gang gehen wird. Hier kann man leider nicht viel machen, außer auf seine fruchtbaren Tage zu achten.
Pärchen sollten ihren Kinderwunsch wie einen Termin behandeln: Wenn es gerade nicht klappt, dann wird einfach ein späterer Zeitpunkt ausgemacht. Besser aufgeschoben, als aufgehoben! Und in der Zwischenzeit können Pärchen die gemeinsame Zeit genießen.
Wichtig ist die Zeit zu zweit
Alles was positive und entspannte Gefühle hervorruft ist ideal. Ein kleiner Kurzurlaub, ein gemeinsamer Kino Abend oder ein entspannter Wellnesstag im Spa.
Alles was Glückshormone hervorruft ist perfekt. Entspannung und positive Gedanken sind ebenso wichtig. Wenn die Übungsphase aber länger als 1 Jahr beträgt, sollte doch lieber ein Arzt konsultiert werden und untersucht werden, ob körperlich wirklich alles in Ordnung ist.
Aber das Wichtigste ist wirklich, sich nicht stressen zu lassen und die ganze Baby Planungsphase entspannt zu sehen. Wenn, dann klappt es s0 am ehesten mit dem ersehnten Wunschkind.
„Eltern werden – Paar bleiben.“ Wie oft hört man diesen Satz verbunden mit einem Augenrollen, mit einem wissenden Blick („in welchem man das Unmögliche blitzen sieht“) oder einem mütterlichen Unterton. Doch wie gelingt es die Partnerschaft zu pflegen ohne das Kind zu vernachlässigen?
Das es nicht leicht ist, als Eltern das Paarsein nicht aus den Augen zu verlieren, ist keine Frage. Hier ein paar Gedanken zu diesem Thema von unserer Gastautorin Nicole vom Zickigsüss:
Ein Baby – Chance oder Risiko für eine Partnerschaft
Ein Baby ist etwas wunderbares, es verbindet zwei Partner noch fester miteinander. Aber die erste Zeit mit Baby kann auch zur Beziehungsprobe werden. Deshalb ist es wichtig, besonders im ersten Jahr nicht zu viel vom Partner und sich selber zu erwarten.
Die komplett neue Situation, die Hormonumstellung und Figurveränderung bei der Frau, eventuelle Stillprobleme und nicht zuletzt der ewige Schlafmangel fordern einfach ihren Tribut!
Plötzlich ist da ein kleines Bündel, das alle paar Stunden seine Aufmerksamkeit fordert. Schlafen wird zum Luxus. Somit ist Gereiztheit und häufig auch Streit vorprogrammiert.
Zusammenhalt ist das Zauberwort
Deshalb ist es wichtig, sich trotz allem nicht als Partner aus den Augen zu verlieren. Steht diese Zeit zusammen durch und versucht, trotz Müdigkeit und Stress immer gerecht zu Eurem Partner zu sein.
Feste abendliche Rituale können auch helfen. Eine DVD zwischen den Schlafzeiten vom Baby, ein gemeinsames Bad, oder ein einfaches Gespräch über den Tag. Vergesst nicht, dass Ihr ein Paar seid und auch Zeit zu zweit beanspruchen dürft und müsst.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist REDEN, REDEN, REDEN. Oftmals bleibt die Liebe auf der Strecke, weil man während der Beziehung vergisst, dem Partner seine Gefühle mitzuteilen.
Ein kleines ICH LIEBE DICH einfach mal so zwischen durch, tut nicht weh und sagt so viel aus. Es ist unheimlich wichtig an einer Beziehung zu arbeiten, dies sollte man aber eh auch ohne Kind.
Partnerschaft + Baby = Familie
Aber so negativ wie das jetzt alles klingt ist es absolut nicht. Ein Kind macht Euch endgültig zur FAMILIE. Es ist das Produkt Eurer Liebe und das solltet Ihr Euch immer vor Augen halten.
Dieses kleine Bündel ist der schönste und größte Liebesbeweis, für den man gerne schlaflose Nächte und Schmerzen in Kauf nimmt.
Und je älter Eurer Kind wird desto einfacher wird es, auch wieder spontan zu sein, oder Zeit für sich und den Partner zu haben. Schließlich gibt es ja dann auch noch Oma und Opa, die sich sicherlich auch über eine Nacht mit dem Enkelchen freuen.
Abschließend kann Ich für mich sagen, unsere 2 Kinder haben unser Leben definitiv chaotischer, schlafloser, teilweise anstrengender, aber auch so viel glücklicher gemacht.
Unsere Partnerschaft ist gefestigt und ich weiß einfach, dass wir uns immer aufeinander verlassen können. Wo vorher nur eine Partnerschaft war, ist jetzt ein Bund fürs Leben geworden.
Der erste Urlaub mit dem Baby ist etwas ganz besonderes. Aber dieser Urlaub muss definitiv nicht stressiger werden als ohne Kind. Es benötigt nur etwas mehr Planung. Unsere Autorin Nicole hat Euch im folgenden Beitrag wichtige Punkte aufgeführt, die Ihr beachten solltet, damit es mit dem ersten Urlaub mit dem Baby klappt und Ihr auch noch Erholung erfahrt.
Diese Planung möchten wir Euch hiermit erleichtern. Wir zeigen, wie Ihr am besten plant und welche Punkte Ihr beachten solltet.
Der erste Urlaub mit dem Baby
Am Wichtigsten ist die Überlegung, wohin die Reise gehen soll. Wählen Sie ein Land mit einer guten Infrastruktur. Das erleichtert Euch vieles. Auch in Deutschland, Österreich und in der Schweiz gibt es sehr schöne Urlaubsregionen, wo Ihr mit Eurem Baby entspannen könnt. Beispielsweise in Kinderhotels.
Dort findet Ihr alles, was Ihr braucht. Von der Wickelstation bis zum Babyplanschbecken. Für alles wäre vor Ort gesorgt. Auch die kurzen Anfahrtszeiten sind ein absoluter Vorteil, denn auf langen Reise fangen Babys gerne an zu quengeln, weil die neuen Eindrücke und Situationen es überfordern.
Tipps für Reisen in den Süden
Sollte es Euch aber eher in den Süden zieht, müsst Ihr einige Punkte beachten.
Achtet darauf, dass das Hotel vor Ort einen Kinderarzt bereit stellt. Dies ist wichtig falls das Baby mal krank werden sollte.
Außerdem solltet Ihr einen Wasserkocher mitnehmen. Die Wasserqualität ist nicht so gut wie in Deutschland, deshalb halb ist es empfehlenswert, sogar gekauftes Wasser mindestens 5 Minuten abzukochen.
Auch Babynahrung solltet Ihr am besten von zu Hause mitnehmen. Denn die Qualitäten unterscheiden sich teilweise sehr.
Achtet darauf, dass Euer Kind bei Reisen ins Ausland, auch innerhalb der EU, einen Kinderreisepass benötigt. Diesen sollte man rechtzeitig beantragen.
Die wichtigsten Punkte an die man denken sollte:
Wenn Ihr fliegt, ist es empfehlenswert, Euer Baby beim Start und bei der Landung zu füttern, dies hilft beim Druckausgleich.
Wenn Ihr mit dem Auto reist kauft am besten einen Schattenspender für die Autoscheiben. Somit ist das Kind vor der Sonne geschützt.
Achtet bei der Hotelbuchung am besten schon im Vorfeld darauf, dass auch ein Kinderbett zur Verfügung steht. Bei den meisten Hotels kann man dies problemlos dazu buchen.
Achtet auch auf genügend Babynahrung im Gepäck. Wenn das Baby gestillt wird, hat man damit natürlich wenig Mühe, ansonsten nehmt sicherheitshalber genügend Milchpulver von der gewohnten Nahrung mit.
Packt lieber etwas mehr Kleidung, ein. Denn meistens kann man vor Ort nicht waschen und Babys kleckern gerne etwas voll.
Besonders wichtig gerade im Ausland ist der richtige Sonnenschutz: Sonnencreme, Sonnenhüte, UV Schutzkleidung und ggf. eine Strandmuschel.
Schnuller, Ersatzschnuller, Flaschen und etwas Spielzeug sollten auch in den Koffer wandern. Besonders das Lieblingsspielzeug nicht vergessen!;)
Ein Kinderwagen und eine Babytrage sind eigentlich das idealste Reisegepäck. Die Trage kann man für den Strand oder für unwegsames Gelände nutzen und der Kinderwagen ist beispielsweise abends sehr praktisch. So kann das Kind schlafen und Ihr könnt trotzdem noch entspannt draußen sitzen und ein kühles Getränk genießen.
Auch die Reiseapotheke sollte nicht vernachlässigt werden, was dort am besten mit soll besprecht Ihr am besten mit Eurem Kinderarzt. Der kann seine Empfehlungen auf das Urlaubsland abstimmen
Eine gute Planung ist unverzichtbar
Eine gute Planung ist also auf jeden Fall wichtig. Hier habe ich noch eine kleine Checkliste zum Ausdrucken zusammengestellt:
Mit dieser vergesst Ihr sicherlich nichts mehr.
Aber am aller Wichtigsten ist es, genießt Euren den Urlaub. Denn je entspannter wir Eltern sind, umso entspannter sind auch unsere Kinder.
Der erste Urlaub mit Eurem Baby wird immer etwas ganz besonderes bleiben, und da ist es vollkommen egal wohin die Reise geht.
Schlafen im Familienbett – Die meisten Kinder haben vermutlich bis vor gut 100 Jahren immer im gleichen Raum wie ihre Eltern geschlafen. Es gibt keine Erkenntnisse dazu, dass dies besondere Probleme für die Entwicklung der Kinder nach sich zog.
Und wenn man in der Geschichte bis zum Beginn der Menschheit zurückgeht, wird einem schnell bewusst, dass das Schlafen in der Nähe von vertrauten Menschen vermutlich schon von Anbeginn an „normal“ ist bzw. war.
Dort bedeutete die Anwesenheit der Eltern (bzw. anderer erwachsenen Mitglieder der Gemeinschaft) Sicherheit vor Gefahren. Wie die durch wilde Tiere oder extremen Wettersituationen.
Diese „Ur-“Ängste sind immer noch in den „Genen“ verankert. Und so genießen Babys die Sicherheit und Geborgenheit, die ihnen die Nähe ihrer Eltern im Familienbett vermittelt.
Was würde sich ein Baby wünschen?
Versetzt Euch mal für einen Moment in die Situation eines Babys, das neun Monate lang eng mit seiner Mutter verbunden war. Es kennt ihren Herzschlag, ihren Atemrhythmus, ihren Geruch, einfach alles von ihr.
Dies bzw. seine Mutter gehört für das Baby einfach zu ihm und seinem Leben. Dann kommt es mit der Geburt zu dem Ende dieser vertrauten und Sicherheit und Geborgenheit schenkenden „Zweisamkeit“.
Dies ist wahrscheinlich eines der dramatischen Erlebnisse im Leben eines Menschen, wie sanft die Geburt auch gewesen sein mag. Das Neugeborene findet sich plötzlich in einer weiten, unbekannten, grellen und „lauten“ Welt wieder.
Was vermutet ihr, wünscht sich da ein Baby? – Ich würde mir Geborgenheit und Nähe wünschen und die würde ich am ehesten im Familienbett finden.
Bis zum 3. Lebenjahr können wir unsere Kinder fast nicht verwöhnen
Verwöhnen wir durch das Schlafen lassen im Familienbett unsere Kinder? In den ersten drei Lebensjahren können Sie als Eltern ihre Kinder fast nicht verwöhnen.
Alles, was Sie ihnen aus Liebe und nicht eines schlechten Gewissens wegen schenken, stärkt ihr Wohlbefinden und Selbstvertrauen. Und ist es nicht genau das, was wir unseren Kindern mitgeben wollen?
Damit möchte ich nicht sagen, dass alle Eltern ihre Kinder in ihrem Familienbett schlafen lassen sollen. Denn was ein Kind sich noch wünscht, sind glückliche und entspannte Eltern. Und wenn das für sie bedeutet, ohne ihr Kind in oder neben ihrem Bett zu schlafen, dann ist das so!
Seinen Gefühlen vertrauen
Vertraut euren Gefühlen und ihr werdet wissen, was das Beste für euch und die euch anvertrauten Kinder ist.
Lasst euer Kind nicht aus Angst dauernd in eurem Familienbett schlafen. Oder weil ihr es nicht aushaltet, wenn euer Kind Probleme hat. Sondern vor allem dann, wenn es sich für Euch (Mutter und Vater) gut anfühlt.
Es ist wichtiger für ein Kind, entspannte und ausgeschlafene Eltern zu haben, als mit ihnen in einem Bett zu schlafen.
Übermüdete und verzweifelte Eltern schalten schnell in einen Auto(-funktions)modus. Sind getrennt von ihren Gefühlen und reagieren angespannt und genervt, was wiederum die Kinder verunsichert.
Plötzlicher Kindstod
Es gibt viele verschiedene Studien in Bezug auf den plötzlichen Kindstod, dessen tatsächliche Ursachen noch immer ungeklärt sind. Manche besagen, dass das Schlafen im Familienbett das Risiko erhöht. In diesen Aussagen sind allerdings nicht die unterschiedlichen Umstände weiter berücksichtigt worden.
So gehen in diese Studien auch die Kindstode ein, wo ein Kind nur eine Nacht im gemeinsamen Familienbett geschlafen hat.
Zudem werden Kinder eher mal ins Familienbett geholt, wenn es ihnen eh nicht so gut geht. Häufig sind sie krank oder machen gerade einen Entwicklungsschub durch. Oder durchleben eine Phase mit vielen „Alpträumen“.
Des Weiteren sind viele Faktoren, wie das Rauchen eines oder beider Elternteile im Familienbett oder Drogenkonsum der Eltern, die die Gefahren eines plötzlichen Kindstod sehr stark erhöhen, nicht rausgerechnet.
Ein klarer Zusammenhang besteht nicht
Zudem gibt es vermutlich wie bei vielen kritisch gesehenen Themen genauso viele Befürworter wie Kritiker.
So weist Abraham Bergman, emeritierter Professor am Harborview Medical Center in Seattle, darauf hin, dass der plötzliche Kindstod nur ein statistischer Zusammenhang sei und es nicht bewiesen sei, dass das Bett-Teilen für sich genommen zum plötzlichen Kindstod führt.
Der Tod eines Menschen, vor allem eines Kindes, so bedauernswert und tragisch er für die betroffenen Eltern ist, gehört genauso zum Leben wie die Geburt. Aus meiner Arbeit als Familien- uns Traumatherapeut kenne ich viele solcher Tragödien.
Schicksalsschlag, der plötzliche Kindstod
Meistens zeigte sich hinter diesen Schicksalen, dass der Tod des Kindes eine Art „Geschenk des Himmels“ war, sich über das bisherige und zukünftige Leben Gedanken zu machen und für sie wichtige „Veränderungen“ anzugehen.
Denn ein „Weiter so“ ist den betroffenen Eltern nach solch einem Erlebnis nicht möglich. Das heißt nicht, dass die Eltern durch ihren bisherigen Lebensstil eine Mitverantwortung für den Tod ihres Babys tragen.
Auch wenn ich es nicht gleichsetzen möchte, sehe ich es ähnlich wie eine sehr schwere Krankheit, zum Beispiel einen Herzinfarkt, nach dem sich nicht selten die Prioritäten im Leben dieses Menschen grundlegend ändern.
Vieles, was früher von großer Bedeutung war, wie beispielsweise die berufliche Karriere, schwindet, und vieles, was zuvor nicht oder weniger Beachtung fand, wie die Beziehung zu seinem Partner und Kindern, erfährt nun größere Bedeutung.
Dr. Jan Sperhake, Oberarzt am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), gibt in der Zeitschrift ELTERN (10/2012) folgende Information:
„Wenn jedoch das Kind selbst keine Risikofaktoren aufweist und die Eltern alle üblichen Vorsichtsmaßnahmen einhalten. Vor allem, wenn die Eltern nicht rauchen, ist das Risiko für das Kind im Familienbett wahrscheinlich nur gering erhöht.
Sicherheits-Voraussetzungen
Vorausgesetzt, es trägt einen Schlafsack, kann nicht unter eine Daunendecke oder mit dem Kopf in ein Kissen oder eine Kuhle geraten.“
Bei Kleinkindern und Babys kommt es während der Nacht nicht selten zu Atemaussetzern, was aber in der Regel nicht bedrohlich ist, und wenn, ist die Chance, dass sie durch das vertraute Atmen ihrer Eltern zum weiter atmen animiert werden, sehr groß.
Und wenn nicht, sind die Eltern durch ihre Nähe zu ihnen schneller in der Lage, aktiv zu werden. Babys, die im Familienbett schlafen, sollen in der Regel seltener in der Nacht wach werden, und wenn doch, dann schlafen sie leichter bzw. schneller wieder ein.
Ein weiterer schöner Nebeneffekt ist, dass sich der Schlafrhythmus von Mutter und Kind annähert. Und so wird die Mutter auch nicht aus einer Tiefschlafsphase geweckt, wenn das Baby Hunger bekommt und schläft anschließend leichter wieder ein und ist am morgen ausgeruhter.
Das Liebesleben der Eltern im Familienbett
Viele Eltern befürchten, dass ihr eh dürftiges Liebes- bzw. Sexleben nach der Geburt des Kindes weiter abflaut, wenn das Kind im Familienbett schläft. Das ist natürlich möglich, doch nicht notwendigerweise so.
Auch wenn Sex in unserer Zeit, durch die „68 Revolution“ von vielen Tabus befreit wurde und nicht mehr „nur“ auf die Ehe beschränkt ist und nicht zuletzt durch ihre dauernde Anwesenheit in den Medien und der Werbung scheinbar überall präsent ist, scheint es insbesondere für Eltern klare gesellschaftliche Richtlinien für ihr Sexualleben zu geben.
Streit ja – Liebe nein
Es ist zwar bekannt, dass Kinder nicht unbedingt jeden heftigen Streit mitbekommen sollten, doch nichtsdestotrotz bekommen sie gerade in unserer Zeit sehr viele Streitigkeiten mit, was nicht zuletzt eine Scheidungsrate von fast 50 Prozent nahelegt. (mehr dazu … Klick) Hinweis der Redaktion.
Doch was spricht dagegen, dass Eltern Sex haben, während ihre Kinder im gleichen Zimmer schlafen? Sex, als Ausdruck von tiefer Zuneigung und Liebe. Was, wenn nicht das, wollen wir unseren Kindern in Bezug auf Beziehungen mitgeben?
Es macht kleinen Kindern eher Angst, wenn sie durch eine geschlossene Tür oder dünne Wände Stöhnen und andere laute Geräusche vernehmen, die sie nicht zuordnen können.
Da entspannen sie sich schneller, wenn sie doch mal in der Nacht im Elternschlafzimmer aufwachen sollten.
Falls der Sex mit Kind in einem großen Familienbett passieren sollte, darf der Sex auch mal sanfter sein. Und falls es doch mal weniger ruhig zugehen soll, sind Vater und Mutter für ihre leiblichen Bedürfnisse nicht aufs Schlafzimmer beschränkt.
Stillen im Familienbett
Mütter, die ihr Kind in ihrem Schlafzimmer oder Familienbett schlafen lassen, stillen ihre Babys häufiger länger. Sie können sie nicht selten in einer Art Halbschlaf anlegen und wieder ab stöpseln und weiterschlafen.
Was sie nicht selten ausgeruhter werden lässt, als wenn sie nachts in einer Art „Habachtstellungsschlaf“ in ihrem Bett liegen, mit einem Ohr immer bei ihrem Baby im Kinderzimmer sind, um mitzubekommen, wenn es sich durch schreien oder weinen meldet.
Gemeinsam Schlafen gehen?
Je nach Schlafrhythmus geht das Baby mit den Eltern oder früher ins Bett. Eine gute Möglichkeit ist es, das Baby bis zum eigenen Schlafen gehen in einem Trage- bzw. Babykörbchen neben sich schlafen zu legen.
Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, sich dazu zu legen, bis es eingeschlafen ist, was zwar die eigene „freie Zeit“ beeinträchtigt, doch ansonsten ein schönes Ritual ist und zudem die Nähe zu den Eltern und das Vertrauen ins Leben stärkt.
Zudem sollte nicht vergessen werden, dass Familienbett mit Kissen oder anderen Utensilien „Rausfall“-sicher zu machen.
Der Einfluss des Familienbetts auf die Entwicklung der Kinder
Das Schlafen im Familienbett bzw. Elternschlafzimmer gibt unseren Kindern die Chance durch diese Geborgenheit schenkende Nähe ihr Ur-Vertrauen zu stärken. Babys, die nachts wach werden und weinen, lernen häufig wesentlich schneller, sich durch die Anwesenheit und Nähe ihrer Eltern wieder zu beruhigen und einzuschlafen. Dies stärkt das Selbstvertrauen, allein mit starken Emotionen umzugehen.
Auf das Alleinschlafen vorbereiten
In der Regel bemerkt das Kind den Zeitpunkt, wann es besser ist, dass Familienbett bzw. Elternschlafzimmer zu verlassen und allein in seinem Zimmer zu schlafen. Und äußert dies dann auch gegenüber seinen Eltern.
Das eigene Zimmer sollte, zumindest bis es für das Kind normal ist, allein darin zu schlafen, nicht als Bestrafung genutzt werden, wobei Bestrafungen in aller Regel nur selten hilfreich sind. Belohnungen für „gewünschtes“ Verhalten sind dagegen wesentlich effektiver und entwicklungsfördernder.
Kissenschlachten im Familienbett
Auch wenn sie bereits in ihrem eigenen Bett/Zimmer schlafen, wurde das gemeinsame Schlafen im Familienbett für unsere Liebsten von klein auf ein Ort der Geborgenheit und Nähe. Und wenn es gewollt ist, bleibt es dies auch, wenn sie größer werden. Dann kommen sie am Wochenende immer wieder mal zum Kuscheln oder für eine lustige Kissenschlacht mit ihren Eltern. Kann man den Tag besser beginnen?
Fazit zum Familienbett
Es liegt in der Verantwortung der Eltern, ob sie sich für das Familienbett entscheiden, oder was das Beste für sie ist, womit sie sich am wohlsten fühlen. Denn dies ist dann auch das Beste für das Kind.
Denn auch, wenn sich Kinder häufig etwas anderes wünschen, ist ihnen am Wichtigsten, dass es ihren Eltern gut geht. Und es liegt nicht in ihrer Verantwortung, sich um das Wohlergehen ihrer Eltern zu kümmern. Sie dürfen alles freiheraus „äußern“ bzw. kundtun, was sie wollen.
Es ist allein die Aufgabe der Eltern zu entscheiden, was sie zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse brauchen und darauf zu achten, nicht über ihre Grenzen zu gehen.
Diese Aufgabe ist wesentlich schwerer, als es scheint, und kann im Grunde nur von Eltern beurteilt werden.
Sie sollten sich dabei nicht zu sehr von eigenen Erfahrungen als Kind und scheinbaren gesellschaftlichen Regeln beeinflussen lassen. So ähnlich wir Menschen uns auch sind, haben wir doch unterschiedliche Bedürfnisse.
Liebe Grüße und angenehme Nächte!
Euer Deva (Babytalk – Redaktion)
Wir würden sehr gerne erfahren, wie Ihr es handhabt und welche Erfahrungen Ihr gemacht habt.
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