Kategorie: Mama Talk

  • Erfahrungsbericht einer künstlichen Befruchtung

    Erfahrungsbericht einer künstlichen Befruchtung

    Künstliche Befruchtung: Wenn das Schwanger werden nicht von alleine klappt 

    Wir freuen uns euch einen wieder einen sehr bewegenden Bericht einer Babytalk-Leserin, diesmal über eine erfolgreiche künstliche Befruchtung, vorstellen zu dürfen.


    Mit Anfang 20 denkst du, dass die Welt dir gehört. Dir kann eh keiner was. Du malst dir dein Leben aus und für mich war immer klar: eigene Kinder gehören dazu! Dass es da Schwierigkeiten geben könnte, kam mir nicht in den Sinn.

    Höchstens, dass der Prinz ein wenig auf sich warten ließ… Auch als meine Frauenärztin bei mir mit Mitte 20 ein PCO-Syndrom diagnostizierte, kamen keine Sorgen oder Zweifel. Beruflich war ich viel in der Welt unterwegs, ich war Single, hatte es aber auch nicht so eilig.

    Wann ist es denn bei euch soweit?

    Meinen jetzigen Mann lernte ich dann mit 28 kennen und schon früh sprachen wir über das Thema Kinder. Er selber wusste aus seiner vorherigen Beziehung bereits, dass es nicht ganz leicht werden würde für ihn, eigene Kinder zu zeugen, aber der Wunsch nach einer eigenen Familie war bei uns beiden groß. Bereits nach ein paar Monaten begannen wir „es zu versuchen“.

    Mein Mann war etwas pessimistisch, wie ich fand. Ich dachte, dass wir es einfach ein paar Monate länger probieren, bevor wir eine künstliche Befruchtung versuchen sollten. Leider sollte er – aufgrund seiner Erfahrung – recht behalten und mit jedem Zyklus wurde klarer, dass wir Hilfe brauchen würden. Ich erinnere mich gut, wie ich ihn fast belächelt habe für seine negative Haltung. Wie ich nicht verstehen konnte, warum ihn so aufregte, wenn uns einer fragte: „Wann ist es denn bei euch soweit?“

    Um uns herum wurden Freunde schwanger und wir freuten uns natürlich mit denen, ohne Frage. Aber letztendlich zog uns jede Periode weiter herunter. Inzwischen waren wir fast zwei Jahre zusammen und es war einfach kein Baby in Sicht.

    Ich begann selbst, mich zu verspannen, wenn wieder jemand zu wissen meinte: „Ihr seid die Nächsten“. Es meint ja jeder nur gut und keiner will einem etwas Böses, aber diese Kommentare können sich für Paare wie uns wie ein Schlag ins Gesicht anfühlen.

    Wir fanden immer Ausreden, denn dass es nicht klappen wollte, wollten wir lieber für uns behalten. Wir wollten einfach nicht noch mehr Rückfragen und Tipps á la „Fahrt mal ein Wochenende weg und entspannt euch, dann klappt das schon“. Nach unserer Hochzeit gingen wir das Thema nun aktiv an und suchten ärztliche Hilfe. Wir fingen an, uns einzuigeln, weil der Druck von uns selbst schon sehr hoch war.

    Beginn eines Ärztemarathons bei künstlicher Befruchtung

    Und dann begann der Ärztemarathon. Bereits nach dem ersten Termin stand fest, dass eine reguläre In-vitro bzw. reguläre künstliche Befruchtung nichts für uns wäre und wir eine ICSI (Anm.d.RDie Intrazytoplasmatische Spermieninjektion, ICSI ist eine Methode der künstlichen Befruchtung. Dabei wird die Samenzelle, das Spermium des Mannes, direkt in das Zytoplasma (Ooplasma) einer Eizelle eingespritzt. Quelle Wikipedia) wählen würden.

    Das bedeutete, dass man zunächst meinen sehr unregelmäßigen Zyklus beobachten würde, ich auch noch etwas Gewicht verlieren sollte und daraufhin die Behandlung auf uns abgestimmt beginnen würde. Ein spezielles Nasenspray regelte zunächst meinen Zyklus komplett herunter, bevor dann mit täglichen Spritzen die Eizellen zum Reifen stimuliert wurden.

    In diesen Tagen ging ich mindestens jeden zweiten Tag zur Apotheke, um Hormonspritzen für Hunderte von Euros zu kaufen, in der Hoffnung, dass sie helfen würden. Dazwischen gab es immer wieder Ultraschalluntersuchungen, um zu sehen wie mein Körper auf die Hormone reagierte.

    künstliche Befruchtung Frau spricht sich Hormone

    Immer wieder mussten Anpassungen und Untersuchungen vorgenommen werden

    Anpassung der Dosis, keine ausreichende Reifung, wieder eine Anpassung. Dann passierte etwas, aber nicht genug. Also wieder zur Apotheke und wieder eine höhere Dosis. Jeden Abend trafen wir uns in der Küche und mein Mann übernahm den Part des Spritzens.

    Zusammen, als Team eben! Das war für uns psychischer Stress allererster Güte, denn es ging immerhin um das Wichtigste auf der Welt für uns. Da hält man auch gerne aus, dass der Arzt einen beschimpft, weil die Gebärmutter zu tief im Unterleib sitzt und er die Entnahme somit nur unter schwierigen Bedingungen machen kann.

    Immer wieder. Wie oft ich weinend aus dieser Praxis rausgekommen bin, sicher, dass wir nie zur Entnahme kämen. Und niemandem haben wir von all dem erzählt, um den Druck von außen zu minimieren. Diese Wochen werde ich nie vergessen.

    Künstliche Befruchtung – Endlich kam der OP-Termin

    Nach tagelangem Hin und Her kam dann an einem Dienstag der erlösende Satz: Donnerstag sollte die OP sein, immer mit dem Hintergrund, dass man abbrechen würde, wenn man nicht gefahrlos am Darm vorbei an die Eierstöcke kommen würde. Das machte uns nicht wirklich viel Mut, aber wir kratzten unsere letzte Hoffnung zusammen.

    Spontan nahmen wir Urlaub und dann ging es los. Auf die Minute genau mussten wir mitten in der Nacht 36 Stunden vor der OP noch einen Cocktail zusammenmischen und mir spritzen. Und dann saß ich am Donnerstag nun da, besprach im OP-Hemdchen letzte Details mit dem Anästhesisten und dann nahm man mich auch schon mit.

    Was für eine Befreiung es war, kurz darauf aufzuwachen und zu hören: 7 Eizellen konnten entnommen werden, 6 davon waren brauchbar und wurden befruchtet. Eine setzte man mir dann zwei Tage später bereits ein. Dieser Eingriff sollte eigentlich nur kurz 10 Minuten dauern, bei vollem Bewusstsein.

    Die Entnahme ist auch nur unter Vollnarkose, damit man keine unbedachten Bewegungen macht und ggf. Eizellen zerstört werden. Nachdem der Arzt immer lauter schimpfte und ich nun schon 20 Minuten auf dem Stuhl saß, brachen sie Versuch 1 ab. Er müsse mal eben eine Runde spazieren gehen und sich beruhigen.

    „Und wer beruhigt mich?“, dachte ich bei mir. Ich solle mich entspannen, dann würde das gleich schon. Nach einer kurzen Pause ging es dann aber auch ganz schnell. Hinterher erzählte man mir, dass die Eizelle mit der Flüssigkeit wieder herausgeschwommen war und der Arzt das aber Gott sei Dank gesehen hatte. Jetzt versicherte man mir, dass sie genau da säße, wo sie hin sollte!

    Künstliche Befruchtung

    Die schrecklich Zeit des Wartens

    Das war 7 Tage vor Weihnachten und 11 Tage vor unserem Umzug. Wir saßen also schon auf gepackten Koffern und hatten noch ein paar hundert Kilometer Familienbesuche über die Feiertage vor uns, bevor ich am 27.12.2016 zum ersten Bluttest kommen sollte. Man prüft so früh die HCG-Werte, um ggf. noch eingreifen zu können, falls diese noch sehr gering ausfallen.

    Über die Feiertage haben wir uns dann noch Ausreden ausgedacht, warum ich keinen Alkohol trank. Klar, dass da die Spekulationen ihren Lauf nahmen, aber wir sind erstmal nicht darauf eingegangen. Dann verkündete meine Schwägerin auch noch, dass sie im 3. Monat schwanger sei.

    Das Gefühlschaos ist nicht in Worte zu fassen, denn neben der Freude für sie fuhren unsere eigenen Gedanken Achterbahn: Angst…Hoffnung….Freude…Angst….Hoffnung….Zurück zu Hause wurde dann am Morgen Blut abgenommen und um 13.30 Uhr sollte der Anruf kommen, ob die künstliche Befruchtung geklappt hatte oder nicht. Wir packten also die restlichen Sachen ein… und warteten! Es wurde 14 Uhr. Es wurde 15 Uhr. Wir starrten das Telefon an.

    Um 15:30 Uhr klingelte dann ENDLICH das Telefon. „Geht es Ihnen gut, Frau Ahrens?“ – „Ja… schon… nervös bin ich!“ „Das freut mich zu hören! Sie sind schwanger!“ Ein unglaublicher Moment – für jeden, der sich Kinder wünscht. Für uns nach den Jahren des Versuchens und mit vielen Enttäuschungen brachen hier alle Dämme.

    Mein Mann hat erst einmal 10 Minuten gar nichts gesagt und nur den Kopf geschüttelt. Sollte es jetzt doch „so einfach“ sein? Nur ein Versuch und wir werden Eltern? Ich wusste jetzt, dass ich die Anzeichen in den letzten Tagen nicht erfunden hatte, aber die Tage davor hatte ich große Sorgen, dass dem so war und ich mir zu große Hoffnungen machen würde.

    Aufklärung im Freundeskreis

    Nach ein paar Wochen erzählten wir unsere Geschichte so nach und nach im Freundeskreis und in der Familie. Die unterschiedlichen Reaktionen zeigten uns wieder einmal, dass es wichtig ist, das Thema „künstliche Befruchtung“ nicht zu tabuisieren. So viele unbedarfte Kommentare, die niemals böse gemeint sind, können Paaren in dieser Phase vorkommen wie ein Tritt in die Magengrube.   Und wenn man sich umhört, betrifft dieses Thema so viele Menschen. Wenn es nur einem Paar Hoffnung gibt, unsere ICSI-Geschichte zu hören, dann waren diese Zeilen es wert.   Und wenn nur ein Mensch einmal mehr darüber nachdenkt, ob man wirklich ganz lapidar „Ihr seid die Nächsten“ zu einem kinderlosen Paar sagen sollte oder ständig fragt, wann es denn soweit ist oder auch den Tipp gibt sich „einfach mal zu entspannen“, dann war es das wert. Unser kleines ICSI-Baby ist jetzt genau 5 Monate alt und schnarcht mich durchs Babyphone an. Pures Glück!  

    Wir drücken allen die Daumen, die den Weg einer künstlichen Befruchtung noch vor sich haben!  

    Eure Miriam (Babytalk – Leserin)

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  • Warum jede Trotzphase so wichtig ist und ich ihnen dennoch keine Träne nachweine

    Warum jede Trotzphase so wichtig ist und ich ihnen dennoch keine Träne nachweine

    Was ich so gar nicht gut hingekriegt habe, war die so genannte Trotzphase, als die Kinder so zwei bis drei Jahre alt waren. In dieser Zeit gab es immer wieder Wut- und Schreialarm – für mich völlig unbegründet. Das Schlimmste daran war für mich, dass ich es ihnen gar nicht recht machen konnte.

    Was ich auch sagte oder tat, es war mit Sicherheit das Verkehrte. Mit Grauen denke ich an das Frühstücken in dieser Zeit zurück – mit drei Kindern so ungefähr im selben Alter war die Chance recht hoch, dass einem der lieben Kleinen irgendetwas nicht passte.

    Mal Butter aufs Brot, mal Brot pur, dann wieder Corn Flakes oder Müsli, und neiiiiiinnnn Mama wie kannst Du da nur Milch reinschütten. Was wochenlang gut war, ist plötzlich einem gewaschenen Wutanfall würdig. Am Besten war ich diesen Schreiattacken und Zornestränen gewappnet, wenn es mir gelang, dieser Trotzattacke mit Gleichmut zu begegnen.

    Kühlschranktür auf, komplettes Sortiment raus und hübsch um den Kinderplatz drapiert. Bitte, wertes Kind, wähle selbst aus. Da in dieser Trotzphase Kindern sowieso nichts recht zu machen ist, funktioniert es immer noch am besten, das Kind so zu überraschen, das es sein Programm „Ich lehne alles ab“ schlagartig vergisst.

    Phantasiegeschichten lenken ab

    Mein Mann konnte das immer besonders gut. Er hat sie einfach auf den Arm genommen, ist mit ihnen weggehopst und hat sie mit einer unglaublichen Geschichte aus seiner Phantasie auf andere Gedanken gebracht.

    Aber bei mir hat das so nie funktioniert, dazu war ich einfach zu eingefahren darin, mein Programm abzuspulen. Wahrscheinlich ist das das wahre Problem. Kinder entdecken in jeder Trotzphase immer mehr ihr eigenes Ich, ihren Willen, ihre freie Entscheidungskraft und bemerken, dass sie plötzlich dem Programm der Eltern etwas entgegen zu setzen haben.

    Kind möchte heute lieber Sandalen anziehen als Winterstiefel. Argumente der Vernunft, wie der Hinweis, dass draußen Schnee liegt, helfen da recht wenig. Auch wenn es schwerfällt, machen lassen, hilft immer noch am Besten.

    Mein Sohn hat sich eine zeitlang regelmäßig die Schuhe im Auto ausgezogen und wollte sie zum Aussteigen partout nicht wieder anziehen. Schließlich, als alles bitten und betteln nichts half und mir gerade der Kragen platzte, ließ ich ihn strumpfsockig durch den Schnee gehen.

    Und das war das letzte Mal, dass er sich seine Schuhe nicht wieder von selbst angezogen hat. Es war ihm wohl zu kalt gewesen – grrr.

    Trotzphase – Den eigenen Willen entdecken

    Meine Tochter entdeckte schon sehr früh ihren eigenen Kleiderschrank. Maria Montessori gemäß hatten wir es so eingerichtet, dass die Kinder selbst an ihre Klamotten herankommen können.

    Während sich die Jungs bis ins Vorschulalter überhaupt nicht selbst anzogen und ich ihnen eigentlich immer etwas überstülpte, begann meine  Tochter schon mit drei Jahren sich ihre Garderobe selbst zusammen zu stellen.

    Die Kombinationen sagten mir nicht immer zu. Sie bevorzugte z.B. wochenlang Rüschenrock über Jeans. Es sah komisch aus, aber ich überwand mich sie so in den Kindergarten gehen zu lassen. Hätte ich sie dazu gezwungen sich meiner Norm entsprechend umzukleiden, hätte ich mit einem Wutanfall rechnen können.

    Es gibt Situationen, da muss ein Kind einfach das tun, was die Großen für richtig halten, wie etwa der Fahrradhelm zum Radfahren. Wenn es aber um Kleidung und andere Vorlieben geht, lasst Eure Kleinen doch einfach machen.

    Ihr schont Eure Nerven und belohnt Eure Kinder auch noch mit dem guten Gefühl, etwas ganz alleine und selbständig entschieden und erledigt zu haben.

    Trotzphasen – Is this drama really necessary?

    Wo man den heftigen Reaktionen in einer Trotzphase so einfach entgehen kann, sollte man sich die Energie für schwerer aufsparen. Pullis falsch herum, im Schlafanzug in die Kita gehen, zwei Unterhosen übereinander und keine Lust sich noch einmal umzuziehen, ok Kind, es entspricht nicht ganz meinem Idealbild, aber es gibt Schlimmeres.

    Beim Essen fällt mir dieses Gelassensein schon etwas schwerer. Ich lege großen Wert darauf, dass sich meine Kinder gesund ernähren und nicht dauernd Fertigprodukte, Wurst und Zuckerzeug essen.

    Wenn ich aber mit Menschen rede, die schon länger Eltern sind, hat mir das immer sehr gut getan. Solche Gespräche relativieren diese stressige Zeit einer Trotzphase ein wenig.

    Und wenn sie nun heute Lust auf Pudding mit Ketchup haben, ommmmm. Gelassenheit hilft viel und mein Mantra: Es ist alles nur eine, wenn auch von mehreren Phasen!

    Trotzphase – Wutanfälle in der Öffentlichkeit

    Komischerweise bin ich immer ziemlich gelassen geblieben, wenn es sich um Wutattacken in der Öffentlichkeit handelte. Irgendwie war ich da resoluter. Wenn ein Kind sich auf den Boden legte und schrie, habe ich es einfach in den Arm genommen und bin mit ihm zum Auto gegangen.

    Irgendwie war mir klar, dass das Kind sich nicht so aufführt, um mich bloß zu stellen oder zu ärgern. Es ging dabei nie um meine Person, also soll man so einen Trotzanfall auch nie persönlich nehmen.

    Oft passieren diese berühmt-berüchtigten Supermarktszenen, in die wohl jede Mutter und jeder Vater einmal kommt, am Ende anstrengender Tage mit übermüdeten Kindern, die eigentlich nur heim wollen und gar nicht mehr können.

    Und in solchen Situationen kriegt ein Kind auch schon mal einen Lutscher von mir oder ein kleines Pixi-Buch. Warum ein erzieherisches Exempel statuieren, wenn jemand gerade am Ende seiner Leistungsfähigkeit ist.

    Manchmal jedoch habe ich das Kind auch einfach ins Auto gesetzt und ihm gesagt, ich habe noch zwei andere Kinder, die ich jetzt zusammen mit den Einkäufen bei der freundlichen Kassiererin abholen muss und dass ich gleich wieder da bin.

    Solche Wutanfälle im Supermarkt kamen bei uns zum Glück so gut wie nie vor. Lag es daran, dass ich sie am liebsten alleine erledigte oder an meinen geschickten Bestechungsversuchen? Oder aber an der Schläue meiner Kinder?

    Eine Situation, die mir besonders in Erinnerung blieb

    Ich erinnere mich noch gut daran wie sie laut johlend mit den kleinen Wägelchen durch die Gänge brausten bis sie Ärger mit dem Supermarktpersonal bekamen.

    Mir war das egal, denn immer noch besser glücklich johlende Kinder, die ein bisschen über die Stränge schlagen, indem sie mit ihren Wägelchen Wettrennen machten, als zornige Kinder gefangen im eigenen Wagen.

    Das Lustigste was mir je beim Einkaufen passiert ist: Eines meiner Kinder kam gar nicht auf die Idee sich zu grämen, wütend zu werden oder zu heulen, dass ich beim Süßigkeitenregal mit einem definitivem Nein vorbei gestürmt war:

    Er holte sich einfach zwei der netten lila Hasen – die großen, klar – und schälte sie aus dem Silberpapier. Da die Ohren schon abgebissen waren, musste Mama die Osterhasen zähneknirschend kaufen. Die Kinder waren entzückt. Danach wussten sie, wie das ging mit der Kaufentscheidung.

    Einen Orden für Eltern

    Das Erlebnis aus dieser Trotzphase, das ich nie vergessen werde, war aber folgendes: Wir waren im Herbst spazieren an einem Gebirgssee zu dessen Ufern steile Böschungen hinabgingen.

    Die Kinder fanden es wunderbar im raschelnden Laub zu spielen. Doch irgendwann wurde es kalt und wir wollten weitergehen. Töchterchen wollte das nicht.

    Als wir den Hang hinaufgestampft waren, legte sie sich wieder hin und rollte alles wieder hinab. Ich ging sie holen. Das Spiel ging etliche Male so weiter. Irgendwann konnte ich nicht mehr und ich habe sie energisch in ihren Kinderwagen verfrachtet.

    Die Antwort war lautes Brüllen. Dieses hielt die ganze Heimfahrt über an. Mein Wunsch nach einem Schläfchen im Auto wurde nicht erhört. Zuhause setzte sich das Kind schmollend hinters Sofa. In dieser unbequemen Lage schlief sie doch tatsächlich ein!

    Mein Kind, das sonst immer nur im Kindersitz, Wagen oder Bett einschlafen konnte. Erleichtert atmete ich auf, doch zu früh gefreut. Als das Kind erwachte, schaute es aus seinem Versteck heraus und als es mich erblickte, begann das Wutgebrüll sofort in unverminderter Lautstärke erneut.

    Warum ich Euch dieses Erlebnis erzähle? Es war keineswegs besonders lustig für mich, obwohl meine Tanten, die dabei waren, bis heute darüber lachen wie lustig es gewesen wäre, als das Kind immer wieder durchs Laub gekugelt sei. Das Kind jedenfalls erinnert sich da schon lange nicht mehr dran und schaut nur leicht ungläubig, wenn wir so etwas erzählen.

    Wie es für sie war, weiß ich bis heute nicht, nur wie es für mich war. Und deshalb möchte ich allen Mamas und Papas an dieser Stelle mal einen Orden verleihen. Ihr macht das richtig super, bleibt gelassen, versucht zu lachen und denkt immer daran, wenn es ganz schlimm wird: „Es ist alles nur eine Phase!“

    Eure Verena Wagner (Babytalk – Autorin)

    Und wenn ihr mehr darüber erfahren möchtet, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem zweiten Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ viele praktische Beispiele und Hilfestellungen und Hintergrundinformationen dazu.

    Beitragsfoto: Mark Umbrella / shutterstock
  • Die Geburt einer Mutter

    Die Geburt einer Mutter

    Das Mutter werden geschieht nicht parallel mit der Geburt eines Babys, eher unerwartet, mitten in der Nacht.

    Die Vorstellung vom Muttersein, bevor wir es tatsächlich werden, kann nicht trügerischer sein. Es ist eine Mischung aus romantischen Vorstellungen, wie in den Werbebildern oder Hochglanzmagazinen abgebildet. Die Sehnsucht nach Harmonie, Wärme und Geborgenheit eines Familiennestes, das wir selbst vielleicht nicht genießen konnten.

    Es ist der Wunsch, ein Wesen an unserer Seite zu haben, das ganz zu uns gehört und einen anderen Menschen niemals bevorzugen kann. Ein Wesen, das wir bemuttern und betüdeln können, ein wenig wie damals in alten Zeiten beim Puppenspielen.

    Wie überrascht sind wir dann, wenn das reale Baby nicht etwa nur isst und schläft, wie erwartet, sondern ein unermesslich großes Verlangen nach unserer vollen Aufmerksamkeit äußert.

    Wir fühlen uns gefangen vom eigenen Wunschkind, das launisch und unruhig ist, immer wieder etwas von uns will und uns rund um die Uhr in Alarmbereitschaft versetzt. Es ist erschöpfend und frustrierend, doch nicht nur durch die bloße Menge an „Arbeit“. Etwas anderes macht uns fertig, was wir nicht ganz verstehen und einordnen können.

    Das subtile Universum der Gefühle

    Um die wahren Schwierigkeiten zu begreifen, die wir Mütter in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt besonders stark fühlen, müssen wir das gewohnte Universum des rationalen Denkens verlassen und akzeptieren, dass es Dinge gibt, die für das bloße Auge nicht sichtbar und für den kühlen Verstand nicht greifbar sind.

    Es ist ungewohnt und manchmal beängstigend für uns Frauen, die in der männlichen Welt zu funktionieren gelernt haben, in das subtile Universum der Gefühle hinunter zu sinken, in der feuchten und dunklen Welt des Wochenbetts zu navigieren und die weibliche Energie wieder in uns aufkommen zu lassen. Es fühlt sich an, als wären wir nicht mehr wir selbst und wir fragen uns, was von unserer alten Person überhaupt noch übrig geblieben ist?

    Doch die Antwort lautet – alles. Im Wochenbett sind wir unserem wahren und bisher verborgenen ICH näher als je zuvor. Wir verlassen das Leben da draußen für eine Weile und mit ihm all die Äußerlichkeiten und Fassaden, falsche Gesichter, Masken und das vorgetäuschte Ich.

    Was bleibt ist die entblößte Seele mit allen ihren Fassetten, die wir bisher übersehen, vergessen oder verleugnet hatten. Es zeigen sich die dunklen Seiten in uns – unser verletztes inneres Kind und unser seelischer Schatten. Alle Erfahrungen aus unserer frühen Kindheit werden jetzt aktuell als wäre keine Zeit vergangen. Das geborene Kind belebt das Kind wieder, das wir einmal gewesen sind.

    Unser inneres Kind wird wieder belebt

    Die Geburtsvorbereitungskurse liefern uns viele Informationen, doch enthalten uns das Wichtigste vor. Der größte Unterschied zum Puppenspielen ist es, dass das Baby nicht bloß ein kleiner Körper ist, der versorgt werden muss.

    Das Baby ist eine geballte Emotion, es ist telepathisch mit uns verbunden. Es hat die Fähigkeiten, unsere Seele zu öffnen und Seiten in uns zu offenbaren, die wir selbst nicht sehen. Unsere Seele lebt von nun an in zwei Körpern – in unserem und im Körper unseres Kindes.

    Das Baby erlebt alle unsere Gefühle so, als wären es seine eigenen. Und es äußert vor allem die Gefühle, die für uns Mütter unbewusst sind. Unser Kind wird zum Sprachrohr unserer unerfüllter Wünsche, ungestillter Sehnsüchte, alter Verletzungen, nicht geweinten Tränen und dem ausgebliebenen Trost. Genau das macht das Weinen eines Babys so unerträglich.

    Sich den seelischen Schmerzen stellen

    Mutter zu sein bedeutet nicht nur, sich korrekt um das Baby zu kümmern, sondern sich dem seelischen Schmerzen zu stellen, den das neugeborene Kind in uns weckt.

    Erst dann können wir unserem Kind die Wärme geben, die wir nicht bekommen haben. In körperlicher Nähe mit ihm verschmelzen, die wir nicht genießen konnten; durch seine Kulleraugen bis in seine Seele hineinsehen, so wie uns niemand angeschaut hat.

    Sonst bleiben unsere Körper eingefroren, unsere Gefühle stumpf, der Blick abwesend und Bewegungen maschinell. Die Tagesroutine besteht nur noch aus Ablenkungen.

    Wir werden nicht unbedingt dann Mütter, wenn wir das Kind geboren haben, sondern in einem Moment völliger Verzweiflung mitten in der Nacht, wenn uns die Angst und die Hilflosigkeit überkommt, wenn wir nicht weiter wissen und alle guten Tipps versagen.

    Wenn wir es nicht schaffen, das Baby zu beruhigen und mit dem Baby mitweinen, wenn unsere Seele schmerzt, wenn wir uns alleine und verlassen fühlen und uns alle guten Geister zu verlassen drohen.

    Wenn uns nichts anderes mehr übrig bleibt, als uns diesem weinenden Baby zu ergeben, das unsere Tränen weint, dann werden wir wahrhaftig als Mütter geboren.

    Eure Inga Erchova (Babytalk-Gastautorin, Autorin beim Integral-Verlag)

    Wir freuen, dass wir Euch diesen wunderbaren Artikel von Inga Erchova vorstellen durften und legen Euch ihr Buch wärmstens ans Herz.

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  • Ab wann kann mein Kind in die Krippe

    Ab wann kann mein Kind in die Krippe

    Die Frage, ab wann ein Kind bereit ist in die Krippe / Kita zu gehen, stellen sich wohl die meisten Eltern. Selbst wenn es – etwa berufsbedingt – nicht möglich ist, den Zeitpunkt zu bestimmen. Die Mehrheit macht sich viele Gedanken oder fühlt sich vielleicht gar als Rabenmütter, wenn sie ihre Kinder bereits im ersten Lebensjahr Fremdbetreuen lassen.

    Vom Loslassen und Bereitsein

    Dass das jeder für sich selbst entscheiden muss, ist natürlich klar. Leider ist es nun so, dass sich fast niemand seiner Umgebung entziehen kann. Es gibt unweigerlich viele Meinungen und nicht immer nett gemeinte Kommentare, Urteile und sogar implizite Vorwürfe. Wie so oft, weiß jeder um uns herum am besten, was gut für uns ist.

    Davon soll sich aber keiner Bange machen lassen, sondern auch hier wieder schlicht auf sein Bauchgefühl hören. Es geht nämlich in erster Linie um folgende Frage: Bin ICH selbst bereit, mein Kind an andere Personen, die erst einmal Fremde sind, abzugeben?

    Ein Kind passt sich den Gegebenheiten an, die es vorfindet. Über diesen Satz lohnt es sich, einmal ganz wertfrei nachzudenken. Genauso spürt ein Kind aber, wenn sich seine engste Bezugsperson nicht von ihm lösen kann, es eigentlich nicht weggeben mag.

    Mit dieser Grundanspannung klappt die Außer-Hausbetreuung auch mit drei Jahren oder mit vier Jahren nur mit Mühe.

    Das Alter spielt hier keine Rolle: Wenn die Mutter bzw. die Eltern nicht bereit sind, dass Kind im wörtlichen Sinne abzugeben, auch nur für einen Zeitraum von einigen wenigen Stunden, wird das Kind auch nicht bereit sein, sich von sich aus frei zu fühlen, neue Bindungen einzugehen.

    Dies muss es ja tun, wenn es sich in einem neuen Umfeld, wie es die Krippe eines ist, zu etablieren. Es muss die Gelegenheit haben, sich an dem neuen Ort wohlfühlen zu dürfen und Vertrauen aufzubauen. Wenn es das Gefühl hat, die Mama will mich eigentlich gar nicht hier lassen, möchte es auch nicht bleiben.

    Schlechtes Gewissen der Mutter

    Auch wenn die Mutter dieses Gefühl nicht bewusst auf das Kind überträgt, kann sie trotzdem so etwas ausstrahlen. Ein Klassiker ist hier das schlechte Gewissen, das die Mutter hat. Dabei sind wir wieder beim Gefühl der Rabenmutter angekommen.

    Es ist ganz wichtig, kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn sich eine Mutter dazu entscheidet, ihr Kind in die Krippe zu geben. Das hört sich so altmodisch an, aber es leiden leider viele Mütter unter diesem Syndrom – mich eingeschlossen. Liebe Mütter, quält Euch bitte nicht so. Ihr leidet darunter und ebenso Euer Kind.

    Meine persönliche Erfahrung

    Aufgrund unserer umzugsbedingten Wechsel habe ich mit meinen Kindern mehrere Eingewöhnungen durchlebt.

    Der Große ist mit 2,5 Jahren direkt in den Kindergarten gekommen. Wir wollten ihn nicht in die „Babygruppe“ mit seinen Zwillingsgeschwistern – damals 13 Monate alt – geben, weil wir dachten er wäre dafür schon zu groß.

    Im Nachhinein war unser Erstling in diesem Alter im Kindergarten ganz schön gefordert, wenn nicht auch anfangs überfordert. Da ist eine Krippe doch viel behüteter mit weniger Kindern in den Gruppen und mehr Erzieherinnen.

    Die Zwillinge mit ihren 13 Monaten haben es von Anfang an genossen, den vormittag außer Haus zu verbringen. Ich war mir wirklich unsicher, sie – vom Standpunkt meines Umfelds aus gesehen so früh – wegzugeben.

    Natürlich verunsicherten mich die Ansichten um mich herum noch zusätzlich. Doch mit meiner besonderen Situation mit 3 Kindern unter zwei Jahren brauchte ich einfach eine Pause: Ich war am Ende meiner Kräfte.

    Komisch – nicht vermisst zu werden

    Durch einen Zufall musste ich bereits in der ersten Woche der Eingewöhnung die Krippe verlassen, um meinen Mann zur Bahn zu bringen.

    Als ich an diesem zweiten oder dritten Krippentag voll schlechten Gewissens wiederkam, um meinen Kindern in der fremden Umgebung beizustehen, winkte die Kindergärtnerin ab: „Die beiden fühlen sich bestens – gucken Sie mal, wie die schön spielen, Sie brauchen erst in einer Stunde wiederzukommen!“

    Irgendwie komisch gar nicht vermisst zu werden, aber irgendwie wunderschön und erleichternd. Da wusste ich, die Kinder sind bereit und haben richtig Lust darauf, Neues zu entdecken. Ohne diesen Zufall hätte ich mich und damit auch meine Kinder sich wahrscheinlich viel schwerer getan mit dem Loslassen.

    Bei der zweiten Eingewöhnung nach einem Umzug etwa ein Jahr später – also mit knapp zwei Jahren, haben wir etwas ganz anderes erlebt. Lag es an meinem schlechten Gewissen, die Kinder nach dem stressigen Umzug erneut in eine unbekannte Umgebung zu geben. Vielleicht lag es aber auch daran, dass sie sich gerade mitten in einer Trotzphase befanden?

    Kein Bock auf eine neue Krippe

    Jedenfalls hatten die Kinder keinen Bock auf diese neue Krippe und haben sich immer wieder gegenseitig daran erinnert, es schrecklich zu finden. Wenn einer mal anfing zu spielen, brüllte der andere umso lauter bis sein Partner wieder mit einstimmte.

    Die Lösung war dann zum einen von Seiten der Krippe her getrennt mit den Kindern etwas zu unternehmen, etwa ein kleiner Spaziergang, um sich besser kennenzulernen. Zum anderen hat der Papa übernommen und indem ich raus war, lief alles bedeutend leichter.

    Die Phase der Eingewöhnung hängt von vielen Faktoren ab und ist daher kein wirklich guter Indikator, ob ein Kind das richtige Alter für die Krippe hat.

    Meinen Beobachtungen und Erfahrungen zufolge ist es aber schon so, dass die Kids mit 13 Monaten einfach in einem Alter waren, indem sie viel Spaß daran hatten, die Welt um sich herum zu entdecken. Da faszinierte sie jedes neue Spielzeug ebenso wie liebe Menschen.

    In der sogenannten Trotzphase, die verstärkt im dritten Lebensjahr auftritt, treten andere Dinge in den Vordergrund, etwa der eigene Willen. Das kann – wie in unserem Fall – mit der Eingewöhnung in die Krippe kollidieren, muss aber natürlich nicht.

    Fremdbetreuung im ersten Lebensjahr?

    Meiner persönlichen Meinung nach und entsprechend der Erfahrungen mit meinen eigenen Kindern und der befreundeter Mütter finde ich das Alter um 12 Monate herum perfekt für den Krippenstart. Früher hätte ich es nicht geschafft, meine Babys abzugeben.

    Zum einen wäre ich nicht gewillt oder bereit dazu gewesen, solange meine Stillbeziehung noch so intensiv war wie im ersten Lebensjahr. Mit dem Abstillen um den ersten Geburtstag herum, konnte ich dann auch loslassen. Die sehr innige Symbiose im ersten Lebensjahr zwischen Mutter und Kind lockerte sich und ich war bereit für Veränderung.

    Es gibt bestimmt Mütter, die das anders sehen und erleben und das ist auch gut so. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen: Nicht jeder Weg passt für jeden.

    Jede Mutter soll sich aber überlegen, ob sie sich eine Fremdbetreuung tatsächlich vorstellen kann und wenn ja, genau darüber nachdenken, wieviel Zeit in der Woche gut für sie und das Kind wäre. Es gibt ja sehr viele individuelle Lösungen, die im Einzelnen mit der Einrichtung abgesprochen werden können.

    Es ist auch sehr wichtig, genügend Zeit zum Ausprobieren und Eingewöhnen einzuplanen. Ohne Druck und Stress und mit dem Gefühl, zu wissen, was gut für einen ist, klappt der Übergang in diese neue Lebensphase bestimmt ganz wunderbar.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

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  • Wochenbett – Erfahrungsbericht: Vom Schwiegermutter – zum Traumwochenbett

    Wochenbett – Erfahrungsbericht: Vom Schwiegermutter – zum Traumwochenbett

    Wochenbett – Viktorias Geburt vor über fünf Jahren war eine kleine Herausforderung für unsere Nerven. Denn in einem Krankenhaus, in dem normalerweise elf Kinder im Monat das Licht der Welt erblickten, war Viktoria das elfte Kind an ihrem Geburts-Tag.
    Es wurde ein Notkaiserschnitt, da ihre Herztöne nicht mehr optimal waren, zudem lag sie damals quer im Bauch. Ein bisschen sah es auf vorher im Ultraschall aus, als würde sie unter einer Palme liegen;) Mein Frauenarzt schickte mich vorsichtshalber am späten Nachmittag, nach einem CTG bei ihm in der Praxis, in die Klinik.

    Da unter diesen Umständen keine natürliche Geburt in diesem Krankenhaus in Frage kam, wurde nicht viel diskutiert. Keine Stunde nach der Ankunft im Krankenhaus kam die Hebamme bereits mit den Thrombosestrümpfen ins Zimmer geflogen und machte mich OP-fertig.

    Der Notkaiserschnitt

    Der Kaiserschnitt lief für die Maus zum Glück super, sie war etwas blau aber ansonsten top fit und sofort neugierig auf die Welt☺. Um 22:26 Uhr war bzw. wurde sie „geschlüpft“. (Hier findet Ihr den entsprechenden Beitrag zu diesem Kaiserschnitt)

    Was mich betrifft, so war der Kaiserschnitt ein Horror. Ich hatte Schmerzen ohne Ende, was jedoch keiner außer dem Vater von Viktoria interessierte. Als ich anfing zu weinen, wurde es mit „typisch Mutter“ kommentiert. Und nach der OP vergaß man den Papa von Viktoria und mich im Kreißsaal, in den man mich schob, um von dort auf die Station verlegt zu werden.

    Erst nach drei Stunden kam eine genervte Schwester von der Station. Diese fragte ganz aufgelöst, was wir denn bitte im Kreißsaal machten und brachte mich um kurz nach zwei in mein Zimmer. Dort fingen heftige Schmerzen an und ich fragte nach einer Infusion.

    Die war aber nicht möglich, da kein Arzt sie verordnet hatte und alle Ärzte derzeit „ausgeflogen“ waren. Deshalb kam sie mit einem Paracetamol-Zäpfchen. Und um dieses zu verabreichen, warf sie mich auf den Bauch, indem sie das Betttuch mit einem Ruck auf Ihre Seite zog.

    Kurze Ohnmacht

    Ich war kurz ohnmächtig und kam nach einer Sekunde wieder zu mir. Mir liefen die Tränen über die Backe. Daraufhin kam der Kommentar des Jahrhunderts: „Zu einer Geburt gehören nun einmal Schmerzen, glauben Sie ja nicht, dass sie bloß wegen einem Kaiserschnitt drum herum kommen!“

    Meine Tochter sah ich das erste mal am nächsten Morgen um acht Uhr. Sie wurde mir gebracht und hatte in der Nacht schon drei Fläschchen Milch getrunken. Dabei hatte man mir versprochen, sie zum ersten Anlegen zu bringen, sobald sie hungrig ist.

    Wenn die Brüste gar nicht erst sprundeln

    Ich versuchte, auf Zurufen meiner Bettnachbarin, sie anzulegen. Das klappte absolut nicht. Ich hatte keine Ahnung, wie man das macht. Für alle, die sich wundern, was am Stillen so schwer ist: Die Kleine hatte durch die drei Flaschen keine Ahnung, was sie an der Brust denn bitte sollte. Zudem waren meine Brustwarzen alles andere als geeignet zum Stillen, was ich jedoch erst Wochen später erfuhr…

    Also fing das Kind an zu schreien. Sie hatte so einen Hunger, und auf mein Klingeln kam erst einmal über dreißig Minuten keiner ins Zimmer …

    Kurz bevor ich durchdrehte, kam der Papa von der Maus und stürmte auf die Babystation, wo er direkt eine Flasche in die Hand gedrückt bekam. Damit war uns erst einmal geholfen, das Mäuschen nuckelte seelenruhig ihre Flasche und lag von da an wie eine Königin auf meinem Bett.

    In den ersten drei Tagen kam keine Hebamme vorbei. Auch auf unser Nachfragen nicht.
    Um irgendetwas zu versuchen, damit ich vielleicht in ein paar Tagen stillen könnte, fing ich einfach mal an, Milch abzupumpen. Da kam allerdings nichts. Ein Tropfen war die ganze Ausbeute.

    Man sagte mir, dass sich mehr Milch bilden würde, wenn ich regelmäßig abpumpen würde. Also saß ich zehn Stunden am Tag vor der Milchpumpe.
    Es kamen pro Tag keine fünf Tropfen Milch und daran änderte sich leider auch nichts mehr…

    Das Wochenbett

    Nach der Entlassung begann das eigentliche Wochenbett.
    Wir wohnten bei meinen Schwiegereltern in Spe im Dachgeschoss. Und wie das Klischee es will, kam meine Schwiegermutter morgens nach oben und fegte mich aus dem Bett. Hier war staubzusaugen und dort der Boden zu wischen.

    Mein Baby nahm sie ständig und zog ihm erst einmal neue Klamotten an. „Das hier ist nichts für die Kleine!“, war ihr Standardsatz.
    Nach einer Woche öffnete sich die Naht der Kaiserschnittnarbe und ich wurde von meinem sehr, sehr einfühlsamen Frauenarzt in seiner Belegklinik stationär aufgenommen. Mit meinem Baby. Und was ab da an begann, könnt ihr Euch nicht vorstellen:

    Ein traumhaftes Wochenbett

    Man kümmerte sich rührend um uns beide. Wir hatten ein „Familienzimmer“, sodass niemand anderes ins Zimmer gelegt werden konnte und Viktorias Papa die Option hatte, dort zu übernachten.

    Wir hatten eine Kinderkrankenschwester für uns allein, da wir die einzigen mit Baby waren, bekamen alles, was wir auch nur andeuteten, und das Beste: Von Schmerzen war in dem Krankenhaus keine Rede mehr, denn wozu sollte man Schmerzen haben, wenn es doch so tolle Schmerzmittel gab?!

    Es wurden drei Wochen „Traum“ – Wochenbett“ in der Klinik, meine Mutter kam täglich vorbei, Viktorias Papa natürlich auch (der musste ja auch arbeiten). Und ich hatte Zeit für MICH und unser Baby.

    Ich las Bücher, Zeitschriften, und Facebook-Beiträge, nahm an Gewinnspielen teil, gewann eine CloudB Schildkröte (damals waren es nur elf Teilnehmer, da die Marke gerade erst auf dem Markt kam), gewann ein Eltern.de Gewinnspiel und lag oft nur im Bett und schaute meine wunderschöne Tochter an.

    Queen Viktoria zeigte ihre vorbildlichen „Manieren“

    Die Kleine trug übrigens zum Glück auf Ihre Art uns Weise hinzu: Sie schlief die Nächte durch!

    Und sie schrie fast nie. Nun gut, ich hatte ja auch genug Zeit, um ihre Bedürfnisse zu erspüren, aber sie hatte auch eine lustige Angewohnheit:

    Bevor sie anfing zu quengeln, räusperte sie sich ein paar Minuten lang!!! Die Krankenschwestern mussten sich ehrlich jedesmal „wegschmeißen“, wenn sie das Baby hüsteln hörten. So bekam Viktoria den Beinamen „Queen Viktoria“;)

    Wie ihr seht, hat mein damaliger Arzt mir eine Kehrtwende geschenkt. Von einem potentiellen „Horror“ – Wochenbett zum Traumwochenbett.

    Ich kann es jeder Mama empfehlen, noch BEVOR man einen körperlichen Grund bekommt (meine Naht, die sich öffnete), sich in gute Hände zu begeben. Heute würde ich vieles anders machen und wesentlich mehr auf meine Rechte pochen (vor allem in der Klinik, in der Viktoria geboren wurde).

    Aber man muss vieles erst lernen. Ich nehme die Erfahrung dankbar als Hinweis dafür, dass eine Mutter sich sehr viel um sich selber kümmern muss. Und nein, die Wohnung muss man nicht blitzeblank im Wochenbett halten.

    Wenn ihr dafür ein amtliches Schreiben braucht, stelle ich es Euch gerne aus 🙂

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

    Beitragsfoto: Mikhail Tchkheidze / shutterstock
  • Kliniktasche – Tipps was unbedingt hinein gehört

    Kliniktasche – Tipps was unbedingt hinein gehört

    Wenn der Geburtstermin immer näher rückt, ist es ratsam die Kliniktasche zu packen.

    Ich habe es beim ersten Kind wirklich auf die leichte Schulter genommen und wurde bitter böse überrascht als unsere Kleine schon in der 34. Woche zur Welt kam. Nichts war gepackt und der Mann zu Hause komplett überfordert. Dies sollte mir bei Kind Nummer 2 nicht passieren, deshalb packte ich meine Kliniktasche damals schon in der 32ten Woche.

    Egal, ob ihr euch für ein Geburtshaus oder ein Krankenhaus entscheidet. Generell würde ich euch empfehlen die Tasche ab der 32. Woche griffbereit irgendwo stehen zu haben. Das vermeidet unnötigen Stress, falls es doch mal früher losgehen sollte.

    Da ich bei meinem zweiten Kind wirklich auf Nummer sicher gehen wollte, habe ich doch glatt gleich 2 Kliniktaschen gepackt. Eine mit dem nötigsten Sachen und eine mit Wechselkleidung etc.  Falls ich doch ungeplant länger im Krankenhaus bleiben müsste. Insbesondere bei einem Kaiserschnitt, der bei mir geplant war, ist ein verlängerter Klinikaufenthalt üblich.

    Das wichtigste für die Kliniktasche:

    Dokumente:

    • Mutterpass
    • Versichertenkarte
    • Personalausweis, Stammbuch oder (bei Unverheirateten) Geburtsurkunde und, wenn vorhanden, Vaterschaftsanerkennung
    • Allergiepass
    • Einweisungsschein

    Falls ihr mit den Gedanken spielt Nabelschnurblut einfrieren zu lassen, dann solltet ihr zusätzlich das Entnahme Set sowie die Einwilligung in eure Kliniktasche legen. Informiert euch am besten vorher in Ruhe, ob dies für Euch in Frage kommt. Schließlich sind hier wichtige Stammzellen enthalten, die für eine Vielzahl an Therapien heutzutage genutzt werden können.

    Für Euch persönlich:

    • Kulturbeutel mit den wichtigsten Sachen: Shampoo, Duschgel, Bürste, Zahnpasta, Zahnbürste, Deo, Haargummis, Creme und alles, was ihr sonst auch im Bad und Toilette benötigt
    • Zwei bis Drei Handtücher, vor allem ein großes Badetuch
    • Drei bis vier Schlafanzüge, da gerade in der ersten Zeit des Milcheinschusses viel daneben gehen kann. Deshalb ist es besser lieber einen Schlafanzug zum Wechseln dabei zu haben. Ich fand die Schlafanzüge zum knöpfen besonders praktisch
    • Drei Still BH´s, probiert aber vorher, ob er gut sitzt und die ideale Größe hat, in diesem Zusammenhang unbedingt an eine Lanolinhaltige Salbe für empfindliche Brustwarzen denken
    • Bequeme Kleidung und Stillhemd, welche auch nach der Entbindung passt und nicht zwickt
    • Haussuche für die Gänge im Krankenhaus
    • Dehnbar Slips, in denen auch Einlagen genügend Platz haben. Achtet darauf, dass sie hoch geschnitten sind, denn nach einem Kaiserschnitt sind zu knappe Slips wirklich unpraktisch
    • Ein Nachtlicht zum Stillen in der Nacht, sowie Musik und Kopfhörer

    Besonders wichtig war für mich mein Handy Ladekabel und alle wichtigen Adressen und Telefonnummern auf einem Zettel. Denn so hat man auch bei leerem Akku die wichtigsten Telefonnummern zur Hand.

    Für die Entbindung

    Für eine entspannte Geburt sind persönliche Sachen immer sehr wichtig. So kann man leichter entspannen und vor allem loslassen. Daher fragt doch schon im Vorfeld, ob ihr eigene Bettwäsche, ein Stillkissen oder eine CD mit Musik mitbringen dürft. So fühlt ihr Euch gleich sicherer und nicht mehr so fremd im doch meist sterilen Krankenhauszimmer.

    Meine Empfehlungen für die Kliniktasche:

    • Ein bis zwei weite und bequeme T-shirts und Hosen. Hier achtet auf die Bequemlichkeit und nicht aufs Aussehen.
    • Dicke Socken, denn kalte Füße hemmen die Wehentätigkeit
    • Gegebenenfalls Badesachen, für Euch ein Bikinioberteil und für euren Partner eine Badehose, falls ihr eine Wassergeburt plant
    • Außerdem solltet ihr an etwas Süßes denken, Müsliriegel, Schokolade, Kaugummi oder Traubenzucker helfen den Hunger zu überbrücken, auch beim werdenden Papa
    • Wasser, Saft oder einfach euer Lieblingsgetränk am besten direkt mit Becher, Deckel und Strohhalm
    • Eventuell auch Wechselkleidung für den Partner, falls ihr gleich ein Familienzimmer beziehen möchtet

    Fürs Baby

    Nach der Entbindung steht natürlich euer Baby im Mittelpunkt. Die Erstkleidung bekommt es in der Regel vom Krankenhaus, aber spätestens bei der Entlassung solltet ihr passende Kleidung dabei haben. Deshalb packt auch für euer Baby genügend Kleidung in eure Kliniktasche. Das Wichtigste für die ersten Tage wären:

    • Kleidung für die Entlassung, Body, Strampler, Jacke (je nach Jahreszeit), Mütze, Spucktücher und eine Kuscheldecke
    • Für den Transport nach Hause braucht ihr eine Babyschale und gegebenenfalls einen Kinderwagen, wenn ihr zu Fuß nach Hause lauft

    Dies waren meine Sachen, die ich in meiner Kliniktasche hatte. Was ich Euch sonst noch empfehlen kann, sind 2-3 große Taschen für die Geschenke, die alle Freunde und Bekannte mitbringen. So könnt ihr gleich alles gut verpacken.

    Bei geplanten Geburten, wie zum Beispiel einen Kaiserschnitt, könnt ihr den Ablauf natürlich besser planen und alles einen Tag vorher nochmal checken. Bei spontanen Geburten ist dies natürlich nicht möglich. Aber stresst euch deswegen nicht, das wichtigste habt ihr mit dieser Liste auf jeden Fall dabei und wenn etwas fehlt, kann man dies auch am nächsten Tag besorgen. Auch die Krankenhäuser sind sehr gut ausgestattet und man kann fast überall Hygieneartikel oder auch Zeitschriften und Bücher kaufen, falls man doch mal was vergisst.

    Am besten packt ihr eure Kliniktasche mit eurem Partner zusammen, so weiß er auch gleich, wo sich was befindet und ihr könnt gemeinsam nochmals drüber schauen. Stellt die Tasche am besten Griffbereit in den Flur, somit kann man sie sofort mitnehmen.

    Ich kann euch nur noch einmal empfehlen, eure Kliniktasche schon ab der 32. Woche fertig stehen zu haben. Dies hätte mir beim ersten Kind wirklich sehr geholfen, denn somit hätte ich gleich alles im Krankenhaus gehabt.

    Eure Nicole (Babytalk-Autorin)

    Beitragsfoto: Kaspars Grinvalds / shutterstock
    Pinterest: & petrenkod G Images Pro (über Canva)
  • Erfahrungsbericht einer Leserin – zwei komplikationslose Geburten trotz Beckenendlage

    Erfahrungsbericht einer Leserin – zwei komplikationslose Geburten trotz Beckenendlage

    Nachfolgend findet ihr einen Bericht einer Babytalk-Leserin über ihre zwei komplikationslosen Geburten trotz Beckenendlage.


    Geburt meines ersten Sohnes aus Beckenendlage, BEL*

    Der Schock kam bei 36+2 als das CTG wehen aufzeichnete, also ins Krankenhaus. Da lag ich 3 Tage. Ab da durfte ich jeden zweiten Tag zum CTG und zur Kontrolle.

    Es war der 29.12.13

    Ab 36+2 immer wieder wehen. Am 28.12 war ich früh zur Kontrolle im Krankenhaus, und wurde heim geschickt mit den Worten:
    Kommen sie am 1.1.14 wieder dann beginnen wir mit dem Einleiten. Die Wehen sind nicht stark genug. 🙁

    Ok, also heim und die komplette Küche geputzt. Bis wir es uns abends auf dem Sofa bequem machten. Ich wollte eigentlich Abendessen machen, als es komisch knackte im Bauch und das Wasser sofort lief. Ich rief meinem Mann zu, dass mir die Fruchtblase geplatzt sei.
    So machten wir uns langsam auf denn weg ins Krankenhaus. 🙂
    Um 18.30uhr waren wir am Kreißsaal und die Ärztin wollte schauen ob es wirklich Fruchtwasser war, und ja, das war es. Da setzten dann auch die Wehen ein. 🙂


    Die Hebamme war selten da, aber mir ging es gut. Bei der dritten Presswehe wurde der Dammschnitt gemacht. Ich merkte ihn nicht. Und zwei weitere Wehen später, war mein Sohn da. 🙂 vom Platzen der Blase bis er da war vergingen nur 3 Stunden. 🙂
    55cm 3530gr 35cm ku

    Geburt des 2. Sohnes aus Beckenendlage

    Von Begann an, saß mein Sohn in meinem Bauch. Schnell stand fest, das er trotzdem spontan zur Welt kommen sollte bzw. wollte.
    Meine Hebamme arbeitet in einem Krankenhaus, in dem das noch gemacht wird.

    Bei 38+0 wurde versucht ihn von außen zu wenden. Aber es klappte nicht. Bei 38+2 hatte ich denn ganzen Tag immer wieder leichte und kurze Wehen. Aus Sicherheit rief ich abends meine Hebamme an, sie kam auch kurze Zeit später und schrieb CTG und schaute nach dem Muttermund. Dieser war bei 5-6 cm. Also fuhren wir ins Krankenhaus (35 min Fahrt).

    Um 22.00 Uhr waren wir im Kreißsaal, Muttermund bei ca 7 cm, die Wehen waren zu kurz und meine Hebamme gab mir ein Mittel, dieses half schnell und die Wehen wurden länger. Inzwischen kamen dann noch eine andere Hebamme und eine Hebammenschülerin.

    Meine Hebamme riet mir es im 4-Füsslerstand zu probieren und nach vielen probieren (Hocker, auf dem Rücken, seitlich liegend und am Tuch) fand ich es so am besten. 🙂 Sie lies mich das aber komplett allein entscheiden. Wofür ich ihr sehr dankbar bin.

    Sie massierte mir dabei den unteren Rückenbereich und tupfte irgendwelche homeopatischen Mittelchen auf denn Damm. 🙂 meine größte Angst war, das wieder ein Dammschnitt nötig wäre, aber das war nicht der Fall. 🙂

    Meine Angst vor einem Dammschnitt

    Als mein Sohn fast da war, sagte ich zu ihr, ich kann nicht mehr. Ich will jetzt einen Kaiserschnitt. Da lachte sie nur und meinte: nein, er ist gleich da. Sie nahm meine Hand und ich konnte schon das Köpfchen spüren.

    Nach zwei weiteren Presswehen war der Po meines Sohn da und eine Presswehe später kam der Rest von meinem Prinzen. Er schrie sofort und hatte super Werte. Er war ganz entspannt und überhaupt nicht gestresst von der Geburt.

    Es war 1.16 Uhr als er auf die Welt kam.
    Ich war stolz ihn trotz bel spontan auf die Welt gebracht zuhaben. 🙂 Ich würde mich immer wieder für eine solche Geburt entscheiden.
    Er war 57 cm groß und 3890 gr schwer und 35 cm ku und ich habe keine Verletzung davon getragen.

    Ich hoffe, ich kann mit meinen Berichten Mama’s Mut machen und zeigen das eine Geburt auch schön sein kann.

    Eure Angelika Müller (Babytalk-Leserin)

    *Ergänzungen der Redaktion

    BEL steht für Beckenendlage (Steißlage)

    Die Beckenendlage ist die häufigste Lageanomalie. Sie wird im Mutterpass mit Gravidogramm BEL (Beckenendlage) vermerkt. Es werden drei Beckenendlagen unterschieden:

    • eine reine Steißlage (das Ungeborene sitzt im Mutterleib und die Beine sind nach oben gestreckt)
    • die Steiß-Fuß-Lage (das Baby hockt im Schneidersitz )
    • die vollkommene Fußlage (die Beine sind nach unten gestreckt).

    Doch nicht immer laufen Geburten so „reibungslos“ ab. Hier findet ihr weitere Geburtsberichte, Hinweis der Redaktion.

    Beitragsfoto: FamVeld / shutterstock
  • *Werbung* Die Geschichte des beliebten Spielzeugherstellers Fisher Price

    *Werbung* Die Geschichte des beliebten Spielzeugherstellers Fisher Price

    Hallo Ihr Lieben,

    heute möchten wir Euch noch einmal in den letzten Atemzügen vor Weihnachten mit einem wirklich lustigen Video von Fisher-Price und schönen Erinnerungen an unsere eigenen Kindheits-Erinnerungen aufheitern.

    Das Spielzeug, das schon uns prägte

    Fangen wir doch einfach mal mit einer Frage an, bei der wir damit rechnen, dass sich viele Gesichter aufhellen werden:

    Wer kennt noch dieses witzige Zieh-Telefon aus der eigenen Kindheit? Bei uns in der Redaktion meldeten sich gleich mal drei von vier Kollegen 😉

    Fisher-Price Kinderspielzeug
    Fisher-Price Kinderspielzeug

    Das Telefon gibt es übrigens immer noch! Und auch die Wählscheibe blieb erhalten, da die Käufer sich vehement gegen die Änderung auf Wähltasten sträubten.

    Aber es ist auch einfach herrlich anzusehen!

    Der Markenname „Fischer Price“ setzt sich übrigens aus zwei Nachnamen der Gründer zusammen, zu denen auch Helen Schalle gehörte, die aber im Namen nicht auftaucht:

    Fisher-Price Kinderspielzeug

    Und so haben nun schon seit 87 Jahren die Spielzeuge aus dieser Firma die Kinderzimmer der Welt erobert.

    Jede Menge Lernspaß von Fisher-Price

    Spielzeuge sind natürlich vor allem zum SPIELEN da. Aber warum soll ein Kind nicht auch nebenbei ein paar Alltagssituationen mit dem Spielzeug üben? So entwickelte Fisher-Price im Laufe der Zeit viele niedliche, bunte, lustige, spannende und vor allem alles andere als langweilige Lernspaß-Spielzeuge.

    Das Hündchen ist übrigens das Markensymbol dieser Linie geworden:

    Fisher-Price Kinderspielzeug

    Wir mögen die traditionsbewusste Marke Fisher-Price sehr und haben nun noch dieses lustige Video für Euch, in dem natürlich das TELEFON nicht fehlen darf 😉 Sicher erkennt der oder die eine den oder anderen Charakterzug seines Kindes darin wieder.

    Liebe Grüße und viel Spaß beim Spielen:)

    Eure Babytalk-Redaktion

    Vielleicht schaut ihr auch nochmal auf unserem Beitrag „Kinderspielzeug zu Naturmaterialien“ vorbei, Hinweis der Redaktion.

  • Wochenbett: Erfahrungsbericht einer Leserin – Ein ganz „normales“ Wochenbett

    Wochenbett: Erfahrungsbericht einer Leserin – Ein ganz „normales“ Wochenbett

    Wir freuen uns Euch wieder einen Erfahrungsbericht von einer Babytalk-Leserin zum Thema Wochenbett vorstellen zu können.


    Warum heißt das Wochenbett Wochenbett?

    Ich hab mich immer gefragt, warum das Wochenbett Wochenbett heißt. Wenn man es nicht besser weiß, denkt man an stundenlanges Rumlümmeln im Bett und Kuscheln mit dem Baby, mit gelegentlichen Besuchen auf Toilette und dem Wickeltisch.

    Man bekommt auf einem Tablett das Essen vom Partner serviert und muss sich um nichts kümmern, außer um die eigene Erholung und das Bonding zwischen Mutter und Kind.

    Nun ja…wie gesagt…wenn man es nicht besser weiß…

    Wir kamen am späten Nachmittag aus dem Krankenhaus mit unserem frisch geborenen Baby zu Hause an und die erste Frage, die wir uns stellten: Und was nun?

    Man wird ins kalte Wasser geworfen. Egal wieviele Kurse wir noch in meiner Schwangerschaft besucht haben, es ist alles so fremd, wenn man bzw. frau selbst drinsteckt.

    Nachwirkungen und Schmerzen von der Geburt

    Ich hatte während meines gesamten Wochenbetts noch einige Nachwirkungen und Schmerzen von der anstrengenden und langen Geburt, so dass ich nicht 100% meiner Aufmerksamkeit meinem Kind widmen konnte, sondern ich mich selbst auch noch pflegen musste.

    Was auch einiges an Pflege bedurfte, waren meine wunden und verkrusteten Brustwarzen. Stillen ist nicht immer schön. Wenn ich auf die Uhr geschaut hab und 3 Stunden schon wieder ins Land gezogen waren, bekam ich schon wieder Schiss.

    Das erste Ansaugen tat dermaßen weh, dass mir Tränen in die Augen schossen und ich tiiieeef durchatmen musste. Irgendwann wurde es besser, aber es braucht lange, bis sich meine Brustwarzen daran gewöhnt hatten.

    Anfangs konnte ich tagsüber noch schlafen, wenn der Kleine in seinem Gitterbett im Wohnzimmer geschlafen hat, aber nach ein paar Wochen ging das nicht mehr. Er ließ sich nicht mehr ablegen. Sobald ich auch nur dran dachte, hatte er die Augen sperrangelweit offen. Ganz nach dem Motto: Denk gar nicht erst dran!

    Also war ich die meiste Zeit ans Sofa gefesselt und hatte den Zwerg auf mir liegen. Wenn ich notgedrungen auf Toilette musste und ich ihn abgelegt hab, ging das Geschrei los, bis er wieder auf meiner Brust lag. Durch diese Methode war ich ruckzuck wieder bei meinem alten Gewicht, weil ich in dieser Zeit kaum gegessen, noch getrunken hab.

    Geschrei an der Tagesordnung

    In den ersten Wochen war Geschrei an der Tagesordnung. Sicher wegen Bauchschmerzen … . Die Hebamme sagte, er müsse die lange und anstrengende Geburt noch verarbeiten. Ja…ich auch… . Ehrlich gesagt, ich weiß bis heute nicht, wann er weswegen geschrien hat.

    Drückende Socken, zu enge Windel, ein kratzendes Schild vom Body im Nacken … . Ich weiß es nicht. Irgendwann haben wir nach einem langen „Casting“ DEN Schnuller gefunden, womit sich einige Schreianfälle deutlich verkürzen ließen.

    Zum Glück hatte er den Tag/Nacht Rhythmus ganz schnell drauf und er schlief nachts ganz gut. Und zwar in seinem eigenen Bett, in seinem eigenen Zimmer. Heute mit 3 Monaten schläft er bis zu 10 Std am Stück. Und ich weiß gar nicht wohin mit all dem Schlaf.

    Zu erledigender Papierkram und mehr

    Was im Wochenbett das Entspannen zusätzlich noch unmöglich macht, ist der ganze Papierkram, wie Elterngeld- und Kindergeldantrag usw. Selbst um die Anmeldung in der Kita in einem Jahr muss man sich jetzt schon kümmern!

    Zum Glück hatten wir alle Anträge soweit es ging schon vor der Entbindung ausgefüllt, so dass wir nur noch die Geburtsurkunde und die Steuer ID hinzufügen mussten. Trotzdem musste alles vollendet, geprüft und abgeschickt werden, was Nerven raubt!

    Auf Besucher vorbereiten

    Apropos Nervenraubend: Der ganze Besuch, der sich ankündigte, um das Baby zu bestaunen. Es war immer das gleiche Schema. Ich musste schauen, wie der Stillrhythmus passte, so dass der Kleine pünktlich zum Erscheinen des Besuchs abgefüllt war, damit er ruhig war und im Idealfall schlief. Ich wollte meine Brust nicht unbedingt vor jedem offenbaren.

    Nichtsdestotrotz habe ich den Satz: „Ich muss gleich auch schon wieder stillen.“ des Öfteren benutzt, um den Besuch dezent wieder vor die Tür zu setzen. Aber man ist natürlich stolz auf das, was man da erschaffen hat und möchte sein Baby aller Welt zeigen. Was Kuchen und Snacks anbetraf, haben wir unseren Besuch meist drum gebeten was mitzubringen. Das hat wunderbar funktioniert.

    Während des gesamten Wochenbetts nur zuhause rumzuhängen, war auch nichts für mich. Trotz der körperlichen Einschränkungen hab ich früh versucht rauszukommen. Ob spazieren gehen, Freunde treffen (mit und ohne Baby) oder ein bisschen shoppen. Wenn mir die Decke auf den Kopf fiel, hab ich den Zwerg eingepackt und bin losgefahren. Zumal Autofahren eine sichere Methode war, um ihn zum Schlafen zu kriegen.

    Viele Grüße Eure Tamika (Babytalk – Leserin)

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  • Nachtschreck, was ist das, was können wir als Eltern tun?

    Nachtschreck, was ist das, was können wir als Eltern tun?

    Der Nachtschreck: In diesem Beitrag möchten wir Euch von schlaflosen und zuerst sehr beunruhigenden Nächten berichten, die wir mit Viktoria durchlebten. Stellt Euch folgendes Szenario vor.

    Szenario

    Viktoria schreckt einige Male in der Nacht wimmernd und weinend auf, klettert zu mir Mira ins Bett, kuschelt sich fest an mich und schläft direkt weiter.

    Meine Versuche, sie aufzuwecken sind erfolglos. Viktoria schläft trotz ihrer offensichtlichen Angst so tief, dass ich sie richtig gehend rütteln müsste, um sie zu wecken.

    Nachdem ich im Kindergarten den Tipp bekam, dass viele Kinder in Viktorias Alter an dem sogenannten „Nachtschreck“ leiden, habe ich mich darüber informiert und möchte Euch nachfolgend mitteilen, was ich darüber herausfinden konnte:

    Das Phänomen des Nachtschrecks?

    Das Phänomen des Nachtschrecks, der in der in Fachkreisen auch „pavor nocturnus“ genannt wird, kann ab dem ersten  bis zum 7. Lebensjahr vor allem bei Kleinkindern auftreten. Sie wachen häufig ca. 3 Stunden nachdem einschlafen auf und sitzen dann aufrecht, schreien oder weinend im Bett. In seltenen Fällen laufen sie sogar umher.

    Wie für mich sind diese Nächte mit Viktoria auch für viele andere Eltern eine höchst beunruhigende Erfahrung, auch wenn sie eher zu den harmloseren Schlafstörungen gehört. Wie gesagt, nur in Bezug auf die Kleinen und nicht auf uns Eltern.

    Ein Nachtschreck ist eine Störung des Schlafs, bei dem Euer Kind ca. 3 Stunden nachdem Einschlafen plötzlich aufrecht im Bett sitzt, weint, schreit, stöhnt oder murmelt. Die Augen hat es dabei meistens weit offen, ohne jedoch wirklich wach zu sein.

    Weil Euer Kind in einer Art Grauzone zwischen Schlaf und Wachsein festhängt, nimmt es Eure Anwesenheit nicht wahr und reagiert auf nichts, was Ihr tut oder sagt. Das gute an dem Phänomen ist, dass Eure Kleinen sich am Morgen an nichts erinnern.

    Wie häufig und wann tritt der Nachtschreck auf?

    Die Schlafstörung tritt zwischen 5 bis 30 Prozent der Kinder zwischen dem zweiten und siebten Lebensjahr auf. Je nachdem welche Studie man heranzieht. Sie kann aber auch durchaus bereits bei Einjährigen oder sogar bei Säuglingen vorkommen.

    Der Nachtschreck taucht häufig vor oder nach einschneidenden Erlebnissen auf, wie zum Beispiel dem ersten „bewussten“ Geburtstag: Viktoria wird übermorgen vier;) Oder nach aufregenden Tagen.

    Viktoria macht von ihrem 4. Geburtstag (selber) viele Entwicklungsschritte abhängig, obwohl von außen kein Druck auf sie wirkt … . Sie glaubt zum Beispiel an ihrem Geburtstag plötzlich körperlich GROß zu sein. Am Morgen ihres vierten Geburtstags schaute sie sich direkt ihre Beine an und war enttäuscht, dass sie nicht merklich gewachsen waren;)

    Zudem tritt der Nachtschritt häufig bei der Eingewöhnung in den Kindergarten (oder Kita) wie auch während der Einschulung auf.

    Besonders schlimm ist es für uns besorgte Eltern vor allem deshalb, weil wir eigentlich nichts machen können. Denn nichts hilft, weder beruhigendes Zureden, die Trinkflasche oder das geliebte Kuscheltier.

    Wie sollen uns beim Nachtschreck verhalten?

    Das „einzige“ was betroffene Eltern machen können, ist es, ihre Liebsten so entspannt wie möglich zu begleiten und vor „Verletzungen“ zu schützen. Denn es kann vorkommen, dass diese um sich schlagen oder sich herumwälzen.

    Egal was Ihr macht, es gibt nichts, was den Nachtschreck abkürzen könnte. Er dauert so lange, wie er dauert. Meistens ist es auch gar nicht so hilfreich, wenn wir sie berühren, ansprechen oder gar wecken, da sie in der Regel sowieso nicht darauf reagieren. Das Kind scheint regelrecht in seiner eigenen Welt gefangen zu sein. 

    Das Nachtschreck-Syndrom kann sich gelegentlich wiederholen, ist aber kein regelmäßig auftretendes Schlafproblem. Dass es bei Viktoria jetzt bereits mehrere Nächte hintereinander aufgetreten ist, ist eher selten.

    In der Regel wird diese Schlafstörung von Medizinern als harmlos eingestuft. Es besteht keine Gefahr von Folgeschäden für das Kind. Seid ihr aber trotzdem sehr besorgt, solltet ihr eure Ängste und Bedenken beim nächsten Kinderarzt-Besuch auf jeden Fall zur Sprache bringen.

    Ergänzung: Jetzt nach ihrem 4. Geburtstag und ihrer, wenn auch leicht enttäuschenden Erfahrung, dass sie immer noch „die gleiche“ ist, hat sich ihr Nachtschreck wieder gelegt.

    Was löst ein Nachtschreck aus und wie kann man ihn verhindern?

    Es gibt nichts, was einen Nachtschreck verhindern kann, u.a. weil man sich nicht einmal mehr sicher ist, was genau ihn auslöst. Feststeht, dass Nachtschrecken nicht bedeutet, dass Ihr Kind ein psychologisches Problem hat oder bedrückt ist.

    Wie oben bereits beschrieben können Nachtschrecken ihre Ursache in Stress oder Übermüdung haben oder aber von unregelmäßiger Schlafroutine oder mangelndem Schlaf kommen.

    Wie kann ich einen Nachtschreck von einem Alptraum unterscheiden?

    Im Unterschied zu einem Nachtschreck wird ihr Kind bei einem Alptraum wirklich wach. In der Regel kann es sich an seinen Alptraum erinnern und auch darüber sprechen. Zudem wird Ihre beruhigende Anwesenheit ihr Kind trösten können.

    Wissenschaftlich gesehen finden Alpträume in der Regel während der REM-Phase (Rapid Eye Movement) des Schlafes statt, das heißt in der Regel zwischen 2 und 6 Uhr morgens. Der Nachtschreck erfolgt dagegen oft in den ersten Nachtstunden, in denen das Kind nicht träumt.

    Ich hoffe, ich konnte Euch mit diesem Beitrag etwas beruhigen oder „vorwarnen“. Unter diesem Link findet ihr einen Erfahrungsbericht einer Babytalk-Leserin.

    Eure Mira (Babytalk-Redaktion)

    Beitragsfoto: Twin Design / shutterstock