Kategorie: Mama Talk

  • Der geniale Buggy „go“ von Phil&Teds

    Der geniale Buggy „go“ von Phil&Teds

    Ein Buggy, der mehr kann. Ist das inzwischen nicht schon eine als selbstverständlich geltende Anforderung an die rollenden Gefährten, die jede Familie bei der Suche nach dem geeigneten Buggy mitbringt? Muss heute der Buggy nicht schon mehr Funktionen haben, als das Auto von Papa? Oder ist neben der Funktionalität auch schlichtweg das Design eines der wichtigsten Merkmal?

    Wir haben uns auf den verschiedensten Baby-Messen für Euch ein Bild der vielen Buggies und Kinderwagen gemacht, und stellen Euch heute einen unserer ganz besonderen LIEBLINGE unter den Buggies vor:

    Der „go“ Buggy von Phil&Teds ist eine Mischung aus Funktionalitätsgenie und Purismus, der sich super gut für urbanes Terrain eignet. Seine kleinen Komforträder sorgen für ein leichtes Lenkmanöver. Außerdem stören sie nicht im zusammengeklappten Zustand durch ihre Größe. Sie haben zudem eine Eigenart, deren Wort uns sehr sympathisch ist: Sie sind „punktursicher“;) Also auch in Städten mit Kopfsteinpflaster und  spitzen Steinchen / Dreck auf dem Weg kein Problem.

    Wer mal „eben schnell“ noch etwas erledigen muss, hat mit dem „go“ einen Buggy, der sich ohne große Umstände in jede Situation integrieren lässt. Da er so handlich ist, erleichtert er jeden Weg mit Kind und spart so viele Nerven und Energien im Alltag von Eltern. Wir haben ja schließlich schon genug nerventreibende Umstände, die einem das Leben mit Kind unnötig verkomplizieren …

    Mutter setzt die Bremse beim Buggy go fest

    Dazu gehören auch Bremsen, die zu kleinen Alltagskämpfen animieren.  Beim „go“ kein Problem, die Bremse lässt sich mit wenig Kraft und auch ohne festes Schuhwerk einstellen.

    Da der Buggy selbst nicht einmal 5 kg wiegt, ist es möglich, ihn überall hin mitzunehmen.  Das Zusammenklappen ist super einfach und dank eines Tragegriffes ist er auch im zusammengeklappten Zustand angenehm zu tragen. Man kann ihn auch einfach hinter sich herziehen, was wir besonders praktisch finden.

    Das Design ist knallig und modern. Der Kern des Buggies ist immer schwarz gehalten, die Sitzgarnitur gibt es in rot, grün und gelb. Da hätten wir noch eine graue / anthrazitfarbene.  Option schön gefunden, da manche ja gerne nicht so bunt unterwegs sind. Aber da das Kind ja eh darin sitzt, und Kinder Farben lieben, ist es so wunderbar.

    Das Kind im Buggy

    Kommen wir nun zu dem wichtigsten Bestandteil im Leben eines Buggys: DEM KIND, welches im Buggy sitzt.

    Wir legen viel Wert auf Sicherheit, da in unserer Redaktion bereits viele Buggys im Alltag mit Kleinkindern getestet wurden. Und wir können ein Lied davon singen, welche Dinge alle von den Konstrukteuren gerne vergessen werden …

    Mutter sichert Kind im Buggy go

    Der „go“ verfügt über ein 5-Punktgurtsystem, welches nicht durch ein einfaches Knopfdrücken vom Kind geöffnet werden kann. Zudem ist der Bügel, welchen man ganz einfach entfernen kann, nicht so nah am Kind, dass er dieses einengt. Das Sonnenverdeck lässt sich durch einen Reißverschluss ganz nach Bedarf anpassen.

    Und natürlich kann man die Rückenlehne in eine Liegeposition einstellen. Es soll schließlich jedes Kind seinen süßen Träumen folgen dürfen, ohne dabei den Nacken zu verrenken.

    Wir sagen: Daumen hoch für den „go“ von Phil&Teds, und geben eine klare Kaufempfehlung an alle Eltern, vor allem denen, die in Städten wohnen. Ein Strandläufer oder Geländewagen ist der „go“ zwar nicht, aber dafür im urbanen Alltag ein freundlicher Butler.

    Wir wünschen allen aktuellen und zukünftigen Besitzern viel Spaß mit dem „go“.

    Übrigens findet ihr ihn hier, wenn ihr nun Lust bekommen habt, Euch selber ein Bild von ihm zu machen: Zum Onlineshop

    Eure Babytalk-Redaktion

    Fotos: von pussycatandbird-https://pussycatandbird.com/blogworld/

  • So könnt ihr euer Kind beim Arzt unterstützen

    So könnt ihr euer Kind beim Arzt unterstützen

    Mit Kind beim Arzt: Fremde Umgebung, ein fremder Geruch – und dann auch noch fremde Menschen, die einem viel zu nahe kommen: Kein Wunder, dass Babys und Kleinkinder sich in Arztpraxen nur selten wohlfühlen. Nachfolgend findet ihr Tipps, wie ihr euer Kind beim Arztbesuch unterstützen könnt.

    Doch Arztbesuche sind eben notwendig. Das gilt für die U-Untersuchungen, gegebenenfalls Impfungen und auch, wenn das Kind mal krank oder verletzt ist. Wir als Eltern können unsere Kinder liebevoll begleiten, indem wir ihnen Sicherheit geben und ihnen eine Stütze sind. Das geht in mehrerlei Hinsicht:

    -1- Auswahl des Arztes

    Kinder haben sehr feine Antennen: Sie spüren genau, wenn wir Vorbehalte gegenüber einem Arzt haben. Daher macht es Sinn den Arzt sorgfältig zu wählen. Bei der Auswahl ist es hilfreich darauf zu achten, dass sich der Arzt Zeit nimmt, vor der „Behandlung“ in direkten Kontakt mit dem Kind zu gehen. Dies ist für den Vertrauensaufbau sehr wichtig. Egal wie alt das Kind ist.

    Dass wir Eltern dem Arzt und seiner Expertenmeinung vertrauen, ist auch für unsere Kinder wichtig. Wer selbst mit einem mulmigen Gefühl zum Arzt geht, dem wird es schwerfallen, seinem Kind Sicherheit zu geben.

    -2- Vorbereitung auf den Arztbesuch

    Ein Arzt ist jemand, der es gut mit Dir meint, er will Dir helfen gesund zu werden (oder zu bleiben). Mit diesem Grundtenor sollten wir vor unseren Kindern über den Arzt sprechen.

    Wenn wir unseren Kindern außerdem vorher schon sagen, was ungefähr passieren wird, dann können sie sich darauf einstellen. Dass sich ein Kind bei der U-Untersuchung ausziehen muss, sollten wir ihm zum Beispiel unbedingt vorher schon sagen. Auch wenn es eine Spritze bekommen soll, ist das wichtig vorher zu wissen.

    Es kann auch helfen mit dem Kind und seinen Kuscheltieren oder Puppen die typische Untersuchungen und Behandlungen durchzuspielen.

    -3- Ich bin bei Dir

    In der fremden Umgebung der Arztpraxis tut es Kindern gut zu wissen, dass jemand da ist, dem sie vertrauen: Eltern oder zur Not andere Bezugspersonen. Wir Eltern sollten bestärken, Gefühle wahrnehmen und ein Wir-Gefühl schaffen.

    Das geht indem wir unseren Kindern zuhören, ihre Gefühle nicht kleinreden, sondern ernst nehmen und die klare Message senden: „Wir schaffen das gemeinsam“.

    -4- Gefühle zugestehen

    Eine Spritze ist nicht „nichts“. Und wenn Eltern sagen das tue nicht weh, dann lügen sie. Natürlich kann eine Spritze weh tun. Wer das abstreitet macht sich unglaubwürdig.

    Besser wäre es da etwas zu sagen wie: „Ich weiß, dass das unangenehm ist. Ich kann mich noch gut an meine letzte Spritze erinnern, das war ganz schön doof. Aber schau – es ist wieder verheilt. Bei Dir wird das genauso sein“.

    -5- Ich gebe Dir Sicherheit

    Natürlich könnten wir Eltern mitweinen, wenn das Baby eine Spritze bekommt. Besser ist es aber, sich nicht mit in die Opferrolle zu begeben, sondern auch hier Sicherheit zu geben:

    Gleich haben wir es geschafft! Wenn wir Eltern zögern oder selbst zurückweichen, sendet das falsche Signale. Besser ist es, entschlossen und klar Position zu beziehen.

    -6- Ich bleibe bei Dir

    In Krankenhäusern und auch in manchen Arztpraxen werden Eltern gebeten nach draußen zu gehen, wenn ihrem Kind Blut abgenommen oder ein Zugang gelegt wird. Das ging mir auch schon so. Beim ersten Mal habe ich es tatsächlich gemacht. Im Nachhinein bereue ich es sehr. Alle folgenden Male bin ich geblieben. Und zwar aus gutem Grund:

    In Momenten größter Not, in denen ihnen fremde Menschen Schmerzen zufügen, brauchen Babys und Kinder jemand Vertrauten um sich, der ihnen Halt gibt.

    Wenn man es als Eltern wirklich nicht aushalten kann, dass Kind leiden zu sehen, ist das vielleicht die beste Option den Raum zum Blut abnehmen zu verlassen.

    Und wenn möglich, ist es in diesem Fall hilfreich eine andere Vertrauensperson mit zu nehmen. Doch wir sollten uns auch ernsthaft fragen, ob es uns nicht doch möglich sein kann, unserem Kind beizustehen. „Egal was kommt: Ich lass Dich nie alleine“ – diese Message spüren schon die Kleinsten.

    -7- Ablenken

    Wenn es geht, dann ist Ablenkung nicht die schlechteste Strategie. Bei manchen Kindern hilft das ganz gut. Zumindest wenn es um kurze Schmerzen wie eine Spritze geht.

    Vorsicht ist allerdings geboten, denn die Spritze sollte natürlich nicht heimlich gegeben werden, sondern durch die Ablenkung einfach eine Nebenrolle erfahren.

    Wenn der Arzt eine kleine Geschichte erzählt oder das Kind in ein Gespräch verwickelt, dann konzentriert sich eben auch nicht alles auf die Spritze und die Situation wird entkrampft. Manchmal klappt es. Und manchmal nicht.

    Jedes Kind ist anders, manche sind sensibler, einigen machen geänderte Umstände wenig aus, manche sind zurückhaltend, andere selbstbewusst.

    So braucht jedes Kind eine etwas andere Begleitung. Aber der Grundtenor ist für alle gleich hilfreich: Ich bin bei Dir, wir schaffen das! Das brauchen Kinder – im Leben und auch in der Arztpraxis. Hier findet ihr einen ähnlichen Artikel „Der erste Besuch beim Zahnarzt„, Hinweis der Redaktion)

    Eure Katharina Müller-Sanke (Babytalk-Autorin)

    Werbung: Unser Buch

    Weitere Praxisbeispiele, wie ihr eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit begleiten könnt, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist:

    Beitragsfoto: REDPIXEL.PL / shutterstock
    
    Pinterest: REDPIXEL.PL & shironosov von G Images Pro (über Canva)
  • Sehnsüchte und Erwartungen an das zweite Kind

    Sehnsüchte und Erwartungen an das zweite Kind

    Das zweite Kind: Wir freuen uns Euch unsere neue Babytalk-Autorin Alina Stiehm vorstellen zu können. Sie bloggt unter Liebling ich blogge jetzt über das Leben mit zwei Kindern, Lebensfreude, Reisen, Mode und alles schöne dieser Welt. In diesem Beitrag schreibt sie über die Sehnsucht und die Erwartungen an ihr zweites Kind:


    Ich habe mir schon immer viele Kinder in meinem Leben gewünscht. Genau genommen war Drei, meine magische Zahl zum Glücklich sein. Als ich in relativ jungen Jahren, mit 24 mein erstes Kind bekam, änderte dies nichts an meiner Sehnsucht nach mehreren Kindern.

    Ich liebte die Zeit im Wochenbett ebenso, wie das erste Lebensjahr mit meinem Erstgeborenen. Einfach alles war rund um perfekt. Und doch: Bereits nach knapp einem Jahr stellte sich schon wieder die Sehnsucht auf ein zweites Kind ein.

    Ein zweites Kind

    Die Sehnsucht nach einem zweiten Kind wuchs. Ich war mir zu jener Zeit allerdings nicht bewusst, was ein weiteres Kind im Kreise unserer kleinen, noch unstabilen Familie für eine Bedeutung tragen würde. Das einzige, was ich wollte, war wieder die Babyzeit erleben zu dürfen, wie ich sie mit meinem ersten Kind bereits erleben durfte.

    Diese innige, verbundene Liebe wieder spüren dürfen. Alles neu macht ein weiteres Kind? Ist dem so? Stellt ein zweites Kind alles wieder auf Anfang?

    Zu unserer Freude wurde ich schnell wieder schwanger. Der Abstand meiner Kinder beträgt zweieinhalb Jahre. Für mich ist dies ein kurzer Abstand zwischen den Geschwistern. Vielleicht zu kurz, um wirklich sagen zu können, man habe die Zeit mit dem Erstgeborenen intensiv erlebt.

    Für die Kinder ist der kurze Abstand ein Traum. Geschwister bedeuten so viel. Eine Gemeinschaft. Kinder unter sich, das sind Dinge, die wir Erwachsenen Kindern nie geben könnten. Egal, wie sehr wir uns auch bemühen.

    Für mich als Mutter stellte sich mit der Geburt unseres zweiten Kindes eine Sehnsucht ein, die sich bis heute nicht erfüllt hat. Ich wünschte mir, dass mir genau die gleichen Emotionen, wie nach der Geburt des ersten Kindes zuteil werden würden. Aber, ist dies überhaupt möglich?

    Es ist nicht mehr so wie beim ersten Kind

    Heute weiß ich: Nein. Es ist eine ganz andere, neue Situation für Mütter, Väter und das erste Kind. Ich nenne es einmal so: Der alte Alltag, der muss weiterlaufen. Das große Kind muss zur Kita oder in die Schule. Seine Bedürfnisse müssen nach wie vor erfüllt werden. Ist das Baby am Schlafen, bedeutet dies nicht mehr Zeit für Mama, sondern Zeit für das Erstgeborene.

    Zeit, die wunderschön ist. Die einem einen neuen Blickwinkel schenkt. Und doch gelangt man nicht selten an seine physischen und psychischen Grenzen. Ich sehnte mir die Zeit zurück, in der ich stundenlang neben meinem Neugeborenen liegen durfte.

    Es einfach nur bestaunen und seinen Duft über Minuten inhalieren durfte. Diese Momente stellen bis heute ein so unermessliches Geschenk in meinem Leben dar. Sie stellten alles je dagewesene ins Nichts.

    Es brauchte eine Weile, bis ich mir klar wurde, dass ich diese unstillbar wirkende Sehnsucht wohl mit keinem weiteren Kind stillen würde können. So stark der Wunsch auch war.

    Das Leben mit zwei Kindern

    Heute bin ich im Frieden mit zwei Kindern in meinem Leben. Habe mich an den Umstand gewöhnt, dass wenn das eine Kind gerade zufrieden ist, sehr wahrscheinlich das andere etwas hat.

    Die Sehnsucht nach all der Zeit, die ich mit meinem ersten Kind hatte, ist abgeklungen, bzw. haben meine bezaubernde kleine Maus und ich Zeit für uns anders zu schätzen gelernt.

    Die Zeit mit meinem zweiten Kind ist so anders. So kurz. So intensiv. Unfassbar wundervoll auf seine ganz eigene Art. Zumindest sobald man sich von seinen Erwartungen befreit hat.

    Als ich diesem Umstand all seinen Raum gegeben habe, den man braucht, um sich der neuen Situation anzunehmen, war es plötzlich gar nicht mehr so schwierig, das Leben als Mama von zwei Kindern aus einem neuen Blickwinkel zu sehen, der nur einen Entschluss möglich werden lässt.

    Meine zwei Kinder sind das Beste, was mir je passiert ist. Genauso, wie es jetzt ist. Zu der Zeit, zu der sie kamen und mit all den Momenten, die sie mir, in der Zeit, die wir gemeinsam hatten und haben, schenkten.

    Am Ende ist es auf jeden Fall nicht schlecht, nur weil es anders als erwartet ist. Vielleicht liegt der Zauber gerade darin verborgen, dass es nicht genau dasselbe ist und wir lernen müssen mit neuen Situationen umgehen zu lernen, um glücklich zu sein.

    In diesem Sinne

    Eure Alina (Babytalk-Autorin)

    Beitragsfoto: Dean Drobot / shutterstock
  • Mein Kind isst mit den Händen statt mit dem Löffel

    Mein Kind isst mit den Händen statt mit dem Löffel

    Mit Löffel essen – Die Mehrheit der Babys beginnt irgendwann zwischen dem 5. und 7. Monat, feste Nahrung zu sich zu nehmen – das Kind entscheidet dabei, wann es sich fürs Essen interessiert.

    Am Anfang werden die Babys von den Eltern gefüttert, denn ein Säugling mit 4 oder 5 Monaten kann noch nicht mit einem Löffel essen bzw. ihn selbst halten und zum Mund führen.

    Das Essen mit dem Löffel und später mit der Gabel muss erst geübt werden. Gemäß dem bekannten Kinderarzt Remo Largo nimmt das Kind spätestens ab dem 6. Monat die Lebensmittel selbst in die Hand und führt sie zum Mund.

    Es erspürt sie, ertastet sie und erlebt das Essen so mit den Händen. Das ist ein wichtiger Entwicklungsschritt. Das Spielen mit dem Essen gehört zur gesunden Entwicklung der Babys. So erkundigen sie die Welt, mit den Händen, Fingern, dem Mund.

    Baby led weaning vs. Brei – selber essen oder mit dem Löffel?

    Einige Eltern geben anstelle von Brei Fingerfood – auch BLW Methode genannt – dabei essen die Kinder selbst, nehmen das Essen also selbst in die Hand und müssen nicht gefüttert werden.

    Diese Methode setzt meist voraus, dass das Kind weiches Gemüse wie Kartoffeln, Karotten selbst kauen und schlucken kann und nur kleine Mengen essen und daneben länger und öfter gestillt wird.

    Wie und wann lernt das Baby, mit dem Löffel zu essen?

    Je älter das Baby wird, desto mehr will es selbst machen. Es will selbst das Essen in den Mund schieben, oder auch selbst mit dem Löffel und der Gabel essen.

    Etwa mit 1 Jahr kann ein Kind erstmals aus der Tasse trinken oder versucht, mit dem Löffel zu essen. Dieser Schritt freut natürlich auch die Eltern. Auch wenn es am Anfang eine Sauerei gibt.

    Nun gilt es für das Kind: üben, üben, üben.

    Mit dem Löffel essen – Wie kann man sein Kind unterstützen kann

    Dem Kind beibringen kann man es nicht, aber Hilfestellungen können Eltern geben z.B. indem sie helfen, den Löffel richtig zu halten oder später die Gabel zur Nudel zu führen und wenn sie den Kleinen zeigen, wie man sie aufspiessen kann.

    Es ist dabei völlig normal, dass das Kind auch die Hände zu Hilfe nimmt. Dabei sollte man das Kind immer wieder ermuntern, es selbst zu probieren, auch wenn einiges daneben geht.

    Wenn man übt, sollte der Brei nicht zu dünnflüssig sein und die Lebensmittel zum Aufspiessen einfach sein (feste Kartoffelstücke, dicke Nudeln, Karottenstücke) – das führt zu Erfolgserlebnissen.

    Außerdem ist es wichtig, dass die Eltern oder Geschwister gute Vorbilder sind. Folgende 5 Punkte sind also wichtig:

    • Motivieren und Bestärken
    • Übung macht den Meister
    • Mithelfen, ausprobieren
    • Vorbildfunktion
    • Spaß dabei haben
    mit Löffel essen Kind isst auf dem Tisch sitzend

    Gründe, wenn das Kind nicht mit dem Löffel essen will

    Während des zweiten Lebensjahres eignen sich die Kinder gemäß Remo Largo die Esstechniken der Eltern an. Das Kind muss nicht zum Essen erzogen werden, es reichen gute Vorbilder, sagt Largo.

    Die Kinder lernen also allein durch unterstützende Nachahmung mit Löffel und Gabel zu essen. Dabei ist das Kind selbst stolz, wenn es beherrscht, eine Nudel auf die Gabel aufzuspiessen.

    Doch es kann auch vorkommen, dass ein Kind plötzlich wieder Phasen hat und viel mehr mit der Hand isst. Außerdem sind Kinder in unterschiedlichem Alter bereit, den Löffel zu verwenden. Einige können und wollen es schon mit 1 Jahr, andere erst mit 1.5 Jahren.

    Die Gründe für das Nicht-mit-dem-Löffel essen können vielfältig sein.

    • Erstens sollte man sich bewusst sein, dass ein Kind immer Phasen hat, indem es Neues ausprobiert und vielleicht in der Entwicklung mal zurück fällt (in den Augen der Eltern).
      Mit der Hand zu essen ist ja grundsätzlich etwas ganz Natürliches. Auch wir essen Brot, Pizza oder Falafel von Hand. Und in einigen Kulturen verzichtet man ganz auf Besteck.

    Zudem macht es ja auch Spass, von Hand zu essen, die Nahrungsmittel zu spüren, oder auch mal auf dem Tisch zu verstreichen.

    • Wenn das Kind noch in der Breiphase ist, hat es vielleicht das Gefühl, es bekommt zu wenig, wenn es selbst isst. Die Eltern können hier unterstützen und mit einem zweiten Teller zu füttern.
    • Vielleicht hat das Kind aber auch einfach nur noch Probleme, allein mit der Gabel zu essen und braucht Hilfe – deshalb isst es mit der Hand. Eltern sollten hier geduldig sein, das Kind beobachten und wenn sie sich wirklich sorgen, eine Fachperson oder den Kinderarzt fragen.
    • Eltern und größere Geschwister essen oft mit der Gabel, vielleicht möchte das Kleinkind auch nicht mehr mit dem Löffel, sondern mit einer Gabel essen. Gegen Ende des 2. Lebensjahres beherrschen dies Kinder ganz gut und können meistens sowohl mit Löffel als auch mit Gabel essen.
    • Es könnte aber auch sein, dass das Kind keinen Hunger mehr hat. Oder es befindet sich in der Autonomiephase.
      Vielleicht könnte es auch helfen, mit dem Kind neues Besteck auszusuchen, denn vielleicht kommt es mit dem bisherigen Löffel oder der Gabel nicht zurecht.
    • Und was, wenn das Kind kein Gemüse mag? Das ist grundsätzlich nicht schlimm, man kann Gemüse gut verstecken (in Saucen, Omeletten, Puffern).
      Wichtig ist dabei: das Kind sollte nie zum Aufessen gezwungen werden!

    Tischregeln für Kinder – ab wann gelten sie?

    Und wie ist es mit den Tischregeln?

    Weniger lustig ist es sicher, wenn das eigene Kind plötzlich nicht mehr mit Löffel oder Gabel essen will und man z.B. in ein Restaurant will, oder Gäste hat. Oder wenn es dort alle 5 Minuten vom Tisch geht und wieder hoch will.

    Bei einem Kind ab 2 Jahren dürfen die Eltern dem Kind sagen, dass sie etwas nicht gut finden, z.B. wenn Essen auf dem Boden landet. Und sie dürfen die Regeln am Esstisch durchsetzen, die für sie als Familie wichtig sind.

    Aber auch dabei ist Humor häufig sehr hilfreich. Zum Beispiel in dem man auf ein Malheur mit einen Kommentar wie «da hatte der Tisch oder Fußboden wohl Hunger bzw. Durst.» Die Gefahr, dass Kinder dies dann länger als Spaß ansehen, ist hier unbegründet.

    Am wichtigsten ist schlussendlich am Familientisch, dass die Eltern Vorbilder sind (kein Handy am Tisch, kein TV zum Essen etc.). Und das Essen mit Löffel und Gabel werden alle Kinder früher oder später lernen, das ist sicher, denn die Eltern machen es ja vor.

    Die wichtigste Aussage von Remo Largo gibt hier ein gutes Schlusswort ab: Essen sollte ein Genuss sein und nicht als Erziehungsmittel missbraucht werden.

    Eure Moana (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Sylvie Bouchard / shutterstock
     Foto 2: A_Lesik / shutterstock
  • Alles Liebe zum Vatertag und danke, dass Du für mich auf Mama verzichtest

    Alles Liebe zum Vatertag und danke, dass Du für mich auf Mama verzichtest

    Lieber Papa, ich möchte Dir ganz doll Danke sagen, für alles was Du für mich getan bzw. durch mich verzichten musstest.

    Das fing ja schon sehr früh an, noch bevor ich auf der Welt war, musstest Du mehr oder weniger „freiwillig“ eine Nebenrolle in meinem und Mamas Leben einnehmen. Mal abgesehen von meiner Zeugung.

    Die Du meiner Erinnerung nach sehr genossen hast. Und wodurch Du mich schon auf das Paaren sehr neugierig gemacht hast. Dein Brunftverhalten hat mich allerdings nicht so sehr überzeugt. Da muss ich mir wohl selber etwas ausdenken.

    So musstest bereits kurz vor meiner Geburt auf viel Nähe und  Liebkosungen von Mama verzichten. Als ich dann klein war, musstest Du in der Nacht das Bett nicht nur mit Mama, sondern auch mit mir teilen. Und dann warst Du es, der meistens meine Füße in seinem Gesicht hatte.

    Das Wild erlegen

    Zudem stehst Du auch noch jeden Tag früh auf und gehst in diese verrückte Welt, um für uns das Wild zu erlegen und uns vor dem bzw. denen zu schützen. Wobei ich mich auch über eine Zeit mit Dir allein zu Hause und Mama auf der Jagd gefreut hätte. So werden wir diese gemeinsame Zeit hoffentlich später nachholen.

    Ich möchte Dir ein ganz großes Lob aussprechen. Wenn Du nach getaner Jagd „mit dem erlegten Wild“ nach Hause kommst, bleibst Du meistens selbst dann noch ruhig, wenn Mama Dich genervt darauf hinweist, dass Du dir die Füße nicht richtig abgeputzt hast. Das finde ich wirklich ungerecht und das werde ich Mama auch sagen, wenn ich mal groß bin.

    Wenn Du es dann schadlos durch die Schuhkontrolle geschafft hast, bekommst du den ganzen Stress den Mama mit mir und ihrer Schwiegermutti hatte, zu hören. Das Du danach immer sehr ko bist, kann ich gut verstehen.

    Deine Mutti ruft aber auch fast stündlich an um Mama zu sagen, was sie mit mir machen soll, anstatt mich einfach mal an Mamas prallen Busen Schreien oder Schlafen zu lassen. Du glaubst gar nicht wie toll sich das anfühlt ;-( Und wie süß das Frischgezapfte schmeckt. Prost.

    Wenn groß bin, werde ich mich für deine Anerkennung einsetzen.

    In diesem Zusammenhang könnte Euch unser Beitrag „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein umso mehr“ (Hinweis der Redaktion).

    Dein Finn (Babytalk – Charmeur)

    Beitragsfoto: Halfpoint / shutterstock
    Pinterest: MCarper & Halfpoint / shutterstock
  • Warum ich mir so sehr eine Hausgeburt gewünscht hätte

    Warum ich mir so sehr eine Hausgeburt gewünscht hätte

    Für mich waren meine Krankenhausgeburten traumatisch. Vor allem die erste war ganz anders als ich mir das vorgestellt habe. Ich hätte gerne eine Hausgeburt gehabt.

    Das haben wir uns aber nicht getraut, da wir zu der Zeit 30 km vom Krankenhaus entfernt in den Bergen lebten.

    Ich kaufte mir also die Hebammensprechstunde von der Allgäuer Hebamme Ingeborg Stadelmann und bereitete mich voller Freude und Zuversicht auf die Geburt vor.

    Die Schwangerschaft war super und als ich im Krankenhaus ankam, war der Muttermund schon 3 cm weit geöffnet. Ich hatte schon die ganze einstündige Fahrt ins Krankenhaus auf dem Land Wehen. Anders als gedacht befanden wir uns nämlich doch nicht in in der Großstadt am alten Wohnort. Alle im Krankenhaus Anwesenden gingen sofort von einer Blitzgeburt aus.

    Entbindung im Krankenhaus

    Zuerst war alles gut. Ich ging in die Gebärwanne, bekam Musik und Duftlampe. Als mir aber an den Schultern kalt wurde, wollte ich aus der Wanne raus.

    Nicht wissend, das ich damit mein Los beschieden hatte und damit den normalen Krankenhaus-Geburt-Rhythmus wählte. Ich wurde zu diesem (Gynäkologen-) Stuhl geführt und kam mir vor wie ein Lamm das zur Schlachtbank geführt wird.

    Ich hatte das Gefühl totaler Ohnmacht, mein Freund war ebenso hilflos und aufgeregt. Als die recht junge Hebamme meinte, die Fruchtblase würde jetzt zum Platzen gebracht werden, wagte ich zu widersprechen.

    Alles was ich darüber gelesen hatte, war negativ. Sie ging zur Ärztin und die sagte dasselbe. Ich wusste nicht, wie ich mich wehren sollte.

    Ich dachte, dass man der Gebärenden Zeit lassen sollte, wie lange sie eben braucht. Nachdem die Fruchtblase nun geplatzt war, wurde nichts besser. Mein Sohn, der einen großen Kopf hat, stieß nun ohne Puffer wieder und wieder auf mein Schambein.

    So schmerzhaft, dass ich um eine PDA bettelte. Aber liebe Frau x, sie haben es doch bald geschafft. Irgendwann kapierten auch Hebamme und Ärztin, dass es sich „bloß noch um Stunden handeln“ konnte und gaben mir die PDA.

    Das Trauma

    Angekommen waren wir im Krankenhaus um 1.30 nachts und geboren wurde unser liebes Kind gegen 11 Uhr vormittags. Mehrere Stunden war es ohne Fruchtblase, bis es mir irgendwann doch gelangen ihn – mit Dammriss – herauszupressen.

    Nach einigen Stunden wurde er mir weggenommen – Neugeboreneninfektion. War daran wohl die Zeit ohne Fruchtblase schuld? Das ist zumindest meine Meinung.

    Die folgende Woche in der Klinik war richtig schlimm. Da wir auf der Intensivstation waren wegen der Antibiotika und der Infektion mussten wir uns auch deren Gepflogenheiten und Regeln unterwerfen.

    Das Kind musste vor und nach jedem Stillen gewogen werden, auch wenn es dann wieder aufwachte. Sicher wichtig bei Frühchen und Babys die zu wenig trinken.

    Mein Wonneproppen wog von Anfang an 3.700 g und schmatzte beim Trinken an der Brust, weil er die viele Milch gar nicht schnell genug wegschlucken konnte.

    Erst nach Tagen hatten die Schwestern erbarmen und erließen mir die Wiegepflicht, die angesichts dieses gut genährten Kerlchens geradezu wie pure Ironie anmutete. Endlich durften wir heim und alles wurde besser.

    Dennoch blieb unser Schatz für 3 Monate lang ein Schreikind. Tagsüber war er glücklich und zufrieden bis es 18 Uhr wurde. Dann weinte er drei Stunden lang und nichts konnte ihn vom Schreien abhalten.

    Ich lasse diesen 1. Teil meiner Geburtserfahrung jetzt einfach so offen stehen. Sie enthält meine Meinung und meine persönlichen Empfindungen. Ich beschreibe darin das, was ich bei meiner ersten Geburt gefühlt habe.

    Das mich diese Erfahrung traumatisiert hat, habe ich erst in den Wochen nach der Geburt gemerkt.

    Erneut verarbeitet und reflektiert habe ich das Erlebte, als ich dann nur 10 Monate später wieder schwanger war und mich auf eine Zwillingsgeburt vorbereitete. 16 Monate nach unserem starken Erstgeborenen haben wir unsere Zwillinge per Kaiserschnitt begrüßen dürfen.

    Teil 2: Die Geburt der Zwillinge

    Ich wünschte mir nichts sehnlicher, als einmal eine Hausgeburt erleben zu dürfen. Das ging jetzt wieder nicht. Zumindest in Österreich sind Hausgeburten bei Zwillingen nicht erlaubt.

    Deutsche Hebammen gibt es auch nicht viele, die das übernehmen.

    Wir zogen zwar gerade wieder an den Chiemsee, aber bald schon kam die Nachricht, das eines der Kinder verkehrt herum lag. (Sorry, dass ich die ganzen Fachausdrücke nicht mehr weiß.)

    Wie sich zeigte, war es jetzt nicht mal mehr leicht, eine Klinik zu finden, die nicht von vornherein eine normale Geburt ausschloss!

    Das ärgert mich maßlos. Kein Wunder, wenn das Wissen darüber, wie es geht, ein Kind normal auf die Welt zu bringen, weniger und weniger wird.

    Wenn Ärzte ihrer Chance beraubt werden, ihren medizinischen Erfahrungsschatz bei natürlichen Geburten zu erweitern/bereichern, die Hebammen in der Ausübung ihres Berufs geradezu staatlich sabotiert werden, was bleibt dann noch für Deutschland? Der Kaiserschnitt.

    Kaiserschnitt verordnet

    Ich wehrte mich dagegen, als das erste Krankenhaus sagte, Beckenendlage bei Zwillingen macht nur noch der Chefarzt und der ist im August in Urlaub! Na dankeschön: Diesen Satz bekam ich in Rosenheim und in München Großhadern zu hören!

    Das Kind schlug übrigens während der gesamten Schwangerschaft Purzelbäume. Verkehrt herum in der 14. SSW heißt ja keineswegs, dass es immer so bleiben muss.

    Ich wollte aber unbedingt natürlich entbinden und fand schließlich ein kleines privates Krankenhaus.

    Ich hatte Glück, denn meine damalige Frauenärztin war dort Belegärztin.

    So fühlte ich mich diesmal viel sicherer. Ich vertraute ihr und hatte das, was ich schon bei der ersten Geburt gebraucht hätte und mir nach der ersten Erfahrung jetzt sehr wünschte.

    Eine Fachkraft, von der ich wusste, die kommt ins Krankenhaus, wenn es los geht und ist bei mir.

    Dass es dann doch ein Kaiserschnitt wurde, war für mich übrigens überhaupt nicht schlimm. Ich musste zwei Wochen vor Entbindungstermin in die Klinik – es sollte losgehen.

    Für eine Zwillingsschwangerschaft ist zwei Wochen vor ET geradezu grandios und ich hatte einen megagalaktischen Bauch. Es war Sommer, es war heiß, ich freute mich, dass es losgehen sollte.

    Ernst genommen fühlen

    Die Ärztin gab mir Globuli und wir versuchten allerlei, um die Geburt natürlich einzuleiten. Bei einem entspannenden Bad drehte sich der Purzelbaumkandidat schwupps noch mit dem Kopf nach unten.

    Alles schien zu passen. Ich bekam wehenfördernde Mittel. Es ging los. Doch plötzlich hatten die Kinder keine Lust mehr. Das Baby, das sich seit Wochen in der Pole Position befand, schwamm wieder nach oben. Jeder schien abzuwarten und „Bitte nach Dir!“ zum anderen zu sagen.

    Wir brachen ab.

    Die Ärztin sagte mir eine Yogaübung, die ich bis nächsten Vormittag praktizieren sollte. Manchmal würden die Kinder dann wieder in die richtige Position rutschen. Als sich nichts getan hatte bis zum nächsten Mittag, entschieden wir uns gemeinsam für einen Kaiserschnitt.

    Versteht ihr, warum ich mit dieser Entscheidung gut leben konnte? Ich wurde von Anfang bis Ende in die Entwicklung der Geburt mit einbezogen. So fühlte ich mich ernst genommen, mit all meinen Wünschen und Ängsten.

    Auch hier musste ich eine Woche in der Klinik bleiben. Auch hier durfte ich nicht von Anfang an permanent bei den Kleinen sein.

    Ein Kind brauchte Sauerstoff und den zweiten ließ man aus Solidarität beim Geschwisterchen. Immerhin kam man auf die Idee, den Kindern ein gebrauchtes T-Shirt ins Bettchen zu legen, damit sie den Mama-Geruch bei sich hatten.

    Ein Kind durfte ich von Anfang an stillen, das zweite ab dem zweiten Tag. Immerhin. Manchmal kommt eben nicht alles so, wie man es sich wünscht. Ich durfte auf einem Sessel in der Neugeborenenstation sitzen und konnte mit Hautkontakt kuscheln.

    Schade, fand ich auch, dass bei einem Kaiserschnitt, das Kind nicht gleich trinken darf. Ich wollte dem ersten gleich die Brust geben, aber da wurde mir das Kind weggenommen, um es zu versorgen. Ist das wegen der sterilen Umgebung? Ich habe keine Ahnung, aber ich empfand es damals als gemein.

    Aber wie gesagt, ich bin sehr dankbar, dass diese zweite Geburt so verlaufen ist. Sie hat mich ein wenig zumindest mit meinen Geburtserlebnissen versöhnt.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: In The Light Photography / shutterstock
  • Pollenallergie in der Schwangerschaft

    Pollenallergie in der Schwangerschaft

    Allergien in der Schwangerschaft sind leider nichts Seltenes. Die häufigste aller Allergien ist die Pollenallergie. Es kommt sogar vielfach vor, dass sich eine Allergie zum ersten Mal in der Schwangerschaft zeigt. Mühsam ist leider, dass gewisse Medikamente in der Schwangerschaft tabu sind.

    Aber was ist eine Allergie überhaupt?

    Welche Symptome hat man bei einer Pollenallergie und was kann in der Schwangerschaft dagegen unternommen werden?

    Eine Allergie tritt auf, wenn das Immunsystem einer Person auf Substanzen in der Umgebung reagiert. Diese Substanzen sind als Allergene bekannt und finden sich vor allem in Hausstaubmilben, Haustieren, Pollen, Insekten, Zecken, Schimmelpilzen, Lebensmitteln und einigen Medikamenten wieder.

    Wenn ihr gegen eine bestimmte Substanz allergisch seid und damit in Kontakt kommt, tritt eine allergische Reaktion auf. Dies beginnt, wenn das Allergen (zum Beispiel Pollen) in den Körper eindringt und eine Antikörperreaktion auslöst.

    Die Antikörper heften sich an spezielle Zellen, sogenannte Mastzellen. Diese reagieren, indem sie bestimmte Substanzen freisetzen, sobald die Pollen mit den Antikörpern in Kontakt kommen. Eine dieser Substanzen ist Histamin. Dieses löst Schwellungen und Entzündungen aus.

    Bei der Pollenallergie sieht das so aus. Allergene werden durch euch eingeatmet. Dies bewirkt die Freisetzung von Histamin. Dieser Stoff lässt die Schleimhaut eurer Nase viel Schleim produzieren, so dass diese anschwillt und sich entzündet.

    Es sorgt dafür, dass eure Nase läuft, juckt und heftiges Niesen auftritt. Oft beginnen auch die Augen an zu jucken und zu wässern. Eine Pollenallergie kann extrem unangenehm sein. Da eure Nasenschleimhäute in der Schwangerschaft hormonell bedingt schon eher erschlafft sind.

    Was hilft bei einer Pollenallergie?

    Achtet darauf, eure Fenster nur zum Lüften zu öffnen, um nicht dauerhaft Pollen in die Wohnung zu lassen. Hilfreich ist es auch sich am besten täglich die Haare zu waschen und regelmäßig Nasenspülungen vorzunehmen. Da sich dort viele Pollen festsetzen. Fürs Auto gibt es sogar spezielle Filter, um das Eindringen von Pollen zu reduzieren. Alternative Methoden, wie Homöopathie oder TCM können auch gut helfen.

    Verwendet Anti-Histamin nur nach Rücksprache mit eurem Arzt, da gewisse Präparate schädlich fürs Baby sein können.

    Niedrig dosierte Cortison Nasensprays könnt ihr jedoch ohne Bedenken anwendet. Das Cortison wirkt auf die Nasenschleimhaut entzündungshemmend und abschwellend. Es wird direkt von der Schleimhaut aufgenommen und geht nicht in den Blutkreislauf über. Ideal wäre es, wenn ihr euch vor der Schwangerschaft einer Allergen-Immuntherapie unterzieht.

    Die Immuntherapie basiert darauf, dass euer Körper über einen längeren Zeitraum minimale Dosen von gewissen Allergenen ausgesetzt und dadurch desensibilisiert wird. Der Körper „lernt diesen Stoff kennen“ und stuft ihn nicht mehr als gefährlich ein. So lernt er, wie er auf diesen am besten reagiert.

    Euer Immunsystem reagiert danach nicht mehr mit unangenehmen Symptomen auf die Allergene. Wichtig ist, dass die Symptome für eine Schwangere erträglich gemacht werden.

    Dies kann mit alternativen Methoden wie Homöopathie, Akupunktur oder doch der Schulmedizin erreicht werden. Die Methode spielt dabei eine Nebenrolle. Hauptsache es wirkt ohne dabei dem Ungeborenen zu schaden.

    Liebe Grüße Dayo (Hebamme)

    Beitragsfoto: Ocskay Mark / shutterstock
  • Reboarder – fährt Dein Kind schon rückwärtsgerichtet?

    Reboarder – fährt Dein Kind schon rückwärtsgerichtet?

    Sicherlich habt Ihr das Wort Reboarder auch schon gehört. Das ist ganz einfach ein rückwärtsgerichteter Kindersitz. Als ich vor 5 Jahren für meine Tochter den Nachfolgesitz nach der Babyschale kaufen wollte, war ich zum ersten Mal auf das Thema Reboarder aufmerksam worden. Für mich war dann auch gleich klar, dass es so einer sein muss. Ich erkläre Euch, warum.

    Vor 5 Jahren gab es bei uns genau einen einzigen Laden, der dann auch nur ein einziges Modell eines rückwärtsgerichteten Kindersitzes führte. Das hat sich mittlerweile zum Glück geändert:

    Reboarder haben stark an Bekanntheit gewonnen, nicht zuletzt vermutlich dank einiger weniger Eltern, die sich dafür stark gemacht haben. Auch ich habe sicher eine ganze Handvoll befreundetet Mamas davon überzeugen können.

    Dabei sollte man sich nicht fragen, warum es ein Reboarder sein muss, sondern, warum sie nicht Standard sind, denn wenn wir einen Blick über die Grenzen wagen, ist Rückwärtsfahren, je nach Land, bis zum 15. Lebensmonat oder länger Pflicht und Reboarder selbstverständlich.

    Reboarder – Die sicherste Wahl

    Warum? Weil sie ganz einfach die sicherste Wahl sind, wenn es um Kinder im Auto geht, auch wenn er in seltenen Fällen zu Verletzungen von Kindern führt, die mit einem vorwärtsgerichteten Kindersitz nicht passiert wären.

    Nichtsdestotrotz passieren diese in wesentlich seltener. Niemand stellt in Frage, dass Babys in der Schale rückwärtsfahren, warum also nicht auch ältere Kinder bis zum 3./4. Lebensjahr? Denn so lange dauert es, bis die Proportionen etwas ausgeglichen sind.

    Je jünger das Kind, desto schwerer und größer ist ihr Kopf im Verhältnis zum Körper – und damit besteht immer eine große Verletzungsgefahr für den Hals-/Nackenbereich, wenn es zu einem Aufprall/Unfall kommt.

    Über 80% kleiner ist die Verletzungsgefahr bei einem Unfall wenn das Kind rückwärts statt vorwärts fährt.

    Es lohnt, sich auf einer entsprechenden Seite (siehe Verlinkung) über das Thema zu informieren. Dort findet man neben Infos zur Entscheidungshilfe auch Links zu Beratern, Händlern etc.

    Ein Unfall ist schnell passiert und die Sicherheit meiner Kinder steht vermutlich nicht nur für mich an erster Stelle, weshalb ich damals keinen Moment zögerte.

    Erstmal fuhr meine Tochter so lange in der Babyschale bis sie mit dem Kopf oben „anstieß“ (mit ca. 15 Monaten war das wohl) und danach kauften wir den damals eben einzig erhältlichen Cybex Sirona, in dem nun auch unsere Jüngste fährt.

    Der Sitz war natürlich ein wenig teurer als ein nach vorne gerichteter, aber für mich jeden Rappen wert, wenn ich weiß, wie gut er mein Kind schützt. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Reboardern auch sichere, schöne und günstige von Cybex.

    Ein an der Kopfstütze befestigter Spiegel, siehe Foto, sorgt dafür, dass ich meine Tochter im Rückspiegel sehe.

    Und? Fährt Euer Kind im Alter von bis zu 4 Jahren auch rückwärts?

    Eure Tamara Beck (Babytalk – Autorin)

    Weitere Informationen und einen onlineshop findet Ihr bei Kindersitzprofis.

    Beitragsfoto: wavebreakmedia / shutterstock
  • Kräuter für Babys und kleine Kinder

    Kräuter für Babys und kleine Kinder

    Aus der Kräuterapotheke gibt es wahre Schätze für junge Mamas und ihre Kleinen. Allerdings möchte ich hier gleich vorwegschicken, dass es auch viele Heilkräuter gibt, die nicht geeignet sind für Babys.

    Auch schwangere Frauen sollten sich sehr genau mit dem Thema Naturheilkunde und Heilkräuter auseinandersetzen. Nicht alles, was sie vielleicht schon ihr ganzes Leben in der Hausapotheke haben, ist jetzt angebracht.

    Sehr viele Hebammen kennen sich richtig gut mit den Themen Kräuter in der Schwangerschaft und passende Heilkräuter für Babys und Kleinkinder aus. Mein liebstes Buch dazu heißt die „Hebammensprechstunde“ von der Allgäuer Hebamme und Kräuterkundigen Ingeborg Stadelmann.

    Sie gibt geniale Tipps für Kräuteranwendungen explizit für Schwangere und für die allererste Zeit mit dem Neugeborenen. Ein weiteres Buch von ihr heißt „Bewährte Aromamischungen – mit ätherischen Ölen leben, gebären, sterben“.

    Die vorgeschlagenen Mischöle haben ihren Ursprung in der Hausgeburtshilfe. Hier geht es auch um Pflanzenöle und ihre Anwendungen. Neben Informationen zu den Wirkungen der Düfte selbst gibt es Wissenswertes darüber zu lesen, etwa welche Trägersubstanzen für die eigene Herstellung naturreiner Bio-Öle infrage kommen.

    Kräuter anwenden

    Wer anstatt mit 100 % natürlichen Duftölen lieber oder zusätzlich mit Kräutern in Rohform arbeiten möchte, findet viele Kräuter in gut sortierten Apotheken oder in speziellen Kräuterläden bereits in getrockneter Form.

    Eine Kombination aus beiden Bereichen ist ideal, denn so ein klassischer Tee wirkt manchmal Wunder, ebenso wie viele andere einfache Hausmittel.

    Selber pflanzen und pflücken geht natürlich ebenfalls. Hier gibt es allerdings wichtige Regeln, die jeder stets beachten sollte. Es ist auf keinen Fall der Gesundheit förderlich, Heilkräuter in der Nähe von Straße zu pflücken.

    Am besten buchen interessierte Laien einen Kräuterkurs oder besuchen einen Kräutergarten in der Nähe. Das Tolle an so einem Besuch ist nämlich, dass mit jeder solchen Aktion, das eigene Wissen um die Kräuter und ihre Verarbeitung wächst.

    Denn Kräuterkundige haben ein umfassendes, seit Generationen überliefertes Wissen angesammelt, das sie gerne weitergeben.

    Bitte nichts pflücken oder sammeln, was unter Naturschutz steht und nichts mitnehmen, was ihr nicht zu 100 % sicher kennt.

    Häufig sieht eine Pflanze ohne Blüten beispielsweise einer anderen giftigen Pflanze sehr ähnlich. Die Blüte, die sie klar unterscheidet, ist aber schon verblüht – also lieber Finger weg, falls ihr auch nur den geringsten Zweifel habt.

    Tipps

    Für alle, die ihre Kinder mit Kräutern verwöhnen möchten, gibt es hier ein paar ganz einfache Tipps.

    Gute Cremes zur Vorbeugung von wunden Popos enthalten Kamille und Calendula, die Ringelblume, eine wunderbare Hautpflege für Groß und Klein.

    Für mich kommt nur Naturkosmetik infrage. Warum? Mineralöle behindern die normale Funktionstätigkeit unserer Haut. Diese verliert damit ihren eigenen Schutzmechanismus.

    Sie dringen nicht in die Haut ein, sondern bleiben an deren Oberfläche. Auch Vaseline und Paraffinöle sind übrigens Produkte aus Erdöl. Zum Schmieren meiner Nähmaschine ist das ok, aber für uns selbst, geschweige denn für zarte Babyhaut?

    Auch raffinierte, also industriell verarbeitete Pflanzenöle haben nicht die Wirkkraft von kaltgepressten und unraffinierten Ölen.

    Kamille, Fenchel, Kümmel, Anis – das Baby-Quartett

    Die Kamille ist ein sehr altes und sehr bekanntes Heilmittel. Sie wirkt beruhigend und entspannend, verdauungsfördernd und schmerzstillend. Daher wird Kamille als Tee ebenso wie in der Duftlampe als sehr beruhigend und wohltuend empfunden.

    Ein Tropfen in Babys Badewanne hilft entspannen und löst Krämpfe. Immer daran denken, nicht mehr als ein Tröpfchen! Ob als Badezusatz oder als Duft, Babys sind kleine, zarte Wesen und Kräuter und Öle können ganz sparsam eingesetzt werden.

    Anis hat ebenfalls verdauungs- sowie auch milchfördernde Wirkung. Auch Fenchel ist so ein wunderbares Kraut mit ähnlichen Eigenschaften. Wie auch der Kümmel wirkt er krampflösend und ebenfalls beruhigend.

    Unsere Hebamme beim ersten Baby hat uns wegen der offensichtlichen Bauchkrämpfe schon in den ersten Wochen zu Fencheltee geraten. Den haben wir abkühlen lassen und dann dem Kleinen lauwarm in sein Fläschchen gefüllt. Das hat geholfen, um sein Bäuchlein zu beruhigen.

    Ich hatte sehr viel Muttermilch und den Eindruck, seine Bauchschmerzen verstärkten sich durch sein rasches Trinken und Schlucken. Es kam so viel Milch, dass er sie viel zu rasch in seinen Bauch bekam.

    Mir haben die Teepausen übrigens auch geholfen, da ich so nicht alle ein bis zwei Stunden dauerstillen musste.

    Kümmel gibt es ebenfalls als Heilmittel in Form von Kümmelzäpfchen. Auch hier hat uns die Hebamme geraten nur ein halbes Zäpfchen zu verwenden. Die sind nämlich ganz schön überdimensioniert für so einen kleinen Popo.

    Also, einfach der Länge nach mit einem scharfen, vorher erwärmten Messer halbieren – so schmilzt das Zäpfchen ein wenig an und beim dritten Mal klappt es schon richtig gut. Die Zäpfchen halfen bei uns übrigens auch prima, wenn es mit dem Stuhlgang nicht klappen wollte.

    Baby Bäuchlein-Öl

    Von Ingeborg Stadelmann gibt es all diese vier Heilkräuter als Ölansatz zu kaufen, auch gemischt. Bekannt sind solche Mischungen auch als Baby Bäuchlein-Öl. Diese sind ebenfalls bei Bauchweh im Einsatz.

    Ich habe sie auch gerne für unsere tägliche Baby-Massage verwendet. Wichtig ist beim Kauf von Bäuchlein-Öl darauf zu achten, dass die verwendeten Trägerstoffe naturreine, unraffinierte Pflanzenöle sind.

    Es lohnt sich wirklich Naturkosmetik zu wählen. Die Molekularbiologin Bettina Görner von Aetherio.de, die selbst eigene Bio-Sprays für die ganze Familie aus Kombinationen ätherischer Öle entwickelt, rät: „Babys können von ätherischen Ölen profitieren, wenn man ein paar Dinge beachtet:

    Ihre Näschen sind empfindlicher als die von Erwachsenen, deshalb muss man ätherische Öle sehr stark verdünnen. Für Babys hat sich eine Verdünnung von fünf Tropfen ätherisches Öl auf 50 ml Trägeröl bewährt.“ Sie empfiehlt Öle wie Lavendel, Vanille, Kamille und Rose als gut für Babys geeignet.

    Schnupfennäschen

    „Öle wie Eukalyptus, Pfefferminze und andere sind dagegen gefährlich. Also erst in seriöser Literatur nachlesen oder hier (https://www.facebook.com/aromamamma) fragen.

    Ansonsten dran denken, dass Neugeborene lieber nur den Elternduft riechen sollten, welches das Bonding unterstützt und dass kleine Näschen auf keinen Fall dauerbeduftet werden dürfen!“, betont sie.

    Eukalyptus, Pfefferminze, Menthol und alle Mischungen mit Campher und Terpentinöl, die alle häufig in herkömmlichen Erkältungsbalsamen und Badezusätzen vorkommen, sollten auf keinen Fall für Kinder unter vier Jahren verwendet werden.

    Pfefferminzöl etwa kann bei Kleinkindern Atemnot auslösen! Also auch im Kindergartenalter nur in sehr sparsamer Dosis oder lieber noch ein Jährchen warten – so habe ich das zumindest gemacht.

    Ich ziehe auch heute noch im Grundschulalter für die Kinder den Thymian, die Schlüsselblume und die Zwiebel vor. Der milde Thymian, eine Pflanze mit fabelhaften schleimlösenden und entzündungshemmenden Inhaltsstoffen, ist eine gute Alternative für Kinder ab etwa zwei Jahren.

    Ein lang gezogener Thymiantee hilft übrigens auch bei Durchfall. Weitere Infos hier in den Pflanzenprofilen der #Kräutermamas.

    Wenn Babys Näschen verstopft ist, helfen zwei einfache Dinge. Die Heilkraft der Zwiebel ist unübertroffen:

    • Eine halbe rohe Zwiebel fein hacken und ca. eine halbe Stunde stehen lassen, bevor ihr das Brett mit der Zwiebel ans Babybett stellt. So sind die sehr scharfen Düfte der Zwiebel bereits verflogen. Das Aroma der Zwiebel hilft dem Baby besser durchzuatmen. Zugegeben, das Zimmer stinkt am nächsten Morgen ganz schön zwiebelig, aber wenn Baby so besser durchschlafen kann.
    • Eine weitere Hilfe ist es, einfach den Wäscheständer mit möglichst feuchter Wäsche im Kinderzimmer aufzustellen. Feuchte Luft erleichtert generell das Atmen bei Erkältungen.

    Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Beitrag einige hilfreiche Tipps für die Nutzung von natürlichen Heilkräutern geben.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Iakov Filimonov / shutterstock
  • Geburt: Krankenhaus versus Geburtshaus und Hausgeburt

    Geburt: Krankenhaus versus Geburtshaus und Hausgeburt

    Für die meisten Frauen ist es von Anfang an klar, dass sie ihr Kind im Spital gebären möchten. Es gibt jedoch einen kleinen Anteil an Frauen, die sich einen anderen Geburtsort für die Geburt ihres Kindes wünschen. Wie kommt es zu dieser Entscheidung? Ist es überhaupt sicher zu Hause oder im Geburtshaus zu gebären?

    Es haben sich schon viele Studien mit der Sicherheit der Hausgeburt befasst. Eine britische Studie mit über 60.000 Gebärenden kam sogar zum Schluss, dass eine Zweitgebärende nach komplikationsloser erster Geburt weniger Risiken ausgesetzt ist, wenn sie zu Hause oder im Geburtshaus entbindet.

    Für eine Erstgebärende ist die Geburt im Krankenhaus jedoch am sichersten. Die Studie mit dem Titel «The Birthplace cohort study» (dt. «Kohortenstudie Geburtsort») war sehr aussagekräftig bzw. vergleichbar, da effektiv nur die Geburten von gesunden Frauen ausgewertet wurden.

    Alle Frauen in der Studie hatten ein geringes Risiko:

    • sie trugen ein einziges Kind aus,
    • hatten keine genetischen Krankheiten, es gab keine Komplikationen in der Schwangerschaft und
    • sie hatten keine vorherigen Kaiserschnitte gehabt.

    Insgesamt war die Geburt für diese Frauen überall sicher. Es gab bei lediglich 250 von 60.000 Geburten Komplikationen.

    Vertrauen in den Geburtsprozess

    Aber warum ist das so? Laut der weit verbreiteten Meinung müsste ja das Gegenteil der Fall sein und viel häufiger Komplikationen eintreten. Für mich gibt es eine ziemlich einfache Erklärung dafür:

    Die Frauen, die sich für eine Hausgeburt oder eine Geburt im Geburtshaus entscheiden, haben Vertrauen in den natürlichen Geburtsprozess und sind eher positiv eingestellt. Sie sind davon überzeugt, dass ihr Körper ohne medizinische Interventionen den Geburtsprozess bewältigen kann und sie ein gesundes Kind gebären.

    Diese Einstellung zum Geburtsprozess wird durch die gehörten Geschichten/Berichte über Geburten und nicht zuletzt durch die eigene Geburts- und andere Krankenhauserfahrungen beeinflusst.

    Die meisten Frauen, die sich für einen anderen Geburtsort als das Krankenhaus entschieden haben, können sich nicht vorstellen, dass sie sich im Krankenhaus gleich gut entspannen können. Vor allem diese Grundeinstellung unterstützt meiner Meinung nach einen guten Geburtsverlauf.

    Das Krankenhaus als Ort der Geburt wird als der Sicherste propagiert

    Die Geburt im Krankenhaus wird als sicherste Variante propagiert. Im Krankenhaus werden die Frauen oft dauerhaft überwacht, um ihnen das Gefühl von Sicherheit zu geben. Diese Dauerüberwachung bedeutet aber auch, dass sofort reagiert werden muss, wenn ein Kind Stress unter der Geburt erfährt.

    Die meisten Kinder haben zu einem gewissen Zeitpunkt während der Geburt einmal Stress. Dies bedeutet aber nicht, dass eine Geburt pathologisch sein muss und regelmäßige Interventionen braucht. Denn diese wiederholten Interventionen verunsichern die Frauen in den meisten Fällen und geben ihr das Gefühl, ihr Geburtsprozess sei nicht normal und riskant für das Kind.

    Dadurch haben sie mehr Angst. Die Angst führt zu mehr Anspannung. Und die Anspannung führt dazu, dass die Frauen den Geburtsschmerz als intensiver erleben, was wiederum zu mehr Unsicherheit führt.

    Dieser Angst-Spannungs-Schmerz-Kreislauf ist ganz schwer zu durchbrechen und führt oft dazu, dass die Frauen eine PDA oder manchmal sogar einen Kaiserschnitt verlangen. Persönlich finde ich, dass jede Frau ein Recht auf eine sichere Geburt und wenn gewünscht auf eine adäquate Schmerztherapie hat.

    Die Moderne Medizin hat bei der Geburt nicht nur Vorteile

    Aber ich glaube auch, dass die moderne Medizin mit all ihren Überwachungsmöglichkeiten nicht nur Vorteile birgt. Manchmal ist es hinderlich, wenn man zu viel Angst verbreitet.

    Ideal fände ich es, wenn bei uns in den Spitälern integrierte Geburtshäuser geführt würden. So könnten alle physiologischen Geburten von den Hebammen geführt und bei Pathologien der Arzt hinzugezogen werden.

    Ich glaube dieser Aufbau von integrierten Geburtshäusern in den Spitälern würde vielen Frauen auch die Sicherheit geben, die sie brauchen, um «entspannt» zu gebären. Gesellschaftlich würde es sicher dazu beitragen die Geburt wieder vermehr als einen natürlichen Prozess anzuschauen und nicht als eine Risikosituation.

    Wenn sich diese Einstellung wieder verbreitet, würden manche Frau mit einem besseren Gefühl in die Geburt gehen. Darum sage ich: Frauen, vertraut auf euren Körper! Er kann den Prozess einer Geburt auf natürliche Weise schaffen.

    Versteht mich bitte nicht falsch. Ich möchte nicht dafür werben, dass alle Frauen von jetzt an zu Hause oder in Geburtshäusern gebären sollen. Aber ich wünsche mir, dass die Geburt wieder als ein natürlicher Prozess angeschaut wird, der in den aller meisten Fällen gut geht.

    Und für die Fälle, wo das nicht der Fall ist, bin ich sehr dankbar um die Ärzte und die Möglichkeiten zu intervenieren. Und dadurch die Gesundheit von Mutter und Kind zu gewährleisten.

    Jede Frau, wenn es ihre Gesundheit und Schwangerschaft erlaubt, soll da gebären können wo sie will. Und weiter sollten Hebammen und Ärzte nicht in Konkurrenz zu einander stehen, sondern zusammen am selben Ziel arbeiten. Nämlich eine gesunde Mutter zu betreuen und ein gesundes Kind zu gebären.

    In diesem Zusammenhang könnte euch auch der Beitrag „Warum ich mir so sehr eine Hausgeburt gewünscht hätte“ interessieren (Hinweis der Redaktion).

    Liebe Grüße Eure Dayo (Hebamme)

    Beitragsfoto: (ls) Gorodenkoff & (re) nata-lunata / shutterstock