Kategorie: Expertenrat

  • Die Eingewöhnung in den Kindergarten

    Die Eingewöhnung in den Kindergarten

    Vielen Eltern graust es allein bei dem Gedanken an die ersten Wochen, in denen ihr Sprössling in den Kindergarten geht. Und nicht selten bestätigt sich die Befürchtung, dass es viele Tränen geben wird.

    Manche Kinder schreien sehr heftig und viele Eltern verlassen den Kindergarten mit schlimmen („Selbst-„) Vorwürfen und einem schlechten Bauchgefühl. Das ist natürlich nicht der Regelfall. Dabei sind es in der Regel nicht die Kinder, die Probleme haben im Kindergarten zu bleiben! In den allermeisten Fällen sind es die Sorgen und Ängste von uns Eltern.

    Die Schwierigkeit, das eigene Kind im Kindergarten zurück zulassen

    Was uns an meisten zu schaffen macht, ist das „Loslassen“ unserer Kinder. Wobei dieser Prozess bereits mit der Geburt beginnt und häufig nie endet.

    Typische Stationen sind die Geburt, das Ende des Stillens, das Laufen und Sprechen lernen, der Kindergarten, die Schule, die Ausbildung, das Ausziehen aus dem Elternhaus, die Hochzeit, die Geburt von Enkelkindern …

    Die gemeinsamen Merkmale dieser Stationen sind, das unsere Kinder immer unabhängiger von uns werden. Sie brauchen uns immer weniger und das verstärkt unsere Angst die „Kontrolle über sie“ bzw. ihre Liebe zu verlieren.

    Nun zurück zur Eingewöhnung in den Kindergarten. Wir haben Angst unser Kind allein zu lassen bzw. Angst, dass unser Kind denken könnte, wir würden es allein lassen. Diese Erfahrungen brechen alte Wunden aus unserer Kindheit auf. Als wir uns einsam und verlassen fühlten.

    Unsere Kinder spüren diese Ängste und reagieren darauf mit Klammern, Weinen, Schreien, auf den Boden schmeißen … Ihr kennt solche Situationen bestimmt.

    Wenn wir uns diesem „Mechanismus“ in der Eingewöhnung bewusst werden und unsere Ängste tragen, statt uns von ihnen „den Boden unter den Füssen ziehen“ zu lassen und dann unserem Kind zutrauen, „allein“ im Kindergarten zu bleiben, klappt es.

    Damit will ich nicht sagen, dass es nicht hilfreich sein kann, sein Kind ein paar Tage für wenige Stunden im Kindergarten zu begleiten. Wir wollen uns als Eltern ja sicher sein, dass es unseren Kinder dort gut gehen wird.

    Häufig sind es die Mütter, die Zeit brauchen

    Doch meistens sind wir Eltern es, die denken, dass unsere Kinder diese Zeit der Eingewöhnung brauchen. Dieses Hinauszögern des „Loslassen“ macht es uns Eltern zudem auch nicht gerade leichter, unsere Kleinen in die Obhut von „Fremden“ zu geben.

    Bevor nun euer Kind das erstemal bei einer Tagesmutter, Groß- oder Schwiegereltern oder in den Kindergarten geht, denkt mal nach, welche Gedanken bzw. Urteile euch dazu in den Sinn kommen, wie z.B. „Ich bin eine Rabenmutter.“

    Oder „Ich schaffe es nicht mein Kind zu betreuen“. „Ich bin sooo egoistisch.“ „Was ist, wenn mein Kind die Kindergärtner/in mehr liebt als mich?“ … Es kann übrigens eine sehr schöne Nähe schaffen, wenn ihr euch darüber mit eurem Partner austauschen könnt.

    Diese Urteile beruhen fast immer auf Missverständnissen. Wir dachten damals als Kind vielleicht, dass wir nicht liebenswert sind und unsere Mutter uns deshalb wegschickt … Doch war dies die Wahrheit?

    Ich weiß, dass alle Mütter und Väter immer ihr Bestes geben und ihre Kinder lieben, unabhängig davon, ob sie es ihnen zeigen können oder nicht.

    Es kann sehr hilfreich sein, sich in Gedanken vorzustellen, wie diese Phase der Eingewöhnung entspannt verläuft und sich ihr Kind sehr wohl fühlt im Kindergarten und viele Freundschaften schließt.

    Ich wünsche euch Gelassenheit und Erfolg bei eurem „Loslassen“ bzw. dabei euren Kindern immer mehr zuzutrauen.

    Hinweis der Redaktion: Zu diesem Thema könnte euch unser Beitrag „Soll ich mein Kind in die Kita geben oder noch zu Hause lassen„.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion) und Familientherapeut

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    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

  • Grenzen setzen, heißt Verantwortung übernehmen

    Grenzen setzen, heißt Verantwortung übernehmen

    Grenzen setzen ist so wichtig: Kinder reifen in den ersten neun Monaten im Mutterleib in einem sehr begrenzten Raum heran. Dieser gibt ihnen Wärme, Sicherheit und Geborgenheit. Zudem ist er dunkel.

    Das Baby hat es wunderbar kuschelig und wächst in einem wahren und „begrenzten“ Paradies heran. Dies wünscht es sich auch nach der Geburt weiterhin.

    Aus diesem Grund ist das Grenzen setzen wichtig.

    Die ersten Tage und Wochen

    Zum Zeitpunkt der Geburt kommt das Baby nach der häufig beängstigenden Austrittsphase durch den Geburtskanal in eine Welt, in der es hell, laut, kalt und vor allem auch sehr unbegrenzt ist.

    Die körperliche Umgrenzung der Gebärmutter ist weg und das Baby muss plötzlich atmen, hört seine Stimme und ist von der Rundumversorgung abgekoppelt.

    Jetzt kann man zwar denken, das sind doch alle sehr erträgliche Veränderungen, doch wenn man mal sich und seine Probleme mit Veränderungen umzugehen, reflektiert, merkt man, dass wir uns damit auch als Erwachsene immer noch sehr schwer tun.

    Wenn die neuen Erdenbürger dann mit ihrer Mutter nach Hause kommen (falls sie nicht zu Hause entbunden wurden) brauchen sie meistens auch noch viel Geborgenheit, wie in Form Kuscheln, Getragen werden, z.B. in einem Tragetuch, einer Babyschale oder einfach auf den Armen.

    Im Kinderbettchen schauen wir, dass wir dieses mit Kissen oder Decken verkleinern. Kinder brauchen diese fühlbaren Grenzen ihres Körpers mit ihrer Umgebung.

    Es sind diese „Grenzen“, die ihnen vertraut sind und an die Geborgenheit im Mutterbauch erinnern.  Zudem helfen sie sich selbst wahrzunehmen.

    Auch wenn nicht alle Babys gleich sind, brauchen viele von ihnen danach noch lange den „Blick- oder Stimmkontakt“ zur Mutter, um sich sicher zu fühlen.

    Die Grenzen weiten sich mit den ersten Schritten

    Wenn die Kleinen dann Laufen lernen, kann man beobachten, wie eng bzw. weit sie ihre Grenzen sehen bzw. setzen. Mit der Zeit werden sie immer mutiger und trauen sich immer größeren Abstand zwischen sich und ihre Eltern zu halten.

    Dann sind es wir Eltern, die schauen, ob wir mit diesen neuen „Grenzen“ bzw. Freiräume der Kleinen umgehen können.

    In dieser Phase kommt zum Grenzen setzen immer mehr die Aufgabe des Loslassens bzw. Vertrauen dazu, die vielen Eltern, insbesondere den Müttern extrem schwer fällt.

    Diese Mütter nennt man heute Helikopter-Mütter, der Name passt zwar, hat nach meiner Meinung, aber leider einen abwertenden und weniger verständnisvollen Charakter erhalten.

    Mit dem Argument der Gefahr eines Verkehrsunfalls oder Belästigung, werden Kinder immer häufiger noch täglich zur Schule gebracht bzw. begleitet, selbst wenn es sich um einen verkehrsarmen und kurzen Fußweg handelt.

    Grenzen setzen Kleinkind an der Hand seiner Mutter

    Die Angst Grenzen zu setzen

    Aus unserer eigenen Kindheit haben viele von uns die Überzeugung mitgebracht, Grenzen sind etwas Einengendes, „Verletzendes“.

    Dabei ist es für uns Eltern viel schwerer unseren anvertrauten Kindern Wünsche abzuschlagen. Dies geschieht gerade nicht, weil sie uns nicht wichtig sind, sondern gerade weil sie und ihr Wohlergehen uns so am Herzen liegen!

    Nicht selten fällt es uns so schwerer Grenzen zu setzen bzw. „Nein“ zu sagen, weil wir unterschwellig die Angst haben, dass unsere Kinder uns dann weniger lieben könnten.

    Die Grenzen der Verantwortung von Eltern

    Mit der Geburt eines Kindes werden aus Frauen und Männern, Mütter und Väter, die nun die Verantwortung für ein oder mehrere Kinder tragen.

    Das belastet Eltern nicht nur deshalb, weil sie häufig ein falsches Verständnis von ihrer Verantwortung haben.

    Vor allem, weil die Entscheidungen und ihr Verhalten nun nicht mehr nur ihr persönliches Leben und das ihres Partners beeinflussen, sondern auch das eines noch nicht allein lebensfähigen kleines Kindes. Dessen Bedürfnisse wir als Eltern nicht immer klar erkennen bzw. verstehen.

    Als Eltern übernehmen wir vor allem die Verantwortung für die Ernährung unserer anvertrauten Kinder, sowie für den Schutz vor Kälte (und Hitze) ,Nässe und soweit möglich vor Gewalt.

    Alles weitere, wie zum Beispiel die „Erziehung“ zur Selbstständigkeit und Berufsfähigkeit sind hilfreiche Aufgaben. Denn da wir sie nicht wirklich beeinflussen können, tragen wir für sie auch nicht die Verantwortung, ebensowenig wie für das „Glück“ und die „Gesundheit“ unserer Kinder.

    Und so übernehmen wir mit jedem Nein bzw. jedem Grenzen setzen, Verantwortung, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht.

    Die gleiche Verantwortung übernehmen wir, auch wenn es sich nicht so anfühlt, mit jedem Ja bzw. nicht Grenzen setzen.

    Die Bedeutung unsere eigenen Einstellung zu Grenzen

    Durch unsere Entscheidungen prägen wir die Wahrnehmung unserer Kinder dessen, was gut ist und was nicht. Häufig denken Eltern: „Grenzen zu setzen, ist etwas schlechtes“, doch …

    … Grenzen sind weder gut noch schlecht, sie sind einfach wichtig, um unseren Kindern Sicherheit und Geborgenheit zu gewähren.

    Erziehung bedeutet Verantwortung für andere zu übernehmen und beinhaltet ein ständiges Abwägen, was man dem anvertrauten Menschen (-kind) zutrauen kann und was nicht.

    Und so ist es wichtig die Grenzen entsprechend der Reife des Kindes, welche nicht immer mit dem Alter einhergeht, weiter zu stecken.

    Die Trotzphasen sowie die Pubertät, eine extreme „Trotzphase“ werden durch Entwicklungsschüben, die zum Teil durch Hormone gesteuert werden, ausgelöst.

    Diese beeinflussen die Wahrnehmungen und unsere Gedanken über die „Welt“. Sie helfen Kindern eigenständige Persönlichkeiten zu werden, indem sie sich von den Überzeugen und Ansichten ihrer Eltern immer mehr lösen.

    Und so auch ihre eignen Grenzen definieren. Hierzu kann ich euch meinen Beitrag „Pubertät ist, wenn Eltern anfangen schwierig zu werden„auf dem Familymag.net empfehlen.

    Grenzen setzen - Kind bekommt eine Spritze vom Arzt

    Die Grenzen unserer Kinder überschreiten

    Vor allem bis zur Jugend kommen Eltern immer wieder mal in die Situation über die Grenzen ihrer Kinder gehen zu „müssen“. Und dies besonders dann, wenn unsere Kinder schwerer erkranken oder einen Unfall haben.

    Denn bis zum Kindesalter wollen unsere Kleinen nur extrem ungern Medizin einnehmen oder sich gar Spritzen geben lassen.

    In diesen Fällen stehen Eltern vor einer sehr schweren Entscheidung. Wollen Sie den Willen ihrer Kinder befolgen oder sich darüber hinwegsetzen und damit über deren Grenzen gehen.

    Hier scheint es noch relativ klar zu sein, wie man sich entscheiden soll. Doch warten sie ab, bis sie ihrem Baby eine „bittere“ Medizin einflössen müssen während es schreit, weint und sich mit Händen und Füßen um sich schlagend wehrt.

    Wenn wir keine Grenzen setzen, versuchen wir nur uns aus unserer Verantwortung zu stehlen.

    Gefahrenhinweise und ggf. Hilfestellungen geben

    Wir alle kenne die Sprüche „Steigt nicht in fremde Autos“, „Spielt nicht mit dem Feuer“, „Schaut nach links und rechts (und wieder links), wenn ihr über die Straße geht“, (…).

    In solchen Situationen ist es uns häufig nicht bewusst, doch auch in diesen setzen wir unseren Kindern Grenzen.

    Hier ist es für uns Eltern nur leichter zu erkennen, dass wir sie zum Schutz unserer Kinder setzen. Genauso ist es an sich immer, wenn wir ihnen Grenzen setzen.

    Wenn wir Eltern selber gestresst sind, sind unsere Grenzen allerdings nicht immer so angemessen. Genauso wenig wie unser Ton, unsere Gestik und Mimik (siehe Beitragsfoto).

    In diesem Zusammenhang findet ihr in unserem bindungsorientierten Erziehungsratgeber „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ noch sehr viele hilfreiche Tipps (Hinweis der Redaktion).

    Nichtsdestotrotz ist es gerade bei solch „unbewussten Grenzen“ wichtig, diese immer wieder mal zu überdenken. Denn die Welt verändert sich fortlaufend und manche grenzsetzende Hinweise, die damals ihre Richtigkeit hatten, haben sie heute nicht mehr und umgekehrt.

    Und welche die früher nicht wichtig waren, sind es heute, wie z.B. „Spielt nicht auf der Straße“. Vor 50 Jahren konnte man die Autos auf der Straße in einer Stunde noch an einer Hand abzählen.

    Ziele der „Erziehung“ bzw. des Grenzen setzens

    Eins der wichtigsten Ziele in der „Erziehung“ sollte es sein, unsere Kinder gerade nicht zu erziehen und stattdessen Hilfestellung anbietend zu begleiten und dem, wenn auch häufig unbewussten Versuch zu widerstehen, sie uns oder unseren Idealvorstellungen ähnlich zu machen.

    Wir sollten unsere Energie lieber darin investieren ihnen durch das Setzen von Grenzen einen geschützten Raum zu schaffen, in dem sie sich geliebt fühlen und sich und die Welt erfahren und erkunden können.

    Mit dem Heranreifen der Kinder kommen die Ziele den Willen, den Körper und das Eigentum anderer zu respektieren hinzu.

    Ich wünsche allen Eltern und werdenden Eltern den Mut und Vertrauen ihren anvertrauten Menschenkindern Grenzen entwicklungsgerecht zu setzen.  Und sie zu ermuntern sich und ihre eigenen Grenzen zu erkunden und dabei gleichzeitig immer mehr loszulassen.

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    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Euer Deva (Babytalk-Redaktion)

    Beitragsfoto: Iakov Filimonov / shutterstock
    Foto 1: cha cha cha studio / shutterstock
    Foto 2: Rido / shutterstock
  • Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern

    Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern

    Die Aussage „Glückliche Kinder brauchen glückliche bzw. entspannte Eltern“ ist die einfache und simple Wahrheit, welche als Leitfaden für die „Erziehung“ unserer Kinder stehen könnte bzw. sollte. Und mittlerweile kann man diesen Erziehungsratgeber überall erhalten.

    Bedürfnisse von Kindern und Eltern

    Wer wünscht sich keine glücklichen Kinder und dabei auch noch selber glücklich zu sein? Doch wie soll das gehen? Unsere Kinder sind doch das Wichtigste in unserem Leben. Und sie brauchen uns doch fast 24 Stunden am Tag, vor allem wenn sie noch klein sind.

    Das stimmt. Und doch sollten wir Eltern uns eines immer vor Augen halten, unsere Kinder wünschen sich (und brauchen!) glückliche und entspannte Eltern, die ihnen Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.

    Natürlich macht die Geburt eines Kindes, vor allem wenn es gesund ist, uns glücklich, ist dies in aller Regel eher ein vorübergehendes Gefühl. Zudem ist es nicht die Aufgabe von unseren Kindern uns glücklich zu machen. Dafür sind wir selbst verantwortlich.

    Wir wünschen uns für unsere Kinder Zeit zum Spielen, die Seele baumeln lassen und ganz viele weitere glückliche Momente. Und da Kinder nun mal am meisten durch Nachahmen lernen, liegt es an uns, es ihnen vorzumachen bzw. vorzuleben.

    Glückliche Kinder – Wie soll das funktionieren?

    Ein erster Schritt könnte darin bestehen, wieder wahr-zu-nehmen, was wir für Bedürfnisse habe. Diese anzunehmen und zumindest immer wieder einige von ihnen zu befriedigen, hilft uns zu entspannen. Und auch wieder auf die kleinen „wundervollen“ Dinge im Leben aufmerksam zu werden. Diese sind es, die uns glücklich machen.

    Unsere Bedürfnisse zeigen uns immer was uns fehlt. Und wenn dieses Mangelgefühl zu lange anhält, werden wir immer gereizter und aggressiver. Was in der Regel unsere Partner und nicht zuletzt unsere Kinder abbekommen. Was diese besonders verwirrt und verängstigt.

    Wir können solch ein „Fehlverhalten“ zwar nicht ausschließen, da wir uns diesem nicht immer bewusst sind, doch wir können anschließend zu unseren Kindern hingehen und uns entschuldigen und ihnen mitteilen, warum wir so gereizt reagiert haben.

    Ich muss nicht perfekt sein, um geliebt zu werden

    Dadurch lernen Kinder eines der wichtigsten Ding im Leben. „Man muss nicht perfekt sein und darf Fehler machen und wird trotzdem geliebt.“

    Eine „Falle“ in die Eltern oft reinfallen, ist es, die Bedürfnisse ihrer Kinder zu lange über ihre eigenen zu stellen. Dabei geht es darum, neben den Grundbedürfnissen unserer Kinder, wie Nahrung und Sicherheit, zuerst unsere Bedürfnisse zu erfüllen und dann, wenn wir uns wieder unsere Akku wieder aufgefüllt haben und uns wohl fühlen gerne und aus Liebe zu unseren Kindern zurückzustecken. Aber nicht aus Angst davor „eine Rabenmutter“ oder schlechter Vater zu sein.

    Das Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse darf nicht zur „Routine“ werden. Wenn dies geschieht, geben wir nicht mehr aus Liebe, sondern opfern uns auf. Und dann leben wir unseren Kindern genau das vor.

    Zudem übernehmen unsere Kinder dann sehr schnell die Verantwortung für unser „Wohlbefinden“, was ihnen so wichtig ist und stellen gleichzeitig ihre eigenen Bedürfnisse zurück.

    Wollen wir das?! Und was würden wohl unsere Kinder wollen?

    Voraussetzungen zum Glücklich sein

    Ich gehe davon aus, dass eine der Voraussetzungen zum glücklich sein darin besteht, Kontakt zu unseren Gefühlen zu haben, anders ausgedrückt wir brauchen Kontakt zu unserem inneren Kind.

    Dazu ist nicht selten Mut notwendig, Mut unser Herz wieder aufzumachen bzw. „zu lernen uns wieder verletzlich zu machen“. Wenn wir unser inneres Kind kennenlernen und ihm Raum zum Spielen geben, dann gehen wir im Spielen auch viel mehr auf unsere Kinder und deren Spiele ein. Das sind Momente, die wir und unsere Kinder brauchen und lieben.

    Unsere inneren Kinder zeigen sich bei uns Erwachsene in unseren Bedürfnissen, wie Ruhe, Aufregung, Leidenschaft, etc. In diesem Zusammenhang sagt man auch „beim Sex spielen unsere inneren Kinder“. Dazu gehört vor allem Zeit für sich, für die Partnerschaft und auch mal Abstand von den Kindern.

    Wenn wir in Kontakt mit ihnen bzw. unseren Gefühlen sind, sind wir authentisch. Das spüren unsere Kinder. Es gibt ihnen Sicherheit, weil dann das, was sie bei uns wahrnehmen und das, was wir sagen, übereinstimmt.

    Die Wahrnehmung von Kleinkindern

    Denn sie erlernen als erste Kommunikation die Gefühle ihrer Eltern/Mitmenschen wahrzunehmen und zu „deuten“. Und später, wenn sie unsere Worte verstehen, irritiert es sie, wenn diese nicht mit der Wahrnehmung der Gefühle übereinstimmen.

    Und da unsere Kinder vor allem durch „Nachahmung“ lernen, werden sie mit der Zeit auch immer mehr Worte sagen, die nicht mit ihren Gefühlen übereinstimmen“, dies wird auch als Täuschung / Maske aufsetzen bezeichnet. Wollen wir das?

    Unsere Bedürfnisse müssen zwar nicht alle „ausgelebt“ werden, doch sie wollen „gehört“ und akzeptiert werden. Je mehr wir diese annehmen, umso weniger ablehnend werden wir den Bedürfnissen unserer Kinder gegenüber und sind in der Lage verständnisvoller auf diese zu reagieren.

    Eine Ablehnung ihrer Wünsche verstehen Kinder immer als ein „Nicht richtig sein“ bzw. „Nicht liebenswert zu sein“. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass gleichzeitig die Bedürfnisse der Eltern, die in ihrer eigenen Kindheit abgelehnt wurden, eine Art Heilung erfahren.

    Warum brauchen glückliche Kinder entspannte Eltern?

    Wenn wir gut für unsere Bedürfnisse sorgen, sind wir wesentlich ausgeglichener, was unsere „Schmerzgrenze“ höher setzt und wir entspannter auf Dinge reagieren können, die uns „gegen den Strich gehen“. Dann erhalten unsere Kinder, umso mehr das, was sie sich wünschen, so geliebt zu werden, wie sie sind.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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    Beitragsfoto: Liderina / shutterstock
  • Der erste Zahnarztbesuch, wann und wie sollte dieser stattfinden

    Der erste Zahnarztbesuch, wann und wie sollte dieser stattfinden

    Wann steht der erste Zahnarztbesuch an? Die Häufigkeit, mit der das Kind die Praxis besuchen sollte, hängt meistens von seiner Mundgesundheit ab. Es ist wichtig, an die tägliche Mundhygiene zu denken. Es ist ebenso wichtig, die Zähne eurer Kinder täglich zu pflegen. Karies und Zahnfleischprobleme können sich schnell bei euren Kleinen entwickeln, oft machen sich erste Anzeichen einer Entzündung gar nicht bemerkbar.

    Der erste Zahnarztbesuch sollte so früh wie möglich stattfinden

    Doch wann sollten Eltern das erste Mal mit ihren Kindern zum Zahnarzt? Zahnärzte empfehlen: So früh wie möglich!

    Ausgewogene Ernährung, ein zahnfreundlicher Schnuller oder Beißring, tägliches Zähneputzen und regelmäßige Zahnarztbesuche. So bleiben euren Kindern lästige Zahnschmerzen meistens erspart.

    Für die Gesundheit eurer Kinder ist es sehr wichtig, ab dem ersten Lebensjahr auf ihr richtiges und regelmäßige Zähne putzen zu achten. Doch es bleibt die Frage: Wann steht der erste Zahnarztbesuch an?

    Regelmäßigkeit der Kontrollbesuche

    Die Häufigkeit, mit der das Kind die Praxis besuchen sollte, hängt meistens von seiner Mundgesundheit ab.

    Viele Zahnärzte empfehlen, dass der erste Zahnarztbesuch etwa sechs Monate nach dem ersten Zahn erfolgen sollte. Kinderzahnärzte möchten ihre Patienten gerne schon sehen, wenn das Kind „zahnt“.

    Typischerweise brechen die ersten Frontzähne im Alter von acht Monaten durch. Doch warum so früh? Fest steht: Schon der erste Zahn kann Karies bekommen und auch das junge Zahnfleisch kann sich entzünden.

    Dann tut das Zähneputzen weh, und der Teufelskreis beginnt.

    Auch wenn dieser Zeitpunkt vorzeitig erscheinen mag: Für euch Eltern bietet es tatsächlich eine Chance, sich frühzeitig über eine optimale Mundhygiene für euer Kind zu informieren. Kinder lernen so früh, dass das Zähneputzen nicht mit Schmerzen verbunden ist.

    Spielerisch Zähneputzen lernen

    Die ersten Zähne könnt ihr zum Beispiel mit einem Wattestäbchen reinigen. In der Folge sollte das Zähneputzen spielerisch erlernt werden, unter anderem mit einem Beißring.

    Die Zahnbürsten selbst sollten möglichst weich sein. Beim Zähneputzen selbst ist das „wie oft“ nicht so wichtig wie das „wie gut“.

    Die Zähne sollten von allen Seiten sauber gehalten werden. Zuckerhaltige Getränke zur Beruhigung der Kinder sollten vermieden werden, denn sie sind tatsächlich Gift für die Zähne.

    Der Zucker wird durch den Zahnbelag (Plaque) in Säure umgewandelt, was wiederum den Zahnschmelz schädigt.

    Nach dem ersten Zahnarztbesuch ist es für eure Kleinen am besten, regelmäßig alle sechs bis zwölf Monate zum Check-Up zu gehen. Sollte euer Kind ein höheres Kariesrisiko entwickeln, sind auch kürzere Intervalle sinnvoll.

    Nichts ist für Kinderzahnärzte schlimmer, als Milchzähne ziehen zu müssen.

    Auf Zahnfleischentzündungen achten

    Achten Sie schon früh auf die ersten Anzeichen einer Zahnfleischentzündung. Ein präventiver Ansatz für das Kind ist immer noch der effektivste Weg für eine Mundgesundheit.

    Spätestens im Alter von drei Jahren sind beim Baby alle 20 Milchzähne vorhanden. Und allerspätestens dann sollten Eltern einen Zahnarzt aufsuchen.

    Doch je später Kinder zum ersten Mal einen Zahnarzt sehen, desto größer ist die Chance, dass der Zahnarzt Karies oder ein anderes Problem erkennt.

    Wenn dann die erste Erfahrung mit Bohren und Schmerzen verbunden ist, wird sich das Kind nur ungern wieder zum Zahnarzt trauen. Natürlich gibt es einige Situationen, wo Eltern sofort zum Zahnarzt gehen sollten.

    Wenn das Kind einen Milchzahn verliert, ist das ganz natürlich.

    Aber wenn ein Unfall passiert und der Zahn abbricht, sollten Eltern das Kind zum Zahnarzt bringen, ganz egal, in welchem Alter. Ich empfehle den Eltern schon beim Durchstoßen des ersten Zahnes einen Zahnarzt aufsuchen, sowie es die meisten Kinderzahnärzte es auch tun..

    Das Kind und der Arzt werden es den Eltern danken.

    Euer Dr. Herbert Pick (Zahnheilkunde)

    Beitragsfoto: shutterstock / Pazargic Liviu
    
  • Fehlgeburt – Wie damit weiterleben und umgehen?

    Fehlgeburt – Wie damit weiterleben und umgehen?

    Fehlgeburt – ein heikles Thema

    Eine Fehlgeburt ist ein sehr heikles Thema, das selbst in den betroffenen Familien häufig ausgesperrt bzw. totgeschwiegen wird. Zu groß ist die Angst, durch diesen Verlust, der „Angst, versagt zu haben“ und dem damit verbundenen Schmerz den Boden unter den Füßen zu verlieren.

    Bevor ich weiter auf die Antwort auf die oben genannte Frage eingehe, möchte ich klarstellen, dass jede betroffene Mutter bzw. Familie für sich entscheiden muss, wie sie mit dieser Trauer und diesem Schmerz weiterleben kann. Da werden gut gemeinte Ratschläge nicht selten als Schläge wahrgenommen.

    Warum geht ein Ungeborenes?

    Wenn Ungeborene oder Neugeborene gehen, liegt es nie daran, dass die Mutter oder jemand anderes etwas falsch gemacht hat. Der Grund ist, dass diese „Engel“ gekommen waren, um durch ihr frühes Gehen allen, die sich betroffen fühlen, etwas mitzuteilen. Darin gibt es keinen Raum für „Schuld“.

    Es geben immer alle ihr Bestes, wie „wenig“ es von außen oder im Nachhinein auch scheinen mag. Hilfreich ist, wenn die betroffene Mutter Raum für ihre Trauer erhält, und ggf. auch für ihre Wut auf sich, das Leben oder auf Gott.

    Es ist für die „Verarbeitung“ dieses Traumas wichtig, dass darüber gesprochen wird und das Sternenkind einen Platz in dieser Familie erhält.

    Ansonsten wird das Unterdrücken der Angst vor dem Schmerz der Mutter bzw. den Eltern fortwährend Kraft kosten. Zudem kann es sein, dass ein anderes Kind (Familienmitglied) den „Schmerz“ auf sich nimmt und darunter leidet oder es als „Lebens-„Aufgabe auffasst seine Eltern an diesen zu erinnern.

    Wie trauert man „richtig“?

    Nicht selten sind Mitmenschen über den Umgang einer Mutter mit ihrer Fehlgeburt schockiert, egal ob sie sich ihrem Schmerz hingibt und in Selbstmitleid versinkt oder scheinbar gefühllos damit umgeht.

    Jeder Mensch hat und braucht seinen eigenen Weg und seine Zeit, mit Trauer und Verlust umzugehen. Das afrikanische Sprichwort „Niemand weiß, wie schwer der Rucksack ist, den man nicht selber trägt“, drückt dies sehr treffend aus.

    Es gibt keinen richtigen Weg zu trauern. Wir haben alle unsere unterschiedlichen Päckchen zu tragen, die es uns leichter oder eben schwerer machen, mit Trauer und Verlust umzugehen.

    Wie sage ich es meinem Kind?

    Wann und wie ich meinem Kind von der Fehlgeburt erzähle, hängt zunächst vor allem vom Alter des Kindes ab. Egal welche Sprache man auch verwendet, wichtig ist, dass der „Tod“ des Geschwisterkinds und die Tatsache, dass niemand dafür verantwortlich ist, klar ausgedrückt werden.

    Denn vor allem Kinder fühlen sich schnell für alles, was in der Familie geschieht, verantwortlich, und tragen diese „Schuld“ häufig bis zu ihrem Tod mit sich. Es sei denn, sie finden durch professionelle Unterstützung oder andere Wege eine Art Heilung.

    Für kleine Kinder ist es häufig hilfreich, das Geschehene in eine Geschichte mit Tieren oder eine Art Märchen zu verpacken.

    Wenn Kinder die Transformation bzw. den Tod der Raupen und die Wiedergeburt als Schmetterling, der irgendwann in den Himmel fliegt, verstehen, kann man dies auch auf das Sternenkind übertragen.

    Oder man erzählt ihnen, dass es nun zu einem Stern geworden ist und liebevoll und lichtgebend auf uns hinabschaut …

    Älteren Kindern kann man auch schon mitteilen, dass der Tod zum Leben gehört wie die Geburt. Und dass es denen, die von uns gegangen sind, gut geht, dort wo sie nun sind. Und dass sie uns empfangen, wenn wir ihnen einmal folgen.

    Wie gebe ich dem Sternenkind einen Platz in der Familie?

    Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten, ich möchte hier nur einige aufführen und würde mich sehr freuen, wenn weitere von Euch Lesern kommen.

    So ist es sehr hilfreich, ein Foto aus der Schwangerschaft zu rahmen und ihm einen Platz in der Küche, im Wohn- oder Esszimmer zu gebe. An einen Platz, wo es allen Familienangehörigen immer wieder ins Auge fällt.

    Des Weiteren kann es helfen, an den Tagen, an denen sich ihr „Gang nach Hause“ jährt, darüber zu reden und eine Kerze anzuzünden.

    Was tun, wenn der Schmerz nicht nachlässt und der Funktionsmodus nicht endet?

    Ganz wichtig ist es bei einer Fehlgeburt, jemanden an seiner Seite zu haben, der „einfach“ nur zuhört, getreu dem Motto: geteiltes Leid ist halbes Leid. Ansonsten gibt es in zumindest in größeren Orten Selbsthilfegruppen für betroffene Mütter bzw. Eltern.

    Und wenn dies nicht möglich ist oder nicht hilft, sollte nicht gezögert werden, professionelle Hilfe, sprich einen Therapeuten aufzusuchen.

    Wie kann der Partner oder die Familie helfen?

    Die hilfreichste Unterstützung liegt in dem Verständnis für den Umgang mit dem Schmerz der betroffenen Mutter bzw. den betroffenen Eltern. Dies ist vor allem dann möglich, wenn man selber nicht zu sehr emotional involviert ist.

    Des Weiteren ist es, wie ich bereits oben schrieb, eine große Hilfe, der / den Betroffenen ein offenes Ohr zu schenken und ggf. dabei liebevoll zu halten.

    Auch kann es beim Umgang mit dem Schmerz der Betroffenen helfen, wenn andere einem im Alltag zur Seite stehen. Und, falls vorhanden, sich um weitere Kinder kümmern.

    Ich bin mir bewusst, dass manche meiner Aussagen auf großen Widerstand stoßen können bzw. werden. Vielleicht wird die Zeit es erlauben, dass manche von denen, die dies empfinden, die Wahrheit und den Frieden in diesen Worten empfangen können.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    In diesem Zusammenhang könnte euch auch unser Beitrag über einen plötzlichen Kindstod von unserer Hebamme Anja Lehnertz interessieren, Hinweis der Redaktion.

    P.S. Eure Fragen beantworte ich gerne als Kommentar oder anonym als Email.

    Beitragsfoto: Vera Borovskaia / shutterstock
    Pinterest: yacobchuk von G Images Pro (über Canva)
  • Babys haben ein Recht aufs Schreien bzw. Weinen

    Babys haben ein Recht aufs Schreien bzw. Weinen

    Was ist damit gemeint, „Babys haben ein Recht aufs Schreien“? Soll ich, wenn mein Baby schreit bzw. weint, es einfach Schreien lassen und mich nicht davon „ablenken“ zu lassen? Nein, ganz und gar nicht.

    Dieser Artikel bezieht sich nicht auf sogenannte Schreibabys. Nähere Informationen zu Schreibabys findet ihr unter folgendem Link.

    Hilfe mein Baby schreit. „Als mein kleiner Sonnenschein gerade auf die Welt kam, wurde ich immer fast verrückt vor Sorge, wenn es wieder soweit war.

    Ich konnte es nicht aushalten, da ich immer dachte, wenn ich eine gute Mutter bin, dann bekomme ich mein Baby schnell beruhigt. Und irgendwie war da auch so etwas wie ein „je besser die Mama, desto schneller schreit das Baby nicht mehr oder gar nicht erst!“ in mir …

    In der Tat konnte ich schnell fühlen, warum mein Baby schreit. Aber das hieß leider mitnichten, dass ich es immer sofort beruhigt bekam.

    Denn bei Bauchweh oder einem Wachstumsschub & Co. kann man nicht einfach mal schnell mit einer Flasche oder einer frischen Windel helfen. Und das machte mir sehr zu schaffen, da ich das Schreien als Qual für mein Baby empfand.

    Inzwischen weiß ich, dass Schreien für Babys keine Qual ist, solange man dem Baby vermittelt, dass man sein Möglichstes tut, um ihm zu helfen und es dabei nicht allein lässt und Körperkontakt hält“.


    Baby-Syndrom

    Wenn wir Eltern werden, beginnt neben einer wundervollen spannenden Zeit auch eine schmerzhafte Zeit. In der wir an unsere Hilflosigkeit und manchmal bis zur Verzweiflung gebracht werden.

    Einerseits ist es noch sehr konfliktfrei, da unsere jungen Erdenlinge noch nicht sprechen und somit noch nicht widersprechen können. Andererseits wissen wir häufig nicht, was sie brauchen oder wollen.

    Und da wir diese Süßen so lieben und sie so schutzlos sind, wollen wir sie um alles in der Welt beschützen. Dieses Gefühl kommt vor allem dann hoch, wenn unser Baby schreit. Dieses „Baby-Syndrom“, welches durch das Aussehen von Neugeborenen Tieren und Menschen in uns einen Beschützer, Versorgerinstinkt und nicht zuletzt eine Art „Kuschelbedürfnis“ weckt.

    Überlegt mal, wie viele Katzenvideos ihr schon bei YouTube geschaut habt;-)

    Euer Baby schreit aus Reizüberflutung

    Schreien und Weinen ist abgesehen von der Mimik und in gewisser Weise einer rudimentären Gestik, die einzige Möglichkeit unserer Babys auf sich aufmerksam zu machen. Doch vor allem ist sie eine „Begleiterscheinung“ des Verarbeitens, der vielen neuen Eindrücken. In dieser ihnen so fremden Welt.

    Aus diesem Grund ist es auch ratsam unsere Kinder in den ersten Wochen und Monaten nicht allzu vielen Eindrücken auszusetzen. Und wenn diese kleinen, so hilflos aussehenden Wunder, dann Anfangen zu schreien, wollen wir dies so schnell wie möglich beenden.

    Was uns in der Regel nicht bewusst ist, dass dieses Schreien eine tief in uns verborgene Traurigkeit weckt. Welche wir verdrängt haben und nicht wieder hochkommen lassen wollen.

    Gebärmutterheimweh: Babys brauchen Nähe und Geborgenheit 

    Was unsere Babys in diesem Moment und auch über die Kinderzeit hinweg brauchen? Ist empathische Nähe. Sie wollen gehalten und „ausgehalten“ werden. Sie allein schreien zu lassen, stärkt ihre „Überzeugung“ – es nicht wert zu sein / nicht liebenswert zu sein. Und wenn sie sich in diesem Fall nach einiger Zeit allein beruhigen, ist es nicht, weil sie es gelernt haben sich selber zu beruhigen. Sondern weil sie aus Resignation ihren hohen Energieverbrauch, den das Schreien verursacht, senken müssen!

    Vielleicht schafft ihr es auch, euch beim Halten eures schreienden Kindes – euer Inneres Kind (ihr als schreiendes Baby oder Kind) vorzustellen.

    Mit oder ohne diese Vorstellung schenkt ihr mit dieser inneren Haltung auch eurem inneren Kind Halt und Geborgenheit. Was zugleich zur Heilung eurer alten Traumata beiträgt.

    Wenn es die Situation erlaubt, ist viel direkter Hautkontakt extrem förderlich!

    Eigene Erfahrung mit meiner Tochter

    Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass die Mutter meiner Tochter in ersten Wochen häufig nicht die „Nerven“ hatte. Unsere, häufig wie um ihr Leben schreiende, Tochter zu halten.

    Dann nahm ich sie in meine Arme und lief mit ihr schaukelnd durch die Wohnung. Oder hielt sie einfach auf der Couch sitzend liebevoll in den Armen.

    Auch wenn mich ihr Schreien sehr berührte, hatte ich damals schon das Vertrauen, dass „alles gut ist“. Woher dieses Vertrauen damals kam, weiß ich nicht. Doch ich vermute, es ist in uns allen, wenn wir es denn zulassen.

    Mit meiner heutigen Erfahrung empfehle ich allen dabei bewusst und wenn möglich, durch die Nase ohne größere Unterbrechung zu atmen. Jeder bewusste Atemzug nach oben (in die Brust oder den Kopf) schützt uns, in unsere aufkommenden Gefühle zu fallen bzw. zu versinken.

    Er hilft uns unsere Gefühle zu tragen und wenn wir dies lernen, kommen unsere Kinder nicht in die „Versuchung“, sie für uns zu tragen. Denn das ist es, was alle Kinder machen, wenn ihre Eltern es nicht schaffen.

    Unsere Zweifel verunsichern uns

    Dieses nicht wissen, warum unser Kind so schreit, verunsichert uns mit am meisten. Wir haben Angst etwas Falsches zu tun, bzw. etwas Richtiges nicht zu tun.

    Deswegen möchte ich allen jungen Müttern und Vätern mit auf den Weg geben, sich und ihrem „Bauchgefühl“ so gut wie möglich zu vertrauen. Und wenn man dies gerade nicht wahrnehmen kann, die eigene Mutter, den Kinderarzt oder seine Hebamme zu fragen.

    Die Erfahrung wird euch zeigen, dass der Grund, warum euer Baby schreit,  nur sehr selten schwere Erkrankungen sind. Außer sie sind mit diesen auf die Welt gekommen. Viel häufiger sind es osteopathische Probleme, bedingt durch die Schwangerschaft oder die Geburt. Diese sind glücklicherweise sehr gut und erfolgreich durch einen Osteopathen zu behandeln.

    Eltern geben immer ihr Bestes

    Und was immer ihr macht, es ist immer das Beste, was ihr in diesem Moment tun könnt. Auch wenn eure Kinder sich häufig mehr wünschen und auch „verdient hätten“.

    Übrigens gibt es fünf „Schrei-Laute“ an denen man häufig erkennen kann, was unsere Kleinen gerade brauchen. NEH-Laute des Babys bedeuten, „ich habe Hunger bzw. will an die Brust“, OWH-Laute des Babys bedeuten, „ich bin müde“, EH – ich muss aufstossen, EAIRH – ich habe Bauchweh und HEH – mir ist nicht gut.

    Auch wenn es für das Baby am hilfreichsten ist, diesen Stress durchs gehaltene Schreien abzubauen, gibt es für die Momente, wo ihr gerade nicht die Nerven und Gelassenheit habt, euer schreiendes Baby zu tragen – die Option, ihm einen Schnuller anzubieten.

    Doch in der Verbindung mit möglichen Kieferschädigungen (Kreuzbiss) fragt man sich als Mutter / Vater schnell, kann ich das meinem Baby antun oder gibt es einen Schnuller den ich ohne Bedenken meinem Kind geben kann?

    Wo finde ich Hilfe, wenn mein Baby schreit?

    Falls Euer Baby aber doch ohne Erkrankung mehrere Stunden am Stück schreit, findet Ihr unter dem folgenden Link eine Schreiambulanz in Eurer nähe.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Und falls ihr auch an einem humorvolleren Zugang zu diesem Thema interessiert seid, findet ihr diesen unter folgendem Link: „Lasst mich doch einfach mal schreien“. Einen humorvollen Beitrag von Karlchen, unserem 6 Monate alten „Babytalk-Experten“.

    Beitragsfoto: Artush / shutterstock
    
  • Schlafen im Eltern- bzw. Familienbett

    Schlafen im Eltern- bzw. Familienbett

    Wie haben es unsere Vorfahren gehalten?

    Schlafen im Familienbett – Die meisten Kinder haben vermutlich bis vor gut 100 Jahren immer im gleichen Raum wie ihre Eltern geschlafen. Es gibt keine Erkenntnisse dazu, dass dies besondere Probleme für die Entwicklung der Kinder nach sich zog.

    Und wenn man in der Geschichte bis zum Beginn der Menschheit zurückgeht, wird einem schnell bewusst, dass das Schlafen in der Nähe von vertrauten Menschen vermutlich schon von Anbeginn an „normal“ ist bzw. war.

    Dort bedeutete die Anwesenheit der Eltern (bzw. anderer erwachsenen Mitglieder der Gemeinschaft) Sicherheit vor Gefahren. Wie die durch wilde Tiere oder extremen Wettersituationen.

    Diese „Ur-“Ängste sind immer noch in den „Genen“ verankert. Und so genießen Babys die Sicherheit und Geborgenheit, die ihnen die Nähe ihrer Eltern im Familienbett vermittelt.

    Was würde sich ein Baby wünschen?

    Versetzt Euch mal für einen Moment in die Situation eines Babys, das neun Monate lang eng mit seiner Mutter verbunden war. Es kennt ihren Herzschlag, ihren Atemrhythmus, ihren Geruch, einfach alles von ihr.

    Dies bzw. seine Mutter gehört für das Baby einfach zu ihm und seinem Leben. Dann kommt es mit der Geburt zu dem Ende dieser vertrauten und Sicherheit und Geborgenheit schenkenden „Zweisamkeit“.

    Dies ist wahrscheinlich eines der dramatischen Erlebnisse im Leben eines Menschen, wie sanft die Geburt auch gewesen sein mag. Das Neugeborene findet sich plötzlich in einer weiten, unbekannten, grellen und „lauten“ Welt wieder.

    Was vermutet ihr, wünscht sich da ein Baby? – Ich würde mir Geborgenheit und Nähe wünschen und die würde ich am ehesten im Familienbett finden.

    Bis zum 3. Lebenjahr können wir unsere Kinder fast nicht verwöhnen

    Verwöhnen wir durch das Schlafen lassen im Familienbett unsere Kinder? In den ersten drei Lebensjahren können Sie als Eltern ihre Kinder fast nicht verwöhnen.

    Alles, was Sie ihnen aus Liebe und nicht eines schlechten Gewissens wegen schenken, stärkt ihr Wohlbefinden und Selbstvertrauen. Und ist es nicht genau das, was wir unseren Kindern mitgeben wollen?

    Damit möchte ich nicht sagen, dass alle Eltern ihre Kinder in ihrem Familienbett schlafen lassen sollen. Denn was ein Kind sich noch wünscht, sind glückliche und entspannte Eltern. Und wenn das für sie bedeutet, ohne ihr Kind in oder neben ihrem Bett zu schlafen, dann ist das so!

    Seinen Gefühlen vertrauen

    Vertraut euren Gefühlen und ihr werdet wissen, was das Beste für euch und die euch anvertrauten Kinder ist.

    Lasst euer Kind nicht aus Angst dauernd in eurem Familienbett schlafen. Oder weil ihr es nicht aushaltet, wenn euer Kind Probleme hat. Sondern vor allem dann, wenn es sich für Euch (Mutter und Vater) gut anfühlt.

    Es ist wichtiger für ein Kind, entspannte und ausgeschlafene Eltern zu haben, als mit ihnen in einem Bett zu schlafen.

    Übermüdete und verzweifelte Eltern schalten schnell in einen Auto(-funktions)modus. Sind getrennt von ihren Gefühlen und reagieren angespannt und genervt, was wiederum die Kinder verunsichert.

    Plötzlicher Kindstod

    Es gibt viele verschiedene Studien in Bezug auf den plötzlichen Kindstod, dessen tatsächliche Ursachen noch immer ungeklärt sind. Manche besagen, dass das Schlafen im Familienbett das Risiko erhöht. In diesen Aussagen sind allerdings nicht die unterschiedlichen Umstände weiter berücksichtigt worden.

    So gehen in diese Studien auch die Kindstode ein, wo ein Kind nur eine Nacht im gemeinsamen Familienbett geschlafen hat.

    Zudem werden Kinder eher mal ins Familienbett geholt, wenn es ihnen eh nicht so gut geht. Häufig sind sie krank oder machen gerade einen Entwicklungsschub durch. Oder durchleben eine Phase mit vielen „Alpträumen“.

    Des Weiteren sind viele Faktoren, wie das Rauchen eines oder beider Elternteile im Familienbett oder Drogenkonsum der Eltern, die die Gefahren eines plötzlichen Kindstod sehr stark erhöhen, nicht rausgerechnet.

    Ein klarer Zusammenhang besteht nicht

    Zudem gibt es vermutlich wie bei vielen kritisch gesehenen Themen genauso viele Befürworter wie Kritiker.

    So weist Abraham Bergman, emeritierter Professor am Harborview Medical Center in Seattle, darauf hin, dass der plötzliche Kindstod nur ein statistischer Zusammenhang sei und es nicht bewiesen sei, dass das Bett-Teilen für sich genommen zum plötzlichen Kindstod führt.

    Der Tod eines Menschen, vor allem eines Kindes, so bedauernswert und tragisch er für die betroffenen Eltern ist, gehört genauso zum Leben wie die Geburt. Aus meiner Arbeit als Familien- uns Traumatherapeut kenne ich viele solcher Tragödien.

    Schicksalsschlag, der plötzliche Kindstod

    Meistens zeigte sich hinter diesen Schicksalen, dass der Tod des Kindes eine Art „Geschenk des Himmels“ war, sich über das bisherige und zukünftige Leben Gedanken zu machen und für sie wichtige „Veränderungen“ anzugehen.

    Denn ein „Weiter so“ ist den betroffenen Eltern nach solch einem Erlebnis nicht möglich. Das heißt nicht, dass die Eltern durch ihren bisherigen Lebensstil eine Mitverantwortung für den Tod ihres Babys tragen.

    Auch wenn ich es nicht gleichsetzen möchte, sehe ich es ähnlich wie eine sehr schwere Krankheit, zum Beispiel einen Herzinfarkt, nach dem sich nicht selten die Prioritäten im Leben dieses Menschen grundlegend ändern.

    Vieles, was früher von großer Bedeutung war, wie beispielsweise die berufliche Karriere, schwindet, und vieles, was zuvor nicht oder weniger Beachtung fand, wie die Beziehung zu seinem Partner und Kindern, erfährt nun größere Bedeutung.

    Dr. Jan Sperhake, Oberarzt am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), gibt in der Zeitschrift ELTERN (10/2012) folgende Information:

    „Wenn jedoch das Kind selbst keine Risikofaktoren aufweist und die Eltern alle üblichen Vorsichtsmaßnahmen einhalten. Vor allem, wenn die Eltern nicht rauchen, ist das Risiko für das Kind im Familienbett wahrscheinlich nur gering erhöht.

    Sicherheits-Voraussetzungen

    Vorausgesetzt, es trägt einen Schlafsack, kann nicht unter eine Daunendecke oder mit dem Kopf in ein Kissen oder eine Kuhle geraten.“

    Bei Kleinkindern und Babys kommt es während der Nacht nicht selten zu Atemaussetzern, was aber in der Regel nicht bedrohlich ist, und wenn, ist die Chance, dass sie durch das vertraute Atmen ihrer Eltern zum weiter atmen animiert werden, sehr groß.

    Und wenn nicht, sind die Eltern durch ihre Nähe zu ihnen schneller in der Lage, aktiv zu werden. Babys, die im Familienbett schlafen, sollen in der Regel seltener in der Nacht wach werden, und wenn doch, dann schlafen sie leichter bzw. schneller wieder ein.

    Ein weiterer schöner Nebeneffekt ist, dass sich der Schlafrhythmus von Mutter und Kind annähert. Und so wird die Mutter auch nicht aus einer Tiefschlafsphase geweckt, wenn das Baby Hunger bekommt und schläft anschließend leichter wieder ein und ist am morgen ausgeruhter.

    Das Liebesleben der Eltern im Familienbett

    Viele Eltern befürchten, dass ihr eh dürftiges Liebes- bzw. Sexleben nach der Geburt des Kindes weiter abflaut, wenn das Kind im Familienbett schläft. Das ist natürlich möglich, doch nicht notwendigerweise so.

    Auch wenn Sex in unserer Zeit, durch die „68 Revolution“ von vielen Tabus befreit wurde und nicht mehr „nur“ auf die Ehe beschränkt ist und nicht zuletzt durch ihre dauernde Anwesenheit in den Medien und der Werbung scheinbar überall präsent ist, scheint es insbesondere für Eltern klare gesellschaftliche Richtlinien für ihr Sexualleben zu geben.

    Streit ja – Liebe nein

    Es ist zwar bekannt, dass Kinder nicht unbedingt jeden heftigen Streit mitbekommen sollten, doch nichtsdestotrotz bekommen sie gerade in unserer Zeit sehr viele Streitigkeiten mit, was nicht zuletzt eine Scheidungsrate von fast 50 Prozent nahelegt. (mehr dazu … Klick) Hinweis der Redaktion.

    Doch was spricht dagegen, dass Eltern Sex haben, während ihre Kinder im gleichen Zimmer schlafen? Sex, als Ausdruck von tiefer Zuneigung und Liebe. Was, wenn nicht das, wollen wir unseren Kindern in Bezug auf Beziehungen mitgeben?

    Es macht kleinen Kindern eher Angst, wenn sie durch eine geschlossene Tür oder dünne Wände Stöhnen und andere laute Geräusche vernehmen, die sie nicht zuordnen können.

    Da entspannen sie sich schneller, wenn sie doch mal in der Nacht im Elternschlafzimmer aufwachen sollten.

    Falls der Sex mit Kind in einem großen Familienbett passieren sollte, darf der Sex auch mal sanfter sein. Und falls es doch mal weniger ruhig zugehen soll, sind Vater und Mutter für ihre leiblichen Bedürfnisse nicht aufs Schlafzimmer beschränkt.

    Stillen im Familienbett

    Mütter, die ihr Kind in ihrem Schlafzimmer oder Familienbett schlafen lassen, stillen ihre Babys häufiger länger. Sie können sie nicht selten in einer Art Halbschlaf anlegen und wieder ab stöpseln und weiterschlafen.

    Was sie nicht selten ausgeruhter werden lässt, als wenn sie nachts in einer Art „Habachtstellungsschlaf“ in ihrem Bett liegen, mit einem Ohr immer bei ihrem Baby im Kinderzimmer sind, um mitzubekommen, wenn es sich durch schreien oder weinen meldet.

    Gemeinsam Schlafen gehen?

    Je nach Schlafrhythmus geht das Baby mit den Eltern oder früher ins Bett. Eine gute Möglichkeit ist es, das Baby bis zum eigenen Schlafen gehen in einem Trage- bzw. Babykörbchen neben sich schlafen zu legen.

    Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, sich dazu zu legen, bis es eingeschlafen ist, was zwar die eigene „freie Zeit“ beeinträchtigt, doch ansonsten ein schönes Ritual ist und zudem die Nähe zu den Eltern und das Vertrauen ins Leben stärkt.

    Zudem sollte nicht vergessen werden, dass Familienbett mit Kissen oder anderen Utensilien „Rausfall“-sicher zu machen.

    Der Einfluss des Familienbetts auf die Entwicklung der Kinder

    Das Schlafen im Familienbett bzw. Elternschlafzimmer gibt unseren Kindern die Chance durch diese Geborgenheit schenkende Nähe ihr Ur-Vertrauen zu stärken. Babys, die nachts wach werden und weinen, lernen häufig wesentlich schneller, sich durch die Anwesenheit und Nähe ihrer Eltern wieder zu beruhigen und einzuschlafen. Dies stärkt das Selbstvertrauen, allein mit starken Emotionen umzugehen.

    Auf das Alleinschlafen vorbereiten

    In der Regel bemerkt das Kind den Zeitpunkt, wann es besser ist, dass Familienbett bzw. Elternschlafzimmer zu verlassen und allein in seinem Zimmer zu schlafen. Und äußert dies dann auch gegenüber seinen Eltern.

    Das eigene Zimmer sollte, zumindest bis es für das Kind normal ist, allein darin zu schlafen, nicht als Bestrafung genutzt werden, wobei Bestrafungen in aller Regel nur selten hilfreich sind. Belohnungen für „gewünschtes“ Verhalten sind dagegen wesentlich effektiver und entwicklungsfördernder.

    Kissenschlachten im Familienbett

    Auch wenn sie bereits in ihrem eigenen Bett/Zimmer schlafen, wurde das gemeinsame Schlafen im Familienbett für unsere Liebsten von klein auf ein Ort der Geborgenheit und Nähe. Und wenn es gewollt ist, bleibt es dies auch, wenn sie größer werden. Dann kommen sie am Wochenende immer wieder mal zum Kuscheln oder für eine lustige Kissenschlacht mit ihren Eltern. Kann man den Tag besser beginnen?

    Fazit zum Familienbett

    Es liegt in der Verantwortung der Eltern, ob sie sich für das Familienbett entscheiden, oder was das Beste für sie ist, womit sie sich am wohlsten fühlen. Denn dies ist dann auch das Beste für das Kind.

    Denn auch, wenn sich Kinder häufig etwas anderes wünschen, ist ihnen am Wichtigsten, dass es ihren Eltern gut geht. Und es liegt nicht in ihrer Verantwortung, sich um das Wohlergehen ihrer Eltern zu kümmern. Sie dürfen alles freiheraus „äußern“ bzw. kundtun, was sie wollen.

    Es ist allein die Aufgabe der Eltern zu entscheiden, was sie zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse brauchen und darauf zu achten, nicht über ihre Grenzen zu gehen.

    Diese Aufgabe ist wesentlich schwerer, als es scheint, und kann im Grunde nur von Eltern beurteilt werden.

    Sie sollten sich dabei nicht zu sehr von eigenen Erfahrungen als Kind und scheinbaren gesellschaftlichen Regeln beeinflussen lassen. So ähnlich wir Menschen uns auch sind, haben wir doch unterschiedliche Bedürfnisse.

    Liebe Grüße und angenehme Nächte!

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Wir würden sehr gerne erfahren, wie Ihr es handhabt und welche Erfahrungen Ihr gemacht habt.

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  • Einschlafprobleme bei Babys und Kleinkindern

    Einschlafprobleme bei Babys und Kleinkindern

    Einschlafprobleme mit Kleinkindern: Viele Eltern kennen das Problem, dass ihre Liebsten nicht einschlafen „wollen“ oder können. Dabei wünscht man sich nach vielen schlafreduzierten Nächten, nichts sehnlicher als Ruhe und einen entspannten gemeinsamen Abend auf der Coach.

    Als Familientherapeut kenne ich das Thema aus meiner Praxis und habe festgestellt, dass das Problem häufig nicht bei den Kleinen, sondern an den Eltern liegt.

    Da sich dies für viele Leser bestimmt unglaublich anhört, habe ich mich entschieden, den Beitrag nicht persönlich zu schreiben. Sondern ein Feedback von einer betroffenen Mutter zu veröffentlichen.

    Mit diesem Beitrag möchte ich nicht alle Einschlafprobleme von Kleinkindern auf die „Haltung“ der Eltern zurückführen, doch euch Eltern dafür sensibilisieren, dass ihr und eure Haltung dazu sehr wohl einen Einfluss darauf haben kann:

    Erfahrungsbericht einer betroffenen Mutter

    Dass „Erziehen“ nichts mit dem Einüben oder Abgewöhnen von (un)erwünschten Verhaltensweisen zu tun hat, hatte ich vor einigen Jahren schon von meinem Hund gelernt.

    Der mit meiner auf vielen Übungen basierenden Erziehung nichts anfangen konnte. Und auf den ich mich erst richtig verlassen konnte, nachdem ich mich entschieden hatte, wirklich seine „Rudelführerin“ zu sein.

    In letzter Zeit habe ich mich in verschiedenen Sitzungen mit Deva mit Konflikten und Problemsituationen auseinandergesetzt, die im Alltag mit meinen beiden kleinen Kindern aufgetreten sind.

    Dabei konnte ich mehrmals auf sehr beeindruckende Weise erfahren, wie sich eine klare innere Haltung auf die „Erziehung“ von Kindern auswirkt. Und wie meine Einstellungsänderung zu einem veränderten Verhalten meiner Kindern führen kann.

    So hat sich beispielsweise ein für mich extrem belastendes „Schlaf-Problem“ meiner Tochter fast wie von selbst gelöst.

    Die Situation sah für mich so aus: Meine 1,5 Jahre alte Tochter hatte seit ihrer Geburt so gut wie in keiner Nacht mehr als 3 Stunden am Stück geschlafen.

    Die erste Nachthälfte verbrachte sie in der Regel in ihrem Bett. Danach konnte ich sie nach den Mahlzeiten meistens nicht wieder dorthin zurücklegen. Stattdessen  schlief sie dann in meinem Bett – neben mir, an mich gekuschelt oder auch auf mir liegend.

    Da ich mittlerweile meine Arbeit wieder aufgenommen hatte und tagsüber fit sein musste, wurde dieses Verhalten für mich zunehmend zum Problem.

    Ungewöhnliche Verursacher für Einschlafprobleme

    Devas erste Reaktion auf meine Schilderung der Einschlafprobleme war für mich überraschend: „Willst du das Kind nicht endlich mal in Ruhe schlafen lassen?!“ –

    Die Erkenntnis, dass in der Tat ICH und nicht meine Tochter der Schlüssel war, stellte sich bei mir nicht sofort ein.

    Dass ein Kind in dem Alter natürlich nicht verhungert, wenn es nachts mehr als drei Stunden ohne Milch auskommen muss. Und sich im Gitterbett direkt neben mir wahrscheinlich auch nicht allein oder im Stich gelassen fühlt, war sicherlich keine große Neuigkeit für mich.

    Umso erstaunlicher war, dass meine Tochter direkt in der folgenden Nacht allein in ihrem Bett schlief. „Es ist noch zu früh für Milch“ reichte, damit sie sich ganz schnell beruhigte und wieder schlafen legte.

    Ich hatte es nach der Sitzung mit Deva geschafft. Ich schaffte es die Gefühle, die das weinende Kind bei mir auslöste, nicht mehr automatisch mit denen meiner Tochter gleichzusetzen. So konnte ich ihr offenbar mit viel größerer Souveränität und innerer Ruhe vermitteln, dass die Situation wirklich ok war.

    Es folgten einige weitere Nächte, in denen sie meine neue Haltung mehr oder weniger vehement auf die Probe stellte. Doch schließlich kam die Erkenntnis, dass die Lösung ihrer Einschlafprobleme wirklich so „einfach“ gewesen war.

    Für die auf diese Weise zurückgewonnene und nun schon selbstverständlich gewordene Nachtruhe bin ich Deva sehr dankbar.

    Einschlafprobleme Baby trinkt sein Fläschchen

    Allein bei Tagesmutter bleiben

    Die gleiche Erfahrung konnte ich machen, als es darum ging das meine Tochter allein bei der Tagesmutter blieb. Obwohl ich mehrere Tage mit ihr zusammen dort war, konnte ich nicht mal das Zimmer verlassen. Zumindest nicht ohne, dass sie zu schreien begann.

    Als ich mit Deva meine bei ihrer Geburt aufgekommene Überzeugung „Sie schafft es nicht.“ bearbeitete, konnte ich am nächsten Tag ohne Probleme die Wohnung ihrer Tagesmutter verlassen.

    Mittlerweile kann ich sehen, dass eine „unaufgeräumte“ Gefühlswelt meinerseits sich auf meine Tochter überträgt. Und entsprechend dazu führen kann, dass meine Tochter wieder häufiger und länger weint.

    Ich habe dann die Möglichkeit, meine Einstellung zu korrigieren anstatt das „Problem“ meiner Tochter zuzuschreiben – und es klappt meistens!

    Ich hoffe, mit diesem Erfahrungsbericht ein wenig Klarheit in eines der größten Probleme in der Babyzeit gebraucht zu haben.

    Wir freuen uns über Eure Erfahrungen im Kommentar und gehen dort gerne auf Eure Fragen ein:)

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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  • Einfluss der Geburt auf die Persönlichkeit des Babys

    Einfluss der Geburt auf die Persönlichkeit des Babys

    Und welchen Einfluss hat unsere Geburt auf unser späteres Leben? Allen Eltern geht es darum ihren Kindern eine sanfte und sichere Geburt und somit einen schönen Start ins Leben zu ermöglichen.

    Nachfolgend findet ihr meine Erfahrungen und Kenntnisse aus meiner Arbeit als Therapeut, Persönlichkeitsentwickler und Vater zu diesem Thema. Früher dachte man, Neugeborene wären wie ein ungeschriebenes Blatt und somit absolut gefühllos.

    Wenn kleine Eingriffe vorgenommen wurden, wurden diese in der Regel ohne Betäubung durchgeführt. Schreien und Weinen wurden als Reflexe abgetan, so als ob sie noch kein Schmerzempfinden hätten.

    Heute weiß man, dass sie bereits im Mutterleib ganz viel mitbekommen, und diese Erfahrungen häufig ihr späteres Leben beeinflussen.

    Schwangerschaft – Vorbereitung auf die bevorstehende Geburt

    Im Mutterleib nimmt der Embryo alle Gefühle der Mutter wahr, ob Angst, Trauer, Freude oder Schmerz. Die Gedanken zu den Gefühlen bleiben den Embryos/Föten dagegen verborgen. Dies ist vor allem in den ersten Lebensjahren so extrem, da Babys in dieser Zeit, alles was um sie herum geschieht als von ihnen bewirkt wahrnehmen. Sie sind der Mittelpunkt allen Lebens um sie herum. Sie fühlen sich verantwortlich, wenn Mama oder Papa lacht oder weint.

    Wenn eine werdende Mutter, durch einen Todesfall im engeren Verwanden- oder Bekanntenkreis sehr viel Traurigkeit während der Schwangerschaft fühlt, was vollkommen verständlich ist, wird das heranwachsende Kind später das Leben sehr wahrscheinlich mit viel Trauer und Schmerz verbinden und dies somit immer wieder in sein Leben ziehen.

    Es sei denn, viele positive Ressourcen, wie z.B. eine enge und liebevolle Bindung zur Mutter (und Vater) nach der Geburt, überlagern die traurigen Gefühle.

    Wir können uns wie eine Festplatte vorstellen, die während der Schwangerschaft/Geburt mit viel schmerzhaften Erfahrungen beschrieben wird. Die spätere Liebe überschreibt nun die Festplatte mit ganz viel positiven Gefühlen und daraus entstehenden Überzeugungen, wie „ich bin liebenswert“. Dies hebt mit der Zeit immer mehr die Chance, dass der Lesekopf der Festplatte immer häufiger auf ein positives Gefühl/Überzeugung trifft als zuvor.

    Geburt im Kreissaal vs. natürliche Klinikgeburt

    Die Geburt sollte, sofern nichts Medizinisches dagegen spricht in einer aufrechten Haltung von statten gehen, denn generell wirkt beim „Hocken“ die Schwerkraft unterstützend bei der Geburt mit. In der aufrechten Haltung der Gebärenden hat ihr Becken zudem den größtmöglichen Raum, so dass dem Kind beim Stehen und Knien der Mutter viel Platz im Becken geboten wird.

    Und den meisten Frauen geht es besser, wenn sie dazu zwischendurch immer wieder umher laufen. Wenn es medizinisch nicht zu riskant ist, sollte das Neugeborene nach der Geburt erstmal auf dem Bauch oder in dem Arm der Mutter liegen.

    Gott sei Dank ist dies mittlerweile in den allermeisten Geburtskliniken unterstützt. Unsere Geburt ist eines der traumatischsten Erlebnisse in unserem Leben.

    Wir werden aus einem geborgenen Heim, der Gebärmutter, in der wir uns sicher fühlen, in der wir die Geräusche (Herztöne, Atem, Organe…), Gerüche und die Stimme der Mutter/Eltern kennen, „herausgerissen“. Und in eine schier „grenzenlose“ und fremde Welt mit unzähligen neuen Eindrücken geboren. Dies macht jedem Neugeborenen Angst.

    Es ist wie eine Art „Sterben“, ein Eintritt in eine unbekannte Welt. Aus diesem Grund brauchen diese neuen Erdenbürger in den darauffolgenden Wochen/Monaten noch viel Nähe und nicht zu viele fremde Eindrücke.

    Geburt Baby wird bei Kaiserschnitt geholt

    Intuitiv legt man sie zum Schlafen in ein kleines Bettchen oder macht ein größeres durch „Decken oder andere kuschelige Dinge“ die nicht die Atmung des Babys gefährden kleiner.

    Kaiserschnitt

    Bei einem Kaiserschnitt geht es besonders darum, die eher negativen Rahmenbedingungen der Geburt, viel Licht und häufig auch Zeitnot durch eine möglichst RUHIGE Geburtsatmosphäre auszugleichen. Und der „hilflosen“ Mutter und dem Ungeborenen mit viel Wertschätzung zu begegnen.

    Verständnisvolle Frauenärzte klopfen, sofern es die Zeit zulässt, nach dem Aufriss der Bauchdecke an der Gebärmutter an. Und kündigt die Kontaktaufnahme an, um dem Fötus auf den bevorstehenden „Gewaltakt“ vorzubereiten.

    Geburtsvorbereitung Schwangere liegt auf einem Ball

    „Hallo du Kleines, gleich wird jemand mit seinen Händen zu dir durchdringen und dich aus deinem schönen Heim herausheben und deiner Mutter auf die Brust legen. Sie ist gerade etwas aufgeregt, doch mach dir keine Sorgen, es geht ihr gut und sie freut sich auf Dich.“

    Hausgeburt und Geburt in einem Geburtshaus

    Bei Geburten in der heimischen Wohnung oder in einem Geburtshaus wird, wenn möglich, häufig der Raum abgedunkelt und nur Kerzen- bzw. sanftes Licht verwendet.

    Ruhige oder entspannende Musik kann dem neuen Erdenbürger, zudem den Schritt in die neue Welt erleichtern. Allen Anwesenden ist in einem solchen Fall bewusst, dass eine entspannte Atmosphäre sehr wichtig und vor allem sehr hilfreich ist. In so einer ruhigen Atmosphäre kann die Gebärende, sich leichter entspannen. Nicht selten wird der werdenden Mutter vorgeschlagen noch ein kurzes warmes Bad zu nehmen.

    Viele Mütter genießen das Ritual zu einer ähnlichen Tageszeit bei entspannter Musik mit dem Ungeborenen in Kontakt zu gehen. Sie erzählen ihm über ihren Tag, ihre Wünsche und ggf. auch Ängste, sofern diese nicht zu extreme Emotionen hervorrufen.

    Wassergeburt Gebärende in einer Wanne

    Diese Musik kann dann auch während der Schwangerschaft abgespielt werden.

    Wassergeburt

    Eine Wassergeburt kann zu Hause, in einem Geburtshaus und in den meisten Kliniken vorgenommen werden. Dabei hockt die Gebärende in einer körperwarmen „Wanne“ und wird bestenfalls mit dem Atem unterstützt sich zu entspannen.

    Dabei wird darauf geachtet, dass der Aufenthalt nicht zu lange ist, da er sonst zu einer Belastung für Mutter und Kind werden kann. Hockt sich die Frau hin, kann der kindliche Kopf leichter in den engen Beckenausgang hineinrutschen.

    Je entspannter die Gebärende ist, desto leichter und schmerzfreier wird die Geburt. Es gibt auch Mütter, die so im vertrauen sind, dass sogar das erste Kind leicht und zügig zur Welt kommt. Hier sind es vor allem die eigenen mit der Geburt verbundenen Gedanken und Überzeugungen der Mutter, die die Geburt ihres Babys beeinflussen.

    Häufig sind diese, u.a. durch erzählte Horrorgeburten, mit sehr viel Angst besetzt. Dies lässt die Mutter nicht zuletzt im Beckenbereich verspannen. Was es der Gebärmutter schwerer macht sich zu öffnen. Hier wirkt das warme Wasser entkrampfend und der Beckenboden wird elastischer und gibt leichter nach.

    Das Wasser ist außerdem das Element, wo sich das Neugeborene am heimischsten und wohlsten fühlt. Es hat ja nun einmal sein bisheriges Leben in solchem verbracht. Übrigens: sobald das Kind geboren ist, macht es durch Paddelbewegungen von sich aus deutlich, wann es aus dem Wasser gehoben werden muss, um seinen ersten Atemzug zu tun. Die meisten Babys paddeln sogar selbst an die Oberfläche.

    Bei der Geburt im körperwarmen Wasser ist die „neue Welt“ nicht mehr ganz so fremd.

    Alle der hier aufgeführten Geburtsarten haben ihren spezifischen Einfluss auf das kommende Leben des neuen Menschen.
    (Weitergehende Informationen über die Geburt im warmen Wasser findet ihr hier.)

    Überzeugungen über das Leben

    Nachfolgend habe ich einige typische Überzeugungen aufgeführt, die bei der Geburt entstehen und unser zukünftiges Leben beeinflussen können. Warum? Weil wir alle ersten Erfahrungen, die wir als Mensch auf dieser Welt machen, erstmal als absolute Wahrheit annehmen.

    Ob Babys in diesen Situationen, diese Überzeugungen übernehmen, hängt nicht zuletzt von den vertrauensstärkenden Erfahrungen und vor allem von der liebevollen Zuwendung ihrer Eltern und weiteren unterstützenden Überzeugungen über das Leben ab.

    • Wenn das Neugeborene nach der Geburt, aus welchem Grund auch immer, nicht bei der Mutter liegen und auch nicht beim Vater auf den Arm kann, fördert dies die Angst des Verlassen Werdens und/oder „ich bin nicht liebenswert“.
    • Falls das Baby geholt werden muss, verstärkt es die Überzeugung, „Ich habe versagt, ich schaffe es nicht allein“.
    • Eine eingeleitete Geburt, kann die Überzeugung fördern, „Ich habe keine Zeit“.
    Geburt Mutter liegt mit Baby auf dem Bauch im Bett und wird von ihrem Mann geküsst

    Fazit zur perfekten Geburt

    Nichtsdestotrotz bin ich der festen Überzeugung, dass wir als Eltern, Hebamme und Ärzte nur unser Bestes geben können. Und wenn es dann doch eine eher traumatische Schwangerschaft oder Geburt wird, dann ist es so.

    Mehr als sein Bestes geben kann man nicht! Die daraus resultierenden Erfahrungen und Überzeugungen, so wenig Lebensfreude sie auch ausdrücken mögen, werden dann für das Kind wichtig sein. Sie werden ihm helfen seine Persönlichkeit zu entwickeln und seinen Platz im Leben zu finden.

    Und so kann z.B. die Geburtsüberzeugung „Ich schaffe es nicht“ gerade dazu führen, dass dieser Mensch in seinem Leben alles daran setzt „Alles zu schaffen, was er sich vornimmt und Großes vollbringen“.

    Werdende Mütter sollten bei der Wahl der Geburtsart vor allem auf ihr Gefühl hören und schauen, wem sie am meisten vertrauen. Vertrauen ist absolut notwendig, um während der Geburt entspannen zu können. Wenn sie sich sicher fühlt, fühlt sich auch ihr Ungeborenes sicher.

    Sie sollte zudem für sich überlegen, wem sie dabei haben möchte, wobei Gedanken, dies kann ich jenem oder jener nicht antun, nicht hilfreich sind. Gespräche mit dem ungeborenen Baby fördern die Entspannung sowohl der Mutter als auch des Babys.

    Nach der Geburt ist es vor allem wichtig, dass die frischgebackene Mutter ihr Baby in ihren Armen oder auf ihrer Brust halten kann. Dies gewährleistet für beide, dass die während der Schwangerschaft aufgebaute Bindung nicht unterbrochen wird. Und der nicht immer schmerzfreie Prozess der Geburt, gut verarbeitet werden kann.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)


    Nachfolgend findet ihr einen Kommentar einer Leserin, die eine traumatische Geburt hatte und was sie danach beobachten konnte:

    Also ich habe durch die Schwangerschaft eine seltene Krankheit namens ppcm (= peripartum cardiomyopathy; zu Deutsch: schwangerschaftsbedingte Herzinsuffizienz) bekommen.

    Hatte in der 39. SSW noch ein extremes hellp (HELLP ergibt sich aus den englischen Begriffen für den Abbau der roten Blutkörperchen (haemolysis), für erhöhte Leberwerte (elevated liver enzymes) und für die erniedrigte Zahl von Thrombozyten (low platelets), weshalb ein Notkaiserschnitt bei mir vorgenommen werden musste, bei dem ich und meine Maus fast gestorben wären.

    Das ist jetzt 8 Monate her und ich habe eine posttraumatische Belastungsstörung zurückbehalten. Jedes Mal, wenn ich (vor allem kurz nach der Geburt) mit meiner Psychologin darüber gesprochen habe, war die Kleine auch dabei und begann immer wieder zeitgleich extrem zu weinen und zuschreien an.

    Wenn ich mit dem „Erzählen“ fertig war, hörte sie auch auf.

    Meine Psychologin hat dann immer gesagt, dass die Kleine das genauso fühlt bzw. gefühlt hat und das Ganze mit mir gemeinsam verarbeitet.

    Ich bin mittlerweile der Meinung, dass die Geburt sich sehr wohl im Unterbewusstsein manifestiert. Sie bleibt (nach meiner Vorstellung) als Bilder verankert und prägt uns alle individuell.

    Wie so oft ist es so, dass wir Menschen Dinge nicht glauben und verstehen, die wir nicht greifen oder sehen können.

    Menschen die eine ganz normale unkomplizierte Geburt erlebt haben, tun sich wahrscheinlich noch schwerer, sowas nachzuvollziehen.

    Sabrina (Babytalk-Leserin)


    Kaiserschnitt Filmbild mit Schwangeren im Krankenhaus

    Übrigens wurde am 19.06.2017 im ARD ein Beitrag gesendet, welcher aufzeigt, warum immer öfter unnötige Kaiserschnitte gemacht werden (ca. 5_Minuten):

    Beitragsfoto: zlikovec / shutterstock
    2 Foto: jomphong / shutterstock
    3 Foto: Kazenon / shutterstock
    4 Foto: ChameleonsEye/ shutterstock
    5 Foto: nata-lunata / shutterstock 
    Pinterestfoto: gorodenkoff von Getty Images (über Canva)
  • Beikosteinführung: Ein Löffelchen für dich, ein Löffelchen für mich

    Beikosteinführung: Ein Löffelchen für dich, ein Löffelchen für mich

    Dieser Beitrag „Beikosteinführung“ kommt aus unserem Expertenteam und zwar von der Hebamme Anja Lehnertz. Sie arbeitete bis vor kurzem in Trier als letzte freiberufliche Hebamme, die auch noch immer Geburten begleitete und setzt sich enorm für selbstbestimmte Geburten ein.

    Als Hebamme wird Anja oft von verunsicherten Eltern auf die Beikosteinführung angesprochen. Wann, wie und mit was sollte man sein Baby an feste Nahrung gewöhnen? Hier hat sie ihre Tipps für Euch aufgeschrieben:

    Warum sind Eltern eigentlich immer so verkrampft, wenn es um die Ernährung ihrer Kinder geht?

    Wie bekomme ich den Löffel in den Mund meines Kindes?

    Warum habe ich immer das Gefühl, dass nach der anstrengenden Wochenbettzeit die anstrengende „Wie bekomme ich den Löffel mit Nahrung in mein Kind anstatt an die Wand?“ Zeit kommt?

    Mit dem Beginn des 4. Lebensmonates kann man als erfahrene Hebamme beobachten, wie die Frequentierung der telefonischen Beratungen zum Thema „Beikosteinführung“ stetig steigt.

    Ein ganzer Rückbildungsabend geht mindestens drauf für dieses Thema. Spätestens im Babykaffee geht es dann erst Recht los mit den Fragen:

    „Anja mein Kind ist jetzt 4 Monate alt und verweigert die Brust. Ich glaube es wird nicht mehr satt. Kann ich jetzt schon mit der Beikost anfangen?“ oder: “ Mein Kind ist schon 7 Monate alt und trinkt immer noch nur an der Brust? Reicht das noch aus?“

    Im Folgenden werde ich die Fragen, die mich tagtäglich begleiten, erörtern.

    Was bedeutet Beikost?

    Im ersten halben Lebensjahr ist das ausschließliche Stillen oder die Ernährung mit Pre/oder HA Nahrung für das Kind ausreichend und ernährungsphysiologisch das Beste.

    Mit der Einführung von Lebensmittel in den verschiedenen Formen spielt weiter die Milchernährung die Hauptrolle im Ernährungsplan des Kindes. Deshalb nennt man dieses Einführen von Lebensmitteln BeiKost.

    Warum heißt es Breikost?

    Noch heute erfolgt die Einführung der Beikost meist über Breie, daher der Begriff „Breikosteinführung“.

    Was ist „Baby led weaning“?

    Die Kinderkrankenschwester, Gill Rapley gab 2008 einer alten Methode, Kinder mit „Fingerfood“ zu zu füttern diesen neuen Namen.

    Jeder hat seinem Kind bestimmt schon einmal eine Brotkruste unterwegs in das Händchen gegeben, um den Weg nach Hause zu überbrücken. Oder welches Kind freut sich nicht über das Stück Fleischwurst an der Fleischtheke.

    Das Kind bekommt Nahrungsmittel in handgerechten Stücken angeboten und kann diese selbstbestimmt entdecken, zermatschen und schmecken. Kinder sind von Natur aus neugierig und experimentieren gerne.

    Tipps:

    Nachfolgend findet ihr ein paar sehr hilfreiche Tipps und Hinweise:

    • Kinder sind im ersten Lebensjahr in der sogenannten „Oralen Phase“. Das heißt sie erleben Ihre Umwelt über den Mundraum.
    • Kinder haben eine angeborene Vorliebe für „süß“.
    • Ich möchte nochmal deutlich sagen „Kinder lernen vor allem durch Nachahmen“. Das sollte uns immer wieder bewusst werden.
    • Gemeinsames Essen am Tisch sollte Priorität im Familienalltag erhalten.
    • Die Auswahl der Lebensmittel erfolgt am Besten traditionell und saisonal.
    • Ein Erstgeborenes Kind wird eher später zum Löffel greifen als ein Geschwisterkind.
    • Der Spaß am Essen sollte im Vordergrund stehen. Neue Lebensmittel müssen mindestens 16 Mal ohne Zwang gegessen werden,
      bevor sie akzeptiert werden. (Aus einer österreichischen Studie mit Vorschulkindern)

    Gibt es einen richtigen Zeitpunkt für die Beikosteinführung?

    Beikosteinführung Mutter füttert Kleinkind mit Brei

    Es gibt keinen „richtigen“ oder „falschen“ Zeitpunkt. Der Zeitpunkt ist genauso individuell wie unsere Kinder. Ernährungsphysiologisch ist aber eine Einführung der Beikost vor dem 6. Lebensmonat unsinnig.

    In der Literatur findet man einige Empfehlungen zur Beikosteinführung, die berücksichtigt werden sollten.

    • mindestens 6 Monate sollten Kinder voll gestillt werden (WHO)
    • mit der Einführung der Beikost sollte frühestens am Ende des 5. Lebensmonates begonnen werden
    • das Kind schaut den „Großen“ interessiert beim Essen zu und steckt dabei öfter die Hand in den Mund
    • der Schluckreflex wird beherrscht
    • das Kind kann mit Unterstützung sitzen
    • Das Kind kann das Köpfchen problemlos , einige Zeit freihalten
    • Welche Nahrungsmittel sind gut für mein Kind?

    Was man bei der Beikosteinführung beachten sollte

    Es sollte im ersten Lebensjahr ausschließlich salzfrei gekocht werden. Zur verbesserten Aufnahme der fettlöslichen Vitamine sollten den Mahlzeiten Öl (Rapsöl) zugefügt werden, jedoch keine kaltgepressten Öle.

    Solange noch gestillt wird, sollten zur Senkung des Zöliakierisiko*, kleine Mengen glutenhaltiges Getreide beigeführt werden. In Forschungen hat man Hinweise gefunden, das Fischkonsum im ersten Lebensjahr einen schützenden Effekt auf die Entwicklung allergischer Erkrankungen hat.

    Mit Einführung fester Nahrung folgt auch die Einführung von zusätzlicher Flüssigkeit. Ich rate zu Wasser ohne Kohlensäure. Leitungswasser findet man überall. Allerdings sind die ersten Schlücke, des Kindes an einem Glas Sprudel sensationell …
    … dieses Gesicht wenn zum ersten Mal Kohlensäure auf der zarten Zunge des Kindes landet. Herrlich, den Gesichtsausdruck vergisst man nie!

    Der Tageszeitpunkt, ab wann man mit der Beikosteinführung anfängt, sollte von den Eltern individuell gewählt werden. Es muss nicht zwangsweise die Einführung des Mittagessens im Vordergrund stehen.

    Auch mit dem Abendbrei oder Finger Food am Abend darf gerne begonnen werden.

    Mein ganz persönliches Resümee

    Essen ist und bleibt eine Geschmacksache. Entdeckt das Kind seine Vorliebe zu Bananen, kaufen wir eine größere Menge ein. Doch einige Tage später kann es die Bananen schon wieder verweigern.

    Kinder essen außergewöhnliche Dinge, die wir nie bedenken würden, aber verschmähen Obst und Gemüse. Manche Kinder sind „Allesesser“. Und mache essen eher wie ein „Spatz“ nur wenige Nahrungsmittel.

    Als Mutter habe sehr schnell bemerkt, dass das Verfolgen eines zu strikten Zieles mit Kindern häufig in einer Sackgasse endet. Auch wenn es hier nur ums Essen geht.

    Warum also nicht locker bleiben.

    Irgendwann essen alle Kinder mit Löffel, Gabel oder Finger. Mal besser und mal schlechter. Mal hinterlassen die Versuche ein Schlachtfeld und mal wundert man sich über den schon sauberen leeren Teller.

    Unsere Kinder werden das Ziel, die Teilnahme am gemeinsamen Familienessen am Tisch, spielerisch erlernen. Wenn wir Erwachsene den Kindern eine gute Essenskultur und einen sinnvollen Umgang mit den Produkten vermitteln. (Erdbeeren gibt es nun mal nicht im Dezember)

    Der Weg dorthin kann halt manchmal sehr individuell sein, selbst innerhalb einer Familie.

    Wir sind die Vorbilder. Daher wunderte es mich auch nicht, das meine Kleinste bei den Hausbesuchen im zarten Alter von 2 Jahren ihren Milchkaffee verlangte. Ich bin nun mal ihre Mutter.

    Und wenn Familien Rat zu diesem Thema benötigen, steht ihnen die Hebamme, dank des Gebührenpunktes „ Beratung zur Beikost“, noch 2 Mal in ihrer aufsuchenden Tätigkeit zur Verfügung.

    Erklärung: *Zöliakie – eine Erkrankung des Darms, der eine Glutenunverträglichkeit zu Grunde liegt.

    In unserem Beitrag Beikostrezepte findet ihr mehrere leichte Rezepte zum Selber machen (Hinweis der Redaktion).

    Viel Spaß liebe Eltern!

    Anja Lehnertz (Babytalk – Hebamme)