Kategorie: Allgemein

  • Partnerschaft – Warum unsere nach dem ersten Kind fast draufgegangen wäre

    Partnerschaft – Warum unsere nach dem ersten Kind fast draufgegangen wäre

    Wie können wir unsere Partnerschaft pflegen?

    Plötzlich ist alles anders. Der schöne Traum vom Glück zu dritt geplatzt wie eine Seifenblase. Dabei hatte ich doch alles so perfekt geplant. Ich habe so viel Zeit und Liebe in das neue Babyzimmer investiert und jetzt schläft das süße Kindchen bei uns im Bett. Nicht weiter schlimm, aber was ist mit uns als Paar?! Wir sind das nicht gewöhnt. Was macht es mit unserer Partnerschaft?

    Ich habe mir so minutiös ausgemalt, wie wir schöne Kuschelstunden zu dritt verbringen können – ich mit wieder flachem Bauch, mein Liebster und unsere neue große kleine Liebe mittendrin – und jetzt?

    Jetzt habe ich eine Brustentzündung und das Baby interessiert sich doch nur für meinen Busen, mehr als mein Partner jedenfalls.

    Wie ein Keil liegt es zwischen meinem Liebsten und mir. Während wir streiten, wer wickeln darf, ob Puder besser ist für wunde Babypopos oder Calendulacreme oder darüber, was das Kind heute anziehen soll …

    „Vorsicht, nimm doch diese Jacke, schau dieser Anzug ist viel wärmer, bei dem kalten Wetter, und nimm eine Decke für den Wagen mit!“, meine Stimme ist mir selber fremd. In was für eine Glucke habe ich mich bloß verwandelt?

    Früher war ich und unsere Partnerschaft unproblematisch und unbeschwert. „Was ist nur mit mir los, oder eher, was ist nur mit unserer Liebe los?“ Bestimmt geht es meinem Freund nicht viel besser und er hasst mich allmählich mit all meinen klugen Hinweisen.

    Doch diese Gedanken behalte ich für mich und wieder rutscht mir ein tadelndes, vorwurfsvolles „Wie kanst du nur?“ heraus, als ich sehe, dass ihm das Baby ein wenig nach hinten entgleitet. Mir selbst auch schon des öfteren passiert und eigentlich nicht weiter erwähnenswert.

    Doch irgendwie kann ich mir gerade nichts verkneifen. Die patzige Antwort kommt prompt: „Das einzige, was ich nicht kann, ist dir etwas recht machen.“

    Recht haben oder glücklich sein

    Hat mein Partner etwa recht? Ist das so? Kann man mir als frisch gebackener Mutter wirklich nichts recht machen? Habe ich zu hohe Ansprüche oder meckere ich einfach an allem und jedem herum? Dabei habe ich mich immer für tolerant und umgänglich gehalten.

    Ein seltsames Gefühl hat sich plötzlich eingeschlichen, wenn ich ihn von der Seite betrachte und sehe wie unglücklich er jetzt oft drein schaut.

    Nur wenn er mit dem Baby spielt, es liebkost und ihm liebevolle Worte zuflüstert, lächelt sein Gesicht und strahlen seine Augen.

    „Früher hat er all seine Liebe für mich gehabt“, stichelt eine innere Stimme, die ich nicht hören will. Natürlich ist da auch die Vernunft, die mir sagt, dass das völliger Blödsinn ist. Dass mein Mann mich immer noch liebt, nichts lieber tun würde als mich in die Arme zu nehmen.

    Doch was hat uns soweit voneinander entfernt? Tief im Herzen weiß ich, was ihn stört, was mich in seiner Position auch stören würde. Es ist wirklich so: Er kann mir als Mutter im Umgang mit unserem kleinen Schatz nichts recht machen.

    Ich verhalte mich wie eine Oberglucke, lasse das Kind keine Sekunde aus den Augen und weiß obendrein noch alles besser. Dabei bekommt der junge Papa von vorne herein keine Chance sich zu beweisen. Ich lasse ihm keinen Platz, um zu zeigen, dass er es kann: und zwar mindestens so gut wie die Mama, aber eben auf seine Art.

    Prioritäten in der Partnerschaft setzen

    Ist es wirklich so wichtig, ob das Baby seinen Brei um Punkt 12 Uhr mittags serviert und gefüttert bekommt? Auch ein Lebensmitteleinkauf ohne Bio-Produkte ist weder giftig noch lebensgefährdend für das Baby und ein nicht ordnungsgemäß zu geknöpfter Body juckt den Wonneproppen auch nicht im geringsten.

    All diese für mich als junge Mutter, so wichtig erscheinenden Details im Babyalltag, sind doch nicht existentiell. Betrachtet man sie vor dem Hintergrund einer großen Liebe, die gerade kaputt geht – wegen Bio-Babybrei oder Windeln, kommt vielleicht der eine ins schmunzeln und die andere schüttelt den Kopf.

    Im Ernst? Steht das in einer Relation zu unserer Partnerschaft? Um was für Lappalien sich Streitgespräche oft drehen, betrachtet man sie einmal objektiv und mit einem gebührenden emotionalen Abstand. Doch wer kann das schon, wenn er mittendrin steckt im Streit?

    Deshalb ist es um so wichtiger, mit einem (zeitlichen, vielleicht auch räumlichen) Abstand über Unstimmigkeiten zu reden. Dabei gilt: den anderen erst aussprechen lassen und warten bis er fertig ist. Erst zuhöhren, auch wenn es schwer fällt.

    Ein Plädoyer für Väter

    Babys brauchen ihre Papas. Sie finden sie spannend, faszinierend, toll. Es ist fantastisch zwei oder mehrere Bezugspersonen zu haben, auch und gerade weil sie Dinge anders tun und verschiedene Ansichten haben.

    Wer gluckt und auf seinen Ansichten beharrt, macht sich selbst das Leben schwer. Wieviel leichter wird das Zusammenleben als junge Familie, wenn beide sich tolerant verhalten und sich dem anderen öffnen.

    Wie soll der Partner der jungen Mutter denn etwas abnehmen, ihr eine Hilfe sein, wenn er nicht darf? Das schafft garantiert Frust bei beiden Elternteilen.

    Die Mutter kommt sich allein gelassen vor und findet, der Partner bringt sich zu wenig in den neuen Alltag mit Baby ein. Der Papa ist gefrustet, weil er ihrer Meinung nach alles verkehrt macht. Also macht er lieber gar nichts mehr. Ein Teufelskreis.

    Das A und O, um diesem zu entkommen und eure Partnerschaft zu pflegen, ist miteinander zu reden: Erzählt Euch von Euren Ängsten, Schwierigkeiten loszulassen und Bedürfnissen. Da führt kein Weg daran vorbei.

    Familie ist ein Großprojekt, das nur mit und durch Kommunikation funktioniert. Denn jeder braucht seine Freiräume (als Paar und als Individuum) und jeder stößt an Grenzen, über die sie/er nicht hinaus kann.

    All dies muss besprochen werden und zwar regelmäßig. Denn je länger man wartet und je weiter sich Paare voneinander entfernen, desto schwieriger fällt ihnen das Reden.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Drpixel / shutterstock
    Pinterest: Drpixel / shutterstock & vadimguzhva von G Images Pro (über Canva)
  • Rektusdiastase – Krankheitsbild und Diagnose

    Rektusdiastase – Krankheitsbild und Diagnose

    Rektusdiastase: Ein nicht schwinden wollender Schwangerschaftsbauch

    Eine Schwangerschaft hinterlässt nicht selten körperliche Spuren: Dehnungsstreifen, Babypfunde, einen schwachen Beckenboden – alles nicht schön, doch zumindest alles relativ bekannte Folgeerscheinungen. Doch es gibt da noch etwas anderes. Etwas, das nicht so bekannt ist. Etwas, mit dem ich ganz persönlich Bekanntschaft gemacht habe: ein nicht verschwinden wollender Schwangerschaftsbauch auch bekannt unter dem Begriff Rektusdiastase.

    Ein paar Monate nach der Geburt waren alle anderen Körperteile wieder auf Normalniveau. Nur der Bauch kugelte sich immer noch nach außen, wie im sechsten Monat.

    Mittlerweile muss ich mich sogar zahlreicher Glückwünsche zur erneuten Schwangerschaft erwehren: „Nein, da kommt kein drittes Kind. Ich sehe einfach nur Scheiße aus!“

    Ich habe dazu viel recherchiert und herausgefunden, dass dieser Fake-Schwangerschaftsbauch einen Namen hat: im Fachchinesisch wird dieser Zustand Rektusdiastase genannt.

    Leider musste ich jedoch auch feststellen, dass dieses Krankheitsbild in der Ärzte-, Physiotherapeuten- und Hebammenwelt sehr stiefmütterlich behandelt wird, oder oftmals sogar gar nicht bekannt ist. Dabei kommt so eine Diastase gar nicht mal so selten vor, wie du das jetzt denken magst!

    Wölbt sich dein Bauch auch immer nach außen? Wird das während des Tages ausgeprägter? Vielleicht hast du schon versucht, mit Sport entgegenzuwirken – ohne Erfolg?

    Nun, dann bist auch DU vielleicht davon betroffen!

    Rektusdiastase – was ist das?

    Die Rektusdiastase beschreibt einen Spalt in der gerade verlaufenden Bauchmuskulatur bzw. eine Ausweitung der sogenannten Linea Alba – das ist die Bindegewebsnaht, welche die linke und rechte Bauchmuskelhälfte miteinander verbindet.

    Durch eine Schwangerschaft wird dieses Bindegewebe stark gedehnt und bildet sich in einigen Fällen nicht wieder vollständig zurück. Dadurch entsteht eine Bauchwandschwäche, die zur Folge hat, dass sich mit Ausweitung des Darms (z.B. durch Nahrung oder Blähungen) der Bauch nach vorne wölbt.

    Aus medizinischer Sicht ist eine Rektusdiastase in den meisten Fällen unbedenklich und verursacht auch keine Beschwerden.

    Es schaut halt nur „Scheiße“ aus.

    In einigen Fällen können jedoch aus der Diastase heraus auch Bauchwandbrüche entstehen (wie z.B. ein Nabelbruch). Ein Bauchwandbruch sollte unabhängig von einer Diastase auf jeden Fall ärztlich versorgt werden, um Komplikationen durch das Einklemmen von Organen zu vermeiden.

    (Quelle: Netdoktor.de)

    Wie erkenne ich, ob eine Diastase vorliegt?

    Rektusdiastase Selbsttest, eine Mutter auf dem Bauch liegend

    Der Selbsttest

    In einem ersten Schritt kannst du ganz einfach selbst testen, ob bei dir eine Rektusdiastase vorliegt. Hierfür legst du dich flach auf den Rücken und stellst die Beine an.

    Lege zwei deiner Finger in die Mitte des Bauches, kurz über den Bauchnabel. Hebe anschließend den Kopf und drücke die Finger in den Bauch.

    Wiederhole dieses Vorgehen an verschiedenen Stellen über- und unterhalb deines Bauchnabels. Dort, wo du deine Finger zwischen deiner Muskulatur in den Bauch drücken kannst, hast du eine Diastase.

    Mein Tipp: Um am Anfang ein Gefühl für deine Muskulatur zu bekommen, hat es mir geholfen, bei gleichzeitig in den Bauch drückenden Fingern meinen Kopf ein paar Mal hoch- und runter zu bewegen. Dabei kannst du spüren, wie die Muskulatur in der Mitte zusammenkommt.

    Diagnose durch einen Arzt

    Ich war natürlich erst einmal nicht bei einem Arzt. Erstens hat man mit einem Baby daheim für sich selbst ja nie Zeit, und zweitens kam ich mir zunächst auch irgendwie doof vor, mit diesem vermeintlich rein äußerlichen Problem gleich zum Arzt zu rennen.

    Jetzt rückblickend kann ich dir allerdings nur empfehlen, bei Verdacht einen Arzt aufzusuchen. Vor allem, aber nicht nur, wenn du körperliche Beschwerden hast! Denn nur ein Arzt kann dir definitiv sagen, ob und in welchem Grad eine Rektusdiastase vorliegt (z.B. mittels Ultraschall) und dir gegebenenfalls eine Physiotherapie verschreiben.

    Viel wichtiger jedoch ist, dass nur ein Arzt einen Bauchwandbruch ausschließen kann. Denn diese beiden Erkrankungen gehen gerne Hand in Hand. Ich selbst habe neben der Diastase beispielsweise auch einen kleinen Bauchnabelbruch.

    Welcher Arzt kann eine Rektusdiastase diagnostizieren?

    Jaa, hier wird es leider ein wenig tricky. Theoretisch sollte jeder Arzt dich auf eine Rektusdiastase untersuchen können. Praktisch kennt sich jedoch leider kaum ein Arzt und auch nicht jede Hebamme mit diesem Thema aus.

    Dein Gynäkologe ist jedoch eine gute erste Anlaufstelle. Oder auch ein Allgemeinchirurg. Zudem gibt es auch Physiotherapeuten, die sich hier gut auskennen.

    Lass dich bitte aber nicht verunsichern, wenn du auf Unwissenheit stößt oder vielleicht sogar noch einen blöden Spruch reingedrückt bekommst (z.B. du solltest einfach mehr Sport machen – bei mir so gewesen…).  Spreche deinen Arzt konkret auf dieses Thema an und hole dir im Zweifel noch eine zweite oder dritte Meinung ein.

    Nur weil der Arzt sich mit dem Thema Rektusdiastase nicht auskennt, bedeutet das nicht, dass du keine hast! Meine „Trefferquote“ waren zwei aus vier. Erst der vierte Arzt, ein Allgemeinchirurg, hat schließlich per Ultraschall die eindeutige Diagnose einer Rektusdiastase gestellt.

    Liegt bei mir eine Rektusdiastase vor?

    Wenn ja, was tun?
    Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten bei einer Diastase vorzugehen: Physiotherapie und/oder Operation.

    Welche physiotherapeutischen Ansätze und Programme es gegen die Rektusdiastase gibt, und warum ich mich letztendlich für eine operative Korrektur entschlossen habe, erfährst du in Teil Zwei Behandlungsmöglichkeiten dieser kleinen Reihe.

    Eure Silvia (Babytalk – Autorin)

  • Blähungen beim Baby – wenn der Bauch schmerzt

    Blähungen beim Baby – wenn der Bauch schmerzt

    Welche Mutter kennt nicht das nicht?

    Das Baby schreit, weil es Blähungen hat. Doch was sind Blähungen beim Baby und wie kommt es dazu?

    Blähungen sind Luft und Gase im Bauch. Diese gelangen beim Trinken, Weinen und durchs Atmen in den Bauch des Babys. In diesem Fall verschluckt das Baby zu viel Luft, deshalb ist es wichtig, dass euer Baby nach jeder Mahlzeit ein Bäuerchen macht.

    Woran erkenne ich, dass mein Baby Blähungen hat?

    Wenn euer Baby unruhig ist und weint könnte es von Blähungen geplagt sein. Ein typisches Zeichen ist, wenn euer Baby die Füße anzieht und sie ruckartig nach unten stößt. Dies ist meistens ein Zeichen von Bauchweh und Blähungen.

    Wie kann man Blähungen verhindern? 

    Versucht zu vermeiden, dass euer Baby zu viel Luft schluckt, indem ihr darauf achtet:

    dass das Loch des Flaschensaugers die richtige Größe hat. Der Sauger muss die altersgerechte Größe haben und zur Nahrung passen. Verschluckt sich euer Baby häufig ist der Sauger zu groß. Trinkt es sehr langsam und strengt sich zu sehr an, ist der Sauger zu klein.

    Schüttelt die fertig zubereitete Flasche nicht, sondern kippt sie nur hin und her. Sonst bildet sich unnötig viel Schaum. Dieser transportiert dann zu viel Luft in Babys Bauch.

    Egal, ob ihr stillt oder euer Baby die Flasche bekommt: Nach jeder Mahlzeit sollte euer Kleines sein Bäuerchen machen. Bei Babys, die sehr hastig trinken, ist es sinnvoll, sie auch zwischendurch mal aufstoßen zu lassen.

    Was kann man tun um Blähungen beim Baby zu lindern?

    Als erstes solltet ihr immer probieren euer Baby zu beruhigen. Eure Nähe tut dem Baby gut und so findet es leichter zur Ruhe.

    Probiert bestimmte Griffe um euer Baby von einem Bäuerchen zu überzeugen:

    Kreisende Finger-Massage auf dem Bauch eines Babys

    Der „Fliegergriff“

    Dieser lässt die gestaute Luft leichter abgehen. Dazu legt euer Baby in Bauchlage auf einen eurer Unterarme. Seinen Kopf stützt ihr dabei mit eurer Hand.

    Möglich ist auch die umgekehrte Variante, bei der der Kopf eures Kleinen in eurer Ellbogenbeuge ruht. So könnt ihr das Baby gut tragen oder an euch schmiegen. Alternative: Legt euer Kleines bäuchlings auf eure Knie.

    Wir sind gerade durch einen Beitrag in der STILLZEIT (Ausgabe 2 2019) darauf aufmerksam geworden, dass die Beruhigung des Babys mit dem Fliegergriff an einer Reizüberflutung des Babys liegen kann. Wir werden dem weiter nachgehen, Hinweis der Redaktion.

    Die „Schulterlage“

    Ebenfalls helfen kann es helfen, das Baby über die Schultern zu legen. Während Babys Po sicher von einer Armbeuge gestützt wird, liegt sein Köpfchen über Mamas oder Papas Schulter. Die freie Hand streicht oder klopft dabei sanft auf den Rücken des Babys.

    Falls dies auch nicht hilft probiert es aufrecht im Sitzen:

    Dabei sitzt das Baby aus dem Schoß eines Elternteils. Sein Rücken zeigt zum Bauch des Erwachsenen. Nun unter Babys Armen hindurchgreifen und seinen Oberkörper leicht nach vorn neigen. Die freie Hand kann dabei leicht den Rücken streicheln oder sanft abklopfen.

    Am besten probiert ihr aus, welche Haltung für euch selbst und euer Baby am angenehmsten ist. Und sollte sich das Bäuerchen einmal besonders viel Zeit lassen, hilft es meistens, die Position zwischendurch zu wechseln.

    Blähungen beim Baby – eine sanfte Bauchmassage

    Eine sanfte Bauchmassage tut eurem Baby ebenfalls gut. Einfach auf dem Bauch ein paar Minuten lang mit eurem Zeige- und Mittelfinger behutsam im Uhrzeigersinn kleine Kreise ziehen. In der Apotheke gibt es zudem spezielle Salben und Öle, die den entblähenden Massageeffekt noch unterstützen sollen.

    Bewährt haben sich auch Kümmel- und Fencheltee, bzw. ein Mix aus beiden Sorten. Wenn ihr sowieso die Flasche gibt, könnt ihr zudem auch Milch und Tee mischen.

    Schaut, dass euer Baby beim Trinken an der Brust oder von der Flasche nicht zu viel Luft verschluckt. So ist es beispielsweise hilfreich, wenn das Kleine beim Stillen den Warzenhof mit einsaugt und nicht nur die Brustwarze in den Mund nimmt.

    Für Stillbabys gilt:

    Eventuell bekommt euer Baby über die Muttermilch Inhaltsstoffe aus eurer Nahrung ab, die dann bei ihm Blähungen auslösen. Auf keinen Fall solltet ihr euren Speiseplan aus lauter Vorsicht radikal zusammenstreichen. Sinnvoller ist es, gezielt vorzugehen.

    Wenn ihr zum Beispiel vermutet, dass euer Baby sich plagt, wenn ihr Hülsenfrüchte, Kohlgemüse oder Zwiebeln gegessen habt? Dann lasst diese jeweiligen Nahrungsmittel mal ein paar Tage weg. So könnt ihr am ehesten beobachten, ob sich die Beschwerden eures Babys bessern.

    Aus meiner Erfahrung müsstet ihr damit Erfolg haben.

    Eure Nicole (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Cookie Studio / shutterstock
    Foto2 : Raslan_127 / shutterstock

  • Mein Kind isst kein Gemüse – Tipps: was tun?

    Mein Kind isst kein Gemüse – Tipps: was tun?

    Welche Eltern kennen das leidliche Problem „das Kind isst kein Gemüse“, wie bekomme ich dann gesunde Nahrungsmittel ins Kind? Unsere Autorin Moana, besser bekannt unter Miss Brokkoli hat Euch hierzu einige Tipps aufgeschrieben. Moana vereint in ihrem Mama-Foodblog Themen rund ums Leben und Essen mit Kindern mit leckeren vegetarischen & veganen Rezepten.


    Das Kind mag einfach kein Gemüse? Mit diesen Tricks isst es vielleicht doch einige Vitamine.

    Kinder lieben Schokolade, Pizza und Pommes. Das Gemüse landet jedoch unter dem Tisch, der Mund bleibt zu. Es gibt einige wenige Regeln, die man als Eltern beachten sollte. Außerdem gibt es viele Möglichkeiten, wie man Gemüse ganz einfach in einem Menu verstecken kann und dem Kind so einige zusätzliche Vitamine unterjubelt.

    Wir wissen alle, Gemüse und Obst muss sein, die Vitamine und Nährstoffe sind wichtig. Was also tun, wenn das Kind kein Gemüse isst? Wenn es vehement die Erbsen verweigert. Oder den Spinat ausspuckt?

    Vielfältig essen, Vorbild sein und keine Machtkämpfe

    Man sagt, je vielfältiger ein Kind schon als Baby isst, desto mehr probiert es auch später aus. Kinder, die schon als ganz kleine Babys verschiedene Lebensmittel ausprobierten oder vorgesetzt bekamen, werden später bessere Esser sein. Dass Kinder mal ihre Vorlieben ändern, gehört ebenfalls dazu und ist ganz normal. Manchmal müssen sie ein Nahrungsmittel auch 15x ausprobieren, bis sie es vielleicht mögen.

    Wichtig ist hier, dass die Eltern als Vorbild vorangehen und nicht vor den Kindern sagen, „Das mag ich nicht“. Wenn immer mal wieder was Neues auf den Tisch kommt, und die Eltern oder Geschwister dies essen, beginnt vielleicht auch der Gemüseverweigerer irgendwann zu probieren. Druck aufsetzen ist hier falsch. Man sollte keine Machtkämpfe am Tisch haben. Viel wichtiger ist doch, dass man als Familie gemeinsam isst.

    Was helfen könnte, ist zum Beispiel, dass man mit dem Kind zusammen kocht. Außerdem sollte man herausfinden, ob das Kind vielleicht ein Nahrungsmittel lieber roh statt gekocht mag?

    Man kann auch Geschichten erzählen: Der Blumenkohl war mal eine lustige Dame mit krausem Haar, die Süsskartoffel war eine Prinzessin … Mit Farben kann man ebenfalls spielen: etwas Rotes, etwas Grünes, etwas Gelbes kreieren.

    Einige hilfreiche Rezept-Tipps, wo man Gemüse gut verstecken kann

    • Soufflee (eine leichte Eierspeise bzw. -Auflauf) mit Tomaten oder Karotten oder Broccoli
    • Omeletten mit gemixten Erbsen, Spinat oder Tomaten
    • Gemüse-Nudel-Auflauf mit Käse
    • Gemüsesauce für Pasta (da kann jedes beliebiege Gemüse verpackt werden, z.B. Peperoni, Karotte, Zucchetti, Aubergine, Broccoli, Blumenkohl)
    • Birchermüsli mit geraffelten Karotten
    • Rösti mit geraffelten Karotten oder Kürbis
    • Gemüse-Kartoffelpuffer (z.B. mit Zucchetti/Zucchini, Karotten)
    • Gemüse im Teig, wie Würstchen im Teig
    • Verschiedene gemixte Gemüse in Kartoffelbrei unterrühren

    Es gibt Studien die übrigens sagen, dass es über eine gewisse Zeit nicht schädlich ist, wenn das Kind kein Gemüse isst. Für verzweifelte Eltern empfiehlt es sich, nicht aufzugeben und Gemüse immer wieder in verschiedensten Gerichten zu integrieren, so dass die Kinder es nicht merken.

    Doch was tun, wenn das Kind nicht mit dem Löffel, sondern mit den Händen isst, Hinweis der Redaktion.

    Eure Moana (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Fudio / Getty Images Pro (über Canva)
  • Stilldemenz – Vergesslichkeit frisch gebackener Mamas

    Stilldemenz – Vergesslichkeit frisch gebackener Mamas

    Hilfe, Mama hat das Abendessen verkohlt!

    Stilldemenz – Wieso vergesse ich den Termin beim Zahnarzt – wieso verkohlt die Pizza im Rohr und erst der angekokelte Geruch erinnert mich an sie? Und wieso überhaupt lass ich die Windelpackung im Drogeriemarkt stehen und bin heilfroh, als die freundliche Frau an der Kasse mich lachend am Telefon beruhigt:

    „Machen sie sich mal keine Sorgen, ich habe die Windeln beiseite gestellt. Die haben sie bei mir stehen lassen. Stilldemenz, kommentiert sie. Ein anderes Mal trägt sie mir die Windeln auf den Parkplatz hinterher. Dankbar blicke ich sie durchs offene Autofenster an.

    Das schlimmste Erlebnis in dieser Richtung war, als ich losgefahren bin mit einer Packung Tiefkühlpizzen und frischen Erdbeeren auf dem Autodach. Zum Glück ging es erst im Schritttempo über den Parkplatz. Die komischen Blicke und Lichthupen eines anderen Autofahrers brachten mich auf die Idee mal anzuhalten, und einen Blick nach hinten zu werfen.

    Als ich neben dem Baby keine Einkäufe erblickte, fiel es mir wie ein Geistesblitz wieder ein: „Du hast doch vorhin das Zeug aufs Dach gelegt, um die Hände zum Anschnallen frei zu haben. Mist!“

    Irreführender Begriff

    Ist das normal? Was passiert mit mir?
    Stilldemenz, Wochenbettdemenz oder Schwangerschaftsdemenz heißt im Volksmund diese Vergesslichkeit werdender und frisch gebackener Mamas. Dabei ist der Begriff irreführend.

    Der Zustand der Vergesslichkeit hat keineswegs etwas mit der richtigen Krankheit Demenz zu tun. Es gibt auch keine wissenschaftlichen Nachweise, dass sich das Phänomen ausschließlich auf hormonelle Veränderungen im Zuge der Geburt zurückführen lässt.

    Viele Schwangeren können auch schon gegen Ende der Schwangerschaft nicht mehr gut schlafen – sei es aufgrund von strampelnden Kinderfüsschen im Bauch oder weil sie mit dem dicken Bauch keine geeignete Schlafposition mehr finden. Auch Sodbrennen ist im letzten Schwangerschaftsdrittel ein häufig genannter Grund für einen schlechten Nachtschlaf.

    Stilldemenz: Akuter Schlafmangel eine mögliche Ursache

    Die hohe Vergesslichkeit und das Gefühl sich nichts mehr merken zu können, nichts mehr auf die Reihe zu bekommen, hat wohl vielmehr mit dem akuten Schlafmangel als auch mit der hohen sozialen Erwartungshaltung, welche die Gesellschaft an die jungen Mütter hat, zu tun.

    Wer ständig aus dem Tiefschlaf gerissen wird und das über einen langen Zeitraum von mehreren Monaten, ist nicht topfit – weder geistig noch körperlich. Wissenschaftliche Studien belegen sehr wohl die Wirkung von Schlafentzug: Dieser führt zu Reizbarkeit – ach nee – aber eben auch zu Konzentrationsschwäche bis hin zu Gedächtnisschwund.

    Daher ist es kein Wunder, dass bei mir die so genannte Stilldemenz besonders stark aufgetreten ist. Zumindest nachdem mich über ein Jahr lang drei Kinder jede Nacht zusammengerechnet bis zu zehn mal aufgeweckt haben.

    Die gute Nachricht: Das Phänomen verschwindet auch wieder. Ich kenne keine Mutter, die durch die Geburt ihrer Kinder dauerhaft ihr Gedächtnis verloren hätte.

    Selbst die anstrengendste Zeit schlafloser Nächte geht irgendwann vorbei. Und mit der Regeneration und dem zurückgewonnenen Schlaf kommt auch die geistige Fitness zurück.

    Tipps gegen Vergesslichkeit

    Was also ist zu tun, damit der Alltag nicht im totalen Chaos ausartet? Der wohl einfachste Tipp sind Post-it-Zettel. An der Haustür klebt ein kleiner gelber Zettel mit dem Hinweis „Schlüssel vergessen? Handy dabei?“, am Kühlschrank klebt eine Erinnerung, welche Lebensmittel ausgehen, und am Herd ein Klebezettel mit dem Hinweis: „Alles ausgeschaltet?“

    Die gute alte Einkaufsliste ist auch nicht verkehrt. Einfach alles aufschreiben oder noch besser aufschreiben lassen. Wem das zu altmodisch ist, oder wer befürchtet, auch diese ohnehin nur zuhause auf dem Küchentisch liegen zu lassen, fotografiert sie mit dem Handy ab.

    Es gibt auch Menschen, die haben aus diesem Grund das bloggen angefangen. Einfach weil sie es satt hatten, ständig nach ihren vielen Zetteln zu suchen. So haben sie ihre Informationen über Kindererziehung, To-Do-Listen und gute Tipps zu Ernährung und Hausmittelchen einfach im Internet fest gehalten. In Form eines privaten, für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Webblogs.

    Welcher Lerntyp man ist?

    Erst einmal heißt es jedoch herauszufinden, was für ein Lerntyp bin ich? Merke ich mir Informationen über das Gehör oder über das Sehen? Knapp zwei Drittel der Menschen sind visuelle Lerntypen: Sie lernen z.B. am besten auswendig, wenn sie sich etwas aufmalen.

    Wie habt ihr in der Schule am besten gelernt?

    Wer sich in der Prüfung genau an die aufgemalten Diagramme im Heft erinnert. Und bei Vorträgen am liebsten alles mitschreibt, gehört in diese Gruppe. Für diese Menschen ist es das beste, sich Schilder, am besten noch mit kleinen Bildchen oder Piktogrammen dazu, zu malen. Erst durch das selber malen, auch gern groß und bunt, springt der Merkprozess an.

    Auditiven Typen – etwa 30 % der Menschen – bringt es viel, sich die To-Do-Liste per Diktiergerät, Video oder Sprachaufzeichnung mit dem Handy aufzunehmen.

    Weiter 5% gehören zum motorisch haptischen Typ. Diese Gruppe merkt sich Informationen über Bewegung und Berührung. Vielleicht hilft es diesen Menschen, sich zur Erinnerung einen bestimmten Gegenstand dafür, oder ein damit verknüpftes Symbol, in die Jackentasche zu stecken oder an den Rückspiegel im Auto zu hängen?

    Selten ist der emotionale Typ, der Informationen am besten über Empfindungen, Atmosphäre oder Gefühle aufnimmt. Hmm, dazu fällt mir nur ein, mal zu versuchen, die Einkaufsliste zu singen oder zusammen mit der besten Freundin ein lustiges Gedicht aus den meist vergessen Dingen zu machen? Vielleicht hilft der Vergesslichen ja die Erinnerung an den gemeinsamen Abend?

    Die Mehrzahl der Menschen erinnern sich zum Glück ohnehin auf verschiedene Weisen, sind also Mischtypen. Daher einfach mal ausprobieren und nachdenken, wie man selbst sich am besten an etwas erinnert.

    Stilldemenz: Sorge für Ruhe und Entspannung 

    Doch alle diese Tipps bekämpfen mal wieder nur die Symptome. Am wichtigsten sind zwei Dinge: Erstens, bitte keinen Druck von außen machen lassen.

    In den ersten Wochen mit Baby erwartet niemand von einer jungen Familie einen perfekten Haushalt. Und wenn es das Umfeld vielleicht unterschwellig doch tut, oder die frisch gebackene Mutter zumindest so ein Gefühl hat, dann bittet um Hilfe.

    Teilt Eure Gäste ein und spannt sie für Euch ein. Lasst Euch Kuchen mitbringen, anstatt selbst einen zu backen. Traut Euch, bittet um Hilfe und nehmt angebotene Hilfe auch an.

    Ausruhen ist das A und O. Denn die so genannte Stilldemenz ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sich eine Mama zu viel zumutet.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: TeodorLazarev / shutterstock
  • Babyschlaf – Na, schläft das Kleine schon durch?

    Babyschlaf – Na, schläft das Kleine schon durch?

    Babyschlaf: Das ist so ungefähr die meist gestellte Frage, die junge Eltern hören. Etwas anderes fällt wohl den Leuten nicht ein, wenn sie einen Smalltalk über das Baby führen wollen. „Wie war die Geburt?“ ist dann eher etwas für sehr nahe stehende. *lach*

    Trotzdem: die meisten seufzen innerlich und antworten selten wahrheitsgemäss, impliziert doch die Frage eine Erwartung, gerade wenn sie von älteren Semestern kommt.

    Die Erwartung, dass man es doch mittlerweile hinbekommen haben sollte, mit dem „Babyschlaf“. Als wenn es sich um eine sportliche Leistung handeln würde. Wissende Jung-Eltern würden sie nie stellen.

    Interessant ist, dass das Durchschlafen weltweit eher spät „erwartet“ wird, wie z.B. eine Tabelle des Kinderartzes Remo Largos in seinem Standardwerk „Babyjahre“ zeigt. Eltern aus Indien erwarten dies z.B. mit 5 Jahren.

    Dasselbe gilt für’s alleine schlafen, das z.B. Eltern aus Costa Rica nicht vor 6 Jahren erwarten. Dass Kinder nachts noch häufig erwachen, ist normal. Bei Babys sowieso.

    Erst wenn sie die entsprechende Reife für’s Durchschlafen entwickelt haben, schaffen sie mehrere Stunden am Stück bzw. die ganze Nacht. Und das kann auch erst mit 5 Jahren der Fall sein. 20-40% der Kinder wachen im Alter von 4-5 Jahren nachts noch auf, wie eine andere Tabelle bei Largo zeigt.

    Der Tag- / Nachtrhythmus muss sich finden

    Zuerst muss sich der Tag-/Nachtrhythmus einpendeln, was normalerweise bis zum Alter von etwa 3 Monaten der Fall ist. Vorher schlafen Babys auch noch häufig und lang tagsüber.

    Mit gleichbleibenden Ritualen, die das Zubettgehen abends langsam einläuten, wie z.B. einer dunklen und ruhigen Schlafumgebung und der Nähe zur Bezugsperson schaffen es Babys bald, zuverlässig in einen (längeren) Nachtschlaf zu finden.

    Viele Mütter nutzen die „Kraft“ des Stillens, um ihr Baby sanft in den Schlaf zu begleiten. Wieder andere legen sich einfach mit dem Baby hin und streicheln es. Väter tragen und wiegen ihr Kind übrigens häufig sehr gerne in den Schlaf.

    Wider der weit verbreiteten Meinung, man könne das Baby nur schlecht wieder von solchen Gewohnheiten, wie einen „schlechten Babyschlaf“ lösen, dem sei gesagt, dass noch jedes Kind mit zunehmender Reife früher oder später auch mit anderen „Einschlafhilfen“ zufrieden ist – sei es ein Nuggi, Kuscheltier oder ein Hörspiel.

    Die Betonung liegt hierbei auf Kind. Babys sollten nicht alleine einschlafen müssen und dies schon gar nicht weinend. Schläft ein Baby jedoch auch problemlos alleine in seinem Bettchen ein, ist auch das nicht verkehrt.

    Es kann sich jedoch plötzlich wieder ändern, denn Babys sind eigentlich von Natur aus darauf „programmiert“, Alarm zu schlagen, wenn man sie alleine lässt. Schließlich wären sie sonst dem hungrigen Säbelzahntiger ausgeliefert gewesen.

    Das Co-Sleeping

    Das sogenannte Co-Sleeping ist für viele eine optimale Lösung um zu genügend Schlaf/Erholung zu kommen während das Baby sicher und geborgen ist, dies gilt besonders für stillende Mamas, da sie so nachts nicht aufstehen müssen.

    Für Eltern mit mehreren kleinen Kindern, die nachts noch viel Nähe brauchen, erweist sich sogar ein großes Familienbett als ideal. In anderen Kulturen und auch in der Vergangenheit war bzw. ist das gemeinsame Schlafen in einem Raum Normalität.

    Werden ein paar Regeln zur Sicherheit beachtet, spricht auch mit einem kleinen Baby nichts dagegen. Ob Familien- oder normales Bett: ein Beistellbett neben der Mutter ist anfangs ideal. Das Baby schläft dort ohne Decken, Kissen etc., nur z.B. in einem Schlafsack (außer wenn es zu heiß ist) und kann, je nach Modell, später in ein normales Bettchen umfunktioniert werden.

    Die Schlafrhythmen von Mutter und Baby gleichen sich übrigens an, wenn beide nebeneinander schlafen, so dass die Mutter weniger aus dem Tiefschlaf gerissen wird – eine praktische Einrichtung der Natur.

    Babyschlaf – Fazit

    Abschließend bleibt zu sagen, dass rund um den Babyschlaf so manche Mythen kursieren mögen und die Erwartungen hoch sind – vermutlich ein Resultat der heutigen Leistungsgesellschaft. Jede Familie darf ihren eigenen Weg finden, um dem Baby eine geborgene Schlafumgebung zu schaffen.

    Und sollte jemand die eingangs erwähnte Frage stellen, darf man gerne augenzwinkernd antworten: „Natürlich schläft es schon durch – immer bis zur nächsten Still-/Milchmahlzeit!“

    Eure Tamara (Babytalk – Autorin)

    Werbung

    Federwiege von Memola

    Mit dem Gutscheincode FAMAG2019 erhaltet ihr im Memola-Shop einen Rabatt von 40 Euro auf die 3in1 Federwiege.

    Beitragsfoto: RPT.Family / shutterstock
  • Wunder Po: Welche Lebensmittel einen wunden Babypo verursachen können?

    Wunder Po: Welche Lebensmittel einen wunden Babypo verursachen können?

    Wunder Po: Die Einführung von Beikost ist eine große Umstellung für die Verdauung von Babys. Deshalb kann es passieren, dass manche Babys mit einem wunden Po reagieren, doch was tun?

    Dies liegt nicht nur daran, dass sich durch die Beikost die Verdauung verändert und der Babypo dadurch häufiger mit Stuhlgang in Kontakt kommt. Ein wunder Po kann zudem auch durch bestimmte Lebensmittel in der Beikost hervorgerufen werden.

    Aber welche Lebensmittel können einen wunden Po verursachen? Zum einen sind es säurehaltige und zum anderen zuckerhaltige Lebensmittel.

    Zu den säurehaltigen Lebensmittel zählen:

    • Orangen, Zitronen oder Kiwis bzw. generell Zitrusfrüchte
    • Fruchtsäfte, z.B. Orangensaft
    • Tomaten
    • Paprika
    • Beeren

    Als super Alternative zu diesen säurehaltigen Lebensmittel bieten sich Pastinaken, Petersilienwurzeln und Karotten an. Bei Obst sind Heidelbeeren, Birnen und Bananen sehr verträglich.

    Wenn der Babypo ohnehin schon gereizt ist, sollte man versuchen auch die zuckerhaltigen Lebensmittel komplett wegzulassen.

    Ein wunder Po „lädt“ Pilze dazu ein sich dort niederzulassen, welche sich von Zucker ernähren. Deshalb ist es wichtig den Pilzen keinen Nährboden zu geben.

    Mit zuckerhaltigen Lebensmitteln sind aber nicht nur Säfte oder Obst gemeint sondern auch Nudeln, Kartoffelklöße und ungeschälter Reis können einem Windelpilz Zucker liefern.

    Wie man herausbekommt, auf welche Lebensmittel das Baby mit einem wunden Po reagiert

    Ob ein wunder Po aber tatsächlich von Lebensmitteln kommt, kann man ganz einfach alleine herausfinden. Das wichtigste ist beim Beikost Start nicht zu viele Zutaten zu mischen und nur schrittweise neue Obst und Gemüsesorten einzuführen.

    Sollte ein Wundsein entstehen kann man so genau prüfen an welchem neuen Lebensmittel es liegen könnte. Dieses kann man dann sofort weglassen und beobachten ob sich das Wundsein bessert.

    Wunder Po – Was tun?

    Grundsätzlich hilft nur häufig zu wickeln, einzucremen und das Baby auch mal ohne Windel strampeln zu lassen, damit viel Luft an den Po kommt. Baden kann auch Linderung verschaffen. Nach dem Waschen ist es wichtig behutsam und sorgfältig mit dem Handtuch und mit frischer Luft für Trockenheit zu sorgen.

    Erfahrungsgemäß sollte sich aber ein wunder Po schnell wieder bessern, da sich der kleine Körper recht schnell an die neuen Lebensmittel gewöhnt und diese dann auch verarbeiten kann. Sollte es längere Zeit so sein das, dass Baby auf viele Lebensmittel mit Wundsein reagiert, sollte man einen Kinderarzt aufsuchen und dieses Problem mit ihm besprechen.

    Liebe Grüße Eure Nicole (Babytalk – Autorin)

    Weitere Tipps zur Behandlung eines wunden Po´s findet ihr in unserem Beitrag „Was tun bei einem wunden Po“ (Hinweis der Redaktion).

    Beitragsfoto: Marcel Jancovic / shutterstock
  • Das Wochenbett – Warum das Zusammenfinden Zeit braucht

    Das Wochenbett – Warum das Zusammenfinden Zeit braucht

    Wozu brauche ich sechs bis acht Wochen Wochenbett?

    Das Wochenbett ist eine Zeit der Ruhe und des Ankommens. Vielleicht mag der Begriff für so manchen altmodisch klingen. Früher hielten die „Wöchnerinnen“ das Wochenbett sehr streng ein.

    Was zum einen daran lag, dass viele Frauen, etwa in der Landwirtschaft, ja wirklich sehr hart arbeiteten. Zum anderen  gab es aber gesellschaftlich auch nicht so einen Druck auf die Mütter, gleich wieder fit, schlank und voll belastbar zu sein.

    Babyblues und Frühwochenbett

    Gerade im sogenannten Früh – Wochenbett bekommen manche Frauen den sogenannten Babyblues, zu dem unsere Großmütter noch Heultage sagten. Die hormonelle Umstellung, der Milcheinschuss und die neue Situation können ganz schön heftig aufs Gemüt schlagen.

    Manchmal wächst sich das Stimmungstief auch zu einer Depression aus. Jede junge Mutter soll sich unbedingt Hilfe holen, wenn sie das Gefühl hat, nicht mehr froh zu sein und mit der Situation nicht klar zu kommen.

    Da soll niemand warten bis es richtig schlimm wird. Deshalb ist es sehr ratsam, dass eine Hebamme regelmäßig zur Nachsorge vorbeischaut. In den ersten zehn Tagen kommt die Hebamme wirklich jeden Tag. Auch dann wenn die Mutter erst nach einer Woche aus dem Krankenhaus nach Hause kommt.

    Dies sollte vorher ausgemacht sein. Am besten ist es, die Hebamme schon in der Schwangerschaft regelmäßig zu besuchen. So ist sie nicht mehr fremd und die junge Mutter traut sich auch wirklich alles zu fragen.

    Die Hebamme hilft bei der Pflege des Neugeborenen, schaut auf die Nabelschnur die jetzt langsam abfällt. Sie zeigt den jungen Eltern auch, wie man das kleine Baby badet. Die wertvollen Tipps meiner Hebammen waren so wichtig, dass ich sie bis heute nicht vergessen habe.

    Sie berät nicht nur rund ums Kind, sondern weiß auch alles über die Vorgänge im Frauenkörper nach der Geburt und hat natürlich auch viele Tipps zum Stillen.

    Was mit und in Deinem Körper nach der Geburt geschieht, hat Mira in ihrem Artikel zum Wochenbett beschrieben. Außerdem gibt sie eine wichtige Checkliste, wie ihr Euch die ersten Tage und Wochen erleichtern könnt. Zum Beispiel, indem ihr schon vor der Geburt alles im Haus habt, was in dieser Zeit des Frühwochenbettes wichtig wird.

    In das neue Leben hineinfinden

    Das Wochenbett ist nicht nur eine Zeit, in der sich der Körper der Frau sehr stark verändert.  Dies sowohl geburtsbedingt als auch in hormoneller Sicht. Die Wunden der Geburt brauchen eine Weile, um zu verheilen. Und der Frauenkörper bildet sich zurück nach den großen Umstellungen in der Schwangerschaft und der körperlich anstrengenden Geburt.

    Aber nicht nur der Körper braucht diese Zeit: Es bedarf auch der Ruhe, damit die neue Familie zusammen findet. Deshalb ist es gut, wenn Eltern und Kinder im Wochenbett, die Möglichkeit haben in einem geschützten Raum für sich zu sein. Freunde und Verwandte sind gern gesehene Helfer, wenn sie wirklich „nützlich“ sind.

    Damit sind Menschen gemeint, die nichts fordern oder erwarten, sondern mithelfen beim Aufräumen oder Kochen, zum Einkaufen gehen oder mit den Geschwisterkindern spielen. Sie sollen den Eltern möglichst viel abnehmen und dafür sorgen, dass diese Zeit miteinander und dem Neugeborenen verbringen können.

    Die Familie muss sich zusammenfinden

    Auch wenn es nicht das erste Kind ist, die Familie verändert sich in ihrem Gefüge und braucht Zeit, sich neu zu formieren.

    Mutter und Baby haben jetzt die Zeit sich zu beschnuppern, sich kennen zu lernen, ebenso die anderen Familienmitglieder. Es braucht Ruhe und Zeit, die Geburt selbst zu verarbeiten. Oft wird einem erst viel später klar, was die Geburt für ein intensives Erlebnis war und was sie alles ausgelöst hat.

    Und das gilt nicht nur für die Mutter, sondern auch für das Baby. Das kleine Wesen hat in seinen ersten Tagen auf unserer Welt mit all seinen Sinnen schon so viel Neues erlebt, dass es die kuschelige Nähe zur Mutter in Stille und Harmonie zum Ausruhen braucht.

    Selbst das Ankleiden, das Wickeln und das Schlafen mit dem kleinen Wesen in einem Bett ist für das Baby, aber auch für die Eltern neu und besonders. In so einer entspannten Atmosphäre können sich Mutter und Kind auf sich selbst konzentrieren und sich voll und ganz dem Stillen widmen.

    Das Wochenbett ist die Zeit, um sich mit dem neuen Lebensabschnitt auseinanderzusetzen, mit einer neuen Rolle im Leben. Damit auch der Vater Teil haben kann, sollte das so gut wie möglich bereits vor der Geburt organisiert sein.

    Bekommt er Urlaub oder besteht die Möglichkeit in diesen Wochen weniger zu arbeiten? Wer könnte helfen, damit der Vater sich nicht komplett um Haushalt und Alltag kümmern muss und damit auch wieder keine Zeit für seine junge Familie hat?

    Ein guter Rat ist es, bereits in den Wochen vor der Geburt einen Vorrat an eingefrorenen Gerichten anzulegen. Auch Lieferdienste von Supermärkten, Pizza-Service oder – natürlich viel gesünder – eine Gemüsekiste sind in dieser Zeit hilfreich.

    In den Alltag finden

    Die Hebamme ist auch Ansprechpartnerin für Rückbildungskurse und bietet oft selbst solche an. Bei den Zwillingen lebten wir z.B. auf dem Land und es war mir viel zu stressig, mit den Kindern so einen Kurs zu besuchen. Die Hebamme schlug vor, die leichten und kräftigenden Gymnastikübungen einfach daheim mit mir zu üben.

    Wer sich selbst etwas Gutes tun möchte, bucht eine Mütterpflegerin. Die kommt nach Hause, gibt Massagen und verwöhnt die junge Mutter nach Strich und Faden.

    Wenn so etwas in Deiner Gegend nicht verfügbar ist, tut auch eine Massage oder ein Besuch bei einer Osteopathin richtig gut. Mir hat letztere sehr geholfen, meinen Körper wieder in seine alte Form zurückfinden zu lassen.

    Das Wochenbett, die Zeit der Ruhe

    Die Zeit des Wochenbetts sollte unbedingt dazu genutzt werden, damit sich die Mutter selbst etwas gutes tun kann. Der Alltag kehrt früh genug wieder ein.

    Daher sollte das Wochenbett solange wie möglich, also mindestens sechs Wochen eingehalten werden.

    Im Frühwochenbett zu ruhen, leuchtet den meisten annähernd ein. Die ersten drei, vier Wochen zunächst wirklich im Bett und dann immer noch mit sehr viel Liegepausen zu verbringen, klappt anfangs noch ganz gut.

    Doch mit der zunehmenden Energie der Mutter fällt die Auszeit immer schwerer. Und sie verspürt immer mehr den Drang nach Abwechslung und Bewegung. In wieweit Du diesem Bedürfnis nachgibst liegt auf jeden Fall in deiner Entscheidung und Verantwortung.

    Natürlich können im zweiten Monat schon Spaziergänge unternommen werden. Doch die Ruhe für Mutter und Kind sollte nach wie vor oberstes Gebot sein.

    Neben Rückbildung und Mama-Terminen ist eh schon einiges los. Das Baby geht zu den ersten Untersuchungen beim Kinderarzt. Der Vater wird in den meisten Fällen wohl recht früh wieder arbeiten müssen und auch die Besucher- und Unterstützerzahl nimmt wieder ab.

    Jetzt ist es Zeit ein wenig Routine in den Alltag zu bekommen. Das tut dem Kind und der Mama gut. Da das Kind in den ersten zwei Monaten noch sehr viel schläft, hat die Mutter jetzt auch Zeit sich einmal auszuruhen.

    Sie sucht sich ein gutes Buch zum Lesen oder sonst etwas zu tun, was sie selbst einfach gerne macht. Sozusagen im Hinblick auf die Zeit, in der diese Augenblicke, für sich ganz allein sein zu können, dann erst einmal wieder seltener werden.

    Kräftigende Ernährung im Wochenbett

    Eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung ist ein wichtiges Thema in der Zeit des Wochenbetts. Darüber kann auch schon vorher nachgedacht werden. Die Klassiker sind kräftigende Suppen – die sind zudem praktisch, da sie immer mehr als eine Mahlzeit ergeben – sowie Stillkugeln, wie sie die Hebamme Ingeborg Stadelmann in ihrem sehr empfehlenswerten Buch „Die Hebammensprechstunde“ vorschlägt.

    Dieses Buch ist überhaupt ein nützlicher Begleiter in der gesamten Schwangerschaft und der ersten Zeit mit dem Baby. Eine gesunde Ernährung ist sehr wichtig in dieser Zeit für die Mutter und wegen dem Stillen natürlich auch für das Kind. Blähende Gemüse und scharfe Gewürze sollten daher lieber weggelassen werden.

    Stillkugeln nach Ingeborg Stadelmann aus „Die Hebammensprechstunde“

    1 kg Dinkel, Gerste und/oder Hafer, 300 g gekochten Vollreis, 350 g Ghee oder Butter, 300 g Honig, evtl. 1 Tasse fein gehackter Nüsse z.B. Haselnüsse, Cashew, Mandeln, Kokos oder Walnuss, 1 Glas Wasser, Milch oder Pflanzenmilch

    Reis kochen und beiseite stellen. Abkühlen lassen. Das Getreide mahlen (je nach Wunsch gröber oder feiner), bzw. schon verarbeitet kaufen, und kurz anrösten. Nüsse können ebenfalls kurz angeröstet werden. Wenn die Masse eine leichte Bräune hat und duftet, Butter hinzufügen.

    Weiter verrühren bis die Butter geschmolzen ist, Honig hinzugeben und gut schwenken. Anschließend die Masse vom Herd nehmen und je nach Konsistenz Reis, Wasser oder Milch hinzugeben. Die Masse sollte gut formbar sein und die Stillkugeln nicht zerfallen. Die Kugeln mit ca. 2-3 cm Durchmesser im Kühlschrank lagern. Auf Wunsch diese in Kokosflocken, gerösteten Sesam oder Kakao wälzen.

    Wer mag, kann dieses Rezept mit Datteln und getrockneten Feigen sowie anderen Trockenfrüchten anreichern. Diese Energiebällchen, die zudem die Milchproduktion positiv beeinflussen, sind auch ein schönes Geschenk, das jemand mitbringen könnte.

    Eure Verena Wagner (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: hedgehog94 / shutterstock
    Pinterest: MakeStory Studio & Cultura Motion / shutterstock
    Pinterest2: hedgehog94 & Cultura Motion / shutterstock
  • Zeitumstellung – Tipps für Babys und Kinder – Winterzeit

    Zeitumstellung – Tipps für Babys und Kinder – Winterzeit

    Bald ist es wieder soweit. Die Zeit wird umgestellt. Wie lange bzw. häufig diese Zeitumstellung noch andauernd wird, ist nach dem klaren Umfrageergebnis der Europa Kommission ungewiss. Doch leider können sich die EU-Staaten noch nicht auf eine Umsetzung einigen.

    Am 31. Oktober 2021 ist es aber auf jeden Fall wieder soweit und die Uhr wird von Sommer- auf Winterzeit (Normalzeit) umgestellt. Was heißt, dass die Zeit in der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt wird und wir somit eine Stunden „geschenkt“ bekommen.

    Zeitumstellung von 3 auf 2 Uhr

    Damit haben vor allem Babys und Kinder zu kämpfen. Da der Schlafrhythmus von Babys, wenn sie ihn denn gerade gefunden haben, noch sehr anfällig bei Veränderungen ist.

    Am besten können wir ihnen helfen, indem wenn wir uns gleichzeitig mit ihnen auf diese Umstellung vorbereiten. Denn auch, wenn wir als Erwachsene diese Umstellung besser verkraften, fordert sie unserem Körper eine Menge Energie ab. Es ist im Prinzip ein, wenn auch nur einstündiger, Jetlag.

    Nicht nur die reine „Zubettge-“ und Aufwachzeit, sondern der ganze Tagesrhythmus unserer Kleinsten wird durcheinandergebracht.

    Babys und Kinder auf die Zeitumstellung vorbereiten

    Am besten startet ihr mit der langsamen Rhythmusveränderung eine Woche vor der Zeitumstellung mit kleinen Zeitverschiebungen.

    Zum Beispiel indem ihr darauf achtet, eure Kleinen jeden Tag etwa 10 Minuten später aufzuwecken und später Schlafen zulegen.

    Ebenso wie ihr die Schlafenzeiten anpasst, könnt ihr andere, den Tag strukturierende Elemente nach hinten zu verschieben. Dies sind zum Beispiel die Essen-/Stillzeiten und Spiele- oder Spaziergehzeiten. Dabei solltet ihr darauf achten eure Kleinen in dieser Zeit nicht zu viel zuzumuten. Denn das ist es ja gerade, vor dem ihr sie bewahren wollt.

    Wenn es mit der langsamen Vorbereitung nicht geklappt habt, könnt ihr ihnen dennoch behilflich sein. Indem ihr sie am Tag der Umstellung von der Sommer- zur Winterzeit „länger Schlafen“ lasst und durch eine ruhige und entspannte Tagesgestaltung mit frischer Luft probiert sie länger wach zu halten, so dass sie es am Abend  ggf. schaffen später einzuschlafen.

    Dies könnt ihr zudem dadurch unterstützen, indem ihr den Schlafraum der Kleinen abdunkelt und morgens entsprechend später erhellt.

    Ich wünsche allen, insbesondere Eltern und ihren Liebsten eine gute Vorbereitung um Umsetzung der anstehenden Zeitumstellung am 31. Oktober 2021.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Beitragsfoto: Alina R / shutterstock
    Foto2: Freedom Master / shutterstock
  • Entthronung des Erstgeborenen

    Entthronung des Erstgeborenen

    Der Fachbegriff Entthronung des Erstgeborenen hat mich irgendwie immer mißtrauisch gemacht. Das erste Kind als kleiner König, der von seinem Prinzenthron gestoßen wird? Aber nun ja, es ist nur ein Begriff – noch dazu einer, der aus einer anderen Zeit stammt.

    Als ich das erste Mal davon las, was damit gemeint ist, nämlich das, was Erstgeborene erleben, wenn ein Geschwisterkind geboren wird, war ich mir sehr unsicher, wie das werden würde für unseren „Großen“.

    Schließlich war er mit seinen 16 Monaten selbst noch ein Baby, als die Zwillinge auf die Welt kamen.

    Wir als Eltern waren fest davon entschlossen, dass sich unser Kind nicht „entthront“ fühlen müsste. Wir wollten ihm auch weiterhin all die Liebe und Aufmerksamkeit geben, die er braucht.

    Als ich zur zweiten Entbindung im Krankenhaus war, durfte unser Junge eine Woche bei Oma und Opa bleiben. Das war ein Glücksfall! Er freute sich sehr.

    Wer liegt denn da in Mamas Armen?

    Als er uns mit den Großeltern und Papa im Krankenhaus besuchen kam, blickte er ein wenig verständnislos auf die Mama mit dem für ihn erstmal fremden Baby im Arm.

    In diesem Moment wurde mir bewusst, wie entscheidend die Haltung der Eltern dafür ist, wie das erste Kind diesen unweigerlichen Prozess der Entthronung durchlebt.

    Dass es ihn durchleben muss, wurde mir hier zum ersten Mal ganz deutlich. Außerdem hatte ich – auch wenn es total unbegründet war – ein schlechtes Gewissen, weil ich in dieser neuen Phase unseres Familienlebens natürlich viel weniger Zeit als bisher für meinen Erstgeborenen haben würde.

    Als einen viel harmonischeren Start in diese neue Familienkonstellation hätte ich es auch empfunden, wenn eine Hausgeburt oder eine Geburt im Geburtshaus möglich gewesen wäre.

    Durch meine lange Abwesenheit bekam ich umso mehr das Gefühl, mich nicht genug um den Großen kümmern zu können. Bei einer Hausgeburt oder einer ambulanten Geburt kann die ganze Familie das neue Mitglied zusammen direkt bzw. daheim begrüßen und die ersten Tage zusammen genießen.

    Nicht immer schenkt einem das Leben jedoch optimale Bedingungen, dies auch so zu gestalten. Da muss man wohl manchmal einfach das Beste draus machen, oder was meint ihr?

    Entthronung – Bindung zu anderen Menschen

    Vater und Großeltern konnten dieses „Ausfallen“ der Mutter, die ja nun einen Großteil der Zeit mit Stillen, Babys halten, tragen und wickeln beschäftigt war, abfangen.

    Da unser Kind schon vorher eine gute Bindung zu diesen Bezugspersonen aufgebaut hatte, wurde sein Leben nun zwar anders, aber nicht etwa schlechter, sondern eher vielfältiger.

    Ich bemühte mich Zeit mit dem Ersten alleine zu verbringen. Das war Zeit nur für uns, in der wir zusammen spielten, kochten, malten – echte Premium Quality sozusagen. Oft war ich aber auch einfach zu müde und froh, wenn die Oma, der Papa oder das Kindermädchen sich um den aufgeweckten Einjährigen kümmerten.

    Sich Hilfe holen, um die Entthronung zu mildern

    Diese für alle sehr intensive Zeit haben wir gut überstanden, weil wir uns Hilfe geholt haben. Es ist absolut nicht schlimm, Hilfe zu brauchen. Und wir können uns glücklich schätzen, wenn uns vertrauensvolle Menschen dafür zur Verfügung stehen. Es ist wichtig sich dies einzugestehen!

    Als junge Familie darf man Hilfe brauchen. Gerade, wenn die Großeltern weiter weg wohnen und nicht so einsetzbar sind, ist es sehr wichtig, zu überlegen wie der Alltag in der ersten Zeit nach einem Familienzuwachs organisiert werden kann.

    Das ist meiner Meinung nach ganz wichtig, damit der Erstgeborene sanft und selbstbestimmt vom Prinzenthron steigen bzw. die Entthronung ohne Schwächung durchleben kann. Er soll nicht das Gefühl bekommen, das andere seinen Platz einnehmen.

    Aus diesem Grund haben wir damals die Entscheidung getroffen, ihn vor der Geburt der Zwillinge nicht mehr in der Kita anzumelden. Für uns war in dieser Situation eine Art „Kindermädchen“ die Lösung, die in den ersten Monaten zu uns kam, um uns zu unterstützen.

    Die Kita kann natürlich eine sinnvolle Hilfe sein – gerade wenn eine junge Familie nicht auf Verwandte zählen kann. Dann sollte die Eingewöhnung in die Kita idealerweise bereits stattfinden, lange bevor das Geschwisterkind zur Welt kommt.

    Fühlt sich ein Kind in seiner Kita, seinem Kindergarten oder in seiner Schule wohl, können die Erzieher und Lehrerinnen ebenfalls wichtige Bezugspersonen in dieser Zeit sein. Das ist sehr viel Wert.

    Gerade die Erstgeborenen – die zunächst Einzelkinder sind – freuen sich in der Regel sehr, endlich mehr Zeit mit gleichaltrigen Spielkameraden zu verbringen.

    Entthronung – was passiert danach?

    Ganz wichtig ist es, auf die wechselnden Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Das bewusstere Wahrnehmen des Geschwisterkindes als selbständig handelndes Individuum setzt meiner Erfahrung nach erst nach einiger Zeit ein.

    Es kommt eigentlich erst zu Konflikten, wenn diese etwas älter sind. Zunächst schlafen Babys viel und erweitern erst mit dem Krabbeln ihren Aktionsradius ein wenig mehr.

    Erst wenn das Kleinkind zu den Spielsachen des Älteren gelangen kann, also direkt in dessen „Herrschaftsbereich“ eingreift, kommt es zu einer direkten Interaktion zwischen den beiden.

    Jüngere Geschwister bewundern die älteren in der Regel und schauen sich viel von ihnen ab. Sie wollen mitmachen bei den Großen und das geht oft schief.

    Entthronung – Eingriffe in das Revier der Größeren

    Ohne böse Absicht machen sie Bauwerke kaputt und stören unwissentlich Rituale und Spiele. Jetzt greifen die Jüngeren aktiv in das Revier des oder der Erstgeborenen ein. Jetzt zeigt sich, wie diese(r) darauf reagiert.

    Hier braucht es oft einen Erwachsenen, der Möglichkeiten aufzeigt, wie beide zufrieden spielen können. Wichtig dabei ist, dass der Größere keineswegs immer derjenige ist, der nachgeben muss.

    Die Eltern müssen hier Wege finden, die auch für Letzteren akzeptabel sind. Außerdem soll ab und zu Zeit sein, mit dem „Großen“ etwas allein zu unternehmen. In den ersten Monaten bietet sich die Zeit des Mittagsschlafes des kleinen Kindes wunderbar dafür an.

    Mamatag für den Erstgeborenen

    Möglich ist es auch, dass das ältere Kind abends länger aufbleiben darf und hier Zeit mit den Eltern alleine hat. Ich finde auch unsere „Mama-Tage“ sehr schön, die wir zwar selten, aber doch einigermaßen regelmäßig mit allen Kindern abwechselnd einhalten.

    Bei unserem Erstgeborenen habe ich nach den sehr anstrengenden ersten drei Jahren, in denen er unweigerlich kürzer treten musste, weil ich nach der ersten Zeit mit Hilfe von außen viel allein mit den Kindern war, kam irgendwann im Kindergartenalter ein starkes „Mama-Bedürfnis“ auf.

    Plötzlich wollte er sehr viel kuscheln und wollte mich abends gar nicht gehen lassen, bis er schließlich eingeschlafen war. Ich ließ ihn gewähren und blieb immer bei ihm bis er in den Schlaf fand.

    Kuschelzeit mit Mama allein

    Zuerst brachte ich die Zwillinge ins Bett und dann kuschelte ich ganz lange und ausgiebig mit ihm. Ich hatte das Gefühl, er hole sich jetzt seine „Mama-Zeit“ zurück. Auch ich habe das als sehr schön empfunden.

    Ich halte es für enorm wichtig, den Kindern genau das zu geben, was sie gerade brauchen. Wenn ein Kind plötzlich wieder Baby sein will, seitdem es Nachwuchs in der Familie gegeben hat, dann sollte ihm dieser Wunsch erfüllt werden:

    mit Babymassagen, viel Kuscheln und Körperkontakt, vielleicht füttern oder Babysprache. Auch wenn es einem Erwachsenen komisch vorkommen mag, wenn eine Vierjährige plötzlich wieder Windeln tragen will, vielleicht sogar ins Bett macht?

    Mit viel Verständnis lösen sich viele Probleme bei der Entthronung

    Jedes Kind hat andere Bedürfnisse und auch diese Phase ist irgendwann zu Ende. Fühlt Euch in Eure Kinder hinein und gebt ihnen das, worum sie Euch bitten. Mit viel Verständnis lassen sich viele Probleme lösen!

    Meiner Erfahrung nach, entsteht durch eine solche Haltung von Geburt des zweiten Kindes, auch kaum Aggression oder Eifersucht. Natürlich gibt es diese Gefühle zu einem gewissen Grad immer wieder unter Kindern.

    Sehr starke Reaktionen könnten darauf hinweisen, dass ein Kind auf sich aufmerksam machen will. Diese Aufmerksamkeit sollte ihm zuteil werden.

    Nicht in negativer Form, indem viel geschimpft und bestraft wird, sondern ganz anders: Der Große sollte als Großer (von vornherein) gewisse Privilegien haben.

    Wie oben beschrieben z.B. Zeit mit den Eltern alleine und vielleicht auch eine eigene Rolle als „Große(r)“ mit Pflichten haben, aber auch Vorrechten wie längeres Aufbleiben oder später Taschengeld.

    Toll ist es auch, wenn der/die Ältere mit der Mama gemeinsam das Baby wickelt, badet oder im Kinderwagen spazieren fährt. Wenn es von Anfang an in diese ganzen neuen Aufgaben der Eltern mit einbezogen wird, entwickelt es zum einen eine stärkere Beziehung zum Jüngeren und freundet sich zum anderen mit seiner neuen großen Bruder-/Schwesterrolle an.

    Eure Verena Wagner (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: STUDIO GRAND OUES / shutterstock
    Pinterest: katrinaelena & karlamarie6 / Getty Images Pro