Autor: Deva Wallow

  • Aufs Geschwisterkind vorbereiten

    Aufs Geschwisterkind vorbereiten

    Geschwisterkind: Immer wieder hören und lesen wir, von den Veränderungen in den vorher harmonischen Familien, wenn ein zweites Kind kommt, weil das Erstgeborene anfängt zu „rebellieren“. Da stellen sich viele die Frage:

    „Kann ich mein erstes Kind auf sein Geschwisterkind vorbereiten?“

    Meine Antwort: Erstens, ja, du kannst dein Erstgeborenes auf weiteren Nachwuchs vorbereiten.

    Zweitens: Ob sich dadurch aber das „Leiden“, wenn es denn dann dazu kommen sollte, schmälert, ist ungewiss. Das soll nicht heißen, dass du nichts probieren sollst, sondern vor allem, dass du probierst entspannt zu bleiben.

    Zudem solltest du dich nicht von Erfahrungen anderer in Bezug auf die Veränderungen, die ein Geschwisterkind mit sich bringen kann, zu sehr irritieren lassen. Es gibt unzählige Faktoren, die darauf Einfluss haben und die du nicht alle wahrnehmen, noch beeinflussen kannst.

    Die schönen Erfahrungen, wenn Kinder ein Geschwisterkind bekommen, hört man leider seltener. Was nicht daran liegt, dass es sie so selten gibt. Wir lassen uns nur „gewohnheitsmäßig“ mehr von negativen Nachrichten und Geschichten „faszinieren“ und behalten diese somit länger im Gedächtnis.

    Nichtzuletzt erhält man mit „negativen Geschichten“ häufig mehr Aufmerksamkeit von anderen als mit schönen und vermutet daraufhin, dass diese sich für „Schauergeschichten“ mehr interessieren.

    Solltest du deinem Erstgeborenen von Anfang an vom Nachwuchs erzählen?

    Ja, meiner Meinung nach unbedingt. Denn erstens spürt dein Kind die Freude bzw. Veränderung von dir sowieso, kann sie dann aber nicht einordnen, was es verunsichern kann.

    Und zweitens: Falls es zu Komplikationen bzw. sogar einer Fehlgeburt kommen sollte, kann es dann den Schmerz von dir ansonsten nicht verstehen und wird deinen Kummer möglicherweise auf sich beziehen.

    Wann der richtige Zeitpunkt ist, es deinem Kind mitzuteilen, musst du für für dich selbst entscheiden. Die Anregungen, die du hier findest, werden selbst, wenn du sie nur liest, unbewusst von deinem Gehirn verarbeitet und in deinen Gefühlen, wenn sie zu deinen Überzeugungen passen, Ausdruck finden.

    Ein paar Ideen, wie du dein Kind auf ein Geschwisterkind vorbereiten kannst

    Wie gesagt, ist es gut die Erstgeborenen direkt von Beginn an Teil haben lassen und auch deine Emotionen zu zeigen.

    Wie viel du ihnen erzählst, hängt meines Erachtens vor allem vom Alter deines Kindes ab, doch mitteilen, solltest du es ihm auf jeden Fall und deine Freude unbedingt auch.

    Zudem ist es hilfreich, bei allen Unternehmungen, die mit der Geburt des Geschwisterkindes zu tun haben, zu erzählen, wie es bei dem Erstgeborenen war. Vor allem, wenn diese Freude und Liebe beinhalten.

    Vielleicht passt du auch euer bestehendes Einschlafritual an, in dem du das ungeborene Geschwisterkind in die gute Nachtgeschichte miteinbeziehst. Und deinem Kind dabei immer wieder einlädst zu hören, was sein „Geschwisterchen“ dazu antwortet.

    Und wenn dein Kind es liebt, lasse es deinen Bauch streicheln und wahrnehmen, wie gut es dir tut.

    Alle Kinder lieben es ihre Eltern glücklich zu sehen!

    Mädchen mit Kuschelbär bei der schwangeren Mutter

    Wenn du die aktuellen Ultraschallbilder zeigst, kannst du dies nutzen, um auch die Bilder von deinem Erstgeborenen mit Rundgehen zu lassen. Dabei solltest du auch deine damalige Freude zeigen und deine früheren Gedanken äußern.

    Und nehme dein Kind zum Einkaufen der Erstausstattung mit und lade es ein seine Meinung zu äußern, und wenn „möglich“ nehme zumindest eine seiner Vorschläge an. Das freut dein Kind und es fühlt sich wertgeschätzt.

    Nichts vom Erstgeborenen einfordern

    Es ist nicht hilfreich und geht häufig sogar „nach hinten los“, wenn du Freude oder bestimmte Taten von deinem Kinde während der Schwangerschaft, Geburt sowie später erwartest. Erfüllte Erwartungen machen nie glücklich, sie entsprechen eher einem okay. Geschenke, die du ohne Erwartung erhältst, haben das Potential dich glücklich zu machen.

    Nehme es stattdessen so gelassen wie möglich hin, wenn dein Kind sich aus allem raushalten möchte, was mit der Schwangerschaft seines Geschwisterkindes zu tun hat. Manchmal hat es einfach Angst, was da Unvorstellbares auf es zukommt.

    Der Gedanke, es muss jetzt da durch, da es ansonsten umso schwerer wird, wenn das Baby dann da ist, ist auf jeden nicht hilfreich.

    Wir versuchen uns von klein auf darin „Negatives/Verletzungen“  vorwegzunehmen, umso den späteren Schmerzen zu mildern. Doch hat es je geholfen? Nein, es tut trotzdem immer wieder und sehr weh.

    Zu diesem Thema könnte dir auch der Beitrag „Geschwisterliebe ist einzigartig“ gefallen.

    Für Fragen stehe ich dir gerne zur Verfügung, schreibe sie einfach als Kommentar oder per PN über Facebook.

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    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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  • Vor Kindern streiten?

    Vor Kindern streiten?

    Der folgende Beitrag „Vor Kindern streiten“ brannte mir schon sehr lange unter den Nägeln und ich freue mich ihn mit euch zu teilen.

    Ist Streit vermeidbar?

    Es ist an sich nicht immer zu vermeiden, dass unsere Kinder mitbekommen, wenn wir uns streiten. Egal, wie kontrolliert wir uns auch verhalten, manchmal bahnen sich unsere Gefühle dennoch ihren Weg, ob wir es wollen oder nicht. Und das ist auch gut so.

    Denn mit sich selbst zu sehr kontrollierenden Eltern haben Kinder ihre Schwierigkeiten. Unsere Kinder nehmen auch unsere unterdrückten und häufig uns selbst nicht einmal bewussten Gefühle wahr. Dies verunsichert sie, weil sie das, was sie hören und dass, was sie spüren, nicht zusammen bekommen.

    Mit der Zeit beginnen sie dann immer mehr an sich und ihrer Wahrnehmung zu zweifeln.

    Es ist nie schön für Kinder, wenn ihre Eltern streiten, denn …

    1. erstens fühlen sie sich immer dafür verantwortlich, wenn sie auch keine Ahnung haben, warum. Sie können nicht anders, weil sie sich noch immer bewusst sind, der Mittelpunkt ihres „Universums“ zu sein.
    2. zweitens macht es ihnen sehr große Angst, dass ihre Eltern sich trennen und uns sie „auf der Strecke bleiben“. Ihre Eltern existieren in ihrer Vorstellung nur als Paar und sind in ihren ersten Lebensjahren nicht allein vorstellbar für sie.
    3. drittens es nagt an ihrem Verbunden- und Geborgenheitsgefühl. So als würde ihre uneinnehmbare Burg Risse bekommen. Was wiederum Angst macht.

    Das schlimmste an einem Streit der Eltern ist aber nicht das Streiten, das Schlimmste für unsere Kinder ist, dass sie in der Regel nicht mitbekommen, wie sich ihre Eltern wieder vertragen. Denn dadurch lernen sie, dass ihre Ängste unbegründet sind.

    Aus meiner Erfahrung als Familien- und Paartherapeut kann ich euch mitteilen, dass über 90% aller Streitigkeiten nicht aus dem Grund geführt werden, die man denkt. Da die Ursache meistens viele Stunden vorher wahrgenommen wurde, nicht selten, ohne das es einem bewusst ist, weitergeschürt werden und erst später, häufig durch eine vergleichsweise Nichtigkeit, zu einem Streit führen, den der andere in diesem Moment nicht nachvollziehen kann. Und nicht zuletzt, beruhen diese Streitigkeiten fast immer auf Missverständnisse.

    Es gibt verschiedene Fragen, die es einem leichter machen können, einzulenken:

    1. Is this Drama really necessary?
    2. Willst Du Recht haben oder glücklich sein?
    3. Wie wichtig ist dir dies in einem oder in 5 oder 10 Jahren?

    Vor Kindern streiten

    Wenn wir es einmal nicht schaffen einen Streit vor unseren Kindern zu vermeiden, wäre es super, wenn wir es hinbekommen würden,

    • einen Break zu machen,
    • gemeinsam zu unserem Kind (unserer Kinder) zu gehen,
    • um ihnen mitzuteilen, dass Mama und Papa gerade uneinig sind und
    • dass sie gerade nicht weiterkommen, dass es aber nicht schlimm ist,
    • dass sie sich lieben, wenn es auch nicht so aussieht
    • den anderen respektvoll zu behandeln und
    • dass es nichts mit ihnen zu tun hat und
    • dass sie eine Lösung finden werden und sich dann auch wieder umarmen.

    Man kann damit gar nicht zu früh beginnen. Selbst während der Schwangerschaft ist es hilfreich, wenn die werdende Mutter regelmäßig mit ihrem heranwachsenden Kind spricht und das vor allem, wenn sie, wie z.B. durch einen Streit aufgebracht oder traurig ist. Beruhigend gesprochene Worte helfen dem Embryo, die vorher aufgebaute Spannung wieder abzubauen.

    Tochter tröstet die Mutter bei einem Streit mit dem Vater

    Was wir unbedingt vermeiden sollten

    Wenn Eltern sich streiten, unterliegen die sich unterlegen Fühlenden nicht selten der Versuchung sich mit dem Kind zu verbünden. Und selbst wenn die Annäherung vom Kind kommt, tut es diesem nicht gut. Es liebt beide Elternteile und wenn es sich dann einem zuwendet, hat es innerlich das Gefühl den anderen zu verraten.

    Ich halte es nicht für wünschenswert unsere Kinder in dem Gefühl einer scheinbar „streitlosen Welt“ aufwachsen zu lassen. Hieraus können sich in ihrem späteren Leben große Probleme mit Wut und Streit, bis hin zu allen nicht „liebenswerten“ Gefühlen entwickeln.

    Und immer, wenn dann in ihnen eines dieser Gefühle hochkommt, verurteilen sie es bzw. sich und unterdrücken es. Zumindest solange bis es sich einen Weg an die „Oberfläche“ erkämpft hat. Und wollen wir das?

    Unser Anspruch „perfekt“ zu sein

    So sehr es liebens- und wünschenswert wäre, perfekt zu sein, ist es nicht, dass was Menschen glücklich macht. In meiner Praxis frage ich meine Klienten in Situationen, in denen sie an sich zweifeln, weil sie es anscheinend nicht geschafft haben, perfekt zu sein:

    „Wollt ihr, dass eure Kinder auch an sich verzweifeln und sich verurteilen, weil sie nicht perfekt sind oder wollt ihr, dass sie glücklich sind? Ihr könnt euch vermutlich vorstellen, was sie rundweg alle antworten?“ Kinder lernen, wenn nicht ausschließlich, dann zumindest am meisten durch Nachahmung und deshalb ist es so wichtig, es ihnen vorzuleben.

    Kindern die Chance geben, streiten zu lernen

    Warum wollen wir, dass unsere Kinder mit anderen Kindern spielen?

    Weil wir uns wünschen, dass sie dabei soziales Verhalten lernen. Wozu auch gehört, sich zu streiten und wenn möglich Kompromisse, wenn nicht gar gemeinsame Lösungen zu finden.

    Also lasst uns damit beginnen, unser Bestes zu tun und es ihnen vorzuleben. Als Menschen haben wir immer den Anspruch unser Bestes zu geben, wie daneben wir manchmal auch liegen. Zudem steht dieser Wunsch entgegen dem Anspruch nach Perfektion unserem Glück zumindest nicht im Weg.

    Übrigens, der sicherste Weg nicht vor den Kindern „streiten zu müssen“, ist es auf unsere Bedürfnisse nach Ruhe, Austausch und Bestätigung zu achten.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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  • Was tun, wenn Babys nicht einschlafen wollen?

    Was tun, wenn Babys nicht einschlafen wollen?

    Babyschlaf: Diese Frage stellen sich viele vor allem junge Eltern, wenn sie sich verzweifelt fragen, wie sie ihr Kind zum Schlafen bringen, um endlich zur Ruhe zu kommen. Häufig herrscht die Angst vor, dass die Kleinen direkt einen regelmäßigen Schlafrhythmus bräuchten, damit es später keine Schwierigkeiten gibt. Das ist nicht so. Viele Neugeborene haben zu Beginn keinen regelmäßigen Schlafrhythmus.

    Das wichtigste und gleichzeitig schwierigste ist die Schlafzeiten des neuen Familienmitglieds mit dem eigenen irgendwie in Einklang zu bringen.

    Viele Eltern haben Angst, dass ihre Kinder nicht genug Schlaf bekommen könnten oder ihre Wachzeiten auf die Schlafzeiten der Eltern verlegen könnten. Doch dies geschieht eher an besonders „stressigen“ oder aufregenden Tagen für die Familie oder bei Erkrankungen der Kleinen.

    In den meisten Fällen übernehmen die Neugeborenen den Schlafrhythmus der Mutter. Auch wenn die häufig erschöpften Mütter und Väter froh sind, wenn sie ihre Babys recht früh ins Bett bekommen, klappt dann das Einschlafen sehr häufig nicht auf Anhieb.

    Tipps bei Einschlafproblemen des Babys

    • Es gibt eine relativ leichte Ausrichtung an die man sich auch in diesen Situationen richten kann: „Glückliche Kinder brauchen glückliche bzw. entspannte Eltern“. Hilfreich ist es, wenn das „Schlafen gehen“ zum Ritual wird und die Kleinen zuvor nicht zu vielen Reizen, wie seltener Besuch, neue Umgebungen etc. ausgesetzt sind.
    • Ein abgedunkelter und ruhiger oder z.B. mit klassischer Musik beschallter Raum kann ebenfalls Wunder wirken. Meine Tochter bekam noch während der Schwangerschaft am Abend regelmäßig „Que Sera Sera (Whatever Will Be, Will Be …)“, von Doris Day vorgespielt und konnte sich später bei der vertrauten Musik recht schnell entspannen.
    • Es schadet auch weder der Mutter noch dem Vater, wenn sie zur Schlafenszeit noch etwas mit dem Baby im Bett kuscheln.
    • Machen sie sich als betroffene Eltern keinen Stress, wenn ihr Baby noch nicht schlafen möchte. Lassen sie es in einer Babyschale oder eine andere gemütliche und sichere Schlafmöglichkeit neben sich liegen. Und wenn sie noch mal raus wollen oder müssen, nehmen sie es einfach in einem Tragetuch mit.
    • Ungewöhnliche doch probate Einschlafhilfe von denen ich gehört habe, sind das Baby zum Einschlafen im Auto herumzufahren oder GESICHERT auf eine laufende Waschmaschine/Trockner zu legen.

    Kinder lieben es in der Nähe ihrer Eltern zu sein, egal wo. Babys können selbst bei lauter Musik schlafen, wenn sie müde sind. Was natürlich nicht heißen soll, dass eine Diskothek unbedingt der beste Ort für kleine Babys und Kinder ist.

    Babyschlaf: Babys holen sich den Schlaf, den sie brauchen!

    Hilfreich ist es sich nicht zum Abend hin „verrückt“ zu machen, ob das Kleine nun gleich einschlafen wird oder nicht. „Wenn es unruhig ist, nehmen sie es auf den Arm oder tragen sie es mit einem Tuch vor ihrem Körper“.

    Das ist für gesunde und satte Babys das einzige, was sie brauchen. Sie müssen und sollen nicht immer beschäftigt werden, wenn sie wach sind.

    Und so ist es auch ok, wenn sie im Elternbett oder daneben in einem eigenen Bettchen oder halt Babyschale wach liegen und vor sich hin brabbelnd. Wobei das Baby generell nicht zu lange in einer Babyschale liegen sollte.

    Vorbereitendes zum Babyschlaf während der Schwangerschaft

    Schon während der Schwangerschaft kann man das Schlafen zu einem Ritual machen. U.a. in dem die werdende Mutter sich selber um einen zumindest relativ regelmäßigen Schlafrhythmus bemüht. Dies kann sie zudem mit entspannender Musik und einem Gespräch mit dem Embryo verbinden.

    Dies stärkt von Beginn an die Mutter-Kind-Bindung, das Vertrauen in eine unkomplizierte Schwangerschaft sowie Geburt und entspannt.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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  • Schnullerentwöhnung – Wie es klappt

    Schnullerentwöhnung – Wie es klappt

    Schnullerentwöhnung: Einige von euch erinnern sich vielleicht noch daran, wie es war, als euch der Schnuller eines Tages einfach weggenommen wurde. Nicht selten mit viel Tränen und Geschrei. Und selbst wenn die Schnullerfee kam, brauchte es nicht selten noch viel Zeit, bis wieder „Ruhe“ eintrat.

    Aus meiner Arbeit als Therapeut, Vater und Ex-Schnullerkind weiß ich, dass dies, vor allem wenn er plötzlich weg ist, für die Kleinen eine traumatische Erfahrung sein kann.

    Eine Abgewöhnung ist auf jeden Fall hilfreich, auch wenn die Trauma nicht unbedingt lebensbestimmend sind.

    Den Schnuller erst gar nicht bzw. nur in „Extremsituationen“ geben

    Die leichteste Art den Schnuller abzugewöhnen, ist ihn von Anfang an, wenn überhaupt, nur „dosiert zu verabreichen“. Nicht wenige Babys verweigern sich erstmal gar einen Schnuller zu nehmen.

    Der Schnuller ist häufig nur eine Ersatzbefriedigung für Nähe und Geborgenheit. Damit beruhigen sich die kleinen „Schreihälse“, wenn sie etwas überfordert, wie zum Beispiel zu viele Sinneseindrücke, oder sie ihren Willen nicht bekommen oder etwas Anderes ihnen Angst macht.

    Und wenn wir Eltern uns gerade nervlich und/oder aus anderen Gründen nicht in der Lage sehen unser Kind durch diese „Schreiphase“ hindurch zu begleiten, in dem wir es liebe- und vertrauensvoll in den Armen halten, ist der Schnuller ein probates Mittel.

    Wenn das Kind sich beruhigt hat, „schnippt“ man den Schnuller am besten direkt wieder mit einem Finger langsam aus dem Mund.

    Wenn der Partner oder andere nahestehende Personen „greifbar“ sind, die gerade mehr in sich Ruhen, ist es eine gute Idee ihnen das Baby zu geben, statt dem Baby wieder den Schnuller in den Mund zu schieben.

    Es ist hilfreich, den Kleinen zumindest zwischen durch immer wieder die Erfahrung machen zu lassen, dass sie sich selber beruhigen können.

    Tipps zur Schnullerentwöhnung

    Wir Eltern können ihnen dabei auf verschiedene Art und Weise unterstützen. Die nachfolgenden Tipps gelten in dem Fall, dass das Kind gesund ist und nicht gerade extremen Hunger hat.

    • Das Baby auf dem Arm tragen oder anderweitig Körperkontakt herstellen.
    • Ruhig und entspannt bleiben. Dabei können bewusst genommene tiefe Atemzüge helfen, wenn möglich die Kinder dabei animieren, es uns gleich zu tun. Dies kann z.B. ein kleiner „Stupser“ auf den Unterkiefer sein.
    • Beruhigende Lieder singen (oder anderweitig laufen lassen, wobei uns Eltern das Singen auch hilft uns zu entspannen).
    • Bewegen, das Baby mit dem Oberkörper oder Armen schaukeln und / oder gehen.
    Schnullerentwöhnung Baby, das keinen Schnuller möchte

    Entwöhnungsphase

    Wenn sich das Kind an einen Schnuller gewöhnt hat, ist es ratsam, im Alter von 2 Jahren mit der Entwöhnung zu beginnen. Vor allem, weil die Gefahr bei normalen Schnullern sehr groß ist, dass es einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Kiefers und der Atmung des Kindes haben kann (nähere Informationen dazu findet ihr unter „Gibt es einen Schnuller ohne Reue?„.

    Tipps zur Schnullerentwöhnung

    Hier einige Tipps zur Schnullerentwöhnung:

    • Immer wenn das Baby schläft vorsichtig den Schnuller herausnehmen bzw. -kicken und falls es dann „quengelt oder droht wach zu werden“ erstmal wieder reinstecken und später nochmal probieren.
    • Wenn möglich dem Kleinkind immer häufiger die Chance geben sich ohne Schnuller (notfalls durch „geborgenes Schreien“) zu beruhigen oder einzuschlafen. Dafür bieten sich Spaziergänge in einem Tragetuch an.
    • Wenn sich das Kind beruhigt hat den Schnuller geben lassen und notfalls herausnehmen. Was zu Beginn ein erneutes Schreien hervorbringen kann, häufig aber schnell angenommen wird.

    Schnullerabgabe

    Bevor man den Schnuller endgültig wegnimmt, ist es hilfreich, wenn das Kind einem zeigen konnte, wie es es schafft, auch ohne Schnuller mal einzuschlafen oder sich zu beruhigen.

    Wenn die Kinder schon älter sind „Belohnungen“, wie zum Beispiel durch die Schnullerfee möglich. Doch „Vorsicht“, die Augen unserer Kinder sind häufig größer als ihr Wille ihren geliebten Schnuller aufzugeben.

    So ist es wichtig sich darüber im voraus im Klaren zu sein und die Abgabe durchzuziehen oder gegebenenfalls noch zu verschieben. Wir sollten in solchen Situationen unsere Entscheidungen nicht zu häufig zurücknehmen.

    Dies merken sich unsere Kinder ganz genau und probieren es immer wieder, mit Geschrei ihren Willen durchzusetzen.

    Ich wünsche Euch allen eine entspannte Zeit der Abgewöhnung. Wenn diese nicht so entspannt Laufen sollte, freue ich mich über Eure (gerne auch anonymen) Schilderungen und werde Euch weitere spezifischere Lösungsvorschläge schreiben.

    Euer Deva  (Babytalk – Redaktion)

    Wir würden uns sehr über Euer Feedback und Eure Erfahrungen und Tipps freuen.

    Beitragsfoto: Petr Bonek / shutterstock 
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  • Die Eingewöhnung in den Kindergarten

    Die Eingewöhnung in den Kindergarten

    Vielen Eltern graust es allein bei dem Gedanken an die ersten Wochen, in denen ihr Sprössling in den Kindergarten geht. Und nicht selten bestätigt sich die Befürchtung, dass es viele Tränen geben wird.

    Manche Kinder schreien sehr heftig und viele Eltern verlassen den Kindergarten mit schlimmen („Selbst-„) Vorwürfen und einem schlechten Bauchgefühl. Das ist natürlich nicht der Regelfall. Dabei sind es in der Regel nicht die Kinder, die Probleme haben im Kindergarten zu bleiben! In den allermeisten Fällen sind es die Sorgen und Ängste von uns Eltern.

    Die Schwierigkeit, das eigene Kind im Kindergarten zurück zulassen

    Was uns an meisten zu schaffen macht, ist das „Loslassen“ unserer Kinder. Wobei dieser Prozess bereits mit der Geburt beginnt und häufig nie endet.

    Typische Stationen sind die Geburt, das Ende des Stillens, das Laufen und Sprechen lernen, der Kindergarten, die Schule, die Ausbildung, das Ausziehen aus dem Elternhaus, die Hochzeit, die Geburt von Enkelkindern …

    Die gemeinsamen Merkmale dieser Stationen sind, das unsere Kinder immer unabhängiger von uns werden. Sie brauchen uns immer weniger und das verstärkt unsere Angst die „Kontrolle über sie“ bzw. ihre Liebe zu verlieren.

    Nun zurück zur Eingewöhnung in den Kindergarten. Wir haben Angst unser Kind allein zu lassen bzw. Angst, dass unser Kind denken könnte, wir würden es allein lassen. Diese Erfahrungen brechen alte Wunden aus unserer Kindheit auf. Als wir uns einsam und verlassen fühlten.

    Unsere Kinder spüren diese Ängste und reagieren darauf mit Klammern, Weinen, Schreien, auf den Boden schmeißen … Ihr kennt solche Situationen bestimmt.

    Wenn wir uns diesem „Mechanismus“ in der Eingewöhnung bewusst werden und unsere Ängste tragen, statt uns von ihnen „den Boden unter den Füssen ziehen“ zu lassen und dann unserem Kind zutrauen, „allein“ im Kindergarten zu bleiben, klappt es.

    Damit will ich nicht sagen, dass es nicht hilfreich sein kann, sein Kind ein paar Tage für wenige Stunden im Kindergarten zu begleiten. Wir wollen uns als Eltern ja sicher sein, dass es unseren Kinder dort gut gehen wird.

    Häufig sind es die Mütter, die Zeit brauchen

    Doch meistens sind wir Eltern es, die denken, dass unsere Kinder diese Zeit der Eingewöhnung brauchen. Dieses Hinauszögern des „Loslassen“ macht es uns Eltern zudem auch nicht gerade leichter, unsere Kleinen in die Obhut von „Fremden“ zu geben.

    Bevor nun euer Kind das erstemal bei einer Tagesmutter, Groß- oder Schwiegereltern oder in den Kindergarten geht, denkt mal nach, welche Gedanken bzw. Urteile euch dazu in den Sinn kommen, wie z.B. „Ich bin eine Rabenmutter.“

    Oder „Ich schaffe es nicht mein Kind zu betreuen“. „Ich bin sooo egoistisch.“ „Was ist, wenn mein Kind die Kindergärtner/in mehr liebt als mich?“ … Es kann übrigens eine sehr schöne Nähe schaffen, wenn ihr euch darüber mit eurem Partner austauschen könnt.

    Diese Urteile beruhen fast immer auf Missverständnissen. Wir dachten damals als Kind vielleicht, dass wir nicht liebenswert sind und unsere Mutter uns deshalb wegschickt … Doch war dies die Wahrheit?

    Ich weiß, dass alle Mütter und Väter immer ihr Bestes geben und ihre Kinder lieben, unabhängig davon, ob sie es ihnen zeigen können oder nicht.

    Es kann sehr hilfreich sein, sich in Gedanken vorzustellen, wie diese Phase der Eingewöhnung entspannt verläuft und sich ihr Kind sehr wohl fühlt im Kindergarten und viele Freundschaften schließt.

    Ich wünsche euch Gelassenheit und Erfolg bei eurem „Loslassen“ bzw. dabei euren Kindern immer mehr zuzutrauen.

    Hinweis der Redaktion: Zu diesem Thema könnte euch unser Beitrag „Soll ich mein Kind in die Kita geben oder noch zu Hause lassen„.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion) und Familientherapeut

    In unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ findet ihr viele weitere sehr praktische Tipps für einen entspannten Familienalltag.

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  • Grenzen setzen, heißt Verantwortung übernehmen

    Grenzen setzen, heißt Verantwortung übernehmen

    Grenzen setzen ist so wichtig: Kinder reifen in den ersten neun Monaten im Mutterleib in einem sehr begrenzten Raum heran. Dieser gibt ihnen Wärme, Sicherheit und Geborgenheit. Zudem ist er dunkel.

    Das Baby hat es wunderbar kuschelig und wächst in einem wahren und „begrenzten“ Paradies heran. Dies wünscht es sich auch nach der Geburt weiterhin.

    Aus diesem Grund ist das Grenzen setzen wichtig.

    Die ersten Tage und Wochen

    Zum Zeitpunkt der Geburt kommt das Baby nach der häufig beängstigenden Austrittsphase durch den Geburtskanal in eine Welt, in der es hell, laut, kalt und vor allem auch sehr unbegrenzt ist.

    Die körperliche Umgrenzung der Gebärmutter ist weg und das Baby muss plötzlich atmen, hört seine Stimme und ist von der Rundumversorgung abgekoppelt.

    Jetzt kann man zwar denken, das sind doch alle sehr erträgliche Veränderungen, doch wenn man mal sich und seine Probleme mit Veränderungen umzugehen, reflektiert, merkt man, dass wir uns damit auch als Erwachsene immer noch sehr schwer tun.

    Wenn die neuen Erdenbürger dann mit ihrer Mutter nach Hause kommen (falls sie nicht zu Hause entbunden wurden) brauchen sie meistens auch noch viel Geborgenheit, wie in Form Kuscheln, Getragen werden, z.B. in einem Tragetuch, einer Babyschale oder einfach auf den Armen.

    Im Kinderbettchen schauen wir, dass wir dieses mit Kissen oder Decken verkleinern. Kinder brauchen diese fühlbaren Grenzen ihres Körpers mit ihrer Umgebung.

    Es sind diese „Grenzen“, die ihnen vertraut sind und an die Geborgenheit im Mutterbauch erinnern.  Zudem helfen sie sich selbst wahrzunehmen.

    Auch wenn nicht alle Babys gleich sind, brauchen viele von ihnen danach noch lange den „Blick- oder Stimmkontakt“ zur Mutter, um sich sicher zu fühlen.

    Die Grenzen weiten sich mit den ersten Schritten

    Wenn die Kleinen dann Laufen lernen, kann man beobachten, wie eng bzw. weit sie ihre Grenzen sehen bzw. setzen. Mit der Zeit werden sie immer mutiger und trauen sich immer größeren Abstand zwischen sich und ihre Eltern zu halten.

    Dann sind es wir Eltern, die schauen, ob wir mit diesen neuen „Grenzen“ bzw. Freiräume der Kleinen umgehen können.

    In dieser Phase kommt zum Grenzen setzen immer mehr die Aufgabe des Loslassens bzw. Vertrauen dazu, die vielen Eltern, insbesondere den Müttern extrem schwer fällt.

    Diese Mütter nennt man heute Helikopter-Mütter, der Name passt zwar, hat nach meiner Meinung, aber leider einen abwertenden und weniger verständnisvollen Charakter erhalten.

    Mit dem Argument der Gefahr eines Verkehrsunfalls oder Belästigung, werden Kinder immer häufiger noch täglich zur Schule gebracht bzw. begleitet, selbst wenn es sich um einen verkehrsarmen und kurzen Fußweg handelt.

    Grenzen setzen Kleinkind an der Hand seiner Mutter

    Die Angst Grenzen zu setzen

    Aus unserer eigenen Kindheit haben viele von uns die Überzeugung mitgebracht, Grenzen sind etwas Einengendes, „Verletzendes“.

    Dabei ist es für uns Eltern viel schwerer unseren anvertrauten Kindern Wünsche abzuschlagen. Dies geschieht gerade nicht, weil sie uns nicht wichtig sind, sondern gerade weil sie und ihr Wohlergehen uns so am Herzen liegen!

    Nicht selten fällt es uns so schwerer Grenzen zu setzen bzw. „Nein“ zu sagen, weil wir unterschwellig die Angst haben, dass unsere Kinder uns dann weniger lieben könnten.

    Die Grenzen der Verantwortung von Eltern

    Mit der Geburt eines Kindes werden aus Frauen und Männern, Mütter und Väter, die nun die Verantwortung für ein oder mehrere Kinder tragen.

    Das belastet Eltern nicht nur deshalb, weil sie häufig ein falsches Verständnis von ihrer Verantwortung haben.

    Vor allem, weil die Entscheidungen und ihr Verhalten nun nicht mehr nur ihr persönliches Leben und das ihres Partners beeinflussen, sondern auch das eines noch nicht allein lebensfähigen kleines Kindes. Dessen Bedürfnisse wir als Eltern nicht immer klar erkennen bzw. verstehen.

    Als Eltern übernehmen wir vor allem die Verantwortung für die Ernährung unserer anvertrauten Kinder, sowie für den Schutz vor Kälte (und Hitze) ,Nässe und soweit möglich vor Gewalt.

    Alles weitere, wie zum Beispiel die „Erziehung“ zur Selbstständigkeit und Berufsfähigkeit sind hilfreiche Aufgaben. Denn da wir sie nicht wirklich beeinflussen können, tragen wir für sie auch nicht die Verantwortung, ebensowenig wie für das „Glück“ und die „Gesundheit“ unserer Kinder.

    Und so übernehmen wir mit jedem Nein bzw. jedem Grenzen setzen, Verantwortung, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht.

    Die gleiche Verantwortung übernehmen wir, auch wenn es sich nicht so anfühlt, mit jedem Ja bzw. nicht Grenzen setzen.

    Die Bedeutung unsere eigenen Einstellung zu Grenzen

    Durch unsere Entscheidungen prägen wir die Wahrnehmung unserer Kinder dessen, was gut ist und was nicht. Häufig denken Eltern: „Grenzen zu setzen, ist etwas schlechtes“, doch …

    … Grenzen sind weder gut noch schlecht, sie sind einfach wichtig, um unseren Kindern Sicherheit und Geborgenheit zu gewähren.

    Erziehung bedeutet Verantwortung für andere zu übernehmen und beinhaltet ein ständiges Abwägen, was man dem anvertrauten Menschen (-kind) zutrauen kann und was nicht.

    Und so ist es wichtig die Grenzen entsprechend der Reife des Kindes, welche nicht immer mit dem Alter einhergeht, weiter zu stecken.

    Die Trotzphasen sowie die Pubertät, eine extreme „Trotzphase“ werden durch Entwicklungsschüben, die zum Teil durch Hormone gesteuert werden, ausgelöst.

    Diese beeinflussen die Wahrnehmungen und unsere Gedanken über die „Welt“. Sie helfen Kindern eigenständige Persönlichkeiten zu werden, indem sie sich von den Überzeugen und Ansichten ihrer Eltern immer mehr lösen.

    Und so auch ihre eignen Grenzen definieren. Hierzu kann ich euch meinen Beitrag „Pubertät ist, wenn Eltern anfangen schwierig zu werden„auf dem Familymag.net empfehlen.

    Grenzen setzen - Kind bekommt eine Spritze vom Arzt

    Die Grenzen unserer Kinder überschreiten

    Vor allem bis zur Jugend kommen Eltern immer wieder mal in die Situation über die Grenzen ihrer Kinder gehen zu „müssen“. Und dies besonders dann, wenn unsere Kinder schwerer erkranken oder einen Unfall haben.

    Denn bis zum Kindesalter wollen unsere Kleinen nur extrem ungern Medizin einnehmen oder sich gar Spritzen geben lassen.

    In diesen Fällen stehen Eltern vor einer sehr schweren Entscheidung. Wollen Sie den Willen ihrer Kinder befolgen oder sich darüber hinwegsetzen und damit über deren Grenzen gehen.

    Hier scheint es noch relativ klar zu sein, wie man sich entscheiden soll. Doch warten sie ab, bis sie ihrem Baby eine „bittere“ Medizin einflössen müssen während es schreit, weint und sich mit Händen und Füßen um sich schlagend wehrt.

    Wenn wir keine Grenzen setzen, versuchen wir nur uns aus unserer Verantwortung zu stehlen.

    Gefahrenhinweise und ggf. Hilfestellungen geben

    Wir alle kenne die Sprüche „Steigt nicht in fremde Autos“, „Spielt nicht mit dem Feuer“, „Schaut nach links und rechts (und wieder links), wenn ihr über die Straße geht“, (…).

    In solchen Situationen ist es uns häufig nicht bewusst, doch auch in diesen setzen wir unseren Kindern Grenzen.

    Hier ist es für uns Eltern nur leichter zu erkennen, dass wir sie zum Schutz unserer Kinder setzen. Genauso ist es an sich immer, wenn wir ihnen Grenzen setzen.

    Wenn wir Eltern selber gestresst sind, sind unsere Grenzen allerdings nicht immer so angemessen. Genauso wenig wie unser Ton, unsere Gestik und Mimik (siehe Beitragsfoto).

    In diesem Zusammenhang findet ihr in unserem bindungsorientierten Erziehungsratgeber „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ noch sehr viele hilfreiche Tipps (Hinweis der Redaktion).

    Nichtsdestotrotz ist es gerade bei solch „unbewussten Grenzen“ wichtig, diese immer wieder mal zu überdenken. Denn die Welt verändert sich fortlaufend und manche grenzsetzende Hinweise, die damals ihre Richtigkeit hatten, haben sie heute nicht mehr und umgekehrt.

    Und welche die früher nicht wichtig waren, sind es heute, wie z.B. „Spielt nicht auf der Straße“. Vor 50 Jahren konnte man die Autos auf der Straße in einer Stunde noch an einer Hand abzählen.

    Ziele der „Erziehung“ bzw. des Grenzen setzens

    Eins der wichtigsten Ziele in der „Erziehung“ sollte es sein, unsere Kinder gerade nicht zu erziehen und stattdessen Hilfestellung anbietend zu begleiten und dem, wenn auch häufig unbewussten Versuch zu widerstehen, sie uns oder unseren Idealvorstellungen ähnlich zu machen.

    Wir sollten unsere Energie lieber darin investieren ihnen durch das Setzen von Grenzen einen geschützten Raum zu schaffen, in dem sie sich geliebt fühlen und sich und die Welt erfahren und erkunden können.

    Mit dem Heranreifen der Kinder kommen die Ziele den Willen, den Körper und das Eigentum anderer zu respektieren hinzu.

    Ich wünsche allen Eltern und werdenden Eltern den Mut und Vertrauen ihren anvertrauten Menschenkindern Grenzen entwicklungsgerecht zu setzen.  Und sie zu ermuntern sich und ihre eigenen Grenzen zu erkunden und dabei gleichzeitig immer mehr loszulassen.

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    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Euer Deva (Babytalk-Redaktion)

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  • Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern

    Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern

    Die Aussage „Glückliche Kinder brauchen glückliche bzw. entspannte Eltern“ ist die einfache und simple Wahrheit, welche als Leitfaden für die „Erziehung“ unserer Kinder stehen könnte bzw. sollte. Und mittlerweile kann man diesen Erziehungsratgeber überall erhalten.

    Bedürfnisse von Kindern und Eltern

    Wer wünscht sich keine glücklichen Kinder und dabei auch noch selber glücklich zu sein? Doch wie soll das gehen? Unsere Kinder sind doch das Wichtigste in unserem Leben. Und sie brauchen uns doch fast 24 Stunden am Tag, vor allem wenn sie noch klein sind.

    Das stimmt. Und doch sollten wir Eltern uns eines immer vor Augen halten, unsere Kinder wünschen sich (und brauchen!) glückliche und entspannte Eltern, die ihnen Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.

    Natürlich macht die Geburt eines Kindes, vor allem wenn es gesund ist, uns glücklich, ist dies in aller Regel eher ein vorübergehendes Gefühl. Zudem ist es nicht die Aufgabe von unseren Kindern uns glücklich zu machen. Dafür sind wir selbst verantwortlich.

    Wir wünschen uns für unsere Kinder Zeit zum Spielen, die Seele baumeln lassen und ganz viele weitere glückliche Momente. Und da Kinder nun mal am meisten durch Nachahmen lernen, liegt es an uns, es ihnen vorzumachen bzw. vorzuleben.

    Glückliche Kinder – Wie soll das funktionieren?

    Ein erster Schritt könnte darin bestehen, wieder wahr-zu-nehmen, was wir für Bedürfnisse habe. Diese anzunehmen und zumindest immer wieder einige von ihnen zu befriedigen, hilft uns zu entspannen. Und auch wieder auf die kleinen „wundervollen“ Dinge im Leben aufmerksam zu werden. Diese sind es, die uns glücklich machen.

    Unsere Bedürfnisse zeigen uns immer was uns fehlt. Und wenn dieses Mangelgefühl zu lange anhält, werden wir immer gereizter und aggressiver. Was in der Regel unsere Partner und nicht zuletzt unsere Kinder abbekommen. Was diese besonders verwirrt und verängstigt.

    Wir können solch ein „Fehlverhalten“ zwar nicht ausschließen, da wir uns diesem nicht immer bewusst sind, doch wir können anschließend zu unseren Kindern hingehen und uns entschuldigen und ihnen mitteilen, warum wir so gereizt reagiert haben.

    Ich muss nicht perfekt sein, um geliebt zu werden

    Dadurch lernen Kinder eines der wichtigsten Ding im Leben. „Man muss nicht perfekt sein und darf Fehler machen und wird trotzdem geliebt.“

    Eine „Falle“ in die Eltern oft reinfallen, ist es, die Bedürfnisse ihrer Kinder zu lange über ihre eigenen zu stellen. Dabei geht es darum, neben den Grundbedürfnissen unserer Kinder, wie Nahrung und Sicherheit, zuerst unsere Bedürfnisse zu erfüllen und dann, wenn wir uns wieder unsere Akku wieder aufgefüllt haben und uns wohl fühlen gerne und aus Liebe zu unseren Kindern zurückzustecken. Aber nicht aus Angst davor „eine Rabenmutter“ oder schlechter Vater zu sein.

    Das Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse darf nicht zur „Routine“ werden. Wenn dies geschieht, geben wir nicht mehr aus Liebe, sondern opfern uns auf. Und dann leben wir unseren Kindern genau das vor.

    Zudem übernehmen unsere Kinder dann sehr schnell die Verantwortung für unser „Wohlbefinden“, was ihnen so wichtig ist und stellen gleichzeitig ihre eigenen Bedürfnisse zurück.

    Wollen wir das?! Und was würden wohl unsere Kinder wollen?

    Voraussetzungen zum Glücklich sein

    Ich gehe davon aus, dass eine der Voraussetzungen zum glücklich sein darin besteht, Kontakt zu unseren Gefühlen zu haben, anders ausgedrückt wir brauchen Kontakt zu unserem inneren Kind.

    Dazu ist nicht selten Mut notwendig, Mut unser Herz wieder aufzumachen bzw. „zu lernen uns wieder verletzlich zu machen“. Wenn wir unser inneres Kind kennenlernen und ihm Raum zum Spielen geben, dann gehen wir im Spielen auch viel mehr auf unsere Kinder und deren Spiele ein. Das sind Momente, die wir und unsere Kinder brauchen und lieben.

    Unsere inneren Kinder zeigen sich bei uns Erwachsene in unseren Bedürfnissen, wie Ruhe, Aufregung, Leidenschaft, etc. In diesem Zusammenhang sagt man auch „beim Sex spielen unsere inneren Kinder“. Dazu gehört vor allem Zeit für sich, für die Partnerschaft und auch mal Abstand von den Kindern.

    Wenn wir in Kontakt mit ihnen bzw. unseren Gefühlen sind, sind wir authentisch. Das spüren unsere Kinder. Es gibt ihnen Sicherheit, weil dann das, was sie bei uns wahrnehmen und das, was wir sagen, übereinstimmt.

    Die Wahrnehmung von Kleinkindern

    Denn sie erlernen als erste Kommunikation die Gefühle ihrer Eltern/Mitmenschen wahrzunehmen und zu „deuten“. Und später, wenn sie unsere Worte verstehen, irritiert es sie, wenn diese nicht mit der Wahrnehmung der Gefühle übereinstimmen.

    Und da unsere Kinder vor allem durch „Nachahmung“ lernen, werden sie mit der Zeit auch immer mehr Worte sagen, die nicht mit ihren Gefühlen übereinstimmen“, dies wird auch als Täuschung / Maske aufsetzen bezeichnet. Wollen wir das?

    Unsere Bedürfnisse müssen zwar nicht alle „ausgelebt“ werden, doch sie wollen „gehört“ und akzeptiert werden. Je mehr wir diese annehmen, umso weniger ablehnend werden wir den Bedürfnissen unserer Kinder gegenüber und sind in der Lage verständnisvoller auf diese zu reagieren.

    Eine Ablehnung ihrer Wünsche verstehen Kinder immer als ein „Nicht richtig sein“ bzw. „Nicht liebenswert zu sein“. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass gleichzeitig die Bedürfnisse der Eltern, die in ihrer eigenen Kindheit abgelehnt wurden, eine Art Heilung erfahren.

    Warum brauchen glückliche Kinder entspannte Eltern?

    Wenn wir gut für unsere Bedürfnisse sorgen, sind wir wesentlich ausgeglichener, was unsere „Schmerzgrenze“ höher setzt und wir entspannter auf Dinge reagieren können, die uns „gegen den Strich gehen“. Dann erhalten unsere Kinder, umso mehr das, was sie sich wünschen, so geliebt zu werden, wie sie sind.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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  • Baby schreien lassen: Juniorexpertentipp – „Lass mich doch einfach mal schreien“

    Baby schreien lassen: Juniorexpertentipp – „Lass mich doch einfach mal schreien“

    Schreien lassen: „Lass mich doch einfach mal schreien“. Der humorvolle Babyschrei-Expertenbeitrag von unserem jüngsten Experten „Karlchen“ (6 Monate):

    „Oh je, Mama du hast schon wieder Stress. Was soll ich bloß machen? Wenn du mich doch einfach mal auskotzen und etwas weinen lassen würdest. Mir fehlt doch nichts.

    Es gab heute nur wieder so viel spannendes und aufregendes Neues. Heute morgen kamen Oma und Opa, die mich in ihren Armen hielten und kuschelten. Und dann roch die Oma so komisch, wie die Blumenwiese auf der wir mal gepicknickt haben.

    Anschließend waren wir shoppen und du hast mir alle möglichen Shirts und Hosen angehalten. Dabei gefiel mir der graue Zweireiher an der Schaufensterpuppe am Besten.

    Danach waren wir ja noch in deinem Lieblingscafé, wo so viele fremde Menschen saßen und so viele verschiedene Sprachen gesprochen wurden, dass mir ganz wirr im Kopf wurde.

    Und als ich dann zu schreien begann, hast du mich direkt an deine Milchbar angelegt. Dafür bin ich dir sehr dankbar. Und dann duftete es dort auch noch so extrem nach der braunen Suppe, dass ich ganz zappelig wurde.

    Das alles war zwar etwas viel für mich, aber auch sehr spannend. Und wenn es schon so aufregend ist, dann brauche ich zumindest am Abend mal etwas Zeit, um das alles zu verarbeiten.

    Lass mich bitte schreien!

    Wenn ich schreie, hebst du mich immer wieder hoch über deine Schulter. Und redest etwas von Bauchweh …

    Deinen Rücken mag ich zwar auch, doch deine Brüste entzücken mich da doch wesentlich mehr.

    Mmmhhhpf! Und klopfe mir bitte nicht immer auf meinen Rücken. Das muss doch nun wirklich nicht sein. Wenn ich schreie, muss ich doch nicht immer ein Bäuerchen machen.

    Und dann das komische Gerät, dass du mir immer wieder ins Ohr steckst. Dabei hast du mich doch gerade erst gebadet und mit einem Lappen in meinen Ohren herum geschrubbt.

    Ich fühle mich so wohl, wenn ich einfach nur in deinen oder Papas Armen liegen und einfach mal nach Herzenslust schreien darf. Zudem strenge ich mich dabei doch immer ganz doll an, dass diese schön warmen Tränen über mein Gesicht kullern. Das liebe ich so.

    Wenn ich doch nur schon sprechen könnte …

    Dann könnte ich dir sagen, dass es mir richtig gut geht bei dir und Papa. Doch so mache ich mir immer Sorgen um dich. Du bist doch meine beste Mama.

    Wenn du dich stattdessen doch immer wieder beruhigen könntest, könnte ich mich auch gleich viel leichter wieder entspannen.

    Vielleicht sollte ich mal probieren mit meiner großen Schwester Mira in Kontakt zu gehen und ihr mal zu verstehen zu geben, was ich will und was nicht. Sie kann es dir ja vielleicht besser verklickern. Obwohl ich nicht verstehe, warum ihr dass verklickern nennt. Dabei klickert es doch nur laut, wenn Papa mit seinen Freunden kickert.

    Am liebsten habe ich es, wenn du mich so staunend und liebevoll anschaust. Du riechst ja so verdammt gut. Einfach hinreißend. Wenn ich groß bin, werde ich dich bestimmt heiraten.

    Ich hoffe, ihr hattet euren Spaß und habt die Botschaft verstanden 😉 In diesem Kontext könnten euch unsere Beiträge „Babys haben ein Recht aufs Schreien“ und „Weinen ist heilsam“ interessieren (Hinweis der Redaktion).

    Liebe Grüße

    Euer Karlchen  (Babytalk – Juniorexperte)“

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  • Fehlgeburt – Wie damit weiterleben und umgehen?

    Fehlgeburt – Wie damit weiterleben und umgehen?

    Fehlgeburt – ein heikles Thema

    Eine Fehlgeburt ist ein sehr heikles Thema, das selbst in den betroffenen Familien häufig ausgesperrt bzw. totgeschwiegen wird. Zu groß ist die Angst, durch diesen Verlust, der „Angst, versagt zu haben“ und dem damit verbundenen Schmerz den Boden unter den Füßen zu verlieren.

    Bevor ich weiter auf die Antwort auf die oben genannte Frage eingehe, möchte ich klarstellen, dass jede betroffene Mutter bzw. Familie für sich entscheiden muss, wie sie mit dieser Trauer und diesem Schmerz weiterleben kann. Da werden gut gemeinte Ratschläge nicht selten als Schläge wahrgenommen.

    Warum geht ein Ungeborenes?

    Wenn Ungeborene oder Neugeborene gehen, liegt es nie daran, dass die Mutter oder jemand anderes etwas falsch gemacht hat. Der Grund ist, dass diese „Engel“ gekommen waren, um durch ihr frühes Gehen allen, die sich betroffen fühlen, etwas mitzuteilen. Darin gibt es keinen Raum für „Schuld“.

    Es geben immer alle ihr Bestes, wie „wenig“ es von außen oder im Nachhinein auch scheinen mag. Hilfreich ist, wenn die betroffene Mutter Raum für ihre Trauer erhält, und ggf. auch für ihre Wut auf sich, das Leben oder auf Gott.

    Es ist für die „Verarbeitung“ dieses Traumas wichtig, dass darüber gesprochen wird und das Sternenkind einen Platz in dieser Familie erhält.

    Ansonsten wird das Unterdrücken der Angst vor dem Schmerz der Mutter bzw. den Eltern fortwährend Kraft kosten. Zudem kann es sein, dass ein anderes Kind (Familienmitglied) den „Schmerz“ auf sich nimmt und darunter leidet oder es als „Lebens-„Aufgabe auffasst seine Eltern an diesen zu erinnern.

    Wie trauert man „richtig“?

    Nicht selten sind Mitmenschen über den Umgang einer Mutter mit ihrer Fehlgeburt schockiert, egal ob sie sich ihrem Schmerz hingibt und in Selbstmitleid versinkt oder scheinbar gefühllos damit umgeht.

    Jeder Mensch hat und braucht seinen eigenen Weg und seine Zeit, mit Trauer und Verlust umzugehen. Das afrikanische Sprichwort „Niemand weiß, wie schwer der Rucksack ist, den man nicht selber trägt“, drückt dies sehr treffend aus.

    Es gibt keinen richtigen Weg zu trauern. Wir haben alle unsere unterschiedlichen Päckchen zu tragen, die es uns leichter oder eben schwerer machen, mit Trauer und Verlust umzugehen.

    Wie sage ich es meinem Kind?

    Wann und wie ich meinem Kind von der Fehlgeburt erzähle, hängt zunächst vor allem vom Alter des Kindes ab. Egal welche Sprache man auch verwendet, wichtig ist, dass der „Tod“ des Geschwisterkinds und die Tatsache, dass niemand dafür verantwortlich ist, klar ausgedrückt werden.

    Denn vor allem Kinder fühlen sich schnell für alles, was in der Familie geschieht, verantwortlich, und tragen diese „Schuld“ häufig bis zu ihrem Tod mit sich. Es sei denn, sie finden durch professionelle Unterstützung oder andere Wege eine Art Heilung.

    Für kleine Kinder ist es häufig hilfreich, das Geschehene in eine Geschichte mit Tieren oder eine Art Märchen zu verpacken.

    Wenn Kinder die Transformation bzw. den Tod der Raupen und die Wiedergeburt als Schmetterling, der irgendwann in den Himmel fliegt, verstehen, kann man dies auch auf das Sternenkind übertragen.

    Oder man erzählt ihnen, dass es nun zu einem Stern geworden ist und liebevoll und lichtgebend auf uns hinabschaut …

    Älteren Kindern kann man auch schon mitteilen, dass der Tod zum Leben gehört wie die Geburt. Und dass es denen, die von uns gegangen sind, gut geht, dort wo sie nun sind. Und dass sie uns empfangen, wenn wir ihnen einmal folgen.

    Wie gebe ich dem Sternenkind einen Platz in der Familie?

    Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten, ich möchte hier nur einige aufführen und würde mich sehr freuen, wenn weitere von Euch Lesern kommen.

    So ist es sehr hilfreich, ein Foto aus der Schwangerschaft zu rahmen und ihm einen Platz in der Küche, im Wohn- oder Esszimmer zu gebe. An einen Platz, wo es allen Familienangehörigen immer wieder ins Auge fällt.

    Des Weiteren kann es helfen, an den Tagen, an denen sich ihr „Gang nach Hause“ jährt, darüber zu reden und eine Kerze anzuzünden.

    Was tun, wenn der Schmerz nicht nachlässt und der Funktionsmodus nicht endet?

    Ganz wichtig ist es bei einer Fehlgeburt, jemanden an seiner Seite zu haben, der „einfach“ nur zuhört, getreu dem Motto: geteiltes Leid ist halbes Leid. Ansonsten gibt es in zumindest in größeren Orten Selbsthilfegruppen für betroffene Mütter bzw. Eltern.

    Und wenn dies nicht möglich ist oder nicht hilft, sollte nicht gezögert werden, professionelle Hilfe, sprich einen Therapeuten aufzusuchen.

    Wie kann der Partner oder die Familie helfen?

    Die hilfreichste Unterstützung liegt in dem Verständnis für den Umgang mit dem Schmerz der betroffenen Mutter bzw. den betroffenen Eltern. Dies ist vor allem dann möglich, wenn man selber nicht zu sehr emotional involviert ist.

    Des Weiteren ist es, wie ich bereits oben schrieb, eine große Hilfe, der / den Betroffenen ein offenes Ohr zu schenken und ggf. dabei liebevoll zu halten.

    Auch kann es beim Umgang mit dem Schmerz der Betroffenen helfen, wenn andere einem im Alltag zur Seite stehen. Und, falls vorhanden, sich um weitere Kinder kümmern.

    Ich bin mir bewusst, dass manche meiner Aussagen auf großen Widerstand stoßen können bzw. werden. Vielleicht wird die Zeit es erlauben, dass manche von denen, die dies empfinden, die Wahrheit und den Frieden in diesen Worten empfangen können.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    In diesem Zusammenhang könnte euch auch unser Beitrag über einen plötzlichen Kindstod von unserer Hebamme Anja Lehnertz interessieren, Hinweis der Redaktion.

    P.S. Eure Fragen beantworte ich gerne als Kommentar oder anonym als Email.

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  • Babys haben ein Recht aufs Schreien bzw. Weinen

    Babys haben ein Recht aufs Schreien bzw. Weinen

    Was ist damit gemeint, „Babys haben ein Recht aufs Schreien“? Soll ich, wenn mein Baby schreit bzw. weint, es einfach Schreien lassen und mich nicht davon „ablenken“ zu lassen? Nein, ganz und gar nicht.

    Dieser Artikel bezieht sich nicht auf sogenannte Schreibabys. Nähere Informationen zu Schreibabys findet ihr unter folgendem Link.

    Hilfe mein Baby schreit. „Als mein kleiner Sonnenschein gerade auf die Welt kam, wurde ich immer fast verrückt vor Sorge, wenn es wieder soweit war.

    Ich konnte es nicht aushalten, da ich immer dachte, wenn ich eine gute Mutter bin, dann bekomme ich mein Baby schnell beruhigt. Und irgendwie war da auch so etwas wie ein „je besser die Mama, desto schneller schreit das Baby nicht mehr oder gar nicht erst!“ in mir …

    In der Tat konnte ich schnell fühlen, warum mein Baby schreit. Aber das hieß leider mitnichten, dass ich es immer sofort beruhigt bekam.

    Denn bei Bauchweh oder einem Wachstumsschub & Co. kann man nicht einfach mal schnell mit einer Flasche oder einer frischen Windel helfen. Und das machte mir sehr zu schaffen, da ich das Schreien als Qual für mein Baby empfand.

    Inzwischen weiß ich, dass Schreien für Babys keine Qual ist, solange man dem Baby vermittelt, dass man sein Möglichstes tut, um ihm zu helfen und es dabei nicht allein lässt und Körperkontakt hält“.


    Baby-Syndrom

    Wenn wir Eltern werden, beginnt neben einer wundervollen spannenden Zeit auch eine schmerzhafte Zeit. In der wir an unsere Hilflosigkeit und manchmal bis zur Verzweiflung gebracht werden.

    Einerseits ist es noch sehr konfliktfrei, da unsere jungen Erdenlinge noch nicht sprechen und somit noch nicht widersprechen können. Andererseits wissen wir häufig nicht, was sie brauchen oder wollen.

    Und da wir diese Süßen so lieben und sie so schutzlos sind, wollen wir sie um alles in der Welt beschützen. Dieses Gefühl kommt vor allem dann hoch, wenn unser Baby schreit. Dieses „Baby-Syndrom“, welches durch das Aussehen von Neugeborenen Tieren und Menschen in uns einen Beschützer, Versorgerinstinkt und nicht zuletzt eine Art „Kuschelbedürfnis“ weckt.

    Überlegt mal, wie viele Katzenvideos ihr schon bei YouTube geschaut habt;-)

    Euer Baby schreit aus Reizüberflutung

    Schreien und Weinen ist abgesehen von der Mimik und in gewisser Weise einer rudimentären Gestik, die einzige Möglichkeit unserer Babys auf sich aufmerksam zu machen. Doch vor allem ist sie eine „Begleiterscheinung“ des Verarbeitens, der vielen neuen Eindrücken. In dieser ihnen so fremden Welt.

    Aus diesem Grund ist es auch ratsam unsere Kinder in den ersten Wochen und Monaten nicht allzu vielen Eindrücken auszusetzen. Und wenn diese kleinen, so hilflos aussehenden Wunder, dann Anfangen zu schreien, wollen wir dies so schnell wie möglich beenden.

    Was uns in der Regel nicht bewusst ist, dass dieses Schreien eine tief in uns verborgene Traurigkeit weckt. Welche wir verdrängt haben und nicht wieder hochkommen lassen wollen.

    Gebärmutterheimweh: Babys brauchen Nähe und Geborgenheit 

    Was unsere Babys in diesem Moment und auch über die Kinderzeit hinweg brauchen? Ist empathische Nähe. Sie wollen gehalten und „ausgehalten“ werden. Sie allein schreien zu lassen, stärkt ihre „Überzeugung“ – es nicht wert zu sein / nicht liebenswert zu sein. Und wenn sie sich in diesem Fall nach einiger Zeit allein beruhigen, ist es nicht, weil sie es gelernt haben sich selber zu beruhigen. Sondern weil sie aus Resignation ihren hohen Energieverbrauch, den das Schreien verursacht, senken müssen!

    Vielleicht schafft ihr es auch, euch beim Halten eures schreienden Kindes – euer Inneres Kind (ihr als schreiendes Baby oder Kind) vorzustellen.

    Mit oder ohne diese Vorstellung schenkt ihr mit dieser inneren Haltung auch eurem inneren Kind Halt und Geborgenheit. Was zugleich zur Heilung eurer alten Traumata beiträgt.

    Wenn es die Situation erlaubt, ist viel direkter Hautkontakt extrem förderlich!

    Eigene Erfahrung mit meiner Tochter

    Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass die Mutter meiner Tochter in ersten Wochen häufig nicht die „Nerven“ hatte. Unsere, häufig wie um ihr Leben schreiende, Tochter zu halten.

    Dann nahm ich sie in meine Arme und lief mit ihr schaukelnd durch die Wohnung. Oder hielt sie einfach auf der Couch sitzend liebevoll in den Armen.

    Auch wenn mich ihr Schreien sehr berührte, hatte ich damals schon das Vertrauen, dass „alles gut ist“. Woher dieses Vertrauen damals kam, weiß ich nicht. Doch ich vermute, es ist in uns allen, wenn wir es denn zulassen.

    Mit meiner heutigen Erfahrung empfehle ich allen dabei bewusst und wenn möglich, durch die Nase ohne größere Unterbrechung zu atmen. Jeder bewusste Atemzug nach oben (in die Brust oder den Kopf) schützt uns, in unsere aufkommenden Gefühle zu fallen bzw. zu versinken.

    Er hilft uns unsere Gefühle zu tragen und wenn wir dies lernen, kommen unsere Kinder nicht in die „Versuchung“, sie für uns zu tragen. Denn das ist es, was alle Kinder machen, wenn ihre Eltern es nicht schaffen.

    Unsere Zweifel verunsichern uns

    Dieses nicht wissen, warum unser Kind so schreit, verunsichert uns mit am meisten. Wir haben Angst etwas Falsches zu tun, bzw. etwas Richtiges nicht zu tun.

    Deswegen möchte ich allen jungen Müttern und Vätern mit auf den Weg geben, sich und ihrem „Bauchgefühl“ so gut wie möglich zu vertrauen. Und wenn man dies gerade nicht wahrnehmen kann, die eigene Mutter, den Kinderarzt oder seine Hebamme zu fragen.

    Die Erfahrung wird euch zeigen, dass der Grund, warum euer Baby schreit,  nur sehr selten schwere Erkrankungen sind. Außer sie sind mit diesen auf die Welt gekommen. Viel häufiger sind es osteopathische Probleme, bedingt durch die Schwangerschaft oder die Geburt. Diese sind glücklicherweise sehr gut und erfolgreich durch einen Osteopathen zu behandeln.

    Eltern geben immer ihr Bestes

    Und was immer ihr macht, es ist immer das Beste, was ihr in diesem Moment tun könnt. Auch wenn eure Kinder sich häufig mehr wünschen und auch „verdient hätten“.

    Übrigens gibt es fünf „Schrei-Laute“ an denen man häufig erkennen kann, was unsere Kleinen gerade brauchen. NEH-Laute des Babys bedeuten, „ich habe Hunger bzw. will an die Brust“, OWH-Laute des Babys bedeuten, „ich bin müde“, EH – ich muss aufstossen, EAIRH – ich habe Bauchweh und HEH – mir ist nicht gut.

    Auch wenn es für das Baby am hilfreichsten ist, diesen Stress durchs gehaltene Schreien abzubauen, gibt es für die Momente, wo ihr gerade nicht die Nerven und Gelassenheit habt, euer schreiendes Baby zu tragen – die Option, ihm einen Schnuller anzubieten.

    Doch in der Verbindung mit möglichen Kieferschädigungen (Kreuzbiss) fragt man sich als Mutter / Vater schnell, kann ich das meinem Baby antun oder gibt es einen Schnuller den ich ohne Bedenken meinem Kind geben kann?

    Wo finde ich Hilfe, wenn mein Baby schreit?

    Falls Euer Baby aber doch ohne Erkrankung mehrere Stunden am Stück schreit, findet Ihr unter dem folgenden Link eine Schreiambulanz in Eurer nähe.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Und falls ihr auch an einem humorvolleren Zugang zu diesem Thema interessiert seid, findet ihr diesen unter folgendem Link: „Lasst mich doch einfach mal schreien“. Einen humorvollen Beitrag von Karlchen, unserem 6 Monate alten „Babytalk-Experten“.

    Beitragsfoto: Artush / shutterstock