Kategorie: Wochenbett

  • Stillen sollte nicht weh tun

    Stillen sollte nicht weh tun

    Schmerzen beim Stillen sind immer ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt und geändert werden sollte, egal ob es sich hierbei um eine andere Stillposition oder eine entspanntere Lebensführung handelt. In den meisten Fällen suchen bzw. verlassen wir uns auf Experten, ob es nun Ärzte, Hebammen oder Therapeuten sind.

    Stillen – ein beidseitiger Lernprozess

    Vielen jungen Müttern wird „eingeredet“, dass Stillen etwas ganz Natürliches ist und jede Mutter und jedes Baby es können. Und es ist auch so. Nur wenigen Müttern fehlt die Voraussetzungen zur Milchbildung. Nichtsdestotrotz ist das Stillen ein beidseitiger Lernprozess von Mutter und Kind.

    Beim Stillen wird das Liebeshormon Oxytocin ausgeschüttet, welches der Mutter hilft, sich während des Stillens zu entspannen und wohl zu fühlen. Trotzdem hört man sehr häufig von Müttern, die unter Schmerzen stillen und sich teils wochenlang mit wunden Brustwarzen herumquälen.

    Und falls es mit der Milch nicht so weit her ist, wird der Stillenden die Mär von der vererbten Milchbildungsschwäche eingeredet.

    Wochenbettbetreuung und Stillberatung

    Vor der Geburt stehen andere Themen, wie die vielerorts aufwendige Suche einer Hebamme oder Doula und der Nestbau im Vordergrund und so ist die Mutter schnell verunsichert, wenn es mit dem Stillen nicht direkt klappt.

    Nicht zuletzt, da eine Wochenbettbetreuung und Stillberaterin immer schwieriger zu finden ist, da diese von vielen Hebammen aus von uns nachvollziehbaren Gründen nicht mehr angeboten werden.

    Durch die Schließung vieler Geburtskliniken und die damit verbundene Konzentration der Gebärenden auf die übrigen Geburtshäuser ist eine ausreichende Betreuung der werdenden und der jungen Mütter immer weniger gewährleistet. So auch in Bezug auf eine professionelle Stillberatung.

    Zudem ist das Ausbildungsniveau von Hebammen in Bezug aufs Stillen sehr unterschiedlich und in der Ausbildung von Ärzten nimmt es einen nur sehr geringen Stellenwert ein. Dabei gehörte die Stillberatung mit zu den originären Tätigkeiten einer Hebamme.

    Es stimmt tatsächlich, dass fast jede Mutter die Voraussetzung zur Milchbildung mitbringt. Aber das Stillen selbst ist ein Lernprozess, der vielen externen Einflussfaktoren unterliegt.

    Früher wurde das Stillwissen von Generation zu Generation weitergegeben. Vermutlich haben Mädchen es schon von klein auf immer wieder beobachten können und wussten daher, wie man ein Baby am besten anlegt.

    In ihrer Hilflosigkeit schmieren sich Frauen alles mögliche auf ihre Brust, was der Markt an Produkten und Hausmittelchen so hergibt. Das diese, wenn überhaupt, nur die Symptome behandeln und viele davon die Sache noch verschlimmert, können sie nicht wissen.

    Wir empfehlen sich zeitnah Hilfe und Unterstützung zu holen

    In den ersten Tagen nach der Geburt fühlen sich die Brustwarzen nicht selten empfindlich oder gereizt an. Möglicherweise liegt dies am sehr hohen Prolaktinspiegel zu Beginn der Stillzeit. Sobald aber die Beschwerden, über eine etwas unangenehme Irritation der Brustwarze hinaus gehen, sollte unvermittelt eine professionelle Stillberaterin aufgesucht werden. Bestenfalls hat die Mutter eine stillerfahrende Wochenbetthebamme an ihrer Seite, die direkt unterstützend eingreift.

    Evolutionsbiologisch ist eine längere Stillzeit vorgesehen, bei der sich nicht nur das Baby, sondern auch die Mutter wohl fühlt. Wenn diese aber unter andauernden Schmerzen leidet, beendet sie die Stillbeziehung zu ihrem Kind frühzeitig. Deshalb empfehlen wir allen jungen Müttern sich nach der Geburt, so früh wie möglich Hilfe und Unterstützung zu suchen.

    Stillerfahrene Hebammen und professionelle Stillberaterinnen beraten ihre anvertrauten Mütter individuell, sowohl beim Stillen wie auch beim Abstillen und sind nicht darauf aus, alle Mütter zum Langzeitstillen zu überreden.

    Euer Babytalk-Team

    * Prolaktin ist bei der Frau ein wichtiges Reproduktionshormon. Es allein ermöglicht der Mutter, ihr Neugeborenes mit Muttermilch zu ernähren. Darüber hinaus sorgt Prolaktin dafür, dass während der Stillphase die Eierstockfunktion ruhig gestellt wird, damit die Frau in dieser Zeit nicht wieder schwanger werden kann. Dies setzt voraus, dass die Mutter ihr Kind 7x oder häufiger am Tag stillt („Natürliche Geburtenkontrolle“… Quelle Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie .

    Beitragsfoto: RomanovaAnn / Getty Images Pro
  • Frédérick Leboyer Sanfte Hände

    Frédérick Leboyer Sanfte Hände

    Die traditionelle Kunst der indischen Baby-Massage

    In der Ausbildung zum holistischen Babycoach an der Babycoachakademie lernen die angehenden Babycoaches unter anderem die ayurvedische Babymassage nach Leboyer. Diese Babymassage ist eine wundervolle Methode, um seinem Baby etwas Gutes zu tun und dabei auch noch ganzheitlich auf den Körper und die Seele des Babys zu wirken.

    Wer oder was ist Leboyer?

    Leboyer ist den meisten spätestens dann ein Begriff, wenn man sich mit den Themen Schwangerschaft und Babyzeit auseinandersetzt.

    Um genau zu sein handelt es sich um den berühmten Arzt Frédérick Leboyer, welcher die Geburtsmentalität weltweit positiv beeinflußt hat. Zudem hat er den bindungsorientierten Umgang mit Babys maßgeblich an die Eltern herangetragen, wie mit der von ihm entwickelten Babymassage, die in diesem Buch Schritt für Schritt erklärt wird.

    Mit Hilfe dieses Buches wird schrittweise in kurzen Textpassagen zusammen mit wundervollen Fotos aus der Zeit von Leboyers Reisen rund um die Welt gezeigt, wie die Massage abläuft.

    Man bekommt die Wirkung jedes Handgriffes erklärt und bekommt so eine Idee davon, was die Berührungen auslösen.

    Ein Zitat aus dem Werk:

    „Die Berührung ist die Wurzel. Und so sollten wir mit ihr auch umgehen.
    Wir müssen unsere Babys so nähren, dass sie wirklich satt werden, innen wie außen.
    Wir müssen zu ihrer Haut sprechen und zu ihrem Rücken, denn diese hungern und dürsten und schreien genauso wie ihr Bauch.
    Wir müssen sie mit Wärme und Zärtlichkeit genug und mehr als genug füttern.

    Denn das brauchen sie, so sehr wie Milch.
    Berührt, gestreichelt und massiert werden, das ist Nahrung für das Kind. Nahrung, die genauso wichtig ist wie Mineralien, Vitamine und Proteine. Nahrung, die Liebe ist.“

    Frédérick Leboyer

    Hier findet ihr das Buch auf Amazon: (per Affiliatelink: solltet ihr das Buch bestellen, bekommen wir eine Mini „Vermittlergebühr“, die ihr aber nicht zu spüren bekommt^^).

    Viel Spaß beim Lesen!

    Eure

    Mira

  • Wie kommt es zu einer Wochenbett-Depression und was hilft?

    Wie kommt es zu einer Wochenbett-Depression und was hilft?

    Wochenbett-Depression: Für junge Mütter ist es kaum begreiflich, dass sie sich trotz einer nicht immer angenehmen Schwangerschaft und gut überstandener Geburt nicht über ihr gesundes Baby freuen können.

    Symptome einer Wochenbett-Depression

    Am dritten Tag nach der Geburt eines Kindes fühlt sich ein Großteil der frisch gebackenen Mütter niedergeschlagen, weinerlich, leicht reizbar und antriebslos. Eine große Mehrheit der Mütter fühlt sich zudem Stimmungsschwangungen unterworfen. Diese werden auch Baby Blues bekannt und verschwinden in der Regel innerhalb weniger Tage oder gar nach Stunden nach der Geburt. Bei anhaltenden Symptomen spricht man von einer Wochenbett-Depression.

    Die häufigsten Symptome einer Wochenbett-Depression sind:

    • ein anhaltendes Gefühl von Traurigkeit,
    • Antriebslosigkeit und extreme Müdigkeit, sowie
    • Mut- und Freudlosigkeit gegenüber Nahestehenden und der Umwelt

    Weitere Symptome sind:

    • Schlafstörungen, selbst wenn das Baby ausreichend schläft
    • Sorgen und Unruhe
    • häufiges und anhaltendes Weinen
    • Schuldgefühle und Selbstvorwürfe
    • ein geringes Selbstbewusstsein
    • Schwierigkeiten sich zu konzentrieren, sowie Entscheidungen zu treffen
    • eine über die Stilldemenz hinausgehende Vergesslichkeit
    • Bindungsschwierigkeiten mit dem Baby
    • Gefühl, sein Leben nicht bewältigen zu können
    • Beängstigende Befürchtungen, das Baby verletzen zu können
    • das Gefühl, das Baby nicht lieben zu können
    • unerklärliche Schmerzen
    • Panikattacken
    • Selbstmordgedanken oder Selbstverletzungen

    Auch wenn eine postnatale Depression eine temporäre Erkrankung ist, sollte sie so früh wie möglich behandelt werden, da sie nicht von alleine vorübergeht und negative Auswirkungen auf die Bindung zwischen Mutter und Kind, sowie zwischen Mutter und Vater haben kann.

    Folgen für das Baby und den Partner

    Eine Wochenbett-Depression hat sowohl Auswirkungen auf das Baby wie auch auf die Beziehung der Eltern. So klappt das Stillen häufig nicht so entspannt, was das Gefühl der Unzulänglichkeit der Mutter verstärkt. Die sich verstärkende Unsicherheit der Mutter überträgt sich immer mehr auf das Neugeborene. Dieses zeigt seine Unsicherheit nicht selten durch vermehrtes Quengeln und Schreien, was sich wiederum die Negativspirale der Depression ankurbelt.

    Der Partner bzw. Vater kann diese gedämpfte Stimmung nach der Vorfreude bis zur Geburt genauso wenig verstehen, wie Außenstehende und fühlt sich hilflos, da er nicht weiß, wie er seine Frau und sein Kind unterstützen kann. Im „schlimmsten“ Fall zieht er sich der immer weiter raus aus der „Situation“ und verbeißt sich in seine Arbeit oder andere Ablenkungen.

    All dies verstärkt die Befürchtungen der Mutter ihr Baby nicht liebevoll versorgen zu können und das erschwert ihr Reinfinden in und das Ausfüllen ihrer neuen Rolle als Mutter.

    Und selbst wenn die Schwangerschaft nicht so gut verlief, „erwartet“ bzw. hofft man, dass es doch zumindest nach einer komplikationslosen Geburt besser werden müsste.

    Nur ungefähr jede dritte Mutter traut sich in einer solchen Situation, die sie als alles andere als „normal“ empfindet, aus Angst vor Unverständnis, damit an ihren Arzt oder Hebamme zu wenden.

    Eine Wochenbett-Depression kann, muss aber nicht durch erkennbare Anzeichen in der Schwangerschaft, wie durch Partnerschaftsprobleme vorgezeichnet sein.

    Mögliche Ursachen einer Wochenbett-Depression:

    • Unsicherheit in der Liebe zum Partner mit der Folge Angst zu haben es nicht „allein“ zu schaffen
    • „Erinnerung“ an eine eigene traumatische Geburt, unabhängig davon, ob die Geburt als Mutter störungsfrei verlief
    • Eigener Druck es „besser“ zu machen oder genauso gut wie die eigenen Eltern oder (gefühlter) Druck von außen
    • Unterschätzte Geburtsfolgen, wie Veränderung des Körpers und Hormonumstellungen, die die Mutter verunsichern
    • In sehr viele Fällen fallen die auftretenden Versagensängste auf fruchtbaren Boden, wobei die Ängste bereits rund um die eigene Geburt oder Kindheit entstanden sind
    • Wenn das Kind viel schreit, aus welchen Gründen auch immer, verfällt eine neue unerfahrene Mutter häufig ins Grübeln, und nicht selten gibt sie sich dann die Verantwortung
    • nicht zuletzt sind es häufig finanzielle Zukunftssorgen, weil das Einkommen durch die eigene Arbeit zu sehr zu Buche schlägt und/oder der Job des Partners wackelig ist
    • Angst die neue „Rolle“ als umsorgende Mutter mit ihren anderen „Rollen“ als Partnerin, Frau, Tochter, Mitarbeiterin und Freundin etc. unter einen Hut zu bekommen
    Wochenbett-Depression 2

    Wenn Sie das Gefühl haben, dass sie, ihre Partnerin, eine Verwandte oder Freundin unter einer Wochenbett-Depression leiden, finden sie nachfolgend hilfreiche Tipps.

    Hilfreiche Tipps bei einer Wochenbett-Depression:

    • Der Austausch mit anderen, die der verunsicherten Mutter Verständnis für ihre Ängste schenken können und in ihrem Tun bestätigen.
    • Besonders wichtig ist es, dass die Mutter ihre Ängste und ihr damit verbundenes Leid äußern kann und ihre möglichen Tränen fließen lassen darf.
    • Wenn dieser Austausch nicht innerhalb der Familie oder Freunden stattfinden kann, dann wäre ein Austausch zwischen Gleichgesinnten, ob online oder in Selbsthilfegruppen ratsam.
    • Es ist hilfreich einer betroffenen Mutter Unterstützung im Haushalt, z. B. durch Wäsche waschen, Kochen, Putzen etc. anzubieten. Wenn möglich sollte sie solche Aufgaben, die sie selber noch gut schafft, auch übernehmen.
    • Eine liebevolle / verständnisvolle Umarmung tut gut, wenn die Mutter gerade dazu empfänglich oder ihr zumindest nicht ablehnend gegenübersteht.
    • Wenn möglich das Baby viel in einer Trage tragen

    Stillen verringert das Risiko einer Wochenbett-Depression

    Beim Stillen wird das Hormon Oxytocin verstärkt ausgeschüttet. Dieses Glückshormon verringert das Risiko einer Wochenbett-Depression (peripartalen Depression) erheblich. Und da beim Kuscheln vor allem mit Hautkontakt auch Oxytocin ausgeschüttet wird, sollte so viel wie es für alle Familienmitglieder okay ist, gekuschelt werden!

    Wenn dies alles nicht greift, sollte der betroffene Mutter gut zugeredet werden, sich mit der Erkrankung an ihren Hausarzt oder Gynäkologen zu wenden und darüber professionelle Unterstützung einer/eines erfahrenen Therapeuten zu suchen. Denn sollte sie im Wochenbett nicht diagnostiziert und behandelt werden, kann sie sich zu einer chronischen Störung entwickeln. Was unbedingt vermieden werden sollte!

    Übrigens, auch Männer können von einer Wochenbett-Depression betroffen sein!

    Euer Deva (Familien- und Traumatherapeut)

    Beitragsfotos: Highwaystarz-Photography / Getty Images
  • Mein Baby schreit. Doch warum – und was braucht es?

    Mein Baby schreit. Doch warum – und was braucht es?

    Baby schreit: Mit der Geburt des sehnlichst erwünschten und erwarteten Babys stellt sich den frischgebackenen Eltern die Frage: „Warum schreit mein Baby?“

    Experten unterscheiden die folgenden 5 Schreiarten von Babys:

    1. Hunger
    2. Müdigkeit / Überreizung
    3. Zu warm oder zu kalt
    4. Schmerzen
    5. Langeweile

    Wieso weint mein Baby?

    Es gibt viele Gründe warum ein Baby weint oder schreit. Möglicherweise hat das Baby Schmerzen oder es ist hungrig. Aber vielleicht ist es ihm auch zu warm oder zu kalt. Es kann müde sein oder sich langweilen und will Aufmerksamkeit. Auch der Wunsch geknuddelt zu werden oder eine volle Windel kann der Grund sein. Seltener hat es Fieber.

    Auf den ersten Blick scheint Babygeschrei also nicht so leicht gedeutet werden zu können, schließlich können sie sich ja noch nicht artikulieren.

    Erfahrene Mütter meinen, dass es relativ schnell zu erlernen ist, die verschiedenen „Schreiarten“ zu unterscheiden. Vor allem, wenn man sein Baby und seine kleinen Bewegungen aufmerksam beobachtet. Ob es nun am Mutterinstinkt liegt oder nicht, erlernen können es auf jeden Fall auch andere Bezugspersonen, die viel und aufmerksamen Kontakt mit dem Kind haben. Vermutlich lernen es die Mütter nur schneller, wenn sie ihrem viel beschriebenen Bauchgefühl vertrauen. Es werden grob 5 Schreiarten von Babys unterschieden.

    1.    Hunger

    Und das, weil die Sättigung durch die Milch nur zwei bis vier Stunden anhält. Man erkennt diesen „Hungerschrei“ an einem Schmatzgeräusch, welches immer energischer wird, je länger der Hunger ungestillt bleibt. Begleitet wird dieses Quengeln durch stetiges Wenden des Kopfes und dem Versuch zu saugen. Dabei ist nichts sicher, was sich in Griffnähe befindet, ob Schnuller, Finger oder Tücher …

    Diese Zeichen sollten so zeitnah wie möglich mit der Brust oder einem Fläschchen beantwortet werden.

    2.    Müdigkeit / Überreizung

    Die Müdigkeit zeigt das Baby mit kurzen Jammerlauten an, die immer härter und lauter werden und in einem lauten Schrei münden. Nach kurzer Pause steigert sich dieses Schreien. Nicht selten strampelt das Baby dabei mit seinen Händen und Füßen, blinzelt häufiger und gähnt.

    In diesen Fällen sollte man beunruhigende Licht- und Geräuschquellen „ausschalten“ oder das Baby in sein reizarmes Schlafzimmer tragen und durch sanftes Hin- und Herwiegen helfen einzuschlafen. Dabei kann es sich auch um das Elternschlafzimmer und / oder Familienbett handeln.

    3.    Zu warm oder zu kalt

    Wenn es dem Baby zu warm ist, äußert es dies mit einem von Jammertönen begleitetem Hecheln. Zudem bilden sich häufig rötliche Flecken auf seinem Gesicht und/oder Oberkörper.

    In diesem Fall sollte man einfach einen kühleren Ort aufzusuchen oder dem Baby, sofern möglich, noch etwas auszuziehen.

    Wenn es dem Baby dagegen zu kalt ist, schreit es mit zitternder Oberlippe und hat kalte Füße und Hände. Die Haut kann dabei bläulich erscheinen.

    Sollte dies der Fall sein, bietet es sich an, das Baby wärmer einzupacken und/oder an seinen warmen Körper zu drücken.

    4.    Schmerzen

    Wenn Babys wegen Schmerzen schreien, tun sie dies aus Leibeskräften. Sie werfen sich dabei hin und her und japsen nach Luft. Dieser Schrei ist sehr intensiv und berührt uns am stärksten. Er ist alles durchdringend und sehr hoch.

    Falls ein Baby so schreit, sollte man prüfen, ob es äußerliche Verletzungen aufweist, wie einen wunden Po, eine zwickende Windel oder z.B. einen Hautausschlag. Bei Blähungen oder Bauchschmerzen kann der Flieger-Griff Linderung verschaffen.

    5.    Langeweile

    Langeweile beim Baby äußert sich körperlich häufig mit strampelnden Beinchen und rudernden Ärmchen. Sollte dies durch ein mit Pausen unterbrochenes mittellautes Jammern begleitet werden, will das Baby beschäftigt werden. Nicht selten wirkt es dabei unruhig und spielt mit seinen Fingerchen.

    Abhilfe kann häufig schon durch das Sprechen mit dem Baby erreicht werden. Sollte dies jedoch nicht ausreichen, kann man ihm seine Umgebung, anwesende Menschen oder Dinge zeigen und somit seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken.

    Falls keine Schreiart passt

    Falls keine dieser 5 Schreiarten bzw. Situationen zutreffen sollte oder das Schreien außergewöhnlich lange anhält sollte man einen Kinderarzt aufsuchen, um auf Nummer sicher zu sein. Wenn es nicht besonders lange anhält und keine Erkrankung vorliegt, geht es darum, sein Kind zu sich zu nehmen, am besten mit Hautkontakt und sich zu entspannen.

    Damit vermittelt ihr dem Kind, dass es sicher ist. Wenn wir uns selber zu sehr verrückt machen, übertragen wir den „Stress“ auf unser Baby und es fühlt sich nicht geborgen. Näheres dazu findet ihr unter unserem Beitrag „Babys haben ein Recht aufs Schreien„.

    Euer Deva (Familientherapeut)

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    Mit dem Gutscheincode FAMAG2019 erhaltet ihr im Memola-Shop einen Rabatt von 40 Euro auf die 3in1 Federwiege.

    Beitragsfoto: cassinga / Getty Images Pro
  • Stillen – mehr als nur Nahrungsaufnahme

    Stillen – mehr als nur Nahrungsaufnahme

    Das „Wunder“ des Stillens

    Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen entwickeln sich durch den Hautkontakt beim Stillen die meisten Neurologischen Verbindungen im Gehirn.

    Und wenn das Kind einen Viruserkrankung hat, die die Mutter noch nicht hatte, gibt das Baby diesen „Virus“ durch den Speichel beim Nuckeln an den Körper der Mutter weiter. Dieser entwickelt daraufhin Antikörper zur Stärkung des Immunsystems des Babys und gibt ihn über die Muttermilch an das Baby zurück.

    Stillen ist bzw. sollte der Moment der Zweisamkeit zwischen Mutter und Kind sein.

    Stillen ist die Möglichkeit in einem von häufig viel Beschäftigungen und Ablenkungen geprägtem Tagesablauf zur Ruhe zu kommen und sich „auszutauschen“. Dabei probiert das Baby über die Augen in Kontakt mit der Mutter zu treten.

    Wenn die Mutter dann abgelenkt ist durch ihr Smartphone oder auch nur durch ein Buch, vermittelt sie nicht die Botschaft „ich bin nicht für Dich da!“. Aber gerade dieses ganz für sie dasein ist so wichtig für die hilflosen und von seinen Eltern abhängigen Babys.

    Babys sind „immer“ im hier und jetzt verwurzelt und denken nicht über irgendwelche Eventualitäten nach. Von „Natur aus“ entspannen wir, wenn wir uns „sicher fühlen“. Und wenn Mama während des Stillens nicht zur Ruhe kommt, kann dies vom Baby schon in Richtung „lauernde Gefahr“ wahrgenommen werden und es unruhiger werden lassen.

    Und nicht zuletzt tut uns Eltern in dieser extrem schnelllebigen, „immer erreichbar sein müssenden“ und unruhigen Zeit jedes „Innehalten“ gut.

    Durch Geborgenheit beim Stillen Vertrauen stärken

    Je mehr Momente Babys diese Ruhe und Geborgenheit genießen können umso größer wird ihr „Ur-„ Vertrauen und die Bindung zu ihrer Mutter.

    Wenn Babys diese Geborgenheit beim Stillen nicht finden, beginnen sie häufig auf sich aufmerksam zu machen. Beispielsweise durch unruhige Bewegungen und „Kopfschütteln“ (nicht zu verwechseln mit dem Suchreflex). Im Sinne von „Komm Mama, sei bei mir“.

    Und sollte dies nicht zum Ziel führen wird es schnell zu Schreien beginnen. Viel mehr Möglichkeiten haben sie ja auch nicht.

    Mutter telefoniert beim Stillen

    Stillen als Einschlafritual

    Schlaf, Kindlein, schlaf: Ob ein Baby leicht einschlafen kann oder seine Eltern wach hält, kann auch von der Muttermilch abhängen. Tagsüber produzierte Milch ist anders zusammengesetzt als nachts gebildete.

    Spanische Forscher sahen genauer hin und erkannten: Am Tag enthält die Muttermilch mehr eher anregende Stoffe, in der Nacht mehr beruhigende.

    Ein Baby sollte die abgepumpte Muttermilch immer zu der Tageszeit bekommen, zu der sie auch gebildet wurde, da die Zusammensetzung der Muttermilch variiert und dies nicht nur im Tag-und-Nacht-Rhythmus.

    Es ist demnach nicht sinnvoll, morgens abgepumpte Milch bis abends aufzubewahren, um sie dem Säugling dann mit der Flasche zu geben. Man würde vor dem Schlafen gehen ja auch keinen Kaffee mehr trinken.

    Ihre Zusammensetzung variiert auch je nach Alter des Säuglings verschieden und ist dessen Bedürfnissen immer optimal angepasst.

    Nicht zuletzt bietet das Einschlafstillen die Möglichkeit diese wunderschöne Zeit für das Kind gefühlt bis in den Schlaf auszuweiten.

    Fazit

    Ich will damit nicht sagen, dass es nicht ok ist, wenn Mama mal nicht so viel Ruhe hat. Vielleich weil da noch einige andere Kleine oder Große oder Aufgaben ihre Aufmerksamkeit wünschen oder suchen. Oder sie einfach mal wieder Frau sein möchte und sich mit ihren Freundinnen und / oder Freunde treffen möchte.

    Doch es ist wichtig zumindest einmal am Tag diese Zweisamkeit des Stillens in Ruhe zu „begehen“ und zu genießen. Und dies am besten mit direktem Hautkontakt.

    Nicht zuletzt ist es eine „Investition“ in die Zukunft, die man bzw. frau noch sehr zu schätzen lernen wird. Vor allem, wenn die Kleinen ihre kleinen und großen Trotzphasen, auch Pubertät genannt, durchlaufen.

    Euer Deva (Babytalk-Autor)

    Beitragsfoto: In Green / shutterstock
    Foto 2: WAYHOME studio / shutterstock
  • Rektusdiastase – Behandlungsmöglichkeiten

    Rektusdiastase – Behandlungsmöglichkeiten

    In Rektusdiastase Teil 1 dieser kleinen Serie haben wir uns schon darüber unterhalten, was eine Rektusdiastase ist – eine Bauchwandschwäche. Diese führt dazu, dass du dauerschwanger aussiehst . Er beschreibt, wie du einen ersten Selbsttest durchführen und zu welchem Arzt du für eine Diagnose gehen kannst.

    Solltest du nun feststellen, dass bei dir tatsächlich eine Rektusdiastase vorliegt, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, sie wieder loszuwerden: Physiotherapie bzw. ein gezieltes Muskeltraining oder eine operative Korrektur.

    Wobei, so ist das eigentlich zu allgemein ausgedrückt, denn bei einer Rektusdiastase gibt es immer zwei zu Grunde liegende Probleme:

    1. Die eingeschränkte Funktionalität und Stabilität der Bauchmuskulatur (und ggf. damit einhergehende Beschwerden)
    2. Das ästhetische Problem des vorstehenden Bauches

    Erste Maßnahmen: Allgemeine Do’s and Dont‘s

    Unabhängig eines speziellen Trainings solltest du dich von nun an in deinem Alltag an ein paar allgemeingültige Do’s and Dont‘s halten. Diese verhindern, dass sich dein Diastasespalt noch vergrößert:

    • Aufstehen nur über die Seitenlage, nicht über die Flexion des Oberkörpers.
    • Keine Bewegungen oder Übungen, bei denen ein Aufrollen des Oberkörpers verlangt wird, also Sit Ups oder Crunches.
    • Keine Bewegungen oder Übungen, bei denen die geraden Bauchmuskeln überdehnt werden.
    • Möglichst kein schweres Heben und Tragen.

    Die Wiederherstellung der Funktionalität und Stabilität bei Rektusdiastase

    Um wieder mehr Stabilität in deinen Bauch zu bekommen, hilft das gezielte Training der Rumpfmuskulatur – die Mitte stärken, wie es immer so schön heißt. Wichtig ist hierbei, dass du nicht wie wild mit einem Bauchmuskeltraining beginnst, sondern Übungen wählst, die vor allem die seitliche Bauchmuskulatur ansprechen.

    Diese helfen dabei, deinen Muskeln zu zeigen, wie sie wieder richtig arbeiten. Falsche Übungen oder Belastungen können dazu führen, dass sich deine Rektusdiastase noch verschlimmert!

    Trainieren unter fachkundiger Aufsicht

    Optimal ist es natürlich, wenn du deine Bauchmuskulatur unter Anleitung eines Experten wieder aufbaust. Die erste Anlaufstelle hierbei ist der Physiotherapeut. Gegebenenfalls kann dir dein Arzt eine Empfehlung und auch eine Verschreibung ausstellen. Ansonsten kannst du vorab einfach erfragen, ob sich dein Physiotherapeut mit der Behandlung einer Rektusdiastase auskennt.

    Einige Betroffene haben auch gute Erfahrung mit Cantienica gemacht. Cantienica ist ein Tiefentraining mit dem Ziel der vollen Bewegungsfreiheit, Schmerzfreiheit und der optimale Agilität bis ins hohe Alter. Diese Methode wird gerne zur Rückbildung und Stärkung des Beckenbodens empfohlen. Cantienica oftmals in Yoga-Zentren angeboten.

    Zuhause trainieren

    Wenn du nicht außer Haus gehen möchtest oder keine Anlaufstelle bei dir Zuhause findest. Dann gibt es auch noch ein paar Online-Angebote für Zuhause:

    1. Online Kurs Rückbildung mit Rektusdiastase von Nicole Frank Physiotherapie
    2. Das MuTu-System von Wendy Powell (nur in Englisch)
    3. Das Programm: Bye, bye Babybauch Diastase von Gymondo
    4. Lose your Mummy Tummy von Julie Tupler (nur in Englisch)

    Zusätzlich zum Training können Taping, Bauchmassagen oder das Tragen eines Bauch-Mieders die Rückbildung unterstützen.

    So, und wenn du Glück hast, erledigt sich durch das richtige Training der Bauchmuskulatur auch Problem Nummer zwei gleich mit. Der Fake-Schwangerschaftsbauch bzw. die Rektusdiastase verschwindet oder reduziert sich zumindest auf ein Niveau, mit dem du gut leben kannst.

    Rektusdiastase, die Sache mit der Ästhetik

    Tja, und wenn du kein Glück hast, dann hilft dir in punkto Aussehen allerdings auch das Training nicht.

    So wie in meinem Fall.

    Ich habe zuerst den Kurs von Gymondo und anschließend das MuTu-Programm absolviert. Voll motiviert habe ich dabei meinen inneren Schweinehund fünf Mal die Woche niedergeprügelt (denn Fitness ist ehrlich gesagt so gar nicht mein Ding).

    Mein Bauch wurde auch erst einmal flacher. Ganz weg ging der Vorstand allerdings nie ganz und sobald ich mit den Übungen aufhörte stülpte er sich wieder in astronomischer Größe nach außen.

    Zu sagen, ich war frustriert ist noch eine Untertreibung. Die vielen Anfragen und Wünsche zu meiner vermeintlich erneuten Schwangerschaft halfen auch nicht gerade dabei, mich mit meinem „neuen“ Körper anfreunden zu können. Ich fühlte mich einfach nur noch hässlich.

    20 Monate nach der Geburt meines zweiten Sohnes war ich schließlich am Ende meines Lateins, meiner Geduld und auch meiner Leidensfähigkeit.

    Nach langem Abwägen und zahlreichen Besuchen bei verschiedenen Ärzten (die übrigens alle eine andere Meinung zu dem Thema hatten) habe ich mich schließlich dazu entschlossen, die Rektusdiastase operativ schließen zu lassen.

    Von einem Schönheitschirurgen. Mit anschließender Bauchdeckenstraffung.

    Denn wenn ich mich schon unter das Messer lege und sowohl Risiken als auch Schmerzen in Kauf nehme, dann wollte ich anschließend auch ein möglichst schönes optisches Ergebnis haben.

    Die Rektusdiastase – Operation

    Bei der Rektusdiastase – Operation oder Faszienraffung, wie es medizinisch genannt wird, werden die Bauchmuskeln mittels einer Naht zunächst gerafft und anschließend fixiert. Da diese Naht bestehen bleibt, ist dieser Eingriff nur nach Ende der Familienplanung sinnvoll.

    Die Korrektur der Rektusdiastase ist ein relativ großer Eingriff. Er wird in Vollnarkose durchgeführt und dauerte in meinem Fall an die drei Stunden. Der Schnitt und damit auch die spätere Narbe ist ziemlich groß. Sie erstreckt sich auf Höhe Bikinibereich von Hüftknochen zu Hüftknochen.

    Die Operation wird stationär durchgeführt. Rechne also damit, dass du danach noch drei, vier Tage in der Klinik bleiben musst. Die Genesung nach dem Eingriff dauert in der Regel um die sechs Wochen.

    In dieser Zeit solltest du nichts schweres Heben (dazu gehört auch das Tragen deiner Kinder!), keinen Sport treiben und nicht Saunieren. Außerdem wird empfohlen, ein Mieder zu tragen, welches in den meisten Fällen direkt von der Klinik zur Verfügung gestellt wird.

    Häufig liegt keine medizinische Notwendigkeit vor

    In vielen Fällen liegt bei einer Rektusdiastase keine medizinische Notwendigkeit vor, sie zu schließen. Das bedeutet, dass die Operation nicht unbedingt von der Krankenkasse übernommen wird und du dich darauf einstellen musst, sie aus eigener Tasche zu bezahlen.

    Ich habe die Operation November 2017 durchführen lassen und bin mit dem Ergebnis bisher sehr zufrieden. Alle Details und natürlich das Vorher-Nachher Bild gibt es dann in Teil drei dieser kleinen Serie.

    Eure Silvia (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: L Julia / shutterstock
  • Wochenbett – Erfahrungsbericht: Vom Schwiegermutter – zum Traumwochenbett

    Wochenbett – Erfahrungsbericht: Vom Schwiegermutter – zum Traumwochenbett

    Wochenbett – Viktorias Geburt vor über fünf Jahren war eine kleine Herausforderung für unsere Nerven. Denn in einem Krankenhaus, in dem normalerweise elf Kinder im Monat das Licht der Welt erblickten, war Viktoria das elfte Kind an ihrem Geburts-Tag.
    Es wurde ein Notkaiserschnitt, da ihre Herztöne nicht mehr optimal waren, zudem lag sie damals quer im Bauch. Ein bisschen sah es auf vorher im Ultraschall aus, als würde sie unter einer Palme liegen;) Mein Frauenarzt schickte mich vorsichtshalber am späten Nachmittag, nach einem CTG bei ihm in der Praxis, in die Klinik.

    Da unter diesen Umständen keine natürliche Geburt in diesem Krankenhaus in Frage kam, wurde nicht viel diskutiert. Keine Stunde nach der Ankunft im Krankenhaus kam die Hebamme bereits mit den Thrombosestrümpfen ins Zimmer geflogen und machte mich OP-fertig.

    Der Notkaiserschnitt

    Der Kaiserschnitt lief für die Maus zum Glück super, sie war etwas blau aber ansonsten top fit und sofort neugierig auf die Welt☺. Um 22:26 Uhr war bzw. wurde sie „geschlüpft“. (Hier findet Ihr den entsprechenden Beitrag zu diesem Kaiserschnitt)

    Was mich betrifft, so war der Kaiserschnitt ein Horror. Ich hatte Schmerzen ohne Ende, was jedoch keiner außer dem Vater von Viktoria interessierte. Als ich anfing zu weinen, wurde es mit „typisch Mutter“ kommentiert. Und nach der OP vergaß man den Papa von Viktoria und mich im Kreißsaal, in den man mich schob, um von dort auf die Station verlegt zu werden.

    Erst nach drei Stunden kam eine genervte Schwester von der Station. Diese fragte ganz aufgelöst, was wir denn bitte im Kreißsaal machten und brachte mich um kurz nach zwei in mein Zimmer. Dort fingen heftige Schmerzen an und ich fragte nach einer Infusion.

    Die war aber nicht möglich, da kein Arzt sie verordnet hatte und alle Ärzte derzeit „ausgeflogen“ waren. Deshalb kam sie mit einem Paracetamol-Zäpfchen. Und um dieses zu verabreichen, warf sie mich auf den Bauch, indem sie das Betttuch mit einem Ruck auf Ihre Seite zog.

    Kurze Ohnmacht

    Ich war kurz ohnmächtig und kam nach einer Sekunde wieder zu mir. Mir liefen die Tränen über die Backe. Daraufhin kam der Kommentar des Jahrhunderts: „Zu einer Geburt gehören nun einmal Schmerzen, glauben Sie ja nicht, dass sie bloß wegen einem Kaiserschnitt drum herum kommen!“

    Meine Tochter sah ich das erste mal am nächsten Morgen um acht Uhr. Sie wurde mir gebracht und hatte in der Nacht schon drei Fläschchen Milch getrunken. Dabei hatte man mir versprochen, sie zum ersten Anlegen zu bringen, sobald sie hungrig ist.

    Wenn die Brüste gar nicht erst sprundeln

    Ich versuchte, auf Zurufen meiner Bettnachbarin, sie anzulegen. Das klappte absolut nicht. Ich hatte keine Ahnung, wie man das macht. Für alle, die sich wundern, was am Stillen so schwer ist: Die Kleine hatte durch die drei Flaschen keine Ahnung, was sie an der Brust denn bitte sollte. Zudem waren meine Brustwarzen alles andere als geeignet zum Stillen, was ich jedoch erst Wochen später erfuhr…

    Also fing das Kind an zu schreien. Sie hatte so einen Hunger, und auf mein Klingeln kam erst einmal über dreißig Minuten keiner ins Zimmer …

    Kurz bevor ich durchdrehte, kam der Papa von der Maus und stürmte auf die Babystation, wo er direkt eine Flasche in die Hand gedrückt bekam. Damit war uns erst einmal geholfen, das Mäuschen nuckelte seelenruhig ihre Flasche und lag von da an wie eine Königin auf meinem Bett.

    In den ersten drei Tagen kam keine Hebamme vorbei. Auch auf unser Nachfragen nicht.
    Um irgendetwas zu versuchen, damit ich vielleicht in ein paar Tagen stillen könnte, fing ich einfach mal an, Milch abzupumpen. Da kam allerdings nichts. Ein Tropfen war die ganze Ausbeute.

    Man sagte mir, dass sich mehr Milch bilden würde, wenn ich regelmäßig abpumpen würde. Also saß ich zehn Stunden am Tag vor der Milchpumpe.
    Es kamen pro Tag keine fünf Tropfen Milch und daran änderte sich leider auch nichts mehr…

    Das Wochenbett

    Nach der Entlassung begann das eigentliche Wochenbett.
    Wir wohnten bei meinen Schwiegereltern in Spe im Dachgeschoss. Und wie das Klischee es will, kam meine Schwiegermutter morgens nach oben und fegte mich aus dem Bett. Hier war staubzusaugen und dort der Boden zu wischen.

    Mein Baby nahm sie ständig und zog ihm erst einmal neue Klamotten an. „Das hier ist nichts für die Kleine!“, war ihr Standardsatz.
    Nach einer Woche öffnete sich die Naht der Kaiserschnittnarbe und ich wurde von meinem sehr, sehr einfühlsamen Frauenarzt in seiner Belegklinik stationär aufgenommen. Mit meinem Baby. Und was ab da an begann, könnt ihr Euch nicht vorstellen:

    Ein traumhaftes Wochenbett

    Man kümmerte sich rührend um uns beide. Wir hatten ein „Familienzimmer“, sodass niemand anderes ins Zimmer gelegt werden konnte und Viktorias Papa die Option hatte, dort zu übernachten.

    Wir hatten eine Kinderkrankenschwester für uns allein, da wir die einzigen mit Baby waren, bekamen alles, was wir auch nur andeuteten, und das Beste: Von Schmerzen war in dem Krankenhaus keine Rede mehr, denn wozu sollte man Schmerzen haben, wenn es doch so tolle Schmerzmittel gab?!

    Es wurden drei Wochen „Traum“ – Wochenbett“ in der Klinik, meine Mutter kam täglich vorbei, Viktorias Papa natürlich auch (der musste ja auch arbeiten). Und ich hatte Zeit für MICH und unser Baby.

    Ich las Bücher, Zeitschriften, und Facebook-Beiträge, nahm an Gewinnspielen teil, gewann eine CloudB Schildkröte (damals waren es nur elf Teilnehmer, da die Marke gerade erst auf dem Markt kam), gewann ein Eltern.de Gewinnspiel und lag oft nur im Bett und schaute meine wunderschöne Tochter an.

    Queen Viktoria zeigte ihre vorbildlichen „Manieren“

    Die Kleine trug übrigens zum Glück auf Ihre Art uns Weise hinzu: Sie schlief die Nächte durch!

    Und sie schrie fast nie. Nun gut, ich hatte ja auch genug Zeit, um ihre Bedürfnisse zu erspüren, aber sie hatte auch eine lustige Angewohnheit:

    Bevor sie anfing zu quengeln, räusperte sie sich ein paar Minuten lang!!! Die Krankenschwestern mussten sich ehrlich jedesmal „wegschmeißen“, wenn sie das Baby hüsteln hörten. So bekam Viktoria den Beinamen „Queen Viktoria“;)

    Wie ihr seht, hat mein damaliger Arzt mir eine Kehrtwende geschenkt. Von einem potentiellen „Horror“ – Wochenbett zum Traumwochenbett.

    Ich kann es jeder Mama empfehlen, noch BEVOR man einen körperlichen Grund bekommt (meine Naht, die sich öffnete), sich in gute Hände zu begeben. Heute würde ich vieles anders machen und wesentlich mehr auf meine Rechte pochen (vor allem in der Klinik, in der Viktoria geboren wurde).

    Aber man muss vieles erst lernen. Ich nehme die Erfahrung dankbar als Hinweis dafür, dass eine Mutter sich sehr viel um sich selber kümmern muss. Und nein, die Wohnung muss man nicht blitzeblank im Wochenbett halten.

    Wenn ihr dafür ein amtliches Schreiben braucht, stelle ich es Euch gerne aus 🙂

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

    Beitragsfoto: Mikhail Tchkheidze / shutterstock
  • Wochenbett: Erfahrungsbericht einer Leserin – Ein ganz „normales“ Wochenbett

    Wochenbett: Erfahrungsbericht einer Leserin – Ein ganz „normales“ Wochenbett

    Wir freuen uns Euch wieder einen Erfahrungsbericht von einer Babytalk-Leserin zum Thema Wochenbett vorstellen zu können.


    Warum heißt das Wochenbett Wochenbett?

    Ich hab mich immer gefragt, warum das Wochenbett Wochenbett heißt. Wenn man es nicht besser weiß, denkt man an stundenlanges Rumlümmeln im Bett und Kuscheln mit dem Baby, mit gelegentlichen Besuchen auf Toilette und dem Wickeltisch.

    Man bekommt auf einem Tablett das Essen vom Partner serviert und muss sich um nichts kümmern, außer um die eigene Erholung und das Bonding zwischen Mutter und Kind.

    Nun ja…wie gesagt…wenn man es nicht besser weiß…

    Wir kamen am späten Nachmittag aus dem Krankenhaus mit unserem frisch geborenen Baby zu Hause an und die erste Frage, die wir uns stellten: Und was nun?

    Man wird ins kalte Wasser geworfen. Egal wieviele Kurse wir noch in meiner Schwangerschaft besucht haben, es ist alles so fremd, wenn man bzw. frau selbst drinsteckt.

    Nachwirkungen und Schmerzen von der Geburt

    Ich hatte während meines gesamten Wochenbetts noch einige Nachwirkungen und Schmerzen von der anstrengenden und langen Geburt, so dass ich nicht 100% meiner Aufmerksamkeit meinem Kind widmen konnte, sondern ich mich selbst auch noch pflegen musste.

    Was auch einiges an Pflege bedurfte, waren meine wunden und verkrusteten Brustwarzen. Stillen ist nicht immer schön. Wenn ich auf die Uhr geschaut hab und 3 Stunden schon wieder ins Land gezogen waren, bekam ich schon wieder Schiss.

    Das erste Ansaugen tat dermaßen weh, dass mir Tränen in die Augen schossen und ich tiiieeef durchatmen musste. Irgendwann wurde es besser, aber es braucht lange, bis sich meine Brustwarzen daran gewöhnt hatten.

    Anfangs konnte ich tagsüber noch schlafen, wenn der Kleine in seinem Gitterbett im Wohnzimmer geschlafen hat, aber nach ein paar Wochen ging das nicht mehr. Er ließ sich nicht mehr ablegen. Sobald ich auch nur dran dachte, hatte er die Augen sperrangelweit offen. Ganz nach dem Motto: Denk gar nicht erst dran!

    Also war ich die meiste Zeit ans Sofa gefesselt und hatte den Zwerg auf mir liegen. Wenn ich notgedrungen auf Toilette musste und ich ihn abgelegt hab, ging das Geschrei los, bis er wieder auf meiner Brust lag. Durch diese Methode war ich ruckzuck wieder bei meinem alten Gewicht, weil ich in dieser Zeit kaum gegessen, noch getrunken hab.

    Geschrei an der Tagesordnung

    In den ersten Wochen war Geschrei an der Tagesordnung. Sicher wegen Bauchschmerzen … . Die Hebamme sagte, er müsse die lange und anstrengende Geburt noch verarbeiten. Ja…ich auch… . Ehrlich gesagt, ich weiß bis heute nicht, wann er weswegen geschrien hat.

    Drückende Socken, zu enge Windel, ein kratzendes Schild vom Body im Nacken … . Ich weiß es nicht. Irgendwann haben wir nach einem langen „Casting“ DEN Schnuller gefunden, womit sich einige Schreianfälle deutlich verkürzen ließen.

    Zum Glück hatte er den Tag/Nacht Rhythmus ganz schnell drauf und er schlief nachts ganz gut. Und zwar in seinem eigenen Bett, in seinem eigenen Zimmer. Heute mit 3 Monaten schläft er bis zu 10 Std am Stück. Und ich weiß gar nicht wohin mit all dem Schlaf.

    Zu erledigender Papierkram und mehr

    Was im Wochenbett das Entspannen zusätzlich noch unmöglich macht, ist der ganze Papierkram, wie Elterngeld- und Kindergeldantrag usw. Selbst um die Anmeldung in der Kita in einem Jahr muss man sich jetzt schon kümmern!

    Zum Glück hatten wir alle Anträge soweit es ging schon vor der Entbindung ausgefüllt, so dass wir nur noch die Geburtsurkunde und die Steuer ID hinzufügen mussten. Trotzdem musste alles vollendet, geprüft und abgeschickt werden, was Nerven raubt!

    Auf Besucher vorbereiten

    Apropos Nervenraubend: Der ganze Besuch, der sich ankündigte, um das Baby zu bestaunen. Es war immer das gleiche Schema. Ich musste schauen, wie der Stillrhythmus passte, so dass der Kleine pünktlich zum Erscheinen des Besuchs abgefüllt war, damit er ruhig war und im Idealfall schlief. Ich wollte meine Brust nicht unbedingt vor jedem offenbaren.

    Nichtsdestotrotz habe ich den Satz: „Ich muss gleich auch schon wieder stillen.“ des Öfteren benutzt, um den Besuch dezent wieder vor die Tür zu setzen. Aber man ist natürlich stolz auf das, was man da erschaffen hat und möchte sein Baby aller Welt zeigen. Was Kuchen und Snacks anbetraf, haben wir unseren Besuch meist drum gebeten was mitzubringen. Das hat wunderbar funktioniert.

    Während des gesamten Wochenbetts nur zuhause rumzuhängen, war auch nichts für mich. Trotz der körperlichen Einschränkungen hab ich früh versucht rauszukommen. Ob spazieren gehen, Freunde treffen (mit und ohne Baby) oder ein bisschen shoppen. Wenn mir die Decke auf den Kopf fiel, hab ich den Zwerg eingepackt und bin losgefahren. Zumal Autofahren eine sichere Methode war, um ihn zum Schlafen zu kriegen.

    Viele Grüße Eure Tamika (Babytalk – Leserin)

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    Beitragsfoto: chomplearn / shutterstock
    Pinterest: MakeStory Studio & 06photo / shutterstock
    
  • Rektusdiastase – Krankheitsbild und Diagnose

    Rektusdiastase – Krankheitsbild und Diagnose

    Rektusdiastase: Ein nicht schwinden wollender Schwangerschaftsbauch

    Eine Schwangerschaft hinterlässt nicht selten körperliche Spuren: Dehnungsstreifen, Babypfunde, einen schwachen Beckenboden – alles nicht schön, doch zumindest alles relativ bekannte Folgeerscheinungen. Doch es gibt da noch etwas anderes. Etwas, das nicht so bekannt ist. Etwas, mit dem ich ganz persönlich Bekanntschaft gemacht habe: ein nicht verschwinden wollender Schwangerschaftsbauch auch bekannt unter dem Begriff Rektusdiastase.

    Ein paar Monate nach der Geburt waren alle anderen Körperteile wieder auf Normalniveau. Nur der Bauch kugelte sich immer noch nach außen, wie im sechsten Monat.

    Mittlerweile muss ich mich sogar zahlreicher Glückwünsche zur erneuten Schwangerschaft erwehren: „Nein, da kommt kein drittes Kind. Ich sehe einfach nur Scheiße aus!“

    Ich habe dazu viel recherchiert und herausgefunden, dass dieser Fake-Schwangerschaftsbauch einen Namen hat: im Fachchinesisch wird dieser Zustand Rektusdiastase genannt.

    Leider musste ich jedoch auch feststellen, dass dieses Krankheitsbild in der Ärzte-, Physiotherapeuten- und Hebammenwelt sehr stiefmütterlich behandelt wird, oder oftmals sogar gar nicht bekannt ist. Dabei kommt so eine Diastase gar nicht mal so selten vor, wie du das jetzt denken magst!

    Wölbt sich dein Bauch auch immer nach außen? Wird das während des Tages ausgeprägter? Vielleicht hast du schon versucht, mit Sport entgegenzuwirken – ohne Erfolg?

    Nun, dann bist auch DU vielleicht davon betroffen!

    Rektusdiastase – was ist das?

    Die Rektusdiastase beschreibt einen Spalt in der gerade verlaufenden Bauchmuskulatur bzw. eine Ausweitung der sogenannten Linea Alba – das ist die Bindegewebsnaht, welche die linke und rechte Bauchmuskelhälfte miteinander verbindet.

    Durch eine Schwangerschaft wird dieses Bindegewebe stark gedehnt und bildet sich in einigen Fällen nicht wieder vollständig zurück. Dadurch entsteht eine Bauchwandschwäche, die zur Folge hat, dass sich mit Ausweitung des Darms (z.B. durch Nahrung oder Blähungen) der Bauch nach vorne wölbt.

    Aus medizinischer Sicht ist eine Rektusdiastase in den meisten Fällen unbedenklich und verursacht auch keine Beschwerden.

    Es schaut halt nur „Scheiße“ aus.

    In einigen Fällen können jedoch aus der Diastase heraus auch Bauchwandbrüche entstehen (wie z.B. ein Nabelbruch). Ein Bauchwandbruch sollte unabhängig von einer Diastase auf jeden Fall ärztlich versorgt werden, um Komplikationen durch das Einklemmen von Organen zu vermeiden.

    (Quelle: Netdoktor.de)

    Wie erkenne ich, ob eine Diastase vorliegt?

    Rektusdiastase Selbsttest, eine Mutter auf dem Bauch liegend

    Der Selbsttest

    In einem ersten Schritt kannst du ganz einfach selbst testen, ob bei dir eine Rektusdiastase vorliegt. Hierfür legst du dich flach auf den Rücken und stellst die Beine an.

    Lege zwei deiner Finger in die Mitte des Bauches, kurz über den Bauchnabel. Hebe anschließend den Kopf und drücke die Finger in den Bauch.

    Wiederhole dieses Vorgehen an verschiedenen Stellen über- und unterhalb deines Bauchnabels. Dort, wo du deine Finger zwischen deiner Muskulatur in den Bauch drücken kannst, hast du eine Diastase.

    Mein Tipp: Um am Anfang ein Gefühl für deine Muskulatur zu bekommen, hat es mir geholfen, bei gleichzeitig in den Bauch drückenden Fingern meinen Kopf ein paar Mal hoch- und runter zu bewegen. Dabei kannst du spüren, wie die Muskulatur in der Mitte zusammenkommt.

    Diagnose durch einen Arzt

    Ich war natürlich erst einmal nicht bei einem Arzt. Erstens hat man mit einem Baby daheim für sich selbst ja nie Zeit, und zweitens kam ich mir zunächst auch irgendwie doof vor, mit diesem vermeintlich rein äußerlichen Problem gleich zum Arzt zu rennen.

    Jetzt rückblickend kann ich dir allerdings nur empfehlen, bei Verdacht einen Arzt aufzusuchen. Vor allem, aber nicht nur, wenn du körperliche Beschwerden hast! Denn nur ein Arzt kann dir definitiv sagen, ob und in welchem Grad eine Rektusdiastase vorliegt (z.B. mittels Ultraschall) und dir gegebenenfalls eine Physiotherapie verschreiben.

    Viel wichtiger jedoch ist, dass nur ein Arzt einen Bauchwandbruch ausschließen kann. Denn diese beiden Erkrankungen gehen gerne Hand in Hand. Ich selbst habe neben der Diastase beispielsweise auch einen kleinen Bauchnabelbruch.

    Welcher Arzt kann eine Rektusdiastase diagnostizieren?

    Jaa, hier wird es leider ein wenig tricky. Theoretisch sollte jeder Arzt dich auf eine Rektusdiastase untersuchen können. Praktisch kennt sich jedoch leider kaum ein Arzt und auch nicht jede Hebamme mit diesem Thema aus.

    Dein Gynäkologe ist jedoch eine gute erste Anlaufstelle. Oder auch ein Allgemeinchirurg. Zudem gibt es auch Physiotherapeuten, die sich hier gut auskennen.

    Lass dich bitte aber nicht verunsichern, wenn du auf Unwissenheit stößt oder vielleicht sogar noch einen blöden Spruch reingedrückt bekommst (z.B. du solltest einfach mehr Sport machen – bei mir so gewesen…).  Spreche deinen Arzt konkret auf dieses Thema an und hole dir im Zweifel noch eine zweite oder dritte Meinung ein.

    Nur weil der Arzt sich mit dem Thema Rektusdiastase nicht auskennt, bedeutet das nicht, dass du keine hast! Meine „Trefferquote“ waren zwei aus vier. Erst der vierte Arzt, ein Allgemeinchirurg, hat schließlich per Ultraschall die eindeutige Diagnose einer Rektusdiastase gestellt.

    Liegt bei mir eine Rektusdiastase vor?

    Wenn ja, was tun?
    Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten bei einer Diastase vorzugehen: Physiotherapie und/oder Operation.

    Welche physiotherapeutischen Ansätze und Programme es gegen die Rektusdiastase gibt, und warum ich mich letztendlich für eine operative Korrektur entschlossen habe, erfährst du in Teil Zwei Behandlungsmöglichkeiten dieser kleinen Reihe.

    Eure Silvia (Babytalk – Autorin)

  • Blähungen beim Baby – wenn der Bauch schmerzt

    Blähungen beim Baby – wenn der Bauch schmerzt

    Welche Mutter kennt nicht das nicht?

    Das Baby schreit, weil es Blähungen hat. Doch was sind Blähungen beim Baby und wie kommt es dazu?

    Blähungen sind Luft und Gase im Bauch. Diese gelangen beim Trinken, Weinen und durchs Atmen in den Bauch des Babys. In diesem Fall verschluckt das Baby zu viel Luft, deshalb ist es wichtig, dass euer Baby nach jeder Mahlzeit ein Bäuerchen macht.

    Woran erkenne ich, dass mein Baby Blähungen hat?

    Wenn euer Baby unruhig ist und weint könnte es von Blähungen geplagt sein. Ein typisches Zeichen ist, wenn euer Baby die Füße anzieht und sie ruckartig nach unten stößt. Dies ist meistens ein Zeichen von Bauchweh und Blähungen.

    Wie kann man Blähungen verhindern? 

    Versucht zu vermeiden, dass euer Baby zu viel Luft schluckt, indem ihr darauf achtet:

    dass das Loch des Flaschensaugers die richtige Größe hat. Der Sauger muss die altersgerechte Größe haben und zur Nahrung passen. Verschluckt sich euer Baby häufig ist der Sauger zu groß. Trinkt es sehr langsam und strengt sich zu sehr an, ist der Sauger zu klein.

    Schüttelt die fertig zubereitete Flasche nicht, sondern kippt sie nur hin und her. Sonst bildet sich unnötig viel Schaum. Dieser transportiert dann zu viel Luft in Babys Bauch.

    Egal, ob ihr stillt oder euer Baby die Flasche bekommt: Nach jeder Mahlzeit sollte euer Kleines sein Bäuerchen machen. Bei Babys, die sehr hastig trinken, ist es sinnvoll, sie auch zwischendurch mal aufstoßen zu lassen.

    Was kann man tun um Blähungen beim Baby zu lindern?

    Als erstes solltet ihr immer probieren euer Baby zu beruhigen. Eure Nähe tut dem Baby gut und so findet es leichter zur Ruhe.

    Probiert bestimmte Griffe um euer Baby von einem Bäuerchen zu überzeugen:

    Kreisende Finger-Massage auf dem Bauch eines Babys

    Der „Fliegergriff“

    Dieser lässt die gestaute Luft leichter abgehen. Dazu legt euer Baby in Bauchlage auf einen eurer Unterarme. Seinen Kopf stützt ihr dabei mit eurer Hand.

    Möglich ist auch die umgekehrte Variante, bei der der Kopf eures Kleinen in eurer Ellbogenbeuge ruht. So könnt ihr das Baby gut tragen oder an euch schmiegen. Alternative: Legt euer Kleines bäuchlings auf eure Knie.

    Wir sind gerade durch einen Beitrag in der STILLZEIT (Ausgabe 2 2019) darauf aufmerksam geworden, dass die Beruhigung des Babys mit dem Fliegergriff an einer Reizüberflutung des Babys liegen kann. Wir werden dem weiter nachgehen, Hinweis der Redaktion.

    Die „Schulterlage“

    Ebenfalls helfen kann es helfen, das Baby über die Schultern zu legen. Während Babys Po sicher von einer Armbeuge gestützt wird, liegt sein Köpfchen über Mamas oder Papas Schulter. Die freie Hand streicht oder klopft dabei sanft auf den Rücken des Babys.

    Falls dies auch nicht hilft probiert es aufrecht im Sitzen:

    Dabei sitzt das Baby aus dem Schoß eines Elternteils. Sein Rücken zeigt zum Bauch des Erwachsenen. Nun unter Babys Armen hindurchgreifen und seinen Oberkörper leicht nach vorn neigen. Die freie Hand kann dabei leicht den Rücken streicheln oder sanft abklopfen.

    Am besten probiert ihr aus, welche Haltung für euch selbst und euer Baby am angenehmsten ist. Und sollte sich das Bäuerchen einmal besonders viel Zeit lassen, hilft es meistens, die Position zwischendurch zu wechseln.

    Blähungen beim Baby – eine sanfte Bauchmassage

    Eine sanfte Bauchmassage tut eurem Baby ebenfalls gut. Einfach auf dem Bauch ein paar Minuten lang mit eurem Zeige- und Mittelfinger behutsam im Uhrzeigersinn kleine Kreise ziehen. In der Apotheke gibt es zudem spezielle Salben und Öle, die den entblähenden Massageeffekt noch unterstützen sollen.

    Bewährt haben sich auch Kümmel- und Fencheltee, bzw. ein Mix aus beiden Sorten. Wenn ihr sowieso die Flasche gibt, könnt ihr zudem auch Milch und Tee mischen.

    Schaut, dass euer Baby beim Trinken an der Brust oder von der Flasche nicht zu viel Luft verschluckt. So ist es beispielsweise hilfreich, wenn das Kleine beim Stillen den Warzenhof mit einsaugt und nicht nur die Brustwarze in den Mund nimmt.

    Für Stillbabys gilt:

    Eventuell bekommt euer Baby über die Muttermilch Inhaltsstoffe aus eurer Nahrung ab, die dann bei ihm Blähungen auslösen. Auf keinen Fall solltet ihr euren Speiseplan aus lauter Vorsicht radikal zusammenstreichen. Sinnvoller ist es, gezielt vorzugehen.

    Wenn ihr zum Beispiel vermutet, dass euer Baby sich plagt, wenn ihr Hülsenfrüchte, Kohlgemüse oder Zwiebeln gegessen habt? Dann lasst diese jeweiligen Nahrungsmittel mal ein paar Tage weg. So könnt ihr am ehesten beobachten, ob sich die Beschwerden eures Babys bessern.

    Aus meiner Erfahrung müsstet ihr damit Erfolg haben.

    Eure Nicole (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Cookie Studio / shutterstock
    Foto2 : Raslan_127 / shutterstock