Kategorie: Mama Talk

  • Nachtschreck – Erfahrungsbericht einer Leserin

    Nachtschreck – Erfahrungsbericht einer Leserin

    Hallo, wir freuen uns Euch mal wieder einen sehr interessanten Erfahrungsbericht einer unserer Leserinnen vorstellen zu dürfen. Diesmal geht es um das Phänomen, welches unten den Begriff „Nachtschreck“ bekannt ist.


    Wir haben auch die Erfahrung und Bekanntschaft mit dem Nachtschreck gemacht und zwar durch unsere ältere Tochter Luzia.

    Sie war als Baby schon ein sehr unruhiges und aktives Kind, tagsüber weinte sie kaum. Mir als Mama und Person war ein sehr geregelter Tagesablauf stets wichtig und das versuche ich selbst heute noch umzusetzen.

    Mit einigen Monaten fing es an, kaum wurde es Abend und wir legten sie zum Schlafen in ihr Bettchen, dauerte es 30 min. und sie weinte das erste Mal. Aufstoßen und Nuki geben reichten, dann schlief sie weiter.

    Danach im 30 min. Takt ( wenn nicht kürzer) wurde sie wach, weinte. So stand ich laaaangeeee Zeit bis zu 20 Mal in der Nacht auf. Es war wirklich eine sehr anstrengende Zeit.

    Mit ca. einem Jahr fing es an, das sie im Bettchen oder auch mal bei mir im Bett sass und fürchterlich schrie, sie ließ sich da von mir nicht anfassen und schien „hysterisch“ …….

    Ich zweifelte in dieser Zeit an mir selbst und war schockiert, da es den Anschein hatte mein Kind hätte vor mir Angst.

    In diesem Alter, soweit ich mich erinnere, gab diese Situationen nicht so oft. Den genauen Zeitraum weiß ich leider nicht mehr, ich glaube mit 3 Jahren wurde es immer mehr.

    Als „Nachtschreck“ war sie nicht zu beruhigen

    Ich weiß noch von einschneidenden Situationen, wenn sie wach wurde und so schrie, dass mein Mann und ich sie nicht beruhigen konnten. Da unser Nervenkostüm von dem ständigen Schlafunterbrechungen (in diesem Alter mussten wir auch noch um die 8 mal aufstehen) sehr angeschlagen war.

    So versuchten wir sie die ersten Male zu schütteln und haben sie auch des öfteren sehr scharf und etwas lauter angeredet, wenn nicht sogar das ein oder andere mal “ angeschrien“. Wir glaubten, sie mache das mit Absicht.

    Uns wurde aber bald klar, es ist nicht normal, was sie da tut. Durch eine Nachbarin wurden wir dann auf den Nachtschreck aufmerksam. Somit begannen wir zu googeln. Was unsere Vermutung bestätigte, dass es wirklich der Nachtschreck war.

    Danach waren die Situationen dann für uns entspannter und wir blieben nur in ihrer Nähe, beobachteten sie passten auf, dass sie sich und uns nicht weh oder verletzen konnte.

    Ab und zu haben wir versucht sie anzufassen und zu beruhigen. Und manchmal hatten wir damit sogar Erfolg und sie legte sich hin und schlief weiter, als wenn nieeeeeee etwas gewesen wäre.

    Bei uns kam es eine zeitlang zu unser aller Leidwesen sehr häufig vor. 5 Nächte hintereinander war keine Seltenheit. Meistens dauerten diese zwischen 10 min. und 1 Stunde. Wobei die kurzen Zeiten für uns schon etwas von einem „angenehmen“ Spaziergang hatten. Die längeren kamen uns dagegen wie eine  kleine Ewigkeit vor.

    Manchmal hatte ich richtig gehend Angst vor meiner Tochter

    Es gab Situationen, da hatte ich direkt Angst vor meiner Tochter. Ich hatte das Gefühl, sie sah irgendwelche unschönen Gestalten im Raum.

    Oft zeigte sie panisch in eine Richtung, die Augen weit aufgerissen, die Pupillen riesen gross und ein starrer Blick. Es schien, als versuchte sie vor lauter Angst zu flüchten. Da kam mein Mann auf die Idee  „diese Gestalten aus dem Zimmer zu bringen oder zu verjagen“.

    Oft mit Worten; „aber schnell verschwindet, hier ist kein Platz für euch, lasst Luzia in Ruh“, … . Oder etwas lustiger „ich werd euch gleich kitzeln, damit ihr flüchtet“ … .

    Keine Ahnung warum, aber manchmal hat sie sich danach beruhigt hingelegt und weitergeschlafen oder gar gelacht.

    Trotzdem war dies keine angenehme Zeit, sondern sehr beängstigend für uns.

    Nachtschreck? – Diagnose durch eine Ärztin

    Als es akut war, ging ich mit ihr zu einer Ärztin, die uns ins SMZ – OST überwies, da sie den Verdacht hatte, es könnte auch Epilepsie in Kombination mit dem Nachtschreck (, welchen es tatsächlich gibt) sein.

    Nach einer Nacht dort mit EEG und Videoüberwachung im Raum, wo sie natürlich diese gegebene Nacht sehr ruhig und ohne Vorfall schlief, wurden wir von einer Oberärztin aufgeklärt, dass es “ nur“ der Nachtschreck sei und hat uns sehr gut über dieses Phänomen informiert.

    Ab da waren wir wirklich entspannter.

    Da wir in einer Wohnungssiedlung wohnen, machten wir im Sommer bei den Schreiattaken die Fenster zu. Ich fuhr grundsätzlich in dieser Zeit ungern in den Urlaub, oder zu Bekannte. Ich Angst hatte, dass sie das dort auch hätte und sie dadurch alle in ihrem Schlaf stören oder auch verunsichern könnte.

    Die einzige, die das wirklich von klein an mitbekommen hat und in diesen Situationen mit uns hineinwuchs und sich sehr dafür interessierte, war eine Oma von Luzia.

    Komischerweise konnte diese auch Luzia schneller wieder in die Schlafposition bringen und beruhigen. Luzia hat zu dieser Oma ein sehr inniges Verhältnis.

    Meinem Mann und mich hat es immer verwundert, dass sich in unserer Siedlung nie jemand aufgeregt hat oder mal nachgefragt hat, was bei uns nachts los ist.

    Einmal hat mein Mann einen Nachtschreck von Luzia gefilmt – einfach als Beweis, was da los war. Den haben wir aber nie gebraucht.

    Reaktionen von Bekannten

    Sonst gab es in unserer Umgebung NUR die Kindergärtnerin, die den Nachtschreck kannte, da ihre Tochter auch betroffen war.

    Ansonsten kannte den Nachtschreck niemand und so mussten wir uns des öfteren von Bekannten anhören, „ahhhh die tanzt euch auf der Nase rum“, „Einbildung sowas gibt es nicht“ oder „Ein paar aufn Hintern und Ruh ist“ … . Dies Reaktionen machten es nicht gerade leichter, doch wir wussten, was es war und hielten zusammen.

    Das ganze hat bei uns ca. 5 Jahre gedauert. Vor der Einschulung war es Gott sei Dank vorüber – was angeblich typisch ist für den Verlauf.

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    Manchmal hatte Luzia in den letzten zwei Jahren in der Nacht Momente, wo sie plötzlich aufrecht im Bett sass. Ich ging dann zu ihr. Sie fixierte mich, berührte mein Gesicht und  fing dann an zu lachen.  Ich bekam dann jedesmal einen Lach-Anfall (diese Situationen waren echt lustig).

    Da ihre Pupillen, in diesen Momenten stets gross waren und sie einen starren Blick hatte, wußte ich, sie ist nicht anwesend. Von ein auf die andere Minute legte sie sich dann hin und schlief weiter. Und ich hatte noch weiter mit meinem Lachkrampf zu kämpfen.

    Luzia ist besonders

    Luzia ist heute aber sehr wohl unser „Sorgenkind“ bzw. besonders. Als Kleinkind war sie immer sehr aktiv, konnte kaum ruhig sitzen, war ständig in Bewegung, obwohl wir immer einen geregelten Tagesablauf hatten und noch immer haben (soweit es möglich ist).

    Im Kindergartenalter war es auch extrem, nie war sie müde zu bekommen. Ausdauer beim Basteln, Singen oder Spielen ect. war kaum vorhanden. In der Schule hatte sie bald Konzentrationsschwierigkeiten und war mit vielen Situationen überfordert.

    Mittlerweile ist ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom), Legasthenie bzw. eine LRS (Lese-Rechtschreibschwäche) diagnostiziert worden.

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    Ob das mit Nachtschreck irgendwie zusammen hängt, kann man nicht feststellen. Nichtsdestotrotz ist sie ein sehr fröhliches und hilfsbereites Kind, was uns natürlich sehr glücklich macht und wir froh sind sie zu haben. Durch Kinder wächst und lernt man. Ich hoffe nur, daß unser drittes Kind (5 Wochen alt) ruhigere Nächte haben wird.

    Es würde mich freuen, wenn ich mit meinem Bericht betroffene Eltern helfen kann, entspannter durch diese Phasen zu kommen.

    Liebe Grüße Martina (Babytalk – Leserin)

    Beitragsfoto: Irina Kozorog / shutterstock
  • Danke Mama: dass Du mich geboren hast

    Danke Mama: dass Du mich geboren hast

    Meine Geburt

    Mama, nachdem es mir dann doch zu eng wurde und ich es nicht mehr ausgehalten habe, habe ich mich auf den Weg gemacht. Wollte doch unbedingt wissen, wie Du aussiehst und ob Du Dich wirklich so über meine Geburt und um mich in deinen Armen halten zu können freust.

    Doch als ich dann hörte, wie laut Du während meiner Geburt geschrien hast, hätte ich mich am liebsten wieder in deinen Bauch verkrochen. Dein Schreien tut mir noch immer in meinem kleinen großen Herzen weh.

    Dein Tor zur Welt war aber auch wirklich dunkel und extrem eng. Da solltest Du unbedingt dran arbeiten, falls ich noch ein Schwester- oder Brüderchen bekommen sollte.

    Ich musste meinen ganzen Mut zusammen nehmen und mich richtig anstrengen und ganz klein machen, um da hindurch zu kommen. Und dann war es so grell bei Dir und erst die ganzen Leute, die um uns herum standen. Da dachte ich schon, ich wäre falsch abgebogen.

    Doch als ich dann gesehen habe, wie Du mich trotz meines zerknitterten Gesichts angeschaut hast, sind meine Beine ganz weich geworden. Wenn ich etwas mehr Zeit gehabt hätte, wäre ich natürlich vorher noch in die Maske gegangen. Ehrenwort!

    Nun weißt Du auch, warum ich noch nicht wieder allein laufen kann und Du mich tragen musst. Aber keine Sorge,  ich habe einen gut ausgearbeiteten Fitnessplan, den ich intensiv durchziehen werde, um wieder ganz schnell auf die Beine zu kommen. Versprochen!

    Dein strahlendes Gesicht sagte mir, dass ich hier trotz der vielen Leute richtig bin und Du mich liebst. So wie Du es mir vor meiner Geburt ganz doll versprochen hast. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie mir dieser Satz mein kleines Herzchen wärmte.

    Und so verspreche ich Dir auch heute wieder mein Bestes zu geben, Dich zum Strahlen zu bringen. Ganz lieben Dank Mama.

    Euer Finn (Babytalk – Charmeur)

    Mehr von Finn findet ihr unter der Babytalk – Kolumne

    Beitragsfoto: Zurijeta / shutterstock
    Pinterest: Zurijeta / shutterstock & Latino Life / Canva
  • Ein Hochstuhl der mitwächst und sich wandelt: Der POPPY von Phil&Teds

    Ein Hochstuhl der mitwächst und sich wandelt: Der POPPY von Phil&Teds

    Verlosung eines stylischen und mitwachsenden Hochstuhls:

    Hallo Ihr Lieben,

    gerade verlosen wir auf unserer Facebookseite diesen grandiosen, stylischen Hochstuhl von Phil&Teds. Und damit ihr euch in Ruhe informieren könnt, was genau ihr da gewinnen könnt, haben wir hier ein paar Informationen für Euch zusammen gestellt:

    Dieser Hochstuhl wächst mit!

    Ein Hochstuhl konnte bisher in der Regel folgendes:

    Ein Kleinkind sicher an den Familientisch integrieren, vielleicht noch gut aussehen und mit viel Glück war er noch leicht zu säubern.

    Nun kommt die Revolution schlechthin:

    Anstatt den Hochstuhl mit steigendem Alter irgendwann in den Keller / die Verkaufsplattform zu verfrachten, verwandelt man diesen nun in einen coolen Stuhl fürs Kinderzimmer!

    Der aerocore Sitz von Poppy ist weich, luftig und bietet maximalen Komfort. Zudem ist er mit gerade einmal 4 kg ein Leichtgewicht unter seinen Mitstreitern.

    Er lässt sich leicht bewegen und bietet maximale Sicherheit für das Kind. Dazu kommt, dass er ganz leicht zu reinigen ist.

    Wir geben einen Daumen nach oben und empfehlen diesen Hochstuhl einstimmig.

    Wer sich selber überzeugen möchte, und nicht beim Gewinnspiel gewonnen hat, findet den Poppy Kinderstuhl hier:

    Wir wünschen Euch ein schönes Osterwochenende und freuen uns darauf, der Gewinnerfamilie mit diesem Hochstuhl eine Freude zu machen;)

    Eure Babytalk-Redaktion

  • Hirnhautentzündung in der Schwangerschaft

    Hirnhautentzündung in der Schwangerschaft

    Zwischen Tod und neuem Leben

    Hirnhautentzündung – Schwangerschaft sollte neues Leben bedeuten. Schwanger sein ist Hoffnung und Vorfreude. Schwanger zu sein bedeutet einen kleinen Menschen zu beschützen; alles von ihm abzuwenden, was es Schädliches in der Welt gibt. Schwanger zu sein bedeutet, ein Kind zu umgeben und in Ruhe wachsen zu lassen.

    Ich selbst habe mich in der Schwangerschaft unverwundbar gefühlt. Ich habe mir die Sorgen gemacht, die sich, glaub ich, alle werdenden Mütter machen: Ist das Baby auch gesund? Ist es groß genug? Wird alles gut gehen? Und so weiter. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, dass es sein kann, dass mein Baby krank ist.

    Dass ich selbst krank werden könnte, damit hatte ich nie gerechnet. Eine Mama sollte stark sein und ihr Baby beschützen. Etwas anderes kam mir gar nicht in den Sinn.

    Doch dann kam der Morgen, an dem sich alles geändert hat

    Ich war in der 37. Schwangerschaftswoche. Ich wachte morgens mit schrecklichen Nackenschmerzen auf. Das kann schon mal passieren. Am Anfang hat sich alles normal angefühlt. Mein Mann fragte noch, ob ich mich auch um unsere Tochter kümmern könne oder ob er erst später zur Arbeit fahren sollte, um mich zu entlasten.

    Da dachte ich noch, es würde gehen. Aber das tat es nicht. Nach einer Stunde hatte ich das Gefühl, Fieber zu bekommen. Und überhaupt fühlte sich mein ganzer Körper anders an als sonst. Da stimmte etwas nicht. Das spürte ich ganz deutlich.

    Da wurde meine dreijährige Tochter wach und kam zu mir ins Bett gekrabbelt. Ich war kaum noch im Stande aufzustehen. Im Bett liegend rief ich meinen Schwiegervater an, der meine Tochter in den Kindergarten brachte.

    Die Kleine verstand die Welt nicht mehr. Ich muss mich nur ein bisschen hinlegen, dachte ich. Vielleicht geht es dann wieder. Eine andere Möglichkeit hatte ich ohnehin nicht. Aufstehen und zum Arzt fahren: dazu fehlte mir jegliche Kraft.

    Der Notarzteinsatz

    Die nächsten Stunden gingen irgendwie vorbei. Weil ich nicht zum Arzt fahren konnte, rief meine Mutter für mich den Notarzt. Noch schob ich meine Beschwerden auf die späte Phase der Schwangerschaft.

    Ich dachte darüber nach, ob es sich um eine sehr merkwürdige Form der Wehen handeln konnte. Es wurde von Stunde zu Stunde schlimmer. Das Gefühl von tausenden Nadeln in der Kopfhaut werde ich nicht mehr vergessen.

    Als der Arzt kam und mich untersuchte, war schnell klar: Ich konnte meinen Kopf zwar zur Seite, aber nicht mehr nach vorne auf die Brust bewegen: Das erste Anzeichen der Hirnhautentzündung.

    Und da kommt die Verzweiflung. Plötzlich hatte ich riesen Angst. Vor allem um mein Baby. Ich selbst hatte die schlimmsten Schmerzen meines Lebens. Schlimmer als die Geburt und überhaupt als alles, was ich sonst erlebt hatte. Ich war am Ende. Aber zu diesem Zeitpunkt war es ja noch „nur“ eine Vermutung.

    Diagnose: Hirnhautentzündung

    Ein Krankenwagen brachte mich ins Krankenhaus. Eine Schwangere mit Hirnhautentzündung – das hatte hier noch niemand gesehen. Und wo gehörte ich jetzt eigentlich hin?

    Von der Notaufnahme kam ich in die neurologische Abteilung, zu Untersuchungen im ganzen Haus und schließlich auf die Entbindungsstation. Die Untersuchungen im Kreissaal haben mir zwar ein bisschen das Gefühl von Normalität gegeben. Gleichzeitig war es furchtbar:

    All die gesunden und starken werdenden Mamas. Und ich dazwischen, die ihrem Baby das Leben schwer macht. Das kleine Herz hat geschlagen, als müsste es einen Marathon absolvieren. Mein Fieber hat dem Baby ordentlich zugesetzt.

    Kranke Mama – gesundes Baby

    Mir ging es weiterhin schlechter. Ich konnte keinen Schritt mehr gehen und nahm alles nur durch einen Schleier wahr. Es folgten Untersuchungen, Rückenmark wurde entnommen und ich bekam jede Menge Medikamente.

    Mein Mann war mittlerweile da und gab mir Halt. Doch die Untersuchungen waren Kraft- und Nerven- raubend. Er hatte ehrlich Angst um mich. Und ich auch.

    Und wir hatten Angst um unser Baby. Viele Tests dauern mehrere Tage. Und die große Frage war:

    Wie kann das Baby am besten geschützt werden? Kann die Infektion das Baby erreichen? Wie kann sie aufgehalten werden? Wie schädlich sind die Medikamente für das Kind und welche Behandlung wäre nach der möglichen Geburt notwendig?

    Denn auch das war klar: Wenn sich mein Zustand nicht bald verbessern würde, wäre der Kaiserschnitt unausweichlich.

    Doch es wurde besser

    Mein Sohn erholte sich in den nächsten Stunden schnell und die Ärzte entschieden, dass er in der Fruchtblase am besten geschützt ist. Ich war erleichtert.

    Insgesamt musste ich zwei Wochen in der Klinik bleiben. Dutzende Flaschen Antibiotikum, Aciclovir und weitere Medikamente liefen mit Hilfe von Infusionen durch mich hindurch. Und auch durch den kleinen Körper in meinem Bauch.

    Ich hatte so ein unfassbar schlechtes Gewissen meinem Baby gegenüber. Die Einstichstellen an meinen Armen entzündeten sich wegen der aggressiven Medikamente und ich stellte mir vor, wie diese Medikamente erst meinem kleinen Sohn zusetzten.

    Ich war zunächst schwach, aber es ging von Tag zu Tag aufwärts. An einer Hirnhautentzündung kann man sterben oder auch schwere Folgeschäden davontragen. Doch für uns ging alles gut aus; der modernen Medizin und vielen hervorragenden Ärzten sei Dank.

    Die Tage im Krankenhaus in der Quarantäne, während derer meine Tochter mich nur vom Fenster aus sehen durfte, waren schlimm, aber sie gingen vorbei. Genau wie alles irgendwann vorbeigeht.

    Dass ich so schnell behandelt wurde, war ein echter Segen. Für mich und auch für den kleinen Till. Er blieb noch vier Wochen in meinem Bauch.

    Dass mein Körper zu schwach war um ihn richtig zu beschützen, dass er diese ganze Krankheit mitmachen musste, das war schwer für mich zu akzeptieren.

    Dass ich so viel Angst um ihn hatte, das prägt unser Verhältnis glaub ich heute noch. Auf der anderen Seite: Er hat sich nicht angesteckt, er ist gesund, fröhlich und überhaupt ein cleveres Kerlchen. Folgeschäden gibt es nicht.

    Vielleicht hat mein Körper ihn doch ein bisschen beschützt.

    Eure Katharina (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Pressmaster / shutterstock
  • So lernt dein Kind, sich allein zu beschäftigen

    So lernt dein Kind, sich allein zu beschäftigen

    „Mama spielst du mit mir ? “ Jede Mama hört diesen Satz bestimmt mehrmals täglich. Oft in Situationen wo es gerade überhaupt nicht passt. Denn gerade nach dem Einkaufen, dem Kochen oder beim Putzen brauchen Eltern mal kurz ihre Ruhe. Dann ist es natürlich ein Segen, wenn die Kinder sich alleine beschäftigen können.

    Aber die Frage, die sich stellt ist, will das Kind sich nicht alleine beschäftigen, oder kann es dies nicht? Denn immerhin können sich schon Babys von ganz alleine auf etwas konzentrieren und sich Minutenweise alleine beschäftigen. Somit entdecken schon Babys ihr Umfeld mit allen Sinnen und gewinnen so neue Eindrücke.

    Diese Fähigkeit sich alleine beschäftigen zu können, können wir als Eltern unserem Kind allerdings auch abtrainieren. Indem wir es einfach zu gut meinen und unser Kind pausenlos beschäftigen. Ich habe diesen Fehler teilweise auch gemacht. Gerade wo meine Große noch ein Einzelkind war.

    Ich dachte, ich muss sie ständig beschäftigen, ihr immer wieder neue Dinge zum Spielen anbieten, dabei hatte sie eigentlich gerade mehr Spaß die Fliege an der Wand zu beobachten. Denn sie beschäftigte sich schon alleine, nur ich sah dies nicht als Beschäftigung, sondern dachte es wäre Langeweile.

    Wenn unsere Kleinen es dann lernen, sich unabhängig von uns Eltern zu beschäftigen und zu konzentrieren, stärkt es ihr Selbstwertgefühl. Aber wie könnt ihr euer Kind beim alleinigen spielen unterstützen? Diese Frage habe ich mir auch damals gestellt, meine Hebamme gab mir  wirklich tolle Tipps, die ich jetzt gerne an euch weiter gebe.

    Eine aufregende Umgebung schaffen

    Beispielsweise liegt euer Kind gerade auf der Krabbeldecke. Legt ihm einfach mal Spielzeug in greifbare Nähe, nicht zu viel, ein klein wenig Auswahl reicht schon. Wichtig ist, dass euer Kind dieses Spielzeug nur bekommt, wenn es sich alleine damit beschäftigt. Dies erhöht den Anreiz und fördert die Kreativität.

    Doch es muss nicht immer Spielzeug sein, womit euer Kind spielen kann. Auch Alltagsgegenstände wie Tücher, Töpfe, kleine Dosen oder Zeitungen, lassen sich gut zur Beschäftigung nutzen. Wichtig ist, dass sobald das Kind alleine spielt, es nicht gestört wird.

    Schreitet also nur ein, wenn es absolut notwendig ist. Dies kostete mich am Anfang auch viel Überwindung. Ich hatte immer das Gefühl eingreifen zu müssen, aber durch meine Zurückhaltung, erfand meine Tochter ganz eigene Spielwege, die sie so mit mir, vielleicht sonst nicht entdeckt hätte.

    Die meisten Babys und Kleinkinder liegen beispielsweise nach dem Aufwachen erst einmal ruhig in ihrem Bett. Sie spielen mit Händen und Füßen oder plappern vor sich hin. Diese Momente, in denen sich das Kind selbst genug ist, sind der Beginn des selbstständigen Spiels.

    Natürlich könnt ihr diese Phase ganz toll erweitern, in dem ihr Spielzeug an den Gittern befestigt, womit sich das Kind dann noch selbst beschäftigen an.

    Allein Spielzeiten sind wichtig

    Am besten lernen Kinder sich alleine zu beschäftigen wenn, es Alltag wird. Übt dies am besten 2-3 x am Tag für eine kurze Zeit. Bietet ihm Spielzeug an und lasst es sich kurz, für den Anfang werden je nach Alter  5-10 Minuten empfohlen, alleine damit spielen. Sollte euer Kind am Anfang nicht gewillt sein dies alleine zu tun, setzt euch dazu.

    Spielt neben eurem Kind aber nicht mit ihm. Sobald es in seinem eigenen Spiel abgetaucht ist, macht ihr andere Tätigkeiten. Zum Alleinspielen gehört, dass euer Kind weiterspielt, auch wenn ihr es einige Minuten allein im Raum lasst. Dies übt ihr am besten ab einem Alter von 4-5 Monaten.

    Wählt einen Moment, wo euer Kind total im Spiel ist, wenn es abgelenkt ist und gar nicht mitbekommt, dass ihr geht. So könnt ihr die Zeiten nach und nach verlängern. Sollte es am Anfang so überhaupt nicht klappen, erklärt eurem Kind, wohin ihr geht. Kündigt eurem Kind, an das ihr kurz auf die Toilette geht, oder etwas in der Küche machen müsst.

    Nicht zuviel auf einmal erwarten

    Ganz wichtig, wie bei allem in der Kindererziehung, ist es nicht zuviel zu erwarten. Im Alter von 1-3 Jahren ist es ganz normal das nicht Kinder nicht länger als 15-30 Minuten alleine und selbstständig spielen. Natürlich ist dies auch von Kind zu Kind unterschiedlich.

    Es gibt Kinder, die lieber für sich sind und sich ganz in ein spiel vertiefen können. Es gibt aber auch Kinder, die lieber in Gesellschaft spielen, oder sich eben schwer auf das Alleinspiel einlassen können.

    So oder so macht Übung den Meister und ihr als Eltern könnt euch zumindest eine kleine Auszeit gönnen, aber vor allem das Selbstwertgefühl eures Kindes stärken.

    Eure Nicole (Babytalk – Autorin)

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    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist:

    Beitragsfoto: Oksana Kuzmina / shutterstock
  • Danke Mama: Für eine wunderschöne Schwangerschaft

    Danke Mama: Für eine wunderschöne Schwangerschaft

    Guten Morgen und Danke Mama, es ist soooo schön meine Schwangerschaft mit Dir zu teilen.

    Ich kann es noch immer nicht fassen, dass Du mich nun schon fast 9 Monate lang in deinem Bauch getragen und dein Essen mit mir geteilt hast, obwohl Du selber immer wieder was „ausgekotzt“ hast. Aber so sagt man wohl nicht bei euch. Ihr nennt es wohl eine Schwangerschaftsübelkeit.

    Ich fand es meistens lecker, auch wenn ich die Kombination von Nutella auf Gurken ganz ehrlich überarbeitungswürdig finde. Da schmeckte mir das Stracciatella Eis mit alkoholfreiem Bier doch wesentlich besser. Also probiere bitte deinen Essensplan während der restlichen Zeit der Schwangerschaft noch mal zu überdenken.

    Und als ich immer größer und schwerer wurde, hast Du mir immer so schöne Musik vorgespielt und mich dabei in deinem Bauch geschaukelt. Ich fand übrigens das Lied „Que Sera, Sera“ am schönsten.

    Wenn mir die Beine gekribbelt haben und ich ganz doll gestrampelt habe, hast Du nicht geschimpft, sondern mir ganz liebevoll gesagt, wie sehr Du Dich freust, mich endlich in den Armen halten zu können. Auch dafür Danke Mama.

    Namenssuche in der Schwangerschaft

    Wenn Papa über deinen dicken Bauch streicht und ihr euch dann über meinen Namen unterhaltet, halte ich es kaum aus. Am liebsten würde ich direkt meinen Kopf herausstrecken und euch meine Meinung entgegen brüllen. Ihr könnt doch nicht ernsthaft überlegen mir den Namen Agneta zu verpassen.

    So sehr ich die Musik liebe, doch die Zeit, das Mädchen keusch in die Ehe gehen müssen, ist doch wohl erstmal vorbei. Oder wusstest Du nicht, dass er von rein, keusch abstammt?

    Ansonsten brauchst Du Dich nicht zu wundern, wenn ich Dich bei meiner Geburt mit dem „Arsch“ angucken werde. Doch das sagt man bei Euch ja auch nicht. Ich werde mein Bestes geben, meine Ausdrucksweise zu verbessern.

    Wie wäre es mit Mia, die widerspenstige, Gott liebende Schöne oder Mira, das Wunder bzw. der Diamant?

    Bitte schau Dir nicht immer die Fotos von mir an. Du brauchst Dir wegen meinem Aussehens wirklich keine Sorgen zu machen. Bei den Aufnahmen der Ultraschallfotos war ich einfach etwas indisponiert. Mir fehlt hier einfach eine schöner Spiegel und mein Nasenpuder.

    Danke Mama, Du bist einfach die Beste und ich verspreche Dir, auch heute in deiner Schwangerschaft wieder mein Bestes zu geben, Dich zum Strahlen zu bringen.

    Euere Mia 😉 (Babytalk – Charmeur)

    Beitragsfoto: Oksana Kuzmina / shutterstock
  • Junge oder Mädchen – Was soll es werden

    Junge oder Mädchen – Was soll es werden

    Junge oder Mädchen

    Wir dürfen euch unserer neue Autorin Katharina Müller-Sanke vorstellen. Katharina ist Journalistin und Zweifachmama, Gelassen-Nehmer und Achtsam-Erzieher, kreativ und ein bisschen chaotisch. Auf Kinderleute schreibt sie über starke Kinder und fröhliche Leute, über Themen die bewegen, berühren und oft auch zum Lachen bringen. Hier schreibt sie ihre Erfahrungen mit dem Geschlechterwunsch: Junge oder Mädchen.


    „Egal was es wird – Hauptsache gesund“ ist der Klassiker, den werdende Eltern hören und auch sagen, wenn es um das Geschlecht ihres Kindes geht. Dennoch werden die meisten von uns nicht verleugnen, dass ihnen ein Geschlecht schon näher wäre als ein anderes. Bei uns war das ein Junge.

    Wir hatten irgendwie mit einem Jungen gerechnet. Mit „Mädchenkram“ kann mein Mann nicht viel anfangen. Prinzessinnenkleidchen und vor allem Zickigkeit – das ist nicht sein Ding. Vermutlich hat es auch was mit Identifikation zu tun. Männer haben keine Ahnung von Mädchen, so empfand es mein Mann. Männer verstünden „Mädchen“ schon nicht, wenn sie erwachsen sind. Warum sollte es bei einer Tochter anders sein?

    Und dann ist es doch ein Mädchen geworden

    Erst war mein Mann total erschrocken als ich ihm davon erzählte, dass wir vermutlich ein Mädchen erwarteten. Er hatte vor seinem inneren Auge schon durchgespielt, wie er mit seinem Sohn zum Sport gehen, wie sie ringen würden, klettern und schnitzen. Nun verwischte ein rosa Tütü seine Vorstellung und er nahm Abschied.

     Egal ob Junge oder Mädchen, ein Abschied ist unausweichlich

    Ja, es ist ein Abschied. Solange wir nicht wissen, welches Geschlecht unser Baby hat, stellen wir uns tausend Situationen vor. Wir können uns das Leben in allen Farben ausmalen. Und dann, sobald wir wissen, welches Geschlecht das Kind hat, müssen wir uns auch von dem Geschlecht verabschieden, das das Kind nicht hat.

    Zu erfahren, dass man ein Mädchen bekommt, bedeutet auch, dass es kein Junge wird. Wird es ein Junge, so wird man das Mädchen in der eigenen Vorstellung nicht bekommen. Der traurige Aspekt im Schönen.

    Wie Mädchen wirklich sind

    Mädchen und Jungs sind gleichermaßen Kinder. Ja, es gibt Dinge, die sind typisch Jungs oder typisch Mädchen. Dennoch: In den wichtigen Dingen kommt es auf das Geschlecht nicht an. Die meisten Kinder lieben Dinge, die Papas mit ihnen machen: Im Dreck spielen und auf Bäume klettern zum Beispiel. Warum auch nicht?

    Und doch gibt es einen Unterschied: Die Erwartungen

    Junge oder Mädchen

    Wir haben mittlerweile eine Tochter und einen Sohn. Einen Unterschied in der Zuneigung oder Verbundenheit gibt es nicht. Und doch ist es anders: Dadurch, dass mein Mann keine Erwartungen an unsere Tochter hatte, ist ihre Beziehung unbeschwert. Sie kann machen was sie will: Ich glaube nicht, dass es etwas gibt, worin sie ihn enttäuschen könnte.

    Ist das bei Jungs auch so? Was ist, wenn ein Sohn so ganz anders wird als ein Vater ihn sich vorher vorgestellt hat? Ist der Druck auf Jungs da größer? Und ist der Druck von mir auf meine Tochter größer als auf meinen Sohn, weil ich mich in ihr wieder sehe?

    Wir haben uns diesen Unterschied bewusst gemacht. Und wollen natürlich beiden Kindern gegenüber frei von Erwartungen sein. Doch stecken die Erwartungen an ein „mini me“ vielleicht tief in uns drin? Und: und Können wir uns nicht wehren? Wir sollten zumindest versuchen uns davon freizumachen.

    Ich darf Khalil Gibran zitieren. „ Eure Kinder sind nicht Eure Kinder. Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst …. Ihr seid die Bogen von denen Eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden ….“ Und so kann uns das Geschlecht eigentlich egal sein. Wir begleiten unsere Kinder ins Leben. Aus unseren Kindern werden wunderbare Erwachsene. Und das ist alles was zählt.

    Eure Katharina (Babytalk – Autorin)

    Einen ähnlichen Beitrag hat unsere Autorin Yasmin Neese (DieRabenmutti) geschrieben „Die Crux bei der Geschlechterbestimmung mittels Ultraschall„. Schaut doch mal rein.

    Beitragsfoto: Veronika Galkina / shutterstock
    Foto 2: Maria Sbytova / shutterstock
    Foto 3: Olga Gorchichko / shutterstock
  • Meine Zeugung: Danke Mama: Schön, dass ich Dich gefunden habe

    Meine Zeugung: Danke Mama: Schön, dass ich Dich gefunden habe

    Danke Mama, auch wenn ich mich nicht mehr genau an meine Zeugung erinnern kann, da warst Du und Papa mir einfach zu wild und zu laut. Doch ich weiß noch genau, wie es war, als ich im Himmel den Elternkatalog durchforstet habe, um mir meine neuen Eltern auszusuchen.

    Du glaubst gar nicht, was für schräge potentielle Mamas und Papas darin zu finden waren. Egal. Irgendwann habe ich Dich ja doch gefunden.

    Bei Papa war ich mir lange etwas unsicher, da du ihn zu diesem Zeitpunkt ja noch gar nicht kanntest. Und so konnte ich mir Papa im Katalog leider noch nicht ansehen. Nicht mal ein Foto von ihm war dort zu finden. Glücklicherweise hast Du ihn ja dann kurze Zeit danach auf der Hochzeit deiner großen Schwester kennengelernt.

    Das Du dann aber gleich mit ihm in die Kiste springst, hätte ich nicht gedacht. Doch ich will mich nicht beschweren, immerhin hat es ja auch gleich beim ersten Mal mit meiner Zeugung geklappt.

    Die Suche nach meine Erzeuger im Elternkatalog

    Nach dem, was ich da für Männer im Katalog gesehen habe, hätten wir beide es allerdings auch wesentlich schlechter treffen können.

    Mittlerweile finde ich seine brummige Art auch gar nicht mehr so beängstigend und finde sie manchmal sogar echt lustig.

    Nur verstehe ich nicht, dass er dann mit Dir auch immer dicker wurde. So wie ich Euch verstanden habe, ist in seinem Bauch aber kein kleiner Bruder für mich drin, oder? Wenn ja müsste ich mir deine prallen Brüste mit ihm teilen.

    Ansonsten brauchst Du dir wegen seines Bauches keine Sorgen zu machen. Warte mal ab, bis ich geboren bin und laufen kann, dann kriegen wir das schon wieder hin. Werde ihn auf Trapp halten.

    Ich verspreche Dir heute wieder mein Bestes zu geben, Dir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

    Ps. Danke Papa, dass du mich gezeugt hast.

    Euer Finn (Babytalk – Charmeur)

    Beitragsfoto: Evgeny Atamanenko / shutterstock
  • Fingerspiele – Wichtig für die Entwicklung des Kindes

    Fingerspiele – Wichtig für die Entwicklung des Kindes

    Fingerspiele – In den ersten Lebenstagen liegen Babys die meiste Zeit auf Mamas Bauch und genießen den Babyplüsch, der sie umgibt. Wärme, Sicherheit und Essen – mehr als diese Geborgenheit brauchen Babys nicht.

    Allerdings legen sie schnell an Gewicht zu, fangen an das Köpfchen zu heben und ihre Umgebung mehr wahrzunehmen. Da ist es an der Zeit mit dem Baby liebevoll zu interagieren und damit auch all seine Sinne zu aktivieren und spielerisch zu fördern.

    Wir haben schon in der ersten Lebenswoche damit begonnen Fingerspiele in den Alltag zu integrieren. Zusammen mit Inke Hummel – Elterncoach für bindungsorientierte Eltern und Bloggerin ´Bindungs(t)räume` – möchte ich euch erklären, warum sie so wichtig für die Entwicklung eurer Babys sind.


    Warum Fingerspiele so wichtig sind

    In erster Linie macht es den Kleinen unglaublichen Spaß! Ich merke das immer, wenn ich die Melodie zu „Kleine Schnecke“ anstimme. Selbst, wenn mein Baby zuvor etwas angespannt war, ziehen sich automatisch ihre Mundwinkel hoch und sie beginnt zu lächeln.

    Das zeigt auch, dass sich Babys das Fingerspiel und die Melodien merken und wiedererkennen! Um dieses „Wiedererkennen“ zu verstärken, ist es notwendig, die Fingerspiele direkt zu wiederholen. Wir spielen alle Spiele mindestens zweimal – wie auch in unserem Pekipkurs.

    Aber es gibt weitere Vorteile: Fingerspiele fördern die Motorik der Hände, die Konzentration und auch die Sprachentwicklung – denn sie werden stets von einem Sprechgesang oder Reime begleitet.

    Welchen Vorteil bieten Fingerspiele

    Wir Eltern sind für die Babys das wichtigste Spielzeug. Natürlich sind Seh-, Hör- und Fühlerfahrungen mit Gegenständen auch wichtig, um verschiedene Anregungen zu bekommen, aber Mütter und Väter bleiben mit ihrem Geruch, ihren Stimmen und ihrem Aussehen und Tun die sicheren Häfen.

    Beim Fingerspiel wenden wir uns den Kindern bewusst zu, sind einander ganz nah und können sofort auf die Signale des Kindes reagieren. Und so beispielsweise das Tempo verändern, wenn die Augen noch nicht mitkommen, eine andere Melodie wählen oder stets die gleiche wiederholen, wenn sich das Baby offensichtlich wohl fühlt.

    Wir lernen unsere Kinder dabei auch immer besser kennen, weil wir beobachten können, in welchem Abstand sie schon gut sehen können und wie stark ihre Muskeln schon sind. Und wie ihnen ihre Bewegungsabläufe gelingen, wenn sie unseren Fingern folgen oder gar danach greifen und sich zu ihnen drehen.

    „Wir Eltern sind für die Babys das wichtigste Spielzeug.“

    Fingerspiele ganz einfach in den Alltag integrieren

    Wenn etwas bei mir nicht funktioniert, dann ist es „auf Kommando fröhlich sein“. Ähnlich sieht es auch bei Babys aus. Sie wollen nicht auf Kommando spielen. Demnach sollte man die Fingerspiele von deren Stimmung abhängig machen.

    Unser Baby hat morgens, nach dem Aufwachen meistens sehr gute Laune. Daher habe ich es mir zum Ritual gemacht direkt nach dem Windeln wechseln mit ihr zu spielen. Ich lasse dann die Hose direkt aus und den Body offen, damit wir Hautkontakthaben können.

    Das mögen Babys nämlich besonders gern. Da ich mit dem Windeln wechseln meistens ein oder zwei Spiele verbinde, spiele ich so automatisch mehrmals am Tag mit ihr. Vor allem die zehn Zappelmänner stehen da hoch im Kurs!

    Auch Inke empfiehlt das Spielen während des Wickelns, wenn es gut passt. Generell kommt es natürlich immer auf das Baby an:

    Inke: Jedes Kind, jede Familie, jeder Tagesablauf ist anders. Aber man kann Rituale mit Fingerspielen erschaffen, beispielsweise auf dem Schoß zum morgendlichen Erwachen, beim Wickeln, um das Kind eine Weile auf dem Wickeltisch mit nacktem Po zu beschäftigen, der Haut Luft zu gönnen und sich ihm bewusst zuzuwenden, oder einfach im Tagesablauf, auf unseren Beinen oder der Krabbeldecke.

    Je nach Wachheit oder Müdigkeit, kann ein Fingerspiel anregend oder auch entspannend wirken und beruhigen. Oder gar helfen in den Schlaf zu finden. Ich rate zum Ausprobieren und eigene Rituale finden – guten Gewissens mehrfach am Tag.

    Auch große Geschwister oder andere Bezugspersonen können diese recht leicht übernehmen und so eine enge Bindung aufbauen.

    “ Je nach Wachheit oder Müdigkeit, kann ein Fingerspiel anregend oder auch entspannend wirken und beruhigen oder gar beim Finden in den Schlaf helfen.“

    Unsere Top 10 Fingerspiele

    Interessant ist, dass unser Baby scheinbar je nach Person andere Spiele präferiert. Mit ihrer großen Schwester spielt sie am liebsten „Backe, backe Kuchen“. Mit mir „Die kleine Schnecke“ und mit ihrem Papa die Zappelmänner.

    Also probiert gern mal verschiedene Fingerspiele mit unterschiedlichen Personen aus. Hier ist die Top 10 Liste meiner beliebtesten Fingerspiele, die man ausprobieren könnte:

    1. Die kleine Schnecke
    2. Zehn kleine Zappelmänner
    3. Die Maus hat rote Socken an
    4. Guten morgen liebe Füßchen
    5. Daumenspiel
    6. Himpelchen und Pimpelchen
    7. Familie Maus
    8. Der Bär aus Konstanz
    9. In unserem Häuschen gibt’s viele Mäuschen
    10. Backe, backe Kuchen

    Worauf es beim Fingerspielen ankommt

    Mit zunehmenden Alter integrieren wir immer mehr Spiele in den Alltag. Auch kleine Massagen und Hops-Spielchen (ganz klassisch: Hoppereiter) gehören hier zum Tagesablauf dazu. Schon von Anfang an haben wir dazu unsere große Tochter in den Baby-Alltag integriert.

    Große Schwester spielt mit ihrem kleinen Geschwisterchen

    Die auch immer wieder gern für ihre Schwester singt und mit ihr spielt. Je älter ihre kleine Schwester wird, desto mehr kann sie/wir mit ihr machen. Das ist unglaublich toll und sorgt für eine Menge Spaß!

    Habt ihr jetzt Lust bekommen zu spielen? Dann fangt einfach an. Das praktische an den Fingerspielen ist, dass ihr nichts weiter braucht, als euren eigenen Körper und eure Stimme. Das habt ihr zum Glück immer mit dabei.

    Beachtet dabei bitte diese Punkte:

    Worauf es beim Fingerspielen ankommt

    • Fingerspiel immer wiederholen
    • Gern den Hautkontakt fördern und nackt mit den Babys spielen
    • Nur spielen, wenn das Baby sich im Moment dafür aufgeschlossen zeigt
    • Auf die Signale des Babys achten und gegebenenfalls auch abbrechen
    • Nicht zu viele neue Spiele auf einmal einführen

    Lieben Dank an Dich Inke, für dein fachliches Know-How und deine Zeit!

    Eure Yasmin (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Syda Productions / shutterstock
    Foto 2: KIRYAKOVA ANNA / shutterstock
  • Mein Kind spricht nicht – Was tun?

    Mein Kind spricht nicht – Was tun?

    Hilfe, mein Kind spricht nicht. Viele Eltern kennen das, man sehnt sich so sehr nach den ersten Worten von seinem Kind. Ein erstes Brabbeln und natürlich das magische erste Wort. Egal ob es Mama oder Papa ist. Das erste Wort wird zelebriert und gefeiert.

    Dies ist der nächste große Entwicklungsschritt vom Baby zum Kleinkind. Die meisten Kinder bilden ihre ersten Wörter ab einem Alter von ungefähr einem Jahr. Im Alter von eineinhalb bis zwei Jahren erweitert sich der Wortschatz, dann sehr schnell. Mit drei Jahren liegt er häufig zwischen 300 und 500 Wörter.

    Zwischen dem 18. und 30. Monat lernen die Kleinen oft bis zu zehn Wörter und mehr am Tag zu verstehen. Am Ende dieser Zeitspanne beginnen die Kinder bereits die ersten kleinen Sätze aus 2 bis 3 Wörtern wie selbstverständlich zu bilden.

    Natürlich hat jedes Kind dabei seine eigene Geschwindigkeit. Genauso wie beim Laufen, krabbeln oder sauber werden und so sind manche Kinder schneller oder langsamer. Daher ist Geduld gefragt. Denn bis zu einem Alter von 2 Jahren braucht man sich noch gar keine Sorgen machen, dass etwas nicht stimmt.

    Das Kind spricht nicht, wann sollte man handeln?

    Grundsätzlich sollten alle Eltern auf ihr Bauchgefühl hören. Habt ihr das Gefühl, es ist alles noch im Rahmen oder es ist in Ordnung so, gibt es erstmal keinen Grund zur Sorge.

    Spätestens beim Eintritt in die Kita oder den Kindergarten haben auch Erzieher ein Auge darauf und werden euch ggf. eine Empfehlung zur Vorstellung bei einem Arzt geben.

    Bei unserer Tochter war es damals so, dass wir recht schnell gemerkt haben, dass ihre Altersgenossen, sprachlich sehr viel weiter sind.

    Da sie unser erstes Kind war und wir wussten, dass alle Kinder sich unterschiedlich schnell entwickeln, haben wir uns erstmal keine großen Sorgen gemacht. Denn der Hörtest beim Arzt war stets unauffällig und wir wussten auch das sie gut hören kann, da sie auf Fragen richtig reagierte.

    Im Alter von 2 Jahren sind wir dann doch mal zu einem Arzt, aber auch dieser beruhigte uns und sagte, dass jedes Kind, sollte keine körperliche Störung vorliegen, irgendwann das Sprechen anfangen würde. Unsere Tochter sprach bis zu dieser Zeit, nur wenige Wörter.

    Er sagte uns, dass es eben diese „Late Talker“, also Kinder die spät das sprechen beginnen, gibt und dies kein Grund zur Sorge ist. Denn körperlich war alles in Ordnung.

    Er sagte uns, dass Kinder mit dieser Diagnose, bis zum dritten Lebensjahr, diesen Rückstand zu anderen Altersgenossen normalerweise aufgeholt haben.

    Trotzdem ist es sinnvoll euch beraten zu lassen, wenn euer Kind mit zwei Jahren noch nicht spricht.

    Was gibt es für Ursachen?

    Wenn euer Kind nicht spricht, kann das unzählige Ursachen haben. Dabei spielt natürlich auch immer das Alter eine große Rolle. Denn die Sprachentwicklung verläuft in verschiedenen Stufen und ist Alters abhängig. Mögliche Ursachen, warum euer Kind nicht spricht, sind:

    • LATE TALKER, der Sprachbeginn erfolgt hier später, normalisiert sich dann aber recht schnell, sobald das Kind erstmal zu sprechen beginnt.
    • Hörschädigung bzw. Gehörlosigkeit, dies kann nur ein Arzt überprüfen. Der erste Hörtest erfolgt schon kurz nach der Geburt, sodass diese Ursache relativ früh erkannt werden kann. Eine Untersuchung beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt ist daher sehr wichtig.
    • Sprachentwicklungsstörung: Wenn euer Kind nicht spricht, kann auch eine Sprachentwicklungsstörung der Grund dafür sein. Falls es Anzeichen dazu gibt, bespricht dies am besten mit eurem Kinderarzt.
    • Angeborene Stummheit, dies kann auf einem genetischen Defekt zurückzuführen sein. Die Stummheit ist auf eine Schädigung im Gehirn zurückzuführen, bei der das ansonsten normal entwickelte und intelligente Kind nicht spricht, weil es seine Sprechorgane nicht steuern kann.
    • Mutismus, wenn euer Kind unter Mutismus leidet, dann spricht es aufgrund von psychischen Ursachen nicht. Dies ist auch die Ursache für die Stummheit unserer Tochter.

    Behandlungsmöglichkeiten, wenn das Kind nicht spricht

    Wenn die eigentliche Ursache für die Stummheit eures Kindes geklärt ist, dann kann die passende Therapie beginnen. Diese übernimmt entweder ein Logopäde, ein Sprachheilpädagoge oder ein Psychologe.

    Je nach Ursache gibt es wirklich gute Heilungs- und Genesungschancen. Denn Kinder können, mit der richtigen Hilfe, ganz viel aufarbeiten und kompensieren. Außerdem könnt ihr als Eltern eurem Kind helfen, aktiver Sprechen zu lernen.

    Denn oft, wenn so eine Sprachstörung vorliegt, übernehmen die Eltern das Sprechen für das Kind. Die Eltern dienen somit als Sprachrohr und das Kind „muss“ gar nicht sprechen. Auch wir haben diesen Fehler gemacht.

    Ich habe mich oft dabei ertappt, dass wenn jemand nach dem Namen meiner Tochter gefragt hat, ich automatisch geantwortet habe. Einfach weil ich wusste, dass sie nicht antworten wird.

    Dies war natürlich nicht richtig, denn heute antwortet sie ganz selbstverständlich. Einfach weil wir es nicht mehr für sie tun. Dies sind so kleine Übungen, die viel bewirken können.

    Denn wenn ein Kind „gezwungen“ ist zu sprechen, überwindet es sich meistens doch. Genauso verhält es sich, wenn euer Kind etwas möchte. Lasst ihm etwas Zeit, um zu formulieren, was es genau möchte, beispielsweise: Apfel, Milch etc.

    Nur kleine Wörter, keine Sätze. Aber auch euer Kind wird dieses Erfolgserlebnis positiv verknüpfen und merken, dass es leichter etwas bekommt, wenn es die Dinge benennt.

    Dies erfordert natürlich Ausdauer und viel Geduld. Aber es lohnt sich. Abschließend kann ich nur sagen, hört immer auf euer Bauchgefühl, lasst euch nicht verunsichern. Denn wir als Eltern spüren am Stärksten, ob etwas nicht stimmt.

    Eure Nicole (Babytalk – Autorin)

    Unter dem Link Knetfeder Kleinkindpädagogik findet ihr nähere Hinweise zur Sprachentwicklung von Kindern (Hinweis der Redaktion).

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