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  • Osteopathie beim Baby – Geburtsberichte einer Mutter

    Osteopathie beim Baby – Geburtsberichte einer Mutter

    Osteopathie beim Baby: Im folgenden Beitrag berichtet eine Leserin von ihren komplikationsreichen Schwangerschaften und Geburten und wie ihren Kindern Osteopathie Behandlungen halfen.

    Die Geburt meiner Tochter

    Meine  Tochter wurde im Oktober 2013 bei 40+6 per Kaiserschntt geholt. Warum? Makrosomie und Verdacht auf einen Wasserkopf. Zudem hatte ich noch eine schwere Symphysenlockerung und eine Stauniere.

    Die Geburt wurde montags eingeleitet, doch es haben sich keine wehen gebildet. So wurde der KS Termin für Donnerstagmorgen geplant.

    Mittwochnachmittags fingen die Wehen dann aber an und man hat den KS auf Mittwoch vorverlegt bzw. der Arzt kam um 16:30 und meinte sofort in den OP .

    Um 17:07 kam meine Tochter mit 4380g, 56 cm und 37,5 cm Kopfumfang auf die Welt. Ein Wasserkopf wurde nicht bestätigt.

    Circa um die 6. Lebenswoche meiner Tochter wurde festgestellt, dass sie sich kaum bewegt und den Kopf nur auf der linken Seite abliegt. (Dies kann ein Hinweis auf das KISS-SYNDROM sein, Hinweis der Redaktion.) Meine Hebamme meinte dann, wir sollten Mal einen Osteopathen aufsuchen.

    Haben wir dann auch sofort gemacht. Eine Sitzung und das Kind konnte sich bewegen und den Kopf endlich drehen. Seit dem war sie wie ausgewechselt, fing an neugierig zu werden und zu reagieren, wenn wir sie angesprochen haben.

    Die Geburt meines Sohnes

    Mein Sohn wurde im Mai 2018 per eilige Sectio in der 34+2 Schwangerschaftswoche geholt. Geplant war dieser KS allerdering bei 38+1 wegen meinem Geburtstrauma im letzten Jahr (Zwillingstotgeburt in der 23+4. aufgrund eines Fetofetales Transfusionsyndrom.

    (Abgekürzt FFTS, Synonym Zwillings-Syndrom; englisch twin-to-twin transfusion syndrome, ist eine vergleichsweise seltene, aber in ihren Auswirkungen in der Regel sehr schwerwiegende Durchblutungs- und Ernährungsstörung von eineiigen Zwillingen.

    Sie tritt speziell bei Schwangerschaften mit eineiigen Zwillingen auf, die sich einen Mutterkuchen (Plazenta) teilen. Hinweis der Redaktion, Quelle). 

    Dies war einer der Gründe, warum mein Sohn so früh geholt wurde.

    Der Grund warum mein Sohn in der 34+2 geholt wurde, war eine angehende Plazentaablösung und ein Fetomaternales Transfusionsyndrom (FMT).

    (Blutübertritt vom Fetus in den Kreislauf der Mutter; meist infolge Verletzung der Blutkapillaren der Mutterkuchenzotten (z.B. bei Placenta praevia, anlässlich geburtshilflicher operativer Eingriffe, bei vorzeitiger Plazentalösung; kann zu einer lebensgefährlichen Anämie des Kindes führen, aber auch zur Sensibilisierung der Mutter i.S. einer Rhesus-Inkompatibilität, Hinweis der Redaktion, Quelle.)

    Mein Sohn wurde mit 3260g, 49cm und 34,5 cm Kopfumfang um 22:10 geboren.

    12 Tage auf der Intensivstation

    Er lag anschließend 12 Tage wegen Blutarmut (HB von 5), eingefallener Lunge und Bildung eines Stresshormones (welches zu Organversagen führen kann) auf der Intensivstation.

    Er wurde 48 Stunden mit Morphin „stillgelegt“ und wir mussten bangen, dass er es überlebt und nicht zu seinen Brüdern geht. Gott sei Dank hat er sich super gemacht und ist jetzt 10 Wochen alt.

    Wir haben relativ schnell fest gestellt, dass er auch nur zu einer Seite guckt, diesmal nach links, dadurch hatte sich auch schon sein Kopf verformt. Er konnte die Arme nicht an den Körper anlegen und hatte die Beinchen immer am Körper angezogen. Sie waren auch alle sehr steif, was man beim Umziehen immer wieder merkte.

    Er überstreckt sich enorm. Teilweise fand er nicht mehr in den geraden Zustand zurück, so dass ich ihn beruhigen und helfen musste. Er war nachts sehr unruhig, weinte sobald man ihn ablegte und war ruhig, sobald ich ihn auf dem Arm hatte.

    Er spuckte sehr viel, ist aber kein Speikind. Dafür kam alles sehr viel später nach dem Trinken wieder hoch und lief einfach nur raus.

    Osteopathie bei Säuglingen - Die 5 häufigsten Gründe mit Säuglingen zu einem Osteopathen zu gehen

    Osteopathie beim Baby – Besuch beim Osteopathen

    Die Behandlungsmöglichenkeiten sind vielfältig und nach einer Geburt „immer“ sinnvoll, da die Kräfte, die auf den Körper der Mutter und des Babys  einwirken extrem sind.

    In der 8. Lebenswoche waren wir auf Anraten von seinem Kinderarzt bei einem Osteopathen. Mein Sohn hatte diverse Dornfortsätze ausgerenkt, durch das schnelle rausheben beim Kaiserschnitt.

    Zudem hatte er ein verdicktes Zwerchfell, was auf seinen Magen drückte und Sodbrennen auslöste. Daher kam sein Schreien im Liegen.

    Einer seine Dornfortsätze war direkt in der Mitte der Wirbelsäule verschoben, wodurch er seine Ärmchen und Beinchen nicht frei bewegen konnte.

    Dieser klappte ihn quasi einmal in der Mitte zusammen. Beim Einrenken stöhnte er auf und seine Arme und Beine fielen an den Seiten „runter“.

    Verbessert durch den Besuch hat sich auch sein Verhalten. Er schläft auch Mal im Laufstall, trinkt besser, stößt auf ohne zu spucken und ohne es später Retour zu geben.

    Er hat nun auch regelmäßig Stuhlgang, bewegt seine Arme und Beine, und Überstreckt sich nicht mehr so arg. Ende September haben wir noch einen Termin. Ich kann nur jeder Mutter „Osteopathie beim Baby“ empfehlen.

    Meine Empfehlung an KS Mütter

    Ich kann jeder KS Mutter nur dazu raten, selber mindestens einmal einen Osteopathen aufzusuchen.

    Während und nach den Schwangerschaften war ich jeweils einmal da. Und mindestens einmal habe ich ihm die Kinder vorgestellt.

    Mein Sohn hat so schrecklich geschrien, dass mir ganz mulmig war. Was ja eigentlich auch klar war. Er hatte Schmerzen, seit dem Termin nur noch „Gemecker“ bei Hunger oder wenn ein Pups quer saß.

    Ich bereue beide Kaiserschnitte absolut nicht. Erstens, weil mir der erste ein gesundes Kind und zweitens der nachfolgende ein lebendes Kind geschenkt hat.

    Glücklicherweise stelle ich mir auch nie vor, wie man mir die Kinder aus dem Körper zerrte oder ich irgendwas verpasst habe.

    Die Geburt ist bzw. war für mich nur ein relativ kleines Erlebnis, was ich mit meinen Kindern hatte. Für mich zählt es, sie aufwachsen zu sehen, nicht wie sie zur Welt kamen.

    Ich würde alle Geburten wieder so machen, auch die Zwillinge auf natürlichem Weg.

    Eine Babytalk-Leserin

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  • Der erste Geburtstag deines Babys mit Tipps zur Gestaltung

    Der erste Geburtstag deines Babys mit Tipps zur Gestaltung

    Der erste Geburtstag

    Was, das Baby wird eins? Nach einem besonders intensiv erlebten ersten Lebensjahr ist plötzlich schon der erste Geburtstag da. Viele junge Eltern können es gar nicht fassen, wie schnell ihr kleiner Liebling wächst.

    Die zahlreichen Entwicklungsschritte, die das Kind im ersten Jahr durchlebt, begleiten sie auch noch über die große Eins hinaus, die jetzt auf dem ersten Kuchen prangen soll. Noch zählt man auch weiterhin das Alter in Monaten.

    Nachdem die Monate irgendwann das Zählen in Wochen abgelöst haben, beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. Doch bis nur noch in Jahren gezählt wird, vergeht noch ganz schön viel Zeit.

    Doch der erste Geburtstag des Nachwuchs ist, zugegeben, schon etwas ganz Besonderes. Aber wie ihn denn nun feierlich begehen, wie ihn gebührend würdigen?

    Für eine große Kinderparty ist so ein Baby noch viel zu klein. Davon hat es selbst doch gar nichts – erinnern wird es sich später einmal auch nicht mehr daran. Alle vernünftigen Eltern wissen das. Und doch, die Freude überwiegt so sehr, dass dies doch wirklich ein Anlass zum Feiern ist, wenn auch erst einmal nur für die Großen.

    Wenn einem diese Tatsache bewusst ist, geht auch nichts schief. Das Geburtstagskind  sollte weder durch aufwendige und stressige Party-Vorbereitungen aus seinem gewohnten Rhythmus gerissen werden noch sollte ihn die Feier selbst mit zu viel Reizen überfluten.

    Partygäste

    Der erste Geburtstag, wen sollen wir einladen?

    Daher sollten sich Eltern genau überlegen, wieviele Menschen sie einladen wollen. Weniger ist mehr, heißt die Devise beim ersten Geburtstag. Natürlich gehören Oma und Opa und/oder andere enge Verwandte unbedingt zum Kreis der Partygäste. Ebenso gut können natürlich andere enge Freunde oder Bezugspersonen wichtig sein.

    Dem Baby vertraute Personen bringen es auch nicht so durcheinander als viele Fremde, die es gar nicht kennt. Fremde Menschen sollten unbedingt zu einem anderen Termin zur „Babyschau“ eingeladen werden.

    Dennoch, auch zu viele vertraute Personen auf einen Schlag können einem kleinen Menschen schnell zu viel werden. Das Kind schaut hin und her und ein guter Beobachter glaubt förmlich zu sehen, wie die Synapsen im kleinen Gehirn schalten.

    Große Vielfalt bewirkt viel, oft zu viel auf einmal. Schreien, weinen und unruhige Nächte sind dann häufig die Folge des ersten Geburtstag. Aber gut, immer kann man die Reizüberflutung wohl nicht vermeiden. Um sie zu lindern, könnten die Besucher zu verschiedenen Uhrzeiten eingeladen werden.

    Hört sich vielleicht zunächst ungewohnt an, ergibt aber viel Zeit und Aufmerksamkeit für jeden einzelnen Gast. Dabei ist es gut, die gewohnten Schlafenszeiten des kleinen Geburtstagskinds zu berücksichtigen.

    Passende Geschenke

    Der erste Geburtstag, was sollen wir unserem liebsten Schatz schenken?

    Viele Eltern grübeln über sinnvolle Geschenke zum ersten Geburtstag. Viele kaufen das erste Bobby Car, ein Laufrad oder ein Dreirad. Klassiker sind ebenso Schaukeltiere, Kugelbahnen, Bauklötze oder eine Holzeisenbahn.

    Aber ganz ehrlich, so richtig viel Spielzeug brauchen Einjährige noch nicht, oder? Klar, Türme aus Bausteinen umschmeißen, muss unbedingt sein. Und der Papa spielt mit der Eisenbahn; Junior guckt mit großen Augen zu und schubst den Zug um, wenn er vorbeifahrt. Und mit einem Dreirad kann ein Einjähriger auch noch nicht so viel anfangen.

    Motorisch geschickte Kinder können jetzt aber bald mit einem Rutschauto wie Bobby Car los starten. Welches Geschenk sinnvoll wäre, kommt also zum einen auf die individuelle Entwicklungsstufe an, in der sich das Einjährige gerade befindet. Zum anderen hängt viel davon ab, was sich denn schon so alles im Haus angesammelt hat.

    Steht der Fuhrpark noch vom Geschwisterkind vor der Tür oder haben die Großeltern bereits zur Geburt den halben Spielwarenladen leer gekauft, fallen diese klassischen Geschenkideen alle aus.

    Und jetzt immer höher zu klettern in der Spielzeugleiter und dem Einjährigen einen ferngesteuerten Jeep zu schenken, ist völliger Quatsch. Außer natürlich, es gibt Erwachsene, die sich da eigentlich insgeheim was selber schenken.

    Auch erlaubt, doch dann sollte man sich das auch eingestehen. Der Nachwuchs hat bestimmt Freude beim Zugucken. Auch die Holzeisenbahn kann er frühestens mit drei Jahren bedienen.

    Also was dann zum Geburtstag?

    In diesem Alter beginnen die Kinder ihre Umwelt mit allen Sinnen zu erleben. Immer mehr nehmen sie von ihrer Umgebung wahr. Sie haben große Freude bei der Mama in der Küche zu sitzen, selber etwas zu rühren, die Welt der Musik und Klänge zu entdecken und Abenteuer im Garten zu erleben.

    Dennoch dürfen sie vieles noch nicht haben: Kleine Teile, die sie in den Mund stecken können, sind absolut tabu. Doch wie wäre es mit einer Matschküche im Garten oder einer Spielküche für drinnen?

    Das ist eine schöne Investition, die in den nächsten Jahren mit immer neuen Lebensmitteln aus Holz und Stoff ausgestattet werden kann. Vorerst genügen ein paar Schüsseln und Kochlöffel zum Klappern und Rühren.

    Wer sagt, das ist total übertrieben zum ersten Geburtstag, hat auch irgendwie recht. Wie wäre es dann mit einem Klangspiel für die Terrasse? Es ist so faszinierend, wie ein Baby die Ohren spitzt und den zarten Klängen lauscht, die der Wind spielt. Auch Klanghölzer, Rasseln oder ein Xylophon sind tolle Investitionen, welche die Kinder auf ihre Art benutzen können und lange Freude daran haben.

    Weitere extrem tolle Spielzeuge aus Holz sind Schiebeautos, Bagger und Krane, Tierfiguren und Sortierspiele, bei dem etwa gleiche Körper in gleiche Löcher gesteckt werden müssen.

    Unbehandeltes Holz ist das beste Material in diesem Alter,denn was Plastik und Lack so alles für Inhaltsstoffe beinhalten, das sollte sich kein Einjähriger in den Mund stecken, zudem fühlt es sich haptisch auch nicht so spannend an. Auch eine Motorikschlaufe ist ein Must Have und wertvolles Lieblingsspielzeug.

    Hier sind schon einige Tipps für Geburtstagsgäste dabei. Die sollten sich überlegen, dass sie in erster Linie die Eltern des Kindes beschenken. Denn obwohl kleine Kinder raschelndes Geschenkpapier gern aufreißen, nehmen sie ihre Geschenke noch nicht wirklich wahr.

    Und so dürfen es durchaus auch sinnvolle Geschenke dabei sein, wie etwas Neues zum Anziehen oder lederne Lauflernschuhe, die die Eltern dann nicht mehr kaufen müssen.

    Was für einen Kuchen backen?

    erste Geburtstag - Geburtstagskuchen mit einer eins drauf

    Der erste Geburtstag, was solle wir auftischen, dass auch das Geburtstagskind etwas davon hat?

    Wie wäre es mit babygerechten Partysnacks? Wäre ja sonst gemein, wenn die Hauptperson heute zusehen muss. Zuerst einmal gehört natürlich ein Geburtstagskuchen dazu, am besten selbst gebacken. Das hat den Vorteil, das der Zuckergehalt des Kuchens dosiert werden kann.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es vollauf genügt, die Hälfte des in Rezepten angegebenen Zuckers zu verwenden. Wenn Kinder von klein auf nicht mit Zucker überfüttert werden, empfinden ihre Geschmacksknospen auch eine viel geringere Menge Zucker schon als süß.

    Statt Kristallzucker eignet sich der kalorienarme und für die Zähne sehr gesunde Birkenzucker. Auch Süßungsmittel wie Agavensirup oder Kokosblütenzucker sind gute Alternativen zum Rübenzucker.

    Am besten sind trockene Rührkuchen, die selbstverständlich alle mit pflanzlicher „Milch“ statt mit Kuhmilch gebacken werden können. Damit der Kuchen nicht allzu bröselig gerät, sind Varianten mit Bananen- oder Apfel-Mangomus empfehlenswert.

    Zur Verzierung eignen sich kleine bunte Zuckerstreusel, bei denen keine Erstickungsgefahr durch Verschlucken besteht wie etwa bei den größeren Zuckerperlen. Mehr Aufwand ist nicht nötig. Dem Baby wird sein Kuchen schmecken und seine erste Kerze wunderbar leuchten.

    Weitere Snacks sind alles, was das Kleinkind zu diesem Zeitpunkt schon gerne ist, wie frisches Obst und Gemüse, Avocado und Brezel. Jeder kennt wahrscheinlich die Lieblingshappen seines Babys selbst am Besten.

    Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß beim ersten Geburtstag eures Kindes wünscht Euch

    Eure Verena Mami rocks (Babytalk-Autorin)

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  • Babyschlaf – Mein Kind schläft nicht ein

    Babyschlaf – Mein Kind schläft nicht ein

    Tipps zum sanften Ein- und Durchschlafen

    Kinderschlaf – So viele junge Mamas haben Augenringe und gähnen unentwegt. Wie gut kann ich sie verstehen, auch mein Sohn hat ewig gebraucht, bis er gelernt hatte durchzuschlafen. Wie sollte er denn einschlafen, wenn sein Kopf sich dreht von all dem Neuen, das er gerade erlebt hat, die Gedanken rattern und die Comicfiguren aus dem Zeichentrickfilm munter vor seinem inneren Auge auf und abhüpfen?

    Kein Wunder, dass er da jeden Abend vor dem Einschlafen fünf, sechs mal sein Bett verlässt und zu Mama und Papa marschiert? Die sind ja schließlich auch noch wach, warum muss ich denn schlafen?

    Egal ob Baby oder Kleinkind – fiese Schlafprogramme à la Ferbern mit Kinder schreien lassen, damit sie das Einschlafen alleine hinkriegen und ähnlichem sind gefährlich, schaden mehr, als dass sie nützen und brauchen übernächtigte Mütter in keiner Entwicklungsphase.

    Eine liebevolle Einschlafbegleitung bringt zärtliche Kuschelstunden mit sich, und unzählige wunderbare Momente für Eltern und Kinder. Das Gefühl von Geborgenheit ist es, was nicht nur Kinder sicher und zufrieden einschlafen lässt – egal wie alt sie sind.

    Kinderschlaf im Familienbett oder eigenes Zimmer

    Es gibt kein Patentrezept für acht Stunden Babyschlaf am Stück. Wenn wieder eine Mutter sagt: „Meine schläft ja schon seit Wochen durch!“, heißt das womöglich nichts anderes, als dass sie ihr Baby um Mitternacht zuletzt gestillt hat und dieses dann erst wieder gegen sechs Uhr morgens aufgewacht ist.

    Ab sechs Stunden redet man bei Säuglingen nämlich von Durchschlafen. Natürlich passt es viel besser zum Erwachsenenschlaf, wenn das Kind am späteren Abend eine unruhige Schlafphase hat. Da fühlen wir uns viel ausgeschlafener, als wenn uns das Kind mehrmals in den frühen Morgenstunden weckt.

    Richtig gut geschlafen habe ich übrigens erst wieder, als ich 16 Monate nach dem ersten Baby Zwillinge bekam. Ich bin zum Teil bis zu zehnmal in der Nacht aufgestanden, denn jeder der drei Kinder wachte zu unterschiedlichen Zeiten auf.

    Irgendwann war ich dann aber so erschöpft, dass ich nicht mehr gleich beim ersten Quak eines Kindes erwachte. Endlich konnte ich schlafen und die Kinder gewöhnten sich daran, dass ihr nächtliches Quak nicht immer umgehend beantwortet wurde. Von da ab wurde es besser.

    Aufgefallen ist mir diese Schieflage, als ich die erste Nacht außer Haus verbracht habe und der Papa allein mit den Kindern zuhause blieb. Auf meine Frage hin, wie seine Nacht denn so gewesen sei, antwortete er: „Prima, wir haben alle durchgeschlafen!“ Ich war sprachlos.

    Wieso weckten mich die Kinder auch in ihrem zweiten und dritten Lebensjahr noch mehrmals pro Nacht? Hatte er das Glück gehabt, eine der seltenen Durchschlafnächte zu erwischen? Das ließ mir keine Ruhe und insgeheim wuchs der Verdacht in mir, das der liebe Papa einfach so fest geschlafen hatte, dass er überhaupt nichts mitbekam.

    Als ich ihn wieder einmal im Kinderzimmer schlafen sah, eingeschlafen beim Vorlesen, während die Kinder auf ihm herumkletterten, fühlte ich meine Erkenntnis bestätigt.

    Nicht bei jedem Kindergeräusch aufspringen

    Von da an war mir klar, dass ich mir dringend ein dickeres Fell zulegen musste. Natürlich legt man einen leichten Schlaf nicht so mir nichts dir nichts ab und die Natur hat es bestimmt auch so eingerichtet, dass Mütter nachts aufwachen, wenn ihre Kinder krähen. Doch so ein gewisses Maß an Relaxtheit ist reiner Selbstschutz.

    Machte also in Zukunft jemand Pieps, hörte ich das selbstverständlich immer noch. Ich drehte mich aber jetzt erst einmal genüsslich wieder um und versuchte weiter zu schlafen, anstatt wie früher mich sofort zur nächtlichen Tröst- oder Stillrunde bereit zu machen.

    Und siehe da, oft gaben die lieben Kleinen anscheinend im Schlaf oder Halbschlaf Geräusche von sich, um dann einfach wieder tief und fest einzuschlafen. Es wäre ja kontraproduktiv für beide Seiten hier verfrüht einzugreifen.

    Nicht zu hören ist um einiges leichter, wenn das Kind in einem anderen Zimmer schläft. Liegen alle zusammen in einem Familienbett, weckt man sich gegeneinander schneller auf. Das muss einem schon klar sein, wenn man einen leichten Schlaf hat.

    Andererseits ist es auch so richtig entspannt, sein Baby zu stillen, wenn es neben einem liegt. Dazu muss Mama oft gar nicht so richtig wach werden sondern erledigt das im Halbschlaf.

    Ein Trost – Irgendwann wird es besser

    Kinderschlaf - Mutter kuschelt mit Baby

    Ein Trost für alle, die schon lange nicht mehr durchgeschlafen haben: Es wird besser. Irgendwann lernt jedes Kind ganz von alleine durchzuschlafen. So viele Schlaftypen es bei erwachsenen Menschen gibt, so verschiedenen sind die Kleinen in ihren Schlafgewohnheiten.

    Deshalb probiere einfach verschiedene Schlafsituationen aus. Schläft mein Baby viel besser in einem eigenen Bett oder gar Zimmer durch, obwohl ich mir immer ein Familienbett für uns vorgestellt habe?

    Wacht es abends auf, wenn die Großen ins Bett krabbeln, es unruhig ist oder evtl. das Licht noch einmal eingeschaltet wird? Schläft es am besten mit Rolladen vor den Fenstern im Dunkeln oder mit einem kleinen Nachtlicht?

    Hat es die Möglichkeit in der Nacht ins Elternbett rüber zu kommen und schläft dann ohne großes Aufhebens weiter, wenn es sich an Papa kuscheln darf?

    Denn wenn es sich alleine in seinem Kinderzimmer fühlt und weint, weil es aufwacht und Angst kriegt, möchte es seinen Platz vielleicht lieber bei seinen Eltern haben und schläft im großen Familienbett inmitten des größten Trubels selig ein.

    Wie verbringt Dein Kind den Tag?

    Ein weiterer Fakt für gutes Durchschlafen ist der Tagesablauf des Kindes. Wenn ein Baby schon tagsüber stundenlang schläft, ist es logisch, dass es in der Nacht topfit sein wird. Oft haben sich Schlaf- und Wachphasen geradezu umgekehrt. Dann dauert es auch einige Wochen bis das Kind sich daran gewöhnt, seine Hauptschlafphasen in die Nacht zu verlagern.

    Je älter ein Kind wird, desto besser versteht es auch, dass die Zeit in der es dunkel ist, zum Schlafen da ist. Es ist also absolut verkehrt, sich mit dem in der Nacht erwachten Kind zum Spielen hinzusetzen. Tag und Nacht müssen für das Kind klar unterscheidbar sein. Sonst wird es nichts mit einem regelmäßigen Kinderschlaf.

    Wacht das Kind immer schon um fünf Uhr morgens auf und ist putzmunter, darf es den Tag auch gern allein beginnen. Meine Kinder hatten diese Phase alle und ich habe dann stets ein Hörspiel angemacht und ihnen ein Spielzeug hingestellt, etwas mit dem sie sich gut eine Weile allein beschäftigen konnten, wie Lego, Duplo oder Bauklötze.

    Dazu gab es die Auskunft: „Mama ist noch zu müde, um so früh aufzustehen, aber du darfst spielen!“ und schon war Mama wieder im Bett. Oft half auch ein Trick: „Guck mal, es ist draußen noch dunkel, es ist mitten in der Nacht, wir müssen unbedingt noch weiter schlafen!“ Einen Versuch ist das wert.

    Mit jedem Monat, den ein Kind auf der Welt ist, braucht es weniger Schlaf. Während in den ersten drei Monaten noch 15 bis 16 Stunden Schlaf angesagt sind, nimmt das Schlafbedürfnis bis zum 11. Monat um zwei Stunden ab.

    Kinderschlaf: Wieviel Stunden Schlaf braucht mein Kind

    Im zweiten Lebensjahr schläft ein Kleinkind etwa 12,5 Stunden. Zwischen drei und fünf Jahren wieder eine Stunde weniger und im Grundschulalter braucht es immer noch zehn Stunden erholsamen Kinderschlaf pro Nacht.

    Während sich der Schlaf eines Säuglings in mehrstündige Etappen von Schlaf und Wachsein aufteilt, verlagert er sich mit der Zeit zunehmend in die Nacht. Übrig bleibt der nachmittägliche Mittagsschlaf, der bis ins vierte Lebensjahr empfohlen wird.

    Kinderschlaf am Tag? Viele Kinder wollen aber schon mit zwei oder zweieinhalb Jahren nicht mehr am Tag schlafen. Das ist ein Zeichen, das ihnen der Nachtschlaf ausreicht.

    Schlafen Kinder spät nachmittags, kann auch das Auswirkungen aufs Ein- und Durchschlafen haben. Zwischen den Schlafphasen sollten immer mindesten zwei, besser drei Stunden liegen. Je früher der Mittagsschlaf abgehalten wird, desto müder ist das Kind dann abends.

    Das Tricksen mit den Schlafenszeiten funktioniert nicht beliebig. Der Zeitrahmen ist aber schon etwas beeinflussbar. Es hilft oft schon, sich über das kindliche Schlafbedürfnis Gedanken und die individuellen Schlafgewohnheiten bewusst zu machen.

    Sanftes Einschlafen

    Damit ein kleines Kind erkennt, dass jetzt die Nachtruhe beginnt, helfen zudem Rituale. Ein Schlaflied, ein warmes Bad mit beruhigendem Lavendelduft, eine sanfte Massage oder einfach nur das Anziehen eines Schlafanzuges sowie Zähneputzen und Vorlesen unterstützen einen ruhigen Kinderschlaf.

    Kinder brauchen ebenso wie wir klare Signale und genügend Zeit zum Runterfahren.

    Deshalb raten Experten auch vom Fernsehen direkt vor dem Schlafengehen ab. Die Kinder sind dann aufgeregt und aufgedreht. Viel besser ist es eine geborgene und entspannte Schlafsituationen herzustellen, z.B. eine Geschichte zu erzählen, zu beten, den Tag Revue passieren lassen beim gemeinsamen Kuscheln oder sich zusammen ein Bilderbuch anzuschauen.

    Eure Verena Mami rocks (Babytalk-Autorin)

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  • Ein dialoggeführter Geburtsbericht – aus Elternsicht

    Ein dialoggeführter Geburtsbericht – aus Elternsicht

    Die Geburt meines zweiten Kindes: Der erste Geburtstag unserer „Babys“ ist noch nicht so lange her. Da kamen so manche Erinnerungen hoch. Ein Jahr ist die Maus schon bei uns. Dabei kam es mir vor, als wäre ich erst gestern im Krankenhaus gewesen und so ließen wir diese in einen Geburtsbericht einfließen.

    Michael war vor Ort, als Begleiter, als Stütze, als Hilfe. In rund 90 Prozent der Fälle haben Frauen ihre Partner (bzw. die Väter) im Kreißsaal dabei. Vor 40 Jahren wäre das noch nicht so gewesen. Denn erst in den 70er Jahren begannen sich die Kreißsäle auch für Väter zu öffnen.

    Vorher waren sie den Schwangeren, Ärzten und Hebammen vorbehalten. Ich kann mir kaum vorstellen – umgeben von fremden Menschen und unter großen Schmerzen – mein Kind zu gebären. Wie stark müssen diese Frauen gewesen sein …

    Die Idee eines Kreißsaals selbst ist übrigens auch noch gar nicht so alt. Erst vor knapp 250 Jahren wurden diese eingeführt, zuvor gab es die typischen Hausgeburten (die aktuell aber auch wieder im Kommen sind). Doch jetzt zu unserem Geburtsbericht.

    Ein Geburtsbericht – als Dialog zwischen Vater und Mutter

    Mit meinem Mann habe ich ihren besonderen Tag nochmal Revue passieren lassen und unser Gespräch in eine Art Geburtsbericht niedergeschrieben.

    Yasmin: Erinnerst du dich noch an den Tag? Ich hatte den Haushalt gemacht und plötzlich dieses regelmäßige Ziehen bemerkt. Auf Facebook habe ich dir geschrieben, dass ich wohl Wehen habe, aber die Abstände noch zu groß sind.

    Michael: Ohja! Nach deiner Nachricht saß ich wie auf heißen Kohlen. An Arbeiten war gar nicht mehr zu denken. Und nachdem und meintest, die Abstände werden nun kürzer habe ich es aufgegeben produktiv zu sein. Ich habe meinem Chef Bescheid gegeben und mich direkt auf den Heimweg gemacht und…

    Yasmin: … mich in der Badewanne vorgefunden. Die Wehen kamen da schon rund alle 5 Minuten. Trotzdem wollte ich nicht überstürzt aufbrechen und erst noch ein Wurstbrot essen. Ich war echt gechillt.

    Immerhin wollten wir Claire auch noch aus der Kita abholen. Sie musste zu Freunden, um später von der Oma abgeholt werden zu können.

    Angst vor dem Platzen der Fruchtblase

    In der Kita habe ich Wehen auf der Kindercouch veratmet. Ich glaube sie hatten ein bisschen Angst, dass meine Fruchtblase vor den Kindern platzt.

    Michael: Zum Glück ist das nicht passiert, obwohl Claire sich mal wieder ewig Zeit gelassen hat.

    Yasmin: Naja, ganz so dramatisch sollte es ja gar nicht werden. Eigentlich war ich auf der Fahrt ins Krankenhaus noch richtig guter Dinge und hab die Wehen locker weggeatmet.

    Michael: Wäre da nicht die Hebamme gewesen. Oh man, ich hatte ihr den Kopf abreißen können, als sie meinte du hast gar keine Wehen und dich wegschicken wollte. Du lagst da und hast sichtbar Schmerzen veratmet.

    Oarr, weil das olle CTG absolut nichts aufgezeichnet hat… Wie schon damals bei Claire. Zum Glück kam bald darauf schon die Ärztin und hat dich ernst genommen. Nachdem der Zugang lag und alles ausgefüllt war, ging es mir schon etwas besser.

    Yasmin: Im Gegensatz zu mir, da die Wehen durch unseren Spaziergang immer heftiger wurden. Uff. Mein Muttermund hat auf Hochtouren gearbeitet.

    Michael: Japp. Darum sind wir a auch eher um das Krankenhaus herumgeschlichen, weil du quasi alle drei Schritte stehen bleiben musstet…

    Zum Glück warst du unter der Geburt bei mir

    Yasmin: Zum Glück warst du mit dabei und konntest mich stützen, als mich die Welle überkommen hat.

    Michael: Mehr konnte ich ja leider nicht tun.

    Yasmin: Ach was, du hast mir damit so sehr geholfen! Zumal die Hebamme ja immer noch keine Wehen auf dem CTG gesehen hatte und mir nicht ganz glauben wollte, dass da welche sind. Es tat gut, dass du zu mir gehalten und mir geglaubt hast. Das war in der Situation einfach völlig richtig und wichtig.

    Michael: Zum Glück hat sich der Muttermund nach unserer zweiten Runde entsprechend geweitet. Aber die neue super nette Hebamme schien ohnehin entspannter und hat nicht gezweifelt.

    Yasmin: Ach, das war mir aber auch egal. Wichtig war nur, dass du nicht gezweifelt hast und mich voll supported hast. Vor allem als ich in die Badewanne sollte und  es nicht einmal mehr geschafft habe mich ordentlich umzuziehen.

    Ich lag da auch bestimmt wie ein gestrandeter Blauwal drin. Aber es tat so gut, dass du die ganze Zeit dabei warst und mir den Handrücken gestreichelt hast. Du hast mich echt gut aufgebaut und von den Schmerzen ablenken können.

    Ich habe mich so hilflos gefühlt

    Michael: Es fühlte sich allerdings ganz anders an. Zum Glück schienst du entspannter. Du hast  nicht so sehr gelitten. Richtig schlimm gelitten. Ich habe mich da blöd gefühlt. Richtig hilflos, vor allem als du eigentlich auf die Toilette wolltest und dann plötzlich geblutet hast. Da wurde ich auch verdammt nevös.

    Yasmin: Ohje, der Auftakt zu den Presswehen. Plötzlich dachte ich, ich müsse ganz ganz dringend pinkeln, aber es kam und kam nichts. Stattdessen wurden die Schmerzen immer heftiger.

    Mit jeder neuen Welle tat es mehr weh. So als würden Rasierklingen an meiner Vagina entlangstreifen und sie Stück für Stück aufschneiden. Brrrr, ein schlimmer Gedanke.

    Michael: Das hat man dir auch im Gesicht angesehen. Wir [Anmerkung: Hebamme und Michael] wollten dir gern dabei helfen, aber Anfassen war in der Wehe ja völlig tabu.

    Yasmin: Wie du der Hebamme zum Glück klargemacht hast, als sie mein Becken umfasst hat. In dem Moment hätte ich sie fast getreten, weil es so unangenehm war. Zum Glück hast du das sofort bemerkt und sie intuitiv weggeschickt. Mit Worten konnte ich mich einfach gar nicht mehr ausdrücken. Total Crazy.

    Geburtsbericht … und dann habe ich den „Einlauf“ meines Lebens von dir bekommen.

    Michael: Ach, ein ziemlich rüdes „Fass mich nicht an du Arschloch!“ hast du dennoch über die Lippen gebracht, als ich dich ganz leicht aus Versehen am Daumen gestreift habe. Kurz vorher sagtest du noch, „Fass mich jetzt nicht an“. Ich bin extra weggegangen und hab dich dann doch ganz dezent berührt – und dann den Einlauf meines Lebens von dir gekriegt.

    Yasmin: Darüber muss ich heute noch lachen. Ich erinnere mich nicht einmal das gesagt zu haben. Aber daran, wie belustigt du mir das erzählt hast. Zum Glück können wir heute darüber lachen.

    Meine vergebliche Vorgabe zum Geburtsbericht: Was im Kreißsaal passiert, bleibt im Kreißsaal! Wobei mir in den letzten Minuten nicht so sehr zum Lachen zu Mute war. Ich klang sicher wie ein großer Bergorilla, als die letzten Presswehen kamen.

    Michael: Du warst jedenfalls lauter, als ich dich bisher je gehört habe. Und das will was heißen mit deiner Piepsstimme. Ich hatte mich ja dann vor dich gestellt, als du im Vierfüßler warst. Und dann bei der Atmung geholfen.

    Yasmin: Stimmt. Du hast mich immer wieder daran erinnert, wie ich atmen muss und es vorgemacht. Sonst hätte ich manchmal wohl auch vergessen zu atmen.

    Michael: Stimmt. Und ich habe dich auch brav gefüttert. Mit BiFi und RedBull.

    Weißt du noch wie es dir während der Geburt ging?

    Yasmin: Wie ging es dir dabei? Weißt du das noch?

    Michael: Ich war nervös, ich hab mir die ganze Zeit Sorgen gemacht, weil du Schmerzen hattest. Aber ich wusste, dass du in guten Händen bist. Die Hebamme war ja die ganze Zeit bei dir und hat sich sehr gut gekümmert.

    Yasmin: Ja, ich war auch überrascht, dass sie mich quasi die ganze Zeit begleitet hast. Wir hatten echt Glück, dass keine weitere Geburt gelaufen ist. Der Endspurt war allerdings auch recht zügig. Maximal eine Stunde lag ich in den Presswehen und dann war sie da.

    Michael: Das kam total überraschend. Also, nicht, dass Marie dann herauskam. Die hat sich ja angekündigt. Aber du hattest stundenlang gelitten. Man hat dir das total angesehen und als du Marie dann bei der Geburt aufgefangen hattest, war da nichts mehr.

    Keine Schmerzen in deinem Gesicht. Auf einmal hast du den Eindruck gemacht, als ob nichts gewesen ist. Wirklich gar nichts. Das war für mich auch beeindruckend, denn es war der absolut glücklichste Moment den ich jemals bei dir gesehen habe. Du hast sie auch direkt in den Arm genommen und an dich gedrückt.

    Yasmin: Wie war das denn für dich, als du sie gesehen hast?

    Ich war so glücklich nach der Geburt

    Michael: Ich war auch glücklich! Ich wollte dir das Baby aber in dem Moment auch nicht „wegnehmen“. Das hätte ich wahrscheinlich nicht überlebt. Du hattest die letzten Stunden geackert, da hast du die erste Zeit mit Marie auch verdient.

    Als ich sie das erste Mal im Arm hatte, war ich überrascht wie winzig sie ist. So unglaublich winzig. Unbeholfen. Ein kleiner Fleischklumpen der einfach noch nichts kann. Voll süß! Die Äuglein noch geschlossen. Sie war schon echt süß.

    Yasmin: Wie würdest du eine Geburt allgemein beschreiben jetzt im Nachhinein?

    Michael: Eklig?! Auf jeden Fall nichts Schönes. Ich sehe, dass du leidest und Schmerzen hast. Das ist scheiße. Aber der Moment der nach der Geburt kommt, der ist wunderschön.

    Yasmin: Das verstehe ich. Trotzdem war es für mich irgendwie eine Geburt wie aus dem Lehrbuch. Und sehr viel schöner als die erste. Sie war so selbstbestimmt. Ich habe meinem Körper und meinem Gefühl vertrauen können. Ganz anders, als bei Claire…

    Michael: Die sich übrigens total gefreut hat, endlich das Baby zu sehen. Und mittlerweile lieben sich die beiden ja abgöttisch.

    Yasmin: Ja, allerdings. Es war eine gute Entscheidung den Höllentrip hinter uns zu lassen und es drauf ankommen zu lassen.

    … und dann könnte ich dich auch gut im Krankenhaus lassen

    Michael: Das ist richtig. Darum konnte ich dich auch entspannt im Krankenhaus lassen. Weil ich wusste es ist jetzt vorbei, du leidest nicht mehr, du bist glücklich…

    Yasmin: Ich hatte die Zeit auch ehrlich gesagt genossen. Drei Tage für mich und Marie allein, ehe sie die Aufmerksamkeit mit ihrer Schwestern teilen musste. Das war für uns beide sehr wichtig und schön. So würde ich es jederzeit wieder machen. Alles. Und hiermit mit endet unser gemeinsamer Geburtsbericht.

    Eure Yasmin und Mann (Babytalk-Autorin)

    Beitragsfoto: Gorodenkoff / shutterstock
  • Expertenrat: Plötzlicher Kindstod – Morgen früh, wenn Gott will … Tipps von unserer Hebamme

    Expertenrat: Plötzlicher Kindstod – Morgen früh, wenn Gott will … Tipps von unserer Hebamme

    Enthält Werbung

    Die ist eine Zeile aus einem der beliebtesten Kinderlieder. Was aber wenn Mutter oder Vater zum Bett ihres Kindes kommen und es dort leblos liegt? Wenn das Kind unbemerkt und still, scheinbar kerngesund – einfach so verstorben ist. Dann erhält diese Zeile eine ganz neue Bedeutung.

    Plötzlicher Kindstod oder Sudden Infant Death Syndrom (SIDS) lautet jedes Jahr  in ca. 160 Fällen in Deutschland die Diagnose für den Tod des Kindes.

    Damit bleib der plötzliche Kindstod die häufigste Todesursache im ersten Lebensjahr der Kinder und lässt Eltern verstört mit den Fragen „warum unser Kind“ und „was haben wir falsch gemacht“ zurück.

    Einen Höhepunkt der Sterberate der Kinder wird zwischen dem 2. und 4. Lebensmonat verzeichnet, dabei sind Jungs etwas häufiger betroffen als Mädchen. Die Diagnose SIDS kann erst nach einer Obduktion des Kindes gestellt werden, denn auch andere Todesursachen können eine Rolle spielen.

    Bis heute sind die genauen Ursachen des Plötzlichen Kindstodes ungeklärt. Forschungsergebnisse zeigen allerdings potentielle vermeidbare Risikofaktoren, die ein Auftreten des SIDS wahrscheinlicher machen.

    Dazu gehören:

    • Die Bauchlage des Kindes zum Schlafen
    • Die Schlafumgebung (kein Nestchen, keine Kopfkissen, keine Decke, kein Fell)
    • Das Rauchen in der Nähe des Kindes / auch passiv
    • Das Verzichten auf das Stillen
    • Überwärmung
    • Ungenügende Luftzirkulation

    Was kann ich aktiv tun?

    Große Aufklärungskampagnen, initiiert durch die Elterninitative GEPS  in den 1990 Jahren, konnten die Sterberate um 90% (1997 – 1300 Kinder) senken.

    Vor allem durch die folgenden Punkte:

    • Stillt euer Kind
    • Verwendet einen Babyschlafsack anstelle von Bettdecken. Bei Jako-O findet ihr eine große Auswahl an Babyschlafsäcken (Werbung)
    • Achtet darauf eine feste und atmungsaktive neue Babymatratze zu verwenden, die frei von Schadstoffen ist
    • Zudem sollte sie einen abnehmbaren und bei 60°C waschbaren Bezug haben sowie im Idealfall über feste Trittkanten verfügen
    • Euer Baby sollte im eigenen Babybett, jedoch im Elternschlafzimmer schlafen
    • Verzichtet unter anderem auf Kissen, Stofftiere oder Schaffelle im Babybett
    • Achtet auf eine passende Raumtemperatur und verhindert eine mögliche Überhitzung
    • Raumtemperatur zum Schlafen zwischen 16 – 18 Grad
    • Rauchen gilt als Hauptrisiko – sowohl in der Schwangerschaft als auch in der Umgebung des Kindes!
    • Geht mit eurem Kind regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen

    TIPP

    Es ist für Eltern daher sehr empfehlenswert einen Erste – Hilfe – Kurs für Babys und Kinder zu besuchen. Hier lernet ihr die korrekte Wiederbelebung durch Fachkräfte.

    Der plötzliche Kindstod ist schon in der Bibel beschrieben und wird immer ein Schicksalsschlag für alle betroffenen Eltern bedeuten. Dazu kommt die große Schuldfrage und die Ermittlungen der Kriminalpolizei.

    Geschulte Notfallseelsorger mit einem Paket an Hilfsmaßnahmen sollten vor Ort immer tätig werden. Der sensible Umgang der Gesellschaft und Unterstützungsangebote müssen zügig greifen, denn die Eltern müssen Ihre Zukunft zu Grabe tragen.

    Plötzlicher Kindstod – Weiterführende Links

    Eure Anja (Babytalk – Autorin)

    Hinweis der Redaktion: Wir finden das obengenannte Schlaflied, auch wenn es höchstwahrscheinlich einen wahren Kern beinhaltet, nicht für Babys oder Kinder geeignet ist. Es könnte ihnen Angst machen.

    Beitragsfoto: ChameleonsEye / shutterstock
  • Einsam und Alleinerziehend

    Einsam und Alleinerziehend

    Alleinerziehend – ein wichtiges Thema, welches öfter thematisiert werden sollte. Leider, aber auch verständlicherweise neigen Eltern, die ihr Kind alleine aufziehen, automatisch dazu, sich von der Außenwelt abzukapseln. Die einen mehr, die anderen weniger.

    Das ist ein natürlicher Schutzmechanismus, der dafür sorgt, dass man sich erst einmal auf die eigenen Baustellen fokussiert. Auch ich kenne dieses Thema, wo vorher der Partner oder Ehemann war, ist jetzt ein Loch.

    Niemand der einen mal die Kinder für einen Abend abnehmen kann. Niemand mehr der einem hilft, wenn man selber mal krank ist, oder einfach mal eine kleine Pause braucht. Etwas mit Freundinnen machen, ist zwar noch möglich, aber umständlich und wird dadurch viel zu selten organisiert.

    Eine Kinderbetreuung, für einen Kinoabend muss erstmal gefunden werden. Genau diese Dinge können Mütter, genauso wie alleinerziehende Väter in die Einsamkeit treiben. Denn oft haben Freunde nicht das nötige Verständnis für die neue Situation.

    In aller erster Linie ist es erstmal wichtig, das Alleinerziehende sich nach der Trennung, Zeit zum Verarbeiten nehmen. Sei es alleine oder mit den besten Freunden. Ich für meinen Teil, stand nach der Trennung von meinem Mann, ziemlich isoliert da.

    Viele Freunde entschieden sich für eine „Seite“ und somit blieben mir nur eine handvoll Freunde. Aber genau für diese bin ich rückblickend sehr dankbar. Die erste Zeit war wirklich hart. Das Leben was ich vorher hatte, war nicht mehr da.

    Alles kommt einen so kompliziert und anstrengend vor, zumindest ging es mir so. Ich fühlte mich wie der letzte Mensch auf dieser Welt. Aber nun gute 8 Monate später kann ich sagen, es tut gut, eine alleinerziehende Mama zu sein.

    Mit der neuen Situation kommen wir alle gut zurecht. Trotzdem gibt es natürlich Momente, wo ich mich trotzdem noch einsam fühle. Wo einfach der Partner oder die Schulter zum Anlehnen fehlt.

    Einsamkeit ist (k)ein Arschloch!

    Ja, auch ich bin natürlich ab und zu einsam, und das ist auch normal. Aber, wie mit anderen Emotionen, die einen während einer Trennung begleiten, habe ich auch gelernt mit der Einsamkeit umzugehen. Hier habe ich einige Tipps für euch, die auch ich angewendet habe und die mir sehr gut taten.

    Allem voran, ihr müsst nicht einsam sein. Es gibt so viele tolle Single Mamas da draußen. Also suche sie, vernetze dich. Dies geht am besten im Internet. Ich habe bei Kleinanzeigen oder eben in regionalen Facebookgruppen nach Anschluss gesucht.

    Hängt Flyer bei Kinderärzten oder Krabbelgruppen auf. Eben dort wo viele Mamas sind. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Mamas dankbar waren, diesen Aufruf gelesen zu haben.

    Ich für meinen Teil, habe da nur tolle Erfahrungen gemacht, ich habe Mamas getroffen, denen es genauso ging. Wir konnten uns austauschen und uns gegenseitig stützen, wenn es mal schwer war.

    Als Zweites habe ich mir ein Hobby gesucht. Einfach um auch etwas Zeit für mich zu bekommen. Denn wenn die Kinder abends im Bett waren, hatte ich oft keine Lust auf das TV Programm, also suchte ich etwas Kreatives und entdeckte die Näherei für mich.

    Nicht allein in der Mamarolle versinken

    Dadurch lernte ich auch ganz viele tolle Mamas kennen. Was ich besonders toll fand, dass wir uns auch über andere Sachen als Kinder und Haushalt austauschten. Denn genau das ist wichtig, um nicht nur komplett in der Mamarolle zu versinken. Zeit für sich selber, gerade wenn diese als Alleinerziehende noch knapper ist.

    Als letztes habe ich mir vorgenommen, die Zeit mit den Kindern so intensiv wie möglich zu genießen. Denn diese Momente werden nie wieder kommen. Aktuell können wir 3 tun und lassen, was wir möchten. Wir können Sonntags bis um 12 mit Schlafzeug im Bett liegen oder auch mal nur romantische Schnulzen auf Netflix gucken.

    Unser Mädelshaushalt ist aktuell für uns wirklich perfekt.Was nicht heißt, das da kein Mann Platz hätte. Aber diese Zeit ist für mich wirklich ganz besonders. Wir drei sind so fest zusammen gewachsen und ich denke, dass auch meine Mädchen die Zeit sehr genießen.

    Wir sind gespannt, was die Zeit bringt und auch wenn sich vieles negativ anhört, ich bin froh diesen Schritt der Scheidung gegangen zu sein. Wie ihr seht, gibt es auch einige positive Aspekte, alleinerziehend zu sein. Haltet euch am besten immer vor Augen „IHR SEID NICHT ALLEINE“.

    Sucht euch notfalls Hilfe und Unterstützung, denn um Hilfe zu fragen, ist wirklich keine Schande. Manchmal kommen wir einfach an unsere Grenzen und dann ist es wichtig, jemanden zu haben, der einen auffängt.

    Eure Nicole (Babytalk-Autorin)

    Beitragsfoto: Liderina / shutterstock
  • Geburt: Mein Baby – Liebe auf den ersten Blick

    Geburt: Mein Baby – Liebe auf den ersten Blick

    Geburt: Liebe auf den ersten Blick – Erst kürzlich habe ich darüber berichtet, dass ich meine beiden Mädchen nicht gleich lieben würde – was auch völlig normal sei. Dabei meine ich nicht die Intensität, sondern vielmehr die Art zu lieben.

    Ich habe zwei völlig unterschiedliche, einzigartige Menschen geboren und ebenso einzigartig ist die Liebe zu ihnen. Doch wo lag der Ursprung dieser Liebe? Wann habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass es anders ist? Nun, ich denke, der Grundstein wurde im Kreißsaal gelegt.

    Bei Claire war ich eine unerfahrene „Erstlingsmama“. Die erste Schwangerschaft, die erste Geburt, die ersten Fehler. Ich nahm die Geburt auf die leichte Schulter und hatte nicht damit gerechnet, dass es Probleme geben könnte.

    Immerhin war meine Schwangerschaft tadellos. Meine Mutter hat fünf Kinder zur Welt gebracht, warum sollte ich das nicht schaffen? Dementsprechend war ich etwas unvorbereitet und das Unglück nahm seinen Lauf.

    Mehrtägige Einleitung unter Wehen

    Leider hatte „ich“ den Entbindungstermin deutlich überschritten. Am zehnten Tag wurde entschieden, dass man nun einleiten werde. Ich habe den Ärzten vertraut und einen richtigen Höllentrip erlebt. Diese Erfahrung wünsche ich keiner Frau, denn sie endete nach drei Tagen Wehen mit einem Kaiserschnitt.

    Damit möchte ich nicht andeuten, dass der Kaiserschnitt per se schlecht sei! Für mich kam er nur unvorbereitet und mit voller Wucht. Ich hatte mich nicht informiert und der Ablauf hat mich völlig überwältigt: Die Herztöne wurden schlechter, meine PDA wurde hochgedreht und ich kam in den OP. Alles binnen weniger Minuten.

    Dort schnallte man meine Arme am Tisch fest, ich war umgeben von Weißkitteln und grünen Masken. Dann wurde ein Tuch aufgehängt, damit ich meinen Bauch nicht mehr sehen konnte. Ich fühlte mich – Pardon – wie eine Sau auf der Schlachtbank und war mir sicher, ein Kaiserschnitt kann auch anders sein.

    Doch in diesem Moment fühlte ich mich nur hilflos, ausgeliefert und traurig. Ich hatte versagt als Mutter. Ich hatte mein Kind nicht selbstständig gebären können. Diese Gedanken hingen mir noch lange nach, stürzten mich in Depressionen. Es war wahrlich keine schöne Zeit.

    Geburt – Kaiserschnitt – Wie in Trance

    Während ich auf dem OP-Tisch festgeschnallt war, wurden mir ein paar Dinge erklärt, aber ich konnte die Informationen nicht verarbeiten. Ich wollte einfach nur, dass das aufhört und einfach mein Baby im Arm halten. Ich spürte, wie an meinem Bauch etwas passierte, dann einen seltsamen Unterdruck. Und schon sah ich, dass mein Baby aus dem Bauch herausgehoben wurde.

    Eine Schwester hat sich mein Baby geschnappt und in ein Handtuch gewickelt. Erst nachdem die ersten Untersuchungen abgeschlossen waren und nach gefühlten etlichen Stunden Schmerzen und Leid – konnte ich endlich in die Augen meines Babys blicken. Dazu wurde ein Arm vom OP-Tisch gelöst.

    Ich lag noch immer da, einarmig festgeschnallt. Mein Baby wurde mir im Handtuch an den Kopf gehalten, ich konnte es mit einem Arm kurz berühren und habe mein Baby ganz benommen angesehen.

    Ich war wie in Trance, war nicht ganz bei Sinnen und fühlte nur Erleichterung und – Müdigkeit. Fühlte mich unendlich müde von der Tortour, konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Ganz kurz flackerte Freude in meinem Herzen auf. Dann wurde sie von meiner Erschöpfung im Keim erstickt.

    Von Liebe auf den ersten Blick konnte …

    Von Liebe auf dem ersten Blick konnte keine Rede sein. Der erste Blick war nicht so romantisch schön, wie man ihn vielleicht aus anderen Erzählungen her kennt. Er wurde überschattet von vielen negativen Erinnerungen und getrübten Sinnen. Als ich im Kreißsaal ankam, wurde mir mein Baby in den Arm gelegt und wir schliefen gemeinsam kuschelnd ein.

    Ich habe sie in den nächsten Tagen nur zum Wickeln und Wiegen aus dem Arm gegeben. Sie schlief und kuschelte die ersten Tage in meinem Arm. Und wir fingen an gemeinsam die Geburt zu verdauen.

    Dies war lange Zeit meine Art ihr Liebe zu zeigen. Nähe, Körperkontakt und Geduld. Während ich sie anblickte, fühlte ich oft Schuld. Es tat mir so Leid, dass ich ihr keinen guten Start ins Leben ermöglichen konnte. Ich war zerfressen von Schuldgefühlen und Angst, eine schlechte Mutter zu sein. Das aktive „lieben“ kam leider erst sehr viel später.

    Der Weg zur selbstbestimmten Geburt

    Völlig anders war es bei Marie. Nach dem schlechten Erlebnis, stellte ich mir die Frage, ob ich es nochmal auf eine natürliche Geburt ankommen lassen wollte oder direkt einen Wunschkaiserschnitt in Betracht ziehen sollte. Hier findet ihr einen Beitrag von Dayo, einer tollen Hebamme, zu dieser Geburtswahl (Hinweis der Redaktion).

    Ich haderte stark, hatte Angst erneut zu versagen. Doch dann las ich – zum Glück – das Geburtsbuch von Nora. Ich hatte das Buch schon früher rezensiert und in der Schwangerschaft mit Marie erneut zur Hand genommen.

    Darin habe ich viel über die selbstbestimmte Geburt gelesen, mich mit den verschiedenen Möglichkeiten von Geburtsorten vertraut gemacht und letztlich entschieden, dass ich es nochmal versuchen wollte. Zum Glück! Denn bestärkt durch Noras Buch habe ich somit den wohl bisher schönsten Tag meines Lebens erleben können.

    Ein Traum von einer Geburt

    Maries Geburt war wie aus dem Bilderbuch. Sachte Wehen zu Anfang, die ich wegatmen konnte. Stärkere Wehen habe ich in der Badewanne zu Hause und später auch im Krankenhaus durchgestanden.

    Ich habe zuvor bestimmt, dass ich keine PDA möchte und während der Geburt gezeigt, was ich will – und was nicht. Und es lief super. Mein Mann war dabei und hat die Geburt mit mir durchlebt. Die Hebamme hielt sich im Hintergrund und war in den richtigen Momenten voll da: Pressen!

    Erst merkte ich, wie weich und flauschig es zwischen meinen Beinen wurde, mit der nächsten Presswehe habe ich Marie dann aus eigener Kraft geboren und konnte sie sofort auf meine Brust legen. Ich habe sie angesehen und war wie vom Donner gerührt: Sie war wunderschön und ich habe mich sofort tief mit ihr verbunden gefühlt.

    Es ist… Liebe

    Während der Geburt habe ich mit meiner inneren Stimme immer wieder zu ihr gesagt, dass wir ein tolles Team seien und das zusammen hinbekommen. In meinem Arm liegend habe ich dann eine tiefe Verbundenheit, wie nie zuvor gespürt. Und ich wusste: Wir haben das gemeinsam geschaffen. Diese Art der Liebe, die es kein zweites Mal auf der Welt gibt.

    „Du siehst so unglaublich glücklich aus!“, sagte mein Mann direkt nach der Geburt zu mir. Und er hatte Recht. Ich war glücklich, Marie hatte all meine Wunden der ersten Geburt verödet. Es ist Liebe. Bedingungslose, unendliche, reine Liebe. Dies wurde mir sofort klar als ich sie an sah. Für sie wollte ich alles sein und alles werden, was sie jemals brauchen wird. Ich war endlich wieder im Reinen mit mir.

    Und Ja, es gibt die Liebe auf den „ersten“ Blick

    In diesem Moment konnte ich endlich all die glücklichen Mamas verstehen, die sich mit Freude an die Geburt ihrer Babys erinnern, denn trotz der Schmerzen, bleibt letztlich nur das Hochgefühl, einem wunderbaren Menschen in das Leben begleitet zu haben.

    Ich bin so glücklich den Schritt gewagt zu haben und diese leichte, beschwingte Art der Liebe kennengelernt zu haben. Die Liebe auf den ersten Blick, es gibt es ihn wirklich. Mit Marie habe ich sie tatsächlich erlebt und ich bin mir sicher, dass es eine endlose Liebesgeschichte sein wird.

    Eure Yasmin (Babytalk-Autorin)

    Wir würden uns sehr freuen, etwas über Eure Erfahrungen in Bezug auf die „Liebe auf den ersten Blick“ zu erfahren. Ging es Euch genauso oder war es eher ein längerer Weg (Hinweis der Redaktion).

    Beitragsfoto: LittleDogKorat / shutterstock

  • Der erste Blick meines Babys – Magie des Moments

    Der erste Blick meines Babys – Magie des Moments

    Magie des Moments bzw. der erste Blick zwischen Mutter und Kind. Wenn wir einen Menschen zum ersten Mal wahrnehmen, konzentrieren wir uns häufig auf die Augenpartie. Wir halten diese im Fokus und sammeln Informationen. Der durchschnittliche Augenkontakt beträgt dabei ungefähr 3,3 sec.

    Eine kurze Zeit, die sehr entscheidend für unsere Reaktion sein kann. Ganz anders der erste Blick der Mutter, kurz nach der Geburt zum Neugeborenen. Es ist ein sehr sensibler Mutter – Kind – Interaktionsprozess.

    Die Pupillen der Mutter sind nach der Geburt durch das im Körper anwesende Bindungshormon Oxytocin, weitgestellt. Sie sucht sofort nach der Geburt den direkten Augenkontakt zum Neugeborenen, ruft manchmal den Namen des Kindes oder fordert es auf die Augen zu öffnen.

    Irgendwann öffnet das Neugeborene, die noch häufig verquollenen Augen und schaut mit ebenfalls großen Augen in das liebevolle Gesicht der Mutter. Diesem magischen Moment, der erste Blick, wohnt ein besonderer Zauber inne. Als wäre es eine Bestätigung für die Mutter – das ist mein Kind, ich habe es geschafft.

    Liebe auf den ersten Blick

    Es ist bedingungslose Liebe. Ein prägender Moment für beide. Besonders bei einer Wassergeburt ist das auch für die Beobachter ein magischer Moment.

    Die Kinder drehen sich auf den Rücken, schauen mit großen Augen unter Wasser die Mutter an und werden von ihr an Land gehoben.

    Das Neugeborene reagiert meist mit einem natürlichen Instinkt und robbt sich zur Brust. Damit kommt es dem Gesicht der Mutter näher, denn in einem Abstand von rund 30 cm kann schon das Neugeborene gut sehen.

    Es kann erkennen, wer da gerade mit ihm spricht. Es ist ein weiterer dicker Faden eines dicken Bandes, das nun für immer zwischen beiden geflochten wird. Eine Bindung, die länger als ein Leben andauert.

    Es ist so schwierig für mich und vermutlich ist es auch nicht möglich, die richtigen Worten für diesen Moment zu finden. Oder?

    Wie ist es Euch Eltern / Lesern in diesem Moment ergangen, der erste Blick, könnt ihr diesen Moment in Worte fassen und sie mit uns teilen?

    Eure Anja (Babytalk – Hebamme)

    Beitragsfoto: Chattapat / shutterstock
  • Als werdender Vater bei der Geburt

    Als werdender Vater bei der Geburt

    Als werdender Vater bei der Geburt – Wie geht es Vätern während der Geburt des Kindes? Eine Antwort auf diese Frage will ich nachfolgend aus meiner immer noch sehr präsenten Erinnerung erzählen?

    Es ist mittlerweile 20 Jahre her, dass meine/unsere Tochter zu Hause in unserem Schlafzimmer, dass Licht der Welt erblickte.

    Wir bzw. meine Frau hatte sich auf meine Idee unser Kind zu Hause auf die Welt zu bringen angeschlossen, was nicht zuletzt an unserer sehr vertrauenswürdige und kompetenten Hebamme Raphaela Hoyer lag. Denn als wir dies unseren Eltern erzählten, ernteten wir sehr viel Kopfschütteln und Warnungen.

    Die ersten Wehen

    Morgens gegen halb 5 Uhr begannen die Wehen meiner Frau. Was sie mir aber erst zwei Stunden später mitteilte, als mein Wecker klingelte. Ich hatte als Dozent eine Klausur in einem 100 km entfernten Institut zu stellen.

    Kurz vor acht rief ich im Institut an, um mitzuteilen, dass ich die Klausur nicht persönlich stellen könnte. Ich sollte sie dann faxen. Das war damals leichter gesagt als getan. Faxe gehörten damals noch nicht zur Standardausstattung von Privathaushalten.

    Wir wohnten damals in einem kleinen Vorort von Münster und so fuhr über eine Stunde lang verschiedene Läden in der Umgebung ab, bis ich in einem Supermarkt fündig wurde und ein „öffentliches Faxgerät“ vorfand. Internet gab es noch nicht (kaum zu glauben).

    Erste Untersuchung durch unsere Hebamme

    Gegen 9 Uhr rief meine Frau ihre Hebamme an, die kurz darauf vorbei kam, den Abstand der Wehen und die Öffnung des Muttermundes prüfte. Es waren ca. 2 cm.

    Sie beruhigte uns und teilte uns mit, dass es wohl noch etwas dauern und wie ich meine Frau unterstützen könnte die Wehen zu veratmen. Dann fuhr sie wieder mit der Auskunft, dass sie in ca. 2 Stunden wieder vorbei kommen würde.

    Wir riefen meine Schwägerin an. Die kam direkt aus Hamburg angefahren und unterstützte uns am „Geburtstag“ unserer Tochter.

    Am frühen Nachmittag kam Raphaela wieder. Die Öffnung betrug nun 5 cm. „Warten“ bzw. Durchstehen der Wehen war angesagt. Denn die Wehen meiner Frau waren mittlerweile schon sehr schmerzhaft.

    Abwechseln machte ich mit meiner Schwägerin einen Buckel in gebeugter Haltung an dem meine Frau sich „entspannen“ und die in immer kürzer werdenden Abständen kommenden Wehen veratmen sollte.

    Hilflos als Vater bei der Geburt

    Zu diesem Zeitpunkt war es schon sehr arg für mich, „hilflos“ als Vater bei der Geburt mit ansehen zu müssen, wie sehr meine Frau „leidet“ ohne wirklich etwas tun zu können. Dies wurde mit dem Näherrücken der Geburt immer ärger. 

    Auch wenn es ein nicht ganz passender Vergleich ist. Stellt euch vor, euer Kind hat sich verletzt, schreit und weint unerbittlich und ihr könnt nichts tun, um ihren Schmerz zu lindern.

    Mit ihrer Souveränität nahm mir Raphaela zumindest die Angst vor der Geburt. Wenn sie mir auch nicht das Leiden meiner geliebten Frau leichter machen konnte. Sie schlug meiner Frau vor, erstmal noch in die Wanne zu gehen, was diese machte, wenn sie auch wieder recht schnell draußen war.

    Dann ging es für die letzten nicht enden wollenden „25 Minuten“ aufs Bett. Ich saß am Bettrand mit leicht gespreizten Beinen, meine Frau hockte halb auf meinen Beinen und halb dazwischen. Raphaela vor uns am Boden.

    Das Zimmer war abgedunkelt und es lief „Que sera“ von Doris Day, was wir gefühlt die gesamte Schwangerschaft durch hörten und womit wir unsere Tochter begrüßen wollten.

    Als die Geburtswehen begannen, war es für mich kaum noch auszuhalten. Meine Beinen wollten nicht mehr und meine Hilflosigkeit zerriss mich fast.

    Ich konnte ihr den Schmerz nicht nehmen noch lindern. Immer wieder meinte sie, sie wolle und könnte nicht mehr und wolle das es aufhört. Abgesehen davon war ich ja auch nicht ganz unbeteiligt bzw. „unschuldig“ an ihrer Situation.

    Zum Schluss musste es dann ganz schnell gehen, da unsere Tochter die Nabelschnur um ihren Hals gewickelt hatte. Die letzten Geburtswehen waren der Horror für meine Frau. Aber auch für ihre Schwester und mir.

    Wenn ich mich nur zweiteilen könnte

    In diesem Moment wusste ich einfach nicht, um wen oder was ich mich gerade als erstes kümmern sollte.

    Ich war hin und hergerissen zwischen das Wunder des Lebens, wie da ein lebensfähiger, vollständiger Mensch aus den Bauch kommt und den Schmerzen meiner Frau.

    Doch zum Glück hatte Raphaela alles im Griff, legte unsere Tochter auf den Bauch ihrer Mutter und nähte ihren kleinen Riss. Nachdem ihre Nabelschnur auspulsiert war, durfte ich sie durchschneiden.

    Gerne hätte ich dieses überwältigende und freudige Gefühl länger ausgekostet. Dieses wunderschöne und allein lebensfähige Menschenskind (alle Eltern finden ihre Babys wunderschön) einfach nur auf dem Bauch ihrer zu „bestaunen“.

    Anschließend badete ich sie mit Raphaela zusammen, die sie gleichzeitig untersuchte. Während meine Frau sich etwas von ihren Strapazen und Schmerzen ausruhte.

    Wie schlafen?

    Wir wollten unsere Kleine Maus unbedingt in unserer Nähe haben. Doch da meine Frau Angst hatte sich versehentlich auf sie zu legen, nahm ich sie auf meinen Bauch. Dort schlief sie ihre erste Nacht auf dieser Erde.

    Ich konnte in dieser Nacht „kein Auge zu machen“, da ich meinen Blick nicht von diesem wunderschönen Menschenkind lassen konnte und eh nicht auf dem Rücken einschlafen kann.

    (Ps. Wenn sie auch später (bis ca. 10 Jahre) nicht einschlafen konnte und ich mich zu ihr legte, legte sie ihren Kopf auf meinen Brustkorb und weg war sie).

    Am nächsten Tag als meine beiden Frauen schliefen, bin ich einkaufen gefahren und habe für die nächsten Tage vorgekocht. Auch wenn es viel Theater von Seiten der lieben Verwandten gab, haben wir für die erste Woche ein Besuchsverbot durchgesetzt, was wir nicht bereut haben.

    Zum Glück konnte ich mir für die ersten vier Wochen unbezahlten Urlaub nehmen (ich war damals schon freiberuflich tätig). Das war das Beste, was ich damals machen konnte und nie bereut habe. Es wäre wünschenswert alle Väter bzw. Eltern hätten diese Wahl und könnten es „finanzieren“.

    Es ist als Vater schon so schwer genug sich in der neuen Rolle und Familienkonstellation zurecht zu finden. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter lässt häufig erstmal keinen Platz für einen Vater.

    Viele frisch gebackene Mütter haben erstmal kein Bedürfnis nach Sex und/oder Nähe zu ihrem Partner. Die Nähe zu ihrem Kind füllt sie häufig ganz aus. Hierzu empfehlen wir euch den Beitrag „Eine kleine Auszeit vom Elternsein“ (Hinweis der Redaktion).

    Damit will ich nicht sagen, dass es für die junge Mutter nicht auch schwer ist, sich in die neue Rolle einzufinden, doch dies wird ihr zumindest in den ersten Wochen von ihrem Baby „gezeigt“.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Ps: Wie freuen uns sehr zu erfahren, wie eure Männern die Situation als Vater bei der Geburt erlebt haben.

    Beitragsfoto: LightField Studios / shutterstock
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  • Geburtseinleitung – Der Prozess der Geburt ist bedingt steuerbar

    Geburtseinleitung – Der Prozess der Geburt ist bedingt steuerbar

    Eine Geburt einleiten?

    Geburtseinleitung – Es gibt absolut Indikationen eine Geburt einzuleiten, das ist unumstritten. In diesen Fällen ist es medizinisch notwendig, von diesen Fällen möchte ich auch im folgendem nicht sprechen. Mir geht es um die medizinisch weichen Indikationen bis hin zur Einleitung auf Wunsch.

    Beachtet: Jeder Eingriff in den Verlauf einer Geburt hat zur Folge, dass der natürliche Ablauf gestört wird. Dies kann zu Komplikationen führen und ggf. weitere Interventionen nötig machen oder gar zu Notfällen führen.

    Doch fangen wir ganz von vorne an. Bisher ist die wahre Tragzeit der Menschen nicht auf den Tag genau berechenbar, die Auslöser einer Geburt nicht abschließend erforscht. Der natürliche Geburtsprozess ist nur bedingt bis zu einem gewissen Punkt steuerbar.

    Es bleibt also ein gewisser dunkler, unerforschter Fleck im Werden eines Menschen. Ein Mysterium. Das ist auch gut so aber scheinbar für mache Menschen, insbesondere unter Medizinern schwer zu ertragen. Es fällt vielen schwer, nicht alles kontrollieren und somit steuern zu können.

    Eine Schwangerschaft dauert bis zu 42 SSW. Jede Frau und jede Schwangerschaft hat ihre individuelle Tragzeit. Nur 3% aller Kinder werden am Termin geboren.

    Schauen wir, wie es die Natur macht

    Keine Samenmischung keimt gleich, kein Baum hat sein Obst zur gleichen Zeit reif, keine Staude verblüht zur gleichen Zeit. Die Natur ist sehr individuell ausgerichtet. Warum unterliegen wir Menschen dann immer wieder dem Uniformitätsgedanken?

    Warum meinen wir Menschen die Natur überlisten zu können, obwohl wir aus so vielen Bereichen wissen, dass dies meistens schief geht. Die Ungeduld der werdenden Mütter hin zur Geburt ist heute, häufig untermauert von Vorhersagen der behandelnden Ärzte/Ärztinnen, deutlich spürbar. Dadurch wächst der Druck die individuelle Tragzeit, zu vereinheitlichen.

    Warum aber, bei optimalen Werten, ein Kind am ET+10 auf die Welt nötigen und damit seine Mutter mit einer Geburtseinleitung in einen nicht physiologischen Geburtsverlauf stürzen. Die Folgen sind wissenschaftlich schon häufig belegt, erhöhter Schmerzmittelverbrauch, höhere weitere Interventionsrate, höhere Kaiserschnittrate.

    Eine gute Übung für die Vorbereitung auf die Geburt und das Leben mit einem Kind wäre die Achtsamkeitsübung. „Ich übe mich in Geduld!“ Gesteht Euch Eure Individualität zu. Nicht nur im Sein, sondern auch im Werden braucht alles seine Zeit. Üben wir uns in Geduld!

    Eure Anja (Babytalk-Hebamme)

    In diesem Zusammenhang könnte Euch auch der Beitrag von einer weiteren Hebamme empfehlen, in dem sie auf „nicht medizinische Faktoren“ einer „natürlichen Geburtseinleitung“ eingeht (Hinweis der Redaktion).

    Beitragsfoto: titans / shutterstock