Kategorie: Baby Talk

  • Reboarder – fährt Dein Kind schon rückwärtsgerichtet?

    Reboarder – fährt Dein Kind schon rückwärtsgerichtet?

    Sicherlich habt Ihr das Wort Reboarder auch schon gehört. Das ist ganz einfach ein rückwärtsgerichteter Kindersitz. Als ich vor 5 Jahren für meine Tochter den Nachfolgesitz nach der Babyschale kaufen wollte, war ich zum ersten Mal auf das Thema Reboarder aufmerksam worden. Für mich war dann auch gleich klar, dass es so einer sein muss. Ich erkläre Euch, warum.

    Vor 5 Jahren gab es bei uns genau einen einzigen Laden, der dann auch nur ein einziges Modell eines rückwärtsgerichteten Kindersitzes führte. Das hat sich mittlerweile zum Glück geändert:

    Reboarder haben stark an Bekanntheit gewonnen, nicht zuletzt vermutlich dank einiger weniger Eltern, die sich dafür stark gemacht haben. Auch ich habe sicher eine ganze Handvoll befreundetet Mamas davon überzeugen können.

    Dabei sollte man sich nicht fragen, warum es ein Reboarder sein muss, sondern, warum sie nicht Standard sind, denn wenn wir einen Blick über die Grenzen wagen, ist Rückwärtsfahren, je nach Land, bis zum 15. Lebensmonat oder länger Pflicht und Reboarder selbstverständlich.

    Reboarder – Die sicherste Wahl

    Warum? Weil sie ganz einfach die sicherste Wahl sind, wenn es um Kinder im Auto geht, auch wenn er in seltenen Fällen zu Verletzungen von Kindern führt, die mit einem vorwärtsgerichteten Kindersitz nicht passiert wären.

    Nichtsdestotrotz passieren diese in wesentlich seltener. Niemand stellt in Frage, dass Babys in der Schale rückwärtsfahren, warum also nicht auch ältere Kinder bis zum 3./4. Lebensjahr? Denn so lange dauert es, bis die Proportionen etwas ausgeglichen sind.

    Je jünger das Kind, desto schwerer und größer ist ihr Kopf im Verhältnis zum Körper – und damit besteht immer eine große Verletzungsgefahr für den Hals-/Nackenbereich, wenn es zu einem Aufprall/Unfall kommt.

    Über 80% kleiner ist die Verletzungsgefahr bei einem Unfall wenn das Kind rückwärts statt vorwärts fährt.

    Es lohnt, sich auf einer entsprechenden Seite (siehe Verlinkung) über das Thema zu informieren. Dort findet man neben Infos zur Entscheidungshilfe auch Links zu Beratern, Händlern etc.

    Ein Unfall ist schnell passiert und die Sicherheit meiner Kinder steht vermutlich nicht nur für mich an erster Stelle, weshalb ich damals keinen Moment zögerte.

    Erstmal fuhr meine Tochter so lange in der Babyschale bis sie mit dem Kopf oben „anstieß“ (mit ca. 15 Monaten war das wohl) und danach kauften wir den damals eben einzig erhältlichen Cybex Sirona, in dem nun auch unsere Jüngste fährt.

    Der Sitz war natürlich ein wenig teurer als ein nach vorne gerichteter, aber für mich jeden Rappen wert, wenn ich weiß, wie gut er mein Kind schützt. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Reboardern auch sichere, schöne und günstige von Cybex.

    Ein an der Kopfstütze befestigter Spiegel, siehe Foto, sorgt dafür, dass ich meine Tochter im Rückspiegel sehe.

    Und? Fährt Euer Kind im Alter von bis zu 4 Jahren auch rückwärts?

    Eure Tamara Beck (Babytalk – Autorin)

    Weitere Informationen und einen onlineshop findet Ihr bei Kindersitzprofis.

    Beitragsfoto: wavebreakmedia / shutterstock
  • Hirnhautentzündung in der Schwangerschaft

    Hirnhautentzündung in der Schwangerschaft

    Zwischen Tod und neuem Leben

    Hirnhautentzündung – Schwangerschaft sollte neues Leben bedeuten. Schwanger sein ist Hoffnung und Vorfreude. Schwanger zu sein bedeutet einen kleinen Menschen zu beschützen; alles von ihm abzuwenden, was es Schädliches in der Welt gibt. Schwanger zu sein bedeutet, ein Kind zu umgeben und in Ruhe wachsen zu lassen.

    Ich selbst habe mich in der Schwangerschaft unverwundbar gefühlt. Ich habe mir die Sorgen gemacht, die sich, glaub ich, alle werdenden Mütter machen: Ist das Baby auch gesund? Ist es groß genug? Wird alles gut gehen? Und so weiter. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, dass es sein kann, dass mein Baby krank ist.

    Dass ich selbst krank werden könnte, damit hatte ich nie gerechnet. Eine Mama sollte stark sein und ihr Baby beschützen. Etwas anderes kam mir gar nicht in den Sinn.

    Doch dann kam der Morgen, an dem sich alles geändert hat

    Ich war in der 37. Schwangerschaftswoche. Ich wachte morgens mit schrecklichen Nackenschmerzen auf. Das kann schon mal passieren. Am Anfang hat sich alles normal angefühlt. Mein Mann fragte noch, ob ich mich auch um unsere Tochter kümmern könne oder ob er erst später zur Arbeit fahren sollte, um mich zu entlasten.

    Da dachte ich noch, es würde gehen. Aber das tat es nicht. Nach einer Stunde hatte ich das Gefühl, Fieber zu bekommen. Und überhaupt fühlte sich mein ganzer Körper anders an als sonst. Da stimmte etwas nicht. Das spürte ich ganz deutlich.

    Da wurde meine dreijährige Tochter wach und kam zu mir ins Bett gekrabbelt. Ich war kaum noch im Stande aufzustehen. Im Bett liegend rief ich meinen Schwiegervater an, der meine Tochter in den Kindergarten brachte.

    Die Kleine verstand die Welt nicht mehr. Ich muss mich nur ein bisschen hinlegen, dachte ich. Vielleicht geht es dann wieder. Eine andere Möglichkeit hatte ich ohnehin nicht. Aufstehen und zum Arzt fahren: dazu fehlte mir jegliche Kraft.

    Der Notarzteinsatz

    Die nächsten Stunden gingen irgendwie vorbei. Weil ich nicht zum Arzt fahren konnte, rief meine Mutter für mich den Notarzt. Noch schob ich meine Beschwerden auf die späte Phase der Schwangerschaft.

    Ich dachte darüber nach, ob es sich um eine sehr merkwürdige Form der Wehen handeln konnte. Es wurde von Stunde zu Stunde schlimmer. Das Gefühl von tausenden Nadeln in der Kopfhaut werde ich nicht mehr vergessen.

    Als der Arzt kam und mich untersuchte, war schnell klar: Ich konnte meinen Kopf zwar zur Seite, aber nicht mehr nach vorne auf die Brust bewegen: Das erste Anzeichen der Hirnhautentzündung.

    Und da kommt die Verzweiflung. Plötzlich hatte ich riesen Angst. Vor allem um mein Baby. Ich selbst hatte die schlimmsten Schmerzen meines Lebens. Schlimmer als die Geburt und überhaupt als alles, was ich sonst erlebt hatte. Ich war am Ende. Aber zu diesem Zeitpunkt war es ja noch „nur“ eine Vermutung.

    Diagnose: Hirnhautentzündung

    Ein Krankenwagen brachte mich ins Krankenhaus. Eine Schwangere mit Hirnhautentzündung – das hatte hier noch niemand gesehen. Und wo gehörte ich jetzt eigentlich hin?

    Von der Notaufnahme kam ich in die neurologische Abteilung, zu Untersuchungen im ganzen Haus und schließlich auf die Entbindungsstation. Die Untersuchungen im Kreissaal haben mir zwar ein bisschen das Gefühl von Normalität gegeben. Gleichzeitig war es furchtbar:

    All die gesunden und starken werdenden Mamas. Und ich dazwischen, die ihrem Baby das Leben schwer macht. Das kleine Herz hat geschlagen, als müsste es einen Marathon absolvieren. Mein Fieber hat dem Baby ordentlich zugesetzt.

    Kranke Mama – gesundes Baby

    Mir ging es weiterhin schlechter. Ich konnte keinen Schritt mehr gehen und nahm alles nur durch einen Schleier wahr. Es folgten Untersuchungen, Rückenmark wurde entnommen und ich bekam jede Menge Medikamente.

    Mein Mann war mittlerweile da und gab mir Halt. Doch die Untersuchungen waren Kraft- und Nerven- raubend. Er hatte ehrlich Angst um mich. Und ich auch.

    Und wir hatten Angst um unser Baby. Viele Tests dauern mehrere Tage. Und die große Frage war:

    Wie kann das Baby am besten geschützt werden? Kann die Infektion das Baby erreichen? Wie kann sie aufgehalten werden? Wie schädlich sind die Medikamente für das Kind und welche Behandlung wäre nach der möglichen Geburt notwendig?

    Denn auch das war klar: Wenn sich mein Zustand nicht bald verbessern würde, wäre der Kaiserschnitt unausweichlich.

    Doch es wurde besser

    Mein Sohn erholte sich in den nächsten Stunden schnell und die Ärzte entschieden, dass er in der Fruchtblase am besten geschützt ist. Ich war erleichtert.

    Insgesamt musste ich zwei Wochen in der Klinik bleiben. Dutzende Flaschen Antibiotikum, Aciclovir und weitere Medikamente liefen mit Hilfe von Infusionen durch mich hindurch. Und auch durch den kleinen Körper in meinem Bauch.

    Ich hatte so ein unfassbar schlechtes Gewissen meinem Baby gegenüber. Die Einstichstellen an meinen Armen entzündeten sich wegen der aggressiven Medikamente und ich stellte mir vor, wie diese Medikamente erst meinem kleinen Sohn zusetzten.

    Ich war zunächst schwach, aber es ging von Tag zu Tag aufwärts. An einer Hirnhautentzündung kann man sterben oder auch schwere Folgeschäden davontragen. Doch für uns ging alles gut aus; der modernen Medizin und vielen hervorragenden Ärzten sei Dank.

    Die Tage im Krankenhaus in der Quarantäne, während derer meine Tochter mich nur vom Fenster aus sehen durfte, waren schlimm, aber sie gingen vorbei. Genau wie alles irgendwann vorbeigeht.

    Dass ich so schnell behandelt wurde, war ein echter Segen. Für mich und auch für den kleinen Till. Er blieb noch vier Wochen in meinem Bauch.

    Dass mein Körper zu schwach war um ihn richtig zu beschützen, dass er diese ganze Krankheit mitmachen musste, das war schwer für mich zu akzeptieren.

    Dass ich so viel Angst um ihn hatte, das prägt unser Verhältnis glaub ich heute noch. Auf der anderen Seite: Er hat sich nicht angesteckt, er ist gesund, fröhlich und überhaupt ein cleveres Kerlchen. Folgeschäden gibt es nicht.

    Vielleicht hat mein Körper ihn doch ein bisschen beschützt.

    Eure Katharina (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Pressmaster / shutterstock
  • Kinderspielzeug aus Naturmaterialien

    Kinderspielzeug aus Naturmaterialien

    Wenn Eltern das erste Spielzeug für ihre Kleinen kaufen, ist das eine wundervoll aufregende Sache: Es wird recherchiert, abgewogen und überlegt, was denn das Allerbeste für das Kind ist.

    Gerade bei den ganz Kleinen ist es ja auch in der Tat sehr wichtig, aus welchem Material das Kinderspielzeug besteht und wie groß oder scharfkantig es ist.

    Babys ertasten die Welt nun einmal zuerst mit dem Mund und der Zunge. Da möchte man schon genau wissen, was Baby sich da in den Mund steckt. Unsere allerersten Spielzeuge, wenn man das überhaupt schon so nennen kann, waren Seidenpüppchen.

    Die sind besonders wertvoll, wenn die Zähne vor dem Durchbruch zu drücken beginnen. Denn Seide ist nicht nur schön anzufassen, sie hat sogar entzündungshemmende und kühlende Eigenschaften.

    Auch die kleinen und als erste Geschenke sehr beliebten Schmusetücher gibt es nicht nur aus Plastikplüsch, sondern auch aus unbehandelter Bio-Baumwolle und biozertifizierter Naturwolle. Daraus gibt es übrigens auch tolle Teddys, Stoffpuppen und erste Bücher zum Be – Greifen.

    Plastik versus Holz

    Das billige Chinaproduktionen nicht ins Kinderzimmer gehören, ist eigentlich schon länger bekannt. Aus dem Plastik lösen sich gefährliche Weichmacher und andere Schadstoffe. Auch lackiertes Holzspielzeug ist mit Vorsicht zu genießen. Besser sich gleich für unbehandeltes Holz entscheiden oder eben genau nachfragen und nachlesen.

    Wenn das möglich ist, passt häufig allerdings auch die Qualität. Es sind eher die Hersteller, die sich ohnehin durch Intransparenz auszeichnen, die Stoffe verarbeiten, die mit Vorsicht zu genießen sind. Aber auch Markenhersteller schneiden in Tests nicht immer gut ab und ganz ehrlich, wenn ich so einen Beipackzettel über die verwendeten Lacke und Kunststoffe durchlese, verstehe ich auf Anhieb nur „Bahnhof“.

    Oft hört sich harmlos an, was nicht harmlos ist. Zum Glück gibt es unabhängige Testinstitute, die immer wieder Baby- und Kinderspielzeug testen.

    „Dass die Bedenken der Eltern oft nicht unbegründet sind, zeigen die Untersuchungsergebnisse der vergangenen Jahre. Von 2011 bis 2015 waren insgesamt 100 Plüschtiere, Puppen, Holz- und Plastikspielsachen im Test (siehe Themenseite Spielzeug von test.de, dem Online-Auftritt von Stiftung Warentest).

    Erschreckende 35 von ihnen bekamen wegen Schadstoffen oder anderen Sicherheitsmängeln das Qualitätsurteil mangelhaft. Zum Beispiel enthielten Holzspielzeuge oft gefährliche Substanzen im Lack“.

    Der aktuelle Test vom 22.1. 2017 zeigt da eine Verbesserung: Bei 30 getesteten Produkten haben immerhin 23 Produkte mit gut oder sehr gut abgeschnitten. Aber wieder gab es Spielsachen, mit denen Eltern ihre Kinder nicht unbesorgt spielen lassen können. Zwei schnitten mit ausreichend und vier mit mangelhaft ab.

    Holz- oder Plastikspielzeug

    Kind spiel mti Kastanien

    Eine klare Entscheidung für Holz oder Plastik kann anhand der Tests nicht getroffen werden, denn schwarze Schafe gibt es in beiden Lagern. Interessanterweise müssen dies nicht unbedingt Billigspielzeughersteller sein, wie dieses Testergebnis zeigt:

    Die Kinderwagenkette Nixe von Hess Natur war aufgrund einer großen hölzernen Schwanzflosse, mit der sich das Baby im Rachen stoßen und verletzen könnte, nicht nur gefährlich. Auch wegen gesundheitsschädlicher Substanzen erhielt sie mangelhaft, ebenso der Greifling Space von Selecta.

    „Die gefundenen Stoffe sind nicht akut giftig, wirken jedoch langfristig im Organismus.

    Aus dem grünen Lack der Hess-Wagenkette lösen sich mehr Organozinnverbindungen als die Spielzeug-Richtlinie erlaubt. Einige dieser Verbindungen können das Immunsystem schädigen sowie die Fortpflanzungsfähigkeit oder ein Kind im Mutterleib.“ lautet das Urteil.

    Bei oben genanntem Produkt von Selecta hieß es: „In der Gummischnur des Selecta-Greiflings fanden die Prüfer zu hohe Mengen nitrosierbarer Stoffe. Lutscht ein Baby an ihr, können sich die Substanzen lösen, in den Magen gelangen und stark krebserzeugende Nitrosamine bilden. Selbst in kleinsten Mengen sind diese gefährlich. Die Stoffe können vor allem bei der Herstellung von Gummi entstehen, lassen sich aber technisch vermeiden.“

    Es gibt offenbar nicht nur Hersteller, die mit minderwertigem Plastik produzieren, sondern auch namhafte Hersteller mit qualitativ hochwertigen Produkten, die nicht immer den Sicherheits- und Schadstoffbestimmungen entsprechen.

    Gesunder Menschenverstand

    Wer etwas Neues kauft, sollte sich schon beim Kauf einfach einmal durch Anfühlen, Nachdenken und – ganz wichtig – daran Riechen schlau machen. Wenn ein neues Produkt extrem giftig oder abstoßend riecht, würde ich es schlichtweg nicht meinem Kind geben. Zudem habe ich in der Babyzeit alles erst einmal gewaschen.

    Natürlich gibt es auch in unserem Kinderzimmer Plastik, meist in Form von Lego und Playmobil. Dieses Plastikspielzeug kann auch gebraucht erworben werden und es sieht dann immer noch genauso aus wie neu. Somit gehören diese Produkte auch sicher nicht zu jenen, die unnötig viel Plastikmüll verursachen – im Gegenteil, sie zeichnen sich durch ihre Langlebigkeit aus und werden oft von Generation zu Generation weitergereicht.

    Dennoch empfehle ich für die ganz Kleinen schon einige tolle Greiflinge und große Autos aus unbehandeltem Holz. Wer einmal ein solches Plastikteil in die Hand nimmt und es mit einem hölzernen Äquivalent vergleicht – Hand aufs Herz, welches Gefühl überzeugt Euch?

    Der haptische Eindruck ist einfach so viel wert. Ein Kind soll die Natur auch in seinem Spielzeugkorb vorfinden. Neben unbehandelten Bauklötzen können dies bald auch Kastanien, Eicheln und Stöcke aus dem Wald sein.

    Steine und Tücher eignen sich ebenso zum Spielen wie Schachteln und eine Verkleidungskiste aus lustigen, alten Klamotten vom Flohmarkt. Apropos Second Hand – wisst ihr, dass die Schadstoffe mit der Zeit aus Stoffen herausgewaschen werden, wenn man sie nur oft genug wäscht. Deshalb ist Second Hand auch von diesem Aspekt her eine richtig gute Entscheidung.

    Waldorf und Montessori

    Ganz tolle Holzspielzeuge aus unbehandeltem Holz gibt es entsprechend der Waldorf-Pädagogik. Dazu gehören auch Puppen aus weichen, textilen Naturmaterialien, farbige Tücher und jede Menge Gegenstände aus der Natur (seht oben).

    Ein Grundsatz der Anthroposophie nach Rudolf Steiner ist der vom Grad der Bearbeitung eines Spiels. Je stärker es ausgearbeitet ist, desto weniger bleibt für die Phantasie des Kindes übrig. Stelle ich einem Kind aber eine Kiste mit rohen, unbehauenen Holzklötzen hin, wachsen deren Phantasie regelecht Flügel.

    Die Klötze sind nicht mehr nur Klötze, sondern werden zur Stadt, zum Flughafen, zum Bauernhof oder zu etwas ganz anderem, was mit unseren erwachsenen Spielideen oft gar nichts zu tun hat. Von Waldorf inspiriert gibt es im Handel auch Bausätze, Geburtstagskränze, Holzautos und Fahrzeuge sowie Holzbuchstaben.

    Weitere schöne Holzspielsachen sind Kaufladen und Puppenhaus, Bauernhof und Arche Noah, Kugelbahnen, Spielzeug für Rollenspiele, Watschelenten und Holzeisenbahnen. Auch von der Montessori-Pädagogik inspiriertes Spielzeug ist empfehlenswert.

    Hier heißt einer der Grundsätze „Hilf mir es selbst zu tun“ und dazu passen Spielsachen, die im Kleinen die Welt der großen nachahmen. Montessori bietet aber für größere Kinder ab dem Kita-Alter jede Menge tolle Lernspielsachen aus Holz.

    Wer ein bisschen nachforscht findet alle möglichen Spielzeuge auch aus unbehandeltem Holz. Aber wie bereits geschrieben, spricht auch nichts gegen Plastikspielzeug, aber es muss nicht immer alles Klingbing machen, blinken und lautstark tröten. Wer weiß, was Euer Kleinkind sich für ein Spiel mit ein paar Hölzern ausdenkt, welche Freude, wenn es ein Spielzeug plötzlich mit einem anderen kombiniert und etwas ganz neues entstehen lässt – das ist Kreativität.

    Für mehr Phantasie im Kinderzimmer – denn alle Kinder haben sie verdient.

    Liebe Grüße Verena (Babytalk-Autorin)

    Beitragsfoto: FamVeld / shutterstock
    Foto 2: Switlana Symonenko / shutterstock
  • Zahnen – Wie kann ich meinem Baby helfen? 

    Zahnen – Wie kann ich meinem Baby helfen? 

    Der erste Zahn ist ein großes Ereignis und ein weiterer Schritt in der Entwicklung deines Babys. So freudig wie dieses Ereignis auch ist, genauso schmerzvoll und schlafraubend kann das Zahnen auch sein. Durchschnittlich ab dem 6-ten Lebensmonat fangen die Zähne an schubweise durchzubrechen. Bei den meisten Babys, lassen sich die mittleren Schneidezähne im Unterkiefer als Erstes blicken.

    Typische Symptome für den Zahndurchbruch:

    Gerade beim ersten Baby sind viele Eltern überfordert und können das veränderte Wesen ihres Babys nicht ganz genau zuordnen. Erfahrene Eltern wissen sicherlich gleich worauf zu achten ist und ob es wirklich nur die Zähnchen sind oder eine ernstere Erkrankung dahinter steckt.

    Aber auch hier entwickeln sich Babys absolut unterschiedlich. Manche Babys bekommen ihre Zähne fast schmerzlos und ohne große Begleiterscheinungen und manche Babys leiden massiv unter dem Zahndurchbruch.

    Typische Symptome sind beispielsweise:

    • Euer Baby steckt vermehrt die eigene Hand oder greifbare Gegenstände in den Mund und kaut darauf rum.
    • Dabei sabbert es vermehrt, eventuell sind sogar wunde Stellen erkennbar
    • Die Wangen sind gerötet und warm
    • Euer Baby hat wenig Appetit und verweigert die Nahrung
    • Euer Baby quengelt vermehrt, schläft schlecht und ist unausgeglichen
    • Das Zahnfleisch ist geschwollen oder gerötet
    • Euer Baby braucht viel Körperkontakt und Nähe
    • Euer Baby möchte ständig an die Brust (Muttermilch lindert den Schmerz)
    • Fieber und Durchfall können auch Begleiterscheinungen sein
    • Wundsein vor allem am Po

    Was Ihr als Eltern tun könnt:

    Damit dein Baby weniger Schmerzen hat, kann man einiges tun um es zu unterstützen.

    • Mit sauberen Fingern und speziellen Silikonfingerlingen kann man das Zahnfleisch des Babys sanft massieren. Natürlich mag das nicht jedes Kind, somit hilft nur ausprobieren, ob diese Methode wirklich Linderung schafft.
    • Auch eine entspannende Fußreflexzonenmassage kann Euer Baby beruhigen. Dafür müsst Ihr einfach die Kuppen der Zehen Eures Babys massieren. Denn dort liegen die Reflexzonen der Zahnleisten.
    • Besonders wichtig ist es, den Hals und die Brust deines Babys trocken zu halten. Denn durch den vermehrten Speichelfluss kann es schnell sein, dass der Strampler oder Body feucht bzw. nass ist. Dies führt schnell zu Erkältungen. Deshalb lasse in der Zeit des Zahndurchbruches, immer ein Lätzchen oder Halstuch um.
    • Außerdem ist eincremen in der Zahnungsphase sehr wichtig, besonders am Mund und am Po. So schützt du dein Baby davor wund zu werden und noch zusätzlich Schmerzen zu bekommen. Gut fettende Feuchtigkeitscremes sind in dieser Phase sehr hilfreich.

    Zusätzlich gibt es noch einige Hilfsmittel die Eurem Baby das Zahnen erleichtern:

    • Beißringe sind eine wahre Erleichterung für Babys. So können sie sich selber helfen und ihren Schmerz etwas „wegkauen“. Besonders hilfreich ist es den Beissring vorher in den Kühlschrank zu legen. Wenn Ihr keinen habt, eignet sich auch ein kalter Waschlappen zum drauf rum Beißen.
    • Auch homöopathische Globuli wie Osanit, Belladonnna und Chamomilla können den Zahnschmerz lindern.
    • Uns hat die Veilchenwurzel sehr geholfen. Sie gilt als schmerzstillend und zugleich desinfizierend. Veilchenwurzeln bekommst Ihr in der Apotheke. Euer Baby kann auf der Wurzel herumbeißen, und somit den Zahnungsschmerz lindern. Es ist aber wichtig die Wurzel immer wieder abzukochen um Bakterien abzutöten.
    • Am Besten ist aber immer noch Ablenkung und viel Körperkontakt. Versucht Eurem Baby viel Ruhe, Liebe und Geborgenheit zu vermitteln. So werdet ihr diese schwierige Phase zusammen überstehen.

    Fazit zum Zahnen

    Ich als Mama, kann allen Mamas von zahnenden Babys nur raten, bewahrt die Ruhe. Denn kuscheln und Geborgenheit, hat bei uns wahre Wunder gewirkt. Je ruhiger und entspannter ich war, desto schneller entspannten sich auch meine zwei Mädels. Außerdem nutzen wir das Dentinox Zahnungsgel. An harten Tagen half es, dieses Gel leicht auf den geröteten Stellen aufzutragen.

    Außerdem hatten meine beiden Mädels Bernsteinketten, ob diese nun wirklich den Schmerz linderten, kann ich nicht sagen, da wir sie dauerhaft um hatten. Ich kann aber sagen, dass wir sehr wenig Probleme mit den Zähnchen unserer Mädels hatten.

    Wir blieben zum Glück fast immer von Fieber und Durchfall verschont. Das Einzige, was wir wirklich sehr intensiv nutzten, war die Veilchenwurzel. Darauf kauten beide Mädels während sehr gerne herum. Man merkte förmlich, wie gut es ihnen tat und wie sie es immer in die Ecke des Mundes steckten, wo es weh tat. Hier dürft ihr wie gesagt nur nicht vergessen, sie abzukochen. Das war eigentlich immer mein Abendprogramm vor dem Schlafen. Somit habe ich es nie vergessen und hatte immer eine frische Wurzel griffbereit.

    Als zweifach Mama weiß ich mittlerweile, dass es vor alle wichtig ist, beim Zahnen entspannt zu bleiben. Auch wenn es an vielen Tagen hart ist und man einfach nur müde ist, half es meinen Mädels beispielsweise immer sehr, wenn ich ihnen ein kleines Lied vorsang.

    Somit beruhigten sie sich schnell und die Veilchenwurzel tat den Rest. Deshalb liebe Mamas, stresst Euch nicht, bleibt relaxt. So kommt auch ihr durch diese schwierige aber wichtige Phase eures Babys.

    Vielleicht interessiert Dich in diesem Zusammenhang unser Beitrag „Zähneputzen: ab wann, wie oft, wie lang und wie genau„, Hinweis der Redaktion.

    Eure Nicole (Babytalk – Autorin)

    Pinterest: BananaStock / Photo Images & Andrey_Popov / shutterstock
  • Baby led weaning – Wie mein Kind begann feste Kost zu sich zu nehmen

    Baby led weaning – Wie mein Kind begann feste Kost zu sich zu nehmen

    Unsere Autorin Tamara hat uns einen schönen Erfahrungsbericht zum Thema „Baby led weaning“ geschrieben, wie ihre drei Kindern mit dem Essen von fester Nahrung begannen.


    Ich habe meine Kinder stets gerne gestillt. Ich fand es nicht nur schön, sondern auch super praktisch. Und so eilte es mir auch gar nicht, mit Beikost zu beginnen.

    Beim ersten Kind wusste ich noch nichts von „Baby led weaning“ und da mein Mann und ich keine Gläschenkost kaufen wollten, standen wir immer lange in der Küche um für unseren Sohn Brei zu kochen, abzufüllen und einzufrieren.

    Die ganze Arbeit war aber ziemlich sinnlos – außer Apfelmus rührte er kaum etwas an und auch letzteres nahm er nur in Mini-Mengen an während gleichaltrige Babys fast das Vierfache gierig verschlangen. Ich beobachte das erstaunt.

    Erst als er ab ca. 12 Monaten so richtig gut und selber am Familienessen partizipieren konnte, ass er auch größere Mengen.

    Beim zweiten Kind sollte es anders laufen

    Beim zweiten Kind wollte ich mir die Kocherei ersparen und hörte dankbarerweise frühzeitig von „Baby led weaning“.

    Dass das Baby selber entscheiden soll, was es zu sich nimmt und die Muttermilch im ersten Lebensjahr sowieso noch die wichtigste Nahrungsquelle darstellt, klang wunderbar „bequem“ für mich und auch sinnvoll für das Kind, dem nichts in den Mund geschoben wird und das von Anfang an mit der „richtigen“ Konsistenz der verschiedenen Lebensmittel Bekanntschaft macht.

    Auch beim dritten Kind starteten wir das „Erlebnis Beikost“ vor rund 3 Monaten auf diese Weise. Meine Tochter freut sich stets sehr, wenn wir sie in den Hochstuhl an den Tisch setzen und kann es kaum erwarten, in ihr Schüsselchen zu greifen.

    Baby led weaning: Am Anfang musste die Kleine beim Essen noch ab und zu würgen

    Während der ersten Wochen würgte sie noch häufig. Hilfe brauchte sie aber selten. Das Würgen hat sich mittlerweile komplett verloren. Sie bekam anfangs je nach Lebensmittel mindestens daumengrosse Stücke, die sie gut greifen/halten konnte.

    Jetzt, mit 8 Monaten, hat sie den Scherengriff perfektioniert und erhält auch kleinere Stücke. Ich schneide ihr z.B. Weintrauben in 3-4 Scheibchen, weil sie (immer noch zahnlos) diese samt Haut auf diese Weise besser kauen und schlucken kann.

    Manchmal fliegt auch etwas durch die Küche

    Sie zeigt mittlerweile auch deutlich, wenn sie etwas nicht mag, indem sie es einfach auf den Tisch pfeffert. Wir bieten ihr dennoch auch die verschmähten Lebensmittel regelmäßig an. In der Regel bekommt sie Obst, Rohkost, Brot etc. oder ich zweige vor dem Salzen etwas ab wenn ich koche.

    Gestillt wird sie daneben weiterhin nach Bedarf. Brei geben wir ihr selten bis nie. Es wäre für mich natürlich auch kein Problem wenn sie, z.B. in der Kita, Brei bekäme. Aber da sie jeweils eh nur kurz dort ist, war das noch nicht der Fall.

    Mit drei Kindern haben wir am Tisch sowieso keinen Arm zu viel, der sich auch noch ums Füttern kümmern könnte und ihre Freude, wie die Großen am Tisch mitessen zu können, bestätigt uns, wie natürlich und schön das „Baby led weaning“ auch für sie ist.

    Eure Tamara (Babytalk – Autorin)

  • Pseudokrupp Husten – Was tun?

    Pseudokrupp Husten – Was tun?

    Was tun bei Pseudokrupp Husten?

    Jeder hat es bestimmt schon mal gehört. Pseudokrupp Husten, ich hatte es schon öfters mal in Foren gelesen, aber mich nie so wirklich darüber informiert. Denn ich dachte immer, uns wird das nicht passieren. Unsere Große hatte das schließlich auch nicht. Tja nur leider kam alles anders.

    Hier erzählt unsere Autorin Nicole euch von Ihren Erfahrungen mit Pseudokrupp Anfällen ihrer Tochter und was ihr tun könnt, wenn euer Kind auch betroffen ist.


    Wie es begann

    Ich weiß es noch ganz genau, es war ein Abend im Oktober, wir brachten unsere kleine Tochter, damals knapp 1,5 Jahre alt, wie gewohnt ins Bett. Wir blieben noch auf und schauten Tv. Es ist übrigens typisch, dass er ganz plötzlich in der Nacht auftritt.

    Aber gegen 23 Uhr war nichts mehr wie sonst. Unsere Tochter erwachte und keuchte, als wenn sie etwas verschluckt hätte. Sie bekam keine Luft mehr und lief um den Mund blau an. Ich hatte Panik und vor allem Angst.

    Ich hatte wirklich Todesangst um mein Kind. Mein Mann rief sofort den Notarzt, dieser sollte ganz bald bei uns sein. Ich wusste nicht, was ihr fehlte und suchte zuerst nach ihrem Schnuller, um zu schauen ob dort ein Stück fehlte.

    Zum Glück war er ganz, dies konnte es also nicht sein. Ich war mir sicher, dass sie etwas verschluckt hatte. Denn so röcheln habe ich wirklich noch niemanden gehört.

    Diagnose Pseudokrupp Husten

    Es waren bestimmt (und glücklicherweise) nur 5 Minuten bis der Notarzt bei uns war. Doch für mich fühlte es sich wie Stunden an. Wir versuchten sie zu beruhigen, aber nichts half.

    Sie hatte Panik, Angst zu ersticken und das sah man in ihren Augen. Diesen Blick werde ich wohl nie wieder vergessen.
    Dann war endlich der Notarzt da. Er untersuchte sie gründlich und kam sofort zur Diagnose Pseudokrupp Husten.

    Wir waren erstmal wirklich „beruhigt“, weil sie nichts verschluckt hatte. Sie bekam sofort Kortison in Form einer Inhalation. Dies wirkte auch wirklich sehr sehr schnell, ihre Atmung beruhigte sich und auch unsere Tochter wurde ruhiger.

    Der Notarzt nahm uns dann noch 1 Nacht zur Beobachtung mit und mir war das wirklich Recht. Denn ich hatte immer noch panische Angst, dass dies wieder passiert und ich wieder nicht weiß was ich machen soll.

    Am nächsten Morgen war unsere Tochter wieder fit und man merkte nichts mehr von ihrem Krupp Anfall. Kurz vor unserer Entlassung kam ein sehr netter Arzt zu uns und klärte mich über den Pseudokrupp auf.

    Genau diese Tipps möchte ich jetzt an Euch weitergeben:

    • Das wichtigste ist die Beruhigung. Denn je entspannter das Kind ist, umso besser ist es.
    • Außerdem hilft es mit dem Kind an die kalte, frische Luft zu gehen. Wir saßen oft dick eingemummelt auf dem Balkon und haben die Sterne gezählt. Diese Kälte hilft beim Abschwellen der Schleimhäute und dadurch bekommt es wieder mehr Luft.
    • Oder wo es ganz schlimm war, sind wir auch mal nachts um 2 im dicken Schneeanzug auf den Spielplatz gegangen. Ablenkung, Beruhigung und kalte Luft haben wirklich die beste Wirkung bei Pseudokrupp. Wenn es draußen zu warm ist, kann man sich notfalls auch mit seinem warm eingepackten Kind vor den offenen Kühlschrank setzen.
    • Warme feuchte Luft hingegen hilft nicht und kann die Beschwerden teilweise sogar noch verschlimmern. Also wenn möglich meiden.
    • Wenn eine halben Stunde nach einem Anfall keine Besserung eintritt, solltet ihr überlegen ein Kortison Zäpfchen zu geben. Und wenn nach spätestens 1 h mit Zäpfchen keine Besserung ersichtlich ist, solltet ihr wirklich in die Klinik fahren. Leider waren unsere Anfälle teilweise auch so schlimm, dass wir 2-3 mal in der Klinik zum inhalieren waren.
    • Vorbeugend hilft nur immer gut zu lüften und feuchte Tücher aufzuhängen, dies hat bei uns definitiv Linderung gebracht.

    Ende gut, alles gut

    Emily ist mittlerweile 6 Jahre alt und bekommt keinen Krupp mehr. Sie bekam diese Anfälle bis sie ca 5 Jahre alt war. Jeder Anfall war schlimm für mich, aber mit jedem bin ich ein Stück weit gelassener geworden.

    Vor allem wusste ich, was zu tun war und das meine Tochter nicht ersticken wird, auch wenn es sich so anhörte.

    Für mich ist der wichtigste Tipp an alle Eltern dort draußen, auch wenn es sehr sehr schwer ist, bleibt ruhig. Denn je mehr Ruhe ihr ausstrahlt, desto entspannter ist auch euer Kind.

    Liebe Grüße Eure Nicole (Babytalk – Autorin)

    Nachfolgend findet ihr eine sehr verständliches und hilfreiches Aufklärungsvideo:

    Beitragsfoto: Africa Studio / shutterstock
  • Babymassage

    Babymassage

    Ein ganz herziges Wickelritual: Die Babymassage. Wir finden: Das sollte jede Familie einführen!

    Wie du dein Baby mit Streicheleinheiten verwöhnen kannst und eure Bindung stärkst

    Körperkontakt ist so wichtig für Babys und Kinder. Eine ganz wunderbare Art und Weise wie die Bindung zwischen Mutter und Kind gestärkt wird, ist regelmäßiges Kuscheln und zärtliches Berühren.

    In guten Krankenhäusern achten die Krankenschwestern bereits auf intensives Bonding, gerade bei Frühchen und Babys.

    Besonders wichtig ist der stete Hautkontakt und die Berührung für Säuglinge, die aus welchen Gründen auch immer in die Neugeborenenstation müssen und nicht die ganze Zeit bei ihrer Mama sein können.

    Der intensive Hautkontakt ab Geburt fördert die emotionale Bindung von Mutter und Kind.

    Hilft bei Reizüberflutung

    Die regelmäßige Babymassage ist eine konsequente Weiterführung zärtlicher Berührung. Diese hat zudem noch weitere Vorteile: Sie hilft dem Säugling wie auch dem Kleinkind sich zu entspannen.

    Gerade nach Tagen, an denen viel los war, können sich die Kleinen nicht immer aus sich heraus entspannen. Sie sind reizüberflutet und finden nicht mehr heraus aus der Aufregungsspirale.

    Das passiert auch oft an Tagen, an denen die Mütter mit ihren Babys viel unterwegs waren und viele verschiedene Menschen getroffen haben. Die ständigen neuen Eindrücke überfordern das Kind – es braucht viel Ruhe und Zeit, alles zu verarbeiten. Weiteres zu potentiellen Überforderungen findet ihr unter „Babys haben ein Recht zu schreien“. (Hinweis der Redaktion)

    Babymassage

    Die Babymassage kann prima beim Wickeln morgens und/oder abends durchgeführt werden. Gerade kleine Babys genießen die Massage sehr. Je älter und aktiver sie werden, desto schwieriger wird es bei vielen Kindern sie zu massieren.

    Sie drehen und wenden sich, haben wenig Geduld oder es kitzelt sie. Es gibt aber auch Kinder, die Massagen bis in die Grundschulzeit genießen – andere lachen nur, weil sie so kitzelig sind.

    Die Bewegungen sollten daher auch nicht zu oberflächlich fein ausfallen. Am besten gelingt die Massage bei älteren Kleinkindern mit sanftem Druck. Ganz sanfte Massagen sind aber auch schon für kleine Babys ebenso wie ihre Mamis wunderschön. Ich habe in meinem Hebammenzentrum einen Kurs zur Schmetterlingsmassage nach Dr. Eva Reich absolviert.

    Das waren wunderschöne Treffen und ich kann nur jeder jungen Mutter ans Herz legen, sich nach so einem Kurs umzusehen. Es gibt auch Bücher zu dem Thema, doch ein Kurs hat den Vorteil, dass die Bewegungen in einigen Treffen mit dem Baby selbst eingeübt werden.

    Andere Babymassagen sind die Indische Babymassage nach Frédérick Léboyer sowie die ayurvedische Babymassage.

    Sie alle sind wunderbar und können Elemente für Eure eigene, ganz persönliche Massage liefern. Frédérick Léboyer sagt, wir sollen unsere Babys mit Zärtlichkeit und Wärme füttern bis sie körperlich und seelisch „satt“ sind – schöner kann man es nicht ausdrücken.

    Vorbereitungen für die Babymassage

    Die Massage, die ich jeden Tag bei all meinen drei Babys ausgeübt habe, beginnt so: Das Baby liegt nackig oder mit Windel auf dem Rücken. Ich habe mir immer ein kleines Handtuch neben das Kind gelegt, denn Bübchen pieseln halt gerne mal steil nach oben. Das Tüchlein konnte ich dann schnell auflegen, um nicht angepinkelt zu werden.

    Ganz wichtig ist es die Wärmelampe anzuschalten. Das Baby soll sich ja entspannen und nicht frösteln. Die Hände müssen daher auch warm sein. Sind die Finger kalt, einfach die Handinnenflächen aneinander reiben.

    Dann ein wenig angewärmtes Babyöl ohne jegliche Zusatzstoffe auf die Hände geben. Es eignet sich ebenso gut ein hochwertiges Bio-Speiseöl – egal ob Olivenöl, Sesamöl oder ein anderes gutes unbehandeltes Öl deiner Wahl.

    Die Schmetterlingsmassage ist eine ganz sanfte Massage, die auch schon bei Neugeborenen angewendet werden kann. Diese sollte bei so kleinen Babys aber nicht länger als fünf Minuten dauern und wirklich ganz behutsam ausgeführt werden.

    Es gibt dabei drei Arten der Bewegung, die auch anders kombiniert werden können: Streichen, kreisen und leichtes Wackeln (mit den Fingern). Beim Streichen sind die Finger immer leicht gespreizt – so wird die Berührung vergrößert. Streichrichtung ist immer von oben nach unten.

    Babymassage - Kind bekommt den Brustkorb massiert

    Babymassage durchführen

    Zuerst ganz vorsichtig und behutsam einige Male seitlich vom Köpfchen aus (nicht am Hinterkopf) über Arme und Körper bis zu den Zehen streichen. So weiß das Kind, dass die Massage jetzt beginnt. Als nächstes unter dem Kinn ansetzen und die Brust entlang den Rippenbögen ausstreichen.

    Dann das Bäuchlein massieren wie bei der Bäuchlein-Massage in Darmausgangsrichtung also im Uhrzeigersinn. Wenn dein Baby unter Blähungen leidet oder du dir da nicht sicher bist, kannst du für diese Massage auch ein Fenchel-Kümmel-Öl oder auch Kamille, verwenden.

    Es gibt spezielle Bäuchleinöle dafür. Diese Massage mehrmals am Tag, auch angezogen und ohne Öl durchführen, wenn das Baby sichtlich unter Bauchweh leidet.

    Arme auswringen

    Weiter geht es mit den Armen. Ganz vorsichtig einen Arm in die Hände nehmen und eine Bewegung machen wie man sie zum Auswringen von einem nassen Handtuch machen würde – natürlich aber viel behutsamer. Durch das Öl gleitet diese Bewegung leicht den Arm hinunter.

    Dasselbe gilt für die Beine. Die können mit etwas mehr Druck massiert werden, sie sind ja dicker. Man merkt ziemlich schnell, ob das Baby sich wohlfühlt oder ob es zu fest ist. Generell würde ich erst einmal ganz behutsam beginnen. Manche Babys mögen es aber auch etwas kräftiger.

    Bei jedem Arm endet die Massage in kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn in der Handinnenfläche. Dann zieht man an jedem Finger einmal sanft.

    Fußsohlen im Uhrzeigersinn massieren

    Am Ende eines jeden Beinchens angekommen folgen kreisende Bewegungen (im Uhrzeigersinn) auf den Fußsohlen bis hinauf zu den Kanten der Sohlen. Hier befinden sich die Fußreflexzonen. Auch unter diesen sind welche, die sich förderlich auf die Verdauung auswirken können.

    Babymassage - Füße massieren

    Ausstreifen der Finger und Zehen

    Zum Schluss an allen Zehen mit einem leichten Ruck ziehen. Als die Kinder ein bisschen größer waren und die Massage schon aufmerksam verfolgt haben, spielten wir beim Ausstreifen der Finger und Zehen immer ein Spiel, das sie sehr lustig fanden:

    Ich habe diese abgezählt mit den Worten: Eins, zwei, drei, vier, fünf kleine Zehen (Finger) und dann gab es ein Bussi drauf.

    Danach die alles umfassende Streichbewegung von Kopf bis Fuß vom Anfang einige Male wiederholen. So oft das Baby noch mitmachen mag. Manchmal schläft das Baby zu diesem Zeitpunkt auch schon.

    Als Variation kannst du auch einmal oberhalb der Augen an der Stirn ansetzen und mit einen leichten Bogen hinter den Ohren vorbei beginnen. Das tun nur die vier Finger ohne Daumen.

    Zum Schluss den Rücken ausstreichen

    Als letztes das Baby auf den Bauch drehen – am besten quer zum eigenen Körper. Eine Hand auf den Popo legen; die andere streicht mit sanftem Druck vom Nacken bis zum Popo.

    Danach beide Hände flach auf den oberen Rücken legen. In einer gegenläufigen Bewegung von einer Seite zur anderen Seite die Hände bewegen bis man knapp oberhalb des Popos angelangt ist.

    Mit gegenläufig ist gemeint, dass die eine Hand immer das Gegenteil von der anderen tut. Wenn also die eine Hand vom eigenen Körper weg streicht, bewegt sich die zweite Hand zum eigenen Körper hin.

    Dadurch entsteht eine für das Kind angenehme „Wellen-“ bewegung, die nicht zu stark gerät, da die Hände flach auf dem Rücken aufliegen.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

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  • Zwillingen gerecht werden – Wisst ihr eigentlich, wie lieb ich euch BEIDE hab?

    Zwillingen gerecht werden – Wisst ihr eigentlich, wie lieb ich euch BEIDE hab?

    Heute hat Verena von dem Blog Mamirocks wieder einen neuen Beitrag für Euch. Dieses mal stellt sie sich der Frage, wie man Zwillingen gerecht werden kann. Danke an Verena für diesen lesenswerten und gleichzeitig informativen Text!


    Wie schaffe ich das, wenn mehrere Kinder gleichzeitig die Mama brauchen? Diese Frage ist mir vor der Geburt der Zwillinge oft durch den Kopf gegangen. Wie wird es sein, gleich drei Kinder zu haben, um die ich mich kümmern muss?

    Jede Zwillingsmama stellt sich zwangsläufig diese Frage. Aber eigentlich fühlt sich jede Mama erstmal unsicher, wenn sie daran denkt wie es sein wird, plötzlich zwei Kinder zu haben. Kann ich dieser Situation gerecht werden? Schaffe ich das, wenn beide Kinder gleichzeitig Trost brauchen?

    Was mache ich, wenn das eine Kind aufwacht und schreit, weil es Hunger hat und die andere in der Küche den Saft verschüttet hat und schnell Hilfe braucht, weil alles auf den Boden tropft?

    Alles eine Frage der Perspektive

    Spontan fallen mir zahlreiche solcher „Extremsituationen“ ein, die im Moment unlösbar und wahnsinnig dramatisch erscheinen. Immer gibt es jedoch eine Lösung. Die ist jedoch manchmal nicht für alle Beteiligten optimal.

    Zunächst einmal hilft uns die Natur selber: Babys schlafen ja erfahrungsgemäß in den ersten Wochen sehr viel.

    In dieser Zeit kann sich die ganze Familie an das neue Kind und damit die veränderte Familienkonstellation gewöhnen. Was wir schon vom ersten Kind an Erfahrungen gesammelt haben, ist zudem ein sehr nützliches, praktisches Wissen.

    Natürlich gibt es auch schon am Anfang schwierige Situationen – vor allem, wenn der Altersunterschied gering ist. Denn das „große“ Kleinkind braucht die Mama auch noch weitaus mehr als ein Kindergarten- oder gar Schulkind.

    Doch ein kleines Baby ist meist schnell auf den Arm genommen und kommt einfach mit, wenn der Ältere Hilfe braucht – im schlimmsten Fall schreit es.

    Doch wie kann man Zwillingen gerecht werden?

    Zwillingsmamas werden da schon eher „zum Schwimmen lernen in den reißenden Fluss geworfen“, um die Erfahrung junger Zwillingseltern einmal mit einem Bild zu beschreiben. Bei ihnen ist wirklich alles gleichzeitig.

    Wenn ich daran denke, wie schwierig es war zwei Babys zur Ruhe zu bringen, die sich gegenseitig immer wieder beim Einschlafen gestört haben, erscheint auch ein Altersunterschied von 16 Monaten schon als große Erleichterung – so alt war unser „Großer“ als seine Zwillingsgeschwistern zur Welt kamen.

    Es ist also alles eine Frage der Perspektive und „Mit den Aufgaben wächst der Mensch“, wie meine Chefin immer so schön sagt.

    Nicht einfach, aber machbar

    Eine Tatsache können sich Mütter mit zwei Kindern immer wieder vorsagen: Ihr habt zwei Arme und zwei Schultern: Für jedes Kind ist eine Seite da. So einfach ist das mit drei Kindern schon nicht mehr.

    Oft habe ich darunter gelitten, immer nur zwei von dreien in den Arm nehmen zu können. Meine Großmutter hatte vier Kinder, je zwei davon nahe beieinander.

    Sie hat mir erzählt, dass sie bei meiner Mutter und ihrer Schwester immer einen Strich von der Nase hinunter gezogen hat über ihren Körper, wenn die beiden sich stritten. Dazu hat sie zu den Kindern gesagt:

    „Diese Hälfte gehört dir und diese Hälfte ist für dich“.

    Manchmal erscheinen mir die Herausforderungen als Mutter im Alltag mit drei Kindern schier unlösbar. Und das geht einem gewiss mit zwei Kindern nicht viel anders – manchmal auch schon mit einem einzigen!

    Was ich persönlich in der Baby- und Kleinkinderzeit am schlechtesten ausgehalten habe, war das viele Geschrei. Aber was willst du machen? Ein Kind schreit eben, wenn es sich bemerkbar machen will.

    Zum Muttersein gehört ein ganz schön dickes Fell dazu. Das fehlt mir bis heute. In oben geschilderten Extremsituationen bleibt einem aber oft nichts anderes übrig.

    Bauchgefühl und Intuition, was zuerst getan werden muss und was jetzt warten kann, helfen einem dann zusätzlich. Ich denke da gerade an folgende Situation: Mama steht am Wickeltisch und will die stinkende Windel des Babys erneuern.

    Da hört sie einen Knall und markerschütterndes Geschrei aus dem Kinderzimmer. Das Gehirn ist sofort auf Hochtouren, meldet akuten Handlungsbedarf. Das schlimmste, was jetzt passieren kann, ist Panik.

    Die besonnene Mama, die sich auf ihren Instinkt verlässt, klebt die volle Windel wieder zu und legt das Baby auf den Boden oder in den Laufstall – eben irgendwohin, wo es für kurze Zeit sicher ist.

    Dann schaut sie sofort ins Kinderzimmer und hat somit Zeit gewonnen für das Kind, das sie gerade am nötigsten braucht.

    Ein kurzes Beispiel

    Worauf kommt es an? – Darauf Prioritäten zu setzen und so entspannt, wie gerade möglich zu handeln. Ruhig und besonnen bleiben und immer eines bewusst haben: Ich kann mich nicht zerteilen.

    Es gibt Situationen, in denen ein Kind warten muss bis ich mich um es kümmern kann. Auch wenn das Baby mit der vollen Windel jetzt vielleicht schreit und nicht einverstanden mit der abrupten Behandlung ist – es ist weder in Gefahr noch hat es Schmerzen.

    EIN DICKES FELL IST SEHR HILFREICH

    Und hier setzt der Wunsch nach dem dicken Fell ein. Ich weiß nur zu gut, wie es sich anfühlt, wenn ein Baby schreit und ich mich aber gerade zuerst um das andere Kind kümmern muss.

    Da hilft nur sich immer wieder ganz tapfer vorsagen, das Kind nimmt davon keinen Schaden und ich bin trotzdem eine gute Mutter! Gleich nehme ich den Schreihals in den Arm und tröste ihn mit all meiner Liebe.

    Hierzu kann ich euch den Beitrag „Babys haben ein Recht aufs Schreien“ empfehlen (Hinweis der Redaktion).

    Das schlimmste Erlebnis, das mir mit meinen drei Babys in Erinnerung geblieben ist, war eine Gewitternacht. Da ihr Papa häufig länger als eine Woche auf Dienstreisen unterwegs ist, habe ich da alleine durchgemusst.

    Als es gewaltig donnerte, sind prompt alle aufgewacht. Die Zwillinge waren ohnehin gerade bei ihrer nächtlichen Stillmahlzeit und fingen vor Schreck an zu weinen.

    Doch auch der damals knapp zweijährige „Große“ fürchtete sich und fand die Mama nicht im Bett. Die war ja bei den Zwillingen zum Mitternachtsimbiss. Also hatte ich drei erschreckte, heulende Kinder, die alle zur Mama wollten.

    Irgendwie kam mir diese Situation endlos lange vor. Denn wenn einmal alle brüllen, ist es um so schwieriger, auch nur ein Kind wieder zu beruhigen. Verständlich.

    Schließlich haben wir uns alle so gut es ging zusammen gekuschelt, ich habe beruhigende Lieder gesungen und am nächsten Morgen hatten die Kinder die Schrecken der Nacht schon vergessen.

    Zwillinge werden gewickelt

    Liebe ist für alle da

    Mutterliebe wird übrigens nicht weniger, wenn man sie teilt. Jedes Kind kriegt genug davon ab. Die liebe Mama gibt besser darauf acht, dass sie vor lauter Kümmern auch noch an sich selber denkt.

    Am besten klappt der Alltag mit mehreren kleinen Kindern nämlich, wenn man ausgeruht und ausgeschlafen ist.

    Gerade, wenn die Kinder größer und damit verständiger werden, ist irgendwann die Zeit gekommen, ihnen zu erklären, dass sie ein wenig warten können.

    Das verstehen Kinder meiner Erfahrung nach zum Teil schon mit drei Jahren. Auch wenn das nicht heißt, dass die Kinder gerne warten wollen!

    Wie werde ich meinen Zwillingen gerecht?

    Was bei uns auch immer recht gut geholfen hat, waren kleine Ablenkungen. Ich habe etwa dem älteren Kind, das öfter warten musste, ein Hörspiel angemacht.

    So ist das Warten auf die Mama nicht so langweilig. Ein positiver Effekt des Wartens ist übrigens, dass die Kinder schneller selbständig werden.

    Sie beginnen kleine Aufgaben alleine zu erledigen, wenn es ihnen zu lange dauert bis die Mama endlich kommt. So schenken sie sich etwa einen Saft ein, holen sich etwas Obst oder lernen früh sich selber anzuziehen, um schon mal vor zu gehen in den Garten.

    Diese Selbständigkeit haben wir immer sehr begrüßt und unser Erstgeborener hat wohl gespürt, dass wir stolz auf ihn sind und sich ganz groß dabei gefühlt.

    Quality Time mit den Kindern ist sehr wichtig. Denn bewusst zusammen verbrachte Zeit ohne mit den Gedanken irgendwo anders zu sein, entschädigt für alle Augenblicke des Wartens.

    Keine Mutter kann permanent für ihre Kinder da sein ohne sich zu verlieren!

    Sie braucht Zeit für sich, für ihren Partner und Freunde, den Job und den Haushalt.

    Das Warten müssen, gehört in jeder Familie zum Alltag – egal wie viele Kinder da sind. Zum Leben gehören Sonnenschein und Regentage. Und irgendwann sind die Kinder so groß, dass die Mama nur noch ausnahmsweise einen Kuss bekommt!

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Elena Yakushev / shutterstock
    Foto 2: adriaticfoto / shutterstock
  • Baby schreien lassen: Juniorexpertentipp – „Lass mich doch einfach mal schreien“

    Baby schreien lassen: Juniorexpertentipp – „Lass mich doch einfach mal schreien“

    Schreien lassen: „Lass mich doch einfach mal schreien“. Der humorvolle Babyschrei-Expertenbeitrag von unserem jüngsten Experten „Karlchen“ (6 Monate):

    „Oh je, Mama du hast schon wieder Stress. Was soll ich bloß machen? Wenn du mich doch einfach mal auskotzen und etwas weinen lassen würdest. Mir fehlt doch nichts.

    Es gab heute nur wieder so viel spannendes und aufregendes Neues. Heute morgen kamen Oma und Opa, die mich in ihren Armen hielten und kuschelten. Und dann roch die Oma so komisch, wie die Blumenwiese auf der wir mal gepicknickt haben.

    Anschließend waren wir shoppen und du hast mir alle möglichen Shirts und Hosen angehalten. Dabei gefiel mir der graue Zweireiher an der Schaufensterpuppe am Besten.

    Danach waren wir ja noch in deinem Lieblingscafé, wo so viele fremde Menschen saßen und so viele verschiedene Sprachen gesprochen wurden, dass mir ganz wirr im Kopf wurde.

    Und als ich dann zu schreien begann, hast du mich direkt an deine Milchbar angelegt. Dafür bin ich dir sehr dankbar. Und dann duftete es dort auch noch so extrem nach der braunen Suppe, dass ich ganz zappelig wurde.

    Das alles war zwar etwas viel für mich, aber auch sehr spannend. Und wenn es schon so aufregend ist, dann brauche ich zumindest am Abend mal etwas Zeit, um das alles zu verarbeiten.

    Lass mich bitte schreien!

    Wenn ich schreie, hebst du mich immer wieder hoch über deine Schulter. Und redest etwas von Bauchweh …

    Deinen Rücken mag ich zwar auch, doch deine Brüste entzücken mich da doch wesentlich mehr.

    Mmmhhhpf! Und klopfe mir bitte nicht immer auf meinen Rücken. Das muss doch nun wirklich nicht sein. Wenn ich schreie, muss ich doch nicht immer ein Bäuerchen machen.

    Und dann das komische Gerät, dass du mir immer wieder ins Ohr steckst. Dabei hast du mich doch gerade erst gebadet und mit einem Lappen in meinen Ohren herum geschrubbt.

    Ich fühle mich so wohl, wenn ich einfach nur in deinen oder Papas Armen liegen und einfach mal nach Herzenslust schreien darf. Zudem strenge ich mich dabei doch immer ganz doll an, dass diese schön warmen Tränen über mein Gesicht kullern. Das liebe ich so.

    Wenn ich doch nur schon sprechen könnte …

    Dann könnte ich dir sagen, dass es mir richtig gut geht bei dir und Papa. Doch so mache ich mir immer Sorgen um dich. Du bist doch meine beste Mama.

    Wenn du dich stattdessen doch immer wieder beruhigen könntest, könnte ich mich auch gleich viel leichter wieder entspannen.

    Vielleicht sollte ich mal probieren mit meiner großen Schwester Mira in Kontakt zu gehen und ihr mal zu verstehen zu geben, was ich will und was nicht. Sie kann es dir ja vielleicht besser verklickern. Obwohl ich nicht verstehe, warum ihr dass verklickern nennt. Dabei klickert es doch nur laut, wenn Papa mit seinen Freunden kickert.

    Am liebsten habe ich es, wenn du mich so staunend und liebevoll anschaust. Du riechst ja so verdammt gut. Einfach hinreißend. Wenn ich groß bin, werde ich dich bestimmt heiraten.

    Ich hoffe, ihr hattet euren Spaß und habt die Botschaft verstanden 😉 In diesem Kontext könnten euch unsere Beiträge „Babys haben ein Recht aufs Schreien“ und „Weinen ist heilsam“ interessieren (Hinweis der Redaktion).

    Liebe Grüße

    Euer Karlchen  (Babytalk – Juniorexperte)“

    Foto: Brian A Jackson / shutterstock
    Pinterest 1: coramueller von G Images (über Canva)
    Pinterest 2: Brian A Jackson & Artush shutterstock
  • Stoffwindeln für das Baby

    Stoffwindeln für das Baby

    Stoffwindeln haben sich in den letzten 20 Jahren extrem weiterentwickelt. Die Handhabung ist leichter geworden, das Material funktioneller und auch optisch haben sich Stoffwindeln sehr positiv verändert. Viele Eltern fragen sich daher:

    Lohnt sich der Wechsel auf diese umweltfreundlichere und ggf. auch hautfreundlichere Alternative? Muss man Angst vor Wäschebergen haben? Und wie ist die Handhabung mit diesen?

    Im folgenden die Vorteile der Stoffwindeln:

    Sie passen meistens von Geburt an bis zum Ende der Windelzeit (womit kein Wechseln auf eine andere Größe nötig ist, da in Stufen verstellbar).

    Viele Marken bieten auch Neugeborenen-Größen an, da die Kinder aber rasch wachsen, lohnt es sich eigentlich kaum, viele in dieser Größe zu kaufen.

    Sie sind im Grunde, je nach System, so einfach zu handhaben wie Wegwerfwindeln – sie haben dieselbe Form und werden mittels Klettverschluss oder Druckknöpfen verschlossen.

    Startet man früh genug, spart man viel Geld, da man nur ein Set an Stoffwindeln kaufen muss, dass dann für die ganze Windelzeit reicht.

    So zahlt man zwar einmalig mehr Geld, hat danach aber kaum mehr Ausgaben. Und der mühselige Windelkauf und das Schleppen und Unterbringen der Pakete bleibt aus.

    Bei mehreren Kindern rechnet es sich finanziell auf jeden Fall und mittlerweile ist der Stoffwindel-Secondhandmarkt groß genug, dass man entweder die Windeln aus zweiter Hand kauft und/oder nach Gebrauch wieder verkaufen kann. Windeln, die bereits in Benutzung waren, haben auch schon die optimale Saugkraft entwickelt.

    Der Abfallberg schrumpft! Kein wunder Po mehr. Besseres Körpergefühl: Stoffwickler schwören darauf, dass ihre Kinder schneller trocken werden, da sie eher merken, wenn „was kommt“.

    Natürlich saugen auch Stoffwindeln, aber weit weniger schnell als Wegwerfwindeln. Dies kann ich auch bestätigen.

    Mit 20 Monaten merkt meine Tochter mal mehr, mal weniger, dass sie „muss“. Sie merkt es wirklich! Eyecatcher! Stoffwindeln sind heutzutage einfach schön! Es gibt sie in allen Farben und Mustern und zum Teil sogar in Limited Editions.

    Stoffwindeln Stapel mit Stoff- und Einmalwindeln

    Einige Mamas haben einen Narren daran gefressen und zeigen gerne ihr Stoffwindel-Regal, wie andere ihr Schuh- oder Taschenregal.

    Gibt es auch Nachteile?

    Man muss häufiger waschen: Das kommt darauf an, wie oft das Kind in die Windel macht. Neugeborene machen natürlich häufiger in die Windeln.

    Da muss dann schon öfter gewechselt werden, man kann sich zusätzlich noch mit Wegwerfwindeln aushelfen. Oder den Zeitpunkt des Umstiegs verschieben.

    Stoffwindel brauchen ein spezielles Waschmittel: Um die Saugkraft zu erhalten, sind die üblichen Waschmittel-Zusätze nicht geeignet: Es darf keine Tenside enthalten.

    Und Weichspüler sind ein No-Go. Aber diese Waschmittelsind nicht teurer als herkömmliche und auch keineswegs schlechter.

    Für Selbermacher: Im Web findet man auch ein Rezept, um selber ein Waschmittel herzustellen. Auch „Waschnüsse“ o.ä. funktionieren.

    Was passiert mit dem „großen Geschäft“? Es ist anders als viele denken kein Problem! Erwartet man beim Kind Stuhlgang, mit der Zeit weiß man in etwa, wann der zu erwarten ist, legt man ein Windelvlies (in Rollen erhältlich, analog WC-Papier zum Abreissen) auf die Windel.

    Dies fängt den Stuhlgang gut auf, so dass man nur noch das Vlies vorsichtig rausnehmen und dann samt „Geschäft“ in die Toilette spülen kann. Das Vlies ist kompostierbar.

    Ist mal kein Vlies drin gewesen oder was daneben gegangen, hält man die Windel am besten in die Toilette und spült das Gröbste raus.

    Benutzt man All-in-2-Systeme mit herausnehmbaren Einlagen, kann man diese separat waschen. Während man die Höschenwindel aus Stoff mehrmals wieder verwenden kann, ohne diese jedes mal zu waschen.

    Es braucht viele Windeln:

    Man sagt, ca. 20 sind nötig damit man immer Nachschub hat. Das kommt aber darauf an, welches System man nutzt. Wie oft das Kind die Windeln füllt, wie schnell diese trocknen und wie oft man wäscht.

    Mit 10-12 Stoffwindeln hat meine eine gute Grundausstattung, da im Durchschnitt 2-3 Windeln pro Tag gebraucht werden.

    Stoffwindeln „tragen auf“:

    Sie sind tatsächlich breiter und je nach Hersteller und Einlagen auch dicker als Wegwerfwindeln, was Kinder in der Regel nicht stört. Für die Hüftentwicklung bei Neugeborenen ist das sogar ein Pluspunkt („breit wickeln“).

    Und unterwegs hat man einfach immer Reservewindeln dabei und nutzt ein „Wetbag“ mit Reissverschluss, in der man die Windeln transportieren kann.

     Wie aufbewahren/waschen?

    Da findet jeder seinen eigenen Weg. Es gibt Mütter, welche die Windeln nach Benutzung für einen Spülgang in die Maschine legen oder von Hand ausspülen.

    Ein Paar Tropfen Lavendelöl o.ä. im Waschkorb vermindert angeblich den Geruch. Ein abschliessbarer Eimer natürlich auch.

    Während warmer Sommertage kann man die feuchten Windeln gut draußen oder drinnen aufhängen und dann trocken in den Waschkorb legen.

    Je nachdem, wie voll die Windeln sind oder wie stark sie riechen, legt man sie vor dem Waschen für einen Spülgang (ca. 10min) in die Maschine. Dann erst gibt man das Waschmittel hinzu (es braucht nur sehr wenig) und wäscht die Windeln in einem regulären Spülgang.

    Je nach Marke 40° oder 60°. Sauber werden sie auf jeden Fall! Man muss keine Bedenken haben sie nur bei 40° zu waschen.

    Meine Persönliche Meinung zu Stoffwindeln

    Ich mag am liebsten AIOs (All in One) oder AI2s (All in 2s), da sie den Wegwerfwindeln am ähnlichsten sind. Während bei den AIOs die Einlage schon eingenäht ist, ist sie bei den AI2s meist einknüpf- oder einschiebbar. So muss man nicht jedes Mal die ganze Windel waschen, sondern nur die Einlage(n).

    Es gibt auch Systeme, die mit „Überhosen“ funktionieren.

    Das war mir dann zu aufwendig. Es gibt verschiedene Einlagen unterschiedlicher Saugkraft. Gängige dafür verwendete Materialien sind Bambus, Hanf oder Minky.

    Einige saugen mehr und sind z.B. speziell für die Nacht gedacht. Man kann auch zwei oder mehr Einlagen übereinander verwenden. Wenn man aber häufig genug wechselt, reicht eine aus.

    Auch nachts kam ich mit einer gut aus. Es ging nie was daneben. Das muss man aber ausprobieren. Jedes Kind ist individuell und es kommt wohl auch darauf an, wie viel Flüssigkeit es nachts noch durch Stillen oder Fläschchen zu sich nimmt, wie oft es wach wird etc.

    Bei Stoffwindeln hat man zudem, je nach Marke, die Möglichkeit, die Einlagen dem Geschlecht des Kindes anzupassen. Sprich sie werden dort gefaltet, wo das „Pipi“ hinkommt: Bei Jungs im vorderen Bereich, bei Mädchen eher in der Mitte der Winde.

    Es gibt verschiedene Stoffwindelsysteme auf dem Markt und viele Händler bieten „Testpakete“ an, was sehr praktisch ist, wenn man sich nicht entscheiden kann.

    Hier einige Stoffwindel – Marken:

    Blueberry, Blümchenwindel, Bum Genius,Charlie Banana, Pop-In, Rumparooz, Totbots (auch Trainerhöschen und Schwimmwindel),Windelmanufaktur.

    Und hier einige geeignete Waschmittel: Ecover, Rockin’Green Der Preis für eine einzelne Stoffwindel beläuft sich je nach Marke um die CHF 25.-

    Eine Limited Edition kann auch mal CHF 30.- kosten.

    Den Windeln liegt oft auch ein Flyer bei, eine „Gebrauchsanweisung“ und viele nützliche Infos. Die meisten Hersteller bieten Pakete zu 5-10 Windeln an, die dann günstiger sind.

    Dazu kommt noch das Windelvlies, das Waschmittel und allenfalls Zubehör wie zusätzliche Einlagen, ein geruchsdichter Eimer oder eine Nasstasche. (Beutel für unterwegs oder zuhause)

    Trainerhöschen und Schwimmwindeln werden ebenfalls von vielen Herstellern angeboten. Es lohnt sich, auch diese zu kaufen.

    (Die Wickelzeit bietet sich für Fingerspiele an, nachfolgend findet ihr einen schönen und interessanten Beitrag dazu, Hinweis der Redaktion)

    Eure Tamara (Babytalk – Autorin)

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