Autor: Deva Wallow

  • Erziehung – Was Kinder unter einem NEIN verstehen

    Erziehung – Was Kinder unter einem NEIN verstehen

    Erziehung ohne Nein: Habt ihr schon einmal darauf geachtet, wie häufig ihr zu euren Kleinen „Nein“ oder „das geht nicht“, „dass kannst du nicht haben“ etc. sagt? Studien meinen es sind weit über 100 verneinende Aussagen dieser Art pro Tag.

    Was ist an einem NEIN verwerflich?

    An sich nichts. Nur verstehen vor allem eure Kleinen unter einem NEIN nicht nur den „Ausschlag eines Wunsches“, sondern: „Ich bin nicht OK“, was für sie gleichbedeutend ist, mit „Ich bin nicht liebenswert !!!„.  Das liegt daran, dass Kleinkinder ihre Bedürfnisse und Wünsche noch nicht von ihrer „Person“ trennen können. Dies fällt übrigens auch noch vielen Erwachsenen sehr schwer.

    Viele von Euch können sich bestimmt nicht mehr daran erinnern, was sie empfunden haben. Das liegt vor allem daran, weil sich das Meiste davon vor allem auf einer uns unbewussten Ebene abspielt.

    Was nun? Sollt ihr jetzt euren Kindern etwa immer alles geben, was sie sich wünschen und keine Grenzen mehr setzen???? – Nein.

    Doch ihr könnt eure Kommunikation bzw. Formulierungen verändern. Dies ist zwar zu beginn etwas „mühseelig“, doch es ist eine lohnenswerte Investition in die Beziehung zu eurem Kind.

    Hier ein paar Beispiele wie ihr ein NEIN umgehen könnt:

    Kind: „Ich will jetzt fernsehen!“  –  Mama: „Nein, Du darfst jetzt kein Fernsehen mehr schauen!“

    – besser: „Ich kann verstehen, dass Du jetzt gerne Fernsehen möchtest. Was ich Dir anbieten kann, ist, dass wir jetzt erst in Ruhe zu Abendessen und wenn wir gemeinsam den Tisch abgeräumt haben, lese ich Dir gerne noch eine Geschichte vor. „

    Kind (im Geschäft): „Ich will diese Puppe!!!!!“  –  Mama: „Nein, die gibt es nicht.“

    – Unsere Vorschläge: „Oh, ja, diese Puppe ist wirklich schön. Die hätte ich auch gerne gehabt. (Hier geht es darum, unserem Kind Verständnis für ihr Bedürfnis/ihren Wunsch zu schenken.)

     oder „Diese Puppe werde ich Dir zwar nicht kaufen, doch was ich Dir vorschlagen kann, ist, dass wir, wenn ich mit dem Einkaufen fertig bin, ein Eis essen gehen“.

    Es ist besser, euren Kindern Verständnis für ihre Bedürfnisse/Wünsche entgegen zu bringen und ihnen eine Alternative anzubieten. Dies ist aber nicht immer zwingend notwendig. Es hilft aber in Stresssituationen häufig, euer Kind schneller zu beruhigen. Es sollte jedoch nicht zur Gewohnheit werden.

    Ebenso ist es gerade bei Kleinkindern hilfreicher ihnen je nach Alter eine oder mehrere Alternativen vorzuschlagen, als sie „offen/frei“ nach ihren Wünschen zu fragen. Denn das überfordert sie.

    Papa: „Na, was sollen wir am Wochenende unternehmen?“ Kind: Ich will ins Disney Land.“

    Wenn ihr eure Kleinen häufiger nach ihren Wünschen fragt und dann ablehnen (müsst), fühlen sie sich nicht ernstgenommen und nehmen auch eure Fragen nicht mehr ernst. Und verlieren dann schnell ihr Vertrauen, in euren Wunsch sie glücklich zu machen und an eure Liebe.

    Ich möchte noch ausdrücklich betonen, dass einzelne Neins das Selbstbewusstsein von Kleinkindern nicht unbedingt schwächen werden, da sie ansonsten bestimmt noch viel Anerkennung, Wertschätzung und Bestätigung von euch erhalten.

    Erziehung ohne Nein - Kind greif beim Einkaufen in die Eistruhe

    Erziehung: Das Vertrauen unserer Kinder wächst mit jeden JA.

    Je mehr ihr eine Nein vermeidende Kommunikation übt, umso stärker wächst das Vertrauen eurer Kinder euch gegenüber und zu sich selbst.

    Vor allem in Gefahrensituationen sind Neins wenig hilfreich. Da ihnen in diesen Momenten die Aufforderung fehlt, was sie stattdessen machen sollen.

    Ich empfehle euch in diesen Situationen klar auszudrücken, was euer Kind machen soll, wie z.B. „Bleib stehen!“ oder „Stopp!“, „Komm zu mir!“ (…). Dabei gilt: je kürzer und klarer umso besser!

    Hilfreich ist es, wie in allen Anweisungen euren Kindern zu sagen, was ihr euch von ihnen wünscht und nicht, was ihr euch nicht wünscht. „Betrete nicht den Rasen“, „Denke jetzt nicht an einen rosa Elefanten“.

    Diese Anweisungen gehen häufig in die „Hose“. Da unser Gehirn mit Bildern arbeitet und es für die Worte „nicht“ und „verboten“ (und vielen gleichbedeutenderen) keine klaren Bilder gibt, werden diese Worte in unseren „Bildern“ weggelassen. Und es bleiben Bilder übrig, wie sie den Rasen betreten oder es taucht ein Rosa Elefant vor ihrem inneren Auge auf.

    Ich weiß aus eigener Erfahrung als Papa, dass es eine sehr anstrengende, aber auch lohnenswerte Investition, in ein entspannteres Familienleben und in das Selbstbewusstsein unserer Kinder ist und kann euch dies nur nahelegen.

    Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr uns eure Erfahrungen, Fragen und Ideen in diesem Zusammenhang mitteilt, z.B. Welche „Neins“ findet ihr besonders schwer, umzuformulieren?

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    Wenn ihr gerne noch mehr darüber erfahren möchtet, wie ihr eure Kinder liebevoll in die Selbstständigkeit begleiten könnt, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist, wertvolle Tipps.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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  • Was tun, wenn dein Kleinkind sich seine Zähne nicht putzen will?

    Was tun, wenn dein Kleinkind sich seine Zähne nicht putzen will?

    Über eine Babytalk-Leserin bin ich auf das Problem aufmerksam gemacht worden, dass viele Eltern sich fragen, wie sie sich verhalten sollen, wenn sich ihr Kind nicht die Zähne putzen will.

    „Was tun, wenn das Kind sich nicht die Zähne putzt und auch alle Versuche mit zuckerfreien Süßmitteln, gesunder Ernährung etc. nicht verhindern, das letztendlich die Zähne so kaputt sind, das eine Behandlung unter Vollnarkose notwendig ist? Ist dann die Behandlung und alles was dazu gehört für das Kind nicht genauso traumatisch, als wenn es zum Putzen gezwungen worden wäre?“

    Auf die Frage, was zu tun ist, kann man Eltern zwar hunderte von Tipps geben, doch letztendlich müssen sie die Entscheidung treffen und damit die Verantwortung dafür selber tragen. Selbst, wenn es so aussieht, als wenn eine Vorgehensweise „besser“ ist als die andere, kann man das im vorhinein nicht wirklich sagen.

    In diesem Sinne werde ich nachfolgend darauf eingehen, „wie man Kinder ans Zähneputzen heranführen kann“, „welche Folgen ein „gewaltsames Zähneputzen haben kann“ und „wie man Kinder auf eine Zahnbehandlung vorbereiten kann“,  eingehen.

    Wie kann ich mein Kind dazu motivieren sich die Zähne zu putzen?

    Zu aller erst, beginnt frühzeitig mit dem Zähne putzen, das heißt mit den ersten Milchzähnen und den ersten Beikostmahlzeiten (6-9 Monate). So baut sich das Zähneputzen von „Anfang“ an in das Aufsteh- bzw. Zubettgeh-Ritual ein.

    Nimmt eure Kinder so oft wie möglich mit, wenn ihr euch die Zähne putzt, denn Kinder haben eine Art inneren Drang uns alles nach zu machen. Und Kinder lernen am allermeisten durch Nachahmung. Dies insbesondere von ihren Eltern und größeren Geschwistern.

    Vielleicht lasst ihr ihnen auch euch die Zähne putzen und schaut, ob ihr anschließend mit der Zahnbürste in ihren Mund dürft. Seid nicht enttäuscht, wenn sie es nicht wollen. Manchen Kindern macht es einfach noch Angst.

    Falls sie es nicht wollen, fragt, ob sie es vielleicht selber mal probieren wollen. Und wenn sie dies auch noch nicht wollen, sind sie vermutlich aber bereit ihrer Puppe oder Kuscheltier die „Zähne zu putzen“.

    Wie auch immer, bleibt entspannt und geht nicht mit der Erwartung heran, dass es jetzt aber langsam mal klappen muss.

    Kinder lernen am besten auf einer humorvollen und entspannten Art und Weise

    Vielleicht führt ihr auch ein Belohnungssystem ein, indem ihr ihnen einen Smiley oder ähnliches Bildchen stempelt oder in eine Liste malt. Ab dem Erreichen einer bestimmten Menge könntet ihr dann etwas mit ihnen unternehmen, was sie besonders mögen oder eine Kleinigkeit schenken.

    Ich habe mir damals so mein erstes Taschengeld zusammengespart. Dabei ist zu beachten, dass dies nicht als ein Tauschhandel gemeint und kommuniziert wird, was dann dazu führen kann, dass eure Kinder nur noch für eine Gegenleistung machen, was ihr wollt.

    Achtet zudem darauf, dass ihr eine weiche Zahnbürste verwendet, denn besonders bei Kindern ist das Zahnfleisch häufig noch sehr empfindlich. Übrigens auch unsere Zähne mögen am liebsten sanft geputzt werden.

    Belohnung wirkt immer besser als Bestrafung

    Erinnert euch mal an die ersten Aufsteh- und Gehversuche eures Kindes. Habt ihr sie kritisiert, wenn sie hingefallen sind oder habt ihr sie motiviert es immer wieder zu probieren und sie bei jeden Versuch überschwänglich bestärkt und gelobt?

    Vielleicht lest ihr auch mal gemeinsam Geschichten von den Zahnmonstern Karius und Baktus, diese werden den meisten Eltern bestimmt bekannt sein. Selbst ausgedacht wirken sie aber auch.

    Bis zum Erlangen der Schreibschrift ist es zudem wichtig die Zähne täglich mindestens einmal gründlich nachzuputzen.

    Mutter putzt Kleinkind die Zähne

    Ein „gewaltsame“ Zähneputzen oder erzwingen ist nicht hilfreich.

    Wenn ich mein Kind gegenseinen Willen die Zähne putze, sollte ich mir bewusst sein, dass dies vom Kind als Grenzüberschreitung wahrgenommen wird.

    Dies muss zwar nicht, kann aber zu einem Trauma führen. Auf jeden Fall wird es die Beziehung zu den Eltern bzw. das Vertrauen zu ihnen für eine gewisse Zeit schädigen.

    Und das kann schwerwiegendere Folgen für euer Kind haben und für kariöse Folgezähne sorgen, obwohl man genau das Gegenteil bewirken wollte.

    Denn so würde das Zähneputzen für eine sehr lange Zeit mit etwas sehr negativem verbunden. Was zu Folge hätte, dass sie aus freien Stücken wohl eher nicht mehr machen würden. Somit hätte man das Problem noch verstärkt und verlängert.

    Meine Empfehlung, macht euch immer wieder bewusst: Auch bzw. gerade Kinder haben das Recht Fehler zu machen. Und wie wir, haben sie anschließend auch die „Verantwortung“ für ihre Entscheidungen zu tragen.

    Und da wir sie lieben, helfen wir ihnen dabei, anstatt, wenn sie bereits „auf dem Boden liegen, noch nachzutreten“.

    Kinder lernen nicht aus Verurteilung und Bestrafung, sondern aus Erfahrung.

    Überlegt euch, ob ihr euren Kindern nicht „die Verantwortung“ für ihr Zähne putzen  überlasst.

    Unsere Verantwortung als Eltern endet an dem Punkt, an dem wir sie immer wieder (in Abständen) „kindgerecht“ darauf Aufmerksam machen, wie wichtig das Zähne putzen ist. Es ihnen zeigen bzw. mit ihnen üben und sie daran erinnern es zu tun. Zumindest solange bis es eine „Selbstverständlichkeit“ für sie geworden ist.

    Wie kann ich eine Zahnarztbesuch/-OP meines Kindes vorbereitend unterstützen?

    Dies kann damit beginnen, dass wir für und ggf. gemeinsam mit unserem Kind einen Zahnarzt suchen (hierzu ein Video von Lauras Stern Laura muss zum Zahnarzt„), der eine Gespür hat, wie man in Kontakt mit (ängstlichen) Kindern kommt und weiß, wie man ihr Vertrauen gewinnt.

    So sollte der erste Zahnarztbesuch auch nur eine Art Kontroll- und Diagnosebesuch sein. Und wenn möglich keine Behandlung beinhalten. Für Kinder ist es sehr hilfreich, wenn die ersten Besuche beim Zahnarzt in positiver Erinnerung bleiben.

    Aus diesem Grund ist es sinnvoll, die Zähne kontrollieren zu lassen bevor die ersten Probleme auftreten. Mehr dazu findet ihr in unserem Beitrag „Der erste Besuch beim Zahnarzt„.

    Man sollte  Kinder bei nötigen Behandlungen nicht belügen, indem man ihnen z.B. sagt, es wird nicht weh tun. Denn das muss es zwar nicht, doch kann es. Und zudem ist es auch von der Schmerztoleranz abhängig.

    Eine tolle Idee ist es, die Geräte des Zahnarztes mit Geschichten zu verbinden:

    • Der Bohrer macht die Häuser von den „Auamonstern“ kaputt.
    • Der Sauger fängt sie alle ein und schmeißt sie ins Gefängnis.
    • Die Füllung macht die Zähne wieder wunderschön glatt, sodass „Auamonster“ in Zukunft immerzu ausrutschen und keine Chance haben, sich anzusiedeln.

    Wenn möglich und vom eurem Kind gewünscht, ist es gut seine Hand zu halten oder auf eine andere Art in körperlichem Kontakt während der Behandlung zu bleiben.

    Auch eine anschließende Belohnung und Lob kann eine unschöne Erfahrung gerade bei Kindern häufig ins positive umkehren.

    Als erstes sollte man sich davor hüten, dies mit Kommentaren wie „Wer nicht hören will, muss fühlen“ oder „Das hast Du nun davon“. Damit probieren wir nur unsere eigenen Schuldgefühle zu mindern.

    Ich hoffe Euch damit die Entscheidung etwas leichter gemacht zu haben.

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    Weitere Beispiele, wie ihr eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit begleiten könnt, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern„, welches im Humboldt-Verlag erschienen ist:

    Euer Deva (Babytalk-Redaktion)

    Beitragsfoto: Evgeniy Losev / shutterstock
  • So könnt ihr euer Kind beim Arzt unterstützen

    So könnt ihr euer Kind beim Arzt unterstützen

    Mit Kind beim Arzt: Fremde Umgebung, ein fremder Geruch – und dann auch noch fremde Menschen, die einem viel zu nahe kommen: Kein Wunder, dass Babys und Kleinkinder sich in Arztpraxen nur selten wohlfühlen. Nachfolgend findet ihr Tipps, wie ihr euer Kind beim Arztbesuch unterstützen könnt.

    Doch Arztbesuche sind eben notwendig. Das gilt für die U-Untersuchungen, gegebenenfalls Impfungen und auch, wenn das Kind mal krank oder verletzt ist. Wir als Eltern können unsere Kinder liebevoll begleiten, indem wir ihnen Sicherheit geben und ihnen eine Stütze sind. Das geht in mehrerlei Hinsicht:

    -1- Auswahl des Arztes

    Kinder haben sehr feine Antennen: Sie spüren genau, wenn wir Vorbehalte gegenüber einem Arzt haben. Daher macht es Sinn den Arzt sorgfältig zu wählen. Bei der Auswahl ist es hilfreich darauf zu achten, dass sich der Arzt Zeit nimmt, vor der „Behandlung“ in direkten Kontakt mit dem Kind zu gehen. Dies ist für den Vertrauensaufbau sehr wichtig. Egal wie alt das Kind ist.

    Dass wir Eltern dem Arzt und seiner Expertenmeinung vertrauen, ist auch für unsere Kinder wichtig. Wer selbst mit einem mulmigen Gefühl zum Arzt geht, dem wird es schwerfallen, seinem Kind Sicherheit zu geben.

    -2- Vorbereitung auf den Arztbesuch

    Ein Arzt ist jemand, der es gut mit Dir meint, er will Dir helfen gesund zu werden (oder zu bleiben). Mit diesem Grundtenor sollten wir vor unseren Kindern über den Arzt sprechen.

    Wenn wir unseren Kindern außerdem vorher schon sagen, was ungefähr passieren wird, dann können sie sich darauf einstellen. Dass sich ein Kind bei der U-Untersuchung ausziehen muss, sollten wir ihm zum Beispiel unbedingt vorher schon sagen. Auch wenn es eine Spritze bekommen soll, ist das wichtig vorher zu wissen.

    Es kann auch helfen mit dem Kind und seinen Kuscheltieren oder Puppen die typische Untersuchungen und Behandlungen durchzuspielen.

    -3- Ich bin bei Dir

    In der fremden Umgebung der Arztpraxis tut es Kindern gut zu wissen, dass jemand da ist, dem sie vertrauen: Eltern oder zur Not andere Bezugspersonen. Wir Eltern sollten bestärken, Gefühle wahrnehmen und ein Wir-Gefühl schaffen.

    Das geht indem wir unseren Kindern zuhören, ihre Gefühle nicht kleinreden, sondern ernst nehmen und die klare Message senden: „Wir schaffen das gemeinsam“.

    -4- Gefühle zugestehen

    Eine Spritze ist nicht „nichts“. Und wenn Eltern sagen das tue nicht weh, dann lügen sie. Natürlich kann eine Spritze weh tun. Wer das abstreitet macht sich unglaubwürdig.

    Besser wäre es da etwas zu sagen wie: „Ich weiß, dass das unangenehm ist. Ich kann mich noch gut an meine letzte Spritze erinnern, das war ganz schön doof. Aber schau – es ist wieder verheilt. Bei Dir wird das genauso sein“.

    -5- Ich gebe Dir Sicherheit

    Natürlich könnten wir Eltern mitweinen, wenn das Baby eine Spritze bekommt. Besser ist es aber, sich nicht mit in die Opferrolle zu begeben, sondern auch hier Sicherheit zu geben:

    Gleich haben wir es geschafft! Wenn wir Eltern zögern oder selbst zurückweichen, sendet das falsche Signale. Besser ist es, entschlossen und klar Position zu beziehen.

    -6- Ich bleibe bei Dir

    In Krankenhäusern und auch in manchen Arztpraxen werden Eltern gebeten nach draußen zu gehen, wenn ihrem Kind Blut abgenommen oder ein Zugang gelegt wird. Das ging mir auch schon so. Beim ersten Mal habe ich es tatsächlich gemacht. Im Nachhinein bereue ich es sehr. Alle folgenden Male bin ich geblieben. Und zwar aus gutem Grund:

    In Momenten größter Not, in denen ihnen fremde Menschen Schmerzen zufügen, brauchen Babys und Kinder jemand Vertrauten um sich, der ihnen Halt gibt.

    Wenn man es als Eltern wirklich nicht aushalten kann, dass Kind leiden zu sehen, ist das vielleicht die beste Option den Raum zum Blut abnehmen zu verlassen.

    Und wenn möglich, ist es in diesem Fall hilfreich eine andere Vertrauensperson mit zu nehmen. Doch wir sollten uns auch ernsthaft fragen, ob es uns nicht doch möglich sein kann, unserem Kind beizustehen. „Egal was kommt: Ich lass Dich nie alleine“ – diese Message spüren schon die Kleinsten.

    -7- Ablenken

    Wenn es geht, dann ist Ablenkung nicht die schlechteste Strategie. Bei manchen Kindern hilft das ganz gut. Zumindest wenn es um kurze Schmerzen wie eine Spritze geht.

    Vorsicht ist allerdings geboten, denn die Spritze sollte natürlich nicht heimlich gegeben werden, sondern durch die Ablenkung einfach eine Nebenrolle erfahren.

    Wenn der Arzt eine kleine Geschichte erzählt oder das Kind in ein Gespräch verwickelt, dann konzentriert sich eben auch nicht alles auf die Spritze und die Situation wird entkrampft. Manchmal klappt es. Und manchmal nicht.

    Jedes Kind ist anders, manche sind sensibler, einigen machen geänderte Umstände wenig aus, manche sind zurückhaltend, andere selbstbewusst.

    So braucht jedes Kind eine etwas andere Begleitung. Aber der Grundtenor ist für alle gleich hilfreich: Ich bin bei Dir, wir schaffen das! Das brauchen Kinder – im Leben und auch in der Arztpraxis. Hier findet ihr einen ähnlichen Artikel „Der erste Besuch beim Zahnarzt„, Hinweis der Redaktion)

    Eure Katharina Müller-Sanke (Babytalk-Autorin)

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    Weitere Praxisbeispiele, wie ihr eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit begleiten könnt, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist:

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  • Alles Liebe zum Vatertag und danke, dass Du für mich auf Mama verzichtest

    Alles Liebe zum Vatertag und danke, dass Du für mich auf Mama verzichtest

    Lieber Papa, ich möchte Dir ganz doll Danke sagen, für alles was Du für mich getan bzw. durch mich verzichten musstest.

    Das fing ja schon sehr früh an, noch bevor ich auf der Welt war, musstest Du mehr oder weniger „freiwillig“ eine Nebenrolle in meinem und Mamas Leben einnehmen. Mal abgesehen von meiner Zeugung.

    Die Du meiner Erinnerung nach sehr genossen hast. Und wodurch Du mich schon auf das Paaren sehr neugierig gemacht hast. Dein Brunftverhalten hat mich allerdings nicht so sehr überzeugt. Da muss ich mir wohl selber etwas ausdenken.

    So musstest bereits kurz vor meiner Geburt auf viel Nähe und  Liebkosungen von Mama verzichten. Als ich dann klein war, musstest Du in der Nacht das Bett nicht nur mit Mama, sondern auch mit mir teilen. Und dann warst Du es, der meistens meine Füße in seinem Gesicht hatte.

    Das Wild erlegen

    Zudem stehst Du auch noch jeden Tag früh auf und gehst in diese verrückte Welt, um für uns das Wild zu erlegen und uns vor dem bzw. denen zu schützen. Wobei ich mich auch über eine Zeit mit Dir allein zu Hause und Mama auf der Jagd gefreut hätte. So werden wir diese gemeinsame Zeit hoffentlich später nachholen.

    Ich möchte Dir ein ganz großes Lob aussprechen. Wenn Du nach getaner Jagd „mit dem erlegten Wild“ nach Hause kommst, bleibst Du meistens selbst dann noch ruhig, wenn Mama Dich genervt darauf hinweist, dass Du dir die Füße nicht richtig abgeputzt hast. Das finde ich wirklich ungerecht und das werde ich Mama auch sagen, wenn ich mal groß bin.

    Wenn Du es dann schadlos durch die Schuhkontrolle geschafft hast, bekommst du den ganzen Stress den Mama mit mir und ihrer Schwiegermutti hatte, zu hören. Das Du danach immer sehr ko bist, kann ich gut verstehen.

    Deine Mutti ruft aber auch fast stündlich an um Mama zu sagen, was sie mit mir machen soll, anstatt mich einfach mal an Mamas prallen Busen Schreien oder Schlafen zu lassen. Du glaubst gar nicht wie toll sich das anfühlt ;-( Und wie süß das Frischgezapfte schmeckt. Prost.

    Wenn groß bin, werde ich mich für deine Anerkennung einsetzen.

    In diesem Zusammenhang könnte Euch unser Beitrag „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein umso mehr“ (Hinweis der Redaktion).

    Dein Finn (Babytalk – Charmeur)

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  • Soll ich mein Kind in die Kita geben oder „noch“ zu Hause lassen

    Soll ich mein Kind in die Kita geben oder „noch“ zu Hause lassen

    Soll mein Kind in die Kita ja oder nein?

    Auf diese Frage „Wann und ob ein Kind in die Kita soll“ gibt es keine eindeutige Antwort. Es liegt an den Bedürfnissen und Wünschen der Eltern und ihrer beruflichen und familiären Situation. Viele Paare können es sich finanziell auch nicht leisten länger auf ein Gehalt zu verzichten.

    Manche Elternteile, meistens die Frauen, müssen leider immer noch längere Zeiten mit dem Kind zu Hause mit Karriereeinbussen bezahlen und stehen dadurch häufig vor einer sehr schweren Gewissenentscheidung, die sie nicht glücklich macht, egal wofür sie sich entscheiden.

    Ich weiß, dass viele junge Frauen in Deutschland und vermutlich sieht es in vielen anderen Ländern auch so aus, immer noch schlechtere Aufstiegschancen haben, einfach, weil sie in der Zukunft ein Kind bekommen könnten.

    Bei der Entscheidung ist es wichtig nicht nur die Bedürfnisse unseres Kindes zu sehen, sondern unsere eigenen auch. Es hilft nichts, wenn wir „leiden“ bzw. auf Dauer unglücklich sind auf „Kosten“ des „Wohlergehens“ unserer Kinder.

    Als Familie bilden wir ein zusammengehöriges / verbundenes System, in dem alle Teile und damit ihr Befinden, Einfluss auf die anderen Familienmitglieder hat.

    Ab wann soll mein Kind in die Kita?

    Manche Frauen und einige Männer gehen in ihrer Rolle als Mutter bzw. Vater auf, was nicht zuletzt häufig auf Unverständnis von außen stößt.

    Wenn es irgendwie machbar ist, wäre es für die Mutterkind- bzw. Vaterkind-Bindung und für die Entwicklung des Urvertrauens des Kindes hilfreich, wenn es mindestens ein Jahr mit einem von ihnen zu Hause verbringen könnte.

    Drei Jahre wären super und wenn es Spielgefährten in der Familie oder in der Nachbarschaft geben sollte, die auch zu Hause sind, gerne noch etwas länger.

    Dies ermöglicht es ihnen ganz nebenbei soziales Verhalten zu erlernen. Und wenn sie ländlicher wohnen, werden sie zudem noch Zeit finden, die Welt mit ihren eignen Augen zu erkunden und so ihren natürlichen Forschungsdrang stärken.

    Wieviel Zeit braucht mein Kind mich am Tag?

    Vorweg, es sind viel weniger als wir häufig vermuten. Ein bis zwei Stunden reichen in der Regel aus. Vorausgesetzt, dass Mama oder Papa in dieser Zeit mit ihrer Aufmerksamkeit voll und ganz beim „Spielen“ bzw. beim ihrem Kind sind.

    Und nicht in Gedanken z.B. schon die nächsten anstehenden Aufgaben planen. Zudem sollten sie entspannt und nicht gestresst sein.

    Das hilft dem Kind seine Spielideen/-wünsche hochkommen zu lassen und auszudrücken.

    Doch ansonsten kann das Kind in den ersten Jahren nicht zu viel Nähe erhalten. Je mehr desto besser, vorausgesetzt es möchte es in diesem Moment auch. Kinder die sehr viel Kuscheln und Geborgenheit erfahren haben, sollen sogar „schlauer“ sein.

    Doch egal wie Ihr euch als Eltern entscheidet, seid euch bewusst, dass ihr bei eurer Entscheidung euer Bestes gibt und dies alles ist, was sich euer Kind wünscht. Egal für welchen Weg ihr euch entscheidet.

    Welche Kita ist die richtige für mein Kind?

    Die richtige Kita für sein Kind zu finden, ist leichter gesagt als getan. Denn einerseits sind in sehr vielen Gebieten Kindergartenplätze sehr rar und zudem gibt es mittlerweile so viele verschiedene Kindergartenkonzepte, die sich grob zusammengefasst in ihrem „Menschenbild“ und im Freiraum, den sie den Kindern gewähren, unterscheiden.

    Auch wenn ich tendenziell mehr Raum fürs freie Spielen präferiere, bin ich der Meinung, dass Eltern ihr Kind am besten kennen und einschätzen können, was dieses braucht. Aus diesem Grund möchte ich ihnen auch nur einen Tipp für ihre schwere Entscheidung mitgeben.

    Liebe Eltern bitte sucht euch den Kindergarten eures Kindes nicht aus der Angst heraus aus, dass euer Kind bereits einen bestimmten Kindergarten braucht, da es ansonsten später in der Schule versagen und so nicht beruflich erfolgreich und somit auch nicht glücklich werden kann. Denn das ist vollkommener Quatsch und geht meistens „in die Hose“.

    Die „Wahrscheinlichkeit“ im Leben glücklich zu sein, steigt mit der Zahl der glücklichen oder besser gesagt zufriedenen „Momenten“ im Leben und nicht am beruflichen Abschluss bzw. Erfolg.

    Und die Zahl der zufriedenen Momente hängt vor allem vom Glücksempfinden der Eltern ab. Wie sehr sie mit sich und ihrem Leben zufrieden sind und gelernt haben vertrauensvoll in die Zukunft zu sehen und sich an den kleinen Dingen im Leben zu erfreuen.

    Getreu dem Motto: „Am Ende wird alles gut, und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.“ Das heißt nicht das immer alles „gut“ wird, doch diese Haltung uns und somit unsere Mitmenschen zufriedener macht.

    Ich halte dies für die wichtigste Fähigkeit, die wir unseren Kindern mitgeben und somit vorleben sollten. Die meisten anderen wichtigen Fähigkeiten sind eher Begleiterscheinungen des Glücks anstatt dessen Voraussetzung.

    In diesem Sinne wünsche ich Euch eine gute Wahl

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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  • Danke Mama: dass Du mich geboren hast

    Danke Mama: dass Du mich geboren hast

    Meine Geburt

    Mama, nachdem es mir dann doch zu eng wurde und ich es nicht mehr ausgehalten habe, habe ich mich auf den Weg gemacht. Wollte doch unbedingt wissen, wie Du aussiehst und ob Du Dich wirklich so über meine Geburt und um mich in deinen Armen halten zu können freust.

    Doch als ich dann hörte, wie laut Du während meiner Geburt geschrien hast, hätte ich mich am liebsten wieder in deinen Bauch verkrochen. Dein Schreien tut mir noch immer in meinem kleinen großen Herzen weh.

    Dein Tor zur Welt war aber auch wirklich dunkel und extrem eng. Da solltest Du unbedingt dran arbeiten, falls ich noch ein Schwester- oder Brüderchen bekommen sollte.

    Ich musste meinen ganzen Mut zusammen nehmen und mich richtig anstrengen und ganz klein machen, um da hindurch zu kommen. Und dann war es so grell bei Dir und erst die ganzen Leute, die um uns herum standen. Da dachte ich schon, ich wäre falsch abgebogen.

    Doch als ich dann gesehen habe, wie Du mich trotz meines zerknitterten Gesichts angeschaut hast, sind meine Beine ganz weich geworden. Wenn ich etwas mehr Zeit gehabt hätte, wäre ich natürlich vorher noch in die Maske gegangen. Ehrenwort!

    Nun weißt Du auch, warum ich noch nicht wieder allein laufen kann und Du mich tragen musst. Aber keine Sorge,  ich habe einen gut ausgearbeiteten Fitnessplan, den ich intensiv durchziehen werde, um wieder ganz schnell auf die Beine zu kommen. Versprochen!

    Dein strahlendes Gesicht sagte mir, dass ich hier trotz der vielen Leute richtig bin und Du mich liebst. So wie Du es mir vor meiner Geburt ganz doll versprochen hast. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie mir dieser Satz mein kleines Herzchen wärmte.

    Und so verspreche ich Dir auch heute wieder mein Bestes zu geben, Dich zum Strahlen zu bringen. Ganz lieben Dank Mama.

    Euer Finn (Babytalk – Charmeur)

    Mehr von Finn findet ihr unter der Babytalk – Kolumne

    Beitragsfoto: Zurijeta / shutterstock
    Pinterest: Zurijeta / shutterstock & Latino Life / Canva
  • Danke Mama: Für eine wunderschöne Schwangerschaft

    Danke Mama: Für eine wunderschöne Schwangerschaft

    Guten Morgen und Danke Mama, es ist soooo schön meine Schwangerschaft mit Dir zu teilen.

    Ich kann es noch immer nicht fassen, dass Du mich nun schon fast 9 Monate lang in deinem Bauch getragen und dein Essen mit mir geteilt hast, obwohl Du selber immer wieder was „ausgekotzt“ hast. Aber so sagt man wohl nicht bei euch. Ihr nennt es wohl eine Schwangerschaftsübelkeit.

    Ich fand es meistens lecker, auch wenn ich die Kombination von Nutella auf Gurken ganz ehrlich überarbeitungswürdig finde. Da schmeckte mir das Stracciatella Eis mit alkoholfreiem Bier doch wesentlich besser. Also probiere bitte deinen Essensplan während der restlichen Zeit der Schwangerschaft noch mal zu überdenken.

    Und als ich immer größer und schwerer wurde, hast Du mir immer so schöne Musik vorgespielt und mich dabei in deinem Bauch geschaukelt. Ich fand übrigens das Lied „Que Sera, Sera“ am schönsten.

    Wenn mir die Beine gekribbelt haben und ich ganz doll gestrampelt habe, hast Du nicht geschimpft, sondern mir ganz liebevoll gesagt, wie sehr Du Dich freust, mich endlich in den Armen halten zu können. Auch dafür Danke Mama.

    Namenssuche in der Schwangerschaft

    Wenn Papa über deinen dicken Bauch streicht und ihr euch dann über meinen Namen unterhaltet, halte ich es kaum aus. Am liebsten würde ich direkt meinen Kopf herausstrecken und euch meine Meinung entgegen brüllen. Ihr könnt doch nicht ernsthaft überlegen mir den Namen Agneta zu verpassen.

    So sehr ich die Musik liebe, doch die Zeit, das Mädchen keusch in die Ehe gehen müssen, ist doch wohl erstmal vorbei. Oder wusstest Du nicht, dass er von rein, keusch abstammt?

    Ansonsten brauchst Du Dich nicht zu wundern, wenn ich Dich bei meiner Geburt mit dem „Arsch“ angucken werde. Doch das sagt man bei Euch ja auch nicht. Ich werde mein Bestes geben, meine Ausdrucksweise zu verbessern.

    Wie wäre es mit Mia, die widerspenstige, Gott liebende Schöne oder Mira, das Wunder bzw. der Diamant?

    Bitte schau Dir nicht immer die Fotos von mir an. Du brauchst Dir wegen meinem Aussehens wirklich keine Sorgen zu machen. Bei den Aufnahmen der Ultraschallfotos war ich einfach etwas indisponiert. Mir fehlt hier einfach eine schöner Spiegel und mein Nasenpuder.

    Danke Mama, Du bist einfach die Beste und ich verspreche Dir, auch heute in deiner Schwangerschaft wieder mein Bestes zu geben, Dich zum Strahlen zu bringen.

    Euere Mia 😉 (Babytalk – Charmeur)

    Beitragsfoto: Oksana Kuzmina / shutterstock
  • Meine Zeugung: Danke Mama: Schön, dass ich Dich gefunden habe

    Meine Zeugung: Danke Mama: Schön, dass ich Dich gefunden habe

    Danke Mama, auch wenn ich mich nicht mehr genau an meine Zeugung erinnern kann, da warst Du und Papa mir einfach zu wild und zu laut. Doch ich weiß noch genau, wie es war, als ich im Himmel den Elternkatalog durchforstet habe, um mir meine neuen Eltern auszusuchen.

    Du glaubst gar nicht, was für schräge potentielle Mamas und Papas darin zu finden waren. Egal. Irgendwann habe ich Dich ja doch gefunden.

    Bei Papa war ich mir lange etwas unsicher, da du ihn zu diesem Zeitpunkt ja noch gar nicht kanntest. Und so konnte ich mir Papa im Katalog leider noch nicht ansehen. Nicht mal ein Foto von ihm war dort zu finden. Glücklicherweise hast Du ihn ja dann kurze Zeit danach auf der Hochzeit deiner großen Schwester kennengelernt.

    Das Du dann aber gleich mit ihm in die Kiste springst, hätte ich nicht gedacht. Doch ich will mich nicht beschweren, immerhin hat es ja auch gleich beim ersten Mal mit meiner Zeugung geklappt.

    Die Suche nach meine Erzeuger im Elternkatalog

    Nach dem, was ich da für Männer im Katalog gesehen habe, hätten wir beide es allerdings auch wesentlich schlechter treffen können.

    Mittlerweile finde ich seine brummige Art auch gar nicht mehr so beängstigend und finde sie manchmal sogar echt lustig.

    Nur verstehe ich nicht, dass er dann mit Dir auch immer dicker wurde. So wie ich Euch verstanden habe, ist in seinem Bauch aber kein kleiner Bruder für mich drin, oder? Wenn ja müsste ich mir deine prallen Brüste mit ihm teilen.

    Ansonsten brauchst Du dir wegen seines Bauches keine Sorgen zu machen. Warte mal ab, bis ich geboren bin und laufen kann, dann kriegen wir das schon wieder hin. Werde ihn auf Trapp halten.

    Ich verspreche Dir heute wieder mein Bestes zu geben, Dir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

    Ps. Danke Papa, dass du mich gezeugt hast.

    Euer Finn (Babytalk – Charmeur)

    Beitragsfoto: Evgeny Atamanenko / shutterstock
  • Gibt es Grenzen beim Kuscheln mit Kindern?

    Gibt es Grenzen beim Kuscheln mit Kindern?

    Wann ist ein Kuss nur ein Kuss?

    In den letzten Jahrzehnten ist die Verunsicherung, vor allem der Väter, immer größer geworden, wo die Grenzen beim Kuscheln mit dem Baby bzw. Kind liegen.

    Aus meiner Praxis als Therapeut habe ich mehr Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch und vielen anderen Arten von Grenzüberschreitungen gemacht, als ich es mir vorher hätte vorstellen können. Und diese geschahen (bei meinen Klienten) fast ausnahmslos in der Kindheit.

    In fast allen Fällen handelt es sich hierbei um eine klare Grenzüberschreitung, so dass Eltern und Verwandte nur sehr selten ungewollt eine Grenzüberschreitung begehen. Das bedeutet, dass man als Eltern ausgiebig entspannt und unbedenklich mit seinen Kleinen Kuscheln kann! Kinder brauchen und genießen sie. Für Babys ist die körperliche Nähe für ihre Entwicklung nach neuesten Forschungen wichtiger als die Nahrungsaufnahme. Nichtsdestotrotz ist es mir wichtig, näher auf die verschiedene Arten der Grenzüberschreitung einzugehen.

    Wo liegen die Grenzen zwischen Kuscheln und einer Grenzüberschreitung?

    Grob kann man als Richtung die „Energie“ und /oder den Vorsatz des Erwachsenen bzw. Älteren nennen, denn nicht selten sind es ältere Brüder. Wenn man beispielsweise als Elternteil mit den Kleinen tobt und dabei unbeabsichtigt die Geschlechtsteile der Kinder berührt, ist dies für das Baby/Kind vollkommen unproblematisch.

    Dabei wird eine scheinbar leichtfertige Berührung an einem aus sexueller Sicht unbedenklichen Körperteil aus dem Bedürfnis nach sexueller Befriedigung sehr wahrscheinlich als grenzüberschreitend empfunden.

    So kann das Hoppe Hoppe Reiter spielen ein Spaß für beide Beteiligten sein, was es meistens auch ist, und es kann als vermeintlich unverfängliches Spiel, missbraucht werden. Wenn ihr verunsichert seid, achtet auf die Blicke und Laute,  welches eurer Kind dabei von sich gibt.

    Nicht selten werden sogar sexuelle Phantasien Älterer von Kindern als verunsichernd und auf Dauer traumatisch empfunden auch ganz ohne körperliche Übergriffe.

    Und was an einem Tag ok ist, kann schon an einem anderen Tag nicht mehr ok sein.

    Das bedeutet, dass es als Erwachsener wichtig ist, achtsam für solche Änderungen beim Kuscheln und Toben zu bleiben. Beim Toben ist es dazu hilfreich ein Gespür zu entwickeln kurz vorher aufzuhören, bevor es dem Kind zu viel wird. Doch spätestens wenn es STOP sagt, sollte man aufhören. Dadurch wird gleichzeitig das Vertrauen zwischen Kind und Elternteil sowie ihr Selbstwertgefühl gestärkt.

    Gilt der Kuss auf den Mund noch als Kuscheln?

    Ein Kuss auf den Mund kann genauso gut ok, wie grenzüberschreitend sein. Auch hier liegt es an der „Motivation“ des Erwachsenen, der Dauer UND zudem an dem Einverständnis des Kindes. Wiederum nicht selten sind Kinder nicht in der Lage ihr Unbehagen zu äußern, da sie mit der Verarbeitung dessen, was gerade mit ihnen passiert überfordert sind. Und da es meistens Vertraute Personen sind, meinen sie, dass es wohl ok sein muss, auch wenn es sich für sie nicht so anfühlt. Mit der Zeit, wächst dieses Unbehagen immer mehr und der Gedanke, dass es nicht ok ist, wird immer stärker.

    Babys fällt es dagegen häufig noch leichter ihr Unbehagen zu äußern. Ihr Einverständnis können sie dagegen nicht geben.

    Verständnis für Scham

    Das empfinden von Scham gehört zumindest in unserer Gesellschaft zum Erwachsen werden dazu. Es hat etwas mit der Veränderung des Verständnisses von sich selbst und seinen Grenzen zu tun.

    Mögliche Folgen einer bzw. regelmäßiger Grenzüberschreitungen

    Das Trauma einer Grenzüberschreitung wächst mit dem Vertrauensverhältnis zu der Person, das heißt, je näher die Person zu dem Kind steht und der Häufigkeit. Was nicht heißt, das einzelne Grenzüberschreitungen für das Kind ok sein könnten! Schon nach einem Missbrauch ist das Vertrauen zu der Person und sich selbst gestört. Da Missbrauchsopfer sich vor allem als Kinder für die „Tat“ verantwortlich fühlen. Das kann zu folgenden Überzeugungen führen wie:

    Ich bin

    • nicht ok, da ich es nicht mag.
    • nicht liebenswert, da mir so etwas angetan wurde.
    • muss etwas falsch gemacht haben, sonst hätte man mir so etwas nicht angetan.
    • muss schuldig sein und dies ist wohl meine Strafe.

    Kinder verlieren das Vertrauen zu sich und in ihre Familie/Umwelt.

    Ein dauerndes schlecht reden und kleinmachen eines Kindes stellt ebenso einen Missbrauch (psychischer Missbrauch) da, wie ein körperlicher Missbrauch. Unser „Gehirn“ unterscheidet nicht zwischen Vorstellung und Realität und bei verbalem Missbrauch laufen nicht selten „Filme“ im Kopf des Kindes bzw. Betroffenen ab.

    Menschen die Missbrauchserfahrungen gemacht haben, tragen häufig ein Leben lang ein Misstrauen anderen Menschen gegenüber mit sich und es ist sehr wichtig für sie, dass sie von ihrem Partner und anderen ihr nahestehenden Menschen Verständnis dafür erhalten.

    Berührungen des Babys bzw. Kindes

    Vor allem im ersten Lebensjahr kann der neue Erdenmensch Dinge besser über den Mund als mit den Händen wahrnehmen, was zu „verfänglichen“ Situationen insbesondere zwischen Papa und Baby führen kann. Nicht zuletzt beim Kuscheln und in der Badewanne.

    Dabei ist es am besten ganz ruhig und so entspannt wie möglich zu bleiben und sich bewusst zu machen, dass es reine unschuldige Neugierde ist, die Welt zu erkunden und absolut nichts mit SEX zu tun hat! Die dabei möglicherweise auftretende körperliche Reaktion ist völlig normal.

    So entspannter wir bleiben, umso unverfänglicher und schneller wird das Baby diese Situation erleben und seine Aufmerksamkeit anderen spannenden Dingen widmen.

    Fazit zum Kuscheln mit Babys/Kindern

    Schaut nicht weg, doch macht Euch auch nicht unnötig viele Gedanken.

    Weniger ist mehr, manchmal sind Kinder langsamer im Ausdruck von etwas was ihnen unangenehm ist oder wissen nicht, was sie von einer neuen Erfahrung oder Gefühlen halten sollen, so dass es hilfreich sein kann, aufzuhören, wenn es am Schönsten ist. Zum Beispiel ist es für das Kind angenehmer, wenn wir mit dem Kitzeln aufhören, bevor es selber stopp sagt. Und wenn es Stopp sagt, unbedingt innehalten, nachfragen und dann aufhören.

    Wichtig ist als Erwachsener wachsam zu sein 

    doch auch keinen leichtfertigen General-Verdacht gegenüber Partnern, Großeltern, sowie Onkeln und Tanten zu äußern.

    Kinder wollen keinen Sex mit anderen! Was nicht heißt, dass sie schon früh gefallen daran finden können an ihren Geschlechtsteilen rumzuspielen. Und dies sollte man ihnen auch nicht nehmen oder kritisieren. Es ist ein Weg sich und seinen eigenen Körper kennen- und anzunehmen lernen.

    Euer Deva (Trauma- und Familientherapeut)

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  • Zeitumstellung – Tipps für Babys und Kinder – Winterzeit

    Zeitumstellung – Tipps für Babys und Kinder – Winterzeit

    Bald ist es wieder soweit. Die Zeit wird umgestellt. Wie lange bzw. häufig diese Zeitumstellung noch andauernd wird, ist nach dem klaren Umfrageergebnis der Europa Kommission ungewiss. Doch leider können sich die EU-Staaten noch nicht auf eine Umsetzung einigen.

    Am 31. Oktober 2021 ist es aber auf jeden Fall wieder soweit und die Uhr wird von Sommer- auf Winterzeit (Normalzeit) umgestellt. Was heißt, dass die Zeit in der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt wird und wir somit eine Stunden „geschenkt“ bekommen.

    Zeitumstellung von 3 auf 2 Uhr

    Damit haben vor allem Babys und Kinder zu kämpfen. Da der Schlafrhythmus von Babys, wenn sie ihn denn gerade gefunden haben, noch sehr anfällig bei Veränderungen ist.

    Am besten können wir ihnen helfen, indem wenn wir uns gleichzeitig mit ihnen auf diese Umstellung vorbereiten. Denn auch, wenn wir als Erwachsene diese Umstellung besser verkraften, fordert sie unserem Körper eine Menge Energie ab. Es ist im Prinzip ein, wenn auch nur einstündiger, Jetlag.

    Nicht nur die reine „Zubettge-“ und Aufwachzeit, sondern der ganze Tagesrhythmus unserer Kleinsten wird durcheinandergebracht.

    Babys und Kinder auf die Zeitumstellung vorbereiten

    Am besten startet ihr mit der langsamen Rhythmusveränderung eine Woche vor der Zeitumstellung mit kleinen Zeitverschiebungen.

    Zum Beispiel indem ihr darauf achtet, eure Kleinen jeden Tag etwa 10 Minuten später aufzuwecken und später Schlafen zulegen.

    Ebenso wie ihr die Schlafenzeiten anpasst, könnt ihr andere, den Tag strukturierende Elemente nach hinten zu verschieben. Dies sind zum Beispiel die Essen-/Stillzeiten und Spiele- oder Spaziergehzeiten. Dabei solltet ihr darauf achten eure Kleinen in dieser Zeit nicht zu viel zuzumuten. Denn das ist es ja gerade, vor dem ihr sie bewahren wollt.

    Wenn es mit der langsamen Vorbereitung nicht geklappt habt, könnt ihr ihnen dennoch behilflich sein. Indem ihr sie am Tag der Umstellung von der Sommer- zur Winterzeit „länger Schlafen“ lasst und durch eine ruhige und entspannte Tagesgestaltung mit frischer Luft probiert sie länger wach zu halten, so dass sie es am Abend  ggf. schaffen später einzuschlafen.

    Dies könnt ihr zudem dadurch unterstützen, indem ihr den Schlafraum der Kleinen abdunkelt und morgens entsprechend später erhellt.

    Ich wünsche allen, insbesondere Eltern und ihren Liebsten eine gute Vorbereitung um Umsetzung der anstehenden Zeitumstellung am 31. Oktober 2021.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Beitragsfoto: Alina R / shutterstock
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