Kategorie: Expertenrat

  • Wie kommt es zu einer Wochenbett-Depression und was hilft?

    Wie kommt es zu einer Wochenbett-Depression und was hilft?

    Wochenbett-Depression: Für junge Mütter ist es kaum begreiflich, dass sie sich trotz einer nicht immer angenehmen Schwangerschaft und gut überstandener Geburt nicht über ihr gesundes Baby freuen können.

    Symptome einer Wochenbett-Depression

    Am dritten Tag nach der Geburt eines Kindes fühlt sich ein Großteil der frisch gebackenen Mütter niedergeschlagen, weinerlich, leicht reizbar und antriebslos. Eine große Mehrheit der Mütter fühlt sich zudem Stimmungsschwangungen unterworfen. Diese werden auch Baby Blues bekannt und verschwinden in der Regel innerhalb weniger Tage oder gar nach Stunden nach der Geburt. Bei anhaltenden Symptomen spricht man von einer Wochenbett-Depression.

    Die häufigsten Symptome einer Wochenbett-Depression sind:

    • ein anhaltendes Gefühl von Traurigkeit,
    • Antriebslosigkeit und extreme Müdigkeit, sowie
    • Mut- und Freudlosigkeit gegenüber Nahestehenden und der Umwelt

    Weitere Symptome sind:

    • Schlafstörungen, selbst wenn das Baby ausreichend schläft
    • Sorgen und Unruhe
    • häufiges und anhaltendes Weinen
    • Schuldgefühle und Selbstvorwürfe
    • ein geringes Selbstbewusstsein
    • Schwierigkeiten sich zu konzentrieren, sowie Entscheidungen zu treffen
    • eine über die Stilldemenz hinausgehende Vergesslichkeit
    • Bindungsschwierigkeiten mit dem Baby
    • Gefühl, sein Leben nicht bewältigen zu können
    • Beängstigende Befürchtungen, das Baby verletzen zu können
    • das Gefühl, das Baby nicht lieben zu können
    • unerklärliche Schmerzen
    • Panikattacken
    • Selbstmordgedanken oder Selbstverletzungen

    Auch wenn eine postnatale Depression eine temporäre Erkrankung ist, sollte sie so früh wie möglich behandelt werden, da sie nicht von alleine vorübergeht und negative Auswirkungen auf die Bindung zwischen Mutter und Kind, sowie zwischen Mutter und Vater haben kann.

    Folgen für das Baby und den Partner

    Eine Wochenbett-Depression hat sowohl Auswirkungen auf das Baby wie auch auf die Beziehung der Eltern. So klappt das Stillen häufig nicht so entspannt, was das Gefühl der Unzulänglichkeit der Mutter verstärkt. Die sich verstärkende Unsicherheit der Mutter überträgt sich immer mehr auf das Neugeborene. Dieses zeigt seine Unsicherheit nicht selten durch vermehrtes Quengeln und Schreien, was sich wiederum die Negativspirale der Depression ankurbelt.

    Der Partner bzw. Vater kann diese gedämpfte Stimmung nach der Vorfreude bis zur Geburt genauso wenig verstehen, wie Außenstehende und fühlt sich hilflos, da er nicht weiß, wie er seine Frau und sein Kind unterstützen kann. Im „schlimmsten“ Fall zieht er sich der immer weiter raus aus der „Situation“ und verbeißt sich in seine Arbeit oder andere Ablenkungen.

    All dies verstärkt die Befürchtungen der Mutter ihr Baby nicht liebevoll versorgen zu können und das erschwert ihr Reinfinden in und das Ausfüllen ihrer neuen Rolle als Mutter.

    Und selbst wenn die Schwangerschaft nicht so gut verlief, „erwartet“ bzw. hofft man, dass es doch zumindest nach einer komplikationslosen Geburt besser werden müsste.

    Nur ungefähr jede dritte Mutter traut sich in einer solchen Situation, die sie als alles andere als „normal“ empfindet, aus Angst vor Unverständnis, damit an ihren Arzt oder Hebamme zu wenden.

    Eine Wochenbett-Depression kann, muss aber nicht durch erkennbare Anzeichen in der Schwangerschaft, wie durch Partnerschaftsprobleme vorgezeichnet sein.

    Mögliche Ursachen einer Wochenbett-Depression:

    • Unsicherheit in der Liebe zum Partner mit der Folge Angst zu haben es nicht „allein“ zu schaffen
    • „Erinnerung“ an eine eigene traumatische Geburt, unabhängig davon, ob die Geburt als Mutter störungsfrei verlief
    • Eigener Druck es „besser“ zu machen oder genauso gut wie die eigenen Eltern oder (gefühlter) Druck von außen
    • Unterschätzte Geburtsfolgen, wie Veränderung des Körpers und Hormonumstellungen, die die Mutter verunsichern
    • In sehr viele Fällen fallen die auftretenden Versagensängste auf fruchtbaren Boden, wobei die Ängste bereits rund um die eigene Geburt oder Kindheit entstanden sind
    • Wenn das Kind viel schreit, aus welchen Gründen auch immer, verfällt eine neue unerfahrene Mutter häufig ins Grübeln, und nicht selten gibt sie sich dann die Verantwortung
    • nicht zuletzt sind es häufig finanzielle Zukunftssorgen, weil das Einkommen durch die eigene Arbeit zu sehr zu Buche schlägt und/oder der Job des Partners wackelig ist
    • Angst die neue „Rolle“ als umsorgende Mutter mit ihren anderen „Rollen“ als Partnerin, Frau, Tochter, Mitarbeiterin und Freundin etc. unter einen Hut zu bekommen
    Wochenbett-Depression 2

    Wenn Sie das Gefühl haben, dass sie, ihre Partnerin, eine Verwandte oder Freundin unter einer Wochenbett-Depression leiden, finden sie nachfolgend hilfreiche Tipps.

    Hilfreiche Tipps bei einer Wochenbett-Depression:

    • Der Austausch mit anderen, die der verunsicherten Mutter Verständnis für ihre Ängste schenken können und in ihrem Tun bestätigen.
    • Besonders wichtig ist es, dass die Mutter ihre Ängste und ihr damit verbundenes Leid äußern kann und ihre möglichen Tränen fließen lassen darf.
    • Wenn dieser Austausch nicht innerhalb der Familie oder Freunden stattfinden kann, dann wäre ein Austausch zwischen Gleichgesinnten, ob online oder in Selbsthilfegruppen ratsam.
    • Es ist hilfreich einer betroffenen Mutter Unterstützung im Haushalt, z. B. durch Wäsche waschen, Kochen, Putzen etc. anzubieten. Wenn möglich sollte sie solche Aufgaben, die sie selber noch gut schafft, auch übernehmen.
    • Eine liebevolle / verständnisvolle Umarmung tut gut, wenn die Mutter gerade dazu empfänglich oder ihr zumindest nicht ablehnend gegenübersteht.
    • Wenn möglich das Baby viel in einer Trage tragen

    Stillen verringert das Risiko einer Wochenbett-Depression

    Beim Stillen wird das Hormon Oxytocin verstärkt ausgeschüttet. Dieses Glückshormon verringert das Risiko einer Wochenbett-Depression (peripartalen Depression) erheblich. Und da beim Kuscheln vor allem mit Hautkontakt auch Oxytocin ausgeschüttet wird, sollte so viel wie es für alle Familienmitglieder okay ist, gekuschelt werden!

    Wenn dies alles nicht greift, sollte der betroffene Mutter gut zugeredet werden, sich mit der Erkrankung an ihren Hausarzt oder Gynäkologen zu wenden und darüber professionelle Unterstützung einer/eines erfahrenen Therapeuten zu suchen. Denn sollte sie im Wochenbett nicht diagnostiziert und behandelt werden, kann sie sich zu einer chronischen Störung entwickeln. Was unbedingt vermieden werden sollte!

    Übrigens, auch Männer können von einer Wochenbett-Depression betroffen sein!

    Euer Deva (Familien- und Traumatherapeut)

    Beitragsfotos: Highwaystarz-Photography / Getty Images
  • Was Du über das KiSS-Syndrom wissen solltest

    Was Du über das KiSS-Syndrom wissen solltest

    Vermutlich kennen mehrere Eltern von euch das vornehmliche Drehen auf die immer gleiche Seite oder das starke bevorzugen der einen Brust beim Stillen. Dies können Anzeichen des KiSS-Syndroms sein. Nachfolgend erfahrt ihr, was man unter dem KiSS-Syndrom versteht, wie man es erkennt und wie es behandelt werden kann.

    Übersicht

    Das KiSS-Syndrom

    • Bedeutung
    • Anzeichen
    • Ursachen
    • Diagnose
    • Folgen
    • Behandlung
    • Kostenübernahme

    Wofür steht „KiSS-Syndrom“

    Die Abkürzung KiSS steht für kopfgelenkinduzierte Symmetrie-Störung. Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um eine Fehlstellung der ersten beiden Halswirbel. In den 50er Jahren wurde es unter dem Begriff Atlasblockiersyndrom bekannt. Der Name rührt daher, dass der 1. Halswirbel auch Atlas genannt und der 2. Halswirbel (Axis) in diesen Fällen durch eine Fehlstellung blockiert sind.

    Die durch die Blockade der Halswirbel auftretenden Schmerzen probiert das Baby durch eine asymmetrische Haltung entgegenzuwirken. Dies kann zu zahlreichen körperlichen Entwicklungsstörungen führen. Vermutlich kommt es bei jeder 10. Geburt zu einer Halswirbelfehlstellung. Auch wenn dieses Syndrom mittlerweile bekannter ist, bleibt es noch häufig undiagnostiziert.

    Woran kennt ihr das KiSS-Syndrom erkennen

    Viele Symptome, die beim KiSS-Syndrom auftreten können, können auch andere Ursachen haben. Unsere Liste der KiSS-Syptome sollte deshalb mit Vorsicht gelesen werden: So ist nicht jedes Baby, das viel weint und gerne auf einer Seite schläft, automatisch von KiSS betroffen.

    Typische Anzeichen für ein KiSS-Syndrom sind:

    • Das Baby schreit häufig, insbesondere bei Bewegung oder wenn es zum Halten hochgenommen wird.
    • Das Baby hat Trinkprobleme und Schluckstörungen.
    • Das Kind dreht sich beim Wickeln vor allem zu einer Seite hin .
    • Das Baby bevorzugte beim Liegen vor allem die Bauchlage.
    • Einseitige Stillprobleme
    • Die Haltung ist ungewöhnlich schief.
    • Das Baby bevorzugt beim Schlafen und Liegen eine Seite.
    • Das Baby ist unruhig, schläft schlecht ein und wacht häufig auf .
    • Unreife Hüftgelenke des Neugeborenen
    • Kopfhalte- und Kopfdrehschwäche
    • Berührungsempfindlichkeit, insbesondere beim Hochheben (kleine Babys reagieren häufig mit Schreien oder Weinen)

    In den seltensten Fällen treten diese Anzeichen für das KiSS-Syndrom zeitgleich auf. Die auffälligsten Symptome sind die Bevorzugung einer Brustseite sowie einer Körperseite beim Drehen.

    Ursachen des KiSS-Syndroms

    Während der Schwangerschaft kann es infolge einer Steiß- oder Beckenendlage zu Blockaden der Halswirbelsäule kommen.

    Die häufigsten Ursachen sind einer traumatischen Geburt geschuldet. Wenn beispielsweise das Köpfchen des Ungeborenen unter hohem Druck durch den engen Geburtskanal der Mutter gepresst wird. Oder wenn das Baby während der Geburt Drehbewegungen gegen einen „Widerstand“ durchführt, die das Kopfgelenk stark belasten.

    Risikofaktoren sind eine Saugglocken- oder Zangengeburt, sowie Notfall-Kaiserschnitte und Zwillingsgeburten. Und nicht zuletzt schnelle Geburten und ein hohes Geburtsgewicht.

    So wird das KiSS-Syndrom diagnostiziert

    Nicht alle Kinderärzte kennen das Syndrom. Es kann deshalb sein, dass dein Arzt nicht der richtige Ansprechpartner ist. Es gibt viele Heilpraktiker, Chiropraktiker, Osteopathen und Physiotherapeuten, die sich auf das KiSS-Syndrom spezialisiert haben.

    Wie macht sich ein „unerkanntes“ KiSS-Syndrom bemerkbar

    Dem KiSS-Syndrom werden in der Folge weitere Beschwerden zugeschrieben. Zu diesen Beschwerden gehören eine erschwerte motorische Entwicklung, ein verminderter Wachstum, eine ausbleibende Gewichtszunahme, sowie HNO-Probleme.

    Sofern es im Säuglingsalter nicht behandelt wird, tritt das sogenannte Kidd-Syndrom auf. Kidd-Syndrom bedeutet Kopfgelenk-induzierte Dyspraxie/Dysgnosie (Dyspraxie bedeutet die Unfähigkeit zum Ausführen erlernter Bewegungen, Dysgnosie steht für eine gestörte Wahrnehmung).

    Bei Kindern im Schulalter verlagert sich die Symptomatik hin zu Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten, sowie Wahrnehmungsstörungen, Hyperaktivität oder Aggressivität bis hin zu Kopfschmerzen und Haltungsschwächen.

    Falls das KiSS-Syndrom bis zum Erwachsenenalter nicht behandelt wird, kann dies zu

    • Halswirbelsäulenbeschwerden
    • chronischen Rückenschmerzen
    • Bandscheibenvorfällen
    • Ohrgeräuschen, Schwindel
    • Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen führen.

    Behandlung des KiSS-Syndroms

    Sobald dieses Blockierung diagnostiziert wird, kann sie auch behandelt werden. Bei vielen Kindern reicht bereits eine einmalige Behandlung, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erhalten. Eine weiterführende osteopathische Behandlung kann als unterstützende Maßnahme sinnvoll sein. Sofern die manuelle Therapie nicht den gewünschten Erfolg bringt, sollte im nächsten Schritt mit Krankengymnastik begonnen werden. Allerdings frühestens vier Wochen nach der manuellen Therapie.

    Ziel der Behandlung ist es, die Fehlstellungen der Halswirbel des Babys zu korrigieren. Dafür übt der Therapeut/ Osteopath sanften Druck auf das Genick des Kindes aus. Und versucht so, die Verspannung im Halswirbelsäulenbereich zu lösen.

    Kostenübernahme der Behandlung

    Nicht jede Krankenkasse übernimmt die Behandlungskosten. Dies hängt von der Art des Therapeuten und den Bestimmungen der Kasse ab. Mittlerweile übernehmen immer mehr gesetzliche Krankenkassen osteopathische Behandlungen bzw. manuelle Therapien.

    Wir empfehlen vor einer Terminvereinbarung bei deiner Krankenkasse nachzufragen, ob und welche Formen der Therapie diese übernimmt.

    Euer Deva (Babytalk-Autor)

    Beitragsfoto: riopatuca / shutterstock 
    
  • Mein Baby schreit. Doch warum – und was braucht es?

    Mein Baby schreit. Doch warum – und was braucht es?

    Baby schreit: Mit der Geburt des sehnlichst erwünschten und erwarteten Babys stellt sich den frischgebackenen Eltern die Frage: „Warum schreit mein Baby?“

    Experten unterscheiden die folgenden 5 Schreiarten von Babys:

    1. Hunger
    2. Müdigkeit / Überreizung
    3. Zu warm oder zu kalt
    4. Schmerzen
    5. Langeweile

    Wieso weint mein Baby?

    Es gibt viele Gründe warum ein Baby weint oder schreit. Möglicherweise hat das Baby Schmerzen oder es ist hungrig. Aber vielleicht ist es ihm auch zu warm oder zu kalt. Es kann müde sein oder sich langweilen und will Aufmerksamkeit. Auch der Wunsch geknuddelt zu werden oder eine volle Windel kann der Grund sein. Seltener hat es Fieber.

    Auf den ersten Blick scheint Babygeschrei also nicht so leicht gedeutet werden zu können, schließlich können sie sich ja noch nicht artikulieren.

    Erfahrene Mütter meinen, dass es relativ schnell zu erlernen ist, die verschiedenen „Schreiarten“ zu unterscheiden. Vor allem, wenn man sein Baby und seine kleinen Bewegungen aufmerksam beobachtet. Ob es nun am Mutterinstinkt liegt oder nicht, erlernen können es auf jeden Fall auch andere Bezugspersonen, die viel und aufmerksamen Kontakt mit dem Kind haben. Vermutlich lernen es die Mütter nur schneller, wenn sie ihrem viel beschriebenen Bauchgefühl vertrauen. Es werden grob 5 Schreiarten von Babys unterschieden.

    1.    Hunger

    Und das, weil die Sättigung durch die Milch nur zwei bis vier Stunden anhält. Man erkennt diesen „Hungerschrei“ an einem Schmatzgeräusch, welches immer energischer wird, je länger der Hunger ungestillt bleibt. Begleitet wird dieses Quengeln durch stetiges Wenden des Kopfes und dem Versuch zu saugen. Dabei ist nichts sicher, was sich in Griffnähe befindet, ob Schnuller, Finger oder Tücher …

    Diese Zeichen sollten so zeitnah wie möglich mit der Brust oder einem Fläschchen beantwortet werden.

    2.    Müdigkeit / Überreizung

    Die Müdigkeit zeigt das Baby mit kurzen Jammerlauten an, die immer härter und lauter werden und in einem lauten Schrei münden. Nach kurzer Pause steigert sich dieses Schreien. Nicht selten strampelt das Baby dabei mit seinen Händen und Füßen, blinzelt häufiger und gähnt.

    In diesen Fällen sollte man beunruhigende Licht- und Geräuschquellen „ausschalten“ oder das Baby in sein reizarmes Schlafzimmer tragen und durch sanftes Hin- und Herwiegen helfen einzuschlafen. Dabei kann es sich auch um das Elternschlafzimmer und / oder Familienbett handeln.

    3.    Zu warm oder zu kalt

    Wenn es dem Baby zu warm ist, äußert es dies mit einem von Jammertönen begleitetem Hecheln. Zudem bilden sich häufig rötliche Flecken auf seinem Gesicht und/oder Oberkörper.

    In diesem Fall sollte man einfach einen kühleren Ort aufzusuchen oder dem Baby, sofern möglich, noch etwas auszuziehen.

    Wenn es dem Baby dagegen zu kalt ist, schreit es mit zitternder Oberlippe und hat kalte Füße und Hände. Die Haut kann dabei bläulich erscheinen.

    Sollte dies der Fall sein, bietet es sich an, das Baby wärmer einzupacken und/oder an seinen warmen Körper zu drücken.

    4.    Schmerzen

    Wenn Babys wegen Schmerzen schreien, tun sie dies aus Leibeskräften. Sie werfen sich dabei hin und her und japsen nach Luft. Dieser Schrei ist sehr intensiv und berührt uns am stärksten. Er ist alles durchdringend und sehr hoch.

    Falls ein Baby so schreit, sollte man prüfen, ob es äußerliche Verletzungen aufweist, wie einen wunden Po, eine zwickende Windel oder z.B. einen Hautausschlag. Bei Blähungen oder Bauchschmerzen kann der Flieger-Griff Linderung verschaffen.

    5.    Langeweile

    Langeweile beim Baby äußert sich körperlich häufig mit strampelnden Beinchen und rudernden Ärmchen. Sollte dies durch ein mit Pausen unterbrochenes mittellautes Jammern begleitet werden, will das Baby beschäftigt werden. Nicht selten wirkt es dabei unruhig und spielt mit seinen Fingerchen.

    Abhilfe kann häufig schon durch das Sprechen mit dem Baby erreicht werden. Sollte dies jedoch nicht ausreichen, kann man ihm seine Umgebung, anwesende Menschen oder Dinge zeigen und somit seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken.

    Falls keine Schreiart passt

    Falls keine dieser 5 Schreiarten bzw. Situationen zutreffen sollte oder das Schreien außergewöhnlich lange anhält sollte man einen Kinderarzt aufsuchen, um auf Nummer sicher zu sein. Wenn es nicht besonders lange anhält und keine Erkrankung vorliegt, geht es darum, sein Kind zu sich zu nehmen, am besten mit Hautkontakt und sich zu entspannen.

    Damit vermittelt ihr dem Kind, dass es sicher ist. Wenn wir uns selber zu sehr verrückt machen, übertragen wir den „Stress“ auf unser Baby und es fühlt sich nicht geborgen. Näheres dazu findet ihr unter unserem Beitrag „Babys haben ein Recht aufs Schreien„.

    Euer Deva (Familientherapeut)

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  • Expertenrat: Plötzlicher Kindstod – Morgen früh, wenn Gott will … Tipps von unserer Hebamme

    Expertenrat: Plötzlicher Kindstod – Morgen früh, wenn Gott will … Tipps von unserer Hebamme

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    Die ist eine Zeile aus einem der beliebtesten Kinderlieder. Was aber wenn Mutter oder Vater zum Bett ihres Kindes kommen und es dort leblos liegt? Wenn das Kind unbemerkt und still, scheinbar kerngesund – einfach so verstorben ist. Dann erhält diese Zeile eine ganz neue Bedeutung.

    Plötzlicher Kindstod oder Sudden Infant Death Syndrom (SIDS) lautet jedes Jahr  in ca. 160 Fällen in Deutschland die Diagnose für den Tod des Kindes.

    Damit bleib der plötzliche Kindstod die häufigste Todesursache im ersten Lebensjahr der Kinder und lässt Eltern verstört mit den Fragen „warum unser Kind“ und „was haben wir falsch gemacht“ zurück.

    Einen Höhepunkt der Sterberate der Kinder wird zwischen dem 2. und 4. Lebensmonat verzeichnet, dabei sind Jungs etwas häufiger betroffen als Mädchen. Die Diagnose SIDS kann erst nach einer Obduktion des Kindes gestellt werden, denn auch andere Todesursachen können eine Rolle spielen.

    Bis heute sind die genauen Ursachen des Plötzlichen Kindstodes ungeklärt. Forschungsergebnisse zeigen allerdings potentielle vermeidbare Risikofaktoren, die ein Auftreten des SIDS wahrscheinlicher machen.

    Dazu gehören:

    • Die Bauchlage des Kindes zum Schlafen
    • Die Schlafumgebung (kein Nestchen, keine Kopfkissen, keine Decke, kein Fell)
    • Das Rauchen in der Nähe des Kindes / auch passiv
    • Das Verzichten auf das Stillen
    • Überwärmung
    • Ungenügende Luftzirkulation

    Was kann ich aktiv tun?

    Große Aufklärungskampagnen, initiiert durch die Elterninitative GEPS  in den 1990 Jahren, konnten die Sterberate um 90% (1997 – 1300 Kinder) senken.

    Vor allem durch die folgenden Punkte:

    • Stillt euer Kind
    • Verwendet einen Babyschlafsack anstelle von Bettdecken. Bei Jako-O findet ihr eine große Auswahl an Babyschlafsäcken (Werbung)
    • Achtet darauf eine feste und atmungsaktive neue Babymatratze zu verwenden, die frei von Schadstoffen ist
    • Zudem sollte sie einen abnehmbaren und bei 60°C waschbaren Bezug haben sowie im Idealfall über feste Trittkanten verfügen
    • Euer Baby sollte im eigenen Babybett, jedoch im Elternschlafzimmer schlafen
    • Verzichtet unter anderem auf Kissen, Stofftiere oder Schaffelle im Babybett
    • Achtet auf eine passende Raumtemperatur und verhindert eine mögliche Überhitzung
    • Raumtemperatur zum Schlafen zwischen 16 – 18 Grad
    • Rauchen gilt als Hauptrisiko – sowohl in der Schwangerschaft als auch in der Umgebung des Kindes!
    • Geht mit eurem Kind regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen

    TIPP

    Es ist für Eltern daher sehr empfehlenswert einen Erste – Hilfe – Kurs für Babys und Kinder zu besuchen. Hier lernet ihr die korrekte Wiederbelebung durch Fachkräfte.

    Der plötzliche Kindstod ist schon in der Bibel beschrieben und wird immer ein Schicksalsschlag für alle betroffenen Eltern bedeuten. Dazu kommt die große Schuldfrage und die Ermittlungen der Kriminalpolizei.

    Geschulte Notfallseelsorger mit einem Paket an Hilfsmaßnahmen sollten vor Ort immer tätig werden. Der sensible Umgang der Gesellschaft und Unterstützungsangebote müssen zügig greifen, denn die Eltern müssen Ihre Zukunft zu Grabe tragen.

    Plötzlicher Kindstod – Weiterführende Links

    Eure Anja (Babytalk – Autorin)

    Hinweis der Redaktion: Wir finden das obengenannte Schlaflied, auch wenn es höchstwahrscheinlich einen wahren Kern beinhaltet, nicht für Babys oder Kinder geeignet ist. Es könnte ihnen Angst machen.

    Beitragsfoto: ChameleonsEye / shutterstock
  • Geburtseinleitung – Der Prozess der Geburt ist bedingt steuerbar

    Geburtseinleitung – Der Prozess der Geburt ist bedingt steuerbar

    Eine Geburt einleiten?

    Geburtseinleitung – Es gibt absolut Indikationen eine Geburt einzuleiten, das ist unumstritten. In diesen Fällen ist es medizinisch notwendig, von diesen Fällen möchte ich auch im folgendem nicht sprechen. Mir geht es um die medizinisch weichen Indikationen bis hin zur Einleitung auf Wunsch.

    Beachtet: Jeder Eingriff in den Verlauf einer Geburt hat zur Folge, dass der natürliche Ablauf gestört wird. Dies kann zu Komplikationen führen und ggf. weitere Interventionen nötig machen oder gar zu Notfällen führen.

    Doch fangen wir ganz von vorne an. Bisher ist die wahre Tragzeit der Menschen nicht auf den Tag genau berechenbar, die Auslöser einer Geburt nicht abschließend erforscht. Der natürliche Geburtsprozess ist nur bedingt bis zu einem gewissen Punkt steuerbar.

    Es bleibt also ein gewisser dunkler, unerforschter Fleck im Werden eines Menschen. Ein Mysterium. Das ist auch gut so aber scheinbar für mache Menschen, insbesondere unter Medizinern schwer zu ertragen. Es fällt vielen schwer, nicht alles kontrollieren und somit steuern zu können.

    Eine Schwangerschaft dauert bis zu 42 SSW. Jede Frau und jede Schwangerschaft hat ihre individuelle Tragzeit. Nur 3% aller Kinder werden am Termin geboren.

    Schauen wir, wie es die Natur macht

    Keine Samenmischung keimt gleich, kein Baum hat sein Obst zur gleichen Zeit reif, keine Staude verblüht zur gleichen Zeit. Die Natur ist sehr individuell ausgerichtet. Warum unterliegen wir Menschen dann immer wieder dem Uniformitätsgedanken?

    Warum meinen wir Menschen die Natur überlisten zu können, obwohl wir aus so vielen Bereichen wissen, dass dies meistens schief geht. Die Ungeduld der werdenden Mütter hin zur Geburt ist heute, häufig untermauert von Vorhersagen der behandelnden Ärzte/Ärztinnen, deutlich spürbar. Dadurch wächst der Druck die individuelle Tragzeit, zu vereinheitlichen.

    Warum aber, bei optimalen Werten, ein Kind am ET+10 auf die Welt nötigen und damit seine Mutter mit einer Geburtseinleitung in einen nicht physiologischen Geburtsverlauf stürzen. Die Folgen sind wissenschaftlich schon häufig belegt, erhöhter Schmerzmittelverbrauch, höhere weitere Interventionsrate, höhere Kaiserschnittrate.

    Eine gute Übung für die Vorbereitung auf die Geburt und das Leben mit einem Kind wäre die Achtsamkeitsübung. „Ich übe mich in Geduld!“ Gesteht Euch Eure Individualität zu. Nicht nur im Sein, sondern auch im Werden braucht alles seine Zeit. Üben wir uns in Geduld!

    Eure Anja (Babytalk-Hebamme)

    In diesem Zusammenhang könnte Euch auch der Beitrag von einer weiteren Hebamme empfehlen, in dem sie auf „nicht medizinische Faktoren“ einer „natürlichen Geburtseinleitung“ eingeht (Hinweis der Redaktion).

    Beitragsfoto: titans / shutterstock

  • Ultraschalluntersuchungen: Der gläserne Bauch – Der Palast des Kindes

    Ultraschalluntersuchungen: Der gläserne Bauch – Der Palast des Kindes

    Ultraschalluntersuchungen: In der Traditionell Chinesischen Medizin wird die Gebärmutter auch Palast des Kindes (Bao Gang) und das Kind der Kaiser genannt. Mit diesen Bezeichnungen wird das Mystische, heilige und wertvolle um das werdende Leben deutlich.

    Übertrage ich das nun in die westliche Sichtweise muss ich mich fragen, was ist das besondere an so einem Palast in dem ein Kaiser wohnt?! Es ist ein geschützter Ort, mit mystischen Geschichten, ein Rückzugsort und ab und an erhalten bestimmte Menschen eine Audienz und dürfen in das innerste vordringen.

    Ich kenne keinen Palast, der mit einem gläsernen Dach oder einer gläsernen Aussenwand versehen ist und transparent und durchsichtig für alle ist. Ebenso wie das Leben des Kaisers. Welcher Kaiser würde das auch wollen?

    Was machen wir aber genau mit unserem Palast, der Gebärmutter und ihrem Bewohner, dem Kaiser, dem Kind in der Schwangerschaft? Wir durchleuchten, untersuchen, schallen – wir versuchen einen gläsernen Bauch entstehen zu lassen in dem wir alles krankhafte, pathologische finden wollen, um es dann zu behandelt und gesund zu machen.

    Zunahme der Ultraschalluntersuchungen

    Aber ist es das, was ein Kaiser in seinem Palast braucht und sich wünscht? Aus einem Ultraschall am Ende einer Schwangerschaft mit niedriger Frequenz der Schallwellen wurde über nur wenige Jahre eine Ultraschallmanie. Aus festgeschriebenen (Mutterschaftrichtlinien) 3 Ultraschallen in der Schwangerschaft werden nun gefühlte 100.

    Es gab auch eine Veränderung der Frequenz der Schallwellen. Hier werden nun deutlich stärkere Frequenzen in den letzten Jahren eingesetzt ohne das es ein Risiko-Nutzen-Abwägung gibt.

    Tragbare Ultraschalleinheiten, Herztonüberwachungsgeräte für Zuhause komplimentieren das System der Überwachung, das nun auch 24 h zu Hause stattfinden kann. Die Gebärmutter ist der Palast des Kindes und gehört geschützt.

    Bis heute sind die Folgen der Ultraschalluntersuchungen nicht hinreichend erforscht. Die Forschungsergebnisse die es gibt, zeigen eine deutliche Beeinträchtigung des Ungeborenen und seiner Umgebung bei einer Ultraschallsitzung. Zu beobachten in der Praxis sind Kinder die sich die Hände vor das Gesicht halten und Anzeichen von Stress (heftige Bewegungen) deutlich zeigen.

    Weil die Bedenken nicht ausgeschlossen werden konnten, sind nach Ende 2020  3D Ultraschalluntersuchungen nicht mehr erlaubt. Sofern keine medizinische Notwendigkeit besteht.

    Absolute Sicherheit gibt es nicht

    Als Hebamme muss ich auf diese Risiken aufmerksam machen. Wir haben die Natur nicht im Griff. Auch eine völlige Überwachung bringt uns nicht mehr gesunde oder lebende Kinder. Im Gegenteil – Bindung heißt das Zauberwort.

    Wir müssen Vertrauen aufbauen und ja wir müssen auch unser Schicksal annehmen. Kaum ein Frauenarzt macht bei einer Vorsorge noch die Leopoldschen Handgriffe zur Lagebestimmung des Ungeborenen im Mutterleib. Er/sie benutzen lieber den Ultraschall. Wozu?

    Ist es nicht wunderbar mit dem Ungeborenen über die Bauchdecke zu kommunizieren? Diese kleinen Antworttritte auf meinen Kontakt. Dieses innehalten, welche Hände da nun auf dem Bauch liegen. Dieses sich in die Hand des werdenden Papas schmiegen.

    Nein, das reicht heute anscheinend kaum noch aus!

    Und ich verstehe die verunsicherten werdenden Mütter. Es wird suggeriert, dass es eine völlige Sicherheit mit Ultraschallvertrag, IGEL – Leistungen, Pränataldiagnostik, Schwangerschaftsvorsorge, CTG Kontrollen usw. gibt. Dabei weiß jeder – es gibt keine Garantie auf ein lebendes, gesundes Kind.

    Also versucht doch den Palast, Palast sein zu lassen. Ein Ort der Ruhe, der Mystik und der Geborgenheit und kommt in Euer Vertrauen. Der Lebensplan ist schon längst geschrieben und ändern kann ihn auch kein Ultraschall mehr.

    Ein Beitrag von Anja Lehnertz (Babytalk-Hebamme)

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  • Erziehung – Was Kinder unter einem NEIN verstehen

    Erziehung – Was Kinder unter einem NEIN verstehen

    Erziehung ohne Nein: Habt ihr schon einmal darauf geachtet, wie häufig ihr zu euren Kleinen „Nein“ oder „das geht nicht“, „dass kannst du nicht haben“ etc. sagt? Studien meinen es sind weit über 100 verneinende Aussagen dieser Art pro Tag.

    Was ist an einem NEIN verwerflich?

    An sich nichts. Nur verstehen vor allem eure Kleinen unter einem NEIN nicht nur den „Ausschlag eines Wunsches“, sondern: „Ich bin nicht OK“, was für sie gleichbedeutend ist, mit „Ich bin nicht liebenswert !!!„.  Das liegt daran, dass Kleinkinder ihre Bedürfnisse und Wünsche noch nicht von ihrer „Person“ trennen können. Dies fällt übrigens auch noch vielen Erwachsenen sehr schwer.

    Viele von Euch können sich bestimmt nicht mehr daran erinnern, was sie empfunden haben. Das liegt vor allem daran, weil sich das Meiste davon vor allem auf einer uns unbewussten Ebene abspielt.

    Was nun? Sollt ihr jetzt euren Kindern etwa immer alles geben, was sie sich wünschen und keine Grenzen mehr setzen???? – Nein.

    Doch ihr könnt eure Kommunikation bzw. Formulierungen verändern. Dies ist zwar zu beginn etwas „mühseelig“, doch es ist eine lohnenswerte Investition in die Beziehung zu eurem Kind.

    Hier ein paar Beispiele wie ihr ein NEIN umgehen könnt:

    Kind: „Ich will jetzt fernsehen!“  –  Mama: „Nein, Du darfst jetzt kein Fernsehen mehr schauen!“

    – besser: „Ich kann verstehen, dass Du jetzt gerne Fernsehen möchtest. Was ich Dir anbieten kann, ist, dass wir jetzt erst in Ruhe zu Abendessen und wenn wir gemeinsam den Tisch abgeräumt haben, lese ich Dir gerne noch eine Geschichte vor. „

    Kind (im Geschäft): „Ich will diese Puppe!!!!!“  –  Mama: „Nein, die gibt es nicht.“

    – Unsere Vorschläge: „Oh, ja, diese Puppe ist wirklich schön. Die hätte ich auch gerne gehabt. (Hier geht es darum, unserem Kind Verständnis für ihr Bedürfnis/ihren Wunsch zu schenken.)

     oder „Diese Puppe werde ich Dir zwar nicht kaufen, doch was ich Dir vorschlagen kann, ist, dass wir, wenn ich mit dem Einkaufen fertig bin, ein Eis essen gehen“.

    Es ist besser, euren Kindern Verständnis für ihre Bedürfnisse/Wünsche entgegen zu bringen und ihnen eine Alternative anzubieten. Dies ist aber nicht immer zwingend notwendig. Es hilft aber in Stresssituationen häufig, euer Kind schneller zu beruhigen. Es sollte jedoch nicht zur Gewohnheit werden.

    Ebenso ist es gerade bei Kleinkindern hilfreicher ihnen je nach Alter eine oder mehrere Alternativen vorzuschlagen, als sie „offen/frei“ nach ihren Wünschen zu fragen. Denn das überfordert sie.

    Papa: „Na, was sollen wir am Wochenende unternehmen?“ Kind: Ich will ins Disney Land.“

    Wenn ihr eure Kleinen häufiger nach ihren Wünschen fragt und dann ablehnen (müsst), fühlen sie sich nicht ernstgenommen und nehmen auch eure Fragen nicht mehr ernst. Und verlieren dann schnell ihr Vertrauen, in euren Wunsch sie glücklich zu machen und an eure Liebe.

    Ich möchte noch ausdrücklich betonen, dass einzelne Neins das Selbstbewusstsein von Kleinkindern nicht unbedingt schwächen werden, da sie ansonsten bestimmt noch viel Anerkennung, Wertschätzung und Bestätigung von euch erhalten.

    Erziehung ohne Nein - Kind greif beim Einkaufen in die Eistruhe

    Erziehung: Das Vertrauen unserer Kinder wächst mit jeden JA.

    Je mehr ihr eine Nein vermeidende Kommunikation übt, umso stärker wächst das Vertrauen eurer Kinder euch gegenüber und zu sich selbst.

    Vor allem in Gefahrensituationen sind Neins wenig hilfreich. Da ihnen in diesen Momenten die Aufforderung fehlt, was sie stattdessen machen sollen.

    Ich empfehle euch in diesen Situationen klar auszudrücken, was euer Kind machen soll, wie z.B. „Bleib stehen!“ oder „Stopp!“, „Komm zu mir!“ (…). Dabei gilt: je kürzer und klarer umso besser!

    Hilfreich ist es, wie in allen Anweisungen euren Kindern zu sagen, was ihr euch von ihnen wünscht und nicht, was ihr euch nicht wünscht. „Betrete nicht den Rasen“, „Denke jetzt nicht an einen rosa Elefanten“.

    Diese Anweisungen gehen häufig in die „Hose“. Da unser Gehirn mit Bildern arbeitet und es für die Worte „nicht“ und „verboten“ (und vielen gleichbedeutenderen) keine klaren Bilder gibt, werden diese Worte in unseren „Bildern“ weggelassen. Und es bleiben Bilder übrig, wie sie den Rasen betreten oder es taucht ein Rosa Elefant vor ihrem inneren Auge auf.

    Ich weiß aus eigener Erfahrung als Papa, dass es eine sehr anstrengende, aber auch lohnenswerte Investition, in ein entspannteres Familienleben und in das Selbstbewusstsein unserer Kinder ist und kann euch dies nur nahelegen.

    Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr uns eure Erfahrungen, Fragen und Ideen in diesem Zusammenhang mitteilt, z.B. Welche „Neins“ findet ihr besonders schwer, umzuformulieren?

    Werbung: Unser Buch

    Wenn ihr gerne noch mehr darüber erfahren möchtet, wie ihr eure Kinder liebevoll in die Selbstständigkeit begleiten könnt, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist, wertvolle Tipps.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Beitragsfoto: HTeam / shutterstock
    Foto 2: Andrey Burstein / shutterstock
  • Dunstan Babysprache – Dein Neugeborenes spricht mit Dir

    Dunstan Babysprache – Dein Neugeborenes spricht mit Dir

    Du fragst Dich jetzt sicher, gibt es so was tatsächlich?

    Eine Bedienungsanleitung für das Baby? Naja, fast – es ist eher eine Art Übersetzungshilfe „Babysprache – deutsch“. Bisher bei uns noch ziemlich unbekannt ist, dass es eine universelle Babysprache gibt, die alle Säuglinge weltweit gleichermaßen „sprechen“.

    Und die ist ganz einfach und logisch, wenn man einmal gelernt hat, worauf man hören und achten soll, bei dem, was ein Baby uns auf seine Weise sagt. Auch Du wirst es mit etwas Übung rasch verstehen lernen.

    Eine universelle Sprache

    Tatsächlich nutzt jedes Neugeborene auf dieser Welt die gleichen fünf Laute für seine allerersten Grundbedürfnisse wie Hunger, Müdigkeit, Aufstoßen müssen, Bauchweh und Kolik oder allgemeines Unwohlsein.

    Diese Laute basieren auf seinen angeborenen körperlichen Reflexen und sind daher weltweit bei allen Babys gleich. Egal zu welchem Kulturkreis sie gehören oder mit welcher Muttersprache sie aufwachsen.

    Die Ursprünge dieser Sprache liegen in unserer Evolution. Der Schrei eines Menschenbabys ist wie der eines hilflosen Jungtieres ein wichtiger Schutzmechanismus.

    Der Laut muss spezifisch und unterschiedlich sein, damit jede Menschen- oder Tiermutter sofort richtig darauf eingehen kann, damit das wehrlose Junge sich schnell wieder beruhigt und keine Fressfeinde anlockt.

    Entdeckung in Australien

    Entdeckt hat diesen direkten Zusammenhang von spezifischen Babylauten in der sogenannten Vor- Schrei-Phase – also bevor das heftige Weinen beginnt – und den biologischen Grundbedürfnissen von Neugeborenen die Australierin Priscilla Dunstan.

    Priscilla wurde mit einer bemerkenswerten Gabe geboren. Schon als Kind konnte sie ein Mozart- Stück nur hören und es Note für Note auf ihrer Violine nachspielen. Dieses besondere fotografische Gedächtnis für Klänge bekam nach der Geburt ihres Sohnes eine ganz neue Bedeutung.

    Priscillas Sohn Tomas war eines von vielen Babys, die an Kolik und langen Perioden unerklärlichen Weinens leiden. Sie fühlte sich wie viele junge Mütter oft isoliert und gestresst, weil sie nicht wusste, was sein Weinen bedeutete und was er brauchte.

    Mit der Zeit beobachtete sie bei Tom, dass er, bevor er zu schreien anfing, einige Laute äußerte. Sie hörte ihm aufmerksam zu und entdeckte ein Muster und den verstand den Sinn dahinter.

    Weniger Rätselraten – weniger Stress

    Aus 10 Jahren Erfahrung als Opernsängerin wusste sie, wie Klänge von unserem Körper erzeugt werden. Priscilla fing an, ein Tagebuch mit Notizen zu führen, welchen Klang sie bei ihrem Baby hören konnte und was sie tat, damit Toms Weinen aufhörte.

    Zur Validierung ihrer Entdeckung folgten ein Jahrzehnt an Forschung und Studien mit über 1000 Babys aus über 30 Nationen. Diese haben eine universelle Babysprache ans Licht gebracht, die das Rätselraten in eine akkurate und effektive Kommunikation verwandelt.

    Mit nur fünf neuen „Vokabeln“ in Babysprache öffnen sich uns die Tore (oder treffender: Ohren!). Zu einem besseren Verständnis von Säuglingen und dem, was sie gerade brauchen und einzufordern versuchen. Und das hat erhebliche Langzeit-Vorteile:

    70 % der Mütter aus den Studien bestätigten, dass sich ihre Babys rascher beruhigen und sie selbst weniger Stress. Dafür aber ein höheres Selbstwertgefühl in ihrer Elternrolle erleben, seitdem sie die Dunstan Babysprache kennen und anwenden. Die Hälfte der Studienteilnehmer konnte sogar besser durchschlafen und empfand eine gestärkte Bindung zum Kind.

    Auch die Väter berichteten über weniger Stress zu Hause und einen positiven Einfluss auf die Partnerschaft. Kein Wunder, denn das Dunstan System ist wie eine einfache Gebrauchsanweisung für die Versorgung eines Neugeborenen. Du hörst die Laute des Babys und weißt genau, was es gerade braucht.

    Das Tolle ist zudem: auch Papas erkennen die „Dunstan-Worte“ rasch und fühlen sich damit vom ersten Tag an aktiv in die Babypflege einbezogen. Beide Eltern verstehen auf diese Weise ihr Neugeborenes und seine Bedürfnisse gleich gut und können es, wenn man vom Stillen absieht, beide gleichberechtigt versorgen.

    Weniger Weinen – mehr Sicherheit

    Eltern auf der ganzen Welt berichten darüber, wie das Erlernen der Dunstan Babysprache ihr Leben und das Erleben ihres Babys verändert. Während das Weinen von Babys bei Eltern oft Stress, ein Gefühl von Hilflosigkeit und manchmal sogar Verzweiflung erzeugt, verringert die Dunstan Babysprache genau diesen Druck und die Anspannung.

    Indem man innehält und zuhört, erkennt man Babys Bedürfnisse rasch und kann sie leicht erfüllen. Das Baby teilt uns konkret mit, was es braucht und wir müssen nur richtig reagieren. So entstehen Sicherheit und Nähe und es ist, als hätte man ein neues Paar Ohren geschenkt bekommen.

    Auch größere Geschwisterkinder – ja die ganze Familie – können die Sprache und die Bedürfnisse des Neuankömmlings nun verstehen. So hat man ein Baby, das zufrieden ist und eine Familie, die nicht von einem gestressten Baby dominiert wird.

    Dunstan Babysprache lernen

    Seit Kurzem gibt es ca. dreistündige Dunstan Babysprache Workshops für Eltern und Fachpersonal.  Sie werden in verschiedenen Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz angeboten.

    Einen Kurs bei einer lizenzierten Dunstan Babysprache Kursleitung besuchen werdende oder frischgebackene Eltern am besten während des letzten Schwangerschaftsdrittels oder während der ersten 12 Lebenswochen ihres Kindes.

    Die Dunstan Laute verwenden Babys meist bis zum vierten, fünften Lebensmonat. Wird von den Eltern in dieser Zeit auf die Laute verlässlich eingegangen, wandelt sich ab etwa dem vierten Monat diese reflexbasierte Kommunikation vom Kind in eine bewusste Anwendung der Laute. So kann es gut sein, dass diese zum Teil sogar bis zum ersten Geburtstag beibehalten werden.

    Verstehen, was dein Baby sagt

    Das Ziel der Dunstan Babysprache ist es, junge Familien zu stärken, so dass jedes weinende Baby gehört wird und Eltern vom ersten Augenblick an ihren Nachwuchs und seine Bedürfnisse leichter verstehen können.

    Das sorgt für entspannte Babys und gelassene Eltern, die gemeinsam von Anfang an in eine sichere Bindung und in eine sanfte, vom Baby geleitete Routine finden. Ist das Baby happy, sind es auch Mama und Papa. Diesen harmonischen Start wünschen wir allen jungen Familien.

    Weitere Infos sowie die aktuellen Kursorte & Kontakte zu Dunstan Babysprache KursleiterInnen findest Du unter www.dunstanbabysprache.com.

    Tipp: Als Ergänzung zum Kurs gibt es die Dunstan Babysprache DVD mit vielen Videobeispielen und Untertiteln in 12 Sprachen. Das ideale Geschenk für frischgebackene Eltern – weltweit!

    Eure Vivian (Babytalk-Expertin)

    Hier findet ihr einen weiteren Artikel über „Babysprache“ von Vivian König, Hinweis der Reduktion.

    Dunstan Babysprache
    Beitragsfoto: niderlander / shutterstock (Pinterest oben)
    Pinterestfoto oben: H. Armstrong Roberts von Photo Images (über Canva)
  • Zwergensprache – Dein Baby besser verstehen

    Zwergensprache – Dein Baby besser verstehen

    Wir freuen uns Euch einen sehr interessanten Beitrag von Vivian König zum Thema Zwergensprache vorstellen zu können. Sie gibt ihre Begeisterung und Erfahrungen mit den Babyzeichen in Seminaren und als Autorin von Elternratgebern („Das große Buch der Babyzeichen„), Kinderbüchern und Fachartikeln weiter.

    U.a. ist sie verantwortlich für die Webseite Babyzeichensprache. Dort findet Ihr zusätzliche Informationen zu gratis Schnupperkursen, Elternberichte und Literaturvorschläge.


    Babys erleben jeden einzelnen Tag mit wachen Sinnen und nehmen eine Fülle von neuen Informationen auf. Da ist es ganz klar, dass die Kleinen ihre Erlebnisse und Wünsche auch mitteilen möchten.

    Das entspricht unserem menschlichen Grundbedürfnis nach sozialem Kontakt. Nur wie macht man das, wenn man noch nicht verständlich sprechen kann?

    Babyzeichen als Brücke zur Lautsprache

    Zwergensprache - Kind zeigt mit Babysprache das Zeichen für Essen
    Zeichen für Essen

    Babys im vorsprachlichen Alter verfügen bereits über ein großes Sprachverständnis. Sie verstehen schon sehr viel von dem, was rings um sie vorgeht. Bis zur verständlichen Lautsprache bieten ihnen die Babyzeichen eine spielerische Brücke, ihre Bedürfnisse altersgerecht auszudrücken.

    Babyzeichen sind dabei einfache Handzeichen und Gesten, die für wichtige Dinge im Babyalltag stehen (z.B. Milch, Musik, Tiere, Gefühle,…) und die das von Mama oder Papa gesprochene Wort durch eine Handbewegung zusätzlich untermalen und so verständlicher machen.

    Ganz nebenbei geben die Gesten dem Kind Orientierung im Alltag. Dabei sagen dann nicht nur unsere Worte, sondern gleichzeitig auch unsere Hände, dass es jetzt z.B. etwas zu „ESSEN“ gibt oder Zeit zum „BADEN“ ist oder wir kündigen auf dem Spielplatz an, dass es jetzt nach „HAUSE“ geht.

    Zwergensprache kindgerecht verpackt

    Zwergensprache - Kind zeigt mit Babysprache das Zeichen für Musik
    Zeichen für Musik

    Intuitive Gesten

    Im Grunde nutzt jeder, der mit Babys zu tun hat, intuitiv schon gewisse Handzeichen, ohne sich bisher darüber weitere Gedanken gemacht zu haben: Wir zeigen unseren Babys ganz selbstverständlich einfache Gesten wie „winken“ zum Abschied oder klatschen für „bravo“, die sie mit Freude nachahmen und so ihre ersten Erfahrungen im Bereich Kommunikation sammeln dürfen.

    Wenn ein Baby winkt, winkt jeder erfreut zurück, und da setzt der erste Erfolg für das Kind ein: Ich teile mich mit und bekomme dafür eine Antwort. Auch den Finger auf den Mund zu legen für „pst – leise sein!“ oder die Hand hinters Ohr zu halten für „horch!“ kommt Dir bestimmt bekannt vor und wird seit Generationen mit den Jüngsten verwendet.

    An der Gebärdensprache angelegt

    Auf dieser Idee basiert die sogenannte Zwergensprache. Sie baut auf dieser natürlichen Gestik auf und erweitert sie: Anhand weiterer konkreter Gesten und Handzeichen, die aus der Gebärdensprache entlehnt wurden, erhalten Babys die Möglichkeit, sich spezifisch auszudrücken.

    Sie teilen uns so mit, was sie sehen (Mama, schau ein HUND), was sie erleben (Das ist aber LAUT.), gern erhalten möchten (WO ist der BALL) und was sie sonst noch beschäftigt (ANGST vor dem Rasenmäher). Die Einblicke in Babys Gedankenwelt, die dadurch möglich werden, sind für die meisten Eltern faszinierend.

    Das Entwicklungstempo ist von Kind zu Kind individuell

    Erste Babyzeichen können manche Kinder schon im Alter von 6 bis 9 Monaten nachahmen und bewusst anwenden. Das klappt zum einen, weil dann die Motorik der Händchen schon soweit ausgereift ist, und sie zum anderen in diesem Alter auch häufig benutzte Wörter bereits verstehen können.

    Dies ist richtet sich aber nach dem individuellen Entwicklungstempo und ist von Kind zu Kind verschieden. Wer „winke-winke“ mit Spaß lernt, ist auch für andere Gesten als Angebot offen. So hilft man nicht nur der Kommunikation innerhalb der Familie auf die Sprünge, sondern ebnet schrittweise auch Babys Weg bis hin zu ersten gesprochenen Worten.

    Kein Lernprogramm

    Kind zeigt mit Babysprache das Zeichen für nach Hause
    Zeichen für nach Hause

    Babyzeichen sollten kein Lernprogramm sein, sondern stets ein altersgerechtes Angebot an das Kind, welches immer selbst entscheidet, was ihm nützt. Sie unterstellen auch keinen Kommunikationsnotstand in der Familie. Im Gegenteil.

    Einsatz von Babyzeichen erhöht die Aufmerksamkeit

    Eltern verstehen ihre Babys von Anfang an, weil sie auf Mimik und Gestik der Kleinen achten sowie auf deren Körpersprache. Der Einsatz von Babyzeichen verstärkt nun noch die Aufmerksamkeit der Eltern für die Kommunikationsversuche ihrer Kinder und unterstützt dabei den natürlichen Verständigungs- und Bindungsprozess auf intensive und zugewandte Weise. Babyzeichen ermöglichen einen wertschätzenden Dialog auf Augenhöhe von Anfang an.

    Mit Hilfe von Babyzeichen können Familien ihre Babys interaktiver am Alltagsleben teilhaben lassen – noch bevor die Kleinen deutlich sprechen können. Die Zwergensprache erleichtert in den ersten zwei Lebensjahren das gegenseitige „sich Verständlich machen“ von Groß und Klein.

    Auf kindgerechte Weise wird dabei der gemeinsame Austausch angeregt, denn die Babyzeichen begleiten das Sprechen lernen spielerisch und machen abstrakte Worte für das Kind anschaulich und leichter begreifbar. Spricht man z.B. vom „VOGEL“, formen Daumen und Zeigefinger am Mund einen Schnabel nach, der auf und zu geht.

    Lächeln auf Kindergesichter zaubern

    Das Baby schaut sich dies bei uns ab und verwendet es dann selbst, wenn es uns auf einen Piepmatz aufmerksam machen möchte. So weckt man schon bei den Kleinsten die Freude, sich mitzuteilen und zaubert ein Lächeln auf Kindergesichter, wenn diese sich verstanden fühlen.

    Die Methode wirkt natürlich beidseitig: Auch die Eltern werden vom Kind leichter und rascher verstanden, wenn sie in ihre Interaktion und Sprache hin und wieder zu einzelnen Wörtern eine konkrete Geste bzw. Gebärde mit einfließen lassen, indem sie dem Kind z.B. ankündigen, dass es nun Zeit für eine neue „WINDEL“ ist.

    Oft berichten Eltern, die einen Zwergensprache-Kurs besucht haben, wie viel besser die Kleinen nun kooperieren, weil sie sich nun besser auf den Situationen-Wechsel einstellen können.

    Sprache mit allen Sinnen erleben

    Kind zeigt mit Babysprache das Zeichen für MIlch
    Zeichen für Milch

    Je älter Babys werden, je mehr sie unsere Welt erobern, die Dinge um sich herum erforschen und beginnen, ihnen Namen zuzuordnen, desto mehr hilft es ihnen, wenn sie dabei mit vielen Sinnen und auf verschiedenen Wahrnehmungskanälen lernen dürfen.

    Als Brücke auf dem Weg zur Lautsprache helfen Babyzeichen den Kindern schon ab dem ersten Schritt des Spracherwerbes. Sie erleichtern Begriffe zu bilden und die Namen von Dingen und Tätigkeiten zu lernen, wiederzuerkennen und bei Einsatzbedarf wieder abzurufen.

    Babys können durch die Babyzeichen Sprache hören, sehen, fühlen und selbst durch die Bewegung der Gebärde nachahmen. Die Kombination von Sprache und Bewegung bezieht die Kinder aktiv ein und schult ihre visuelle, motorische und akustische Wahrnehmungsfähigkeit.

    Viele wichtige vorsprachliche Fähigkeiten wie Grob- und Feinmotorik der Hände und Finger, Hand-Augen-Koordination, Blickkontakt und Motivation zum Austausch mit anderen werden nebenbei spielerisch gefördert.

    Erleichterung des Miteinanders

    Für viele Familien steht beim Erlernen von Babyzeichen die Erleichterung des Alltags mit einem Kleinkind im Mittelpunkt. Sie finden es angenehm, wenn das Baby „sagen“ kann, was es braucht oder woran es gerade denkt.

    Der häufigste Beweggrund für einen Kursbesuch ist der Wunsch eines besseren gegenseitigen Verstehens. Anderen geht es um die Förderung des Selbstbewusstseins und der emotionalen Stabilität der Babys.

    Von der Zwergensprache profitieren auch mehrsprachige Familien oder Kinder mit erschwertem Spracherwerb z.B. aufgrund von Down-Syndrom, Lippen-, Kiefer- oder Gaumenspalte oder Hörschädigung. Babyzeichen sind eine Unterstützung und spielerische Begleitung beim Spracherwerb für alle Kinder.

    Im englischsprachigen Raum sehr verbreitet

    Im englischen Sprachraum sind baby signs seit fast drei Jahrzehnten ein weit verbreitetes Standardangebot für Eltern und Betreuer. Dort werden sie u.a. auch in Kindereinrichtungen viel genutzt.

    Bei uns kann man Babyzeichen mit seinem Kind in Kursen und Workshops lernen sowie über Bücher oder eine App (s.u.). Es gibt auch Fachseminare für Logopäden, Heilpädagogen, Hebammen, ErzieherInnen, Tagesmütter sowie weiteres Fachpersonal.

    Es ist gar nicht so schwer, seine Hände beim Sprechen bewusster einzusetzen. Probiere es einfach einmal aus und achte auf all die Gesten, die Du intuitiv bereits nutzt. Du wirst staunen und feststellen: Sprache und Gestik gehören ohnehin zusammen. Damit sind Babyzeichen eigentlich etwas Altbewährtes …

    Eure Vivian König (Babytalk-Gastautorin)

    Button Zwergensprache Webseite

    Apps gibt es sowohl für Android (Google Play Store) als auch als IOS – Version (Apple iTunes) unter dem Stichwort „Babyzeichen-Zwergensprache“. Sie sind mit ca. 4,99 Euro gut erschwinglich. (Hinweis der Redaktion)

    Wir danken der Zwergensprache GmbH für die zur Verfügungstellung der Fotos.
  • Stillen – Einfluss des Stillens auf die Kieferentwicklung

    Stillen – Einfluss des Stillens auf die Kieferentwicklung

    Stillen – Alle Babys haben das Bedürfnis zu saugen. Das Saugen dient nicht nur der Ernährung und der Beruhigung, sondern ist auch für die Entwicklung des Kiefers und die der Gesichtsmuskulatur sehr wichtig.

    Es gibt aber auch noch andere Faktoren, die einen Einfluss auf die Kieferentwicklung haben. Da das Saugen aber einer der größten Einflüsse ist, sollte dem «wie, wie oft und an was» gesaugt wird deutlich mehr Beachtung geschenkt werden.

    Fakten zum Babykiefer

    Um die Wichtigkeit zu erläutern, braucht es erst einmal ein paar Fakten zum Babykiefer.

    Der Kiefer eines Babys hat bei der Geburt gerade einmal 50% seiner Erwachsenengröße. Im Alter von 6 Jahren hat der Kiefer bereits knapp 80% erreicht, wobei der größte Teil des Wachstums in den ersten 4 Jahren erfolgt.

    Es gibt aber auch schon vorgeburtliche Faktoren, die einen Einfluss auf die Kieferentwicklung haben. Die Gesundheit und Ernährung der Mutter vor und während der Schwangerschaft, genetische Faktoren aber auch Schädeltraumas, die während der Geburt entstanden sind (nach Vakuum und Zangengeburten), spielen in der ersten Hälfte der Kieferentwicklung eine Rolle.

    Die Zungenlage des Kindes beeinflusst ebenfalls die Kieferentwicklung. Physiologisch befindet sich die Zunge eines Neugeboren am Gaumen.

    Die Zunge gibt dem Oberkiefer den Impuls in die Breite zu wachsen. Kinder, die dauerhaft einen nicht kiefergerechten Schnuller im Mund haben, können wegen der fehlenden Zunge am Gaumen Kieferfehlbildungen, wie beispielsweise einen gotischen Gaumen davontragen.

    Neugeborene haben einen kleinen, leicht nach hinten gezogenen Unterkiefer. Nach ca. sechs Monaten kann man feststellen, dass der Unterkiefer des Babys sich deutlich nach vorne entwickelt.

    Er hat sich optisch dem Bereich der Oberlippe und dem Nasenrücken angeglichen. Dieser „Gleichstand“ wird später durch den Kontakt der oberen und unteren Backenzähne fixiert.

    Aber bevor es so weit ist, setzen Ober- und Unterkiefer ihr Wachstum nach vorne und nach unten fort: Der Unterkiefer erhält nach dem Durchbruch der ersten Milchzähne noch einmal einen starken Wachstumsimpuls in diese Richtung.

    Stillen, die erste kieferorthopädische Therapie

    Das Stillen ist sozusagen die erste von der Natur vorgesehene kieferorthopädische Therapie. Während des Stillens bewegen die Babys den Unterkiefer nach vorne, um die Brustwarzen der Mutter zu stabilisieren.

    Dies stellt auch sicher, dass die Babys die Milch so effizient wie möglich trinken können. Die Saugbewegung beim Stillen fördert die Entwicklung von Muskeln in Mund, Zunge und Kiefer.

    Die richtige Lage der Brustwarze am weichen Gaumen gibt dem Oberkiefer zudem noch den sehr wichtigen Impuls um in die Breite zu wachsen.

    Bisher wurden die Vorteile des Stillens vor allem der Zusammensetzung der Muttermilch und dem Bonding zugeschrieben. Meiner Meinung nach Verdienen aber die orthopädischen Vorteile des Stillens und des Saugens definitiv mehr Aufmerksamkeit.

    Stillen ist eine frühzeitige präventive funktionelle Kieferorthopädie, da sich die Kräfte, die während des Stillens auftreten, positiv auf die Kieferentwicklung eines Säuglings auswirken. Flaschen-, Schnuller- und Fingerlutschen können den Kiefer bei exzessivem Gebrauch verformen. (Hierzu könnte euch unser Beitrag „Tipps zur Auswahl eines kiefergerechten Schnullers„, Hinweis der Redaktion)

    Kinder, die mit der Flasche ernährt werden

    Nun stellt sich die Frage, ob Kinder, die mit der Flasche ernährt werden, in Bezug auf die Kieferentwicklung einen Nachteil haben. Leider ist es so, dass Kinder, die nur mit der Flasche ernährt werden, einen Nachteil haben.

    Folgende Faktoren beeinflussen diese Kieferentwicklung negativ:

    • Die Trinkdauer an der Flasche ist deutlich geringer als die Ernährung an der Brust. Dadurch ist das Muskeltraining deutlich geringer.
    • Oft beschleunigen die Eltern das Saugen an der Flasche zusätzlich, indem sie die Saugeröffnung vergrößern oder sogar einen Sauger mit zu großer Öffnung für die eigentlich nächste Altersstufe verwenden.
    • Da die Sauger der Babyflaschen meistens auch zu hart und kurz sind, kann dies zu einem falschen Schluckmuster führen.
    • Das deutlich geringere Muskeltraining, welches das falsche Schluckmuster begünstigt, kann zu Kieferfehlbildungen führen. Die Kieferfehlbildungen können dann einen negativen Einfluss auf die Atmung, Konzentrationsfähigkeit sowie die Sprachentwicklung des Kindes haben.

    Fazit zum Einfluss des Stillen ´s auf die Kieferentwicklung

    Aber einen Vorwurf kann man den meisten Eltern sicherlich nicht machen. Denn es gibt kaum Fachpersonen, Literatur oder Babyratgeber, die Eltern über diese Einflüsse aufklären.

    Kieferfehlbildungen können sich bereits im Alter von ca. 18 Monaten zeigen. Daher ist es sehr wichtig, von Anfang an auf eine gesunde Kieferentwicklung zu achten.

    Der wichtigste positive Einfluss auf die kindliche Kieferentwicklung ist das Stillen. Die positiven Auswirkungen, der orthopädischen Kräfte auf den Kiefer und dessen Entwicklung während des Stillens sind so signifikant, dass das ausschließliche Stillen für mindestens 4 (-6) Monate der empfohlene Standard sein sollte.

    Eure Dayo (Hebamme)

    Pinterestfotos: o. razyph, u. RossHelen Photos Pro (über Canva)