Autor: Verena Wagner

  • Kinder gesund ernähren

    Kinder gesund ernähren

    Wie kriege ich Vitamine in mein Kind hinein

    Kinder gesund ernähren: ein interessanter und schöner Beitrag von Mamirocks bzw. Verena Wagner. Im aktuellen Beitrag geht es darum, wie Mütter und/oder Väter ihre Kleinen nahrreiche Kost, schmackhaft machen können.


    Beikost- und Kleinkindalter

    Gerade im Beikost- und Kleinkindalter sind Eltern oft sehr ambitioniert, ihre Kinder möglichst gesund zu ernähren.

    Und es stimmt ja auch, wenn die Kleinen sich möglichst früh an vielfältige Geschmacksnuancen gewöhnen – so heißt es in einschlägigen Ernährungsratgebern zur Beikost – mögen sie auch im späteren Leben Gemüse, Obst und andere gesunde Lebensmittel.

    Nun ja, muss ich ganz ehrlich sagen: Unsere Kinder sind jetzt im Grundschulalter und sie haben eigene Vorlieben entwickelt. Obwohl sie als Babys alle selbstgekochten Babybrei aus Kürbis, Pastinake, Birne und allerlei mehr gesunden Zutaten essen durften, hat sich da jeder von den dreien sehr individuell entwickelt.

    Während unser Ältester als Kleinkind eigentlich alles Gemüse und Obst mochte, von A wie Avocado bis Z wie Zichorien und andere bittere Gemüse, isst er jetzt längst nicht mehr so viele Sorten.

    Paprika zum Beispiel mag er nicht mehr, obwohl er dieses Gemüse jahrelang gerne gegessen hat.

    Mamas Trickkiste

    Daher habe ich mir einige Kniffe überlegt, wie die Vitamine ins Kind kommen. Schon in der Früh zum Frühstück schneiden wir den Kindern Obst, meist Äpfel und Banane, auf.

    Wenn sie es sich wünschen, bekommen sie auch Paprika, Mais oder Gurke – auch wenn ich selbst so etwas nie frühstücken würde.

    Fünf am Tag

    Wenn sie aber schon morgens anfangen, Vitamine zu essen, dann schaffen wir auch die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen „Fünf am Tag“.

    Damit ist gemeint, dass jeder – groß oder klein – fünf Handvoll Früchte am Tag verspeisen soll. Erwachsene haben eine größere Handfläche, Kinder eine kleinere – der Spruch passt also wirklich als Faustregel für alle.

    Da kleinere Kinder öfter am Tag Zwischenmahlzeiten bekommen, ist es leichter, viel Rohkost anzubieten. Jetzt bekommen die Schulkinder in ihre Pause immer Obst oder Gemüse mit, meistens Karotten, Gurke, Tomaten, Trauben, Pflaumen oder Apfelstücke und im Winter auch Zitrusfrüchte.

    Im Sommer gibt es häufig Beeren aller Art. Die mögen fast alle Kinder und sind sehr gesund – am besten auf einer Beerenplantage pflücken oder selbst anbauen. In der Schule essen sie fast immer, was in der Dose ist.

    Am Nachmittag, meist so gegen fünf Uhr, wenn alle schon wieder Appetit haben, serviere ich ebenfalls Rohkost. Dann essen die Kinder viel mehr davon, als wenn ich bis zum Abendessen warten würde.

    Kinder gesund ernähren – aber wie?

    Der Trick dahinter: Liegt nur Gesundes auf dem Teller, essen sie es. Stehen auch andere Lebensmittel wie Wurstbrot oder ähnliches auf dem Tisch, greifen sie meistens erstmal danach – unsere Kinder zumindest.

    Zwei unserer drei Kinder mögen kaum grünes Gemüse. Aber sie essen Pesto – also püriere ich, was das Zeug hält. Im Pesto kann man schön viel Gesundes verstecken: von Zucchini bis Paprika und natürlich alle möglichen Kräuter.

    Allerdings sind Pesto mit Gemüse nicht sehr lange haltbar. Entweder nur so viel zubereiten, wie für eine Mahlzeit benötigt wird, oder das Pesto sauber in ein schmales Glas mit Schraubverschluss einfüllen und mit gutem Olivenöl extra vergine bedecken.

    Kreativer Umgang mit der Wahrheit

    Meine Kinder liebten schon ganz früh Leberwurst – Streichwurst. Da ich nicht wollte, dass sie dauernd Wurst essen – unser Papa liebt Wurst – und ich Wert auf vegetarische Tage in der Woche lege, habe ich irgendwann zum vegetarischen Aufstrich „Delikatess“ gesagt, das ist Streichcreme. So direkt lügen wollte ich ja auch nicht. Seitdem schmeckt es ihnen.

    Irgendwann kam die explizite Frage, ob Streichcreme Leberwurst ist, was ich dann verneinte. Delikatess-Aufstrich schmeckte ihnen zu dem Zeitpunkt ja schon. Als dieser einmal ausgegangen war, habe ich den Kindern Champignon-Aufstrich untergejubelt.

    Die schlaue Fünfjährige schaute auf die Packung und jubelte: „Das ist ja Pilz-Delikatess“. Seitdem ist dieser Aufstrich auch auf der Liste derjenigen, die aufs Brot dürfen! Zum Glück hatte sie schon vorher abgebissen! Also, wenn ihr eure Kinder gesund ernähren wollt, immer wieder was Neues ausprobieren und nicht so schnell aufgeben.

    Kinder gesund ernähren - geschnittene Igel - Ananas

    Frag nicht soviel, Mama!

    „Frag nicht soviel, Mama“, hat einmal eins meiner Kinder zu mir gesagt. Gerade beim ersten Kind habe ich zu allem das Kind nach seinen Wünschen gefragt!

    Möchtest Du Milch oder Saft trinken, möchtest Du Radieschen oder Karotte essen? Irgendwann und auch dank dieser Antwort habe ich gemerkt, dass ich die Kinder mit meinen Fragen oft überfordere.

    Seit dem richte ich einfach etwas her. Wenn dann was nicht passt, kann ja noch was verändert oder hinzugefügt werden. Mit dem Wegnehmen ist das schon schwieriger.

    Früher habe ich streng darauf bestanden, dass wir die Nudeln mit Soße essen, heute mache ich öfter Ausnahmen: gerade bei Gnocchi, Spätzle oder Schupfnudeln.

    Diese „Ausnahmen“ sind aber an meine Bedingung geknüpft, dass die Kinder statt dem Gemüse in der Sauce dann eben Rohkost dazu essen. Hier gibt es übrigens einen ganzen Artikel dazu wie es gelingt, dass das gemeinsame Essen nicht zum Machtkampf ausartet.

    Kinder übernehmen viel von anderen Kindern

    Wenn zwei Kinder (und der Papa) etwas lecker finden, gibt es gute Chancen, dass der dritte das auch haben will. Vor allem, wenn die anderen Kinder schon Schlange stehen, um das begehrte Stück vom Bäh-Kind zu ergattern.

    So manches Mal hat das Kind, das zuerst Bäh sagte, plötzlich doch Lust auf den vegetarischen Aufstrich entwickelt, den es zuerst verabscheuungswürdig angeblickt hat.

    Bei Einzelkindern, aber natürlich auch bei Geschwistern, kann ich Euch, liebe Eltern, nur dringend empfehlen, ladet öfter mal andere Kinder zum Essen ein, denn das gemeinsame Mahl vollbringt wahre Wunder.

    Das Alter der Gastkinder spielt dabei keine Rolle.

    Kinder interessieren sich für die Essensgewohnheiten ihrer Gäste. Der Schuss kann allerdings auch nach hinten losgehen, wenn wir wieder mal einen Gast haben, der nur „nackte“ Nudeln oder sogar nur trockenes Brot haben will.

    Bei letzterem hat dieses für unsere Kinder sehr seltsame Essverhalten ihren Ehrgeiz jedoch so angespornt, dass sie nicht haltgemacht haben, bis ein Obst oder Gemüse gefunden war, dass der Junge dann gerne essen wollte: Es war Mais aus der Dose!

    Vorbildfunktion beim Essen

    Die hohe Kunst beim Essen heißt also „Genuss“. Wer sich gesunde Lebensmittel schmecken lässt, könnte gar kein besseres Vorbild für den Nachwuchs abgeben. Die Kinder sollen ruhig sehen, dass Essen Spaß macht, ein Genuss ist und Zeit braucht.

    Auch wenn dieses Essverhalten nicht sofort Resultate zeigt, entwickeln Kinder doch Spaß an gesundem Essen – vor allem wenn sie sehen, dass die Eltern die Vitamine auch gerne essen.

    Ich habe einmal eine Faustregel gelesen, die ich mir immer vorsage, wenn ich mal wieder am Verzweifeln bin, weil alles Bäh ist.

    Angeblich wird ein neuer Geschmack, wie zum Beispiel Salat oder anderes bitteres, grünes Gemüse erst dann als wohlschmeckend akzeptiert, wenn dieser Geschmack an die zehnmal probiert wurde.

    Also, liebe Eltern, gebt nicht so schnell, wenn ihr eure Kinder gesund ernähren wollt. Und denkt mal an Eure eigene Kinderzeit zurück! Was habt ihr nicht gemocht? Bei mir waren es Zucchini. Die haben mein Bruder und ich strikt abgelehnt – über Jahre hinweg.

    Heute liebe ich Zucchini! In allen Spielarten von gegrillt über gedünstet bis zur Rohkost!

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Iakov Filimonov / shutterstock
    Foto 2: Kritsada Namborisut / shutterstock
  • Zwillingen gerecht werden – Wisst ihr eigentlich, wie lieb ich euch BEIDE hab?

    Zwillingen gerecht werden – Wisst ihr eigentlich, wie lieb ich euch BEIDE hab?

    Heute hat Verena von dem Blog Mamirocks wieder einen neuen Beitrag für Euch. Dieses mal stellt sie sich der Frage, wie man Zwillingen gerecht werden kann. Danke an Verena für diesen lesenswerten und gleichzeitig informativen Text!


    Wie schaffe ich das, wenn mehrere Kinder gleichzeitig die Mama brauchen? Diese Frage ist mir vor der Geburt der Zwillinge oft durch den Kopf gegangen. Wie wird es sein, gleich drei Kinder zu haben, um die ich mich kümmern muss?

    Jede Zwillingsmama stellt sich zwangsläufig diese Frage. Aber eigentlich fühlt sich jede Mama erstmal unsicher, wenn sie daran denkt wie es sein wird, plötzlich zwei Kinder zu haben. Kann ich dieser Situation gerecht werden? Schaffe ich das, wenn beide Kinder gleichzeitig Trost brauchen?

    Was mache ich, wenn das eine Kind aufwacht und schreit, weil es Hunger hat und die andere in der Küche den Saft verschüttet hat und schnell Hilfe braucht, weil alles auf den Boden tropft?

    Alles eine Frage der Perspektive

    Spontan fallen mir zahlreiche solcher „Extremsituationen“ ein, die im Moment unlösbar und wahnsinnig dramatisch erscheinen. Immer gibt es jedoch eine Lösung. Die ist jedoch manchmal nicht für alle Beteiligten optimal.

    Zunächst einmal hilft uns die Natur selber: Babys schlafen ja erfahrungsgemäß in den ersten Wochen sehr viel.

    In dieser Zeit kann sich die ganze Familie an das neue Kind und damit die veränderte Familienkonstellation gewöhnen. Was wir schon vom ersten Kind an Erfahrungen gesammelt haben, ist zudem ein sehr nützliches, praktisches Wissen.

    Natürlich gibt es auch schon am Anfang schwierige Situationen – vor allem, wenn der Altersunterschied gering ist. Denn das „große“ Kleinkind braucht die Mama auch noch weitaus mehr als ein Kindergarten- oder gar Schulkind.

    Doch ein kleines Baby ist meist schnell auf den Arm genommen und kommt einfach mit, wenn der Ältere Hilfe braucht – im schlimmsten Fall schreit es.

    Doch wie kann man Zwillingen gerecht werden?

    Zwillingsmamas werden da schon eher „zum Schwimmen lernen in den reißenden Fluss geworfen“, um die Erfahrung junger Zwillingseltern einmal mit einem Bild zu beschreiben. Bei ihnen ist wirklich alles gleichzeitig.

    Wenn ich daran denke, wie schwierig es war zwei Babys zur Ruhe zu bringen, die sich gegenseitig immer wieder beim Einschlafen gestört haben, erscheint auch ein Altersunterschied von 16 Monaten schon als große Erleichterung – so alt war unser „Großer“ als seine Zwillingsgeschwistern zur Welt kamen.

    Es ist also alles eine Frage der Perspektive und „Mit den Aufgaben wächst der Mensch“, wie meine Chefin immer so schön sagt.

    Nicht einfach, aber machbar

    Eine Tatsache können sich Mütter mit zwei Kindern immer wieder vorsagen: Ihr habt zwei Arme und zwei Schultern: Für jedes Kind ist eine Seite da. So einfach ist das mit drei Kindern schon nicht mehr.

    Oft habe ich darunter gelitten, immer nur zwei von dreien in den Arm nehmen zu können. Meine Großmutter hatte vier Kinder, je zwei davon nahe beieinander.

    Sie hat mir erzählt, dass sie bei meiner Mutter und ihrer Schwester immer einen Strich von der Nase hinunter gezogen hat über ihren Körper, wenn die beiden sich stritten. Dazu hat sie zu den Kindern gesagt:

    „Diese Hälfte gehört dir und diese Hälfte ist für dich“.

    Manchmal erscheinen mir die Herausforderungen als Mutter im Alltag mit drei Kindern schier unlösbar. Und das geht einem gewiss mit zwei Kindern nicht viel anders – manchmal auch schon mit einem einzigen!

    Was ich persönlich in der Baby- und Kleinkinderzeit am schlechtesten ausgehalten habe, war das viele Geschrei. Aber was willst du machen? Ein Kind schreit eben, wenn es sich bemerkbar machen will.

    Zum Muttersein gehört ein ganz schön dickes Fell dazu. Das fehlt mir bis heute. In oben geschilderten Extremsituationen bleibt einem aber oft nichts anderes übrig.

    Bauchgefühl und Intuition, was zuerst getan werden muss und was jetzt warten kann, helfen einem dann zusätzlich. Ich denke da gerade an folgende Situation: Mama steht am Wickeltisch und will die stinkende Windel des Babys erneuern.

    Da hört sie einen Knall und markerschütterndes Geschrei aus dem Kinderzimmer. Das Gehirn ist sofort auf Hochtouren, meldet akuten Handlungsbedarf. Das schlimmste, was jetzt passieren kann, ist Panik.

    Die besonnene Mama, die sich auf ihren Instinkt verlässt, klebt die volle Windel wieder zu und legt das Baby auf den Boden oder in den Laufstall – eben irgendwohin, wo es für kurze Zeit sicher ist.

    Dann schaut sie sofort ins Kinderzimmer und hat somit Zeit gewonnen für das Kind, das sie gerade am nötigsten braucht.

    Ein kurzes Beispiel

    Worauf kommt es an? – Darauf Prioritäten zu setzen und so entspannt, wie gerade möglich zu handeln. Ruhig und besonnen bleiben und immer eines bewusst haben: Ich kann mich nicht zerteilen.

    Es gibt Situationen, in denen ein Kind warten muss bis ich mich um es kümmern kann. Auch wenn das Baby mit der vollen Windel jetzt vielleicht schreit und nicht einverstanden mit der abrupten Behandlung ist – es ist weder in Gefahr noch hat es Schmerzen.

    EIN DICKES FELL IST SEHR HILFREICH

    Und hier setzt der Wunsch nach dem dicken Fell ein. Ich weiß nur zu gut, wie es sich anfühlt, wenn ein Baby schreit und ich mich aber gerade zuerst um das andere Kind kümmern muss.

    Da hilft nur sich immer wieder ganz tapfer vorsagen, das Kind nimmt davon keinen Schaden und ich bin trotzdem eine gute Mutter! Gleich nehme ich den Schreihals in den Arm und tröste ihn mit all meiner Liebe.

    Hierzu kann ich euch den Beitrag „Babys haben ein Recht aufs Schreien“ empfehlen (Hinweis der Redaktion).

    Das schlimmste Erlebnis, das mir mit meinen drei Babys in Erinnerung geblieben ist, war eine Gewitternacht. Da ihr Papa häufig länger als eine Woche auf Dienstreisen unterwegs ist, habe ich da alleine durchgemusst.

    Als es gewaltig donnerte, sind prompt alle aufgewacht. Die Zwillinge waren ohnehin gerade bei ihrer nächtlichen Stillmahlzeit und fingen vor Schreck an zu weinen.

    Doch auch der damals knapp zweijährige „Große“ fürchtete sich und fand die Mama nicht im Bett. Die war ja bei den Zwillingen zum Mitternachtsimbiss. Also hatte ich drei erschreckte, heulende Kinder, die alle zur Mama wollten.

    Irgendwie kam mir diese Situation endlos lange vor. Denn wenn einmal alle brüllen, ist es um so schwieriger, auch nur ein Kind wieder zu beruhigen. Verständlich.

    Schließlich haben wir uns alle so gut es ging zusammen gekuschelt, ich habe beruhigende Lieder gesungen und am nächsten Morgen hatten die Kinder die Schrecken der Nacht schon vergessen.

    Zwillinge werden gewickelt

    Liebe ist für alle da

    Mutterliebe wird übrigens nicht weniger, wenn man sie teilt. Jedes Kind kriegt genug davon ab. Die liebe Mama gibt besser darauf acht, dass sie vor lauter Kümmern auch noch an sich selber denkt.

    Am besten klappt der Alltag mit mehreren kleinen Kindern nämlich, wenn man ausgeruht und ausgeschlafen ist.

    Gerade, wenn die Kinder größer und damit verständiger werden, ist irgendwann die Zeit gekommen, ihnen zu erklären, dass sie ein wenig warten können.

    Das verstehen Kinder meiner Erfahrung nach zum Teil schon mit drei Jahren. Auch wenn das nicht heißt, dass die Kinder gerne warten wollen!

    Wie werde ich meinen Zwillingen gerecht?

    Was bei uns auch immer recht gut geholfen hat, waren kleine Ablenkungen. Ich habe etwa dem älteren Kind, das öfter warten musste, ein Hörspiel angemacht.

    So ist das Warten auf die Mama nicht so langweilig. Ein positiver Effekt des Wartens ist übrigens, dass die Kinder schneller selbständig werden.

    Sie beginnen kleine Aufgaben alleine zu erledigen, wenn es ihnen zu lange dauert bis die Mama endlich kommt. So schenken sie sich etwa einen Saft ein, holen sich etwas Obst oder lernen früh sich selber anzuziehen, um schon mal vor zu gehen in den Garten.

    Diese Selbständigkeit haben wir immer sehr begrüßt und unser Erstgeborener hat wohl gespürt, dass wir stolz auf ihn sind und sich ganz groß dabei gefühlt.

    Quality Time mit den Kindern ist sehr wichtig. Denn bewusst zusammen verbrachte Zeit ohne mit den Gedanken irgendwo anders zu sein, entschädigt für alle Augenblicke des Wartens.

    Keine Mutter kann permanent für ihre Kinder da sein ohne sich zu verlieren!

    Sie braucht Zeit für sich, für ihren Partner und Freunde, den Job und den Haushalt.

    Das Warten müssen, gehört in jeder Familie zum Alltag – egal wie viele Kinder da sind. Zum Leben gehören Sonnenschein und Regentage. Und irgendwann sind die Kinder so groß, dass die Mama nur noch ausnahmsweise einen Kuss bekommt!

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Elena Yakushev / shutterstock
    Foto 2: adriaticfoto / shutterstock
  • Welche Hausmittel helfen bei Erkältungen und Fieber

    Welche Hausmittel helfen bei Erkältungen und Fieber

    Welche Hausmittel bei Erkältung: Obwohl alternative Heilmethoden häufig aufwändiger sind als die konventionelle Schulmedizin, lohnt sich der Aufwand absolut. Verena Wagner, die Autorin des Blogs Mamirocks aus Tirol hat hier ein paar sehr gute Tipps für Euch zusammen gestellt, die bei Erkältung und Fieber helfen:


    Welche Hausmittel helfen bei Fieber?

    Erste Regel und die gilt eigentlich immer: Keine Panik – handle intuitiv! Verlasse Dich auf Dein Bauchgefühl, auch wenn Du Angst hast.

    Wenn Du das Gefühl hast, mit Deinem Kind stimmt etwas nicht, es wirkt abwesend und lethargisch, dann ruf die Rettung. Ich schreibe das nicht einfach so, denn genau dieses Nicht-Zögern hat meinem zweijährigen Mädchen sehr geholfen.

    Wie sich im Krankenhaus herausstellte, war dies keine übertriebene Handlung, das Kind hatte eine Blinddarmentzündung. Ungewöhnlich und selten in dem Alter, aber möglich.

    Natürlich gilt äußerste Vorsicht auch beim Fieberkrämpfen. Bei über 40 versuche ich meinen Kindern Fiebersaft einzuflößen, obwohl das mit ihnen ein ziemlicher Kampf ist.

    Sie ertragen alle Medizin, Tees und selbstgemachte Hustensäfte, aber nicht den künstlich-chemischen Geschmack der Säfte mit Ibuprofen oder Paracetamol.

    Alternative Hausmittel zum Fiebersaft

    Während Fieber für Erwachsene echt hart ist, finden Kinder Fieber meiner Erfahrung nach oft nicht so schlimm. Meine drei sind dann müde, wollen nichts, keine Ansprache und keinen Kontakt. Sie schlafen dann meist einfach.

    Viel schlechter scheint es ihnen mit Husten und Schnupfen und in der Phase der Rekonvaleszenz (Zeit der Genesung) zu gehen. Nach fast acht Jahren als Mutter, gerate ich bei Kinder Fieber nicht mehr so schnell in Panik.

    Der Spruch „Wenn Kinder Fieber haben, sind sie gesund“, stammt von unserer früheren und wie ich finde sehr klugen Hausärztin.

    Sie hat mir folgendes erklärt: „Das hohe Ansteigen des Fiebers zeigt bei Kindern an, dass ihr Immunsystem funktioniert. Der kleine Körper besiegt mit der erhöhten Körpertemperatur die angreifenden Krankheitserreger.

    Hat man diese Erklärung vor Augen, gelingt es besser tief durch zu atmen und erst einmal sanfte Methoden gegen Fieber auszuprobieren, die dem Körper helfen sich selbst zu heilen.

    Wenn ich zurück denke, wie es war als frisch gebackene Mutter, habe ich mir in den Babyzeiten sehr viele Sorgen um die fiebernden Kinder gemacht. Gerade beim ersten Kind habe ich dauernd gemessen.

    Allerdings habe ich noch nie etwas unternommen, solang nicht die 39-Grad-Marke überschritten war.

    Hausmittel: Sanft heilen mit Wickeln

    Die guten alten Wadenwickel müssen mit ein paar Regeln angewendet werden: Sie kommen wirklich nur zum Einsatz, wenn der ganze Körper glüht. Nicht etwa wickeln, wenn das Kind zwar an der Stirn heiß ist, aber ansonsten friert oder kalte Füße hat.

    Ich nehme zum Herstellen der Wickel abgerissene Streifen alter Spucktücher. Diese dürfen auch nicht eiskalt nass gemacht werden: Lauwarm reicht aus, sonst ist der Unterschied zur Körpertemperatur zu drastisch.

    Meistens warte ich bis die Kinder eingeschlafen sind und wickle dann in aller Ruhe. So erspare ich mir Abwehrgebrülle und Gestrample. Die nur feuchten, ausgewrungenen Windelstreifen möglichst ohne Falten um die Waden wickeln.

    Außen herum kommt je ein Handtuch, damit nichts nass durchgeht. Die Füße sollen unter der Bettdecke herausschauen, damit das Fieber „abdampfen“ kann. Die Meinungen gehen auseinander, ob die Dinger nach einer halben Stunde wieder ab sollen.

    Doch meistens sind sie schon erwärmt, wenn ich wieder nachschauen komme. Ich lasse die Kinder nach einem einmaligen Wickel schlafen. In wenigen Fällen habe ich die Wickel wiederholt, weil mir die Kinder während des Schlafes glühend heiß vorkamen.

    Schlafen ist ohnehin die beste Medizin und ich würde nie den Schlaf eines Kindes stören.

    Welche Hausmittel sonst noch bei Erkältungen helfen

    Auf jeden Fall ist wichtig, die Kinder oft und soviel wie möglich Wasser oder Tee trinken zu lassen. Und wenn die Kleinen eben keinen Tee oder Wasser wollen, trinken sie notfalls, was sie möchten. Essen mögen sie mit Fieber meiner Erfahrung nach ohnehin nicht.

    Außerdem sollen die Kleinen, wenn möglich im Bett bleiben. Die Bettruhe wird oft unterschätzt, aber die Kinder müssen sich wirklich viel ausruhen können. Malen, vorlesen, Hörspiele – alles ist gut, was im Liegen geht.

    Dazu geben wir Globuli und/oder Schüssler Salze. Sobald Fieber auftritt oder auch eine Erkältung, verabreiche ich Ferrum Phosphoricum. Und dies solange bis die Kinder wieder ganz fit sind, denn dieses Mittel hilft auch dem Immunsystem.

    Acconitum gebe ich in einmal bei plötzlich auftretendem Fieber. Bei heißem Körper mit Schwitzen und rotem Kopf gibt es Belladonna. Ich schreibe hier wieder bewusst keine Potenzen dazu, denn ich bin ja kein Experte, sondern eine Mami.

    Gerade bei Babys lohnt sich das Gespräch mit einem Kinderarzt, der alternativen Heilmethoden gegenüber aufgeschlossen ist..

    Essigwickel für Babys

    Bei Babys riet unsere tolle Hausärztin zu Essigwickeln. Die sind viel einfacher anzuwenden bei den kleinen Strampelbeinen. Dazu kleine Söckchen in Essig tauchen, auswringen und anziehen. Darüber kommen dicke Wollsocken.

    Diese habe ich immer nach einer Weile wieder abgenommen. Wenn ganz kleine Kinder Fieber haben, macht man sich einfach viel mehr Sorgen. Das ist ganz natürlich. Die Wirkung dieser Wickel war aber stets unmittelbar spürbar.

    Man kann sie auch bei Babys mehrmals in der Nacht wiederholen – aber eben NUR bei komplett glühendem Körper. Die Temperatur darf nicht zu rasch zu stark abgesenkt werden.

    Das Fieber gehorcht den eigenen Gesetzen der Krankheit und steigt meistens in Wellen immer wieder an. Und dies vor allem gegen Abend, solange bis alles ausgestanden ist.

    Wird das Fieber, auch durch Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol zu rasch und zu stark unterdrückt, wirkt dies entgegen den Selbstheilungskräften.

    Helfer fürs Immunsystem

    Hilfreiche Kräuter bei Erkältungen sind Salbei (Halsweh, antibakteriell, desinfizierend), Spitzwegerich, Schlüsselblume und Huflattich für den Hustentee, sowie die Lindenblüte und das Mädesüßkraut für Schwitzkuren.

    Ebenso immer dabei im Hustentee ist natürlich Thymian, dem ich hier schon mal einen eigenen Beitrag gewidmet habe.

    Unter dem Hashtag #Kräutermamas findet ihr übrigens immer wieder detaillierte Informationen zu Kräutern für die ganze Familie. Nicht verzichten möchte ich in der Erkältungszeit auf Zitronen.

    Sie sollte erst in den Tee hinein, wenn er bereits abgekühlt ist. So bleiben die Vitamine besser erhalten. Oder einfach roh essen, etwa in der Salat-Marinade oder als Limonade mit Zucker.

    Sanftes Hausmittel – die Zwiebel

    Auch die Zwiebel ist ein toller Helfer in der Erkältungszeit. Knoblauch hat ähnliche Eigenschaften, aber wie die Kinder mag ich den nicht roh.

    Alle diese Zutaten helfen aber auch in ihrer alltäglichen Verwendung in der Küche, besser gegen Infekte gewappnet zu sein.

    Aus der Zwiebel lässt sich zusammen mit Thymian ein wirksamer Hustensaft einkochen.

    Die Zwiebel eignet sich zudem hervorragend für kleine Schnupfennasen. Auch wenn es stinkt – Zwiebel aufschneiden, etwa zehn Minuten abwarten und dann ins Kinderzimmer, neben den Kopf des Babys, stellen.

    Erleichtert das Durchatmen, ebenso hilft ein im Kinderzimmer aufgestellter Wäscheständer mit nassen Kleidungsstücken. Letzteres ist auch bei Reizhusten eine Hilfe.

    Zwiebelsäckchen bei Ohrenschmerzen

    Einfach eine Zwiebel kleinschneiden und kurz in einem Topf oder Pfanne ohne Öl leicht anbraten. Dann in ein dünnes Tuch stecken und anschließend diesen „Beutel“ in einen Waschlappen oder kleinen sauberen Socken stecken und aufs Ohr drücken. Oder in ein Handtuch einwickeln und unters Köpfchen (Ohr) legen. Wirkt wunder.

    Zusätzlich habe ich bei meinen Babys etwas ätherisches Öl wie Engelwurz auf einen kleinen Ton- oder Gipsanhänger geträufelt und neben dem Köpfchen platziert.

    Bei verstopften Babynäschen hilft auch eine Pomade aus Engelwurz. Viele solcher Produkte gibt es fertig zu kaufen. Gute Hebammen kennen alle diese Tipps und Tricks.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: ALIAKSEI SIDARENKA / shutterstock