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  • Mein Baby schreit. Doch warum – und was braucht es?

    Mein Baby schreit. Doch warum – und was braucht es?

    Baby schreit: Mit der Geburt des sehnlichst erwünschten und erwarteten Babys stellt sich den frischgebackenen Eltern die Frage: „Warum schreit mein Baby?“

    Experten unterscheiden die folgenden 5 Schreiarten von Babys:

    1. Hunger
    2. Müdigkeit / Überreizung
    3. Zu warm oder zu kalt
    4. Schmerzen
    5. Langeweile

    Wieso weint mein Baby?

    Es gibt viele Gründe warum ein Baby weint oder schreit. Möglicherweise hat das Baby Schmerzen oder es ist hungrig. Aber vielleicht ist es ihm auch zu warm oder zu kalt. Es kann müde sein oder sich langweilen und will Aufmerksamkeit. Auch der Wunsch geknuddelt zu werden oder eine volle Windel kann der Grund sein. Seltener hat es Fieber.

    Auf den ersten Blick scheint Babygeschrei also nicht so leicht gedeutet werden zu können, schließlich können sie sich ja noch nicht artikulieren.

    Erfahrene Mütter meinen, dass es relativ schnell zu erlernen ist, die verschiedenen „Schreiarten“ zu unterscheiden. Vor allem, wenn man sein Baby und seine kleinen Bewegungen aufmerksam beobachtet. Ob es nun am Mutterinstinkt liegt oder nicht, erlernen können es auf jeden Fall auch andere Bezugspersonen, die viel und aufmerksamen Kontakt mit dem Kind haben. Vermutlich lernen es die Mütter nur schneller, wenn sie ihrem viel beschriebenen Bauchgefühl vertrauen. Es werden grob 5 Schreiarten von Babys unterschieden.

    1.    Hunger

    Und das, weil die Sättigung durch die Milch nur zwei bis vier Stunden anhält. Man erkennt diesen „Hungerschrei“ an einem Schmatzgeräusch, welches immer energischer wird, je länger der Hunger ungestillt bleibt. Begleitet wird dieses Quengeln durch stetiges Wenden des Kopfes und dem Versuch zu saugen. Dabei ist nichts sicher, was sich in Griffnähe befindet, ob Schnuller, Finger oder Tücher …

    Diese Zeichen sollten so zeitnah wie möglich mit der Brust oder einem Fläschchen beantwortet werden.

    2.    Müdigkeit / Überreizung

    Die Müdigkeit zeigt das Baby mit kurzen Jammerlauten an, die immer härter und lauter werden und in einem lauten Schrei münden. Nach kurzer Pause steigert sich dieses Schreien. Nicht selten strampelt das Baby dabei mit seinen Händen und Füßen, blinzelt häufiger und gähnt.

    In diesen Fällen sollte man beunruhigende Licht- und Geräuschquellen „ausschalten“ oder das Baby in sein reizarmes Schlafzimmer tragen und durch sanftes Hin- und Herwiegen helfen einzuschlafen. Dabei kann es sich auch um das Elternschlafzimmer und / oder Familienbett handeln.

    3.    Zu warm oder zu kalt

    Wenn es dem Baby zu warm ist, äußert es dies mit einem von Jammertönen begleitetem Hecheln. Zudem bilden sich häufig rötliche Flecken auf seinem Gesicht und/oder Oberkörper.

    In diesem Fall sollte man einfach einen kühleren Ort aufzusuchen oder dem Baby, sofern möglich, noch etwas auszuziehen.

    Wenn es dem Baby dagegen zu kalt ist, schreit es mit zitternder Oberlippe und hat kalte Füße und Hände. Die Haut kann dabei bläulich erscheinen.

    Sollte dies der Fall sein, bietet es sich an, das Baby wärmer einzupacken und/oder an seinen warmen Körper zu drücken.

    4.    Schmerzen

    Wenn Babys wegen Schmerzen schreien, tun sie dies aus Leibeskräften. Sie werfen sich dabei hin und her und japsen nach Luft. Dieser Schrei ist sehr intensiv und berührt uns am stärksten. Er ist alles durchdringend und sehr hoch.

    Falls ein Baby so schreit, sollte man prüfen, ob es äußerliche Verletzungen aufweist, wie einen wunden Po, eine zwickende Windel oder z.B. einen Hautausschlag. Bei Blähungen oder Bauchschmerzen kann der Flieger-Griff Linderung verschaffen.

    5.    Langeweile

    Langeweile beim Baby äußert sich körperlich häufig mit strampelnden Beinchen und rudernden Ärmchen. Sollte dies durch ein mit Pausen unterbrochenes mittellautes Jammern begleitet werden, will das Baby beschäftigt werden. Nicht selten wirkt es dabei unruhig und spielt mit seinen Fingerchen.

    Abhilfe kann häufig schon durch das Sprechen mit dem Baby erreicht werden. Sollte dies jedoch nicht ausreichen, kann man ihm seine Umgebung, anwesende Menschen oder Dinge zeigen und somit seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken.

    Falls keine Schreiart passt

    Falls keine dieser 5 Schreiarten bzw. Situationen zutreffen sollte oder das Schreien außergewöhnlich lange anhält sollte man einen Kinderarzt aufsuchen, um auf Nummer sicher zu sein. Wenn es nicht besonders lange anhält und keine Erkrankung vorliegt, geht es darum, sein Kind zu sich zu nehmen, am besten mit Hautkontakt und sich zu entspannen.

    Damit vermittelt ihr dem Kind, dass es sicher ist. Wenn wir uns selber zu sehr verrückt machen, übertragen wir den „Stress“ auf unser Baby und es fühlt sich nicht geborgen. Näheres dazu findet ihr unter unserem Beitrag „Babys haben ein Recht aufs Schreien„.

    Euer Deva (Familientherapeut)

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  • Babys schütteln IST lebensgefährlich!

    Babys schütteln IST lebensgefährlich!

    Schütteltrauma: Dein Baby schreit und schreit und schreit. Minuten, Stunden, Tage, vielleicht sogar Wochen lang hörst du dein Kind nur schreien. Du hast schon so viel probiert, um dein Baby zu beruhigen und scheinbar hilft nichts, es wird sogar noch schlimmer.

    Du bist mit den Nerven am Ende, völlig kraftlos und erschöpft und willst einfach nur noch Ruhe. Im Folgenden findest du Tipps, wie du mit dieser Situation umgehen kannst. Eines aber solltest du nicht tun: Dein Baby schütteln, denn das kann tödlich enden!

    Gefahr eines Schütteltrauma ´s

    Unter Schütteln versteht man ein gewaltsames, ruckartiges Hin- und Herpeitschen des Kopfes. Dabei kann es bei Babys und Kleinkindern schnell zum sogenannten Schütteltrauma (engl.: shaken baby syndrome oder abusive head trauma) kommen, da ihr Kopf im Verhältnis zum Rumpf sehr groß und die Nackenmuskulatur noch nicht ausgereift ist.

    Der Kopf eines Babys ist zudem noch sehr flüssigkeitsreich. Am Häufigsten sind Säuglinge zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat betroffen. Deutschlandweit sterben jährlich zwischen 100 und 200 Kindern an den Folgeschäden eines Schütteltraumas.

    Wird das Baby oder Kleinkind gewaltsam geschüttelt, verschiebt sich das Gehirn. Dadurch zerreißen Venen, die das Gehirn mit der Dura Mater (der Hirnhaut im inneren der Schädelhöhle) verbinden. Außerdem kann das Aufprallen des Gehirns zu Quetschungen und Prellungen führen. Weiterhin kommt es zu Wassereinlagerungen und Blutungen im Kopfinneren.

    Durch diese Verletzungen kommt es zu irreparablen Zell- und Nervenschädigungen, die Seh- und Sprachstörungen, geistige Behinderungen und in vielen Fällen den Tod nach sich ziehen können. Die Gesamtmorbidität (Sterblichkeitsrate) bei Säuglingen wird nach einem Schütteltrauma auf 90 Prozent geschätzt!

    Symptome eines Schütteltrauma ´s

    Wurde ein Baby oder Kleinkind geschüttelt, sind oft keine äußerlichen Hinweise erkennbar, was die Diagnose für Ärzte wiederum häufig sehr schwierig macht. Die Symptome eines Schütteltrauma ´s können von Schläfrigkeit und Trinkschwäche über Schreckhaftigkeit, Unwohlsein und Erbrechen bis hin zu völliger Apathie, epileptischen Anfällen, Herz-Rhythmusstörungen und Atembeschwerden reichen.

    Eine Abgrenzung zu einem normalen Infekt kann schwierig sein, wenn Informationen zu dem vorangegangenen Schütteln fehlt. Dadurch kann wertvolle Zeit verstreichen, in der das Kind richtig untersucht und behandelt werden könnte. Eltern und andere Bezugspersonen sollten daher immer Angaben dazu machen, wenn das Kind geschüttelt wurde, da nur bei schneller Diagnose eventuell Schlimmeres noch vermieden werden kann.

    Wenn du dein Kind geschüttelt hast, lass es bitte sofort untersuchen und erkläre, was passiert ist! Da ein Baby ein sehr verletzliches Gehirn hat, kann auch schon leichtes Schütteln schwere Folgen haben und sollte immer untersucht werden.

    Zur richtigen Einschätzung der Situation wird das Kind per bildgebendem Verfahren wie Computer- oder Magnetresonanz-Tomographie untersucht. Je nach Befund erfolgt dann die Behandlung. Bei akuter Lebensgefahr werden die lebenswichtigen Funktionen stabilisiert (Atmung, Herzschlag,…) und Hirnblutungen operativ behandelt.

    Zur Beobachtung gehören Kinder mit Schütteltrauma immer für mindestens 24 Stunden in klinische Beobachtung. Langzeitschäden wie epileptische Anfälle und Entwicklungsstörungen oder geistige Behinderung können medikamentös bzw. mit gezielter Förderung behandelt werden.

    Schütteltrauma Baby schütteln Mutter mit schreiendes Baby auf dem Bett liegend

    Das Baby hört nicht auf zu schreien – was kann ich tun?

    Wenn ein Baby über mindestens drei Wochen an drei Tagen die Woche drei Stunden lang schreit, wird es als Schreikind bzw. Schreibaby bezeichnet. Aber auch wenn ein Baby nicht in diese Definition passt, können Eltern unter dem Schreien des Kindes leiden.
    Ein schreiendes Baby zerrt an den Nerven und irgendwann können Mutter oder Vater nicht mehr.

    Die Nerven sind am Ende und man will einfach nur mal Ruhe, nur mal kurz. Das ist verständlich. Eins sollte aber immer dabei immer ein Tabu sein: Gewalt am Kind! Anschreien, Schlagen und auch definitiv Schütteln sind Formen von Gewalt am Kind oder am Baby.

    Wenn du also nicht mehr weiter weißt und einfach nicht mehr kannst, dann leg dein Baby an einen sicheren Ort, an dem es sich nicht verletzen und von dem es auch nicht herunterfallen kann und nimm kurz Abstand von deinem Kind. Geh, wenn nötig in einen anderen Raum und atme tief durch. Beruhige dich bevor du wieder zu deinem Kind gehst und bitte eine andere Person, sich für eine Weile um dein Baby zu kümmern.

    Wenn dich zur Zeit niemand unterstützen kann, benutze Ohrenstöpsel, um dich trotzdem um dein Kind kümmern zu können. Versuche zu entspannen, denn deine Anspannung überträgt sich auch auf dein Kind. Hilfe findest du außerdem vielerorts in sogenannten Schreiambulanzen. Außerdem solltest du dich bei akuter Not an den Kinderarzt und/oder an deine Hebamme wenden.

    Schreien ist Babys Kommunikation

    Babys schreien in den ersten drei Monaten besonders häufig und viel. Sie kommen aus der reizarmen, sicheren und bekannten Umgebung von Mamas Bauch auf eine Welt, die sie nicht kennen. Alles ist neu, alles ist anders und ungewohnt und macht Angst. Viele Reize überfordern Babys und lassen sie vermehrt am Abend lautstark den Tag verarbeiten.

    Viele Babys sind deswegen besonders in den ersten Lebenswochen und -monaten besonders nähebedürftig, um Sicherheit bei Mama zu erfahren. Babys schreien, um ihre Bedürfnisse kundzutun, weil ihnen anfangs kein anderes Mittel zur Kommunikation zur Verfügung steht.

    Sie weinen und schreien, wenn sie Hunger oder Durst haben, wenn ihnen etwas wehtut oder unbehaglich ist oder auch wenn der Tag sehr aufregend war und sie einfach deine Nähe brauchen.

    Wenn dein Baby sehr viel bei dir sein möchte, du aber trotzdem beide Hände frei haben möchtest, kann es helfen, das Kind im Tragetuch oder in einer geeigneten Tragehilfe zu tragen. Für eine erste Unterweisung in der richtigen Bindetechnik wende dich an eine Trageberaterin oder an deine Hebamme.

    Sollte dein Baby insbesonders nachmittags oder abends sehr unruhig sein und viel weinen, dann versuche, die folgenden Tage ruhiger zu gestalten, wenig oder keinen Besuch zu empfangen und mit deinem Kind zuhause zu bleiben. Oft kann ein ruhigerer Tagesablauf schon viel zu Babys Entspannung beitragen.

    Lerne dein Kind kennen

    Setze dich als frisch gebackene Mama nicht unter Druck! Du kannst nicht gleich jedes Schreien und Weinen akkurat deuten. Nimm‘ dir Zeit und lerne dein Baby erst einmal kennen. Am Besten eignet sich dafür das Wochenbett. In dieser Zeit sollte man möglichst wenig unternehmen und sich viel mit dem Baby zuhause in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre aufhalten.

    Die Zeit gehört dir bzw. euch und eurem Baby. Nimm dein Kind viel zu dir, kuschel viel mit ihm und reagiere auf sein Weinen, Schreien und Meckern. Erholt euch beide von der anstrengenden Geburt und den aufregenden Tagen im Krankenhaus.

    Durch Ausprobieren (In den Schlaf wiegen, stillen oder Flasche geben, Blähungen lindern, kuscheln,…) wirst du nach und nach ein gutes Gefühl für die Bedürfnisse deines Kindes bekommen und schneller wissen, was ihm fehlt. Wenn dein Baby jedoch längere Zeit schreit und keine Ursache gefunden werden kann, solltest du dein Kind immer von einem Kinderarzt untersuchen lassen.

    Dein Baby kommt mit der Fähigkeit zur Welt, sich mitzuteilen und um Hilfe zu schreien, wenn es Hilfe benötigt. Als Eltern seid ihr die ersten und wichtigsten Bezugspersonen für euer Kind und solltet ihm diese Hilfe gewähren.

    Wenn ihr merkt, dass eure Kräfte am Ende sind, befolgt bitte die genannten Tipps und holt euch Hilfe. Denn das Schütteln eines Babys und auch Kleinkindes aus Verzweiflung kann tödliche Folgen haben.

    Eure Katharina Tornow (Babytalk – Autorin)

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  • Babys haben ein Recht aufs Schreien bzw. Weinen

    Babys haben ein Recht aufs Schreien bzw. Weinen

    Was ist damit gemeint, „Babys haben ein Recht aufs Schreien“? Soll ich, wenn mein Baby schreit bzw. weint, es einfach Schreien lassen und mich nicht davon „ablenken“ zu lassen? Nein, ganz und gar nicht.

    Dieser Artikel bezieht sich nicht auf sogenannte Schreibabys. Nähere Informationen zu Schreibabys findet ihr unter folgendem Link.

    Hilfe mein Baby schreit. „Als mein kleiner Sonnenschein gerade auf die Welt kam, wurde ich immer fast verrückt vor Sorge, wenn es wieder soweit war.

    Ich konnte es nicht aushalten, da ich immer dachte, wenn ich eine gute Mutter bin, dann bekomme ich mein Baby schnell beruhigt. Und irgendwie war da auch so etwas wie ein „je besser die Mama, desto schneller schreit das Baby nicht mehr oder gar nicht erst!“ in mir …

    In der Tat konnte ich schnell fühlen, warum mein Baby schreit. Aber das hieß leider mitnichten, dass ich es immer sofort beruhigt bekam.

    Denn bei Bauchweh oder einem Wachstumsschub & Co. kann man nicht einfach mal schnell mit einer Flasche oder einer frischen Windel helfen. Und das machte mir sehr zu schaffen, da ich das Schreien als Qual für mein Baby empfand.

    Inzwischen weiß ich, dass Schreien für Babys keine Qual ist, solange man dem Baby vermittelt, dass man sein Möglichstes tut, um ihm zu helfen und es dabei nicht allein lässt und Körperkontakt hält“.


    Baby-Syndrom

    Wenn wir Eltern werden, beginnt neben einer wundervollen spannenden Zeit auch eine schmerzhafte Zeit. In der wir an unsere Hilflosigkeit und manchmal bis zur Verzweiflung gebracht werden.

    Einerseits ist es noch sehr konfliktfrei, da unsere jungen Erdenlinge noch nicht sprechen und somit noch nicht widersprechen können. Andererseits wissen wir häufig nicht, was sie brauchen oder wollen.

    Und da wir diese Süßen so lieben und sie so schutzlos sind, wollen wir sie um alles in der Welt beschützen. Dieses Gefühl kommt vor allem dann hoch, wenn unser Baby schreit. Dieses „Baby-Syndrom“, welches durch das Aussehen von Neugeborenen Tieren und Menschen in uns einen Beschützer, Versorgerinstinkt und nicht zuletzt eine Art „Kuschelbedürfnis“ weckt.

    Überlegt mal, wie viele Katzenvideos ihr schon bei YouTube geschaut habt;-)

    Euer Baby schreit aus Reizüberflutung

    Schreien und Weinen ist abgesehen von der Mimik und in gewisser Weise einer rudimentären Gestik, die einzige Möglichkeit unserer Babys auf sich aufmerksam zu machen. Doch vor allem ist sie eine „Begleiterscheinung“ des Verarbeitens, der vielen neuen Eindrücken. In dieser ihnen so fremden Welt.

    Aus diesem Grund ist es auch ratsam unsere Kinder in den ersten Wochen und Monaten nicht allzu vielen Eindrücken auszusetzen. Und wenn diese kleinen, so hilflos aussehenden Wunder, dann Anfangen zu schreien, wollen wir dies so schnell wie möglich beenden.

    Was uns in der Regel nicht bewusst ist, dass dieses Schreien eine tief in uns verborgene Traurigkeit weckt. Welche wir verdrängt haben und nicht wieder hochkommen lassen wollen.

    Gebärmutterheimweh: Babys brauchen Nähe und Geborgenheit 

    Was unsere Babys in diesem Moment und auch über die Kinderzeit hinweg brauchen? Ist empathische Nähe. Sie wollen gehalten und „ausgehalten“ werden. Sie allein schreien zu lassen, stärkt ihre „Überzeugung“ – es nicht wert zu sein / nicht liebenswert zu sein. Und wenn sie sich in diesem Fall nach einiger Zeit allein beruhigen, ist es nicht, weil sie es gelernt haben sich selber zu beruhigen. Sondern weil sie aus Resignation ihren hohen Energieverbrauch, den das Schreien verursacht, senken müssen!

    Vielleicht schafft ihr es auch, euch beim Halten eures schreienden Kindes – euer Inneres Kind (ihr als schreiendes Baby oder Kind) vorzustellen.

    Mit oder ohne diese Vorstellung schenkt ihr mit dieser inneren Haltung auch eurem inneren Kind Halt und Geborgenheit. Was zugleich zur Heilung eurer alten Traumata beiträgt.

    Wenn es die Situation erlaubt, ist viel direkter Hautkontakt extrem förderlich!

    Eigene Erfahrung mit meiner Tochter

    Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass die Mutter meiner Tochter in ersten Wochen häufig nicht die „Nerven“ hatte. Unsere, häufig wie um ihr Leben schreiende, Tochter zu halten.

    Dann nahm ich sie in meine Arme und lief mit ihr schaukelnd durch die Wohnung. Oder hielt sie einfach auf der Couch sitzend liebevoll in den Armen.

    Auch wenn mich ihr Schreien sehr berührte, hatte ich damals schon das Vertrauen, dass „alles gut ist“. Woher dieses Vertrauen damals kam, weiß ich nicht. Doch ich vermute, es ist in uns allen, wenn wir es denn zulassen.

    Mit meiner heutigen Erfahrung empfehle ich allen dabei bewusst und wenn möglich, durch die Nase ohne größere Unterbrechung zu atmen. Jeder bewusste Atemzug nach oben (in die Brust oder den Kopf) schützt uns, in unsere aufkommenden Gefühle zu fallen bzw. zu versinken.

    Er hilft uns unsere Gefühle zu tragen und wenn wir dies lernen, kommen unsere Kinder nicht in die „Versuchung“, sie für uns zu tragen. Denn das ist es, was alle Kinder machen, wenn ihre Eltern es nicht schaffen.

    Unsere Zweifel verunsichern uns

    Dieses nicht wissen, warum unser Kind so schreit, verunsichert uns mit am meisten. Wir haben Angst etwas Falsches zu tun, bzw. etwas Richtiges nicht zu tun.

    Deswegen möchte ich allen jungen Müttern und Vätern mit auf den Weg geben, sich und ihrem „Bauchgefühl“ so gut wie möglich zu vertrauen. Und wenn man dies gerade nicht wahrnehmen kann, die eigene Mutter, den Kinderarzt oder seine Hebamme zu fragen.

    Die Erfahrung wird euch zeigen, dass der Grund, warum euer Baby schreit,  nur sehr selten schwere Erkrankungen sind. Außer sie sind mit diesen auf die Welt gekommen. Viel häufiger sind es osteopathische Probleme, bedingt durch die Schwangerschaft oder die Geburt. Diese sind glücklicherweise sehr gut und erfolgreich durch einen Osteopathen zu behandeln.

    Eltern geben immer ihr Bestes

    Und was immer ihr macht, es ist immer das Beste, was ihr in diesem Moment tun könnt. Auch wenn eure Kinder sich häufig mehr wünschen und auch „verdient hätten“.

    Übrigens gibt es fünf „Schrei-Laute“ an denen man häufig erkennen kann, was unsere Kleinen gerade brauchen. NEH-Laute des Babys bedeuten, „ich habe Hunger bzw. will an die Brust“, OWH-Laute des Babys bedeuten, „ich bin müde“, EH – ich muss aufstossen, EAIRH – ich habe Bauchweh und HEH – mir ist nicht gut.

    Auch wenn es für das Baby am hilfreichsten ist, diesen Stress durchs gehaltene Schreien abzubauen, gibt es für die Momente, wo ihr gerade nicht die Nerven und Gelassenheit habt, euer schreiendes Baby zu tragen – die Option, ihm einen Schnuller anzubieten.

    Doch in der Verbindung mit möglichen Kieferschädigungen (Kreuzbiss) fragt man sich als Mutter / Vater schnell, kann ich das meinem Baby antun oder gibt es einen Schnuller den ich ohne Bedenken meinem Kind geben kann?

    Wo finde ich Hilfe, wenn mein Baby schreit?

    Falls Euer Baby aber doch ohne Erkrankung mehrere Stunden am Stück schreit, findet Ihr unter dem folgenden Link eine Schreiambulanz in Eurer nähe.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Und falls ihr auch an einem humorvolleren Zugang zu diesem Thema interessiert seid, findet ihr diesen unter folgendem Link: „Lasst mich doch einfach mal schreien“. Einen humorvollen Beitrag von Karlchen, unserem 6 Monate alten „Babytalk-Experten“.

    Beitragsfoto: Artush / shutterstock
    
  • Schreibaby – Was kann ich tun?

    Schreibaby – Was kann ich tun?

    Schreibaby: Dass Neugeborene schreien ist normal, aber wenn sie das ständig tun, werden die Nerven der Eltern stark strapaziert. Manche Eltern sind trotz gegenseitiger Unterstützung und Abnahme des schreienden Babys nach wenigen Wochen so erschöpft, dass sie sich kein weiteres Kind mehr vorstellen möchten.

    Ab wann spricht man von einem Schreibaby?

    Gemäß Fachpersonen ist es normal, wenn Babys in den ersten Wochen insgesamt zwei Stunden am Tag schreien. In diesem Fall spricht man also nicht von Schreibabys.

    Aber es gibt nicht wenige Kinder, die tatsächlich die Hälfte des Tages und auch die Nacht durch schreien. Verzweiflung und große Hilflosigkeit machen sich dann breit und zerstören die Freude des Familienglücks.

    Traurige Konsequenz davon: Schätzungsweise sterben jährlich zwischen 100 und 200 Kindern an den Folgen eines Schütteltraumas, weil ihre Eltern die Nerven verlieren.

    Soweit sollte es niemals kommen und es gibt diverse Anlaufstellen, die Eltern Hilfestellung bieten, wenn sie ein Schreikind haben und nicht mehr allein zurechtkommen.

    Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich betroffene Eltern Unterstützung suchen, durch die sie Zeit zum „Entspannen“ oder einfach zum „Luftholen“ finden. Und sich die „Nerven wieder regenerieren“ können.

    Schreibaby Vater mit Baby auf dem Arm, Kopf an Kopf


    Das exzessive Schreien eines Schreibaby ´s kann viele Ursachen haben. Zuerst muss ausgeschlossen werden, dass das Baby körperliche Probleme (zum Beispiel mit der Wirbelsäule), Allergien oder Schwierigkeiten mit dem Verdauungstrakt hat.

    Schreibaby Schwangere Frau sitzt erschöpft auf dem Küchenboden


    Psychologen und Ärzte gehen davon aus, dass Schreikinder vor allem ein Problem mit der Selbstregulation haben. Auf äußere Reize, wie Gerüche, Licht und auch Geräusche reagieren sie viel „gereizter“ als andere Babys.

    Es ist für sie der pure Stress, wenn sie nicht in ihrer gewohnten Umgebung sind und der Tagesrhythmus sich verändert. Ihr Bedarf an Zuwendung, Körperkontakt und Ruhe ist viel größer, um glücklich und zufrieden zu sein.

    Die Reizüberflutung muss bei diesen Kindern so gering wie möglich gehalten werden, so dass sie sich wohl fühlen können.

    Schreibaby – Mögliche Ursachen

    Des Weiteren belegen viele Studien, dass die Schwangerschaft von vielen Schreibaby ´s für die Mütter sehr aufgewühlt war. Dies kann in der Partnerschaft, dem Beruf oder Familie begründet sein.

    So kann es zu Spannungen in der Beziehung gekommen sein, die Frau auf der Arbeit starkem Druck oder gar Mobbing ausgesetzt gewesen sein und unter Stress geraten sein, was „nichts anderes als Angst“ ist oder einen geliebten Menschen verloren haben.

    Alle Gefühle der Mutter werden von den Föten gefühlt, wenn sie auch keine Gedanken dazu haben. Sie sind ein „Bestandteil“ des Organismus der Mutter.

    Nicht zuletzt kann der Fötus selbst einen Verlust eines Zwillings erlitten haben, was nach den neuesten Forschungen in 30 bis 80 Prozent aller Frühschwangerschaften der Fall ist.

    Auf jeden Fall lohnt sich ein Besuch bei einem erfahrenen Osteopathen, der mit der Behandlung von Babys bzw. traumatischen Geburtserlebnissen vertraut ist. In diesem Bezug könnte euch auch der folgende Artikel interessieren.

    Schreibaby Osteopathie bei Säuglingen - Die 5 häufigsten Gründe mit Säuglingen zu einem Osteopathen zu gehen

    Neben professioneller Unterstützung bieten Federwiegen eine erfolgversprechende Option. Sie vermitteln den Babys immer wieder eine der Gebärmutter ähnliche Geborgenheit.

    Beratungsstellen, auf Schreibabys spezialisierte Kinderärzte sowie Schrei-Ambulanzen können eine große Hilfe für Eltern und Kind sein, um den richtigen Weg ins gemeinsame Leben zu finden. Adressen von Schreiambulanzen erfahrt ihr über das zuständige Jugendamt bzw. Erziehungsberatungsstellen, Kinderkliniken und Kinderärzte/-ärztinnen.

    Was können Eltern bei einer „Schreiattacke“ tun?

    Wenn Euer Baby schreit, baut es wie oben beschrieben, Stress ab. Ob nun von der Schwangerschaft, Geburt oder zuviel Reizen, im Moment ist ihm etwas zu viel und macht ihm Angst. Wenn ihr es schafft „entspannt“ zu bleiben, euer Kind am besten mit direktem Körperkontakt tragt und ruhig und raumeinnehmend in die Brust oder in den Bauch atmet, spürt euer Kind, dass es gerade keine Gefahr droht und wird sich vermutlich relativ schnell wieder beruhigen.

    Wenn ihr euch stattdessen Angst um euer Kind macht, spürt euer Kind das an eurem „unentspannten Atem“ und an eurem Geruch, den ihr selber vermutlich gar nicht mehr wahrnimmt.

    Probiert es einfach mal aus!

    Euer Deva (Familien- & Atemtherapeut)

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