Schlagwort: Gesunde Ernährung für Kinder

  • Baby led weaning: Baby hilft abstillen

    Baby led weaning: Baby hilft abstillen

    Viele Babys wollen möglichst schnell genau das essen, was alle am Familientisch zu sich nehmen. Das ist ja viel spannender, was die anderen kriegen. Wenn Du beobachtest, dass Dein Baby sich sehr für Lebensmittel und Essen interessiert, dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um etwas Neues auszuprobieren = Baby led weaning.

    Baby led weaning (BLW) heißt ein relativ neues Konzept aus Großbritannien, zu deutsch „Vom Baby dirigiertes oder selbst bestimmtes Abstillen“. Bei dieser Methode der Babyernährung im ersten Lebensjahr greifen Eltern nach mehr oder weniger sechs Monaten ausschließlicher Muttermilch (oder Fläschchennahrung) nicht automatisch zum Babybrei.

    Sie ermöglichen ihrem Kind, gleich richtig mit zu essen, und bieten weich gekochte Äpfel, Karotten, Kartoffeln oder frische Himbeeren im Birchler Müsli an. Die Basis des Birchler Müslis besteht aus weichen in Wasser aufgelösten Hafer-, Reis-, Hirse- oder Dinkelflocken, sowie Weizen- oder Maisgrieß. Auch ein Stück Brot oder Breze eignet sich für den Anfang. Eigentlich gibt es keine Tabus außer Salz und Nüsse.

    Weiches Obst könnte dem Baby besser schmecken

    Weiches Obst wie Banane, Avocado oder Birne könnte dem Baby viel mehr Spaß machen als sein Brei. Es ist möglich, das Obst in kleine Stücke zu schneiden. Saftige Apfel oder Fleisch eignen sich zum daran Saugen.

    So bekommt das Baby den vielfältigen Geschmack von Lebensmitteln früh mit. Wenn es sich dann an den Kartoffeln satt gegessen hat, holt es sich seine Nährstoffe eben weiterhin aus der Muttermilch. Das Kind kann sich aber frei etwas aus einer kleinen Auswahl an geeigneten Lebensmitteln aussuchen.

    Wann ist mein Baby für Beikost bereit?

    Abstillen Mutter füttert Kleinkind mit Brei
    Abstillen Mutter füttert Kleinkind mit Brei

    Expertinnen wie die Fachautorin und Journalistin Norau Imlau findet den richtigen und individuellen Zeitpunkt für das Abstillen entscheidend. „Ich finde es wichtig, Babys dann Essen anzubieten, wenn sie dafür bereit sind. Das heißt, wenn sie sichtlich Interesse zeigen, an anderer Kost als Muttermilch. Das kann mit fünf oder auch erst mit neun Monaten sein.

    Es gibt 3 grundsätzliche Beikost-Reifezeichen 

    • der Zungenstoßreflex ist abgeklungen
    • die Hand-Mund-Koordination ist vorhanden und
    • während der Nahrungsaufnahme kann das Baby sich selbstständig im Oberkörper halten -> quasi sitzen. Erst mit dem Sitzen ist der Rumpf von den Muskeln ausgebildet. Die Gefahr sich zu verschlucken ist in Aufrechterhaltung minimierter.

    Wenn alle Anzeichen bei Eurem Kind gegeben sind, könnt ihr davon ausgehen, dass es reif ist mit fester Nahrung zu beginnen.

    Baby led weaning – So ernähren sich Babys optimal

    Wenn Babys dann mit einer gesunden Auswahl auf dem Teller selbstbestimmt essen lernen dürfen, ernähren sie sich optimal, was Nährstoffe und Essensmenge angeht, wenn sie parallel weiter gestillt werden. Wobei der Hauptbestandteil der Baby-Nahrung grundsätzlich die Muttermilch /Pre bleiben sollte.

    Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass Babys intuitiv Lebensmittel meiden, die sie nicht vertragen. Beim Breifüttern ist das nicht der Fall.“

    Ein wichtiger Aspekt beim BLW ist neben der selbstbestimmten Auswahl auch die aktive Rolle, die das Baby einnimmt. Es lernt selbständig, kleine Stücke in der Hand zu halten sowie die benötigte Koordination, etwas zum Mund zu führen. Na und wie stolz die oder der Kleine sein wird, darüber wie es ganz alleine essen kann. Versteht sich von selbst, oder?

    Gerade Kinder, die keinen Brei mögen, kommen mit Baby led weaning voll auf ihre Kosten. Moana Mahina Werschler, Gründerin des Mamafoodblogs Miss Broccoli empfiehlt,  BLW mit Brei zu mischen. Es müsse ja nicht immer nur das eine oder das andere sein – Hauptsache, das Baby darf selbst entscheiden. Ihr Kind hat zum Beispiel erst mit 11 Monaten richtig essen mögen, bekam aber seit dem fünften Monat Brei.

    Damit das Kind alle wichtigen Inhaltsstoffe bekommt, die es braucht, rät sie dem Kind Dipps anzubieten. Die könnten aus Mandelmus oder Frischkäse sein. Und natürlich schadet auch ein bisschen hochwertiges Pflanzenöl nicht. Viele Familien lassen die Kinder einfach am normalen Familienessen teilnehmen. Es funktioniert alles von Nudeln mit Tomatensauce bis hin zu gekochtem Gemüse und Pfannkuchen.

    Bekömmliche Familienkost

    Gut geeignete Gemüse sind gedünstete/r Pastinake, Kürbis, Kohlrabi, Karotte, Brokkoli und Süßkartoffel. Als Ausgangsbasis können die Zutaten von Babybreien genommen werden. Nur dass sie eben nicht püriert und zu einem Einheitsbrei vermischt serviert werden.

    Zum Thema Brei sagt Nora Imlau: „Klar gibt es auch Babys, die lieber Brei mögen. Aber auch den können sie ja selber essen, Kartoffelbrei zum Beispiel. Das geht mit den Händen oder mit einem Löffel.“ Eine Alternative sieht die Fachautorin für Familienthemen im sehr achtsamen, langsamen Füttern.

    „Also wirklich nur assistierend, wenn das Baby sichtlich will, aber von der Motorik her noch nicht allein kann. Ohne Ablenkung, ohne zu versuchen, ihm mehr unter zu jubeln als es verlangt“, erklärt sie. Mehr Tipps hat Nora Imlau in ihrem absolut empfehlenswerten Buch „Das kompetente Baby“ gesammelt.

    Auch Moana Mahina Werschler sagt: „Das Gesicht, wenn das Baby mit sechs, sieben oder acht Monaten zum ersten Mal ein Karottenstück in den Mund nimmt, wird nicht pure Freude sein. Die Neugier ist aber meist so groß, dass es weiter probiert!“

    Dass eine solche Haltung, das eigene Bewusstsein für Ernährung fördert und den Kindern von klein auf hilft, ein Gefühl für das Satt sein und die eigenen Bedürfnisse zu entwickeln, klingt plausibel.

    Baby led weaning – Bedürfnisorientierte Ernährung

    Natürlich gibt es auch viele Kritiker. Anstoß nehmen sie in erster Linie daran, dass die Kinder auf diese Art und Weise nicht ausreichend ernährt und Mangelerscheinungen davontragen würden. Während der deutsche Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte das Konzept schlichtweg ablehnt, befürwortet es der Hebammenverband.

    Natürlich spielt auch hier wieder der gesunde Menschenverstand eine große Rolle. Wenn ich sehe, dass mein Kind zum Verschlucken neigt und nicht gut mit den angebotenen Lebensmitteln zurecht kommt, lasse ich solche Lebensmittel natürlich weg. Damit wären wir wieder beim Thema „Bedürfnisorientierung“ und bedürfnisorientierte Ernährung.

    Einfühlungsvermögen und Achtsamkeit im Umgang mit dem Kind hilft auch beim Thema Ernährung. Probiert alles aus und bietet Möglichkeiten an. Und natürlich kriegt ein Breiverweigerer nicht nur Gemüsesticks zum Lutschen, sondern neben vielen leckeren Probierstückchen eben auch die gute Milch der Mama oder die Säuglingsmilch aus dem Fläschchen – ganz so wie bisher.

    Eure Verena Wagner (Babytalk – Autorin)

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  • Kinder gesund ernähren

    Kinder gesund ernähren

    Wie kriege ich Vitamine in mein Kind hinein

    Kinder gesund ernähren: ein interessanter und schöner Beitrag von Mamirocks bzw. Verena Wagner. Im aktuellen Beitrag geht es darum, wie Mütter und/oder Väter ihre Kleinen nahrreiche Kost, schmackhaft machen können.


    Beikost- und Kleinkindalter

    Gerade im Beikost- und Kleinkindalter sind Eltern oft sehr ambitioniert, ihre Kinder möglichst gesund zu ernähren.

    Und es stimmt ja auch, wenn die Kleinen sich möglichst früh an vielfältige Geschmacksnuancen gewöhnen – so heißt es in einschlägigen Ernährungsratgebern zur Beikost – mögen sie auch im späteren Leben Gemüse, Obst und andere gesunde Lebensmittel.

    Nun ja, muss ich ganz ehrlich sagen: Unsere Kinder sind jetzt im Grundschulalter und sie haben eigene Vorlieben entwickelt. Obwohl sie als Babys alle selbstgekochten Babybrei aus Kürbis, Pastinake, Birne und allerlei mehr gesunden Zutaten essen durften, hat sich da jeder von den dreien sehr individuell entwickelt.

    Während unser Ältester als Kleinkind eigentlich alles Gemüse und Obst mochte, von A wie Avocado bis Z wie Zichorien und andere bittere Gemüse, isst er jetzt längst nicht mehr so viele Sorten.

    Paprika zum Beispiel mag er nicht mehr, obwohl er dieses Gemüse jahrelang gerne gegessen hat.

    Mamas Trickkiste

    Daher habe ich mir einige Kniffe überlegt, wie die Vitamine ins Kind kommen. Schon in der Früh zum Frühstück schneiden wir den Kindern Obst, meist Äpfel und Banane, auf.

    Wenn sie es sich wünschen, bekommen sie auch Paprika, Mais oder Gurke – auch wenn ich selbst so etwas nie frühstücken würde.

    Fünf am Tag

    Wenn sie aber schon morgens anfangen, Vitamine zu essen, dann schaffen wir auch die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen „Fünf am Tag“.

    Damit ist gemeint, dass jeder – groß oder klein – fünf Handvoll Früchte am Tag verspeisen soll. Erwachsene haben eine größere Handfläche, Kinder eine kleinere – der Spruch passt also wirklich als Faustregel für alle.

    Da kleinere Kinder öfter am Tag Zwischenmahlzeiten bekommen, ist es leichter, viel Rohkost anzubieten. Jetzt bekommen die Schulkinder in ihre Pause immer Obst oder Gemüse mit, meistens Karotten, Gurke, Tomaten, Trauben, Pflaumen oder Apfelstücke und im Winter auch Zitrusfrüchte.

    Im Sommer gibt es häufig Beeren aller Art. Die mögen fast alle Kinder und sind sehr gesund – am besten auf einer Beerenplantage pflücken oder selbst anbauen. In der Schule essen sie fast immer, was in der Dose ist.

    Am Nachmittag, meist so gegen fünf Uhr, wenn alle schon wieder Appetit haben, serviere ich ebenfalls Rohkost. Dann essen die Kinder viel mehr davon, als wenn ich bis zum Abendessen warten würde.

    Kinder gesund ernähren – aber wie?

    Der Trick dahinter: Liegt nur Gesundes auf dem Teller, essen sie es. Stehen auch andere Lebensmittel wie Wurstbrot oder ähnliches auf dem Tisch, greifen sie meistens erstmal danach – unsere Kinder zumindest.

    Zwei unserer drei Kinder mögen kaum grünes Gemüse. Aber sie essen Pesto – also püriere ich, was das Zeug hält. Im Pesto kann man schön viel Gesundes verstecken: von Zucchini bis Paprika und natürlich alle möglichen Kräuter.

    Allerdings sind Pesto mit Gemüse nicht sehr lange haltbar. Entweder nur so viel zubereiten, wie für eine Mahlzeit benötigt wird, oder das Pesto sauber in ein schmales Glas mit Schraubverschluss einfüllen und mit gutem Olivenöl extra vergine bedecken.

    Kreativer Umgang mit der Wahrheit

    Meine Kinder liebten schon ganz früh Leberwurst – Streichwurst. Da ich nicht wollte, dass sie dauernd Wurst essen – unser Papa liebt Wurst – und ich Wert auf vegetarische Tage in der Woche lege, habe ich irgendwann zum vegetarischen Aufstrich „Delikatess“ gesagt, das ist Streichcreme. So direkt lügen wollte ich ja auch nicht. Seitdem schmeckt es ihnen.

    Irgendwann kam die explizite Frage, ob Streichcreme Leberwurst ist, was ich dann verneinte. Delikatess-Aufstrich schmeckte ihnen zu dem Zeitpunkt ja schon. Als dieser einmal ausgegangen war, habe ich den Kindern Champignon-Aufstrich untergejubelt.

    Die schlaue Fünfjährige schaute auf die Packung und jubelte: „Das ist ja Pilz-Delikatess“. Seitdem ist dieser Aufstrich auch auf der Liste derjenigen, die aufs Brot dürfen! Zum Glück hatte sie schon vorher abgebissen! Also, wenn ihr eure Kinder gesund ernähren wollt, immer wieder was Neues ausprobieren und nicht so schnell aufgeben.

    Kinder gesund ernähren - geschnittene Igel - Ananas

    Frag nicht soviel, Mama!

    „Frag nicht soviel, Mama“, hat einmal eins meiner Kinder zu mir gesagt. Gerade beim ersten Kind habe ich zu allem das Kind nach seinen Wünschen gefragt!

    Möchtest Du Milch oder Saft trinken, möchtest Du Radieschen oder Karotte essen? Irgendwann und auch dank dieser Antwort habe ich gemerkt, dass ich die Kinder mit meinen Fragen oft überfordere.

    Seit dem richte ich einfach etwas her. Wenn dann was nicht passt, kann ja noch was verändert oder hinzugefügt werden. Mit dem Wegnehmen ist das schon schwieriger.

    Früher habe ich streng darauf bestanden, dass wir die Nudeln mit Soße essen, heute mache ich öfter Ausnahmen: gerade bei Gnocchi, Spätzle oder Schupfnudeln.

    Diese „Ausnahmen“ sind aber an meine Bedingung geknüpft, dass die Kinder statt dem Gemüse in der Sauce dann eben Rohkost dazu essen. Hier gibt es übrigens einen ganzen Artikel dazu wie es gelingt, dass das gemeinsame Essen nicht zum Machtkampf ausartet.

    Kinder übernehmen viel von anderen Kindern

    Wenn zwei Kinder (und der Papa) etwas lecker finden, gibt es gute Chancen, dass der dritte das auch haben will. Vor allem, wenn die anderen Kinder schon Schlange stehen, um das begehrte Stück vom Bäh-Kind zu ergattern.

    So manches Mal hat das Kind, das zuerst Bäh sagte, plötzlich doch Lust auf den vegetarischen Aufstrich entwickelt, den es zuerst verabscheuungswürdig angeblickt hat.

    Bei Einzelkindern, aber natürlich auch bei Geschwistern, kann ich Euch, liebe Eltern, nur dringend empfehlen, ladet öfter mal andere Kinder zum Essen ein, denn das gemeinsame Mahl vollbringt wahre Wunder.

    Das Alter der Gastkinder spielt dabei keine Rolle.

    Kinder interessieren sich für die Essensgewohnheiten ihrer Gäste. Der Schuss kann allerdings auch nach hinten losgehen, wenn wir wieder mal einen Gast haben, der nur „nackte“ Nudeln oder sogar nur trockenes Brot haben will.

    Bei letzterem hat dieses für unsere Kinder sehr seltsame Essverhalten ihren Ehrgeiz jedoch so angespornt, dass sie nicht haltgemacht haben, bis ein Obst oder Gemüse gefunden war, dass der Junge dann gerne essen wollte: Es war Mais aus der Dose!

    Vorbildfunktion beim Essen

    Die hohe Kunst beim Essen heißt also „Genuss“. Wer sich gesunde Lebensmittel schmecken lässt, könnte gar kein besseres Vorbild für den Nachwuchs abgeben. Die Kinder sollen ruhig sehen, dass Essen Spaß macht, ein Genuss ist und Zeit braucht.

    Auch wenn dieses Essverhalten nicht sofort Resultate zeigt, entwickeln Kinder doch Spaß an gesundem Essen – vor allem wenn sie sehen, dass die Eltern die Vitamine auch gerne essen.

    Ich habe einmal eine Faustregel gelesen, die ich mir immer vorsage, wenn ich mal wieder am Verzweifeln bin, weil alles Bäh ist.

    Angeblich wird ein neuer Geschmack, wie zum Beispiel Salat oder anderes bitteres, grünes Gemüse erst dann als wohlschmeckend akzeptiert, wenn dieser Geschmack an die zehnmal probiert wurde.

    Also, liebe Eltern, gebt nicht so schnell, wenn ihr eure Kinder gesund ernähren wollt. Und denkt mal an Eure eigene Kinderzeit zurück! Was habt ihr nicht gemocht? Bei mir waren es Zucchini. Die haben mein Bruder und ich strikt abgelehnt – über Jahre hinweg.

    Heute liebe ich Zucchini! In allen Spielarten von gegrillt über gedünstet bis zur Rohkost!

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: Iakov Filimonov / shutterstock
    Foto 2: Kritsada Namborisut / shutterstock