Kategorie: Wochenbett

  • Stilldemenz – Vergesslichkeit frisch gebackener Mamas

    Stilldemenz – Vergesslichkeit frisch gebackener Mamas

    Hilfe, Mama hat das Abendessen verkohlt!

    Stilldemenz – Wieso vergesse ich den Termin beim Zahnarzt – wieso verkohlt die Pizza im Rohr und erst der angekokelte Geruch erinnert mich an sie? Und wieso überhaupt lass ich die Windelpackung im Drogeriemarkt stehen und bin heilfroh, als die freundliche Frau an der Kasse mich lachend am Telefon beruhigt:

    „Machen sie sich mal keine Sorgen, ich habe die Windeln beiseite gestellt. Die haben sie bei mir stehen lassen. Stilldemenz, kommentiert sie. Ein anderes Mal trägt sie mir die Windeln auf den Parkplatz hinterher. Dankbar blicke ich sie durchs offene Autofenster an.

    Das schlimmste Erlebnis in dieser Richtung war, als ich losgefahren bin mit einer Packung Tiefkühlpizzen und frischen Erdbeeren auf dem Autodach. Zum Glück ging es erst im Schritttempo über den Parkplatz. Die komischen Blicke und Lichthupen eines anderen Autofahrers brachten mich auf die Idee mal anzuhalten, und einen Blick nach hinten zu werfen.

    Als ich neben dem Baby keine Einkäufe erblickte, fiel es mir wie ein Geistesblitz wieder ein: „Du hast doch vorhin das Zeug aufs Dach gelegt, um die Hände zum Anschnallen frei zu haben. Mist!“

    Irreführender Begriff

    Ist das normal? Was passiert mit mir?
    Stilldemenz, Wochenbettdemenz oder Schwangerschaftsdemenz heißt im Volksmund diese Vergesslichkeit werdender und frisch gebackener Mamas. Dabei ist der Begriff irreführend.

    Der Zustand der Vergesslichkeit hat keineswegs etwas mit der richtigen Krankheit Demenz zu tun. Es gibt auch keine wissenschaftlichen Nachweise, dass sich das Phänomen ausschließlich auf hormonelle Veränderungen im Zuge der Geburt zurückführen lässt.

    Viele Schwangeren können auch schon gegen Ende der Schwangerschaft nicht mehr gut schlafen – sei es aufgrund von strampelnden Kinderfüsschen im Bauch oder weil sie mit dem dicken Bauch keine geeignete Schlafposition mehr finden. Auch Sodbrennen ist im letzten Schwangerschaftsdrittel ein häufig genannter Grund für einen schlechten Nachtschlaf.

    Stilldemenz: Akuter Schlafmangel eine mögliche Ursache

    Die hohe Vergesslichkeit und das Gefühl sich nichts mehr merken zu können, nichts mehr auf die Reihe zu bekommen, hat wohl vielmehr mit dem akuten Schlafmangel als auch mit der hohen sozialen Erwartungshaltung, welche die Gesellschaft an die jungen Mütter hat, zu tun.

    Wer ständig aus dem Tiefschlaf gerissen wird und das über einen langen Zeitraum von mehreren Monaten, ist nicht topfit – weder geistig noch körperlich. Wissenschaftliche Studien belegen sehr wohl die Wirkung von Schlafentzug: Dieser führt zu Reizbarkeit – ach nee – aber eben auch zu Konzentrationsschwäche bis hin zu Gedächtnisschwund.

    Daher ist es kein Wunder, dass bei mir die so genannte Stilldemenz besonders stark aufgetreten ist. Zumindest nachdem mich über ein Jahr lang drei Kinder jede Nacht zusammengerechnet bis zu zehn mal aufgeweckt haben.

    Die gute Nachricht: Das Phänomen verschwindet auch wieder. Ich kenne keine Mutter, die durch die Geburt ihrer Kinder dauerhaft ihr Gedächtnis verloren hätte.

    Selbst die anstrengendste Zeit schlafloser Nächte geht irgendwann vorbei. Und mit der Regeneration und dem zurückgewonnenen Schlaf kommt auch die geistige Fitness zurück.

    Tipps gegen Vergesslichkeit

    Was also ist zu tun, damit der Alltag nicht im totalen Chaos ausartet? Der wohl einfachste Tipp sind Post-it-Zettel. An der Haustür klebt ein kleiner gelber Zettel mit dem Hinweis „Schlüssel vergessen? Handy dabei?“, am Kühlschrank klebt eine Erinnerung, welche Lebensmittel ausgehen, und am Herd ein Klebezettel mit dem Hinweis: „Alles ausgeschaltet?“

    Die gute alte Einkaufsliste ist auch nicht verkehrt. Einfach alles aufschreiben oder noch besser aufschreiben lassen. Wem das zu altmodisch ist, oder wer befürchtet, auch diese ohnehin nur zuhause auf dem Küchentisch liegen zu lassen, fotografiert sie mit dem Handy ab.

    Es gibt auch Menschen, die haben aus diesem Grund das bloggen angefangen. Einfach weil sie es satt hatten, ständig nach ihren vielen Zetteln zu suchen. So haben sie ihre Informationen über Kindererziehung, To-Do-Listen und gute Tipps zu Ernährung und Hausmittelchen einfach im Internet fest gehalten. In Form eines privaten, für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Webblogs.

    Welcher Lerntyp man ist?

    Erst einmal heißt es jedoch herauszufinden, was für ein Lerntyp bin ich? Merke ich mir Informationen über das Gehör oder über das Sehen? Knapp zwei Drittel der Menschen sind visuelle Lerntypen: Sie lernen z.B. am besten auswendig, wenn sie sich etwas aufmalen.

    Wie habt ihr in der Schule am besten gelernt?

    Wer sich in der Prüfung genau an die aufgemalten Diagramme im Heft erinnert. Und bei Vorträgen am liebsten alles mitschreibt, gehört in diese Gruppe. Für diese Menschen ist es das beste, sich Schilder, am besten noch mit kleinen Bildchen oder Piktogrammen dazu, zu malen. Erst durch das selber malen, auch gern groß und bunt, springt der Merkprozess an.

    Auditiven Typen – etwa 30 % der Menschen – bringt es viel, sich die To-Do-Liste per Diktiergerät, Video oder Sprachaufzeichnung mit dem Handy aufzunehmen.

    Weiter 5% gehören zum motorisch haptischen Typ. Diese Gruppe merkt sich Informationen über Bewegung und Berührung. Vielleicht hilft es diesen Menschen, sich zur Erinnerung einen bestimmten Gegenstand dafür, oder ein damit verknüpftes Symbol, in die Jackentasche zu stecken oder an den Rückspiegel im Auto zu hängen?

    Selten ist der emotionale Typ, der Informationen am besten über Empfindungen, Atmosphäre oder Gefühle aufnimmt. Hmm, dazu fällt mir nur ein, mal zu versuchen, die Einkaufsliste zu singen oder zusammen mit der besten Freundin ein lustiges Gedicht aus den meist vergessen Dingen zu machen? Vielleicht hilft der Vergesslichen ja die Erinnerung an den gemeinsamen Abend?

    Die Mehrzahl der Menschen erinnern sich zum Glück ohnehin auf verschiedene Weisen, sind also Mischtypen. Daher einfach mal ausprobieren und nachdenken, wie man selbst sich am besten an etwas erinnert.

    Stilldemenz: Sorge für Ruhe und Entspannung 

    Doch alle diese Tipps bekämpfen mal wieder nur die Symptome. Am wichtigsten sind zwei Dinge: Erstens, bitte keinen Druck von außen machen lassen.

    In den ersten Wochen mit Baby erwartet niemand von einer jungen Familie einen perfekten Haushalt. Und wenn es das Umfeld vielleicht unterschwellig doch tut, oder die frisch gebackene Mutter zumindest so ein Gefühl hat, dann bittet um Hilfe.

    Teilt Eure Gäste ein und spannt sie für Euch ein. Lasst Euch Kuchen mitbringen, anstatt selbst einen zu backen. Traut Euch, bittet um Hilfe und nehmt angebotene Hilfe auch an.

    Ausruhen ist das A und O. Denn die so genannte Stilldemenz ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sich eine Mama zu viel zumutet.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: TeodorLazarev / shutterstock
  • Das Wochenbett – Warum das Zusammenfinden Zeit braucht

    Das Wochenbett – Warum das Zusammenfinden Zeit braucht

    Wozu brauche ich sechs bis acht Wochen Wochenbett?

    Das Wochenbett ist eine Zeit der Ruhe und des Ankommens. Vielleicht mag der Begriff für so manchen altmodisch klingen. Früher hielten die „Wöchnerinnen“ das Wochenbett sehr streng ein.

    Was zum einen daran lag, dass viele Frauen, etwa in der Landwirtschaft, ja wirklich sehr hart arbeiteten. Zum anderen  gab es aber gesellschaftlich auch nicht so einen Druck auf die Mütter, gleich wieder fit, schlank und voll belastbar zu sein.

    Babyblues und Frühwochenbett

    Gerade im sogenannten Früh – Wochenbett bekommen manche Frauen den sogenannten Babyblues, zu dem unsere Großmütter noch Heultage sagten. Die hormonelle Umstellung, der Milcheinschuss und die neue Situation können ganz schön heftig aufs Gemüt schlagen.

    Manchmal wächst sich das Stimmungstief auch zu einer Depression aus. Jede junge Mutter soll sich unbedingt Hilfe holen, wenn sie das Gefühl hat, nicht mehr froh zu sein und mit der Situation nicht klar zu kommen.

    Da soll niemand warten bis es richtig schlimm wird. Deshalb ist es sehr ratsam, dass eine Hebamme regelmäßig zur Nachsorge vorbeischaut. In den ersten zehn Tagen kommt die Hebamme wirklich jeden Tag. Auch dann wenn die Mutter erst nach einer Woche aus dem Krankenhaus nach Hause kommt.

    Dies sollte vorher ausgemacht sein. Am besten ist es, die Hebamme schon in der Schwangerschaft regelmäßig zu besuchen. So ist sie nicht mehr fremd und die junge Mutter traut sich auch wirklich alles zu fragen.

    Die Hebamme hilft bei der Pflege des Neugeborenen, schaut auf die Nabelschnur die jetzt langsam abfällt. Sie zeigt den jungen Eltern auch, wie man das kleine Baby badet. Die wertvollen Tipps meiner Hebammen waren so wichtig, dass ich sie bis heute nicht vergessen habe.

    Sie berät nicht nur rund ums Kind, sondern weiß auch alles über die Vorgänge im Frauenkörper nach der Geburt und hat natürlich auch viele Tipps zum Stillen.

    Was mit und in Deinem Körper nach der Geburt geschieht, hat Mira in ihrem Artikel zum Wochenbett beschrieben. Außerdem gibt sie eine wichtige Checkliste, wie ihr Euch die ersten Tage und Wochen erleichtern könnt. Zum Beispiel, indem ihr schon vor der Geburt alles im Haus habt, was in dieser Zeit des Frühwochenbettes wichtig wird.

    In das neue Leben hineinfinden

    Das Wochenbett ist nicht nur eine Zeit, in der sich der Körper der Frau sehr stark verändert.  Dies sowohl geburtsbedingt als auch in hormoneller Sicht. Die Wunden der Geburt brauchen eine Weile, um zu verheilen. Und der Frauenkörper bildet sich zurück nach den großen Umstellungen in der Schwangerschaft und der körperlich anstrengenden Geburt.

    Aber nicht nur der Körper braucht diese Zeit: Es bedarf auch der Ruhe, damit die neue Familie zusammen findet. Deshalb ist es gut, wenn Eltern und Kinder im Wochenbett, die Möglichkeit haben in einem geschützten Raum für sich zu sein. Freunde und Verwandte sind gern gesehene Helfer, wenn sie wirklich „nützlich“ sind.

    Damit sind Menschen gemeint, die nichts fordern oder erwarten, sondern mithelfen beim Aufräumen oder Kochen, zum Einkaufen gehen oder mit den Geschwisterkindern spielen. Sie sollen den Eltern möglichst viel abnehmen und dafür sorgen, dass diese Zeit miteinander und dem Neugeborenen verbringen können.

    Die Familie muss sich zusammenfinden

    Auch wenn es nicht das erste Kind ist, die Familie verändert sich in ihrem Gefüge und braucht Zeit, sich neu zu formieren.

    Mutter und Baby haben jetzt die Zeit sich zu beschnuppern, sich kennen zu lernen, ebenso die anderen Familienmitglieder. Es braucht Ruhe und Zeit, die Geburt selbst zu verarbeiten. Oft wird einem erst viel später klar, was die Geburt für ein intensives Erlebnis war und was sie alles ausgelöst hat.

    Und das gilt nicht nur für die Mutter, sondern auch für das Baby. Das kleine Wesen hat in seinen ersten Tagen auf unserer Welt mit all seinen Sinnen schon so viel Neues erlebt, dass es die kuschelige Nähe zur Mutter in Stille und Harmonie zum Ausruhen braucht.

    Selbst das Ankleiden, das Wickeln und das Schlafen mit dem kleinen Wesen in einem Bett ist für das Baby, aber auch für die Eltern neu und besonders. In so einer entspannten Atmosphäre können sich Mutter und Kind auf sich selbst konzentrieren und sich voll und ganz dem Stillen widmen.

    Das Wochenbett ist die Zeit, um sich mit dem neuen Lebensabschnitt auseinanderzusetzen, mit einer neuen Rolle im Leben. Damit auch der Vater Teil haben kann, sollte das so gut wie möglich bereits vor der Geburt organisiert sein.

    Bekommt er Urlaub oder besteht die Möglichkeit in diesen Wochen weniger zu arbeiten? Wer könnte helfen, damit der Vater sich nicht komplett um Haushalt und Alltag kümmern muss und damit auch wieder keine Zeit für seine junge Familie hat?

    Ein guter Rat ist es, bereits in den Wochen vor der Geburt einen Vorrat an eingefrorenen Gerichten anzulegen. Auch Lieferdienste von Supermärkten, Pizza-Service oder – natürlich viel gesünder – eine Gemüsekiste sind in dieser Zeit hilfreich.

    In den Alltag finden

    Die Hebamme ist auch Ansprechpartnerin für Rückbildungskurse und bietet oft selbst solche an. Bei den Zwillingen lebten wir z.B. auf dem Land und es war mir viel zu stressig, mit den Kindern so einen Kurs zu besuchen. Die Hebamme schlug vor, die leichten und kräftigenden Gymnastikübungen einfach daheim mit mir zu üben.

    Wer sich selbst etwas Gutes tun möchte, bucht eine Mütterpflegerin. Die kommt nach Hause, gibt Massagen und verwöhnt die junge Mutter nach Strich und Faden.

    Wenn so etwas in Deiner Gegend nicht verfügbar ist, tut auch eine Massage oder ein Besuch bei einer Osteopathin richtig gut. Mir hat letztere sehr geholfen, meinen Körper wieder in seine alte Form zurückfinden zu lassen.

    Das Wochenbett, die Zeit der Ruhe

    Die Zeit des Wochenbetts sollte unbedingt dazu genutzt werden, damit sich die Mutter selbst etwas gutes tun kann. Der Alltag kehrt früh genug wieder ein.

    Daher sollte das Wochenbett solange wie möglich, also mindestens sechs Wochen eingehalten werden.

    Im Frühwochenbett zu ruhen, leuchtet den meisten annähernd ein. Die ersten drei, vier Wochen zunächst wirklich im Bett und dann immer noch mit sehr viel Liegepausen zu verbringen, klappt anfangs noch ganz gut.

    Doch mit der zunehmenden Energie der Mutter fällt die Auszeit immer schwerer. Und sie verspürt immer mehr den Drang nach Abwechslung und Bewegung. In wieweit Du diesem Bedürfnis nachgibst liegt auf jeden Fall in deiner Entscheidung und Verantwortung.

    Natürlich können im zweiten Monat schon Spaziergänge unternommen werden. Doch die Ruhe für Mutter und Kind sollte nach wie vor oberstes Gebot sein.

    Neben Rückbildung und Mama-Terminen ist eh schon einiges los. Das Baby geht zu den ersten Untersuchungen beim Kinderarzt. Der Vater wird in den meisten Fällen wohl recht früh wieder arbeiten müssen und auch die Besucher- und Unterstützerzahl nimmt wieder ab.

    Jetzt ist es Zeit ein wenig Routine in den Alltag zu bekommen. Das tut dem Kind und der Mama gut. Da das Kind in den ersten zwei Monaten noch sehr viel schläft, hat die Mutter jetzt auch Zeit sich einmal auszuruhen.

    Sie sucht sich ein gutes Buch zum Lesen oder sonst etwas zu tun, was sie selbst einfach gerne macht. Sozusagen im Hinblick auf die Zeit, in der diese Augenblicke, für sich ganz allein sein zu können, dann erst einmal wieder seltener werden.

    Kräftigende Ernährung im Wochenbett

    Eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung ist ein wichtiges Thema in der Zeit des Wochenbetts. Darüber kann auch schon vorher nachgedacht werden. Die Klassiker sind kräftigende Suppen – die sind zudem praktisch, da sie immer mehr als eine Mahlzeit ergeben – sowie Stillkugeln, wie sie die Hebamme Ingeborg Stadelmann in ihrem sehr empfehlenswerten Buch „Die Hebammensprechstunde“ vorschlägt.

    Dieses Buch ist überhaupt ein nützlicher Begleiter in der gesamten Schwangerschaft und der ersten Zeit mit dem Baby. Eine gesunde Ernährung ist sehr wichtig in dieser Zeit für die Mutter und wegen dem Stillen natürlich auch für das Kind. Blähende Gemüse und scharfe Gewürze sollten daher lieber weggelassen werden.

    Stillkugeln nach Ingeborg Stadelmann aus „Die Hebammensprechstunde“

    1 kg Dinkel, Gerste und/oder Hafer, 300 g gekochten Vollreis, 350 g Ghee oder Butter, 300 g Honig, evtl. 1 Tasse fein gehackter Nüsse z.B. Haselnüsse, Cashew, Mandeln, Kokos oder Walnuss, 1 Glas Wasser, Milch oder Pflanzenmilch

    Reis kochen und beiseite stellen. Abkühlen lassen. Das Getreide mahlen (je nach Wunsch gröber oder feiner), bzw. schon verarbeitet kaufen, und kurz anrösten. Nüsse können ebenfalls kurz angeröstet werden. Wenn die Masse eine leichte Bräune hat und duftet, Butter hinzufügen.

    Weiter verrühren bis die Butter geschmolzen ist, Honig hinzugeben und gut schwenken. Anschließend die Masse vom Herd nehmen und je nach Konsistenz Reis, Wasser oder Milch hinzugeben. Die Masse sollte gut formbar sein und die Stillkugeln nicht zerfallen. Die Kugeln mit ca. 2-3 cm Durchmesser im Kühlschrank lagern. Auf Wunsch diese in Kokosflocken, gerösteten Sesam oder Kakao wälzen.

    Wer mag, kann dieses Rezept mit Datteln und getrockneten Feigen sowie anderen Trockenfrüchten anreichern. Diese Energiebällchen, die zudem die Milchproduktion positiv beeinflussen, sind auch ein schönes Geschenk, das jemand mitbringen könnte.

    Eure Verena Wagner (Babytalk – Autorin)

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  • Wochenbett: Erfahrungsbericht einer Leserin – Ein unromantisches Paradebeispiel

    Wochenbett: Erfahrungsbericht einer Leserin – Ein unromantisches Paradebeispiel

    Wir freuen uns Euch den ersten Beitrag einer Babytalkleserin vorstellen zu können, die gerne ihre Erfahrungen mit dem Wochenbett mit Euch teilen wollte. Über unsere Facebookseite kommentierte sie unseren Wochenbettbeitrag, denn es ist nicht immer alles „Friede, Freude Eierkuchen“. Aber lest selbst.

    Und Vielen Dank an Christina für diesen Einblick!


    Das Wochenbett war für mich eine sehr intensive Erfahrung. Als ich vom Krankenhaus nach Hause kam sagte mir keiner, dass hier das Wort Chaos eine ganz neue Bedeutung erhalten würde.

    Wochencouch statt Wochenbett hätte es besser getroffen

    Die ersten 5 Wochen tat ich nichts außer auf der Couch zu liegen und 20 Stunden am Stück zu stillen. Diese Stillerei hat mich so entkräftet – ich war einfach nur fertig. Ich lag nicht auf der Couch, ich war die Couch!

    Ich war die Insel von der sich mein Zwerg nicht weglegen lies, während mein Lebensgefährte versuchte irgendwie unseren Haushalt zu meistern und gleichzeitig schon nervös war, was er mir jeden Tag kochen sollte.

    Wenn unser Schatz mal nicht auf mir schlief, ging das Geschrei los. Stundenlang dieses weinende Baby – niemand sagt dir, das Neugeborene so lang schreien können.

    Es wird nur immer erzählt, wie toll das Wochenbett doch sei – Tag und Nacht im Bett zu liegen und den Kleinen zu betrachten. Ich lag keinen einzigen Tag verliebt im Bett und genoss das Wochenbett.

    Für mich war es die Hölle auf Erden. Das Wochenbett war für mich ein Meer der Gefühle, ein ständiges auf und ab. Ich musste mich oft den Wellen hingeben, denn die schwappten auch so manches mal über.

    Gedankenkarussell

    Alle Gedanken schossen mir durch den Kopf: Ich vermisse die Zweisamkeit zu meinem Partner. Mein Baby ist das schönste Kind der Welt. Werden wir das alles schaffen?!

    Wie lange halt ich das weinende Baby noch aus, ohne selbst komplett in Tränen auszubrechen. Tu ich mir das nochmal an?! Ich hab so viel geweint wie noch nie in meinem Leben.

    Ich fühlte mich oft alleine und doch war ich gleichzeitig die glücklichste Mama auf Erden. Mein Partner war total überfordert. Das weinende Baby , die heulende Mama und der Haushalt, der Wocheneinkauf und das Planen der nervigen Besuche.

    Selbstvorwürfe

    Ja genau nervigen!!! Es ist absolut zum Kotzen jeden Tag jemanden auf der Matte stehen zu haben während die Wohnung eh schon ein totaler Müllberg ist.

    Es war so extrem chaotisch bei uns, dass ich mich geschämt habe, wenn jemand zu uns kommen wollte. Die Leute erwarten ja eine frische, glückliche Mama, die ihnen das dauerschlafende Baby reicht, während sie Kaffee kocht und den Gästen Kuchen anbietet.

    Wie dem auch sei, ich hatte das pure, authentische Wochenbett mit vielen Höhen und Tiefen. Ich konnte das pure Leben im Haus spüren und bin stolz diese Zeit überstanden zu haben.

    Liebe Grüße Eure Christina Watzinger (Babytalk – Fan)

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    Beitragsfoto: Boryana Manzurova / shutterstock
    Pinterestfoto: Comstock von Photo Images (über Canva)
  • Grenzen setzen, heißt Verantwortung übernehmen

    Grenzen setzen, heißt Verantwortung übernehmen

    Grenzen setzen ist so wichtig: Kinder reifen in den ersten neun Monaten im Mutterleib in einem sehr begrenzten Raum heran. Dieser gibt ihnen Wärme, Sicherheit und Geborgenheit. Zudem ist er dunkel.

    Das Baby hat es wunderbar kuschelig und wächst in einem wahren und „begrenzten“ Paradies heran. Dies wünscht es sich auch nach der Geburt weiterhin.

    Aus diesem Grund ist das Grenzen setzen wichtig.

    Die ersten Tage und Wochen

    Zum Zeitpunkt der Geburt kommt das Baby nach der häufig beängstigenden Austrittsphase durch den Geburtskanal in eine Welt, in der es hell, laut, kalt und vor allem auch sehr unbegrenzt ist.

    Die körperliche Umgrenzung der Gebärmutter ist weg und das Baby muss plötzlich atmen, hört seine Stimme und ist von der Rundumversorgung abgekoppelt.

    Jetzt kann man zwar denken, das sind doch alle sehr erträgliche Veränderungen, doch wenn man mal sich und seine Probleme mit Veränderungen umzugehen, reflektiert, merkt man, dass wir uns damit auch als Erwachsene immer noch sehr schwer tun.

    Wenn die neuen Erdenbürger dann mit ihrer Mutter nach Hause kommen (falls sie nicht zu Hause entbunden wurden) brauchen sie meistens auch noch viel Geborgenheit, wie in Form Kuscheln, Getragen werden, z.B. in einem Tragetuch, einer Babyschale oder einfach auf den Armen.

    Im Kinderbettchen schauen wir, dass wir dieses mit Kissen oder Decken verkleinern. Kinder brauchen diese fühlbaren Grenzen ihres Körpers mit ihrer Umgebung.

    Es sind diese „Grenzen“, die ihnen vertraut sind und an die Geborgenheit im Mutterbauch erinnern.  Zudem helfen sie sich selbst wahrzunehmen.

    Auch wenn nicht alle Babys gleich sind, brauchen viele von ihnen danach noch lange den „Blick- oder Stimmkontakt“ zur Mutter, um sich sicher zu fühlen.

    Die Grenzen weiten sich mit den ersten Schritten

    Wenn die Kleinen dann Laufen lernen, kann man beobachten, wie eng bzw. weit sie ihre Grenzen sehen bzw. setzen. Mit der Zeit werden sie immer mutiger und trauen sich immer größeren Abstand zwischen sich und ihre Eltern zu halten.

    Dann sind es wir Eltern, die schauen, ob wir mit diesen neuen „Grenzen“ bzw. Freiräume der Kleinen umgehen können.

    In dieser Phase kommt zum Grenzen setzen immer mehr die Aufgabe des Loslassens bzw. Vertrauen dazu, die vielen Eltern, insbesondere den Müttern extrem schwer fällt.

    Diese Mütter nennt man heute Helikopter-Mütter, der Name passt zwar, hat nach meiner Meinung, aber leider einen abwertenden und weniger verständnisvollen Charakter erhalten.

    Mit dem Argument der Gefahr eines Verkehrsunfalls oder Belästigung, werden Kinder immer häufiger noch täglich zur Schule gebracht bzw. begleitet, selbst wenn es sich um einen verkehrsarmen und kurzen Fußweg handelt.

    Grenzen setzen Kleinkind an der Hand seiner Mutter

    Die Angst Grenzen zu setzen

    Aus unserer eigenen Kindheit haben viele von uns die Überzeugung mitgebracht, Grenzen sind etwas Einengendes, „Verletzendes“.

    Dabei ist es für uns Eltern viel schwerer unseren anvertrauten Kindern Wünsche abzuschlagen. Dies geschieht gerade nicht, weil sie uns nicht wichtig sind, sondern gerade weil sie und ihr Wohlergehen uns so am Herzen liegen!

    Nicht selten fällt es uns so schwerer Grenzen zu setzen bzw. „Nein“ zu sagen, weil wir unterschwellig die Angst haben, dass unsere Kinder uns dann weniger lieben könnten.

    Die Grenzen der Verantwortung von Eltern

    Mit der Geburt eines Kindes werden aus Frauen und Männern, Mütter und Väter, die nun die Verantwortung für ein oder mehrere Kinder tragen.

    Das belastet Eltern nicht nur deshalb, weil sie häufig ein falsches Verständnis von ihrer Verantwortung haben.

    Vor allem, weil die Entscheidungen und ihr Verhalten nun nicht mehr nur ihr persönliches Leben und das ihres Partners beeinflussen, sondern auch das eines noch nicht allein lebensfähigen kleines Kindes. Dessen Bedürfnisse wir als Eltern nicht immer klar erkennen bzw. verstehen.

    Als Eltern übernehmen wir vor allem die Verantwortung für die Ernährung unserer anvertrauten Kinder, sowie für den Schutz vor Kälte (und Hitze) ,Nässe und soweit möglich vor Gewalt.

    Alles weitere, wie zum Beispiel die „Erziehung“ zur Selbstständigkeit und Berufsfähigkeit sind hilfreiche Aufgaben. Denn da wir sie nicht wirklich beeinflussen können, tragen wir für sie auch nicht die Verantwortung, ebensowenig wie für das „Glück“ und die „Gesundheit“ unserer Kinder.

    Und so übernehmen wir mit jedem Nein bzw. jedem Grenzen setzen, Verantwortung, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht.

    Die gleiche Verantwortung übernehmen wir, auch wenn es sich nicht so anfühlt, mit jedem Ja bzw. nicht Grenzen setzen.

    Die Bedeutung unsere eigenen Einstellung zu Grenzen

    Durch unsere Entscheidungen prägen wir die Wahrnehmung unserer Kinder dessen, was gut ist und was nicht. Häufig denken Eltern: „Grenzen zu setzen, ist etwas schlechtes“, doch …

    … Grenzen sind weder gut noch schlecht, sie sind einfach wichtig, um unseren Kindern Sicherheit und Geborgenheit zu gewähren.

    Erziehung bedeutet Verantwortung für andere zu übernehmen und beinhaltet ein ständiges Abwägen, was man dem anvertrauten Menschen (-kind) zutrauen kann und was nicht.

    Und so ist es wichtig die Grenzen entsprechend der Reife des Kindes, welche nicht immer mit dem Alter einhergeht, weiter zu stecken.

    Die Trotzphasen sowie die Pubertät, eine extreme „Trotzphase“ werden durch Entwicklungsschüben, die zum Teil durch Hormone gesteuert werden, ausgelöst.

    Diese beeinflussen die Wahrnehmungen und unsere Gedanken über die „Welt“. Sie helfen Kindern eigenständige Persönlichkeiten zu werden, indem sie sich von den Überzeugen und Ansichten ihrer Eltern immer mehr lösen.

    Und so auch ihre eignen Grenzen definieren. Hierzu kann ich euch meinen Beitrag „Pubertät ist, wenn Eltern anfangen schwierig zu werden„auf dem Familymag.net empfehlen.

    Grenzen setzen - Kind bekommt eine Spritze vom Arzt

    Die Grenzen unserer Kinder überschreiten

    Vor allem bis zur Jugend kommen Eltern immer wieder mal in die Situation über die Grenzen ihrer Kinder gehen zu „müssen“. Und dies besonders dann, wenn unsere Kinder schwerer erkranken oder einen Unfall haben.

    Denn bis zum Kindesalter wollen unsere Kleinen nur extrem ungern Medizin einnehmen oder sich gar Spritzen geben lassen.

    In diesen Fällen stehen Eltern vor einer sehr schweren Entscheidung. Wollen Sie den Willen ihrer Kinder befolgen oder sich darüber hinwegsetzen und damit über deren Grenzen gehen.

    Hier scheint es noch relativ klar zu sein, wie man sich entscheiden soll. Doch warten sie ab, bis sie ihrem Baby eine „bittere“ Medizin einflössen müssen während es schreit, weint und sich mit Händen und Füßen um sich schlagend wehrt.

    Wenn wir keine Grenzen setzen, versuchen wir nur uns aus unserer Verantwortung zu stehlen.

    Gefahrenhinweise und ggf. Hilfestellungen geben

    Wir alle kenne die Sprüche „Steigt nicht in fremde Autos“, „Spielt nicht mit dem Feuer“, „Schaut nach links und rechts (und wieder links), wenn ihr über die Straße geht“, (…).

    In solchen Situationen ist es uns häufig nicht bewusst, doch auch in diesen setzen wir unseren Kindern Grenzen.

    Hier ist es für uns Eltern nur leichter zu erkennen, dass wir sie zum Schutz unserer Kinder setzen. Genauso ist es an sich immer, wenn wir ihnen Grenzen setzen.

    Wenn wir Eltern selber gestresst sind, sind unsere Grenzen allerdings nicht immer so angemessen. Genauso wenig wie unser Ton, unsere Gestik und Mimik (siehe Beitragsfoto).

    In diesem Zusammenhang findet ihr in unserem bindungsorientierten Erziehungsratgeber „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ noch sehr viele hilfreiche Tipps (Hinweis der Redaktion).

    Nichtsdestotrotz ist es gerade bei solch „unbewussten Grenzen“ wichtig, diese immer wieder mal zu überdenken. Denn die Welt verändert sich fortlaufend und manche grenzsetzende Hinweise, die damals ihre Richtigkeit hatten, haben sie heute nicht mehr und umgekehrt.

    Und welche die früher nicht wichtig waren, sind es heute, wie z.B. „Spielt nicht auf der Straße“. Vor 50 Jahren konnte man die Autos auf der Straße in einer Stunde noch an einer Hand abzählen.

    Ziele der „Erziehung“ bzw. des Grenzen setzens

    Eins der wichtigsten Ziele in der „Erziehung“ sollte es sein, unsere Kinder gerade nicht zu erziehen und stattdessen Hilfestellung anbietend zu begleiten und dem, wenn auch häufig unbewussten Versuch zu widerstehen, sie uns oder unseren Idealvorstellungen ähnlich zu machen.

    Wir sollten unsere Energie lieber darin investieren ihnen durch das Setzen von Grenzen einen geschützten Raum zu schaffen, in dem sie sich geliebt fühlen und sich und die Welt erfahren und erkunden können.

    Mit dem Heranreifen der Kinder kommen die Ziele den Willen, den Körper und das Eigentum anderer zu respektieren hinzu.

    Ich wünsche allen Eltern und werdenden Eltern den Mut und Vertrauen ihren anvertrauten Menschenkindern Grenzen entwicklungsgerecht zu setzen.  Und sie zu ermuntern sich und ihre eigenen Grenzen zu erkunden und dabei gleichzeitig immer mehr loszulassen.

    Werbung: Unser Buch

    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Euer Deva (Babytalk-Redaktion)

    Beitragsfoto: Iakov Filimonov / shutterstock
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    Foto 2: Rido / shutterstock
  • Das Wochenbett – Tipps für die ersten acht Wochen mit dem Baby

    Das Wochenbett – Tipps für die ersten acht Wochen mit dem Baby

    Wenn man in der Schwangerschaft an die Zeit nach der Geburt also an das Wochenbett denkt, ist man meist voller Vorfreude, kann es kaum abwarten, dass endlich die Zeit des Kuschelns beginnt.

    Kaum eine werdende Mutter macht sich großartig Gedanken darüber, was in den ersten Wochen alles mit ihrem Körper passiert. Man kann bereits vor der Geburt einige Sachen vorbereiten, damit man nicht direkt in Stress verfällt, sobald das Baby da ist.

    Aber zunächst einmal möchten wir hier ein paar Fakten über das Wochenbett für Euch auflisten:

    Das Wochenbett heißt so, weil es in der Tat empfohlen wird, dass die frisch gebackene Mutter viel Zeit im Bett verbringt bzw. sich viel Ruhe gönnen sollte. Natürlich mit dem Baby.

    Die meisten Mamas, die diesen Tipp ignorieren und zu schnell zu viel körperlichen Anstrengungen ausgesetzt sind, werden anschließend häufig von ihrem Körper in Form von Entzündungen oder ähnlichem gebremst.

    Warum ist das so, auch wenn man sich nach einer natürlichen Geburt bereits schnell wieder sehr fit fühlt?

    Im Körper der Mutter passiert nach der Geburt sehr viel:

    • Die Wunde von der Plazentaloslösung heilt in der Gebärmutter, während diese sich in einem irren Tempo wieder auf ihre ursprüngliche Größe zusammenzieht. Das Wundsekret kommt in Form einer starken Blutung, die aber recht schnell geringer wird.
    • Der Milcheinschuss kommt und sorgt für eine Neuregulierung des Stoffwechsels: Schließlich muss der Körper nun immer genug nährreiche Milch bereit stellen.
    • Das passiert auch erst einmal, wenn die Mutter schon vor der Geburt genau wusste, dass sie nicht stillen möchte … Wenn dies der Fall ist, muss „abgestillt“ werden.
    • Die Strapazen einer Geburt werden gerne schnell vergessen, doch der Körper möchte sich nun erst einmal erholen.

    Das gleiche gilt auch für das Baby. Das Baby hat Schwerstarbeit geleistet. Egal, ob vaginale Geburt oder Kaiserschnitt, mit dem ersten Atemzug beginnt eine enorme Wandlung, nicht nur des Stoffwechsels.

    Mit dem neuen Erdenbürger beginnt ein völlig neuer Alltag! Nun wäre es gut Zeit zu haben, sich kennenzulernen. Schließlich muss eine neue Familienroutine muss gefunden werden.

    Na, man kann schon erkennen, dass zum Wochenbett möglichst alles vorbereitet sein sollte, oder? Zum Beispiel sollten in den ersten Tage keine große Einkäufe anstehen. Deswegen haben wir hier eine Einkaufsliste für Euch vorbereitet.

    Diese Dinge sollten am besten schon vor der Geburt im Haus sein:

    • Die Erstausstattung für das Baby (um Himmels Willen, kauft nicht erst auf den letzten Drücker diese Sachen!)
    • Binden für den Wochenfluss. Im Allgemeinen braucht kaum eine Frau die ganze Packung, aber es lohnt sich, wenigstens zehn bis zwanzig von den berühmt berüchtigten Wöchnerinnen-Binden (bei dm zum Beispiel die „Pelzys“). Denn eine normale Binde „schafft“ den Wochenfluss der ersten Tage einfach nicht und man möchte sich ja nicht unbedingt die Wäsche ruinieren.
    • Achtung: Auf keinen Fall Tampons benutzen! Wir haben von Ärzten bestätigt bekommen, dass diese beim Wochenbett sehr schell zu Infektionen führen, die sich ganz einfach vermeiden lassen, wenn ihr dies berücksichtigt.
    • Es lohnt sich im übrigen auch, für die ersten Tage mit dem starken Wochenfluss entweder alte oder wirklich billige Unterhosen zu nutzen.
    • Nahrungsmittel, die haltbar sind und schnell zubereitet werden können. Vor allem, wenn der Papa die ersten Wochen nicht zu Hause bleiben kann und auch sonst niemand zur Unterstützung da sein kann. Es ist sehr verwunderlich, wie wahnsinnig müde eine Mutter sein kann;) Da kann einer sogar das Kochen schon zu viel werden …
    • Da das Baby den körpereigenen Geruch der Eltern liebt (über den Geruch erkennt es die ersten Wochen am meisten), sind Duschgele ohne Duftstoffe super. Auch auf besonders viel Chemie sollte frau gerne verzichten, um Allergien zu vermeiden.
    • Damit man nicht gleich nach der Geburt Shoppen muss, empfiehlt es sich, Still BH´s auch in zwei Nummern größer als bei der Geburt daheim zu haben. Die Brüste wachsen oft mit dem Milcheinschuss um zwei Größen!
    • Stilleinlagen

    Von Hebammen empfohlen:

    • Brustwarzen-Creme
    • Chinesische Kraftsuppenmischung (bei der Hebamme erfragen)
    • Babybäuchlein-Öl
    • Weißkohlblätter (welche enorm angenehm sind, wenn die Brust sehr schmerzt, am besten schön kühl aus dem Kühlschrank)
    • Stilltee

    Langeweile

    Übrigens: das Baby schläft die ersten Wochen sehr viele Stunden (bis zu siebzehn) pro Tag! So entsteht im besten Falle ein Leerlauf für die Mutter, den man sehr gut nutzen kann, um selbst ein wenig Schlaf nachzuholen und um vorzuschlafen.

    Im Wochenbett kommen in der Regel kommen Wochen mit einer oder mehreren Stillunterbrechungen auf eine Mutter zu.

    Aber es sollte auch genügend Beschäftigung geben (Bücher, Handarbeit etc.), damit keine Langeweile während des Wochenbett aufkommt (ja, das glaubt man kaum, aber die gibt es!!).

    Ausgenommen man hat bereits ein oder mehrere Kinder. In diesem Fall ist es hilfreich, wenn man im Wochenbett von einer guten Freundin oder der Mutter, sofern man sich mit ihr gut versteht, unterstützt wird.

    Es ist übrigens nicht empfehlenswert, aus Langeweile besonders viel fernzusehen. Zu viel Fernsehen soll bekanntlich Depressionen fördern.

    Besucher während der Wochenbett – Zeit:

    Natürlich wollen viele Freunde und Verwandte so schnell wie möglich den neuen Erdenbürger besuchen und bestaunen. Das kann man auch keinem übel nehmen;)

    Aber: Denkt daran, dass nicht nur ihr, sondern auch das Baby viel Ruhe braucht! Die täglich neuen Eindrücke überfordern, die Neugeborenen sehr schnell, deren Verarbeitung nicht selten von Schreien begleitet werden.

    Aus diesem Grund wäre es ratsam zu Beginn keinen Übernachtungsbesuch im Wochenbett zu planen.

    Und die Besucher, die tagsüber kommen, sollten über ein Zeitlimit informiert werden, denn länger als eine Stunde sollte man am Tag nicht seine Aufmerksamkeit auf andere richten müssen.

    Das ist zuletzt natürlich vor allem von Euch selbst abhängig. Eltern sind diesbezüglich sehr unterschiedlich. Nur nehmt Euch nicht zu viel vor und achtet auf Eure Grenzen!

    Wir wünschen Euch allen eine wunderschöne Kuschelzeit!

    Hier findet ihr einen Bericht einer Babytalk-Leserin über ihr nicht so entspanntes Wochenbett.

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

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    Beitragsfoto: George Rudy / shutterstock
    2 Foto: Tolikoff Photography / shutterstock
    3 Foto: Nadia Cruzova / shutterstock
    
    
  • Windelfrei ab Geburt – wie geht das?

    Windelfrei ab Geburt – wie geht das?

    Hier kommt ein weiterer Teil zum Thema „Windeln“. Tamara Beck schreibt über die windelfreie Erziehung. Für alle, die sich dafür interessieren, oder denen wie bei uns die Ohren schlackern. „Wie, Babys windelfrei??! Wie geht das denn??!“


    Was bedeutet „windelfrei“?

    Man hört es immer öfter, dass Eltern ihre Babys „abhalten“, wenn sie mal müssen. Sie also über ein Lavabo, eine Toilette oder ein Töpfchen halten, damit sie sich entleeren können.

    Diese Babys tragen kaum Windeln, eher sogenannte „Back-ups“, die kleine Unfälle auffangen und dann in die Wäsche geworfen werden können.

    Aber woher wissen die Eltern, dass Ihr Baby muss? Es ist so, dass ein Neugeborenes nicht nur spürt, dass es Hunger hat oder müde ist (und sich dann bemerkbar macht), sondern eben auch, wenn es mal muss. Klingt irgendwie logisch.

    Früher und heute noch in den verschiedensten Kulturen auf der Welt, ging bzw. geht man darauf genauso ein wie auf die anderen Bedürfnisse: ein hungriges Baby wird gestillt, ein müdes in den Schlaf getragen, eins, das sich entleeren muss, wird abgehalten.

    Babys senden verschiedene Signale, die man mit der Zeit immer besser zu deuten weiß. Frischgebackene Eltern haben anfangs noch Mühe damit, zu unterscheiden, ob das quengelnde Baby nun Hunger hat oder müde ist.

    Trial and Error. Mit der Zeit geht das besser. So ist es auch mit den Ausscheidungen.

    Es gibt „sichere Treffer“

    Am einfachsten ist es, das Baby unten relativ frei zu lassen (was zuhause natürlich besser geht) und am Körper zu tragen. So merkt man relativ schnell, wenn es unruhig wird und kann es (ganz) frei machen und abhalten.

    Dabei gibt man einen Laut von sich wie „bssss“, welcher dem Baby später jeweils signalisiert, dass es jetzt pieseln etc. darf.

    Aller Anfang ist schwer: Neugeborene pieseln noch sehr, sehr oft und immer nur wenig, größere Babys seltener. Es kann am Anfang also oft mal was daneben gehen, weil man nicht ständig abhalten kann und vielleicht auch mal ein Zeichen verpasst.

    Das große Geschäft übrigens, merkt man den Kleinen besser an – da verzeichnet man schon bald erste Erfolgserlebnisse.

    „Sichere Treffer“ sind oft die Zeit nach dem Aufwachen (das kennen wir, danach muss man eigentlich immer auf die Toilette) und die Fütterungszeit – also vor, während oder nach dem Stillen bzw. Fläschchen geben.

    Viele Mütter lassen das Baby dabei direkt mal unten ohne und platzieren ein Asiatöpfchen oder ähnliches (ein kleines Töpfchen speziell für windelfreie Babys, im Fachhandel erhältlich) unter Baby’s Po.

    Beobachten, Spass haben

    Und sonst? Beobachtet Euer Baby einfach, mit der Zeit, so sagen viele, spüren sie intuitiv, dass ihr Baby muss, oft, bevor es sich überhaupt bemerkbar gemacht hat.

    Windelfrei soll aber kein Leistungssport sein, sondern Spass machen. Es darf auch mal ganz viel „wischen, waschen und lächeln“ sein.

    Und keiner soll sich unter Druck setzen, sein Baby den ganzen Tag lang beobachten zu müssen und nichts mehr anderes tun zu können. Man kann windelfrei auch „Teilzeit“ machen.

    Dann hält man eben nur bei den sicheren Treffern ab und zieht dem Kind für den Rest des Tages eine Stoffwindel an (diese eignen sich besser dafür, dass das Baby noch merkt, dass etwas kommt. Wegwerfwindeln saugen zu schnell).

    Oder man praktiziert tagsüber windelfrei, nachts aber nicht (Schlaf ist ja sooo wichtig für uns Eltern!) und unterwegs vielleicht auch nicht, weil man sonst Panik bekommt, das Sofa bei der Schwiegermutter zu beschmutzen…

    Damit windelfrei möglichst simpel bleibt, gibt es einige Dinge an Ausstattung, die man sich zulegen kann. Ich liste Euch weiter unten ein paar auf. Und keine Angst: je älter das Baby wird, desto eher kann es auch mal warten und seine Schliessmuskeln kontrollieren.

    Ich habe schon von Müttern gehört, dass sie an der Supermarktkasse, dem Kind im Tragetuch gesagt haben, dass es jetzt rasch warten muss bis man in den Waschraum kann. Und erst dort, nach etwa 10 Minuten, hat sich das Kind auf das „bssss“-Zeichen der Mutter entleert.

    Wann ist der optimale Zeitpunkt für den windelfrei-Start?

    Idealerweise beginnt man mit seinem Windelfrei-Experiment vor dem 3. Monat. Man muss nicht gleich ab Geburt starten, meist erwarten einen im Wochenbett ganz andere Herausforderungen.

    Windelfrei Gepucktes Baby am gähnen

    Allgemein wird beobachtet, dass Babys nach dem 3. Monat (zufälligerweise oft der Zeitpunkt, an dem die „Koliken“ aufhören – manche behaupten, es handle sich dabei lediglich um das verzweifelte darauf aufmerksam machen, dass das Baby mal muss und sich nicht selbst beschmutzen will …) aufgeben, sich mit den Windeln abfinden und das Gespür für ihr Ausscheidungsbedürfnis verlieren.

    Nützliche Accessoires für windelfreie Babys

    Das Töpfchen habe ich bereits erwähnt, das ist gerade beim Stillen sehr praktisch, kann man auch neben dem Bett aufstellen damit man nachts nicht aufstehen muss.

    Nicht immer ist ein Lavabo/eine Toilette in der Nähe… draußen kann man ein Kind auch dezent im Gebüsch abhalten, indem man in die Knie geht und am besten davor überprüft, ob niemand zuguckt – könnte ansonsten für ziemlich erstaunte Blicke sorgen.

    Aus China stammen die Splitpants. Kinder auf dem Land tragen diese ständig. Die hocken sich dann einfach irgendwo hin wenn sie mal müssen und der Po wird frei.

    Diese Hosen sind im Schritt geteilt und gehen auf wenn man die Beine etwas auseinander hält. Im Sommer erfüllen Babylegs, also Stulpen für die Beine diesen Zweck auch.

    Windelfreie Babys tragen darunter nicht „nichts“ wie in China, sondern meist ein Backup-System (da gibt es verschiedene Anbieter). Das ist eine dünne Art von Windel mit Bauchbund, die sich vom Bauch weg rasch runterklappen und wieder schließen lässt.  Meist sind sie einhändig verwendbar, so dass das Abhalten problemlos funktioniert.

    Wie erwähnt, ist das Backup dazu da, mal ein Malheur aufzufangen, danach muss es gleich in die Wäsche oder kann getrocknet werden. Ob man noch eine Mullwindel mit hineinlegt, um das Backup sauber zu halten, ist Geschmackssache.

    Zur windelfreien Kleidung gehören auch Unterhöschen für die ganz Kleinen, bei denen man schon sehr sicher ist. Und anstatt Bodys tragen sie lange Hemdchen oder auch Schlafsäcke mit Gummizug unten, der vor Kälte schützt, aber im Bedarfsfall schnell geöffnet werden kann.

    Viel Spass beim Ausprobieren! Und bei Fragen: schreibt diese einfach in das Kommentarfeld.

    Eure Tamara (Babytalk – Autorin)

    Foto 1: Rachwalski Andrzej / shutterstock, 
    Foto 2: Vasiuk Iryna / shutterstock
  • Stoffwindeln für das Baby

    Stoffwindeln für das Baby

    Stoffwindeln haben sich in den letzten 20 Jahren extrem weiterentwickelt. Die Handhabung ist leichter geworden, das Material funktioneller und auch optisch haben sich Stoffwindeln sehr positiv verändert. Viele Eltern fragen sich daher:

    Lohnt sich der Wechsel auf diese umweltfreundlichere und ggf. auch hautfreundlichere Alternative? Muss man Angst vor Wäschebergen haben? Und wie ist die Handhabung mit diesen?

    Im folgenden die Vorteile der Stoffwindeln:

    Sie passen meistens von Geburt an bis zum Ende der Windelzeit (womit kein Wechseln auf eine andere Größe nötig ist, da in Stufen verstellbar).

    Viele Marken bieten auch Neugeborenen-Größen an, da die Kinder aber rasch wachsen, lohnt es sich eigentlich kaum, viele in dieser Größe zu kaufen.

    Sie sind im Grunde, je nach System, so einfach zu handhaben wie Wegwerfwindeln – sie haben dieselbe Form und werden mittels Klettverschluss oder Druckknöpfen verschlossen.

    Startet man früh genug, spart man viel Geld, da man nur ein Set an Stoffwindeln kaufen muss, dass dann für die ganze Windelzeit reicht.

    So zahlt man zwar einmalig mehr Geld, hat danach aber kaum mehr Ausgaben. Und der mühselige Windelkauf und das Schleppen und Unterbringen der Pakete bleibt aus.

    Bei mehreren Kindern rechnet es sich finanziell auf jeden Fall und mittlerweile ist der Stoffwindel-Secondhandmarkt groß genug, dass man entweder die Windeln aus zweiter Hand kauft und/oder nach Gebrauch wieder verkaufen kann. Windeln, die bereits in Benutzung waren, haben auch schon die optimale Saugkraft entwickelt.

    Der Abfallberg schrumpft! Kein wunder Po mehr. Besseres Körpergefühl: Stoffwickler schwören darauf, dass ihre Kinder schneller trocken werden, da sie eher merken, wenn „was kommt“.

    Natürlich saugen auch Stoffwindeln, aber weit weniger schnell als Wegwerfwindeln. Dies kann ich auch bestätigen.

    Mit 20 Monaten merkt meine Tochter mal mehr, mal weniger, dass sie „muss“. Sie merkt es wirklich! Eyecatcher! Stoffwindeln sind heutzutage einfach schön! Es gibt sie in allen Farben und Mustern und zum Teil sogar in Limited Editions.

    Stoffwindeln Stapel mit Stoff- und Einmalwindeln

    Einige Mamas haben einen Narren daran gefressen und zeigen gerne ihr Stoffwindel-Regal, wie andere ihr Schuh- oder Taschenregal.

    Gibt es auch Nachteile?

    Man muss häufiger waschen: Das kommt darauf an, wie oft das Kind in die Windel macht. Neugeborene machen natürlich häufiger in die Windeln.

    Da muss dann schon öfter gewechselt werden, man kann sich zusätzlich noch mit Wegwerfwindeln aushelfen. Oder den Zeitpunkt des Umstiegs verschieben.

    Stoffwindel brauchen ein spezielles Waschmittel: Um die Saugkraft zu erhalten, sind die üblichen Waschmittel-Zusätze nicht geeignet: Es darf keine Tenside enthalten.

    Und Weichspüler sind ein No-Go. Aber diese Waschmittelsind nicht teurer als herkömmliche und auch keineswegs schlechter.

    Für Selbermacher: Im Web findet man auch ein Rezept, um selber ein Waschmittel herzustellen. Auch „Waschnüsse“ o.ä. funktionieren.

    Was passiert mit dem „großen Geschäft“? Es ist anders als viele denken kein Problem! Erwartet man beim Kind Stuhlgang, mit der Zeit weiß man in etwa, wann der zu erwarten ist, legt man ein Windelvlies (in Rollen erhältlich, analog WC-Papier zum Abreissen) auf die Windel.

    Dies fängt den Stuhlgang gut auf, so dass man nur noch das Vlies vorsichtig rausnehmen und dann samt „Geschäft“ in die Toilette spülen kann. Das Vlies ist kompostierbar.

    Ist mal kein Vlies drin gewesen oder was daneben gegangen, hält man die Windel am besten in die Toilette und spült das Gröbste raus.

    Benutzt man All-in-2-Systeme mit herausnehmbaren Einlagen, kann man diese separat waschen. Während man die Höschenwindel aus Stoff mehrmals wieder verwenden kann, ohne diese jedes mal zu waschen.

    Es braucht viele Windeln:

    Man sagt, ca. 20 sind nötig damit man immer Nachschub hat. Das kommt aber darauf an, welches System man nutzt. Wie oft das Kind die Windeln füllt, wie schnell diese trocknen und wie oft man wäscht.

    Mit 10-12 Stoffwindeln hat meine eine gute Grundausstattung, da im Durchschnitt 2-3 Windeln pro Tag gebraucht werden.

    Stoffwindeln „tragen auf“:

    Sie sind tatsächlich breiter und je nach Hersteller und Einlagen auch dicker als Wegwerfwindeln, was Kinder in der Regel nicht stört. Für die Hüftentwicklung bei Neugeborenen ist das sogar ein Pluspunkt („breit wickeln“).

    Und unterwegs hat man einfach immer Reservewindeln dabei und nutzt ein „Wetbag“ mit Reissverschluss, in der man die Windeln transportieren kann.

     Wie aufbewahren/waschen?

    Da findet jeder seinen eigenen Weg. Es gibt Mütter, welche die Windeln nach Benutzung für einen Spülgang in die Maschine legen oder von Hand ausspülen.

    Ein Paar Tropfen Lavendelöl o.ä. im Waschkorb vermindert angeblich den Geruch. Ein abschliessbarer Eimer natürlich auch.

    Während warmer Sommertage kann man die feuchten Windeln gut draußen oder drinnen aufhängen und dann trocken in den Waschkorb legen.

    Je nachdem, wie voll die Windeln sind oder wie stark sie riechen, legt man sie vor dem Waschen für einen Spülgang (ca. 10min) in die Maschine. Dann erst gibt man das Waschmittel hinzu (es braucht nur sehr wenig) und wäscht die Windeln in einem regulären Spülgang.

    Je nach Marke 40° oder 60°. Sauber werden sie auf jeden Fall! Man muss keine Bedenken haben sie nur bei 40° zu waschen.

    Meine Persönliche Meinung zu Stoffwindeln

    Ich mag am liebsten AIOs (All in One) oder AI2s (All in 2s), da sie den Wegwerfwindeln am ähnlichsten sind. Während bei den AIOs die Einlage schon eingenäht ist, ist sie bei den AI2s meist einknüpf- oder einschiebbar. So muss man nicht jedes Mal die ganze Windel waschen, sondern nur die Einlage(n).

    Es gibt auch Systeme, die mit „Überhosen“ funktionieren.

    Das war mir dann zu aufwendig. Es gibt verschiedene Einlagen unterschiedlicher Saugkraft. Gängige dafür verwendete Materialien sind Bambus, Hanf oder Minky.

    Einige saugen mehr und sind z.B. speziell für die Nacht gedacht. Man kann auch zwei oder mehr Einlagen übereinander verwenden. Wenn man aber häufig genug wechselt, reicht eine aus.

    Auch nachts kam ich mit einer gut aus. Es ging nie was daneben. Das muss man aber ausprobieren. Jedes Kind ist individuell und es kommt wohl auch darauf an, wie viel Flüssigkeit es nachts noch durch Stillen oder Fläschchen zu sich nimmt, wie oft es wach wird etc.

    Bei Stoffwindeln hat man zudem, je nach Marke, die Möglichkeit, die Einlagen dem Geschlecht des Kindes anzupassen. Sprich sie werden dort gefaltet, wo das „Pipi“ hinkommt: Bei Jungs im vorderen Bereich, bei Mädchen eher in der Mitte der Winde.

    Es gibt verschiedene Stoffwindelsysteme auf dem Markt und viele Händler bieten „Testpakete“ an, was sehr praktisch ist, wenn man sich nicht entscheiden kann.

    Hier einige Stoffwindel – Marken:

    Blueberry, Blümchenwindel, Bum Genius,Charlie Banana, Pop-In, Rumparooz, Totbots (auch Trainerhöschen und Schwimmwindel),Windelmanufaktur.

    Und hier einige geeignete Waschmittel: Ecover, Rockin’Green Der Preis für eine einzelne Stoffwindel beläuft sich je nach Marke um die CHF 25.-

    Eine Limited Edition kann auch mal CHF 30.- kosten.

    Den Windeln liegt oft auch ein Flyer bei, eine „Gebrauchsanweisung“ und viele nützliche Infos. Die meisten Hersteller bieten Pakete zu 5-10 Windeln an, die dann günstiger sind.

    Dazu kommt noch das Windelvlies, das Waschmittel und allenfalls Zubehör wie zusätzliche Einlagen, ein geruchsdichter Eimer oder eine Nasstasche. (Beutel für unterwegs oder zuhause)

    Trainerhöschen und Schwimmwindeln werden ebenfalls von vielen Herstellern angeboten. Es lohnt sich, auch diese zu kaufen.

    (Die Wickelzeit bietet sich für Fingerspiele an, nachfolgend findet ihr einen schönen und interessanten Beitrag dazu, Hinweis der Redaktion)

    Eure Tamara (Babytalk – Autorin)

    Beitragsbilder: Elvira Koneva / shutterstock
    2 Foto: Pamela D. Maxwell / shutterstock
    3 Foto: Katarzyna Wojtasik / shutterstock
  • Schreibaby – Was kann ich tun?

    Schreibaby – Was kann ich tun?

    Schreibaby: Dass Neugeborene schreien ist normal, aber wenn sie das ständig tun, werden die Nerven der Eltern stark strapaziert. Manche Eltern sind trotz gegenseitiger Unterstützung und Abnahme des schreienden Babys nach wenigen Wochen so erschöpft, dass sie sich kein weiteres Kind mehr vorstellen möchten.

    Ab wann spricht man von einem Schreibaby?

    Gemäß Fachpersonen ist es normal, wenn Babys in den ersten Wochen insgesamt zwei Stunden am Tag schreien. In diesem Fall spricht man also nicht von Schreibabys.

    Aber es gibt nicht wenige Kinder, die tatsächlich die Hälfte des Tages und auch die Nacht durch schreien. Verzweiflung und große Hilflosigkeit machen sich dann breit und zerstören die Freude des Familienglücks.

    Traurige Konsequenz davon: Schätzungsweise sterben jährlich zwischen 100 und 200 Kindern an den Folgen eines Schütteltraumas, weil ihre Eltern die Nerven verlieren.

    Soweit sollte es niemals kommen und es gibt diverse Anlaufstellen, die Eltern Hilfestellung bieten, wenn sie ein Schreikind haben und nicht mehr allein zurechtkommen.

    Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich betroffene Eltern Unterstützung suchen, durch die sie Zeit zum „Entspannen“ oder einfach zum „Luftholen“ finden. Und sich die „Nerven wieder regenerieren“ können.

    Schreibaby Vater mit Baby auf dem Arm, Kopf an Kopf


    Das exzessive Schreien eines Schreibaby ´s kann viele Ursachen haben. Zuerst muss ausgeschlossen werden, dass das Baby körperliche Probleme (zum Beispiel mit der Wirbelsäule), Allergien oder Schwierigkeiten mit dem Verdauungstrakt hat.

    Schreibaby Schwangere Frau sitzt erschöpft auf dem Küchenboden


    Psychologen und Ärzte gehen davon aus, dass Schreikinder vor allem ein Problem mit der Selbstregulation haben. Auf äußere Reize, wie Gerüche, Licht und auch Geräusche reagieren sie viel „gereizter“ als andere Babys.

    Es ist für sie der pure Stress, wenn sie nicht in ihrer gewohnten Umgebung sind und der Tagesrhythmus sich verändert. Ihr Bedarf an Zuwendung, Körperkontakt und Ruhe ist viel größer, um glücklich und zufrieden zu sein.

    Die Reizüberflutung muss bei diesen Kindern so gering wie möglich gehalten werden, so dass sie sich wohl fühlen können.

    Schreibaby – Mögliche Ursachen

    Des Weiteren belegen viele Studien, dass die Schwangerschaft von vielen Schreibaby ´s für die Mütter sehr aufgewühlt war. Dies kann in der Partnerschaft, dem Beruf oder Familie begründet sein.

    So kann es zu Spannungen in der Beziehung gekommen sein, die Frau auf der Arbeit starkem Druck oder gar Mobbing ausgesetzt gewesen sein und unter Stress geraten sein, was „nichts anderes als Angst“ ist oder einen geliebten Menschen verloren haben.

    Alle Gefühle der Mutter werden von den Föten gefühlt, wenn sie auch keine Gedanken dazu haben. Sie sind ein „Bestandteil“ des Organismus der Mutter.

    Nicht zuletzt kann der Fötus selbst einen Verlust eines Zwillings erlitten haben, was nach den neuesten Forschungen in 30 bis 80 Prozent aller Frühschwangerschaften der Fall ist.

    Auf jeden Fall lohnt sich ein Besuch bei einem erfahrenen Osteopathen, der mit der Behandlung von Babys bzw. traumatischen Geburtserlebnissen vertraut ist. In diesem Bezug könnte euch auch der folgende Artikel interessieren.

    Schreibaby Osteopathie bei Säuglingen - Die 5 häufigsten Gründe mit Säuglingen zu einem Osteopathen zu gehen

    Neben professioneller Unterstützung bieten Federwiegen eine erfolgversprechende Option. Sie vermitteln den Babys immer wieder eine der Gebärmutter ähnliche Geborgenheit.

    Beratungsstellen, auf Schreibabys spezialisierte Kinderärzte sowie Schrei-Ambulanzen können eine große Hilfe für Eltern und Kind sein, um den richtigen Weg ins gemeinsame Leben zu finden. Adressen von Schreiambulanzen erfahrt ihr über das zuständige Jugendamt bzw. Erziehungsberatungsstellen, Kinderkliniken und Kinderärzte/-ärztinnen.

    Was können Eltern bei einer „Schreiattacke“ tun?

    Wenn Euer Baby schreit, baut es wie oben beschrieben, Stress ab. Ob nun von der Schwangerschaft, Geburt oder zuviel Reizen, im Moment ist ihm etwas zu viel und macht ihm Angst. Wenn ihr es schafft „entspannt“ zu bleiben, euer Kind am besten mit direktem Körperkontakt tragt und ruhig und raumeinnehmend in die Brust oder in den Bauch atmet, spürt euer Kind, dass es gerade keine Gefahr droht und wird sich vermutlich relativ schnell wieder beruhigen.

    Wenn ihr euch stattdessen Angst um euer Kind macht, spürt euer Kind das an eurem „unentspannten Atem“ und an eurem Geruch, den ihr selber vermutlich gar nicht mehr wahrnimmt.

    Probiert es einfach mal aus!

    Euer Deva (Familien- & Atemtherapeut)

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