Kategorie: Mama Talk

  • Das HELLP-Syndrom: Mit unerkannter Erkrankung in und durch die Geburt

    Das HELLP-Syndrom: Mit unerkannter Erkrankung in und durch die Geburt

    Nach langer Überlegung haben wir uns dazu entschieden diesen Beitrag einer engagierten Leserin zu veröffentlichen. Auch wenn ein sehr alter und weiser Grundsatz der Hebammenheilkunde besagt, „keine schlechten Nachrichten an die werdende Mutter“, wollen wir euch zwei nicht ganz ungefährliche Schwangerschaftserkrankungen, wie das HELLP-Syndrom und Postpartale Cardyomyopathie (kurz PPCM) vorstellen.

    Beim HELLP-Syndrom handelt es sich um eine Herzschwäche, welche eine besondere Behandlung erfordert, um im besten Fall wieder ganz gesund zu werden. Es sollte mindestens ein Jahr lang medikamentiert werden und es darf auf keinen Fall gestillt werden, weil sich das milchbildende Hormon Prolactin negativ auf die Herzfunktion auswirkt. (Stand Hannover Deutschland; die Amerikaner – darunter Dr. James Fett – sehen das mit dem Stillen etwas anders). Auf folgender Seite gibts mehr dazu; ist jedoch alles auf Englisch.

    Symptome können einige Wochen vor der Geburt oder bis zu 6 Monate nach der Schwangerschaft auftreten: meist betrifft es gesunde, junge Frauen. Kurzatmigkeit, extreme Gewichtszunahme in der Schwangerschaft in kürzester Zeit wegen Ödemen, Ödeme allgemein, Abgeschlagenheit, schlechte Blutgerinnung, erhöhter NT-proBNP Wert. 

    Das HELLP-Syndrom

    Das HELLPSyndrom ist durch folgende Symptome gekennzeichnet: extreme Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit/Erbrechen, Durchfall, erhöhter Blutdruck, erhöhter Eiweißgehalt im Urin, schlechte Blut- und Leberwerte, wobei nicht alle auftreten müssen.

    Meine Gedanken:
    Auf dem Foto (welches ich hier nicht posten kann) war ich in der 10. Woche schwanger. Damals wusste ich nichts von irgendwelchen Schwangerschaftsvergiftungen oder anderen schwangerschaftsbedingten Krankheiten. Ich konnte es da schon nicht abwarten, mein Baby kennenzulernen und hatte die Vorstellung einer „normalen“ Geburt ohne Komplikationen, wie sie sich wohl alle Mütter wünschen.

    In meiner Schwangerschaft ist es mir eigentlich von Anfang an nicht so gut gegangen, doch zum Ende hin wurde es dann immer schlimmer. Alle Ärzte meinten, dass es nun so sei in der Schwangerschaft. Die Müdigkeit, die enormen Schmerzen, das Wasser in den Beinen und Händen sowie im Gesicht.

    Das Karpaltunnelsyndrom

    Das Karpaltunnelsyndrom wird durch folgende Symptome beschrieben: Ausschlag, Nervenschmerz im linken Arm. Schlaflose Nächte und um es nochmals zu betonen: enorme Schmerzen. In der letzten Woche hatte ich solche enormen Schmerzen, dass ich nicht mal mehr schlafen konnte und nicht wusste, wohin mit mir.

    Aufgrund der Aussagen der Ärzte, dass dies dazu gehöre, machte ich mir keine Sorgen. Doch jetzt, im Nachhinein wäre ich froh, wenn ich damals schon gewusst hätte, was wirklich los war.

    Doch ich wusste nichts vom HELLP-Syndrom oder von einer schwangerschaftsbedingten Herzinsuffizienz. Hätte ich davon gewusst, wäre wahrscheinlich vieles anders gelaufen, weil ich selbst viel hellhöriger gewesen wäre.

    An sich selber zweifeln

    All diese Symptome hätte ich nochmals hinterfragt und nicht einfach als Schwangerschaftsbeschwerden hingenommen. Vor allem spürte ich damals schon, dass ich Wasser in der Lunge hatte. Ich zweifelte da aber schon so an mir, dass ich glaubte schon völlig verrückt zu sein. Deshalb ging ich später nicht mehr zum Arzt, weil ich wusste, dass es laut denen sowieso „nur normale Schwangerschaftsbeschwerden“ seien.

    Wenn ich jetzt einem für mich neuen Arzt sage, dass ich ppcm habe, fragt der mich erst mal, was denn das überhaupt ist. Und das ist für mich das Tragischste an der ganzen Sache. Denn nicht mal die Ärzte wissen von dieser Krankheit. Wie soll dann bitte jemals eine richtige Diagnose gestellt werden, wenn eine schwangere Frau mit Symptomen wie meinen in die Ordination kommt?

    Ich habe zu den Ärzten gesagt, dass ich es gut fände, wenn jede Frau von diesen möglichen Krankheiten wüsste. Daraufhin meinten sie, dass das keine gute Idee sei, weil das dann noch mehr psychischen Stress für eine Schwangere geben würde. Wenn ich mir als Betroffene so etwas anhören muss, stellen sich mir die Haare zu Berge! Das macht mich richtig wütend.

    Denn hätte ich in meiner Schwangerschaft schon davon gewusst, hätte ich wenigstens selbst eine Diagnose stellen und den Ärzten sagen können, dass es sich wahrscheinlich um das HELLP-Syndrom handelt. Dann wäre dies wenigstens überprüft worden. Wenn schon die Ärzte nicht mal davon wissen, sollen wenigstens die Schwangeren bescheid wissen, um so etwas wie es bei mir passiert ist, zu vermeiden! Die Symptome waren bei mir ja schon lange vorhanden …

    Der Tag der Geburt

    Am Tag der Geburt (17.12.17 – 39. ssw) waren die Schmerzen so extrem, dass wir dann doch ins KH gefahren sind. Dort nahmen sie Blut ab und schickten mich wieder nach Hause. Nach einer Weile riefen sie mich an und baten mich, nochmal ins KH zu kommen, weil irgendetwas im Blut nicht passte und sie nochmal Blut abnehmen müssten, um es noch mal von einem Speziallabor untersuchen zu lassen. Obwohl sie da schon wussten, dass etwas nichts passte, schickten sie mich trotzdem wieder nach Hause, was jeweils 15 Minuten Fahrt unter Schmerzen bedeutete.

    Dann nach ca. 2 Stunden kontaktierten sie mich wieder telefonisch und sagten ich soll schnellstmöglich wieder kommen, es müsste höchstwahrscheinlich ein Kaiserschnitt gemacht werden. Ich hatte immer noch die Hoffnung auf eine normale Geburt.

    Denn der Ernst der Lage war mir noch immer nicht bewusst, weil die Ärztin mich nicht informierte. Erst der Primar ließ uns wissen, wie tragisch unsere Situation wirklich ist – ein Notkaiserschnitt stand an.

    Warum genau wussten wir aber zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht. Im Warteraum vor dem OP lag ich dann nochmals ca 15 (!) Minuten, weil sie zuerst alles vorbereiten mussten. Im OP selbst ging, glaube ich, alles ganz schnell. Kreuzstich, Schnitt, Ruckeln, die Kleine rausdrücken. Ein Schrei. Dann nichts mehr.

    Mir wurde Schwarz vor Augen. Ich konnte nichts mehr hören. Heute weiß ich, dass dies der erste Moment war, in dem ich fast gestorben wäre. Mein Blutdruck war bei 20. Meine Blutgerinnung war total schlecht.

    Ich verlor einiges an Blut und die Angst um mein Baby, weil sie nicht mehr schrie, machte alles noch schlimmer. Schwer zu beschreiben, aber ich war oder fühlte mich zumindest für kurze Zeit nicht mehr in meinem Körper.

    Ich weiß nicht warum oder wie, aber es ging mir schön langsam wieder etwas besser. Kurz durfte ich die kleine berühren. Dann wurde sie zu meinem Freund/also ihrem Papa gebracht.

    Nach der Geburt

    Ich kam in den Aufwachraum, wo ich die nächste Tragödie durchleben musste. Ich vertrug das Beruhigungsmittel Alodan nicht und in diesem Moment dachte ich, es sei endgültig vorbei mit mir. Wieder dieses Gefühl, wo meine Seele nicht mehr so richtig mit meinem Körper verbunden war. Ich dachte nur an mein Baby und klammerte mich an mein Leben.

    Nach etwa 2 Stunden brachten sie mich zu meiner Maus. Ich war jedoch noch nicht bereit dazu. Dies wurde aber ignoriert. Ich fühlte mich wie ein betäubtes Stück Fleisch. Hatte keine Kraft. Ich betonte das mehrmals. Doch es schien ihnen egal. Ich fühlte mich hilflos, verloren und ausgeliefert.

    Nun ja. Ich erholte mich etwas, jedoch ging es mir am nächsten Tag immer noch sehr schlecht. In der Nacht bakam ich dann keine Luft mehr. Musste mich aufsetzen. Bekam Sauerstoff, weil mein Sauerstoffgehalt im Blut zu wenig war. Und ich bekam Angst. Extreme Angst. Angst zu sterben. Ich merkte dass irgendetwas gewaltig schief lief. Die Ärzte zum Glück auf. In dieser Nacht wurde meine Lunge geröngt, ein Herzultraschall gemacht und Blut aus meiner Arterie(!) genommen.

    Das war eine der schlimmsten Nächte in meinem Leben. Ich war ohne jemanden aus meiner Familie. Ich hatte wirklich riesige Angst.

    In meiner Schwangerschaft habe ich in kurzer Zeit 10 kg zugenommen nur durch Wassereinlagerungen. Durch das Lungenröntgen fanden sie raus, dass auch diese mit Wasser voll war. Daher auch die Atemnot und der geringe Sauerstoffgehalt. Ich hatte also in meiner Schwangerschaft recht gehabt. Ich konnte da schon das Wasser spüren, glaubte und hörte aber nicht mehr auf meinen Körper. Nachdem ich Lasix zu Entwässern bekam, ging es mir nach zwei Tagen schon viel besser.

    PPCM – schwangerschaftsbedingte Herzinsuffizienz

    Die peri- oder auch postpartale Kardiomyopathie, abgekürzt mit PPCM (für die englische Bezeichnung Peripartum cardiomyopathy), ist eine seltene, lebensgefährliche Herzerkrankung bei vorher gesunden Frauen, die innerhalb der letzten Schwangerschaftswochen bis sechs Monate nach der Geburt auftritt. *Näheres unter „Die-postpartale-Kardiomyopathie

    Sie fanden dann raus, dass ich PPCM habe, was ich bis zu meiner Entlassung 11 Tage danach nicht wusste, weil niemand sich die Zeit nahm, zu erklären was genau denn los war. Erst da erfragte ich dann beim Entlassungsgespräch, was denn nun alles los war. Der Primar soll angeblich zu den Ärzten gesagt haben, dass er noch nie erlebt habe, dass es beim Kaiserschnitt aus allen Poren und Gefäßen so blutet, wie es bei mir war.

    Er habe sich schwer getan, die Blutung zu stoppen. Er betonte dann noch mehrmals, dass es „arschknapp“ war. Erst da wurde mir so richtig bewusst, was da eigentlich alles passiert ist. Dass ich fast Bekanntschaft mit dem Tod machen durfte.

    Die Geschichte ging noch etwas weiter, jedoch habe ich nicht die Kraft, da noch etwas zu schreiben. Kurz: ich musste Abstillen und das brach mir das Herz.

    Achja. Und der Kaiserschnitt war währenddessen harmlos, jedoch nach der Geburt die absolute Hölle für mich. Ich hatte irrsinnige Schmerzen. Wünschte mir so sehr eine Geburt auf normalem Wege.

    Es war jedoch zu spät. Die Schmerzen vergingen mit der Zeit, aber die Narbe macht mit heute noch zu schaffen, weil ich damals an der inneren Naht einen Bluterguss erlitt.

    8 Monate nach der Geburt

    Naja. Heute. Fast acht Monate später nehme ich meine Tabletten noch immer, jedoch ist mein Herz wieder auf normaler Pumpleistung, sprich 65%. Zu Beginn war ich bei etwa 35%. Das was mir am meisten zu schaffen macht, ist die posttraumatische Belastungsstörung, welche ohne Therapie nicht weggehen würde. Daher mache ich eine Traumatherapie, welche mir extrem hilft. Aber es gibt noch einiges Aufzuarbeiten.

    Am schlimmsten ist die Angst, wieder eine schwache Pumpleistung zu haben und zu sterben. Zu verpassen, wie mein Mädchen aufwächst. Zu wissen, dass eine weitere Schwangerschaft mein Leben beenden KANN, aber nicht muss setzt mir sehr zu, denn ich wollte immer mindestens 2 Kinder. Ich bin gerade 24 Jahre alt geworden. Mein Leben steht vor mir. Ist aber jetzt eingeschränkter.

    Was ich in meiner Situation aber immer wieder merke ist, wie sehr die Psyche den Körper beeinflussen kann. Es gibt Tage, da falle ich in meine Depression hinein und da gehts mir dann körperlich auch schlechter. Dann kommt die Angst und der Teufelskreis beginnt.
    Mit Hilfe von meinem Freund und meiner Familie finde ich irgendwie immer wieder raus. Aber manche Tage sind einfach scheiße (Sorry).

    Ich sage immer wenn mich jemand fragt, wie es mir geht: ich überlebe. Denn das beschreibt genau meinen derzeitigen SEELISCHEN Zustand.

    Mein Anliegen:

    Letzten Endes geht es mir nur darum, dass die Frauen, welche schwanger sind und werden wollen, wissen dass es eine Krankheit namens „Postpartale Kardyomyopathie“ gibt, welche im schlimmsten Fall tödlich enden kann, sollte nicht schnell genug gehandelt oder die Symptome gar ignoriert und fehldiagnostiziert werden. Denn wie gesagt: die meisten Ärzte wissen anscheinend nichts von PPCM, was der Grund dafür ist, dass bei vielen Frauen manchmal etwas gewaltig schief läuft.

    Bitte lasst euch nicht von den Ärzten unterkriegen und fragt zehntausend mal nach! Und klärt so viele Ärzte, Hebammen und Schwestern wie möglich über diese Krankheit auf. Scheinbar muss das der Laie tun, weil es die eigentlichen dafür zuständigen Personen nicht schaffen!

    Eure Sabrina (Babytalk-Leserin)

    Beitragsfoto: Gorodenkoff / shutterstock
  • Stillen sollte nicht weh tun

    Stillen sollte nicht weh tun

    Schmerzen beim Stillen sind immer ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt und geändert werden sollte, egal ob es sich hierbei um eine andere Stillposition oder eine entspanntere Lebensführung handelt. In den meisten Fällen suchen bzw. verlassen wir uns auf Experten, ob es nun Ärzte, Hebammen oder Therapeuten sind.

    Stillen – ein beidseitiger Lernprozess

    Vielen jungen Müttern wird „eingeredet“, dass Stillen etwas ganz Natürliches ist und jede Mutter und jedes Baby es können. Und es ist auch so. Nur wenigen Müttern fehlt die Voraussetzungen zur Milchbildung. Nichtsdestotrotz ist das Stillen ein beidseitiger Lernprozess von Mutter und Kind.

    Beim Stillen wird das Liebeshormon Oxytocin ausgeschüttet, welches der Mutter hilft, sich während des Stillens zu entspannen und wohl zu fühlen. Trotzdem hört man sehr häufig von Müttern, die unter Schmerzen stillen und sich teils wochenlang mit wunden Brustwarzen herumquälen.

    Und falls es mit der Milch nicht so weit her ist, wird der Stillenden die Mär von der vererbten Milchbildungsschwäche eingeredet.

    Wochenbettbetreuung und Stillberatung

    Vor der Geburt stehen andere Themen, wie die vielerorts aufwendige Suche einer Hebamme oder Doula und der Nestbau im Vordergrund und so ist die Mutter schnell verunsichert, wenn es mit dem Stillen nicht direkt klappt.

    Nicht zuletzt, da eine Wochenbettbetreuung und Stillberaterin immer schwieriger zu finden ist, da diese von vielen Hebammen aus von uns nachvollziehbaren Gründen nicht mehr angeboten werden.

    Durch die Schließung vieler Geburtskliniken und die damit verbundene Konzentration der Gebärenden auf die übrigen Geburtshäuser ist eine ausreichende Betreuung der werdenden und der jungen Mütter immer weniger gewährleistet. So auch in Bezug auf eine professionelle Stillberatung.

    Zudem ist das Ausbildungsniveau von Hebammen in Bezug aufs Stillen sehr unterschiedlich und in der Ausbildung von Ärzten nimmt es einen nur sehr geringen Stellenwert ein. Dabei gehörte die Stillberatung mit zu den originären Tätigkeiten einer Hebamme.

    Es stimmt tatsächlich, dass fast jede Mutter die Voraussetzung zur Milchbildung mitbringt. Aber das Stillen selbst ist ein Lernprozess, der vielen externen Einflussfaktoren unterliegt.

    Früher wurde das Stillwissen von Generation zu Generation weitergegeben. Vermutlich haben Mädchen es schon von klein auf immer wieder beobachten können und wussten daher, wie man ein Baby am besten anlegt.

    In ihrer Hilflosigkeit schmieren sich Frauen alles mögliche auf ihre Brust, was der Markt an Produkten und Hausmittelchen so hergibt. Das diese, wenn überhaupt, nur die Symptome behandeln und viele davon die Sache noch verschlimmert, können sie nicht wissen.

    Wir empfehlen sich zeitnah Hilfe und Unterstützung zu holen

    In den ersten Tagen nach der Geburt fühlen sich die Brustwarzen nicht selten empfindlich oder gereizt an. Möglicherweise liegt dies am sehr hohen Prolaktinspiegel zu Beginn der Stillzeit. Sobald aber die Beschwerden, über eine etwas unangenehme Irritation der Brustwarze hinaus gehen, sollte unvermittelt eine professionelle Stillberaterin aufgesucht werden. Bestenfalls hat die Mutter eine stillerfahrende Wochenbetthebamme an ihrer Seite, die direkt unterstützend eingreift.

    Evolutionsbiologisch ist eine längere Stillzeit vorgesehen, bei der sich nicht nur das Baby, sondern auch die Mutter wohl fühlt. Wenn diese aber unter andauernden Schmerzen leidet, beendet sie die Stillbeziehung zu ihrem Kind frühzeitig. Deshalb empfehlen wir allen jungen Müttern sich nach der Geburt, so früh wie möglich Hilfe und Unterstützung zu suchen.

    Stillerfahrene Hebammen und professionelle Stillberaterinnen beraten ihre anvertrauten Mütter individuell, sowohl beim Stillen wie auch beim Abstillen und sind nicht darauf aus, alle Mütter zum Langzeitstillen zu überreden.

    Euer Babytalk-Team

    * Prolaktin ist bei der Frau ein wichtiges Reproduktionshormon. Es allein ermöglicht der Mutter, ihr Neugeborenes mit Muttermilch zu ernähren. Darüber hinaus sorgt Prolaktin dafür, dass während der Stillphase die Eierstockfunktion ruhig gestellt wird, damit die Frau in dieser Zeit nicht wieder schwanger werden kann. Dies setzt voraus, dass die Mutter ihr Kind 7x oder häufiger am Tag stillt („Natürliche Geburtenkontrolle“… Quelle Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie .

    Beitragsfoto: RomanovaAnn / Getty Images Pro
  • Elternsex: Unser Kind hat uns beim Sex überrascht

    Elternsex: Unser Kind hat uns beim Sex überrascht

    Na und?! Was ist eigentlich so erschreckend, traumatisierend, wenn ein Elternpaar leidenschaftlichen, befriedigenden Sex hat und dabei von einem ihrer Kinder überrascht wird. Ist es die Nacktheit der Genitalien? Oder befriedigende ggf. laute Geräusche? …

    Auch wenn es für Sex noch viele andere Orte gibt, wird eine schlafendes Baby oder Kleinkind nur sehr selten beim Sex ihrer Eltern wach, wenn sie im elterlichen Schlafzimmer schlafen. Und wenn, dann legen sie sich in den meisten Fällen einfach wieder hin und schlafen entspannt weiter.

    Beim Elternsex spielen die inneren Kinder

    Beim Sex spielen die inneren Kinder der Erwachsenen, heißt es. Und ermöglicht einen Zugang bzw. neue Kontaktaufnahme der Eltern zu ihren inneren Kindern und somit zu ihren Bedürfnissen und Gefühlen. Dieser Zugang ist Grundvoraussetzung für eine bindungsorientierte Elternschaft.

    Wie häufig bekommen unsere Kinder in Stresssituationen unsere „Aggressionen gegen wen oder was auch immer mit? Selbst wenn sie keinen Streit zwischen uns Eltern mitbekommen, spüren sie unsere Gefühle, wie Wut, Angst, Hilflosigkeit und oder Traurigkeit. Egal wie gut wir glauben sie hinter einer Maske der Gelassenheit zu verbergen.

    Unsere (Klein-)Kinder fühlen sich für alles verantwortlich

    Und sie fühlen sich dafür noch verantwortlich/schuldig. IMMER!

    Sex ist ein tolles „Spielzeug“, um Stress ab- und Nähe und Vertrauen aufzubauen. Und unseren zuvor verschlossenen Zugang zu unseren Gefühlen wieder herzustellen.

    Ich will damit ausdrücklich keinen über Liebkosungen absichtlichen „Elternsex“ vor Kindern propagieren. Stattdessen will ich Eltern dazu einladen ihre „Beklemmungen“ davor, beim Sex von ihren Kindern überrascht zu werden, abzulegen.

    Wie reagiere ich, wenn unser Kind uns darauf anspricht oder sich doch erschreckt hat?

    Am hilfreichsten ist es entspannt und wenn möglich humorvoll zu reagieren. Es ist nichts schlimmes, was euer Kind gesehen hat. Es wird auch keine Traumen zurücklassen. (Zumindest wenn wir „Gewaltpraktiken“ außen vor lassen). Sag ihm mit einfachen kindgerechten Worten, was es gesehen hat oder hätte sehen können.

    Das Mama und Papa gekuschelt haben, wie es Erwachsene machen und wie auch es selber in den Bauch von Mama gekommen ist. Dass man miteinander getobt hat. Das verstehen Kinder ganz schnell;)

    Fazit zum Thema überrascht beim Elternsex

    Sex ist das natürlichste der Welt! Und nichts weswegen Eltern / Paare sich schämen sollten. Es ist zum Glück noch immer das „Spiel“, bei dem keiner zu verlieren braucht und welches die allergrößten Gewinne ermöglicht* . Unsere Kindern!

    Um es aber noch einmal ganz deutlich auszudrücken, dieser Beitrag soll nicht aussagen, dass man als Eltern Sex vor seinen Kindern haben sollte!!!
    Es geht darum, wie man reagiert, wenn man dann aber doch einmal von seinen Kindern (wenn sie z.B. plötzlich in der Tür stehen) überrascht wird.

    Nicht selten war bei diesen Paaren Nacktheit bei ihren eignen Eltern noch ein Tabu, trotz der sexuellen Revolution in den 60er Jahren. Nicht selten schlummern noch unbewusste Urteile auf Sex oder bestimmte Praktiken in den Köpfen eines oder beider Elternteile.

    Soviel wir uns Eltern auch bemühen, unter Stress passiert es immer mal, dass wir „lauter“ werden oder uns vor unseren Kinder streiten. Was nicht so tragisch wäre, wenn unsere Kinder auch mitbekommen würden, wie wir uns anschließend wieder versöhnen. In welchem Verhältnis steht es da, wenn sie uns bei der schönsten Nebensache der Welt überraschen?

    Solltet ihr noch weitergehende Fragen haben, scheut euch nicht, mir zu schreiben. Ich werde mein bestes geben, sie zeitnah zu beantworten.

    Viel Spaß beim Spielen wünscht euch euer Deva (Familien- und Paartherapeut)

    Mehr über unsere Vorstellung von Bindungsorientierter Erziehung findet ihr in unserem Erziehungsratgeber „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“, der 2019 im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    *Dabei meine ich, dass unsere Kinder bei nicht gleichgeschlechtlichen Eltern glücklicherweise in den allermeisten Fällen noch beim Sex gezeugt werden.

     Beitragsfoto: Thinkstock Images / Photo Images
  • Der verlorene bzw. alleingeborene Zwilling

    Der verlorene bzw. alleingeborene Zwilling

    Eines der schlimmsten Ereignisse, die einem Menschen passieren können, ist es, wenn sein Zwilling vor, bei oder nach der Geburt stirbt. Der berühmteste Betroffene ist Elvis Presley. Sein Zwillingsbruder starb bei der Geburt. Diese Erfahrung hat sein Leben nachhaltig geprägt. Der Superstar hat seine Villa zweifach, für seinen Bruder mit, eingerichtet.

    Wie Elvis tragen alle extrem schwer, wenn ein Zwilling stirbt. Der Andere fehlt so sehr, so unerträglich, dass nichts im Leben so recht Freude machen kann. Ein Teil des überlebenden Zwillings möchte so schnell wie möglich sterben, um wieder ganz nah beim Anderen zu sein, wieder ganz Eins zu sein oder weil er sich so schuldig fühlt. Wieder Eins zu sein, da man sich nur halb fühlt, das ist nicht nur eine Metapher, sondern alltägliche Realität. Wozu sich in der Schule oder bei der Arbeit noch anstrengen, wenn man eigentlich sterben will?

    Der Start ins Leben ist prägend

    Unsere Geburt beeinflusst unsere Überzeugungen von dieser Welt und prägt so unsere Sicht auf das weiteres Leben. Die Amerikanerin Elizabeth Noble, eine führende Expertin auf dem Gebiet der vorgeburtlichen Psychologie stellt in ihrem Buch „Having Twins“ die These vor, dass zu Beginn einer Schwangerschaft der Anteil von Zwillings- oder Mehrfachbefruchtungen zwischen 30 und 80 Prozent liegt. Wovon allerdings nur ca. 3 bis 5 Prozent nicht allein geboren werden. Selbst wenn das Phänomen des alleingeborenen Zwillings nur 20 Prozent aller Schwangerschaften betreffen würde, so wäre vermutlich jeder fünfte Mensch zu Beginn seiner Entwicklung nicht allein im Mutterleib gewesen.

    Geboren werden jedoch höchstens etwa drei bis fünf Prozent Zwillinge oder Mehrlinge. Selbst wenn das Phänomen des verlorenen Zwillings nur 20 Prozent der Schwangerschaften betreffen würde, wäre bereits jeder Fünfte von uns nicht allein im Mutterleib gewesen.

    Die Betroffenen leiden unter Sehnsucht, Einsamkeit und unerklärlichen Schuldgefühlen.

    Ich habe vor allem durch die Heilung des Verlustes meiner verlorenen Zwillingsschwester und nicht zuletzt in meiner Arbeit mit meinen Klienten erfahren, wie viel unverstandenes Leid und wie viele Beziehungsdramen aus einem verlorenen Zwilling entstehen.

    Es gibt viele Suchende, die mehrfach als Weltreisende die Erde umrundet haben, Therapiesuchende, die bereits ohne größeren Erfolg mehrere Therapien gemacht haben und Haustierbesitzer, die den Tod ihres geliebten Tieres über viele Jahre nicht verkraften.

    Dieses sind nur einige Beispiele. Im Nachhinein betrachtet, mit dem Verständnis des im Mutterleib verlorengegangenen Zwillings, können sie die Suche besser verstehen. Sie suchen verzweifelt und meist unbewusst nach dem oder der Anderen.

    Häufig bewirkt die Entdeckung des Verlorenen Zwillings bei Klienten: Erwachsene, Jugendliche und Kinder tiefgreifende Auswirkungen auf das Lebens- und Liebesglück.

    Die Symptome eines verlorenen Zwilllings

    Es können bei allein geborenen Zwillingen sowohl körperliche als auch psychische Symptome beobachtet werden. Diese Symptome können natürlich auch völlig andere Ursachen haben und sollten gegebenenfalls von einem Arzt untersucht werden.

    Körperliche Auswirkungen

    Hörschwierigkeiten

    • Durch den Schock des Anhalten des Herzschlages des anderen kommt es vermutlich zu einem Schock.

    Verwachsungen an der Wirbelsäule (Skoliose)

    • Kann dadurch entstanden sein, dass der Fötus sich immer von dem toten Anderen wegdrehen wollte.

    Psychosomatische Auswirkungen

    unerklärliche Schwindelanfälle

    • die nach dem Aufdecken des verlorenen Zwillings aufhörten.

    Enge in der Brust / Herzschmerz / Atemschwierigkeiten

    • haben oft keine organischen Ursachen und enden häufig mit dem Wiederentdecken des verlorenen Zwillings.

    Panikattacke, Zitterkrämpfe, Herzrasen und Todesangst

    • besonders Überlebende von Abtreibungen berichten von diesen Symptomen.

    Psychische Auswirkungen des frühen Verlustes

    Schuldgefühle, weil

    • man mehr Glück hatte als der Andere
    • man dem Anderen Platz weggenommen hat und er deswegen gestorben ist
    • der Überlebende dem Anderen nicht helfen konnte und am Leben halten konnte.

    Sie wollen anderen helfen, sie retten und das bis an bzw. über ihre Schmerzgrenze, soweit, dass sie sich in der Beziehung verlieren. Sie können es nicht ertragen, dass sie ihren Zwilling nicht retten konnten und haben häufig ein extrem großes Kontrollbedürfnis, um diesmal ein weiteres „Drama“ zu verhindern. Aus diesem Grund bleiben und leiden sie für viele Außenstehende unerträglich lange in unglücklichen Beziehungen.

    Einsamkeit

    • alle, die Eltern, Geschwister, Partner, Freunde scheinen irgendwie nicht die Richtigen zu sein
    • niemand kann wirklich den fehlenden Zwilling ersetzen, seine innige Liebe, seinen Hautkontakt und innige Nähe
    • es bleibt ein leeres Loch in der Seele zurück, der wichtigste Mensch fehlt
    • niemand versteht das, am wenigsten der allein geborene Zwilling selbst.

    An Freunden „kleben“

    • die häufig den verlorenen Zwilling ersetzen sollen, diese wenden sich daraufhin häufig ab, wenn es ihnen zu eng wird.

    Kraftlosigkeit

    • da der Andere so fehlt und man/frau sich so einsam fühlt
    • sie sich dem Tod näher fühlen als dem Leben
    • Glaube, den Anderen mit ihrer Kraft und Leibesfülle getötet zu haben.

    Verfolgungsgefühle, Angst vor Berührungen und Panik im Fahrstuhl

    • für einige allein geborene Zwillinge ist Körperkontakt ein Gräuel, aus dem Grund, den toten Zwilling im Mutterleib, nicht zu berühren.

    Eifersucht

    • Angst den Partner, wie den Zwilling, zu verlieren.

    „Hunger“ nach Nähe und Berührung

    • einen scheinbar unstillbaren Hunger nach Berührung
    • um den Mangel an Berührung auszugleichen, üben sie Berufe wie Masseur, Friseur, Krankenschwester, Krankengymnast aus
    • sie raufen sich als Kinder, um möglichst viel angefasst zu werden.

    Neigung zu schweren Fehlschlägen und Misserfolgen im Beruf

    • „Was ich auch anfasse, geht schief“ – Schuldgefühle und vom Pech verfolgt fühlen. „Allein schaffe ich es nicht.“

    Schwierigkeiten, Kinder zu bekommen

    • Die Zahl der Kinderlosen liegt bei Halbzwillingen weit über dem Durchschnitt, es kommt bei weiblichen allein geborenen Zwillingen häufig zu Fehlgeburten, sie können ihre Kinder nicht bei sich behalten.

    Die Sehnsucht in den Tod zu dem verlorenen Zwilling

    • Äußerlich „passieren“ ihnen beispielsweise wiederholt schwere Unfälle
    • betreiben Extremsportarten und/oder sind extrem risikobereit
    • sie bekommen Krankheiten, bei denen sie nur mit Glück überleben.

    Hatte ich einen Zwilling?

    Viele Fragen sich bzw. mich, woran sie erkennen können, dass sie einen Zwilling hatten. Das erste, was auffällt, ist die Beschreibung der Symptome der Klienten. Darin liegen oft schon Hinweise, zu einem verlorengegangenen Zwilling. Hier einige Bespiele:

    „Ich fühle mich nur halb, es ist als hätte ich nur die halbe Kraft im Leben zur Verfügung“. „Sehr oft habe ich das Gefühl, als fehlt mir etwas, um glücklich zu sein. Einsamkeit ist mein Lebensthema. Schon als Kind habe ich mich oft so unerträglich einsam gefühlt, so allein. Das geht auch nicht wirklich weg, wenn ich mit Freunden zusammen bin“.

    „Mir steht es nicht zu, viel Geld zu verdienen und dabei in meinem Beruf Freude zu haben“. „Ich habe ständig Schuldgefühle, dass ich jemanden etwas wegnehme, dass ich schuldig bin, wenn es jemanden schlecht geht“. „Ich habe so eine Angst, verlassen zu werden. Bei nur dem geringsten Anzeichen, dass mein Partner mich verlässt oder sich eine/n andere/n sucht, werde ich fasst verrückt“.

    „Ich habe manchmal panische Angstzustände, die ich mir nicht erklären kann und fühle mich von anderen Menschen bedroht. Besonders schlimm ist dieses im Fahrstuhl“. „Ich lasse keinen Partner wirklich an mich ran. Sobald es zu dicht wird, trenne ich mich“.

    Hinter all diesen Sätzen können auch andere Ursachen liegen. Wenn der Verdacht entsteht, dass jemand einen verlorengegangenen Zwilling hat, ist es wichtig, dieses zu überprüfen und nicht vorschnell zu deuten. Das hilft niemandem. Was können Sie als Nicht-Fachmann tun? Folgen Sie Ihrem Herzen, Ihrem Mut und Ihrer Intuition.

    Merkt es die Mutter, wenn ein Zwilling stirbt?

    Gewöhnlich merkt die Mutter nichts. Selten gibt es kleinere oder größere Zwischenblutungen. Selbst wenn in einer sehr weit fortgeschrittenen Schwangerschaft einer stirbt, merkt die Mutter meistens nichts außer über Träume oder ihre Intuition.

    Üblich ist bis heute, den Frauen erst im dritten Schwangerschaftsmonat die gesehene Mehrlingsschwangerschaft mitzuteilen, weil der zweite oder auch dritte Embryo vorher häufig verschwindet. Viele Ärzte wollen Schwangeren eventuelle Enttäuschungen ersparen. Doch häufig ahnt auch der Mediziner nichts und so steht nur sehr selten „V.a. Gemini“ (Verdacht auf eine Zwillingsschwangerschaft) im Mutterpass.

    Bei Ultraschalluntersuchungen wird nichts von einem Abgang bemerkt, wenn der Verlust bereits vor dem ersten Ultraschall geschehen ist. Schon innerhalb weniger Wochen ist es nicht mehr möglich, den abgestorbenen Embryo im Mutterleib nachzuweisen.

    Wenn der eine Zwilling stirbt, woran merkt der Andere das?

    Zunächst werden der Herzschlag und die Bewegungen schwächer, dann hören sie ganz auf. Fünf Wochen nach der Einnistung, wenn der Embryo eine gewisse Größe erreicht hat, spürt er die Gegenwart des anderen sehr genau.

    Das Ohr ist das erste, was ein werdender Mensch ausbildet. Der Zwilling hört als erstes seinen eigenen Blutkreislauf und den des anderen, noch bevor das Herz anfängt zu schlagen. Die Geräusche seines Geschwisters sind ihm näher als die Darmgeräusche und der Herzschlag der Mutter.

    In den Fünfziger Jahren ging man noch davon aus, dass Embryos und gar Neugeborene nichts fühlen oder großartig wahrnehmen könnten, dass ging soweit, dass man Operationen an Neugeborenen teilweise ohne Betäubung vornahm. Sie galten als unbeschriebenes Blatt.

    Der amerikanische Forscher David Chamberlain beobachtete 1998 in Ultraschalluntersuchungen, dass bereits zwei Monate alte Embryos bewusst wahrnehmen und reagieren können.

    Schwierigkeiten im Leben des alleingeborenen Zwillings

    Für jeden Menschen, der im Mutterleib Geschwister verloren hat, sind die Auswirkungen im Leben unterschiedlich. Jeder hat eigene Wege gefunden, mit der Katastrophe umzugehen. Einigen, die einen verlorenen Zwilling im Mutterleib verloren haben, gelingt es, diese Erfahrungen im Leben sehr gut auszugleichen.

    Doch manchmal reichen kleine Ereignisse in ihrem Leben, um die Erfahrungen um den verlorenen Zwilling wieder wachzurufen. Verschiedene Lebenssituationen fordern den überlebenden Zwilling auf, ihn wiederzuentdecken. Es ist, als würde er rufen: „Hallo, hier bin ich – jetzt erinnere Dich endlich an mich!“

    Alleingeborene Zwillinge lieben anders

    Für viele allein geborene Zwillinge könnte das Verschmelzen der ersten Verliebtheit ewig weitergehen. Wenn der Partner ein Einling ist, ist er nach der anfänglichen Verliebtheit irritiert. Eine Zwillingsnähe kennt, sucht und kann dieser auch nicht geben. Sehr schnell sucht der überlebende Zwilling, durch viel Nähe beim Partner, seinen verlorenen Zwilling.

    Die körperliche Nähe zu seinem Partner hat für ihn höchste Priorität. Seinem Partner wird (nach dem Verliebtsein) das Nähebedürfnis zu viel. Schnell fühlt er sich kritisiert und bedrängt. Der Einling versteht den allein geborenen Zwilling nicht. Er hat das Gefühl Alles zu geben und seinen Partner auch von Herzen zu lieben (so wie es seinem „Liebesprogramm“, seinem innersten Bedürfnis, entspricht).

    Konflikte sind vorprogrammiert. Der Einling zieht sich zurück, was seinem Partner an das Drama im Mutterleib erinnert. Für ihn bricht eine Welt zusammen. Er bekommt große Angst, versucht alles um seinen Partner zu halten und stößt ihn dadurch nur immer weiter weg. So sehr sich die allein geborenen Zwillinge auch bemühen ihren Partner immer mehr loszulassen und Freiraum zu geben, sie schaffen es nie lange.

    Eine mögliche Lösung besteht im inneren Kontakt zu seinem gestorbenen Zwilling. Dann braucht ihm sein Partner die fehlende Zwillingsnähe nicht zu geben.

    Jeder kann nur sein eigenes Beziehungsprogramm leben

    Den größten Fehler, den allein geborene Zwillinge machen können, ist, sich einen Partner zu suchen, der es eher unverbindlicher und viel Freiraum braucht. Ansonsten ist viel Leid vorprogrammiert.
    Viele allein geborene Zwillinge und auch lebende Zwillinge brauchen, um ihr großes Herz öffnen zu können, einen verlässlichen Partner, für den ihre verschmelzenden Nähewünsche keine Bedrohung sind.

    Wenn überlebende Zwillinge ihr Herz öffnen, werden ihre Grundbedürfnisse offensichtlich. Ihre Beziehungen werden tief und intensiv. Eine andere Art von Beziehungen ist für sie nicht möglich. Diese Tiefe und Intensität, mit der sich überlebende Zwillinge auf einen Partner einlassen, ja einlassen müssen, lässt sich auch mit der besten Therapie nicht wegtherapieren.

    Jemand der es gerne nah und intensiv hat, kann sich nichts Schlimmeres antun, als seine tiefe Sehnsucht nach inniger Nähe, die auch am Anfang seines Lebens da war, abzuschneiden.

    Seinen verlorenen Zwilling wiederentdecken

    Wenn sie das Gefühl haben dieses Trauma zu haben, suchen Sie sich am besten professionelle Begleitung und Unterstützung. Ihr Zwilling wird sich jedoch erst zeigen, wenn Sie so weit sind, sich diesem Trauma zu stellen. Bei mir hat es sich z.B. erst nach 5 Jahren Ausbildung und Theraphie gezeigt. Bei einer Klientin von mir bereits kurz vor ihrem 16. Geburtstag und nach dem Wiederfinden des Zwillings ihrer Mutter.

    Aus diesem Grund kann es sich z.B. auch bei Familienaufstellungen lange Zeit nicht zeigen.

    Um die Situation für sich behutsam zu klären, sollte dies idealerweise

    • in einem geschützten Rahmen geschehen,
    • der von einer versierten Person geschaffen wird,
    • welche dieses Thema für sich selbst geklärt und verarbeitet hat
    • und von anderen Themen unterscheiden kann.

    Die Erfahrung zeigt, dass der überlebende Zwilling für seine Heilung Kontakt zu dem Anderen, der gegangen ist, aufnehmen muss, z.B. als inneres Bild im Herzen.

    Beim Wiederentdecken des verlorenen Zwillings zeigt sich immer wieder, dass der Gegangene sich wünscht, dass es dem anderen gut geht und er ein gutes Leben und einen lieben Partner hat.

    Behandlungs-Methoden

    Nachfolgend einige Methoden, wie man Klienten dahin begleiten kann, zu spüren, ob sie einen verlorenen Zwilling haben.

    • Innere Bilderreise, manche bevorzugen den Ausdruck Visualisierungen, Trancereisen oder Fantasiereisen
    • Das Erleben in der Gebärmutter szenisch nachstellen mit Hilfe des Verbundenen Atems, der den Zugang zum Unterbewussten schafft.
    • Familienaufstellungen
    • kinesiologischer Muskeltest
    • Warmwasser-Tiefenentspannung

    Es hilft nach meiner Erfahrung nicht, allein theoretisch zu wissen, dass man einen Zwilling gehabt hat, sondern man muss diese Verbindung zum Anderen und die sich daraus ergebenden Folgen für das eigene Leben spüren. Nur in Verbindung mit dem Fühlen, hat die Wiederentdeckung des verlorenen Zwillings therapeutisch heilende Kraft.

    Wenn es einen verlorenen Zwilling gegeben hat und die Zeit, ihn wiederzuentdecken, noch nicht reif ist, meldet sich das Thema zu gegebener Zeit wieder. Prägende Kindheitserlebnisse und eine Einbindung in schwere Familienschicksale müssen manchmal erst angeschaut und geachtet werden. Die meterdicken Schutzmauern haben lange die Funktion gehabt, dem alleingeborenen Zwilling beim Überleben zu helfen.

    Ohne sie wäre er durchgedreht vor Schmerz und Einsamkeit. Wenn es an der Zeit ist, aus dem Bunker herauszukommen, wartet ein anderes, frischeres und erfüllteres Leben auf den überlebenden Zwilling. Er kann zudem zu einer großen Inspirationsquelle werden und ein großes Potential freisetzen.

    Dieser Artikel ist zum Großteil eine Zusammenfassung des Buches „Das Drama im Mutterleib“, von Alfred R. und Bettina Austermann, mit Ergänzungen aus „Der Verlorene Zwilling“, von Evelyne Steinemann und meinen eigenen Erfahrungen als Betroffener und Therapeut.

    Euer Deva (Familientherapeut / Traumatherapeut)

    Beitragsfoto: katrinaelena / Getty Images Pro
  • Die schönste Geburtsvorbereitung der Welt!

    Die schönste Geburtsvorbereitung der Welt!

    Hallo Ihr Lieben, heute haben wir einen ganz besonders schönen Tipp für euch, den wir von der Hebamme Anja Lehnertz ins Ohr geflüstert bekommen haben:)

    Denn sie kennt die Mädels von NONAWUNDER und hat uns direkt eine Nachricht geschrieben: „Das müsst ihr euch anschauen, es ist so wunderschön!“

    Wer da nicht neugierig wird…

    Wenig später klingelte es an der Tür und der Postbote überreichte uns ein riesiges Paket. Damit hatten wir gar nicht gerechnet, denn wir erwarteten eigentlich nur „ein Buch“;) Mit Freude packten wir also das Paket aus.

    Der Lila Faden: Für eine schöne Schwangerschaft und eine angstfreie Geburt

    Zum Vorschein kamen gleich ZWEI Bücher und ein riesiger, wunderschöner Wandkalender mit auszutauschenden, wunderschönen Bildern, die die Schwangerschaft begleiten.

    Die zwei Bücher unterteilen sich in einen Ratgeber und ein Tagebuch.

    Der Ratgeber bereitet die Eltern (ja, beide!) auf die Geburt vor, hat wunderschöne Einblicke in Form von Fotos und vor allem die besten Tipps direkt aus Hebammenhand.

    Wer sich also wirklich umfassend vorbereiten möchte, ist wirklich gut mit dem „Lila Faden“ beraten. Es wird die Angst vor der Geburt genommen und gleichzeitig eine Vorfreude aufgebaut, denn man möchte am liebsten direkt das Baby bekommen (Anm. d. Redaktion: schade, dass das bei uns kein Thema mehr ist^^).

    Das Tagebuch begleitet vor allem emotional.

    Aber auch hier findet Vorbereitung statt, in Form von eingestreuten Fragen zum richtigen Zeitpunkt, auch wieder begleitet von wunderschönen Bildern:)

    Wenn du also neben dem Kurs bei deiner Hebamme die schönste Geburtsvorbereitung der Welt für dich, dein Baby und natürlich deinen Partner haben möchtest, findest du diesen hier, direkt auf der Seite von NONAWUNDER:

    https://www.nonawunder.de/der-lila-faden/

    Wir wünschen dir eine wunderschöne Kugelzeit und viel Spaß mit den tollen Bildern und der perfekten Vorbereitung auf die Geburt deines Babys:)

    Deine Babytalk-Redaktion
    Mira und Deva

  • Tipps, die du beim Wickeln beachten solltest

    Tipps, die du beim Wickeln beachten solltest

    Das Wickeln kannst du mit Hilfe der nachfolgenden Tipps ganz einfach von einem notwendigen Übel zu einer schönen und entspannten Zeit für dich und deinem Kind werden lassen.

    1. Ein stabiler Wickelplatz bzw. -tisch ist unabdinglich

    zumindest für zu Hause. Unterwegs kannst du deinen kleinen Schatz notfalls auch mit Unterlage auf dem Boden wickeln. Am Wickelplatz solltest du alle benötigten Wickelutensilien, wie Windeln, Reinigungstücher, Po-Creme und Kleidung zum Wechseln parat haben. Diese sollten unbedingt in leicht greifbarer Nähe und in ausreichender Menge vorrätig sein. Eine kleine Unaufmerksamkeit oder Drehung vom Wickeltisch weg reicht, und dein Kind findet sich auf dem Boden wieder.

    Schön ist es, wenn es immer schön warm. Dafür bietet sich eine Wärmelampe über dem Wickeltisch an. Wenn möglich, ist es gut, wenn der Wickeltisch Schubladen mit Nachschub unter dem Wickelplatz hat. Falls du doch mal Nachschub brauchst, kannst du die Sicherheit deines Babys mit einer Hand auf dem Bauch gut gewährleisten.

    Hilfreich ist ein Mobile über dem Wickeltisch und wenn dein Kind älter ist ein Lieblingsspielzeug parat zu haben, welches nur beim Wickeln zum Einsatz kommt. Das hält dein Baby ruhig beim Wickeln.

    2. Der Wickelplatz sollte eine abwaschbare Wickelunterlage haben

    Nicht nur kleine Jungen, sondern auch kleine Mädchen haben ein besonderes Talent gerade dann zu pieseln, wenn du die Windel los gemacht hast. Deshalb ist es wichtig, dass die Winkelunterlage abwaschbar ist. Und damit dein Kind nicht direkt auf der Unterlage liegt, empfehlen wir Mullwindeln unterzulegen.  

    3. Lass dein Baby niemals unbeaufsichtigt auf der Wickelunterlage/-kommode liegen 

    Auch wenn dein Baby sich noch nicht drehen kann, kommt es nicht selten vor, dass es dies dann doch an einen für dich überraschenden Moment macht. Und dieser sollte nicht auf dem Wickeltisch sein. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass du es zu einem Ritual werden lässt, wie du den Wickeltisch vorbereitest. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass es mal so zu Routine wird, dass du doch Dinge vergisst. Deshalb ist es hilfreich, wenn du das Wickelritual auch als Entspannungschance siehst. Sorge also dafür, dass du auch die nicht jedes Mal benötigten Accessoires wie Fieberthermometer und Nagelschere griffbereit hast.

    4. Zur Entfernung von Stuhlresten helfen

    warmes Wasser und ein weicher Waschlappen die beste Alternative zu Reinigungstüchern. Besonders hartnäckige Stuhlreste kannst du mit ein paar Tropfen Babyöl leicht entfernen. Bei Mädchen solltest du darauf achten, immer von vorne nach hinten zu „streichen“. So gelangen keine unnötigen Keime aus dem Stuhlgang in die Scheide deines Mädchens. Den gröbsten Teil des Stuhlgangs kannst du leicht mit dem hinteren Teil der Windel abwischen. Bei Jungs ist die Vorhaut sehr empfindsam und braucht in den ersten Jahren nicht zurückgezogen und gereinigt werden.

    5. So kannst du einem wunden Po bei deinem Baby vorbeugen

    Wenn du deinen kleinen Strampler von seiner Windel befreit hast, lass ihn noch eine Weile nackt mit seinen Beinchen strampeln, bevor du ihm eine frische Windel anlegst. Sobald seine zarte und empfindliche Haut rund um seinen Po getrocknet ist, ist sie nicht mehr so empfindlich und wird somit nicht mehr so leicht wund.

    Wunder Po bzw. Windeldermatitis

    Hat dein Baby einen wunden Po, hat es wohl eine Windeldermatitis. Reizende Stoffe im Urin und/oder Stuhlgang werden durch das feucht-warme Klima der Windel verstärkt und enden häufig zu einer Windeldermatitis. Was du nun kannst, um deinem Baby zu helfen, findest du in unserem Beitrag „Was tun bei einem wunden Po“.

    6. Diese drei Punkte solltest du beim Anlegen der Windel beachten 

    ● Hebe sanft den Po deines Babys an, indem du mit der einen Hand den gegenüberliegenden Oberschenkel anhebst, während das andere Beinchen dabei auf deinem Arm liegt.

    ● Achte darauf, dass sich der mittlere Teil der Windel nicht aufbauscht, sondern bequem anliegt. Bei einem Jungen sollte der Penis nach unten „liegen“ – damit das Pipi auch nur da landet, wo es hingehört.

    ● Vergewissere dich, dass die Windel nicht zu viel Spielraum hat, aber auch nicht zu stramm anliegt. Wenn du ein bis zwei Finger problemlos zwischen Windel und Bauch schieben kannst, passt es. Falls der Nabel noch nicht abgeheilt sein sollte, denke unbedingt daran den oberen Rand der Windel umzukrempeln, damit die Windel ihn nicht wund reibt.

    7. Vor und nach dem Wickeln: Hände waschen!

    Denke daran, dir vor und nach dem Windeln wechseln unbedingt die Hände ausgiebig zu waschen, damit du keine unnötigen Keime überträgst.

    8. Wickelzeit ist Spielzeit

    Gerade größere Babys empfinden gewickelt zu werden, häufig nicht mehr als schöne Abwechslung und eine frische Windel nicht unbedingt als das Maß aller Dinge. Dabei bietet gerade diese Zeit eine gute Gelegenheit, deine Bindung zum Kind durch Fingerspiele, Krabbelverse oder Babymassagen zu intensivieren. Probiere einfach aus, was deinem Schatz gerade Spaß macht.

    9. Wie funktioniert Wickeln unterwegs?

    Fürs Wickeln unterwegs kannst du praktische Wickelunterlagen kaufen, die du anschließend klein zusammenfalten und über den Hausmüll entsorgen kannst.

    Damit außer Haus auch nichts fehlt, hier unsere Checkliste für deine Wickeltasche: 

    • zwei bis drei Windeln
    • eine Wickelunterlage
    • zwei bist drei Spucktücher (ggf. zum Stillen)
    • eine Plastiktüte zum Entsorgen der vollen Windel
    • eine Packung Reinigungstücher
    • einmal Wechselkleidung
    • Schnuller plus Ersatzschnuller
    • ggf. ein kleines Spielzeug.

    Vier wichtige Eigenschaften sollte deine Wickeltasche haben

    1. Sie sollte groß sein. Denn je größer dein Baby wird, umso mehr Accessoires wirst du mit dir rumschleppen.

    2. Zudem sollte sie viele kleine Fächer haben. Denn mit Kind muss es oft schnell gehen und so findest du rasch, was du brauchst.

    3. Sie sollte wasserabweisend sein, denn Kinderwagen schieben ist auch bei Regenwetter angesagt. Und zu guter letzt …

    4. Deine Wickeltasche sollte nicht zu niedlich sein, damit Sie sie möglichst lange mit Freude nutzen können. Süße Bärchen-Motive sind zwar in der Zeit der ersten Schwangerschaftshormone ‚voll süß‘, ein paar Monate später aber irgendwie doch ziemlich peinlich.

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

    In diesem Zusammenhang könnte dir auch unser Beitrag „Windelfrei ab Geburt“ interessieren.

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  • Wunder Po beim Baby bzw. Windeldermatitis, was tun ?

    Wunder Po beim Baby bzw. Windeldermatitis, was tun ?

    Wunder Po – In diesem Beitrag findest du in sehr konzentrierter Form typische Symptome und Ursachen eines wunden Po ´s bzw. einer Windeldermatitis sowie Tipps zur deren Behandlung.

    Wunder Po – Ursachen und Symptome

    Symptome

    Die ersten Symptome der Windeldermatitis erkennst du am klarsten an Rötungen in der Umgebung des Afters und der Leisten. Bei genauerer Betrachtung zeigten sich ein Schuppen der Haut oder das Nässen diesen Bereiches. Möglicherweise kannst du sogar kleine Bläschen sehen.

    Ursachen

    Typische Ursachen eines wunden Po ´s können

    • ein stärker konzentrierter Urin, wie er beispielsweise durch eine Erkältung aufkommen kann
    • ein scharfer oder säuerlicher Stuhl, wie z.B. durch eine Umstellung der Nahrung und damit verbundener Verdauungsschwäche
    • säuerliche Lebensmittel, wie z.B. Orangen-, Kiwi- oder Zitronensaft sowie Tomaten und Paprika
    • die Einnahme von Medikamenten
    • eine Durchfallerkrankung
    • eine Anfälligkeit für Hautausschläge durch Zahnen oder
    • eine Überempfindlichkeit gegen das Windel-Material oder andere Pflegeprodukte, wie Reinigungstücher oder Cremes sein.

    Behandlungsmöglichkeiten bei einem wunden Po

    Damit die wunden und nässenden Hautstellen am Po heilen können, ist es wichtig, dass du sie so trocken wie möglich hältst. Das heißt für dich, deinen kleinen Schatz so oft wie möglich, windelfrei und untenherum nackt herum „laufen“ zu lassen. Und zudem häufiger als sonst frisch zu wickeln.

    Während der Windeldermatitis solltest du die betroffenen Bereiche, besonders gründlich säubern und vor dem Anlegen einer neuen Windel auch besonders trocknen. Vielleicht probierst du auch mal Bouretteseide als Windeleinlage. Diese kannst du in Apotheken kaufen oder übers Internet bestellen. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich besonders weich auf der Haut anfühlt. Zudem verklebst sie nicht an den wunden Hautstellen und hält die Feuchtigkeit ab.

    Kalter Kamillentee

    Zur Linderung der Beschwerden kannst du regelmäßig etwas kalten Schwarz- oder Kamillentee auf die betroffenen Hautstelle tupfen. Entgegen der bisherigen Empfehlung solltest du keine Muttermilch dafür verwenden. Nach neusten Untersuchungen kann diese die Windeldermatitis sogar verschlimmern. Es liegt wohl an der jeweiligen Zusammensetzung der Muttermilch. Wir bzw. unsere Hebamme ist dabei der Sache noch weiter auf den Grund zu gehen. Wir werden euch in Bezug auf die Behandlung mit Muttermilch auf dem Laufenden halten.

    Um den Heilungsprozess zu unterstützen kannst du zudem eine rezeptfreie Zinksalbe aus der Apotheke dünn auf die roten Hautstellen auftragen. Wenn du stillst, dann solltest du, während dein Kind an einer Windeldermatitis leidet, auf stark säurehaltiges Obst und Gemüse sowie auf Nüsse, Schokolade und probeweise auch auf Kuhmilch verzichten. Durch diesen Verzicht vermeidest du einen sauren Urin und Stuhlgang, der den wunden Po deines Kindes ansonsten weiter reizen würde.

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

    In diesem Zusammenhang könnte dir auch unser Beitrag „Stoffwindeln für das Baby“ interessieren.

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  • Danke Mama, dass ich neben dir Aufwachen darf

    Danke Mama, dass ich neben dir Aufwachen darf

    Neben dir aufwachen: Leider war die Nacht wie gewöhnlich sehr unruhig. Immer wieder weckte mich der Duft deiner wunderbaren Milch. Doch da ich dich so lieb habe, befreie ich dich sehr gerne von deinen angespannten Brüsten.

    Nicht zu vergessen, dass sanfte gleichmäßige Schnarchen von Papa, dass mich nach getaner Arbeit immer wieder in einen erholsamen Schlaf gleiten lässt.

    Nun liege ich aber schon wieder etwas länger wach in meinem Bettchen neben Dir und genieße es, Dich beim Schlafen zu beobachten. Im Schlaf siehst Du immer so entspannt und wie ein Engel aus. Und ich kann mich kaum zurückhalten, Dich durch mein gut einstudiertes Räuspern zu wecken.

    Aufwachen als wäre ich das einzige Baby auf der Welt

    Doch ich gib mein bestes und so warte ich noch ein bisschen. Bis Du gleich deine wunderschönen blauen Augen aufschlägst und mich so liebevoll anschaust. So als wäre ich das schönste und einzige Baby auf der ganzen Welt. Mmhhh.

    Und dann nimmst Du mich bestimmt wie jeden Morgen in deine liebevollen Arme und drückst mich an deinen so toll riechenden Körper. In diesen Momenten fühle ich mich immer wie auf einer bunten Blumenwiese.

    Ich kann es kaum abwarten und natürlich verspreche ich Dir auch heute wieder mein Bestes zu geben, Dich zum Strahlen zu bringen.

    Bis demnächst euer Fin (Babytalk – Charmeur)

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    Beitragsfoto: Studio Romantic / shutterstock
  • Hebamme meets Doc – bzw. wie eine Zusammenarbeit nicht aussehen sollte

    Hebamme meets Doc – bzw. wie eine Zusammenarbeit nicht aussehen sollte

    Bericht unserer Hebamme Anja zum Internationalen Hebammentag

    Ich, Anja, bin eine Befürworterin der Zusammenarbeit auf Augenhöhe von ärztlichen Geburtshelfern und Hebammen. In den letzten Tagen musste ich mich aber des öfteren, über das despektierliche Verhalten einiger Vertreter der ärztlichen Geburtshelfer in Bezug auf unseren Berufstand der Hebamme, aufregen.

    Nachfolgend findet ihr ein leider nicht allzu seltenes Beispiel, wie diese „Zusammenarbeit“ aus ärztlicher Sicht aussieht.

    Hier ein Praxisbeispiel

    Eine Hebamme hat einen verzweifelten Mann am Telefon, der bereits rund 60zig andere Hebammen vergeblich angerufen hat, um für seine Freundin eine Wochenbettbegleitung mitten im Sommer zu finden.

    Ich lasse mich breitschlagen und schiebe die Betreuung doch noch ein, mit dem Hinweis, dass wir hier und da zeitliche und örtliche Kompromisse finden müssen.

    Der Mann ist einfach nur dankbar, dass sich

    • jemand zurückgemeldet hat
    • der Wohnort mich nicht abschreckt und
    • das ich wenigstens einen Kompromiss anbieten kann.

    Dann folgt der Erstkontakt

    Auf der Hinfahrt muss ich noch über mich selber grinsen. Da ich mich nicht wirklich hier in der Umgebung auskenne, liegt der Wohnort nicht nur weit ab vom Routenplan der meisten Kolleginnen, sondern eigentlich auch von meinem. Ich ärgere mich, das ich nicht vorher geschaut habe. Naja, denke ich noch, wir werden einen Kompromiss finden.

    Etwas verwundert war ich im Vorfeld über die ausschließliche Kommunikation über den Mann. Gut, aber auch das kenne ich aus meiner Arbeit als Hebamme. Mal sehen was mich erwartet.

    Schon in den ersten 2 Minuten wird mir klar, hier kann ich keine Kompromiss -Wochenbettbetreuung anbieten. Hier ist irgendwas worauf ich achten muss, aber was? Ist es die dominate Art, wie der Ehemann uns am Tisch platziert oder die sehr ruhige Art der jungen Schwangeren?

    Bei der Durchsicht des Mutterpasses zeigt sich nichts außergewöhnliches. Junge Erstgebärende ohne Kreuze im Risikokatalog. Laut Mutterpass sitzt eine völlig physiologische (heißt: ohne körperliche oder psychologische Beeinträchtigungen) Schwangere vor mir. Aber trotzdem bleibt das Gefühl, dass hier etwas nicht stimmt.

    Hebamme-  Mutterpassauszug
    Auszug aus einem Mutterpass

    Ich erhebe meine eigene Anamnese. Viel zu oft habe ich schon erlebt, dass die Einträge im Mutterpass unvollständig oder fehlerhaft sind. Wir Hebammen arbeiten nach der Salutogenese und erheben eine Anamnese die in alle Richtungen fragt, alles miteinbezieht und hoffentlich alles bedenkt.

    Ergebnis (ein kleiner Auszug)

    Eine junge, arbeitslose Schwangere mit einer chronischen, schweren psychischen Erkrankung, Klinikaufenthalt über ein Jahr in der Vergangenheit, Medikamente abgesetzt, das Rauchen aufgegeben, ab und an suizidale Gedanken, soziale Isolation durch den Wohnort, aktuell in therapeutischer Behandlung. Psychische Erkrankungen in der Familie bekannt. Gelder der Mutter – Kind Stiftung genehmigt.

    Ressourcen (nur ein Teil)

    Oma und Opa des Kindsvater wohnen in der Nähe, der Mann unterstützt sie nach Kräften, Therapeut ist offen für Schweigepflichtentbindung für mich als Hebamme, usw…

    Und jetzt platzt mir der Kragen. Natürlich nicht vor dem Paar, aber im Auto auf der langen Rückfahrt.
    Diese Frau steht vor einer großen Krise und befindet sich mitten in einer, denn das ist die Schwangerschaft, Geburt und erst Recht das Wochenbett.

    Allein der Schlafentzug wird sie vielleicht schnell an den Rand ihrer eigenen Ressourcen bringen und da reicht dann auch kein Therapeut. 
    Laut Mutterpass ist sie eine völlig physiologische Schwangere. Was ist denn dann eine nicht physiologische Schwangere?

    Diese Familie braucht ein Netzwerk, den doppelten Boden für Krisensituationen. Da sollte ich doch als behandelnder Arzt einen Blick für haben und mich aktiv drum kümmern. Warum ist der Mutterpass fehlerhaft ausgefüllt? Ein Dokument das uns auf den ersten Blick einen Eindruck verschaffen soll. hier ist es ein fatal falscher.

    Ich stecke jetzt als Hebamme mittendrin und habe gefühlt eigentliche genau für so eine Klientin keine Zeit. Nicht der Gynäkologe wird Abends oder am Wochenende angerufen, wenn eine akute Überforderung droht, das bin ich. Und ich bin die, die jetzt zügig alles ins Rollen bringen, die sich Gedanken machen muss, was kommen könnte und den Worstcase durchgehen muss.

    Keine Sorge ich mache das gerne und mit großer Sorgfalt. Doch was wäre aber, wenn ich nicht die 60zigste Hebamme gewesen wäre, die endlich zugesagt hat? Warum ist es so schwer von ärztlicher Seite aus, eine Zusammenarbeit mit der verantwortlichen Hebamme und dem Netzwerk (Jugendamt, Familienhebamme, Therapeuten, Familie) für solche Familien anzustreben?

    Unsere Pflicht als Hebamme ist es, jedem Kind einen guten Start zu ermöglichen und besonders bei einer psychisch erkrankten Mutter.
    Das ist manchmal unser Alltag – „die Kuh vom Eis zu holen“.

    Eure Anja (BabytalkHebamme)

    Beitragsfoto: Kzenon / Canva
  • Buchempfehlung: Vorfreude statt Vorsorge von Sophie Mikosch

    Buchempfehlung: Vorfreude statt Vorsorge von Sophie Mikosch

    Ein Plädoyer für eine glückliche, angstbefreite und harmonische Schwangerschaft

    Wir ihr bestimmt schon gemerkt habt, sind wir im Team große Freunde davon, Schwangeren nicht ständig die Schreckensnews rund um Schwangerschaft und Geburt zu liefern.

    Doch leider sind es nicht nur Facebook & Co., die einer werdenden Mutter andauernd Bad-News um die Ohren hauen. Sogar in der Schwangerschaftsvorsorge passiert das ständig, insbesondere in der ärztlich betreuten Vorsorge.

    Viele Untersuchungen, die anstehen, bringen die werdenden Eltern überhaupt erst ins „Was-ist-wenn-Grübeln“, was ein negatives Bauchgefühl auslöst und stark verunsichert.

    Immer wieder wird das Baby überwacht, gemessen, verglichen, dabei ist es noch nicht einmal auf der Welt…

    Natürlich gibt es auch Situationen, in denen wir alle sehr froh sind, dass es die vielen technischen und medizinischen Möglichkeiten gibt, eine Schwangerschaft zu kontrollieren. Doch: Wie viel Vorsorge ist gut für Mutter und Kind?

    Immerhin wirkt sich das Bauchgefühl der werdenden Mutter umgehend auf das Baby aus…

    Ein Buchtipp für alle Eltern, die sich über Sinn und Unsinn in der Vorsorge informieren möchten:

    „Vorfreude statt Vorsorge: Plädoyer für mehr Eigenverantwortung in deiner Schwangerschaft“

    Das Buch von Sophie Mikosch klärt darüber auf, wie die werdenden Eltern es schaffen, sich von den Schreckgespenstern zu lösen und wieder mehr Kontakt zu ihrem Bauchgefühl aufzubauen.

    Genau das ist so wichtig, dass wir allen Schwangeren und ihren Partnern dieses Buch sehr ans Herz legen!

    Denn das eigene Bauchgefühl wirkt sich zwangsläufig auf Schwangerschaft und Geburt aus. Nur wer vertraut und entspannen kann, kann sich erwartungsfreudig in die Geschehnisse der Natur fallen lassen:)

    Wir haben das Buch in die Pflichtlektüre der Doulaausbildung nach LAMAZE aufgenommen, denn es entspricht genau der Philosophie, die wir vertreten.

    Doulas sollen nicht darüber bestimmen, was gut oder schlecht ist, aber das Wissen, warum viele Untersuchungen verunsichern, und woher das bei den Schwangeren, die sie betreuen kommen kann, ist unfassbar wichtig.

    Wir danken Sophie Mikosch für dieses Werk, welches definitiv in das Standardrepertoire werdender Eltern und Geburtsbegleiter gehört!

    Liebe Grüße

    Eure Mira und Deva