Autor: Deva Wallow

  • Mein Baby schreit. Doch warum – und was braucht es?

    Mein Baby schreit. Doch warum – und was braucht es?

    Baby schreit: Mit der Geburt des sehnlichst erwünschten und erwarteten Babys stellt sich den frischgebackenen Eltern die Frage: „Warum schreit mein Baby?“

    Experten unterscheiden die folgenden 5 Schreiarten von Babys:

    1. Hunger
    2. Müdigkeit / Überreizung
    3. Zu warm oder zu kalt
    4. Schmerzen
    5. Langeweile

    Wieso weint mein Baby?

    Es gibt viele Gründe warum ein Baby weint oder schreit. Möglicherweise hat das Baby Schmerzen oder es ist hungrig. Aber vielleicht ist es ihm auch zu warm oder zu kalt. Es kann müde sein oder sich langweilen und will Aufmerksamkeit. Auch der Wunsch geknuddelt zu werden oder eine volle Windel kann der Grund sein. Seltener hat es Fieber.

    Auf den ersten Blick scheint Babygeschrei also nicht so leicht gedeutet werden zu können, schließlich können sie sich ja noch nicht artikulieren.

    Erfahrene Mütter meinen, dass es relativ schnell zu erlernen ist, die verschiedenen „Schreiarten“ zu unterscheiden. Vor allem, wenn man sein Baby und seine kleinen Bewegungen aufmerksam beobachtet. Ob es nun am Mutterinstinkt liegt oder nicht, erlernen können es auf jeden Fall auch andere Bezugspersonen, die viel und aufmerksamen Kontakt mit dem Kind haben. Vermutlich lernen es die Mütter nur schneller, wenn sie ihrem viel beschriebenen Bauchgefühl vertrauen. Es werden grob 5 Schreiarten von Babys unterschieden.

    1.    Hunger

    Und das, weil die Sättigung durch die Milch nur zwei bis vier Stunden anhält. Man erkennt diesen „Hungerschrei“ an einem Schmatzgeräusch, welches immer energischer wird, je länger der Hunger ungestillt bleibt. Begleitet wird dieses Quengeln durch stetiges Wenden des Kopfes und dem Versuch zu saugen. Dabei ist nichts sicher, was sich in Griffnähe befindet, ob Schnuller, Finger oder Tücher …

    Diese Zeichen sollten so zeitnah wie möglich mit der Brust oder einem Fläschchen beantwortet werden.

    2.    Müdigkeit / Überreizung

    Die Müdigkeit zeigt das Baby mit kurzen Jammerlauten an, die immer härter und lauter werden und in einem lauten Schrei münden. Nach kurzer Pause steigert sich dieses Schreien. Nicht selten strampelt das Baby dabei mit seinen Händen und Füßen, blinzelt häufiger und gähnt.

    In diesen Fällen sollte man beunruhigende Licht- und Geräuschquellen „ausschalten“ oder das Baby in sein reizarmes Schlafzimmer tragen und durch sanftes Hin- und Herwiegen helfen einzuschlafen. Dabei kann es sich auch um das Elternschlafzimmer und / oder Familienbett handeln.

    3.    Zu warm oder zu kalt

    Wenn es dem Baby zu warm ist, äußert es dies mit einem von Jammertönen begleitetem Hecheln. Zudem bilden sich häufig rötliche Flecken auf seinem Gesicht und/oder Oberkörper.

    In diesem Fall sollte man einfach einen kühleren Ort aufzusuchen oder dem Baby, sofern möglich, noch etwas auszuziehen.

    Wenn es dem Baby dagegen zu kalt ist, schreit es mit zitternder Oberlippe und hat kalte Füße und Hände. Die Haut kann dabei bläulich erscheinen.

    Sollte dies der Fall sein, bietet es sich an, das Baby wärmer einzupacken und/oder an seinen warmen Körper zu drücken.

    4.    Schmerzen

    Wenn Babys wegen Schmerzen schreien, tun sie dies aus Leibeskräften. Sie werfen sich dabei hin und her und japsen nach Luft. Dieser Schrei ist sehr intensiv und berührt uns am stärksten. Er ist alles durchdringend und sehr hoch.

    Falls ein Baby so schreit, sollte man prüfen, ob es äußerliche Verletzungen aufweist, wie einen wunden Po, eine zwickende Windel oder z.B. einen Hautausschlag. Bei Blähungen oder Bauchschmerzen kann der Flieger-Griff Linderung verschaffen.

    5.    Langeweile

    Langeweile beim Baby äußert sich körperlich häufig mit strampelnden Beinchen und rudernden Ärmchen. Sollte dies durch ein mit Pausen unterbrochenes mittellautes Jammern begleitet werden, will das Baby beschäftigt werden. Nicht selten wirkt es dabei unruhig und spielt mit seinen Fingerchen.

    Abhilfe kann häufig schon durch das Sprechen mit dem Baby erreicht werden. Sollte dies jedoch nicht ausreichen, kann man ihm seine Umgebung, anwesende Menschen oder Dinge zeigen und somit seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken.

    Falls keine Schreiart passt

    Falls keine dieser 5 Schreiarten bzw. Situationen zutreffen sollte oder das Schreien außergewöhnlich lange anhält sollte man einen Kinderarzt aufsuchen, um auf Nummer sicher zu sein. Wenn es nicht besonders lange anhält und keine Erkrankung vorliegt, geht es darum, sein Kind zu sich zu nehmen, am besten mit Hautkontakt und sich zu entspannen.

    Damit vermittelt ihr dem Kind, dass es sicher ist. Wenn wir uns selber zu sehr verrückt machen, übertragen wir den „Stress“ auf unser Baby und es fühlt sich nicht geborgen. Näheres dazu findet ihr unter unserem Beitrag „Babys haben ein Recht aufs Schreien„.

    Euer Deva (Familientherapeut)

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  • Buchempfehlung: Livia Clauss-Görner – Kaiserschnitt ist nicht die erste Wahl

    Buchempfehlung: Livia Clauss-Görner – Kaiserschnitt ist nicht die erste Wahl

    Heute haben wir einen Buchtipp für alle Eltern, die sich mit dem Thema Kaiserschnitt-Geburt auseinander setzen wollen oder müssen:

    Die Hebamme Livia Görner schildert in dem E-Book „Kaiserschnitt ist nicht die erste Wahl“ ihre Erfahrungswerte sowie Gedanken und Statistiken rund um den Kaiserschnitt.

    Folgende Fragen werden unter anderem Besprochen:

    Welche medizinischen Gründe für oder gegen Kaiserschnitte gibt es? Was sind die Risiken für Mutter und Kind? Welche Entscheidungshilfen gibt es für die Eltern?

    Da das E-Book, welches übrigens ein Kapitel aus dem Gesamtwerk „Die Wahrheit übers Kinderkriegen: Eine Hebamme klärt auf“ ist, einen umfassenden Einblick in die Realität im Umgang mit Kaiserschnitt-Geburten gibt, empfehlen wir dieses Buch auch allen Fachleuten, die sich mit Eltern und den Themen Babyzeit und Geburten auseinander setzen.

    Dieses Buch ist:

    • Ein Kapitel aus einem Gesamtwerk, welches man separat kaufen kann
    • Eine objektive Betrachtung der Umstände, die zu einem Kaiserschnitt führen
    • Ein Text, welcher über die Risiken und Gründe von Kaiserschnitt-Geburten aufklärt
    • Ein Wegweiser

    Das Buch ist kein:

    • anklagender Zeigefinger
    • Weichspüler
    • Traumaheiler

    Wir empfehlen dieses E-Book sehr gerne, aber werden uns auch das Buch, aus dem dieses E-Book stammt, anschauen und darüber berichten:)

    Hier bekommt ihr das Buch „Die Wahrheit übers Kinderkriegen“, aus dem dieses E-Book stammt:

    Und hier das E-Book „Kaiserschnitt ist nicht die erste Wahl“:

    Liebe Grüße
    Eure Babytalk-Redaktion

  • Mittagsschlaf: ja, nein, wann, wie lange?

    Mittagsschlaf: ja, nein, wann, wie lange?

    Wer kennt das Kind nicht, das Kind am Nachmittag in sein Bett zu bekommen, um seinen Mittagsschlaf machen lassen. Doch so unterschiedlich Kinder sind, so unterschiedlich sind ihre Bedürfnisse nach Schlaf.

    Unbestreitbar ist der Schlaf für unsere Kleinen extrem wichtig, nicht zuletzt für ihren „extremen“ Wachstum in den ersten Lebensmonaten. Dieser regelt sich im Babyalter häufig von allein, wenn auch nicht immer im Einklang mit den Schlaf- und Ruhebedürfnissen ihrer Eltern. In dieser Zeit wird der Schlaf zudem noch für die Verarbeitung ihrer vielen Eindrücke benötigt.

    Vornehmlich im Schlaf wird das Hormon Somatropin ausgeschüttet, welches essentiell für ein normales Wachstum von uns Menschen ist. Aus diesem Grund ist auch der Schlaf unserer Kinder in den ersten Jahren so immens wichtig.

    Tipps zum Mittagsschlaf

    Da es mit dem regelmäßigen Mittagsschlaf nicht immer so leicht läuft, nachfolgend ein paar Tipps von mir:

    • Hilfreich ist es die Kleinen immer zu gleichen Zeit hinzulegen. Dies trägt zudem dazu bei, dass die Kinder sich an einen regelmäßigen Rhythmus gewöhnen.
    • Als Zeit bietet sich die Zeit nach dem Mittagessen zwischen 12 und 14 Uhr an. Dann wird viel Energie für die Verdauung aus dem „Kopf“ in den Bauch gezogen, was gleichzeitig zu ihrer Müdigkeit beiträgt.
    • Eine Ruhepause zwischen 60 und 90 Minuten ist angemessen. Sie sollte nicht lang sein, so dass sie bis zum Abend wieder müde sind. Mit zunehmendem Alter darf sollte die Dauer den sich zeigenden Bedürfnissen der Kinder angepasst bzw. gekürzt werden.
    • Der Abstand zwischen Mittags- und Nachtschlaf sollte mindestens 4 Stunden betragen, sonst werden sie vermutlich noch nicht wieder schlafen können.
    • Nicht selten werden sie am Nachmittag noch mal müde und es bietet sich an ihnen eine Ruhephase schmackhaft zu machen und ihnen vorzuschlagen ein Hörbuch zu hören oder auf einer Federwiege zu entspannen.

    Bis wann brauchen Kinder einen Mittagsschlaf?

    Das ist ganz unterschiedlich. Manche Kinder brauchen mit 2 Jahren keinen Mittagsschlaf mehr. Andere brauchen noch bis zu ihrem fünften Lebensjahr mittags eine kleine ca. 30 bis 60-minütige Ruhepause. Wichtig ist es, den Kindern keinen Druck zu machen, dass sie schlafen „müssen“. Dadurch kann es passieren, dass Schlaf in dem Kopf der Kleinen mit Druck und Stress verknüpft wird. Und auf „Anordnung“ können selbst wir nicht schlafen.

    Was tun, wenn dein Kind partout keinen Mittagsschlaf halten möchte?

    Ihr könnt probieren, das Zimmer abzudunkeln und euch zumindest kurz zu ihnen zu legen und eine Geschichte erzählen oder vorlesen. Gegebenenfalls könnt ihr ihnen auch ein Hörbuch anmachen.

    Und wenn das alles nicht hilft, haben eure Kleinen vielleicht Spaß sich ein Bilderbuch anzuschauen.

    Versucht so gut es geht entspannt und gelassen zu bleiben. Wenn ihr in Stress geratet, wird der Adrenalinspiegel eurer Kinder sehr vermutlich auch ansteigen. Was nicht gerade eine gute Voraussetzung fürs Schlafen oder zur Ruhe kommen ist.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    In diesem Zusammenhang könnte dir auch unser Beitrag „Mein Kind schläft nicht ein.“ interessieren (Hinweis der Redaktion).

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  • Mama guck mal … Ich fall nicht mehr auf die „Schnauze“

    Mama guck mal … Ich fall nicht mehr auf die „Schnauze“

    Habe ich eigentlich schon mal „DANKE MAMA“ zu dir gesagt.

    Auf jeden Fall bin ich dir dankbar und immer immer wieder. Egal, ob du mir gerade den PoPo abwischt, an deiner süßen Nuckelbar schlemmen lässt oder mich einfach nur so unfassbar liebevoll anschaust.

    Und nun lässt du mich immer wieder probieren auf meine kleinen, wackeligen Beinchen zu kommen. Und du schimpfst auch gar nicht, wenn ich dabei immer wieder auf meinen dicken Pampipo falle. Es ist so schön, dass du mir so vertraust und mich üben lässt.

    Ich krabble jetzt schon eine ganze Zeit auf dem Küchenboden rum und stoße mir dabei immer mal wieder meinen süßen Kopf oder quetsche mir auch mal meine kleinen neugierigen Finger.

    Trotzdem vertraust du mir und lässt mich einfach weiter krabbeln. Und wie du sieht flitze ich spätestens nach ein paar Schreckenstönen wieder los. Danke Mama, auch dafür.

    Es gibt noch so viel zu entdecken

    Denn da gibt es doch noch so viel zu entdecken. Klasse, was du da für mich in den Schränken für tolle Spielsachen versteckt hast. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie gerne ich die rein- und ausräume und dabei fleißig Schlagzeug übe.

    Auch wenn ich zu geben muss, dass mein Spiel noch Verbesserungswürdig ist. In diesen Momenten fühle ich mich richtig großartig und fast so toll wie dich.

    Nur das mit dem Laufen klappt noch nicht so gut, doch das bekomme ich noch hin. Vor allem, wenn du mich weiter üben lässt. Wie du bestimmt schon gesehen hast, schaffe ich es jetzt schon mich an den Schranktüren hochzuziehen.

    Das ist ein echt tolles Gefühl. Auch dafür Danke Mama!

    Auch wenn ich dann regelmäßig wieder auf meinen Popo falle. Das macht gar nichts, der ist so toll gepolstert, dass es gar nicht weh tut. Und wenn schon, dass Laufen lernen macht einfach so viel Spaß.

    Wieso?

    Was für eine Frage. Na, dann kann ich im Sommer mit dir im Urlaub gemeinsam an der Strand hofieren gehen. Du glaubst gar nicht, wie sehr mich die vielen Männer dort um dich beneiden werden.

    Doch keine Sorge ich werde dich beschützen. Und wenn sie dir zu nahe kommen, trete ich ihnen ganz feste vors Schienbein.

    Danke Mama - Mutter mit Baby am Strand

    Und was wir mit Papa machen?

    Na, den schicken wir zum Fußball schauen ins Kaffee. Doch keine Sorge, am Abend schnappe ich ihn mir dann und reiße heiße Bräute auf. Versprochen 😀

    Euer Finn (Babytalk – Charmeur)

    Beitragsfoto:Von Dmitry Lobanov / shutterstock
    Foto2: Pavel Vinnik / shutterstock
  • Danke Mama, dass ich bei Dir schlafen darf

    Danke Mama, dass ich bei Dir schlafen darf

    Babyschlaf – Mama, Du glaubst gar nicht wie ich es heute Nacht wieder genossen habe in deiner Nähe zu schlafen, deinen Atem zu lauschen, dein Herz schlagen zu hören und vor allem „Dich zu riechen“.

    Du duftest wie eine frischgepflügte Rose nach einem kurzen Frühlingsregen, wenn ich Dich in deinem wohlverdienten „Mamaschlaf“ betrachte. Mmmhhh. Als wärst Du die Mona Lisa persönlich. In diesen Momenten fühle ich mich immer sooo wohlig.

    Und als ich in der Nacht durch einem Traum aufschreckte, beruhigte mich dein ruhiger Atem und flugs war ich schon wieder auf Wolke sieben. Und genoss ein weiteres Mal meinen tiefen und erholsamen Babyschlaf in deiner Nähe.

    Da stört es mich überhaupt nicht, dass Du zuvor mit Papa wieder probiert hast, Yoga im Bett zu machen. Das sieht auch immer recht amüsant aus, wie ihr euch hin und her wälzt.

    Langsam aber sicher gewöhne ich mich auch daran, dass Du dabei so laut stöhnst. Denn anscheinend geht es Dir danach immer ganz besonders gut und schnurrst wie unsere süße Katze, wenn Du sie kraulst. Danach fällst du immer in einen ruhigen und entspannten „Mamaschlaf“.

    Im Schlaf siehst du wie ein Engel aus

    Nun liege ich schon etwas länger wach in meinem Bettchen neben Dir und genieße es, Dich noch ein wenig im Schlaf zu beobachten.

    Du siehst im Schlaf immer wie ein Engel aus. So entspannt und selig. Ich kann mich dann kaum noch zurückhalten Dich durch eine kurze Schreiattacke zu wecken, damit du mich ganz doll an dich drückst.

    Und so warte ich noch ein bisschen bis Du gleich deine strahlend grünen Augen aufschlägst und mich so liebevoll anstrahlst, als wäre ich das schönste Baby auf der ganzen Welt. Mmmhhh.

    Übrigens, auch heute verspreche ich Dir wieder mein Bestes zu geben, Dich zum Strahlen zu bringen.

    Dein Finn (Babytalk – Charmeur)

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  • Tipps zur Zeitumstellung für Babys und Kinder – Sommerzeit

    Tipps zur Zeitumstellung für Babys und Kinder – Sommerzeit

    Am 28. März ist es wieder soweit. Die Zeit wird umgestellt. Wie lange bzw. häufig diese Zeitumstellung noch andauernd wird, ist nach den widersprüchlichen Interessen der einzelnen Ländern Europas ungewiss. Vermutlich wird dies 2021 nicht wie „geplant“ zum letzten Mal der Fall sein. Leider!

    Am 28. März ist es aber auf jeden Fall wieder soweit und die Uhr wird von Winter– auf Sommerzeit umgestellt. Was heißt, dass die Zeit in der Nacht vom 27. auf den 28. März von 2 auf 3 Uhr vorgestellt wird und uns somit eine Stunde „genommen“ wird.

    Damit haben vor allem Babys und Kinder zu kämpfen. Da der Schlafrhythmus von Babys, wenn sie ihn denn gerade gefunden haben, noch sehr anfällig bei Veränderungen ist.

    Am besten können wir ihnen helfen, indem wenn wir uns gleichzeitig mit ihnen auf diese Umstellung vorbereiten. Denn auch, wenn wir als Erwachsene diese Umstellung besser verkraften, fordert sie unserem Körper eine Menge Energie ab. Es ist im Prinzip ein, wenn auch nur einstündiger, Jetlag.

    Nicht nur die reine „Zubettge-“ und Aufwachzeit, sondern der ganze Tagesrhythmus unserer Kleinsten wird durcheinandergebracht.

    Zeitumstellung von 2 auf 3 Uhr

    Babys und Kinder auf die Zeitumstellung vorbereiten

    Am besten startet ihr mit der langsamen Rhythmusveränderung eine Woche vor der Zeitumstellung mit kleinen Zeitverschiebungen.

    Zum Beispiel indem ihr darauf achtet, eure Kleinen jeden Tag etwa 10 Minuten früher aufzuwecken und früher Schlafen zu legen.

    Ebenso wie ihr die Schlafenzeiten anpasst, könnt ihr andere, den Tag strukturierende Elemente nach vorne zu verschieben. Dies sind zum Beispiel die Essen-/Stillzeiten und Spiele- oder Spaziergehzeiten. Dabei solltet ihr darauf achten eure Kleinen in dieser Zeit nicht zu viel zuzumuten. Denn das ist es ja gerade, vor dem ihr sie bewahren wollt.

    Wenn es mit der langsamen Vorbereitung nicht geklappt habt, könnt ihr ihnen dennoch behilflich sein. Indem ihr sie am Tag der Umstellung von der Winter- zur Sommerzeit etwas früher weckt und sie durch eine bewegungsreiche Tagesgestaltung mit viel frischer Luft probiert, sie früher müde werden zu lassen, so dass sie es am Abend  ggf. schaffen früher einzuschlafen.

    Dies könnt ihr zudem dadurch unterstützen, indem ihr den Schlafraum der Kleinen abdunkelt und morgens entsprechend früher erhellt.

    Ich wünsche allen, insbesondere Eltern und ihren Liebsten eine gute Vorbereitung um Umsetzung der anstehenden Zeitumstellung am 28. März 2021.

    Ps. Übrigens am 31.10.2021 erfolgt die Umstellung von der Sommer- auf die Winter- bzw. Normalzeit.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Beitragsfoto: ls Alina R/rs Freedom Master / shutterstock
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  • Stillen – mehr als nur Nahrungsaufnahme

    Stillen – mehr als nur Nahrungsaufnahme

    Das „Wunder“ des Stillens

    Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen entwickeln sich durch den Hautkontakt beim Stillen die meisten Neurologischen Verbindungen im Gehirn.

    Und wenn das Kind einen Viruserkrankung hat, die die Mutter noch nicht hatte, gibt das Baby diesen „Virus“ durch den Speichel beim Nuckeln an den Körper der Mutter weiter. Dieser entwickelt daraufhin Antikörper zur Stärkung des Immunsystems des Babys und gibt ihn über die Muttermilch an das Baby zurück.

    Stillen ist bzw. sollte der Moment der Zweisamkeit zwischen Mutter und Kind sein.

    Stillen ist die Möglichkeit in einem von häufig viel Beschäftigungen und Ablenkungen geprägtem Tagesablauf zur Ruhe zu kommen und sich „auszutauschen“. Dabei probiert das Baby über die Augen in Kontakt mit der Mutter zu treten.

    Wenn die Mutter dann abgelenkt ist durch ihr Smartphone oder auch nur durch ein Buch, vermittelt sie nicht die Botschaft „ich bin nicht für Dich da!“. Aber gerade dieses ganz für sie dasein ist so wichtig für die hilflosen und von seinen Eltern abhängigen Babys.

    Babys sind „immer“ im hier und jetzt verwurzelt und denken nicht über irgendwelche Eventualitäten nach. Von „Natur aus“ entspannen wir, wenn wir uns „sicher fühlen“. Und wenn Mama während des Stillens nicht zur Ruhe kommt, kann dies vom Baby schon in Richtung „lauernde Gefahr“ wahrgenommen werden und es unruhiger werden lassen.

    Und nicht zuletzt tut uns Eltern in dieser extrem schnelllebigen, „immer erreichbar sein müssenden“ und unruhigen Zeit jedes „Innehalten“ gut.

    Durch Geborgenheit beim Stillen Vertrauen stärken

    Je mehr Momente Babys diese Ruhe und Geborgenheit genießen können umso größer wird ihr „Ur-„ Vertrauen und die Bindung zu ihrer Mutter.

    Wenn Babys diese Geborgenheit beim Stillen nicht finden, beginnen sie häufig auf sich aufmerksam zu machen. Beispielsweise durch unruhige Bewegungen und „Kopfschütteln“ (nicht zu verwechseln mit dem Suchreflex). Im Sinne von „Komm Mama, sei bei mir“.

    Und sollte dies nicht zum Ziel führen wird es schnell zu Schreien beginnen. Viel mehr Möglichkeiten haben sie ja auch nicht.

    Mutter telefoniert beim Stillen

    Stillen als Einschlafritual

    Schlaf, Kindlein, schlaf: Ob ein Baby leicht einschlafen kann oder seine Eltern wach hält, kann auch von der Muttermilch abhängen. Tagsüber produzierte Milch ist anders zusammengesetzt als nachts gebildete.

    Spanische Forscher sahen genauer hin und erkannten: Am Tag enthält die Muttermilch mehr eher anregende Stoffe, in der Nacht mehr beruhigende.

    Ein Baby sollte die abgepumpte Muttermilch immer zu der Tageszeit bekommen, zu der sie auch gebildet wurde, da die Zusammensetzung der Muttermilch variiert und dies nicht nur im Tag-und-Nacht-Rhythmus.

    Es ist demnach nicht sinnvoll, morgens abgepumpte Milch bis abends aufzubewahren, um sie dem Säugling dann mit der Flasche zu geben. Man würde vor dem Schlafen gehen ja auch keinen Kaffee mehr trinken.

    Ihre Zusammensetzung variiert auch je nach Alter des Säuglings verschieden und ist dessen Bedürfnissen immer optimal angepasst.

    Nicht zuletzt bietet das Einschlafstillen die Möglichkeit diese wunderschöne Zeit für das Kind gefühlt bis in den Schlaf auszuweiten.

    Fazit

    Ich will damit nicht sagen, dass es nicht ok ist, wenn Mama mal nicht so viel Ruhe hat. Vielleich weil da noch einige andere Kleine oder Große oder Aufgaben ihre Aufmerksamkeit wünschen oder suchen. Oder sie einfach mal wieder Frau sein möchte und sich mit ihren Freundinnen und / oder Freunde treffen möchte.

    Doch es ist wichtig zumindest einmal am Tag diese Zweisamkeit des Stillens in Ruhe zu „begehen“ und zu genießen. Und dies am besten mit direktem Hautkontakt.

    Nicht zuletzt ist es eine „Investition“ in die Zukunft, die man bzw. frau noch sehr zu schätzen lernen wird. Vor allem, wenn die Kleinen ihre kleinen und großen Trotzphasen, auch Pubertät genannt, durchlaufen.

    Euer Deva (Babytalk-Autor)

    Beitragsfoto: In Green / shutterstock
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  • Danke Mama, dass Du mich an deine Milchbar nuckeln lässt

    Danke Mama, dass Du mich an deine Milchbar nuckeln lässt

    Du lässt mich immer an deiner Milchbar nuckeln, egal, ob ich mich am Morgen melde, wenn Du Dich vor dem Badezimmerspiegel anmalst. Oder mittags, wenn Du in der Küche stehst und für Dich und Papa, was zu essen kochst. Und ich muss Dir gestehen, dass es mir wirklich leid tut, dass ich gerade immer dann aus meinem viel zu kurzen Mittagsschlaf erwache, wenn ihr essen wollt.

    Vor allem am Nachmittag, wenn Tante Käthe zum Kaffee kommt und mich mit ihren feuchten Küssen abschleckt. Bist du da und befreist mich aus ihrem nach 4711 riechenden riesigen Brüsten.

    Am Abend wenn du deine Lieblingsserie schaust und dich vor Lachen krümmst und nicht zuletzt mitten in der Nacht, wenn Mond und Sterne schützend vom schwarzen Himmel auf uns hinabschauen. Immer hörst Du mich und lässt mich die leckerste Milch der Welt schlürfen.

    Und wenn meine volle Windel wieder mal zu duften beginnt, legst Du mich stolz auf die Wickelkommode, um mir meinen Popo wieder schön sauber zu machen und ihn anschließend so liebevoll mit duftendem Öl eincremest.

    Deinen süßer Nektar nuckeln

    Selbst wenn ich nur einen Pups mache, kommst Du und schaust nach mir und hältst mich in deinen Armen und schaust mich so voller Liebe an. Mmmhhh, einfach zum wegchillen.

    Wenn ich Durst habe und mir leider häufig vergeblich bemühe den richtigen Ton zu finden, kommst Du und lässt mich an deine Milchbar und gibst mir von deiner köstlichen Milch.

    Und wenn mein kleiner Körper dann voller Wonne zu kribbeln beginnt, dass ich Dich versehentlich vor Übermut in deine Brustwarzen zwicke, quietscht Du nur und tust so, als ob nichts gewesen wäre. Dafür liebe ich Dich soooooo!

    Leider ist das alles auch so entspannend, dass ich dabei immer ganz schnell wieder einnicke. Und Dich nicht voller Dankbarkeit anstrahlen kann. Auch wenn Du mir dann immer wieder vergeblich auf den Rücken klopfst, schaffe ich es einfach nicht.

    Doch dafür bekommst Du dann ein kräftiges Bäuerchen von mir zielgenau auf deine schöne Bluse gespuckt. Doch sei versichert, Du bist meine beste – und einzige – Mama 😉

    Und ich verspreche Dir, auch heute wieder mein Bestes zu geben, Dich zum Strahlen zu bringen.

    Euer Finn (Babytalk – Charmeur)

    Verlosung: Wir verlosen gerade die wunderschöne limitierte SchmusePuppe Arielle Marie von Kokadi.

    Beitragsfoto: Elena P. / shutterstock
    
  • „elternschule“ – Ein Kommentar zum Film

    „elternschule“ – Ein Kommentar zum Film

    Ich muss gestehen, ich habe lange gehadert mit meiner Entscheidung, ob ich mich zur der im Film „elternschule“ gezeigten Therapiepraxis äußern soll, und tue es noch immer.

    Dennoch wünsche ich mir einen anderen „Umgang“ mit dem Film und der berechtigten Kritik.

    Aus meiner langjährigen Erfahrungen der Traumabewältigung mit dem „inneren Kind“, weiß ich wie Kinder und Erwachsene mit Verletzungen bzw. Schmerz und Zurückweisung umgehen.

    Die vielen Menschen, die in der „elternschule“ zu sehen sind, sind aus meiner Sicht gebrochen bzw. werden gebrochen, indem sie die Kinder nachts schreiend allein lassen und ihnen das Essen in den Mund pressen. Das macht mich einfach nur endlos traurig.

    Verlorengegangene Empathiefähigkeit

    Unter gebrochen verstehe ich dabei, dass den betroffenen Eltern und Kindern das Mitgefühl bzw. die Empathiefähigkeit, die unserer Gesellschaft (Welt) zur Zeit so sehr fehlt, „abtrainiert“ wird. Dabei ist es gerade das, was sie gerade so sehr brauchen.

    Diese Kinder werden empathieunfähig aufwachsen, aus Angst vor Strafe und Zurückweisung versuchen sich entsprechend den Erwartungen ihrer Erziehungsberechtigten zu verhalten. Dabei werden sie aber nicht lernen, was „richtig oder falsch“ ist. Stattdessen werden sie lernen, wie sie dem Schmerz durch Strafe entgehen können.

    Diese Kinder werden als Erwachsene, sofern sie keine Heilung erfahren, sehr wahrscheinlich ohne Selbstbewusstsein aufwachsen. Und entweder nachdem Motto „ich zu erst“ (das zur Zeit leider sehr populär ist) leben oder ohne zu wissen, was sie wollen, versuchen zu „überleben“ ohne weiterhin verletzt zu werden.

    Beide Wahrscheinlichkeiten des Umgangs nach diesen Therapieformen wünsche ich niemanden.

    Das Verhalten des Klinikpersonals kann nur von Menschen durchgeführt werden, die diese Fähigkeit nicht mehr besitzen.

    Das Klinikpersonal wird sich ihre Empathiefähigkeit entweder bereits in der Kindheit aus Schutz vor Verletzungen unterdrückt haben oder als Personal in der Klinik wegzudrücken lernen müssen. Ansonsten würden sie den Schmerz, den sie den Eltern und Kindern in gut gemeinter Absicht zufügen, nicht aushalten.

    Kinder sind frei von Schuld

    Kinder, die das Licht der Welt erblicken, sind unschuldig und kennen keinen Schmerz bzw. Verletzungen, außer sie erlebten während der Schwangerschaft und/oder Geburt schwere Traumata. Und wenn dies der Fall war, fühlen sie sich ausnahmslos selbst dafür verantwortlich und handeln nicht „rachsüchtig“.

    Kinder brauchen generell keine Therapie, was nicht heißt, dass sie keine Unterstützung vor allem in Form von Verständnis, Aufmerksamkeit und aus Liebe gesetzten Grenzen bauchen, in denen sie sich und die Welt erkunden und weder sich noch andere „verletzen“ können.

    Und wenn sie den Ansprüchen dieser „Welt“ anscheinend nicht gerecht werden, was aber an unserer „Wirtschaftlichkeit und auf Erfolg über andere“ geprägten Gesellschaft liegt, werden sie „zurechtgebogen“ und bestenfalls beim „Verbiegen“ liebevoll unterstützt.

    Doch sie sind, wie jeder andere Mensch auch, OK so wie sie sind!

    Elternschaft ist eine der schwierigsten Aufgaben, zu der es aber keine Ausbildung gibt

    Wenn, dann sind es immer die Eltern, die Unterstützung brauchen. Was in keinem Fall den Schluss beinhaltet, dass sie keine guten Eltern oder gar „schlechte“ Menschen sind! Sie geben immer ihr Bestes, zudem sie in diesem Moment (ohne Unterstützung) fähig sind.

    Sie sind diejenigen, die sich die meisten Sorgen und Gedanken machen und in der Regel nicht weniger unter den Situationen leiden, wie ihr Kinder.

    Finger in die Wunden legen

    Kinder haben ein untrügerisches Talent ihre Finger immer auf die schmerzhaftesten Wunden ihrer Eltern zu legen. Welche dann die alten Verletzungen der Eltern aus deren Kindheit hochholen. Aus dem damit verbundenen Schmerz und Hilflosigkeit heraus, reagieren sie häufig unüberlegt und verletzend.

    Und so wünsche ich mir, dass wir in Bezug auf die Personen in dem Film „elternschule“ und dieser Klinik nicht mit Wut und Aggressivität, ob verbal oder nonverbal reagieren.

    Stattdessen wünsche ich mir Verständnis und Empathie für die Betroffenen, denn „Alles was nicht Liebe ist, ist ein Schrei nach Liebe“.

    Zudem ist es das, was diese Therapieform am schnellsten in „Liebe“ umwandeln kann.

    Mir ist es wichtig klar zu stellen, dass ich nicht für eine „grenzenlose“ Erziehung stehe. Kinder brauchen Grenzen. Sie geben ihnen Sicherheit und Geborgenheit. Näheres findet ihr in meinem Beitrag „Grenzen setzen, heißt Verantwortung übernehmen“.

    Werbung: Unser Buch

    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist:

    Deva (Trauma-, Familien- und Atemtherapeut)

    Beitragsfoto: Nadezhda1906 / Getty Images Pro
  • Als werdender Vater bei der Geburt

    Als werdender Vater bei der Geburt

    Als werdender Vater bei der Geburt – Wie geht es Vätern während der Geburt des Kindes? Eine Antwort auf diese Frage will ich nachfolgend aus meiner immer noch sehr präsenten Erinnerung erzählen?

    Es ist mittlerweile 20 Jahre her, dass meine/unsere Tochter zu Hause in unserem Schlafzimmer, dass Licht der Welt erblickte.

    Wir bzw. meine Frau hatte sich auf meine Idee unser Kind zu Hause auf die Welt zu bringen angeschlossen, was nicht zuletzt an unserer sehr vertrauenswürdige und kompetenten Hebamme Raphaela Hoyer lag. Denn als wir dies unseren Eltern erzählten, ernteten wir sehr viel Kopfschütteln und Warnungen.

    Die ersten Wehen

    Morgens gegen halb 5 Uhr begannen die Wehen meiner Frau. Was sie mir aber erst zwei Stunden später mitteilte, als mein Wecker klingelte. Ich hatte als Dozent eine Klausur in einem 100 km entfernten Institut zu stellen.

    Kurz vor acht rief ich im Institut an, um mitzuteilen, dass ich die Klausur nicht persönlich stellen könnte. Ich sollte sie dann faxen. Das war damals leichter gesagt als getan. Faxe gehörten damals noch nicht zur Standardausstattung von Privathaushalten.

    Wir wohnten damals in einem kleinen Vorort von Münster und so fuhr über eine Stunde lang verschiedene Läden in der Umgebung ab, bis ich in einem Supermarkt fündig wurde und ein „öffentliches Faxgerät“ vorfand. Internet gab es noch nicht (kaum zu glauben).

    Erste Untersuchung durch unsere Hebamme

    Gegen 9 Uhr rief meine Frau ihre Hebamme an, die kurz darauf vorbei kam, den Abstand der Wehen und die Öffnung des Muttermundes prüfte. Es waren ca. 2 cm.

    Sie beruhigte uns und teilte uns mit, dass es wohl noch etwas dauern und wie ich meine Frau unterstützen könnte die Wehen zu veratmen. Dann fuhr sie wieder mit der Auskunft, dass sie in ca. 2 Stunden wieder vorbei kommen würde.

    Wir riefen meine Schwägerin an. Die kam direkt aus Hamburg angefahren und unterstützte uns am „Geburtstag“ unserer Tochter.

    Am frühen Nachmittag kam Raphaela wieder. Die Öffnung betrug nun 5 cm. „Warten“ bzw. Durchstehen der Wehen war angesagt. Denn die Wehen meiner Frau waren mittlerweile schon sehr schmerzhaft.

    Abwechseln machte ich mit meiner Schwägerin einen Buckel in gebeugter Haltung an dem meine Frau sich „entspannen“ und die in immer kürzer werdenden Abständen kommenden Wehen veratmen sollte.

    Hilflos als Vater bei der Geburt

    Zu diesem Zeitpunkt war es schon sehr arg für mich, „hilflos“ als Vater bei der Geburt mit ansehen zu müssen, wie sehr meine Frau „leidet“ ohne wirklich etwas tun zu können. Dies wurde mit dem Näherrücken der Geburt immer ärger. 

    Auch wenn es ein nicht ganz passender Vergleich ist. Stellt euch vor, euer Kind hat sich verletzt, schreit und weint unerbittlich und ihr könnt nichts tun, um ihren Schmerz zu lindern.

    Mit ihrer Souveränität nahm mir Raphaela zumindest die Angst vor der Geburt. Wenn sie mir auch nicht das Leiden meiner geliebten Frau leichter machen konnte. Sie schlug meiner Frau vor, erstmal noch in die Wanne zu gehen, was diese machte, wenn sie auch wieder recht schnell draußen war.

    Dann ging es für die letzten nicht enden wollenden „25 Minuten“ aufs Bett. Ich saß am Bettrand mit leicht gespreizten Beinen, meine Frau hockte halb auf meinen Beinen und halb dazwischen. Raphaela vor uns am Boden.

    Das Zimmer war abgedunkelt und es lief „Que sera“ von Doris Day, was wir gefühlt die gesamte Schwangerschaft durch hörten und womit wir unsere Tochter begrüßen wollten.

    Als die Geburtswehen begannen, war es für mich kaum noch auszuhalten. Meine Beinen wollten nicht mehr und meine Hilflosigkeit zerriss mich fast.

    Ich konnte ihr den Schmerz nicht nehmen noch lindern. Immer wieder meinte sie, sie wolle und könnte nicht mehr und wolle das es aufhört. Abgesehen davon war ich ja auch nicht ganz unbeteiligt bzw. „unschuldig“ an ihrer Situation.

    Zum Schluss musste es dann ganz schnell gehen, da unsere Tochter die Nabelschnur um ihren Hals gewickelt hatte. Die letzten Geburtswehen waren der Horror für meine Frau. Aber auch für ihre Schwester und mir.

    Wenn ich mich nur zweiteilen könnte

    In diesem Moment wusste ich einfach nicht, um wen oder was ich mich gerade als erstes kümmern sollte.

    Ich war hin und hergerissen zwischen das Wunder des Lebens, wie da ein lebensfähiger, vollständiger Mensch aus den Bauch kommt und den Schmerzen meiner Frau.

    Doch zum Glück hatte Raphaela alles im Griff, legte unsere Tochter auf den Bauch ihrer Mutter und nähte ihren kleinen Riss. Nachdem ihre Nabelschnur auspulsiert war, durfte ich sie durchschneiden.

    Gerne hätte ich dieses überwältigende und freudige Gefühl länger ausgekostet. Dieses wunderschöne und allein lebensfähige Menschenskind (alle Eltern finden ihre Babys wunderschön) einfach nur auf dem Bauch ihrer zu „bestaunen“.

    Anschließend badete ich sie mit Raphaela zusammen, die sie gleichzeitig untersuchte. Während meine Frau sich etwas von ihren Strapazen und Schmerzen ausruhte.

    Wie schlafen?

    Wir wollten unsere Kleine Maus unbedingt in unserer Nähe haben. Doch da meine Frau Angst hatte sich versehentlich auf sie zu legen, nahm ich sie auf meinen Bauch. Dort schlief sie ihre erste Nacht auf dieser Erde.

    Ich konnte in dieser Nacht „kein Auge zu machen“, da ich meinen Blick nicht von diesem wunderschönen Menschenkind lassen konnte und eh nicht auf dem Rücken einschlafen kann.

    (Ps. Wenn sie auch später (bis ca. 10 Jahre) nicht einschlafen konnte und ich mich zu ihr legte, legte sie ihren Kopf auf meinen Brustkorb und weg war sie).

    Am nächsten Tag als meine beiden Frauen schliefen, bin ich einkaufen gefahren und habe für die nächsten Tage vorgekocht. Auch wenn es viel Theater von Seiten der lieben Verwandten gab, haben wir für die erste Woche ein Besuchsverbot durchgesetzt, was wir nicht bereut haben.

    Zum Glück konnte ich mir für die ersten vier Wochen unbezahlten Urlaub nehmen (ich war damals schon freiberuflich tätig). Das war das Beste, was ich damals machen konnte und nie bereut habe. Es wäre wünschenswert alle Väter bzw. Eltern hätten diese Wahl und könnten es „finanzieren“.

    Es ist als Vater schon so schwer genug sich in der neuen Rolle und Familienkonstellation zurecht zu finden. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter lässt häufig erstmal keinen Platz für einen Vater.

    Viele frisch gebackene Mütter haben erstmal kein Bedürfnis nach Sex und/oder Nähe zu ihrem Partner. Die Nähe zu ihrem Kind füllt sie häufig ganz aus. Hierzu empfehlen wir euch den Beitrag „Eine kleine Auszeit vom Elternsein“ (Hinweis der Redaktion).

    Damit will ich nicht sagen, dass es für die junge Mutter nicht auch schwer ist, sich in die neue Rolle einzufinden, doch dies wird ihr zumindest in den ersten Wochen von ihrem Baby „gezeigt“.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Ps: Wie freuen uns sehr zu erfahren, wie eure Männern die Situation als Vater bei der Geburt erlebt haben.

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