Autor: Deva Wallow

  • Der verlorene bzw. alleingeborene Zwilling

    Der verlorene bzw. alleingeborene Zwilling

    Eines der schlimmsten Ereignisse, die einem Menschen passieren können, ist es, wenn sein Zwilling vor, bei oder nach der Geburt stirbt. Der berühmteste Betroffene ist Elvis Presley. Sein Zwillingsbruder starb bei der Geburt. Diese Erfahrung hat sein Leben nachhaltig geprägt. Der Superstar hat seine Villa zweifach, für seinen Bruder mit, eingerichtet.

    Wie Elvis tragen alle extrem schwer, wenn ein Zwilling stirbt. Der Andere fehlt so sehr, so unerträglich, dass nichts im Leben so recht Freude machen kann. Ein Teil des überlebenden Zwillings möchte so schnell wie möglich sterben, um wieder ganz nah beim Anderen zu sein, wieder ganz Eins zu sein oder weil er sich so schuldig fühlt. Wieder Eins zu sein, da man sich nur halb fühlt, das ist nicht nur eine Metapher, sondern alltägliche Realität. Wozu sich in der Schule oder bei der Arbeit noch anstrengen, wenn man eigentlich sterben will?

    Der Start ins Leben ist prägend

    Unsere Geburt beeinflusst unsere Überzeugungen von dieser Welt und prägt so unsere Sicht auf das weiteres Leben. Die Amerikanerin Elizabeth Noble, eine führende Expertin auf dem Gebiet der vorgeburtlichen Psychologie stellt in ihrem Buch „Having Twins“ die These vor, dass zu Beginn einer Schwangerschaft der Anteil von Zwillings- oder Mehrfachbefruchtungen zwischen 30 und 80 Prozent liegt. Wovon allerdings nur ca. 3 bis 5 Prozent nicht allein geboren werden. Selbst wenn das Phänomen des alleingeborenen Zwillings nur 20 Prozent aller Schwangerschaften betreffen würde, so wäre vermutlich jeder fünfte Mensch zu Beginn seiner Entwicklung nicht allein im Mutterleib gewesen.

    Geboren werden jedoch höchstens etwa drei bis fünf Prozent Zwillinge oder Mehrlinge. Selbst wenn das Phänomen des verlorenen Zwillings nur 20 Prozent der Schwangerschaften betreffen würde, wäre bereits jeder Fünfte von uns nicht allein im Mutterleib gewesen.

    Die Betroffenen leiden unter Sehnsucht, Einsamkeit und unerklärlichen Schuldgefühlen.

    Ich habe vor allem durch die Heilung des Verlustes meiner verlorenen Zwillingsschwester und nicht zuletzt in meiner Arbeit mit meinen Klienten erfahren, wie viel unverstandenes Leid und wie viele Beziehungsdramen aus einem verlorenen Zwilling entstehen.

    Es gibt viele Suchende, die mehrfach als Weltreisende die Erde umrundet haben, Therapiesuchende, die bereits ohne größeren Erfolg mehrere Therapien gemacht haben und Haustierbesitzer, die den Tod ihres geliebten Tieres über viele Jahre nicht verkraften.

    Dieses sind nur einige Beispiele. Im Nachhinein betrachtet, mit dem Verständnis des im Mutterleib verlorengegangenen Zwillings, können sie die Suche besser verstehen. Sie suchen verzweifelt und meist unbewusst nach dem oder der Anderen.

    Häufig bewirkt die Entdeckung des Verlorenen Zwillings bei Klienten: Erwachsene, Jugendliche und Kinder tiefgreifende Auswirkungen auf das Lebens- und Liebesglück.

    Die Symptome eines verlorenen Zwilllings

    Es können bei allein geborenen Zwillingen sowohl körperliche als auch psychische Symptome beobachtet werden. Diese Symptome können natürlich auch völlig andere Ursachen haben und sollten gegebenenfalls von einem Arzt untersucht werden.

    Körperliche Auswirkungen

    Hörschwierigkeiten

    • Durch den Schock des Anhalten des Herzschlages des anderen kommt es vermutlich zu einem Schock.

    Verwachsungen an der Wirbelsäule (Skoliose)

    • Kann dadurch entstanden sein, dass der Fötus sich immer von dem toten Anderen wegdrehen wollte.

    Psychosomatische Auswirkungen

    unerklärliche Schwindelanfälle

    • die nach dem Aufdecken des verlorenen Zwillings aufhörten.

    Enge in der Brust / Herzschmerz / Atemschwierigkeiten

    • haben oft keine organischen Ursachen und enden häufig mit dem Wiederentdecken des verlorenen Zwillings.

    Panikattacke, Zitterkrämpfe, Herzrasen und Todesangst

    • besonders Überlebende von Abtreibungen berichten von diesen Symptomen.

    Psychische Auswirkungen des frühen Verlustes

    Schuldgefühle, weil

    • man mehr Glück hatte als der Andere
    • man dem Anderen Platz weggenommen hat und er deswegen gestorben ist
    • der Überlebende dem Anderen nicht helfen konnte und am Leben halten konnte.

    Sie wollen anderen helfen, sie retten und das bis an bzw. über ihre Schmerzgrenze, soweit, dass sie sich in der Beziehung verlieren. Sie können es nicht ertragen, dass sie ihren Zwilling nicht retten konnten und haben häufig ein extrem großes Kontrollbedürfnis, um diesmal ein weiteres „Drama“ zu verhindern. Aus diesem Grund bleiben und leiden sie für viele Außenstehende unerträglich lange in unglücklichen Beziehungen.

    Einsamkeit

    • alle, die Eltern, Geschwister, Partner, Freunde scheinen irgendwie nicht die Richtigen zu sein
    • niemand kann wirklich den fehlenden Zwilling ersetzen, seine innige Liebe, seinen Hautkontakt und innige Nähe
    • es bleibt ein leeres Loch in der Seele zurück, der wichtigste Mensch fehlt
    • niemand versteht das, am wenigsten der allein geborene Zwilling selbst.

    An Freunden „kleben“

    • die häufig den verlorenen Zwilling ersetzen sollen, diese wenden sich daraufhin häufig ab, wenn es ihnen zu eng wird.

    Kraftlosigkeit

    • da der Andere so fehlt und man/frau sich so einsam fühlt
    • sie sich dem Tod näher fühlen als dem Leben
    • Glaube, den Anderen mit ihrer Kraft und Leibesfülle getötet zu haben.

    Verfolgungsgefühle, Angst vor Berührungen und Panik im Fahrstuhl

    • für einige allein geborene Zwillinge ist Körperkontakt ein Gräuel, aus dem Grund, den toten Zwilling im Mutterleib, nicht zu berühren.

    Eifersucht

    • Angst den Partner, wie den Zwilling, zu verlieren.

    „Hunger“ nach Nähe und Berührung

    • einen scheinbar unstillbaren Hunger nach Berührung
    • um den Mangel an Berührung auszugleichen, üben sie Berufe wie Masseur, Friseur, Krankenschwester, Krankengymnast aus
    • sie raufen sich als Kinder, um möglichst viel angefasst zu werden.

    Neigung zu schweren Fehlschlägen und Misserfolgen im Beruf

    • „Was ich auch anfasse, geht schief“ – Schuldgefühle und vom Pech verfolgt fühlen. „Allein schaffe ich es nicht.“

    Schwierigkeiten, Kinder zu bekommen

    • Die Zahl der Kinderlosen liegt bei Halbzwillingen weit über dem Durchschnitt, es kommt bei weiblichen allein geborenen Zwillingen häufig zu Fehlgeburten, sie können ihre Kinder nicht bei sich behalten.

    Die Sehnsucht in den Tod zu dem verlorenen Zwilling

    • Äußerlich „passieren“ ihnen beispielsweise wiederholt schwere Unfälle
    • betreiben Extremsportarten und/oder sind extrem risikobereit
    • sie bekommen Krankheiten, bei denen sie nur mit Glück überleben.

    Hatte ich einen Zwilling?

    Viele Fragen sich bzw. mich, woran sie erkennen können, dass sie einen Zwilling hatten. Das erste, was auffällt, ist die Beschreibung der Symptome der Klienten. Darin liegen oft schon Hinweise, zu einem verlorengegangenen Zwilling. Hier einige Bespiele:

    „Ich fühle mich nur halb, es ist als hätte ich nur die halbe Kraft im Leben zur Verfügung“. „Sehr oft habe ich das Gefühl, als fehlt mir etwas, um glücklich zu sein. Einsamkeit ist mein Lebensthema. Schon als Kind habe ich mich oft so unerträglich einsam gefühlt, so allein. Das geht auch nicht wirklich weg, wenn ich mit Freunden zusammen bin“.

    „Mir steht es nicht zu, viel Geld zu verdienen und dabei in meinem Beruf Freude zu haben“. „Ich habe ständig Schuldgefühle, dass ich jemanden etwas wegnehme, dass ich schuldig bin, wenn es jemanden schlecht geht“. „Ich habe so eine Angst, verlassen zu werden. Bei nur dem geringsten Anzeichen, dass mein Partner mich verlässt oder sich eine/n andere/n sucht, werde ich fasst verrückt“.

    „Ich habe manchmal panische Angstzustände, die ich mir nicht erklären kann und fühle mich von anderen Menschen bedroht. Besonders schlimm ist dieses im Fahrstuhl“. „Ich lasse keinen Partner wirklich an mich ran. Sobald es zu dicht wird, trenne ich mich“.

    Hinter all diesen Sätzen können auch andere Ursachen liegen. Wenn der Verdacht entsteht, dass jemand einen verlorengegangenen Zwilling hat, ist es wichtig, dieses zu überprüfen und nicht vorschnell zu deuten. Das hilft niemandem. Was können Sie als Nicht-Fachmann tun? Folgen Sie Ihrem Herzen, Ihrem Mut und Ihrer Intuition.

    Merkt es die Mutter, wenn ein Zwilling stirbt?

    Gewöhnlich merkt die Mutter nichts. Selten gibt es kleinere oder größere Zwischenblutungen. Selbst wenn in einer sehr weit fortgeschrittenen Schwangerschaft einer stirbt, merkt die Mutter meistens nichts außer über Träume oder ihre Intuition.

    Üblich ist bis heute, den Frauen erst im dritten Schwangerschaftsmonat die gesehene Mehrlingsschwangerschaft mitzuteilen, weil der zweite oder auch dritte Embryo vorher häufig verschwindet. Viele Ärzte wollen Schwangeren eventuelle Enttäuschungen ersparen. Doch häufig ahnt auch der Mediziner nichts und so steht nur sehr selten „V.a. Gemini“ (Verdacht auf eine Zwillingsschwangerschaft) im Mutterpass.

    Bei Ultraschalluntersuchungen wird nichts von einem Abgang bemerkt, wenn der Verlust bereits vor dem ersten Ultraschall geschehen ist. Schon innerhalb weniger Wochen ist es nicht mehr möglich, den abgestorbenen Embryo im Mutterleib nachzuweisen.

    Wenn der eine Zwilling stirbt, woran merkt der Andere das?

    Zunächst werden der Herzschlag und die Bewegungen schwächer, dann hören sie ganz auf. Fünf Wochen nach der Einnistung, wenn der Embryo eine gewisse Größe erreicht hat, spürt er die Gegenwart des anderen sehr genau.

    Das Ohr ist das erste, was ein werdender Mensch ausbildet. Der Zwilling hört als erstes seinen eigenen Blutkreislauf und den des anderen, noch bevor das Herz anfängt zu schlagen. Die Geräusche seines Geschwisters sind ihm näher als die Darmgeräusche und der Herzschlag der Mutter.

    In den Fünfziger Jahren ging man noch davon aus, dass Embryos und gar Neugeborene nichts fühlen oder großartig wahrnehmen könnten, dass ging soweit, dass man Operationen an Neugeborenen teilweise ohne Betäubung vornahm. Sie galten als unbeschriebenes Blatt.

    Der amerikanische Forscher David Chamberlain beobachtete 1998 in Ultraschalluntersuchungen, dass bereits zwei Monate alte Embryos bewusst wahrnehmen und reagieren können.

    Schwierigkeiten im Leben des alleingeborenen Zwillings

    Für jeden Menschen, der im Mutterleib Geschwister verloren hat, sind die Auswirkungen im Leben unterschiedlich. Jeder hat eigene Wege gefunden, mit der Katastrophe umzugehen. Einigen, die einen verlorenen Zwilling im Mutterleib verloren haben, gelingt es, diese Erfahrungen im Leben sehr gut auszugleichen.

    Doch manchmal reichen kleine Ereignisse in ihrem Leben, um die Erfahrungen um den verlorenen Zwilling wieder wachzurufen. Verschiedene Lebenssituationen fordern den überlebenden Zwilling auf, ihn wiederzuentdecken. Es ist, als würde er rufen: „Hallo, hier bin ich – jetzt erinnere Dich endlich an mich!“

    Alleingeborene Zwillinge lieben anders

    Für viele allein geborene Zwillinge könnte das Verschmelzen der ersten Verliebtheit ewig weitergehen. Wenn der Partner ein Einling ist, ist er nach der anfänglichen Verliebtheit irritiert. Eine Zwillingsnähe kennt, sucht und kann dieser auch nicht geben. Sehr schnell sucht der überlebende Zwilling, durch viel Nähe beim Partner, seinen verlorenen Zwilling.

    Die körperliche Nähe zu seinem Partner hat für ihn höchste Priorität. Seinem Partner wird (nach dem Verliebtsein) das Nähebedürfnis zu viel. Schnell fühlt er sich kritisiert und bedrängt. Der Einling versteht den allein geborenen Zwilling nicht. Er hat das Gefühl Alles zu geben und seinen Partner auch von Herzen zu lieben (so wie es seinem „Liebesprogramm“, seinem innersten Bedürfnis, entspricht).

    Konflikte sind vorprogrammiert. Der Einling zieht sich zurück, was seinem Partner an das Drama im Mutterleib erinnert. Für ihn bricht eine Welt zusammen. Er bekommt große Angst, versucht alles um seinen Partner zu halten und stößt ihn dadurch nur immer weiter weg. So sehr sich die allein geborenen Zwillinge auch bemühen ihren Partner immer mehr loszulassen und Freiraum zu geben, sie schaffen es nie lange.

    Eine mögliche Lösung besteht im inneren Kontakt zu seinem gestorbenen Zwilling. Dann braucht ihm sein Partner die fehlende Zwillingsnähe nicht zu geben.

    Jeder kann nur sein eigenes Beziehungsprogramm leben

    Den größten Fehler, den allein geborene Zwillinge machen können, ist, sich einen Partner zu suchen, der es eher unverbindlicher und viel Freiraum braucht. Ansonsten ist viel Leid vorprogrammiert.
    Viele allein geborene Zwillinge und auch lebende Zwillinge brauchen, um ihr großes Herz öffnen zu können, einen verlässlichen Partner, für den ihre verschmelzenden Nähewünsche keine Bedrohung sind.

    Wenn überlebende Zwillinge ihr Herz öffnen, werden ihre Grundbedürfnisse offensichtlich. Ihre Beziehungen werden tief und intensiv. Eine andere Art von Beziehungen ist für sie nicht möglich. Diese Tiefe und Intensität, mit der sich überlebende Zwillinge auf einen Partner einlassen, ja einlassen müssen, lässt sich auch mit der besten Therapie nicht wegtherapieren.

    Jemand der es gerne nah und intensiv hat, kann sich nichts Schlimmeres antun, als seine tiefe Sehnsucht nach inniger Nähe, die auch am Anfang seines Lebens da war, abzuschneiden.

    Seinen verlorenen Zwilling wiederentdecken

    Wenn sie das Gefühl haben dieses Trauma zu haben, suchen Sie sich am besten professionelle Begleitung und Unterstützung. Ihr Zwilling wird sich jedoch erst zeigen, wenn Sie so weit sind, sich diesem Trauma zu stellen. Bei mir hat es sich z.B. erst nach 5 Jahren Ausbildung und Theraphie gezeigt. Bei einer Klientin von mir bereits kurz vor ihrem 16. Geburtstag und nach dem Wiederfinden des Zwillings ihrer Mutter.

    Aus diesem Grund kann es sich z.B. auch bei Familienaufstellungen lange Zeit nicht zeigen.

    Um die Situation für sich behutsam zu klären, sollte dies idealerweise

    • in einem geschützten Rahmen geschehen,
    • der von einer versierten Person geschaffen wird,
    • welche dieses Thema für sich selbst geklärt und verarbeitet hat
    • und von anderen Themen unterscheiden kann.

    Die Erfahrung zeigt, dass der überlebende Zwilling für seine Heilung Kontakt zu dem Anderen, der gegangen ist, aufnehmen muss, z.B. als inneres Bild im Herzen.

    Beim Wiederentdecken des verlorenen Zwillings zeigt sich immer wieder, dass der Gegangene sich wünscht, dass es dem anderen gut geht und er ein gutes Leben und einen lieben Partner hat.

    Behandlungs-Methoden

    Nachfolgend einige Methoden, wie man Klienten dahin begleiten kann, zu spüren, ob sie einen verlorenen Zwilling haben.

    • Innere Bilderreise, manche bevorzugen den Ausdruck Visualisierungen, Trancereisen oder Fantasiereisen
    • Das Erleben in der Gebärmutter szenisch nachstellen mit Hilfe des Verbundenen Atems, der den Zugang zum Unterbewussten schafft.
    • Familienaufstellungen
    • kinesiologischer Muskeltest
    • Warmwasser-Tiefenentspannung

    Es hilft nach meiner Erfahrung nicht, allein theoretisch zu wissen, dass man einen Zwilling gehabt hat, sondern man muss diese Verbindung zum Anderen und die sich daraus ergebenden Folgen für das eigene Leben spüren. Nur in Verbindung mit dem Fühlen, hat die Wiederentdeckung des verlorenen Zwillings therapeutisch heilende Kraft.

    Wenn es einen verlorenen Zwilling gegeben hat und die Zeit, ihn wiederzuentdecken, noch nicht reif ist, meldet sich das Thema zu gegebener Zeit wieder. Prägende Kindheitserlebnisse und eine Einbindung in schwere Familienschicksale müssen manchmal erst angeschaut und geachtet werden. Die meterdicken Schutzmauern haben lange die Funktion gehabt, dem alleingeborenen Zwilling beim Überleben zu helfen.

    Ohne sie wäre er durchgedreht vor Schmerz und Einsamkeit. Wenn es an der Zeit ist, aus dem Bunker herauszukommen, wartet ein anderes, frischeres und erfüllteres Leben auf den überlebenden Zwilling. Er kann zudem zu einer großen Inspirationsquelle werden und ein großes Potential freisetzen.

    Dieser Artikel ist zum Großteil eine Zusammenfassung des Buches „Das Drama im Mutterleib“, von Alfred R. und Bettina Austermann, mit Ergänzungen aus „Der Verlorene Zwilling“, von Evelyne Steinemann und meinen eigenen Erfahrungen als Betroffener und Therapeut.

    Euer Deva (Familientherapeut / Traumatherapeut)

    Beitragsfoto: katrinaelena / Getty Images Pro
  • Buchempfehlung: „Deine selbstbestimmte Geburt im Krankenhaus“

    Buchempfehlung: „Deine selbstbestimmte Geburt im Krankenhaus“

    Eltern fragen uns immer wieder von Eltern, wie man sich am besten auf die Geburt vorbereiten sollte. Wir sind selbst in verschiedensten Geburtsvorbereitungskursen als Kursleiter unterwegs (FlowBirthing, die bewegte Geburt etc.) und empfehlen insbesondere:

    Wählt mit Bedacht euren Geburtsort aus!

    Wer sich für das Krankenhaus entscheidet, was auch manchmal mangels Alternativen die einzige Auswahl ist, sollte sich im Vornherein gut mit den Rechten und Möglichkeiten im Kreißsaal auseinandersetzen.

    Denn nur informierte Eltern können aus allem das beste machen. Letztlich hängt viel von diesem Elternwissen ab.

    Um eine möglichst selbstbestimmte Geburt im Krankenhaus zu erleben sollten die Eltern:

    • die Abläufe im Krankenhaus kennen
    • Interventionen kennen, die oft vorkommen und damit verbunden Wahlmöglichkeiten
    • Möglichkeiten, selbst die Atmosphäre zu beeinflussen
    • Die eigenen Rechte unter der Geburt

    Diesen Ratgeber können wir allen Eltern ans Herz legen, die in einer Klinik entbinden, um sich bestens vorzubereiten:

    „Deine selbstbestimmte Geburt im Krankenhaus“

    Wie du für ein gutes Geburtserlebnis sorgen kannst. Mit einem Vorwort von Prof. Dr. med. Sven Hildebrandt

    In diesem Buch wird die Geburt als natürlicher Prozess geschildert, nicht schlimmer und nicht schöner als sie ist. Geburt heißt: ein Baby zur Welt bringen, Vertrauen, Geborgenheit und wundervolle Naturgewalt. Und Frauen sind von Natur aus genau richtig gebaut, um das zu schaffen. Nur die Interventionen im Klinikalltag können dieses Wunder stören und eine Kette von nötigen Interventionen auslösen.

    Hier findet ihr das Buch auf Amazon: (per Affiliatelink: solltet ihr das Buch bestellen, bekommen wir eine Mini „Vermittlergebühr“, die ihr aber nicht zu spüren bekommt^^).

    Liebe Grüße

    Eure Mira

  • Mit Kindern schimpfen und wie ihr es besser machen könnt

    Mit Kindern schimpfen und wie ihr es besser machen könnt

    Auch wenn ich es an sich nicht für hilfreich finde, mit seinen Kindern zu schimpfen, passiert es uns Eltern insbesondere in Stresssituationen schon das ein oder andere mal. Doch wenn es doch passiert, ist es wichtig, uns unseren Eindruck auf unsere Kleinen bewusst zu machen.

    Macht euch das Größenverhältnis beim Schimpfen bewusst

    Wenn ihr entspannt und verbunden mit ihnen seid, nehmen sie euch als einen „riesigen“ Beschützer wahr. Doch stellt euch einmal einen eher gereizten /wütenden Menschen vor. Der zudem fast 3-mal so groß und wesentlich kräftiger ist und euch zudem noch sehr nahe kommt. Und das nicht selten mit einem erhobenen Zeigefinger.

    Hinweis: Ein ausgestreckter Zeigefinger wirkt in solchen Situationen häufig wie eine Waffe.

    Was macht diese Vorstellung mit euch? Mir macht sie eine „Heidenangst“. Und selbst wenn die Kinder größer werden, ist der Größen- und Kräfteunterschied sowie der damit verbundene Eindruck immer noch sehr groß.

    Wenn ihr mit euren Kindern sagen wir bis mindestens zwischen 3 und 4 Jahre von weiter weg „schimpft“, kann es gut sein, dass sie es nicht mehr mit sich und ihrem Verhalten in Verbindung bringen. Vermutlich macht es ihnen einfach „nur“ Angst, dass da gerade ein großer und bedrohlicher Mensch in ihrer Nähe ist. Was ganz bestimmt nicht sehr angenehm ist.

    Wenn ihr gar vor ihnen steht und auf sie runter schaut, kann ich mir gut vorstellen, dass sie sich aus Todesangst innerlich „wegbeamen“. In solchen Situationen sind sie auf jeden Fall nicht aufnahmefähig für „Kritik“. Und werden ihr Verhalten nicht ändern, was beides nicht das ist, was ihr euch für eure Kinder wünscht. 

    Mit Kindern schimpfen stärkt deren Überzeugung nicht liebenswert zu sein

    Nicht nur euren Kinder auch euch bzw. euerem inneren Kind macht es Angst, wenn es kritisiert wird. Warum? Kinder (auch euer inneres Kind) können Kritik an ihrem Verhalten nicht von Kritik an ihrer Person trennen.

    Das heißt, immer wenn ihr sie kritisiert, wenn sie z.B. ein Glas fallen lassen, fühlen sie sich als Person kritisiert und somit verstärkt es ihren Gedanken nicht ok bzw. nicht liebenswert zu sein. Danach schaltet es seine „Ohren auf Durchzug“, um sich vor weiteren Schmerz durch Kritik zu schützen.

    Wie es besser klappt

    Begibt euch soweit wie möglich auf Augenhöhe eures Kindes, wenn ihr mit ihnen spricht und vor allem wenn ihr sie (positiv oder negativ) kritisiert. Wenn ihr sie negativ kritisiert, atmet zuvor zudem mehrmals tief ein und aus, um eure Stimme, eure Körperhaltung und Emotionen zu entspannen bzw. zu beruhigen.

    Macht euch bewusst, dass „alles was nicht Liebe ist, ein Schrei nach Liebe ist“, d.h. euer Kind verhält sich nicht unkooperativ, weil es böse ist oder euch Ärgern will, sondern weil es sich verletzt fühlt und nach eurer Aufmerksamkeit „schreit“. Es fehlt ihm also etwas.

    Probiert also lieber herauszufinden, was eurem Kind fehlt, anstatt sein Verhalten zu kritisieren. Bestenfalls nach dem Motto: „Erst zuhören dann reden“. Wenn ihr eurem Kind erstmal eure Aufmerksamkeit schenkt, ist es anschließend bereit eure Wünsche oder Verhaltensänderungen aufzunehmen.

    Und damit dies immer leichter fällt, ist es hilfreich, gut auf die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse sowie für ausreichend Entspannung zu achten. Denn nur wenn ihr entspannt sein, könnt ihr entspannt auf das Verhalten eurer Kinder reagieren.

    Werbung: Unser Buch

    In unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern – Mit Verständnis, Verantwortung und Vertrauen durch den Familien-Alltag“ findet ihr wertvolle und leicht umzusetzende Tipps und Beispiele, wie ihr euren Kindern Grenzen setzen und auf ihr unkooperatives Verhalten reagieren könnt, ohne zu schimpfen.

    Euer Deva

    Beitragsfoto: Choreograph / Getty Images Pro
    Foto 2: DGLimages / Getty Images Pro
  • Wie kommt es zu einer Wochenbett-Depression und was hilft?

    Wie kommt es zu einer Wochenbett-Depression und was hilft?

    Wochenbett-Depression: Für junge Mütter ist es kaum begreiflich, dass sie sich trotz einer nicht immer angenehmen Schwangerschaft und gut überstandener Geburt nicht über ihr gesundes Baby freuen können.

    Symptome einer Wochenbett-Depression

    Am dritten Tag nach der Geburt eines Kindes fühlt sich ein Großteil der frisch gebackenen Mütter niedergeschlagen, weinerlich, leicht reizbar und antriebslos. Eine große Mehrheit der Mütter fühlt sich zudem Stimmungsschwangungen unterworfen. Diese werden auch Baby Blues bekannt und verschwinden in der Regel innerhalb weniger Tage oder gar nach Stunden nach der Geburt. Bei anhaltenden Symptomen spricht man von einer Wochenbett-Depression.

    Die häufigsten Symptome einer Wochenbett-Depression sind:

    • ein anhaltendes Gefühl von Traurigkeit,
    • Antriebslosigkeit und extreme Müdigkeit, sowie
    • Mut- und Freudlosigkeit gegenüber Nahestehenden und der Umwelt

    Weitere Symptome sind:

    • Schlafstörungen, selbst wenn das Baby ausreichend schläft
    • Sorgen und Unruhe
    • häufiges und anhaltendes Weinen
    • Schuldgefühle und Selbstvorwürfe
    • ein geringes Selbstbewusstsein
    • Schwierigkeiten sich zu konzentrieren, sowie Entscheidungen zu treffen
    • eine über die Stilldemenz hinausgehende Vergesslichkeit
    • Bindungsschwierigkeiten mit dem Baby
    • Gefühl, sein Leben nicht bewältigen zu können
    • Beängstigende Befürchtungen, das Baby verletzen zu können
    • das Gefühl, das Baby nicht lieben zu können
    • unerklärliche Schmerzen
    • Panikattacken
    • Selbstmordgedanken oder Selbstverletzungen

    Auch wenn eine postnatale Depression eine temporäre Erkrankung ist, sollte sie so früh wie möglich behandelt werden, da sie nicht von alleine vorübergeht und negative Auswirkungen auf die Bindung zwischen Mutter und Kind, sowie zwischen Mutter und Vater haben kann.

    Folgen für das Baby und den Partner

    Eine Wochenbett-Depression hat sowohl Auswirkungen auf das Baby wie auch auf die Beziehung der Eltern. So klappt das Stillen häufig nicht so entspannt, was das Gefühl der Unzulänglichkeit der Mutter verstärkt. Die sich verstärkende Unsicherheit der Mutter überträgt sich immer mehr auf das Neugeborene. Dieses zeigt seine Unsicherheit nicht selten durch vermehrtes Quengeln und Schreien, was sich wiederum die Negativspirale der Depression ankurbelt.

    Der Partner bzw. Vater kann diese gedämpfte Stimmung nach der Vorfreude bis zur Geburt genauso wenig verstehen, wie Außenstehende und fühlt sich hilflos, da er nicht weiß, wie er seine Frau und sein Kind unterstützen kann. Im „schlimmsten“ Fall zieht er sich der immer weiter raus aus der „Situation“ und verbeißt sich in seine Arbeit oder andere Ablenkungen.

    All dies verstärkt die Befürchtungen der Mutter ihr Baby nicht liebevoll versorgen zu können und das erschwert ihr Reinfinden in und das Ausfüllen ihrer neuen Rolle als Mutter.

    Und selbst wenn die Schwangerschaft nicht so gut verlief, „erwartet“ bzw. hofft man, dass es doch zumindest nach einer komplikationslosen Geburt besser werden müsste.

    Nur ungefähr jede dritte Mutter traut sich in einer solchen Situation, die sie als alles andere als „normal“ empfindet, aus Angst vor Unverständnis, damit an ihren Arzt oder Hebamme zu wenden.

    Eine Wochenbett-Depression kann, muss aber nicht durch erkennbare Anzeichen in der Schwangerschaft, wie durch Partnerschaftsprobleme vorgezeichnet sein.

    Mögliche Ursachen einer Wochenbett-Depression:

    • Unsicherheit in der Liebe zum Partner mit der Folge Angst zu haben es nicht „allein“ zu schaffen
    • „Erinnerung“ an eine eigene traumatische Geburt, unabhängig davon, ob die Geburt als Mutter störungsfrei verlief
    • Eigener Druck es „besser“ zu machen oder genauso gut wie die eigenen Eltern oder (gefühlter) Druck von außen
    • Unterschätzte Geburtsfolgen, wie Veränderung des Körpers und Hormonumstellungen, die die Mutter verunsichern
    • In sehr viele Fällen fallen die auftretenden Versagensängste auf fruchtbaren Boden, wobei die Ängste bereits rund um die eigene Geburt oder Kindheit entstanden sind
    • Wenn das Kind viel schreit, aus welchen Gründen auch immer, verfällt eine neue unerfahrene Mutter häufig ins Grübeln, und nicht selten gibt sie sich dann die Verantwortung
    • nicht zuletzt sind es häufig finanzielle Zukunftssorgen, weil das Einkommen durch die eigene Arbeit zu sehr zu Buche schlägt und/oder der Job des Partners wackelig ist
    • Angst die neue „Rolle“ als umsorgende Mutter mit ihren anderen „Rollen“ als Partnerin, Frau, Tochter, Mitarbeiterin und Freundin etc. unter einen Hut zu bekommen
    Wochenbett-Depression 2

    Wenn Sie das Gefühl haben, dass sie, ihre Partnerin, eine Verwandte oder Freundin unter einer Wochenbett-Depression leiden, finden sie nachfolgend hilfreiche Tipps.

    Hilfreiche Tipps bei einer Wochenbett-Depression:

    • Der Austausch mit anderen, die der verunsicherten Mutter Verständnis für ihre Ängste schenken können und in ihrem Tun bestätigen.
    • Besonders wichtig ist es, dass die Mutter ihre Ängste und ihr damit verbundenes Leid äußern kann und ihre möglichen Tränen fließen lassen darf.
    • Wenn dieser Austausch nicht innerhalb der Familie oder Freunden stattfinden kann, dann wäre ein Austausch zwischen Gleichgesinnten, ob online oder in Selbsthilfegruppen ratsam.
    • Es ist hilfreich einer betroffenen Mutter Unterstützung im Haushalt, z. B. durch Wäsche waschen, Kochen, Putzen etc. anzubieten. Wenn möglich sollte sie solche Aufgaben, die sie selber noch gut schafft, auch übernehmen.
    • Eine liebevolle / verständnisvolle Umarmung tut gut, wenn die Mutter gerade dazu empfänglich oder ihr zumindest nicht ablehnend gegenübersteht.
    • Wenn möglich das Baby viel in einer Trage tragen

    Stillen verringert das Risiko einer Wochenbett-Depression

    Beim Stillen wird das Hormon Oxytocin verstärkt ausgeschüttet. Dieses Glückshormon verringert das Risiko einer Wochenbett-Depression (peripartalen Depression) erheblich. Und da beim Kuscheln vor allem mit Hautkontakt auch Oxytocin ausgeschüttet wird, sollte so viel wie es für alle Familienmitglieder okay ist, gekuschelt werden!

    Wenn dies alles nicht greift, sollte der betroffene Mutter gut zugeredet werden, sich mit der Erkrankung an ihren Hausarzt oder Gynäkologen zu wenden und darüber professionelle Unterstützung einer/eines erfahrenen Therapeuten zu suchen. Denn sollte sie im Wochenbett nicht diagnostiziert und behandelt werden, kann sie sich zu einer chronischen Störung entwickeln. Was unbedingt vermieden werden sollte!

    Übrigens, auch Männer können von einer Wochenbett-Depression betroffen sein!

    Euer Deva (Familien- und Traumatherapeut)

    Beitragsfotos: Highwaystarz-Photography / Getty Images
  • Die schönste Geburtsvorbereitung der Welt!

    Die schönste Geburtsvorbereitung der Welt!

    Hallo Ihr Lieben, heute haben wir einen ganz besonders schönen Tipp für euch, den wir von der Hebamme Anja Lehnertz ins Ohr geflüstert bekommen haben:)

    Denn sie kennt die Mädels von NONAWUNDER und hat uns direkt eine Nachricht geschrieben: „Das müsst ihr euch anschauen, es ist so wunderschön!“

    Wer da nicht neugierig wird…

    Wenig später klingelte es an der Tür und der Postbote überreichte uns ein riesiges Paket. Damit hatten wir gar nicht gerechnet, denn wir erwarteten eigentlich nur „ein Buch“;) Mit Freude packten wir also das Paket aus.

    Der Lila Faden: Für eine schöne Schwangerschaft und eine angstfreie Geburt

    Zum Vorschein kamen gleich ZWEI Bücher und ein riesiger, wunderschöner Wandkalender mit auszutauschenden, wunderschönen Bildern, die die Schwangerschaft begleiten.

    Die zwei Bücher unterteilen sich in einen Ratgeber und ein Tagebuch.

    Der Ratgeber bereitet die Eltern (ja, beide!) auf die Geburt vor, hat wunderschöne Einblicke in Form von Fotos und vor allem die besten Tipps direkt aus Hebammenhand.

    Wer sich also wirklich umfassend vorbereiten möchte, ist wirklich gut mit dem „Lila Faden“ beraten. Es wird die Angst vor der Geburt genommen und gleichzeitig eine Vorfreude aufgebaut, denn man möchte am liebsten direkt das Baby bekommen (Anm. d. Redaktion: schade, dass das bei uns kein Thema mehr ist^^).

    Das Tagebuch begleitet vor allem emotional.

    Aber auch hier findet Vorbereitung statt, in Form von eingestreuten Fragen zum richtigen Zeitpunkt, auch wieder begleitet von wunderschönen Bildern:)

    Wenn du also neben dem Kurs bei deiner Hebamme die schönste Geburtsvorbereitung der Welt für dich, dein Baby und natürlich deinen Partner haben möchtest, findest du diesen hier, direkt auf der Seite von NONAWUNDER:

    https://www.nonawunder.de/der-lila-faden/

    Wir wünschen dir eine wunderschöne Kugelzeit und viel Spaß mit den tollen Bildern und der perfekten Vorbereitung auf die Geburt deines Babys:)

    Deine Babytalk-Redaktion
    Mira und Deva

  • Die verflixten Zahnungsschmerzen beim Baby und was man dagegen tun kann / Werbung

    Die verflixten Zahnungsschmerzen beim Baby und was man dagegen tun kann / Werbung

    Zahnungsschmerzen: Wenn die ersten Zähnchen einschießen, kommt es zu vielen Tränen bei den Mäusen, die dem Schmerz scheinbar hilflos ausgeliefert sind. Als Eltern wünscht man sich, man könnte seinem Schätzchen erklären, was da drückt und weh tut, aber das verstehen die Kinder leider noch nicht.

    Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als Abhilfe zu schaffen, den Schmerz möglichst gering zu halten und dem Baby die Zeit des Zahnens zu erleichtern.

    Wichtig:
    Wenn dein Kind Schmerzen hat, ist eines besonders wichtig: KUSCHELN!

    Kein Medikament dieser Welt ist so wirkungsvoll und beruhigend, wie von Mama oder Papa gehalten zu werden. Denn zu den Schmerzen kommt ja noch eines hinzu: Das Kind weiß ja nicht, dass es Zähne bekommt. Es spürt nur „Aua!“ und wie sehr die Schmerzen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

    Wenn du eine Babytrage / ein Tragetuch hast: Rein mit dem Kind!

    Wenn du keines hast, leihe dir eine oder Kuschel auf dem Sofa mit deinem Baby. Zeige, dass du da bist und dass die Welt nicht auseinander fällt, indem du beruhigend redest und viel Hautkontakt herstellst.

    Ein Geheimtipp:
    Die Stränge der Nerven, die Schmerzen weiterleiten, sind wirklich (!) dünner als die Stränge, die Kuschel- und Streichelgefühle weiterleiten. Wir empfehlen dir dringend STREICHEL und KRAULE dein Baby, so wird der Schmerz weniger intensiv ans Schmerzzentrum weitergeleitet.

    Da aber nicht immer ohne weiteres Kuscheln und Tragen funktioniert (zum Beispiel im Auto…), haben wir uns nach Helfern umgeschaut, die das Zahnen super unterstützen:

    Wir haben natürliche Mittelchen entdeckt, die nicht nur schmerzlindernd wirken, sondern auch absolut zucker- und alkoholfrei sind. Um somit nicht schon den Start eines Zahns mit möglichen Verursachern von Karies zu begleiten. Hier das Mama Aua! Zahnungsgel von der Shop Apotheke:

    Zahnungsschmerzen

    Aufgrund der Zusammensetzung konnte zur Gänze auf die Verwendung von Alkohol, als auch auf die Beigabe von Zucker und Zuckeraustauschstoffen verzichtet werden!

    Zudem kann Mama Aua! Zahn mehrmals täglich angewendet werden.

    Schon seit Urzeiten beliebt, sind auch die Osanit® Zahnungskügelchen + Osaflat®, also das homöopathische Duo für eine leichtere Zahnungszeit.

    Die haben wir oft selbst bereits als Kind bekommen, und da sie ebenfalls rein natürlich sind, schaden sie mit Sicherheit nicht.

    Zu guter Letzt noch ein Tipp von unseren Hebammen: VEILCHENWURZELN sind einfach super zum darauf Herumbeißen und wirken auch schmerzlindernd. Natürlicher geht es nicht, und auch diese bekommt ihr in der Shop Apotheke.

    Zahnungsschmerzen

    Sollten die Schmerzen über einen langen Zeitraum anhalten oder dein Kind sich ungewöhnlich schmerzerfüllt verhalten (achte auf dein Bauchgefühl!), bitten wir dich, deine Hebamme oder deinen Kinderarzt zu befragen, um sicher zu stellen, dass es sich „nur“ um Zahnen-Symptome handelt:)

    Gute Besserung euren Mäusen und gute Nerven Euch Eltern!

    Eure Babytalk-Redaktion

    Beitragsfoto: cassinga / Getty Images Pro

  • Die Basis der Persönlichkeit wird in Schwangerschaft gelegt

    Die Basis der Persönlichkeit wird in Schwangerschaft gelegt

    Basis der Persönlichkeit: Nach Erkenntnissen des bekannten Neurobiologen Gerald Hüther haben bereits die Vorstellungen und Erwartungen der Eltern von ihrem zukünftigen Kind Einfluss auf die Persönlichkeit des Kindes.

    Die werdende Mutter und ihr Embryo bilden während der Schwangerschaft eine sprichwörtliche Symbiose. Denn auch wenn die Blutkreisläufe voneinander getrennt sind, bleiben Mutter und Kind über die Plazenta verbunden.

    Die vertraute Stimme der Mutter hat eine sehr beruhigende Wirkung auf das Kind. Dies schenkt dem Kind in der Schwangerschaft, so wie auch während und nach der Geburt, ein Gefühl der Verbunden- und Geborgenheit. Dies kann durch die Nahrung, Musik und andere schöne Gewohnheiten noch verstärkt werden.

    Das Baby übernimmt viele Überzeugungen über sich und die Welt, über die Emotionen der Mutter und die damit verbundenen Gedanken in Bezug auf ihre Vorlieben bzw. Abneigungen.

    Befindet sich die werdende Mutter in einer starken Stresssituation, kann man im Ultraschall beobachten, wie das Embryo eine Schutzhaltung einnimmt und erstarrt.

    Die Erlebnisse und die damit verbundenen Gefühle der werdenden Mutter prägen das Gehirndes Embryos und somit die Basis seiner Persönlichkeit.

    Die ersten 3 Jahre und deren Einfluss auf die Persönlichkeit

    Die wesentlichsten Prägungen von Kindern finden in den ersten drei Lebensjahren statt. Diese bleiben bis ins hohe Alter, in der Regel unbewusst, bestehen und prägen unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. In den ersten Äußerungen und Gesprächen mit eurem Kind ist es hilfreich, wenn ihr euch immer wieder aufmerksam selber zuhört. Vermutlich werdet ihr dann immer wieder mit erschrecken feststellen, was ihr da von euch gegeben habt. Von dem ihr zuvor nicht mal wusstet, dass ihr diese Worte schon mal selber „zu hören bekommen habt oder das sie überhaupt in eurem Kopf verborgen waren.

    Kinder können Kritik an ihrem Verhalten nicht von ihrer Person trennen!

    Das bedeutet, dass sie mit jeder „lauten“, kritischen Äußerung und auch Verneinung sich mit ihrem Verhalten als nicht ok und somit als nicht liebevoll“ von euch bewertet“ fühlen. Auch wenn solche vereinzelte Bewertungen bei gleichzeitig vielen liebevollen Äußerungen keine dauerhafte Prägung verursachen, verstärken sie diese nicht liebevollen Überzeugungen über sich.

    In Stresssituationen, wenn jemand bzw. euer Kind eines eurer “Knöpfe” drückt, könnt ihr euch eurer unbewussten Gedanken gewahr werden. Denn in diesen Situationen werden häufig unbewusst übernommene Verhaltensmuster von euch abgespult.

    Der Einfluss unserer Gene wird in Hinsicht deren Prägung unserer Persönlichkeit häufig überbewertet.

    Euer Deva (Persönlichkeitsentwickler und Familientherapeut)

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    Beitragsfoto: janulla / Getty Images Pro
  • Was Du über das KiSS-Syndrom wissen solltest

    Was Du über das KiSS-Syndrom wissen solltest

    Vermutlich kennen mehrere Eltern von euch das vornehmliche Drehen auf die immer gleiche Seite oder das starke bevorzugen der einen Brust beim Stillen. Dies können Anzeichen des KiSS-Syndroms sein. Nachfolgend erfahrt ihr, was man unter dem KiSS-Syndrom versteht, wie man es erkennt und wie es behandelt werden kann.

    Übersicht

    Das KiSS-Syndrom

    • Bedeutung
    • Anzeichen
    • Ursachen
    • Diagnose
    • Folgen
    • Behandlung
    • Kostenübernahme

    Wofür steht „KiSS-Syndrom“

    Die Abkürzung KiSS steht für kopfgelenkinduzierte Symmetrie-Störung. Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um eine Fehlstellung der ersten beiden Halswirbel. In den 50er Jahren wurde es unter dem Begriff Atlasblockiersyndrom bekannt. Der Name rührt daher, dass der 1. Halswirbel auch Atlas genannt und der 2. Halswirbel (Axis) in diesen Fällen durch eine Fehlstellung blockiert sind.

    Die durch die Blockade der Halswirbel auftretenden Schmerzen probiert das Baby durch eine asymmetrische Haltung entgegenzuwirken. Dies kann zu zahlreichen körperlichen Entwicklungsstörungen führen. Vermutlich kommt es bei jeder 10. Geburt zu einer Halswirbelfehlstellung. Auch wenn dieses Syndrom mittlerweile bekannter ist, bleibt es noch häufig undiagnostiziert.

    Woran kennt ihr das KiSS-Syndrom erkennen

    Viele Symptome, die beim KiSS-Syndrom auftreten können, können auch andere Ursachen haben. Unsere Liste der KiSS-Syptome sollte deshalb mit Vorsicht gelesen werden: So ist nicht jedes Baby, das viel weint und gerne auf einer Seite schläft, automatisch von KiSS betroffen.

    Typische Anzeichen für ein KiSS-Syndrom sind:

    • Das Baby schreit häufig, insbesondere bei Bewegung oder wenn es zum Halten hochgenommen wird.
    • Das Baby hat Trinkprobleme und Schluckstörungen.
    • Das Kind dreht sich beim Wickeln vor allem zu einer Seite hin .
    • Das Baby bevorzugte beim Liegen vor allem die Bauchlage.
    • Einseitige Stillprobleme
    • Die Haltung ist ungewöhnlich schief.
    • Das Baby bevorzugt beim Schlafen und Liegen eine Seite.
    • Das Baby ist unruhig, schläft schlecht ein und wacht häufig auf .
    • Unreife Hüftgelenke des Neugeborenen
    • Kopfhalte- und Kopfdrehschwäche
    • Berührungsempfindlichkeit, insbesondere beim Hochheben (kleine Babys reagieren häufig mit Schreien oder Weinen)

    In den seltensten Fällen treten diese Anzeichen für das KiSS-Syndrom zeitgleich auf. Die auffälligsten Symptome sind die Bevorzugung einer Brustseite sowie einer Körperseite beim Drehen.

    Ursachen des KiSS-Syndroms

    Während der Schwangerschaft kann es infolge einer Steiß- oder Beckenendlage zu Blockaden der Halswirbelsäule kommen.

    Die häufigsten Ursachen sind einer traumatischen Geburt geschuldet. Wenn beispielsweise das Köpfchen des Ungeborenen unter hohem Druck durch den engen Geburtskanal der Mutter gepresst wird. Oder wenn das Baby während der Geburt Drehbewegungen gegen einen „Widerstand“ durchführt, die das Kopfgelenk stark belasten.

    Risikofaktoren sind eine Saugglocken- oder Zangengeburt, sowie Notfall-Kaiserschnitte und Zwillingsgeburten. Und nicht zuletzt schnelle Geburten und ein hohes Geburtsgewicht.

    So wird das KiSS-Syndrom diagnostiziert

    Nicht alle Kinderärzte kennen das Syndrom. Es kann deshalb sein, dass dein Arzt nicht der richtige Ansprechpartner ist. Es gibt viele Heilpraktiker, Chiropraktiker, Osteopathen und Physiotherapeuten, die sich auf das KiSS-Syndrom spezialisiert haben.

    Wie macht sich ein „unerkanntes“ KiSS-Syndrom bemerkbar

    Dem KiSS-Syndrom werden in der Folge weitere Beschwerden zugeschrieben. Zu diesen Beschwerden gehören eine erschwerte motorische Entwicklung, ein verminderter Wachstum, eine ausbleibende Gewichtszunahme, sowie HNO-Probleme.

    Sofern es im Säuglingsalter nicht behandelt wird, tritt das sogenannte Kidd-Syndrom auf. Kidd-Syndrom bedeutet Kopfgelenk-induzierte Dyspraxie/Dysgnosie (Dyspraxie bedeutet die Unfähigkeit zum Ausführen erlernter Bewegungen, Dysgnosie steht für eine gestörte Wahrnehmung).

    Bei Kindern im Schulalter verlagert sich die Symptomatik hin zu Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten, sowie Wahrnehmungsstörungen, Hyperaktivität oder Aggressivität bis hin zu Kopfschmerzen und Haltungsschwächen.

    Falls das KiSS-Syndrom bis zum Erwachsenenalter nicht behandelt wird, kann dies zu

    • Halswirbelsäulenbeschwerden
    • chronischen Rückenschmerzen
    • Bandscheibenvorfällen
    • Ohrgeräuschen, Schwindel
    • Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen führen.

    Behandlung des KiSS-Syndroms

    Sobald dieses Blockierung diagnostiziert wird, kann sie auch behandelt werden. Bei vielen Kindern reicht bereits eine einmalige Behandlung, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erhalten. Eine weiterführende osteopathische Behandlung kann als unterstützende Maßnahme sinnvoll sein. Sofern die manuelle Therapie nicht den gewünschten Erfolg bringt, sollte im nächsten Schritt mit Krankengymnastik begonnen werden. Allerdings frühestens vier Wochen nach der manuellen Therapie.

    Ziel der Behandlung ist es, die Fehlstellungen der Halswirbel des Babys zu korrigieren. Dafür übt der Therapeut/ Osteopath sanften Druck auf das Genick des Kindes aus. Und versucht so, die Verspannung im Halswirbelsäulenbereich zu lösen.

    Kostenübernahme der Behandlung

    Nicht jede Krankenkasse übernimmt die Behandlungskosten. Dies hängt von der Art des Therapeuten und den Bestimmungen der Kasse ab. Mittlerweile übernehmen immer mehr gesetzliche Krankenkassen osteopathische Behandlungen bzw. manuelle Therapien.

    Wir empfehlen vor einer Terminvereinbarung bei deiner Krankenkasse nachzufragen, ob und welche Formen der Therapie diese übernimmt.

    Euer Deva (Babytalk-Autor)

    Beitragsfoto: riopatuca / shutterstock 
    
  • Buchempfehlung: Vorfreude statt Vorsorge von Sophie Mikosch

    Buchempfehlung: Vorfreude statt Vorsorge von Sophie Mikosch

    Ein Plädoyer für eine glückliche, angstbefreite und harmonische Schwangerschaft

    Wir ihr bestimmt schon gemerkt habt, sind wir im Team große Freunde davon, Schwangeren nicht ständig die Schreckensnews rund um Schwangerschaft und Geburt zu liefern.

    Doch leider sind es nicht nur Facebook & Co., die einer werdenden Mutter andauernd Bad-News um die Ohren hauen. Sogar in der Schwangerschaftsvorsorge passiert das ständig, insbesondere in der ärztlich betreuten Vorsorge.

    Viele Untersuchungen, die anstehen, bringen die werdenden Eltern überhaupt erst ins „Was-ist-wenn-Grübeln“, was ein negatives Bauchgefühl auslöst und stark verunsichert.

    Immer wieder wird das Baby überwacht, gemessen, verglichen, dabei ist es noch nicht einmal auf der Welt…

    Natürlich gibt es auch Situationen, in denen wir alle sehr froh sind, dass es die vielen technischen und medizinischen Möglichkeiten gibt, eine Schwangerschaft zu kontrollieren. Doch: Wie viel Vorsorge ist gut für Mutter und Kind?

    Immerhin wirkt sich das Bauchgefühl der werdenden Mutter umgehend auf das Baby aus…

    Ein Buchtipp für alle Eltern, die sich über Sinn und Unsinn in der Vorsorge informieren möchten:

    „Vorfreude statt Vorsorge: Plädoyer für mehr Eigenverantwortung in deiner Schwangerschaft“

    Das Buch von Sophie Mikosch klärt darüber auf, wie die werdenden Eltern es schaffen, sich von den Schreckgespenstern zu lösen und wieder mehr Kontakt zu ihrem Bauchgefühl aufzubauen.

    Genau das ist so wichtig, dass wir allen Schwangeren und ihren Partnern dieses Buch sehr ans Herz legen!

    Denn das eigene Bauchgefühl wirkt sich zwangsläufig auf Schwangerschaft und Geburt aus. Nur wer vertraut und entspannen kann, kann sich erwartungsfreudig in die Geschehnisse der Natur fallen lassen:)

    Wir haben das Buch in die Pflichtlektüre der Doulaausbildung nach LAMAZE aufgenommen, denn es entspricht genau der Philosophie, die wir vertreten.

    Doulas sollen nicht darüber bestimmen, was gut oder schlecht ist, aber das Wissen, warum viele Untersuchungen verunsichern, und woher das bei den Schwangeren, die sie betreuen kommen kann, ist unfassbar wichtig.

    Wir danken Sophie Mikosch für dieses Werk, welches definitiv in das Standardrepertoire werdender Eltern und Geburtsbegleiter gehört!

    Liebe Grüße

    Eure Mira und Deva

  • „Der überwachte Bauch“ von Doris Moser

    „Der überwachte Bauch“ von Doris Moser

    Wir möchten Euch ein besonders tolles Buch vorstellen, „Der überwachte Bauch“, besonders empfehlenswert für alle Schwangeren.

    In dem Beitrag „Der gläserne Bauch“ von unserer Hebamme Anja wird ja schon sehr deutlich, wie ihre / unsere Einstellung zur ständigen Überwachung des Babys im Bauch ist. Wir sind kein Freund davon, das Baby zu messen, zu bewerten und ständig Untersuchungsmethoden auszusetzen, bei denen wir nicht wissen, ob diese vielleicht doch noch schädliche Nebenwirkungen auf das Baby haben.


    Die Störung dieser besonderen „Wachstumsruhe“ empfinden wir als wenig hilfreich.

    Schwangerschaft - Embryo

    Um zu verstehen, welche Untersuchungen überhaupt notwendig sind. Und vor allem auch, inwiefern das Ergebnis einer bestimmten Untersuchung überhaupt sinnvollen Input bringt, empfehlen wir euch unbedingt dieses sachliche aber vor allem spannende Buch von Doris Moser:

    Doris Moser bringt es auf den Punkt, warum viele Untersuchungen in der Schwangerschaft nicht wirklich hilfreich sind.

    Sie hinterfragt aber auch, woher das überhaupt kommt und warum eine Schwangerschaft heute fast einer Krankheit gleicht.

    Unser Herzblut ist es, dass Mütter und Väter wieder mehr der Natur und sich selbst vertrauen. Natürlich gibt es Pathologien, bei denen wir nur dankbar um die Medizin sein können.

    Und es gibt ebenso Situationen, in denen es absolut nachvollziehbar ist, dass Eltern sich möglichst schnell von dem Wohlbefinden ihres Babys vergewissern möchten.

    Wir werden dieses Buch in die Babycoachakademie integrieren, in der wir bald Doulas nach Lamaze Standard ausbilden. Denn das Wissen um Sinn und Unsinn von Untersuchungen ist unfassbar wichtig. Auch für Doulas:)

    Liebe Grüße

    Eure Mira und Deva