Schlagwort: Wochenbett

  • Der Wochenfluss

    Der Wochenfluss

    Der Wochenfluss und die Rückbildung der Gebärmutter

    Nach dem das Kind und die Nachgeburt geboren wurden, bleibt in der Gebärmutter eine im Durchmesser ca. 12 cm große Wunde zurück, wo die Plazenta sich abgelöst hat. Diese Fläche muss langsam wieder heilen. Der anschließend beginnende Wochenfluss wird durchs Stillen und das dabei ausgeschüttete Hormon Oxytocin in Gang gesetzt, welches die Nachwehen, Heilung und die Rückbildung fördert.

    Diese Nachwehen sind wichtig. Sie sorgen für das Zusammenziehen der Muskelfasern der Gebärmutter und kurbeln so den Wochenfluss an. Die Muskelkontraktionen der Gebärmutter sorgen dafür, dass Blutreste, Wundsekret, Gewebe und Eihäute abgestoßen und vaginal ausgeschieden werden.

    Er hält so lange an, bis die Wunde vollständig verheilt ist, wobei dieser stetig abnimmt. Der Wochenfluss wird auch Lochien genannt, was von dem altgriechischen Wort lóchos = Geburt herstammt.

    Der Wochenfluss hält ca. 4 bis 6 Wochen an, während dessen die Gebärmutter auf ihren Ursprungszustand zurück schrumpft.

    Bei aufkommendem Fieber, Schmerzen oder einem beißenden Geruch sollte auf jeden Fall der Frauenarzt oder die Hebamme kontaktiert werden.

    Entwicklung des Wochenflusses

    • Am ersten Tag:
      Direkt nach der Geburt ist der rein blutige Wochenfluss am stärksten und kann bis zu 500 Milliliter betragen. Zudem können außer dem Wundsekret noch Reste der Gebärmutterschleimhaut, sowie Zervix und Vaginalschleim ausgeschieden werden.
    • Zwischen dem 2. und 3. Tag
      nimmt der Wochenfluss merkbar ab und beträgt dann nur noch ca. 100 Milliliter. Allerdings ist der immer noch blutige Wochenfluss nun erheblich wässriger. Neben dem Blut werden noch immer Schleim, Blutgerinsel und Gewebereste sowie Bakterien ausgeschwemmt.
    • Zum Ende der 1. Woche:
      Da die Wunde bereits etwas verheilt ist, blutet die Wunde an der Gebärmutter nur noch gering und beträgt nur noch zwischen 10 bis 30 Milliliter. Die Farbe des Wochenflusses hat nun seine Farbe verändert. Sie kann wässriges rosa oder auch rot bräunlich sein.
    • Zum Ende der 2. Woche:
      kann sich die Farbe des Ausflusses noch einmal verändern. Er kann nun weiterhin rot bräunlich oder aber gelblich sein. Üblich sind zu diesem Zeitpunkt zwischen bis 5 bis 10 Milliliter.
    • Zum Ende der 3. Woche:
      ist der Wochenfluss schon fast vollständig versiegt. Die Farbe ist jetzt weißlich bis klar.  Die Gebärmutter sollte nun nach drei Wochen gut verheilt sein und die Schleimhaut sich wieder im Aufbau befinden.
    • Zwischen der 4. und 6. Woche
      Nun sollte die Gebärmutter vollständig verheilt sein und auch eine neue Schleimhaut ausgebildet haben. Der Beginn der ersten Periode nach der Geburt ist sehr individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab.

    Sowohl das Stillen als auch das Aufstehen nach längerer Zeit hat einen Einfluss auf den Wochenfluss. Das Stillen regt die Kontraktion (Zusammenziehen) der Gebärmutter an, wodurch eine größere Menge Blut abgestoßen wird. Zudem sammelt sich das Wundblut beim Liegen und fließt erst dann ab, wenn die Mutter aufsteht, sich bewegt oder auf Toilette muss.

    Wochenfluss nach einer Kaiserschnitt-Geburt

    Der Verlauf des Wochenflusses hängt unteranderen davon ab, ob das Kind auf natürlichem Weg oder per Kaiserschnitt geboren wurde.

    Nach einer Kaiserschnittgeburt fällt der Wochenfluss häufig etwas schwächer und kürzer aus. Dennoch hinterlässt auch die chirurgische Trennung der Plazenta von der Gebärmutter eine offene Wunde.

    Hygiene im Wochenbett bzw. beim Wochenfluss

    In den ersten Wochen nach der Geburt ist es unabdingbar auf ausreichende Hygiene zu achten. Während der Wundheilung der Gebärmutter besteht ein erhöhtes Risiko das Keime und Bakterie in die Vagina oder auch in die Gebärmutter eindringen. Deshalb ist Händewaschen nach der Hygiene im Genitalbereich unverzichtbar.

    Hygienetipps beim Wochenfluss

    • Verzichtet zumindest in den ersten Wochen auf Tampons, da sich bei deren Nutzung der Ausfluss stauen und dies weitere Komplikationen nach sich ziehen kann. Vlieseinlagen oder Wegwerfslips haben sich dagegen bewährt.
    • Einlage oder Binden sollten regelmäßig in Abhängigkeit des Ausflusses alle 2-4 Stunden gewechselt werden. Unbedingt vor- und nachher Händewaschen nicht vergessen.
    • Getrocknete Blutreste sollten am besten direkt nach dem Besuch der Toilette abgewaschen werden. Je nach Wohlbefinden in der Wanne abspülen, kurz Duschen oder auf der Toilette mit einem feuchtwarmen Waschlappen säubern. Alternative kann eine ph-neutrale Reinigungslotion verwendet werden. Auf parfümierte Duschgels oder spezielle Intimpflegeprodukte sollte verzichtet werden.
    • Eine flüssigkeitsundurchlässige Unterlage schützt während der Wochen des Wochenflusses dein Sofa und Bett.
    • Wenn das Bedürfnis nach Sex hochkommt, ist es ratsam seine Hebamme dazu zu befragen. Üblicherweise sollte 4-6 Wochen nach der Entbindung auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden, da die Möglichkeit besteht, dass der Wochenfluss infektiös ist. Von manchen Hebammen wird ein geschützter Geschlechtsverkehr (mit Kondom) als Option gesehen, solange die Frau dabei ein gutes Gefühl hat.
    • Neben dem Sex gibt es auch in Bezug aufs Baden unterschiedliche Meinungen. Ein Bad in der Wanne nehmen wird von manchen als durchaus verantwortbar eingeschätzt. Doch auch dieses Vorhaben sollte am besten , vor ab mit eurer Hebamme besprochen werden.

    Wie infektiös ist der Wochenfluss?

    Die Meinung zur Infektiösität des Wochenflusses ist gespalten. Manche halten ihn für keimhaltiger und infektiöser als andere Wundsekrete und andere nicht. Nichtsdestotrotz kann es im schlimmsten Fall zu Kindbettfieber führen, wenn von außen infektiöse Keime in die Gebärmutterwunder geraten. Aus diesem Grund ist es äußerst wichtig auf Sauberkeit und Hygiene im Umgang mit dem Wochenfluss zu achten.

    Wann kommt es zu einem Wochenflussstau?

    Wenn der Wochenfluss auf einmal deutlich erkennbar nachlässt oder gar über Stunden ganz versiegt, sollte probiert werden, ob sanfte Massagen und ein Sitzbad mit Meer- oder Kochsalz den Ausfluss wieder in Gang bringen. Es könnte sein, dass sich der Muttermund verschlossen hat und der Ausfluss nicht abfließen kann. Dann sammelt sich das Wundsekret in der Gebärmutter.

    Sollte der Wochenfluss nicht wieder von selbst anfangen zu fließen und zusätzlich durchdringend und streng riecht, sollte unbedingt ein Arzt oder Hebamme aufgesucht werden. Im schlimmsten Fall kann es durch die Entzündung zum Kindbettfieber kommen. Durch sorgfältige Hygiene kommt es aber heutzutage nur noch selten zu einer solch starken Infektion.

    Wochenfluss und Wundheilung fördern

    Nach der Geburt ist es extrem hilfreich, wenn die frischgebackene Mutter sich schont und viel liegt. Deshalb heißt diese Zeit ja auch Wochenbett. Das Ruhen hilft dem Kreislauf, sich wieder zu stabilisieren.

    Viele Hebammen empfehlen den Intimbereich nach dem jedem Toilettengang von außen mit laufwarmen Wasser zu reinigen. Frische Luft tut, wie bei den meisten Wunden, auch gut. Das heißt, solange die Frau sich dabei wohl fühlt, kann sie sich „untenrum“ frei machen und auf eine wasserundurchlässige Unterlage legen. Gegebenenfalls wartet man damit bis der Wochenfluss etwas abgeklungen ist.

    Für die Rückbildung des Körpers und insbesondere für die Gebärmutter, kann es hilfreich sein, wenn die Mutter sich regelmäßig für einige Minuten auf den Bauch legt. Dies sollte am Besten mit der Hebamme abgesprochen werden. Falls der Druck zu groß ist, kann man probieren ein Kissen darunter zu legen.Vor allem für Mütter die per Kaiserschnitt entbunden haben, ist die Bauchlage unangenehm.

    Eure Babytalk-Redaktion

    Beitragsfoto: Rachaphak / Getty Images Pro
  • Die Bedeutung des Kuschelns nach der Geburt und im Wochenbett

    Die Bedeutung des Kuschelns nach der Geburt und im Wochenbett

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    In der Ausbildungen an der Babycoach-Akademie wird sehr viel Wert daraufgelegt, dass die angehenden Doulas und Mütterpflegerinnen die Bedeutung des Bondings kennen und wertschätzen und diese ihren zu betreuenden Eltern weitergeben.

    Leider ist es auch heute noch immer nicht selbstverständlich, dass Mutter und Kind (oder Papa und Kind) nach der Geburt Zeit erhalten, um in direktem Hautkontakt sich erst einmal beschnuppern zu können und in ihren Rollen als Mama / Papa ankommen zu dürfen.

    Für das Baby bedeutet diese Kuschelphase nach der Geburt so unfassbar viel:

    • Geborgenheit
    • Co-Regulation
    • Beruhigung
    • Das Gefühl, willkommen zu sein
    • Zeit zu erhalten sich im eigenen Tempo an das neue Leben außerhalb des Bauches anzupassen

    Das ungestörte Kennenlernen

    Babyfreundliche Krankenhäuser unterstützen das Entstehen der Eltern-Kind-Bindung. Das ungestörte erste Kennenlernen, der Hautkontakt direkt nach der Geburt und das allmähliche Vertraut werden sind für den Bindungsaufbau ganz wesentlich.

    Frauen, die nicht stillen können oder wollen, wird in solchen Krankenhäusern gezeigt, wie sie dem Baby auch mit Flasche Nähe schenken können.

    Ein gelungenes Bonding erhöht den Oxytocinspiegel, der den Milcheinschuss fördert und wirkt zudem einer Wochenbettdepression entgegen.

    In unseren Modulen über die Geburtsphysiologie mit der Hebamme Anja Lehnertz sind uns die Themen Respekt gegenüber der Familie und dem Krankenhauspersonal, der Kontakt zum Baby und eine möglichst interventionsfreie Geburt besonders wichtig.

    Wir diskutierten, wieso es im Krankenhaus (u.a. aufgrund der personellen Knappheit) immer öfter zu Eingriffen in die Geburt kommt, die man eigentlich vermeiden könnte.

    Und wir gingen der Frage auf den Grund, warum das Bonding so wichtig ist:

    Warum ist Bonding so wichtig? 

    In der Bonding-Phase entscheidet sich, wie ein Kind in Zukunft mit Gefühlen umgeht und Beziehungen zu anderen empfindet. Sie trägt zudem maßgeblich dazu bei, das bestehende Urvertrauen zu erhalten und zu stärken, umso den Mut aufzubringen gelassen in unbekannte Situationen zu gehen.

    Liebe, Geborgenheit, Schutz, Wärme: Für das Neugeborene bedeutet Zuneigung nicht nur Sicherheit. Bezugspersonen zu haben, die auf seine Bedürfnisse reagieren, ist für sie überlebenswichtig. Das Neugeborene kann sich schließlich nicht selbst versorgen.

    Bonding-Tuch oder -Top für den Haut-zu-Haut-Kontakt

    Eltern können sogenannte Bonding -Tops erwerben. Ein solches Top wird von der Mutter übergezogen, das Baby darin eingepackt und davon sicher gehalten.

    Wir haben von SERAPHINE (Werbung wegen Markennennung und der Bereitstellung von Tops zum Testen) drei Bondingtops gestellt bekommen, die wir getestet haben. Über den Rabattcode „Kuscheln15“ erhaltet ihr übrigens 15% Rabatt auf diese Tops.

    Unser Fazit: Nicht nur das Kuscheln (Haut auf Haut) wird unterstützt. Die frisch gebackene Mutter hat zudem ein schönes, weiches und schickes Oberteil an, welches sich maßgeblich von den Hemdchen, die leider immer noch viele Mamas im Kreißsaal anziehen sollen, abhebt.

    Worin liegt der Unterschied zu einem einfachen T-Shirt?

    Wir diskutierten, warum nicht einfach auch ein normales T-Shirt denselben Zweck erfüllt. Ganz klar: einem normalen Shirt fehlt die Möglichkeit, das Baby zu sichern. Und das Umwickeln von Mutter und Kind ist dann eher „dürftig“. Durch die Wickeltechnik, die das Top mitbringt, ist es in seiner Funktionalität nicht mehr weit von einem elastischen Tuch entfernt.

    Und warum dann nicht einfach ein elastisches Tragetuch mitnehmen?

    Ganz ehrlich: Wer hatte nach der Geburt direkt Lust und den Nerv dazu, sich das sichere Einbinden des Babys erklären zu lassen?

    Wir kennen jedenfalls niemanden, der dazu bereit war;) Da kann man noch so optimistisch sein, die Zeit nach der Geburt gehört nicht in den Erklärmodus.

    Die Aufmerksamkeit wäre ja auch bei den Eltern gar nicht vorhanden. Also bietet das Top, welches super schnell und sehr einfach angelegt ist, beste Kuschel-VoraussetzungenJ

    Und: Es gibt auch eine Ausführung für den Papa!!! Das finden wir unfassbar toll, denn wie sagt man so schön:

    „Das Tragen (Kuscheln) ist das Stillen der Papas.“

    Euer Babytalk-Team

    R. Feldman et al. (2010): Natural variations in maternal and paternal care are associated with systematic changes in oxytocin following parent-infant contact. PSYCHONEUROENDOCRINOLOGY Bd. 35 Nr. 8, S. 1133-1141. 
  • Stillen sollte nicht weh tun

    Stillen sollte nicht weh tun

    Schmerzen beim Stillen sind immer ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt und geändert werden sollte, egal ob es sich hierbei um eine andere Stillposition oder eine entspanntere Lebensführung handelt. In den meisten Fällen suchen bzw. verlassen wir uns auf Experten, ob es nun Ärzte, Hebammen oder Therapeuten sind.

    Stillen – ein beidseitiger Lernprozess

    Vielen jungen Müttern wird „eingeredet“, dass Stillen etwas ganz Natürliches ist und jede Mutter und jedes Baby es können. Und es ist auch so. Nur wenigen Müttern fehlt die Voraussetzungen zur Milchbildung. Nichtsdestotrotz ist das Stillen ein beidseitiger Lernprozess von Mutter und Kind.

    Beim Stillen wird das Liebeshormon Oxytocin ausgeschüttet, welches der Mutter hilft, sich während des Stillens zu entspannen und wohl zu fühlen. Trotzdem hört man sehr häufig von Müttern, die unter Schmerzen stillen und sich teils wochenlang mit wunden Brustwarzen herumquälen.

    Und falls es mit der Milch nicht so weit her ist, wird der Stillenden die Mär von der vererbten Milchbildungsschwäche eingeredet.

    Wochenbettbetreuung und Stillberatung

    Vor der Geburt stehen andere Themen, wie die vielerorts aufwendige Suche einer Hebamme oder Doula und der Nestbau im Vordergrund und so ist die Mutter schnell verunsichert, wenn es mit dem Stillen nicht direkt klappt.

    Nicht zuletzt, da eine Wochenbettbetreuung und Stillberaterin immer schwieriger zu finden ist, da diese von vielen Hebammen aus von uns nachvollziehbaren Gründen nicht mehr angeboten werden.

    Durch die Schließung vieler Geburtskliniken und die damit verbundene Konzentration der Gebärenden auf die übrigen Geburtshäuser ist eine ausreichende Betreuung der werdenden und der jungen Mütter immer weniger gewährleistet. So auch in Bezug auf eine professionelle Stillberatung.

    Zudem ist das Ausbildungsniveau von Hebammen in Bezug aufs Stillen sehr unterschiedlich und in der Ausbildung von Ärzten nimmt es einen nur sehr geringen Stellenwert ein. Dabei gehörte die Stillberatung mit zu den originären Tätigkeiten einer Hebamme.

    Es stimmt tatsächlich, dass fast jede Mutter die Voraussetzung zur Milchbildung mitbringt. Aber das Stillen selbst ist ein Lernprozess, der vielen externen Einflussfaktoren unterliegt.

    Früher wurde das Stillwissen von Generation zu Generation weitergegeben. Vermutlich haben Mädchen es schon von klein auf immer wieder beobachten können und wussten daher, wie man ein Baby am besten anlegt.

    In ihrer Hilflosigkeit schmieren sich Frauen alles mögliche auf ihre Brust, was der Markt an Produkten und Hausmittelchen so hergibt. Das diese, wenn überhaupt, nur die Symptome behandeln und viele davon die Sache noch verschlimmert, können sie nicht wissen.

    Wir empfehlen sich zeitnah Hilfe und Unterstützung zu holen

    In den ersten Tagen nach der Geburt fühlen sich die Brustwarzen nicht selten empfindlich oder gereizt an. Möglicherweise liegt dies am sehr hohen Prolaktinspiegel zu Beginn der Stillzeit. Sobald aber die Beschwerden, über eine etwas unangenehme Irritation der Brustwarze hinaus gehen, sollte unvermittelt eine professionelle Stillberaterin aufgesucht werden. Bestenfalls hat die Mutter eine stillerfahrende Wochenbetthebamme an ihrer Seite, die direkt unterstützend eingreift.

    Evolutionsbiologisch ist eine längere Stillzeit vorgesehen, bei der sich nicht nur das Baby, sondern auch die Mutter wohl fühlt. Wenn diese aber unter andauernden Schmerzen leidet, beendet sie die Stillbeziehung zu ihrem Kind frühzeitig. Deshalb empfehlen wir allen jungen Müttern sich nach der Geburt, so früh wie möglich Hilfe und Unterstützung zu suchen.

    Stillerfahrene Hebammen und professionelle Stillberaterinnen beraten ihre anvertrauten Mütter individuell, sowohl beim Stillen wie auch beim Abstillen und sind nicht darauf aus, alle Mütter zum Langzeitstillen zu überreden.

    Euer Babytalk-Team

    * Prolaktin ist bei der Frau ein wichtiges Reproduktionshormon. Es allein ermöglicht der Mutter, ihr Neugeborenes mit Muttermilch zu ernähren. Darüber hinaus sorgt Prolaktin dafür, dass während der Stillphase die Eierstockfunktion ruhig gestellt wird, damit die Frau in dieser Zeit nicht wieder schwanger werden kann. Dies setzt voraus, dass die Mutter ihr Kind 7x oder häufiger am Tag stillt („Natürliche Geburtenkontrolle“… Quelle Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie .

    Beitragsfoto: RomanovaAnn / Getty Images Pro
  • Wochenbett – Erfahrungsbericht: Vom Schwiegermutter – zum Traumwochenbett

    Wochenbett – Erfahrungsbericht: Vom Schwiegermutter – zum Traumwochenbett

    Wochenbett – Viktorias Geburt vor über fünf Jahren war eine kleine Herausforderung für unsere Nerven. Denn in einem Krankenhaus, in dem normalerweise elf Kinder im Monat das Licht der Welt erblickten, war Viktoria das elfte Kind an ihrem Geburts-Tag.
    Es wurde ein Notkaiserschnitt, da ihre Herztöne nicht mehr optimal waren, zudem lag sie damals quer im Bauch. Ein bisschen sah es auf vorher im Ultraschall aus, als würde sie unter einer Palme liegen;) Mein Frauenarzt schickte mich vorsichtshalber am späten Nachmittag, nach einem CTG bei ihm in der Praxis, in die Klinik.

    Da unter diesen Umständen keine natürliche Geburt in diesem Krankenhaus in Frage kam, wurde nicht viel diskutiert. Keine Stunde nach der Ankunft im Krankenhaus kam die Hebamme bereits mit den Thrombosestrümpfen ins Zimmer geflogen und machte mich OP-fertig.

    Der Notkaiserschnitt

    Der Kaiserschnitt lief für die Maus zum Glück super, sie war etwas blau aber ansonsten top fit und sofort neugierig auf die Welt☺. Um 22:26 Uhr war bzw. wurde sie „geschlüpft“. (Hier findet Ihr den entsprechenden Beitrag zu diesem Kaiserschnitt)

    Was mich betrifft, so war der Kaiserschnitt ein Horror. Ich hatte Schmerzen ohne Ende, was jedoch keiner außer dem Vater von Viktoria interessierte. Als ich anfing zu weinen, wurde es mit „typisch Mutter“ kommentiert. Und nach der OP vergaß man den Papa von Viktoria und mich im Kreißsaal, in den man mich schob, um von dort auf die Station verlegt zu werden.

    Erst nach drei Stunden kam eine genervte Schwester von der Station. Diese fragte ganz aufgelöst, was wir denn bitte im Kreißsaal machten und brachte mich um kurz nach zwei in mein Zimmer. Dort fingen heftige Schmerzen an und ich fragte nach einer Infusion.

    Die war aber nicht möglich, da kein Arzt sie verordnet hatte und alle Ärzte derzeit „ausgeflogen“ waren. Deshalb kam sie mit einem Paracetamol-Zäpfchen. Und um dieses zu verabreichen, warf sie mich auf den Bauch, indem sie das Betttuch mit einem Ruck auf Ihre Seite zog.

    Kurze Ohnmacht

    Ich war kurz ohnmächtig und kam nach einer Sekunde wieder zu mir. Mir liefen die Tränen über die Backe. Daraufhin kam der Kommentar des Jahrhunderts: „Zu einer Geburt gehören nun einmal Schmerzen, glauben Sie ja nicht, dass sie bloß wegen einem Kaiserschnitt drum herum kommen!“

    Meine Tochter sah ich das erste mal am nächsten Morgen um acht Uhr. Sie wurde mir gebracht und hatte in der Nacht schon drei Fläschchen Milch getrunken. Dabei hatte man mir versprochen, sie zum ersten Anlegen zu bringen, sobald sie hungrig ist.

    Wenn die Brüste gar nicht erst sprundeln

    Ich versuchte, auf Zurufen meiner Bettnachbarin, sie anzulegen. Das klappte absolut nicht. Ich hatte keine Ahnung, wie man das macht. Für alle, die sich wundern, was am Stillen so schwer ist: Die Kleine hatte durch die drei Flaschen keine Ahnung, was sie an der Brust denn bitte sollte. Zudem waren meine Brustwarzen alles andere als geeignet zum Stillen, was ich jedoch erst Wochen später erfuhr…

    Also fing das Kind an zu schreien. Sie hatte so einen Hunger, und auf mein Klingeln kam erst einmal über dreißig Minuten keiner ins Zimmer …

    Kurz bevor ich durchdrehte, kam der Papa von der Maus und stürmte auf die Babystation, wo er direkt eine Flasche in die Hand gedrückt bekam. Damit war uns erst einmal geholfen, das Mäuschen nuckelte seelenruhig ihre Flasche und lag von da an wie eine Königin auf meinem Bett.

    In den ersten drei Tagen kam keine Hebamme vorbei. Auch auf unser Nachfragen nicht.
    Um irgendetwas zu versuchen, damit ich vielleicht in ein paar Tagen stillen könnte, fing ich einfach mal an, Milch abzupumpen. Da kam allerdings nichts. Ein Tropfen war die ganze Ausbeute.

    Man sagte mir, dass sich mehr Milch bilden würde, wenn ich regelmäßig abpumpen würde. Also saß ich zehn Stunden am Tag vor der Milchpumpe.
    Es kamen pro Tag keine fünf Tropfen Milch und daran änderte sich leider auch nichts mehr…

    Das Wochenbett

    Nach der Entlassung begann das eigentliche Wochenbett.
    Wir wohnten bei meinen Schwiegereltern in Spe im Dachgeschoss. Und wie das Klischee es will, kam meine Schwiegermutter morgens nach oben und fegte mich aus dem Bett. Hier war staubzusaugen und dort der Boden zu wischen.

    Mein Baby nahm sie ständig und zog ihm erst einmal neue Klamotten an. „Das hier ist nichts für die Kleine!“, war ihr Standardsatz.
    Nach einer Woche öffnete sich die Naht der Kaiserschnittnarbe und ich wurde von meinem sehr, sehr einfühlsamen Frauenarzt in seiner Belegklinik stationär aufgenommen. Mit meinem Baby. Und was ab da an begann, könnt ihr Euch nicht vorstellen:

    Ein traumhaftes Wochenbett

    Man kümmerte sich rührend um uns beide. Wir hatten ein „Familienzimmer“, sodass niemand anderes ins Zimmer gelegt werden konnte und Viktorias Papa die Option hatte, dort zu übernachten.

    Wir hatten eine Kinderkrankenschwester für uns allein, da wir die einzigen mit Baby waren, bekamen alles, was wir auch nur andeuteten, und das Beste: Von Schmerzen war in dem Krankenhaus keine Rede mehr, denn wozu sollte man Schmerzen haben, wenn es doch so tolle Schmerzmittel gab?!

    Es wurden drei Wochen „Traum“ – Wochenbett“ in der Klinik, meine Mutter kam täglich vorbei, Viktorias Papa natürlich auch (der musste ja auch arbeiten). Und ich hatte Zeit für MICH und unser Baby.

    Ich las Bücher, Zeitschriften, und Facebook-Beiträge, nahm an Gewinnspielen teil, gewann eine CloudB Schildkröte (damals waren es nur elf Teilnehmer, da die Marke gerade erst auf dem Markt kam), gewann ein Eltern.de Gewinnspiel und lag oft nur im Bett und schaute meine wunderschöne Tochter an.

    Queen Viktoria zeigte ihre vorbildlichen „Manieren“

    Die Kleine trug übrigens zum Glück auf Ihre Art uns Weise hinzu: Sie schlief die Nächte durch!

    Und sie schrie fast nie. Nun gut, ich hatte ja auch genug Zeit, um ihre Bedürfnisse zu erspüren, aber sie hatte auch eine lustige Angewohnheit:

    Bevor sie anfing zu quengeln, räusperte sie sich ein paar Minuten lang!!! Die Krankenschwestern mussten sich ehrlich jedesmal „wegschmeißen“, wenn sie das Baby hüsteln hörten. So bekam Viktoria den Beinamen „Queen Viktoria“;)

    Wie ihr seht, hat mein damaliger Arzt mir eine Kehrtwende geschenkt. Von einem potentiellen „Horror“ – Wochenbett zum Traumwochenbett.

    Ich kann es jeder Mama empfehlen, noch BEVOR man einen körperlichen Grund bekommt (meine Naht, die sich öffnete), sich in gute Hände zu begeben. Heute würde ich vieles anders machen und wesentlich mehr auf meine Rechte pochen (vor allem in der Klinik, in der Viktoria geboren wurde).

    Aber man muss vieles erst lernen. Ich nehme die Erfahrung dankbar als Hinweis dafür, dass eine Mutter sich sehr viel um sich selber kümmern muss. Und nein, die Wohnung muss man nicht blitzeblank im Wochenbett halten.

    Wenn ihr dafür ein amtliches Schreiben braucht, stelle ich es Euch gerne aus 🙂

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

    Beitragsfoto: Mikhail Tchkheidze / shutterstock
  • Stilldemenz – Vergesslichkeit frisch gebackener Mamas

    Stilldemenz – Vergesslichkeit frisch gebackener Mamas

    Hilfe, Mama hat das Abendessen verkohlt!

    Stilldemenz – Wieso vergesse ich den Termin beim Zahnarzt – wieso verkohlt die Pizza im Rohr und erst der angekokelte Geruch erinnert mich an sie? Und wieso überhaupt lass ich die Windelpackung im Drogeriemarkt stehen und bin heilfroh, als die freundliche Frau an der Kasse mich lachend am Telefon beruhigt:

    „Machen sie sich mal keine Sorgen, ich habe die Windeln beiseite gestellt. Die haben sie bei mir stehen lassen. Stilldemenz, kommentiert sie. Ein anderes Mal trägt sie mir die Windeln auf den Parkplatz hinterher. Dankbar blicke ich sie durchs offene Autofenster an.

    Das schlimmste Erlebnis in dieser Richtung war, als ich losgefahren bin mit einer Packung Tiefkühlpizzen und frischen Erdbeeren auf dem Autodach. Zum Glück ging es erst im Schritttempo über den Parkplatz. Die komischen Blicke und Lichthupen eines anderen Autofahrers brachten mich auf die Idee mal anzuhalten, und einen Blick nach hinten zu werfen.

    Als ich neben dem Baby keine Einkäufe erblickte, fiel es mir wie ein Geistesblitz wieder ein: „Du hast doch vorhin das Zeug aufs Dach gelegt, um die Hände zum Anschnallen frei zu haben. Mist!“

    Irreführender Begriff

    Ist das normal? Was passiert mit mir?
    Stilldemenz, Wochenbettdemenz oder Schwangerschaftsdemenz heißt im Volksmund diese Vergesslichkeit werdender und frisch gebackener Mamas. Dabei ist der Begriff irreführend.

    Der Zustand der Vergesslichkeit hat keineswegs etwas mit der richtigen Krankheit Demenz zu tun. Es gibt auch keine wissenschaftlichen Nachweise, dass sich das Phänomen ausschließlich auf hormonelle Veränderungen im Zuge der Geburt zurückführen lässt.

    Viele Schwangeren können auch schon gegen Ende der Schwangerschaft nicht mehr gut schlafen – sei es aufgrund von strampelnden Kinderfüsschen im Bauch oder weil sie mit dem dicken Bauch keine geeignete Schlafposition mehr finden. Auch Sodbrennen ist im letzten Schwangerschaftsdrittel ein häufig genannter Grund für einen schlechten Nachtschlaf.

    Stilldemenz: Akuter Schlafmangel eine mögliche Ursache

    Die hohe Vergesslichkeit und das Gefühl sich nichts mehr merken zu können, nichts mehr auf die Reihe zu bekommen, hat wohl vielmehr mit dem akuten Schlafmangel als auch mit der hohen sozialen Erwartungshaltung, welche die Gesellschaft an die jungen Mütter hat, zu tun.

    Wer ständig aus dem Tiefschlaf gerissen wird und das über einen langen Zeitraum von mehreren Monaten, ist nicht topfit – weder geistig noch körperlich. Wissenschaftliche Studien belegen sehr wohl die Wirkung von Schlafentzug: Dieser führt zu Reizbarkeit – ach nee – aber eben auch zu Konzentrationsschwäche bis hin zu Gedächtnisschwund.

    Daher ist es kein Wunder, dass bei mir die so genannte Stilldemenz besonders stark aufgetreten ist. Zumindest nachdem mich über ein Jahr lang drei Kinder jede Nacht zusammengerechnet bis zu zehn mal aufgeweckt haben.

    Die gute Nachricht: Das Phänomen verschwindet auch wieder. Ich kenne keine Mutter, die durch die Geburt ihrer Kinder dauerhaft ihr Gedächtnis verloren hätte.

    Selbst die anstrengendste Zeit schlafloser Nächte geht irgendwann vorbei. Und mit der Regeneration und dem zurückgewonnenen Schlaf kommt auch die geistige Fitness zurück.

    Tipps gegen Vergesslichkeit

    Was also ist zu tun, damit der Alltag nicht im totalen Chaos ausartet? Der wohl einfachste Tipp sind Post-it-Zettel. An der Haustür klebt ein kleiner gelber Zettel mit dem Hinweis „Schlüssel vergessen? Handy dabei?“, am Kühlschrank klebt eine Erinnerung, welche Lebensmittel ausgehen, und am Herd ein Klebezettel mit dem Hinweis: „Alles ausgeschaltet?“

    Die gute alte Einkaufsliste ist auch nicht verkehrt. Einfach alles aufschreiben oder noch besser aufschreiben lassen. Wem das zu altmodisch ist, oder wer befürchtet, auch diese ohnehin nur zuhause auf dem Küchentisch liegen zu lassen, fotografiert sie mit dem Handy ab.

    Es gibt auch Menschen, die haben aus diesem Grund das bloggen angefangen. Einfach weil sie es satt hatten, ständig nach ihren vielen Zetteln zu suchen. So haben sie ihre Informationen über Kindererziehung, To-Do-Listen und gute Tipps zu Ernährung und Hausmittelchen einfach im Internet fest gehalten. In Form eines privaten, für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Webblogs.

    Welcher Lerntyp man ist?

    Erst einmal heißt es jedoch herauszufinden, was für ein Lerntyp bin ich? Merke ich mir Informationen über das Gehör oder über das Sehen? Knapp zwei Drittel der Menschen sind visuelle Lerntypen: Sie lernen z.B. am besten auswendig, wenn sie sich etwas aufmalen.

    Wie habt ihr in der Schule am besten gelernt?

    Wer sich in der Prüfung genau an die aufgemalten Diagramme im Heft erinnert. Und bei Vorträgen am liebsten alles mitschreibt, gehört in diese Gruppe. Für diese Menschen ist es das beste, sich Schilder, am besten noch mit kleinen Bildchen oder Piktogrammen dazu, zu malen. Erst durch das selber malen, auch gern groß und bunt, springt der Merkprozess an.

    Auditiven Typen – etwa 30 % der Menschen – bringt es viel, sich die To-Do-Liste per Diktiergerät, Video oder Sprachaufzeichnung mit dem Handy aufzunehmen.

    Weiter 5% gehören zum motorisch haptischen Typ. Diese Gruppe merkt sich Informationen über Bewegung und Berührung. Vielleicht hilft es diesen Menschen, sich zur Erinnerung einen bestimmten Gegenstand dafür, oder ein damit verknüpftes Symbol, in die Jackentasche zu stecken oder an den Rückspiegel im Auto zu hängen?

    Selten ist der emotionale Typ, der Informationen am besten über Empfindungen, Atmosphäre oder Gefühle aufnimmt. Hmm, dazu fällt mir nur ein, mal zu versuchen, die Einkaufsliste zu singen oder zusammen mit der besten Freundin ein lustiges Gedicht aus den meist vergessen Dingen zu machen? Vielleicht hilft der Vergesslichen ja die Erinnerung an den gemeinsamen Abend?

    Die Mehrzahl der Menschen erinnern sich zum Glück ohnehin auf verschiedene Weisen, sind also Mischtypen. Daher einfach mal ausprobieren und nachdenken, wie man selbst sich am besten an etwas erinnert.

    Stilldemenz: Sorge für Ruhe und Entspannung 

    Doch alle diese Tipps bekämpfen mal wieder nur die Symptome. Am wichtigsten sind zwei Dinge: Erstens, bitte keinen Druck von außen machen lassen.

    In den ersten Wochen mit Baby erwartet niemand von einer jungen Familie einen perfekten Haushalt. Und wenn es das Umfeld vielleicht unterschwellig doch tut, oder die frisch gebackene Mutter zumindest so ein Gefühl hat, dann bittet um Hilfe.

    Teilt Eure Gäste ein und spannt sie für Euch ein. Lasst Euch Kuchen mitbringen, anstatt selbst einen zu backen. Traut Euch, bittet um Hilfe und nehmt angebotene Hilfe auch an.

    Ausruhen ist das A und O. Denn die so genannte Stilldemenz ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sich eine Mama zu viel zumutet.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Beitragsfoto: TeodorLazarev / shutterstock
  • Das Wochenbett – Warum das Zusammenfinden Zeit braucht

    Das Wochenbett – Warum das Zusammenfinden Zeit braucht

    Wozu brauche ich sechs bis acht Wochen Wochenbett?

    Das Wochenbett ist eine Zeit der Ruhe und des Ankommens. Vielleicht mag der Begriff für so manchen altmodisch klingen. Früher hielten die „Wöchnerinnen“ das Wochenbett sehr streng ein.

    Was zum einen daran lag, dass viele Frauen, etwa in der Landwirtschaft, ja wirklich sehr hart arbeiteten. Zum anderen  gab es aber gesellschaftlich auch nicht so einen Druck auf die Mütter, gleich wieder fit, schlank und voll belastbar zu sein.

    Babyblues und Frühwochenbett

    Gerade im sogenannten Früh – Wochenbett bekommen manche Frauen den sogenannten Babyblues, zu dem unsere Großmütter noch Heultage sagten. Die hormonelle Umstellung, der Milcheinschuss und die neue Situation können ganz schön heftig aufs Gemüt schlagen.

    Manchmal wächst sich das Stimmungstief auch zu einer Depression aus. Jede junge Mutter soll sich unbedingt Hilfe holen, wenn sie das Gefühl hat, nicht mehr froh zu sein und mit der Situation nicht klar zu kommen.

    Da soll niemand warten bis es richtig schlimm wird. Deshalb ist es sehr ratsam, dass eine Hebamme regelmäßig zur Nachsorge vorbeischaut. In den ersten zehn Tagen kommt die Hebamme wirklich jeden Tag. Auch dann wenn die Mutter erst nach einer Woche aus dem Krankenhaus nach Hause kommt.

    Dies sollte vorher ausgemacht sein. Am besten ist es, die Hebamme schon in der Schwangerschaft regelmäßig zu besuchen. So ist sie nicht mehr fremd und die junge Mutter traut sich auch wirklich alles zu fragen.

    Die Hebamme hilft bei der Pflege des Neugeborenen, schaut auf die Nabelschnur die jetzt langsam abfällt. Sie zeigt den jungen Eltern auch, wie man das kleine Baby badet. Die wertvollen Tipps meiner Hebammen waren so wichtig, dass ich sie bis heute nicht vergessen habe.

    Sie berät nicht nur rund ums Kind, sondern weiß auch alles über die Vorgänge im Frauenkörper nach der Geburt und hat natürlich auch viele Tipps zum Stillen.

    Was mit und in Deinem Körper nach der Geburt geschieht, hat Mira in ihrem Artikel zum Wochenbett beschrieben. Außerdem gibt sie eine wichtige Checkliste, wie ihr Euch die ersten Tage und Wochen erleichtern könnt. Zum Beispiel, indem ihr schon vor der Geburt alles im Haus habt, was in dieser Zeit des Frühwochenbettes wichtig wird.

    In das neue Leben hineinfinden

    Das Wochenbett ist nicht nur eine Zeit, in der sich der Körper der Frau sehr stark verändert.  Dies sowohl geburtsbedingt als auch in hormoneller Sicht. Die Wunden der Geburt brauchen eine Weile, um zu verheilen. Und der Frauenkörper bildet sich zurück nach den großen Umstellungen in der Schwangerschaft und der körperlich anstrengenden Geburt.

    Aber nicht nur der Körper braucht diese Zeit: Es bedarf auch der Ruhe, damit die neue Familie zusammen findet. Deshalb ist es gut, wenn Eltern und Kinder im Wochenbett, die Möglichkeit haben in einem geschützten Raum für sich zu sein. Freunde und Verwandte sind gern gesehene Helfer, wenn sie wirklich „nützlich“ sind.

    Damit sind Menschen gemeint, die nichts fordern oder erwarten, sondern mithelfen beim Aufräumen oder Kochen, zum Einkaufen gehen oder mit den Geschwisterkindern spielen. Sie sollen den Eltern möglichst viel abnehmen und dafür sorgen, dass diese Zeit miteinander und dem Neugeborenen verbringen können.

    Die Familie muss sich zusammenfinden

    Auch wenn es nicht das erste Kind ist, die Familie verändert sich in ihrem Gefüge und braucht Zeit, sich neu zu formieren.

    Mutter und Baby haben jetzt die Zeit sich zu beschnuppern, sich kennen zu lernen, ebenso die anderen Familienmitglieder. Es braucht Ruhe und Zeit, die Geburt selbst zu verarbeiten. Oft wird einem erst viel später klar, was die Geburt für ein intensives Erlebnis war und was sie alles ausgelöst hat.

    Und das gilt nicht nur für die Mutter, sondern auch für das Baby. Das kleine Wesen hat in seinen ersten Tagen auf unserer Welt mit all seinen Sinnen schon so viel Neues erlebt, dass es die kuschelige Nähe zur Mutter in Stille und Harmonie zum Ausruhen braucht.

    Selbst das Ankleiden, das Wickeln und das Schlafen mit dem kleinen Wesen in einem Bett ist für das Baby, aber auch für die Eltern neu und besonders. In so einer entspannten Atmosphäre können sich Mutter und Kind auf sich selbst konzentrieren und sich voll und ganz dem Stillen widmen.

    Das Wochenbett ist die Zeit, um sich mit dem neuen Lebensabschnitt auseinanderzusetzen, mit einer neuen Rolle im Leben. Damit auch der Vater Teil haben kann, sollte das so gut wie möglich bereits vor der Geburt organisiert sein.

    Bekommt er Urlaub oder besteht die Möglichkeit in diesen Wochen weniger zu arbeiten? Wer könnte helfen, damit der Vater sich nicht komplett um Haushalt und Alltag kümmern muss und damit auch wieder keine Zeit für seine junge Familie hat?

    Ein guter Rat ist es, bereits in den Wochen vor der Geburt einen Vorrat an eingefrorenen Gerichten anzulegen. Auch Lieferdienste von Supermärkten, Pizza-Service oder – natürlich viel gesünder – eine Gemüsekiste sind in dieser Zeit hilfreich.

    In den Alltag finden

    Die Hebamme ist auch Ansprechpartnerin für Rückbildungskurse und bietet oft selbst solche an. Bei den Zwillingen lebten wir z.B. auf dem Land und es war mir viel zu stressig, mit den Kindern so einen Kurs zu besuchen. Die Hebamme schlug vor, die leichten und kräftigenden Gymnastikübungen einfach daheim mit mir zu üben.

    Wer sich selbst etwas Gutes tun möchte, bucht eine Mütterpflegerin. Die kommt nach Hause, gibt Massagen und verwöhnt die junge Mutter nach Strich und Faden.

    Wenn so etwas in Deiner Gegend nicht verfügbar ist, tut auch eine Massage oder ein Besuch bei einer Osteopathin richtig gut. Mir hat letztere sehr geholfen, meinen Körper wieder in seine alte Form zurückfinden zu lassen.

    Das Wochenbett, die Zeit der Ruhe

    Die Zeit des Wochenbetts sollte unbedingt dazu genutzt werden, damit sich die Mutter selbst etwas gutes tun kann. Der Alltag kehrt früh genug wieder ein.

    Daher sollte das Wochenbett solange wie möglich, also mindestens sechs Wochen eingehalten werden.

    Im Frühwochenbett zu ruhen, leuchtet den meisten annähernd ein. Die ersten drei, vier Wochen zunächst wirklich im Bett und dann immer noch mit sehr viel Liegepausen zu verbringen, klappt anfangs noch ganz gut.

    Doch mit der zunehmenden Energie der Mutter fällt die Auszeit immer schwerer. Und sie verspürt immer mehr den Drang nach Abwechslung und Bewegung. In wieweit Du diesem Bedürfnis nachgibst liegt auf jeden Fall in deiner Entscheidung und Verantwortung.

    Natürlich können im zweiten Monat schon Spaziergänge unternommen werden. Doch die Ruhe für Mutter und Kind sollte nach wie vor oberstes Gebot sein.

    Neben Rückbildung und Mama-Terminen ist eh schon einiges los. Das Baby geht zu den ersten Untersuchungen beim Kinderarzt. Der Vater wird in den meisten Fällen wohl recht früh wieder arbeiten müssen und auch die Besucher- und Unterstützerzahl nimmt wieder ab.

    Jetzt ist es Zeit ein wenig Routine in den Alltag zu bekommen. Das tut dem Kind und der Mama gut. Da das Kind in den ersten zwei Monaten noch sehr viel schläft, hat die Mutter jetzt auch Zeit sich einmal auszuruhen.

    Sie sucht sich ein gutes Buch zum Lesen oder sonst etwas zu tun, was sie selbst einfach gerne macht. Sozusagen im Hinblick auf die Zeit, in der diese Augenblicke, für sich ganz allein sein zu können, dann erst einmal wieder seltener werden.

    Kräftigende Ernährung im Wochenbett

    Eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung ist ein wichtiges Thema in der Zeit des Wochenbetts. Darüber kann auch schon vorher nachgedacht werden. Die Klassiker sind kräftigende Suppen – die sind zudem praktisch, da sie immer mehr als eine Mahlzeit ergeben – sowie Stillkugeln, wie sie die Hebamme Ingeborg Stadelmann in ihrem sehr empfehlenswerten Buch „Die Hebammensprechstunde“ vorschlägt.

    Dieses Buch ist überhaupt ein nützlicher Begleiter in der gesamten Schwangerschaft und der ersten Zeit mit dem Baby. Eine gesunde Ernährung ist sehr wichtig in dieser Zeit für die Mutter und wegen dem Stillen natürlich auch für das Kind. Blähende Gemüse und scharfe Gewürze sollten daher lieber weggelassen werden.

    Stillkugeln nach Ingeborg Stadelmann aus „Die Hebammensprechstunde“

    1 kg Dinkel, Gerste und/oder Hafer, 300 g gekochten Vollreis, 350 g Ghee oder Butter, 300 g Honig, evtl. 1 Tasse fein gehackter Nüsse z.B. Haselnüsse, Cashew, Mandeln, Kokos oder Walnuss, 1 Glas Wasser, Milch oder Pflanzenmilch

    Reis kochen und beiseite stellen. Abkühlen lassen. Das Getreide mahlen (je nach Wunsch gröber oder feiner), bzw. schon verarbeitet kaufen, und kurz anrösten. Nüsse können ebenfalls kurz angeröstet werden. Wenn die Masse eine leichte Bräune hat und duftet, Butter hinzufügen.

    Weiter verrühren bis die Butter geschmolzen ist, Honig hinzugeben und gut schwenken. Anschließend die Masse vom Herd nehmen und je nach Konsistenz Reis, Wasser oder Milch hinzugeben. Die Masse sollte gut formbar sein und die Stillkugeln nicht zerfallen. Die Kugeln mit ca. 2-3 cm Durchmesser im Kühlschrank lagern. Auf Wunsch diese in Kokosflocken, gerösteten Sesam oder Kakao wälzen.

    Wer mag, kann dieses Rezept mit Datteln und getrockneten Feigen sowie anderen Trockenfrüchten anreichern. Diese Energiebällchen, die zudem die Milchproduktion positiv beeinflussen, sind auch ein schönes Geschenk, das jemand mitbringen könnte.

    Eure Verena Wagner (Babytalk – Autorin)

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  • Wochenbett: Erfahrungsbericht einer Leserin – Ein unromantisches Paradebeispiel

    Wochenbett: Erfahrungsbericht einer Leserin – Ein unromantisches Paradebeispiel

    Wir freuen uns Euch den ersten Beitrag einer Babytalkleserin vorstellen zu können, die gerne ihre Erfahrungen mit dem Wochenbett mit Euch teilen wollte. Über unsere Facebookseite kommentierte sie unseren Wochenbettbeitrag, denn es ist nicht immer alles „Friede, Freude Eierkuchen“. Aber lest selbst.

    Und Vielen Dank an Christina für diesen Einblick!


    Das Wochenbett war für mich eine sehr intensive Erfahrung. Als ich vom Krankenhaus nach Hause kam sagte mir keiner, dass hier das Wort Chaos eine ganz neue Bedeutung erhalten würde.

    Wochencouch statt Wochenbett hätte es besser getroffen

    Die ersten 5 Wochen tat ich nichts außer auf der Couch zu liegen und 20 Stunden am Stück zu stillen. Diese Stillerei hat mich so entkräftet – ich war einfach nur fertig. Ich lag nicht auf der Couch, ich war die Couch!

    Ich war die Insel von der sich mein Zwerg nicht weglegen lies, während mein Lebensgefährte versuchte irgendwie unseren Haushalt zu meistern und gleichzeitig schon nervös war, was er mir jeden Tag kochen sollte.

    Wenn unser Schatz mal nicht auf mir schlief, ging das Geschrei los. Stundenlang dieses weinende Baby – niemand sagt dir, das Neugeborene so lang schreien können.

    Es wird nur immer erzählt, wie toll das Wochenbett doch sei – Tag und Nacht im Bett zu liegen und den Kleinen zu betrachten. Ich lag keinen einzigen Tag verliebt im Bett und genoss das Wochenbett.

    Für mich war es die Hölle auf Erden. Das Wochenbett war für mich ein Meer der Gefühle, ein ständiges auf und ab. Ich musste mich oft den Wellen hingeben, denn die schwappten auch so manches mal über.

    Gedankenkarussell

    Alle Gedanken schossen mir durch den Kopf: Ich vermisse die Zweisamkeit zu meinem Partner. Mein Baby ist das schönste Kind der Welt. Werden wir das alles schaffen?!

    Wie lange halt ich das weinende Baby noch aus, ohne selbst komplett in Tränen auszubrechen. Tu ich mir das nochmal an?! Ich hab so viel geweint wie noch nie in meinem Leben.

    Ich fühlte mich oft alleine und doch war ich gleichzeitig die glücklichste Mama auf Erden. Mein Partner war total überfordert. Das weinende Baby , die heulende Mama und der Haushalt, der Wocheneinkauf und das Planen der nervigen Besuche.

    Selbstvorwürfe

    Ja genau nervigen!!! Es ist absolut zum Kotzen jeden Tag jemanden auf der Matte stehen zu haben während die Wohnung eh schon ein totaler Müllberg ist.

    Es war so extrem chaotisch bei uns, dass ich mich geschämt habe, wenn jemand zu uns kommen wollte. Die Leute erwarten ja eine frische, glückliche Mama, die ihnen das dauerschlafende Baby reicht, während sie Kaffee kocht und den Gästen Kuchen anbietet.

    Wie dem auch sei, ich hatte das pure, authentische Wochenbett mit vielen Höhen und Tiefen. Ich konnte das pure Leben im Haus spüren und bin stolz diese Zeit überstanden zu haben.

    Liebe Grüße Eure Christina Watzinger (Babytalk – Fan)

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    Beitragsfoto: Boryana Manzurova / shutterstock
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  • Stillen in der Öffentlichkeit

    Stillen in der Öffentlichkeit

    Stillen in der Öffentlichkeit, eigentlich das normalste in der Welt, doch leider wird es nicht von allen und überall so gesehen. Verena hat uns hierzu einen schönen Beitrag geschrieben, den wir Euch gerne vorlegen.


    Mein Mann, ein paar Freunde und ich sitzen im lärmend vollen, fröhlichen Biergarten. Alles wie immer – außer: Wir haben unser kleines, süßes Baby dabei. Das quengelt ein wenig. Dann brüllt es. Da macht das Baby auf dem Arm halten und Duzidu den Freunden plötzlich keinen Spaß mehr.

    Der kleine Schreihals mit offenbar gutem Lungenvolumen wird zur Mama zurück gereicht mit den Worten: „Hat der vielleicht Hunger?“ Naheliegend, auch für Nichtmütter und Nichtväter. Alle schauen die junge Mama an, was die nun wohl macht.

    Cool bleiben, Mama

    Stillen in der Öffentlichkeit Eltern mit stillendem Baby in einem Park
    Maria Sbytova / shutterstock

    Es ist das erste Mal, das Frau in einer vergleichbaren Situation ist. Schließlich ist es ganz was anderes, mit seinem Baby vormittags im Park spazieren zu gehen und sich zum Stillen für ein ruhiges, schattiges Plätzchen zu entscheiden.

    Da kommen zwar auch schon mal Menschen vorbei, die einen Blick auf eine stillende Mutter werfen – sei dieser nun zweideutig, fragend oder gar missbilligend. Ich selbst habe vorwiegend wohlwollende Blicke erlebt, denn die meisten Menschen sind fasziniert von kleinen Babys.

    Doch zurück zum Biergarten-Szenario: Innerlich total aufgeregt beschließt die junge Frau ihr brüllendes Kind anzulegen. Immerhin eine gute Chance, dass es wirklich Hunger hat und gleich wieder satt und zufrieden ist. Sie nestelt an ihrem Still-BH herum und denkt sich: „Es sind ja nur Sekunden in denen meine Brust unbedeckt ist, das werde ich ja jetzt wohl überstehen.

    Saugt das Baby daran, ist alles gut.“ Irgendwie ist es schon eine Herausforderung, das Stillen in der Öffentlichkeit. Nicht jeder Mensch ist so freizügig, dass es ihm/ihr nichts ausmachen würde, einfach vor allen anderen – Fremden, Freunden oder Bekannten – die Hüllen fallen zu lassen. Das ist eine natürliche Hemmschwelle und dabei geht es erst einmal gar nicht so sehr um das Bedürfnis des Kindes, sondern um die Mutter.

    Stillen in der Öffentlichkeit – Alles eine Frage der Gewohnheit

    Die junge Frau hat sich in weiser Voraussicht ein leichtes Baumwolltuch mitgebracht. Das legt sie jetzt schützend um das Baby und sich selbst. Diese Schutzmaßnahme wirkt beruhigend sowohl auf die stillende Mutter als auch auf das Kind selbst. Wenn nämlich die Mama innerlich nervös ist und sich gar schämt, weil sie in der Öffentlichkeit ihrem Säugling die Brust gibt, klappt es oft mit dem Stillen auch nicht so richtig.

    Gerade am Anfang, wenn die beiden noch nicht so ein eingespieltes Team sind, kann es passieren, dass die Position zum entspannten Trinken nicht passt oder nicht genug Milch fließt. Je entspannter die Mutter, desto besser klappt alles.

    Ich habe auch schon Frauen gesehen, die sich ein Kissen mitgebracht haben. Denn es ist nicht immer so gemütlich, das Baby in der Armbeuge zuhalten. Wie ich finde eine gute Idee, auf die ich selbst als frischgebackene Mama nicht gekommen bin. Das musste ich durch eine Schleimbeutelentzündung im Ellbogen büßen. Vor lauter Beflissenheit, es dem Kind recht gemütlich zu machen, habe ich mir selbst eine schlechte Haltung angewöhnt.

    Je länger die Stillbeziehung dauert, desto mehr verändert sie sich auch. Mutter wie Kind gewöhnen sich an die gemeinsame Kuschelmahlzeit. Dem gemeinsamen Auftritt in der Öffentlichkeit kommt das zugute. Das Kind weiß bald, was zu tun ist und dockt ganz von allein an sobald es darf.

    Allerdings werden gerade Langzeitstillende in der Öffentlichkeit oft komisch angeguckt. Während es für viele normal ist, dass ein Säugling an der Brust trinkt, reagieren mehr Leute befremdet, wenn sie sehen, dass ein zwei- oder dreijähriges Kleinkind an der Brust trinkt.

    Warum Stillen in aller Öffentlichkeit?

    Vielleicht fragt sich jetzt so manche, warum soll ich mir das überhaupt antun, warum mache ich mir es nicht einfach zuhause auf dem Sofa gemütlich? Irgendwie stimmt das auch. Vor allem in den ersten Wochen mit einem Neugeborenem ist es wirklich viel entspannter für alle Beteiligten einfach daheim im vertrauten, privaten Raum zu bleiben.

    Die Zeit des so genannten Wochenbetts, also die ersten sechs bis acht Wochen, ist eine Zeit des Ausruhens und Zueinanderfindens. Auch dauert es ein wenig sich kennen zu lernen, damit sich das Dreamteam einspielen kann. Hebammen raten dazu, diese ersten Wochen wirklich langsam zu machen, auszuruhen und das Wochenbett regelrecht als heilige Zeit zu respektieren.

    Das ist für diese Zeitspanne auch gut so. Und es heißt ja nicht, gar nicht hinaus zu gehen. Frische Luft ist auch für Neugeborene eine Wohltat. Es bedeutet einfach, sich und dem Kind eine Pause vom Alltag und den damit häufig  verbundenen Stress zu gönnen.

    Denn wer will wochen- oder monatelang zuhause bleiben? Der Tag kommt, an dem Mama wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen will. Und sich nur wegen dem Stillen zuhause zu verstecken, wäre doch sehr schade. Sich das Leben so einzuengen, weil Stillen in der Öffentlichkeit manchen Leuten noch immer ein Tabu zu sein scheint? Nein, danke.

    Stillende Mütter in der Öffentlichkeit

    Daher ist es wunderschön, immer mehr stillende Frauen in der Öffentlichkeit anzutreffen. Vielleicht macht das weiteren Frauen Mut sich auch trauen. Wer sich geniert und sich sicher ist, sein Kind nicht im Biergarten vor der Clique oder auch nur vor Wildfremden stillen zu wollen, findet womöglich eine andere Lösung für sich: Sucht Euch eine Location als Treffpunkt aus, die Rückzugsmöglichkeiten bietet.

    Das kann ein Restaurant mit Lounge sein oder einem Bereich mit Sofas und gemütlichen Sitzgelegenheiten. Oder ihr packt das Kind kurzerhand ein, verabschiedet Euch für einen Moment und begebt Euch alleine mit ihm in einen naheliegenden Park. Es ist auf jeden Fall ratsam sich anfangs vorher Gedanken zu machen, wie ihr euch die ungewohnte Situation so angenehm wie möglich einrichten könnt.

    Stillen in der Öffentlichkeit Mutter stillt ihr Baby in eine Gebüsch
    Kolbakova Olga /shutterstock

    Es gibt auch Frauen, die setzen sich am liebsten in ihr geparktes Auto. Wichtig ist, dass es für einen selbst stimmt. Und nicht dass eine Frau sich gezwungen sieht, sich im öffentlichen Raum zu verstecken – etwa in der Umkleidekabine eines Kleidergeschäfts oder gar auf der Toilette! Soll alles schon vorgekommen sein!

    Wer in so eine Situation gerät, muss sich nicht eingeschüchtert fühlen, sondern darf den Mut haben (möglichst laut) zu sagen: „Sie haben soeben eine kaufwillige Kundin verloren. Ich komme so schnell nicht wieder in ihren Laden und berichte meinen Freunden von ihrem Verhalten einer stillenden Mutter gegenüber!“

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

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    2 Foto: Maria Sbytova / shutterstock
    3 Foto: Kolbakova Olga /shutterstock
    Pinterest: tatyana_tomsickova / Getty Images Pro
  • Das Wochenbett – Tipps für die ersten acht Wochen mit dem Baby

    Das Wochenbett – Tipps für die ersten acht Wochen mit dem Baby

    Wenn man in der Schwangerschaft an die Zeit nach der Geburt also an das Wochenbett denkt, ist man meist voller Vorfreude, kann es kaum abwarten, dass endlich die Zeit des Kuschelns beginnt.

    Kaum eine werdende Mutter macht sich großartig Gedanken darüber, was in den ersten Wochen alles mit ihrem Körper passiert. Man kann bereits vor der Geburt einige Sachen vorbereiten, damit man nicht direkt in Stress verfällt, sobald das Baby da ist.

    Aber zunächst einmal möchten wir hier ein paar Fakten über das Wochenbett für Euch auflisten:

    Das Wochenbett heißt so, weil es in der Tat empfohlen wird, dass die frisch gebackene Mutter viel Zeit im Bett verbringt bzw. sich viel Ruhe gönnen sollte. Natürlich mit dem Baby.

    Die meisten Mamas, die diesen Tipp ignorieren und zu schnell zu viel körperlichen Anstrengungen ausgesetzt sind, werden anschließend häufig von ihrem Körper in Form von Entzündungen oder ähnlichem gebremst.

    Warum ist das so, auch wenn man sich nach einer natürlichen Geburt bereits schnell wieder sehr fit fühlt?

    Im Körper der Mutter passiert nach der Geburt sehr viel:

    • Die Wunde von der Plazentaloslösung heilt in der Gebärmutter, während diese sich in einem irren Tempo wieder auf ihre ursprüngliche Größe zusammenzieht. Das Wundsekret kommt in Form einer starken Blutung, die aber recht schnell geringer wird.
    • Der Milcheinschuss kommt und sorgt für eine Neuregulierung des Stoffwechsels: Schließlich muss der Körper nun immer genug nährreiche Milch bereit stellen.
    • Das passiert auch erst einmal, wenn die Mutter schon vor der Geburt genau wusste, dass sie nicht stillen möchte … Wenn dies der Fall ist, muss „abgestillt“ werden.
    • Die Strapazen einer Geburt werden gerne schnell vergessen, doch der Körper möchte sich nun erst einmal erholen.

    Das gleiche gilt auch für das Baby. Das Baby hat Schwerstarbeit geleistet. Egal, ob vaginale Geburt oder Kaiserschnitt, mit dem ersten Atemzug beginnt eine enorme Wandlung, nicht nur des Stoffwechsels.

    Mit dem neuen Erdenbürger beginnt ein völlig neuer Alltag! Nun wäre es gut Zeit zu haben, sich kennenzulernen. Schließlich muss eine neue Familienroutine muss gefunden werden.

    Na, man kann schon erkennen, dass zum Wochenbett möglichst alles vorbereitet sein sollte, oder? Zum Beispiel sollten in den ersten Tage keine große Einkäufe anstehen. Deswegen haben wir hier eine Einkaufsliste für Euch vorbereitet.

    Diese Dinge sollten am besten schon vor der Geburt im Haus sein:

    • Die Erstausstattung für das Baby (um Himmels Willen, kauft nicht erst auf den letzten Drücker diese Sachen!)
    • Binden für den Wochenfluss. Im Allgemeinen braucht kaum eine Frau die ganze Packung, aber es lohnt sich, wenigstens zehn bis zwanzig von den berühmt berüchtigten Wöchnerinnen-Binden (bei dm zum Beispiel die „Pelzys“). Denn eine normale Binde „schafft“ den Wochenfluss der ersten Tage einfach nicht und man möchte sich ja nicht unbedingt die Wäsche ruinieren.
    • Achtung: Auf keinen Fall Tampons benutzen! Wir haben von Ärzten bestätigt bekommen, dass diese beim Wochenbett sehr schell zu Infektionen führen, die sich ganz einfach vermeiden lassen, wenn ihr dies berücksichtigt.
    • Es lohnt sich im übrigen auch, für die ersten Tage mit dem starken Wochenfluss entweder alte oder wirklich billige Unterhosen zu nutzen.
    • Nahrungsmittel, die haltbar sind und schnell zubereitet werden können. Vor allem, wenn der Papa die ersten Wochen nicht zu Hause bleiben kann und auch sonst niemand zur Unterstützung da sein kann. Es ist sehr verwunderlich, wie wahnsinnig müde eine Mutter sein kann;) Da kann einer sogar das Kochen schon zu viel werden …
    • Da das Baby den körpereigenen Geruch der Eltern liebt (über den Geruch erkennt es die ersten Wochen am meisten), sind Duschgele ohne Duftstoffe super. Auch auf besonders viel Chemie sollte frau gerne verzichten, um Allergien zu vermeiden.
    • Damit man nicht gleich nach der Geburt Shoppen muss, empfiehlt es sich, Still BH´s auch in zwei Nummern größer als bei der Geburt daheim zu haben. Die Brüste wachsen oft mit dem Milcheinschuss um zwei Größen!
    • Stilleinlagen

    Von Hebammen empfohlen:

    • Brustwarzen-Creme
    • Chinesische Kraftsuppenmischung (bei der Hebamme erfragen)
    • Babybäuchlein-Öl
    • Weißkohlblätter (welche enorm angenehm sind, wenn die Brust sehr schmerzt, am besten schön kühl aus dem Kühlschrank)
    • Stilltee

    Langeweile

    Übrigens: das Baby schläft die ersten Wochen sehr viele Stunden (bis zu siebzehn) pro Tag! So entsteht im besten Falle ein Leerlauf für die Mutter, den man sehr gut nutzen kann, um selbst ein wenig Schlaf nachzuholen und um vorzuschlafen.

    Im Wochenbett kommen in der Regel kommen Wochen mit einer oder mehreren Stillunterbrechungen auf eine Mutter zu.

    Aber es sollte auch genügend Beschäftigung geben (Bücher, Handarbeit etc.), damit keine Langeweile während des Wochenbett aufkommt (ja, das glaubt man kaum, aber die gibt es!!).

    Ausgenommen man hat bereits ein oder mehrere Kinder. In diesem Fall ist es hilfreich, wenn man im Wochenbett von einer guten Freundin oder der Mutter, sofern man sich mit ihr gut versteht, unterstützt wird.

    Es ist übrigens nicht empfehlenswert, aus Langeweile besonders viel fernzusehen. Zu viel Fernsehen soll bekanntlich Depressionen fördern.

    Besucher während der Wochenbett – Zeit:

    Natürlich wollen viele Freunde und Verwandte so schnell wie möglich den neuen Erdenbürger besuchen und bestaunen. Das kann man auch keinem übel nehmen;)

    Aber: Denkt daran, dass nicht nur ihr, sondern auch das Baby viel Ruhe braucht! Die täglich neuen Eindrücke überfordern, die Neugeborenen sehr schnell, deren Verarbeitung nicht selten von Schreien begleitet werden.

    Aus diesem Grund wäre es ratsam zu Beginn keinen Übernachtungsbesuch im Wochenbett zu planen.

    Und die Besucher, die tagsüber kommen, sollten über ein Zeitlimit informiert werden, denn länger als eine Stunde sollte man am Tag nicht seine Aufmerksamkeit auf andere richten müssen.

    Das ist zuletzt natürlich vor allem von Euch selbst abhängig. Eltern sind diesbezüglich sehr unterschiedlich. Nur nehmt Euch nicht zu viel vor und achtet auf Eure Grenzen!

    Wir wünschen Euch allen eine wunderschöne Kuschelzeit!

    Hier findet ihr einen Bericht einer Babytalk-Leserin über ihr nicht so entspanntes Wochenbett.

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

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  • Buchempfehlung: „Das Wochenbett“, das Standardwerk für frisch gebackene Eltern

    Buchempfehlung: „Das Wochenbett“, das Standardwerk für frisch gebackene Eltern

    Heute haben wir einen wundervollen Buchtipp für Euch:

    „Das Wochenbett“ von Loretta Stern und Anja Constance Gaca (erschienen im Kösel-Verlag) ist inzwischen ein von Mama zu Mama gern weiterempfohlenes „Standardwerk“.

    Nebst Themen wie der Körper sich nach der Geburt genau verändert (endlich mal Klartext!) und Empfehlungen was zu tun ist (z.B. Vliehswindeln für den Ausflus direkt nach der Geburt besorgen), werden verschiedene Stillpositionen gezeigt (mit Bildern), Checklisten aufgeführt, Anleitungen zum Anziehen und Baden (mit Abbildungen) etc.

    Besonderer Clou: Es gibt dort auch einen speziellen „Väterteil“, der den frisch gebackenen Papas im Wochenbett zeigt, wieso sie in dieser Zeit besonders unentbehrlich sind.

    Von uns gibt es eine deutliche KAUFEMPFEHLUNG!

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