Schlagwort: Ultraschalluntersuchung

  • „Der überwachte Bauch“ von Doris Moser

    „Der überwachte Bauch“ von Doris Moser

    Wir möchten Euch ein besonders tolles Buch vorstellen, „Der überwachte Bauch“, besonders empfehlenswert für alle Schwangeren.

    In dem Beitrag „Der gläserne Bauch“ von unserer Hebamme Anja wird ja schon sehr deutlich, wie ihre / unsere Einstellung zur ständigen Überwachung des Babys im Bauch ist. Wir sind kein Freund davon, das Baby zu messen, zu bewerten und ständig Untersuchungsmethoden auszusetzen, bei denen wir nicht wissen, ob diese vielleicht doch noch schädliche Nebenwirkungen auf das Baby haben.


    Die Störung dieser besonderen „Wachstumsruhe“ empfinden wir als wenig hilfreich.

    Schwangerschaft - Embryo

    Um zu verstehen, welche Untersuchungen überhaupt notwendig sind. Und vor allem auch, inwiefern das Ergebnis einer bestimmten Untersuchung überhaupt sinnvollen Input bringt, empfehlen wir euch unbedingt dieses sachliche aber vor allem spannende Buch von Doris Moser:

    Doris Moser bringt es auf den Punkt, warum viele Untersuchungen in der Schwangerschaft nicht wirklich hilfreich sind.

    Sie hinterfragt aber auch, woher das überhaupt kommt und warum eine Schwangerschaft heute fast einer Krankheit gleicht.

    Unser Herzblut ist es, dass Mütter und Väter wieder mehr der Natur und sich selbst vertrauen. Natürlich gibt es Pathologien, bei denen wir nur dankbar um die Medizin sein können.

    Und es gibt ebenso Situationen, in denen es absolut nachvollziehbar ist, dass Eltern sich möglichst schnell von dem Wohlbefinden ihres Babys vergewissern möchten.

    Wir werden dieses Buch in die Babycoachakademie integrieren, in der wir bald Doulas nach Lamaze Standard ausbilden. Denn das Wissen um Sinn und Unsinn von Untersuchungen ist unfassbar wichtig. Auch für Doulas:)

    Liebe Grüße

    Eure Mira und Deva

  • Die Crux bei der Geschlechterbestimmung mittels Ultraschalluntersuchung

    Die Crux bei der Geschlechterbestimmung mittels Ultraschalluntersuchung

    Geschlechterbestimmung: Das Geschlecht ist aktuell ein heißes Thema. Gefühlt dreht sich alles um Gendermarketing, RosaBlauFalle und die Frage danach, wann endlich das veraltete „zwei Geschlechter-System“ aufgebrochen und revolutioniert wird.

    Im krassen Gegensatz dazu gibt es auf der anderen Seite eben Menschen, für die alles noch ganz einfach ist: Entweder das Baby gehört zu #TeamRosa oder #TeamBlau. Junge oder Mädchen. Kaum ist das Geschlecht bekannt, gibt es Freudentränen. Oder eben auch nicht.

    So wie bei mir. Da war nämlich kurzzeitig das blanke Entsetzen. Der reinste Schock.

    Im Traum sah ich ein Mädchen

    Warum? Angefangen hatte es schon bei meiner ersten Tochter. Nachdem überraschenderweise bekannt wurde, dass ich schwanger war, wurde ich mit den üblichen Fragen konfrontiert: Wie weit bist du schon? Ist es geplant? Junge oder Mädchen?

    Interessanterweise war ich mir bei meiner Großen direkt sicher: Das ist ein Mädchen. Es gibt eine Nacht, da habe ich von einem Mädchen mit wunderschönen, langen Haaren in einem Kleid geträumt, dass über eine Wiese getanzt ist.

    Nach dem Aufwachen war mir sofort klar: Das war meine Tochter. Mein Baby wird ein Mädchen.

    Geschlechterbestimmung: Besser als 85 Prozent wird es nicht

    Die Frauenärztin jedoch war sich nie sicher. Nach dem ersten großen Ultraschall hatte sie eine Tendenz: „Das Baby ist zu 60 Prozent ein Mädchen, aber ich würde meine Hand nicht dafür ins Feuer legen“. Musste sie auch nicht.

    Mein Bauchgefühl wusste ja bereits Bescheid. Es wird ein Mädchen. Ende. Gegen Ende der Schwangerschaft wurden die Schätzungen zwar zielsicherer, aber niemals klar. Am Tag der Geburt war meine Tochter zu „85 Prozent ein Mädchen“.

    Im Kreißsaal war die Spannung für alle Anwesenden groß. Ich wusste, dass mein Bauch mich nicht täuschen würde. Als der Arzt sie in den Händen hielt, hat er mich kurz geschockt: „Ah wie schön, Sie haben ja einen Jungen erwartet, oder? – Kleiner Spaß, es ist ein Mädchen!“. Uff, die zwei heftigsten Sekunden meines Lebens.

    Immerhin war das komplette Kinderzimmer rosa und sämtliche Klamotten hatten Hello Kitty und Co. aufgedruckt. Das wäre schon recht amüsant geworden. Meine Große ist übrigens mittlerweile knapp 5 Jahre alt, hat Haare bis zum Po, trägt nur Kleider und tanzt für ihr Leben gern…

    Geschlechterbestimmung – Bauch vs. Ultraschall

    Als ich dann mit meiner jüngeren Tochter schwanger war, wusste mein Bauch Bescheid: Mädchen. Diesmal habe ich von einer recht schnellen, fast schmerzfreien Geburt geträumt. Im Arm hielt ich anschließend mein süßes MÄDCHEN.

    Mir war klar, dass mein Bauch wieder die korrekte Prognose abgegeben hatte. Allerdings war die Frauenärztin da anderer Meinung. Nachdem ich im Kopf bereits meine beiden Mädchen gemeinsam spielen, kuscheln und toben sah, hieß es: „Es wird ein Junge!“.

    Ich war platt. Sollte mein Bauch sich diesmal so heftig geirrt haben? Sind die Bilder in meinem Kopf, meine Träume alle falsch? Uff, ich musste schlucken. Für mich war das Baby in meinem Bauch ein Mädchen.

    Junge oder doch Mädchen: Ich hatte nur einen Mädchen-Namen. Im Kopf war ich nicht bereit für „Junge“. Mein Kopf hat blockiert, da mein Bauch weiterhin „Mädchen“ ausgestrahlt hat.

    Ich war verwirrt. Traurig. Enttäuscht von meinem Bauchgefühl, dass mich scheinbar betrogen hatte. Was war mit meinem Bauch los? Warum hatte ich all diese Bilder im Kopf?

    Irgendwie konnte ich mein Bauchgefühl aber nicht loslassen. Statt nach Jungennamen zu suchen und neue Klamotten zu shoppen, habe ich meinem Mann gesagt, wir warten ab. Das Gefühl ließ mich nicht los.

    Und dann war der Schniepel plötzlich weg

    Nach einigen Wochen des Wartens stand die nächste, große Untersuchung an. Der 3D-Ultraschall. Und dann sprach die Ärztin ganz selbstverständlich von einem Mädchen.

    Ich musste nochmal nachfragen: Es wird ein Mädchen? Ja.

    Sie sah mich fragend an. Scheinbar ist es nicht üblich, sich über ein zweites Mädchen zu freuen. Ich muss in dem Moment wohl ziemlich verrückt ausgesehen haben, weil ich fast vom Stuhl getanzt wäre.

    Die Prognose Mädchen hielt sich in der restlichen Zeit. Doch was war mit dem Schniepel passiert? Das Stummelchen, was sie wohl mit einem Penis verwechselt hatte, schien ein Teil der Nabelschnur gewesen zu sein, was sich in den Ultraschall gemogelt hatte.

    Egal. Ich war einfach froh, dass mein Bauch mich nicht im Stich gelassen hatte und erneut richtig lag. In ALLEN Punkten. Die Geburt verlief relativ schnell:

    Die Schmerzen waren ohne PDA erträglich und vor allem, war ICH dieses mal die erste, die mein Baby im Arm hatte. Ich konnte im aufrechten Vierfüßler gebären und mein Baby direkt auf mich legen.

    Es war das schönste Gefühl, was ich jemals hatte. „Du siehst so glücklich aus“, waren die ersten Worte meines Mannes. Und das war ich. Glücklich über das wunderbar perfekte Baby. Und vergessen war das hin und her der Geschlechterbestimmung.

    Glücklich, dass ich mich auf mein Bauchgefühl einfach wieder verlassen konnte.

    Eure Yasmin (Babytalk-Autorin)

    Beitragsfoto: Dragon Images / shutterstock
    Pinterest: Dragon Images & Veronika Galkina / shutterstock
  • Ultraschalluntersuchungen: Der gläserne Bauch – Der Palast des Kindes

    Ultraschalluntersuchungen: Der gläserne Bauch – Der Palast des Kindes

    Ultraschalluntersuchungen: In der Traditionell Chinesischen Medizin wird die Gebärmutter auch Palast des Kindes (Bao Gang) und das Kind der Kaiser genannt. Mit diesen Bezeichnungen wird das Mystische, heilige und wertvolle um das werdende Leben deutlich.

    Übertrage ich das nun in die westliche Sichtweise muss ich mich fragen, was ist das besondere an so einem Palast in dem ein Kaiser wohnt?! Es ist ein geschützter Ort, mit mystischen Geschichten, ein Rückzugsort und ab und an erhalten bestimmte Menschen eine Audienz und dürfen in das innerste vordringen.

    Ich kenne keinen Palast, der mit einem gläsernen Dach oder einer gläsernen Aussenwand versehen ist und transparent und durchsichtig für alle ist. Ebenso wie das Leben des Kaisers. Welcher Kaiser würde das auch wollen?

    Was machen wir aber genau mit unserem Palast, der Gebärmutter und ihrem Bewohner, dem Kaiser, dem Kind in der Schwangerschaft? Wir durchleuchten, untersuchen, schallen – wir versuchen einen gläsernen Bauch entstehen zu lassen in dem wir alles krankhafte, pathologische finden wollen, um es dann zu behandelt und gesund zu machen.

    Zunahme der Ultraschalluntersuchungen

    Aber ist es das, was ein Kaiser in seinem Palast braucht und sich wünscht? Aus einem Ultraschall am Ende einer Schwangerschaft mit niedriger Frequenz der Schallwellen wurde über nur wenige Jahre eine Ultraschallmanie. Aus festgeschriebenen (Mutterschaftrichtlinien) 3 Ultraschallen in der Schwangerschaft werden nun gefühlte 100.

    Es gab auch eine Veränderung der Frequenz der Schallwellen. Hier werden nun deutlich stärkere Frequenzen in den letzten Jahren eingesetzt ohne das es ein Risiko-Nutzen-Abwägung gibt.

    Tragbare Ultraschalleinheiten, Herztonüberwachungsgeräte für Zuhause komplimentieren das System der Überwachung, das nun auch 24 h zu Hause stattfinden kann. Die Gebärmutter ist der Palast des Kindes und gehört geschützt.

    Bis heute sind die Folgen der Ultraschalluntersuchungen nicht hinreichend erforscht. Die Forschungsergebnisse die es gibt, zeigen eine deutliche Beeinträchtigung des Ungeborenen und seiner Umgebung bei einer Ultraschallsitzung. Zu beobachten in der Praxis sind Kinder die sich die Hände vor das Gesicht halten und Anzeichen von Stress (heftige Bewegungen) deutlich zeigen.

    Weil die Bedenken nicht ausgeschlossen werden konnten, sind nach Ende 2020  3D Ultraschalluntersuchungen nicht mehr erlaubt. Sofern keine medizinische Notwendigkeit besteht.

    Absolute Sicherheit gibt es nicht

    Als Hebamme muss ich auf diese Risiken aufmerksam machen. Wir haben die Natur nicht im Griff. Auch eine völlige Überwachung bringt uns nicht mehr gesunde oder lebende Kinder. Im Gegenteil – Bindung heißt das Zauberwort.

    Wir müssen Vertrauen aufbauen und ja wir müssen auch unser Schicksal annehmen. Kaum ein Frauenarzt macht bei einer Vorsorge noch die Leopoldschen Handgriffe zur Lagebestimmung des Ungeborenen im Mutterleib. Er/sie benutzen lieber den Ultraschall. Wozu?

    Ist es nicht wunderbar mit dem Ungeborenen über die Bauchdecke zu kommunizieren? Diese kleinen Antworttritte auf meinen Kontakt. Dieses innehalten, welche Hände da nun auf dem Bauch liegen. Dieses sich in die Hand des werdenden Papas schmiegen.

    Nein, das reicht heute anscheinend kaum noch aus!

    Und ich verstehe die verunsicherten werdenden Mütter. Es wird suggeriert, dass es eine völlige Sicherheit mit Ultraschallvertrag, IGEL – Leistungen, Pränataldiagnostik, Schwangerschaftsvorsorge, CTG Kontrollen usw. gibt. Dabei weiß jeder – es gibt keine Garantie auf ein lebendes, gesundes Kind.

    Also versucht doch den Palast, Palast sein zu lassen. Ein Ort der Ruhe, der Mystik und der Geborgenheit und kommt in Euer Vertrauen. Der Lebensplan ist schon längst geschrieben und ändern kann ihn auch kein Ultraschall mehr.

    Ein Beitrag von Anja Lehnertz (Babytalk-Hebamme)

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  • Ultraschallgeräte für zu Hause – Wohin führt die Sorge ums Baby?

    Ultraschallgeräte für zu Hause – Wohin führt die Sorge ums Baby?

    Wir möchten ein Thema aufgreifen, welches viel Potential für Diskussionen bereit hält, Ultraschallgeräte für zu Hause. Wir werden es weiterhin im Auge behalten und Euch berichten.

    Per Facebook-Anzeige bekamen wir ein Unternehmen vorgestellt, welches Ultraschallgeräte für Schwangere vermietet und verkauft. Nun kann man also schon selber eine Rundumüberwachung des Fötus zu Hause vornehmen (…).

    Im redaktionellen Team war sofort eine ungläubige Sprachlosigkeit zu spüren. Da wir aber keine Mediziner sind und immer versuchen, möglichst objektiv an brisante Themen heranzugehen, haben wir uns an einen sehr erfahrenen Frauenarzt gewendet.

    Expertenmeinung eines erfahrenen Frauenarztes zu Ultraschalluntersuchungen

    Unser Experte ist Professor Dr. med. Kai J. Bühling aus Hamburg. Er ist nicht nur Dozent an der Universität, sondern als Gynäkologe auch in seiner Praxis mit den Themen „Schwangerschaft und Pränataldiagnostik“ vertraut.

    Seine Antwort auf unsere Frage, was man von dem Ultraschall-Gerät für zu Hause halten soll, lautet folgendermaßen:

    „Ich bin derzeit sehr skeptisch. Sogar bei Durchführung von einem erfahrenen Frauenarzt können Schwangere die wesentlichen Dinge häufig nicht erkennen, weil ihnen einfach die Erfahrung fehlt.

    Was ist, wenn man den Herzschlag nicht einstellen kann? Was ist, wenn das Gesicht deformiert erscheint, weil die Lage des Kindes vielleicht gerade ungünstig ist?

    Um eine Ultraschalluntersuchung durchführen zu können, müssen sogar Ärzte sehr viel „üben“. Wie das in so kurzer Zeit gelingen soll, ist mir schleierhaft.

    Ich würde das Geld daher lieber in ein gutes Ultraschallbild beim Frauenarzt oder ein 3-D-Bild investieren, was dieser erstellen kann.
    Die Ultraschalluntersuchungen zu Hause werden vermutlich eher verunsichern, zudem sind es natürlich nicht die besten Geräte, die für den Hausgebrauch vermietet werden.“

    Dem haben wir nur noch eine Kleinigkeit hinzuzufügen:

    Stellt Euch mal vor, Euer Baby bekommt ständig in der Schwangerschaft die Panikausbrüche zu spüren, wenn etwas vermeintlich nicht mit ihm stimmt. Mit welcher Prägung soll es dann auf die Welt kommen?

    Sehr wahrscheinlich wird es ein Leben lang die unbewusste Überzeugung haben, die in etwa lauten könnte: „Ich bin nicht richtig, wie ich bin“. Wir bitten Euch, statt solchen Möglichkeiten lieber Eurem Bauchgefühl zu vertrauen!

    Und wenn ihr wissen wollt, ob es Eurem Baby gut geht, wendet Euch an Eure Hebammen und / oder Frauenärzte. Diese sind erfahren und kompetent, was Eure Minis angeht und werden Euch in der Regel nicht unnötig verunsichern.

    Wir wünschen allen Schwangeren eine schöne und hoffnungsvolle Schwangerschaft. Hierzu möchten wir Euch noch unseren Beitrag „Ultraschalluntersuchungen: Der gläserne Bauch – Der Palast des Kindes“ unserer Babytalk-Hebamme Anja Lehnertz ans Herz legen, Hinweis der Babytalk-Redaktion.

    Mittlerweile ist ein Gesetz beschlossen worden, wonach ab dem 01.01.2021  3D-Bilder von Ungeborenen verboten sind, wenn keine medizinische Notwendigkeit besteht. So schön und spannend auch wir die Bilder finden, sind wir froh, dass diese Untersuchungen nun bald nicht mehr erlaubt sind. Nicht zuletzt weil spätere Gefährdungen des Embryos nicht vollständig ausgeschlossen werden können.

    Euer Babytalk-Redaktion

    Beitragsfoto: Andrey_Popov / shutterstock