Schlagwort: Stillen

  • Beim Langzeitstillen scheiden sich die Geister

    Beim Langzeitstillen scheiden sich die Geister

    Heute haben wir ein sehr brisantes Thema für Euch. Denn beim Thema Langzeitstillen scheiden sich die Geister. Unsere Babytalk-Autorin Tamara hat hier ein paar Informationen sowie einen Einblick in ihre persönliche Still-Erfahrung aufgeschrieben. Ihren Blog findet ihr übrigens unter http://nestwaerme.li/.


    Langzeitstillen

    „Langzeitstillen“ ist nichts, das man plant, oder: planen kann. Denn zu einer Stillbeziehung gehören immer zwei und im Idealfall beendet man diese einvernehmlich. Die Weltgesundheitsorganisation kurz WHO sagt dazu:

    6 Monate voll stillen ist super und dann gerne 2 Jahre oder darüber hinaus, zusätzlich zur Beikost, wobei die (Mutter)milch zumindest im ersten Jahr noch Hauptnahrungsmittel ist.

    Und auch wenn wir hier durchaus genügend Alternativen zur Muttermilch haben, birgt das Langzeitstillen viele Vorteile für Mutter und Kind.

    Die Muttermilch ist sehr gehaltvoll und schützt die immer mobiler werdenden Kinder vor Krankheitserregern. So sind diese auch nach der Einführung von Beikost optimal mit Nährstoffen, Vitaminen, Abwehrstoffen und Kalorien versorgt.

    So steigt die Zahl der Immunglobuline mit etwa 6 Monaten stark an und dem Bedürfnis nach mehr Energie wird mit einem höheren Fettgehalt der Muttermilch Rechnung getragen.

    Wissenschaftler sind sogar zu dem Schluss gekommen, dass Langzeitstillen späterem Übergewicht vorbeugt und die Möglichkeit an bestimmten Krankheiten zu erkranken, mindert. Auch für die Mutter lohnt es sich, denn je länger sie stillt, desto geringer wird ihr Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Nicht zuletzt liegen auch die praktischen Vorteile auf der Hand, von denen ich weiter unten berichte.

    Meine Erfahrungen mit dem Langzeitstillen

    Um von meinen Erfahrungen zu sprechen: ich habe meine Tochter 4,5 Jahre lang gestillt. Zuletzt vermutlich trocken. Da war ich nämlich mit meinem jetzigen Stillkind schwanger und sie nuckelte nur noch selten und sehr kurz. Da es mir, bedingt durch die Schwangerschaft, auch unangenehm wurde, bat ich sie dann jeweils auch darum, es nicht mehr zu tun, „weil es mir weh mache“.

    Und so war es dann kurze Zeit später das letzte Mal. Wir sind in diese lange Stillbeziehung hineingewachsen und das war richtig spannend. Kurz vor dem 2. Geburtstag trank sie eine Zeit lang seltener an der Brust, so dass ich dachte, sie stille sich ab, danach wurde es dann aber irgendwann wieder mehr. Natürlich ass sie normal vom Tisch. Das Stillen diente nur noch bedingt der Nahrungsaufnahme.

    Mama tanken

    Sie wollte als Kleinkind immer dann an die Brust, wenn sie müde war, so stillte ich sie lange abends und nachts in den Schlaf und sie kam auch kurz an die Brust um „Mama zu tanken“, wenn sie sich weh tat, mit dem Bruder Streit hatte oder ähnliches.

    Auch für mich waren diese Momente immer sehr schön. Ich musste mich aktiv besinnen, alles weglegen und kam so jedes Mal selber zur Ruhe. Ich genoss die Nähe zu ihr, konnte ihr über’s Haar streichen und Pause machen.

    Stillen in der Öffentlichkeit

    Mit der Zeit stillte ich sie eigentlich nur noch zuhause. Nur im Hallenbad wollte sie zwischendurch mal an die Brust, was ich auch zu ließ. Gestört hat das nie jemanden, wobei ich mich weder exponierte, noch mich dafür irgendwo versteckte. Für mich war es nie etwas Unnatürliches.

    Obwohl es gerade mal ein Jahr her ist, dass ich sie nicht mehr stille, wäre es für mich heute nicht mehr vorstellbar. Sie ist, seit das Baby da ist, eben einfach von heute auf morgen ungeheuer groß geworden. Vorher war immer sie das Baby. Jetzt ist sie eben die Große.

    Stillen in der Öffentlichkeit“ ein Beitrag von unserer Autorin Verena, Hinweis der Redaktion.

    Kind entschied den Moment des Abstillens

    Ich bereue es kein bisschen, so lange gestillt zu haben. Ich trug auch trotzdem irgendwann wieder normale BHs. Und ich band keinem auf die Nase, dass wir noch stillen, war aber immer ehrlich, wenn ich gefragt wurde. Niemand störte sich daran. Und das Schönste: ich konnte wirklich mehr oder weniger meine Tochter entscheiden lassen.

    Auch wenn zum Schluss vielleicht ich der ausschlaggebende Punkt war, so „schleifte“ sich das Stillen doch schon zuvor über Monate hinweg immer mehr aus. Es gab schon lange vor dem letzten Stillen mehrere Tage in Folge, an denen sie gar nicht mehr an die Brust wollte, auch wenn ich es ihr anbot.

    Mit 4 Jahren schlief sie auch schon durch und brauchte die Brust nur noch sporadisch zum Einschlafen. Kuscheln reichte ihr meistens.

    Langzeitstillen – Eine wunderbare Erfahrung

    Und so war es für uns eine wunderbare Erfahrung und ein Glück, so lange Stillen zu können und ich bin nun sehr gespannt, wie es mit meinem nun 6 Monate alten, noch voll gestillten Baby wird. Bestimmt wieder spannend, denn ich merke schon jetzt, dass dieses Stillkind wieder einen ganz anderen Charakter hat!

    Verständlicherweise ist Langzeitstillen nicht für jede Mama etwas… manche lassen es für sich offen, andere setzen sich „Deadlines“ (und halten sie dann gar nicht ein) und für wieder andere kommt irgendwann aus verschiedenen Gründen dann doch der Punkt, abzustillen. Was denkt Ihr darüber?

    Eure Tamara (Babytalk – Autorin)

    Übrigens haben wir noch einen Linktipp für Euch: Auf Stillkinder.de sind viele gute Tipps zum Stillen zu finden, unter anderem auch, ob es gut für das Kind ist, schon nach dem fünften Monat abzustillen.

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  • Meine Stillgeschichte

    Meine Stillgeschichte

    Wir freuen uns Euch einen Beitrag über das sehr persönliche Stillerlebnis von Berenice, besser bekannt als Phinabelle (Der Blog über Kinder, Chaos und ganz viel Glück) vorstellen zu dürfen. Probleme beim Stillen sind absolut keine Seltenheit, alleine das zu wissen kann schon beruhigen.

    Um Euch ein paar Ratschläge an die Hand zu geben, werden wir in der kommenden Woche zusätzlich einen Beitrag von einer Stillexpertin über Tipps und Tricks für den Start beim Stillen veröffentlichen. Danke an Berenice für die sehr persönlichen Einblicke!


    Stillen, ein sehr kontroverses Thema

    Das Thema „Stillen“ ist ja schon `ne harte Nummer. Jeder hat seine Meinung und wehe dem, der es anders macht… Gar nicht zu stillen, sorgt genauso für Bluthochdruck wie Langzeitstillen, sprich: am Anfang stillst Du selbstverständlich – ist ja auch das Beste für das Kind – aber nach maximal 12 Monaten ist dann bitte auch Schluss.

    Dies war mein Plan, klang in der Theorie auch ganz einfach. Doch die Praxis sah anders aus … Während meiner ersten Schwangerschaft war mir klar, dass ich auf jeden Fall stillen möchte.

    Die Vorteile lagen ja auf der Hand: die besten Nährstoffe für das Kind, immer frisch und wohl temperiert, man musste unterwegs nicht auch noch Fläschchen mitnehmen und die Pfunde sollten dadurch auch eher purzeln. Bravo!

    Ich machte mir lediglich Gedanken um das Stillen in der Öffentlichkeit, war mir aber sicher, auch das zu wuppen. Dass meine Tochter dann unerwartet per Kaiserschnitt auf die Welt kam, sorgte für die erste Verunsicherung. Wollte ich mein Kind doch auf jeden Fall natürlich entbinden.

    An der Brust trinkendes Baby

    Aber ein Geburtsstillstand und schlechte Herztöne machten eine Operation notwendig. Dennoch ging es uns beiden nach der Geburt sehr gut, ich legte die Kleine direkt an und sie probierte auch direkt zu saugen.

    Stillen und Flasche, die Zufütter-Falle

    Als Erstlingsmama ist man natürlich in allem sehr unsicher. Trinkt sie genug? Schläft sie zu lange? Warum hat sie schon wieder Hunger? Und auch die Hebammen und Schwestern im Krankenhaus steuerten ihren Teil bei: ständig kam jemand herein.

    Blutdruck und Temperatur messen bei mir, Mülleimer leeren und wischen, Zuckerwert messen beim Baby, Physiotherapie … Im Nachhinein weiß ich, dass das einfach zu viel war.

    Ich hatte permanent das Gefühl, es nicht gut genug zu machen. Ständig wurden die Werte meiner Kleinen gemessen und die Schwester kam zu dem Entschluss, dass wir zufüttern müssen.

    Der Zuckerwert war schlecht und wir sollten etwas Glukose geben. Dann nahm sie auch die normalen 10% ihres Gewichts an nur einem Tag ab, was der Schwester Schweißperlen auf die Stirn trieb: „Sie müssen zufüttern! Da führt kein Weg dran vorbei!“ Na toll.

    Ich hatte mir das alles so ganz anders vorgestellt und jetzt das … Natürlich wusste ich, dass das Stillen noch nicht optimal lief, aber dauert das nicht seine Zeit!? Ich war seit zwei Tagen Mama und der Milcheinschuss war noch immer nicht eingetreten. Aus diesem Grund fütterten wir mit der Flasche zu – der Anfang vom Ende.

    Schmerzen, Frust und Angst

    Dennoch sollte ich weiterhin viel anlegen, um den Milchfluss anzuregen. Doch irgendwie klappte auch das Anlegen nicht richtig und einen weiteren Tag später tat mir einfach alles weh.

    Mir schmerzte höllisch die Brust sobald das Baby schrie und ich wusste, dass sie trinken will. Ich verkrampfte und machte mir selbst großen Druck, dass es doch jetzt endlich klappen muss!

    Die Angst, dass mein Kind nicht satt wird und das Stillen gar nicht mehr klappt, wurde mit jedem Mal größer. Mein Tag bestand aus Anlegen, Zufüttern und Abpumpen. Und nach zwei Stunden ging das Gleiche wieder von vorne los. Ich war mit meinen Kräften am Ende.

    Stillen

    Abstillen nach 4 Wochen

    Ich merkte, dass meine Kleine mit der Flasche viel besser zurechtkam. Ich legte sie immer seltener an und pumpte nicht mehr so häufig ab. Auf diese Weise ging die Milchbildung stark zurück, sodass ich am Ende nur noch zwei Tassen Tee trinken musste, bis ich keine Milch mehr hatte.

    Für uns beide war es damals die beste Entscheidung, denn unser Alltag verlief viel entspannter.

    Wenn ich jetzt zurückblicke, weiß ich, dass ich zu früh aufgegeben habe. Ich hätte uns mehr Zeit geben und mich auf mein Bauchgefühl verlassen sollen. Denn ich bin mir sicher, dass jede Stillbeziehung toll werden kann.

    Eure Berenice (Babytalk – Autorin)

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  • Windelfrei ab Geburt – wie geht das?

    Windelfrei ab Geburt – wie geht das?

    Hier kommt ein weiterer Teil zum Thema „Windeln“. Tamara Beck schreibt über die windelfreie Erziehung. Für alle, die sich dafür interessieren, oder denen wie bei uns die Ohren schlackern. „Wie, Babys windelfrei??! Wie geht das denn??!“


    Was bedeutet „windelfrei“?

    Man hört es immer öfter, dass Eltern ihre Babys „abhalten“, wenn sie mal müssen. Sie also über ein Lavabo, eine Toilette oder ein Töpfchen halten, damit sie sich entleeren können.

    Diese Babys tragen kaum Windeln, eher sogenannte „Back-ups“, die kleine Unfälle auffangen und dann in die Wäsche geworfen werden können.

    Aber woher wissen die Eltern, dass Ihr Baby muss? Es ist so, dass ein Neugeborenes nicht nur spürt, dass es Hunger hat oder müde ist (und sich dann bemerkbar macht), sondern eben auch, wenn es mal muss. Klingt irgendwie logisch.

    Früher und heute noch in den verschiedensten Kulturen auf der Welt, ging bzw. geht man darauf genauso ein wie auf die anderen Bedürfnisse: ein hungriges Baby wird gestillt, ein müdes in den Schlaf getragen, eins, das sich entleeren muss, wird abgehalten.

    Babys senden verschiedene Signale, die man mit der Zeit immer besser zu deuten weiß. Frischgebackene Eltern haben anfangs noch Mühe damit, zu unterscheiden, ob das quengelnde Baby nun Hunger hat oder müde ist.

    Trial and Error. Mit der Zeit geht das besser. So ist es auch mit den Ausscheidungen.

    Es gibt „sichere Treffer“

    Am einfachsten ist es, das Baby unten relativ frei zu lassen (was zuhause natürlich besser geht) und am Körper zu tragen. So merkt man relativ schnell, wenn es unruhig wird und kann es (ganz) frei machen und abhalten.

    Dabei gibt man einen Laut von sich wie „bssss“, welcher dem Baby später jeweils signalisiert, dass es jetzt pieseln etc. darf.

    Aller Anfang ist schwer: Neugeborene pieseln noch sehr, sehr oft und immer nur wenig, größere Babys seltener. Es kann am Anfang also oft mal was daneben gehen, weil man nicht ständig abhalten kann und vielleicht auch mal ein Zeichen verpasst.

    Das große Geschäft übrigens, merkt man den Kleinen besser an – da verzeichnet man schon bald erste Erfolgserlebnisse.

    „Sichere Treffer“ sind oft die Zeit nach dem Aufwachen (das kennen wir, danach muss man eigentlich immer auf die Toilette) und die Fütterungszeit – also vor, während oder nach dem Stillen bzw. Fläschchen geben.

    Viele Mütter lassen das Baby dabei direkt mal unten ohne und platzieren ein Asiatöpfchen oder ähnliches (ein kleines Töpfchen speziell für windelfreie Babys, im Fachhandel erhältlich) unter Baby’s Po.

    Beobachten, Spass haben

    Und sonst? Beobachtet Euer Baby einfach, mit der Zeit, so sagen viele, spüren sie intuitiv, dass ihr Baby muss, oft, bevor es sich überhaupt bemerkbar gemacht hat.

    Windelfrei soll aber kein Leistungssport sein, sondern Spass machen. Es darf auch mal ganz viel „wischen, waschen und lächeln“ sein.

    Und keiner soll sich unter Druck setzen, sein Baby den ganzen Tag lang beobachten zu müssen und nichts mehr anderes tun zu können. Man kann windelfrei auch „Teilzeit“ machen.

    Dann hält man eben nur bei den sicheren Treffern ab und zieht dem Kind für den Rest des Tages eine Stoffwindel an (diese eignen sich besser dafür, dass das Baby noch merkt, dass etwas kommt. Wegwerfwindeln saugen zu schnell).

    Oder man praktiziert tagsüber windelfrei, nachts aber nicht (Schlaf ist ja sooo wichtig für uns Eltern!) und unterwegs vielleicht auch nicht, weil man sonst Panik bekommt, das Sofa bei der Schwiegermutter zu beschmutzen…

    Damit windelfrei möglichst simpel bleibt, gibt es einige Dinge an Ausstattung, die man sich zulegen kann. Ich liste Euch weiter unten ein paar auf. Und keine Angst: je älter das Baby wird, desto eher kann es auch mal warten und seine Schliessmuskeln kontrollieren.

    Ich habe schon von Müttern gehört, dass sie an der Supermarktkasse, dem Kind im Tragetuch gesagt haben, dass es jetzt rasch warten muss bis man in den Waschraum kann. Und erst dort, nach etwa 10 Minuten, hat sich das Kind auf das „bssss“-Zeichen der Mutter entleert.

    Wann ist der optimale Zeitpunkt für den windelfrei-Start?

    Idealerweise beginnt man mit seinem Windelfrei-Experiment vor dem 3. Monat. Man muss nicht gleich ab Geburt starten, meist erwarten einen im Wochenbett ganz andere Herausforderungen.

    Windelfrei Gepucktes Baby am gähnen

    Allgemein wird beobachtet, dass Babys nach dem 3. Monat (zufälligerweise oft der Zeitpunkt, an dem die „Koliken“ aufhören – manche behaupten, es handle sich dabei lediglich um das verzweifelte darauf aufmerksam machen, dass das Baby mal muss und sich nicht selbst beschmutzen will …) aufgeben, sich mit den Windeln abfinden und das Gespür für ihr Ausscheidungsbedürfnis verlieren.

    Nützliche Accessoires für windelfreie Babys

    Das Töpfchen habe ich bereits erwähnt, das ist gerade beim Stillen sehr praktisch, kann man auch neben dem Bett aufstellen damit man nachts nicht aufstehen muss.

    Nicht immer ist ein Lavabo/eine Toilette in der Nähe… draußen kann man ein Kind auch dezent im Gebüsch abhalten, indem man in die Knie geht und am besten davor überprüft, ob niemand zuguckt – könnte ansonsten für ziemlich erstaunte Blicke sorgen.

    Aus China stammen die Splitpants. Kinder auf dem Land tragen diese ständig. Die hocken sich dann einfach irgendwo hin wenn sie mal müssen und der Po wird frei.

    Diese Hosen sind im Schritt geteilt und gehen auf wenn man die Beine etwas auseinander hält. Im Sommer erfüllen Babylegs, also Stulpen für die Beine diesen Zweck auch.

    Windelfreie Babys tragen darunter nicht „nichts“ wie in China, sondern meist ein Backup-System (da gibt es verschiedene Anbieter). Das ist eine dünne Art von Windel mit Bauchbund, die sich vom Bauch weg rasch runterklappen und wieder schließen lässt.  Meist sind sie einhändig verwendbar, so dass das Abhalten problemlos funktioniert.

    Wie erwähnt, ist das Backup dazu da, mal ein Malheur aufzufangen, danach muss es gleich in die Wäsche oder kann getrocknet werden. Ob man noch eine Mullwindel mit hineinlegt, um das Backup sauber zu halten, ist Geschmackssache.

    Zur windelfreien Kleidung gehören auch Unterhöschen für die ganz Kleinen, bei denen man schon sehr sicher ist. Und anstatt Bodys tragen sie lange Hemdchen oder auch Schlafsäcke mit Gummizug unten, der vor Kälte schützt, aber im Bedarfsfall schnell geöffnet werden kann.

    Viel Spass beim Ausprobieren! Und bei Fragen: schreibt diese einfach in das Kommentarfeld.

    Eure Tamara (Babytalk – Autorin)

    Foto 1: Rachwalski Andrzej / shutterstock, 
    Foto 2: Vasiuk Iryna / shutterstock
  • Beikosteinführung: Ein Löffelchen für dich, ein Löffelchen für mich

    Beikosteinführung: Ein Löffelchen für dich, ein Löffelchen für mich

    Dieser Beitrag „Beikosteinführung“ kommt aus unserem Expertenteam und zwar von der Hebamme Anja Lehnertz. Sie arbeitete bis vor kurzem in Trier als letzte freiberufliche Hebamme, die auch noch immer Geburten begleitete und setzt sich enorm für selbstbestimmte Geburten ein.

    Als Hebamme wird Anja oft von verunsicherten Eltern auf die Beikosteinführung angesprochen. Wann, wie und mit was sollte man sein Baby an feste Nahrung gewöhnen? Hier hat sie ihre Tipps für Euch aufgeschrieben:

    Warum sind Eltern eigentlich immer so verkrampft, wenn es um die Ernährung ihrer Kinder geht?

    Wie bekomme ich den Löffel in den Mund meines Kindes?

    Warum habe ich immer das Gefühl, dass nach der anstrengenden Wochenbettzeit die anstrengende „Wie bekomme ich den Löffel mit Nahrung in mein Kind anstatt an die Wand?“ Zeit kommt?

    Mit dem Beginn des 4. Lebensmonates kann man als erfahrene Hebamme beobachten, wie die Frequentierung der telefonischen Beratungen zum Thema „Beikosteinführung“ stetig steigt.

    Ein ganzer Rückbildungsabend geht mindestens drauf für dieses Thema. Spätestens im Babykaffee geht es dann erst Recht los mit den Fragen:

    „Anja mein Kind ist jetzt 4 Monate alt und verweigert die Brust. Ich glaube es wird nicht mehr satt. Kann ich jetzt schon mit der Beikost anfangen?“ oder: “ Mein Kind ist schon 7 Monate alt und trinkt immer noch nur an der Brust? Reicht das noch aus?“

    Im Folgenden werde ich die Fragen, die mich tagtäglich begleiten, erörtern.

    Was bedeutet Beikost?

    Im ersten halben Lebensjahr ist das ausschließliche Stillen oder die Ernährung mit Pre/oder HA Nahrung für das Kind ausreichend und ernährungsphysiologisch das Beste.

    Mit der Einführung von Lebensmittel in den verschiedenen Formen spielt weiter die Milchernährung die Hauptrolle im Ernährungsplan des Kindes. Deshalb nennt man dieses Einführen von Lebensmitteln BeiKost.

    Warum heißt es Breikost?

    Noch heute erfolgt die Einführung der Beikost meist über Breie, daher der Begriff „Breikosteinführung“.

    Was ist „Baby led weaning“?

    Die Kinderkrankenschwester, Gill Rapley gab 2008 einer alten Methode, Kinder mit „Fingerfood“ zu zu füttern diesen neuen Namen.

    Jeder hat seinem Kind bestimmt schon einmal eine Brotkruste unterwegs in das Händchen gegeben, um den Weg nach Hause zu überbrücken. Oder welches Kind freut sich nicht über das Stück Fleischwurst an der Fleischtheke.

    Das Kind bekommt Nahrungsmittel in handgerechten Stücken angeboten und kann diese selbstbestimmt entdecken, zermatschen und schmecken. Kinder sind von Natur aus neugierig und experimentieren gerne.

    Tipps:

    Nachfolgend findet ihr ein paar sehr hilfreiche Tipps und Hinweise:

    • Kinder sind im ersten Lebensjahr in der sogenannten „Oralen Phase“. Das heißt sie erleben Ihre Umwelt über den Mundraum.
    • Kinder haben eine angeborene Vorliebe für „süß“.
    • Ich möchte nochmal deutlich sagen „Kinder lernen vor allem durch Nachahmen“. Das sollte uns immer wieder bewusst werden.
    • Gemeinsames Essen am Tisch sollte Priorität im Familienalltag erhalten.
    • Die Auswahl der Lebensmittel erfolgt am Besten traditionell und saisonal.
    • Ein Erstgeborenes Kind wird eher später zum Löffel greifen als ein Geschwisterkind.
    • Der Spaß am Essen sollte im Vordergrund stehen. Neue Lebensmittel müssen mindestens 16 Mal ohne Zwang gegessen werden,
      bevor sie akzeptiert werden. (Aus einer österreichischen Studie mit Vorschulkindern)

    Gibt es einen richtigen Zeitpunkt für die Beikosteinführung?

    Beikosteinführung Mutter füttert Kleinkind mit Brei

    Es gibt keinen „richtigen“ oder „falschen“ Zeitpunkt. Der Zeitpunkt ist genauso individuell wie unsere Kinder. Ernährungsphysiologisch ist aber eine Einführung der Beikost vor dem 6. Lebensmonat unsinnig.

    In der Literatur findet man einige Empfehlungen zur Beikosteinführung, die berücksichtigt werden sollten.

    • mindestens 6 Monate sollten Kinder voll gestillt werden (WHO)
    • mit der Einführung der Beikost sollte frühestens am Ende des 5. Lebensmonates begonnen werden
    • das Kind schaut den „Großen“ interessiert beim Essen zu und steckt dabei öfter die Hand in den Mund
    • der Schluckreflex wird beherrscht
    • das Kind kann mit Unterstützung sitzen
    • Das Kind kann das Köpfchen problemlos , einige Zeit freihalten
    • Welche Nahrungsmittel sind gut für mein Kind?

    Was man bei der Beikosteinführung beachten sollte

    Es sollte im ersten Lebensjahr ausschließlich salzfrei gekocht werden. Zur verbesserten Aufnahme der fettlöslichen Vitamine sollten den Mahlzeiten Öl (Rapsöl) zugefügt werden, jedoch keine kaltgepressten Öle.

    Solange noch gestillt wird, sollten zur Senkung des Zöliakierisiko*, kleine Mengen glutenhaltiges Getreide beigeführt werden. In Forschungen hat man Hinweise gefunden, das Fischkonsum im ersten Lebensjahr einen schützenden Effekt auf die Entwicklung allergischer Erkrankungen hat.

    Mit Einführung fester Nahrung folgt auch die Einführung von zusätzlicher Flüssigkeit. Ich rate zu Wasser ohne Kohlensäure. Leitungswasser findet man überall. Allerdings sind die ersten Schlücke, des Kindes an einem Glas Sprudel sensationell …
    … dieses Gesicht wenn zum ersten Mal Kohlensäure auf der zarten Zunge des Kindes landet. Herrlich, den Gesichtsausdruck vergisst man nie!

    Der Tageszeitpunkt, ab wann man mit der Beikosteinführung anfängt, sollte von den Eltern individuell gewählt werden. Es muss nicht zwangsweise die Einführung des Mittagessens im Vordergrund stehen.

    Auch mit dem Abendbrei oder Finger Food am Abend darf gerne begonnen werden.

    Mein ganz persönliches Resümee

    Essen ist und bleibt eine Geschmacksache. Entdeckt das Kind seine Vorliebe zu Bananen, kaufen wir eine größere Menge ein. Doch einige Tage später kann es die Bananen schon wieder verweigern.

    Kinder essen außergewöhnliche Dinge, die wir nie bedenken würden, aber verschmähen Obst und Gemüse. Manche Kinder sind „Allesesser“. Und mache essen eher wie ein „Spatz“ nur wenige Nahrungsmittel.

    Als Mutter habe sehr schnell bemerkt, dass das Verfolgen eines zu strikten Zieles mit Kindern häufig in einer Sackgasse endet. Auch wenn es hier nur ums Essen geht.

    Warum also nicht locker bleiben.

    Irgendwann essen alle Kinder mit Löffel, Gabel oder Finger. Mal besser und mal schlechter. Mal hinterlassen die Versuche ein Schlachtfeld und mal wundert man sich über den schon sauberen leeren Teller.

    Unsere Kinder werden das Ziel, die Teilnahme am gemeinsamen Familienessen am Tisch, spielerisch erlernen. Wenn wir Erwachsene den Kindern eine gute Essenskultur und einen sinnvollen Umgang mit den Produkten vermitteln. (Erdbeeren gibt es nun mal nicht im Dezember)

    Der Weg dorthin kann halt manchmal sehr individuell sein, selbst innerhalb einer Familie.

    Wir sind die Vorbilder. Daher wunderte es mich auch nicht, das meine Kleinste bei den Hausbesuchen im zarten Alter von 2 Jahren ihren Milchkaffee verlangte. Ich bin nun mal ihre Mutter.

    Und wenn Familien Rat zu diesem Thema benötigen, steht ihnen die Hebamme, dank des Gebührenpunktes „ Beratung zur Beikost“, noch 2 Mal in ihrer aufsuchenden Tätigkeit zur Verfügung.

    Erklärung: *Zöliakie – eine Erkrankung des Darms, der eine Glutenunverträglichkeit zu Grunde liegt.

    In unserem Beitrag Beikostrezepte findet ihr mehrere leichte Rezepte zum Selber machen (Hinweis der Redaktion).

    Viel Spaß liebe Eltern!

    Anja Lehnertz (Babytalk – Hebamme)

  • Buchempfehlung: „Intuitives Stillen“ von Regine Gresens

    Buchempfehlung: „Intuitives Stillen“ von Regine Gresens

    Intuitives Stillen

    Das Buch „Intuitives Stillen“ ist ein absolutes „Must have“ für jede Schwangere zur Vorbereitung aufs Stillen. Frau Gresens beschreibt und erklärt die natürlichste Sache der Welt sehr liebevoll und vermittelt pragmatisch wertvolles Wissen. Sie gibt Tipps und Ratschläge und räumt mit unsinnigen Mythen auf.

    Sowohl zur Vorbereitung auf das Stillen noch während der Schwangerschaft als auch dann, wenn das Baby schon da ist, um Startschwierigkeiten effektiv zu lösen. Wir empfehlen dieses Buch jeder Mutter, die sich für das Stillen entscheidet.

    Insbesondere der Blickwinkel von Frau Gresens gefällt uns besonders gut. Denn hier ist nicht von Stillen nach Plan die Rede, sondern von intuitives Stillen, welches die Bindung zwischen Mutter und Kind zutiefst fördert.

    Nebenbei räumt die Hebamme mit den größten Ammenmärchen auf. Sie erklärt, wieso manche Ratschläge, die heute gegeben werden, nicht besonders hilfreich sind und bestärkt die Mutter darin, auf ihr Gefühl zu vertrauen.

    Dieses Buch ist meiner Meinung nach, das beste und hilfreichste Buch über diese Thematik, das es derzeit gibt!

    Wer das Buch bei Amazon bestellen möchte, kann dies über den folgenden Link tun.

    Bei Bestellungen über diesen Link bekommt Babytalk eine Provision für die Kaufempfehlung.

    Zum Buch

    In diesem Zusammenhang könnte Euch der Beitrag „Meine Stillgeschichte“ von unserer Autorin Berenice interessieren.

  • Schreibaby – Was kann ich tun?

    Schreibaby – Was kann ich tun?

    Schreibaby: Dass Neugeborene schreien ist normal, aber wenn sie das ständig tun, werden die Nerven der Eltern stark strapaziert. Manche Eltern sind trotz gegenseitiger Unterstützung und Abnahme des schreienden Babys nach wenigen Wochen so erschöpft, dass sie sich kein weiteres Kind mehr vorstellen möchten.

    Ab wann spricht man von einem Schreibaby?

    Gemäß Fachpersonen ist es normal, wenn Babys in den ersten Wochen insgesamt zwei Stunden am Tag schreien. In diesem Fall spricht man also nicht von Schreibabys.

    Aber es gibt nicht wenige Kinder, die tatsächlich die Hälfte des Tages und auch die Nacht durch schreien. Verzweiflung und große Hilflosigkeit machen sich dann breit und zerstören die Freude des Familienglücks.

    Traurige Konsequenz davon: Schätzungsweise sterben jährlich zwischen 100 und 200 Kindern an den Folgen eines Schütteltraumas, weil ihre Eltern die Nerven verlieren.

    Soweit sollte es niemals kommen und es gibt diverse Anlaufstellen, die Eltern Hilfestellung bieten, wenn sie ein Schreikind haben und nicht mehr allein zurechtkommen.

    Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich betroffene Eltern Unterstützung suchen, durch die sie Zeit zum „Entspannen“ oder einfach zum „Luftholen“ finden. Und sich die „Nerven wieder regenerieren“ können.

    Schreibaby Vater mit Baby auf dem Arm, Kopf an Kopf


    Das exzessive Schreien eines Schreibaby ´s kann viele Ursachen haben. Zuerst muss ausgeschlossen werden, dass das Baby körperliche Probleme (zum Beispiel mit der Wirbelsäule), Allergien oder Schwierigkeiten mit dem Verdauungstrakt hat.

    Schreibaby Schwangere Frau sitzt erschöpft auf dem Küchenboden


    Psychologen und Ärzte gehen davon aus, dass Schreikinder vor allem ein Problem mit der Selbstregulation haben. Auf äußere Reize, wie Gerüche, Licht und auch Geräusche reagieren sie viel „gereizter“ als andere Babys.

    Es ist für sie der pure Stress, wenn sie nicht in ihrer gewohnten Umgebung sind und der Tagesrhythmus sich verändert. Ihr Bedarf an Zuwendung, Körperkontakt und Ruhe ist viel größer, um glücklich und zufrieden zu sein.

    Die Reizüberflutung muss bei diesen Kindern so gering wie möglich gehalten werden, so dass sie sich wohl fühlen können.

    Schreibaby – Mögliche Ursachen

    Des Weiteren belegen viele Studien, dass die Schwangerschaft von vielen Schreibaby ´s für die Mütter sehr aufgewühlt war. Dies kann in der Partnerschaft, dem Beruf oder Familie begründet sein.

    So kann es zu Spannungen in der Beziehung gekommen sein, die Frau auf der Arbeit starkem Druck oder gar Mobbing ausgesetzt gewesen sein und unter Stress geraten sein, was „nichts anderes als Angst“ ist oder einen geliebten Menschen verloren haben.

    Alle Gefühle der Mutter werden von den Föten gefühlt, wenn sie auch keine Gedanken dazu haben. Sie sind ein „Bestandteil“ des Organismus der Mutter.

    Nicht zuletzt kann der Fötus selbst einen Verlust eines Zwillings erlitten haben, was nach den neuesten Forschungen in 30 bis 80 Prozent aller Frühschwangerschaften der Fall ist.

    Auf jeden Fall lohnt sich ein Besuch bei einem erfahrenen Osteopathen, der mit der Behandlung von Babys bzw. traumatischen Geburtserlebnissen vertraut ist. In diesem Bezug könnte euch auch der folgende Artikel interessieren.

    Schreibaby Osteopathie bei Säuglingen - Die 5 häufigsten Gründe mit Säuglingen zu einem Osteopathen zu gehen

    Neben professioneller Unterstützung bieten Federwiegen eine erfolgversprechende Option. Sie vermitteln den Babys immer wieder eine der Gebärmutter ähnliche Geborgenheit.

    Beratungsstellen, auf Schreibabys spezialisierte Kinderärzte sowie Schrei-Ambulanzen können eine große Hilfe für Eltern und Kind sein, um den richtigen Weg ins gemeinsame Leben zu finden. Adressen von Schreiambulanzen erfahrt ihr über das zuständige Jugendamt bzw. Erziehungsberatungsstellen, Kinderkliniken und Kinderärzte/-ärztinnen.

    Was können Eltern bei einer „Schreiattacke“ tun?

    Wenn Euer Baby schreit, baut es wie oben beschrieben, Stress ab. Ob nun von der Schwangerschaft, Geburt oder zuviel Reizen, im Moment ist ihm etwas zu viel und macht ihm Angst. Wenn ihr es schafft „entspannt“ zu bleiben, euer Kind am besten mit direktem Körperkontakt tragt und ruhig und raumeinnehmend in die Brust oder in den Bauch atmet, spürt euer Kind, dass es gerade keine Gefahr droht und wird sich vermutlich relativ schnell wieder beruhigen.

    Wenn ihr euch stattdessen Angst um euer Kind macht, spürt euer Kind das an eurem „unentspannten Atem“ und an eurem Geruch, den ihr selber vermutlich gar nicht mehr wahrnimmt.

    Probiert es einfach mal aus!

    Euer Deva (Familien- & Atemtherapeut)

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  • Was ist eine Doula?

    Was ist eine Doula?

    Habt ihr schon einmal von den DOULAS gehört?

    Wenn nicht, seid ihr nicht alleine, denn der Begriff der Doula ist im deutschsprachigen Raum noch recht unbekannt. Doulas sind die HELFENDEN ELFEN aller werdenden Mamas.

    Und in anderen Ländern bereits so etabliert, dass sie nicht mehr wegzudenken sind. Auch wir wussten bis vor kurzem mit diesem Begriff nichts anzufangen.

    Wie oft hat man schon der großen Enttäuschung gehört, wenn die Freude über die Geburt in dem medizinischen Ablauf versunken ist, und gar nicht oder nur sehr wenig wahrgenommen wurde.

    Dabei stellt sich uns die Frage, ist denn die Geburt nicht DAS LEBENSEREIGNIS schlechthin? Und gehört es nicht dazu, dass sie dann im Kreissaal auch als solches zelebriert wird?

    Sollten liebevolle Worte an die werdenden bzw. frisch gebackenen Eltern nicht selbstverständlich sein?

    Leider ist in den meisten Krankenhäusern diese Atmosphäre verloren gegangen. Die personellen Strukturen erlauben es kaum einer Hebamme noch, ständig bei ihren Patientinnen zu bleiben, oder alle paar Minuten nach ihnen zu schauen.

    Und von den Ärzten brauchen wir gar nicht erst reden (und das soll um Himmels Willen keine Verurteilung sein, denn diese haben es sich ja auch nicht so ausgesucht!).

    Hebamme und Doula am Bett einer Gebärenden

    Aber wäre es nicht sehr, sehr angenehm, eine Begleitung zu erfahren, die kontinuierlich bei der werdenden Mutter bleibt, und neben den medizinischen Versorgungen alles andere Rund um die Geburt begleitet?

    Nie wieder das Gefühl des „Verlorenseins“ im Kreissaal? Dann kann eine Doula eine rettende Hilfe sein.

    Welche Aufgaben hat eine Doula?

    Doulas begleiten werdende Familien während der Geburt auf nicht-medizinische Art und Weise, sie begleiten insbesondere mental und durch ihre persönliche Erfahrung. Dabei ersetzt eine Doula keine Hebamme.

    Insbesondere während der Geburt bleiben sie bei den werdenden Eltern, und haben keine anderen Patienten, um die sie sich kümmern müssen. Ganz besonders möchten sie den werdenden Eltern Ängste nehmen.

    Denn gerade im Kreissaal trauen sich viele Frauen nicht, alle ihre Fragen zu stellen, da sie schnell das Gefühl haben, das medizinische Personal zu stören oder zu „nerven“.

    Um Doula zu werden, müssen die „helfenden Elfen“ einige Bedingungen erfüllen:

    Sie sind in jedem Falle selber Mütter, denn diese Erfahrung ist sich nicht durch ein Studium oder eine Lektüre anzueignen, und sie haben eine Ausbildung absolviert, in der sie alles wesentliche rund um die Geburt lernen.

    In mehreren Praktika sammeln sie zudem noch weitere Erfahrungen in Kreissaal und in Hebammenpraxen.

    Um an eine kompetente Doula mit fachgerechter Ausbildung zu gelangen, gibt es Verzeichnisse der einzelnen Ländern. Nachfolgend findet ihr die Verzeichnisse für Deutschland, Österreich und der Schweiz.

    Was sagen die Hebammen?

    Die Hebammen haben zur Unterstützung durch eine Doula übrigens sehr geteilte Meinungen. Viele sehen Doulas als „Konkurrenz im Kreissaal“ und sind ihnen gegenüber eher skeptisch.

    In einem Artikel der Kölnischen Rundschau ist ein Beispiel einer sehr schönen Zusammenarbeit beider Seiten aufgeführt.

    Die Hebamme sagt hier:
    „Für mich war das zunächst auch etwas Neues. Ich empfand es aber schnell als schöne Ergänzung.“ Die steigenden Anforderungen und schweren Bedingungen für Hebammen überforderten den Beruf, so die (Hebamme und) fünffache Mutter:

    „Da ist es schön, wenn man nicht alleine dasteht und die Familien zusätzlich mental unterstützt werden.“ (siehe Kölner Rundschau – Artikel )

    Demnach ist die Kombination von Hebamme und Doula für alle Seiten sehr praktisch, und alle profitieren davon. Es gibt nur einen Nachteil an der ganzen Sache: Die Kosten werden nicht einmal anteilig von den Kassen übernommen…

    Eine Begleitung mit Rufbereitschaft, mehreren Treffen und der Beratung kostet um die 400 € je nach Anzahl der Treffen etc.

    Eine Doula kann die ganze Geburtsatmosphäre retten, vor allem in der heutigen problematischen Situaltion in vielen Geburtskliniken.

    Sie ist wie eine beste Freundin, die auch dann noch den Nerv hat, das Personal auf Situationen aufmerksam zu machen, wenn man als Elternpaar unter der Geburt nicht mehr bis zehn zählen kann…

    Wir geben allen werdenden Mamas den Tipp: Lasst euch von eurer Familie, diese wunderbare Geburtsbegleitung schenken. Wir können diese Idee nur empfehlen.

    Bist Du an dieser erfüllenden Arbeit einer Geburtsbegleiterin interessiert? Die Babycoach-Akademie bildet Doulas nach internationalen Standards aus. Weitere Informationen zu unserer sehr fundierten Ausbildung findest Du hier. Falls Du mindestens 15 Std. pro Woche beschäftigt bist, hast Du die Chance auf  eine Bildungsprämie/-scheck im Wert von 500 Euro. (Hinweis der Redaktion)

    Unter dem folgenden Link findet ihr einen Beitrag einer Hebamme zur Zusammenarbeit mit einer Doula.

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

    Beitragsfoto:  ALPA PROD / shutterstock
    Foto 2: Tyler Olson / shutterstock