Schlagwort: Geburtstrauma

  • Was ist ein Geburtstrauma und wie kann man es bearbeiten / heilen?

    Was ist ein Geburtstrauma und wie kann man es bearbeiten / heilen?

    Der Begriff „Trauma“ kommt aus dem Griechischen und heißt soviel wie „Wunde“, genau genommen seelische Wunde bzw. Verletzung. Von einer traumatischen Erfahrung spricht man, wenn sich ein Mensch in einer lebensbedrohlichen Situation befindet bzw. empfindet, in der er keinen Ausweg mehr sieht durch Kampf oder Flucht zu entkommen. Dabei kann es zu einer extremen Belastung des Gefühlsleben kommen. Nicht selten endet diese in einer Überforderung, da das Gehirn alles daransetzt, die verletzende Erfahrung zu verarbeiten. Daraufhin fällt das Gehirn in eine Art „Starre“. 

    Unser inneres Kind – dieser ursprüngliche unschuldige und schutzlose Teil von uns bleibt, erstarrt, sprachlos und verletzt tief verborgen in uns zurück.

    Alle Lebendigkeit und Fähigkeit zu fühlen und uns mitzuteilen scheint verloren gegangen. Unser Nervenenden arbeiten stehen in Flammen auf Hochtouren.

    Wir funktionieren nur noch im Automodus.

    Geburtstrauma entstehen in den seltensten Fällen allein durch starke körperliche Schmerzen unter der Geburt. In der großen Mehrzahl entsteht ein Trauma, wenn es während der Geburt zu einer Situation kommt, in der die Gebärende sich ausgeliefert und nicht in der Lage fühlt die „Kontrolle“ über den Prozess zurückzugewinnen. Dabei spielen fast immer andere Menschen, in aller Regel unbeabsichtigt, eine maßgebliche Rolle. Wobei in vielen Fällen eine Überforderung des Klinikpersonals eine Rolle spielt.

    Ursachen eines Geburtstrauma

    Der Rahmen bzw. die Atmosphäre in der die Geburt von statten geht, trägt entscheidend zur der Verletzlichkeit der Gebärenden bei. Und so fühlen sich sehr viele Frauen vor allem bei einem weiterfortgeschrittenen Geburtsprozess und der damit verbundenen „Nacktheit“ in diesem fremden Rahmen extrem verletzlich.

    Typische Auslöser sind nicht klar kommunizierte Interventionen, wie zum Beispiel das Setzen einer Injektion/Tropfs, eine nicht selten unter Stress unsanft ausgeführte vaginale Untersichungen oder fehlerhaft ausgeführte Kristeller-Handgriffe, etc.

    Sich unter der Geburt einem „schmerzhaften“ Angst verursachendem Geschehen hilflos ausgeliefert zu fühlen.

    Auch wenn sich womöglich viele dieser betroffenen Frauen bei durch mangelnde Kommunikation in einer weniger von Hormonen beeinflussten Situation nicht so ausgeliefert gefühlt hätten, fühlen sie sich unter der Geburt häufig schneller hilflos.

    Angst ist das prägende Gefühl. Diese kann durch Unwissenheit, Schmerz oder Hilflosigkeit bedingt sein. Angst bedeutet für unser Stammhirn, welches auf unsere tierischen Vorfahren zurückgeht, immer gleich Todesangst.

    Die typischen Verhaltensmuster bei Angst bestehen in Weglaufen, Angreifen und Erstarrung, wobei unter der Geburt aufgrund der Umstände vor allem die Erstarrung auftritt. Hauptkennzeichen der Erstarrung ist ein stockender Atem. Die Hilflosigkeit ohne eine Idee, wie man sich aus dieser Situation „befreien“ kann, lässt einen Verzweifeln und die Luft anhalten. Dabei werden unsere Muskeln mit weniger Sauerstoff versorgt, die daraufhin immer mehr fest werden.

    „Die Zeit heilt alle Wunden“, auch wenn der Spruch sehr populär ist, entspricht er nicht der Wahrheit. Die Zeit lässt die Wunden bestenfalls „vergessen“, doch nichtsdestotrotz schlummert sie weiterhin im Verborgenen unserer Seele und können durch verschiede Vorkommnisse wieder „erweckt“ werden.

    Phasen nach einem Geburtstrauma

    Auch wenn das Erleben nach einem traumatischen Erlebnis recht individuell ist, lassen sich bei den meisten traumatisierten Müttern folgende drei Phasen beobachten:

    1. Die betroffene Mutter ist häufig verwirrt, vergesslich und wirkt benommen. Diese sogenannte Schockphase dauert bei vielen traumatisierenden Erlebnissen bis zu einer Woche. Durch die Besonderheit, dass eine traumatisierte Mutter sich in dieser Zeit nicht allein um sich kümmern kann, sondern sich noch für ihr hilfloses Baby sorgen muss, durch welches sie zudem immer wieder an das traumatisierende Erlebnis erinnert wird, kann diese Phase auch bis zu mehreren Wochen andauern. Hierdurch verschieben sich die folgenden Phasen nach hinten.
    2. In der darauffolgenden Einwirkungsphase, welche sich bis zu 2 Wochen hinzieht, haben viele Betroffene das Verlangen, immer wieder über das traumatische Geburtserlebnis zu sprechen. Häufig wird dieses Verhalten von Selbstzweifeln und -vorwürfen, Hoffnungslosigkeit, Ohnmachtsgefühlen und Depressionen begleitet. Zudem leiden viele unter Einschlaf- und Gedächtnisstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Albträume.
    3. Auf die Einwirkungsphase folgt die Erholungsphase, die typischerweise vier bis acht Wochen nach der Geburt beginnt. In dieser Phase beginnt die Mutter wiederInteresse am normalen Leben und ihren Mitmenschen zurückzugewinnen. Die Mutter beginnt wieder an eine positivere an Zukunft zu glauben.

    Folgestörungen eines Traumas bzw. Geburtstraumas

    Die Folgestörungen eines Geburtstraumas können sehr verschieden und auch unterschiedlich belastend sein. Nachfolgend findet ihr die am häufigsten auftretenden Störungen aufgelistet:

    Reizbarkeit, Unruhe, Schlafstörungen, Nervosität, Konzentrationsstörungen, Schreckhaftigkeit, verbunden mit erhöhter Wachsamkeit, Alpträume, Flashbacks (wiederkehrende traumatische Bilder); Ängstlichkeit bis hin zu Panikzustände, extreme Wut sowohl auf sich, wie auch auf andere; Anflüge von Depressionen, bzw. von Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit bis hin zu Lebensmüdigkeit.

    Schwerwiegende posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) in Folge von besonders schweren Traumatisierungen schränken das Erleben, Fühlen, Denken sowie das Zusammenleben mit anderen Menschen ein.

    Der schwierige Umgang mit den eigenen unangenehmen Gefühlen, vor allem mit Wut und Trauer *, kann sowohl zu starken Wutausbrüchen, sowie zu Selbstverletzungen und / oder Drogenkonsum führen, mit dem Ziel sich „wegzubeamen“, den Schmerz nicht mehr fühlen zu müssen.

    Aufgrund von Schuld- und Schamgefühlen kann es aber auch ebenso in einem Einigeln bzw. Rückzug von der „Welt“ enden.

    Da die Verantwortung in den meisten Fällen nicht nur einem selber zugeschrieben wird, bringt es in vielen Fällen ein Misstrauen gegenüber (fremden) Menschen mit sich, welches unter Umständen ein lebenslang anhält. Wie bei vielen psychisch nicht behandelten „Erkrankungen“ kann auch ein nicht bearbeitetes Geburtstrauma körperliche Beschwerden nach sich ziehen, für die es keine organischen Erklärungen gibt. Hierzu zählen z.B. Schwindel, Erschöpfung, Herz- und Atembeschwerden.

    Geburtstrauma heilen

    Wenn die „Heilung“ eines Geburtstraumas erst spät angegangen wird, kann es sein, dass sich die Folgestörungen so stark ausgeprägt haben, dass sie auch „therapiert“ werden müssen.

    Ohne professionelle Hilfe zurück ins Leben zu finden

    Viel Ruhe, Verständnis und Zeit ermöglicht es vielen Betroffenen ins Leben zurück zu finden, doch das Trauma bleibt weiter im Verborgenen. Sobald der Körper der Mutter es zulässt, kann Bewegung, insbesondere in der Natur, helfen aus der Starre und / oder depressiven Stimmung herauszukommen. Auch Yoga, Meditation und Sport können je nach persönlicher Vorliebe den „Heilungsprozess“ unterstützen. Viele Betroffene von traumatischen Erlebnissen finden Entspannung im Aufschreiben ihrer Erfahrungen und aktuellen Empfindungen.

    Doch gerade Mütter mit einer traumatischen Geburt fällt dies besonders schwer. Sie fühlen sich nach der Geburt ihres Kindes nicht in der Lage ihrem Kind, neben der Versorgung, die Liebe zu schenken, die vom Trauma überdeckt in ihnen schlummert. Auch wenn sie nichts dafür können, verurteilen sie sich dafür. Deshalb ist es wichtig, dass sie vor allem in der Zeit des Wochenbetts viel Unterstützung im Haushalt und rund um das Baby erhält.

    Die durch das Trauma verursachte Wunde vernarbt zwar mit der Zeit, bleibt aber immer „sichtbar“, zumindest für die Traumatisierten. Ähnlich einer schlecht verheilten Narbe ist es auch bei einem nicht geheilten Trauma notwendig es wieder „aufzureißen“, damit es heilen kann. Dies sollte, wie bei einer körperlichen Narbe, von einer dafür ausgebildeten Person vorgenommen werden, sobald die Mutter sich dazu in der Lage fühlt.

    Auch wenn manche betroffene Mütter und ihre Kinder mit einem Geburtstrauma später ein glückliches Leben führen können, erschwert ihnen diese besonders prägende Zeit einen guten Start in ihre lebenslange Beziehung.

    Geburtserfahrung aufschreiben

    Wenn die betroffene Mutter den „Mut“ hat sich ihren Ängsten zu stellen, zeigt es sich als heilsam, ihre schmerzhafte Erfahrung aufzuschreiben. Verstärkt wird dieses Heilung, wenn im Anschluss die Geburt, so aufgeschrieben wird, wie sie sich die Geburt ihres Kindes gewünscht hätte. Dies ist in vielen professionellen Heilungsmethoden ein essenzieller Bestandteil.

    Vielen betroffenen Müttern gelingt es ihr Trauma zu überwinden, indem sie sich während einer folgenden Schwangerschaft bewusst umfassend auf die bevorstehende Geburt vorbereiten und mit klaren Vorstellungen in diese hineingehen. Nicht wenige finden anschließend ihre Berufung darin andere Mütter eine vor einer traumatischen Geburt zu bewahren und bilden sich zur Doula (Geburtsbegleiterin) aus oder werden sogar Hebamme.

    Bearbeitung mit professioneller Hilfe

    Bei stärkeren Traumata ist die Chance ohne professionelle Hilfe das Trauma zu heilen, eher gering und die Unterstützung eines Psychotherapeuten angeraten. In der Behandlung eines Geburtstraumas geht es vornehmlich darum der Betroffenen ihre „Selbstwirksamkeit“ zurückzuerstatten. Das bedeutet, das sie die Sicherheit zurückgewinnt, dass sie nicht machtlos, sondern in der Lage ist, für ihre Grenzen, sowie Bedürfnisse und Wünsche einzustehen.

    Eine sehr wirkungsvolle professionelle Traumabearbeitung besteht darin, die traumatisierte Mutter über einen verbundenen Atem in die Geburtssituation zurück zu begleiten. Um zu schauen, worin die Hilflosigkeit begründet lag und zu schauen, wen oder was sie gebraucht hätte, um sich nicht hilflos zu fühlen. Der verbundene Atem unterstützt die Mutter dabei nicht in den auftretenden „Schmerz“ feststecken zu bleiben. Und anschließend den Geburtsprozess anschließend mit dem, was die Mutter gebraucht hätte, noch einmal „neu“ und selbstbestimmt zu erleben. Diese Unterstützung liegt z.B. in Mut, im Vertrauen in sich, einer vertrauensvollen Person, den Geburtsprozess oder das Leben. Da diese Ressourcen unter der Geburt nicht „greifbar“ waren, wird in der Sitzung geschaut, in welcher Lebenssituation sie vorhanden waren oder von wem sie sie erhalten können.

    Um innerhalb dieser Rückerinnerung nicht in Schmerz zu verharren,  ist es wichtig die gesamte Zeit über, so gut es geht, immer wieder bewusst einzuatmen.

    Die schmerzhafte Erinnerung verschwindet danach zwar nicht, doch es gibt neben ihr nun eine positive Geburtserinnerung. Wann immer das traumatische Geburtserlebnis erinnert wird, hat es durch die Verarbeitung seine Kraft verloren, die betroffene Mutter in Schmerz, Trauer, Wut und Hilflosigkeit gefangen zu halten.

    Telefonseelsorge

    Wer in einer akuten Krise steckt, kann und sollte sich bei der bundesweiten Telefonseelsorge (0800 111 oder 0800 222) rund um die Uhr von kompetenten Ansprechpartnern Rat holen. Dieser Anruf ist kostenlos. Unter www.telefonseelsorge.de besteht die Möglichkeit seine Sorgen auch anonym per E-Mail zu beschreiben und erhält zeitnah eine  Antwort. 

    Beiträge unserer Leserinnen zur Gewalt unter der Geburt:

    Erfahrungsbericht 1

    Erfahrungsbericht 2

    Euer Deva (Persönlichkeitsentwickler und Atemtherapeut)

     

    Erklärung

    * Die Gefühle Wut und Trauer treten bei Schmerz im Allgemeinen auf. Meistens besteht ein Urteil auf eines dieser Gefühle, so dass nur eines zugelassen wird. Wut wird häufig eher gezeigt, da es mit körperlicher „Stärke“ einhergeht, wobei Trauer eher mit Hilflosigkeit und „Schwäche“ assoziiert wird.

  • Expertenbeitrag: Warum manche Babys unbedingt Schnullern wollen

    Expertenbeitrag: Warum manche Babys unbedingt Schnullern wollen

    Wir freuen uns, Euch heute den Beitrag unserer Babytalk Heilpraktikerin/Osteopathie Kristin Wentingmann vorzustellen, „Warum manche Babys so unbedingt einen Schnuller wollen“.


    Häufig wird sich mit den Fragen beschäftigt Schnuller ja oder nein, welcher Schnuller. Wie oft soll mein Kind einen Schnuller bekommen. Kann ich die Schnuller Nutzung negativ beeinflussen und wie gewöhne ich meinem Kind den Schnuller wieder ab.

    Die für mich als Osteopathin essentiellere Frage ist viel eher:

    Warum braucht ein Kind einen Schnuller?

    Warum gibt es Kinder, die sehr gut ohne Schnuller auskommen oder nur ab und an einen benötigen/fordern. Und warum können manche Kinder gar nicht ohne Schnuller.

    Jedes Neugeborene hat einen Saugreflex, der der Nahrungsaufnahme und der Selbstregulation in Form von Beruhigung dient.

    Aber nicht jedes Neugeborene braucht einen Schnuller, es gibt sogar einige, vor allem die die Gestillt werden, die den Schnuller schlicht weg ablehnen.

    Nach meiner Erfahrung liegt das daran, dass manche Säuglinge mit dem Schnuller versuchen einen Ausgleich des Craniosakralen (Kopf-Kreuzbein-) Rhythmus zu erreichen.

    Um meinen Ansatz verständlicher zu erklären, muss ich etwas ausholen.

    Stressfaktoren

    Jeder Organismus hat eine individuelle Menge an Stressfaktoren, die er aufnehmen und verarbeiten kann, ohne sicht- und spürbare Anzeichen zu zeigen. Und mit Stress meine ich nicht den Ärger im Büro oder mit dem Partner. Im Körper wird erstmal alles als Stress wahrgenommen, was den natürlichen Regelkreis zur Aufrechterhaltung des inneren physiologischen Gleichgewichts im Organismus (natürliche Homöostase genannt) stört oder negativ beeinflusst.

    Dies können Umwelt Belastungen, Amalgam Füllungen oder Unfälle sein. Etwas spezieller auf den Fall eines Säuglings eingegangen, sind dies z.B. unverträgliche Nahrungsmittel oder übermäßiger Stress. Der durch die Geburt verursacht wurde und von dem er sich ohne Unterstützung von außen nur schwer erholt.

    Erhöhte Streßpegel

    Woran man aber einen erhöhten Stresspegel erkennen kann, ist der Craniosakrale Rhythmus. Dies ist ein Mechanismus, den es in jedem Menschen gibt, der aber bei Babys noch deutlich stärker den ganzen Organismus bestimmt und sich bei Unstimmigkeiten zeigt als bei Erwachsenen.

    Warum ist das so? Das liegt unter anderem daran, dass Babys und Kinder noch nicht so voll gestopft sind mit Informationen und Dingen, die sie auf verschiedenen Ebenen bearbeiten müssen. Ein wesentlicher anderer Grund ist die Tatsache, dass bei Säuglingen die Schädelplatten noch sehr weich und zueinander beweglich verschiebbar sind.

    Der Craniosakrale Rhythmus ist eine wiederkehrende Bewegung im menschlichen System, die unter anderem durch die Zyklische Produktion und den Abbau des Gehirn Wassers (Liquor Cerebrospinalis) entsteht.

    Wenn der Craniosakrale Rhythmus ins Ungleichgewicht gerät, kann das viele verschiedene Ursachen haben, die alle unter einem Begriff zusammengefasst werden können, Stress im Organismus.

    Und das hat hat auch wieder Stress für den Organismus zur Folge.

    Was hat das alles mit einem Schnuller zu tun?

    Wie also lässt sich die Katze, die sich in den Schwanz beißt durchbrechen und was hat das alles mit dem Schnuller zu tun?

    Wie ich schon erwähnt habe, ist der Craniosakrale Rhythmus von der Menge des Gehirnwassers abhängig. Das bedeutet, es findet tatsächlich eine kaum messbare Bewegung statt, die grundsätzlich im ganzen Körper, am Kopf und am Kreuzbein (Sakrum), am stärksten spürbar ist.

    Das bedeutet aber auch, dass sich die Schädelknochen für einen ausgeglichenen Craniosakralen Rhythmus frei bewegen können müssen.

    Womit wir bei einer möglichen Ursache für einen eingeschränkten, unausgeglichenen Craniosakralen Rhythmus wären. Bei der Geburt schieben sich physiologisch die Schädelknochen des Säuglings übereinander.

    Das passiert zwangsläufig, damit er durch den Geburtskanal gelangen kann.

    Das ist nicht nur ein notwendiges Übel, sondern auch eine, man könnte sagen, Turboaktivierung des Craniosakralen Rhythmus. Denn diese massive Kompression des Schädels bewirkt eine sehr starke Gegenbewegung. Dies führt zu einer Aktivierung des gesamten Systems auf neurologischer Ebene, welche durch eine Kaiserschnittgeburt nicht „automatisch“ aktiviert wird.

    Nach dem die Kinder auf der Welt sind, stellt sich dann ein normaler gleichmäßiger Craniosakraler Rhythmus ein. Dafür ist es aber wichtig, dass sich die Schädelplatten wieder an ihre physiologischen Positionen begeben.

    Wenn der Geburtsvorgang schwierig oder besonders langwierig war, Saugglocken, Zangen oder ein Kaiserschnitt von Nöten waren, kann es sein, dass dies nicht auf natürlichem Weg passiert. In diesen beiden Fällen wird ein ungleicher Druck auf die Schädelplatten ausgeübt und der Besuch einer OsteopathIn empfohlen.

    Das bedeutet Stress im System!

    Stimulation des Craniosakralen Rhythmus durch das Schnullern

    Der zentralste Kern des Neurologischen -, wie auch des Craniosakralen Systems liegt an der Schädelbasis. Und dieser ist im Wesentlichen über dem Gaumendach positioniert.

    Dort ist ein Punkt, den die Kinder mit dem Schnuller unbewusst zu stimulieren versuchen. Der Schnuller wird beim Saugen immer und immer wieder rhythmisch unter den Gaumen gedrückt.

    Dies ist ein Mechanismus, der von Kindern unbewusst als Stimulations- Mechanismus des Craniosakralen Rhythmus genutzt wird.

    Sollten Ihr Kind nicht ohne Schnuller können, macht es Sinn, so früh wie möglich einen Osteopathen auf zu suchen. Und abzuklären, ob dieses Verhalten ein rein psychologischer Versuch ist Stress aus dem System abzubauen.

    Und sollte es nicht an dieser Thematik liegen, dass die Schädelplatten Schwierigkeiten haben sich nach der Geburt an ihre anatomischen Positionen zu bewegen, kann man Osteopathisch auch viele andere Ursachen, die mit Stress Aufbau im Organismus zu tun haben, unterstützend behandeln.

    Auf jeden Fall kann man den Stress im System abbauen. Wenn dies nur kurzfristig eine Verbesserung mit sich bringt und das Schnuller Problem wiederkommt, oder sich andere Auffälligkeiten zeigen sollten, ist es auf jeden Fall ratsam einen weiteren Fachmann aufzusuchen.

    Liebe Grüße

    Eure Kristin (Babytalk Heilpraktikerin/Osteopathin)

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    Pinterest: bedya & riopatuca / shutterstock
  • Einfluss der Geburt auf die Persönlichkeit des Babys

    Einfluss der Geburt auf die Persönlichkeit des Babys

    Und welchen Einfluss hat unsere Geburt auf unser späteres Leben? Allen Eltern geht es darum ihren Kindern eine sanfte und sichere Geburt und somit einen schönen Start ins Leben zu ermöglichen.

    Nachfolgend findet ihr meine Erfahrungen und Kenntnisse aus meiner Arbeit als Therapeut, Persönlichkeitsentwickler und Vater zu diesem Thema. Früher dachte man, Neugeborene wären wie ein ungeschriebenes Blatt und somit absolut gefühllos.

    Wenn kleine Eingriffe vorgenommen wurden, wurden diese in der Regel ohne Betäubung durchgeführt. Schreien und Weinen wurden als Reflexe abgetan, so als ob sie noch kein Schmerzempfinden hätten.

    Heute weiß man, dass sie bereits im Mutterleib ganz viel mitbekommen, und diese Erfahrungen häufig ihr späteres Leben beeinflussen.

    Schwangerschaft – Vorbereitung auf die bevorstehende Geburt

    Im Mutterleib nimmt der Embryo alle Gefühle der Mutter wahr, ob Angst, Trauer, Freude oder Schmerz. Die Gedanken zu den Gefühlen bleiben den Embryos/Föten dagegen verborgen. Dies ist vor allem in den ersten Lebensjahren so extrem, da Babys in dieser Zeit, alles was um sie herum geschieht als von ihnen bewirkt wahrnehmen. Sie sind der Mittelpunkt allen Lebens um sie herum. Sie fühlen sich verantwortlich, wenn Mama oder Papa lacht oder weint.

    Wenn eine werdende Mutter, durch einen Todesfall im engeren Verwanden- oder Bekanntenkreis sehr viel Traurigkeit während der Schwangerschaft fühlt, was vollkommen verständlich ist, wird das heranwachsende Kind später das Leben sehr wahrscheinlich mit viel Trauer und Schmerz verbinden und dies somit immer wieder in sein Leben ziehen.

    Es sei denn, viele positive Ressourcen, wie z.B. eine enge und liebevolle Bindung zur Mutter (und Vater) nach der Geburt, überlagern die traurigen Gefühle.

    Wir können uns wie eine Festplatte vorstellen, die während der Schwangerschaft/Geburt mit viel schmerzhaften Erfahrungen beschrieben wird. Die spätere Liebe überschreibt nun die Festplatte mit ganz viel positiven Gefühlen und daraus entstehenden Überzeugungen, wie „ich bin liebenswert“. Dies hebt mit der Zeit immer mehr die Chance, dass der Lesekopf der Festplatte immer häufiger auf ein positives Gefühl/Überzeugung trifft als zuvor.

    Geburt im Kreissaal vs. natürliche Klinikgeburt

    Die Geburt sollte, sofern nichts Medizinisches dagegen spricht in einer aufrechten Haltung von statten gehen, denn generell wirkt beim „Hocken“ die Schwerkraft unterstützend bei der Geburt mit. In der aufrechten Haltung der Gebärenden hat ihr Becken zudem den größtmöglichen Raum, so dass dem Kind beim Stehen und Knien der Mutter viel Platz im Becken geboten wird.

    Und den meisten Frauen geht es besser, wenn sie dazu zwischendurch immer wieder umher laufen. Wenn es medizinisch nicht zu riskant ist, sollte das Neugeborene nach der Geburt erstmal auf dem Bauch oder in dem Arm der Mutter liegen.

    Gott sei Dank ist dies mittlerweile in den allermeisten Geburtskliniken unterstützt. Unsere Geburt ist eines der traumatischsten Erlebnisse in unserem Leben.

    Wir werden aus einem geborgenen Heim, der Gebärmutter, in der wir uns sicher fühlen, in der wir die Geräusche (Herztöne, Atem, Organe…), Gerüche und die Stimme der Mutter/Eltern kennen, „herausgerissen“. Und in eine schier „grenzenlose“ und fremde Welt mit unzähligen neuen Eindrücken geboren. Dies macht jedem Neugeborenen Angst.

    Es ist wie eine Art „Sterben“, ein Eintritt in eine unbekannte Welt. Aus diesem Grund brauchen diese neuen Erdenbürger in den darauffolgenden Wochen/Monaten noch viel Nähe und nicht zu viele fremde Eindrücke.

    Geburt Baby wird bei Kaiserschnitt geholt

    Intuitiv legt man sie zum Schlafen in ein kleines Bettchen oder macht ein größeres durch „Decken oder andere kuschelige Dinge“ die nicht die Atmung des Babys gefährden kleiner.

    Kaiserschnitt

    Bei einem Kaiserschnitt geht es besonders darum, die eher negativen Rahmenbedingungen der Geburt, viel Licht und häufig auch Zeitnot durch eine möglichst RUHIGE Geburtsatmosphäre auszugleichen. Und der „hilflosen“ Mutter und dem Ungeborenen mit viel Wertschätzung zu begegnen.

    Verständnisvolle Frauenärzte klopfen, sofern es die Zeit zulässt, nach dem Aufriss der Bauchdecke an der Gebärmutter an. Und kündigt die Kontaktaufnahme an, um dem Fötus auf den bevorstehenden „Gewaltakt“ vorzubereiten.

    Geburtsvorbereitung Schwangere liegt auf einem Ball

    „Hallo du Kleines, gleich wird jemand mit seinen Händen zu dir durchdringen und dich aus deinem schönen Heim herausheben und deiner Mutter auf die Brust legen. Sie ist gerade etwas aufgeregt, doch mach dir keine Sorgen, es geht ihr gut und sie freut sich auf Dich.“

    Hausgeburt und Geburt in einem Geburtshaus

    Bei Geburten in der heimischen Wohnung oder in einem Geburtshaus wird, wenn möglich, häufig der Raum abgedunkelt und nur Kerzen- bzw. sanftes Licht verwendet.

    Ruhige oder entspannende Musik kann dem neuen Erdenbürger, zudem den Schritt in die neue Welt erleichtern. Allen Anwesenden ist in einem solchen Fall bewusst, dass eine entspannte Atmosphäre sehr wichtig und vor allem sehr hilfreich ist. In so einer ruhigen Atmosphäre kann die Gebärende, sich leichter entspannen. Nicht selten wird der werdenden Mutter vorgeschlagen noch ein kurzes warmes Bad zu nehmen.

    Viele Mütter genießen das Ritual zu einer ähnlichen Tageszeit bei entspannter Musik mit dem Ungeborenen in Kontakt zu gehen. Sie erzählen ihm über ihren Tag, ihre Wünsche und ggf. auch Ängste, sofern diese nicht zu extreme Emotionen hervorrufen.

    Wassergeburt Gebärende in einer Wanne

    Diese Musik kann dann auch während der Schwangerschaft abgespielt werden.

    Wassergeburt

    Eine Wassergeburt kann zu Hause, in einem Geburtshaus und in den meisten Kliniken vorgenommen werden. Dabei hockt die Gebärende in einer körperwarmen „Wanne“ und wird bestenfalls mit dem Atem unterstützt sich zu entspannen.

    Dabei wird darauf geachtet, dass der Aufenthalt nicht zu lange ist, da er sonst zu einer Belastung für Mutter und Kind werden kann. Hockt sich die Frau hin, kann der kindliche Kopf leichter in den engen Beckenausgang hineinrutschen.

    Je entspannter die Gebärende ist, desto leichter und schmerzfreier wird die Geburt. Es gibt auch Mütter, die so im vertrauen sind, dass sogar das erste Kind leicht und zügig zur Welt kommt. Hier sind es vor allem die eigenen mit der Geburt verbundenen Gedanken und Überzeugungen der Mutter, die die Geburt ihres Babys beeinflussen.

    Häufig sind diese, u.a. durch erzählte Horrorgeburten, mit sehr viel Angst besetzt. Dies lässt die Mutter nicht zuletzt im Beckenbereich verspannen. Was es der Gebärmutter schwerer macht sich zu öffnen. Hier wirkt das warme Wasser entkrampfend und der Beckenboden wird elastischer und gibt leichter nach.

    Das Wasser ist außerdem das Element, wo sich das Neugeborene am heimischsten und wohlsten fühlt. Es hat ja nun einmal sein bisheriges Leben in solchem verbracht. Übrigens: sobald das Kind geboren ist, macht es durch Paddelbewegungen von sich aus deutlich, wann es aus dem Wasser gehoben werden muss, um seinen ersten Atemzug zu tun. Die meisten Babys paddeln sogar selbst an die Oberfläche.

    Bei der Geburt im körperwarmen Wasser ist die „neue Welt“ nicht mehr ganz so fremd.

    Alle der hier aufgeführten Geburtsarten haben ihren spezifischen Einfluss auf das kommende Leben des neuen Menschen.
    (Weitergehende Informationen über die Geburt im warmen Wasser findet ihr hier.)

    Überzeugungen über das Leben

    Nachfolgend habe ich einige typische Überzeugungen aufgeführt, die bei der Geburt entstehen und unser zukünftiges Leben beeinflussen können. Warum? Weil wir alle ersten Erfahrungen, die wir als Mensch auf dieser Welt machen, erstmal als absolute Wahrheit annehmen.

    Ob Babys in diesen Situationen, diese Überzeugungen übernehmen, hängt nicht zuletzt von den vertrauensstärkenden Erfahrungen und vor allem von der liebevollen Zuwendung ihrer Eltern und weiteren unterstützenden Überzeugungen über das Leben ab.

    • Wenn das Neugeborene nach der Geburt, aus welchem Grund auch immer, nicht bei der Mutter liegen und auch nicht beim Vater auf den Arm kann, fördert dies die Angst des Verlassen Werdens und/oder „ich bin nicht liebenswert“.
    • Falls das Baby geholt werden muss, verstärkt es die Überzeugung, „Ich habe versagt, ich schaffe es nicht allein“.
    • Eine eingeleitete Geburt, kann die Überzeugung fördern, „Ich habe keine Zeit“.
    Geburt Mutter liegt mit Baby auf dem Bauch im Bett und wird von ihrem Mann geküsst

    Fazit zur perfekten Geburt

    Nichtsdestotrotz bin ich der festen Überzeugung, dass wir als Eltern, Hebamme und Ärzte nur unser Bestes geben können. Und wenn es dann doch eine eher traumatische Schwangerschaft oder Geburt wird, dann ist es so.

    Mehr als sein Bestes geben kann man nicht! Die daraus resultierenden Erfahrungen und Überzeugungen, so wenig Lebensfreude sie auch ausdrücken mögen, werden dann für das Kind wichtig sein. Sie werden ihm helfen seine Persönlichkeit zu entwickeln und seinen Platz im Leben zu finden.

    Und so kann z.B. die Geburtsüberzeugung „Ich schaffe es nicht“ gerade dazu führen, dass dieser Mensch in seinem Leben alles daran setzt „Alles zu schaffen, was er sich vornimmt und Großes vollbringen“.

    Werdende Mütter sollten bei der Wahl der Geburtsart vor allem auf ihr Gefühl hören und schauen, wem sie am meisten vertrauen. Vertrauen ist absolut notwendig, um während der Geburt entspannen zu können. Wenn sie sich sicher fühlt, fühlt sich auch ihr Ungeborenes sicher.

    Sie sollte zudem für sich überlegen, wem sie dabei haben möchte, wobei Gedanken, dies kann ich jenem oder jener nicht antun, nicht hilfreich sind. Gespräche mit dem ungeborenen Baby fördern die Entspannung sowohl der Mutter als auch des Babys.

    Nach der Geburt ist es vor allem wichtig, dass die frischgebackene Mutter ihr Baby in ihren Armen oder auf ihrer Brust halten kann. Dies gewährleistet für beide, dass die während der Schwangerschaft aufgebaute Bindung nicht unterbrochen wird. Und der nicht immer schmerzfreie Prozess der Geburt, gut verarbeitet werden kann.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)


    Nachfolgend findet ihr einen Kommentar einer Leserin, die eine traumatische Geburt hatte und was sie danach beobachten konnte:

    Also ich habe durch die Schwangerschaft eine seltene Krankheit namens ppcm (= peripartum cardiomyopathy; zu Deutsch: schwangerschaftsbedingte Herzinsuffizienz) bekommen.

    Hatte in der 39. SSW noch ein extremes hellp (HELLP ergibt sich aus den englischen Begriffen für den Abbau der roten Blutkörperchen (haemolysis), für erhöhte Leberwerte (elevated liver enzymes) und für die erniedrigte Zahl von Thrombozyten (low platelets), weshalb ein Notkaiserschnitt bei mir vorgenommen werden musste, bei dem ich und meine Maus fast gestorben wären.

    Das ist jetzt 8 Monate her und ich habe eine posttraumatische Belastungsstörung zurückbehalten. Jedes Mal, wenn ich (vor allem kurz nach der Geburt) mit meiner Psychologin darüber gesprochen habe, war die Kleine auch dabei und begann immer wieder zeitgleich extrem zu weinen und zuschreien an.

    Wenn ich mit dem „Erzählen“ fertig war, hörte sie auch auf.

    Meine Psychologin hat dann immer gesagt, dass die Kleine das genauso fühlt bzw. gefühlt hat und das Ganze mit mir gemeinsam verarbeitet.

    Ich bin mittlerweile der Meinung, dass die Geburt sich sehr wohl im Unterbewusstsein manifestiert. Sie bleibt (nach meiner Vorstellung) als Bilder verankert und prägt uns alle individuell.

    Wie so oft ist es so, dass wir Menschen Dinge nicht glauben und verstehen, die wir nicht greifen oder sehen können.

    Menschen die eine ganz normale unkomplizierte Geburt erlebt haben, tun sich wahrscheinlich noch schwerer, sowas nachzuvollziehen.

    Sabrina (Babytalk-Leserin)


    Kaiserschnitt Filmbild mit Schwangeren im Krankenhaus

    Übrigens wurde am 19.06.2017 im ARD ein Beitrag gesendet, welcher aufzeigt, warum immer öfter unnötige Kaiserschnitte gemacht werden (ca. 5_Minuten):

    Beitragsfoto: zlikovec / shutterstock
    2 Foto: jomphong / shutterstock
    3 Foto: Kazenon / shutterstock
    4 Foto: ChameleonsEye/ shutterstock
    5 Foto: nata-lunata / shutterstock 
    Pinterestfoto: gorodenkoff von Getty Images (über Canva)