Schlagwort: Familie

  • Trennung trotz Kinder – Was ist die beste Entscheidung?

    Trennung trotz Kinder – Was ist die beste Entscheidung?

    Trennung trotz Kinder: Immer mehr Paare stellen sich die Frage, ob sie sich trotz Kinder trennen sollen, weil sie sich von einander entfernt haben oder es für ihre Kinder durchstehen sollen.

    Ich möchte in diesem Beitrag keine generelle Empfehlung aussprechen, vor allem, weil ich glaube, dass es keine gibt. Vielmehr möchte ich auf die Fragen und Sorgen der Partner in Bezug auf die Entwicklung und Beziehung zu ihren Kindern eingehen.

    Fragen in Bezug auf den Partner stehen in diesen Situationen seltener im Fokus.

    Wie sehr werden die Kinder aufgrund der Trennung leiden?

    Als „betroffener“ Vater und aus den Erfahrungen meiner Praxis als Familien- und Paartherapeut kann ich sagen, Kinder leiden immer unter einer Trennung ihrer Eltern, egal ob still oder sichtbar.

    Die Leiden sind vielfältig, Kinder fühlen sich fast immer schuldig für die Trennung und das vorausgegangene Leid ihrer Eltern, da sie sich noch nicht getrennt von ihnen wahrnehmen können. Dies können sie erst nach dem „Rubikon“, ein Entwicklungsschritt, den Kinder um das 9.- 10. Lebensjahr vollziehen und ab dem sie sich als eigenständige Menschen wahrnehmen können. Danach können sie die Verantwortung für die Schwierigkeiten ihrer Eltern zumindest teilweise bei ihren Eltern lassen.

    Sie fühlen sich bei Streitereien als auch bei einer Trennung so gut wie immer zwischen den Stühlen stehend. Auch wenn Kinder ihre beiden Elternteile lieben, besteht nicht selten eine engere Bindung zu einem Elternteil, was ihre „unschuldige“ Seele besonders schwer belastet. Bei einem Streit, fühlen sie sich in einem Loyalitätskonflikt „zu wem soll / muss ich jetzt stehen“.

    Wie sehr leiden die Kinder unter der Beziehung ihrer Eltern?

    Eine entscheidende Frage, die sich Eltern stellen sollten, lautet: wie sehr ihre Kinder in der aktuellen Situation leiden. Die Schwierigkeiten ihrer Eltern bekommen sie mehr mit, als sich die allermeisten Eltern vorstellen können und dass auch dann, wenn sie deren Streits nicht direkt mitbekommen.

    Sie spüren vor allem die Emotionen, nehmen das veränderte Eltern- und Familienleben sowie die veränderte Körperhaltung und Mimik wahr. Je nachdem wie offensichtlich die Beziehungsprobleme der Eltern sind, ist es nicht selten, dass sie immer wieder in eine Hab-Acht-Stellung fallen und nur darauf warten, wann der nächste Streit los geht oder auch eskaliert.

    Dies blockiert sehr häufig eine geborgene und vertrauensvolle Entwicklung ihrer Kinder.

    Die Chancen einer Trennung

    Auch wenn sich fast alle Kinder wünschen, dass ihre Eltern nach einer Trennung wieder zusammenkommen, freuen sie sich auch, wenn ihre Eltern nach einer Trennung entspannter sind. Ebenso bieten neue Partner der Eltern die Chance, eine glückliche Beziehung und die dazugehörigen Verhaltensweisen kennenzulernen. Die wichtigsten Verhaltensmustern sind Wertschätzung, Vertrauen, Empathie, die Fähigkeit zu vergeben und viele mehr.

    Trennung trotz Kinder und deren möglichen Prägungen und Leiden

    Negative Prägungen

    Die Beziehung der Eltern ist die Vorlage für die späteren Beziehungen ihrer Kinder. So kommt es häufig vor, dass sich die Beziehungsprobleme der Eltern bei ihren Kindern wiederholen. Typische Beziehungsmuster sind Untreue, Gewalt, viele laute Streitigkeiten, sowie nicht ausgedrückte Meinungsverschiedenheiten, nebeneinanderher leben bzw. sich nicht einlassen/vertrauen zu können.

    Positive Prägungen

    Nicht nur die ersten, sondern auch spätere Beziehungen ihrer Eltern stellen Blaupausen für ihre eigenen Beziehungen im  Jugend- und vor allem im Erwachsenenalter dar. Die Kinder haben bei beiden Elternteilen die Chance zu erfahren, wie es denen besser geht, wenn sie nicht zusammenleben. Kinder wünschen sich das ihre Eltern „glücklich“ sind, noch mehr, als dass ihre Eltern zusammenleben. Auch wenn es in der heutigen Zeit nichts ungewöhnliches mehr ist sich scheiden zu lassen, war es vor 25 Jahren für viele Eltern noch immer ein No-Go. Und wenn die Eltern es schaffen nach einer Trennung wieder glücklich zu werden, fällt es ihren Kindern leichter diese Option für sich zu treffen.

    Trotz Trennung Eltern bleiben

    Auch wenn wir uns trennen, bleiben wir unser Leben lang Eltern unserer Kinder. Dafür ist es wichtig, dass wir uns so friedvoll wie möglich scheiden. Dies setzt voraus, dass wir uns unseren Teil für die Probleme anschauen und die Verantwortung dafür übernehmen.

    Ansonsten werden wir die Persönlichkeitsanteile, die wir an unserem PartnerIn verurteilten, auf unsere Kinder übertragen, denn sie besitzen zu 100% die Eigenschaften ihrer Mütter und Väter.

    Fazit: An einer Beziehung und an sich arbeiten

    Die Schwierigkeiten, die sich vor allem in engen Beziehungen auftuen, weißen uns daraufhin, dass wir da etwas verurteilen. In der Regel sind es Urteile, die wir von unseren Eltern häufig in Bezug auf uns übernommen haben. Unsere Partner (Beziehungen) spiegeln uns unsere Urteile, auf dass wir diese loslassen können und uns immer mehr so annehmen wie wir sind. In diesem Sinne ist „Beziehungsarbeit“ vornehmlich „Arbeit“ an bzw. für uns selbst. Hier ein paar sehr typische Urteile: 

    • Ich bin nicht okay, was soviel heißt, wie ich bin nicht liebenswert, wenn ich soviel Nähe brauche (Klammere)
    • Ich bin nicht liebenswert, wenn ich meine Bedürfnisse (Wünsche) ausdrücke
    • Ich bin nicht liebenswert, wenn ich ausgelassen bin
    • Ich bin nicht liebenswert, wenn ich „zu selbstbewusst bzw. zu stark“ bin 

    Alle Probleme bzw. Urteile, die wir in einer Beziehung nicht bearbeiten, bringen nehmen wir mit in die nächsten Beziehungen. Selbst, wenn der neue Partner zu beginn, so vollkommen anders ist. Wir bringen ihn dazu, uns vor die gleichen „Herausforderungen“ zu stellen, die wir in unserer vorherigen Beziehung nicht gelöst haben. Und alle Themen, die wir als Eltern auflösen bzw. heilen, brauchen unsere Kinder nicht mehr auflösen.

    Ich wünsche allen betroffenen Paare den Mut sich ihre Urteile anzusehen.

    Deva (Paar- und Familientherapeut)

    Beitragsfoto: Prostock-Studio / Getty Images
  • Partnerschaft und wie ein Baby diese verändert

    Partnerschaft und wie ein Baby diese verändert

    „Eltern werden – Paar bleiben.“ Wie oft hört man diesen Satz verbunden mit einem Augenrollen, mit einem wissenden Blick („in welchem man das Unmögliche blitzen sieht“) oder einem mütterlichen Unterton. Doch wie gelingt es die Partnerschaft zu pflegen ohne das Kind zu vernachlässigen?

    Das es nicht leicht ist, als Eltern das Paarsein nicht aus den Augen zu verlieren, ist keine Frage. Hier ein paar Gedanken zu diesem Thema von unserer Gastautorin Nicole vom Zickigsüss:


    Ein Baby – Chance oder Risiko für eine Partnerschaft

    Ein Baby ist etwas wunderbares, es verbindet zwei Partner noch fester miteinander. Aber die erste Zeit mit Baby kann auch zur Beziehungsprobe werden. Deshalb ist es wichtig, besonders im ersten Jahr nicht zu viel vom Partner und sich selber zu erwarten.

    Die komplett neue Situation, die Hormonumstellung und Figurveränderung bei der Frau, eventuelle Stillprobleme und nicht zuletzt der ewige Schlafmangel fordern einfach ihren Tribut!

    Plötzlich ist da ein kleines Bündel, das alle paar Stunden seine Aufmerksamkeit fordert. Schlafen wird zum Luxus. Somit ist Gereiztheit und häufig auch Streit vorprogrammiert.

    Zusammenhalt ist das Zauberwort

    Deshalb ist es wichtig, sich trotz allem nicht als Partner aus den Augen zu verlieren. Steht diese Zeit zusammen durch und versucht, trotz Müdigkeit und Stress immer gerecht zu Eurem Partner zu sein.

    Feste abendliche Rituale können auch helfen. Eine DVD zwischen den Schlafzeiten vom Baby, ein gemeinsames Bad, oder ein einfaches Gespräch über den Tag. Vergesst nicht, dass Ihr ein Paar seid und auch Zeit zu zweit beanspruchen dürft und müsst.

    Partnerschaft - Ein verliebtes Pärchen kuschelt in einer Schaukel

    Ein weiterer wichtiger Punkt ist REDEN, REDEN, REDEN. Oftmals bleibt die Liebe auf der Strecke, weil man während der Beziehung vergisst, dem Partner seine Gefühle mitzuteilen.

    Ein kleines ICH LIEBE DICH einfach mal so zwischen durch, tut nicht weh und sagt so viel aus. Es ist unheimlich wichtig an einer Beziehung zu arbeiten, dies sollte man aber eh auch ohne Kind.

    Partnerschaft + Baby = Familie

    Aber so negativ wie das jetzt alles klingt ist es absolut nicht. Ein Kind macht Euch endgültig zur FAMILIE. Es ist das Produkt Eurer Liebe und das solltet Ihr Euch immer vor Augen halten.

    Dieses kleine Bündel ist der schönste und größte Liebesbeweis, für den man gerne schlaflose Nächte und Schmerzen in Kauf nimmt.

    Und je älter Eurer Kind wird desto einfacher wird es, auch wieder spontan zu sein, oder Zeit für sich und den Partner zu haben. Schließlich gibt es ja dann auch noch Oma und Opa, die sich sicherlich auch über eine Nacht mit dem Enkelchen freuen.

    Abschließend kann Ich für mich sagen, unsere 2 Kinder haben unser Leben definitiv chaotischer, schlafloser, teilweise anstrengender, aber auch so viel glücklicher gemacht.

    Unsere Partnerschaft ist gefestigt und ich weiß einfach, dass wir uns immer aufeinander verlassen können. Wo vorher nur eine Partnerschaft war, ist jetzt ein Bund fürs Leben geworden.

    Eure Nicole (Babytalk – Autorin)

    In diesem Zusammenhang könnte Euch auch unser Beitrag „Warum unsere Partnerschaft nach dem ersten Kind fast drauf gegangen wäre“ interessieren, (Hinweis der Redaktion).

    Beitragsfoto: alessandro tomiello / shutterstock
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    Pinterest: AntonioGuillem von G Images Pro (über Canva) & alessandro tomiello / shutterstock
  • Tipps für eine glückliche Schwangerschaft

    Tipps für eine glückliche Schwangerschaft

    „Neun Monate empfindest du nichts als pures Glück!“… Diese Erwartung scheint die Gesellschaft an Schwangere zu haben. Vor allem, wenn es um die Emotionen der werdenden Mutter während der Schwangerschaft geht.

    Aber ist dem wirklich so? Ist eine schwangere Frau neun Monate einfach nur glücklich? Schwimmt sie in einem Meer aus Endorphinen, rosa und hellblauem Babyglück?

    Sagen wir so: Wir würden es jeder Bald-Mama wünschen;) Aber mal ehrlich: Die Schwangerschaft ist alles andere als leicht. Zur Gewichtszunahme, die gegen Ende gewaltig zu schaffen machen kann, kommen vor allem Sorgen, Ängste und Zweifel.

    Was darf man ohne schlechtes Gewissen essen? Ist der eine Schluck vom Sekt des Partners jetzt schlimm? Und was hat das Zwicken im Unterleib zu bedeuten?

    Meidet Dr. Google

    Dr. Google ist der neue beste Freund einer Schwangeren. Und mit seinen uneindeutigen und Katastrophen prophezeienden Ergebnissen zugleich der größte Feind. Unter uns gesagt:

    Lasst es mit dem googeln sein. Es macht einen so verrückt, dass nicht nur Euer Stresspegel, sondern auch der des ungeborenen Kindes steigt. (mehr dazu … Klick) Hinweis der Redaktion.

    Besser ist es, zunächst einmal den Arzt eures Vertrauens zu kontaktieren. Am Wochenende kann man übrigens auch im Krankenhaus anrufen.

    Zur Beruhigung von allen Schwangeren, die wie ich dazu neigen, sich nicht zu trauen, Sorgen am Telefon anzusprechen: Ich habe gehört, dass man sich lieber mit direkten Fragen auseinander setzt als mit ergoogelten Katastrophen;)

    Veränderungen auf vielen Ebenen

    Die Lebenssituation ändert sich gewaltig. Die Paarbeziehung unterzieht sich einer rundum-Veränderung. Gerade beim ersten Kind wandelt sich das Leben mit einem mal ziemlich gewaltig.

    Und selbst wenn das Kind schon lang ersehnt ist, kann das Paare ganz schön auf den Kopf stellen. Deswegen heißt es: Nutzt die neun Monate der Schwangerschaft, die ihr habt, um Euch auf die neue Zeit einzustellen.

    Stöbert in Ruhe durch die Babyabteilungen, genießt die Vorfreude und vertraut auf Mutter-Natur: Jeder kann eine super Mama / ein super Papa sein, solange man sich selbst die Chance dazu gibt.

    Schwangerschaft Herz, Rosen und Schwangerschaftstest

    Hier nun ein paar konkrete Tipps für eine schöne Schwangerschaft:

    Wellness

    Gönnt Euch richtig schöne Auszeiten! Ein bisschen Wellness darf man seinem Körper, der gerade so großartiges schafft, ruhig gönnen! Ein schönes Wohlfühl-Bad oder eine Pediküre (die Füße haben so viel zu tragen, gerade gegen Ende der Schwangerschaft…), besonders leckere Teesorten. Alles was uns gut tut, ist nun besonders willkommen und kommt immer auch dem Baby zugute, welches die Entspannung ebenfalls zu spüren bekommt.

    Bequeme Kleidung

    Weiche und bequeme Kleidung ist ein absolutes MUSS, denn in der späteren Schwangerschaft mit einem „Kugelbauch“ muss man sich echt nicht von zwickenden Hosen oder kratzenden Pullovern nerven lassen.

    Gutes Essen in der Schwangerschaft

    Entschleunigen ist angesagt. Den Tee mal auf altbewährte Methode in einem Beutel ziehen lassen und die Teemaschine ignorieren. Ausgiebig Frühstücken! Regelmäßige Mahlzeiten sind ein wichtiger Energielieferant und sollten genug Zeit bekommen. Nicht zu viele Termine an einem Tag vereinbaren…

    Vermeidet Vergleiche mit anderen Schwangeren

    Keine Vergleiche mit anderen Schwangeren! Denn jede Mama ist einzigartig, kein Bauch gleicht dem anderen. Keine Schwangerschaft gleicht der anderen. Die Hochschwangere, die außer einer tollen Kugel aussieht wie ein Model, würde ihre Übelkeit gerne gegen ein paar Pfunde mehr eintauschen;)

    Genießt eure Zweisamkeit

    Nutzt die Zweisamkeit noch einmal so richtig ausgiebig! Einfach mal spontan Essen gehen, Schwimmen gehen ohne Riesenaufwand, spontane Städtetrips. All das wird die kommenden Jahre nicht mehr so einfach sein.

    Und je mehr Pluspunkte auf der positiven Seite des „Partnerschaftskontos“ stehen, umso leichter fällt es die Nachgeburtszeit mit den vielen Entbehrungen (vor allem für die Väter) gut zu überstehen.

    Fragt nicht Dr. Google zu eurer Schwangerschaft!

    Lasst Google oder Mütter-Foren bloß links liegen! Ihr wollt nicht wissen, was für Komplikationen es in einer von zehntausend Schwangerschaften gibt. Schon alleine das Lesen von Symptomen kann einen panisch werden lassen, obwohl es dem Baby total gut geht! Und die Angst überträgt sich auch auf das Baby – total unnötig!

    Fotoshooting

    Ein Fotoshooting und / oder Gipsabdruck vom Babybauch ist im achten Monat eurer Schwangerschaft eine wunderschöne Erinnerungsidee. Die Kunstfee Steffi verwandelt solche Abdrücke zu wahren Kunstwerken.

    Baby-Shower-Party in der Schwangerschaft

    Wie wäre es mit eine Babyshower-Party? Bei dieser kann man noch einmal mit den besten Freundinnen die Vorfreude teilen und ein paar Teile der Erstausstattung schenken lassen.

    Erstausstattung fürs Baby

    Im Bezug auf die Erstausstattung könnt ihr unsere Liste nutzen, die ihr bekommt, wenn man sich für den Newsletter (in der Sidebar oben) anmeldet. Darin steht auch, was ihr absolut NICHT braucht!

    So, dies sind ein paar Tipps, die ich als Mama an Euch weiter geben kann.

    Ich wünsche Euch eine wundervolle Schwangerschaft, genießt die neun Monate, sie gehen so schnell vorbei;)

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

    Beitragsfoto: Inga Mezentseva / shutterstock
    Foto 2: Denise / pixelio.de
  • Einschlafprobleme bei Babys und Kleinkindern

    Einschlafprobleme bei Babys und Kleinkindern

    Einschlafprobleme mit Kleinkindern: Viele Eltern kennen das Problem, dass ihre Liebsten nicht einschlafen „wollen“ oder können. Dabei wünscht man sich nach vielen schlafreduzierten Nächten, nichts sehnlicher als Ruhe und einen entspannten gemeinsamen Abend auf der Coach.

    Als Familientherapeut kenne ich das Thema aus meiner Praxis und habe festgestellt, dass das Problem häufig nicht bei den Kleinen, sondern an den Eltern liegt.

    Da sich dies für viele Leser bestimmt unglaublich anhört, habe ich mich entschieden, den Beitrag nicht persönlich zu schreiben. Sondern ein Feedback von einer betroffenen Mutter zu veröffentlichen.

    Mit diesem Beitrag möchte ich nicht alle Einschlafprobleme von Kleinkindern auf die „Haltung“ der Eltern zurückführen, doch euch Eltern dafür sensibilisieren, dass ihr und eure Haltung dazu sehr wohl einen Einfluss darauf haben kann:

    Erfahrungsbericht einer betroffenen Mutter

    Dass „Erziehen“ nichts mit dem Einüben oder Abgewöhnen von (un)erwünschten Verhaltensweisen zu tun hat, hatte ich vor einigen Jahren schon von meinem Hund gelernt.

    Der mit meiner auf vielen Übungen basierenden Erziehung nichts anfangen konnte. Und auf den ich mich erst richtig verlassen konnte, nachdem ich mich entschieden hatte, wirklich seine „Rudelführerin“ zu sein.

    In letzter Zeit habe ich mich in verschiedenen Sitzungen mit Deva mit Konflikten und Problemsituationen auseinandergesetzt, die im Alltag mit meinen beiden kleinen Kindern aufgetreten sind.

    Dabei konnte ich mehrmals auf sehr beeindruckende Weise erfahren, wie sich eine klare innere Haltung auf die „Erziehung“ von Kindern auswirkt. Und wie meine Einstellungsänderung zu einem veränderten Verhalten meiner Kindern führen kann.

    So hat sich beispielsweise ein für mich extrem belastendes „Schlaf-Problem“ meiner Tochter fast wie von selbst gelöst.

    Die Situation sah für mich so aus: Meine 1,5 Jahre alte Tochter hatte seit ihrer Geburt so gut wie in keiner Nacht mehr als 3 Stunden am Stück geschlafen.

    Die erste Nachthälfte verbrachte sie in der Regel in ihrem Bett. Danach konnte ich sie nach den Mahlzeiten meistens nicht wieder dorthin zurücklegen. Stattdessen  schlief sie dann in meinem Bett – neben mir, an mich gekuschelt oder auch auf mir liegend.

    Da ich mittlerweile meine Arbeit wieder aufgenommen hatte und tagsüber fit sein musste, wurde dieses Verhalten für mich zunehmend zum Problem.

    Ungewöhnliche Verursacher für Einschlafprobleme

    Devas erste Reaktion auf meine Schilderung der Einschlafprobleme war für mich überraschend: „Willst du das Kind nicht endlich mal in Ruhe schlafen lassen?!“ –

    Die Erkenntnis, dass in der Tat ICH und nicht meine Tochter der Schlüssel war, stellte sich bei mir nicht sofort ein.

    Dass ein Kind in dem Alter natürlich nicht verhungert, wenn es nachts mehr als drei Stunden ohne Milch auskommen muss. Und sich im Gitterbett direkt neben mir wahrscheinlich auch nicht allein oder im Stich gelassen fühlt, war sicherlich keine große Neuigkeit für mich.

    Umso erstaunlicher war, dass meine Tochter direkt in der folgenden Nacht allein in ihrem Bett schlief. „Es ist noch zu früh für Milch“ reichte, damit sie sich ganz schnell beruhigte und wieder schlafen legte.

    Ich hatte es nach der Sitzung mit Deva geschafft. Ich schaffte es die Gefühle, die das weinende Kind bei mir auslöste, nicht mehr automatisch mit denen meiner Tochter gleichzusetzen. So konnte ich ihr offenbar mit viel größerer Souveränität und innerer Ruhe vermitteln, dass die Situation wirklich ok war.

    Es folgten einige weitere Nächte, in denen sie meine neue Haltung mehr oder weniger vehement auf die Probe stellte. Doch schließlich kam die Erkenntnis, dass die Lösung ihrer Einschlafprobleme wirklich so „einfach“ gewesen war.

    Für die auf diese Weise zurückgewonnene und nun schon selbstverständlich gewordene Nachtruhe bin ich Deva sehr dankbar.

    Einschlafprobleme Baby trinkt sein Fläschchen

    Allein bei Tagesmutter bleiben

    Die gleiche Erfahrung konnte ich machen, als es darum ging das meine Tochter allein bei der Tagesmutter blieb. Obwohl ich mehrere Tage mit ihr zusammen dort war, konnte ich nicht mal das Zimmer verlassen. Zumindest nicht ohne, dass sie zu schreien begann.

    Als ich mit Deva meine bei ihrer Geburt aufgekommene Überzeugung „Sie schafft es nicht.“ bearbeitete, konnte ich am nächsten Tag ohne Probleme die Wohnung ihrer Tagesmutter verlassen.

    Mittlerweile kann ich sehen, dass eine „unaufgeräumte“ Gefühlswelt meinerseits sich auf meine Tochter überträgt. Und entsprechend dazu führen kann, dass meine Tochter wieder häufiger und länger weint.

    Ich habe dann die Möglichkeit, meine Einstellung zu korrigieren anstatt das „Problem“ meiner Tochter zuzuschreiben – und es klappt meistens!

    Ich hoffe, mit diesem Erfahrungsbericht ein wenig Klarheit in eines der größten Probleme in der Babyzeit gebraucht zu haben.

    Wir freuen uns über Eure Erfahrungen im Kommentar und gehen dort gerne auf Eure Fragen ein:)

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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  • Windelfrei ab Geburt – wie geht das?

    Windelfrei ab Geburt – wie geht das?

    Hier kommt ein weiterer Teil zum Thema „Windeln“. Tamara Beck schreibt über die windelfreie Erziehung. Für alle, die sich dafür interessieren, oder denen wie bei uns die Ohren schlackern. „Wie, Babys windelfrei??! Wie geht das denn??!“


    Was bedeutet „windelfrei“?

    Man hört es immer öfter, dass Eltern ihre Babys „abhalten“, wenn sie mal müssen. Sie also über ein Lavabo, eine Toilette oder ein Töpfchen halten, damit sie sich entleeren können.

    Diese Babys tragen kaum Windeln, eher sogenannte „Back-ups“, die kleine Unfälle auffangen und dann in die Wäsche geworfen werden können.

    Aber woher wissen die Eltern, dass Ihr Baby muss? Es ist so, dass ein Neugeborenes nicht nur spürt, dass es Hunger hat oder müde ist (und sich dann bemerkbar macht), sondern eben auch, wenn es mal muss. Klingt irgendwie logisch.

    Früher und heute noch in den verschiedensten Kulturen auf der Welt, ging bzw. geht man darauf genauso ein wie auf die anderen Bedürfnisse: ein hungriges Baby wird gestillt, ein müdes in den Schlaf getragen, eins, das sich entleeren muss, wird abgehalten.

    Babys senden verschiedene Signale, die man mit der Zeit immer besser zu deuten weiß. Frischgebackene Eltern haben anfangs noch Mühe damit, zu unterscheiden, ob das quengelnde Baby nun Hunger hat oder müde ist.

    Trial and Error. Mit der Zeit geht das besser. So ist es auch mit den Ausscheidungen.

    Es gibt „sichere Treffer“

    Am einfachsten ist es, das Baby unten relativ frei zu lassen (was zuhause natürlich besser geht) und am Körper zu tragen. So merkt man relativ schnell, wenn es unruhig wird und kann es (ganz) frei machen und abhalten.

    Dabei gibt man einen Laut von sich wie „bssss“, welcher dem Baby später jeweils signalisiert, dass es jetzt pieseln etc. darf.

    Aller Anfang ist schwer: Neugeborene pieseln noch sehr, sehr oft und immer nur wenig, größere Babys seltener. Es kann am Anfang also oft mal was daneben gehen, weil man nicht ständig abhalten kann und vielleicht auch mal ein Zeichen verpasst.

    Das große Geschäft übrigens, merkt man den Kleinen besser an – da verzeichnet man schon bald erste Erfolgserlebnisse.

    „Sichere Treffer“ sind oft die Zeit nach dem Aufwachen (das kennen wir, danach muss man eigentlich immer auf die Toilette) und die Fütterungszeit – also vor, während oder nach dem Stillen bzw. Fläschchen geben.

    Viele Mütter lassen das Baby dabei direkt mal unten ohne und platzieren ein Asiatöpfchen oder ähnliches (ein kleines Töpfchen speziell für windelfreie Babys, im Fachhandel erhältlich) unter Baby’s Po.

    Beobachten, Spass haben

    Und sonst? Beobachtet Euer Baby einfach, mit der Zeit, so sagen viele, spüren sie intuitiv, dass ihr Baby muss, oft, bevor es sich überhaupt bemerkbar gemacht hat.

    Windelfrei soll aber kein Leistungssport sein, sondern Spass machen. Es darf auch mal ganz viel „wischen, waschen und lächeln“ sein.

    Und keiner soll sich unter Druck setzen, sein Baby den ganzen Tag lang beobachten zu müssen und nichts mehr anderes tun zu können. Man kann windelfrei auch „Teilzeit“ machen.

    Dann hält man eben nur bei den sicheren Treffern ab und zieht dem Kind für den Rest des Tages eine Stoffwindel an (diese eignen sich besser dafür, dass das Baby noch merkt, dass etwas kommt. Wegwerfwindeln saugen zu schnell).

    Oder man praktiziert tagsüber windelfrei, nachts aber nicht (Schlaf ist ja sooo wichtig für uns Eltern!) und unterwegs vielleicht auch nicht, weil man sonst Panik bekommt, das Sofa bei der Schwiegermutter zu beschmutzen…

    Damit windelfrei möglichst simpel bleibt, gibt es einige Dinge an Ausstattung, die man sich zulegen kann. Ich liste Euch weiter unten ein paar auf. Und keine Angst: je älter das Baby wird, desto eher kann es auch mal warten und seine Schliessmuskeln kontrollieren.

    Ich habe schon von Müttern gehört, dass sie an der Supermarktkasse, dem Kind im Tragetuch gesagt haben, dass es jetzt rasch warten muss bis man in den Waschraum kann. Und erst dort, nach etwa 10 Minuten, hat sich das Kind auf das „bssss“-Zeichen der Mutter entleert.

    Wann ist der optimale Zeitpunkt für den windelfrei-Start?

    Idealerweise beginnt man mit seinem Windelfrei-Experiment vor dem 3. Monat. Man muss nicht gleich ab Geburt starten, meist erwarten einen im Wochenbett ganz andere Herausforderungen.

    Windelfrei Gepucktes Baby am gähnen

    Allgemein wird beobachtet, dass Babys nach dem 3. Monat (zufälligerweise oft der Zeitpunkt, an dem die „Koliken“ aufhören – manche behaupten, es handle sich dabei lediglich um das verzweifelte darauf aufmerksam machen, dass das Baby mal muss und sich nicht selbst beschmutzen will …) aufgeben, sich mit den Windeln abfinden und das Gespür für ihr Ausscheidungsbedürfnis verlieren.

    Nützliche Accessoires für windelfreie Babys

    Das Töpfchen habe ich bereits erwähnt, das ist gerade beim Stillen sehr praktisch, kann man auch neben dem Bett aufstellen damit man nachts nicht aufstehen muss.

    Nicht immer ist ein Lavabo/eine Toilette in der Nähe… draußen kann man ein Kind auch dezent im Gebüsch abhalten, indem man in die Knie geht und am besten davor überprüft, ob niemand zuguckt – könnte ansonsten für ziemlich erstaunte Blicke sorgen.

    Aus China stammen die Splitpants. Kinder auf dem Land tragen diese ständig. Die hocken sich dann einfach irgendwo hin wenn sie mal müssen und der Po wird frei.

    Diese Hosen sind im Schritt geteilt und gehen auf wenn man die Beine etwas auseinander hält. Im Sommer erfüllen Babylegs, also Stulpen für die Beine diesen Zweck auch.

    Windelfreie Babys tragen darunter nicht „nichts“ wie in China, sondern meist ein Backup-System (da gibt es verschiedene Anbieter). Das ist eine dünne Art von Windel mit Bauchbund, die sich vom Bauch weg rasch runterklappen und wieder schließen lässt.  Meist sind sie einhändig verwendbar, so dass das Abhalten problemlos funktioniert.

    Wie erwähnt, ist das Backup dazu da, mal ein Malheur aufzufangen, danach muss es gleich in die Wäsche oder kann getrocknet werden. Ob man noch eine Mullwindel mit hineinlegt, um das Backup sauber zu halten, ist Geschmackssache.

    Zur windelfreien Kleidung gehören auch Unterhöschen für die ganz Kleinen, bei denen man schon sehr sicher ist. Und anstatt Bodys tragen sie lange Hemdchen oder auch Schlafsäcke mit Gummizug unten, der vor Kälte schützt, aber im Bedarfsfall schnell geöffnet werden kann.

    Viel Spass beim Ausprobieren! Und bei Fragen: schreibt diese einfach in das Kommentarfeld.

    Eure Tamara (Babytalk – Autorin)

    Foto 1: Rachwalski Andrzej / shutterstock, 
    Foto 2: Vasiuk Iryna / shutterstock
  • Beikosteinführung: Ein Löffelchen für dich, ein Löffelchen für mich

    Beikosteinführung: Ein Löffelchen für dich, ein Löffelchen für mich

    Dieser Beitrag „Beikosteinführung“ kommt aus unserem Expertenteam und zwar von der Hebamme Anja Lehnertz. Sie arbeitete bis vor kurzem in Trier als letzte freiberufliche Hebamme, die auch noch immer Geburten begleitete und setzt sich enorm für selbstbestimmte Geburten ein.

    Als Hebamme wird Anja oft von verunsicherten Eltern auf die Beikosteinführung angesprochen. Wann, wie und mit was sollte man sein Baby an feste Nahrung gewöhnen? Hier hat sie ihre Tipps für Euch aufgeschrieben:

    Warum sind Eltern eigentlich immer so verkrampft, wenn es um die Ernährung ihrer Kinder geht?

    Wie bekomme ich den Löffel in den Mund meines Kindes?

    Warum habe ich immer das Gefühl, dass nach der anstrengenden Wochenbettzeit die anstrengende „Wie bekomme ich den Löffel mit Nahrung in mein Kind anstatt an die Wand?“ Zeit kommt?

    Mit dem Beginn des 4. Lebensmonates kann man als erfahrene Hebamme beobachten, wie die Frequentierung der telefonischen Beratungen zum Thema „Beikosteinführung“ stetig steigt.

    Ein ganzer Rückbildungsabend geht mindestens drauf für dieses Thema. Spätestens im Babykaffee geht es dann erst Recht los mit den Fragen:

    „Anja mein Kind ist jetzt 4 Monate alt und verweigert die Brust. Ich glaube es wird nicht mehr satt. Kann ich jetzt schon mit der Beikost anfangen?“ oder: “ Mein Kind ist schon 7 Monate alt und trinkt immer noch nur an der Brust? Reicht das noch aus?“

    Im Folgenden werde ich die Fragen, die mich tagtäglich begleiten, erörtern.

    Was bedeutet Beikost?

    Im ersten halben Lebensjahr ist das ausschließliche Stillen oder die Ernährung mit Pre/oder HA Nahrung für das Kind ausreichend und ernährungsphysiologisch das Beste.

    Mit der Einführung von Lebensmittel in den verschiedenen Formen spielt weiter die Milchernährung die Hauptrolle im Ernährungsplan des Kindes. Deshalb nennt man dieses Einführen von Lebensmitteln BeiKost.

    Warum heißt es Breikost?

    Noch heute erfolgt die Einführung der Beikost meist über Breie, daher der Begriff „Breikosteinführung“.

    Was ist „Baby led weaning“?

    Die Kinderkrankenschwester, Gill Rapley gab 2008 einer alten Methode, Kinder mit „Fingerfood“ zu zu füttern diesen neuen Namen.

    Jeder hat seinem Kind bestimmt schon einmal eine Brotkruste unterwegs in das Händchen gegeben, um den Weg nach Hause zu überbrücken. Oder welches Kind freut sich nicht über das Stück Fleischwurst an der Fleischtheke.

    Das Kind bekommt Nahrungsmittel in handgerechten Stücken angeboten und kann diese selbstbestimmt entdecken, zermatschen und schmecken. Kinder sind von Natur aus neugierig und experimentieren gerne.

    Tipps:

    Nachfolgend findet ihr ein paar sehr hilfreiche Tipps und Hinweise:

    • Kinder sind im ersten Lebensjahr in der sogenannten „Oralen Phase“. Das heißt sie erleben Ihre Umwelt über den Mundraum.
    • Kinder haben eine angeborene Vorliebe für „süß“.
    • Ich möchte nochmal deutlich sagen „Kinder lernen vor allem durch Nachahmen“. Das sollte uns immer wieder bewusst werden.
    • Gemeinsames Essen am Tisch sollte Priorität im Familienalltag erhalten.
    • Die Auswahl der Lebensmittel erfolgt am Besten traditionell und saisonal.
    • Ein Erstgeborenes Kind wird eher später zum Löffel greifen als ein Geschwisterkind.
    • Der Spaß am Essen sollte im Vordergrund stehen. Neue Lebensmittel müssen mindestens 16 Mal ohne Zwang gegessen werden,
      bevor sie akzeptiert werden. (Aus einer österreichischen Studie mit Vorschulkindern)

    Gibt es einen richtigen Zeitpunkt für die Beikosteinführung?

    Beikosteinführung Mutter füttert Kleinkind mit Brei

    Es gibt keinen „richtigen“ oder „falschen“ Zeitpunkt. Der Zeitpunkt ist genauso individuell wie unsere Kinder. Ernährungsphysiologisch ist aber eine Einführung der Beikost vor dem 6. Lebensmonat unsinnig.

    In der Literatur findet man einige Empfehlungen zur Beikosteinführung, die berücksichtigt werden sollten.

    • mindestens 6 Monate sollten Kinder voll gestillt werden (WHO)
    • mit der Einführung der Beikost sollte frühestens am Ende des 5. Lebensmonates begonnen werden
    • das Kind schaut den „Großen“ interessiert beim Essen zu und steckt dabei öfter die Hand in den Mund
    • der Schluckreflex wird beherrscht
    • das Kind kann mit Unterstützung sitzen
    • Das Kind kann das Köpfchen problemlos , einige Zeit freihalten
    • Welche Nahrungsmittel sind gut für mein Kind?

    Was man bei der Beikosteinführung beachten sollte

    Es sollte im ersten Lebensjahr ausschließlich salzfrei gekocht werden. Zur verbesserten Aufnahme der fettlöslichen Vitamine sollten den Mahlzeiten Öl (Rapsöl) zugefügt werden, jedoch keine kaltgepressten Öle.

    Solange noch gestillt wird, sollten zur Senkung des Zöliakierisiko*, kleine Mengen glutenhaltiges Getreide beigeführt werden. In Forschungen hat man Hinweise gefunden, das Fischkonsum im ersten Lebensjahr einen schützenden Effekt auf die Entwicklung allergischer Erkrankungen hat.

    Mit Einführung fester Nahrung folgt auch die Einführung von zusätzlicher Flüssigkeit. Ich rate zu Wasser ohne Kohlensäure. Leitungswasser findet man überall. Allerdings sind die ersten Schlücke, des Kindes an einem Glas Sprudel sensationell …
    … dieses Gesicht wenn zum ersten Mal Kohlensäure auf der zarten Zunge des Kindes landet. Herrlich, den Gesichtsausdruck vergisst man nie!

    Der Tageszeitpunkt, ab wann man mit der Beikosteinführung anfängt, sollte von den Eltern individuell gewählt werden. Es muss nicht zwangsweise die Einführung des Mittagessens im Vordergrund stehen.

    Auch mit dem Abendbrei oder Finger Food am Abend darf gerne begonnen werden.

    Mein ganz persönliches Resümee

    Essen ist und bleibt eine Geschmacksache. Entdeckt das Kind seine Vorliebe zu Bananen, kaufen wir eine größere Menge ein. Doch einige Tage später kann es die Bananen schon wieder verweigern.

    Kinder essen außergewöhnliche Dinge, die wir nie bedenken würden, aber verschmähen Obst und Gemüse. Manche Kinder sind „Allesesser“. Und mache essen eher wie ein „Spatz“ nur wenige Nahrungsmittel.

    Als Mutter habe sehr schnell bemerkt, dass das Verfolgen eines zu strikten Zieles mit Kindern häufig in einer Sackgasse endet. Auch wenn es hier nur ums Essen geht.

    Warum also nicht locker bleiben.

    Irgendwann essen alle Kinder mit Löffel, Gabel oder Finger. Mal besser und mal schlechter. Mal hinterlassen die Versuche ein Schlachtfeld und mal wundert man sich über den schon sauberen leeren Teller.

    Unsere Kinder werden das Ziel, die Teilnahme am gemeinsamen Familienessen am Tisch, spielerisch erlernen. Wenn wir Erwachsene den Kindern eine gute Essenskultur und einen sinnvollen Umgang mit den Produkten vermitteln. (Erdbeeren gibt es nun mal nicht im Dezember)

    Der Weg dorthin kann halt manchmal sehr individuell sein, selbst innerhalb einer Familie.

    Wir sind die Vorbilder. Daher wunderte es mich auch nicht, das meine Kleinste bei den Hausbesuchen im zarten Alter von 2 Jahren ihren Milchkaffee verlangte. Ich bin nun mal ihre Mutter.

    Und wenn Familien Rat zu diesem Thema benötigen, steht ihnen die Hebamme, dank des Gebührenpunktes „ Beratung zur Beikost“, noch 2 Mal in ihrer aufsuchenden Tätigkeit zur Verfügung.

    Erklärung: *Zöliakie – eine Erkrankung des Darms, der eine Glutenunverträglichkeit zu Grunde liegt.

    In unserem Beitrag Beikostrezepte findet ihr mehrere leichte Rezepte zum Selber machen (Hinweis der Redaktion).

    Viel Spaß liebe Eltern!

    Anja Lehnertz (Babytalk – Hebamme)

  • Stoffwindeln für das Baby

    Stoffwindeln für das Baby

    Stoffwindeln haben sich in den letzten 20 Jahren extrem weiterentwickelt. Die Handhabung ist leichter geworden, das Material funktioneller und auch optisch haben sich Stoffwindeln sehr positiv verändert. Viele Eltern fragen sich daher:

    Lohnt sich der Wechsel auf diese umweltfreundlichere und ggf. auch hautfreundlichere Alternative? Muss man Angst vor Wäschebergen haben? Und wie ist die Handhabung mit diesen?

    Im folgenden die Vorteile der Stoffwindeln:

    Sie passen meistens von Geburt an bis zum Ende der Windelzeit (womit kein Wechseln auf eine andere Größe nötig ist, da in Stufen verstellbar).

    Viele Marken bieten auch Neugeborenen-Größen an, da die Kinder aber rasch wachsen, lohnt es sich eigentlich kaum, viele in dieser Größe zu kaufen.

    Sie sind im Grunde, je nach System, so einfach zu handhaben wie Wegwerfwindeln – sie haben dieselbe Form und werden mittels Klettverschluss oder Druckknöpfen verschlossen.

    Startet man früh genug, spart man viel Geld, da man nur ein Set an Stoffwindeln kaufen muss, dass dann für die ganze Windelzeit reicht.

    So zahlt man zwar einmalig mehr Geld, hat danach aber kaum mehr Ausgaben. Und der mühselige Windelkauf und das Schleppen und Unterbringen der Pakete bleibt aus.

    Bei mehreren Kindern rechnet es sich finanziell auf jeden Fall und mittlerweile ist der Stoffwindel-Secondhandmarkt groß genug, dass man entweder die Windeln aus zweiter Hand kauft und/oder nach Gebrauch wieder verkaufen kann. Windeln, die bereits in Benutzung waren, haben auch schon die optimale Saugkraft entwickelt.

    Der Abfallberg schrumpft! Kein wunder Po mehr. Besseres Körpergefühl: Stoffwickler schwören darauf, dass ihre Kinder schneller trocken werden, da sie eher merken, wenn „was kommt“.

    Natürlich saugen auch Stoffwindeln, aber weit weniger schnell als Wegwerfwindeln. Dies kann ich auch bestätigen.

    Mit 20 Monaten merkt meine Tochter mal mehr, mal weniger, dass sie „muss“. Sie merkt es wirklich! Eyecatcher! Stoffwindeln sind heutzutage einfach schön! Es gibt sie in allen Farben und Mustern und zum Teil sogar in Limited Editions.

    Stoffwindeln Stapel mit Stoff- und Einmalwindeln

    Einige Mamas haben einen Narren daran gefressen und zeigen gerne ihr Stoffwindel-Regal, wie andere ihr Schuh- oder Taschenregal.

    Gibt es auch Nachteile?

    Man muss häufiger waschen: Das kommt darauf an, wie oft das Kind in die Windel macht. Neugeborene machen natürlich häufiger in die Windeln.

    Da muss dann schon öfter gewechselt werden, man kann sich zusätzlich noch mit Wegwerfwindeln aushelfen. Oder den Zeitpunkt des Umstiegs verschieben.

    Stoffwindel brauchen ein spezielles Waschmittel: Um die Saugkraft zu erhalten, sind die üblichen Waschmittel-Zusätze nicht geeignet: Es darf keine Tenside enthalten.

    Und Weichspüler sind ein No-Go. Aber diese Waschmittelsind nicht teurer als herkömmliche und auch keineswegs schlechter.

    Für Selbermacher: Im Web findet man auch ein Rezept, um selber ein Waschmittel herzustellen. Auch „Waschnüsse“ o.ä. funktionieren.

    Was passiert mit dem „großen Geschäft“? Es ist anders als viele denken kein Problem! Erwartet man beim Kind Stuhlgang, mit der Zeit weiß man in etwa, wann der zu erwarten ist, legt man ein Windelvlies (in Rollen erhältlich, analog WC-Papier zum Abreissen) auf die Windel.

    Dies fängt den Stuhlgang gut auf, so dass man nur noch das Vlies vorsichtig rausnehmen und dann samt „Geschäft“ in die Toilette spülen kann. Das Vlies ist kompostierbar.

    Ist mal kein Vlies drin gewesen oder was daneben gegangen, hält man die Windel am besten in die Toilette und spült das Gröbste raus.

    Benutzt man All-in-2-Systeme mit herausnehmbaren Einlagen, kann man diese separat waschen. Während man die Höschenwindel aus Stoff mehrmals wieder verwenden kann, ohne diese jedes mal zu waschen.

    Es braucht viele Windeln:

    Man sagt, ca. 20 sind nötig damit man immer Nachschub hat. Das kommt aber darauf an, welches System man nutzt. Wie oft das Kind die Windeln füllt, wie schnell diese trocknen und wie oft man wäscht.

    Mit 10-12 Stoffwindeln hat meine eine gute Grundausstattung, da im Durchschnitt 2-3 Windeln pro Tag gebraucht werden.

    Stoffwindeln „tragen auf“:

    Sie sind tatsächlich breiter und je nach Hersteller und Einlagen auch dicker als Wegwerfwindeln, was Kinder in der Regel nicht stört. Für die Hüftentwicklung bei Neugeborenen ist das sogar ein Pluspunkt („breit wickeln“).

    Und unterwegs hat man einfach immer Reservewindeln dabei und nutzt ein „Wetbag“ mit Reissverschluss, in der man die Windeln transportieren kann.

     Wie aufbewahren/waschen?

    Da findet jeder seinen eigenen Weg. Es gibt Mütter, welche die Windeln nach Benutzung für einen Spülgang in die Maschine legen oder von Hand ausspülen.

    Ein Paar Tropfen Lavendelöl o.ä. im Waschkorb vermindert angeblich den Geruch. Ein abschliessbarer Eimer natürlich auch.

    Während warmer Sommertage kann man die feuchten Windeln gut draußen oder drinnen aufhängen und dann trocken in den Waschkorb legen.

    Je nachdem, wie voll die Windeln sind oder wie stark sie riechen, legt man sie vor dem Waschen für einen Spülgang (ca. 10min) in die Maschine. Dann erst gibt man das Waschmittel hinzu (es braucht nur sehr wenig) und wäscht die Windeln in einem regulären Spülgang.

    Je nach Marke 40° oder 60°. Sauber werden sie auf jeden Fall! Man muss keine Bedenken haben sie nur bei 40° zu waschen.

    Meine Persönliche Meinung zu Stoffwindeln

    Ich mag am liebsten AIOs (All in One) oder AI2s (All in 2s), da sie den Wegwerfwindeln am ähnlichsten sind. Während bei den AIOs die Einlage schon eingenäht ist, ist sie bei den AI2s meist einknüpf- oder einschiebbar. So muss man nicht jedes Mal die ganze Windel waschen, sondern nur die Einlage(n).

    Es gibt auch Systeme, die mit „Überhosen“ funktionieren.

    Das war mir dann zu aufwendig. Es gibt verschiedene Einlagen unterschiedlicher Saugkraft. Gängige dafür verwendete Materialien sind Bambus, Hanf oder Minky.

    Einige saugen mehr und sind z.B. speziell für die Nacht gedacht. Man kann auch zwei oder mehr Einlagen übereinander verwenden. Wenn man aber häufig genug wechselt, reicht eine aus.

    Auch nachts kam ich mit einer gut aus. Es ging nie was daneben. Das muss man aber ausprobieren. Jedes Kind ist individuell und es kommt wohl auch darauf an, wie viel Flüssigkeit es nachts noch durch Stillen oder Fläschchen zu sich nimmt, wie oft es wach wird etc.

    Bei Stoffwindeln hat man zudem, je nach Marke, die Möglichkeit, die Einlagen dem Geschlecht des Kindes anzupassen. Sprich sie werden dort gefaltet, wo das „Pipi“ hinkommt: Bei Jungs im vorderen Bereich, bei Mädchen eher in der Mitte der Winde.

    Es gibt verschiedene Stoffwindelsysteme auf dem Markt und viele Händler bieten „Testpakete“ an, was sehr praktisch ist, wenn man sich nicht entscheiden kann.

    Hier einige Stoffwindel – Marken:

    Blueberry, Blümchenwindel, Bum Genius,Charlie Banana, Pop-In, Rumparooz, Totbots (auch Trainerhöschen und Schwimmwindel),Windelmanufaktur.

    Und hier einige geeignete Waschmittel: Ecover, Rockin’Green Der Preis für eine einzelne Stoffwindel beläuft sich je nach Marke um die CHF 25.-

    Eine Limited Edition kann auch mal CHF 30.- kosten.

    Den Windeln liegt oft auch ein Flyer bei, eine „Gebrauchsanweisung“ und viele nützliche Infos. Die meisten Hersteller bieten Pakete zu 5-10 Windeln an, die dann günstiger sind.

    Dazu kommt noch das Windelvlies, das Waschmittel und allenfalls Zubehör wie zusätzliche Einlagen, ein geruchsdichter Eimer oder eine Nasstasche. (Beutel für unterwegs oder zuhause)

    Trainerhöschen und Schwimmwindeln werden ebenfalls von vielen Herstellern angeboten. Es lohnt sich, auch diese zu kaufen.

    (Die Wickelzeit bietet sich für Fingerspiele an, nachfolgend findet ihr einen schönen und interessanten Beitrag dazu, Hinweis der Redaktion)

    Eure Tamara (Babytalk – Autorin)

    Beitragsbilder: Elvira Koneva / shutterstock
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  • Kinder zeugen, ist nicht schwer, Vater sein umso mehr

    Kinder zeugen, ist nicht schwer, Vater sein umso mehr

    Vater werden: Sie sind Papa! Herzlichen Glückwunsch.

    Für fast jeden Mann bleibt für einen Moment die Zeit stehen, wenn diese drei Worte fallen und schlagartig gehen ihm tausend Gedanken durch den Kopf. Wie soll ich das alles schaffen?

    Bin ich bereit dafür? Ein Kind verändert vieles und bedeutet oft auch Einschränkungen für die werdenden Eltern.

    Es bleiben neun Monate, um sich auf die kommende Veränderung vorzubereiten. Die Phase der Vorbereitung ist für die Männer oft schwerer, als für die werdenden Mütter.

    Frauen spüren das Baby in ihrem Körper, merken kleine Tritte und leiden mit dem Ungeborenen, wenn es mal wieder Schluckauf hat. Für die Väter ist alles viel zu abstrakt.

    Sie streichen das Kinderzimmer, dürfen helfen Möbel auszusuchen oder den Bauch streicheln – aber sie haben keine Möglichkeit eine innige Bindung zu dem Ungeborenen aufzubauen, wie es die werdende Mama hat.

    Vater werden - Hebamme arbeitet mit einer Gebärenden mit Unterstützung des werdenen Vaters

    Väter in die Schwangerschaft miteinbeziehen

    Umso wichtiger ist es, die werdenden Väter so viel wie möglich in die Schwangerschaft zu integrieren. Arztbesuche, Vorbereitungskurse und Informationsgespräche sollten die werdenden Eltern gemeinsam wahrnehmen und Entscheidungen gemeinsam getroffen werden.

    Zudem gilt es die „wenigen Möglichkeiten der Beziehungsaufnahme“ zum ungeborenen Baby zu nutzen.

    Es ist zwar so, dass die Kommunikation zwischen Vater und Ungeborenes relativ einseitig ist, doch eben nicht ganz einseitig.

    So ist es für die werdenden Väter ein riesiges Geschenk, wenn sich das Ungeborene an seine auf dem Bauch der Mutter liegende Hand schmiegt.

    Und ansonsten ist es für das Baby im Bauch hilfreich, die Stimme seines Vaters schon in der Schwangerschaft, kennen zu lernen. Es wird sich nach seiner Geburt daran erinnern. Ebenso wie es die Stimme, den Geruch der Mutter und deren Herzschlag sehr genau kennt.

    Vater werden - Mann hört nach dem Baby im Bauch seiner Frau

    Einbeziehung des Vaters während der Geburt

    Die Geburt ist das Ereignis, wo der Vater das erste Mal sein Kind richtig spüren kann. Der Erstkontakt ist sehr wichtig für die Vater-Kind Beziehung. Zudem ist für das Kind auch die Wärme und Nähe des Vaters in den ersten Lebensminuten von großer Bedeutung.

    Und vor allem, wenn die Mutter wegen Komplikationen nicht direkt das Kind nehmen kann, ist der Vater derjenige, der dem Kind am meisten Geborgenheit und Sicherheit geben kann.

    Nicht zu letzt ist die gemeinsam „durchgestandene“ Geburt auch etwas, was das Vertrauen und die Beziehung zwischen Mann und Frau stärken kann.

    Vater werden - Vater mit Baby in Tragerucksack

    Einbeziehung des Vater nach der Geburt

    Nach der Geburt ist es in den Wochen und Monaten besonders wichtig, wenn die frisch gebackenen Väter sich sehr viel Zeit für ihr Kind nehmen, nicht zuletzt, um die Mutter zu entlasten.

    Auch wenn es ihnen gerade zu Beginn sehr schwer fällt, weil auch die Väter durch die häufigen Schlafunterbrechungen auch sehr müde sind und hormonell nicht unterstützt werden.

    So können Sie mit ihnen im Tragetuch nach der Arbeit spazieren gehen (was die Bindung deutlich mehr als in einem Kinderwagen fördert). Sie können sie wickeln oder einfach mit ihnen auf dem Bauch relaxen.

    Das Wichtigste ist es, ähnlich wie bei einem Ehe-Versprechen, was heutzutage nicht selten gebrochen wird, die Verantwortung seiner lebenslangen Rolle als Vater anzunehmen.

    Was allerdings umso schwerer fällt, weil man zu Beginn nicht wirklich abschätzen kann, was es bedeutet und das macht vor allem Männer Angst. Und manchmal wird einem als Vater erst sehr spät klar, was für ein Geschenk es ist, ein Kind zu haben.

    Doch mit der klaren und bedingungslosen Entscheidung, die Verantwortung zu übernehmen, wächst man mit der Zeit umso leichter hinein.

    In diesem Sinne wünschen wir allen Müttern und Vätern eine schöne Zeit mit ihren ungeborenen und heranwachsenden Kindern.

    Werbung: Unser Buch

    Wenn ihr mehr dazu erfahren möchtet, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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  • Schreibaby – Was kann ich tun?

    Schreibaby – Was kann ich tun?

    Schreibaby: Dass Neugeborene schreien ist normal, aber wenn sie das ständig tun, werden die Nerven der Eltern stark strapaziert. Manche Eltern sind trotz gegenseitiger Unterstützung und Abnahme des schreienden Babys nach wenigen Wochen so erschöpft, dass sie sich kein weiteres Kind mehr vorstellen möchten.

    Ab wann spricht man von einem Schreibaby?

    Gemäß Fachpersonen ist es normal, wenn Babys in den ersten Wochen insgesamt zwei Stunden am Tag schreien. In diesem Fall spricht man also nicht von Schreibabys.

    Aber es gibt nicht wenige Kinder, die tatsächlich die Hälfte des Tages und auch die Nacht durch schreien. Verzweiflung und große Hilflosigkeit machen sich dann breit und zerstören die Freude des Familienglücks.

    Traurige Konsequenz davon: Schätzungsweise sterben jährlich zwischen 100 und 200 Kindern an den Folgen eines Schütteltraumas, weil ihre Eltern die Nerven verlieren.

    Soweit sollte es niemals kommen und es gibt diverse Anlaufstellen, die Eltern Hilfestellung bieten, wenn sie ein Schreikind haben und nicht mehr allein zurechtkommen.

    Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich betroffene Eltern Unterstützung suchen, durch die sie Zeit zum „Entspannen“ oder einfach zum „Luftholen“ finden. Und sich die „Nerven wieder regenerieren“ können.

    Schreibaby Vater mit Baby auf dem Arm, Kopf an Kopf


    Das exzessive Schreien eines Schreibaby ´s kann viele Ursachen haben. Zuerst muss ausgeschlossen werden, dass das Baby körperliche Probleme (zum Beispiel mit der Wirbelsäule), Allergien oder Schwierigkeiten mit dem Verdauungstrakt hat.

    Schreibaby Schwangere Frau sitzt erschöpft auf dem Küchenboden


    Psychologen und Ärzte gehen davon aus, dass Schreikinder vor allem ein Problem mit der Selbstregulation haben. Auf äußere Reize, wie Gerüche, Licht und auch Geräusche reagieren sie viel „gereizter“ als andere Babys.

    Es ist für sie der pure Stress, wenn sie nicht in ihrer gewohnten Umgebung sind und der Tagesrhythmus sich verändert. Ihr Bedarf an Zuwendung, Körperkontakt und Ruhe ist viel größer, um glücklich und zufrieden zu sein.

    Die Reizüberflutung muss bei diesen Kindern so gering wie möglich gehalten werden, so dass sie sich wohl fühlen können.

    Schreibaby – Mögliche Ursachen

    Des Weiteren belegen viele Studien, dass die Schwangerschaft von vielen Schreibaby ´s für die Mütter sehr aufgewühlt war. Dies kann in der Partnerschaft, dem Beruf oder Familie begründet sein.

    So kann es zu Spannungen in der Beziehung gekommen sein, die Frau auf der Arbeit starkem Druck oder gar Mobbing ausgesetzt gewesen sein und unter Stress geraten sein, was „nichts anderes als Angst“ ist oder einen geliebten Menschen verloren haben.

    Alle Gefühle der Mutter werden von den Föten gefühlt, wenn sie auch keine Gedanken dazu haben. Sie sind ein „Bestandteil“ des Organismus der Mutter.

    Nicht zuletzt kann der Fötus selbst einen Verlust eines Zwillings erlitten haben, was nach den neuesten Forschungen in 30 bis 80 Prozent aller Frühschwangerschaften der Fall ist.

    Auf jeden Fall lohnt sich ein Besuch bei einem erfahrenen Osteopathen, der mit der Behandlung von Babys bzw. traumatischen Geburtserlebnissen vertraut ist. In diesem Bezug könnte euch auch der folgende Artikel interessieren.

    Schreibaby Osteopathie bei Säuglingen - Die 5 häufigsten Gründe mit Säuglingen zu einem Osteopathen zu gehen

    Neben professioneller Unterstützung bieten Federwiegen eine erfolgversprechende Option. Sie vermitteln den Babys immer wieder eine der Gebärmutter ähnliche Geborgenheit.

    Beratungsstellen, auf Schreibabys spezialisierte Kinderärzte sowie Schrei-Ambulanzen können eine große Hilfe für Eltern und Kind sein, um den richtigen Weg ins gemeinsame Leben zu finden. Adressen von Schreiambulanzen erfahrt ihr über das zuständige Jugendamt bzw. Erziehungsberatungsstellen, Kinderkliniken und Kinderärzte/-ärztinnen.

    Was können Eltern bei einer „Schreiattacke“ tun?

    Wenn Euer Baby schreit, baut es wie oben beschrieben, Stress ab. Ob nun von der Schwangerschaft, Geburt oder zuviel Reizen, im Moment ist ihm etwas zu viel und macht ihm Angst. Wenn ihr es schafft „entspannt“ zu bleiben, euer Kind am besten mit direktem Körperkontakt tragt und ruhig und raumeinnehmend in die Brust oder in den Bauch atmet, spürt euer Kind, dass es gerade keine Gefahr droht und wird sich vermutlich relativ schnell wieder beruhigen.

    Wenn ihr euch stattdessen Angst um euer Kind macht, spürt euer Kind das an eurem „unentspannten Atem“ und an eurem Geruch, den ihr selber vermutlich gar nicht mehr wahrnimmt.

    Probiert es einfach mal aus!

    Euer Deva (Familien- & Atemtherapeut)

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  • Zähneputzen: wann, wie oft, wie lang und wie genau

    Zähneputzen: wann, wie oft, wie lang und wie genau

    Wann mit dem Zähneputzen beginnen?

    Zähneputzen: Zahnpflege ist nicht nur für Erwachsene wichtig. Wer früh genug mit der richtigen Zahnpflege beginnt, kann seinen Kindern zusätzliche Gänge zum Zahnarzt in der Zukunft ersparen.

    Sobald der erste Zahn zu sehen ist, sollte man mit dem Zähneputzen beginnen. Der Prozess wird für Kinder schnell zur Selbstverständlichkeit, wenn das Zähneputzen auf eine spielerische und verständliche Art als tägliches Ritual eingeführt wird.

    Oft bricht das erste Zähnchen mit dem sechsten Monat durch. Ab dann sollen die Zähne einmal täglich mit einer weichen Bürste bzw. einer Fingerzahnbürste und einer erbsengrossen Menge Kinderzahnpasta gereinigt werden.

    In der Regel sollte dies ab dem ersten Geburtstag auf zwei Putzeinheiten am Tag erweitert werden, am Morgen und am Abend.

    Wie sollten die Zähne geputzt werden?

    Sobald das Kind die Zahnbürste selbst in die Hand nimmt, sollte man es selber putzen lassen und danach noch einmal gründlich nachputzen. Die Faustregel besagt, dass jeder Zahn im Durchschnitt 10 Sekunden geputzt werden sollte.

    Nicht alle Kinder gewöhnen sich gleich schnell an das Zähneputzen. Sie drehen den Kopf zur Seite oder machen den Mund erst gar nicht auf. Um den Kleinen nicht sofort die Freude zu nehmen, sollte man mit Hilfe von spielerischen Tricks die Kinder motivieren.

    Zum Beispiel kann man gemeinsam mit dem Kind die Zähne putzen. Warum nicht ausnutzen, dass Kinder oft dasselbe tun wollen wie ihre Eltern? Auch kann es helfen, wenn man sich gegenseitig die Zähne putzt.

    Das verspricht viel Spass und das Kind verbindet die Zahnpflege mit positiven Erinnerungen.

    Viel Spaß bei dieser angenehmen Routine, die den Tag bzw. die Nacht einläutet!

    Euer Dr. Herbert Pick (Zahnheilkunde)

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